Göttingen

3.3826638477564 (2838)
Geschrieben von goldorak 12/03/2009 @ 13:10

Tags : göttingen, niedersachsen, deutschland

Neueste Nachrichten
Basketball – Bundesliga: Göttingen legt gegen Bamberg vor - FOCUS Online
Zum Auftakt des Play-off-Viertelfinales der BBL hat MEG Göttingen die Brose Baskets Bamberg mit 84:76 (43:28) bezwungen und ist in der „Best-of-five“-Serie 1:0 in Führung gegangen. Der Vorrundenzweite MEG Göttingen ist im ersten Viertelfinale um die...
Kurt von Figura Entzauberter Präsident der exzellenten Uni Göttingen - sueddeutsche.de
Als Präsident der Universität Göttingen ist Kurt von Figura Kritik gewohnt, auch Neid und Missgunst muss er aushalten. Für den Chef einer Hochschule ist das normal, zumal wenn sich die Universität mit dem Exzellenz-Status schmückt....
Polizei fahndet nach einem Teddy - WELT ONLINE
Göttingen - Mit einer ungewöhnlichen Fahndungsaktion sucht die Göttinger Polizei nach einem Kuscheltier. Eine australische Studentin hatte in der vergangenen Woche ihren "über alles geliebten Teddybär" in der Studentenstadt verloren,...
Hain-Elf zu Gast in Göttingen - Eintracht Braunschweig
Mai gegen den MTV Gifhorn auf heimischen Platz zum Saisonabschluss kommt, tritt das Team am kommenden Sonntag um 15 Uhr beim SCW Göttingen an. Ferner spielt die Mannschaft am Mittwoch, dem 20. Mai, im Finale des Wolters-Pokals....
Brutaler Überfall: 28-Jähriger gesteht Sexualmord an Greisin - STERN.DE
Zum Auftakt des Prozesses um den Sexualmord an einer 87-Jährigen hat der Angeklagte am Donnerstag vor dem Landgericht Göttingen ein Teilgeständnis abgelegt. Der 28-Jährige räumte die Vergewaltigung der Rentnerin ein und übernahm auch die Verantwortung...
Friedrich Selter wird neuer Superintendent im Kirchenkreis Göttingen - Evangelische Zeitung
Wie der Evangelisch-lutherische Kirchenkreis Göttingen mitteilt, ist in der Kirchenkreistagssitzung am heutigen Donnerstag Friedrich Selter aus Wuppertal im ersten Wahlgang zum neuen Superintendenten des Kirchenkreises Göttingen gewählt worden....
POL-GOE: (384/2009) Raubüberfall auf Getränkemarkt in Göttingen ... - news aktuell (Pressemitteilung)
Göttingen (ots) - GÖTTINGEN/HEILBAD HEILIGENSTADT (jk) - Der Überfall auf einen Getränkemarkt in der Goßlerstraße am 17.04.09 (siehe unsere Pressemitteilung Nr. 300 vom 17.04.09) ist aufgeklärt. Beamte der Polizei Göttingen nahmen Anfang der Woche den...
Göttingen: Pumpgun-Lieferant gefasst - NDR Online
Der Lieferant der Pumpgun, mit der ein Rechtsradikaler Ende November in Göttingen auf den Inhaber einer Nachtbar geschossen haben soll, ist nach Angaben der Polizei vom Montag gefasst worden. Bei dem 47-jährigen Sportschützen aus dem Kreis Northeim sei...
Bundesliga-Rückzug der Göttinger Basketballerinnen - Financial Times Deutschland
Göttingen (dpa) - Die Basketballerinnen von Trinos Göttingen ziehen sich aus der Bundesliga zurück. Das bisherige Erstligateam wird nach Angaben des Clubs zukünftig in der 1. Regionalliga spielen. Göttingen war die Lizenz verweigert worden,...
Ver.di: Stadt setzt Streikende unter Druck - HNA.de
Göttingen. Im Zusammenhang mit dem Streik der Erzieher, Sozialpädagogen und Sozialarbeiter für bessere Arbeitsbedingungen (die HNA berichtete) erhebt die Gewerkschaft Ver.di schwere Vorwürfe gegen die Stadt Göttingen. Mit massiven Drohungen hätten...

Göttingen

Wappen der Stadt Göttingen

Göttingen (plattdeutsch: Chöttingen) ist eine traditionsreiche Universitätsstadt im Süden des Landes Niedersachsen. Die Stadt ist stark durch ihre Bildungs- und Forschungseinrichtungen geprägt.

Nach Hannover, Braunschweig, Osnabrück und Oldenburg ist Göttingen die fünftgrößte Stadt und eines der Oberzentren Niedersachsens. Sie ist Kreisstadt und größte Stadt des Landkreises Göttingen. Als bis dahin kreisfreie Stadt wurde sie 1964 durch das vom niedersächsischen Landtag verabschiedete Göttingen-Gesetz in den Landkreis Göttingen integriert. Dadurch wird die Stadt weiterhin den kreisfreien Städten gleichgesetzt, soweit dieses Gesetz nichts Anderes bestimmt.

Göttingen hat seit 1965 mehr als 100.000 Einwohner und ist damit eine Großstadt. Die nächstgelegenen Großstädte sind Kassel (ca. 38 km südwestlich), Hildesheim (ca. 70 km nördlich), Braunschweig (ca. 92 km nordöstlich), Erfurt (ca. 98 km südöstlich), Hannover (ca. 105 km nördlich) und Paderborn (ca. 120 km west-nordwestlich).

Göttingen liegt an der Grenze der „Leine-Ilme-Senke“ zum Göttinger Wald und wird in Süd-Nord-Richtung von der Leine (Aller-Zufluss) durchflossen, der nördliche Stadtteil Weende von der Weende, mehrere nordöstliche Stadtgebiete von der Lutter und mehrere westliche Stadtbereiche von der Grone. Wenige Kilometer weiter nördlich schließt sich der Nörtener Wald an. Am südlichen Stadtrand von Göttingen liegt der vom Wasser der Leine gespeiste Göttinger Kiessee.

Das zu Göttingen gehörende Gebiet liegt auf 138 bis 427,5 m ü. NN westlich der Berge Kleperberg (332 m) und Hainberg (315 m), wobei die Mackenröder Spitze an der Ostgrenze des Göttinger Walds den höchsten Berg Göttingens darstellt. Im Stadtgebiet bzw. westlich der Leine liegen jeweils mit gleichnamigen Stadtvierteln der Hagenberg (auch Kleiner Hagen genannt; 174 m) und ungefähr 2 km südlich davon die sanfte Erhöhung des Egelsbergs. An der westlichen Stadtgrenze erheben sich Knutberg (363 m) und Kuhberg (288 m).

Das direkt westlich des Göttinger Walds befindliche Göttingen liegt zwischen Solling (ca. 34 km nordwestlich), Harz (ca. 60 km nordöstlich), Kaufunger Wald (ca. 27 km süd-südwestlich), Dransfelder Stadtwald (13 km südwestlich) und Bramwald (19 km westlich); die Entfernungen beziehen sich jeweils per Luftlinie gemessen auf die Strecke Göttingen-Innenstadt bis zu den Zentren bzw. Hochlagen der jeweiligen Mittelgebirge.

Das Stadtgebiet Göttingens ist in 18 Stadtbezirke bzw. Stadtteile eingeteilt. Einige Stadtteile sind allein oder mit benachbarten Stadtteilen zusammen Ortschaften im Sinne der Niedersächsischen Gemeindeordnung (NGO). Sie haben einen vom Volk gewählten Ortsrat, der je nach Einwohnerzahl der Ortschaft zwischen 9 und 13 Mitglieder hat; deren Vorsitzender ist ein Ortsbürgermeister. Die Ortsräte sind zu wichtigen, die Ortschaft betreffenden Angelegenheiten zu hören. Die endgültige Entscheidung über eine Maßnahme obliegt jedoch dem Rat der Stadt Göttingen. Trotz der Zusammenlegung von ehemals eigenständigen Gemeinden zu Ortschaften sind die Dörfer eigenständig geblieben.

Folgende Gemeinden grenzen an die Stadt Göttingen. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören alle zum Landkreis Göttingen: Flecken Bovenden, Waake (Samtgemeinde Radolfshausen), Gleichen, Friedland, Rosdorf, Stadt Dransfeld (Samtgemeinde Dransfeld) und Flecken Adelebsen.

Das Stadtgebiet Göttingens ist seit der frühen Jungsteinzeit besiedelt, wie zahlreiche Fundstellen der bandkeramischen Kultur zeigen. Eine dieser Fundstellen wurde beim Bau des heutigen Einkaufszentrums "Kauf Park" in Grone in den 1990er Jahren von der Stadtarchäologie großflächig ausgegraben. Darüber hinaus finden sich auch Besiedlungsspuren der Bronze- und Eisenzeit.

Göttingen geht auf ein Dorf zurück, das sich archäologisch bis ins 7. Jahrhundert nachweisen lässt. Dieses Dorf wurde 953 unter dem Namen Gutingi erstmals in einer Urkunde Kaiser Ottos I. erwähnt – mit der Beurkundung schenkt der Kaiser dem Kloster St. Moritz in Magdeburg Besitz im damaligen Gutingi – und lag am Ostrand des Leinetalgrabens im Umkreis der heutigen St. Albanikirche auf einem Hügel. Diese Kirche wurde spätestens zu Beginn des 11. Jahrhunderts dem Heiligen Albanus geweiht und ist damit die älteste Kirche Göttingens, auch wenn das heutige Gebäude erst aus dem 14. und 15. Jahrhundert stammt. Neuere archäologische Funde im Bereich des alten Dorfes weisen auf ein ausgebildetes Handwerk hin und lassen auf weitreichende Handelsbeziehungen schließen. Durch das Dorf floss ein kleiner Bach, die Gote, von der das Dorf seinen Namen bezog („-ing“ = „Bewohner bei“).

Während – abgesehen von den archäologischen Funden – über das Schicksal des Dorfes Gutingi im frühen Mittelalter nicht viel bekannt ist, tritt mit der Pfalz Grona (dt. Grone) zwei Kilometer nordwestlich des Dorfes ein Ort deutlicher aus der Geschichte hervor. Als neu erbaute Burg 915 urkundlich erwähnt, wurde sie später zur Pfalz ausgebaut. Diese über dem gegenüberliegenden Ufer der Leine auf dem südlichen Sporn des Hagenbergs gelegene Pfalz gilt mit ihren insgesamt 18 bezeugten Königs- und Kaiseraufenthalten zwischen 941 und 1025 als spezifisch ottonische Pfalz mittleren Ranges. Insbesondere für Heinrich II. und seine Gemahlin Kunigunde war Grone ein beliebter Aufenthaltsort. Hierher zog sich Heinrich II, schwer erkrankt, im Sommer 1024 zurück, wo er dann am 13. Juli desselben Jahres verstarb. Die Burg verlor jedoch später ihre Funktion als Pfalz und wurde im 13. Jahrhundert zur Burg der Herren von Grone umgebaut. Zwischen 1323 und 1329 wurde sie von den Bürgern der Stadt Göttingen zerstört. Die Reste wurden 1387 von Herzog Otto III. wegen seiner Fehde mit der Stadt Göttingen abgetragen.

An der zur Furt über die Leine führenden Straße, westlich des Dorfes, entstand im Laufe der Zeit ein Wik (eine kaufmännische Siedlung), die den Ortsnamen weiterführte und später das Stadtrecht erhielt.

Das nunmehr so genannte „Alte Dorf“, das der Stadt den Namen gab, war allerdings nicht die eigentliche Keimzelle der neuen Stadt, lag sogar außerhalb der ersten Stadtmauer und ist noch heute als gesonderter Bereich um die Albanikirche und die heutige Lange-Geismar-Straße erkennbar. Unter welchen Umständen die eigentliche Stadt Göttingen entstand, ist nicht exakt zu bestimmen. Es wird davon ausgegangen, dass Heinrich der Löwe die Stadtgründung initiierte, die wohl in der Zeit zwischen 1150 und 1180/1200 erfolgte. In der Zeit zwischen den Jahren 1201 bis 1208 wird Pfalzgraf Heinrich, der Bruder Ottos IV., als Stadtherr angegeben. In dieser Zeit wurden bereits von Göttingen aus welfische Besitz- und Herrschaftsrechte wahrgenommen. Auch wurden zu dieser Zeit erstmals Göttinger Bürger (burgenses) erwähnt, was darauf schließen lässt, dass Göttingen bereits auf spezifisch städtische Weise organisiert war. Göttingen war jedoch keine Reichsstadt, sondern den welfischen Herzögen von Braunschweig-Lüneburg unterworfen. Die landesherrlichen Statthalter hatten ihre Residenz in der Burg, die in der nordöstlichen Ecke der ältesten, vor 1250 errichteten Stadtbefestigung lag, und an die noch heute der Name Burgstraße erinnert. Gleichwohl mussten die Herzöge auch der Stadt gewisse Freiheiten zubilligen und Kompromisse schließen. Göttingen wurde in der Frühzeit seiner Geschichte als Stadt in Konflikte der Welfen mit ihren Widersachern im südlichen Niedersachsen hineingezogen. Die Auseinandersetzungen in den ersten Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts waren den politischen Interessen der Göttinger Bürger förderlich, und diese konnten die politisch-militärische Situation geschickt ausnutzen und sich umwerben lassen. In einer Urkunde aus dem Jahre 1232 bestätigte Herzog Otto das Kind den Göttingern die Rechte, die sie zur Zeit seiner Onkel – also Otto IV. und Pfalzgraf Heinrich – besessen hätten. Dabei wird es sich um solche Privilegien gehandelt haben, die den Handel erleichterten, am Ort wohnende Kaufleute schützten und Befugnisse der Göttinger Selbstverwaltung absteckten. Auch stellte er in Aussicht, dass die Stadt nicht in fremde Hände gelangen sollte. Es ist davon auszugehen, dass spätestens zu dieser Zeit ein von den Bürgern gestellter Stadtrat und damit ein praktikables Instrument der Selbstverwaltung existierte. Namen von Ratsherren werden erstmals in einer Urkunde aus dem Jahre 1247 genannt.

Der von der alten Stadtbefestigung zunächst geschützte Bereich umfasste den Markt, das heutige alte Rathaus, die beiden Hauptkirchen St. Johannis und St. Jacobi, die kleinere St. Nikolai-Kirche, sowie die wichtigsten Verkehrswege Weender, Groner und Rote Straße. Außerhalb dieser Befestigung, vor dem inneren Geismarer Tor, lag noch das alte Dorf, das danach auch „Geismarer altes Dorf“ genannt wurde, mit der Kirche St. Albani. Das Dorf gehörte im Hochmittelalter nur zu Teilen zum welfischen Herrschaftsbereich und konnte deswegen nicht an den städtischen Privilegien und am Schutz durch die Stadtmauer teilhaben.

Geschützt wurde die Stadt zunächst durch Wälle, spätestens Ende des 13. Jahrhunderts dann auch durch Mauern auf den Wällen. Von dieser alten Stadtbefestigung ist heute nur in der Turmstraße der Mauerturm sowie ein Teil der Mauer erhalten. Das damals befestigte Areal umfasste maximal 600 mal 600 m, etwa 25 Hektar, und war damit zwar kleiner als Hannover, jedoch übertraf es die benachbarten welfischen Städte Northeim, Duderstadt und Münden.

Der südlich der Mauern fließende Bach Gote wurde um diese Zeit durch einen Kanal mit der Leine verbunden. Der danach „Leinekanal“ genannte Wasserlauf der Leine führte nunmehr wesentlich mehr Wasser an der Stadt entlang.

Im Zuge der welfischen Erbteilungen erhielt 1286 Herzog Albrecht der Feiste die Herrschaft über Südniedersachsen. Er wählte Göttingen zu seinem Herrschaftssitz und zog in die in der nördlichen Altstadt befindliche Burg, das Ballerhus (auch Bahrhus) ein. Von diesem wurde außerhalb der Mauern im Westen auf der gegenüberliegenden Seite des Leinekanals eine Neustadt, ein beidseitig bebauter Straßenzug von nur ca. 80 m Länge, noch vor 1300 angelegt. Albrecht beabsichtigte mit der Neugründung ein Gegengewicht zur wirtschaftlich und politisch schnell wachsenden Stadt zu schaffen, um von diesem Stützpunkt aus seine Macht neu zu festigen. Der Herzog konnte das aufstrebende Göttingen jedoch nicht daran hindern, sich nach Westen weiter auszudehnen, da es dem Göttinger Rat gelang, der Neustadt alle Entwicklungsmöglichkeiten zu verbauen. Nachdem sich das Projekt schlecht entwickelte, kaufte der Rat der Stadt Göttingen diese unangenehme Konkurrenzgründung im Jahre 1319 für nur 300 Mark auf. Im Süden an die Neustadt wurde zunächst als Pfarrkirche der Neustadt die St. Marien-Kirche errichtet, die im Jahre 1318 mitsamt den angrenzenden Höfen dem Deutschen Ritterorden übertragen wurde.

Am Rande der Altstadt wurden zudem im späten 13. Jahrhundert zwei Klöster gegründet. Im östlichen Teil der Altstadt, auf dem Gelände des heutigen Wilhelmsplatzes wurde zunächst ein Franziskanerkloster errichtet. Nach Angaben des späteren Stadtchronisten Franciscus Lubecus sollen sich die Franziskaner bereits seit 1268 dort angesiedelt haben. Da die Franziskaner als Ausdruck ihrer Armut und Demut keine Schuhe trugen, wurde ihr Orden im Volksmund „Barfüßer“ genannt; daher erhielt die zum Kloster führende Straße auch ihren heutigen Namen „Barfüßerstraße“. Im Jahre 1294 gestattete Albrecht der Feiste den Dominikanern im Papendiek, am Leinekanal gegenüber der Neustadt, ein Kloster zu gründen, als dessen Klosterkirche die 1331 geweihte Paulinerkirche diente.

Auch Juden wurden im späten 13. Jahrhundert in der Stadt angesiedelt. Unter dem Datum des 1. März 1289 erteilten die Herzöge zu Braunschweig und Lüneburg dem Göttinger Rat die Erlaubnis, den Juden Moses in der Stadt aufzunehmen. Die Juden wohnten hauptsächlich in der Nähe der St. Jacobi-Kirche in der heutigen Jüdenstraße. Auch in Göttingen war die Geschichte der Juden schon im Mittelalter von großem Leid geprägt. Nachdem im Jahre 1369/70 Herzog Otto III. der Stadt das Recht der Gerichtsbarkeit über die Juden abgetreten hat, kam es auch hier immer wieder zu blutigen Pogromen und Vertreibungen. Von 1460 bis 1599 wohnten über 100 Jahre überhaupt keine Juden in Göttingen.

Das 14. und das 15. Jahrhundert bildeten für Göttingen eine Blütezeit wirtschaftlicher Machtentfaltung, von der auch die Werke der Baukunst Zeugnis ablegen. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts begann der Neubau der St.-Johannis-Kirche als gotische Hallenkirche. Ab 1330 ersetze ein gotischer Bau auch die kleinere St. Nikolai-Kirche. Nach dem Abschluss der Arbeiten an der St. Johannis-Kirche wurde in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts auch mit dem Neubau der St. Jacobi-Kirche begonnen. In den Jahren nach 1366 entstanden auch wesentliche Teile des jetzigen (alten) Rathauses. Die Gestalt des Gebäudes, die man heute noch antreffen kann, erhielt das Gebäude jedoch in Grundzügen erst um die Mitte des 15. Jahrhunderts.

In den Jahren um 1360 wurde zudem der Befestigungsring um die Stadt neu abgesteckt und umfasste nunmehr auch die Neustadt und das Alte Dorf. Im Zuge dieser Baumaßnahmen wurden die vier Stadttore weiter nach außen verlegt und das Gebiet der Stadt wuchs auf ein Areal von etwa 75 ha.

