Frankfurter Wertpapierbörse

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Geschrieben von c3po 10/04/2009 @ 04:09

Tags : frankfurter wertpapierbörse, börse, finanzen

Neueste Nachrichten
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Mittwoch, 20. Mai 2009 13:29 Uhr - Wiesbadener Kurier
Von der Redaktion gefahren Frankfurt/Main (dpa) - An der Frankfurter Wertpapierbörse wurden im elektronischen Handel (Xetra) am 20.5.2009 um 13:00 Uhr folgende Kurse für die 30 Werte des Deutschen Aktienindex DAX festgestellt....
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KGaA bei der Frankfurter Wertpapierbörse einen Antrag auf Widerruf der Zulassung ihrer Aktien zum Teilbereich des regulierten Marktes mit weiteren Zulassungsfolgepflichten (Prime Standard) einreichen wird. Die Wertpapiere des Unternehmens werden danach...

Frankfurter Wertpapierbörse

Die Frankfurter Wertpapierbörse

Die Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) ist die bedeutendste deutsche Börse mit Sitz in Frankfurt am Main. Betreiber und Träger sind die Deutsche Börse AG und die Scoach Europa AG.

Die Wurzeln der Frankfurter Wertpapierbörse reichen bis zum mittelalterlichen Messewesen zurück. Zu Maria Himmelfahrt im Jahr 1150 wird erstmals die Frankfurter Herbstmesse erwähnt. Durch die Erweiterung dieses Privilegs um eine Frühjahrsmesse durch Kaiser Ludwig IV. im Jahre 1330 wurde die Stadt zu einem bedeutenden Ort des Waren- und Geldverkehrs.

Da jedes Territorium des Heiligen Römischen Reiches während des Mittelalters eine eigene Währung besaß, wurde in Frankfurt mit den unterschiedlichsten Münzsorten bezahlt. Die unübersichtliche Fülle an Zahlungsmitteln erschwerte das Geldwesen in Frankfurt und förderte Betrügereien. Um dem zu begegnen, wurden im Jahre 1585 von mehreren Messekaufleuten einheitliche Wechselkurse festgelegt. Dieses Ereignis gilt heute als Geburtsstunde der Frankfurter Wertpapierbörse.

Um die Kurse im Sortenverkehr zu aktualisieren trafen sich die Kaufleute von nun an regelmäßig. Die Bezeichnung Börse ist für diese Versammlung bereits seit dem Jahre 1605 schriftlich belegt. Anfangs traf man sich auf dem Römerberg, dem Platz vor dem städtischen Rathaus. Erst ab 1694/95 wurde mit dem Bezug des bedeutendsten und geräumigsten Gebäudes der Stadt, dem Haus "Großer Braunfels" am Liebfrauenberg, ein wetterfester Handel möglich. 1625 erschien der erste amtliche Kurszettel, welcher die Durchschnittskurse für zwölf Geldsorten aufführte. Der älteste noch vorhandene Frankfurter Kurszettel stammt aus dem Jahre 1721 und enthielt 16 Münzkurse.

Mit dem Erlass der ersten Börsenordnung im Jahre 1681 wurde eine offizielle Börsenverwaltung eingerichtet. Zunächst wurden an der Börse nur Geschäfte mit Münzen und Wechseln getätigt.

Durch den Ende des 17. Jahrhunderts beginnenden Handel mit Schuldscheinen und Anleihen eröffnete sich auch für Privatleute die Möglichkeit zur Vermögensanlage. Durch die Eingliederung der 223 Jahre alten „privaten“ Börse in die 1808 gegründete Handelskammer wurde sie zu einer öffentlich-rechtlichen Institution.

Nicht zuletzt dank des Aufstiegs des Frankfurter Bankhauses Rothschild zum führenden Finanzier der europäischen Fürstenhäuser entwickelte sich die Stadt neben London und Paris zur Weltbörse. Um den neuen Tatsachen gerecht zu werden wurde 1843 am Paulsplatz in der Altstadt das von Jakob Friedrich Peipers nach Plänen des Berliner Architekten Friedrich August Stüler erbaute repräsentative Börsengebäude, heute Alte Börse genannt, nahe der Paulskirche eröffnet.

Das neue Börsengebäude wurde nur wenig mehr als 30 Jahre genutzt. 1879 wurde die von den Frankfurter Architekten Heinrich Burnitz und Oskar Sommer entworfene Neue Börse eingeweiht.

Trotz der mit der industriellen Revolution aufkommenden Aktien lag der Schwerpunkt des Frankfurter Börsenhandels weiterhin auf dem Handel mit Obligationen.

Während des Ersten Weltkrieges wurde der Handel mit ausländischen Wertpapieren nach und nach eingestellt. Dies zerstörte auch die guten internationalen Kontakte der Frankfurter Börse. Während der Inflation fielen Wertpapiere, die einen Geldwert ausdrückten, ins Bodenlose. Aktien wurden hingegen zum begehrten Spekulationsobjekt.

Während der Herrschaft der Nationalsozialisten wurde der freie Markt stark behindert. Das Kapital der Anleger sollte nach dem Willen der Machthaber weitgehend der Kriegswirtschaft zugute kommen und durfte daher nicht mehr in größere Anleihen oder Aktien investiert werden. Dennoch fand weiter ein gewisser Börsenhandel statt. Selbst während des Bombenhagels 1944, bei dem das Frankfurter Börsengebäude schwer beschädigt wurde, handelten Makler in den Kellerräumen der Börse. Nach der Kapitulation des Deutschen Reiches blieb die Börse zunächst für ein halbes Jahr geschlossen. Bereits im September 1945 konnte sie jedoch als erste deutsche Börse wiedereröffnet werden.

