Frankfurt

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Geschrieben von daneel 26/02/2009 @ 02:46

Tags : frankfurt, brandenburg, deutschland

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Frankfurt (Oder)

Wappen der Stadt Frankfurt (Oder)

Frankfurt (Oder) ist eine am Westufer der Oder gelegene kreisfreie Stadt im Osten des Landes Brandenburg. Der Talweg der Oder markiert die Grenze zur Republik Polen. Seit dem 1. Januar 1999 führt die Stadt die Zusatzbezeichnung „Kleiststadt“ – nach Heinrich von Kleist, der hier 1777 geboren wurde –, die aber nicht Bestandteil der amtlichen Schreibweise ist.

Frankfurt (Oder) liegt im äußersten Osten Deutschlands, im Süden der Landschaft Land Lebus, an der Grenze zu Polen. Die Stadt liegt in der brandenburgischen Auen-, Wald- und Seenlandschaft. Die Stadtmitte liegt auf etwa 27 m ü. NN. Höchste Erhebung ist Hirschberge mit 135 m ü. NN.

Die Oder bildet die östliche Stadtgrenze und zugleich die deutsche Staatsgrenze zu Polen. Auf dem anderen Ufer des Flusses befindet sich Słubice, die ehemalige Dammvorstadt Frankfurts. Der niedrigste jemals gemessene Pegelstand der Oder waren 86 cm am 8. August 1950. Seit Beginn der Aufzeichnungen am 7. Oktober 1910 wurde der höchste Pegelstand beim Oderhochwasser 1997 mit 657 cm gemessen . Bis dahin waren 635 cm vom 7. November 1930 der Höchststand.

Der 250 Hektar große und 56,63 m tiefe Helenesee liegt inmitten von märkischen Kiefernwäldern und ist ein beliebtes Freizeitgebiet. Wegen der interessanten Bodenbeschaffenheit ist dieser See bei den Tauchern sehr beliebt. Der Helenesee entstand aus einem früheren Braunkohletagebau, dem sogenannten Helene-Schacht. Ihm angrenzend befand sich der Katja-Schacht. Beide Schächte wurden in den 1960er Jahren geflutet und sind heute durch einen Kanal verbunden.

Frankfurt liegt im Grundmoränengebiet des Berlin-Breslauer Urstromtals.

Die Stadt hat eine Nord-Süd-Ausdehnung von etwa 14 Kilometern und eine Ost-West-Ausdehnung von 10,5 Kilometern. Der Umfang des Stadtgebietes beträgt 66,8 Kilometer.

Das Gebiet der Stadt Frankfurt (Oder) wird in fünf Teile gegliedert; Zentrum mit den Stadtteilen Stadtmitte, Gubener Vorstadt und Obere Stadt; Beresinchen mit den Stadtteilen Altberesinchen und Neuberesinchen und den Ortsteilen Güldendorf und Lossow; Nord mit den Stadtteilen Lebuser Vorstadt und Hansaviertel und den Ortsteilen Klingetal, Kliestow und Booßen; West mit dem Stadtteil Nuhnenvorstadt und den Ortsteilen Rosengarten und Pagram und Lichtenberg und Süd mit dem Stadtteil Süd und den Ortsteilen Markendorf, Markendorf-Siedlung und Hohenwalde.

Frankfurt (Oder) grenzt an folgende Gemeinden (im Uhrzeigersinn, von Norden beginnend): Treplin, Lebus (beide im Landkreis Märkisch-Oderland), Słubice (Polen), Brieskow-Finkenheerd, Groß Lindow, Müllrose, Briesen (Mark) und Jacobsdorf (alle im Landkreis Oder-Spree).

Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt im langjährigen Mittel 8,6 °C bei einer Sonnenscheindauer von 1.695 Stunden.

Die durchschnittliche Temperatur beträgt im Januar -1,2 °C. Im Juli beträgt die Temperatur im langjährigen Mittel 18,3 °C. Im August beträgt die Temperatur im langjährigen Mittel 17,2 °C und die Niederschlagsmenge 63 mm. Die Sonnenscheindauer beträgt 210-230 Stunden. Im September liegt die mittlere durchschnittliche Temperatur bei 13,8 °C bei einer durchschnittlichen Niederschlagsmenge von 43 mm. Im Oktober beträgt die mittlere durchschnittliche Temperatur 9,1 °C bei einer mittleren Niederschlagsmenge von 40 mm. Durchschnittlich scheint die Sonne 110-120 Stunden. Im Oktober 2005 schien sie allerdings 180 Stunden.

Der November bringt eine Durchschnittstemperatur von 4,3 °C. In zehn bis zwölf Nächten kommt es zu Frost. Mitte November ist erster Schneefall möglich, die Niederschlagsmenge liegt für den Monat im Durchschnitt bei 40 mm. Die Sonnenscheindauer beträgt 50 bis 55 Stunden, an sechs bis acht Novembertagen muss mit Nebel gerechnet werden.

Siehe auch den ausführlicheren Hauptartikel Geschichte der Stadt Frankfurt (Oder).

Nach 1200 stieg der Wasserspiegel der Ostsee und damit auch der Oder. Der von Wasserläufen und Sümpfen durchzogene, 6 km breite Lebuser Bruch wurde schwerer passierbar. Bei der späteren Stadt Frankfurt verengte sich das Odertal auf 2 km. Dieser Übergang war leichter zu passieren und verkürzte den Weg zur Spree und damit über Havel und Elbe nach Magdeburg. Hier entwickelte sich eine Kaufmannssiedlung.

Herzog Heinrich I. der Bärtige von Glogau förderte die Marktsiedlung. Er stammte aus der schlesischen Linie der Piasten und war mit Hedwig von Andechs verheiratet. Die Marktsiedlung lag an der Kreuzung der Fernhandelsstraßen Paris-Aachen-Berlin-Warschau-Moskau und Prag-Meißen-Krakau. Herzog Heinrich I. verlieh ihr 1225 das Markt- und Niederlagsrecht. Um 1226 wurde die erste Kirche errichtet.

Sie ist dem Hl. Nikolaus gewidmet. Auf diese Kirche geht die heutige Friedenskirche zurück. 1249/1250 wurden der Erzbischof von Magdeburg Wilbrand von Käfernburg und die askanischen Markgrafen Johann I. und Otto III. der Fromme, Urenkel Albrechts des Bären, Besitzer des Landes Lebus. Der Zuzug reicher Fernhändler aus Nordwestdeutschland und Flandern verstärkte sich.

Der Schultheiß Gottfried von Herzberg verhandelte mit Markgraf Johann I. auf der Burg Spandau. Markgraf Johann I. stellte am Samstag, dem 12. Juli 1253 die Urkunde zur Stadtgründung aus. Es sollte das Berliner Stadtrecht gelten, das vom Magdeburger Stadtrecht abgeleitet war. Am Montag darauf wurde eine ergänzende Urkunde ausgefertigt.

Diese Urkunde sicherte der zukünftigen Stadt „Vrankenvorde“ das alleinige Niederlagsrecht in ihrem Umkreis und mehr Land auch rechts der Oder zu, siehe zB 1399 Kunersdorf heute Kunowice in Polen. Der Ursprung des Namens Vrankenforde (an anderer Stelle auch: Frankenforde, Francfurd, Franckfurde usw.) ist nicht sicher. Deutsche Kaufleute wurden in dieser Zeit gemeinhin „Franken“ genannt. Das könnte die Erklärung für den ersten Teil des Namens der Marktsiedlung sein.

Eine Furt ist eine flache Stelle im Fluss, an der man den Fluss überqueren kann. Eine flache Stelle in der Oder gibt es bei Frankfurt jedoch nicht. Aus dem Jahre 1294 stammt das älteste überlieferte Stadtsiegel. Von diesem Stadtsiegel leitet sich das bis heute gültige Stadtwappen ab. Das Original-Siegel ist seit 1945 verschollen.

Der Bischof von Lebus, Stephan II. verhandelte im Namen des Papstes mit König Wladyslaw I. von Polen (Lokietek (der Ellenlange)). Wladislaw verbündete sich mit den Litauern und fiel mit ihnen in die Mark Brandenburg ein. Das polnisch-litauische Heer belagerte auch Frankfurt, hatte jedoch keinen Erfolg. 1328 zog noch immer das polnisch-litauische Heer durch die Mark. Die Frankfurter wagten Ausfälle aus der Stadt und überfielen die sorglosen Feinde in der Nähe von Tzschetzschnow (heute Güldendorf).

Sie brachten dem polnisch-litauischen Heer eine empfindliche Niederlage bei. 200 Dörfer waren schon zerstört, als Kaiser Ludwig endlich erschien und Polen und Litauer vertrieb. Der Hass der Frankfurter wandte sich 1334 gegen den Lebuser Bischof Stephan II. Er hatte Polen und Litauer ins Land geholt. Außerdem hatte er schon früher mit Frankfurt Streit, weil er von ihm ungerechter Weise den Zehnten verlangte. Unter Führung des Hauptmann Erich von Wulkow überfielen die Frankfurter die Bischofsresidenz Göritz und brannten die Domkirche und das bischöfliche Schloss nieder.

Nach dieser Niederlage verhielt sich der Bischof freundlich gegen Frankfurt. Er wollte sogar die Frankfurter Marienkirche zur Domkirche (Kathedrale) erheben. Dem widersetzte sich jedoch Kaiser Ludwig. Trotzdem kam es zwischen der Stadt und dem Bischof zu einem Vertrag, in dem Frankfurt wieder das Abhalten von Gottesdiensten gestattet wurde. Gleichzeitig wurde der Bann aufgehoben. 1338 entstanden neue Zerwürfnisse zwischen Bischof Stephan II. und Frankfurt.

Stephan beklagte sich bei Papst Benedikt XII., und Frankfurt wurde wieder mit dem Bann belegt. Die Bannbulle datierte vom 24. Dezember aus Avignon.

1342 hob der Wittelsbacher Kaiser Ludwig aus persönlichen Motiven die Ehe der Markgräfin Margarete von Tirol auf. Er gab sie daraufhin seinem Sohn Markgraf Ludwig den Brandenburger zur Frau, wodurch Tirol bayerischer Besitz wurde.

Durch diese Vorgänge fühlte sich der spätere Kaiser Karl IV. herausgefordert. Er war der Bruder des geschiedenen Mannes von Margarethe. Papst Johannes XXII. fühlte sich durch die Ehetrennung in seinen Rechten verletzt. Er nahm gegen Kaiser Ludwig Partei und belegte ihn und seinen Sohn mit dem Bann. Die Untertanen waren damit vom Eid der Treue gegen ihren Markgrafen losgesprochen. Auch Frankfurt war von dem Bannstrahl betroffen, hielt aber zu Markgraf Ludwig.

1348 tauchte in der Mark ein Mann auf, der sich fälschlicherweise als der verstorbene Askanier Woldemar ausgab. Der spätere Kaiser Karl IV. bediente sich dieses Mannes, um die den Wittelsbachern zugefallene Mark zu beherrschen.

Frankfurt hielt in dieser ausweglos erscheinenden Situation zu dem Wittelsbacher Markgraf Ludwig dem Älteren, weil es um seine Vorrechte fürchtete. Kaiser Karl IV. ließ Anfang Oktober die Stadt belagern, konnte sie aber nicht einnehmen. Frankfurt ließ sich seinen Beistand von Markgraf Ludwig gut entlohnen und erhielt das Recht, Mühlen zu errichten, ihm wurde das ihm bislang nur verpfändete Geleit überlassen und der Stadt wird die Urbede, eine landesherrliche Steuer, erlassen. 1354 wurde der päpstliche Bann durch Vermittlung des neuen Lebuser Bischofs Heinrich von Bantsch aufgehoben, worauf Handel und Reichtum anwuchsen.

Frankfurt wurde 1430 in den Akten der Lübecker Tagfahrt als Teilnehmer genannt. Nur Mitglieder der Hanse durften an den Tagfahrten teilnehmen – folglich war Frankfurt spätestens seit diesem Jahr Mitglied der Hanse.

Hussiten brannten am 6. April 1432 die Gubener Vorstadt ab. Auch das Kartäuserkloster wurde an diesem Tag in Schutt und Asche gelegt. Ein Angriff auf die Stadt selbst am 13. April 1432 misslang.

Auf das Jahr 1454 ist der Fisch über dem südlichen Schmuckgiebel des Rathauses datiert, der wohl das Recht der „Höhung“ in den Heringsfässern symbolisiert. Frankfurt verlor 1496 im Rahmen der Stärkung der Zentralgewalt in Gestalt des Kurfürsten, der seine Residenz in Berlin eingerichtet hatte, die Freiheit der Ratswahl und das Oberste Gericht und musste die Urbede wieder zahlen.

Ende des 15. Jahrhunderts wurden die 36 ha Stadtfläche von einer 2,5 km langen Stadtmauer mit drei Toren und 50 Wachhäusern und -türmen eingeschlossen.

1506 wurde das Gebäude der Universität vollendet, die Stadt hatte 1.100 Schock Groschen in das prachtvolle Hauptgebäude verbaut. Dank des kurfürstlichen Rates Eitelwolf von Stein und Dietrich von Bülow, Bischof von Lebus und dann erster Kanzler der Universität Viadrina, begann Ende Januar mit der humanistischen Vorlesung des ersten „berufenen“ Lehrers Axungia der Lehrbetrieb an der Universität. Am 26. April fand in Anwesenheit des Kurfürsten Joachim I. und dessen Bruder Albrecht die feierliche Eröffnung statt. 950 Akademiker, unter ihnen der junge Ulrich von Hutten, fanden sich im ersten Jahr ein, mehr als an jeder anderen deutschen Universität bis dahin. Erster Rektor wird der Leipziger Theologe Konrad Wimpina. Ebenfalls im Jahr der Eröffnung der Universität wurde den Einwohnern verboten, weiter ihr Vieh in der Stadt frei umher laufen zu lassen. Der Grund war aber nicht die Sorge um Hygiene, sondern die Befürchtung, dass die Studenten Unfug mit den Tieren treiben könnten.

Martin Luther schlug 1517 in Wittenberg seine Thesen an, die sich auch gegen Albrecht, inzwischen Erzbischof von Magdeburg und Mainz, richteten. Die brandenburgische Universität reagierte mit einer Disputation am 20. Januar 1518 vor 300 Mönchen. Die dafür von dem Dominikanermönch und späteren Ablassprediger Johannes Tetzel eingereichten Antwort-Thesen hatte jedoch der Rektor der Universität Viadrina Konrad Wimpina geschrieben. Sie wurden von der Versammlung gebilligt, und Luther galt damit als widerlegt. Im folgenden wandten sich viele Studenten von Frankfurt ab und zogen nach Wittenberg.

Im gleichen Jahr schied auf Wunsch des Kurfürsten Joachim I. Frankfurt förmlich aus der Hanse aus. 1535 wurde in Frankfurt die erste bürgerliche Musiziergemeinschaft Deutschlands convivium musicum durch Jodocus Willich gegründet. In ihr beschäftigten sich zwölf Personen mit weltlicher Musik und diskutierten dabei musikalische Fragen.

1548 erschien die älteste Stadtansicht von Frankfurt (Oder) in Sebastian Münsters „Cosmographey“.

Der dreißigjährige Krieg erreichte 1626 die Stadt, als das von Wallenstein bei Dessau geschlagene Heer Peter Ernst II. von Mansfeld durch die Stadt in Richtung Osten flüchtete. Kurfürst Georg Wilhelm forderte die märkischen Stände auf, ein stehendes Heer aufzustellen. Mit der Aufstellung von 3.000 Mann Fußvolk wurde Oberst Hillebrand von Kracht beauftragt.

Am 1. Mai wurden hierfür „an den Vogelstangen nahe dem Carthaus“ (dem heutigen Anger) neun Kompanien zu Fuß gemustert. Dieses Ereignis galt als Gründung der 4. Grenadiere und wird als Gründung des preußischen Heeres überhaupt angesehen. In Frankfurt verblieben zwei Kompanien zu Fuß, eine Kompanie zu Pferd wurde noch hierher verlegt.

1627 verbündete sich der Kurfürst mit dem Kaiser, Frankfurt bekam eine kaiserliche Besatzung. Die erst im Vorjahr hier aufgestellten 4. Grenadiere verließen die Stadt. Zeitweise weilte Wallenstein in der Stadt. 1631 kam der kaiserliche General Tilly nach Frankfurt, wich jedoch mit der Hauptmacht des kaiserlichen Heeres vor den Schweden nach Westen aus.

Der Befehlshaber der zurückbleibenden 5.000 Mann ließ die Vorstädte abbrennen, damit sich die aus Lebus anrückenden Truppen dort nicht festsetzen konnten. Der Rauch bewirkte jedoch das Gegenteil: in seinem Schutz traf Gustav II. Adolf von Schweden Vorbereitungen für die Eroberung der Stadt. Am 3. April erfolgte der Angriff, die Kaiserlichen flüchteten über die Oderbrücke, viele stürzten in den Fluss und ertranken. Nach der Erstürmung der Stadt folgte eine Schreckensnacht, in der die siegreichen Truppen die Stadt plünderten. Bald darauf brach die Pest aus, der fast 4.000 Frankfurter zum Opfer fielen.

Nach der Schlacht von Steinau an der Oder zog die protestantische Besatzung nach Zerstörung der Oderbrücke nach Küstrin, worauf Wallenstein am 11. Oktober 1633 die Stadt besetzte. Doch zwang der Kurfürst, verstärkt durch schwedische Truppen, den befehlenden Oberst von Manteuffel nach hartnäckiger Verteidigung am 23. Mai 1634 zur Übergabe der Stadt. Nach einer Ruhepause von 1637 bis zum 2. Februar 1640 besetzten den Ort wieder die Schweden unter Joachim Radicke, dessen Vertreibung der Kurfürst vergeblich versuchte. Erst nachdem der Große Kurfürst, Friedrich Wilhelm, den am 14. Juli 1641 mit den Schweden geschlossenen Waffenstillstand 1643 erneuert hatte, verließen diese am 10. Juli 1644 Frankfurt an der Oder.

Nach Beendigung des Dreißigjährigen Krieges 1648 gewann die Universität wieder an Bedeutung, 250 Studenten waren in jenem Jahr immatrikuliert. Im Laufe des Dreißigjährigen Krieges verringerte sich die Einwohnerschaft von ca. 12.000 auf 2.366. Wirtschaftlich konnte sich die Stadt von den erpressten Kriegskontributionen nicht mehr erholen. Mattheus Gottfried Purmann führte 1668 in Frankfurt die erste erfolgreiche Bluttransfusion vom Lamm auf einen Menschen auf deutschem Boden durch. Ein Herr Welslein wurde durch Blutaustausch vom Aussatz (Lepra) geheilt – 200 Jahre bevor der Wiener Pathologe Dr. Karl Landsteiner geboren wurde, der das AB0- Blutgruppensystem entdeckte.

Das erste Postamt der Stadt öffnete am 1. April 1661 im Bischofshaus auf Grund der Einrichtung einer Poststrecke von Berlin nach Breslau durch Kurfürst Friedrich Wilhelm. Zuvor waren Stadtboten seit mindestens 1516 für die Aufgaben der Post zuständig. Bereits zehn Jahre später musste das Postamt verlegt werden, da die Ritterakademie den Platz beanspruchte. Neues Postgebäude wurde das Haus in der Oderstraße 29, wo es für die nächsten 150 Jahre bleiben sollte.

Bereits rund 23 Jahre vor der Einführung der allgemeinen Schulpflicht wurde am 1. Juli 1694 in Frankfurt die erste Schule Brandenburgs eingeweiht. Sie erhielt den Namen Friedrichsgymnasium – zurückzuführen auf Friedrich III., Kurfürst von Brandenburg und späteren Friedrich I., König von Preußen („der schiefe Fritz“).