Nach dem Tode Albrecht des Feisten 1318 kam Göttingen über Otto den Milden († 1344) an Herzog Ernst I. († 1367). Das von ihm regierte Fürstentum Göttingen bildete ein Teilfürstentum im Herzogtum Braunschweig-Lüneburg. Das Fürstentum Göttingen war allerdings das wirtschaftlich ärmste der welfischen Fürstentümer. Unter Ernsts Nachfolger, Otto III. († 1394), gelang es Göttingen, seinen Status als autonome Stadt weiter zu befestigen. Otto III., auch der „Quade“ (der Bösewicht) genannt, wird als markanter Vertreter des damaligen Rittertums beschrieben, dessen Hass den Städten galt, deren aufblühende Macht ihm ein Dorn im Auge war. Dementsprechend stand seine Herrschaft ununterbrochen im Zeichen von Fehden und außenpolitischen Konflikten. Obwohl die Stadt Göttingen anfangs heftig von ihm bedrängt wurde, gelang es ihm letztlich nicht, die Landesherrschaft weiter auszubauen, wovon die Selbständigkeit Göttingens profitierte. Das vor den Toren der Stadt gelegene herzogliche Landgericht am Leineberg geriet nun unter Göttinger Einfluss und wurde 1375 von Otto an die Stadt verpfändet. Auch gelang es der Stadt, neben der Erlangung der gerichtsherrschaftlichen Rechte, grundherrschaftliche Rechte von Otto zu erwerben. Im April 1387 erreichten die Auseinandersetzungen zwischen der Stadt und Otto ihren Höhepunkt: Die Göttinger erstürmten die herzogliche Burg innerhalb der Stadtmauern, im Gegenzug verwüstete Otto Dörfer und Ländereien in der Umgebung. Die Bürger konnten jedoch im Juli in einer offenen Feldschlacht unter dem Stadthauptmann Moritz von Uslar zwischen Rosdorf und Grone einen Sieg über die fürstliche Streitmacht erringen. Otto musste danach im August 1387 die Freiheit der Göttinger Güter in der Umgebung anerkennen. Insofern markiert das Jahr 1387 einen wichtigen Einschnitt in der Geschichte der Stadt. Nach Ottos Tod konnte Göttingen unter dessen Nachfolger Otto Cocles (der Einäugige) seine Autonomie weiter ausbauen, nicht zuletzt, weil mit Otto Cocles das Haus Braunschweig-Göttingen ausstarb und die offene Erbfrage sowie seine vorzeitige Abdankung 1435 zu einer weiteren Destabilisierung der landesherrschaftlichen Macht führten.

Das Verhältnis zur welfischen Landesherrschaft war in der Folgezeit bis zum Ende des 15. Jahrhunderts durch eine ständige und erfolgreiche Zurückdrängung des landesherrlichen Einflusses auf die Stadt gekennzeichnet. Auch wenn Göttingen offiziell keine Freie Reichsstadt war, sondern stets den Braunschweiger Herzögen untertan blieb, so konnte es sich doch eine bedeutende Selbständigkeit erkämpfen und wurde teilweise in Urkunden unter den Reichsstädten geführt und zu besonders wichtigen Reichstagen geladen.

Nach diversen weiteren dynastischen Teilungen und Herrschaftswechseln, die mit dem Tode Otto Cocles’ (1463) einsetzten, erhielt Erich die Herrschaft über das nunmehr zusammengelegte Fürstentum Calenberg-Göttingen. Die Stadt verweigerte zunächst dem neuen Herrscher die Huldigung, woraufhin Erich 1504 bei König Maximilian eine Reichsacht gegen Göttingen erwirkte. Die andauernden Spannungen führten zu einer wirtschaftlichen Schwächung der Stadt, so dass die Stadt letztendlich 1512 die Huldigung leistete. Schon bald darauf zeichnete sich das Verhältnis zwischen Erich und der Stadt durch eine eigenartige Friedfertigkeit aus, die darauf zurückgeführt wird, dass Erich finanziell auf die Stadt angewiesen war.

Grundlage für den politischen und allgemeinen Aufschwung Göttingens im Spätmittelalter war die wachsende wirtschaftliche Bedeutung der Stadt. Diese beruhte vor allem auf der verkehrsgünstigen Lage im Leinetal an einem alten und wichtigen Nord-Süd-Handelsweg. Dieser begünstigte den heimischen Wirtschaftszweig, die Textilproduktion. Neben den Leinenwebern, die zwar zum inneren Kreis der Göttinger Gilden gehörten, allerdings im sozialen Ansehen am unteren Ende rangierten, siedelten sich in der Neustadt die Wollenweber an. Die dort verarbeitete Wolle kam hauptsächlich aus der Umgebung der Stadt; teilweise standen hier bis zu 3000 Schafe und 1500 Lämmer. Die Wolltücher wurden erfolgreich bis nach Holland und über Lübeck exportiert. Ab 1475 wurde mit der Anwerbung neuer Fachkräfte die heimische Tuchproduktion ausgebaut. Diese sog. neuen Wollenweber brachten neue, bisher nicht angewandte Techniken mit nach Göttingen und festigten die Stellung der Stadt als exportorientierte Tuchmacherstadt für drei Generationen. Erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts, als mit den billigen englischen Tüchern kaum noch konkurriert werden konnte, kam es zum Niedergang des Göttinger Tuchmachergewerbes.

Von der guten Verkehrslage zwischen den bedeutenden Handelsstädten Lübeck und Frankfurt am Main profitierten auch die Göttinger Kaufleute. Der Göttinger Markt erreichte überregionale Bedeutung. Viermal im Jahr kamen zum Jahrmarkt fremde Händler in großer Zahl nach Göttingen. Die Kaufleute, die den Fernhandel als Zulieferer für den Göttinger Markt und als Transithändler im überregionalen Geschäft betrieben, besaßen auch in Göttingen die großen Vermögen. Auch der Hanse trat Göttingen bei. Erstmals wurde die Stadt 1351 zum Hansetag geladen. Das Verhältnis zur Hanse blieb jedoch weitgehend distanziert. Als Binnenstadt nutzte Göttingen zwar gerne das funktionierende Wirtschaftsnetz der Hanse, wollte sich aber nicht in die Politik des Gesamtverbandes verwickeln lassen. Zahlendes Mitglied wurde Göttingen erst 1426, und 1572 folgte bereits der endgültige Austritt aus der Hanse.

Das 16. Jahrhundert begann in Göttingen mit wirtschaftlichen Problemen, die schließlich zu Spannungen führten. Zum offenen Konflikt zwischen Handwerksgilden und Rat, der im Wesentlichen von der Schicht der Kaufleute gestellt wurde, kam es 1514, als der Rat zur Haushaltssanierung neue Steuern erlassen wollte. Im 6. März 1514 stürmten die Gilden das Rathaus, setzten den Rat kurzerhand gefangen und jagten ihn anschließend aus der Verantwortung. Der Rat konnte zwar mit Hilfe von Herzog Erich I. seine alte Stellung wieder zurückgewinnen, der Konflikt schwelte jedoch weiter und bildete damit den Nährboden für die Einführung der Reformation in Göttingen.

Die Reformation, die infolge von Martin Luthers Thesenanschlag 1517 und dem Reichstag zu Worms im Jahre 1521 nach und nach weite Teile Deutschlands und insbesondere die großen Städte ergriffen hatte, schien jedoch zunächst an Göttingen vorbeizugehen. Selbst als der Bauernkrieg 1524/25 durch Deutschland tobte, blieb es in Göttingen ruhig. Erst 1529, also 12 Jahre nach Luthers Thesenanschlag, kam in Göttingen die Reformation auf. Anlass dazu war zunächst eine Szene ganz mittelalterlicher Prägung: eine Bartholomäus-Prozession. Derartige Prozessionen waren in den großen Städten Deutschlands in diesen Zeiten selten geworden. Das alte Kirchenwesen war in Göttingen bis zu diesem Zeitpunkt jedoch noch unbestritten. Der Umbruch wurde von den „neuen Wollenwebern“ eingeleitet, jenem Personenkreis also, der erst ab 1475 in Göttingen angesiedelt war, und insofern dem neuen Gedankengut offener gegenüberstand als die Alteingesessenen, also gewissermaßen das progressive Element in der Stadt bildete. Diese „neuen Wollenweber“ hatten eine Gegendemonstration zu der Bartholomäus-Prozession formiert und die Prozession auf der Groner Straße mit Luthers Choral „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“ empfangen sowie den Zug mit weiteren christlichen Psalmen und Spottliedern begleitet. Über den religiösen Aspekt hinaus stellten damit die „neuen Wollenweber“ zugleich das in der Stadt bestehende Herrschaftssystem in Frage.

Nunmehr drängten sich die Ereignisse, der vorherigen Verspätung folgte eine überraschende Beschleunigung des Umbruchs: Mit dem ehemaligen Rostocker Dominikaner Mönch Friedrich Hüventhal war jetzt auch ein evangelischer Prediger in der Stadt. Dieser gewann zunehmend an Einfluss, hielt eine öffentliche Predigt auf dem Marktplatz und konnte schließlich nach kontroversen Verhandlungen mit dem Rat gegen den Willen der Paulinermönche in der Paulinerkirche am 24. Oktober 1529 den ersten regulären evangelischen Gottesdienst in Göttingen feiern. Dieser Ort musste gewählt werden, da der Rat der Stadt Göttingen anfangs noch keine Verfügungsgewalt über die Pfarrkirchen in der Stadt hatte. Diese unterstanden der Verfügungsgewalt des Herzogs Erich I. Dieser hing noch dem alten Glauben an und wollte evangelische Predigten in den ihm unterstellten Pfarrkirchen nicht zulassen. Erich I. war bereits 1525 dem Dessauer Bund, einem antiprotestantischen Bündnis norddeutscher Staaten, beigetreten, und sah durch die Einführung der Reformation in der größten Stadt in seinem Fürstentum Calenberg-Göttingen das Verhältnis zwischen der Stadt und ihrem Landesherrn empfindlich gestört. Nachdem die Göttinger mit einem abschließenden Rezeß am 18. November 1529 die Kirchenreform und politische Neuerungen zusammenfassten, reagierte Erich prompt und schroff. Er wandte sich an die Stadt in der harten Form eines Fehdebriefes. Hüventhal, der auch in der reformatorischen Bewegung der Stadt nicht mehr unumstritten war, musste daraufhin die Stadt verlassen. Dies bedeutete jedoch nicht das Ende der Reformation in Göttingen, die Göttinger holten den gemäßigteren Prediger Heinrich Winkel aus Braunschweig in die Stadt. Um diese Zeit wurde auch Johann Bruns einer der bestimmenden Köpfe der Göttinger Kirchenpolitik. Schon vorher hatte er als Pfarrer von Grone als einer der ersten in der Region lutherisch gepredigt; später sollte er auch Syndicus der Stadt werden. Nachdem der Rat der Stadt die Pfarrkirchen, in denen nicht lutherisch gepredigt werden durfte, hatte schließen lassen, wurde am Palmsonntag des Jahres 1530 die neu ausgearbeitete Kirchordnung Göttingens verlesen, die der Göttinger Reformation den Abschluss gab. Die Kirchenordnung wurde sogar Martin Luther zur Korrektur und Absegnung vorgelegt und erschien 1531 in einer Wittenberger Druckerei mit einem zustimmenden Vorwort des Reformators.

Nach dem Abschluss der Reformation durch die neue Kirchenordnung spitzte sich die Situation nochmals zu. Herzog Erich I. erlangte auf dem Landtag zu Moringen die Unterstützung der Stände für die Forderung an die Stadt, zur alten Kirche zurückzukehren. Göttingen seinerseits tat nun einen Schritt in die Reichspolitik hinein und entschloss sich am 31. Mai 1531, dem Schmalkaldischen Bund beizutreten, einem Zusammenschluss der protestantischen Reichsstände zur Verteidigung ihres Glaubens.

Im April 1533 gelang es der Stadt dann sich mit dem Herzog ins Benehmen zu setzen und in einem Vertrag die Kontroverse auszuräumen. Daran nicht unbeteiligt war Erichs Frau Elisabeth von Brandenburg, die selbst 1538 öffentlich zum evangelischen Glauben übertrat. Nach Erichs Tod im Jahre 1540 übernahm sie die vormundschaftliche Regierung für ihren Sohn Erich II. und begann von ihrer Leibzucht Münden aus, im Fürstentum Calenberg-Göttingen die Reformation durchzusetzen. Elisabeth machte den Pfarrer Anton Corvinus aus dem hessischen Witzenhausen zum Superintendenten für das Fürstentum und ließ von diesem die Calenberger Kirchenordnung ausarbeiten, die 1542 in Druck ging.

Nach der Niederlage der Protestanten im Schmalkaldischen Krieg 1548 mussten diese das Augsburger Interim hinnehmen. Wie in vielen Teilen des Reiches fiel dies auch den Göttingern schwer und sie weigerten sich, dieses durchzusetzen. Herzog Erich II. kehrte nach längerer Abwesenheit wieder in sein Fürstentum zurück, trat 1549 zum katholischen Glauben über und begann – sehr zum Leidwesen seiner Mutter – das Interim durchzusetzen. In Göttingen führte dies dazu, dass die Stadt ihren Superintendenten Mörlin, der sich zu harsch gegen das Interim und gegen den Herzog gewandt hatte, entlassen musste. In dieser Entlassung kann ein erster Schritt zur Beseitigung der städtischen Autonomie im Kirchenwesen und in anderen Bereichen der Selbstverwaltung im späten 16. und im 17. Jahrhundert gesehen werden.

Nachdem im Augsburger Reichs- und Religionsfrieden 1555 den Reichsständen das Recht zugesprochen wurde, das Bekenntnis ihrer Untertanen zu bestimmen, versprach Erich II., obwohl er dem katholischen Glauben treu blieb, das Fürstentum bei der Kirchenordnung von 1542 und bei der evangelischen Lehre zu belassen.

Nach dem Tode Erichs II. 1584, der keinen männlichen Nachfolger hinterlassen sollte, fiel das Fürstentum an Herzog Julius von Wolfenbüttel, wodurch das Fürstentum Calenberg-Göttingen wieder an das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel gelangte. Göttingen, das schon 1582 durch den Verlust der umgebenden Leinedörfer an die Herzöge an Einfluss verloren hat, musste neben dem wirtschaftlichen Niedergang, der nunmehr einsetzte, auch 1597, 1611 und zuletzt 1626 mehrere Pestausbrüche verkraften.

1634 erlosch mit dem Tode Friedrich Ulrichs das Mittlere Haus Braunschweig. Göttingen fiel nach der abermaligen welfischen Erbteilung an Georg von Braunschweig und Lüneburg-Calenberg, der Hannover zu seiner Residenz wählte. Nach dessen Tod 1641 musste Göttingen unter Herzog Christian Ludwig, die letzte große Belagerung durch Piccolomini ertragen. Anschließend war der Krieg für Göttingen zwar zu Ende, die Stadt hatte aber noch lange Jahre die Last der Garnison und der Kriegskosten zu tragen.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg setzte sich der wirtschaftliche Niedergang der Stadt weiter fort. Der Export von Tuchen und Leinwand war fast völlig zusammengebrochen. Die Einwohnerzahl, die im Jahre 1400 noch 6000 Personen betrug, sank um 1680 auf unter 3000. Dem wirtschaftlichen Niedergang folgte der politische. Die Vorherrschaft der Gilden in Rat und Bürgerschaft wurde abgelöst durch die Herrschaft des Landesherren. Herzog Ernst August erreichte es 1690, dass durch den sog. Stadtrezeß der Rat faktisch in ein fürstliches Verwaltungsorgan umgestaltet wurde. Auch außenpolitisch änderte sich die Situation. Das Fürstentum Braunschweig-Calenberg, zu dem Göttingen seit 1634 gehörte, wurde unter Herzog Ernst August im Jahre 1692 von Kaiser Leopold I. zum Kurfürstentum ernannt. Die nunmehr Kurfürsten von Braunschweig-Lüneburg (Kurhannover) waren ab 1714 zugleich in Personalunion König von Großbritannien. Ernst Augusts Sohn, Kurfürst Georg Ludwig von Hannover, sollte als Georg I. den englischen Thron besteigen.

Das Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg, das sich zu einer territorialen Macht in der Mitte Deutschlands zu entwickeln begann, verfügte bis dahin über keine eigene Universität. Es wurde daher beschlossen, eine Universität neu zu gründen, die der Ausbildung der im Land benötigten Theologen, Juristen und Ärzte dienen sollte. Die kurhannoversche Landesregierung entschied, diese in Göttingen anzulegen. Für Göttingen sprach auch, dass sich in der Stadt bereits seit einiger Zeit ein Gymnasium, das Pädagogium, befand, das als Keimzelle der neuen Universität fungieren konnte. Während der Regierungszeit Georgs II. August von England, der der Universität ihren Namen gab, konnte 1734 der Lehrbetrieb der Georg-August-Universität eröffnet werden. Im Jahre 1737 folgte dann die feierliche Einweihung. Der schnelle Erfolg, den die Neugründung haben sollte, ist nicht zuletzt auf das Engagement des ersten Kurator der Universität, Gerlach Adolph von Münchhausen zurückzuführen. Die Universität brachte neuen Aufschwung in die Stadt und beförderte das Bevölkerungswachstum. Auch durch intensive Bautätigkeit veränderte sich rasch das Gesicht der Stadt. Neue Wohnungen, Gaststätten und Speiselokale sowie Herbergen wurden eröffnet (siehe Londonschänke). Um das kulturelle Angebot der Professoren und Studenten zu verbessern, wurde ein Universitätsreitstall errichtet. Göttingen sollte in der Folgezeit in ganz Europa und in Übersee einen Ruf als Ort der Wissenschaft erhalten, viele berühmte Gelehrte kamen nach Göttingen und wirkten dort. Das hohe Ansehen der Universität beruhte nicht zuletzt auch auf der klugen Anschaffungspolitik der neu gegründeten Universitätsbibliothek. Zudem wurde 1751 die „Königliche Societät der Wissenschaften in Göttingen“, die spätere Akademie der Wissenschaften zu Göttingen gegründet, die auch die Göttingischen Anzeigen von Gelehrten Sachen herausgab, eine schnell international bekannt gewordene Zeitschrift für Informationen über wissenschaftliche Neuerungen.

Der Siebenjährige Krieg sollte für Göttingen zwischen 1757 und 1762 neue Besatzungen bedeuten. Die französische Armee quartierte sich in Göttingen ein, die Universität stellte jedoch ihren Lehrbetrieb nicht ein. Nach dem Krieg wurden in Göttingen die Stadtwälle geschleift, aus dem Stadtwall wurde eine Promenade. Die insofern entmilitarisierte Universitätsstadt konnte sich wieder voll dem Universitätsbetrieb widmen und trat nunmehr in ihre Blütezeit ein.

In den von Napoléon Bonaparte geführten Kriegen wurde das Kurfürstentum Hannover 1803 kampflos von französischen Truppen besetzt. Göttingen selbst blieb aber von Besatzungen und anderen Belastungen verschont. Dies mag auch mit dem hohen Ansehen der Universität zu tun haben. Kurzfristig wurde Hannover 1805 Preußen zugesprochen. Göttingen wurde daraufhin von preußischen Truppen besetzt. Nach dem Frieden von Tilsit im Jahre 1807 verschwand das Kurfürstentum Hannover von der Landkarte. Göttingen wurde Teil des Königreichs Westphalen mit der Residenzstadt Kassel unter Napoléons Bruder Jérôme Bonaparte. Im Königreich Westphalen sollte Göttingen Hauptstadt des Leine-Departements werden, dass sich zeitweise bis nach Rinteln erstreckte. Göttingen wurde dadurch Sitz mehrerer Behörden und Gerichte mit Zentralfunktion. Die Fremdherrschaft wurde mit der Zeit nicht als bedrückend angesehen. Die Studentenzahlen stabilisierten sich nach einem anfänglichen Rückgang und Göttingen passte sich der französischen Herrschaft an, die bis 1813 dauern sollte. Nach dem Zusammenbruch der französischen Herrschaft in Deutschland sollte das Kurfürstentum Hannover zum Königreich erhoben werden. Göttingen gehörte ab 1823 zur Landdrostei Hildesheim, der neu gebildeten Zwischenbehörde.

Im Jahr 1807 wurde Carl Friedrich Gauß Leiter der Sternwarte der Universität; er zählt bis heute zu den weltweit angesehensten Mathematikern überhaupt.

Die nunmehr in Deutschland aufkommende Nationalbewegung ging einher mit Forderungen nach politischer Liberalisierung und Demokratisierung. Als im Jahre 1830 die Pariser Julirevolution auch auf Deutschland übergriff, erlebte Göttingen im Januar 1831 die sog. „Göttinger Revolution“. Während das Land Hannover weitgehend ruhig blieb, kam es in Göttingen durch eine Verkettung verschiedener Ursachen zu einem gewaltsamen Ausbruch, in deren Folge unter der Führung des Privatdozenten Johann Ernst Arminius von Rauschenplatt ein Revolutionsrat gebildet und am 8. Januar 1831 der Magistrat der Stadt Göttingen aufgelöst wurde. Vom König wurde eine freie Verfassung für das Königreich Hannover verlangt und der Sturz der Regierung. Die Regierung zeigte sich unnachgiebig und sandte Truppen in größerem Ausmaß auf die Stadt zu. Am 16. Januar mussten die Aufrührer kapitulieren. Die Truppen zogen in die Stadt ein und quartierten sich dort ein. Die Anführer des Aufstandes wurden, soweit sie nicht ins Ausland geflohen waren, zu drakonischen Strafen verurteilt. Erst gegen Anfang März 1831 kehrte in Göttingen wieder Ruhe ein. Die Universität, die von der Regierung am 18. Januar geschlossen wurde, konnte Mitte April wiedereröffnet werden. Als Folge des Aufstandes nahm die Regierung tiefgreifende Veränderungen an der Stadtverfassung vor und ersetzte die alte Stadtverfassung von 1690 durch eine neue. Die jahrhundertealte politische Rolle der Gilden endete und an ihre Stelle traten nunmehr Repräsentanten einer bürgerlichen Honoratiorenschicht.