Nach der Währungsreform 1948 und mit dem deutschen Wirtschaftswunder stieg die Frankfurter Wertpapierbörse in der internationalen Geltung wieder auf. Mit der Erlaubnis zum Handel ausländischer Börsenpapiere im Jahre 1956 konnte die Börse wieder die deutsche Spitzenposition einnehmen.

Von Oktober 2006 bis Februar 2007 wurde der Handelssaal der Frankfurter Wertpapierbörse restauriert. Die hauptsächlich optische Erneuerung sollte nach Angaben der Deutsche Börse vor allem alte Technik durch neue ersetzen. Die vorher rechteckigen Schranken sind nun rund. Für Börsengänge wurden zwei gesonderte Arbeitsplätze unter der bekannten DAX-Tafel eingerichtet. Zudem wurde eine neue Lichterdecke installiert. Erhalten blieb allerdings die Kursanzeige, wie beispielsweise die DAX-Tafel, dies soll nach Angaben des Unternehmens zur Wiedererkennung beitragen.

Der Umbau fand bei laufendem Handel statt. Die TV-Sender berichteten aus den übrigen Räumen, hauptsächlich dem ehemaligen Rentensaal. Die Besuchergalerie war während der Arbeiten zwar geöffnet, gewährte jedoch nur einen eingeschränkten Einblick auf die Baustelle. Nach vier Monaten Bauzeit wurde der Handelssaal am 26. Februar 2007 wieder eröffnet.

Heute ist die Frankfurter Wertpapierbörse eine der größten Börsen für Wertpapiere der Welt. Betreiberin und Träger ist die Deutsche Börse AG. Im Jahr 2005 wurden an den deutschen Börsen rund 3,8 Billionen Euro umgesetzt. Dabei entfielen vom Gesamtumsatz rund 3,2 Billionen Euro auf Aktien, Optionsscheine und börsengehandelte Fonds und rund 615 Milliarden Euro auf Renten. Der Aktienumsatz betrug 1,3 Billionen Euro, bei deutschen Aktien entfallen rund 98 % des Handels auf die Frankfurter Wertpapierbörse und Xetra, das elektronische Handelssystem der Deutschen Börse. Im Oktober 2008 entfielen 97 % der Umsätze in deutschen Aktien auf Xetra und die Frankfurter Parkettbörse. Bei ausländischen Aktien liefen über 86 % des Umsatzes über Xetra und den Präsenzhandel.

Die Deutsche Börse deckt nach eigener Auskunft alle Produkte und Dienstleistungen ab, die zum Börsengeschäft gehören: vom Aktien- und Terminhandel über die Abwicklung der Aufträge und die Bereitstellung der Marktinformationen bis zur Entwicklung und zum Betrieb der elektronischen Handelssysteme. Handelszeiten sind börsentäglich 9:00 bis 17:30 Uhr (XETRA) und 9:00 bis 20:00 (Parkett).

Einige Fernsehanstalten berichten mehrmals täglich live aus der Börse. Unter anderem ist dort die ARD über den Hessischen Rundfunk vertreten. Mit einem Fernsehteam wird unter anderem die Sendung "Börse im Ersten" produziert, welche kurz vor der Tagesschau um 20.00 Uhr auf Das Erste ausgestrahlt wird. Auch berichten die Fernsehsender Bloomberg, ZDF, n-tv und DW-TV von der Börse. Außerdem ist der englischsprachige Wirtschaftssender CNBC Europe in Kooperation mit N24 an der Börsenberichterstattung beteiligt.

Die Börsenaufsicht über die Frankfurter Börse wird durch das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung wahrgenommen.

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Börse

Kurstafel in der Hamburger Börse

Eine Börse ist ein organisierter Markt für vertretbare Sachen nach bestimmten Regeln.

Gehandelt werden kann zum Beispiel mit Wertpapieren (etwa Aktien, Anleihen), Devisen, bestimmten Waren (z. B. Metalle und andere Rohstoffe) oder mit hiervon abgeleiteten Rechten. Die Börse führt Angebot und Nachfrage - vermittelt durch Makler (während definierter Handelszeiten) - marktmäßig zusammen und gleicht sie durch (amtliche) Festsetzung von Preisen (Kurse) aus. Die Feststellung der Kurse oder Preise der gehandelten Objekte richtet sich laufend nach Angebot und Nachfrage.

Eine Börse dient der zeitlichen und örtlichen Konzentration des Handels von fungiblen Gütern unter beaufsichtigter Preisbildung. Ziele sind eine gesteigerte Markttransparenz für Wertpapiere, die Steigerung der Effizienz und der Marktliquidität, die Verringerung der Transaktionskosten sowie der Schutz vor Manipulationen. Anders als im so genannten außerbörslichen Handel „over the counter“ (OTC-Handel) wird börslicher Handel börsenaufsichtsrechtlich durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sowie die Handelsüberwachungsstellen der Börsen kontrolliert.

Durch den in der ISO 10383 geregelten Market Identifier Code ist jede Börse genau wie jede andere Handelsplattform weltweit eindeutig identifizierbar.

Für An- und Verkäufer von Finanzprodukten übernehmen die Börsen die wichtige Funktion der zentralen Gegenpartei (Central counterparty).

Die erste Börse wurde 1531 in Antwerpen gegründet, die Augsburger Börse entstand 1540 als erste in Deutschland. Das erste offizielle Börsengebäude der Welt wurde 1613 in Amsterdam eröffnet.

Die klassische Form der Börse ist die Präsenzbörse (auch Parketthandel genannt). Dort treffen sich die Makler in persona und schließen durch Gespräche ihre Geschäfte ab. Dies geschieht entweder im Eigenhandel oder im Auftrag ihrer Kunden.