Das preußische Regiment Nr. 24 „von Schwendy“ erhielt 1720 in Frankfurt sein Standquartier. In diesem Regiment diente auch Hans Joachim von Zieten als Fähnrich, der von seinem Regimentskommandeur wegen geringer soldatischer Eigenschaften viermal bei der Beförderung übergangen wurde, es später jedoch bis zum General brachte. Erster Regimentskommandeur war Generalmajor Kurt Christoph Graf von Schwerin.

Am 20. Januar 1723 kam es in der Lebuser Vorstadt zu einem Großbrand, bei dem 84 Häuser zerstört und acht Menschen getötet wurden. Als Brandstifter wurden fünf Menschen auf dem Scheiterhaufen hingerichtet.

Am 20. Mai 1757 traf der über Dresden kommende Leichenzug des am 6. Mai bei Prag gefallenen Generalfeldmarschalls Kurt Christoph Graf von Schwerin auf der Weiterreise nach Schwerinsburg (Pommern) ein. Von Schwerin wohnte von 1723 an lange Jahre als Regimentskommandeur und Inhaber des Infanterieregiments „von Schwendy“ in Frankfurt. Auf dem Anger wurde am 22. Mai die Feier des Sieges in der Prager Schlacht gleichzeitig zur Trauerfeier für von Schwerin. Am 23. Mai verließ der Leichenzug Frankfurt.

Ende Juli 1759 besetzte eine russische Vorhut unter General de Villebois die Dammvorstadt. Die kleine Garnison unter Major von Arnim zog nach kurzer Beschießung ab. General de Villebois forderte der Stadt 600.000 Thaler Kontributionen ab. Die später eintreffenden Österreicher stellten die gleiche Forderung. Dank des Verhandlungsgeschicks des Oberbürgermeisters Ungnad wurde die Gesamtforderung auf 100.000 Thaler reduziert.

Am 12. August erlebt Friedrich II. seine schwerste Niederlage in der Schlacht bei Kunersdorf: die preußische Armee unterlag den vereinigten Russen und Österreichern. Ihn selbst rettete eine Tabakdose, die eine elf Millimeter große Kugel abhielt. 19.000 Mann fanden den Tod; unter ihnen Ewald Christian von Kleist. Kunersdorf liegt auf der östlichen Oderseite unweit von Frankfurt.

Am 28. April 1785 brach während des Frühjahrshochwassers der Damm, die gesamte Dammvorstadt wurde überschwemmt. Einziges Todesopfer war Garnisonskommandant Leopold von Braunschweig, dessen Kahn auf dem Weg zu den Rettungsarbeiten umschlug.

1791 wurde Georg Michael Rehfeldt, ein ehemaliger preußischer Offizier, Postmeister. Sechs Jahre später trug er den Titel Post-Director und war mit 1.200 Talern im Jahr der bestverdienende Beamte der Stadt. Der Bürgermeister erhielt 200 Taler weniger.

Ab Oktober 1806 war die Stadt Garnisons- und Etappenort der Napoleonischen Armee.

Anfang Februar 1811 erreichte die Frankfurter die endgültige Nachricht von der Verlegung der Universität nach Breslau. Grund war die im Vorjahr von Wilhelm von Humboldt in Berlin eröffnete Universität. Am 10. August fand das Abschiedsfest der Studenten statt.

Nach ihrer Niederlage strömten im Januar 1813 die Reste der Napoleonischen Armee durch Frankfurt und brannten Ende Februar aus Angst vor den nachrückenden Russen die Oderbrücke ab. Anfang März verließ die letzte französische Besatzung die Stadt. Nach einer Verordnung vom 17. März bildete sich eine Landwehr aus Freiwilligen. Am 31. Juli 1814 kehrte die 3. Kurmärkische Landwehr, ein Infanterieregiment, in die Stadt zurück.

Als Ersatz für die Verlegung der Universität nach Breslau wurde Frankfurt zum 1. Januar 1816 Sitz der Regierung der Neumark und des Oberlandesgerichtes.

Der 1816 gebildete Stadtkreis umfasste neben der Stadt Frankfurt auch die Vororte Carthaus, Cliestow (Kliestow), Boosen (Booßen), Buschmühle, Lossow, Rosengarten, Schiffersruh, Güldendorf (damals Tschetschnow) und Ziegelei. In Frankfurt befand sich auch das Landratsamt für den Kreis Lebus.

Bereits 1827 wurde der Stadtkreis Frankfurt aufgelöst. Die Stadt und die Vororte gehörten nun zum Kreis Lebus.

1842 fand die Einweihung der Bahnlinie Berlin – Frankfurt (Oder) der Berlin-Frankfurter Eisenbahngesellschaft (später NME) statt. 1850 wurde die Oberpostdirektion im Kommandantenhaus in der Oderstraße 27 eingerichtet.

1870 wurde die Bahnstrecke nach Posen mit der 444 Meter langen Eisenbahnbrücke über die Oder eröffnet. 1877 kam es zur Neubegründung des Stadtkreises Frankfurt, der jetzt allein die Stadtgemeinde umfasste. 1886 wurde vom Telegrafisten der Stadt das Telefon als neue Erfindung auf seine Eignung geprüft, aber erst 1891 war das Telefonnetz der Stadt betriebsbereit, allerdings waren Polizei und Feuerwehr nicht angeschlossen, da sie kein Interesse gezeigt hatten. 1895 wurde die erste steinerne Oderbrücke eingeweiht. 1899 begann der Neubau der Hauptpost am Wilhelmsplatz, der 1902 abgeschlossen werden konnte.

Das erste Flugzeug landete in Frankfurt am 19. August 1911 auf dem seit Anfang des Jahrhunderts ungenutzten Exerzierplatz Kunersdorf. Am 25. Juni 1913 gründete sich ein Frankfurter Luftflottenverein. Am 1. Juli 1913 genehmigten die Stadtverordneten dann 20.000 Reichsmark für den Bau eines Flugstützpunktes, weitere 6.000 kamen aus Spenden hinzu . Der Bau begann noch am 25. September des gleichen Jahres und ein Jahr später, am 28. Juni 1914, wurde der Stützpunkt dann eingeweiht.

Aus den an Polen gefallenen Gebieten Deutschlands sind zwischen 1919 und 1926 8.254 Flüchtlinge nach Frankfurt gekommen.

Der Verlust der Ostgebiete durch die Bildung Polens bedeutete für die Wirtschaft Frankfurts wegen des Wegfalls von Absatzmärkten eine enorme Einbuße. Beispielsweise hatten die Kartoffelmehlfabriken Absatzverluste von 57,5%, der Getreide- und Viehhandel von über 60%. Auch die Bezugsmärkte brachen weg; vor dem Krieg waren beispielsweise 60%-70% der Kartoffeln für die Industrie aus den nun polnischen Gebieten bezogen worden. . Auch der Verkehr wurde beeinflusst. Im Vergleich von 1913 zu 1928 waren 40% weniger Personentransporte und über ein Drittel weniger Gütertransporte auf der Bahnstrecke Frankfurt - Posen zu verzeichnen.

Der Fliegerhorst bestand am Ende des Ersten Weltkrieges aus einer Flugzeugwerft, zehn Flugzeughallen, einem Fahrzeugschuppen und einem Kriegsdepot, zusammen ein Wert von 4,8 Millionen Reichsmark. Hinzu kamen 180 Militärflugzeuge, 100 Fahrzeuge und weiteres Material mit einem Gesamtwert von 5,5 Millionen Reichsmark. Am 3. Februar 1920 besuchte eine Entente-Kommission den Flugplatz und verfügte über diesen den Abbau der Gebäude und die Auslieferung der Flug- und Fahrzeuge. Ein Jahr später begann der Abriss. Danach dauerte es bis zum 22. Juli 1929 bis wieder ein Flugzeug dort landete.

Vom 16. bis 24. Juni 1924 fand in Frankfurt die Ogela (Ostmarkschau für Gewerbe und Landwirtschaft) statt, die von fast 100.000 Menschen besucht wurde. Die Stadt erhoffte sich dadurch Impulse für die Ansiedlung von Industrie und gründete daher eine GmbH für das Projekt. Diese bereitete 250.000 m² Fläche in der Dammvorstadt vor, auf welcher die vier Hauptbereich Gewerbeschau, Landmaschinenschau, Kleintierschau und Tierschau stattfinden sollten. Die Veranstalter waren mit der Veranstaltung trotz eines Verlustes von 100.000 Reichsmark zufrieden. Industriebetriebe wurden dadurch aber nicht angelockt.

1920 hatte die Stadt Frankfurt (Oder) 1.500 Fernsprechanschlüsse, die alle über oberirdische Leitungen mit dem Hauptpostgebäude verbunden waren. Im Frühjahr 1924 wurde mit dem Bau der Direktion Ost der Deutsche Reichsbahn in der damaligen Logenstraße 12 (Ecke Logenstraße / Große Scharrnstraße) begonnen und am 18. Juli 1925 fand die offizielle Einweihung des im Zweiten Weltkrieg zerstörten und danach nicht wieder aufgebauten Gebäudes statt.

Am 10. April 1927 wurde ein Wählamt eingerichtet, die Zahl der Telefonanschlüsse stieg auf 3.000 und es wurde begonnen, die Leitungen unterirdisch zu verlegen. Am 1. April 1930 wurde eine Baugewerkschule eingeweiht. 1936 wurde von der Reichswehr der Fliegerhorst wieder belebt und umfangreiche Arbeiten wie die Anlage von Depots, Hallen und betonierten Straßen und die Instandsetzung des Anschlussgleises und weiteres begonnen. Stationiert war hier ein Flieger-Ausbildungs-Regiment. Der Platz wurde zu Beginn des Zweiten Weltkrieges nicht von Kampfverbänden genutzt und wurde während des Russlandfeldzuges als Landeplatz für Verwundetentransporte genutzt.

In der Zeit des Nationalsozialismus sperrten die Machthaber ihre politischen Gegner ins Historische Gerichtsgefängnis in der Collegienstraße, das von 1933 bis 1945 Gestapo-Gefängnis war. Nach der Befreiung wurde es vom NKWD und vom MfS als Untersuchungshaftanstalt genutzt, seit den 1990er Jahren ist dort eine Musik- und Kunstschule. In der Pogromnacht 1938 wurde die 1822 von der damals großen Jüdischen Gemeinde erbaute Synagoge von den Nazis zerstört. Eine Gedenktafel und in die Fahrbahn eingelassene Messingstreifen erinnern an ihr Nicht-mehr-vorhanden-sein.

1937 wurde die Autobahn nach Berlin eingeweiht. 1939 verfügte die Stadt über etwa 7.500 Telefonanschlüsse.

Während des Zweiten Weltkrieges mussten in der Stadt und ihrer Umgebung 1.123 Frauen und Männer aus der Sowjetunion und Polen Zwangsarbeit verrichten. Sie waren in einem Krankenlager in der Nähe des Friedhofs untergebracht, ein anderes Lager bestand in Schwetig auf der anderen Oderseite gegenüber Güldendorf. Dort sollen nach unterschiedlichen Angaben mehrere hundert bis zu 5.000 Zwangsarbeiter interniert worden sein. Das Lager diente der Gestapo auch als Hinrichtungsstätte, wo Mißhandlungen und Massenhinrichtungen vorgenommen wurden. Eine Gedenktafel auf polnischer Seite erinnert in polnischer Sprache an die Gefolterten und Ermordeten des Straflagers Schwetig (Świecko). Vom Zweiten Weltkrieg blieb die Stadt bis 1945 weitgehend verschont, da es kaum wichtige Industrie- oder Militäranlagen gab.

Am 15. Februar 1944 erfolgte ein geplanter Angriff der britischen Luftwaffe. Um 20:35 Uhr wurde von der Luftschutzwarnzentrale der Stadt Voralarm gegeben. 24 Avro Lancaster Bomber flogen die Stadt an, allerdings warfen nur fünf ihre Bomben über der Stadt ab. Ziel war eine vermutete Daimler-Benz-Fabrik und der heute stillgelegte Rangierbahnhof. Dafür führten die Flugzeuge 24 Luftminen, mit je 1.815 kg, 84 Sprengbomben, mit je 114 kg und 9,4 Tonnen Brandbomben mit sich. Allerdings wurde ein großer Teil der Bomben auf andere Orte im Raum Frankfurt bzw. Kreis Guben abgeworfen. Beim Angriff starben 58 Menschen im Alter zwischen zwei Monaten und 79 Jahren. Auch wurden 13 Scheinanlagen mit 75 Sprengbomben und zahlreichen Brandbomben angegriffen. Bahnanlagen wurde keine beschädigt, auch in Rüstungsbetrieben gab es nur unwesentliche Beschädigungen..

In der Wochenendausgabe vom 6./7. Januar 1945 der Frankfurter Oder-Zeitung wurden die Einwohner zu einem „Volksopfer“ in Form von Kleidungsstücken aufgerufen. Ein vom Gauleiter Emil Stürtz am nachfolgenden Montag präzisierter Aufruf verlangte, dass jeder Haushalt 5 kg „Spinnstoffe“ abzugeben hätte. Die Luftangriffe auf Berlin lösten auch in Frankfurt öfter Luftalarm aus, ohne dass die Stadt angegriffen wurde. Mit dem Beginn der Weichsel-Oder-Operation der sowjetischen Streitkräfte setzte eine große Flüchtlingswelle der Deutschen ein, welche auch nach Frankfurt (Oder) zog. Einer der ersten Flüchtlinge, Gauleiter Arthur Greiser, der erst am Mittag des Tages die Evakuierung der Deutschen aus Posen befohlen hatte, kam am Abend des 20. Januar in der Stadt an. Seine Ankunft feierte er mit einem größeren Essen, welches von mitgebrachten Vorräten ausgestattet wurde. Die Zahl der insgesamt durchziehenden Flüchtlinge belief sich auf 264.000 bis 300.000 Menschen. Die Stadt wurde am 26. Januar 1945 zur Festung erklärt. Bereits im „Erkundungsbefehl für die Nibelungen-Stellung“ des Oberkommandos des Heeres (OKH) vom 28. November 1944 wurde geplant, die Stadt für die Rundumverteidigung vorzubereiten und als Deckung für Berlin zu nutzen. Die Dammvorstadt (heute Słubice) sollte dabei als Brückenkopf dienen. Der dementsprechende Ausbau begann Mitte Januar. Am 4. Februar musste die Dammvorstadt geräumt werden, einen Tag später wurden weitere Teile der Stadt geräumt.

Ab dem 22. Februar waren Fahrten nach Frankfurt verboten. Am selben Tag erschien die erste Ausgabe des Nachrichtenblattes Oderfestung Frankfurt der Propagandakompanie Eichkater.

Es kam in der evakuierten Stadt zu Plünderungen. Nach einem Bericht von Oberst Biehler vom 9. März wurden vier Wehrmachts-Soldaten und acht Zivilisten deshalb standrechtlich zum Tode verurteilt und das Urteil vollstreckt. Weiterhin wurden zwei Tschechen und ein Pole bei Plünderungen ertappt und sofort erschossen.

Am Morgen des 16. April begann mit dem Trommelfeuer der Roten Armee auf Frankfurt die Großoffensive gegen Berlin. Zwei Tage später wurde die Dammvorstadt gegen 21:00 Uhr geräumt. Am 19. April um 5:29 Uhr morgens wurde die Oderbrücke von der Wehrmacht gesprengt. Russische Fliegerangriffe fanden vom 20. bis 23. April statt. Am Nachmittag des 21. April wurde der Festungsstatus aufgehoben und einen Tag später begann der Rückzug der Festungstruppen. Am 22. und 23. April flog das 3. Bomberfliegerkorps auf Frankfurt und Beeskow 343 Einsätze und warf dabei insgesamt 260 t Bomben ab. Dadurch kam es vor allem im Zentrum Frankfurts zu zahlreichen Bränden. Die ersten sowjetischen Soldaten der 370. Schützendivision der 69. Armee und der 89. Schützendivision der 33. Armee der 1. Weißrussischen Front erreichten am Morgen des 23. Aprils Frankfurt. Oberst Alexejew wurde Stadtkommandant. Durch Bomben und Brandstiftungen, welche in den folgenden Tagen einsetzten, wurde die Innenstadt zu 93 % zerstört. Am Abend des 24. April brannte der Turm der Marienkirche, stürzte aber erst Monate später ein.

Schon im Mai 1945 wurde durch eine provisorische Brücke die Verbindung zur Dammvorstadt wieder hergestellt. Entsprechend dem Potsdamer Abkommen wurde Frankfurt (Oder) Grenzstadt. Die Dammvorstadt wurde abgetrennt, innerhalb von zwei Tagen vollständig geräumt und zur heutigen polnischen Nachbarstadt Frankfurts, Słubice.

Von Oktober 1945 bis zu ihrem Tod im August 1947 befand sich Hermine Reuß ältere Linie, die zweite Gemahlin von Wilhelm II., dem 1941 im Exil verstorbenen letzten Deutschen Kaiser, in sowjetischer Internierung in Frankfurt (Blumenthalstr.4).

Zwischen 1950 und 1952 war die Stadt nicht kreisfrei, sondern gehörte zum Kreis Frankfurt (Oder).

1952 fand in Frankfurt die Unterzeichnung der Urkunde über die Markierung der Staatsgrenze zu Polen statt. Frankfurt (Oder) wurde Bezirksstadt, das heißt Verwaltungszentrum eines der fünfzehn Bezirke der DDR, die nach ihren Bezirksstädten benannt wurden.

1957 wurde die Autobahnbrücke über die Oder fertiggestellt.

Das Stadtzentrum wurde in den 1950/60er Jahren unter weitgehender Aufgabe des alten Stadtgrundrisses neu aufgebaut. Nur wenige historische Gebäude, wie z.B. das Rathaus, wurden wiederhergestellt. Das Lichtspieltheater der Jugend in der Wilhelm-Pieck-Straße 328 wurde am 1. Mai 1955 eingeweiht. Ein großflächiges Neubaugebiet in Plattenbauweise entstand in den 1970er Jahren im Stadtteil Neuberesinchen.

In der Stadt gab es 1980 465 konspirative Wohnungen des Ministerium für Staatssicherheit.

Mit der Neukonstituierung der Länder auf dem Gebiet der DDR im Jahre 1990 kam die Stadt wieder zum Land Brandenburg. Am 15. Juli 1991 wurde die offizielle (Neu-)Gründung der Europa-Universität Viadrina per Rechtsakt vollzogen. 1994 verließ der letzte Soldat der Sowjetarmee die Stadt.

2001 wurde mit einem groß angelegten Abriss von Häusern, hauptsächlich Plattenbauten aus der DDR, begonnen. Bis einschließlich 2005 verlor die Stadt so 3.500 Wohnungen .

Ab spätestens 1294 lebten Juden in der Stadt. Der Judenfriedhof wurde erstmals 1399 erwähnt. Bei einem Pogrom 1491/1492 wurden alle Juden getötet, aber es zogen bald darauf wieder Juden in die Stadt. 1561 gab es eine neu errichtete Synagoge und 1697-1699 wurde erstmals in Deutschland das bedeutendste Schriftwerk des Judentums, der Talmud, gedruckt.

1933 lebten hier etwa 800 Juden, welche bis 1934 in zwei Gemeinden geteilt waren. Die große reformierte Gemeinde saß in der sogenannten Orgel-Synagoge. Ihre Rabbiner waren: Um die Jahrhundertwende Bergmann, vor 1924 Salomonski, danach Grün, 1928-1936 Ignaz Maybaum und zuletzt bis 1939 Curtis Cassel. Eine weitere Gemeinde befand sich in der Spornmachergasse. Die Juden waren zu einem großen Teil nach dem Ersten Weltkrieg aus Posen und Westpreußen ausgewandert, da sie sich als Deutsche fühlten und nicht in Polen leben wollten.

Die Stellung der Juden in der Stadt wurde erst mit der Machtübernahme der NSDAP schwierig. Zuvor war beispielsweise der Zahnarzt der Militärgarnison der Jude Gumpert. Allerdings gab es auch nach 1933 freundschaftliche Verhältnisse zu Juden. So wurde der Synagogendiener Glass noch einen Tag vor der Reichspogromnacht von einem SA-Führer zu seinem 50. Geburtstag eingeladen. In der Reichspogromnacht 1938 wurde die Synagoge angezündet und brannte im Inneren aus und jüdische Geschäfte geplündert und zerstört, jüdische Familienväter verhaftet und in das KZ Sachsenhausen verschleppt. Das Synagogengebäude wurde später als Lagerraum genutzt und in den 1950er Jahren im Rahmen der Errichtung von Wohnraum abgerissen.