1837 – 100 Jahre nach Eröffnung der Universität – konnte als Repräsentations- und Verwaltungsgebäude der Universität die Aula eingeweiht werden. Auf dem Platz davor, dem heutigen Wilhelmsplatz, wurde dem damaligen Landesherrn und Stifter, Wilhelm IV., ein Denkmal errichtet. Unter dessen Nachfolger allerdings, König Ernst August I., mit dem die 123-jährige Personalunion zwischen Großbritannien und Hannover beendet wurde, kam es noch im gleichen Jahr zum Konflikt. Bei seinem Amtsantritt hob dieser die relativ freiheitliche Verfassung, die sein Vorgänger 1833 erlassen hatte, wieder auf, woraufhin sieben Göttingen Professoren Protest einlegten. Am 12. Dezember 1837 entließ Ernst August I. die Professoren und verwies sogar drei von ihnen des Landes. Dieses Ereignis hatte eine enorme Wirkung – nicht nur im Königreich Hannover sondern in ganz Deutschland. Die Göttinger Sieben, wie sie von nun an genannt wurden, galten bald als Märtyrer eines politisch aufmerksamer werdenden Bürgertums. Durch die Protestaktion wurde die Opposition im Königreich aufgerüttelt. Der Widerstand des Bürgertums sollte teilweise Erfolg haben. Mit dem Landesverfassungsgesetz vom 6. August 1840 erhielt Hannover wieder eine konstitutionelle Verfassung, in der jedoch die Rechte der Stände zugunsten des Monarchen stark beschnitten waren. In Göttingen kehrte zwar bald wieder Ruhe ein, die Universität, die ohnehin schon seit den 1820er-Jahren an zurückgehenden Studentenzahlen zu leiden hatte, verlor jedoch nunmehr zusehends an Ansehen.

Nach den Verfassungskämpfen gab es jedoch wenig Entspannung bei den politischen Freiheiten. Versammlungen mussten genehmigt werden, Leihbibliotheken wurden kontrolliert und auch die drei ausgewiesenen Professoren durften bis 1848 nicht zurück nach Göttingen kommen. Die Universitätsangehörigen waren der Ansicht, dass das strenge Polizeiregiment, das in Göttingen herrschte, für die Universität verderblich sei.

Die Märzrevolution von 1848, bei der es in vielen Teilen Deutschlands zu Tumulten und Aufständen kam, blieb in Göttingen ohne größeres Blutvergießen. Es kam nur in der Nacht vom 11. zum 12. März zu einer kleineren Auseinandersetzung zwischen der Polizei und einigen Korpsstudenten. In deren Folge verließen allerdings die Studenten aus Protest geschlossen die Stadt. Da sich das Semester aber ohnehin dem Ende neigte, war dieser Auszug wenig überzeugend. In Göttingen wurden als revolutionäre Institutionen eine Bürgerversammlung und eine Bergerwehr gegründet. Erstere löste sich jedoch schon zum Jahresende auf, da sie mit und an ihrer Politisierung gescheitert war.

Die Zeit nach den Märzunruhen war für Göttingen eine eher ruhige Zeit. Die politischen Bewegungen verhielten sich ruhiger als früher und auch sonst werden die fünfziger Jahre des 19. Jahrhunderts als Zeit behäbiger Behaglichkeit beschrieben. Ein Datum von überragender Bedeutung für die Stadtentwicklung war der 31. Juli 1854. An diesem Tage wurde die Eisenbahnstrecke von Alfeld nach Göttingen eröffnet und der Göttinger Bahnhof mit einem prächtigen Fest eingeweiht. Nunmehr machte auch Göttingen einen großen Schritt in die Moderne, die Einwohnerzahlen stiegen an, Wirtschaftsbetriebe siedelten sich in Göttingen an und auch außerhalb des mittelalterlichen Walles entstanden nun neue Wohnviertel.

Das Verhältnis der Stadt zu ihrem Monarchen, nunmehr seit 1851 Georg V., war aber weiterhin ein angespanntes. Königsbesuche in der Stadt waren selten und wenn, dann galten sie der Universität, auf die er allerdings stolz war. Georg misstraute dem Göttinger Bürgertum, das er als Opposition kritisch beobachtete. Zwar wurde in Göttingen keine Revolution gegen den wenig überzeugenden Monarchen geplant, aber als am 22. Juni 1866 preußische Truppen in Göttingen einrückten, und wenig später nach der Schlacht bei Langensalza Hannover an Preußen fiel, gab es in Göttingen keine wesentliche Opposition gegen das Preußischwerden.

Unter preußischer Herrschaft passten sich die Göttinger relativ rasch den neuen Verhältnissen an. Insbesondere entwickelte sich in Göttingen eine Begeisterung für Otto von Bismarck, der von 1832 bis 1833 an der Georgia Augusta immatrikuliert war. Im Göttinger Stadtgebiet wurde neben einem Bismarckturm auf dem Kleperberg, wie es ihn in vielen Städten Deutschlands geben sollte, auch ein Bismarckstein am Klausberg errichtet. In der Stadt erinnern zwei Göttinger Gedenktafeln, eine davon an seiner letzten Studentwohnung in Göttingen, dem Bismarck-Häuschen an den bekanntesten Göttinger Studenten des 19. Jahrhunderts. In der Stadt Göttingen erzielte die preußischfreundliche Nationalliberale Partei starken Zulauf, während die Welfen-Partei eher im Göttinger Landkreis Erfolge erzielte.

Die Industrialisierung setzte in Göttingen relativ spät ein. Erst ab der Jahrhundertwende kann man von einem Vordringen der industriellen Produktionsweise in Göttingen sprechen. Bedingt durch die Nähe zur Universität, die inzwischen zu einer weltweit geachteten Hochburg der Naturwissenschaften aufgestiegen war, entwickelte sich in Göttingen nunmehr die feinmechanische, optische und elektrotechnische Industrie, die jetzt die Textilwirtschaft als wichtigsten Göttinger Wirtschaftszweig ablöste.

Die Stadtbevölkerung Göttingen begann seit den 1870er-Jahren stark zu wachsen. 1875 zählte Göttingen 17.000 Einwohner, 1900 waren es bereits 30.000. Der Großteil der Bevölkerung lebte damals noch in der Altstadt; lediglich die Angehörigen der Mittel- und Oberklasse, insbesondere die Professoren, setzten sich östlich der Stadt auf den Anhöhen des Hainbergs nieder. Erst um 1895 herum begann die Bevölkerung in den Gebieten außerhalb der Altstadt stärker anzuwachsen. In der Zeit des Kaiserreiches wurde unter den Göttinger Bürgermeistern Merkel und Calsow auch damit begonnen, die unterentwickelten öffentlichen Versorgungseinrichtungen auszubauen und die Stadt zu modernisieren.

Nach fast dreißigjähriger Diskussion entschloss sich die Stadt im April 1914, eine Straßenbahn einzurichten. Am 29. Juni begannen die Bauarbeiten. Schienen waren bereits geliefert, aber nicht eingebaut. Bei Kriegsausbruch am 1. August wurden die Arbeiten eingestellt und nie wieder aufgenommen.

Auch in Göttingen wurde der Erste Weltkrieg überwiegend enthusiastisch begrüßt. Viele Professoren ließen sich von der nationalen Hysterie mitreißen. Schon bald traten aber auch hier Ernüchterungen auf. Die Gewerbebetriebe mussten sich auf die Kriegswirtschaft einstellen und die Lebensmittelversorgung wurde zum Problem. Der Krieg kam Göttingen insofern nahe, als schon ab August 1914 im Ebertal unterhalb des Lohberges ein Kriegsgefangenenlager eingerichtet wurde, in dem zeitweise bis zu 10.000 Kriegsgefangene untergebracht waren. Als 1918 der Niederlage im Ersten Weltkrieg die Novemberrevolution folgte, wurde auch in Göttingen ein Soldaten- und Volksrat gewählt und eine Resolution verabschiedet. Am 10. November wurde durch den Arbeiter Willi Kretschmer auf dem Rathaus sogar die rote Fahne gehisst. Faktisch änderte sich in Göttingen jedoch trotz der Tumulte nicht allzu viel; die Stadtverwaltung unter Bürgermeister Georg Calsow konnte nahezu ungestört weiterarbeiten.

Die innere Instabilität der Weimarer Republik schlug sich auch in Göttingen nieder. Während des Kapp-Putsches im Frühjahr 1920 wurde auch in Göttingen der Generalstreik beschlossen. Das Militär demonstrierte daraufhin seine Macht und marschierte am 15. März in der Innenstadt auf und sperrte die Straßen ab. In den folgenden unruhigen Jahren der Weimarer Republik sollte die NSDAP in Göttingen schnell Fuß fassen. Bereits 1922 wurde die NSDAP-Ortsgruppe Göttingen gebildet und schon in der ersten Hälfte der 1920er-Jahre galt Göttingen als Hochburg der Nationalsozialisten, die in Göttingen überdurchschnittlich hohe Wahlerfolge verbuchen konnten. Die NSDAP und allen voran die SA zeigten regelmäßig bei Massenausmärschen Präsenz auf der Straße, wobei Zusammenstöße mit den politischen Gegnern bewusst provoziert wurden. Bereits im März 1930 kam es zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen SA und dem kommunistischen Rotfrontkämpferbund. Schlägereien zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten sollten in der Folge in Göttingen an der Tagesordnung bleiben.

Die Weltwirtschaftskrise ab 1929 zeigte ebenfalls in Göttingen ihre Folgen. Große Betriebe mussten schließen, die Arbeitslosigkeit stieg an und in Göttingen steigerte sich die Not. Die NSDAP sollte dadurch weiteren Zulauf erhalten. Am 21. Juli 1932 bildete ein Auftritt Hitlers den Höhepunkt im Göttinger Reichstagswahlkampf. 20.000 bis 30.000 Zuhörer fanden sich trotz strömenden Regens zu der Veranstaltung im Kaiser-Wilhelm-Park ein. Bei der anschließenden Wahl am 31. Juli wählten 51 % der Göttinger, also die absolute Mehrheit, die Nationalsozialisten.

Im Gegensatz zur Stadt Göttingen hatten es die Nationalsozialisten in den nach dem Krieg eingemeindeten Stadtteilen wesentlich schwerer Fuß zu fassen. Insbesondere die damals selbstständige Gemeinde Grone sticht heraus. Hier blieben selbst bei der Reichstagswahl am 5. März 1933 die Sozialdemokraten stärkste Kraft. Grone war einer von nur vier Gemeinden im damaligen Wahlkreis Braunschschweig-Südhannover, in dem die NSDAP bei dieser Wahl nicht stärkste Kraft werden konnte.

Trotzdem ist folgendes in Erinnerung zu bringen und in den jeweiligen Spezialartikeln gut belegt: Im 20. Jahrhundert kam es von Beginn an bis zur nationalsozialistischen Epoche zu einer enormen Blüte der Fächer Mathematik und Physik an der Universität. Mathematiker wie Felix Klein, David Hilbert, Hermann Minkowski, Emmy Noether, Hermann Weyl, Richard Courant und andere sowie Physiker wie Max Born, James Franck und andere setzten Maßstäbe, genossen weltweites Ansehen und verbreiteten den Glanz der Stadt.

Mit Beginn des Nationalsozialismus hatte all das schlagartig ein Ende.

Zwar gingen die Wahlerfolge der NSDAP in Göttingen kurz vor der Machtergreifung noch leicht zurück, Hitlers Ernennung zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 wurde in Göttingen am nächsten Tag aber mit einem großen Fackelzug gefeiert, an dem mehr als 2.000 uniformierte Angehörige von SA, SS und Hitler-Jugend teilnahmen. Auch die Machtübernahme in Göttingen verlief ohne Zwischenfälle. Nach der Reichstagsbrandverordnung vom 28. Februar ging die Göttinger Polizei gezielt gegen die Kommunisten in Göttingen vor, und bereits am 5. März konnte die SA auf dem Rathaus ungehindert die Hakenkreuzflagge hissen. Die SA schlug am 28. März 1933 in Göttingen die Schaufenster jüdischer Geschäfte ein und griff jüdische Mitbürger tätlich an. Nicht weit von Göttingen, in Moringen (Landkreis Northeim), wurde schon 1933 ein Konzentrationslager eingerichtet, das ab 1940 als Jugendkonzentrationslager diente.

Die systematische Verdrängung der Menschen jüdischer Abstammung aus Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft sollte ferner für die Universität insbesondere im Bereich der Mathematik und Physik zu einem Aderlass werden, von dem sich die Naturwissenschaften in Göttingen und auch in ganz Deutschland nie voll erholt haben.

Zugleich kam es langfristig zu einer nicht gleich sichtbaren Verarmung des Geisteslebens in der Stadt. Im Gefolge der Bücherverbrennung, bei der die deutschen Studenten in vielen Universitätsstädten Bücher als „undeutsch“ bezeichneter Autoren öffentlich verbrannten, wurde das aber schon bald spürbar. Die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 wurde vom Rektor der Georg-August-Universität, Friedrich Neumann eröffnet. Nach einer Feuerrede des Germanisten Gerhard Fricke zogen die studentischen Gruppen um den Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund in einem Fackelzug vom Weender Tor zum Adolf-Hitler-Platz, dem heutigen Albaniplatz. Dort hielt der „Führer der Studentenschaft“, Heinz Wolff, vor dem Scheiterhaufen mit einem „Lenin“-Schild auf der Spitze, eine kurze Rede über den „undeutschen Geist“. Nach dem Singen des Lieds „Flamme empor“ und des Horst-Wessel-Lieds löste sich die Menge auf.

Im Zuge der Gleichschaltung der Studentenverbindungen mit dem Ziel der Überführung dieser in die nationalsozialistischen Kameradschaften (sog. Feickert-Plan) kam es zu Auseinandersetzungen, die von der Stadt unter dem nationalsozialistischen Bürgermeister Albert Gnade noch geschürt wurden und 1934 in den Göttinger Krawallen einen Höhepunkt fanden. Dennoch setzte sich die Staatsmacht durch und alle Verbindungen wurden, beschleunigt durch die reichsweite Wirkung des Heidelberger Spargelessens im Mai 1935, bis Mitte 1936 entweder aufgelöst oder in Kameradschaften übergeleitet.

In der „Reichspogromnacht“ vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Göttinger Synagoge in der Maschstraße, die schon bei den Übergriffen im März 1933 erstmals verwüstet worden war, vom Nazi-Pöbel verbrannt. Von den vor 1933 fast 500 jüdischen Einwohnern lebten 1938 noch an die 220 in der Stadt. Diese wurden nunmehr fast ausnahmslos Opfer der Angriffe von SA und SS. Die letzten 140 Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Göttingen wurden 1942 in die Vernichtungslager deportiert.

Bei den Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg kam Göttingen vergleichsweise glimpflich davon. Ab dem 7. Juli 1944 erlebte Göttingen zwar acht Luftangriffe, diese galten aber vorwiegend den Bahnanlagen. Zerstört wurden u.a. Zoologisches Institut, Anatomie, Brauerei, die Eisenbahnbrücke über die Leine, das Gaswerk und das Empfangsgebäude des Bahnhofs. Die historische Altstadt blieb weitgehend unzerstört. Sprengbomben vernichteten hier allerdings die Hälfte der Unteren Maschstraße, ebenso Lutherschule, Junkernschänke, den "Rheinischen Hof" und auch mehrere Wohnhäuser in der Jüden- und Angerstraße. Schwer beschädigt wurde die Universitätsbibliothek, die sich damals in der Prinzenstraße befand, ebenso das Auditorium am Weender Tor, Paulinerkirche, Rathaus und Johanniskirche. Außerhalb der Altstadt wurden z.B. in Grone und Treuenhagen sowie in der Kasseler Landstraße, Arndtstaße, Emilienstaße und Weender Landstraße Wohnhäuser vernichtet. Insgesamt waren ca. 120 Tote zu beklagen, also vergleichsweise wenig. Den Luftangriffen auf Göttingen fielen insgesamt 59 Wohnhäuser mit 235 Wohnungen restlos zum Opfer, viele Häuser und öffentliche Gebäude wurden beschädigt. Die Nachbarstädte Kassel, Hannover und Braunschweig mussten allerdings die volle Wucht der alliierten Bombenangriffe erleben. Göttingen wurde mit Bombenflüchtlingen überfüllt. Auch wegen der gut ausgestatteten Krankenhäuser wurde Göttingen im Laufe des Krieges zur Lazarettstadt, in der sich bei Kriegsende drei- bis viertausend verwundete Soldaten befanden. Auch mit Rücksicht darauf hatte Göttingen das Glück, dass die Stadt vor den anrückenden amerikanischen Truppen von allen Kampfeinheiten verlassen wurde und so ohne größere Kampfhandlungen am 8. April 1945 befreit werden konnte. Durch Artilleriebeschuss wurden an diesem Tage allerdings noch mehrere Häuser in Geismar und der Wilhelm-Weber-Straße sowie die St.-Paulus-Kirche beschädigt. Insgesamt wurde Göttingen im Zweiten Weltkrieg zu 2,1 % zerstört.

Göttingen wurde nach dem Krieg der britischen Besatzungszone zugeschlagen und die amerikanischen Einheiten wurden durch britische abgelöst. Göttingen lag nunmehr in einem Zonendreieck: Das benachbarte Thüringen gehörte zur sowjetischen Besatzungszone, Kassel im Süden zur amerikanischen. Aufgrund dieser Lage und da Göttingen weitgehend intakt den Krieg überstanden hatte, wurde Göttingen Anlaufstelle für viele Interzonenwanderer- und Flüchtlinge. Auch konnte die Göttinger Universität als erste in Deutschland (kurz vor Heidelberg) zum Wintersemester 1945/46 den Lehrbetrieb wieder aufnehmen.

Aufgrund der Kriegs- und Nachkriegswirren nahm die Bevölkerung der Stadt schlagartig zu. Während 1939 in Göttingen noch knapp 50.000 Einwohner lebten, waren es 1949 schon 80.000. Göttingen gehörte in dieser Zeit zu den am dichtesten besiedelten Städten Deutschlands. Dies lag auch daran, dass die Stadt nicht schon während des Industrialisierungsprozesses im 19. Jahrhundert wie andere Städte durch Eingemeindungen ausgeweitet worden war. In den ersten Nachkriegsjahren wurde vorrangig die Weststadt bebaut.

Am 12. April 1957 kam es erneut zu einer „Göttinger Erklärung“: 18 deutsche Atom- und Kernphysiker, darunter Nobelpreisträger wie Max Born, Otto Hahn, Werner Heisenberg und Max von Laue warnten unter der Federführung von Carl Friedrich von Weizsäcker vor der Ausrüstung der Bundeswehr mit taktischen Atomwaffen, wie sie damals vom Kanzler der jungen Bundesrepublik, Konrad Adenauer, ins Gespräch gebracht wurde. Die Initiative der „Göttinger 18“, die sich selbst in der Nachfolge der oben erwähnten „Göttinger 7“ sahen, war von Erfolg gekrönt, denn Adenauers Vorstellungen waren von diesem Zeitpunkt an hinfällig.

Eingemeindungen und Industrialisierung wurden durch das Göttingen-Gesetz vom 26. Juni 1964 nachgeholt. Einerseits wurden die Gemeinden Geismar, Grone, Nikolausberg und Weende in die Stadt eingegliedert. Andererseits wurde die Stadt Göttingen in den Landkreis Göttingen eingegliedert. Dennoch erhielt Göttingen eine Sonderstellung im Kreis, da für die Stadt weiterhin die Vorschriften für kreisfreie Städte anwendbar sind, soweit nicht landesrechtlich etwas anderes bestimmt ist. Göttingens Stadtgebiet wurde durch die Eingliederungen auf 7371 ha mehr als verdoppelt, die Einwohnerzahl erhöhte sich um 31 % von 83.000 auf 109.000. Parallel dazu entstanden in den eingemeindeten Außenbezirken große Neubaugebiete und neue Stadtteile.

Die Weichen für eine Entwicklung zu einer modernen Großstadt waren nunmehr gestellt. Größere Planungsvorhaben in den 1970er-Jahren wollten zwar das Gepräge der alten Universitätsstadt erhalten, Göttingen sollte aber auch nach dem Raumordnungsplan als Oberzentrum für den gesamten südniedersächsischen Raum fungieren. Auch die Altstadt sollte saniert werden.