Bei Computerbörsen wie der Handelsplattform XETRA übernimmt ein computergestütztes Handelssystem die Maklerfunktion. Hier werden Eingaben über Computermasken gemacht, das Computersystem wickelt den Handel ab und errechnet die Kurse (z. B. den Tagesdurchschnitt). Der Hauptanteil des Umsatzes wird gegenwärtig weltweit über computergestützte Börsen abgewickelt, wobei teilweise die Makler selbst am Bildschirm sitzen.

Für die Abwicklung von Lieferung und Zahlung haben sich zwischen den Marktteilnehmern teilweise nicht-kodifizierte (festgeschriebene) Usancen gebildet. Daneben wurden in der letzten Zeit in Deutschland auch Anweisungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht über die Mindestanforderungen im Handel mit Wertpapieren veröffentlicht (z. B. Aktien oder Obligationen).

Verschiedene Kapitalmarktregeln verlangen eine Publikation bestimmter Vorgänge, die für das Börsengeschehen relevant sind. Börsennotierte Unternehmen und Wertpapieremittenten müssen alle Bekanntmachungen, die gesetzlich vorgeschriebenen sind, in den Pflichtblättern der entsprechenden Börsen veröffentlichen.

Die Zulassungsstelle einer Börse bestimmt mindestens drei inländische Tageszeitungen mit überregionaler Verbreitung als überregionale Börsenpflichtblätter. Daneben kann sie weitere (regionale) Börsenpflichtblätter benennen.

Bei den Handelszeiten an allen Börsen wird unterschieden zwischen dem Parketthandel und dem Computerhandel (wie z. B. XETRA). Kleinere Börsen verfügen oftmals nur über den Parketthandel. Der Parketthandel beginnt in der Regel an allen Börsen um 09:00 Uhr Ortszeit und endet um 20:00 Uhr Ortszeit, der Handel auf XETRA endet bereits um 17:30 Uhr Ortszeit..

In Mittelosteuropa wird die polnische Warschauer Börse als wichtig angesehen.

Die weltweiten Börsen sind mit einem täglichen Transaktionsvolumen von etwa 2 Billionen US-Dollar ein entscheidender Faktor der Weltwirtschaft.

In Deutschland gibt es acht Wertpapierbörsen, eine Devisenbörse, eine Wertpapierterminbörse sowie eine Warenterminbörse.

Die wichtigste Börse in Deutschland ist die Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) (einschließlich der elektronischen Handelsplattform XETRA und EUREX). Ein Großteil des Aktienhandels in Deutschland wird über die FWB und XETRA abgewickelt (März 2008: Anteil am Handel mit deutschen Aktien rund 98 Prozent, bei ausländischen Aktien rund 84 Prozent). Die FWB hat eine lange Tradition. Sie wurde bereits 1585 gegründet und hat sich seitdem zu einem der führenden internationalen Handelsplätze für Aktien und Anleihen entwickelt. Trägerin der Frankfurter Wertpapierbörse ist die Deutsche Börse AG. Sie ist für den Betrieb der FWB zuständig.

Diese Börsen werden als Regionalbörsen bezeichnet.

Die wichtigsten Börsen in den USA sind die American Stock Exchange (AMEX), die Chicago Mercantile Exchange (CME), die National Association of Securities Dealers Automated Quotations (NASDAQ), die New York Mercantile Exchange (NYMEX) und die New York Stock Exchange (NYSE).

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Deutsche Börse

Handelssaal der Frankfurter Wertpapierbörse (alt)

Die Deutsche Börse ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Frankfurt am Main. Kerngeschäft ist die Entwicklung und der Betrieb von Handelsplattformen, Teilnehmernetzwerken und Abwicklungssystemen. Sie ist zudem Träger der öffentlich-rechtlichen Frankfurter Wertpapierbörse und mit ihren eigenen Aktien selbst im DAX gelistet.

Die Deutsche Börse AG entstand im Jahr 1992 aus der erst 1990 gegründeten Frankfurter Wertpapierbörse AG. Im Jahr 2000 hat das Unternehmen den traditionellen Sitz am Handelsplatz in der Frankfurter Innenstadt zugunsten eines modernen Bürogebäudes am Industriehof in Frankfurt-Bockenheim aufgegeben. Im Juli 2008 wurden etwa die Hälfte der in Deutschland ansässigen Mitarbeiter in Übergangsbüroräume im benachbarten Eschborn verlagert. 2010 soll dann ein in Eschborn neu gebautes Bürogebäude bezogen werden.

Die Deutsche Börse hat weltweit mehr als 3.200 Mitarbeiter. Sie ist 50%‑ige Eigentümerin der Terminbörse EUREX und betreibt die Handelsplattform Xetra (Kassamarkt). Außerdem ist sie seit 2002 Alleineigentümerin des internationalen Wertpapierabwicklers Clearstream (Verwahrung von Wertpapieren). Die Unternehmen bilden zusammen den Konzern Deutsche Börse Group, der einen Gesamtumsatz von rund 2.185,2 Mio. EUR (2007) erzielen konnte.

Die Entwicklung und Bereitstellung technischer Services (Softwareentwicklung, Bereitstellung und Betrieb von Computern und Netzwerken, Bereitstellung und Betrieb des Teilnehmernetzwerks) übernehmen die Konzerntöchter Clearstream Services und Deutsche Börse Systems.

Im Segment Market Data & Analytics stellt die Deutsche Börse AG dem Markt Wertpapierkurse in Echtzeit sowie Informationsprodukte wie Aktienindizes und Referenzdaten (Stamm- und Termindaten zu Wertpapieren) zur Verfügung. Zum 31. Dezember 2007 wurden an der Börse Frankfurt über 280.000 Finanzinstrumente gehandelt, nach Unternehmensangaben ein Rekordwert unter den europäischen Handelsplätzen.