Seit 1998 gibt es in Frankfurt (Oder) auch wieder eine jüdische Gemeinde, die mehr als 240 Mitglieder zählt, aber bis heute außer einem Gemeindezentrum im Stadtgebiet Halbe Stadt keine würdige Synagoge besitzt. Seit dem 16. März 2008 besitzt die Jüdische Gemeinde als erste in Brandenburg nach dem 2. Weltkrieg wieder eine eigene Thora-Rolle, die sie vom Jüdischen Bildungszentrum Chabad Lubawitsch als Geschenk erhalten hat. Zudem soll es bald wieder einen jüdischen Friedhof geben.

Die Bevölkerungszahl von Frankfurt (Oder) stieg im Mittelalter und der frühen Neuzeit nur langsam und ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. So verlor die Stadt durch die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges 82 Prozent ihrer Bewohner. Die Einwohnerzahl sank von 13.000 im Jahre 1625 auf nur noch 2.366 im Jahre 1653. Erst mit dem Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Lebten 1816 erst 15.600 Menschen in der Stadt, so waren es 1900 bereits 62.000.

Die Halbierung der Einwohnerzahl von 83.000 im Jahre 1939 auf 42.000 im Dezember 1945 ist auf die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges und die Abtrennung des Stadtteils Dammvorstadt – der heutigen polnischen Stadt Słubice – zurückzuführen. 1980 gab es in der Stadt 1.471 Geburten, davon 766 Jungen und 80.414 Einwohner, wovon 42.241 Frauen waren. Die Bevölkerung wuchs dabei im Vergleich zu 1979 um 1.461 Menschen . Im Jahre 1988 erreichte die Bevölkerungszahl der Stadt Frankfurt (Oder) mit 88.000 ihren historischen Höchststand. Inzwischen ist die Einwohnerzahl jedoch wieder stark gesunken.

Am 30. Juni 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Frankfurt (Oder) nach Fortschreibung des Landesbetriebes für Datenverarbeitung und Statistik Brandenburg 64.429 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern), am 31. Dezember 2005 nach gleicher Quelle nur noch 63.748 Einwohner (30.877 männlich, 32.871 weiblich). Dagegen waren es an diesem Tag nach Angaben der Stadtverwaltung 63.210 Menschen. Davon waren 30.389 männlich und 32.731 weiblich. Mit Hauptwohnsitz waren 2.488 ausländische Bürger in der Stadt gemeldet. Seit der Wende in der DDR im Jahre 1989 hat die Stadt wegen der hohen Arbeitslosigkeit und des Geburtenrückgangs 27 Prozent ihrer Bewohner (23.000 Personen) verloren.

Nach Schätzungen wird Frankfurt in den nächsten Jahren bis 2025 weitere etwa 28 bis 30 Prozent seiner Bevölkerung verlieren, sodass sich dann die Einwohnerzahl auf unter 44.000 belaufen dürfte, was mehr als eine Halbierung seit 1988 bedeuten würde.

Im Januar 2006 wurden in Frankfurt 46 Menschen als obdachlos gezählt, im Januar 2007 waren es 49.

Bereits das Siegel von 1294, das älteste erhaltene, zeigt das Wappen der Stadt in seiner heutigen Form. Es zeigt einen roten Hahn mit rotem Kamm, goldenen Füßen und Schnabel.

Über dem Tor schwebt seit 1990 wieder, wie schon in der ersten Wappenabbildung, ein Wappenschild mit dem Märkischen Adler. Der Hahn ist ein eher seltenes Wappentier. Vermutlich kommt es vom lateinischen Namen Galli (Gallier). Daraus leitet sich dann Gallus, als das lateinische Wort für Hahn ab und wurde so zum Wappentier der Stadt.

Die Flagge der Stadt Frankfurt (Oder) zeigt drei Streifen in den Farben Rot-Grün-Silber (Weiß) mit dem den Mittelstreifen überdeckenden Stadtwappen.

Seit der verheerenden Flutkatastrophe in Südostasien im Dezember 2004 verbindet Frankfurt eine enge Patenschaft mit der Küstenstadt Weligama in Sri Lanka. Ersthilfe konnte in Form des Kaufes von lebenswichtigen Sachgegenständen wie Matratzen, Kochutensilien und anderem geleistet werden. Besonders wichtig war die Kontaktaufnahme zu den Verantwortlichen, Betroffenen in der Küstenstadt und den Helfern vor Ort, um sich Informationen für eine längerfristigen Hilfe zu beschaffen. Bei der Flutkatastrophe wurde ein Tempel zerstört. Die Singhalesen sind ein sehr gläubiges Volk und deshalb entschloss sich die Stadt Frankfurt, den Wiederaufbau dieses Tempels zu finanzieren. Spendenmittel wurden nicht nur vom Konto der Stadt bereitgestellt, sondern auch von der Bevölkerung der Stadt Frankfurt. Die Frankfurter Wasser- und Abwasser GmbH erfuhr von den verheerenden Zuständen der Abwassersysteme und schickte im Mai 2005 Experten nach Sri Lanka; dieses Projekt wurde durch den Lions-Club mitfinanziert. Besonders wichtig ist es, das Leben der Menschen dort auch auf lange Sicht wieder lebenswert mitzugestalten. An die Stadt Frankfurt wurde das Projekt Bau eines Referenzdorfes herangetragen. Beteiligte und Projektträger sind der Solidaritätsdienst international e. V. (SODI), Target Agriculture pvt ltd Weligama, der Agrobodi Tempel Weligama, die Stadt Frankfurt, Słubice und das Stahlwerk Arcelor Eisenhüttenstadt. Dabei handelt sich es um ein Öko–Dorf mit landwirtschaftlicher Nutzungsmöglichkeit.

Am 1. Juli 1865 wurde eine besoldete Feuerwehr gegründet und für 500 Taler Lohn und freies Wohnen ein Turmwächter eingestellt. Die "Vereinigung von Feuerwehr und Straßenreinigungswesen" erhöhte am 1. April 1880 die Anzahl der zur Verfügung stehenden Fahrzeuge. 1882 wurde ein mit 34 Feuermeldern ausgestattetes Telegraphie-System in Betrieb genommen. Bereits 1899 trat die Stadt dem Verband deutscher Berufsfeuerwehren bei und war damit eine der ersten Städte in Deutschland. Am 25. Februar 1909 wurde die Mannstärke um 14 auf 24 erhöht und die Feuerwehr nannte sich nun Berufsfeuerwehr Frankfurt an der Oder. Das Gehalt betrug 80 Mark, bzw. 110 für den Oberfeuerwehrmann. Eine 18 m lange Drehleiter, drei Wasserwagen und fünf Druckspritzen gehörten damals zur Ausstattung der Wehr. 1823 wurde ein Teil des ehemaligen Exerzierhofes des Leib-Grenadier-Regiments Nr. 8 an die Feuerwehr übergeben. Die erste Motorspritze wurde 1917 von Adam Opel Rüsselsheim angeschafft. Zur Unterstützung der Berufswehr wurde 1934 eine Freiwillige Feuerwehr gegründet und die Feuerwehr in Feuerlöschpolizei umbenannt. Während der letzten Tage des Zweiten Weltkrieges wurde das Gebäude der Feuerwehr zerstört und sie zog in die Handels- und Gewerbeschule um. 1950 wurde die Feuerwehr der Volkspolizei unterstellt. 1962 begann der Aufbau einer Tauchergruppe. Im Frühjahr 1968 wurde die neue Feuerwache in der Heinrich-Hildebrand-Straße nach zweijähriger Bauzeit bezogen. Zur Ausstattung gehörten elf Einsatzfahrzeuge. Das erste Löschfahrzeug für Frankfurt mit der Typbezeichnung LF 16, welches auf einem W 50-Fahrgestell basierte, wurde der Stadt übergeben. Am 3. Dezember 1990 wurde die Leitung der Feuerwehr von der Polizei an die Stadt übergeben. Am 1. Juni des folgenden Jahres führte die Feuerwehr das Dreischichtsystem ein. Seit 1990 ist Helmuth Otto Leiter des Amtes für Brand-, Katastrophenschutz und Rettungswesen. Seit dem 1. Juni 2006 ist die Regionalleitstelle Oderland im Betrieb, die ihren Sitz im Katastrophenschutzzentrum in Frankfurt (Oder) hat. Sie disponiert die Notfallrettung, den Brandschutz und die technische Hilfeleistung, sowie Krankentransporte und den Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst in der kreisfreien Stadt Frankfurt (Oder), dem Landkreis Oder-Spree und dem Landkreis Märkisch-Oderland. Die Stadt Frankfurt (Oder) betreibt eine Berufsfeuerwehr und acht Freiwillige Feuerwehren.

Frankfurt (Oder) ist ein Zentrum des Sports im Land Brandenburg. Neben dem Olympiastützpunkt, der Bundeswehrsportfördergruppe und der Sportschule treiben in den 13 Landesleistungsstützpunkten und den 83 im Stadtsportbund zusammengeschlossenen Sportvereinen mit über 10.000 Mitgliedern Spitzen- und Breitensport. Eine herausragende Rolle im Vereinssport spielt die Frankfurter Sportunion 90 e.V., die ein Drittel aller Sporttreibenden der Stadt, insbesondere der Spitzensportler, vereint. Die Stadt verfügt über zwei Stadien mit insgesamt etwa 7.100 Sitz und 5.000 Stehplätzen (2004). Hinzu kommen 14 Großfeldplätze.

Hermann Weingärtner aus Frankfurt (Oder) gewann bei den 1. Olympischen Spielen in Athen 1896 drei Goldmedaillen im Turnen. Als Zentrum des Boxsports wurde die Oderstadt durch den Profiboxweltmeister und heutigen Ehrenbürger der Stadt Henry Maske, wie auch durch den Profiboxer Axel Schulz weltbekannt. Die Frauen des Frankfurter Handball Club e.V. wurden 2004 Deutscher Meister. Der Frankfurter Sportschütze, Manfred Kurzer, Schützengilde Frankfurt a.d. Oder 1406 e.V., wurde 2004 in Athen Olympiasieger in der Disziplin Laufende Scheibe.

Wichtigster Fußballverein ist der in der Brandenburgliga spielende Frankfurter FC Viktoria.

Erholung finden die Frankfurter unter anderem im Wildpark Frankfurt (Oder), am Helenesee oder einem der anderen Seen im Stadtgebiet und der näheren Umgebung, in den Parks der Stadt, in den Stadtforsten oder im Eichwald.

Im Frankfurter Stadtgebiet gibt es eine große Zahl von Kunstwerken, die im Artikel Kunst in Frankfurt (Oder) genauer beschrieben sind.

Das Sportmuseum im Zentrum der Stadt wurde am 11. Juli 2003, aus Anlass der 750-Jahrfeier der Oderstadt an den Oberbürgermeister übergeben. Frankfurter Sportgeschichte wird zwischen vielen Bildern, Trophäen und Erinnerungsstücke dokumentiert. Der Verein Sportgeschichte Frankfurt (Oder) e.V. möchte jedoch nicht nur Erinnerungen wecken, sondern insbesondere auch junge Menschen zu eigener sportlicher Betätigung anregen.

Das Museum Junge Kunst stellt in zwei Häusern, dem Rathaus mit Rathaushalle und dem gotischen Festsaal sowie im PackHof des Museums in der C.-Ph.-E.-Bach-Straße mit einer der wesentlichsten Sammlung Kunst aus dem Osten Deutschlands aus. Über 11.000 Werke der Malerei, Handzeichnungen und Aquarelle, Druckgrafik, Skulpturen sowie polnische Grafik sind im Besitz des Museums.

Das Museum Viadrina ist das kulturhistorische Museum für die Stadt Frankfurt. Seinen Sitz hat es im Junkerhaus, in einem wertvollen, überregionalen, barocken Baudenkmal. Es handelt sich hierbei um eines der wenigen Gebäude im Stadtzentrum, die am Ende des Zweiten Weltkrieges von der Vernichtung verschont blieben. Seine Architektur und Geschichte ist für Frankfurt und das Land Brandenburg von ganz besonderer Bedeutung. Das Gebäude mit seinen wertvollen originalen Stuckdecken vom Ende des 17.Jahrhunderts war die kurfürstliche bzw. königliche Residenz der Hohenzollern, also das Stadtschloss Frankfurts. Seit 2001 gehört das Museum zu den Städtischen Museen Junge Kunst und Viadrina. Nach mehr als 15-jähriger Bautätigkeit ist es seit dem 4. Oktober 2003 mit einer neuen Dauerausstellung vollständig geöffnet. Sie bietet die Möglichkeit, sich mit verschiedenen Themen der Stadt- und Regionalgeschichte zu beschäftigen. Die Besucher können sich über Frankfurts bedeutende Rolle im Mittelalter, der Geschichte der Alma Mater Viadrina, militärgeschichtlichen Aspekten und vieles mehr informieren.

Die St. Marienkirche ist die ehemalige Hauptpfarrkirche Frankfurts. 1253 wurde mit dem ursprünglichen Bau in den Formen der norddeutschen Backsteingotik begonnen. 1945 war sie nur noch eine Ruine. Seit 1974 wurde sie für 99 Jahre von der Stadt gepachtet. Rekonstruktionen finden seit 1979 statt. In den letzten Jahren wurde sie zum soziokulturellen Zentrum St. Marien umgebaut. Sie wird heute für Veranstaltungen genutzt. Im Jahr 2002 gab Russland 111 mittelalterliche Bleiglasfensterfelder zurück, bisher die einzig geglückte Rückgabe sowjetischer Beutekunst. Die aus der Eremitage in Sankt Petersburg zurückgekehrten Glasmalereien bilden den bedeutendsten und umfangreichsten zusammenhängenden Bestand mittelalterlicher Glasmalereien im Land Brandenburg. Die Glasmalereifelder waren bis zu ihrem kriegsbedingten Ausbau 1941 in den drei Chorfenstern der St. Marienkirche in Frankfurt (Oder) eingebaut. In der eigens für die Restaurierung der 111 Glasfenster eingerichteten Werkstatt im Martyrchor der St. Marienkirche konnten im Januar 2003 die Arbeiten von einem dreiköpfigen Restauratorenteam begonnen werden. Nachdem bereits im Mai 2005 das mittlere Christusfenster eingeweiht wurde, konnten die zwei weiteren Bleiglasfenster am 29. Juni 2007 mit einem Festakt der Öffentlichkeit übergeben werden.

Die St.-Gertraud-Kirche ist ein dreischiffiger Backsteinbau an der Lindenstraße. Sie wurde ursprünglich bereits 1368 als Kapelle der Gewandschneider errichtet und lag außerhalb der Stadtmauer. Die Kirche wurde 1432 durch die Hussiten und am 2. April 1631 durch die Schweden zerstört, aber danach stets wieder aufgebaut. Später verfiel die Kirche und wurde 1874 in ihrer heutigen neogotischen Form nach Plänen von Stadtbaurat Christ wieder aufgebaut und vier Jahre später am 20. Dezember eingeweiht. Das Altarbild und die Vorlagen für die Chorfenster des dreischiffigen Backsteinbaus stammen von Anton von Werner.

Mit dem Bau der Franziskaner-Klosterkirche, der späteren Garnisonskirche und heutigen Konzerthalle wurde Ende des 13. Jahrhunderts begonnen, als der Franziskanerorden aus dem Bereich des Brücktors nach Norden umgezogen ist. Seit Mitte des 16. Jahrhunderts wurden in der Klosterkirche etwa 100 Jahre lang auch die Gottesdienste für die Unterstadt abgehalten. 1967 schloss die Stadt einen Pachtvertrag mit der Kirche und baute die Kirche schrittweise zur Konzerthalle Carl Philipp Emanuel Bach um. Bis zum Stadtjubiläum 2003 wurde das bedeutende mittelalterliche Dachtragwerk saniert. Zur „Krönung“ wurde Anfang 2003 der bereits 1736 beseitigte Dachreiter wieder neu aufgesetzt.

Die Friedenskirche ist der im Ursprung älteste Steinbau der Stadt. Zur Stadtgründung 1253 existierte bereits St. Nikolai. Sie war aber schon mit der Weihung der Marienkirche zu Beginn des 14. Jahrhunderts nicht mehr die Hauptkirche der Stadt. Nachdem man Mitte des 16. Jahrhunderts die Gottesdienste in die Franziskaner-Klosterkirche verlagert hat, wurde die Nikolaikirche zwischenzeitig als Kornhaus, Heuschuppen, Pulvermagazin und zur Unterbringung von Kranken und Gefangenen genutzt. Seit Mitte des 17. Jahrhunderts fanden in dem Gebäude Gottesdienste der Reformierten Kirche statt. Die nach dem Zweiten Weltkrieg weitestgehend unbeschädigte Kirche wurde zu Beginn der 1990er-Jahre soweit instandgesetzt, dass sie zunächst im Bestand gesichert ist. Derzeit wird die Friedenskirche am Untermarkt mithilfe von Fördermitteln zum "Oekumenischen Europa-Zentrum" umgebaut. Hierfür werden u.a. auf der Empore beheizbare Räume für Veranstaltungen und Besprechungen eingebaut.

Als Kirchenbauten sind weiterhin zu nennen die evangelische St. Georgkirche und die katholische Heilig-Kreuz-Kirche, welche 1897-1899 nach Entwürfen des Architekten Engelbert Seibertz errichtet wurde.

Am Rand des Lennéparks befindet sich die Reliefwand Geschichte der Alten Universität . Die rund zehn Meter lange Wand aus Sandstein wurde in den 1980er Jahren von Walter Kreisel geschaffen. Die Stadt hatte den Künstler beauftragt, allerdings dauerte es vier Jahre vom ersten Entwurf bis zur Fertigstellung. Die Wand zeigt Porträts alter Professoren und es befindet sich das nachempfundene Portal der alten Universität in der Mauer. Das Portal befindet sich an der Stelle des ehemaligen Großen Philosophischen Collegiums der Universität welches 1962 abgerissen wurde.

Die Eingangstüren zur Konzerthalle wurden 1975 eingebaut. Es sind zwei 2,90 m hohe Bronzetore; eins als heiteres Tor und das andere als ernstes Tor von Axel Schulz gestaltet. Jede der vier Türen hat vier Felder mit Motiven. Den Abschluss bildet bei beiden Toren oberhalb der Tür ein halbkreisförmiger Rundbogen, welcher als Baum gestaltet ist. Für die Gestaltung der Türen gab es vier Vorschläge und am 7. März 1969 entschied sich eine Kommission für die heute zu sehende und schloss mit Schulz am 25. März 1971 einen entsprechenden Werkvertrag.

Das heutige Rathaus ist als zweigeschossige Kaufhalle mit Ratsstube und Gerichtslaube nach 1253 entstanden. Zwischen 1607 und 1609 erfolgte der Umbau im Stil der Renaissance und zwischen 1911 ud 1913 wurde es nach Plänen des Architekten Fritz Beyer erweitert. Am Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 wurde es stark zerstört. Im Oktober 1949 wurde ein Lotterie unter dem Namen Rettet das Rathaus gestartet um die notwendigen Finanzmittel zu erhalten. Im März 1950 erfolgte dann der Beschluss zum Wiederaufbau und am 22. Juni 1953 folgte das Richtfest für den zweiten Bauabschnitt. 1977/78 wurde im Zuge einer Modernisierung der Eingang von der Ost- auf die Südseite verlegt.

Auf die Insel Ziegenwerder führt eine 1996 neu errichtete Brücke mit einer Spannweite von 68,20 m.

