Frankreich

3.387724550926 (2672)
Geschrieben von robby 05/03/2009 @ 15:12

Tags : frankreich, europa, ausland

Neueste Nachrichten
Frankreich diskutiert Scientology-Verbot - sueddeutsche.de
Paris - Die französische Staatsanwaltschaft hat ein Scientology-Verbot gefordert. Außerdem soll die Organisation Geldstrafen in Millionenhöhe zahlen. Wie die Tageszeitung Le Figaro am Dienstag berichtete, wurde in einem Prozess vor dem Pariser...
Frankreich plant Einführung eines Handy-Pfands - Onlinekosten.de
Ende 2008 gab es laut "Le Figaro" in Frankreich über 58 Millionen Mobiltelefone, fast eines für jeden der 63 Millionen Einwohner. Demnach kaufen sich die Franzosen im Durchschnitt alle eineinhalb Jahre ein neues Handy. Alte Modelle hingegen werden...
Michelin bestätigt Pläne zum Stellenabbau in Frankreich - Neue Reifenzeitung
Wie bereits berichtet, könnten in naher Zukunft durch die organisatorische Neuausrichtung einiger Produktionsstandorte in Frankreich bei Michelin bis zu 1.093 Jobs verloren gehen. Wie nun eine Michelin-Sprecherin aus Clermont-Ferrand bestätigte,...
Toller Empfang für Radler in Frankreich - HNA.de
Über Koblenz, Trier, Luxemburg und Belgien erreichte die Equipe Frankreich. Die Hauptstadt Paris wurde im weiten Bogen nördlich umfahren. "Wir lernten auf unserer Tour Land und Leute kennen", erklärt der Vorsitzende des Radfahrvereins Battenberg,...
Kirschen im Test: Aus Spanien und Frankreich meiden - Mitteldeutsche Zeitung
Kirschen aus Spanien und Frankreich sind oft mit Pestiziden belastet. Erdbeeren aus Deutschland und Spanien sind dagegen kaum belastet. (Bild: Greenpeace) (FOTO: DPA) Hamburg/dpa. Erdbeeren aus Deutschland und Spanien können Verbraucher ohne Angst vor...
Frankreich will 240 Millionen Euro für vierte UMTS-Mobilfunklizenz - AFP
Frankreich hatte im Jahr 2000 drei Lizenzen an die Betreiber SFR, Orange und Bouygues Telecom für jeweils 619 Millionen Euro verkauft. Die Free-Mutter Iliad hatte jüngst erklärt, sie sei bereit, für die vierte Lizenz 210 Millionen Euro zu zahlen und...
Polen will EU-Kernressort - sueddeutsche.de
Brüssel - Neben Deutschland und Frankreich fordert jetzt auch Polen in der neuen Europäischen Kommission eines der Wirtschafts-Schlüsselressorts. Das kündigte Europaminister Mikolaj Dowgielewicz nach Angaben der polnischen Presse-Agentur PAP in Brüssel...
Frankreich plant Handy-Pfand - tariftip.de
Frankreich plant die Einführung eines Handy-Pfands. Dadurch soll der zunehmenden Flut an Alt-Handys begegnet werden. Im Schnitt wechseln die Franzosen alle 18 Monate ihr Handy, eine umweltgerechte Entsorgung findet in der Regel jedoch nicht statt....
Offene Immobilienfonds Betonmanager lieben Frankreich - Börse Online
Mit Abstand am beliebtesten unter den deutschen Portfoliomanagern ist Frankreich. Die Fonds besitzen mittlerweile 180 Objekte mit einem Wert von 17,1 Milliarden Euro, die ganz überwiegend im Großraum Paris liegen. Die Frankreich-Quote bei den Offenen...
In Frankreich gilt 100-80-50 - Derwesten.de
... der von der EU und den Partnern im Gastgeberland organsiert wird, ein Bild vom Bildungssystem anderer Länder machen konnte – in ihrem Fall von Bulgarien, Estland, Frankreich, Griechenland, Italien, Österreich, Polen, Slowenien und der Türkei....

Frankreich

Karte von Frankreich mit den wichtigsten Städten und Flüssen

Frankreich (amtlich République française, deutsch Französische Republik; Kurzform franz.: France ) ist ein demokratischer, zentralistischer Einheitsstaat im Westen Europas. In Europa grenzt es an Belgien, Luxemburg, Deutschland, die Schweiz, Italien, Monaco, Spanien, Andorra, an die Nordsee, an den Atlantik mit dem Ärmelkanal und an das Mittelmeer. Neben dem Territorium in Europa gehören zu Frankreich Überseegebiete in der Karibik (u. a. Saint-Martin, das eine Landgrenze mit dem niederländischen Sint Maarten aufweist), Südamerika (Französisch-Guayana, das Landgrenzen zu Brasilien und Surinam hat), vor der Küste Nordamerikas, im Indischen Ozean und in Ozeanien. Ferner beansprucht Frankreich einen Teil der Antarktis. Frankreich ist ein Mitglied der EU.

Insgesamt hat das „französische Mutterland” in Europa eine Fläche von 543.965 km². Frankreichs Landschaftsbild prägen überwiegend Ebenen oder sanfte Hügel im Norden und Westen. Der Rest ist gebirgig, Hauptgebirge sind die Pyrenäen im Südwesten, das Zentralmassiv und die Alpen im Südosten. Der höchste Berg Frankreichs und höchster Berg der Alpen ist der Montblanc (4.808 Meter). Aufgrund seiner Form wird Frankreich auch als l’Hexagone (Sechseck) bezeichnet.

Die mit Abstand wichtigste und größte Stadt in Frankreich ist die Hauptstadt Paris mit rund zwölf Millionen Einwohnern in der Agglomeration (Region Île-de-France). Die Großräume um Marseille, Lille und Lyon haben ebenfalls mehr als eine Million Einwohner.

Obwohl das Gebiet des heutigen Frankreichs bereits in früheren Jahrhunderten unter römischer Herrschaft stand und später den westlichen Teil des Frankenreichs bildete, beginnt eine eigenständige französische Geschichte erst mit der Aufteilung des Reichs Karls des Großen zwischen dessen Enkeln mit dem Vertrag von Verdun im Jahre 843.

Das französische Mittelalter war geprägt durch den Aufstieg des Königtums im stetigen Kampfe gegen die Unabhängigkeit des Hochadels und die weltliche Gewalt des Klerus, durch Teilnahme an verschiedenen Kreuzzügen und die Verfolgung von Ketzerbewegungen (wie z. B. der Albigenser), aber auch durch das Aufblühen der Städte, der Scholastik und der gotischen Architektur. Gleichzeitig vollzog sich die allmähliche Geburt der Nation und die Überwindung der englischen Ansprüche auf den Thron Frankreichs, welche zum Hundertjährigen Krieg führten und der letztlich mit dem völligen Verlust sämtlicher englischer Besitzungen auf dem Festland (mit Ausnahme von Calais) endete.

Mit der Eingliederung Burgunds und der Bretagne in den französischen Staat befand sich das Königtum auf einem vorläufigen Höhepunkt seiner Macht, wurde jedoch bald wieder durch den Konflikt mit den Habsburgern und vor allem durch die Religionskämpfe zwischen Katholiken und calvinistischen Hugenotten schwer erschüttert. Die Hugenotten wurden grausam verfolgt, es kam zu blutigen Ausschreitungen (wie beispielsweise in der Bartholomäusnacht im Jahre 1572), der Adel war gespalten in die Anhänger der protestantischen Bourbonen und der katholischen Guise. Erst nachdem sich die Stände in diesen Wirren verbraucht hatten, konnte die Krone wieder das Übergewicht erlangen und mit Heinrich IV. (Frankreich) den Weg zu einem einheitlichen absolutistischen Regime einschlagen.