Bis Ende März 2009 waren die Hedgefonds Atticus Capital aus den USA und The Children’s Investment Fund aus Großbritannien mit zusammen 19,30 Prozent Großaktionäre der Deutsche Börse AG.

Seit dem Jahr 2004 bemüht sich das Management der Deutschen Börse AG um zahlreiche Fusionen.

Im Jahre 2000 war die Deutsche Börse am Widerstand der Eigentümer der London Stock Exchange (LSE) gescheitert, die LSE zu übernehmen.

Ende 2004 bemühte man sich zum zweiten Mal um die Übernahme der LSE. Gleichzeitig bot ebenfalls Konkurrent Euronext um die LSE. Medienberichte gingen seinerzeit davon aus, dass der Bieter den Zuschlag erhält, der den höheren Preis bezahle.

Mitte Januar 2005 wandte sich erstmals einer der Großaktionäre der Deutschen Börse AG gegen die geplante Übernahme der LSE. Es handelte sich dabei um den britischen Hedge-Fonds The Children's Investment Fund (TCI). TCI argumentierte, eine Übernahme der Londoner Börse sei zu teuer und wertvernichtend für die Aktionäre der Deutschen Börse. Der Fonds schlug der Deutschen Börse AG vor, stattdessen solle sie eigene Aktien zurückkaufen. Die Deutsche Börse argumentierte, es böten sich der Börse Investitionsmöglichkeiten, die für die Aktionäre langfristig höhere Erträge bedeuten würden, als mit einem Aktienrückkaufprogramm zu erzielen wären. Zu diesem Zeitpunkt war der Aktienkurs der London Stock Exchange schon so stark gestiegen, dass Analysten der französischen Großbank Société Générale äußerten, eine Übernahme sei kaum noch gerechtfertigt.

Anfang März 2005 scheiterte der zweite Anlauf zur Übernahme. Die Deutsche Börse AG zog ihr Übernahmeangebot für 5,30 Pfund je Aktie oder umgerechnet 1,94 Milliarden Euro zurück. Gleichzeitig zog sich Euronext im Bieterverfahren um die LSE zurück. Die Deutsche Börse AG hielt sich trotz der Offertenrücknahme eine Option auf einen erneuten Übernahmeversuch offen, sollte ein anderer Interessent ein Gebot für die LSE abgeben.

Der damalige Vorsitzende des Vorstands Werner Seifert verlor – nach teilweise in der Öffentlichkeit geführten Auseinandersetzungen mit Aktionären – seinen Job. Dies beflügelte auch die so genannte Heuschreckendebatte. Später gab der Aufsichtsratsvorsitzende Rolf-E. Breuer und andere Mitglieder des Aufsichtsrats ihre Posten ab.

Im Jahre 2006 startete die Deutsche Börse AG mit ihrem neuen Vorstandsvorsitzenden Reto Francioni den Versuch einer Fusion mit der Vierländer-Börse Euronext.

Das Vorhaben regte zahlreiche wirtschaftspolitische Diskussionen an. Der französische Staatspräsident Jacques Chirac plädierte für eine deutsch-französische Lösung. Der Präsident der Europäischen Zentralbank Jean-Claude Trichet präferierte eine Börsenfusion innerhalb Europas. Bundeskanzlerin Angela Merkel machte sich für eine etwaige Fusion der beiden Börsen stark und bezeichnete dies als interessantes Projekt.

Der französische Finanzminister Thierry Breton kritisierte in dem Kontext das Geschäftsmodell der Deutsche Börse AG als wettbewerbswidrig. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück wies auf den wirtschaftlichen Erfolg des Modells hin und dass bei einer möglichen Fusion die Marktkapitalisierung berücksichtigt werden müsse.

Neben der Deutsche Börse AG bemühte sich die NYSE um eine Kooperation mit Euronext.

Die Deutsche Börse hatte Euronext Mitte Februar 2006 eine „Fusion unter Partnern" vorgeschlagen, ohne dabei die Offerte mit Details zu versehen. Medien berichteten, dass sich der zukünftige Firmensitz, die Firmenstruktur sowie die Abwicklungsaktivitäten eines fusionierten Unternehmens zu zentralen Streitpunkten entwickelten. Euronext wolle unter allen Umständen vermeiden, als Juniorpartner zu gelten. In Frankreich existierte die Besorgnis, die Deutschen wollten in Wahrheit keine Fusion gleichberechtigter Partner, sondern eine verdeckte Übernahme.

Nachdem sich der Aufsichtsrat von Euronext für eine Fusion mit der NYSE aussprach, da das Angebot attraktiver sei als das der Deutschen Börse, legt Frankfurt erstmals ein konkretes Kaufangebot für Euronext vor, dass das der NYSE übertraf. Man bot 76,60 EUR je Euronext-Aktie oder rund 8,6 Mrd. EUR in bar und in Anteilen der neuen Gesellschaft. Euronext wies die Offerte jedoch zurück. In der darauf folgenden Zeit stellte Euronext zahlreiche Bedingungen für eine eventuelle Fusion. So solle sich die Deutsche Börse AG beispielsweise von ihrem einträglichen Clearstream-Geschäft trennen.

