Filmfestival

3.416621401432 (1841)
Geschrieben von robby 13/03/2009 @ 12:12

Tags : filmfestival, kino, kultur

Neueste Nachrichten
Filmfestival Cannes An den Rändern des Kinos - Frankfurter Allgemeine Zeitung
Von Verena Lueken, Cannes 18. Mai 2009 Wahrscheinlich wird dies das mieseste Jahr, das Hotels und Restaurants, Taxifahrer und Schönheitssalons in Cannes je erlebt haben. Möglicherweise wird auch der Filmmarkt einbrechen, was bei zweitausend...
«Sunshine Cleaning»: Zwei Frauen suchen ihr Glück - Main-Netz
Hamburg (dpa) Die Krise hat die USA voll erwischt, jetzt sind alternative Geschäftsmodelle gefragt. Bislang pendelten die beiden Schwestern Rose (Amy Adams) und Norah (Emily Blunt) mehr schlecht als recht zwischen miesen Aushilfsjobs und dem Arbeitsamt...
Campion wirft Filmbranche Benachteiligung von Frauen vor - AFP
"Das Studio-System ist ein System von Männerfreundschaften, und es ist schwierig für sie, Frauen für fähig und vertrauenswürdig zu halten", sagte Campion beim Filmfestival in Cannes. Obwohl Frauen die Hälfte der Weltbevölkerung stellten, seien sie als...
Regisseur radelt mit Schauspielern nackt durch Cannes - AFP
Cannes (AFP) — Ein ungewöhnliches Spektakel wurde den Fans am Samstag beim Filmfestival in Cannes geboten: Völlig nackt radelten der belgische Regisseur Felix van Groeningen und vier seiner Schauspieler in einer nachempfundenden Szene ihres neues Films...
Wo der schöne Schein trügt Beim Filmfestival in Cannes warten alle ... - sueddeutsche.de
Im Sinn der Filmkunst war es sicher eine gute Entscheidung, die Filmfestspiele von Cannes erstmals in der Geschichte mit einem Animationsfilm zu eröffnen - ein Problem gibt es dabei aber doch: Es spielen halt keine Menschen mit....
Disney/Pixar's 10. Animationsfilm OBEN feiert doppelte Premiere ... - DigitalVD
Filmfestival in Cannes erlebte gestern zur Eröffnung gleich eine doppelte Premiere: Disney/Pixar's 10. Animationsfilm OBEN war nicht nur der erste Animationsfilm überhaupt, der das Festival eröffnete, er wurde den Premierengästen zugleich in 3 D...
Filmfestival Cannes Nadelstiche und Dolchstöße - Frankfurter Allgemeine Zeitung
Von Verena Lueken, Cannes 15. Mai 2009 Abends um sieben gibt es keinen Stau auf der Croisette, nicht auf der Straße, nicht auf dem Bürgersteig. Das ist das einzige Zeichen für den Besucher, der hier keine Geschäfte machen will, dass etwas anders ist in...
Kino-Sternstunde mit Popstar - Berner Zeitung
Filmfestival in Cannes. Herausragend spielen R'n'B-Queen Mariah Carey sowie die afroamerikanische Filmdebütantin Gabourey Sidibe. Das Schwergewicht und die Lichtgestalt: Gabourey Sidibe und Mariah Carey überzeugen im Film «Precious»....
Filmfestival in Cannes - Frankfurter Allgemeine Zeitung
Mai 2009 Spätestens als die ersten Partyeinladungen kamen, war klar, dass die weltweite Krise am Filmfestival in Cannes nicht spurlos vorüberziehen würde. Aus jährlichen Abendveranstaltungen mit Buffet wurden dieses Jahr Cocktailempfänge,...
Berliner Filmproduktionen beim Filmfestival in Cannes - Berlin-Magazin für Insider
Filmfestival von Cannes zu sehen. Auch wenn die Wirtschaftskrise an der Croisette angekommen sein soll, so ist die Medienaufmerksamkeit für das offizielle Programm des 62. Festival de Cannes 2009 sehr hoch. Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds" und...

Filmfestival

Internationales Filmfestival Karlovy Vary 2006

Ein Filmfestival ist eine periodisch stattfindende, kulturelle Veranstaltung mit Event-Charakter, bei der an einem bestimmten Ort verschiedene aktuelle Filme gezeigt, diskutiert und meist von einer Jury bzw. dem Publikum beurteilt und mit Filmpreisen ausgezeichnet werden, was nicht notwendigerweise eine finanzielle Zuwendung beinhalten muss.

Das erste Festival des Films fand 1932 in Venedig statt. Moskau folgte 1935 mit dem Moscow International Film Festival.

Viele der großen Filmfestivals sind jedoch Gründungen der späten 1940er Jahre und 1950er Jahre. Dazu gehören nicht nur Festivals in Europa wie das Karlovy Vary International Film Festival und das Filmfestival von Locarno, sondern auch Festivals auf anderen Kontinenten wie das Festival Internacional de Cine de Mar del Plata in Südamerika oder das Kolkata Film Festival in Asien.

Die Festivals von Berlin, Cannes und Venedig gelten als die wichtigsten Filmfestivals weltweit. Ihre Preise haben für die Filmkunst einen ähnlichen Stellenwert wie die Oscars für das Mainstream-Publikum.

Viele Filmfestivals setzen Schwerpunkte nach inhaltlicher Thematik oder Genre (etwa Kurzfilmfestivals und Stummfilmfestivals).

Bei der Gestaltung von Filmfestivals haben sich bestimmte Sektionen herausgebildet, die sich jedoch nicht bei allen Festivals finden lassen.