Nachdem das Edikt von Nantes, erlassen im Jahre 1598, den Hugenotten vorläufig die bürgerliche Gleichberechtigung und religiöse Duldung gewährte und somit für eine gewisse innere Geschlossenheit sorgte, gelang es in der Folgezeit den Kardinälen Richelieu und Jules Mazarin, endgültig den absolutistischen Staat zu errichten.

Im Zuge der Ereignisse der Französischen Revolution 1789 wurde die mehr als 1.200 Jahre währende Monarchie gestürzt. So begann eine Periode des Umbruchs, in der wechselnd republikanische, napoleonisch-imperiale und monarchistische Staatsformen herrschten. Seit der Niederlage Napoleons III. im Jahre 1870 ist Frankreich eine Republik.

Im Ersten und Zweiten Weltkrieg war Frankreich einer der Hauptgegner Deutschlands. Deutschland eroberte Frankreich 1940 und hielt es – mit Ausnahme der von einem Kollaborationsregime verwalteten Zone libre – bis 1944 besetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor Frankreich seine größten Kolonien Vietnam und Algerien nach kriegerischen Auseinandersetzungen. Seit der Gründung der Fünften Republik 1958 hat der Präsident umfassende Exekutivgewalt.

Frankreich ist eine zentralistisch organisierte Demokratie mit einem exekutivlastigen semi-präsidentiellen Regierungssystem. Die Verfassung enthält keinen Grundrechtekatalog, sondern verweist auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1789 und die in der Verfassung der Vierten Französischen Republik von 1946 festgehaltenen sozialen Grundrechte. Durch die Erfahrung von Blockadesituationen und Ineffizienz in der Vierten Republik beschneidet die Verfassung der Fünften Republik die Macht des Parlaments, hat ihm jedoch entscheidende Kontrollfunktionen überlassen.

Die französische Exekutivgewalt ist bezüglich der Richtlinienkompetenz und der Verantwortlichkeit auf den Staatspräsidenten und den Premierminister aufgeteilt.

In der Verfassung der Fünften Republik, die seit dem 5. Oktober 1958 besteht, kommt dem direkt durchs Volk gewählte Staatspräsident eine starke Schiedsrichterfunktion zu, die ursprünglich einen überparteilichen Charakter einnehmen sollte. Weiterhin hat er gegenüber Gesetzbeschlüssen des Parlaments ein aufschiebendes Vetorecht und kann die Nationalversammlung auflösen. Darüber hinaus ist der Staatspräsident keiner Kontrolle durch die Judikative unterworfen. Hinsichtlich der Außenpolitik verfügt der Staatspräsident sowohl über die Richtlinien- und über die Ratifikationskompetenz, sodass er sowohl die Außenpolitik gestaltet als auch völkerrechtliche Vereinbarungen für Frankreich verbindlich eingeht, obwohl sich dieser Sachverhalt erst in der Praxis de Gaulles herausschälte und nicht zwingend der Verfassung zu entnehmen ist. Des Weiteren hat der Staatspräsident den Oberbefehl über die Streitkräfte und die Atomstreitkräfte inne und bestimmt über die Notstandsgesetzgebung.

Der Premierminister ernennt die Minister seiner Regierung und leitet die Regierungsgeschäfte, verfügt also über die Richtlinienkompetenz nach innen. Er wird vom Staatspräsidenten ernannt und gegebenenfalls entlassen, ist in seiner Funktion aber dem Parlament verantwortlich.

Das Parlament besteht aus zwei Kammern, der Nationalversammlung (Assemblée Nationale) mit 577 vom Volk gewählten Abgeordneten und dem indirekt gewählten Senat mit 331 Mitgliedern, die nach Abschluss der Senatsreform im Jahre 2010 auf 346 steigen soll.

In der Fünften Republik übernimmt der Verfassungsrat (Conseil constitutionnel) die Kontrollfunktion innerhalb des politischen Systems. In einem nicht erneuerbaren Mandat ernennen der Staatspräsident, und die Präsidenten der Nationalversammlung und des Senats jeweils drei Abgeordnete für eine Amtszeit von neun Jahren. Der Rat überprüft Gesetze auf Anfrage, überwacht die Gesetzesmäßigkeit von Wahlen und Referenden. Für eine Überprüfung von Gesetzen sind jeweils 60 Abgeordnete der Nationalversammlung (10,4 % der Abgeordneten) oder des Senats (18,1 % der Senatoren) nötig.

Die Todesstrafe wurde in Frankreich 1981 abgeschafft.

Momentan stellt das konservative Lager des amtierenden Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy mit 345 Sitzen die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung.

Am 6. Mai 2007 gewann Nicolas Sarkozy, der Präsidentschaftskandidat der UMP, mit gut 53 % der Stimmen die Präsidentschaftswahl. Seine Kontrahentin, die Sozialistin Ségolène Royal, erreichte knapp 47 Prozent.

Am 16. Mai 2007 folgte Sarkozy Jacques Chirac im Amt des französischen Staatspräsidenten. In den darauffolgenden Tagen ernannte er den früheren Sozial- und Bildungsminister François Fillon zum neuen Premierminister und stellte das neue Kabinett vor, dem auch Politiker des Zentrums und der Sozialisten angehören.

Als wichtigste innenpolitische Vorhaben nannte die Regierung die Erhöhung der Kaufkraft der Bürger, eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten, insbesondere durch die Abschaffung der 35-Stunden-Woche sowie ein härteres Vorgehen gegen Kriminalität. Während seiner Zeit als Innenminister und seit der Wahl zum Präsidenten sah sich Sarkozy wiederholt mit Schwierigkeiten in der Banlieue, den Vorstadtsiedlungen großer Städte, konfrontiert. Immer wieder kommt es hier zu Sachbeschädigungen durch Vandalismus und zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Jugendlichen. Im Oktober 2005 hatten die Konflikte einen Höhepunkt erreicht und griffen von Paris in andere Städte über, nachdem zwei Jugendliche einen Unfalltod erlitten hatten (siehe Hauptartikel Unruhen in Frankreich 2005).

Leitlinie der französischen Außenpolitik ist die zunehmende Integration Europas mit dem Ziel einer politischen Einigung. Nach dem Zweiten Weltkrieg gaben Deutschland und Frankreich unter dem Eindruck der Kriegserlebnisse ihre Erbfeindschaft auf, die eine grundsätzliche Gefährdung des europäischen Friedens darstellte, und verfolgten die Aussöhnung untereinander. Mittlerweile betreiben Frankreich und Deutschland eine oftmals kongruente Europapolitik, sodass es Pläne gibt, aus diesen beiden Ländern ein „Kerneuropa“ zu bilden, das die europäische Einigung nötigenfalls auch gegen einige andere EU-Mitglieder vorantreibt.

Indirekt ist dieser Prozess auch gegen ein als solches wahrgenommenes imperiales Streben der Vereinigten Staaten von Amerika, deren überbordende Machtfülle Frankreich mit der Schaffung einer multipolaren Weltordnung relativieren will.

Eine weitere Säule der französischen Außenpolitik ist die internationale Kooperation auf dem Gebiet der Sicherheitspolitik und der Entwicklungshilfe bei ständiger Wahrung der französischen Souveränität. Dazu ist Frankreich Mitglied in zahlreichen sicherheitspolitischen Organisationen wie der OSZE und hat am Eurocorps teil. Außerdem engagiert sich Frankreich in der atomaren Abrüstung, hat bisher jedoch nicht verlautbaren lassen, auf das Potenzial der Force de frappe zu verzichten.

Frankreich ist zudem ständiges Mitglied im UNO-Sicherheitsrat mit Vetorecht. Über die Vereinten Nationen koordiniert es seine internationale Entwicklungszusammenarbeit und sein humanitäres Engagement.

Ebenfalls von großer Bedeutung für die französischen Außenbeziehungen ist die französische Kulturpolitik und die Förderung der Frankophonie. International hat die französische Sprache mit ungefähr 140 Millionen Sprechern einen hohen Stellenwert. Dies möchte das französische Außenministerium mit einer Unterabteilung namens AEFE unterstützen, die in knapp 125 Ländern knapp 279 Schulen, die von knapp 16.000 Jugendlichen besucht werden. Die Leistungen der knapp 1.000 Lokalitäten der Agence française nehmen ungefähr 200.000 Studenten in aller Welt in Anspruch.