Im Oktober 2006 meldete die Deutsche Börse das Fusionsvorhaben mit der Vierländerbörse Euronext offiziell bei der EU-Kommission an. Als Reaktion ließ der Euronext-Vorstandsvorsitzende Jean-François Théodore gegenüber der Zeitung „La Tribune“ verlauten, "die beste Lösung zur Bildung einer großen europäischen Börse“ sei eine begrenzte Zusammenarbeit mit den Frankfurtern; Euronext wolle jedoch an einem Zusammenschluss mit der New Yorker Börse NYSE festhalten. Einer kompletten Fusion von Euronext mit Frankfurt erteilte Théodore erneut eine klare Absage, da Euronext bei einem solchen Zusammenschluss ein zu geringes Gewicht hätte. Als Reaktion darauf gab die Deutsche Börse ihre Fusionspläne Mitte November auf.

Die französische Finanzmarktlobby Paris Europlace unter Präsident Henri Lachmann warnte Anfang Oktober 2006 vor der Fusion mit der NYSE und empfahl stattdessen die Bildung einer europäischen Großbörse. Lachmann schlug vor, dass die Deutsche Börse nur ihre Aktivitäten im Aktienhandel in die Euronext einbringt und im Gegenzug eine 15- bis 20-prozentige Beteiligung bekommt. Staatspräsident Jacques Chirac unterstützte die Empfehlungen der Europlace bei einer Rede auf dem deutsch-französischen Ministerrat in Paris. Im Dezember 2006 stimmten die Euronext-Aktionäre für eine Fusion mit der NYSE, Anfang 2007 gaben die Aufsichtsbehörden ihre Genehmigung.

Im August 2004 lehnte die Schweizer Börse SWX Pläne für eine Fusion ab. SWX ist bereits Kooperationspartner bei EUREX. Im Oktober 2006 wurde die Gründung der SWX - DBAG Kooperation ALEX bekanntgegeben. Um aber einen Markenrechtsstreit zu verhindern (ein Tochterunternehmen der Rabobank verwendete bereits diesen Namen) wurde dieses Joint Venture im August 2007 schließlich Scoach genannt. Mit Scoach als Handelsplatz für strukturierte Produkte soll dem bisherigen Marktführer, der Euwax (dem Handelssegment für verbriefte Derivate der Börse Stuttgart) Konkurrenz gemacht werden.

Im Oktober 2006 berichtete das „Wall Street Journal“ (WSJ), die Deutsche Börse AG und die Chicago Mercantile Exchange Holdings Inc (CME) prüfen die Möglichkeit eines Zusammenschlusses. Da die amerikanischen Wettbewerber NYSE Group Inc und Nasdaq Stock Market Inc im Ausland nach Expansionsmöglichkeiten suchten, wäre ein Teilhaben an einer Konsolidierung für die CME eine Möglichkeit. Bei einer Fusion der Deutschen Börse AG mit der CME wären die Deutschen jedoch der Juniorpartner; das „Wall Street Journal“ taxierte im Oktober 2006 den Wert der CME auf rund 17 Mrd. US-Dollar.

Aus einer Fusion von Deutscher Börse und CME ginge eine transatlantische Gesellschaft hervor, die das wachsende Geschäft mit Derivaten dominieren würde. Die CME betreibt bis dato den größten Markt für solche Produkte, die Deutsche-Börse-Tochter ist in diesem Börsensegment mit Eurex stark vertreten.

Im Juni 2006 wurde bekannt, dass die Deutsche Börse Bemühungen für eine Übernahme der Mailänder Borsa Italiana erwog. Die Varianten sahen offenbar vor, dass der Kassamarkt in Mailand ebenso wie die Anleiheplattform Mercato Telematico all'Ingrosso dei Titoli di Stato (MTS) erhalten bleiben soll. MTS wird von der italienischen Börse gemeinsam mit der Euronext betrieben.

Mitte Oktober 2006 unterzeichnete die Deutsche Börse einen Letter of Intent (LOI) mit der Borsa Italiana. Mit diesem Schritt sollte die Bildung einer europäischen Börse unter Einbeziehung der Euronext vorangetrieben werden. Zudem befanden sich die beiden Börsen in einem Dialog über die Schaffung einer europäischen Börsenorganisation mit föderalem Modell. Massimo Segre, Vorstandsmitglied der Borsa Italiana, erklärte zuvor, die Italiener wollten zusammen mit der Deutschen Börse der Euronext ein Alternativangebot zum Übernahmeangebot der New York Stock Exchange (NYSE) unterbreiten.

Die Deutsche Börse hat am 8. September 2006 die Gespräche mit Borsa Italiana über einen gemeinsamen Ansatz für die Konsolidierung der europäischen Börsenlandschaft ausgesetzt.

2007 kaufte die London Stock Exchange (LSE) die Italienische Börse in Mailand für rund 1,5 Mrd. Euro.

Am 30. April 2007 wurde bekannt, dass die Deutsche Börse die US-Optionsbörse ISE kauft. Durch die Übernahme der International Securities Exchange Holdings (ISE) entsteht der größte transatlantische Marktplatz für Finanzderivate, erklärte der Frankfurter Börsenbetreiber.

Die Übernahme wurde über die Derivatebörse Eurex abgewickelt, ein Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Börse und der Schweizer Börse SWX. Die Eurex hat einen verbindlichen Vertrag mit der ISE abgeschlossen. Die Eurex hat für die ISE 2,8 Milliarden Dollar bezahlt. Die Deutsche Börse hat 85 Prozent und die SWX 15 Prozent des Kaufpreises übernommen.

Der Zusammenschluss erfolgte durch eine Fusion zwischen der ISE und einer Tochtergesellschaft der U.S. Exchange Holdings, die wiederum eine Tochtergesellschaft der Eurex ist. Die Transaktion soll im vierten Quartal 2007 abgeschlossen sein.

Der Umsatz der ISE lag im Jahr 2006 bei rund 178 Millionen Dollar, unter dem Strich lag der Gewinn bei 55 Millionen Dollar. Die Aktie der ISE ist seit März 2005 an der Wall Street gelistet.