Einschneidendster Schritt hierbei war der 1968 erfolgte Abriss des 1735 errichteten universitären Reitstalls in der Weender Straße, der von heftigen Bürger- und Studentenprotesten begleitet wurde. Auch wurden zwischen 1966 und 1975 die innerstädtischen Straßen weitgehend zu Fußgängerzonen ausgebaut und die Verwaltung konnte 1978 ihr neues Rathaus beziehen, für das ursprünglich der Reitstall weichen musste, das dann aber an ganz anderer Stelle südöstlich der Altstadt gebaut wurde. Statt des Rathauses entstanden im Reitstallviertel ein Kaufhaus und ein kurzlebiges Stadtbad (nach langem Leerstand ca. 2004 abgerissen).

Wie die Stadt, modernisierte sich auch die wachsende Universität. Die Studentenzahlen stiegen von 4680 im Wintersemester 1945/46 auf 30.000 Anfang der 1990er-Jahre; erst anschließend wurden sie wieder rückläufig. Ab 1964 entstand der heutige Campus und das geisteswissenschaftliche Zentrum auf dem Gebiet des ehemaligen Universitätssportzentrums nördlich der Altstadt. Zwischen Weende und Nikolausberg wurde die Nord-Uni aufgebaut, wo sich heute ein Großteil der naturwissenschaftlichen Einrichtungen befindet. Ab 1973 wurde zudem mit dem Bau eines neuen Universitätsklinikums begonnen. 1993 wurde schließlich der architektonisch anspruchsvolle Neubau der Staats- und Universitätsbibliothek auf dem Campus eröffnet.

Mit der Grenzöffnung 1989 und dem Beitritt der ostdeutschen Bundesländer 1990 verlor Göttingen seine Randlage und liegt nunmehr verkehrsgünstig mitten in Deutschland. Der Wandel war jedoch damit verbunden, dass die Bundeswehr 1993 ihren Standort in Göttingen aufgab und so nicht nur die traditionsreiche Geschichte der Stadt als Garnisonsstadt ein Ende fand (siehe z.B. 2. Kurhessisches Infanterie-Regiment Nr. 82), sondern auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor verschwand.

Die im Jahre 1968 auch in Göttingen aufgetretenen Studentenunruhen gingen hier nicht so schnell zu Ende wie anderswo. Noch Anfang der 1990er-Jahre geriet Göttingen wegen der sogenannten „Scherbendemos“ der Autonomen Antifa sowie der spektakulären Bündnisdemonstrationen gegen Rechtsextremismus unter Beteiligung des linksradikalen schwarzen Blockes, dessen Teilnehmer vermummt an der Spitze der bis ins bürgerliche Spektrum reichenden Demonstrationen auftraten, in die Schlagzeilen. Seit 1990 fast konstant bis heute gibt es aus dieser linksradikalen Bewegung zahlreiche Aktionen, welche ein bundesweites Medienecho auf sich ziehen.

Das entschlossene Vorgehen weiter Teile der Göttinger Bevölkerung gegen rechtsradikale Demonstrationen, häufig in Form von Bündnissen, an welchen sich kirchliche Gruppen sowie Gewerkschaften und auch autonome Gruppen aus dem linksradikalen Spektrum Göttingens beteiligen, hat mit dazu beigetragen, dass der Rechtsextremismus in Göttingen selbst wenig bis gar keinen Boden gewinnen konnte. Trotzdem finden regelmäßig NPD-Demonstrationen, Naziaufmärsche und -kundgebungen mit Teilnehmern aus ganz Deutschland statt, die regelmäßig viele Gegendemonstranten dazu bringen sich aktiv gegen Rechtsextremismus zu positionieren. Aufgrund dessen müssen die Rechtsextremen und die Gegendemonstranten von einem hohen Polizeiaufgebot getrennt werden.

Die Einwohnerentwicklung weist seit dem Mittelalter ein Wachstum auf, das sich mit Beginn der frühen Neuzeit stark beschleunigt hat. 1985 wurde mit 132.100 Einwohnern ein vorläufiger Höchststand erreicht. Am 31. Dezember 2006 hatte Göttingen nach Angaben des Niedersächsischen Landesamtes für Statistik 121.581 Einwohner mit Hauptwohnsitz.

Studierendenzahlen der Uni Göttingen: Sommersemester 2004: 23.446, Wintersemester 2004/05: 24.398, Sommersemester 2005: 23.649, Wintersemester 2005/06: 24.400 (). Daneben gibt es aber noch weitere Hochschulen wie die Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst oder die Private Fachhochschule Göttingen, was einen Studentanteil von etwa 20 % ergibt.

Das Gebiet der Stadt Göttingen gehörte anfangs zum Erzbistum Mainz beziehungsweise zu dessen Archidiakonat Nörten. Nach der Reformation war Göttingen über viele Jahrhunderte eine fast ausschließlich lutherische Stadt. 1530 erhielt die Stadt eine neue Kirchenordnung mit einem Stadtsuperintendenten, welcher dem Landessuperintendenten in Grubenhagen unterstand. Alle Kirchengemeinden der Stadt bildeten einen Gesamtverband. Im späteren Königreich Hannover wurde Göttingen Sitz eines Sprengels, zu dem mehrere Kirchenkreise, darunter auch der Kirchenkreis Göttingen gehört. Alle protestantischen Kirchengemeinden der Stadt Göttingen gehören heute – sofern es sich nicht um Freikirchen handelt – zum Kirchenkreis Göttingen der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers.

Ab 1713 wurden in Göttingen auch reformierte Hausgottesdienste gehalten, 1736 gab es französisch-reformierte Gottesdienste. Dies alles führte 1748 zur Gründung einer reformierten Gemeinde, die 1752 in die Konföderation reformierter Kirchen in Niedersachsen aufgenommen wurde. 1928 war die reformierte Gemeinde Göttingens Gründungsmitglied des Bundes Evangelisch-reformierter Kirchen Deutschlands, dem sie heute noch angehört.

Ab 1746 wurden für die Studenten in Göttingen auch wieder katholische Gottesdienste erlaubt, ein Jahr später auch für alle Einwohner der Stadt, doch konnte erst 1787 die erste katholische Kirche (St. Michael) nach der Reformation gebaut werden. 1825 entstand eine selbständige Pfarrgemeinde, die zum Bistum Hildesheim gehörte. 1929 wurde eine zweite katholische Kirche gebaut, die Pauluskirche. Später wurde Göttingen Sitz eines Dekanats des Bistums Hildesheim, zu dem heute alle Pfarrgemeinden der Stadt gehören.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es auch Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten, gegründet 1894), eine Mennoniten-Gemeinde (gegründet 1946), die Evangelische Freikirche Ecclesia, eine Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten, eine Gemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) und die Freie Evangelische Gemeinde (FeG).

In Göttingen gibt es auch eine seit dem 16. Jahrhundert nachweisbare jüdische Gemeinde, deren Synagoge in der Reichspogromnacht 1938 niedergebrannt wurde. Der jüdische Friedhof neben dem Stadtfriedhof hat die Zeit des Nationalsozialismus erstaunlich gut überstanden. Mittlerweile gibt es wieder ein reges jüdisches Gemeindeleben. Zum Jahresbeginn 2004 konnte in der Angerstraße ein neues Gemeindezentrum eingeweiht werden. Am 6. Februar 2004 konnte der erste Erew-Shabbat-Gottesdienst im neuen Gotteshaus gefeiert werden.

Ebenso gibt es mehrere muslimische Gemeinden. Im Königsstieg wurde 2005 mit dem Bau der Salimya Moschee begonnen, welche 2006 fertiggestellt wurde. Außerdem findet sich die Al-Taqwa-Moschee in der Weender Landstraße.

Darüber hinaus sind Gemeinden der Zeugen Jehovas, der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, der Neuapostolischen Kirche und der Russisch-Orthodoxen Kirche in Göttingen vertreten.

An der Spitze der Stadt stand schon seit dem 12. Jahrhundert der Rat mit 24 Ratsherren. Ab 1319 unterstand auch die Neustadt dem Rat. Die Wahl des Rates erfolgte am Montag nach dem Michaelistag. Ab 1611 wurden die 24 Ratsherren von der gesamten Bürgerschaft gewählt. Der Rat wählte aus seiner Mitte den Bürgermeister. Ab 1669 gab es nur noch 16 Ratsherren, später nur noch 12. Ab 1690 wurde das Stadtregiment völlig neu geordnet. Danach gab es den Rat, der aus dem Gerichtsschulze, 2 Bürgermeistern, dem Syndikus, dem Stadtsekretär und 8 Ratsherren, die von der Regierung zu wählen waren, bestand. Während der Zugehörigkeit der Stadt zum Königreich Westfalen leitete ein Maire die Stadtverwaltung. Ihm stand ein Munizipalrat zur Seite. 1831 wurde ein neues Verfassungs- und Verwaltungsreglement erlassen. Danach gab es einen Bürgermeister beziehungsweise ab 1844 einen Oberbürgermeister. Mit der neuen Städteordnung von 1852 gab es wieder einen Bürgermeister, der ab 1885 erneut den Titel Oberbürgermeister trug. Während des Dritten Reichs wurde das Stadtoberhaupt von der Partei eingesetzt.

1946 führte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten Rat. Dieser wählte aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Daneben gab es ab 1946 einen ebenfalls vom Rat gewählten hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 2000 wurde in Göttingen die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wird seit 1999 direkt vom Volk gewählt. Aus der ersten Wahl im Jahr 1999 ging Jürgen Danielowski (CDU) als Sieger hervor. Er trat das Amt am 1. Januar 2000 an und übergab es am 1. November 2006 an seinen Nachfolger, Wolfgang Meyer (SPD). Es gibt jedoch weiterhin einen eigenen Vorsitzenden des Rates, der nach jeder Kommunalwahl bei der konstituierenden Sitzung des Rates aus dessen Mitte gewählt wird. Dies ist derzeit Katharina Lankeit (SPD).

Der Rat der Stadt Göttingen setzt sich aus 47 Ratsmitgliedern (46 Ratsfrauen und Ratsherren und einem direkt gewählten hauptamtlichen Oberbürgermeister) zusammen.

SPD und GRÜNE haben sich auf Eckpunkte einer gemeinsamen Politik der kommenden fünf Jahre verständigt.

SPD und GRÜNE unterstützten in der Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters Wolfgang Meyer (SPD). Am 24. September 2006 ging Meyer mit 68,9 % als Gewinner gegenüber Daniel Helberg (CDU) mit 31,1 % hervor. Die Wahlbeteiligung lag bei 30,4 %. Wolfgang Meyer trat am 1. November sein Amt für acht Jahre an.

Im Bundestag wird Göttingen durch die Bundestagsabgeordneten Thomas Oppermann (SPD), Jürgen Trittin (GRÜNE) und Hartwig Fischer (CDU) vertreten.

Im 2008 gewählten Niedersächsischen Landtag vertreten die Abgeordneten Gabriele Andretta (SPD, Direktwahl Göttingen-Stadt), Ronald Schminke (SPD, Direktwahl Göttingen/Münden), Lothar Koch (CDU, Direktwahl WK15), Stefan Wenzel (GRÜNE, Landesliste) und Patrick Humke-Focks (Die Linke, Landesliste) die Stadt Göttingen.

Das Wappen der Stadt Göttingen geht zurück auf das älteste erhaltene Siegel der Stadt aus dem Jahr 1278. Es zeigt unten in rotem Feld einen nach heraldisch links (vom Betrachter aus gesehen: rechts) schreitenden, goldenen bzw. gelben Löwen, das Wappenbild der welfischen Herzöge. Der Löwe weist darauf hin, dass Göttingen zum welfischen Territorium, dem Herzogtum Braunschweig-Lüneburg, gehörte. Darüber befindet sich auf blauem Feld ein die Stadtmauer symbolisierender, silberner Bogen mit drei ebenfalls silbernen Türmen, die rote, spitze Dächer tragen. Der mittlere Turm trägt einen goldenen Knauf, die beiden äußeren goldene Kreuze. Türme und Mauer zeigen an, dass Göttingen im Besitz der Stadtrechte war. Der Raum zwischen den Türmen wird durch vier Kugeln unterbrochen. Die Stadtflagge ist schwarz-gold.

Das Stadtwappen wurde in seiner heutigen Form zuletzt 1961 in der Hauptsatzung der Stadt festgelegt. Zeitweise verwendete die Stadt auch ein einfacheres Wappen, das in Schwarz den golden gekrönten, goldenen Großbuchstaben G zeigte.

Göttingens Wahlspruch, der auch am Eingang des Ratskellers steht, ist „Extra Gottingam non est vita, si est vita non est ita“ und bedeutet „Außerhalb Göttingens gibt es kein Leben; gibt es Leben, dann kein solches“.

Göttingen ist eine Stadt, die im wesentlichen von Bildung und Forschung geprägt wird, daher auch die Bezeichnung „Universitätsstadt“. 44 Nobelpreisträger kamen aus der Stadt und/oder haben dort gewirkt.

Dominierend in Stadtbild und Wahrnehmung ist die Georg-August-Universität Göttingen. Sie wurde 1737 durch den damaligen Kurfürsten Georg II. August von Hannover, König von England gegründet und hat eine lange Liste berühmter Persönlichkeiten hervorgebracht. Im Stadtbild erinnern die für Göttingen seit 1874 typischen Gedenktafeln an den Häusern an die Wohnstätten von etwa 320 berühmten Göttinger Gelehrten und Studenten. Sie sind zumeist aus weißem Marmor und verweisen auf die Wohnzeit der geehrten Person im jeweiligen Haus. Mit der Anbringung der Tafel ist jeweils eine Göttinger Laudatio verbunden.

Seit 1974 hat die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst einen Standort in Göttingen. 1983 wurde die Berufsakademie Göttingen gegründet, 1994 die Private Fachhochschule Göttingen und 2002 die Fachhochschule im DRK. Daneben gibt es die Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie Göttingen e. V. sowie die Volkshochschule Göttingen e. V.

Neben den Hochschulen sind vier Institute der Max-Planck-Gesellschaft in Göttingen ansässig, es handelt sich um das Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin, das Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, das Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften und das Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation.

Göttingen verfügt neben fünf Gymnasien (Felix-Klein-Gymnasium, Hainberg-Gymnasium, Max-Planck-Gymnasium, Otto-Hahn-Gymnasium, Theodor-Heuss-Gymnasium) über die Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule und die Geschwister-Scholl-Gesamtschule, an welchen man ebenso sein Abitur absolvieren kann, des Weiteren besteht die Möglichkeit auch an den Berufsbildenden Schulen II im Fachgymnasium Technik. Schulen in freier Trägerschaft sind die Freie Waldorfschule Göttingen und die Montessori-Schule Göttingen. Außerdem hat Göttingen das komplette Angebot an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen.

Die jährlich im Frühsommer von der Händelgesellschaft veranstalteten Internationalen Händel-Festspiele gehen zurück auf die ersten Wiederaufführungen von Händel-Opern in nachbarocker Zeit, die in den 1920er-Jahren von Musikwissenschaftlern in Göttingen initiiert wurden. Im späten 20. Jahrhundert wurden die Festspiele unter der Leitung von John Eliot Gardiner und später Nicholas McGegan zu einem Zentrum der musikalischen und szenischen historischen Aufführungspraxis der Werke Händels. Die Festspiele ziehen ein internationales Publikum an, insbesondere auch aus Händels Wahlheimat Großbritannien. Der Aufführungsort ist das Deutsche Theater Göttingen.

Darüber hinaus verfügt die Stadt mit dem Göttinger Knabenchor über einen insbesondere in den 1970er Jahren auch über die Landesgrenzen hinweg bekannten Chor. Auch Solisten der Chorakademie Göttingen werden an Musiktheatern der Region regelmäßig engagiert. Des Weiteren gibt es in Göttingen mehrere Laien-Bigbands und andere Jazz-Formationen.

Seit 1978 findet jeweils am 1. Wochenende im November das Göttinger Jazzfestival mit internationalen Stars sowie Göttinger Jazzkünstlern statt. Außerdem organisiert der Verein stallarte jedes Jahr ein Festival mit Bildender Kunst, Literatur und Neuer Musik.

Da man das Göttinger Altstadtfest aus rechtlichen Gründen nicht mehr veranstalten darf, gibt es seit 2006 ein jährliches Indoor-Altstadtfest, welches in den Räumlichkeiten verschiedener Diskotheken stattfindet, bei dem verschiedene regionale und überregionale Bands auftreten.

Für Veranstaltungen stehen die Stadthalle und die Lokhalle zur Verfügung.

Seit 1992 findet jährlich im Herbst der zehntägige Göttinger Literaturherbst statt, mit Lesungen und Vorträgen internationaler Autoren u.a. im Alten Rathaus und im Deutschen Theater. Im Jahr 2002 fand der Festakt zum 75. Geburtstag von Günter Grass im Rahmen des Literaturherbstes statt, in Anwesenheit von Bundeskanzler Gerhard Schröder und Bundespräsident Johannes Rau. Zudem existiert noch ein Literarisches Zentrum Göttingen.

Davon sind die fünf ältesten Stadtpfarrkirchen: Albani, Jacobi, Johannis, Nikolai und Pauliner – Marien kam wahrscheinlich erst nach einer Stadterweiterung hinzu.

Der „Vierkirchenblick“ ist mit einer Bronzeplatte im Pflaster an der Ecke Marktplatz / Kornmarkt gekennzeichnet. Von dort ist in jeder Himmelsrichtung eine Kirche zu sehen (N: Jacobi, O: Albani, S: Michaelis, W: Johannis). Die Bronzeplatte wurde von dem Inhaber des Bekleidungshauses Diekmann, Harro Tubbesing, gestiftet. 1981 wurden bei Umbauarbeiten im Bekleidungshaus Diekmann die Grundmauern des 1251 erbauten „Schuhhofes“, das älteste Gildehaus der Stadt mit gotischem Tonnengewölbe und Kreuzgratgewölbe, entdeckt. Heute wird das Kellergewölbe als Gaststätte genutzt. Die Gebäude mit den Hausnummern Markt 7 und 8 wurden in die Liste niedersächsischer Kulturdenkmale aufgenommen und stehen an der Südseite des Marktplatzes.

Auch das Alte Rathaus ist im Kern gotisch. An der Treppe des Rathauses befinden sich zwei steinerne, wappentragende Löwen, die die Hauptakteure des Märchens „Die Traurigen Löwen von Göttingen“ von Stephen Clackson sind. Auf dem davorgelegenen Marktplatz befindet sich der berühmte Gänselieselbrunnen, das Wahrzeichen der Stadt. Außerdem finden sich zahlreiche mitunter stark restaurierte Fachwerkhäuser (13. bis 19. Jahrhundert) wie zum Beispiel die Ratsapotheke, die Junkernschänke (1547), das Bornemannsche Haus, das Schrödersche Haus und das Lichtenberghaus, mit dem sich die Stadt Göttingen im ZEIT-Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ bewirbt. Die Innenstadt ist noch heute fast vollständig umgeben vom im 18. Jahrhundert zu einem Spazierweg umgebildeten Wall.

Zu den universitären Sehenswürdigkeiten zählen die Aula mit dem Karzer (in dem entgegen einem weit verbreitetem Mythos der Reichskanzler Otto von Bismarck nicht als Student einsaß), die neben anderen Göttinger Bauten auch auf dem 10-DM-Schein zu sehen war, das Alte Auditorium und der Alte Botanische Garten. Die ehemalige Sternwarte beim Geismarer Tor ist ein klassizistischer Bau mit Anklängen an die so genannte Revolutionsarchitektur (um 1800).

Am Geismartor befindet sich das ehemalige Accouchierhaus (Entbindungsanstalt der späten Aufklärungszeit), das heute als Musikwissenschaftliches Seminar der Universität genutzt wird.

An die Studienzeit Bismarcks erinnert neben dem Karzer das Bismarckhäuschen am Wall unmittelbar vor den Toren der Stadt. Auf dem Kleperberg steht ein Exemplar der beliebten Bismarcktürme.

Im Stadtteil Nikolausberg findet man in exponierter Lage eine malerische Dorfkirche, deren romanischen Bauteile stilistisch mit der so genannten Bauschule von Königslutter in Verbindung zu stehen scheinen. Ursprünglich als Klosterkirche gegründet, siedelte der Konvent schon früh in das nahe im Tal gelegene Weende (heute auch Stadtteil von Göttingen) über.

Nördlich von Göttingen, oberhalb von Bovenden, befindet sich die Ruine der mittelalterlichen Burg Plesse.