Hinzu kommt ein Engagement auch nach Ende der Kolonialherrschaft in Afrika, wo Frankreich bis heute in vielen Ländern die bestimmende Ordnungsmacht geblieben ist.

Frankreich war 1949 Gründungsmitglied des Nordatlantikvertrages (NATO) und erhielt militärischen Schutz durch die USA. Mit der Machtübernahme von de Gaulle 1958 änderten sich die Beziehungen zu den USA und zu der von den USA dominierten NATO dahingehend, dass Frankreich seine militärische Integration in die Strukturen der NATO aufgab und ausschließlich politisch integriert blieb.

Unter de Gaulles Führung entwickelte sich Frankreich 1960 zu einer Atommacht und verfügte ab 1965 mit der Force de Frappe über Atomstreitkräfte, die zunächst 50 mit Atombomben (Kernwaffen) ausgestattete Flugzeuge in Dienst stellte. 1968 hatte Frankreich bereits 18 Abschussrampen für Mittelstreckenraketen aufgestellt, die 1970 und 1971 mit Atomsprengköpfen ausgestattet wurden. In den 1970er Jahren erweiterte Frankreich seine Atommacht auch auf See. Vier Atom-U-Boote verfügen über je 16 atomar bestückte Mittelstreckenraketen.

Die französischen Streitkräfte (Les forces armées françaises) sind eine Berufsarmee mit 350.000 Männern und Frauen unter Waffen. 20.000 Soldaten sind inkl. Gerät in den Überseedepartements und -territorien stationiert, weitere 8.000 in afrikanischen Staaten, mit denen Verteidigungsabkommen vereinbart wurden. Die Streitkräfte teilen sich dabei in die drei klassischen Sektoren Heer (Armée de Terre), Luftwaffe (Armée de l’air), Marine (Marine nationale) sowie die Nuklearstreitkräfte (Force de dissuasion nucléaire) mit ca. 348 bis 350 Sprengköpfen. Des Weiteren ist die Gendarmerie Nationale, eine zentrale Polizeibehörde, dem französischen Verteidigungsministerium unterstellt. Militärisches und populärkulturelles Aushängeschild des französischen Militärs ist die Légion Étrangère.

Frankreich ist in 26 Regionen aufgeteilt, welche sich ihrerseits in 100 Départements untergliedern. Zweiundzwanzig dieser Regionen befinden sich im europäischen Kernland (France métropolitaine), darunter auch die Mittelmeerinsel Korsika, welche allerdings als collectivité territoriale einen Sonderstatus hat. Die übrigen vier Regionen bestehen aus jeweils nur einem Département und werden daher Départements et régions d’outre-mer (D.R.O.M.) genannt (bis zur Verfassungsänderung 2003 Départements d’outre-mer, kurz D.O.M.). Im Deutschen spricht man von Überseedépartements. Im Einzelnen handelt es sich dabei um Guadeloupe (971), Martinique (972), Französisch-Guayana (973) und La Réunion (974).

Die D.R.O.M. sind wie das französische Kernland Teil der EU, für die T.O.M. gilt das nicht (Ausnahmen: Saint-Barthélemy und Saint-Martin). Auch in Frankreich erlassene Gesetze gelten in den T.O.M. nur, wenn dies ausdrücklich erwähnt ist.

Zum 1. Januar 2009 wurde die Bevölkerung, einschließlich der Menschen in den Überseegebieten, auf 65.073.482 geschätzt. Nach Deutschland nimmt Frankreich in der EU den zweiten Platz bei der Bevölkerungszahl ein. Innerhalb der EU hat Frankreich einen Bevölkerungsanteil von 13 %. Aufgrund der deutlich günstigeren demografischen Entwicklung (Geburtenrate und daraus folgendem Altersaufbau der Bevölkerung) rechnen Bevölkerungswissenschaftler aktuell (2005) damit, dass Frankreich in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts eine größere Bevölkerungszahl als Deutschland aufweisen wird, wenn dieses nicht kurzfristig seine Geburtenrate deutlich erhöht oder massive Steigerungen bei der Zuwanderung verzeichnet.

Im Jahre 2008 kamen auf 834.000 Geburten 543.500 Sterbefälle, das entspricht einem Überschuss von 290.500 Personen. (Vgl. 2007: 818.700 Geburten, 531.200 Sterbefälle, das entsprach einem Überschuss von 287.500 Personen). 2008 betrug die Geburtenrate 2,02. Am Stichtag 1. Januar 2004 waren 16,2 % der Bevölkerung älter als 65 Jahre, gegenüber 14,6 % im Jahre 1994. Im selben Zeitraum ist der Anteil der unter 20-Jährigen von 26,7 % auf 25,3 % gesunken.

2003 wurden 280.300 Ehen geschlossen, das sind 6.000 (−2,1 %) weniger als 2002, wobei das Durchschnittsalter bei den Männern 30,4 Jahre und bei den Frauen 28,3 Jahre betrug.

Die Kindersterblichkeit beträgt zurzeit 4,29 ‰.

Der durchschnittliche männliche französische Staatsbürger hat eine Lebenserwartung von 76,7 Jahren, während die Frauen auf 83,8 Jahre kommen.

Im Zuge der europaweiten Harmonisierung der Studienabschlüsse im Rahmen des Bologna-Prozess wird auch an französischen Hochschulen das System LMD eingeführt. LMD bedeutet, dass nacheinander die Licence bzw. Bachelor (nach 3 Jahren), der Master (nach 5 Jahren) und das Doktorat (nach 8 Jahren) erworben werden können. Die bisherigen nationalen Diplome (DEUG, Maîtrise, DEA/DESS) werden an manchen Universitäten übergangsweise noch bescheinigt, fallen ab Ende 2006 aber weg.

In Nordfrankreich werden zum Teil noch mehrere enger mit dem Französischen verwandte romanische Oïl-Sprachen gesprochen, die teilweise als französische Dialekte angesehen werden: Picardisch, Normannisch, Gallo, Poitevin-Saintongeais, Wallonisch, Champanois und Morvandiau. Daneben existieren im französischen und (west-)schweizerischen Alpen- und Juraraum Dialekte des Franko-Provenzalischen, die eher als von den Oïl-Sprachen unabhängig angesehen werden.

Die Einwanderer verschiedenster Nationen, vor allem aus Portugal, Osteuropa, dem Maghreb und dem restlichen Afrika haben ihre Sprachen mitgebracht. Die Zahl der Einwanderer aus arabischen Ländern wird auf 4,5 Millionen geschätzt. Im Unterschied zu den traditionellen Sprachen konzentrieren sich diese Sprechergemeinden besonders in den großen Städten, sind aber keinem genau abgrenzbarem geografischen Gebiet zuzuordnen.

Frankreich ist offiziell ein laizistischer Staat, das heißt, Staat und Religionsgemeinschaften sind vollkommen voneinander getrennt. Da von staatlicher Seite keine Daten über die Religionszugehörigkeit der Einwohner erhoben werden, beruhen alle Angaben über die konfessionelle Zusammensetzung der Bevölkerung auf Schätzungen oder den Angaben der Religionsgemeinschaften selbst und weichen deshalb oft erheblich voneinander ab, weshalb auch die folgenden Zahlen mit Vorsicht zu behandeln sind.

Der Laizismus reicht in Frankreich historisch weit zurück. Bereits 1789 als Vermächtnis sowie später in der Dritten Republik unter den Gesetzen von Jules Ferry gab es den Laizismus. Schließlich wurde am 9. Dezember 1905 der Laizismus durch das Gesetz der Trennung von Kirche und Staat auch juristisch festgelegt.

