Filme

3.32700421939 (474)
Geschrieben von tron 08/04/2009 @ 23:09

Tags : filme, kino, kultur, podcast

Neueste Nachrichten
Relax, vergiss den Stress - Rheinischer Merkur
„Taking Woodstock“ ist zwar nicht so perfekt wie andere Filme von Ang Lee, doch verbreitet seine clevere und mitunter urkomische Annäherung an den Mythos gute Laune und eine Ahnung, wie sich das Lebensgefühl vor 40 Jahren angefühlt haben könnte:...
Monica Bleibtreu: Die Schauspielerin erlag ihrem Krebsleiden - FOCUS Online
Mehrere Sender kündigten an, aus Anlass des Todes ihr Programm zu ändern und Filme mit Bleibtreu zu senden. Ende des Jahres wird sie im ZDF an der Seite von Gisela Schneeberger in der Ingrid-Noll-Komödie „Ladylike“ zu sehen sein....
Film "In Berlin" Warum Michael Ballhaus auf einmal Regisseur ist - WELT ONLINE
Jetzt kommt sein Film "In Berlin" in die Kinos. WELT ONLINE: Fallen wir doch gleich mit der Tür ins Haus: Was treibt Sie mit 73 Jahren noch zu einem Regiedebüt? Michael Ballhaus: Getrieben hat mich gar nichts. Der RBB fragte mich vor drei Jahren,...
Familien im Stresstest - Spiegel Online
Ob der auf späte Verbrüderung hoffende Bennie in "Tetro" oder die auf Einlösung ihrer großen Liebe wartende Fannie in "Bright Star", es sind die unerfüllten Wünsche und Sehnsüchte, die die Filme dieser ersten Festivaltage prägen....
Wie Pixar ein Genre prägte - ZEIT ONLINE
Eine Bildergalerie Neun Filme in 14 Jahren – ohne einen einzigen Flop. Das hat sonst noch kein Filmstudio geschafft. In der Animationsfilmbranche ist das Haus Disney/Pixar schon lange bekannt. Filme wie Toy Story, Die Monster AG, Findet Nemo oder...
Zum Film ILLUMINATI: Dichtung und Wahrheit - 60pro - Magazin für aktive 60er
Der Film „Illuminati" nach dem im März 2003 erschienenen Thriller von Dan Brown ist seit dem 14. Mai 2009 in den deutschen Kinos zu sehen. Erstaunlich, wie sich mit dem Un- und Halbwissen und der Tatsachenverfremdung Interesse auf der ganzen Welt...
Film: Scorsese über Sinatra ++ "Metropolis" nach Wiesbaden ++ ... - WELT ONLINE
Der 66-Jährige wird Regie führen und den Film produzieren, wie "Daily Variety" berichtet. "Sinatra" sei die erste große Verfilmung des Lebens des Sängers. Produzentin Cathy Schulman bezeichnete Leonardo DiCaprio, Scorseses derzeitigen...
Campion wirft Filmbranche Benachteiligung von Frauen vor - AFP
Campion ist mit ihrem Werk "Bright Star" um die Liebe des englischen Dichters John Keats zu einem Nachbarsmädchen eine von nur drei Regisseurinnen im Wettbewerb um die Goldene Palme, für die 20 Filme im Rennen sind. 1993 hatte die 55 Jahre alte...
Lars von Triers "Antichrist" kämpft ums Überleben - WELT ONLINE
WELT ONLINE: Udo Kier, der deutsche Schauspieler, der fast in jedem Ihrer Filme dabei ist. Von Trier: Fassbinder hatte offenbar eine Menge Tonbänder für den Fall vorbereitet, mit Aufnahmen von Wagner, Hitler und ihm selbst....
Neue Filme von Ozon, Ballhaus und Welter - Derwesten.de
Die Filme des französischen Regiestars François Ozon gaben bisher vor allem Auskunft über seine Vorliebe für den Stil eines Almodóvar („8 Frauen”) oder den eines Fassbinder („Tropfen auf heiße Steine”). Ozons neuer Film "Ricky" sorgte schon bei der...

Liste erfolgreicher Filme nach Einspielergebnis und Besucherzahlen

Die Liste erfolgreicher Filme nach Einspielergebnis und Besucherzahlen gibt Auskunft über Einspielergebnis und Popularität der jeweiligen Filme. Neben der bekanntesten Liste (Box Office), die sich am reinen Einspielergebnis orientiert (allerdings nicht inflationsbereinigt ist), berücksichtigt diese Seite weitere Listen, soweit deren Zahlen bekannt sind.