Die ältesten Bürgerhäuser der Stadt befinden sich in der Großen Oderstraße 42 mit der Löwenapotheke und den angrenzenden Wohnhäusern Forststr. 1 und 2. Im Kern handelt es sich um mittelalterliche Massivbauten. Die Gebäude wurden mehrfach umgebaut und die Fassaden geändert. Heute dominiert eine klassizistische Gestaltung.

Der noch heute erhaltene Gasometer wurde 1855 errichtet und ca. 100 Jahre genutzt. Der heutige Eigentümer, die Stadtwerke, nutzt das unter Denkmalschutz stehende Gebäude nicht mehr. 2005 wurde der Teleskopgasbehälter entfernt und verschrottet. Bis zu diesem Zeitpunkt war es der älteste seiner Art in Deutschland. Der Fußboden des Gasometers liegt etwa sechs Meter tiefer als der umliegende Boden.

Die Friedensglocke wurde von der CDU der DDR zum 6. Parteitag am 27. Januar 1953 zur Erinnerung an die Unterzeichnung des Oder-Neiße-Friedensvertrages gestiftet. Sie ist somit ein Symbol der Freundschaft für die deutsch-polnischen Beziehungen. Gegossen wurde die Glocke in Apolda. Jährlich am 1. September zum Weltfriedenstag wird sie traditionsgemäß geläutet. Das gemauerte und verputzte Glockenhaus mit flachem Zeltdach, allseitig hohen Rundbögen und hölzernem Glockenstuhl wurde von J. Müller entworfen. Es steht in der Flucht der Bischofspromenade und ist vom Marktplatz aus zu sehen.

Die Exerzierhalle in der Logenstraße 15 (von 1953-1992 Wilhelm-Pieck-Str., davor Litzmannstraße) wurde 1879-1882 errichtet. Sie gehörte früher zum Kasernenkomplex des Frankfurter Leibgrenadierregiments König Friedrich Wilhelm III. 1940 wurde darin eine öffentliche Küche mit einem Speisesaal für 150 Personen und einer täglichen Kapazität von 1.200 Mahlzeiten eröffnet. Ursprünglich war sie deutlich länger, wurde aber nach 1945 auf etwa ein Drittel gekürzt. Auch nach dem Krieg wurde das Gebäude als Küche geöffnet, so gab es dort beispielsweise die Schulspeise für die Rosa-Luxemburg-Schule. Nach der Wende 1990 war dort zeitweilig ein Billigmarkt für verschiedene Haushaltswaren eingemietet. Heute ist das Gebäude verputzt und mehrfach überstrichen, zeigt also nicht mehr seine historische Fassade.

Das Doppelpfarrhaus im Stil des Spätbarock beherbergt heute das Stadtarchiv. Das Gebäude wird auch Collegienhaus genannt, obwohl das eigentliche Collegienhaus das frühere Hauptgebäude der Universität war, das nach dem Krieg abgerissen wurde. Das ehemalige Pfarrhaus wurde 1739-1742 nach Plänen des Baudirektors Hedemann errichtet. 1967 wurde das Gebäude rekonstruiert.

Unweit des Bahnhofes befindet sich das Eisenbahnerdenkmal. Es erinnert an die gefallenen Eisenbahner des Ersten Weltkrieges und der folgenden Grenzlandkämpfe. Der Beschluss zur Spendensammlung für das Ehrenmahl wurde vom Bezirksverband der Eisenbahner 1931 einstimmig angenommen. Der Entwurf stammt vom Reichsbahnrat und Architekten Wilhelm Beringer, die Ausführung lag beim Bildhauer Georg Fürstenberg. Die drei Stelen symbolisieren dabei die Bezirke Posen, Westpreußen und Danzig, der gemeinsame Sockel die Vereinigung in der Reichsbahndirektion Osten. Die Einweihung erfolgte am 3. Juli 1932.

Ein Denkmal für die Opfer des Faschismus befindet sich in der Rosa-Luxemburg-Straße.

Die ersten sieben Stolpersteine zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus wurden am 8. Mai 2006 in Frankfurt in Bürgersteige eingesetzt. Die Steine befinden sich jeweils vor dem Haus in welchem das Opfer zuletzt gewohnt hat; gegenüber der Großen Müllroser Straße 54b für Hermann Boian, der Lindenstraße 29 für Nissel Weissmann, Zehmeplatz 14 für Rosa und Ludwig Fürst, der Karl-Marx-Straße 184 für Albert Fellert und zuletzt für Max Hannemann und Herbert Jensch vor der Kleinen Oderstraße 7. Am 12. Juli 2007 wurden sieben weitere Stolpersteine in Gehwege, die an die Schicksale von Dina und Martin Eisenhardt (August-Bebel-Str. 29), den Eheleuten Kurt und Elsa Fellert und ihren Kindern (Karl-Marx-Str. 10) sowie an Heinrich Gritschke (Bischofstr. 47) erinnern sollen, gesetzt. Weitere 10 Stolpersteine wurden am 11. September 2008 für Max,Margarete,Julius und Eugen Berlowitz,Frieda Rau, Bergstr. 17, Julius und Erna Rosenbaum,Karl - Marx-Str.(Nähe Synagogenge-denkstein), Max und Leonore Perlinski,Gubener Str. ¾ und Walter Korsing, Puskinstr. 23 gesetzt.

Das Mahnmal für die gefallenen sowjetischen Soldaten des Zweiten Weltkrieges befindet sich im Park Der Anger südlich der Kirche St. Gertraud. Die dort zu lesende russische Inschrift bedeutet: Ewiges Andenken den Soldaten der sowjetischen Armee, die ihr Leben für die Freiheit und die Unabhängigkeit der Sowjetunion geopfert haben. Eine weitere Inschrift auf der Rückseite besagt: Unsere Tat ist Recht - wir haben gesiegt.

Beim Thomas-Müntzer-Hof steht ein Gedenkstein für Albrecht Zehme. Zehme war Prorektor der Oberschule und Stadtverordneter; er starb 1880.

Das Karl-Marx-Monument befindet sich in der Karl-Marx-Straße am Rande des Lennéparks. Die Büste schuf Fritz Cremer. Das Denkmal mit dem eingemeißelten Spruch Die Theorie wurde zur materiellen Gewalt wurde zum 100. Geburtstag Marx' am 5. Mai 1968 eingeweiht.

Für die Stasi-Opfer wurde in der Robert-Havemann-Straße im Frühjahr 1990 eine Gedenkplatte eingeweiht. Die ebenerdige Platte befindet sich damit vor der ehemaligen Bezirksverwaltung der Staatssicherheit.

Unweit der Försterei Eduardspring befindet sich ein Denkmal für Richard Burmeister. Dieser war in der Nacht vom 3. zum 4. März 1920 vermutlich von einem Wilderer angeschossen und schwer verletzt worden. Am 17. Mai 1920 erlag er im Krankenhaus seinen Verletzungen. Trotz einer versprochenen Belohnung von 3.000 Mark wurde der Täter nie gefasst. Am 17. Mai 1924 wurde der Gedenkstein mit der marmornen Gedenktafel eingeweiht. Zu lesen ist auf ihr Dem Andenken des pflichttreuen Stadtförsters Richard Burmeister ein Opfer feiger Hinterlist *30. Jullo 1865 † 17. Mai 1920.

Das Mahnmal für den Frieden befindet sich in der Nuhnenstraße.

Eine Gedenkplatte für Heino Goepel befindet sich am Marienbad II in der Dresdener Straße. Die Platte wurde 1993 bei der Sanierung des Bades angebracht, war aber möglicherweise bereits zuvor dort zu finden. Gedacht wird dem Augenarzt welcher von 1833 bis 1896 lebte und soziale Einrichtungen, darunter das erste Volksbad der Stadt Marienbad I, stiftete.

Die Gedenk- und Dokumentationsstätte Opfer politischer Gewaltherrschaft befindet sich in der Collegienstraße, in einer ehemaligen Strafvollzugseinrichtung. Es werden Einblicke in den Alltag des Strafvollzuges und in die Geschichte der Verfolgung politischer Gegner in Frankfurt (Oder) und der näheren Umgebung zwischen 1933 und 1989 ermöglicht.

Der Startplatz liegt am Brunnenplatz und nach etwa 150 Metern beginnen die Teilnehmer die 511 Stufen des Oderturms zu erklimmen. Den Rekord hält Piotr Wyroba aus Zgorzelec mit 2:26,12 Minuten welchen er 2003 aufstellte. Sieger des ersten Laufes war am 22. September 2001 Holm Kunze.

Seit 1966 gibt es die „Frankfurter Festtage der Musik“, ins Leben gerufen wurden sie von der Musikgesellschaft „Carl Philipp Emanuel Bach“. Die seit vielen Jahren das musikalische Erbe des zweiten Bach-Sohns pflegt.

Immer Ende Mai/Anfang Juni findet ein Erfrischendes, junges, unkonventionelles Theater mit jungen Ensembles, an ungewöhnlichen Orten statt.

Seit 1992 gibt es die Festtage, die Frankfurt dem wohl berühmtesten Sohn der Stadt widmet: Heinrich von Kleist. Jedes Jahr im Oktober gibt es ihm zu Ehren Theater, Lesungen, Spektakel, Musik, Pantomime. Das Werke Heinrich von Kleists werden auf der unterschiedlichste Weise geehrt.

Bei der TransVOCALE ist alles zu hören, was nach Lied klingt. Seit 2003, immer im November, findet in Frankfurt (Oder) und Słubice das internationale Festival für Lied und Weltmusik statt.

Eine mittelalterliche Hafenszenerie soll für die Besucher das mittelalterliche Frankfurt erlebbar machen. Das Hansefest wurde vor zehn Jahren aus der Taufe gehoben und knüpft an die Hansetradition der Stadt an.

Der Kleistpark im Stadtteil „Obere Stadt“ wurde 1953 auf einem Teil des Geländes des alten Stadtfriedhofs von 1802 geschaffen. Er weist alte Baumbestände, Spielplätze und mehrere Gedenk- und Grabstein auf.

Der Lennépark im Zentrum Frankfurts wurde zwischen 1834 und 1845 nach Plänen Peter Joseph Lennés an Stelle der alten Wallanlagen angelegt. Der Park im englischen Stil weist sehr alte Baumbestände, einen künstlichen Wasserfall, Fließe, Teiche und eine Fontäne, Plastiken und Spielplätze auf.

Der Lienaupark im Zentrum nordwestlich des Lennéparks geht auf den Frankfurter Weingroßhändler und Politiker Martin Michael Lienau zurück.

Das Ziegenwerder ist eine als Park gestaltete Flussinsel in der Oder.

Der Botanische Garten wurde in den 1970er Jahren als Ausgleich für die Bodenversiegelungen bei der Verkleinerung des Kleistparks angelegt.

Der Anger in der Gubener Vorstadt wurde 1923/1924 auf dem ehemaligen Exerzierplatz angelegt.

Im Park an der St.-Gertraud-Kirche im Zentrum stehen mehrere Denkmale, darunter das für Heinrich von Kleist. Der Park geht auf Teile des Friedhofs der Gertraudengemeinde zurück.

Auf dem Platz der Einheit im Zentrum steht heute das Kleistforum.

Das Arboretum in Neuberesinchen geht auf eine private Gartenanlage vor der Anlage des Stadtteils zurück.

Der Stadtwald mit einer Fläche von etwa 760 ha befindet sich zwischen Booßen und Rosengarten.

Der Wildpark wurde 2000 in Rosengarten, am Eingang zu Stadtwald angelegt.

Die Stadt Frankfurt ist ein Wissenschafts- und Forschungsstandort. Mit dem Institut für Halbleiterphysik, die eine weltweit anerkannte Forschungseinrichtung im Technologiepark Ostbrandenburg ist, haben sich Firmen aus dem Bereich Mikroelektronik und Mikrosystemtechnik, Informations- und Kommunikationstechnik sowie der Umwelt- und Energietechnik angesiedelt.

Unter den klassischen Wirtschaftszweigen sind u. a. der Obstanbau (Äpfel) und der Orgelbau zu erwähnen.

Im Jahresdurchschnitt 2007 betrug die Arbeitslosenquote 16,0%. Im April 2007 gab es bei der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder) 1.807 Personen in Arbeitsgelegenheiten. Das waren 669 weniger als im Jahr davor. Die wirtschaftlich angespannte Situation wirkt sich auch auf die Jugend aus. Nach einem von der Stadt in Auftrag gegebenen Bericht leben 30,2% aller Kinder und Jugendlichen in der Stadt von Sozialhilfe. Das ist die zweithöchste Zahl in Brandenburg.

Für 2009 werden die Schulden der Stadt voraussichtlich um 10,6 Millionen auf insgesamt 101,3 Millionen Euro steigen.

In Frankfurt wird als tägliche Regionalzeitung die Märkische Oderzeitung mit einer verkauften Gesamtauflage von knapp 100.000 Exemplaren (IVW) herausgegeben. Als Anzeigenblätter erscheinen Märkischer Markt (Gesamtauflage laut BVDA rund 315.000), Märkischer Sonntag (Gesamtauflage laut BVDA rund 315.000) und Der Oderland-Spiegel (Gesamtauflage rund 90.000 laut Verlagsangaben). Der rbb betreibt im Stadtzentrum ein Regionalstudio, in dem Hörfunk- und Fernsehbeiträge produziert werden. Der private Regionalfernsehsender WMZ TV Frankfurt Regional erreicht über die örtlichen Kabelnetze (FAKS, Kabel Deutschland GmbH und PrimaCom) etwas mehr als 35.000 Haushalte in und um Frankfurt (Oder).

In Frankfurt steuern 60 Verkehrsampeln den Verkehr, wovon 51 an das Verkehrsleitsystem angeschlossen sind. Die dichtbefahrenste Straße ist die Leipziger Straße. Sie hatte am 1. März 2006 13.649 Fahrzeuge stadteinwärts und 14.729 stadtauswärts zu bewältigen. Gefolgt wird sie von der Kieler Straße mit 13.882 stadtein- und 10.514 stadtauswärts (28. Februar 2006) fahrenden PKW und LKW. Das Straßennetz umfasst etwa 300 Kilometer.

Der innerstädtische ÖPNV wird durch Straßenbahn und Omnibus wahrgenommen. Die Stadtverordnetenversammlung beschloss am 3. Februar 2005 mit knapper Mehrheit den Ausbau des Straßenbahnnetzes über den Grenzfluss Oder hinweg nach Słubice. Bei einer Bürgerbefragung am 22. Januar 2006 stimmten ca. 83% aller teilnehmenden Wähler gegen dieses Straßenbahn-Projekt nach Słubice. Daraufhin entschloss sich im Februar 2006 die Stadtverordnetenversammlung von Frankfurt (Oder), den Beschluss vom 3. Februar 2005 aufzuheben.

Die beiden von der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH betriebenen OE-Linien benötigen für die Fahrt zwischen Frankfurt (Oder) und Berlin etwa zweieinhalb Stunden, während der RE1 die Strecke über Fürstenwalde in etwa einer Stunde absolviert.

Neben dem ausgedehnten Regionalbahn-Netz fahren über Frankfurt viele internationale Reisezüge über Poznań in Richtung Warschau und Moskau, darunter die der EC-Linie 48/49 (Berlin-Warszawa-Express). Damit ist Frankfurt (Oder) der wichtigste deutsche Eisenbahngrenzübergang nach Polen, über den etwa die Hälfte aller Grenzübertritte zwischen Deutschland und Polen erfolgen.

Die Stadtverkehrsgesellschaft mbH Frankfurt (Oder) (SVF) ist mit der Region Hannover und der BVG einer der drei Preisträger im bundesweit ausgelobten Pilotprojekt Anspruchsvolle Umweltstandards im ÖPNV-Wettbewerb des BMU. Das Konzept der SVF bestand in der kompletten Neubeschaffung der Busflotte mit Umstieg auf Erdgasantrieb. Im September 2002 wurden die ersten Dieselbusse aus dem Verkehr gezogen. Seit 2003 fahren 22 MAN Erdgasbusse, elf Solofahrzeuge und elf Gelenkfahrzeuge, durch Frankfurt. Dem Abgasstandard EEV (enhanced environmentally friendly vehicle) wird dabei Genüge getragen.

Im Zentrum Frankfurts befindet sich ein Winterquartier für etwa 2.000 Fledermäuse. Unter mehr als 30 Arten ist vor allem das Große Mausohr hier anzutreffen. Das Quartier befindet sich in der 1950 stillgelegten Brauerei und hat eine Fläche von 0,92 Hektar. Hinzu kommt ein 40 Meter breiter Sperrstreifen welcher nicht bebaut werden darf. 1987 überwinterten etwa 150 Tiere in dem Gebäude. 1994 wurde der Bestand mit 1.000 der fliegenden Säugetiere festgestellt. 1997 waren es 1.500, 2002 2.200 und 2007 1.837, davon 811 Große Mausohren. Mit diesen Zahlen ist das Gebäude eines der größten Überwinterquartiere von Fledermäusen in Deutschland. Von der Müritz bis hin zu Tschechien wurden die in Frankfurt beringten Tiere schon entdeckt. Eigentümer des Geländes ist seit 2003 die Stiftung Euronatur. Im selben Jahr wurde das Gelände zum Naturschutzgebiet erklärt. 2006 wurde im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen begonnen, das Gelände freundlicher zu gestalten, unter anderem dort lagernder Müll entfernt. Im Winter 2007/2008 überwinterten 2.023 Fledermäuse, darunter auch Tiere der seltenen Teichfledermaus und Bartfledermaus in der ehemaligen Brauerei.

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Oper Frankfurt

Blick in den Zuschauerraum der Oper Frankfurt

Die Oper Frankfurt ist das Musiktheater der Städtischen Bühnen in Frankfurt am Main. Sie zählt zu den bedeutendsten Opernbühnen in Europa und wurde 1995, 1996 und 2003 von der Zeitschrift Opernwelt als Opernhaus des Jahres ausgezeichnet. Ein festes Opernensemble besteht in Frankfurt seit 1792. 1880 wurde das monumentale Opernhaus im Stil der Neurenaissance eröffnet. Diese 1944 zerstörte und 1976 bis 1981 wiederaufgebaute Alte Oper dient heute als Konzert- und Kongresszentrum.

Die Oper Frankfurt hat seit 1951 ihre Spielstätte am Willy-Brandt-Platz, dem früheren Theaterplatz. Künstlerisch wurde das Haus seitdem durch die Generalmusikdirektoren Georg Solti (1952–1961), Christoph von Dohnányi (1968–1977), Michael Gielen (1977–1987), Sylvain Cambreling (1993–1996), Paolo Carignani (1999–2008) geprägt. Mit der Spielzeit 2008/2009 übernahm Sebastian Weigle die künstlerische Leitung. Intendant der Oper ist seit 2002 Bernd Loebe. Das Frankfurter Museumsorchester ist das feste Orchester des Hauses.

1700 gastierte zum ersten Mal eine französische Operntruppe in Frankfurt, die im Wesentlichen Stücke von Jean-Baptiste Lully aufführte. Auch später fanden immer wieder Gastspiele statt, so 1745 durch die italienische Truppe von Pietro Mingotti, zu deren Kapellmeistern auch Christoph Willibald Gluck gehörte, und 1755 durch Girolamo Boni, der die Oper Demetrius des Dresdner Hofcompositeurs Johann Adolph Hasse aufführen ließ. Gespielt wurde entweder in den Speisesälen der großen Gasthöfe, oder auf behelfsmäßig zusammengezimmerten Holzbühnen, die meist auf dem Roßmarkt in der Neustadt aufgebaut wurden.