Wettbewerbe teilen sich häufig in internationale und nationale Wettbewerbe sowie in Wettbewerbe nach Filmgenres. Oft werden sie von einer Jury entschieden und enden mit der Verleihung von Filmpreisen. In so genannten Panorama-Sektionen werden Filme außerhalb des Wettbewerbs gezeigt.

Tributes und Retrospektiven widmen sich beispielsweise einem bestimmten Regisseur oder einer Regisseurin. Länder-Schwerpunkte werden manchmal als Fokus bezeichnet.

Für Branchenvertreter findet oft ein Filmmarkt statt. Dessen Filme finden sich im Katalog des jeweiligen Festivals.

Viele Filmfestivals veranstalteten Rahmenprogramme mit weiteren kulturellen Veranstaltungen, Podiumsdiskussionen, Konferenzen und Fortbildungsseminaren für Filmschaffende.

Der internationale Filmproduzentenverband Fédération Internationale des Associations de Producteurs de Films (FIAPF) versteht sich als weltweite Schnittstelle zwischen Filmfestivals und der Filmindustrie und bescheinigt internationalen Filmfestivals die Erfüllung bestimmter Auflagen (= Akkreditierung). Die jährlichen FIAPF-Listen akkreditierter Festivals werden allgemein als Maßstab für die internationale Bedeutung eines Filmfestivals gesehen.

Der internationale Filmkritiker-Verband Fédération Internationale de la Presse Cinématographique (FIPRESCI) vergibt auf ausgewählten Filmfestivals eigene Filmpreise. Das Vorhandensein eines FIPRESCI-Preises auf einem Filmfestival gilt auch als Indiz für das internationales Renommee des entsprechenden Festivals, insbesondere da die FIPRESCI auf teilweise anderen Veranstaltungen ihren Preis vergibt als auf jenen, die bei der FIAPF akkreditiert sind.

Die European Coordination of Film Festivals (ECFF), das ist die Interessenvertretung europäischer Filmfestivals mit Sitz in Brüssel, geht von bis zu 800 Filmfestivals in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union aus, darunter ungefähr 160 Kurzfilmfestivals. Dass diese Schätzungen untertrieben sind, beweist, dass die französische Kurzfilmagentur Agence du court métrage auf ihrem Internet-Portal le-court.com über 220 Kurzfilmfestivals allein in Frankreich zählt.

Der weltweite Anstieg der Anzahl von Filmfestivals – ein Trend, der besonders seit den 1990er Jahren zu beobachten ist -, lässt sich zum Teil durch das Aufkommen neuer digitaler Technologien in der Filmherstellung und -projektion (Videoprojektoren) erklären.

Dazu gehören auch die so genannten Independent-Filmfestivals. Deren Fokus auf Independentfilm als Unterscheidungsmerkmal zu herkömmlichen Festivals bleibt insofern schwammig, als der Begriff Independentfilm in seiner ursprünglichen Bedeutung auf Filme zielt, die abseits der großen Hollywood-Studios produziert worden sind. In diesem Sinn zeigen die meisten Filmfestivals Independentfilme. Ein häufiges Merkmal von Independent-Filmfestivals ist eher das Fehlen eines etablierten Filmmarkts. Ein frühes Beispiel ist das US-amerikanische Sundance Film Festival (seit 1978), das mit dem Argument, es sei nicht mehr „independent“ genug, 1995 durch das Slamdance Film Festival ein konkurrierendes Independent-Filmfestival bekommen hat.

Eine weitere jüngere Entwicklung ist das Aufkommen von Festivals (insbesondere für Kurzfilme) im Internet, die eine Neubewertung des Begriffs Filmfestival herausfordern.

Als A-Festivals gelten Filmfestivals mit internationalem Wettbewerb, die beim Filmproduzentenverband FIAPF akkreditiert sind.

Die Berlinale im Februar jeden Jahres gilt als das wichtigste internationale Filmfestival in Deutschland und als eines der wichtigsten der Welt. Sie findet seit 1951 in Berlin statt.

Was die Berlinale für den Spielfilm, das sind die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen im Mai für den Kurzfilm. Sie sind mit Gründungsjahr 1954 außerdem das weltweit älteste Kurzfilmfestival.

Das internationale Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg, seit 1952 in Mannheim, ist seit 1994 durch Hinzunahme von Heidelberg ein Festival in zwei Städten. Es gilt als eines der international wichtigsten Filmfestivals für den Autorenfilm junger Filmemacher.

Das bedeutendste Festival für Dokumentar- und Animationsfilm in Deutschland ist seit 1955 das Filmfestival Leipzig.

Die Nordischen Filmtage in Lübeck sind seit 1956 eines der weltweit größten Festivals für skandinavische Filme außerhalb Skandinaviens sowie für Filme aus dem Baltikum und aus Schleswig-Holstein.

Von den nach den 1950er Jahren entstandenen Filmfestivals sind zwei beim Filmproduzentenverband FIAPF akkreditiert: goEast in Wiesbaden als Festival des mittel- und osteuropäischen Films (gegründet 2001) und das internationale Kinderfilmfestival LUCAS in Frankfurt am Main (gegründet 1974).

Auf Filmgeschichte spezialisiert ist CineFest – Internationales Festival des deutschen Film-Erbes, das 2004 aus dem seit 1988 veranstalteten Internationalen Filmhistorischen Kongressen von CineGraph – Hamburgisches Centrum für Filmforschung und Bundesarchiv-Filmarchiv entstand.