Eine Liste der erfolgreichsten Filme. Gelistet wird nach Einspielergebnis in den Kinos weltweit (Box Office). Angaben in Millionen US-Dollar, die hervorgehobenen Zeilen sind Produktionen des aktuellen Filmjahres.

Da das Erscheinen auf dieser Liste aus marketingtechnischen Gründen sehr wichtig ist, sollten die Zahlen relativ gesehen werden, zumal Budget und Mittel für das Marketing die Gewinne zum Teil stark mindern - und auch aus steuerlichen Gründen nicht unbedingt alles offengelegt wird. Für DVD, Video- und TV-Verwertungsrechte, sowie Merchandise-Einnahmen gibt es kaum zuverlässige Zahlen, aber in der Branche gilt die Regel, dass sich die gesamten Einnahmen für einen Film aus „Kinoeinspielergebnis mal drei“ ergeben.

Dass immer häufiger aktuelle Filme erfolgreiche Filme der Vorjahre verdrängen, liegt daran, dass mit Superlativen wie „Erfolgreichster Film“ oder „Platz 1 der Kinocharts“ Werbung betrieben wird. Dieses „Mehr an Einnahmen“ wird meist mit einem „Mehr an Werbekosten“ bezahlt. Titanic beispielsweise, hat neben den 200 Mio. US-Dollar für die Produktion noch 40 Millionen US-Dollar für Werbung gekostet. Zu vielen Filmen, wie Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith wurden gar keine Werbekosten veröffentlicht - die Vermutung liegt nahe, dass Platzierungen in der „ewigen Liste der erfolgreichsten Filme“ teuer durch Werbung „erkauft“ werden: 15 der 20 erfolgreichsten Filme sind aus den letzten zehn Jahren. Und es sind teure Filme: die Mehrzahl kommt aus dem Bereich Science Fiction und/oder Fantasy.

In Deutschland erstellt die Filmförderungsanstalt seit 1986 jeden Monat eine nach Zuschauerzahlen geordnete Liste der Filme, sowie jedes Jahr eine Gesamtbilanzrechnung der Kinos in Deutschland.

Diese Liste enthält die weltweit erfolgreichsten Filme inflationsbereinigt, nach umgerechnetem Eintrittspreis je Jahr, nach dem US-amerikanischen Verbraucherpreisindex. Angaben in US-Dollar; inkl. Wiederaufführungen.

Nicht in der Liste aufgeführt wird Die Geburt einer Nation, die Einspielergebnisse dieses umstrittenen Films sind grob geschätzt und umgerechnet rund 1,4 Mrd. US-Dollar.

Nach Angaben des "Jesusfilm-Projekts" ist der Jesusfilm der meistgesehene Film aller Zeiten. Das Missionsprojekt ließ den Film in hunderte Sprachen übersetzen, lässt ihn in Entwicklungsländern aufführen und gibt ihn kostenlos ab. Das Projekt gibt an, der Film wäre dadurch über 5 Milliarden mal gesehen worden.

Gelistet sind die ab 1968 veröffentlichten Filme mit den meisten Kinobesuchern in Deutschland inkl. Wiederaufführungen. Aus früheren Jahren sind keine zuverlässigen Zahlen bekannt.

Von den Anfangsjahren des Kinos bis Ende der 1960er Jahre sind keine genauen/offiziellen Besucherzahlen bekannt. Aufgrund ungesicherter Zahlen sind folgende Filme nicht in obenstehender Liste aufgeführt.

Besucherzahlen in Millionen.

Von den Anfangsjahren des Kinos, bis Ende der 1960er Jahre sind keine genauen/offiziellen Besucherzahlen bekannt. Aufgrund ungesicherter Zahlen sind folgende Filme nicht in obenstehender Liste aufgeführt.

Die erfolgreichsten Filme der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ 1945-49) und der DDR (gesondert, da verlässliche Zahlen erst ab 1970 bekannt sind). Besucherzahlen in Millionen.

Die erfolgreichsten deutschen Produktionen in den USA (weltweite Einspielergebnisse sind nicht bekannt). Einspielergebnis in US-Dollar.