Erst nach der Mitte des 18. Jahrhunderts kam in der Frankfurter Bürgerschaft der Wunsch nach einem festen Theaterbau auf. Möglicherweise gab die Einrichtung des Mannheimer Theaters 1777 einen entscheidenden Impuls. Gegen den Widerstand der lutherischen Geistlichkeit, welche die Komödie für „sündhaft und dem Worte Gottes und dem Heiligen Taufbunde zuwider“ hielt, setzte der Rat den Bau des Comoedienhauses durch. Eine Gruppe wohlhabender Bürger half bei der Finanzierung des Vorhabens und gründeten eine Aktiengesellschaft, die bis nach dem Ersten Weltkrieg Träger des Theaters war. 1780 wurde der Grundstein zu dem von außen schlichten klassizistischen Bau an der Nordseite des Roßmarktes gelegt. Die Pläne stammten von Stadtbaumeister Johann Andreas Liebhardt. Innen war der Bau prächtig ausgeschmückt, mit himmelblauer Deckenbemalung und scharlachfarbenen Tapeten ausgeschlagen. Das neue Theater verfügte über knapp 1000 Plätze, die sich auf Parkett, mehrere Parkettlogen, zwei Ränge und eine Stehplatzgalerie verteilten.

Am 3. September 1782 hob sich erstmals der Vorhang des Comoedienhauses. Auf dem Spielplan stand das Schauspiel Hanno, Fürst in Norden. Außerdem wurde ein eigens von Christian Gottlob Neefe komponierter Epilogus mit Musik und Gesang aufgeführt. Besondere Bewunderung erregten die Dekorationen des Mannheimer Theaterarchitekten Giuseppe Quaglio und die Kunstfertigkeit der auswärtigen Virtuosen, die ein solches Spektakel erregten, daß man taub zu werden glaubte.

Schon bald fanden im neuen Theater auch Opernaufführungen statt. Besonders die Werke Mozarts fanden noch zu seinen Lebzeiten den Weg auf die Frankfurter Bühne, wenn auch zuweilen in Bearbeitungen oder mit Kürzungen. 1784 stand Die Entführung aus dem Serail auf dem Programm, 1788 Figaros Hochzeit und 1789 Don Giovanni. Alle Aufführungen erfolgten weiterhin durch fahrende Theatertruppen. Erst 1792 erhielt das nunmehr als Frankfurter Nationalbühne bezeichnete Haus ein eigenes Orchester. Sein erster Leiter wurde Friedrich Ludwig Aemilius Kuntzen, dem später Ferdinand Fränzl und Carl Cannabich folgten. Alle entstammten der ehemaligen Mannheimer Hofkapelle.

Cannabich musste schon 1800 seinen Abschied nehmen, weil seine Verschwendungssucht im bürgerlichen Frankfurt für einen Skandal sorgte. Sein Nachfolger Carl Joseph Schmidt blieb dagegen über 15 Jahre im Amt. 1817 bis 1819 war Louis Spohr Kapellmeister am Frankfurter Theater, dessen Opern Faust und Zemire und Azor hier uraufgeführt wurden. Auf die kurze Ära Spohr folgte Carl Guhr, der das Theater von 1821 bis 1848 leitete. Er war nicht nur musikalischer Leiter des Theaters, sondern zeitweise auch sein Hauptaktionär. Deshalb ist es nicht überraschend, dass er ein einnahmeträchtiges Repertoire pflegte: Auf dem Spielplan dominierten die Werke von Mozart, Weber, Spohr und Heinrich Marschner, gelegentlich auch Rossini, wenn Gastspiele berühmter auswärtiger Künstler eine drastische Anhebung der Eintrittspreise erlaubten. Gelegentlich mussten bezahlte Claqueure dafür sorgen, dass zahlungskräftige Solisten lautstark bejubelt wurden.

Im Dezember 1842 besuchte Hector Berlioz eine Aufführung des Fidelio am Frankfurter Theater, die ihn sehr beeindruckte. Seinen Reisebericht nahm er später in seine Memoiren auf.

Nach Guhrs plötzlichem Tod im Juli 1848 bewarb sich auch Albert Lortzing um die musikalische Leitung des Frankfurter Theaters. Gewählt wurde aber der Komponist Louis Schindelmeisser, der bis 1851 blieb. 1851 bis 1861 leitete Gustav Schmidt das Theaterorchester, dem schließlich von 1861 bis 1880 der Cellist und Komponist Georg Goltermann folgte.

Inzwischen war das Theater nicht nur technisch veraltet, sondern für die schnell gewachsene Bevölkerung Frankfurts viel zu klein geworden. Neubaupläne bestanden schon seit der Mitte des 19. Jahrhunderts, doch konnten sie aus Geldmangel lange Zeit nicht verwirklicht werden. Erst 1869, drei Jahre nach der Annexion der Freien Stadt Frankfurt durch Preußen, erlaubte der sogenannte Frankfurter Receß, ein Gesetz über die Rückerstattung des kommunalen Vermögens und einer 1866 auferlegten Kriegskontribution, die Finanzierung eines Neubaus.

1880 wurde das neue, von Richard Lucae erbaute Opernhaus am ehemaligen Bockenheimer Tor eröffnet, der seitdem Opernplatz heißt. Das Gebäude ist heute unter dem Namen Alte Oper bundesweit bekannt. Die Oper wurde mit einem für die damalige Zeit sehr hohen Aufwand von 6,8 Millionen Mark errichtet, von denen etwa 1,4 Millionen aus Spendengeldern Frankfurter Bürger und dem Verkauf städtischer Grundstücke am Opernplatz stammten. Die veranschlagten Baukosten hatten 2 Millionen betragen. Die großzügige Überziehung des Budgets zu Lasten der öffentlichen Kasse sorgte für erhebliche Kritik. Der Schmerz der sparsamen Frankfurter wurde jedoch gelindert durch die feierliche Eröffnung in Gegenwart des Kaisers Wilhelm I., der dabei gesagt haben soll: „Das könnte ich mir in Berlin nicht leisten“.

Bis 1900 wurde das neue Haus von Generalintendant Emil Claar geleitet. 1900 legte er die Leitung der Oper nieder, um sich ganz auf das Schauspiel Frankfurt und den Neubau des Schauspielhauses zu konzentrieren. Zu seinem Nachfolger als Opernintendant wurde Paul Jensen aus Dresden berufen, der die Oper bis 1911 leitete. 1912 bis 1917 war Robert Volkner Intendant der Oper, der zuvor Direktor der Vereinigten Stadttheater in Leipzig gewesen war.

Die musikalische Leitung der Oper lag zunächst in den Händen des Ersten Kapellmeisters Felix Otto Dessoff, der das neue Haus am 20. Oktober 1880 mit einer Aufführung des Don Giovanni eröffnete. Bereits in seiner zweiten Spielzeit 1881/82 geriet das Haus in ein Defizit, das durch eine jährliche Subvention von 80.000 Mark ausgeglichen wurde. Nach 1887 musste die Stadt die Subvention sogar auf 150.000 Mark pro Jahr erhöhen. Seitdem ist die Oper Frankfurt immer auf Zuschüsse aus den öffentlichen Haushalten angewiesen gewesen, auch wenn sie noch bis nach dem Ersten Weltkrieg in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft organisiert war.

Nach Dessoffs plötzlichem Tod 1892 wurde auf Vermittlung von Johannes Brahms Ludwig Rottenberg sein Nachfolger. Er leitete das Haus bis 1924. In dieser Zeit wurden zahlreiche zeitgenössische Werke von Hans Pfitzner, Claude Debussy, Richard Strauss, Leoš Janáček, Béla Bartók und Paul Hindemith aufgeführt wurde. Zu den herausragenden Sängern dieser Zeit gehörten Else Gentner-Fischer (1907 bis 1935), Frieda Hempel (1907 bis 1912), Robert Hutt und der Bariton Robert vom Scheidt. 1908 bis 1911 kam alljährlich Enrico Caruso zu Gastspielen nach Frankfurt.

1917 wurde die Leitung der Städtischen Bühnen erstmals seit der Ära Claar wieder unter einem Generalintendanten zusammengeführt. Karl Zeiß, der zuvor das Königliche Hofschauspiel in Dresden geleitet hatte, blieb allerdings nur drei Jahre in Frankfurt. 1920 wurde er an das Staatstheater München berufen. Neuer Opernintendant wurde der gebürtige Wiener Ernst Lert, der zuvor in Basel gewirkt hatte.

1916 bis 1924 gehörte Paul Hindemith als Konzertmeister zum Frankfurter Opernhaus- und Museumsorchester.

1924 endete nach fast 32 Jahren die Ära des Ersten Kapellmeisters Ludwig Rottenberg. Mit Clemens Krauss übernahm 1924 bis 1929 erstmals ein Generalmusikdirektor auch die künstlerische Leitung der Oper. Bekannte Ensemblemitglieder während der Weimarer Republik waren der Tenor Franz Völker und die Altistin Magda Spiegel. Einen Schwerpunkt des Repertoires bildete das Werk von Franz Schreker, von dem bis 1924 vier Opern in Frankfurt uraufgeführt wurden. Ein bekannter Bühnenbildner dieser Zeit war Ludwig Sievert.

Als Clemens Krauss die Oper verließ, wurde die Leitung der Oper wieder aufgeteilt. Neuer Intendant wurde Josef Turnau aus Wien, Erster Kapellmeister Hans Wilhelm Steinberg aus Köln. Beide wurden als Juden im März 1933 von den Nationalsozialisten sofort nach der Machtergreifung aus dem Amt vertrieben.

In einer persönlichen Verfügung enthob der neue Oberbürgermeister Friedrich Krebs die beiden als Repräsentanten des Verfalls, die aus dem Theater eine „Stätte der Dekadenz, der sittlichen Verrohung und des Untermenschentums“ gemacht hätten, ihrer Ämter. Auch eine Reihe von Künstlern wurden entlassen und später deportiert. Der Bassist Hans Erl wurde bei seiner Deportation 1940 gezwungen, in der Sammelstelle – der Festhalle – die Arie des Sarastro aus der Zauberflöte („In diesen heiligen Hallen …“) zu singen. Die Altistin Magda Spiegel durfte wegen ihrer überaus großen Popularität als eine der wenigen jüdischen Künstlerinnen noch bis 1935 auftreten, dann wurde auch sie entlassen. 1942 wurde sie in das Ghetto Theresienstadt verschleppt und 1944 im Konzentrationslager Auschwitz ermordet.

Auch unter dem Publikum machte sich die Verfolgung der Juden bemerkbar, da bis 1933 annähernd die Hälfte der Abonnenten zur Frankfurter jüdischen Gemeinde gehörte. Der Ende der zwanziger Jahre auf Initiative von Arthur von Weinberg gegründete Patronatsverein der Städtischen Bühnen löste sich im Dezember 1933 selbst auf, da die Mehrzahl seiner Mitglieder jüdisch waren. Ein Versuch des Oberbürgermeisters Krebs zur Neugründung eines arischen Unterstützungsvereins scheiterte. Trotz einer Senkung der Eintrittspreise um 30 Prozent und einer öffentlichen Werbekampagne für neue Abonnenten („Ich bin Platzmieter der Städtischen Bühnen“) stieg der drastisch zurückgegangene Theaterbesuch auch in den Folgejahren nicht wieder an.

Die Leitung der Städtischen Bühnen hatte seit Juni 1933 wieder ein Generalintendant. Hans Meissner, ein Schulkamerad des neuen Oberbürgermeisters, übernahm dieses Amt und behielt es während der ganzen Zeit des Dritten Reiches. Er versuchte, jeden Konflikt mit der Parteiorganisation zu vermeiden, und vermied in seiner Spielplangestaltung jedes Risiko. Andererseits nutzte er seine persönlichen Beziehungen zu Krebs, um den Städtischen Bühnen einen gewissen künstlerischen Freiraum zu schaffen und verhielt sich gegenüber den früheren Ensemblemitgliedern loyal. Vor allem sein Talent als Regisseur verschaffte ihm zudem bald ein hohes künstlerisches Ansehen, allerdings konzentrierte sich Meissner vor allem auf das Schauspiel. Die 1932 erstmals abgehaltenen Römerberg-Festspiele entwickelte er bis 1939 zu einer europaweit angesehen kulturellen Institution.

Der entlassene Kapellmeister Steinberg blieb zunächst in Frankfurt und gründete ein Orchester des Jüdischen Kulturbundes, das sogar noch 1936 in einem Sinfoniekonzert Gustav Mahlers 1. Sinfonie aufführte. Dann musste auch er emigrieren und ging über Palästina in die USA.

In der musikalischen Leitung der Oper wechselten sich in den folgenden fünf Jahren drei Kapellmeister ab: Bertil Wetzelsberger, Karl Maria Zwißler und Georg Ludwig Jochum blieben jeweils nur kurze Zeit im Amt. Dennoch kam es 1937 mit der Uraufführung der Carmina Burana von Carl Orff zu einem weiteren musikalischen Höhepunkt an der Oper. 1938 kam Franz Konwitschny als neuer Generalmusikdirektor an die Oper.

1944 wurde die Oper im Bombenkrieg zerstört. Am 29. Januar richtete ein Tagesangriff so große Schäden an, dass der Spielbetrieb vorläufig eingestellt werden musste. Man begann zwar umgehend mit Wiederherstellungsarbeiten, doch bevor diese fertiggestellt waren, trafen zwei weitere schwere Luftangriffe die Stadt. Am 18. März wurde das gegenüber der Oper gelegene Kulissenhaus vernichtet. Bei dem Angriff am 22. März, der die historische Frankfurter Altstadt zerstörte, brannte auch das Opernhaus völlig aus. In den folgenden Monaten versuchten die städtischen Bühnen noch einen Notbetrieb an wechselnden Spielstätten aufrechtzuerhalten. Am 1. September 1944 stellten alle Theater in Deutschland ihren Betrieb ein, die Ensembles zerstreuten sich.

Bald nach der Besetzung Frankfurts durch amerikanische Truppen am 27. März 1945 wurde mit Kurt Blaum ein künstlerisch interessierter Verwaltungsfachmann zum Oberbürgermeister eingesetzt. Die neue Stadtverwaltung bemühte sich, die Initiativen Frankfurter Bürger zur Wiederbelebung des Kulturlebens zu fördern. An einen Wiederaufbau der Oper war zunächst nicht zu denken, doch fanden sich bereits im Juli 1945 in Frankfurt verbliebene Künstler zu einem ersten Konzert zusammen.

Da auch alle übrigen Theater in Frankfurt zerstört waren, blieb die Oper für die nächsten Jahre auf Provisorien angewiesen. Dennoch nahm die Oper bereits am 3. November 1945 ihren Spielbetrieb unter Leitung des im Oktober 1945 berufenen Opernintendanten und Generalmusikdirektors Bruno Vondenhoff wieder auf. Bis 1951 nahm sie ihr Domizil im einzigen unzerstörten Saal der Innenstadt in der Neuen Börse.

Bereits im Februar 1948 gründete sich daraufhin ein Patronatsverein für den Wiederaufbau des alten Schauspielhauses. Seine Satzung bestimmte als Vereinszweck, „den Wiederaufbau der Städtischen Bühnen mit Rat und Tat auf breitester Grundlage zu fördern, das Frankfurter Theaterwesen ideell und materiell zu unterstützen und dafür zu sorgen, daß das durch äußere Umstände besonders hart getroffene Theaterleben Frankfurts wieder die Stellung erhält, welche seiner Vergangenheit und der Bedeutung der Stadt entspricht“. Am 5. August 1948 wurde ein Kuratorium unter Leitung von Oberbürgermeister Walter Kolb berufen. 1949 begann die Enttrümmerung der Ruine, und im Oktober 1949 bewilligte die Stadtverordnetenversammlung 1,4 Millionen Deutsche Mark für den ersten Bauabschnitt.

Am 13. Februar 1950 stoppte der Magistrat jedoch sämtliche Bauarbeiten und beschloss die Schließung aller Städtischen Bühnen. Die Begründung lautete: „Allem voran geht die Sicherung der nackten Existenz unserer Mitbürger, dazu gehören in erster Linie die Beschaffung von Wohnraum, die Wiederherstellung von Schulen, Krankenhäusern. Diese Grundlagen bieten erst die Voraussetzung für die Pflege jedes kulturellen Lebens.“ Unmittelbar darauf gründete sich eine Bürgerinitiative, die von allen Frankfurter Tageszeitungen unterstützt wurde und innerhalb von vier Wochen 50.000 Unterschriften für den Erhalt der Städtischen Bühnen beibrachte. Im Juni 1950 lenkte die Stadtverordnetenversammlung daraufhin ein und bewilligte zwei Millionen Mark, um die Bauarbeiten fortsetzen zu können.

Am 23. Dezember 1951 konnte die Oper unter Vondenhoffs Leitung ihre neue Spielstätte im ehemaligen Schauspielhaus beziehen. Die Architektengruppe Apel, Beckert und Becker hatte einen Zuschauerraum mit rund 1500 Plätzen errichtet. In Anlehnung an das frühere Opernhaus hatte man drei Zuschauerränge geschaffen. Die Innenausstattung in rostrot und ocker blieb bis zur Renovierung 1987 unverändert. Mit zwei Drehbühnen von 38 und 16 Metern Durchmesser und einem versenkbaren Orchestergraben entsprach auch die Bühnentechnik dem neusten Stand. Zweimal im Jahr sollte das neue „Große Haus“ auch dem Schauspiel Frankfurt zur Verfügung stehen.

Unter dem Generalmusikdirektor Georg Solti (1952–1961) rückte die Oper schnell wieder unter die ersten Häuser Europas auf, auch wenn Solti in erster Linie Orchesterleiter war und nur wenige Opernaufführungen selbst dirigierte. Das Ensemble wurde zu zahlreichen Auslandsgastspielen eingeladen. 1960 bis 1962 erhielt die Frankfurter Oper sieben erste Preise beim Pariser Festival „Theatre des Nations“. Während der neun Jahre unter Solti erlebte die Oper Frankfurt 35 Premieren, die von Regisseuren wie Arno Assmann, Harry Buckwitz und Leopold Lindtberg inszeniert wurde. Bekannte Sänger im Frankfurter Ensemble waren der Bassbariton Theo Adam und die Sopranistin Anny Schlemm.

1960 erhielt endlich auch das Schauspiel Frankfurt, das bis dahin auf verschiedene Provisorien angewiesen war, eine neue Spielstätte. Sie wurde unmittelbar neben der Oper Frankfurt errichtet. 1960 bis 1962 wurde die Jugendstilfassade des ehemaligen Schauspielhauses abgetragen und eine 120 Meter lange Glasfassade für die neue „Theaterdoppelanlage“ errichtet, hinter der das gemeinsame Foyer der Städtischen Bühnen lag. Marc Chagall (1887–1985) malte 1959 im Auftrag der Stadt für das Foyer das Gemälde Commedia dell'Arte. Unter der Decke des Foyers hängt – über die ganze Breite des Gebäudes – die Plastik Goldwolken des ungarischen Künstlers Zoltán Kemény (1907–1965). 1963 wurde das Haus fertig gestellt.

Unter dem Nachfolger Soltis, Lovro von Matačić (1961–66), konnte die Oper Frankfurt ihr Niveau halten. Das Repertoire umfasste in den sechziger Jahren ca. 30 Inszenierungen, die überwiegend von bekannten Regisseuren wie Walter Felsenstein, Bohumil Herlischka, Otto Schenk und Wieland Wagner stammten.

Die erste Wirtschaftskrise in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland führte 1967 zu einem öffentlich ausgetragenen Konflikt des Intendanten Buckwitz mit den städtischen Gremien. Zum ersten Mal verfügte die Stadt kurzfristige Sparmaßnahmen, die dem auf langfristige Planung angewiesenen Opernbetrieb erhebliche künstlerische Einschränkungen auferlegten.

Nach einem zweijährigen Interregnum unter dem musikalischen Direktor Theodore Bloomfield, der wegen eines Konfliktes mit dem Ensemble aus dem Amt schied, und dem gleichzeitigen Ende der Ära Buckwitz war ein Neuanfang erforderlich. Ulrich Erfurth wurde 1968 neuer Generalintendant der städtischen Bühnen, während der neue Generalmusikdirektor Christoph von Dohnányi die Oper wieder zu international anerkannten Erfolgen führte. Das Ensemble wurde verjüngt. Solisten wie June Card, Anja Silja, William Cochran und Manfred Schenk prägten die Neuinszenierungen. 1972 wurde Dohnányi als Operndirektor auch für die künstlerische Leitung der Oper verantwortlich.