Seit den 1990er Jahren gab es auch in Deutschland parallel zur Digitalisierung des Films einen starken Anstieg an neuen Filmfestivals. Ein jüngeres Festival, dass sich mit seinem vielfältigen Programm der Förderung des deutschsprachigen Filmnachwuchses widmet, ist das Mainzer FILMZ (gegründet 2001). Den Fokus auf Low- und No-Budget-Filmproduktionen legt das Filmfestival Independent Days in Karlsruhe (gegründet 1998).

Das älteste und zugleich größte Filmfestival in Österreich ist die 1960 gegründete Viennale in Wien. 2007 besuchten 91.700 Personen dieses einzige bei der FIAPF akkreditierte internationale Filmfestival Österreichs.

Das wichtigste Festival für inländische Produktionen ist seit 1993 die Diagonale, die seit 1998 jährlich im März in Graz stattfindet.

Das größte Kurzfilmfestival ist seit 2004 Vienna Independent Shorts in Wien.

Insgesamt wird die Anzahl von Filmfestivals in Österreich auf über fünfundzwanzig geschätzt.

Eines der weltweit bedeutendsten Filmfestivals findet in der Schweiz statt: das Internationale Filmfestival von Locarno. Mit Gründungsjahr 1947 ist es zugleich das älteste internationale Filmfestival in der Schweiz. Hauptpreis ist der Goldene Leopard. Das inzwischen Zweitgrößte Filmfestival der Deutschschweiz ist das internationale Filmfestival in Zürich. 2005 wurde das Zurich Film Festival gegründet. Hauptpreis ist das Goldene Auge.

Das älteste und wichtigste Festival für Filme aus der Schweiz sind die Solothurner Filmtage im Januar. Sie fanden 1967 das erste Mal statt. Seit 1998 wird in Solothurn der Schweizer Filmpreis verliehen.

Das größte schwullesbische Filmfestival der Schweiz Pink Apple findet jährlich im Monat Mai statt und wurde 1998 zum ersten mal in Frauenfeld und ab 2000 zum ersten mal in Frauenfeld und Zürich veranstaltet.

Insgesamt wird die Anzahl von Filmfestivals in der Schweiz auf über vierzig geschätzt.

Die Internationalen Filmfestspiele von Cannes gelten als Inbegriff eines A-Festivals. Sie fanden 1946 erstmals statt.

Gemessen an den Zuschauerzahlen kommt in Frankreich an zweiter Stelle das Festival du Court-Métrage de Clermont-Ferrand (seit 1982), eines der weltweit führenden Kurzfilmfestivals.

Sein Gegenstück im Bereich Animationsfilm ist das 1960 gegründete Festival d’Animation Annecy.

Die Rencontres Cinémas d’Amérique Latine in Toulouse (seit 1989) sind auf lateinamerikanische Filme spezialisiert.

Die Filmfestspiele von Venedig sind gleich bedeutend mit jenen von Cannes. Sie gelten mit Gründungsjahr 1932 als weltweit ältestes Filmfestival.

Das Torino Film Festival in Turin fand 1982 erstmals statt und zeigt im internationalen Wettbewerb Filme neuer Regisseure.

Im französischsprachigen Aostatal wird seit 1991 das Courmayeur Noir in Festival veranstaltet, das auf Mystery-Filme und Polizeifilme spezialisiert ist.

Bedeutende neue Filmfestivals in Italien sind das Festival del Cinema Europeo in Lecce (seit 2000) und das Taormina BNL FilmFest in Sizilien (seit 1999). BNL steht für eine gleichnamige italienische Bankengruppe.

Die "Bozner Filmtage" finden seit 1986 in Bozen, Südtirol, statt und zeigen Spiel- und Dokumentarfilme aus Italien, Österreich, Deutschland und der Schweiz. Seit 2003 werden der beste Spielfilm und der beste Dokumentarfilm im internationalen Wettbewerb prämiert. Außerdem vergibt die Stadt Bozen einen Publikumspreis.

Den norske filmfestivalen (seit 1973) in der norwegischen Stadt Haugesund zeigt Filme, die neue kinematografische Entwicklungen widerspiegeln. Das Norsk filminstitutt vergibt auf dem 1991 gegründeten Tromsø International Film Festival in Tromsø im Norden jährlich seinen Preis „Aurora“. In Oslo existiert mit Film fra Sør ein gleich altes Festival für Filme von außerhalb Europas und Nordamerikas.

In Schweden ist das Stockholm International Film Festival, gegründet 1990, von Bedeutung. Dieses Festival hat, wie etwa die Viennale in Wien, keinen internationalen Wettbewerb. Älter ist das 1979 ins Leben gerufene Göteborg Film Festival in Göteborg.

Das Tampere International Short Film Festival (seit 1969) in Finnland zählt zu den weltweit wichtigsten Kurzfilmfestivals. Ein weiteres Filmfestival in Finnland ist das Midnight Sun Film Festival, das 1986 von Aki und Mika Kaurismäki gegründet wurde.

Das Brussels International Festival of Fantastic Films in Brüssel wurde 1983 gegründet und zeigt Fantasyfilme und Sciencefiction-Filme.

Das Flanders International Film Festival Ghent (seit 1974) in der belgischen Stadt Gent legt die Betonung auf Musik in Filmen.

Ebenfalls in Belgien, in Namur, findet seit 1986 das Festival International de Film Francophone de Namur für französischsprachige Filme statt. Das Afrika-Filmfestival (seit 1996) in der belgischen Stadt Löwen ist auf afrikanische Filme spezialisiert.

Ein wichtiges Filmfestival in den Niederlanden ist das 1972 gegründete International Film Festival Rotterdam.