Eine sehr bekannte Veranstaltung mit zahlreichen über die gesamte Fußgängerzone verteileten Bühnen für die Präsentation von satirischen und musikalischen Liveaufführungen war das am letzten Augustwochenende stattfindende "Altstadtfest". Der letzte Veranstalter wurde jedoch zahlungsunfähig, ein Nachfolger ließ sich aufgrund des finanziellen Risikos nicht mehr finden und zudem gab es eine Lärmschutzklage einer Anwohnerin, die den Prozeß auch gewann. Diese beiden Gründe führten dazu, dass das letzte Altstadtfest im Jahre 2004 stattfand. Auf Initiative verschiedener Einrichtungen in Göttingen findet seit 2007 das "Indoor-Altstadtfest" zum gleichen Zeitpunkt in einigen Kneipen statt.

Im Jahr 2007 betrug die Arbeitslosenquote 13,2 % (2006: 14,5 %).

Durch das westliche Stadtgebiet von Göttingen führt von Nord nach Süd die Bundesautobahn 7 Hannover–Kassel. Südlich von Göttingen entstand mit dem „Dreieck Drammetal” der Anschluss an die Bundesautobahn 38 nach Halle (Saale) und Leipzig. Ferner führen die Bundesstraßen 3 und 27 durch Göttingen.

Der Bahnhof Göttingen liegt an der 1991 eröffneten Schnellfahrstrecke Hannover-Würzburg und ist seitdem ein Halt des ICE. Die Linienverläufe des InterCityExpress führen über Kassel nach Frankfurt am Main, München und Stuttgart, teils auch in die Schweiz und nach Österreich, sowie in Gegenrichtung nach Hannover, Hamburg, Bremen und über Braunschweig und Wolfsburg nach Berlin. Im alten Streckennetz liegt Göttingen an der Nord-Süd-Hauptstrecke von Hamburg über Hannover aus Norden und nach Kassel, Frankfurt und Würzburg im Süden (Bahnstrecke Bebra–Göttingen). Die Bahnstrecke Göttingen–Bodenfelde führt an die Weser und in den Solling (mit Anschlüssen in Richtung Paderborn). Täglich verkehren in Göttingen 126 ICE, 53 IC und 236 Nahverkehrszüge.

Seit 1980 bzw. 1957 für den Personenverkehr stillgelegt sind die in Göttingen abzweigende Dransfelder Bahn, die als Bestandteil der Hannöverschen Südbahn die erste Bahnverbindung zwischen Hannover und Kassel war, sowie die Gartetalbahn, eine Schmalspurbahn nach Duderstadt.

Die nächsten Flughäfen sind in Hannover (ca. 105km Luftlinie), Kassel (ca. 40km Luftlinie), und Paderborn (ca. 90km Luftlinie). Kleinere Flugplätze findet man in Northeim (ca. 20km Luftlinie) und Heiligenstadt (ca. 20km Luftlinie).

15 Stadtbuslinien (Linien 1 bis 10, 12 bis 14 sowie Nachtbuslinien 28 und 29) der Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) und zahlreiche Taxis bedienen den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) Göttingens.

Vielfach bevorzugtes Verkehrsmittel in der Studentenstadt ist das Fahrrad. Durch seine weitgehend hügellose Lage ist der Stadtkern Göttingens für den Fahhradverkehr prädestiniert. Es gibt zahlreiche ausgebaute Fahrradwege und Stellplätze, darunter auch eine kostenpflichtige Fahrradstation am Bahnhof. Im Jahr 2006 hat die Stadt Göttingen den Landeswettbewerb Fahrradfreundliche Kommune das Landes Niedersachsen gewonnen. Seit 2008 ist ein, im Auftrag der Stadt herausgegebener, „Fahrrad-Flyer“ mit Verkehrsregeln und Lageplan von innerstädtischen Fahrradparkplätzen erhältlich.

Göttingen hat eine hohe Anzahl von Firmen, welche sich mit Messtechnik beschäftigen. Deshalb wurde 1998 der regionale Wirtschaftsverband „Measurement Valley“ gegründet. Zu den 39 Mitgliedern gehören auch Einrichtungen wie Berufsbildende Schulen, die Georg-August-Universität Göttingen, die Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen oder die Industrie- und Handelskammer Hannover . Ebenfalls Mitglieder sind die Sartorius AG und die Mahr Gruppe. Die Sartorius AG ist ein weltweit agierender Konzern mit Hauptsitz in Göttingen und als Anbieter in Teilbereichen von Labor- und Prozesstechnologie international führend. Mit rund 3.800 Mitarbeitern weltweit erzielte das Unternehmen 2006 einen Umsatz von 521,1 Millionen Euro. Die Mahr Gruppe hat ebenfalls ihren Hauptsitz in Göttingen und bezeichnet sich selbst als die „Nr. 3 im Weltmarkt der dimensionellen Messtechnik“. Mit insgesamt 1.550 Mitarbeitern wurde 2006 ein konsolidierter Umsatz von 168 Mio € erzielt.

Daneben sind optische Industrie (z. B. Zeiss, Linos), Lasertechnik (z. B. Lambda Physik), Aluminiumverarbeitung (Hindalco, vormals Novelis, davor Alcan), Logistik (Zufall), Vakuumsysteme (Trinos) sowie das Pressevertriebsunternehmen Tonollo von Bedeutung.

In Göttingen erscheint als einzige lokale Tageszeitung das Göttinger Tageblatt, das von der Verlagsgesellschaft Madsack herausgegeben wird. Es handelt sich um eine regionalisierte Variante der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Wöchentlich erscheinen die kostenlosen Anzeigenblätter blick (ebenfalls Madsack) und ExtraTip. Der Versuch, eine unabhängige und genossenschaftlich organisierte Göttinger Wochenzeitung zu etablieren, scheiterte im Juli 2006. Alle ein bis zwei Wochen erscheint die als linksradikal wahrgenommene Göttinger Drucksache. Monatlich erscheinen das Straßenmagazin tagessatz und K3-Das Magazin, elf Mal im Jahr erscheint das Stadtmagazin diggla, zehn Mal im Jahr erscheinen die Stadtmagazine 37°, pony und trends&fun sowie vierteljährlich „faktor“, das Entscheider-Magazin für die Region Göttingen, und das Regional-Journal für Südniedersachsen RegJo. In vierteljährlichem Abstand wird seit 2008 das Magazin "GÖKick" herausgegeben, welches die regionale Fußballlandschaft thematisiert.

In Göttingen sendet das NKL-Programm StadtRadio Göttingen als Lokalsender. Lokale Fenster werden auf den niedersächsischen Privatsendern Hit-Radio Antenne und ffn ausgestrahlt. NDR 1 Niedersachsen sendet werktags Regionalfenster aus dem Studio Braunschweig für Süd- und Ostniedersachsen aus, wobei südniedersächsische Beiträge in einem in der Stadt ansässigen Regionalstudio produziert werden, das auch für die anderen NDR-Hörfunkwellen sowie für Das Erste und NDR Fernsehen produziert.

In bestimmten, höher gelegenen Stadtteilen kann eine Vielzahl weiterer Sender aus den Bundesländern Sachsen-Anhalt, Thüringen, Bayern und Nordrhein-Westfalen auf UKW gehört werden. Deutschlandradio Kultur kann in einigen Stadtteilen auf den Frequenzen UKW 97,2 MHz oder 97,4 MHz gehört werden. Wegen der für UKW-Empfang ungünstigen Tallage ist der stadtweite Empfang auf die Sendeanlagen Nikolausberg und Osterberg bei Göttingen sowie Hoher Meißner im hessischen Werra-Meißner-Kreis beschränkt, von denen alle oben gelisteten Frequenzen ausgestrahlt werden.

In Göttingen existiert kein Lokalfernsehen. Am 29. Mai 2006 wurde das analoge terrestrische Fernsehsignal der Sender Göttingen und Hoher Meißner, die bisher das Stadtgebiet mit Analogfernsehen abdeckten, abgeschaltet und DVB-T eingeführt. Zwar können nunmehr die Privatsender RTL und Sat.1 nicht mehr terrestrisch empfangen werden; dafür steht jedoch eine im Vergleich zum Analogempfang größere Anzahl öffentlich-rechtlicher Programme zur Verfügung. Der Sender Espol überträgt Das Erste, ZDF, ARTE/EinsFestival, 3sat, KI.KA, ZDFdokukanal sowie die dritten Programme NDR Fernsehen, WDR Fernsehen, hr-fernsehen und MDR Fernsehen. Im gesamten Stadtgebiet können auch die im Wesentlichen aus den gleichen Programmen bestehenden Bouquets vom Hohen Meißner empfangen werden. Neben dem Kabel- und Satellitenfernsehen ist in einigen Stadtteilen auch IPTV vom Anbieter T-Home verfügbar.

Seit 2001 ist das „göttinger stadtinfo“ (goest) als nichtkommerzielles Online-Magazin im Internet. Seit Mitte 2005 ist die „Internet-Zeitung www.buergerstimmen.de“ online und zitiert neben eigenen Berichten viele Pressemitteilungen.

Produktionsfirma war die „Göttinger Filmaufbau-Gesellschaft“, die von Hans Abich und Rolf Thiele 1946 gegründet wurde. Die Gesellschaft steht für den problemorientierten Kinofilm der 50er-Jahre sowie die Produktion zahlreicher Komödien mit Heinz Erhardt. 1960 siedelte die Gesellschaft nach München um.

Die Curt-Goetz-Filme wurden von der Domnick-Filmproduktion GmbH produziert.

Ein auch überregional bekannter Fußballclub Göttingens war der 1. SC Göttingen 05, der aber im Jahre 2003 nach lang anhaltender sportlicher Erfolglosigkeit Insolvenz anmelden musste. Im Folgejahr fusionierte die vor der Insolvenz ausgegliederte Jugendabteilung (FC Göttingen 05) mit dem RSV Geismar zum RSV Göttingen 05. Der Club spielt aktuell in der Bezirksoberliga Braunschweig. Spielort war früher der Maschpark und das Jahnstadion, heute der Sportplatz an der Benzstraße.

Langjähriger sportlicher Rivale war der „Nachbarverein“ SVG Göttingen 07, welcher (vom Jahnstadion gesehen) auf der anderen Seite des Leineufers beheimatet ist, im SVG-Stadion am Sandweg. Auch dieser Verein hat in jüngster Vergangenheit seine Aufbauzeit hinter sich. Er hat sich heute sportlich konsolidiert und spielt nun in der Bezirksoberliga Braunschweig, der 6. Spielklasse in Niedersachsen. Der am höchsten spielende Verein ist derzeit SCW Göttingen, der in der Oberliga Niedersachsen Ost spielt. Bekannt ist der SCW aufgrund eines jährlich ausgerichtetem A-Jugend-Hallenturniers. Das früher kurz vor Weihnachten in der Lokhalle stattfindende Turnier musste auf Grund des in diesem Zeitraum angesetzten Viertelfinales des DFB-Junioren-Ligapokals auf Mitte Januar verlegt werden. Vier Tage lang kämpfen hier jeweils 4 international bekannte Vereine (u. a. FC Barcelona, Chelsea London, PSV Eindhoven, Bröndby Kopenhagen), 8 Bundesliga-Mannschaften und 12 Regionalvereine um den Turniersieg. Das Turnier erfreut sich großer Beliebtheit und gilt als Europas größtes A-Jugend-Hallenturnier.

Einige Funktionäre der größeren Vereine in Göttingen planten bereits mehrmals eine Fusion zu einem Großverein, um den höherklassigen Sport wieder in die Universitätsstadt zu bringen (wie auch in anderen Städten geschehen, beispielsweise beim FC Ingolstadt). Dies konnten sie bislang nicht umsetzen. Trotz allen Querelen gibt es aber Annäherungen bei den Vereinen, so wird eine "Stadtmeisterschaft" seit 2006 regelmäßig vor Saisonbeginn von den drei Vereinen SVG Göttingen, FC Grone, und SCW Göttingen zusammen veranstaltet. Im November 2008 wurde durch Vorstandsmitglieder der SVG Göttingen, des RSV Göttingen 05, dem SCW Göttingen, dem TSV Holtensen und Sparta Göttingen der FC Göttingen gegründet. Ziel war der höherklassige Fussball in Göttingen. Der Verein wurde teilweise begrüßt, teilweise strikt abgelehnt. Nachdem die SVG Göttingen sich bald wieder aus dem Projekt zurück zog, wurde der Verein nach nur 21 Tagen wieder zu Grabe getragen.

Die mexikanische Nationalmannschaft hatte anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 ihr WM-Quartier in Göttingen aufgeschlagen. Zudem war Göttingen 2006 Austragungsort der deutschen Meisterschaft einer Sportart, die dem Fußball ähnlich ist, dem Futsal.

Göttingen ist ebenfalls ein traditionsreicher Basketballstandort. Die BG 74 Göttingen ist mit dem Herrenteam derzeit in der ersten Basketball-Bundesliga vertreten. In den Jahren 1980, 1983 und 1984 gewannen die Göttinger Basketballer des ASC 1846 Göttingen die deutsche Meisterschaft, 1984 und 1985 wurde man deutscher Pokalsieger. Die Damenmannschaft der BG 74 Göttingen spielt ebenfalls in der ersten Damen-Basketball-Bundesliga, seit September 2008 unter dem Namen Trinos Göttingen. Des weiteren spielt das Team Göttingen (bestehend aus Spielern des ASC 1846, der BG 74 sowie dem Sportgymnasium Bad Sooden-Allendorf) in der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga (NBBL). Dass drei Teams in der höchsten deutschen Liga spielen, ist einzigartig in der deutschen Basketballgeschichte.

Spielort des Damenteams ist die Sporthalle des Felix-Klein-Gymnasiums, welche ca. 1500 Zuschauer fasst. Spielort der Herren seit der Saison 2007/2008 ist die Göttinger Lokhalle.

Die Wettkampfgemeinschaft der Universität Göttingen ist zudem aktueller deutscher Hochschulmeister.

Kanupolo ist eine weitere erfolgreiche Sportart in Göttingen. Das Herrenteam des Göttinger Paddler Clubs (GPC), welches mit Tim Flohr den Nationaltorwart und Nils Hildebrand einen weiteren Nationalspieler stellt, gewann 2007 nun bereits zum zweiten Mal den Vizemeistertitel der Deutschen Meisterschaften (2006 in Essen und 2007 in Berlin). Das Damenteam stellt den Großteil der Nationalmannschaft, die bei der Weltmeisterschaft 2006 in Amsterdam, unter Anleitung des Göttinger Coaches Jan Bauer, Weltmeister und bei der Europameisterschaft 2007 in Frankreich Europameister wurde. Bei den Deutschen Meisterschaften 2007 erreichte das Damenteam nach 2004 und 2005 erneut den Meistertitel, nachdem es 2006 nur für den 5. Platz gereicht hatte. Außerdem findet alljährlich ein Turnier im Freibad Brauweg mit internationaler und hochkarätiger Besetzung statt. Auch die Juniorenmannschaften des GPC konnten schon einige Erfolge feiern, beispielsweise den ersten Platz in der Niedersachsenmeisterschaft, den ersten Platz auf dem hochkarätig besuchten Karnath-Cup und bei der Deutschen Meisterschaft 2007 in Berlin den bisher größten Erfolg mit dem dritten Platz, wobei sie sich nur im Halbfinale geschlagen geben mussten.

Eine Zusammenstellung von Ehrenbürgern, Söhnen und Töchtern der Stadt, Angehörige der Universität Göttingen, (Ober-)Bürgermeister oder Oberbürgermeister, Oberstadtdirektoren sowie weiteren Persönlichkeiten der Stadt findet sich in einem separaten Artikel.

Zum Seitenanfang



Georg-August-Universität Göttingen

Göttingen 1735 - erste Darstellung als Universitätsstadt

Die Georg-August-Universität in Göttingen wurde 1732/1734 von Georg II. gegründet und 1737 eröffnet. Die Universität entwickelte sich schnell und zählte mit fast 1.000 Studenten zu den größeren im Europa der damaligen Zeit. Sie ist die älteste noch existierende Universität in Niedersachsen und mit etwa 24.000 Studierenden auch die größte (Stand 2008, einschließlich Medizin).

Seit dem 1. Januar 2003 befindet sich die Universität - als eine der ersten in der Bundesrepublik Deutschland - in der Trägerschaft einer öffentlich-rechtlichen Stiftung; sie ist seitdem eine Stiftungsuniversität. Präsident der Universität ist seit dem Jahre 2005 der Mediziner und Biochemie-Professor Kurt von Figura. Seit dem 19. Oktober 2007 wird im Rahmen der Exzellenzinitiative das Zukunftskonzept der "Georgia Augusta" gefördert.

Die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen ist mit etwa 4,5 Millionen Bänden eine der größten Bibliotheken Deutschlands, die zahlreiche Sondersammelgebiete und im Rahmen der Sammlung Deutscher Drucke das 18. Jahrhundert abdeckt. Göttingen ist mit ihr in die „verteilte Nationalbibliothek“ für Deutschland eingebunden.

Seit dem 1. Januar 2003 befindet sich die Georg-August-Universität Göttingen in der Trägerschaft einer Stiftung des öffentlichen Rechts. Der Name der Trägerstiftung lautet Georg-August-Universität Göttingen Stiftung Öffentlichen Rechts. Die Rechtform der Universität selbst hat sich damit nicht geändert, sondern sie ist von einer Trägerschaft des Landes Niedersachsen in die Trägerschaft der Trägerstiftung übergewechselt. In den geschäftsführenden Funktionen besteht weitgehende Personalunion zwischen Universität und Trägerstiftung. So ist das Präsidium der Stiftung, der Stiftungsvorstand, identisch mit dem fünfköpfigen Präsidium der Universität, das heißt der Hochschulleitung. Die Geschäftsstelle der Stiftung wird weiterhin in Personalunion geführt vom Leiter der Abteilung Wissenschaftsrecht und Trägerstiftung der Universitätsverwaltung.

Eine Besonderheit ist die Universitätsmedizin der Georg-August-Universität. Unter dem Dach der Universitätsmedizin sind die Medizinische Fakultät - als integraler Teil der Universität - und das Universitätsklinikum - als Krankenhausbetrieb - unter der gemeinsamen Leitung des dreiköpfigen Vorstands Universitätsmedizin Göttingen zusammengefasst. Der Vorstand tritt in den Angelegenheiten der Universitätsmedizin an die Stelle des Universitätspräsidiums.

Die Universität ist keine Campus-Universität, sondern verteilt sich historisch über eine Vielzahl von Gebäuden in der ganzen Stadt. Seit den 1960er Jahren findet allerdings ein räumlicher Konzentrationsprozess auf zwei Standorte statt. Das damals geplante "Geisteswissenschaftliche Zentrum" (GWZ) befindet sich unmittelbar nördlich der Göttinger Innenstadt. Dort befinden sich das neue Bibliotheksgebäude, das Zentrale Hörsaalgebäude (ZHG), das Mehrzweckgebäude (Blauer Turm), die Zentralmensa sowie zahlreiche weitere Gebäude (z.B. Juridicum, Theologicum, Oeconomicum). Östlich angrenzend befinden sich die nun meist von der Philosophischen Fakultät genutzten Gebäude der ehemaligen Universitätsklinik sowie etwas entfernt der ehemaligen Pädagogischen Hochschule am Waldweg. Das Zentrum der Naturwissenschaften stellt die Norduni in Weende dar. Zwischen alter PH und der Norduni liegen einige Institute v.a. der Fakultät für Agrarwissenschaften sowie das neue Universitätsklinikum. Eine sich verringernde Zahl von Gebäuden befinden sich in den Bezirken Innenstadt und Südstadt, u.a. die Paulinerkirche und die zentrale Universitätsaula am Wilhelmsplatz.

Das Gelände verfügt über eine Gesamtfläche von rund 600.000 m². 191 Gebäude befinden sich im Besitz der Stiftung, weitere 38 Gebäude(teile) sind angemietet. 35 Bauwerke haben den Status eines Baudenkmals. Grundstücke und Gebäude haben zusammen einen Wert von etwa 377 Millionen Euro.

Das Studentenwerk unterhält neben der Zentralmensa noch fünf weitere Mensen, sowie ca. 4900 Wohnheimsplätze.

Die Georgia Augusta ist eine klassische Volluniversität. Es können die Fächer der Philosophischen Fakultät, sowie Medizin, Jura, Wirtschaftswissenschaften, evangelische Theologie und Mathematik sowie alle Naturwissenschaften studiert werden. Den Ruf der Universität haben vor allem die Juristische Fakultät, die Fächer der Philosophischen Fakultät und die Naturwissenschaften begründet. Ausgiebig vertreten und traditionell erfolgreich sind die geisteswissenschaftlichen Fächer, die an der Philosophischen Fakultät gelehrt werden. Prägend für Göttingen sind auch die Studiengänge Agrarwissenschaft und Forstwissenschaft. Studierende aller Fachrichtungen können an der Zentralen Einrichtung für Sprachen und Schlüsselqualifikationen (ehemals Sprachlehrzentrum) eine große Anzahl von Sprachen mit UNIcert-Abschluss erlernen.