Nach dem Weggang Dohnányis übernahm 1977 bis 1987 Michael Gielen seine Nachfolge. Seine kühnen, ästhetisch und kulturpolitisch provozierenden Inszenierungen, die in Verbindung mit dem Dramaturgen Klaus Zehelein und Regisseuren wie Ruth Berghaus, Alfred Kirchner und Hans Neuenfels entstanden, fanden bei der Kritik Zuspruch, spalteten aber zuweilen das Frankfurter Publikum und sogar das Ensemble. Gielen konnte alle Konflikte erfolgreich durchstehen, weil er sich stets auf die Unterstützung des damaligen Oberbürgermeisters Walter Wallmann und des Kulturdezernenten Hilmar Hoffmann verlassen konnte. Am Ende der Ära Gielen überwog bei weitem die Anerkennung: Der Schlussapplaus bei seiner Abschiedsvorstellung 1987 dauerte 72 Minuten.

Erstmals nach dem Krieg gelang unter Gielens Leitung in Frankfurt die Inszenierung eines kompletten Ring des Nibelungen unter der Regie von Ruth Berghaus. In die Ära Gielen fielen die deutsche Erstaufführung von Luigi Nonos Al gran sole carico d'amore und die Uraufführung von Hans Zenders Stephen Climax. Ein wichtiger Meilenstein war die Aida, die Hans Neuenfels 1979 auf die Bühne brachte. Sie gehörte zu den umstrittensten, aber auch erfolgreichsten Inszenierungen der Ära Gielen. Darin trat Aida als Putzfrau und Radames als hemdsärmeliger Manager auf. Die Sklaven waren Wilde, die mit Hähnchenkeulen um sich warfen, und der Chor der Ägypter war als festliches Opernpublikum in Frack und Abendkleid kostümiert. Bei der Premiere reagierte das echte Publikum empört, weil in der wort- und notengetreu inszenierten Geschichte Verdis um Liebe, Hass, Machtgier, Eifersucht und Gewalt die Grenzen zwischen dem Geschehen auf der Bühne und der Wirklichkeit nicht mehr gewahrt blieb. Doch gab es auch andere Stimmen, die die Gielensche Art, Kontraste und Widersprüche auf die Bühne zu bringen, als einzig angemessene für eine moderne Großstadt wie Frankfurt empfanden.

Weitere wichtige Inszenierungen Gielens waren ein Parsifal unter der Regie von Ruth Berghaus, Busonis Doktor Faust, Die Soldaten von Bernd Alois Zimmermann und Berlioz' Oper Die Trojaner.

1982 wurde die Dramaturgie der Frankfurter Oper mit dem Deutschen Kritikerpreis ausgezeichnet.

Bereits 1984 entschied sich Gielen, seinen bis 1987 laufenden Vertrag nicht zu verlängern. Auch Unterschriftslisten und öffentliche Appelle aus allen Teilen der Frankfurter Bürgerschaft konnten ihn nicht umstimmen.

Nachfolger Gielens wurde 1987 Gary Bertini, der mit dem Operndirektor Peter Dannenberg die Leitung des Hauses übernahm. Der international anerkannte Orchesterleiter war zuvor Chefdirigent des Westdeutschen Rundfunks gewesen und konnte auf etwa 40 Operninszenierungen verweisen, hatte jedoch nie zuvor ein Opernhaus geleitet. Seine erste Inszenierung, Glucks Iphigenie in Aulis, wurde von der Kritik nicht gut aufgenommen. Überdies brannte bereits kurz nach seinem Amtsantritt am 12. November 1987 die Frankfurter Oper durch Brandstiftung vollkommen aus. Man begann umgehend mit dem Wiederaufbau, der in weniger als dreieinhalb Jahren abgeschlossen war.

Bertini tat sich mit den notwendigen Provisorien während der Bauzeit schwer. Bereits Anfang 1991 verließ er Frankfurt wieder, nachdem das Orchester ihm in einer geheimen Abstimmung das Vertrauen entzogen hatte. (Peter Dannenberg war bereits 1990 zum Generalintendanten in Kiel berufen worden). Die Oper spielte damals im benachbarten Schauspielhaus, während das Schauspiel in das Bockenheimer Depot auswich. Trotzdem kam es auch unter Bertini zu einer erfolgreichen Uraufführung in Frankfurt, nämlich der Europeras 1&2 von John Cage.

Interims-Dirigent nach dem Ausscheiden Bertinis wurde Hans Drewanz aus Darmstadt, der am 6. April 1991 die wiederaufgebaute und mit erhöhtem Bühnenhaus erweiterte Oper mit einer Aufführung von Mozarts Zauberflöte wiedereröffnete. Hans Peter Doll übernahm kommissarisch die Intendanz der Oper.

Schon bald fand sich ein Nachfolger, der die Oper Frankfurt künstlerisch wieder an ihre besten Zeiten anknüpfen ließ. 1992 wurde Sylvain Cambreling Generalmusikdirektor und der bisherige Leiter des Balletts, Martin Steinhoff, geschäftsführender Intendant. Cambreling war zuvor Chefdirigent der Brüsseler Oper La Monnaie, hatte also Erfahrung mit der Leitung einer Oper. Aufgrund seiner Freundschaft mit dem früheren Brüsseler Intendanten Gérard Mortier, der nunmehr Leiter der Salzburger Festspiele war, kam es zu einer intensiven und fruchtbaren Zusammenarbeit der drei Häuser. In Cambrelings Zeit fallen zahlreiche bedeutende Inszenierungen von Regisseuren wie Peter Mussbach (Wozzeck, Don Giovanni, Le nozze di Figaro), Herbert Wernicke (Der Ring des Nibelungen) und Christoph Marthaler (Fidelio). 1994 wurde zum zweiten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg ein vollständiger Ring des Nibelungen inszeniert. Unter Cambrelings Leitung wurde die Oper Frankfurt 1995 erstmals zum Opernhaus des Jahres gewählt. Trotzdem fällt in diese Zeit ein wirtschaftlicher Niedergang, der sich in rückläufigen Budgets, Aufführungs- und Zuschauerzahlen äußert. In seiner letzten Spielzeit gab es nur noch etwa 80 Vorstellungen, da Cambreling Musiktheater auf höchstem Niveau machen wollte und seinen Anspruch auch unter dem zunehmenden Sparzwang nicht aufgab. Dies führte zu Auseinandersetzungen in der Öffentlichkeit und den politischen Gremien der Stadt, die auch die Atmosphäre im Opernensemble belasteten, da Intendant Martin Steinhoff den von der Stadt vorgegebenen Sparkurs unterstützte.

Cambreling sah sich zusehends isoliert und beendete 1997 seinen Vertrag vorzeitig. Er verzichtete allerdings auf Abfindungen und Entschädigungen und schied im Frieden mit dem Frankfurter Publikum, das ihm zum Abschied ähnliche Ovationen bereitete wie seinem Vorgänger Gielen. Die Suche nach einem Nachfolger dauerte zwei Jahre, in denen Klauspeter Seibel, der Generalmusikdirektor des Kieler Opernhauses, die Vakanz überbrückte.

Von 1999 bis 2008 war Paolo Carignani Generalmusikdirektor in Frankfurt. Mit über 60 Neuinszenierungen, darunter auch selten gespielte Werke wie Franz Schuberts Fierrabras und Händels Agrippina, konnte die Frankfurter Oper ihr hohes Niveau trotz jährlich sinkender Budgets halten. In der Saison 2002/2003 wurde die Oper, die seit 2002 von Intendant Bernd Loebe geleitet wird, zum zweiten Mal Opernhaus des Jahres. Um die Zahl der Aufführungen hochzuhalten, bemüht sich die Oper um den Aufbau eines leistungsstarken Ensembles und eines umfangreichen Repertoires. Gespart wird vor allem am Bühnenbild sowie an teuren Gaststars. Ein Teil der Neuproduktionen kommt aus Kostengründen zunächst konzertant auf die Bühne, z. B. Wagners Parsifal; andere entstehen als Koproduktion mit anderen Häusern oder als Übernahmen bestehender Produktionen.

Intendant Bernd Loebe verlängerte im November 2005 seinen Vertrag bis 2013. Zum Nachfolger Carignanis, dessen Vertrag 2008 ausläuft, wurde im November 2005 Sebastian Weigle ernannt. Er dirigierte in Frankfurt erstmals in der Spielzeit 2002/2003 eine Wiederaufnahme der Oper Salome von Richard Strauss, gefolgt von einer Neuinszenierung der Frau ohne Schatten (Regie: Christof Nel). Für diese Produktion wurde er 2003 von der Zeitschrift Opernwelt zum Dirigenten des Jahres gewählt. In der Spielzeit 2005/2006 leitete er in Frankfurt eine Neuinszenierung von Tschaikowskis Pique Dame.

Nach der Spielzeit 2006/2007 wählte die Zeitschrift Die Deutsche Bühne bei einer Umfrage unter 50 Kritikern die Oper Frankfurt auf Platz 1 unter den deutschen Opernhäusern in der Kategorie Beste Gesamtleistung. Die Kritiker hoben besonders die Inszenierungen von Simon Boccanegra in der Regie von Christof Loy sowie von Alexander Zemlinskis Opern Eine florentinische Tragödie und Der Zwerg des Regisseurs Udo Samel hervor. Die gleiche Auszeichnung erhielt die Oper Frankfurt für die Spielzeit 2007/2008.

Die Oper Frankfurt verfügt derzeit über 1.367 Sitzplätze. Die Zahl der Aufführungen liegt seit Jahren konstant bei ca. 170 bis 180 pro Saison, bei einer durchschnittlichen Auslastung von 70 bis 80 Prozent. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Aufführungszahlen nach einem Tiefpunkt Mitte der neunziger Jahre wieder gestiegen sind, obwohl der städtische Zuschuss zum Budget der Städtischen Bühnen in den Jahren 2002 bis 2006 um über 11 Millionen Euro gekürzt wurde. Der Jahresetat der Oper liegt derzeit bei etwa 64 Millionen Euro, davon trägt die Stadt Frankfurt etwa 98 %. Das Land Hessen leistet einen Zuschuss von ca. 1,3 Millionen Euro.

Die Zahl der Abonnenten ist seit dem Amtsantritt von Intendant Bernd Loebe um etwa 20 % auf annähernd 10.000 gestiegen. Um die Auslastung weiter zu verbessern, versucht die Oper in Zusammenarbeit mit einem Unternehmensberater die Hemmschwelle für Erst- und Gelegenheitsbesucher zu senken.

Die Statistik erfaßt Aufführungen auf der Opernbühne, ohne Aufführen in den Foyers, im Chagallsaal und im Bockenheimer Depot.

Im Laufe der Zeit erlebten zahlreiche Werke ihre Uraufführung oder deutsche Erstaufführung an der Oper Frankfurt. Die folgende Tabelle enthält eine vollständige Übersicht der zwischen 1880 und 1944 erstaufgeführten Inszenierungen sowie der Uraufführungen aus jüngster Zeit. Bei deutschen Erstaufführungen ist angegeben, wann und wo die Uraufführung stattfand.

Unter den Uraufführungen sind nur wenige, die den Sprung in das Repertoire geschafft haben. Einige Werke, darunter vor allem die Carmina Burana und aus jüngerer Zeit die Werke von Nono und Cage, werden jedoch bis heute gespielt.

Die Spielzeit 2008/2009 begann am 30. August 2008 und endet am 5. Juli 2009. Es sind 12 Premieren geplant, davon zwei konzertante Aufführungen in der Alten Oper und drei Stücke im Bockenheimer Depot. Sebastian Weigle wird in seiner ersten Saison in Frankfurt zwei Neuinszenierungen im Opernhaus leiten, Lear von Aribert Reimann (28. September 2008) und Arabella von Richard Strauss (25. Januar 2009). Darüber hinaus sind 15 Wiederaufnahmen im Spielplan vorgesehen.

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Frankfurt

Frankfurt (englische Schreibweisen auch Frankfort und Frankford) ist der Name zahlreicher Orte in Deutschland und Nordamerika.

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Geschichte von Frankfurt am Main

Wappen der Stadt Frankfurt am Main

Die Geschichte von Frankfurt am Main ist die Geschichte der Entwicklung von einer Kaiserpfalz zur Bankenmetropole Europas. Die Geschichte eines Hügels am Mainufer an einer Furt, der sich zur kleinsten Metropole der Welt (wie die amtierenden Ratsleute sie gerne selbst bezeichnen) entwickelte. Die Spitze des Domturmes markiert die geographische Lage der Stadt bei genau 50° 6' 42,5" Nord und 8° 41' 9,4" Ost; wobei diese exakten Zahlen keinen Aufschluss über die wechselvolle Historie jener Stadt geben, die oft im Zentrum deutscher und europäischer Geschichte stand, ohne jemals echte Hauptstadt gewesen zu sein. Dennoch wird Frankfurt am Main oft in deutschen Massenmedien als Hauptstadt bezeichnet: z. B. als Finanzhauptstadt; andere Bezeichnungen sind Bankfurt oder Mainhattan.

An der Stelle der heutigen Frankfurter Altstadt war ursprünglich eine sumpfige, von zahlreichen Armen des Mains durchzogene Niederung. Sie wurde deshalb später als die oberhalb liegende Hochebene bebaut. Die Römerstraße, die im Mittelalter so genannte Elisabethenstraße, von Mainz (Mogontiacum) über Heddernheim (Nida) nach Friedberg umging dieses Gebiet. Eine Römerstraße vom römischen Hauptort Nida (civitas Taunensium heute Heddernheim) führte bereits in römischer Zeit über die Mainfurt zu den römischen Verwaltungen in Groß-Gerau und Dieburg. Zahlreiche Flurnamen belegen noch heute, dass die Niederung auf beiden Seiten des Flusses mit Wald bedeckt war.

Der älteste Teil der Frankfurter Altstadt ist der Domhügel (einschließlich des heutigen Römerbergs), der als Insel aus den Seitenarmen des Mains und der Sumpflandschaft herausragte. Nur von Westen war er trockenen Fußes zu erreichen. Er liegt nahe an einer Furt, die schon sehr früh der Überquerung des Flusses diente und deshalb von wirtschaftlicher und militärischer Bedeutung war.

Archäologische Funde auf dem Domhügel reichen bis in die Jungsteinzeit zurück. Nachgewiesen ist eine erste Besiedlung und Bebauung aber erst für die Römerzeit. Man geht davon aus, dass die römische Besiedelung des Domhügels im letzten Viertel des ersten nachchristlichen Jahrhunderts begann; so fand man Überreste eines römischen Bades, das zu einer größeren Anlage, wohl einem Kastell, gehört haben dürfte. Vermutlich wurde die militärische Stellung aber schon im Laufe des 2. Jahrhunderts wieder aufgegeben und durch eine Villa, ein römisches Gutshaus, ersetzt. Archäologisch erschlossen wurden außerdem einige Wirtschaftsgebäude. Römische Gutshöfe (villa rustica) befanden sich am Bockenheimer Friedhof, am Portal des Hauptfriedhofs, am Rebstock (Straße "Am Römerhof"), im Riederwald nahe dem mittelalterlichen Gutshof Riederhof und nahe dem Gelände des heutigen Günthersburgparks in Bornheim.

Mit der Rücknahme der römischen Grenze auf den Rhein in den Jahren 259/260 scheint die römische Geschichte in Frankfurt beendet.

Frankfurt wird erst 793 urkundlich genannt, kommt aber schon 794 als namhafter Ort in einem Brief vor, den der Kaiser an den Bischof von Toledo schrieb und in dem er vermerkt: „in loco celebri, qui dicitur Franconofurd“ also an „jenem bekannten (berühmten?) Ort, der Frankfurt genannt wird“.

Offenbar war also das Gebiet des Domhügels auch in merowingischer Zeit (und womöglich schon seit Aufgabe durch die Römer) durchgehend besiedelt. So wurde 1992 bei Ausgrabungen im Dom das reich ausgestattete Grab eines Mädchens gefunden, das in die späte Merowingerzeit des 7. Jahrhunderts datiert wird.

Karl der Große baute sich an der „Franconovurd“ (Furt der Franken) einen Königshof und berief dort 794 die Synode von Frankfurt ein, auf der der Adoptianismus verdammt und der Bilderdienst verworfen wurde. Ludwig der Fromme, sein Sohn, wählte Frankfurt zum Wohnsitz, erweiterte die Pfalz, ließ einen noch größeren Palast erbauen und umgab die Stadt 838 mit Mauern und Gräben.

Nach dem Vertrag von Verdun (843) wurde Frankfurt sozusagen die Hauptstadt des ostfränkischen Reichs und wurde daher auch Principalis sedes regni orientalis genannt. Das häufige Verweilen der Kaiser und Könige in Frankfurt, die wiederholt hier gehaltenen Reichstage und Kirchenversammlungen, die Errichtung eines geistlichen Stifts und zahlreiche Schenkungen an die dortige Kirche förderten das städtische Gemeinwesen nachhaltig. Auch als die deutschen Kaiser keine beständige Residenz mehr hatten, blieb Frankfurt kaiserliches Kammergut und Hauptort von Ostfranken.

Ein gleichzeitig weltliches und kirchliches Ereignis ließ Frankfurt nach einer weniger bedeutenden Stadtepoche unter den salischen und sächsischen Kaisern wieder in den Mittelpunkt rücken. Bernard von Clairvaux rief 1147 von der Pfalzkapelle (der heutigen Alten Nikolaikirche) in einer aufwühlenden Predigt den Staufer Konrad III. zur Teilnahme am zweiten Kreuzzug auf. Bevor dieser nach Jerusalem aufbrach, ließ er auf dem Frankfurter Hoftag seinen 10jährigen Sohn zum Nachfolger wählen, der aber noch vor seinem Vater starb. Deshalb wurde fünf Jahre später abermals in Frankfurt gewählt. Nachdem dann Kaiser Friedrich I. 1152 hier auf den Schild gehoben wurde, wurde die Stadt durch diesen Brauch zur Wahlstadt der deutschen Könige.

Unter den Stauferkaisern erlebte Frankfurt einen Aufschwung und starkes Wachstum. In ihrer Zeit gewann die Stadt Markt, Mauer, Mainbrücke, Münze und Messe. Um 1180 wurde das Stadtgebiet stark erweitert; die neue Grenze bildete die Staufenmauer, die das Gebiet der heutigen Altstadt umgab.

1240 bestätigte Kaiser Friedrich II. das Privileg der Frankfurter Herbstmesse. In dieser ältesten Urkunde für die Messe in Frankfurt, die sich aus einem Jahrmarkt mit landwirtschaftlichen Produkten entwickelt und nun längst die Stadt Mainz als Handelszentrum überflügelt hatte, heißt es :...dass wir alle und jeden einzelnen, die zur Messe in Frankfurt kommen, unter unseren und des Reiches besonderen Schutz stellen. Wir befehlen, dass niemand wage sie beim Kommen und Gehen...zu belästigen oder zu behindern....

1245 wurde Frankfurt unmittelbare Reichsstadt, und 1250 wurde die Burggrafschaft Frankfurt in das Reichsschultheißenamt verwandelt. Das Frankfurter Schöffengericht war der Oberhof (Obergericht) für die ganze Wetterau, die „terra imperii“ war, und die angrenzende Gegend. Anfangs gehörten die meisten Einkünfte der Stadt dem Reich; erst später, besonders unter Heinrich IV. und Friedrich II., wurden diese Einkünfte und sogar die Verwaltung selbst verpfändet oder verkauft.

Die Gewalt in der Stadt lag zuerst in den Händen königlicher Amtsträger, des Vogts und des Schultheißen. Schon früher wählten sich jedoch die Bürger eigene Bürgermeister mit Beisitzern, denen die Polizeiverwaltung und niedere Gerichtsbarkeit oblag. Da diese die Gunst des Kaisers genossen, wurde die Würde der Vögte zur Zeit des Interregnums (1257) vollständig beseitigt.