Cinekid, eine der weltweit größten Filmveranstaltungen für Kinder, findet seit 1987 in Amsterdam statt und besitzt etwa 30 Satelliten-Festivals in weiteren niederländischen Städten. Ebenfalls in Amsterdam findet seit 1988 das International Documentary Film Festival Amsterdam statt, das als größtes Dokumentarfilmfestival der Welt gilt.

Das Cinénygma Luxembourg International Film Festival ist das bekannteste Filmfestival in Luxemburg. Es existiert seit 1997 und ist auf Fantasyfilm spezialisiert.

Spanien weist die höchste Dichte an von der FIAPF anerkannten Filmfestivals auf: Gleich sechs Festivals sind beim internationalen Filmproduzentenverband akkreditiert.

Das 1953 gegründete San Sebastián International Film Festival in der spanischen Stadt San Sebastián ist ein A-Festival.

Ebenfalls eine relativ frühe Gründung ist Zinebi - Festival Internacional de Cine Documental y Cortometraje, das Dokumentar- und Kurzfilm-Festival von Bilbao (seit 1958).

Filme für junge Menschen werden seit 1963 beim Festival Internacional de Cine de Gijón gezeigt. Gijón ist eine Hafenstadt an der spanischen Nordküste.

Das Sitges Festival Internacional de Cinema de Catalunya, seit 1968 in Sitges, zeigt im internationalen Wettbewerb ausschließlich Fantasyfilme.

In Valencia finden gleich zwei bedeutende Filmfestivals statt: Die Mostra de Valencía – Cinema del Mediterrani existiert seit 1980 und zeigt im internationalen Wettbewerb Filme aus Mittelmeerländern, während das seit 1985 bestehende Festival Internacional de Cine Cinema Jove auf Filme neuer Regisseure spezialisiert ist.

Nicht bei der FIAPF akkreditiert ist das 1956 gegründete Valladolid International Film Festival in der Hauptstadt von Kastilien-León.

Die Besonderheit von Festróia im portugiesischen Setúbal ist es, dass im internationalen Wettbewerb nur Filme laufen, die aus Ländern stammen, in denen höchstens dreißig Spielfilme pro Jahr produziert werden. Das erste Festival fand im Jahr 1985 statt.

Als wichtigste Kurzfilmfestivals in Portugal gelten Curtas Vila do Conde in Vila do Conde (seit 1993) und Corta! in Porto (seit 2003).

Das The Times bfi London Film Festival (seit 1956) in London wird vom British Film Institute mitorganisiert. Es hat keinen internationalen Wettbewerb.

Ein Indiz für die wachsende Anzahl neuer Filmfestival (auch) in Großbritannien seit den 1990er Jahren ist die Herausgabe eines eigenen Leitfadens („How to Set Up a Film Festival“) durch das British Film Institute im Jahr 2001.

In Irland ist das internationale Cork Film Festival das älteste Festival (seit 1956).

In Ostmitteleuropa gibt es mit dem Internationalen Filmfestival Karlovy Vary in der tschechischen Stadt Karlsbad ein A-Festival, das bereits 1946 gegründet wurde.

In Krakau wurde 1961 das Krakowski Festiwal Filmowy und damit eines der weltweit führenden Festivals für Dokumentarfilme, Kurzfilme und Animationsfilme etabliert. Das Warsaw International FilmFest in der polnischen Hauptstadt hingegen existiert seit 1986 und ist auf Erst- und Zweitfilme spezialisiert.

Im kroatischen Pula existiert seit 1954 das Pula Film Festival, bei dem Filme in der ehrwürdigen Arena von Pula gezeigt werden. Das Festivalprogramm besteht aus einem offiziellen Wettbewerbsprogramm des einheimischen Langspielfilms (dem Hauptprogramm des nationalen Films), einem internationalen Programm, einem Retrospektivenprogramm und Begleitprogrammen. Das Split Film Festival in Kroatien (seit 1996) ist auch unter dem Namen International Festival of New Film bekannt. Ein kleines kroatisches Filmfestival ist das Motovun Film Festival (erstmals 1999).

Slowenien besitzt mit dem Ljubljana International Film Festival seit 1990 ein größeres Filmfestival.

In der Slowakei gibt es mit dem International Film Festival Bratislava erst seit 1999 ein bedeutendes Filmfestival.

Das Moscow International Film Festival ist mit Gründungsjahr 1935 das zweitälteste A-Festival der Welt.

Seit 1970 gibt es in Kiew mit dem Molodist International Film Festival ein auf Filme junger Regisseure und Studentenfilme spezialisiertes Festival.

Message to Man wurde 1988 in Sankt Petersburg als Festival für Dokumentarfilme gegründet. Seit 1994 laufen auch Kurzfilme und Animationsfilme im internationalen Wettbewerb.

Das 1995 noch während der Belagerung von Sarajevo erstmals abgehaltene Sarajevo Film Festival ist auf Filme vom Balkan spezialisiert.

Das bedeutendste griechische Filmfestival findet seit 1960 in Thessaloniki statt: Das International Thessaloniki Film Festival zeigt Filme neuer Regisseure. Mit dem International Short Film Festival in Drama gibt es seit 1978 auch ein großes Kurzfilmfestival in Griechenland, das seit 1995 jährlich veranstaltet wird. In Athen existiert seit 1988 ein internationales Festival namens Panorama of European Cinema.

In Cluj-Napoca, der drittgrößten Stadt Rumäniens, gibt es seit 2002 das Transsilvania International Film Festival, dessen internationaler Wettbewerb auf Erst- und Zweitfilme spezialisiert ist.