In einer Umfrage von Le Monde des religions bezeichneten sich 51 % der Franzosen als katholisch, 31 % erklärten keiner Religion anzugehören und etwa 9 % gaben an Muslime zu sein. 3 % bezeichneten sich als Protestanten und 1 % als Juden. 6 % machten andere oder keine Angaben.

Nur noch 58 % der Franzosen glauben an einen Gott; der Anteil der jungen Menschen, die an ein Leben nach dem Tod glauben, ist seit 1981 von 31 % auf 42 % gestiegen. Nach einer Studie des PewResearch Center bezeichnet sich nur eine Minderheit von 37 % der Franzosen als „religiös“ und 9 % als „sehr religiös“. Beides sind weltweit die niedrigsten Werte.

Traditionell ist in Frankreich die Wirtschaftspolitik von vergleichsweise starken staatlichen Eingriffen gelenkt. Hier spielt die historische Rolle des Merkantilismus – im Speziellen des Colbertismus – im Land eine Rolle.

Wein steht aufgrund der zahlreichen Weinbaugebiete in der französischen Ausfuhrliste an fünfter Stelle: nach Autos, Flugzeugen, pharmazeutischen Produkten und Elektronik. Auch der Tourismus spielt eine große Rolle.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im Durchschnitt der Jahre 1995 bis 2005 um 2,1 % jährlich und erreichte 2005 den Wert von 1.689,4 Milliarden Euro. Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht Frankreich einen Index von 111.4 (EU-25:100) (2003).

Die Erwerbstätigenstruktur hat sich gegenüber früher grundlegend gewandelt. So arbeiteten 2003 nur mehr 4 % der Erwerbstätigen in der Land- und Forstwirtschaft und Fischerei, in der Industrie waren es 24 %, wohingegen 72 % im Dienstleistungsbereich tätig waren.

Deutschland ist der wichtigste Handelspartner Frankreichs (2003): Es exportiert 14,9 % seines Exportvolumens nach Deutschland, das seinerseits am Import mit 19,1 % beteiligt ist.

Ein dichtes Autobahnnetz verbindet in erster Linie den Großraum Paris mit den Regionen. Dabei wurde in erster Linie das auf Paris zu laufende Netz der Nationalstraßen ausgebaut. Nach und nach werden auch Querverbindungen zwischen den einzelnen Großräumen geschaffen. Die Verkehrswege Frankreichs gehören dem Staat, die meisten Autobahnstrecken werden seit 2006 aber privat betrieben, an Mautstellen müssen alle Benutzer Maut zahlen. Nur wenige Abschnitte sind mautfrei, zum Beispiel im Bereich der Großstädte oder die neue A75. Dabei gilt wiederum die Ausnahme, dass bestimmte, besonders aufwändige Autobahnabschnitte auch innerhalb des Großstadtbereichs Maut kosten (z. B. Nordumgehung von Lyon oder A14 bei Paris).

Der öffentliche Nahverkehr ist in großen Zentren hervorragend ausgebaut. In Paris ist kein Ort weiter als 500 Meter von einer Station der Métro entfernt. Auch in anderen Städten werden die U-Bahnen mit großem Aufwand ausgebaut, zum Beispiel in Lyon, Lille, Marseille oder Toulouse. Außerhalb der großen Zentren wird der Nahverkehr hingegen nur spärlich betrieben.

Landesweit wurde seit Anfang der 1980er Jahre das Netz des Hochgeschwindigkeitszugs TGV konsequent ausgebaut. Das Netz wird weiter ausgebaut und erreicht dabei auch zunehmend die Nachbarländer. Für Deutschland ist vor allem der Neubau der Hochgeschwindigkeitsstrecke LGV Est européenne Richtung Straßburg und Süddeutschland beziehungsweise Richtung Saarbrücken und Mannheim relevant. Der Thalys verbindet Paris mit Brüssel, Aachen und Köln.

Seit 2003 muss die Staatsbahn SNCF sich privater Konkurrenz stellen. De facto hat sie aber landesweit noch ein Fast-Monopol.

Frankreich hat die natürlichen und künstlichen Binnenwasserstraßen (Flüsse und Kanäle) aus wirtschaftlichen und militärischen Beweggründen in seiner Geschichte stark entwickelt und ausgebaut. Seine Hochblüte erlebte das Wasserwegenetz im 19.Jahrhundert mit einer Länge von 11.000 Kilometern. Durch Konkurrenz von Schiene und Straße ist es bis heute auf rund 8.500 Kilometer zurückgegangen. Es wird zum Großteil von der staatlichen Wasserstraßenverwaltung Voies navigables de France (VNF) verwaltet und betrieben.

2007 wurden von der Frachtschifffahrt auf Frankreichs Wasserstraßen Güter mit einen Gesamtgewicht von 61,7 Millionen Tonnen befördert. Bezieht man die Distanz in die Statistik ein, ergibt sich ein Wert von 7,54 Milliarden Tonnen-Kilometer. Über die letzten 10 Jahre bedeutet dies eine Steigerung um 33 Prozent. Die Personenschifffahrt hat heute nur mehr touristische Bedeutung, ist aber ein aufstrebender Wirtschaftsfaktor.

Der Canal Seine-Nord Europe (CSNE) ist das Projekt eines neuen, 106 km langen Kanals in Süd-Nord-Richtung durch Nordfrankreich zwischen den Einzugsgebieten der Flüsse Seine und Schelde. Das Projekt ist in den Verkehrswegeplan der Europäischen Union aufgenommen, die Planung soll 2010 beendet, der Kanal 2014 oder 2015 in Betrieb genommen werden.

Frankreich leitet seinen Rang in Europa und der Welt auch aus den Eigenheiten seiner Kultur ab, die sich insbesondere über die Sprache definiert (Sprachschutz- und -pflegegesetzgebung). In der Medienpolitik wird die eigene Kultur und Sprache durch Quoten für Filme und Musik gefördert. Frankreich verfolgt in der Europäischen Union, der UNESCO und der WTO mit Nachdruck seine Konzeption der Verteidigung der kulturellen Vielfalt („diversité culturelle“): Kultur ist keine Ware, die schrankenlos frei gehandelt werden kann. Der Kultursektor bildet daher eine Ausnahme vom restlichen Wirtschaftsgeschehen („exception culturelle“).

Landesweite Pflege und Erhalt des reichen materiellen kulturellen Erbes wird als Aufgabe von nationalem Rang angesehen. Dieses Verständnis wird durch staatlich organisierte oder geförderte Maßnahmen, die zur Bildung eines nationalen kulturellen Bewusstseins beitragen, wirksam in die Öffentlichkeit transportiert. Im jährlichen Kulturkalender fest verankerte Tage des nationalen Erbes, der Musik oder des Kinos beispielsweise finden lebhaften Zuspruch in der Bevölkerung. Großzügig zugeschnittene kulturelle Veranstaltungen entsprechen dem Selbstverständnis Frankreichs als Kulturnation und von Paris als Kulturmetropole. Die Förderung eines kulturellen Profils der regionalen Zentren in der Provinz wird verstetigt.

Weitere Naturschutzgebiete sind in Planung und Vorbereitung.

Anders als in vielen anderen Ländern ist der Fußball in Frankreich bis heute nicht die unangefochtene Nummer 1 unter den Sportarten. Besonders Rugby ist im Südwesten des Landes populärer. Das Interesse am Fußball hängt sehr stark mit der Leistung französischer Mannschaften auf internationaler Ebene zusammen. Als identitätsstiftendes Band gerade zwischen den verschiedenen sozialen und ethnischen Gruppen Frankreichs gilt die französische Fußball-Nationalmannschaft. Die so genannte équipe tricolore trägt ihre Heimspiele meist im Stade de France in Saint Denis bei Paris aus. Aktuell stellt Olympique Lyon den französischen Fußballmeister.

1998 wurde in Frankreich die Fußballweltmeisterschaft ausgetragen. Im Endspiel gegen Brasilien gewann der Gastgeber das Turnier.