Kaiser Ludwig der Bayer, dem die Bürger die Tore der Stadt öffneten (obwohl Friedrich der Schöne von Österreich schon Sachsenhausen besetzt hatte), gab Frankfurt 1329 die Erlaubnis, alle ihre verpfändeten Einkünfte, Ämter und Rechte einzulösen und bis zur Wiederauslösung seitens des Reichs zu erhalten. Er erweiterte das Messeprivileg der Frankfurter Messe und gestattete die Abhaltung der Frühjahrsmesse (1330). Dazu verbot er die Erbauung neuer Schlösser am Main und die Anlegung neuer Zölle in einem Umkreis von zehn Stunden. Er gewährte der Stadt das Recht, Bündnisse zu schließen, und genehmigte ihr 1333 eine weitere enorme Ausdehnung des ummauerten Stadtgebiets.

Dies tat er nicht ganz uneigennützig, denn Frankfurt stand in Ludwigs Auseinandersetzung mit dem Papst (Johannes XXII.) trotz Bannstrahl und Interdikt (Gottesdienstverbot) zu ihm und tätigte auch finanzielle Zuwendungen. Damit war praktisch der Grundstein für den nun folgenden enormen Aufschwung der Stadt Frankfurt als Handels- und Messestadt gelegt. Die Bevölkerung wuchs zusehends und bald platzte die Stadt aus allen Nähten (10 000 Einwohner). In der Folgezeit errichteten die Frankfurter Bürger eine neue Befestigungsanlage, von der heute noch der Eschenheimer Turm erhalten ist.

Weit außerhalb dieser Stadtmauer entstand nach der Genehmigung durch König Wenzel (1393) die Frankfurter Landwehr. Diese aus Dornen und Gebüsch bestehende Anlage, deren Bau sich über die nächsten 150 Jahre erstreckte, wurde an den Kreuzungen mit den großen Ausfallstraßen mit Warttürmen versehen. Das Ziel der Landwehr war außer der militärischen Verteidigung auch die optische Abgrenzung des eigenen Gebietes, insbesondere gegenüber den Herren und Grafen von Hanau, mit denen es immer wieder politische Streitigkeiten gab.

Mitte des 14. Jahrhunderts war Frankfurt vor allem das Zentrum des Tuchhandels. Mehr als 300 Mitglieder der Weberzunft lagerten zu Messezeiten ihre Waren in den umliegenden Häusern des Messeplatzes, darunter auch in den Gewölben des heutigen Rathauses, dem nach dem Besitzer benannten Römer.

Auch in Frankfurt wurden die städtischen Ämter allmählich ein Erbteil einzelner alter Familien. Dies gab Anlass zu vielen Streitigkeiten mit den Zünften. Kaiser Karl IV. teilte deswegen den Rat in die drei - je aus 14 Mitgliedern bestehenden - Bänke der Schöffen, der Gemeinde und der Zünfte.

Durch die Goldene Bulle wurde Frankfurt 1356 ständige Wahlstadt der deutschen Könige, mit der Verpflichtung, den Wahlakt zu schirmen. Die Stadt hatte dabei darauf zu achten, dass keiner der Kurfürsten mehr als 250 Leute bei sich hatte, darunter höchstens 50 Bewaffnete. Auch mussten am Wahltag alle Fremden die Stadt verlassen.

Ulrich III. von Hanau verfolgte in dieser Zeit eine königsnahe Politik, die es ihm ermöglichte, seine Rechte rund um Frankfurt zu stärken, insbesondere im Bereich des Amtes Bornheimerberg. Es gelang ihm, den Frankfurter Stadtwald (1360) und in Frankfurt selbst das Amt des Reichsschultheißen (1349) als Pfand durch Kreditvergabe an den Kaiser in die Hand zu bekommen. Damit drohte er Frankfurt von außen einzuschließen und dessen Selbständigkeit von innen heraus auszuhöhlen, zumal sich in Frankfurt der Dauerkonflikt zwischen Patriziern und Handwerkern nicht beruhigte. So wirkte er 1358 als Schiedsmann zwischen den Parteien. Dem mehrfachen Bürgermeister der Stadt, Siegfried zum Paradies, gelang es jedoch 1363, Ulrich III. aus dieser für Frankfurt bedrohlichen Stellung zu drängen, indem er die Kredite Ulrichs III. an den König persönlich ablöste. Damit konnte er diese Ambitionen Ulrichs III. abwehren.

Nun wurde aber Siegfried zum Paradies für die anderen Patrizier zu mächtig. Sie erreichten beim immer in Geldnot befindlichen Kaiser Karl IV. durch hohe Summen – insgesamt flossen 17.600 Gulden –, dass der Kaiser seine Pfänder bei Siegfried zum Paradies wieder auslöste und Schultheißenamt und Stadtwald der Stadt überließ.

Verdienste um Frankfurt erwarb sich der Schwiegervater des Siegfried zum Paradies, Jakob Knoblauch, der bei den Kaisern Ludwig und Karl IV. wichtige Privilegien, wie beispielsweise das Münzrecht, erwirkte. Knoblauch erwarb auch die verfallene kaiserliche Pfalz, den Saalhof mitsamt dessen Dominialgut, und stellte ihn wieder her.

Zudem verpfändete Karl IV. das Judenregal an die Stadt. Dadurch wurden die Juden, die zu den frühesten Bewohnern Frankfurts gehörten, faktisch von Kammerknechten des Kaisers zu solchen der Stadt Frankfurt. Einhundert Jahre später, 1462, zwang der Rat nach einer entsprechenden Intervention des Kaisers alle Juden, die vorher vorwiegend zwischen Bartholomäuskirche und Main gewohnt hatten, zum Umzug in ein abgeschlossenes Ghetto am östlichen Stadtrand, die Judengasse. Dieses Ghetto blieb bis 1796, de jure bis 1811, bestehen.

Auch andere Fürsten ringsum neideten der Stadt am Main die steigende Prosperität und so musste Frankfurt im Jahre 1389 die wohl bis dahin größte militärische Niederlage gegen die Kronberger Ritter und deren Verbündete hinnehmen. Zuvor hatte sich die Stadt entschlossen, auf Seiten des Rheinischen Städtebundes gegen Ruprecht von der Pfalz vorzugehen, doch von den mehr als 2000 ausgerückten Bewaffneten und zahlreichen Unbewaffneten starben bei der Entscheidungs-Schlacht der Kronberger Fehde 100, und für weitere 600 Gefangene (darunter auch Ratsmitglieder) zahlte man 73.000 Gulden Lösegeld. Die Limburger Chronik vermerkt dazu: „Also schlug der kleine Hauff den großen Hauff nieder. Das war nicht Wunder, denn der große Hauffe flohe und der kleine stritte. O Frankfurt! Frankfurt! Gedenke dieser Schlacht!“.

1405 kaufte die Stadt das Haus Römer und einige angrenzende Bürgerhäuser und baute diese zu einem Rathaus um.

Als Mitglied des Rheinisch-Schwäbischen Städtebundes schickte Frankfurt öfters seine Söldner aus, um die Burgen der Raubritter und Wegelagerer brechen zu helfen. Dabei blieben der Stadt Niederlagen nicht erspart. Erst Kaiser Maximilians I. ewiger Landfriede gab ihr die Ruhe wieder. 1495 wurde zur Wahrung des Landfrieden das Reichskammergericht als oberste Rechtsinstanz im Heiligen Römischen Reich geschaffen (später verlegt nach Speyer).

Ab dem 16. Jahrhundert blühten Künste und Gewerbe auf, die Wissenschaften wurden gepflegt, die Erfindung des Buchdrucks im nahen Mainz förderte auch hier Bildung und Intelligenz. Vom 15. bis 17. Jahrhundert war in Frankfurt die bedeutendste Buchmesse Deutschlands ansässig (erneut seit 1949).

Die Reformation fand 1530 in Frankfurt Eingang. Nach einigem Zögern trat Frankfurt 1536 dem Schmalkaldischen Bund bei, öffnete jedoch im Dezember 1546, nach dem unglücklichen Feldzug der Verbündeten an der Donau, den Kaiserlichen die Tore.

In den Jahren 1531-46 wurden in Frankfurt mehrere Konvente der protestantischen Fürsten abgehalten, wie auch im März 1558 hier auf einem Reichstag der nach der Stadt benannte Frankfurter Rezess. In dieser Übereinkunft zwischen Kurpfalz, Kursachsen, Kurbrandenburg, Hessen, Pfalz-Zweibrücken und Württemberg wurde erklärt, an der Augsburgischen Konfession festhalten zu wollen.

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ließen sich in Frankfurt viele niederländische Familien nieder, die aufgrund ihres Glaubens vertrieben worden waren. Die meisten von Ihnen bekannten sich zu reformierten Glauben. Sie förderten den Unternehmungsgeist und die Gewerbetätigkeit der Stadt ungemein. Bald, jedoch, kamen Sie in Konflikt mit dem von lutherischen Patriziern kontrollierten Stadtrat. Öffentlicher reformierter Gottesdienst wurde verboten und deswegen entstanden erste reformierte Göttehäuser in Frankfurt erst im Jahr 1787.

Durch die große Bedeutung als Handels- und Messestadt von kontinentaler Bedeutung stellte sich das Problem, dass Währungen zahlloser Staaten in Frankfurt kursierten. Durch das Fehlen festgelegter Wechselkurse kam es häufig zu Betrug und Wucher. Im Jahr 1585 einigten sich die Frankfurter Messekaufleute erstmals auf Wechselkurse für die unterschiedlichen Währungen sowie auf Regeln für deren Handel: die Frankfurter Börse war gegründet.

Als Kaiser Matthias 1612 die städtischen Privilegien bestätigte, kam es zu erheblichen Ruhestörungen. Ein Teil der Bürgerschaft, vor allem Handwerksgesellen, erhob sich unter Leitung des Bäckers Vinzenz Fettmilch im nach diesem genannten Fettmilch-Aufstand gegen den Rat, und der Pöbel plünderte die Judengasse, das Ghetto der Stadt. Der Kaiser beauftragte Mainz und Hessen-Darmstadt mit der Wiederherstellung der Ordnung. Dies gelang jedoch erst 1616 mit der Festlegung einer neuen Stättigkeit und der Aufhebung des Zunftwesens. Die Juden erlangten vom Kaiser ein Mandatum poenale restitutorium, zogen unter Militärbegleitung wieder in die Stadt ein und machten den Tag der Rückkehr (20. Adar) zu einem jährlichen Festtag, der den Namen Purim Vinz trug.

Im Dreißigjährigen Krieg konnte Frankfurt seine Neutralität behaupten. Der Rat der Stadt hatte es nach den negativen Erfahrungen im Schmalkaldischen Krieg vermieden, sich für eine Seite der Gegner zu entscheiden. Kritisch wurde es zwischen 1631 und 1635, als der schwedische Regent Gustav Adolf in Frankfurt Quartier nahm und für seine Truppen sogar Sold und Proviant forderte. Doch diese Widrigkeiten konnte die Stadt leichter bewältigen als die Kriegsfolgen. Insbesondere wütete in der Stadt, wie in ganz Europa dieser Zeit, die Pest. Im Westfälischen Frieden von 1648 wurde Frankfurt als Freie Reichsstadt bestätigt und gelangte bald zu neuem Wohlstand. 1681 fand hier ein Kongress der deutschen Fürsten statt, um der französischen Willkür entgegenzutreten; doch kam es infolge von Rangstreitigkeiten unter den Gesandten zu keinem Resultat. Als sich die Bürger wegen der drückenden Abgaben und des willkürlichen Regiments an den Kaiser wandten, gab dieser der städtischen Verfassung durch Einsetzung des Bürgerausschusses eine zeitgemäße Änderung. Über 100 Jahre blieb die Stadt nun von kriegerischen Auseinandersetzungen verschont.

1742 wurde Frankfurt gar für drei Jahre Residenzstadt, denn der damalige Kaiser Karl Albrecht von Bayern (Karl VII.) wohnte bis zu seinem Tod 1745 im Palais Barckhaus an der Zeil. Der Beginn der Aufklärung bringt auch der Stadt Frankfurt nicht nur wirtschaftliche, sondern auch kulturelle Impulse. Die Bürger informieren sich in den Frankfurter Frag- und Anzeigungsnachrichten, politisch Interessierte lasen eher den Frankfurter Mercurius. Georg Philipp Telemann war von 1712 bis 1721 Musikdirektor an der Katharinenkirche; 1749 wurde Goethe geboren; 1763 spielten Mozart und „Nannerl“ an vier Abenden in einem Saal am Liebfrauenberg; 1784 wurde Schillers Kabale und Liebe im Frankfurter Nationaltheater uraufgeführt. Auch die Krönungen Leopold II. 1790 und zwei Jahre später von Franz II. waren herausragende Ereignisse, deren monumentaler Festcharakter in mehreren Berichten dieser Zeit beschrieben wird.

Während des Siebenjährigen Kriegs wurde Frankfurt von den Franzosen besetzt und behielt, trotz großen Protestes, die Besatzung bis zum Kriegsende. Dennoch stellte diese Zeit keine Änderungen im Leben der Frankfurter Bürger dar.

Im französischen Revolutionskrieg eroberte General Custine im Oktober 1792 Frankfurt und legte der Stadt Zahlungen von 2 Millionen Gulden auf. Am 2. Dezember des Jahres eroberten die aus der Champagne zurückkehrenden Preußen und Hessen die Stadt zurück. Als Andenken an die Schlacht entstand am Friedberger Tor das Hessendenkmal. 1796 wurde Frankfurt vom österreichischen General von Wartensleben besetzt. Er konnte sich aber gegen die Franzosen unter Jean-Baptiste Kléber nicht halten, der die Stadt am 13. und 14. Juli beschießen ließ. Das Bombardement richtete schwere Schäden in der Stadt an, vor allem in der Judengasse, Für die Juden der Stadt bedeutete die Beschießung de facto das Ende des seit über 300 Jahren bestehenden Ghettozwangs. Für die Stadt war jedoch die abermalige Tributzahlung von 6 Millionen Franken in Geld und 2 Millionen in Lieferungen eine schwere Belastung. Darauf wurde die Stadt 2. Dezember 1796 für neutral erklärt, was der Reichsdeputationsrezess zu Regensburg vom 25. Februar 1803 bestätigte. Während damals fast alle Reichsstädte ihre Reichsunmittelbarkeit verloren, blieb Frankfurt Reichsstadt und erhielt überdies alle in seinem Gebiet liegenden geistlichen Besitzungen.

Im Januar 1806 besetzte General Augereau mit 9.000 Mann die Stadt und erpresste von ihr abermals 4 Millionen Franken. Mit der Stiftung des Rheinbundes verlor Frankfurt seine Selbstständigkeit und wurde den Staaten des Fürsten-Primas Karl Theodor von Dalberg einverleibt. Schon am 6. September 1806 trat dieser die Regierung an, erklärte alle Religionsparteien für fähig zu Staatsämtern und gewährte den Juden bürgerliche Rechte. Er vermochte jedoch nicht der auswärtigen Gewalt Widerstand zu leisten. 1810 wurde Frankfurt formal die Hauptstadt des neugeschaffenen Großherzogtums Frankfurt.

In dieser Zeit erfuhr die Stadt gravierende Veränderungen ihrer städtebaulichen Struktur. Die jahrhundertealten Befestigungsanlagen wurden abgebaut. Neben dem Landgewinn war damit auch die Intention verbunden, dass man ohne Befestigungsmauern auch keine Schäden mehr durch Kanonenbeschuss zu fürchten habe. An ihrer Stelle wurden Gartenanlagen errichtet. Goethes Mutter schreibt am 1. Juli 1808 an ihren Sohn Wolfgang: „Die alten Wälle sind abgetragen, die alten Tore eingerissen, um die ganze Stadt ein Park.“ Durch das heute noch gültige Wallservitut konnten die Wallanlagen bis heute weitgehend vor Bebauung geschützt werden, so dass Frau Goethes Feststellung weiterhin Bestand hat.

In der Zeit des auf dem Wiener Kongress beschlossenen Deutschen Bundes war Frankfurt das politische Zentrum Deutschlands. Das strikte Zensursystem allerdings und die Restaurationspolitik, die sich eher am monarchischen Prinzip orientierte, ließ viele nach Einheit und Freiheit strebende politisch Interessierte (siehe auch Hambacher Fest 1832) Umsturzpläne aushecken.

So fand am Karfreitag des Jahres 1833 der Frankfurter Wachensturm (zu dieser Zeit auch Frankfurter Attentat genannt) statt, der gescheiterte Versuch einer Handvoll Studenten, durch einen Überfall auf die Polizeiwachen der Stadt und auf die Bundesversammlung eine nationale und demokratische Revolution in Deutschland auszulösen.

Der reaktionäre österreichische Staatskanzler Metternich musste schließlich, gezwungen durch die Märzrevolution, aufgeben, und gerade in Frankfurt wurde dies über alle Maßen gefeiert. Am 30. März 1848 sah man Schwarz-Rot-Goldene Fahnen überall, und die Bevölkerung wurde ermahnt, die Schießerei in die Luft zu unterlassen. Am 18. Mai 1848, ein Tag, der von manchen Historikern als der größte Tag in der Geschichte der Stadt Frankfurt bezeichnet wird, hielt die Nationalversammlung ihre erste und am 31. Mai 1849 ihre letzte Sitzung in der Paulskirche ab. Hier, also am Mittelpunkt des damaligen gesamten politischen Lebens in Deutschland, war das Parteigetriebe und die Aufregung am heftigsten; daher die wiederholten Tumulte, unter denen besonders der im Stadtteil Sachsenhausen 7. und 8. Juli 1848 sowie der vom 18. September mit Waffengewalt unterdrückt wurden. In den Jahren 1848 und 1849 tagten in Frankfurt das Vorparlament und die Deutsche Nationalversammlung. Als das Parlament, dessen Wirken durchaus als Vorläufer der Weimarer Verfassung und des Grundgesetzes angesehen werden kann, in seiner Endphase nach Stuttgart umziehen sollte, meinte ein württembergischer Abgeordneter, dass ein Wegzug von Frankfurt ein Vergehen am deutschen Vaterland sei, zumal die Stadt so glücklich organisiert, wohlhabend und reich sei und kein Fürstenhof auf die Beschlüsse einwirken könne.

Während des folgenden Jahrzehnts und der letzten Zeit seiner Selbstständigkeit zeigte Frankfurt eine große Regsamkeit auf dem Gebiet der Verfassungsentwicklung und Gesetzgebung. In diese Periode fallen die Verfassungsrevision von 1864, das neue Gewerbegesetz auf der Grundlage vollständiger Gewerbefreiheit und die bereits zehn Jahre früher angebahnte politische Emanzipation der Juden (1864).

Ab August 1863 tagte in Frankfurt der mit der deutschen Bundesreform beschäftigte Fürstentag, außerdem der Deutsche Nationalverein sowie der diesem entgegengesetzte Reformverein. Auch der deutsche Abgeordnetentag hielt hier seine Sitzungen. Da Preußen jedoch nicht erschien, scheiterte die Reform. Der weiter schwelende Konflikt endete schließlich 1866 im Krieg.

Gegen Ende des Deutschen Krieges wurde die Freie Stadt Frankfurt am 18. Juli 1866 von Preußen besetzt und bald darauf annektiert, weil sie ihrer Stellung als Sitz des Bundestages entsprechend die Partei des Kaisertums Österreich ergriffen hatte. Am 20. Juli 1866 musste die Stadt innerhalb von 24 Stunden 25 Millionen Gulden Kriegskontribution an Preußen zahlen, die Summe wurde später auf 30 Millionen erhöht. Die stolze Stadtrepublik wurde zur Provinzstadt degradiert; die Verwaltungssitze der neu geschaffenen preußischen Verwaltungseinheiten wurden in den ehemaligen Residenzstädten der ebenfalls besetzten Nachbarländer angesiedelt. Frankfurt wurde auf diese Weise Teil des Regierungsbezirks Wiesbaden innerhalb der Provinz Hessen-Nassau, deren Hauptstadt Kassel wurde. Der bis dahin regierende und in der Bevölkerung beliebte sogenannte Ältere Bürgermeister Karl Konstanz Viktor Fellner beging Selbstmord.