Das Sofia International Film Festival in Bulgarien existiert seit 1997.

Das älteste und bedeutendste Filmfestival in der Türkei ist das 1982 gegründete International Istanbul Film Festival. Es widmet sich Filmen über Literatur, Theater, Musik, Tanz, Kino und bildender Kunst. In Ankara existiert seit 1997 mit dem Flying Broom International Women’s Film Festival ein Festival für Filme von Frauen.

Afrika besitzt mit dem Cairo International Film Festival ein A-Festival. Es wurde 1976 zum ersten Mal veranstaltet.

Eines der bedeutendsten Festivals für afrikanisches Kino ist das Festival panafricain du cinéma et de la télévision de Ouagadougou (Kurzform: FESPACO). Austragungsort des bereits 1969 gegründeten Festivals ist Ouagadougou, die Hauptstadt Burkina Fasos.

Das älteste Filmfestival in Afrika ist das Carthage Film Festival in Tunesien (seit 1966).

1997 gegründet wurde das Zansibar International Film Festival in Zanzibar City in Tansania, das auf Filme aus den so genannten Dau-Ländern (also Ostafrika, die Staaten um den Persischen Golf und am indischen Subkontinent sowie die Inseln im Indischen Ozean) spezialisiert ist.

Das 1986 ins Leben gerufene AFI Fest in Los Angeles ist das Filmfestival des American Film Institute. Der Schwerpunkt des internationalen Wettbewerbs liegt auf Dokumentarfilmen sowie Erst- und Zweitfilmen.

Als ältestes nordamerikanisches Filmfestival gilt das San Francisco International Film Festival. Es wurde 1957 erstmals veranstaltet. Im Hauptwettbewerb laufen Dokumentar-, Kurz-, Animations- und Experimentalfilme sowie Filme von Jugendlichen und Fernsehfilme.

Das Miami International Film Festival (seit 1984) ist bekannt für seinen Wettbewerb für lateinamerikanische Filme.

Das nicht spezialisierte wichtige Chicago International Film Festival existiert seit 1965.

Zu den bekanntesten US-amerikanischen Festivals für Independentfilme zählt das mit dem Namen Robert Redford verbundene Sundance Film Festival. Es wurde 1978 gegründet und findet jeweils im Januar in den Städten Park City und Salt Lake City in Utah statt. Eine Gegenveranstaltung zum Sundance Film Festival ist seit 1995 das Slamdance Film Festival.

Das Tribeca Film Festival im gleichnamigen Viertel von New York City wurde 2002 von Robert De Niro mitbegründet.

Das Berlin & Beyond Film Festival in San Francisco ist ein wichtiges deutschsprachiges Filmfestival außerhalb Europas.

In Kanada gibt es mit dem World Film Festival von Montreal (seit 1977) das einzige A-Festival Nordamerikas. Das Canadian Student Film Festival, mit Gründungsjahr 1969 das älteste kanadische Filmfestival, findet seit 1985 im Rahmen des World Film Festivals statt.

Das Toronto International Film Festival (seit 1976) ist ein bedeutendes Festival ohne internationalen Wettbewerb und mit Affinität zum Hollywood-Kino. Ebenfalls in Toronto existiert seit 1993 mit Hot Docs eines der größten internationalen Dokumentarfilm-Festivals Nordamerikas. Für Dokumentarfilme und asiatische Filme von Bedeutung ist das Vancouver International Film Festival.

Zu den wichtigsten Filmfestivals in Mexiko zählen das Guadalajara International Film Festival (seit 1986, in Guadalajara) mit Wettbewerben für lateinamerikanische und mexikanische Filme und das Festival Internacional de Cine Contemporáneo de la Ciudad de México (seit 2004, in Mexiko-Stadt).

Das Festival Internacional de Cine de Mar del Plata im argentinischen Seebad Mar del Plata ist das einzige A-Festival Südamerikas. Es ist mit Gründungsjahr 1954 das älteste Filmfestival der Region. In der argentinischen Hauptstadt gibt es seit 1999 das Buenos Aires Festival Internacional de Cine Independiente.

Das Festival de Cine de Bogotá (seit 1984) war zunächst auf kolumbianische Filme spezialisiert und ist heute ein wichtiges internationales Festival für neue Regisseure. Ebenfalls auf neue Regisseure spezialisiert ist das 1977 erstmals abgehaltene São Paulo International Film Festival.

Das Rio International Film Festival ist 1999 durch den Zusammenschluss zweier bestehender brasilianischer Festivals entstanden: Rio Cine (1984-1998) und Mostra Rio de Cinema (1988-1998).

Als größtes Kurzfilmfestival in Südamerika gilt das Festival Internacional de Curtas Metragens de São Paulo (seit 1990).

In Vorderasien gibt es (mit Ausnahme des schon genannten International Istanbul Film Festivals) keine FIAPF-akkredierten Festivals, allerdings zwei, auf denen FIPRESCI-Preise vergeben werden.

Dies sind das bedeutendste Filmfestival Israels, das 1983 gegründete Haifa International Film Festival, und das Tblisi International Film Festival in der georgischen Hauptstadt Tiflis (seit 2000).

Ferner sind wichtig das Jerusalem International Fim Festival, das seit Mitte der 1980er Jahre existiert, und The Jewish Film Festival am gleichen Ort, das sich mit Filmen internationaler Herkunft mit jüdischem Bezug (z.B. der Shoa, dem Alltag in Israel, der Einwanderung nach Israel allgemein u.ä.) befasst. Es fand 2006 in achter Folge statt; Michael Verhoeven erhielt hier den Achievement Award für sein Lebenswerk, den beständigen Einsatz gegen den Nationalsozialismus.