Einspielergebnis in US-Dollar.

Zum Seitenanfang



Kinderfilm

Filmklappe

Kinderfilme sind fürs Fernsehen, Kino oder für die DVD- bzw. Videoauswertung produzierte Filme, die sich in erster Linie an Kinder richten. In thematischer und stilistischer Hinsicht gibt es kaum Beschränkungen, ihre Präsentation passt sich jedoch den Ansprüchen und Bedürfnissen der Zielgruppe an.

Filme, die speziell für Kinder produziert werden, handeln oft von jungen Menschen. Mehr noch als Filme für Erwachsene benötigen Kinder Identifikationsfiguren, die ihnen gleichaltrige Figuren bieten. Sind die Hauptfiguren jedoch Erwachsene, dann eher in Märchen (Drei Haselnüsse für Aschenbrödel (1973), oder Verwünscht (2007)).

Familienfilme hingegen richten sich an die ganze Familie. Identifikationsfiguren bieten dort oft Fantasiefiguren (Shrek) oder Erwachsene in Rollen, in denen Kinder über sie lachen können (Laurel & Hardy).

Der Hauptunterschied zwischen Familienfilmen und Kinderfilmen liegt darin, dass nur Kinderfilme spezifisch kindliche Erfahrungen transportieren.

In den 1950er- bis 1970er-Jahren waren Kinderfilme für eine Altersgruppe von sechs bis ca. vierzehn Jahren ausgelegt. Aufgrund der früher einsetzenden Pubertät verschob sich danach die Altersgruppe auf ungefähr vier bis zwölf Jahre. Danach interessieren sich Heranwachsende mehr für das Angebot an Jugendfilmen.

Kinderfilme orientieren sich am Erfahrungshorizont der Hauptrolle. Ist diese Person etwa fünf Jahre alt, hat sie ganz andere Erfahrungen als ein zehn Jahre alter Protagonist. Daher werden ältere Kinder mit mehr Erfahrungen einen Film mit einer fünfjährigen Hauptperson weniger interessant finden. Umgekehrt können sich kleinere Kinder durchaus mit einem älteren Charakter identifizieren, da sie von den reiferen Kindern lernen können. Ist die Kluft der Erfahrungen zwischen den Zuschauern und den Figuren allerdings zu groß, ist ein solcher Film für diese zumeist eher langweilig.

Filme, die gezielt jüngere Kinder ansprechen, wie zum Beispiel die 1995 gedrehte Astrid-Lindgren-Verfilmung Lotta, haben deswegen eine kleinere Zielgruppe, weshalb der Film wirtschaftlich schwerer zu vermarkten ist. Daher sind Filme speziell für kleinere Kinder eher selten zu finden.

Nicht jeder Film, in dem ein Kind die Hauptrolle übernimmt, ist ein geeigneter Kinderfilm. In Der Himmel fällt beispielsweise wird über eine Kindheit berichtet; dort geht es mehr um den Faschismus als um die Sichtweise der Kinder.

Bei einem Familienfilm, auch als Family Entertainment bezeichnet, werden im Gegensatz zum Kinderfilm auch Erwachsene als Zuschauer miteinbezogen. Es werden Handlungsebenen für Erwachsene eingebunden, ohne die Kinder als Zuschauer zu langweilen.

Außerdem sollte Erwachsenen als möglichen Begleitpersonen von Kindern vermittelt werden, dass bei der Produktion eines Film auch ihre Interessen berücksichtigt werden, um diese als zusätzliche Zuschauer zu gewinnen.

Tatsächlich waren Familienfilme bereits vor Einführung dieses Labels gedreht worden. Hierbei hatte sich vor allem Disney hervorgetan, das sich mit ihren Realfilmen zwar regelmäßig auch an Kinder als Zuschauer wandte, aber häufig Erwachsene als Hauptpersonen einsetzte (Mary Poppins von 1964, die Herbie-Reihe, Der fliegende Pauker (1961)) und auch ein älteres Publikum unterhalten wollte.