Die Übernahme erlaubt der Eurex, ihre Produktpalette auf den Dollarraum auszuweiten. Die Börse hatte bereits 2004 mit der Eurex US versucht, den US-Markt zu erobern, war aber gescheitert.

Die ISE bleibt eigenständig unter Regulierung der SEC und behält ihre Struktur und Marke.

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DAX

DAX-Kurstafel in der Frankfurter Wertpapierbörse

Der Auswahlindex DAX, ursprünglich für Deutscher Aktienindex, ist der wichtigste deutsche Aktienindex. Der DAX ist eine Kennziffer, die über Entwicklung und Stand der deutschen Aktienkurse der 30 größten und umsatzstärksten Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse Auskunft gibt. Er bildet damit das Marktsegment der deutschen Blue Chips ab und ist der Leitindex für den deutschen Aktienmarkt.

Der DAX wurde gemeinsam von der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Wertpapierbörsen, der Frankfurter Wertpapierbörse und der Börsen-Zeitung entwickelt und am 1. Juli 1988 eingeführt. Zunächst war der DAX nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zu den anderen etablierten deutschen Aktienindizes gedacht, inzwischen hat er diese an Bekanntheit aber hinter sich gelassen und den Charakter eines offiziellen Index des deutschen Aktienmarktes gewonnen.

In die Berechnung des DAX fließen neben den Kursen auch die meist jährlich erfolgenden Dividendenzahlungen ein. Der DAX wird deshalb als Performanceindex bezeichnet, also als Aktienindex, der neben der Wertsteigerung der Aktien auch die Kapitalvermehrung durch Dividenden nachzeichnet (Dividenden werden reinvestiert).

Der DAX ist ein Produkt und eingetragene Marke der Deutsche Börse AG.

Neben dem DAX-Performanceindex gibt es noch den weniger bekannten DAX-Kursindex. Dieser wird im Gegensatz zu den anderen DAX-Indizes nicht um Dividenden- und Bonuszahlungen bereinigt.

Im Frühjahr 1994 wurde der so genannte DAX 100 eingeführt. Dieser Index sollte die Wertentwicklung der 100 liquidesten Werte des Aktienmarkts dokumentieren. Mit Einführung des MDAX 1996 umfasste er die 30 Werte des DAX und die 70 des MDAX. Durch die Änderung des MDAX auf 50 Werte trat an die Stelle des DAX 100 der HDAX. Der CDAX umfasst dagegen alle in Frankfurt gehandelten Aktien. Der SDAX umfasst 50 kleinere Werte hinter dem MDAX.

Als sogenannten Strategy Indice gibt es u. a. den ShortDAX. Er ist umgekehrt proportional zur Entwicklung des DAX und ermöglicht so Anlegern, die long-only gehen können, die Partizipation an negativen Kursentwicklungen. Verliert beispielsweise der DAX 5 %, dann legt der ShortDax um eben soviel Prozent zu. Dadurch haben z. B. Indexanbieter die Möglichkeit, ein Produkt zu offerieren, das leicht nachvollziehbar negative Entwicklungen des DAX berücksichtigt und dem „Käufer“ Möglichkeiten eröffnet, auch an negativen Kursentwicklungen teilzuhaben.

Daneben gibt es auch Branchenindizes wie seit 2007 den ÖkoDAX für Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien oder Strategieindizes wie den DivDAX für dividendenstarke Unternehmen.

Die Eurex bietet Optionen (ODAX) und Futures (FDAX) auf den DAX an.

Zur Indexberechnung, die auf der Indexformel von Étienne Laspeyres basiert, werden die DAX-Gesellschaften unterschiedlich gewichtet. Es zählt hierbei nur die Marktkapitalisierung der sich in Streubesitz befindlichen Aktien (d. h. alle Aktien, die sich nicht im Besitz eines Eigentümers befinden, der über 5 % der Aktien besitzt).

Der Index basiert auf den Kursen des elektronischen Handelssystems XETRA. Seine Berechnung beginnt börsentäglich ab 9:00 Uhr MEZ/MESZ, sobald mindestens 20 der 30 DAX-Unternehmen eine Kursnotierung haben. Er endet mit den Kursen der XETRA-Schlussauktion, die um 17:30 Uhr MEZ startet. Bis zum 31. Dezember 2005 wurde der DAX so im 15-Sekunden-Takt berechnet, seit 1. Januar 2006 jede Sekunde.

Nach der Schlussauktion berechnet die Deutsche Börse AG den L-DAX (Late DAX). Er ist ein Indikator für die Wertentwicklung des DAX nach Xetra-Handelsschluss. Basis ist der Parketthandel an der Frankfurter Wertpapierbörse. Der L-DAX wird börsentäglich zwischen 17:45 Uhr und 20:00 Uhr MEZ berechnet.

Noch wichtiger als der L-DAX ist allerdings der X-DAX, der börsentäglich von 8:00 Uhr bis 9:00 Uhr und von 17:45 Uhr bis 22:00 Uhr berechnet wird. Basis sind die Preise der an der Terminbörse Eurex gehandelten DAX-Future mit der geringsten Restlaufzeit sowie die offiziellen Euribor-Zinssätze der EZB. Der X-DAX ist ein relativ sicherer vor- und nachbörslicher Indikator für die DAX-Entwicklung, da die US-Märkte vollständig zeitlich abgedeckt werden.

Damit ein Unternehmen in den DAX aufgenommen wird, muss es im Prime Standard gelistet sein, fortlaufend in Xetra gehandelt werden und mindestens einen Streubesitz von 10 % aufweisen. Außerdem muss das Unternehmen einen Sitz oder den Schwerpunkt seines Handelsumsatzes an Aktien in Deutschland haben. Als Sitz des Unternehmens kann sowohl der juristische Sitz als auch das operative Hauptquartier, also der Sitz der Geschäfts- beziehungsweise Verwaltungsführung gelten.