China und Japan haben mit dem Internationalen Filmfestival Shanghai (seit 1993) und dem Tokyo International Film Festival (seit 1985) jeweils ein eigenes A-Festival.

Als ältestes Filmfestival in Japan gilt das PIA Film Festival in Tokio, das 1977 gegründet wurde und sich jungen Filmschaffenden widmet. Ein japanisches Dokumentarfilm-Festival ist das Internationale Dokumentarfilmfestival von Yamagata, das seit 1989 alle zwei Jahre in Yamagata veranstaltet wird. Eines der weltweit wichtigsten Festivals für Animationsfilme findet seit 1985 mit dem Hiroshima Kokusai Animation Festival statt.

Filme neuer Regisseure aus asiatischen Ländern stehen seit 1996 beim Pusan International Film Festival in Südkorea auf dem Programm.

Eines der ältesten Festivals der Region ist das 1977 gegründete, renommierte Hongkong International Film Festival.

Alle geraden Jahre findet in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang das Pyongyang International Film Festival statt (früher: Pyongyang Film Festival of the Non-aligned and Other Developing Countries). Es werden ausschliesslich internationale Filme gezeigt. Teilnehmer 2004 u.a. aus den Ländern Ägypten, Georgien, Deutschland, Belgien, Hongkong u.v.a.

In der früheren kasachischen Hauptstadt Almaty werden beim Eurasia Film Festival (gegründet 1998; nicht zu verwechseln mit einem gleichnamigen Filmfestival in Istanbul) Filme aus Europa und Zentralasien gezeigt.

Als wichtigstes Filmfestival in Thailand gilt das Bangkok International Film Festival (seit 2002). Ebenfalls in Südostasien, in Singapur, findet seit 1987 das Singapore International Film Festival statt.

Die ältesten Filmfestivals in Indien sind mit Gründungsjahr 1952 das International Film Festival of India in Goa und das Kolkata Film Festival. Das erste ist auf asiatische Filme spezialisiert, während das zweite keinen internationalen Wettbewerb hat. Das dritte große internationale Filmfestival in Indien ist das International Film Festival of Kerala, das 1995 erstmals stattfand und Filme aus Asien, Afrika und Lateinamerika zeigt.

Für Dokumentar-, Kurz- und Animationsfilme gibt es seit 1990 das Mumbai International Film Festival in der üblicherweise mit Bollywood assoziierten Stadt Mumbai. In der Hauptstadt Neu-Delhi wurde 1999 Osian’s Cinefan als Festival für asiatisches und arabisches Kino mit dem indischen Auktionshaus Osian’s als Hauptsponsor gegründet.

Seit Februar 2004 findet in Puri das Bring Your Own Film Festival statt.

In Hyderabad findet zudem das International Children's Film Festival Hyderabad statt.

Die Filmfestivals in Australien und Ozeanien gehen im Fall von Melbourne und Sydney auf die 1950er Jahre zurück, in Neuseeland auf die 1970er Jahre. Die meisten Filmfestivals in Ozeanien finden jedoch erst seit den 1990er Jahren statt.

Ein Charakteristikum besonders in Australien ist die große Bedeutung von Kurzfilmfestivals in der Massenkultur. In Neuseeland ist die Konzentration aller großen Filmfestivals in der Hand eines Veranstalters auffallend.

Zum Seitenanfang



Filmfestival Cottbus

Blaue Glühbirnen beleuchten den Cottbuser Altmarkt während des FilmFestivals

Das FilmFestival Cottbus - Festival des osteuropäischen Films ist ein jährlich stattfindendes Festival in Cottbus. Das Festival findet seit 1991 jeweils im November eines Jahres statt und gibt einen umfassenden Überblick über die aktuellen Spielfilmproduktionen des gesamten mittel- und osteuropäischen Raumes. Im Zentrum der verschiedenen Programmsektionen stehen die Wettbewerbe Spielfilm sowie Kurzspielfilm. Internationale und nationale Festivaljuries vergeben beim FilmFestival Cottbus jährlich 15 Preise, die mit einem Gesamtwert in Höhe von 67.000 Euro dotiert sind. Der "Hauptpreis für den besten Film" ist mit 18.000 Euro dotiert und geht in gleichen Teilen an den Regisseur und den Produzenten des Films.

Seit dem Jahr 2003 erhalten die drei Hauptpreisträger des Festivals neben dem Preisgeld auch eine Preisskulptur aus Glas, die den Namen Lubina (sorbisch: die Liebreizende) trägt. Geschaffen wird diese Skulptur - jeweils als Unikat - von Glaskünstlerin Beate Boldender.

Prägend für das Gesamtprofil des jeweiligen Festivaljahrgangs ist der Fokus, der in jährlichem Wechsel ausgewählte filmische Regionen in einem breiteren Kontext darstellt. Nachdem sich das FilmFestival Cottbus in den vergangenen Jahren mit den EU-Neulingen Polen (2002), Tschechien (2004), Ungarn (2005) sowie Rumänien und Bulgarien (2006) beschäftigte, stehen seit dem Jahr 2007 Kulturräume im Mittelpunkt des Interesses. Im Jahr 2008 wird der filmische Schwerpunkt unter dem Titel "Neues Kino aus dem Baltikum" auf dem östlichen Ostsee-Raum liegen, insbesondere auf den drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen, aber auch auf den Ostsee-Anrainer Polen und Russland sowie Finnland und Schweden.