Im Rahmen des Bologna-Prozesses werden die Studiengänge und -abschlüsse umgestaltet. Ziel ist es, durch die Einführung der international standardisierten Abschlüsse Master und Bachelor die Wettbewerbsfähigkeit der Göttinger Absolventen auf den globalisierten Arbeitsmärkten zu erhöhen. Als eine weitere Folge dieser Umstrukturierung werden neue Studiengänge angeboten. Zum Wintersemester 2006/2007 wurden die Masterstudiengänge in den Fächern Pferdewissenschaften, International Nature Conservation und Molekulare Medizin eingeführt. Neu ist auch der Bachelorstudiengang American Studies. Gestrichen wurden dagegen unter anderem die Studiengänge Sinologie, Japanologie und Medienwissenschaften.

Am 9. Dezember 2005 hat der Niedersächsische Landtag im Rahmen des Haushaltbegleitgesetzes die Einführung von allgemeinen Studiengebühren ab dem ersten Semester beschlossen. Diese müssen von Erstsemestern seit dem Wintersemester 2006/07 und von allen Studenten seit dem Sommersemester 2007 gezahlt werden. Die Höhe der Studiengebühren beträgt 500 Euro. Bereits im Sommersemester 2003 wurden Studiengebühren für Langzeitstudenten eingeführt, die ihre Regelstudienzeit um mehr als vier Semester überschritten haben. Die Langzeitstudiengebühren werden anstelle der normalen Studiengebühren gezahlt und betragen für das Sommersemester 2008 600 Euro bei Überschreitung der Regelstudienzeit um 5-6 Semester, 700 Euro bei 7-8 Semestern und 800 Euro bei neun oder mehr zusätzlichen Semestern. Studenten, die das 60. Lebensjahr vollendet haben, zahlen ebenfalls 800 Euro. Hinzu kommt in jedem Fall ein „Verwaltungskostenbeitrag“ in Höhe von 75 Euro, ein Beitrag von 48 Euro für das Studentenwerk sowie ein Studentenschaftsbeitrag.

Weiterhin gibt es ein für alle Studenten verpflichtendes Semesterticket. Dies kostet für das Wintersemester 2007/08 59,93 Euro und ermöglicht die kostenlose Nutzung der Nahverkehrzüge der Deutschen Bahn in Niedersachsen, Hamburg und Bremen, des Metronoms, der Eurobahn, des Cantus sowie einzelner Strecken der NordWestBahn.

Insgesamt waren im Wintersemester 2007/08 von einem Studenten ohne Überschreitung der Regelstudienzeit um mindestens vier Semester damit 684,93 Euro zu entrichten. Für das Sommersemester 2008 sind 693,52 Euro zu entrichten.

Ab Mitte der 1950er Jahre kam es zu einem starken Anstieg der Studentenzahlen. Von 1954 bis 1986 überstieg die Anzahl der Immatrikulationen die der Exmatrikulationen in jedem Jahr. Den stärksten Anstieg erlebte die Universität zu Beginn der 1970er Jahre als die Baby-Boomer an die Hochschulen strömten. Allein 1974 erhöhte sich die Anzahl der Studenten um über 2.200 und Göttingen wurde immer mehr zu einer Massenuniversität. 1986 wurde die Zahl von 30.000 Studenten erstmals übertroffen. In den folgenden Jahren blieb die Anzahl relativ konstant. Die bis heute höchste Anzahl eingeschriebener Studenten erreichte die Universität mit 31.733 im Jahr 1991. Danach sank die Zahl neun Jahre in Folge wobei sie allein 1999 um über 2.800 zurückging. Dies lässt sich damit erklären, dass die geburtenschwachen Jahrgänge in Folge des Pillenknicks ins Alter für ein Studium kamen. Seit 2001 stabilisiert sich die Studentenzahl trotz der Einführung von zunächst Langzeit- und später allgemeinen Studiengebühren wieder.

Im Wintersemester 2007/2008 haben sich rund 4.100 Studenten neu eingeschrieben, was einen Anstieg von etwa 700 im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Die Zahl der Studenten wird wahrscheinlich trotzdem um gut 200 auf 23.800 zurückgehen.

Zentrales Organ für die Entwicklung des Wissenschaftsstandortes Göttingen ist der 2006 eingerichtete Göttingen Research Council (GRC). Ihm gehören unter Vorsitz von Kurt von Figura Vertreter und Vertreterinnen der folgenden Institutionen zusätzlich zur der Georgia Augusta an: Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Deutsches Primatenzentrum, Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation, Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin, Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften, Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung und als Gast das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt.

Mit den in Göttingen angesiedelten Max-Planck-Instituten kooperiert die Universität auch auf dem Gebiet der Datenverarbeitung. So betreibt die Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen das gemeinsame Rechenzentrum für die Universität und die Institute. Weiterhin ist die Georg-August-Universität seit dem Jahr 2007 sogenanntes "korporativ förderndes Mitglied" der Max-Planck-Gesellschaft.

Die Universität arbeitet ebenfalls eng zusammen mit dem Standort Göttingen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Das DLR Göttingen beschäftigt rund 350 Fachleute in der grundlagen- und anwendungsorientierten Luftfahrtforschung. Eine enge Zusammenarbeit und eine personelle Verflechtung besteht auch mit dem Deutschen Primatenzentrum (DPZ) der Leibniz-Gemeinschaft in Göttingen. Zum Forschungsumfeld in der Lasertechnik gehört das Laser-Laboratorium Göttingen (LLG).

Die Universität Göttingen arbeitet international mit anderen renommierten Forschungsuniversitäten Europas im Netzwerk der seit 1985 bestehenden Coimbra-Gruppe zusammen.

Mit 10.831 im Jahr 2006 direkt für die Universität und das angeschlossene Klinikum tätigen Beschäftigten nimmt die Universität eine überragende Bedeutung als Arbeitgeber für die Stadt und die gesamte Region ein. 3.063 Mitarbeiter sind dabei im wissenschaftlichen Bereich tätig, davon 404 als Professoren. Von den 7.768 nicht wissenschaftlichen Mitarbeitern wird mit 5.435 der überwiegende Anteil vom Klinikum beschäftigt. Die Abhängigkeit der Stadt Göttingen von der Universität erhöht sich durch die indirekte Wirkung auf weitere wissenschaftliche Einrichtungen. Die über 24.000 Studenten sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Gastronomie, den Einzelhandel und die kulturellen Einrichtungen der Stadt.

Die Aufwendungen der Universität beliefen sich im Jahre 2005 auf über 813 Millionen Euro, wobei der Löwenanteil (knapp 479 Millionen Euro) auf die Medizinische Fakultät mit dem aufwändigen Universitätsklinikum entfiel, das sich wiederum über seine medizinischen Leistungen finanziert. Bei den Zahlen handelt es sich um sogenannten kalkulatorische Aufwendungen, die nicht vergleichbar sind mit den Aufschlüsselungen anderer Universitäten.

Die Universität wird als Stiftungsuniversität nach wie vor aus dem Haushalt des Landes Niedersachsen unterstützt. Sie ist, wie andere Hochschulen auch, zunehmend auf die Akquisition von zusätzlichen Drittmitteln angewiesen. Sie hat jedoch mit den anderen Hochschulen des Landes gemeinsam den Vorteil, dass mit der VolkswagenStiftung die größte deutsche Stiftung zur Förderung von Wissenschaft im Lande ansässig ist. Das von dieser satzungsgemäß bereit zu stellende Niedersächsische Vorab wird nicht von der Stiftung selbst sondern von der Landesregierung verteilt.

Im Oktober 2006 konnte die Universität Göttingen in der ersten Runde in die Förderlinie zwei der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder ein naturwissenschaftliches Exzellenzcluster einbringen. Im Rahmen dieser Maßnahme wird der Ausbau des DFG Forschungszentrums „Molekularphysiologie des Gehirns (CMPB)“ gefördert. Ein Cluster neuer Nachwuchsgruppen wird dabei das bestehende CMPB erweitern. Ziel ist die Entwicklung innovativer Mikroskopiemethoden mit einer Auflösung im Nanometerbereich und ihre biologische Anwendung.

Die Anträge der Universität Göttingen zur Einrichtung eines Haeckel-Zentrums für Funktionale Biodiversitätsforschung und zur Förderung der Göttinger Graduiertenschule Geistes- und Kulturwissenschaften wurden abgelehnt.

In der zweiten Auswahlrunde der Exzellenzinitiative hat sich die Universität Göttingen - wie am 19. Oktober 2007 bekannt wurde - mit einem Vollantrag für ihr „Zukunftskonzept zum projektbezogenen Ausbau der universitären Spitzenforschung“ (Förderlinie drei) mit der Bezeichnung „Göttingen. Tradition – Innovation – Autonomie“ durchsetzen können.

Zusätzlich wurde die Göttinger Graduiertenschule für Neurowissenschaften und Molekulare Biowissenschaften (GGNB) zur Förderung im Rahmen des Programms vorgesehen.

Eine wichtige Komponente in dem Zukunftskonzept der Universität ist die Vernetzung mit den außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Göttingen. Eine besondere Rolle spielen dabei die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, die fünf Max-Planck-Institute, das Deutsche Primatenzentrum und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt.

Im Jahre 1732 entschloss sich die Hannoversche Landesregierung unter Georg August, Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg ("Kurhannover"), Herzog zu Braunschweig und Lüneburg und als Georg II. zugleich König von Großbritannien und Irland, die neue Universität des Kurfürstentums Braunschweig-Lüneburg in Göttingen zu gründen.

Zur europaweiten Anerkennung der Studienabschlüsse einer Universität bedurfte es allerdings noch eines speziellen kaiserlichen Privilegs, das Karl VI. am 13. Januar 1733 in Wien dem Hannoverschen Gesandten Johann Diede zum Fürstenstein erteilte. Es entsprach inhaltlich weitgehend dem der 40 Jahre zuvor gegründeten Universität Halle, wenn auch in einer säkularisierteren Variante mit einem deutlich geringeren Einfluss der theologischen Fakultät, die im Gegensatz zu anderen Universitäten kein Aufsichtsrecht über die anderen Fakultäten mehr erhielt. Denn Göttingen war ähnlich wie Halle als Universität der Aufklärung konzipiert, was beinhaltete, dass die Forschungsergebnisse nicht mehr der Zensur der Kirche unterlagen.

Die erste Vorlesung an der noch nicht inaugurierten neuen Universität fand bereits am 14. Oktober 1734 in einem alten Getreideschuppen statt. Sie wurde von dem mittlerweile in Vergessenheit geratenen Physiker Samuel Christian Hollmann gehalten. Gleichzeitig wurde das angesehene Gymnasium im Paulinerkloster exauguriert und das Kloster nebst Paulinerkirche zur baulichen Gründungszelle der Georgia Augusta, die bald um ein Kollegiengebäude ergänzt wurde. Das Kollegiengebäude wurde 1786 von dem Baumeister Georg-Heinrich Borheck zur Paulinerstraße hin erweitert. Die Paulinerkirche hatte anfangs auch die Funktion einer Universitätskirche inne, heute ist dies die auch in der Altstadt gelegene Kirche St. Nikolai, in der evangelische und katholische Gottesdienste stattfinden.

Schon im ersten Semester ließen sich 147 Studenten in Göttingen immatrikulieren. Erster Kurator der Göttinger Universität war der Minister und der Geheime Rat Gerlach Adolph Freiherr von Münchhausen (1688-1770), Vetter des berühmten Lügenbarons. Münchhausen war seit 1732 federführend die Planung und Umsetzung der Universitätsgründung zuständig gewesen. Sein Konzept zielte auf die Gewinnung von möglichst zahlungskräftigen Studenten insbesondere aus den Familien des Adels und der sog. hübschen Familien Hannovers. Insofern wurde die Universität mit einem repräsentativen Wohn- und Logierhaus (siehe dazu: Michaelishaus (Göttingen)), einem Universitätsreitstall und einer Fechthalle ausgestattet, es gab Lehrveranstaltungen im Tranchieren des Wildbrets und sogar ein Ballhaus war geplant, so dass die Bedürfnisse der Ausbildung dieser besonderen Zielgruppe von Studenten auch in diesen damals umgangswichtigen Soft Skills von vornherein berücksichtigt und eingeplant wurde. Der Portalgiebel des Reithauses mit dem Wappen und Inschrift von 1735 steht heute auf dem neuen Campus, nachdem der Reitstall in der Weenderstraße in den 1970ern einem Hertie-Kaufhaus weichen musste.

Die Universität wurde mit einer philosophischen, einer theologischen, einer juristischen und einer medizinischen Fakultät gegründet, so dass von Anfang an alle klassischen Fakultäten in Göttingen vertreten waren. Die Aufbauphase dauerte etwa bis zum Jahr 1770. In dieser ersten Entwicklungsphase kam es durchaus zu Problemen und Spannungen mit den eingesessenen Bürgern Göttingens, die der Universitätsgründung in ihrer Stadt zunächst ablehnend gegenüber standen.

Die feierliche Inauguration unter ihrem Namensgeber König Georg August erfolgte am 17. September 1737. Da der König sich selbst die Stellung des Rektors vorbehalten hatte, war Leiter der Universität vor Ort fortan der Prorektor.

Etwa um 1745 wuchs und stabilisierte sich die Studentenzahl auf um 600 Studierende, durchaus dem Plan entsprechend überwiegend aus den angedachten höhergestellten Familien erlangte die Georgia-Augusta schnell den Ruf, gut und teuer zu sein. Die Regelstudienzeit des 18. Jahrhunderts hieß Triennium und betrug sechs Semester. Durch Studenten, die insbesondere von den Universitäten Helmstedt, Jena und Halle nach Göttingen den Studienort wechselten, kamen rasch auch studentisches Brauchtum und damit studentische Zusammenschlüsse wie Freimaurerorden, studentische Orden und Landsmannschaften an die junge Universität. Aber auch von einem sog. Lakaienorden der Diener der Studenten ist in der Überlieferung, zumeist in Universitätsgerichtsakten aber auch in Stammbuchblättern die Rede. So hatte Münchhausen schon im Juni 1747 erstmals Anlass das Tragen von bunten Bändern zu verbieten.

Bei den Studierenden bildeten sich bis etwa zur Mitte der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts überzogene Ehrbegriffe aus. Im Jahr 1766 kam es in Göttingen zu einem Todesfall aufgrund eines Zweikampfs, dem einzigen des 18. Jahrhunderts. Die Folge war, dass das studentische Fechten in Deutschland von Göttingen aus grundlegend reformiert wurde, indem man unter Abkehr von der gefährlichen Stoßmensur zur Göttinger Hiebmensur überging. Damit ging auch der Wechsel zu einem leichten Säbel (Göttinger Hieber) einher, der später vom studentischen Korbschläger abgelöst wurde.

Sie bezogen das später so genannte Prinzenhaus in der Mühlenpfortenstraße, die später in Prinzenstraße umbenannt wurde.

Im Jahre 1788 immatrikulierte sich Wilhelm von Humboldt in Göttingen für das Fach Rechtswissenschaften. Hier sollte er durch die Verflechtung von Universität und Akademie erste Eindrücke von der Bedeutung des Zusammenwirkens von Lehre und Forschung bekommen, eines Konzeptes, das er 1810 bei der Gründung der Berliner Universität umsetzte und das weltweit die Entwicklung von Universitäten prägen sollte.

Die Spannungen zwischen Universität und Stadt, zwischen Bürgern und Studentenschaft flackerten immer wieder auf. So kam es am 26. Juli 1790 nach vorangegangenem schweren Streit mit den Tischlergesellen in der Stadt zum Auszug der Studenten zum Kerstlingeröder Feld, einer großen Freifläche im östlich der Stadt gelegenen Göttinger Wald. Die Studenten erpressten sich mit ihrer Wirtschaftskraft das Wohlwollen von Stadt und Universität und die Behörden vermittelten die Einigung in diesem Streit.

Bereits 1806 kam es zu erneuten Studentenunruhen in Göttingen, die in einem erneuten Auszug der Studenten am 6. Januar, diesmal nach Hannoversch Münden, ihren Höhepunkt fanden, für die Studenten jedoch weniger erfolgreich waren als der erste, so dass sie am 12. Januar erfolglos nach Göttingen zurück kehrten.

Im Jahre 1738 wurde das Theatrum Anatomicum gebaut, 1739 der Botanische Garten angelegt und 1751 die erste Sternwarte eröffnet. Ebenfalls 1751 stiftete König Georg II. die heutige Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, die heute die zweitälteste Einrichtung ihrer Art in Deutschland ist. Sie gibt seit 1753 die Publikation Göttingische Gelehrte Anzeigen heraus, die älteste heute noch erscheinende wissenschaftliche Zeitschrift in deutscher Sprache.

Ein herausragendes Ereignis für die junge Universität war der Besuch von König Georg II. in Göttingen am 1. August 1748. Die Festveranstaltung als Aufzug in der Paulinerkirche ist durch einen zeitgenössischen Stich und den Bericht des Kanzlers von Mosheim überliefert. Derartige Besuche, auch von Mitgliedern der Familie des Herrscherhauses bildeten herausragende Höhepunkte für Studierende und Universität, wie die Besuche des Herzogs von York 1765, des Prinzen Ferdinand von Braunschweig 1768 und des Herzogs von Gloucester 1769. Diese Besuche waren mit Comitaten der Studentenschaft in Nörten oder Weende verbunden; die Angehörigen des Welfenhauses wurden also von berittenen Ehrengarden unter Führung der Hannoverschen wie der Braunschweiger Landsmannschaft vor den Toren der Universitätsstadt empfangen, herein geleitet ("eingeholt") und anschließend auch wieder aus der Stadt hinaus.

Der Altertumswissenschaftler und Bibliotheksleiter Christian Gottlob Heyne (1763-1812) begründet im Jahre 1767 die Abgusssammlung von Skulpturen der Antike, die sich bis heute zu einer der größten Sammlungen ihrer Art weltweit entwickelt hat und seit 2004 im Virtuellen Antikenmuseum online zu besichtigen ist.

1770 wurde Georg Christoph Lichtenberg Professor für Physik, Mathematik und Astronomie, der bis heute gültige Erkenntnisse in der Elektrizitätslehre brachte. Als Universalgelehrter hinterließ er nicht nur naturwissenschaftliche, sondern auch philosophische und satirische Abhandlungen (diese u.a. in seinen Sudelbüchern). Er war der erste deutsche Professor für Experimentalphysik. Seine Vorlesung in diesem Fachgebiet wird in Grundzügen bis heute (zum Teil mit historischem Gerät) gehalten. Der Lichtenberg-Hörsaal der Universität Göttingen ehrt den Wissenschaftler mit einem Bronzerelief von Konrad Jochheim.

Neben Lichtenberg wirkten weitere zum Teil weltberühmte Gelehrte im Göttingen des 18. Jahrhunderts. Einer der einflussreichsten war der Arzt, Naturforscher und Dichter Albrecht von Haller (in Göttingen von 1736 bis 1756), der dazu beitrug, dass bedeutende Wissenschaftler für Göttingen gewonnen werden konnten. Unter Erxleben wurde in Göttingen 1771 erstmals an einer deutschen Universität die Veterinärausbildung aufgenommen. Weiter zu nennen sind der Theologe und Orientalist Johann David Michaelis (1746-1791), der Geograph Anton Friedrich Büsching, sowie der Historiker und Publizist August Ludwig Schlözer (1769-1809).

Schlözer wird der Ausspruch zugeschrieben: Extra Gottingam non est vita, si est vita non est ita! („Außerhalb Göttingens gibt es kein Leben, und wenn doch, dann kein solches!“) Dieser Satz steht heute noch am Eingang des Göttinger Ratskellers. Seine Tochter Dorothea, ein anerkanntes Wunderkind ihrer Zeit, promovierte zum 50. Universitätsjubiläum 1787 als erste Frau in Deutschland zum Dr. phil..

In diese Periode außerordentlicher Blüte der Göttinger Universität fielen auch die Studienjahre von Johann Wolfgang Goethe (1765-70), der sich sehnlichst wünschte, in Göttingen studieren zu können, vom Vater aber auf dessen alte Universität nach Leipzig geschickt wurde.

Goethe hat sich wohl aus diesem Grund später mehrfach länger in Göttingen aufgehalten.

Im Jahr 1751 wurde in Göttingen auf Initiative Albrecht von Hallers die erste Universitäts-Geburtsklinik im deutschen Sprachraum eingerichtet. Zunächst war die Klinik in einem baufälligen Armenhospital untergebracht. Zum Ende des 18. Jahrhunderts wurde ein vergleichsweise moderner und großzügig ausgestatteter Neubau bezogen. Dieses zwischen 1785 und 1790 als „Königliche Entbindungsanstalt“ errichtete Gebäude wurde auch Accouchierhaus genannt. Heute befindet sich dort das Musikwissenschaftliche Seminar der Universität.