Nur jeweils zum ordentlichen Anpassungstermin im September werden alle vier Regeln angewendet. Die Fast-Exit- und Fast-Entry-Regel finden dagegen auch an den außerordentlichen Anpassungsterminen im März, Juni und Dezember Anwendung. Außerordentliche Aktualisierungen werden außerdem im Fall von Insolvenzen eines Unternehmens vorgenommen oder falls ein Unternehmen die anfangs genannten Grundvoraussetzungen nicht mehr erfüllt.

Zudem kann in Ausnahmefällen, wie zum Beispiel kurzfristig angekündigte Übernahmen oder signifikante Veränderung des Freefloat, der Vorstand der Deutsche Börse AG in Abstimmung mit dem Arbeitskreis Aktienindizes von diesen Regeln abweichen.

Die Werte im DAX werden entsprechend ihrer Streubesitz-Marktkapitalisierung gewichtet. Maßgeblich ist also nicht der gesamte Börsenwert oder das gesamte Kapital eines Unternehmens, sondern nur der Wert der frei handelbaren Aktien (engl. free float) der im DAX vertretenen Aktiengattung. Festbesitz, das ist der Besitz von Großaktionären, welche 5 % oder mehr dieser Aktien halten, bleibt für die Gewichtung unberücksichtigt. Zum Festbesitz zählen auch eigene Aktien, welche das herausgebende Unternehmen selbst hält, unabhängig von der Höhe des Anteils.

Aufgrund von Änderung beim Aktienbesitz, aber vor allem aufgrund von Kursveränderungen ändert sich die tatsächliche Streubesitz-Marktkapitalisierung fortwährend. Die Gewichtung wird dabei bei jeder sekündlichen Neuberechnung des DAX auf Basis der aktuellen Kurse ebenfalls neu berechnet. Änderungen des Streubesitz-Anteils werden dagegen von der Deutschen Börse nur zu den vierteljährlichen Anpassungsterminen erfasst und fließen erst dann in die Gewichtung ein. Dies führte zu Situationen in denen sich ein Aktienkurs in Echtzeit einem veränderten free float anpasst, dem aber in der Gewichtung erst zeitverzögert entgegenwirkend Rechnung getragen wird. Auf die Kapriolen der Volkswagen Stammaktie hin führte die Deutsche Börse im November 2008 zusätzliche Regeln ein, um derartigen extremen Verzerrungen entgegen zu wirken. Ein Wert kann demnach zwischen Anpassungsterminen aus dem Index genommen werden, falls seine Gewichtung 10 % überschreitet und die historische 30-Tages-Volatilität des Aktienkurses 250 % übersteigt.

Die folgende Tabelle zeigt die dem DAX-Index zugeordneten Aktien und ihre Gewichtung im DAX (Performance-Index) zum Anpassungstermin 22. Dezember 2008. Die Tabelle enthält die Daten, wie sie von der Deutschen Börse veröffentlicht wurden und maßgebend für die Gewichtung im DAX sind.

Die aktuellen Gewichtungen und die zugrunde liegenden Kennzahlen werden darüber hinaus von der Deutschen Börse täglich veröffentlicht.

Der DAX wird von der Deutschen Börse seit dem 1. Juli 1988 berechnet und startete bei 1.163,52 Punkten. Die Indexbasis liegt bei 1.000,00 Punkten per 31. Dezember 1987.

Da Investoren nicht nur an der aktuellen Performance des deutschen Aktienindexes Interesse haben, sondern auch an der historischen, wurde dieser 1988 von Frank Mella, damals Redakteur bei der Börsen-Zeitung und Erfinder des DAX, auf täglicher Basis exemplarisch bis 1959 zurückberechnet.

Mella verkettete den DAX am 30. Dezember 1987 mit den 30 Aktienwerten im Index der Börsen-Zeitung (BZ-Index), der wiederum aus einer Verknüpfung mit den 24 Werten im Hardy-Index des Bankhauses Hardy & Co. zum 1. April 1981 hervorgegangen ist und bis 28. September 1959 (Basiswert = 100) zurückreicht.

Anders als im DAX und im BZ-Index berücksichtigte der Hardy-Index keine Dividenden. Hardy- und BZ-Index wurden viermal am Tag (um 12:00 Uhr, 12:30 Uhr, 13:00 Uhr und 13:30 Uhr) ermittelt. Die von Mella erzeugte Zeitreihe wird von der Deutschen Börse als offizielle Rückberechnung des DAX verwendet.

Längerfristige Zurückberechnungen des deutschen Aktienindexes stützen sich vor allem auf den Index des Statistischen Bundesamtes, von dem bis 1950 zurückreichende monatliche Kurse zur Verfügung stehen und den Aktienindex des Statistischen Reichsamtes, der von 1924 bis 1943 ermittelt wurde.

Den größten Tagesanstieg in seiner Geschichte erzielte der Index am 13. Oktober 2008 mit einem Plus von 11,4 Prozent. Den größten Tagesabsturz erlitt der DAX am 16. Oktober 1989, er brach um 12,81 Prozent ein.

1960 überwand der Index rechnerisch erstmals die Marke von 500 Punkten. Die Stagnation des DAX in den 1960er und 1970er Jahren und die rasante Entwicklung in den 1980er und 1990er Jahren lässt sich an seiner Verdopplungsrate erkennen. 25 Jahre dauerte es, bis sich der Index von 500 Punkte 1960 auf 1.000 Punkte 1985 verdoppelte. Die Verdopplung auf 2.000 Punkte im Jahre 1993 dauerte mehr als acht Jahre. Für die Verdopplung auf 4.000 Punkte 1997 benötigte der DAX knapp vier Jahre, bis auf 8.000 Punkte im Jahre 2000 nur noch knapp drei Jahre.