Ähnlich populär dem Fußball ist Rugby Union. Gerade in den südlichen und südwestlichen Regionen ist Rugby tatsächlich der weitaus beliebteste Sport. Die höchste Liga ist die Top 14 (siehe auch Rugby Union in Frankreich). Das Meisterschaftsendspiel findet jährlich im Stade de France statt. Die Nationalmannschaft, von den Fans „Les Bleus“ genannt, was später auch auf die Fußballequipe übertragen wurde, gilt seit Jahrzehnten kontinuierlich als eines der besten Teams der Welt und war bislang bei jeder Weltmeisterschaft mindestens ins Viertelfinale vorgedrungen. Insgesamt wurde sie zweimal Vizeweltmeister und errang einmal den dritten Platz. Nationalstadion ist das Stade de France in St. Denis nahe Paris. Die besten Vereinsmannschaften der letzten Jahre sind Stade Toulousain, das insgesamt 16 Mal die französische Meisterschaft und dreimal den europäischen Heineken Cup gewinnen konnte, der aktuelle Meister Stade Français aus Paris mit 13 Meisterschaftserfolgen und der Meister der beiden Vorjahre Biarritz Olympique mit fünf nationalen Meisterschaftstiteln.

In der Zeit vom 7. September bis zum 20. Oktober 2007 fand erstmals die Rugbyweltmeisterschaft in Frankreich statt und man zählte „Les Bleus“ zu den Topfavoriten auf den Titel. Allerdings kamen sie nicht über einen 4. Platz hinaus. Weltmeister wurde Südafrika.

Großer Beliebtheit erfreut sich in den vergangenen Jahren auch Tennissport. 1997 und 2003 konnten die Französischen Tennisdamen den Fed Cup gewinnen. Außerdem siegte Mary Pierce im Jahre 2000 bei den French Open.

In Frankreich fanden bereits mehrmals Olympische Spiele statt: Sommerspiele 1900 und 1924 in Paris, Winterspiele in Chamonix 1924, Grenoble 1968 und Albertville 1992.

Frankreich hat eine vielfältige und lebendige Musikkultur. Neben den berühmten Vertretern des Chanson, wie Édith Piaf, gibt es auch zahlreiche bekannte Vertreter in modernen und avantgardistischen Musikrichtungen. So prägten etwa Daft Punk und Etienne de Crécy den „French House“, Gotan Project ist Vorreiter des so genannten Electrotango und St. Germain steht für eine Kombination von Jazz und House. Air wiederum ist ein bekannter Vertreter von Ambient-Musik.

Größte Regionalzeitung ist die Ouest-France mit einer Druckauflage von 900.000 Exemplaren.

Bedeutend ist auch das jeweils mittwochs erscheinende Investigations- und Satireblatt Le Canard enchaîné mit einer Auflage von 550.000 Exemplaren.

Wie in vielen anderen europäischen Ländern besteht auch in Frankreich eine Co-Existenz von öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsendern. Zur 1992 gegründeten öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt France Télévisions gehören die Sender France 2, France 3, France 4, France 5 und France Ô.

Des Weiteren gibt es mit TV5 und ARTE zwei weitere Sender, an denen France Télévisions beteiligt ist. TV5 ist ein französischsprachiges Gemeinschaftsprogramm der Staaten Frankreich, Belgien, dem französischsprachigen Teil Kanadas und der Schweiz. ARTE ist ein deutsch-französischer Sender, der von ARTE France zusammen mit den deutschen Rundfunkanstalten ARD und ZDF betrieben wird. France Télévisions ist darüber hinaus an dem Nachrichtensender EuroNews beteiligt.

Der größte Fernsehsender Frankreichs ist der Privatsender TF1, der bis 1987 noch öffentlich-rechtlich war. TF1 ist außerdem alleiniger Gesellschafter des Sportsenders Eurosport. Seit Dezember 2006 sendet der von TF1 und France Télévisions produzierte französische Nachrichtensender France24.

1 Liegt größtenteils in Asien.  2 Hat zusätzliche Gebiete außerhalb Europas.

Zum Seitenanfang



Franz I. (Frankreich)

Franz I.

Franz I., der Ritterkönig, französisch François Ier, le Roi-Chevalier, (* 12. September 1494 auf der Burg Cognac; † 31. März 1547 in Rambouillet) wurde 1515 in der Kathedrale von Reims zum König von Frankreich gekrönt und regierte bis zu seinem Tod 1547. Er wurde mit seiner ersten Frau Claude de France, Duchesse (Herzogin) de Bretagne, in der Basilika Saint-Denis bei Paris beigesetzt.

Franz gehört zur Dynastie der Valois und war der einzige Sohn von Charles d'Orléans, Graf von Angoulême, und Luise von Savoyen.

Er erlangte nach dem Sieg über die Schweizer in der Schlacht bei Marignano 1515 das Herzogtum Mailand. Ein Jahr später schloss er mit Papst Leo X. ein Konkordat. Seine Hoffnung, Kaiser des Heiligen Römischen Reichs zu werden, blieb 1519 unerfüllt. Daraufhin suchte Franz auf kriegerischem Wege eine Entscheidung zu erzwingen. In der Schlacht von Pavia gegen Kaiser Karl V. geriet er am 24. Februar 1525 in Gefangenschaft; er wurde von den Spaniern bis 1526 festgehalten. In der Ära der Reformation war Franz in seinem Land ein Fels gegen die Ausbreitung der neuen Lehren. Dies hinderte ihn jedoch nicht, protestantischen Fürsten im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation zur Seite zu stehn. Im Frieden von Crépy verzichtete er nach vier ergebnislosen Kriegen 1544 auf Mailand (das Reichslehen blieb), des weiteren auf das zu Spanien gehörende Königreich Neapel.

Franz I. gilt als der erste französische König der Renaissance. Während seiner Herrschaft kommt es zu einer bedeutenden Entwicklung der Künste in Frankreich. Schon als Herzog von Angoulême berief er 1509 Pierre Passereau als Kapellsänger in seine Dienste. Bei seinem Antritt 1515 gilt er als humanistisch gebildeter König. Dies trifft jedoch nur mit Einschränkungen zu – er ist jedoch mehr als jeder seiner Vorgänger für die neuen Gedanken sensibilisiert, die vor allem seinem Lateinlehrer Desmoulins und seiner Mutter wichtig waren. Mit erheblichem Pomp lässt er sich 1515 auf einer Insel vor Marseille ein Rhinozeros präsentieren, das als Geschenk des portugiesischen Königs Manuel I. an Papst Leo X. in Rom unterwegs war und auf seinem Weg nach Italien vor Franz' Südküste vorbeisegelte.

Seine beiden Vorgänger Karl VIII. und Ludwig XII. haben viel Zeit in Italien verbracht, es ist ihnen aber nicht gelungen, die neuen Kultur und Kunstströmungen, die sich dort entwickelten, nach Frankreich zu bringen. Sie schufen aber die Grundlagen für das spätere Erblühen der Renaissance in Frankreich. Franz I. vergibt zahlreiche Aufträge und lässt Künstler nach Frankreich holen, unter anderem auch Andrea del Sarto und Leonardo da Vinci. Leonardo da Vinci wird bis zu seinem Tod in Frankreich bleiben.

Über Agenten lässt der König viele Werke italienischer Künstler wie Michelangelo, Tizian und Raffael aufkaufen und legt so den eigentlichen Grundstock der königlichen Gemäldesammlung, die heute im Louvre ausgestellt ist. Seine wichtigsten Bauvorhaben sind das Schloss Chambord und die Erweiterung des Schlosses Fontainebleau nahe Paris, das bald zu seinem beliebtesten Aufenthaltsort wird. Schloss Chambord sollte seinen Anspruch auf die Krone des Heiligen Römischen Reiches und die Verheißung eines neuen Zeitalters unter seiner Führung symbolhaft zum Ausdruck bringen. Er gründete unter anderem auch das immer noch bestehende Collège de France in Paris unter dem Namen Collège des trois Langues (Schule der drei Sprachen), da dort zunächst Latein, Griechisch und Hebräisch unterrichtet wurden.