Anfang der 1770er Jahre findet sich der romantische Göttinger Hainbund zusammen, der als dichterische Jugendbewegung dem Namen der Stadt zusätzlichen Klang verleiht.

Um 1780 begründete der Mediziner und Anthropologe Johann Friedrich Blumenbach die Sammlung für Völkerkunde, die heute zum Institut für Ethnologie gehört.

Mit der Berufung von Johann Dominik Fiorillo wird ab 1781 in Göttingen die Kunstgeschichte zum akademischen Lehrfach an deutschen Universitäten.

Bei der Septembersitzung der Göttinger Gesellschaft der Wissenschaften 1802 konnte Georg Friedrich Grotefend, damals noch Student der Philologie und Theologie und gleichzeitig „Collaborator“ am Göttinger Gymnasium, einen Entzifferungsansatz für die persische Keilschrift vorlegen, der weltweit als der Durchbruch bei der Erschließung dieses Schriftsystems gilt. Die Entzifferung der Keilschrift legte den Grundstein für die Erforschung der alten Geschichte des Vorderen Orients.

Nach der französischen Besetzung Hannovers 1803 (Konvention von Artlenburg) und Deutschlands insgesamt durch die Truppen Napoleons im Jahr 1806 kam Göttingen als Hauptstadt des Départements Leine 1807-1813 an das Königreich Westphalen und wurde dementsprechend von der näher gelegenen Residenzstadt Kassel aus regiert und beaufsichtigt.

Die französischen Reformen im Bereich der Staatsorganisation und des Rechtswesens führten dazu, das die Studenten 1809 nicht mehr der speziellen Akademischen Gerichtsbarkeit unterstanden, sondern der regulären Gendarmerie (Polizei). Dies und die damit verbundene, von den Studenten nicht gewohnte Härte in der Ausübung hoheitlicher Gewalt führte im Jahr 1809 zur Gendarmen-Affaire. Am 17. August wurden ruhig ausreitende Mitglieder des Corps Hannovera von Gendarmen mit der Begründung, diesen nicht den Weg frei gemacht zu haben, verhaftet und körperlich misshandelt, was zu Protesten der Studentenschaft und der Bürger der Stadt führte. Dabei wurde deutlich, dass Corps als Studentenverbindungen trotz Verbot weiter bestanden, woraufhin deren Mitglieder relegiert wurden. Der harte Kurs der Göttinger Universität verband sich für die Studierenden im Wesentlichen mit der Person des Prorektors Gustav von Hugo, der als Jurist zu den Begründern der Historischen Rechtsschule in Deutschland zählt, und dessen Vorgesetzten bei der Regierung des Königreich Westfalens Justus Christoph Leist.

Insbesondere viele der Studenten der Rechte wandten sich so der Universität Heidelberg zu. Die Studentenschaft erklärte die Universität in Verruf, das Verbindungsleben erlosch mehr oder weniger vollständig, und die Studentenzahlen in Göttingen halbierten sich zum Wintersemester 1809/10. Anstatt der 615 Studenten des Sommersemester meldeten sich zum Wintersemester nur 473 Studenten zurück, von denen um 170 Neuimmatrikulierte waren. Erst zum Wintersemester 1810/11 trat unter dem neuen Prorektor Tychsen Entspannung ein.

Aber bereits im Jahr 1811 wurde das (eigentlich verbotene) Tragen bunter Mützen unter den Studenten wieder zum Problem. Der Prorektor Pott bat um Aufschub und das Verbot farbige Mützen zu tragen wurde vom Präfekten in Kassel entgegen erster Absicht nicht erneuert. In der Folgezeit fanden jedoch eigentlich fortwährend Untersuchungen der Regierung in Kassel statt, ob verbotenerweise entstandene Studentenverbindungen bestehen würden. Diese tarnten sich teilweise als so genannte Clubbs. In Einzelfällen kam es durchaus zu Verboten einzelner landsmannschaftlicher Zusammenschlüsse an der Universität.

In den Befreiungskriegen ging die Zahl der Studierenden in Göttingen etwa auf die Hälfte zurück. Viele der zum Kriegsdienst ausgehobenen Göttinger Studenten ließen zwischen 1813 und 1815 ihr Leben.

Der Forschungs- und Lehrbetrieb in Göttingen wurde durch die Franzosenzeit nicht beeinträchtigt, es wurden jedoch im Zuge der restaurativen Tendenzen in Deutschland und Hannover im Anschluss einige der zwischenzeitlich erfolgten Berufungen, wie die des französischen Philosophen Villers durch Entlassung rückgängig gemacht.

Göttingen wurde von den Maßnahmen der westfälischen Regierung noch vergleichsweise wenig getroffen. Schlimmer erging es der alten welfischen Universität Helmstedt, die im 16. Jahrhundert als Landesuniversität des welfischen Teilfürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel gegründet worden war. Sie war für rund anderthalb Jahrhunderte die einzige welfische Universität gewesen. Als jedoch im Wintersemester 1809/10 nur noch 76 Studenten die Lehrveranstaltungen besuchten, wurde sie kurzerhand geschlossen. Göttingen war damit die einzige Universität in den welfischen Territorien.

Die mit durchschnittlich 120 Studenten vergleichsweise kleine Universität Rinteln im Weserbergland wurde ebenfalls im Jahr 1809 zugunsten der Georgia-Augusta geschlossen.

Das Ende des Krieges brachte mit den an ihre Studienplätze zurückkehrenden Kriegsteilnehmern den Universitäten in Deutschland und damit auch dem Hannoverschen Göttingen 1815 die neue Idee der Burschenschaft, deren Idee in Jena durchaus mit starken Göttinger Einflüssen auf den Weg gebracht wurde, entstand doch das erste Grundgesetz der Urburschenschaft auf Grundlage der Constituton des Göttinger Corps Vandalia, die ihrerseits auf entsprechenden Vorbildern aus Heidelberg beruhte. Allerdings verfing die Idee der Allgemeinen Burschenschaft bei den Göttinger Studenten nicht sehr stark und wurde insbesondere vom dortigen Senioren-Convent äußerst reserviert aufgenommen. Insofern blieben die Burschenschaften in Göttingen bis zum Jahr 1848 im Gegensatz zu den Corps unbedeutende Ausnahmeerscheinungen und die Altdeutsche Tracht war im Stadtbild nur vereinzelt anzutreffen.

Im Jahr 1818 kam es nach einer Auseinandersetzung zwischen einem Handwerker und einem Studenten und entsprechender Eskalation zu dem Einsatz Hannoverscher Husaren gegen die Studierenden und in dessen Folge zu einem erneuten Auszug der Studentschaft, diesmal nach Witzenhausen. Da dieser Auszug oder Streik der Studenten wirkungslos blieb, folgte anschließend eine erneute Verrufserklärung der Studentenschaft gegen die Universität mit der Folge, dass die Zahl der Studenten im Wintersemester von 1.158 auf 858 sank. In Folge der hierdurch ausgelösten behördlichen Untersuchungen sowie der in den Karlsbader Beschlüssen vom 20. September 1819 enthaltenen Universitätsgesetze nahm der Verfolgungsdruck auf die im Untergrund oder als Tarnorganisationen fortbestehenden studentischen Zusammenschlüsse an Härte zu und dauerte bis zur Mitte der 1820er Jahre unvermindert an. Ein neuerlicher Auszug nach Witzenhausen 1823 blieb für die Studenten wiederum ohne den erwünschten Erfolg, zumal die Drohung der anschließenden Nichtübernahme in den Staatsdienst Wirkung vor dem Hintergrund zeigte, dass in Preußen die Regierung warnte, dass die akademischen Berufe überfüllt seien. Der Dichter Heinrich Heine beschreibt in seiner Harzreise sein Göttinger Studentenleben 1824. Die Studentenzahlen in Göttingen, das auch bei Studierenden aus den Ostseegouvernements traditionell sehr beliebt war, gingen nicht zuletzt deshalb erheblich zurück, weil Zar Nikolaus I. nach seiner Thronfolge 1825 den Balten wie z.B. den Kurländern das Studium in Deutschland durch drakonische Vorschriften erschwerte bzw. unmöglich machte.

Zu erneuten, ernsten Krawallen kam es in der Silvesternacht 1828/29. Die Universitätsbehörde hatte sich in Anschlägen gegen übermäßigen Biergenuss gewandt, und die Studenten hatten sich auf dem Marktplatz versammelt und Gaudeamus igitur gesungen. Danach waren sie von Pedellen verfolgt durch die Stadt gezogen, hatten Straßenlaternen ausgelöscht und zahlreiche Fensterscheiben von Universitätsmitarbeitern eingeschlagen. Die Handgreiflichkeiten führten zu zahlreichen Verletzungen. Im Nachhinein konnte der Zwischenfall jedoch nicht weiter aufgeklärt werden und blieb daher ohne Konsequenzen.

Turbulent wurde es dann im Januar 1831 im Anschluss an die Julirevolution in Paris (1830) durch die Revolution der Bürger und Studenten in Göttingen 1831, auch „Göttinger Revolution“ genannt. Unter der Führung des Privatdozenten Johann Ernst Arminius von Rauschenplatt wurde ein Revolutionsrat gebildet und am 8. Januar 1831 der Magistrat der Stadt Göttingen aufgelöst. Es wurde vom König eine freie Verfassung für das Königreich Hannover verlangt und der Sturz der Regierung, des Kabinetts Münster. Die Studenten rauchten auf der Straße verbotenerweise Tabakspfeife. Am 15. Januar machte General von dem Busche mit dem Einmarsch (Spielmannszüge im Voraus) von 8.000 Soldaten der Hannoverschen Armee von Nörten-Hardenberg aus auch dieser Revolution ein Ende. Eine der wenigen Konsequenzen war die anschließende Ablösung des Grafen Ernst von Münster als Minister für Hannoversche Angelegenheiten in London verbunden mit gleichzeitigen Ernennung des Herzogs von Cambridge zum Vizekönig in Hannover.

In den Jahren 1842/45 ereilten auch die Göttinger Studentenschaft die Wirren des reformerischen Progress, der beseelt vom Gedanken der allgemeinen Gleichheit und auf Strömungen aus der Julirevolution und des Hambacher Festes nach einer Abschaffung von akademischen Privilegien trachtete.

Die Göttinger Studentenschaft nahm mit Abordnungen am Wartburgfest (1848) und am Studententag des gleichen Jahres in Eisenach teil, auf dem versucht wurde, Forderungen der Studentenschaft an die Frankfurter Nationalversammlung zu formulieren. Mit dem Revolutionsjahr 1848 erlosch auch die Progressbewegung in Göttingen. Dafür trat ab Mitte der 1850er Jahre zunehmend die Bewegung der Wilden an die Stelle des Progress. Ein Schwerpunkt war das Schillerjahr 1859. Die Wildenbewegung umfasste Studenten die sich gegen die Studentenverbindungen organisierten und aus der später die Finkenschaft hervorging. Im Juli 1863 wird aus dieser Wildenschaft heraus ein erster Allgemeiner Ausschuß der Studentenschaft als Vorläufer des heutigen AStA gegründet. Fortan wird diese neue Bewegung zu Lasten des Allgemeinvertretungsanspruches der Studentverbindungen zunehmend an Kraft gewinnen.

Der Anschluss Göttingens an die Eisenbahn 1854/55 erleichterte die Anreise. Gleichzeitig verschärfte der Ausbau des Eisenbahnnetzes die Situation der Universität im Wettbewerb mit anderen Universitäten um Studierende aufgrund des damals schon bestehenden Nord-Süd-Gefälles in Deutschland zugunsten der Süddeutschen Universitäten. Schon damals gingen mehr norddeutsche Studenten nach Süddeutschland als Süddeutsche nach Norden.

Am 18. Oktober 1863 kam es in Göttingen zu der Studentenschlacht auf der Weender. Der 50. Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig sollte mit einem Umzug begangen werden. Es kam zu einem Streit, über die Reihenfolge des Aufzugs und die Platzierung der Musikkapellen im Zug, der in einer Straßenschlacht endete. Einige Verbindungen wurden daraufhin bis 1864 aufgelöst, existierten aber alle insgesamt geheim weiter.

In den unruhigen Zeiten (1830) erhielten die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm einen Ruf nach Göttingen, Jacob als Bibliothekar und Professor, Wilhelm erst nur als Bibliothekar, später auch als Professor. Hier beschäftigten sie sich mit alter Literatur und hielten auf der Basis ihrer Forschungsergebnisse Vorlesungen zu den deutschen Rechtsaltertümern sowie zur Sprach- und Literaturwissenschaft. Sie legten damit den Grundstein zur neu entstehenden Wissenschaft der Germanistik.

Der Chemiker Friedrich Wöhler trat 1836 die Nachfolge von Friedrich Stromeyer an. Wöhler gilt als Pionier der organischen Chemie wegen seiner Synthese von Harnstoff aus Ammoniumcyanat im Jahre 1828. Diese Harnstoffsynthese eröffnete das Feld der Biochemie, da zum ersten Mal ein Stoff, der bisher nur von lebenden Organismen bekannt war, nämlich Harnstoff, aus „unbelebter“ Materie künstlich erzeugt werden konnte, nämlich aus Ammoniumcyanat. Diese in-vitro-Synthese widerlegte die Theorie des Vitalismus, eine transzendente Lebenskraft (vis vitalis) sei zur Erzeugung organischer Stoffe unabdingbar.

In jener Zeit war Carl Friedrich Gauß, einer der größten Mathematiker aller Zeiten, Professor an der Universität und auch als Leiter der Sternwarte tätig.

Von 1863 bis 1866 absolvierte Robert Koch sein Medizinstudium in Göttingen, dass er hier mit Promotion und Staatsexamen abschloss. Koch gilt heute als der Begründer der modernen Bakteriologie und teilweise auch der Tropenmedizin. Seine Forschungen und die seiner Schüler trugen später dazu bei, die Folgen der schlimmsten Seuchen, die das Leben von Mensch und Tier bedrohten, zu mildern.

1837 schenkte Wilhelm IV. (der letzte König von Großbritannien aus dem Hause Hannover) der Georgia Augusta zum 100. Geburtstag die von 1835-37 erbaute Aula. Diese wurde von dem Baumeister Otto Prael unter dem Einfluss Karl Friedrich Schinkels nach Vorbild der römischen Basilika errichtet. Der Figurenschmuck an der Fassade stammt von dem Bildhauer Ernst von Bandel. Zum Dank für die Unterstützung errichteten die Göttinger dem König vor der Aula auf dem Wilhelmsplatz ein Standbild, das bis heute das einzige auf deutschem Boden befindliche Denkmal für einen englischen König ist.

In der alten Aula ist noch heute der historische Karzer zu besichtigen.

Im Jahr 1837 erlitt die Universität jedoch einen schweren Rückschlag durch die Entlassung sieben ihrer Professoren (siehe Göttinger Sieben), darunter die Brüder Grimm und der Physiker Wilhelm Weber, da sie gegen die Aufhebung der Hannoverschen Verfassung, dem liberalen Staatsgrundgesetz von 1833 protestierten. Dadurch war die absolutistische Verfassung des Jahres 1819 wieder in Kraft getreten. Da sich die frei gewordenen Lehrstühle nicht qualifiziert besetzen ließen, weil die Kollegen der Verstoßenen in Deutschland Solidarität übten und keinen Ruf annahmen, wurde versucht, die Göttinger Sieben zurück zu rufen. Nur der Physiker Weber und der Orientalist Heinrich Ewald kehrten jedoch an die Georgia-Augusta zurück. Die internationale Wissenschaftsgeschichte setzt diese Göttinger Ereignisse mit denen des Jahres 1934 in einen Kontext (engl:purge).

Letztlich diese Verfassungsfragen seit 1837 waren es, die auch im Revolutionsjahr 1848 auch in Göttingen und an seiner Universität Unruhen auslösten. Diese wurden im Vormärz durch ein Eingehen der Hannoverschen Regierung auf die Forderungen der Zeit geglättet. Zwei der Professoren der Göttinger Sieben nahmen einen erneuten Ruf nach Göttingen an. Den Studenten wurde Redefreiheit zugestanden. Die Revolution verlief also in Göttingen in vergleichsweise ruhigen Bahnen. Im Sommer kam es jedoch am 30. Juli 1848 zur Schlacht in Bovenden, nachdem revolutionäre Kräfte gefolgt von Ausflüglern und sensationslüsternen Sommerfrischlern sich bei einer Volksveranstaltung in Rauschenwasser getroffen hatten. Die örtlichen Bauern hatten bei den gehaltenen Reden die darin enthaltenen radikalen Enteignungsforderungen falsch aufgefasst und so verstanden, dass mit der Enteignung bei ihnen unverzüglich begonnen werden sollte. Sie griffen daraufhin die Versammlung unverzüglich mit allen zur Verfügung stehenden Waffen einschließlich Dreschflegel und Mistforken an. Ein Student erhielt einen Bauchschuss und verstarb am nächsten Tag an den Folgen. Es brach Panik aus und die Bürgerwehr aus Göttingen wurde hinzugerufen, der es mit Warnschüssen gelang, die Ordnung wieder herzustellen.

1866 wurde das neugotische Auditorium am Weender Tor gerade außerhalb der Wallanlagen fertiggestellt, das heute auch die Gemäldesammlung der traditionsreichen Kunstsammlung der Universität Göttingen beherbergt. Mit dieser Baumaßnahme wurde Platz geschaffen für die folgende Erweiterung der Universitätsbibliothek im Bereich der Paulinerkirche. Allerdings wurden die Paulinerkirche und auch die Aula am Wilhelmsplatz weiterhin für Vorlesungen genutzt, und zwar bis zur Eröffnung des Mehrzweckgebäudes in den 1970er Jahren.

Im Deutschen Krieg 1866 kam es im Vorfeld der Schlacht bei Langensalza nach dem Abmarsch aller Hannoverschen Truppen in der Stadt zu Unruhen und Plünderungen durch örtliche Asoziale. Der Magistrat der Stadt bat den Prorektor der Universität um Unterstützung und schlug vor, die Studenten zu bewaffnen. In der örtlichen Kaserne wurden daraufhin drei Studentengruppen zur Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung bewaffnet. Es kam jedoch zu keinen weiteren Auseinandersetzungen mehr. Zwei Tage später, rechtzeitig vor dem Eintreffen der von Hamburg herannahenden preußischen Truppen, legten die Studenten ihre Waffen nieder.

Mit dem Wintersemester 1866/67 wurde die Georgia-Augusta eine preußische Universität.

Das Jahr 1881 brachte den Studenten der Universität Göttingen eine einschränkende Veränderung der Polizeistunde und löste so am 15. Mai den Göttinger Bierkrawall aus, der zu 300 Verhaftungen führte und zahlreichen anschließenden Verurteilungen bis hin zu Haftstrafen führte.

Mit Rudolf von Jhering prägte einer der bedeutendsten deutschen Juristen den Ruf Göttingens in dieser Zeit.

Durch die aktive und nicht unumstrittene Berufungspolitik des selbstbewussten wie eigensinnigen Ministerialbeamten im preußischen Kultusministerium Friedrich Althoff entsteht um die Jahrhundertwende in Göttingen aufgrund planvoller Hochschulpolitik ein weltweit anerkanntes Cluster für Mathematik, Chemie und Physik, dessen Wirkung bis in die 1920er Jahre nachhaltig andauert und das auch als Göttinger Nobelpreiswunder verklärt wird. Eine der entscheidenden Berufungen Althoffs war der Mathematiker Felix Klein, der selbst ein hervorragender Wissenschaftsorganisator war und eng mit Althoff beim Aufbau der Mathematik und Naturwissenschaften in Göttingen zusammen arbeitete. In diese Zeit fallen beispielsweise die Berufungen der Chemiker Nernst und Zsigmondy, heute erinnert das Museum der Göttinger Chemie an diese Zeit. Hilberts Liste von 23 mathematischen Problemen wurde 1900 von ihm in Paris veröffentlicht und beeinflusste die Mathematik des 20. Jahrhunderts. Der 1904 nach Göttingen berufene Physiker Ludwig Prandtl begründete die Strömungsmechanik und die Aerodynamische Versuchsanstalt Göttingen (AVA).

1878-82 wurde an der Prinzenstraße der große Erweiterungsbau der Universitätsbibliothek errichtet, der mit den durch die Bibliothek im Netz des preußischen Bibliothekswesens neu hinzu gekommenen Aufgaben, wie der Fernleihe, erforderlich geworden war. Der „Berliner“ Baustil dieses Baukörpers setzte sich in seiner Architektur deutlich von den bisherigen hannoverschen Bauten ab.

1887 fand das 150. Universitätsjubiläum als Universitäts-Jubelfeier statt. Der Kaiser Wilhelm I. hatte seine landesherrliche Stellung als oberster Rektor der Universität auf den Regenten des Herzogtums Braunschweig, Prinz Albrecht von Preußen übertragen, der mit den hochrangigen Vertretern der Provinz Hannover zugegen war.