Darüber hinaus gelangen in Cottbus Spielfilme und Kurzspielfilme in den Sektionen Nationale Hits, Specials, Spektrum sowie Kinder- und Jugendfilm zur Aufführung. Diverse Sonderreihen sowie ein umfassendes wie vielseitiges Rahmenprogramm, das vom jeweiligen Fokus geprägt wird, runden das Festivalprofil ab.

Den traditionellen Auftakt der Festivalwoche bildet alljährlich am Montagabend die Cottbuser FilmSchau, eine Plattform für ambitionierte Freizeitfilmer. Die besten Kurzfilme der Amateur-Regisseure werden mit dem Cottbuser Film- und Medienpreis (1.500 Euro) sowie dem Publikumspreis (500 Euro) prämiert.

Ehrenpräsident des FilmFestival Cottbus ist der ungarische Regisseur und Oscar-Preisträger István Szabó. Das Festival steht unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg, Matthias Platzeck. Für viele mittel- und osteuropäische Regisseure führte der Weg zum Ruhm über das Cottbuser Festival. Darunter inzwischen namhafte Filmemacher wie Jan Cvitkovič (SLO), Jan Svěrák (CZ), Oleg Novkovic (YU), Bohdan Sláma (CZ) und Jan Hrebejk (CZ). Zu den prominentesten Gästen in der bisherigen Festivalhistorie gehörten neben István Szabó zweifellos Krzysztof Zanussi (PL), Tschynggys Aitmatow (KS), Andreas Dresen (D), Yolande Zauberman (F), Oana Pellea (ROM), Katja Flint (D), Katarzyna Figura (PL), Cedomir Kolar (F), Christine Schorn (D), Jean-Marc Barr (F), Rolf Hoppe (D), Itzhak und Samuel Fintzi (BG), Wladimir Kaminer (RUS/D) sowie Anna Thalbach (D).

Das 18. FilmFestival Cottbus fand vom 11. bis 16. November 2008 statt. Die vier Spielstätten waren die Stadthalle Cottbus (Festivalzentrum), das Filmtheater Weltspiegel, die Kammerbühne des Staatstheater Cottbus sowie das Obenkino im Glad-House. Die feierliche Eröffnung fand am Abend des 11. November 2008 im Großen Haus des Staatstheater Cottbus statt.

Zum Seitenanfang



Diagonale (Filmfestival)

Diagonale 2007

Die Diagonale ist ein Filmfestival das in den Jahren 1993, 1994 und 1995 in Salzburg stattfand und seit 1998 jährlich in Graz veranstaltet wird. Es versteht sich als umfassende Jahresfilmschau des österreichischen Filmschaffens, die alle Genres (Spielfilm, Dokumentarfilm, Kurzfilm, Avantgarde etc.) abdecken möchte.

Die ersten drei Diagonale-Festivals wurden von der Austrian Film Commission jeweils Anfang Dezember in Salzburg und in Zusammenarbeit mit den Salzburger Festspielen veranstaltet. Intendant war 1993 und 1994 der Filmemacher Peter Tscherkassky und 1995 Heinrich Mis (damals Leiter der ORF-Sendung kunst-stücke). Nach einer Pause übersiedelte das Festival nach Graz, der eigene Trägerverein „Forum Österreichischer Film“ wurde 1998 unter der Leitung von Christine Dollhofer und Constantin Wulff gegründet, die bis 2003 dem Verein vorstanden. Neben den Filmvorführungen stehen auch Diskussionen, Publikumsgespräche und Ausstellungen auf dem Programm. Im ersten Jahr in Graz wurden einhundert Filme gezeigt und in drei Kategorien Preise vergeben: ein Hauptpreis, ein Preis für innovatives Kino und ein Nachwuchspreis. Später kam eine Reihe weiterer Preise dazu; im Jahr 1999 wurde erstmalig auch ein Preis für den besten Schauspieler und die beste Schauspielerin vergeben, was jedoch erst 2008 das nächste Mal der Fall war.

Die Planung für die Diagonale 2004 begann zunächst mit einem Eklat, da der dafür zuständige Kunststaatssekretär Franz Morak die bisherigen Programmverantwortlichen trotz hervorragender Leistungen ohne Begründung entließ und ohne den Konsens mit den betroffenen Filmschaffenden zu suchen durch ein neues Team ersetzte. Da diese personelle Auswahl bei nahezu allen Filmschaffenden auf Widerspruch stieß, sah es zunächst danach aus, dass es zwei Veranstaltungen gleichen Namens geben könnte: Die „offizielle“ Diagonale von Morak und eine „inoffizielle“ Veranstaltung, die von den Medienschaffenden selbst auf die Beine gestellt wurde. Schließlich lenkte Morak jedoch ein und verzichtete auf seine Veranstaltung. Nach einer Restrukturierung des Trägervereins und der Bereitschaft zahlreicher Beteiligter, ehrenamtlich tätig zu werden, konnte die Diagonale 2004 trotz Zeitdrucks in der gewohnten Form stattfinden.

Als Hintergrund für Moraks Eingriff in die Intendanz wird der Versuch, eine stärker kommerziell ausgerichtete Neujustierung des Festivals vorzunehmen, sowie ein politisch motivierter „Vergeltungsakt“ gegen Filmszene und Festivalleitung vermutet, weil sich die Diagonale wenige Wochen nach der umstrittenen Bildung der blau-schwarzen Koalition zwischen FP und VP im Jahr 2000 als Forum für regierungskritische Proteste und Videoarbeiten positionierte. Im Zuge der damaligen Auseinandersetzung um eine im Festivalkatalog abgedruckte Petition zahlreicher namhafter Filmschaffender, in der der Rücktritt der Regierung gefordert wurde, wurde vom damaligen steirischen VP-Landesrat Hirschmann sogar vorübergehend das zugesicherte Preisgeld des Landes Steiermark zurückgestellt.