Franz I. beendete die Epoche der Loire-Könige und gilt als der Begründer des französischen Absolutismus, indem er die Zentralisierung der Macht in Paris vorantreibt und die Macht der letzten Kronvasallen bricht. Auch die Schaffung und Bündelung neuer Finanzinstitutionen stehen in dieser Politik. Franz schafft veraltete Privilegien ab und setzt sich über andere hinweg, um seine direkte Kontrolle über das Königreich zu verstärken.

Seine fortgesetzten Kriege vor allem gegen Italien und seine zahlreichen Bauvorhaben belasten die Staatskasse und in der Folge werden die Steuern erhöht. Er verdoppelt die Steuer für Bauern (taille) und verdreifacht die Salzsteuer (gabelle).

Am 15. August 1539 erlässt der König das Edikt von Villers-Cotterêts, mit der das Französische das Latein als Kanzleisprache ersetzt. Seither ist das Französische Amtssprache in Frankreich. Der massive Ausbau der Bürokratie ist ebenso zu nennen.

In der Kirchenpolitik schloss er 1516 mit dem Papst das Konkordat von Bologna, wodurch die französische Krone fast unbegrenzte Kontrolle über die eigene Kirche und deren Besitz bekommt. Dadurch wird endgültig eine vom König abhängige Staatskirche etabliert. Bei der Reformation unterstützte er aus politischen Gründen die deutschen Protestanten, bekämpfte die Reformation aber im eigenen Land.

Beim Machtantritt Franz I. war Frankreich der militärisch und politisch stärkste Staat Europas. Franz führte eine aggressive Außenpolitik mit dem Ziel, Mailand zu erobern und so die Oberhoheit über Norditalien zu gewinnen. Die sprichwörtliche habsburgische Umklammerung existierte wegen der mangelhaften Geschlossenheit der spanischen Länder noch nicht. Entgegen der Legende war Franz I. also nicht durch diese bedroht, sondern er suchte Kaiser Karl V. als Konkurrenten um die Macht in Italien zu schwächen und griff diesen daher präventiv an. Um seine Position weiter zu stärken, führte er mehrere Kriege gegen den Kaiser (Italienische Kriege).

Franz. I stirbt während der Vorbereitung einer erneuten Invasion der Niederlande und Spaniens. Der französisch-habsburgische Gegensatz entsteht während seiner Herrschaft. Seine Offensivkriege bringen zwar keine politischen Nachteile für Frankreich, erreichen aber letztlich nicht das erwünschte Ergebnis, Mailand als französische Provinz zu erwerben. Bei seinem Tode sind mit Savoyen und Piemont große Teile Norditaliens französisch besetzt und sollen in Provinzen umgewandelt werden. Er entsendet Jacques Cartier, um Nordamerika zu erforschen. Dieser erreicht den Sankt-Lorenz-Strom und legt den Grundstein für die Neu-Frankreich-Kolonien.

Mit seiner ersten Frau Claude de France hat Franz I. acht Kinder.

Die Ehe mit seiner zweiten Frau blieb kinderlos.

Zum Seitenanfang



Fußball in Frankreich

Fußballbegeisterung in Frankreich (Paris SG gegen Caen) im Prinzenparkstadion

Die populärste Sportart Frankreichs ist der Fußball (französisch-umgangssprachlich: le foot). Als identitätsstiftendes Band gerade zwischen den verschiedenen sozialen und ethnischen Gruppen Frankreichs gilt hierbei die französische Fußballnationalmannschaft, die so genannte Équipe Tricolore (nach der Nationalfahne Blau-Weiß-Rot) oder Les Bleus (nach der traditionell blauen Spielkleidung). Allerdings ist die Popularität des Fußballs vergleichsweise jungen Datums: Rugby, Boule, Pétanque und der Radsport lagen in der Gunst der Franzosen bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg vorne. So spielten zahlreiche Fußballvereine bis in die 1990er Jahre noch im Innenraum von Radrennbahnen (frz. Stade Vélodrome).

Der möglicherweise älteste französische Fußballverein, der Le Havre Athlétic Club, wurde bereits im Jahre 1872 gegründet, betrieb allerdings bis 1892 die Rugbyversion des Ballsports; der Assoziationsfußball (FA) hingegen (also das, was heute unter Fußball verstanden wird) entwickelte sich erst um 1900 auf breiterer Basis. Dabei blieb das Fußballgeschehen zunächst auf Paris, den schwerindustriellen Norden (Lille, Roubaix, Tourcoing), die Normandie (Le Havre, Rouen) sowie einige südfranzösische (vor allem Hafen-) Städte, wie Marseille, Nîmes, Sète oder Bordeaux, beschränkt und wurde ganz überwiegend von Menschen britischer Abstammung betrieben.

Der erste französische Sportverband, der auch FA-Vereine aufnahm, war die 1887 gegründete Union des Sociétés Françaises de Sports Athlétiques (USFSA), die von 1904 bis 1908 Frankreich im Fußball-Weltverband FIFA vertrat. Im Jahre 1894 führte die USFSA eine erste "nationale Meisterrunde" (Coupe Gordon Bennett, benannt nach dem Stifter des Pokals, dem Herausgeber des New York Herald) durch – mit lediglich sechs Pariser Vereinen. Um das von Briten dominierte Spiel auch für Franzosen interessanter zu machen, veranstaltete die USFSA ab 1897 außerdem einen zweiten Wettbewerb, die Coupe Manier, an der nur Mannschaften teilnehmen durften, in denen höchstens drei Ausländer mitspielten. Ab dem Jahre 1898/99 wurde eine "Landesmeisterschaft", die die drei Regionalmeister von Paris, der Normandie und des Nordens ausspielten, organisiert. 1911/12 nahmen immer noch erst 22 Mannschaften an diesem Championnat de France genannten Wettbewerb teil.

Die Zahlen der in diesen Verbänden organisierten Fußballvereine betrugen 1911 ca.: USFSA 350, FGSPF 300, FCAF 50, LFA 36 (letztere ausschließlich aus der Region Paris), andere Sportverbände 120.

Daneben bestanden in den ganz frühen Jahren und nur für kurze Dauer Organisationen, die Spiele zwischen Berufsfußballern veranstalteten, beispielsweise die Union des Sports de France (1897-1899, in Paris) sowie die Union Athlétique Batignolaise (Profispiele 1905), aber auch die FASO im Südwesten des Landes. Obwohl insbesondere die hauptstädtische Presse regelmäßig über deren Spiele berichtete, bedarf dieses Sonderkapitel erst noch der systematischen Aufarbeitung.

Um die Verwirrung zu vervollständigen, gründeten der katholische Verband FGSPF und weitere kleine Verbände als gemeinsamen Dachverband das Comité Français Interfédéral (CFI), der sich vehement gegen den bezahlten Sport aussprach und 1908/09 anstelle der USFSA in den internationalen Fußballverband FIFA aufgenommen wurde. Erst im Jahre 1913 trat schließlich auch die USFSA dem CFI bei. Allerdings trugen immer noch die Einzelverbände ihre jeweiligen Meisterschaften aus (1904/05 zwei, 1905 bis 1910 drei, 1910 bis 1914 vier). Zwar ermittelten die CFI-Verbände zwischen 1907 und 1913 auch ihren gemeinsamen Titelträger (Trophée de France), aber die Vereine des ältesten und mitgliederstärksten Verbandes blieben davon ausgeschlossen. Der erste gemeinsame Meister aller Verbände unter dem Dach des CFI kam dann im Jahre 1914 mit Olympique Lillois auch prompt aus der USFSA. Immerhin wurde 1917/18, mitten im Ersten Weltkrieg, ein landesweiter Pokalwettbewerb Coupe Charles Simon geschaffen, an dem Vereine aller Verbände teilnehmen durften, seit dem Jahre 1920 heißt er Coupe de France. Aber selbst unter dem am 7. April 1919 gegründeten einheitlichen Französischen Fußballverband (FFFA, später FFF) dauerte es noch bis 1926/27 (Ermittlung mehrerer Meister pro Saison), tatsächlich sogar bis 1932/33, ehe auch eine gleichwertige französische Meisterschaft (in einer einzigen nationalen Liga, der Division 1, auf Profibasis) ausgespielt wurde. Und diese Entwicklung wurde schon 1940 erneut durch Krieg und Besetzung unterbrochen.