Am 7. März 2000 erreichte der DAX mit 8.136,16 Punkten im Handelsverlauf und mit 8.064,97 Punkten auf Schlusskursbasis seine bis dahin höchsten Werte. Diese wurden erst mehr als sieben Jahre später, im Sommer 2007, übertroffen. Nach dem Platzen der Spekulationsblase im Technologiesektor (Dotcom-Blase) sank der DAX bis 12. März 2003 auf einen Tiefststand von 2.188,75 Punkten im Handelsverlauf und 2.202,96 Punkten auf Schlusskursbasis. Tiefer schloss der Index letztmals am 24. November 1995. Das war ein Rückgang um 72,7 Prozent (5.862,01 Punkte) gegenüber seinem Höchststand vom 7. März 2000. Der 12. März 2003 markiert den Wendepunkt der Talfahrt. Ab dem Frühjahr 2003 war der DAX wieder auf dem Weg nach oben.

Er schloss am 5. Mai 2003 erneut über der 3.000-Punkte-Marke, am 2. Januar 2004 wieder über der 4.000-Punkte-Marke und am 28. September 2005 erneut über der 5.000-Punkte-Marke. Der DAX stieg auch in den folgenden Jahren weiter. Am 3. April 2006 schloss der Index erstmals seit Juli 2001 über der 6.000-Punkte-Marke und am 21. Februar 2007 erstmals seit November 2000 über der Marke von 7.000 Punkten. Erst im Sommer 2007 konnten die bis dahin höchsten Stände vom März 2000 übertroffen werden: Am 16. Juli 2007 wurde zunächst ein neuer Höchstwert beim Schlussstand erzielt (8.105,69 Punkte), während bereits am 13. Juli 2007 im Handelsverlauf das alte Allzeithoch übertroffen wurde (8.151,57 Punkte).

Im Dezember 2007 sind erstmals die 30 größten deutschen börsennotierten Konzerne mehrheitlich im Besitz ausländischer Investoren. Gegenüber 2005 ist ihr Anteil um 20 auf nunmehr 53 Prozent gestiegen.

Im Verlauf der internationalen Finanzkrise begann der DAX wieder zu sinken. Am 9. Oktober 2008 schloss er mit 4.887,00 Punkten erstmals seit 4. November 2005 unter der Grenze von 5.000 Punkten. Einen neuen Tiefststand erzielte der Index am 6. März 2009, als er den Handel mit 3.666,41 Punkten beendete. Seit dem Allzeithöchststand vom 16. Juli 2007 entspricht das einem Rückgang um 54,8 Prozent oder 4.439,28 Punkten.

Zu Schwankungen besonderer Art kam es Ende Oktober 2008, als sich Porsche in einem anderen Markt – dem für Derivate – das Recht gesichert hatte, bei Ausübung erstandener call-Optionen auf VW St. über die absolute Mehrheit des Stimmrechts bei VW zu verfügen. Als dies Porsche vier Tage vor der Veröffentlichung des Quartalergebnisses von VW bekannt gab, führte das in den Folgetagen zu einem heftigen short squeeze. Allein deswegen schnellte der DAX in die Höhe – der fair value der DAX future contracts jedoch nicht. Porsche übte seine Optionen aber nicht aus, sondern realisierte einen Spekulationsgewinn von mehr als 6 Mrd Euro durch Barausgleich. Finanzinvestoren, die der Automobilindustrie gegenüber bearish eingestellt waren und bereits am Donnerstag der Woche davor Daimlers interim report mitverfolgt hatten, wurden dadurch in eine Klemme getrieben. Zu diesem Zeitpunkt war die Stammaktie von VW die meist Leerverkaufte im DAX. Am 28. Oktober 2008 überschritt sie zeitweise die 1.000-Euro-Marke und erreichte eine Gesamtmarktkapitalisierung, die die des weltgrößten Unternehmens ExxonMobil übertraf. Durch diese außerordentliche short covering rallye erhöhte sich die Gewichtung der Aktie im DAX 30 von ursprünglich 5,88 % im September auf 27,22 % zu Handelsschluss am 28. Oktober 2008. An diesem Tag kündigte Dow Jones bereits an, den Streubesitz der VW St. Aktie in seinen Indizes zum freitäglichen Handelsbeginn hin auf 37,32 Prozent herabzusenken. Auch die Deutsche Börse handelte zum Stichtag 3. November 2008, indem sie eine außerordentliche DAX-Indexneugewichtung vornahm und dabei eine Kappungsgrenze von zehn Prozent für die Aktie der Volkswagen AG einführte. Damit wurde am Streubesitz nichts geändert, sondern das Gewicht der Volkswagenaktie im DAX bei zehn Prozent abgeriegelt. Dies gilt es zu beachten, weil aktuell 20 % der enthaltenen Werte 48,8 % des Dax 30 ausmachen.

Seinen absolut höchsten Stand im Handelsverlauf (Allzeithoch) erreichte der DAX am 13. Juli 2007 mit 8.151,57 Punkten. Den bisher höchsten Tagesschlusswert erzielte er am 16. Juli 2007 bei 8.105,69 Punkten.

Die Tabelle zeigt die Meilensteine des bis 1959 zurückberechneten DAX.

Die Tabelle zeigt die besten Tage des bis 1959 zurückberechneten DAX.

Die Tabelle zeigt die schlechtesten Tage des bis 1959 zurückberechneten DAX.

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Source : Wikipedia