Im Jahr 2005 fand die Diagonale vom 14. bis zum 20. März 2005 nach einer Neustrukturierung durch den Trägerverein „Forum österreichischer Film“ unter der für drei Jahre bestellten gemeinsamen Leitung von Birgit Flos (Intendanz), Robert Buchschwenter (Geschäftsführung Produktion) und Georg Tillner (Geschäftsführung Finanz) statt. Nach Beendigung des Festivals zogen die beiden Geschäftsführer Buchschwenter und Tillner Konsequenzen aus offensichtlich gewordenen Mängeln auf der Intendantenebene und traten zurück.

Die Diagonale 2006 fand vom 21. bis zum 26. März 2006 in Graz unter der Intendanz von Birgit Flos statt. Oliver Testor übernahm erstmals die Geschäftsführung. Das Festivalzentrum wurde 2006 erstmals im Kunsthaus Graz eingerichtet. Das UCI Annenhofkino, Schubertkino, augartenkino kiz und das Filmzentrum im Rechbauerkino waren die Festivalkinos.

In Kooperation mit dem Kunsthaus Graz gestaltet die Diagonale auch einen Höhepunkt des Festivals: in einer Hommage an die Künstlerin Maria Lassnig war ihr filmisches Gesamtwerk in neu restaurierten Kopien zu sehen.

Ab 2006 gibt es zwei gleichdotierte Große Diagonale-Preise, für den besten Kinospielfilm und für den besten Dokumentarfilm.

2008 wurde zum zweiten Mal nach 1999 Schauspielpreise vergeben. Zum einen der Große Diagonale Schauspielpreis an Karl Markovics und zum anderen der Diagonale Spezialpreis der Jury für den bemerkenswerten Auftritt einer österreichischen Schauspielerin/eines österreichischen Schauspielers in einem Film der Diagonale 08 an Ursula Strauss.

Der Carl Mayer-Drehbuchwettbewerb findet seit 1990 biennal und seit 1998 jährlich statt. Er geht auf eine Initiative Bernhard Frankfurters zurück und ist der mit 14.500 Euro (seit 1999, damals auf 200.000 Schilling aufgestockt) am höchsten dotierte Drehbuchpreis Österreichs. Jeder Wettbewerb steht unter einem neuen Thema, zu welchem die anonym eingereichten, noch nicht verfilmten Drehbücher, Bezug haben müssen. Zudem muss der fiktionale oder dokumentarische Stoff kinofilmgerecht ausgearbeitet sein, die Geschichte lebensnah, gut recherchiert und durchdacht sein und das cinematographische Potential in all ihren Facetten auch formal ausschöpfen.

Bei den ersten zwei Wettbewerben wurde nur der Carl Mayer-Drehbuchpreis vergeben. Seit 1994 wird zeitgleich auch ein mit 7.200 Euro dotierter Förderungspreis an ein Drehbuch vergeben. Beide Preise werden von der Stadt Graz gestiftet. Seit dem Jahr 2000 wird auch der mit 4.000 Euro dotierte ORF-Preis für fernsehgerechte Stoffe als Teil des Carl Mayer-Drehbuchwettbewerbes vergeben. Zuvor wurden fernsehgerechte Stoffe lediglich in der Jury-Mitteilung lobend erwähnt. Seit 2000 findet die Preisverleihung im Rahmen der Diagonale statt. Alle drei Preise stehen unter dem vorgegebenen Thema. Der Carl Mayer-Drehbuch- und Drehbuchförderungspreis mit einer Gesamtdoteriung von 21.700 Euro, die im Falle mehrerer Gewinner oder dem Ausbleiben eines Gewinners in einer der beiden Kategorien anders aufgeteilt werden als vorgesehen, werden von einer siebenköpfigen Jury vergeben. Für den ORF-Preis besteht eine eigene Jury.

Im Jahr 2000 kam auch der ORF-Preis für fernsehgerechte Stoffe dazu. Sämtliche Preise werden nur vergeben, wenn die Jury aus den eingereichten Drehbüchern ein den Kriterien entsprechendes Drehbuch ausfindig machen kann. Dafür vergibt die Jury bei Bedarf in manchen Jahren auch mehrere Preise oder statt eines Hauptpreises zwei Förderpreise (so geschehen 2002).

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird seit 2002 von der Verwertungsgesellschaft für Audiovisuelle Medien (VAM) an eine österreichische Filmproduktionsgesellschaft oder Filmproduzenten für eine „innovative Leistung“ im Bereich Kinofilm vergeben. Hierbei wird entweder ein bestimmter Film oder die Jahresproduktion einer Filmgesellschaft ausgezeichnet.

Der Verband österreichischer Kameraleute vergab 2004 und 2005 an der Diagonale den AAC-Preis für die beste Kameraarbeit des Jahres. Zum 30-jährigen Verbandsjubiläum 2006 wurden erstmals zwei Preise, in den Kategorien Beste Kameraarbeit Spiel- und Dokumentarfilm, als Diagonale-Preis Kameraarbeit vergeben. Seit 2007 heißen diese Preise Diagonale-Preis Bildgestaltung und sind mit je 1.500 Euro dotiert.

Daneben werden noch eine Reihe weiterer Preise vergeben, etwa der Thomas-Pluch-Drehbuchpreis, der Kamera Preis, der Schnitt Preis oder der Erich-Neuberg-Preis.

Zum Seitenanfang



Source : Wikipedia