Deshalb zählt die FFF zwar die französischen Pokalsieger ab dem Jahre 1918, die Landesmeister hingegen nur von 1933 bis 1939 und wieder ab 1946. Eine chronologische Liste sämtlicher Landesmeister im Männerfußball seit 1894 findet sich im Artikel Französischer Fußballmeister.

Anders als in vielen anderen Ländern ist der Fußball in Frankreich bis heute nicht die unangefochtene Nummer 1 unter den Sportarten. Besonders Rugby ist im Südwesten des Landes populärer. Das Interesse am Fußball hängt sehr stark mit der Leistung französischer Mannschaften auf internationaler Ebene zusammen. In den 1950ern kam es zu einer ersten Blüte, als Stade de Reims 1956 und 1959 bis ins Finale des Europapokals der Landesmeister vordrang und die Nationalelf 1958 WM-Dritter wurde. Danach flaute das Interesse wieder ab, um mit den Achtungserfolgen der AS Saint-Étienne im Europapokal der Landesmeister in den 1970ern wieder aufzuflackern; viele Franzosen entdeckten damals den Fußball neu für sich. Dieser Popularitätsschub war auch einer der Garanten der starken Leistungen der Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 1982 in Spanien und dem Titelgewinn bei der Europameisterschaft 1984 im eigenen Land. Anschließend schwand das Interesse wieder, erstarkte jedoch mit den Erfolgen Anfang der 1990er (u.a. von Olympique Marseille) und ist seit den Titelgewinnen bei der Weltmeisterschaft 1998 und der Europameisterschaft 2000 ungebrochen stark.

Heute ist der französische Fußballbetrieb in der Fédération Française de Football organisiert, der nach innen vielfältig strukturiert und in weiten Bereichen (siehe hierunter sowie Ligue 1) eher Dachverband teilautonomer Organisationen ist.

Die FFF hat sich inzwischen im Herrenbereich – ähnlich der Entwicklung in Deutschland – in einen Profi- (Ligue de Football Professionnel) und einen Amateurbereich (Ligue Fédérale Amateur) aufgegliedert. Die FFF ist für die A-Nationalmannschaft der Männer zuständig. Der nationale Spielbetrieb wird gegenwärtig in der Spitze in einem dreistufigen Ligasystem abgewickelt: Ligue 1, Ligue 2 und National. Die drei Ligen bestehen aus je einer Staffel mit 20 Profivereinen. Darunter gibt es als Spitze des Amateurbereichs den Championnat de France Amateurs (CFA) (je 18 Klubs in vier regionalen Staffeln) und den fünftklassigen CFA 2 (je 16 Klubs in acht regionalen Staffeln). Zwischen den oberen drei Spielklassen gibt es je drei Auf- und Absteiger, zwischen der National und der CFA vier. In der drittklassigen National können die Vereine entscheiden, ob sie weiter als Amateure kicken oder sich ein Profistatut geben, was in L1 und L2 zwingend erforderlich ist. Das Problem der eingleisigen National besteht in den niedrigen Zuschauerzahlen bei gleichzeitig hohen Reisekosten im großflächigen Frankreich; ein typisches Tableau (11. Spieltag im Oktober 2005) erbringt im Schnitt nicht einmal 1.700 zahlende Zuschauer pro Partie (zwischen 500 und 3.300), und selbst das Heimspiel des Tabellenführers wollen nur 1.750 sehen. Die Reserveteams der professionellen Vereine nehmen am Spielbetrieb der Amateurligen teil, können also nicht höher als in die CFA aufsteigen. In der Spielzeit 2007/08 spielen 22 Reservemannschaften in den vier Staffeln dieser höchsten Amateurliga. Aufsteiger müssen generell auch ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweisen; das hat vor einigen Jahren beispielsweise dazu geführt, dass einem zweiten Verein aus der korsischen Hauptstadt Ajaccio (dem Gazélec FCO Ajaccio, der 2005/06 in der dritten Liga spielt) der Aufstieg in den Profibereich verwehrt wurde, weil angesichts niedriger, überwiegend nur vierstelliger Zuschauerzahlen unterhalb der Ligue 1 das Potential für zwei Klubs aus der selben Stadt (wenn sie nicht wenigstens 100.000 Einwohner zählt) als nicht ausreichend bewertet wurde.

Unterhalb der CFA 2 existiert ein breit gefächerter Spielbetrieb auf der Ebene der Regionen und Départements; deren höchste Spielklasse heißt Division d’Honneur (DH) („Ehrendivision“), und die Annalen vieler Amateurklubs schmücken sich durchaus auch mit diesem (heute nur noch sechstklassigen) Titel.

Raymond Domenech ist derzeit Trainer der französischen Fußballnationalmannschaft. Sie ist nach Brasilien, Italien und Deutschland eine der erfolgreichsten Nationalmannschaften im Fußball. Frankreich gewann einmal die Weltmeisterschaft und zweimal die Fußball-Europameisterschaft. Bei Europameisterschaftsendrunden war Frankreich bisher sieben Mal (einschließlich des 2008er Wettbewerbs) und bei den Weltmeisterschaften bereits zwölf Mal vertreten. Im Jahre 2003 gewannen les Bleus zudem den Konföderationen-Pokal. Wesentlicher Grund für die international herausragende Stellung, die sich der französische Fußball seit etwa Mitte der 1980er Jahre erarbeitet hat, ist das System der Talentförderung, das unter anderem alle Erstligavereine dazu verpflichtet, eine Art Sportinternat (Centre de Formation) und eine zweite Mannschaft für Nachwuchsspieler (Reserve Pro) zu unterhalten; auch der französische Fußballverband selbst betreibt in den verschiedenen Regionen des Landes solche „Talentschmieden“. Zudem bietet der Fußball gerade den Nachkommen der zahlreichen Einwanderer aus der französischsprachigen Welt in Afrika, der Karibik und dem pazifischen Raum eine der wenigen Chancen zu gesellschaftlicher Anerkennung und sozialem Aufstieg. Die Kehrseite dieses fußballerischen Aufschwungs: seit Jahren spielen die allermeisten Spieler des erweiterten Nationalkaders nicht mehr in Lens, Nantes, Paris oder Toulouse, sondern in den Top-Ligen Italiens, Englands und Spaniens.

Die Amateurnationalelf Frankreichs hingegen hat trotz des Gewinns der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 1984 im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts einen ähnlichen Bedeutungsverlust erlitten wie in zahlreichen anderen west- und mitteleuropäischen Staaten. Von der öffentlichen Wahrnehmung her ist an ihre Stelle die U-21-Mannschaft (Espoirs) getreten. Amateurfußballer können sich nur noch sehr eingeschränkt international betätigen, insbesondere mit den Auswahlteams der französischen Regionalverbände, deren bestes das Land im UEFA-Pokals der Regionen vertritt.

Die Ligue 1 (bis 2002: Division 1/D1) ist die höchste Spielklasse im französischen Fußball; in ihr wird die Französische Meisterschaft ausgespielt. In der Saison 2008/09 sind folgende Mannschaften darin vertreten: Olympique Lyon (2007/08 siebte Meisterschaft in Folge), Girondins Bordeaux, Olympique Marseille, AS Nancy, AS Saint-Étienne, Stade Rennes, OSC Lille, OGC Nizza, UC Le Mans, FC Lorient, SM Caen, AS Monaco, FC Valenciennes, FC Sochaux, AJ Auxerre, Paris Saint-Germain, FC Toulouse sowie die Aufsteiger Le Havre AC, FC Nantes und Grenoble Foot. In die Ligue 2 absteigen mussten RC Lens, RC Strasbourg und FC Metz. Von den aktuellen Vereinen ist PSG am längsten in der D1 vertreten, nämlich 34 Spielzeiten seit 1974/75 – dabei war auch der Hauptstadtklub bis zum letzten Spieltag der Saison akut abstiegsgefährdet.