In der euphorischen Stimmung bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges beschloss die Universität die Immatrikulation der am Krieg teilnehmenden Studenten aufrecht zu erhalten. Die Studentenzahlen gingen somit nicht in dem Maße zurück, wie die Studenten ins Feld zogen. Tatsächlich waren etwa 3/4 der Studenten der Georgia-Augusta Kriegsteilnehmer; 726 von ihnen wie auch 22 Mitarbeiter der Universität ließen so ihr Leben.

Am 8. November 1918 bildete sich in Göttingen abends ein Arbeiter- und Soldatenrat. Am 9. November wehte auf dem Rathaus eine rote Flagge, die zwei Löcher in Form eines fehlenden Halbmondes und eines Sterns hatte. Die Studentenschaft stellte dem Arbeiter- und Soldatenrat einen beratenden Ausschuss in akademischen Angelegenheiten zur Seite, nachdem sich die Linke in der Studentenschaft gegen die konservative Mehrheit nicht durchsetzen konnte.

In der sich anschließenden unruhigen Zeit der Weimarer Republik forderte die Reichsregierung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung Studentenbataillone als Zeitfreiwillige der Reichswehr von fast allen Universitäten an, die überall im Land zum Einsatz kamen.

Am 22. Juli 1920 wurde in Göttingen der Deutsche Hochschulring (DHR) als verbindungsübergreifende Sammlungsbewegung „national“ und „völkisch“ gesinnter Studenten gegründet. Er errang vor allem in der ersten Hälfte der 1920er Jahre großen Einfluss in den örtlichen Allgemeinen Studentenausschüssen (AStA) sowie in deren Dachverband Deutsche Studentenschaft (DSt). So gewann er etwa bei den Göttinger AStA-Wahlen im Mai 1921 16 von 20 Sitzen. Die mehr nationalliberalen Corps verließen den DHR bereits im Sommersemester 1922. Der DHR war an zahlreichen republikfeindlichen und antisemitischen Aktionen an deutschen Hochschulen während der 1920er Jahre maßgeblich beteiligt und gilt als Wegbereiter der nationalsozialistischen Ideologie in der Studentenschaft. Mit dem Aufkommen des 1926 gegründeten NS-Studentenbunds verlor der DHR an Bedeutung.

1934 kündigen die Göttinger Krawalle die Gleichschaltung der Studentenschaft auch an der Universität an.

Die Gleichschaltung war bis zum 200. Jubiläum der Universität 1937 abgeschlossen. Alle Studierenden waren vom NSDStB in Kameradschaften organisiert. Während des Zweiten Weltkrieges erhöhte sich die Zahl der Studenten von etwa 1700 auf 4884 im letzten Kriegstrimester vor der Kapitulation 1945. Der Anstieg der Studentenzahl im Krieg ist darauf zurückzuführen, das insbesondere die zunehmende Zahl versehrter Kriegsteilnehmer die Gelegenheit zum Studium erhielt, um beispielsweise als Mediziner wieder der Verwendung zugeführt werden zu können.

Von 1920 bis zu seinem Tode 1930 wirkte Friedrich Ludwig, einer der Begründer der Historischen Musikwissenschaft, als Professor in Göttingen. Er war 1929/30 Rektor der Universität.

Im Jahre 1924 wurde Werner Heisenberg Assistent von Max Born in Göttingen und arbeitete mit Niels Bohr in Kopenhagen. In den folgenden Jahren begründete er mit Max Born und Pascual Jordan in Göttingen die Quantenmechanik.

Im Jahre 1927 promovierte Robert Oppenheimer, der später der Vater der Atombombe genannt werden sollte, in Göttingen „mit Auszeichnung“ bei Max Born zum Thema Quantenphysik. Hier kam es in diesen Jahren zu einem Gedankenaustausch zwischen den bedeutendsten Atomwissenschaftlern der damaligen Zeit (siehe auch: Born-Oppenheimer-Näherung). Oppenheimer ging später in die USA zurück.

Von 1931 bis 1933 arbeitete Edward Teller (Vater der Wasserstoffbombe) als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe um den Nobelpreisträger James Franck. Beide verließen Göttingen nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten und kamen später in die Vereinigten Staaten.

Die durch die Weltwirtschaftskrise bereits angeschlagenen Institute der Universität und der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft erlitten 1933 durch die Entlassung von Wissenschaftlern jüdischer Herkunft oder so genannter Judenfreunde nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten einen Kahlschlag. War Ende der 1920er Jahre noch mit Finanzmitteln der Rockefeller Foundation das neue Mathematische Institut der Universität errichtet worden, so musste die Stiftung unter ihrem Vorsitzenden Max Mason schon kurz darauf den Umzug der „Göttinger Mathematik“ nach New York fördern, die auf diese Weise „internationalisiert“ wurde. 72 Personen wurde aus rassistischen oder politischen Gründen der Doktortitel aberkannt, darunter auch den Nobelpreisträgern Ludwig Quidde und Max Born. Diese Säuberungsaktion ist als great purge of 1933 weltweit in die Wissenschaftsgeschichte eingegangen.

Ein Jahr später erkundigte sich der Reichserziehungsminister Bernhard Rust anlässlich eines Banketts bei dem neben ihm platzierten Mathematiker David Hilbert, wie die Mathematik denn nun sei in Göttingen, ohne den jüdischen Einfluss. Hilbert soll erwidert haben, „Mathematik in Göttingen?“, die gebe es eigentlich nicht mehr.

Nach dem Krieg erholte sich die Universität langsam wieder. Als einzige deutsche Universität der Westzonen nahm die Georgia-Augusta den Studienbetrieb schon zum Wintersemester 1945/46 unter der Kontrolle der Britischen Militärregierung wieder auf. Damals waren 4.296 Studenten immatrikuliert, 78 Prozent männlich. Von diesen männlichen Studenten waren 98,5 Prozent Kriegsteilnehmer, knapp ein Drittel von ihnen Offiziere gewesen. Zu ihnen zählte der spätere Bundespräsident Richard von Weizsäcker, der sein Jurastudium in Göttingen absolvierte und mit beiden Staatsexamina abschloss.

Bereits im Dezember 1945 wurde der erste AStA gewählt, erster Vorsitzender wurde der ehemalige Wehrmachtsoffizier und Widerstandskämpfer Axel von dem Bussche. Im Juli 1946 trafen sich in Göttingen erstmals wieder frei gewählte Studentenvertreter zum 1. Studententag der britischen Besatzungszone. Später entstand aus diesen regelmäßigen Zusammenkünften der Verband Deutscher Studentenschaften (VDS).

Die Studentenverbindungen wurden von der britischen Militärregierung nur zögerlich wieder zugelassen. Auch die Leitung der Universität versuchte auf die Wiederaufnahme studentischer Traditionen Einfluss zu nehmen und verbot das studentische Fechten. Eine Klärung brachte ab 1951 der Göttinger Mensurenprozess mit einigen verwaltungsrechtlichen Folgeverfahren, mit denen durchaus mit deutschlandweiter Verbindlichkeit grundsätzlich festgestellt wurde, das solche Restriktionen mit dem Recht der Bundesrepublik nicht zu vereinbaren sind. Bereits 1949 beschloss der Große Senat der Universität Tübingen In den studentischen Gemeinschaften wird kein Platz mehr sein für ... das öffentliche Tragen von Farben. Die Westdeutsche Rektorenkonferenz des Jahres 1949 machte sich in Tübingen diese Auffassung zunächst zu eigen. Die Wiedereinführung der Couleur stieß also bei den offiziellen Stellen an vielen Hochschulen Deutschlands und in weiten Teilen der Studentenschaft auf Unverständnis. Erste Versuche in den 1950er Jahren, in großem Stil öffentlich in Couleur aufzutreten, riefen Protestkundgebungen hervor, die vom SDS organisiert wurden. In Göttingen wurde den Corps Bremensia und Hannovera am 28. Juli 1953 durch den Rektor der Universität Hermann Heimpel für zwei Semester wegen "Farbentragens in der Öffentlichkeit" die Zulassungslizenz entzogen. Diese Maßnahme wurde auf Klage dieser Corps am 8. Juli 1954 durch das Verwaltungsgericht Hannover aufgehoben. Das Gericht merkte in den Entscheidungsgründen an: Weder der Staat noch die Universität haben die Befugnis, den einzelnen Studierenden oder studentische Vereinigungen hinsichtlich der verfassungsmäßigen Grundrechte unter ein Ausnahmerecht zu stellen. Das Farbentragen verletzt aber weder die Rechte anderer noch verstösst es gegen das Sittengesetz oder die verfassungsmäßige Ordnung. Ähnliche Urteile ergingen auch an anderen Hochschulorten und in der Rektorenkonferenz setzte sich bis 1952 die Rechtsauffassung durch, das Couleur nicht verboten werden könne. Die im Intercorporativen Convent (ICC) zusammengeschlossenen Göttinger Verbindungen stellten bis Ende der 50er Jahre die Mehrheit der Vertreter im Studentenparlament und damit auch den Asta.

Seit den politisch bewegten Zeiten ab Ende der 1960er Jahre gab es in Göttingen für längere Zeit solide „linke“ Mehrheiten im Asta. Als Massenuniversität erwarb sich die Universität spätestens im Deutschen Herbst 1977 mit dem international Aufsehen erregenden Nachruf des Göttinger Mescalero auf den Bundesanwalt Siegfried Buback den Ruf einer Hochburg der autonomen antifaschistischen Linken.

Seit einigen Jahren haben radikal linke Gruppen jedoch erheblich an Einfluss verloren. Sie stellen derzeit nur 10 von 47 Sitzen des Studierendenparlaments .

Es studierten später sehr einflussreiche Politiker in Göttingen.

Im Jahre 1976 habilitierte sich der spätere Bundesjustizminister Edzard Schmidt-Jortzig in Göttingen an der Juristischen Fakultät. Er hatte seit 1970 als Assistent am Institut für Völkerrecht gearbeitet. Ein weiterer nennenswerter Alumnus ist der mit 160 Millionen verkauften Tonträgern zu den erfolgreichsten deutschen Musikproduzenten der Gegenwart zählende Dieter Bohlen. Bohlen studierte in den 1970er Jahren Betriebswirtschaft in Göttingen.

Der Honorarprofessor der Georgia Augusta Stefan W. Hell vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen hat in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von nationalen und internationalen Wissenschaftspreisen fuer die Erfindung des STED-Mikroskops erhalten. Dazu gehören der Carl-Zeiss-Forschungspreis, der Deutsche Zukunftspreis (2006), der Preis der International Commission for Optics, der Julius Springer-Preis (2007), der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis (2008) und der Niedersächsische Staatspreis (2008).

Aufsehen erregte 1955 der Fall des rechtsgerichteten Verlegers Leonard Schlüter (FDP), der im Kabinett des neugewählten niedersächsischen Ministerpräsidenten Heinrich Hellwege zum Kultusminister ernannt worden war. Der als Rektor der Universität amtierende Agrarwissenschaftler Emil Woermann trat gemeinsam mit dem gesamten Senat der Hochschule unter Protest von seinem Amt zurück. Damit erzwang die Führung der Universität wenige Tage später den Rücktritt dieses Ministers, der auch für die Bundes-FDP unter Thomas Dehler untragbar geworden war.

1957 appellierten die Göttinger Achtzehn mit der Göttinger Erklärung bei Adenauer gegen die atomare Aufrüstung Deutschlands.

Die Zahl der Studierenden in Göttingen schwankte bis Ende der 50er Jahre zwischen 4.500 und etwas über 6.000. Erst mit Beginn der 60er Jahre setzte die Entwicklung zur Massenuniversität ein, der die Ordinarienuniversität alten Typs nicht mehr gewachsen war (Unter den Talaren - Muff von 1000 Jahren). Durch die Studentenunruhen der Endsechziger entwickelte sich so die Gruppenuniversität als egalitäre Massenuniversität mit zeitweise weit über 30.000 Studenten. Um diesen Ansturm bewältigen zu können, wurde nördlich der Göttinger Innenstadt in den 60er Jahren für die Geisteswissenschaften ein neuer Campus geplant und errichtet. Auf dem Gelände entstanden ein Bau für das Studentenwerk mit Zentralmensa, ein Mehrzweckgebäude (MZG) im Hochhausstil („Blauer Turm“) und das Zentrale Hörsaalgebäude (ZHG) mit dem größten Hörsaal der Universität („011“), der knapp 1.000 Sitzplätze umfasst. In unmittelbarer Nähe wurden Seminargebäude für die Juristische Fakultät (Juridicum), für die Theologische Fakultät (Theologicum) sowie für die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (Oeconomicum) errichtet.

Das Universitätsklinikum wurde etwa zur gleichen Zeit ebenfalls im Norden der Stadt neu gebaut und weitere Institute entstanden im Stadtteil Weende.

Als im Jahre 1989 die dritte und letzte Serie von D-Mark-Banknoten herausgegeben wurde, bildeten neun verschiedene Persönlichkeiten die Motive auf den Scheinen. Vier dieser Personen waren in ihrem Leben Professoren an der Universität Göttingen gewesen: Carl Friedrich Gauß (10 DM), Paul Ehrlich (200 DM), Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (beide 1000 DM). Der 10-DM-Schein zeigte neben dem Bild von Gauß unter anderem historische Gebäude der Universität Göttingen, darunter die Sternwarte und die Aula. Die Banknoten waren bis zum Jahresende 2001 offizielles Zahlungsmittel in der Bundesrepublik Deutschland und kleineren Staaten Südosteuropas.

Universitätskirche ist seit 1822 die gotische Nikolaikirche im Nikolaiviertel der südlichen Altstadt.

Bereits im 18. Jahrhundert war die Universität Göttingen berühmt für ihre Sammlungen und Gärten, die ein anschauliches, reines Bücherwissen übersteigendes Studium ermöglichten. Auch heute hat Göttingen auf diesem Gebiet teilweise weltweit einzigartige Attraktionen vorzuweisen.

Neben den Einzelsammlungen und Einrichtungen der Fakultäten und Institute der Universität sowie der Universitätsbibliothek verfügt auch das Städtische Museum Göttingen über universitätsbezogene Sammlungen. Die dortige Dauerausstellung gibt einen prägnanten Überblick über die Geschichte der Universität, ihrer Professoren und Studenten.

Die Universität Göttingen hatte in ihrer Geschichte viele berühmte Lehrer und Wissenschaftler, nicht alle können hier erwähnt werden. Diese sowie bekannte Persönlichkeiten sind in einer besonderen Liste zusammengefasst. Darüber hinaus besteht die Kategorie:Hochschullehrer (Göttingen). Im Stadtbild erinnern seit 1874 die typischen Göttinger Gedenktafeln an die Wohnstätten von etwa 320 berühmten Göttinger Gelehrten und Studenten. Sie sind zumeist aus weißem Marmor und verweisen auf die Wohnzeit der geehrten Person in dem Haus, an dem sie angebracht sind. Mit der Anbringung der Tafel ist jeweils eine Göttinger Laudatio verbunden.

Die Freunde der Georgia-Augusta sind seit 1918 im Universitätsbund Göttingen eV als gemeinnützigem Förderverein zusammengeschlossen, der im Rahmen seiner gemeinnützigen Zwecke für die Universität Drittmittel beschafft. Der Universitätsbund Göttingen gehört auch zu den Förderern der Alumni-Organisation der Georgia-Augusta. Diese ist im Vergleich zu den Universitäten der USA noch jung und im Aufbau begriffen. Das weltweite Alumni-Netzwerk zählt aber bereits rund 3.000 Mitglieder, darunter einen ehemaligen Bundespräsidenten, einen ehemaligen Bundeskanzler und den Nobelpreisträger Herbert Kroemer.

Zum Seitenanfang



RSV Göttingen 05

Vereinswappen des RSV Göttingen 05

Der RSV Göttingen 05 ist ein Fußballverein aus Göttingen in Niedersachsen. Er ist der Nachfolgeverein des 1. SC Göttingen 05, der ehemals der erstklassigen Fußball-Oberliga Nord angehörte.

Der Verein wurde am 30. Juni 1905 als Göttinger FC 05 gegründet. Am 4. Mai 1920 wurde der Verein in VfR 05 Göttingen 05 umbenannt, bevor er am 27. Mai 1921 den Namen 1. SC Göttingen 05 erhielt. Nach der Auflösung im Jahr 1945 wurde der Verein als SV Schwarz-Gelb 05 Göttingen neu gegründet und im Juli 1948 wieder in 1. SC Göttingen 05 umbenannt. 2001 musste der Verein Insolvenz anmelden, welche mangels Masse nicht erfolgreich beendet werden konnte, sodass der Verein aufgelöst und aus dem Vereinsregister gestrichen wurde. Als Auffangverein, vor allem für die Jugendmannschaften, wurde der 1. FC Göttingen 05 gegründet. Am 4. März 2005 fusionierte dieser Verein mit dem RSV Geismar und trägt seitdem den Namen RSV Göttingen 05.

Bis 1933 gehörte der SC Göttingen 05 dem Westdeutschen Spielverband an und scheiterte 1921 und 1932 nur knapp an der Endrunde um die Westdeutsche Meisterschaft. 1933 wurde Göttingen in den Gau Niedersachsen eingegliedert und der Verein startete 1933 in der neu gegründeten Gauliga, damals die höchste deutsche Spielklasse. Bis 1943 pendelten die 05er zwischen der Gauliga und der Bezirksliga und spielte in dieser Zeit jeweils fünf Spielzeiten in beiden Ligen.

1948 gelang den Göttingern der Aufstieg in die erstklassige Oberliga Nord, wo der Verein bis 1958 zehn Spielzeiten absolvierte. In der Saison 1952/53 erreichten die 05er mit dem 5. Tabellenplatz ihr bestes Resultat. 1958 stieg der Verein in die Amateurliga Niedersachsen-Ost ab. 1964 gelang dem Verein der Wiederaufstieg in die nach Einführung der Bundesliga im Jahr 1963 zweitklassige Regionalliga Nord. 1967 und 1968 qualifizierten sich die Göttinger nach zwei Vizemeisterschaften in der Regionalliga für die Aufstiegsrunde zur Bundesliga, scheiterten jedoch jeweils als Tabellenvierter der Aufstiegsgruppe. 1967 hatte Alemannia Aachen die Nase vorn, 1968 gelang der Aufstieg Hertha BSC.

Nach weiteren Jahren in der Regionalliga Nord gelang dem Verein 1974 die Qualifikation für die neu gegründete 2. Bundesliga. Dort erreichten die Göttinger in der Nordstaffel in den ersten beiden Spielzeiten einen Mittelfeldplatz, stiegen jedoch 1977 ab. 1978 scheiterten die 05er am direkten Wiederaufstieg erst in der Aufstiegsrunde. Dieser gelang den Niedersachsen erst 1980, nachdem in den Aufstiegsspielen der BFC Preussen Berlin besiegt wurde (1:0 und 1:1). Da nach der Saison 1980/81 jedoch die beiden Staffeln zur eingleisigen zweiten Liga zusammengelegt werden sollte, waren die Chancen auf den Klassenerhalt gering und der Verein stieg sofort wieder ab.

In der Folgezeit spielte der Verein in der inzwischen drittklassigen Oberliga Nord und scheiterte 1989 und 1991 erst in der Aufstiegsrunde an der Rückkehr in die 2. Bundesliga. 1994 qualifizierte sich Göttingen 05 für die Regionalliga Nord, stieg jedoch in der ersten Saison ab und entwickelte sich in den Folgejahren zu Fahrstuhlmannschaft. Im Jahr 2000 war der Verein erneut von einer Staffelzusammenlegung betroffen. Als Neunter der Tabelle verpassten die Göttinger die Qualifikation für die zweigleisige Regionalliga denkbar knapp. 2001 wurde der Verein Meister der Oberliga Niedersachsen-Bremen und setzte sich in den Aufstiegsspielen gegen Holstein Kiel durch (3:0 und 0:2). Aus wirtschaftlichen Gründen wurde den Niedersachsen aber die Lizenz für die Regionalliga verweigert, sodass die Kieler als Aufsteiger nachrückten.

In den folgenden Jahren ging es sowohl sportlich als auch wirtschaftlich immer weiter bergab. Den Höhepunkt dieser negativen Entwicklung stellte schließlich die Insolvenz im Jahr 2003 und die Streichung aus dem Vereinsregister dar. Nach der Fusion mit dem RSV Geismar geht der Verein langsam wieder besseren Zeiten entgegen. In der Saison 2007/08, spielte die erste Mannschaft des Vereins in der Bezirksliga Braunschweig, Staffel 4 (7. Klasse). In dieser Spielzeit belegte die Mannschaft den 1. Tabellenplatz und stieg somit in die Bezirksoberliga auf.

Zum Seitenanfang



Source : Wikipedia