Die Bürger blieben skeptisch und begaben sich zum Feiern und zur freien Rede lieber nach dem nahen Heddernheim, das sie seit dieser Zeit ob der dort möglichen Freiheiten auch als Klaa Paris bezeichneten.

1871 wurde in Frankfurt durch Otto von Bismarck und Jules Favre ein Friedensvertrag geschlossen, der den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 beendete. Der auch als Frankfurter Frieden bezeichnete am 10. Mai 1871 im Hotel Schwan im Steinweg beschlossene Vertrag ließ Bismarck bemerken: Ich wünsche von Herzen, dass der Friede von Frankfurt auch den Frieden 'für' Frankfurt und 'mit' Frankfurt bringen werde..

Frankfurt dehnte sich auch mit Hilfe der französischen Reparationszahlungen nach allen Seiten hin aus, und die Frankfurter wandten sich nun kulturellen Themen zu. 1880 finanzierten sie ein neues Opernhaus, das die bisherigen Opernhäuser der Stadt in den Schatten stellt. Bei der Eröffnung am 20. Oktober mit Don Giovanni blieb der eingeladene Kaiser Wilhelm I. am Fuße der Treppe stehen und bemerkte ob des Prunks: „Das könnte ich mir in Berlin nicht erlauben.“ Auch der Palmengarten von 1868 und der Frankfurter Zoo waren rein privat finanziert.

Auch verkehrstechnisch gab es zahlreiche Innovationen. 1884 wurde die erste echte elektrische Straßenbahn der Welt in Betrieb genommen. Sie verkehrte zwischen der Alten Brücke in Frankfurt und Offenbach am Main. Vier Jahre später, 1888, folgte die Einweihung des Hauptbahnhofs, dem größten Bahnhof Europas.

Zuvor überraschte 1861 der Friedrichsdorfer Philipp Reis in Frankfurt mit der Erfindung des Fernsprechers. Das erste Telefonnetz mit 179 Teilnehmern wurde am 1. Dezember 1881 in Betrieb genommen.

1891 gelang auf der Internationalen Elektrotechnischen Ausstellung auf dem Areal der ehemaligen Westbahnhöfe die weltweit erste Fernübertragung von hochgespanntem Drehstrom vom 176 km entfernten Lauffen am Neckar und verhalf ihm so zum internationalen Durchbruch gegenüber dem Gleichstrom.

Im ausgehenden 19. Jahrhundert, auch oft als Gründerzeit bezeichnet, ordneten und gestalteten die Frankfurter ihre Stadt neu. Aus Neustadt (1333) und Altstadt (1180) wurde die Innenstadt. In die Außenbezirke außerhalb der Wallanlagen, die noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts nur dünn besiedelt waren, zogen immer mehr Bürger aus dem Frankfurter Kerngebiet. Radialstraßen und der Alleenring wurden gebaut, um die stark gewachsenen Außenbezirke, die nun Bahnhofsviertel, Westend, Nordend und Ostend hießen, untereinander zu verbinden und Hauptbahnhof sowie die neu eingemeindeten Stadtteile Bornheim und Bockenheim anzubinden. Weitere Gebiete wie die ehemalige Galgenwarte und das Gebiet um den Gutleuthof wurden erschlossen und bildeten die Stadtteile Gallusviertel und Gutleutviertel.

Es folgte 1910 die Eingemeindung des kompletten Landkreises Frankfurt. Zwischen 1871 und 1914 steigt die Einwohnerzahl von 90.000 auf fast 400.000. In diese Zeit fielen auch der Bau der Börse (1879), der Festhalle (1908), des Osthafens (1912) und der Universität (1912). Als die Universität, für deren Gründung sich Wilhelm Merton nachhaltig eingesetzt hatte, am 26. Oktober 1914 eröffnet wurde, hatte bereits der 1. Weltkrieg begonnen.

1928 wurden die ehemalige Stadt Höchst am Main und Teile des aufgelösten Landkreises Höchst sowie die ehemals zum Landkreis Hanau gehörende Gemeinde Fechenheim eingemeindet, so dass Frankfurt zur flächengrößten Stadt der Republik wurde.

Baustadtrat Ernst May erweiterte die Stadt um große Neubaugebiete mit modernen Wohnungen. Er sprach dabei vom Neuen Frankfurt. Von 1927 bis 1929 schuf er unter anderem die Siedlung Praunheim und die Römerstadt. Auch die Frankfurter Küche war eine Idee von ihm, die Ausführung stammt aber von Margarete Schütte-Lihotzky. Zur gleichen Zeit (1928) entstand am Osthafen Frankfurts neue Großmarkthalle, eines der flächenmäßig größten Gebäude seiner Zeit.

In der heutigen Wilhelm-Leuschner-Straße im Bahnhofsviertel wurde 1930 das Frankfurter Gewerkschaftshaus als erstes Hochhaus der Stadt erbaut. Mit neun Stockwerken erreicht das Gebäude eine Höhe von 31 Metern. 1931 wurde das I.G.-Farben-Haus als weiterer architektonischer Höhepunkt eröffnet. Die I.G. Farben wurde kurz zuvor in Frankfurt gegründet.

Oberbürgermeister Ludwig Landmann gründete 1926 den Verein zum Bau einer Straße für den Kraftwagen-Schnellverkehr von Hamburg über Frankfurt a.M. nach Basel (HaFraBa e.V.), nachdem er von der italienischen Autostrada, einer Straße ausschließlich für Kraftfahrzeuge, erfahren hatte. Er war es auch, der Frankfurt nicht ausschließlich auf sich selbst bezogen sah, sondern im Wirtschaftsdezernat ein Konzept entwickeln ließ, das unter dem Arbeitstitel Der rhein-mainische Städtekranz und seine Zentrale Frankfurt am Main die Stadt als das Zentrum einer ganzen Region sah. Erst 70 Jahre später nimmt diese Entwicklung langsam Formen an (Rhein-Main Gebiet).

Nach der Kommunalwahl vom 12. März 1933, bei der die NSDAP 47,9 % der abgegebenen Stimmen erhielt, wurde der jüdische Oberbürgermeister Ludwig Landmann vom NSDAP-Mitglied Friedrich Krebs abgelöst. Dieser verfügte als Erstes die Entlassung aller Beamten und Angestellten jüdischer Herkunft aus Stadtverwaltung, Magistrat und aus den städtischen Gesellschaften. Eine Versammlung Frankfurter Kaufleute, die über die Boykotte jüdischer Händler beraten wollten, wurde aufgelöst, die Teilnehmer verhaftet und eingeschüchtert. Noch vor dem endgültigen Verbot der KPD wurden Kommunisten und in zunehmendem Maß auch Gewerkschafter und Sozialdemokraten verhaftet. Als das Untersuchungsgefängnis in der Hammelsgasse, das Polizeigefängnis in der Klapperfeldstraße und die Strafanstalt Preungesheim nicht mehr ausreichten, wurden „Wilde Konzentrationslager“ errichtet, so in der Mörfelder Landstraße, in der Klinger-Schule, in der Freimaurerloge am Mozartplatz, im Fechenheimer Gaswerk sowie in einer ehemaligen Perlenfabrik in der Ginnheimer Landstraße 40-42. Im Laufe des Jahres 1933 wurden jene, welche die Folterungen in diesen KZs überlebt hatten, in reguläre KZs verbracht, vor allem in das KZ Osthofen bei Worms und in das KZ auf dem Heuberg bei Stuttgart.

Am 23. September wurde mit dem Bau der ersten deutschen Reichsautobahn zwischen Frankfurt-Niederrad und Darmstadt begonnen. Die von den Nationalsozialisten wegen ihres hohen jüdischen Bevölkerungsanteils als Jerusalem am Main geschmähte Stadt bemühte sich um einen propagandatauglichen Ehrentitel und erhielt ihn: Das eigentlich eher in den Bereichen Handel und Verkehr aktive Frankfurt nannte sich nun Stadt des deutschen Handwerks.

Dem „wilden“ Terror von SA und SS im Verlauf der Machtergreifung 1933 folgte der Aufbau der Gestapo, die 1939 in eine eigene Zentrale in der Lindenstraße 27 zog, und eines Abschnittes des Geheimdienstes SD mit 12 Außenstellen. Noch 1933 wurde ein Sondergericht geschaffen, bei dessen Eröffnung Roland Freisler die Festrede hielt. Die Abteilung Zeitgenössische Kunst im Städel wurde 1937 geschlossen, die Bilder der Expressionisten beschlagnahmt und im Ausland versteigert. 1938 wurden die Hauptsynagoge in der Börnestraße sowie alle anderen Synagogen der Stadt zerstört. In der Dieselstraße entstand 1937 ein Deportationslager für Roma und Sinti. Der Keller der Frankfurter Großmarkthalle wurde für den Abtransport der Juden in die Konzentrationslager benutzt. Die Frankfurter SPD-Abgeordnete Johanna Tesch wurde verhaftet und starb später im KZ Ravensbrück. Von den Mitte der 1920er Jahren in Frankfurt lebenden etwa 29.000 Juden gab es nach dem Krieg noch gerade mal 140. Etwa 11.500 waren während des Holocaust ermordet worden, etwa 700 davon hatten dem Konzentrationslager den Freitod vorgezogen. An die Opfer des Nationalsozialismus in Frankfurt erinnern zahlreiche Gedenkstätten, u.a. an der Paulskirche, auf dem Hauptfriedhof und an der Mauer des Alten jüdischen Friedhofs.

Im Zweiten Weltkrieg wurde mit dem Bau von Bunkeranlagen begonnen, die noch heute im Stadtbild zu finden sind. Durch zahlreiche Luftangriffe wurden große Teile der Innenstadt zerstört. Am 22. März 1944 vernichtete ein britischer Angriff die gesamte gotische Altstadt Frankfurts, 1001 Menschen starben. Auch der Osthafen - ein wichtiger Umschlagplatz für Massengüter mit eigenem Gleisanschluss - wurde weitgehend zerstört.

Im März 1945 zogen amerikanische Truppen über die heutige Friedensbrücke in die Stadt ein und befreiten sie von Terrorherrschaft und Bombenkrieg. Die traurige Bilanz: Mehr als 4800 tote Zivilisten, 12700 tote Frankfurter Soldaten, die Hälfte der Wohngebäude (90 000) zerstört. Das US-Hauptquartier wurde von Reims nach Frankfurt verlegt und zog in den Poelzig-Bau (I.G.-Farben-Haus).

Die schwer zerstörte Stadt entschied sich im damaligen Geiste der Stadtplanung zu einem modernen Wiederaufbau des historischen Stadtkerns unter weitgehender Beibehaltung des alten Straßennetzes.

1946 wurde Frankfurt Teil des neu gegründeten Bundeslandes Hessen. Die ehemalige Stadtrepublik war erst seit 1866 widerwillig Teil eines Flächenstaats und hatte zuvor nie zu Hessen gehört. Konsequenterweise bewarb sich Frankfurt auch nicht um den Sitz der Landesregierung (die dann nach Wiesbaden zog).

Durch den Ausfall des geteilten und von Westdeutschland aus schwer erreichbaren Berlin aus der deutschen Städtekonkurrenz und durch seine zentrale Lage im westdeutschen Teilstaat übernahm Frankfurt zahlreiche Metropolfunktionen, die zuvor in Berlin (und Leipzig) angesiedelt waren, vor allem als Finanzplatz und Unternehmensstandort sowie als Verkehrsknoten. Die Rolle Bonns als Regierungssitz vermochte dem bereits ohnehin dezentral organisierten Großraum Rhein-Ruhr (hierbei vordererst die Städte Köln und Düsseldorf) keinen nennenswerten Zugewinn einer "Hauptstadtsrolle" im nationalen Städtesystem und insbesondere den Städten Frankfurt, Hamburg und München wurde durch das damals entstandene Raumordnungsgesetz die Möglichkeit gegeben, sich von regionalen Großstädten zu internationalen Metropolen zu entwickeln.

Internationale Beachtung fanden zwischen 1963 und 1966 die Auschwitzprozesse, die im neuen Bürgergemeinschaftshaus Gallus stattfanden.

John F. Kennedy besuchte 1963 Deutschland und sprach am 25. Juni in der Frankfurter Paulskirche. Seine Worte (mit dem Hintergrund der überstandenen Kubakrise zu betrachten), die in dem Fazit mündeten: „Niemand soll von dieser unserer atlantischen Generation sagen, wir hätten Ideale und Visionen der Vergangenheit, Zielstreben und Entschlossenheit, unseren Gegnern überlassen.“ sind wie die vieler anderer Redner in einem Relief in der Außenmauer verewigt. Er trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein, ebenso wie nach ihm auch Jimmy Carter, der Dalai Lama, Michail Gorbatschow und Jassir Arafat, um nur einige zu nennen.

Die Studentenproteste Mitte bis Ende der 1960er Jahre führten auch in Frankfurt zu vehementen Auseinandersetzungen und Straßenkämpfen. Aus Protest gegen den Vietnamkrieg wurden in der Nacht zum 3. April 1969 von Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Thorwald Proll und Horst Söhnlein in der Zeil zwei Kaufhäuser angezündet.

Die multikulturelle Gesellschaft ist in Frankfurt mittlerweile Realität geworden. 200.000 Einwohner, das sind fast ein Drittel der 650.000 Menschen in der Mainstadt, kommen im Jahre 2004 nicht aus Deutschland, sondern aus 180 verschiedenen Ländern der Erde.

Die Frankfurter Messe konnte ihren seit Beginn des Jahrhunderts andauernden Niedergang beenden und sich zum wichtigsten Messeplatz in Europa entwickeln. Genauso wie bei der Ansiedlung zahlreicher Verlage und der Pelzindustrie profitierte Frankfurt hier von der teilungsbedingten Ausschaltung Leipzigs.

So fand die deutsche Buchmesse nach dem Krieg nicht mehr in Leipzig, sondern in Frankfurt am Main statt, die weiterhin ausgerichtete Leipziger Buchmesse konnte erst nach der Wiedervereinigung wieder über Ostdeutschland hinausgehende Bedeutung erlangen. Heute findet die Frankfurter Buchmesse jedes Jahr im Herbst statt, die Leipziger im Frühjahr. Auch die zweijährlich im September abgehaltene Automobilmesse IAA ist eine weltweit bedeutende Ausstellung und Publikumsmagnet.

Die Bank deutscher Länder (1948) und ihre Nachfolgerin, die Deutsche Bundesbank (1957) nahmen ihren Sitz in Frankfurt, in ihrer Folge auch die meisten deutschen Großbanken. Die Frankfurter Wertpapierbörse wird zum zweitwichtigsten Handelsplatz in Europa. 1962 wurde das Zürich-Hochhaus gebaut, der erste richtige Wolkenkratzer der Stadt. Zahlreiche weitere sollten ihm folgen.

Frankfurt wird Sitz des Europäischen Währungsinstituts und 1998 von dessen Nachfolgerin, der Europäischen Zentralbank (EZB). Zur Zeit ist man dabei, auf dem Gelände der ehemaligen Großmarkthalle ein neues Gebäude dieser Bank zu errichten. Für die Kinder der dort beschäftigten Mitarbeiter hat man bereits die Europäische Schule gebaut. Zur Zeit (2004) existieren in der oft auch als Bankfurt kolportierten Stadt am Main 337 Kreditinstitute inklusive Wertpapierhandelsbanken, davon allein 199 ausländische Institute, mit insgesamt 76700 Beschäftigten. Auch die Zahl von 3300 Werbeagenturen und 510 PR-Agenturen, sowie über 1800 Unternehmensberatungsfirmen zeugen von der Bedeutung der Finanzhauptstadt Deutschlands.

Um der zunehmenden Verkehrsbelastung aus dem Weg zu gehen, beschloss die Stadtverordnetenversammlung den Bau einer U-Bahn, deren erste Strecke am 4. Oktober 1968 in Betrieb ging. Zehn Jahre später nahm die Frankfurter S-Bahn ihren Betrieb auf. Am Hauptbahnhof, der Hauptwache und der Konstablerwache entstehen große unterirdische Schnellbahnknoten. Seit den 80er Jahren immer wieder diskutierte Planungen, den Hauptbahnhof von einem Kopfbahnhof zu einem unterirdischen Durchgangsbahnhof umzubauen (Projekte wie Querdenken, TU Darmstadt, 80er Jahre oder Frankfurt 21 Ende der 90er) wurden nicht weiterverfolgt. 1972 eröffnete das neue, große Terminal am Flughafen (heute Terminal 1).

Planungen für eine nach Berliner Vorbild in Stadtbezirke gegliederte Regionalstadt Frankfurt mit knapp 2 Millionen Einwohnern scheiterten am Widerstand der Umlandgemeinden und der Unentschlossenheit der Landesregierung. Zur Lösung gemeinsamer Aufgaben von Stadt und Vorortgemeinden entstand stattdessen 1975 der Umlandverband Frankfurt (UVF), dem 43 Gemeinden angehörten. Bei der Hessischen Gebietsreform 1972-77 wuchs Frankfurt nur geringfügig, vier Dörfer und eine Kleinstadt im Nordosten der Stadt werden eingemeindet. Wie in allen Stadtregionen der westlichen Welt verlagern sich auch in Frankfurt seit den 60er Jahren Wohnfunktion und wirtschaftliche Aktivitäten immer mehr in Umlandgemeinden.

Durch das Hessische Ballungsraumgesetz wurde der Umlandverband 2001 aufgelöst und durch einen auf reine Planungstätigkeit reduzierten Planungsverband ersetzt.

Wie in der Gründerzeit sind es in Frankfurt weniger der Magistrat mit seiner Kulturabteilung, als wieder Mäzene, Bürger und inzwischen Bürgerinitiativen, die für die Kultur in Frankfurt verantwortlich zeigen und zahlreiche Projekte durch finanzielle Mittel unterstützten oder aber erst durch Spendensammlungen ermöglichten. Die Deutsche Bibliothek, heute Teil der Deutschen Nationalbibliothek (DNB), wurde 1947 in Frankfurt angesiedelt und 1952 auch mit Mitteln des Börsenverein des Deutschen Buchhandels als Stiftung etabliert. Der international bedeutende Friedenspreis des Deutschen Buchhandels wird seit 1950 jährlich, anlässlich der Frankfurter Buchmesse von jenem Verein in der Paulskirche an Persönlichkeiten verliehen.

Frankfurt war in den vergangenen 50 Jahren der wichtigste Finanzplatz in Deutschland und nach London der zweite in Europa. Seit Beginn des neuen Jahrhunderts wird die Zukunft des Finanzplatzes auch mit Sorge gesehen; wichtige Akteure gelten als Übernahme- oder Fusionskandidaten (etwa die Deutsche Börse AG oder die Commerzbank AG) oder wurden, wie die Dresdner Bank AG, bereits durch auswärtige Konzerne übernommen.

Innerhalb Deutschlands gilt die Mainmetropole aber immer noch als Hauptstadt des Verbrechens, als Kriminalitätskapitale. Tatsache ist: Frankfurt liegt statistisch mit 18.117 Straftaten (2004) pro 100.000 Einwohner vor Berlin (15928) und Bremen (15781) und hat diesen fragwürdigen ersten Platz auch schon länger inne. Allerdings, darauf weist der Polizeipräsident Frankfurts hin, seien in dieser Statistik weder die täglichen 300.000 Pendler, die in die Innenstadt strömen, noch die täglich bis zu 180.000 Flugreisenden berücksichtigt, die zusammen ein hohes Maß Anteil an den Straftaten haben. Außerdem gehe der hohe Anteil an Kriminalität auf die durch vermehrte Kontrollen in den öffentlichen Verkehrsbetrieben ertappten Schwarzfahrer zurück und deshalb könne man den Big Ebbel, wie die Stadt auch in Anlehnung an New York unter Berücksichtigung des Hessischen Nationalgetränks bezeichnet wird, höchstens als Hauptstadt der Kleinkriminalität bezeichnen.

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Source : Wikipedia