Nur einer der drei Aufsteiger (Caen) konnte die Klasse halten, während Strasbourg und Metz prompt in die Ligue 2 zurückkehrten. Die Torjägerkrone gewann Karim Benzema (Lyon) mit 20 Treffern vor Mamadou Niang aus Marseille (18).

1991 führte die FFF die Coupe de la Ligue ein, die allerdings anfangs nur ein Schattendasein fristete: gerade die größeren Clubs nahmen daran gar nicht teil oder schickten lediglich ihre Reservemannschaft. Erst als der Sieg in diesem Wettbewerb mit der Qualifikation für den UEFA-Pokal aufgewertet wurde (1994/95), gewann er sportlichen Wert. Teilnahmeberechtigt sind die Profivereine der drei obersten Ligen, wobei die Vertreter aus der Ligue 1 in den ersten Runden noch nicht eingreifen müssen.

Von 1955 bis 1986 ermittelten – mit Unterbrechungen – der Landesmeister und der Pokalsieger, gelegentlich auch der unterlegene Pokalfinalist, den Sieger der Challenge des Champions. Seit 1995 wird dieses Duell als Trophée des Champions ausgetragen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ein landesweiter Vereinspokalwettbewerb für A-Jugendmannschaften eingeführt, der seit 1954/55 Coupe Gambardella heißt und in Frankreich als eine bedeutende Bühne für die Nachwuchsarbeit der Klubs gilt.

Frankreich war bereits zweimal Gastgeber der Fußball-Europameisterschaft: bei der ersten EM 1960 und 1984.

Frankreich war zweimal, 1938 und 1998, Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft.

Seit dem Jahre 1974 wird vom französischen Fußballverband FFF auch eine Meisterschaft für Frauenmannschaften ausgerichtet (frz.: Championnat de France de Football Féminin), die zudem bereits zwischen 1918 und 1932 einen Vorläuferwettbewerb hatte. Seit 2001 spielen zwölf "Frauschaften" in dieser Division 1 Féminin (D1) in einer doppelten Punkterunde um den Titel; bis 2004 ermittelten anschließend die besten vier Teams der Tabelle in einer Play-Off-Runde den Meister. Die beiden Tabellenletzten werden durch zwei Aufsteiger ersetzt. Unterhalb der D1 gibt es eine zweite Liga (D2) mit 20 Mannschaften in zwei Gruppen, darunter die D3 (40 Teams in vier Gruppen) sowie weitere, regional organisierte untere Klassen. Rund 38.000 Französinnen jeglichen Alters frönen dem Ballsport.

Folgende zwölf Vereine gehören der höchsten Spielklasse in der Saison 2008/09 an: FCF Condéen (aus Condé-sur-Noireau, Aufsteiger), FCF Hénin-Beaumont, Juvisy FCF, Olympique Lyon (Titelverteidiger), Montpellier HSC, Nord Allier Féminin (aus Yzeure, Aufsteiger), Paris Saint-Germain FC, CS Saint-Brieuc, RC Saint-Étienne, ASJ Soyaux, FC Toulouse und FC Vendenheim. Neben reinen Frauensportklubs sind mit Lyon, PSG und Toulouse auch drei bei den Männern erstklassige Vereine vertreten.

Eine Besonderheit stellt der derzeitige Zweitdivisionär CNFE Clairefontaine dar: dies ist der Verein des nationalen Fußballzentrums (Centre National de Formation et d'Entraînement de Football Féminin oder kurz CNFE), in dem junge Frauen (U16 bis Juniorinnen) für einige Jahre geschult werden und das die Basis für den beginnenden internationalen Aufschwung auch der Frauennationalmannschaft darstellt, wie er sich bei der Weltmeisterschaft 2003 und mehr noch bei der Europameisterschaft 2005 andeutete. Nach dieser Ausbildung kehren die Elevinnen zu ihren jeweiligen Stammvereinen zurück.

Seit der Saison 2001/02 gibt es auch einen nationalen Vereinspokalwettbewerb (Challenge de France féminin); die bisherigen Gewinnerinnen sind Toulouse FC (2002), Lyon FC (2003, 2004), Juvisy FCF (2005) und Montpellier HSC (2006, 2007).

Das erste offizielle Länderspiel der Frauennationalelf fand 1971 gegen die Niederlande statt; dreimal hat sich die französische Auswahl für Europameisterschaften qualifiziert (1997, 2001 und 2005), zudem 2003 erstmals für eine Weltmeisterschaft.

Gegen die deutschen Frauen hat Frankreich (in Anlehnung an die Männermannschaft les Bleues genannt) sechsmal verloren (erstes Spiel 1987, letztes bei der Europameisterschaft 2005) und einmal (2003) gewonnen.

Derzeitiger Trainer ist Bruno Bini, der Élisabeth Loisel ablöste, die die Bleues in der FIFA-Weltrangliste bis auf Platz 5 führte (2005). Derzeit (Mai 2007) rangieren die Französinnen darin auf dem siebten Platz.

Die U18- (heute U19-) Nationalmannschaft wurde 2003 Europameister und erreichte 2006 erneut das Endspiel.

Zum Seitenanfang



Großer Preis von Frankreich

Streckenprofil

Als Großer Preis von Frankreich fand erstmals am 7. Juli 1968 ein Formel-1-Rennen in Rouen-les-Essarts bei Rouen im Nordwesten Frankreichs statt. Bis dahin waren die französischen Formel-1-Rennen offiziell immer der Grand Prix de l'Automobile Club de France (kurz Grand Prix de l'ACF); zum ersten Mal am 1. Juli 1950 auf dem Circuit de Reims-Gueux in Reims im Département Marne im Nordosten Frankreichs.

1952 wurde dieser Große Preis des französischen Automobilclubs auf der Strecke Rouen-les-Essarts ausgetragen. Bis 1968 war Rouen fünf mal der Veranstaltungsort dieses Großen Preises und des Großen Preises von Frankreich im unregelmäßigen Wechsel mit dem Circuit de Reims-Gueux. In der Saison 1967 wurde der Formel-1-Grand-Prix zum einzigen Mal in Le Mans veranstaltet.

Von 1969 bis 1973 fanden die Rennen abwechselnd auf dem Circuit de Charade bei Clermont-Ferrand und auf dem Circuit Paul Ricard bei Bandol nahe Toulon im Département Var statt. 1974 bis 1984 wechselten sich der Circuit de Dijon-Prenois bei Dijon im Département Côte-d’Or und der Circuit Paul Ricard ab. Von 1985 bis 1990 wurde ausschließlich auf dem Circuit Paul Ricard gefahren.

Ab 1991 war der Circuit de Nevers Magny-Cours, etwa 15 Kilometer südlich von Nevers im Département Nièvre im Burgund, regelmäßiger Austragungsort. Am 24. Juli 2007 gab Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone nach einem Treffen mit dem französischen Premierminister François Fillon bekannt, dass die Strecke auch 2008 und – falls keine Alternative gefunden werde - auch 2009 in den Kalender aufgenommen werde. Im Saisonkalender für 2008, der am 27. Juli 2007 veröffentlicht wurde, ist der Frankreich-Grand-Prix in Magny-Cours für den 22. Juni vorgesehen. Im Mai 2008 erklärte Ecclestone in einem Interview mit der französischen Sportzeitung L’Équipe, Magny-Cours werde am 22. Juni 2008 das letzte Mal Austragungsort für ein Formel-1-WM-Rennen sein. Möglicherweise werde es auch erst 2010 wieder einen Frankreich-Grand-Prix geben, dann aber auf einer anderen Strecke.

Zum Seitenanfang



Source : Wikipedia