Familienfilme setzen auf zumeist leichte Unterhaltung und haben die Familie als Zielgruppe. Die Hauptpersonen dieser Filme sind meistens Kinder (Kevin – Allein zu Haus (1990), aber auch Erwachsene (Mrs. Doubtfire (1993)). Oft bilden die Protagonisten eine Familie (Im Dutzend billiger (2003)). Beliebt sind als Hauptfiguren oft Tiere (Ein Hund namens Beethoven (1991), Cats & Dogs – Wie Hund und Katz (2001)) oder Fantasiefiguren wie zum Beispiel Hexen (Das Mädchen auf dem Besenstiel (1972)) oder Außerirdische (E. T. – Der Außerirdische (1982). Auch viele Animationsfilme richten sich an die ganze Familie, indem sie etwa wie Die Unglaublichen – The Incredibles (2004) Bezüge zu anderen Filmen aufbauen, die Kinder nicht erkennen. So sollen sich Zuschauer jeder Altersgruppe angesprochen fühlen.

Der Zeitgeschmack kann sich aber auch ändern: Heute gelten Märchenfilme als die ersten deutschen Kinderfilme, wurden aber tatsächlich als Unterhaltung für alle Altersgruppen produziert.

Ein wesentlicher Unterschied ergibt sich auch bei differenzierten Verwertung im Kino und Fernsehen: häufig ist ein Kinderfilm auf den Nachmittag beschränkt, Familienfilme werden dagegen auch am Abend gezeigt.

Als eine Besonderheit des Kinderfilms werden häufiger verschiedene Folgen einer Kinderserie zusammengefasst und in Film-Format als "Special" oder im Fernsehen oder Kino gezeigt. Dies gilt vor allem für die Animes Die Biene Maja (1975), Heidi (1974) und Nils Holgersson (1980), aber auch für Pingu (1987) und den Kleinen Maulwurf (2002). Von Pumuckl gab es hingegen 1994 ein erstes neues Kino-Abenteuer: Pumuckl und der blaue Klabauter. Von den Die Peanuts entstanden ab 1969 vier eigene Kinofilme. Die Muppet Show erhielt bislang sechs Kinoableger. Auch von Zeichentrickserien wie Der kleine Eisbär, Pettersson und Findus (ab 1999), der im KI.KA erfolgreichen Hundedame Lotte (Lotte im Dorf der Erfinder von 2006) und von Der kleine König Macius, den Janusz Korczak ersann und der später Serienheld wurde, gibt es mittlerweile eigenständige Kinoabenteuer.

Ziel des Kinderfilms ist im Allgemeinen, den Kindern etwas über die Welt um sie herum zu erzählen, ihre Phantasie anzuregen und sie vielleicht auch etwas lernen zu lassen. Ein Schwerpunkt ist dabei die Beschreibung der charakterlichen Entwicklung der Protagonisten. Dieser entwickelt sich zu einem besonderen Individuum, wie bei Whale Rider (2002) oder Der zehnte Sommer (2003). Die Zuschauer sollen angeleitet werden, sich mittels der Reflexion bezüglich der Hauptpersonen über sich selbst bewusst zu werden.

Fast alle Filmgenres finden sich im Kinderrealfilm wieder. Die Palette reicht vom Liebesfilm (Eva und Adam, 2001) über den Tierfilm- der sowohl die amerikanischen Klassiker Lassie in Heimweh (1943) und Flipper (1963) wie moderne Filme wie 4 Freunde und 4 Pfoten (2003), Free Willy – Ruf der Freiheit (1993) oder Amundsen der Pinguin von 2003 umfasst- über das Roadmovie wie bei Selma und Johanna (1997) bis zum Kriminalfilm (Die Distel (1992), Paulas Geheimnis von 2005/2006). Eine Reihe von Kinderfilmen enthalten Elemente des Abenteuerfilms (Die Goonies, 1985) oder des Märchens (Die Braut des Prinzen, 1987). Diese Filme sind vor allem dann als kindgerecht anzusehen, wenn die Probleme am Ende nicht einfach mit Gewalt gelöst werden oder über den Gewalt Ausübenden triumphiert wird.

Ein besonders großen Wert legen Kinderfilme auf die Anregung der kindlichen Fantasie. Häufig beginnen sie in der Alltagswelt der jüngeren Zuschauer und führen dann fantastische Elemente ein. Eine weitere Anregung der kindlichen Fantasie wird in modernen Kinderfilmen durch Märchen-Bezüge erzeugt. Diese Filme erhalten durch die überraschende Abwandlung bekannter Geschichten zumeist einen leichten und fröhlichen Ton, der Kinder besonders anspricht (2006 machte Die Rotkäppchen-Verschwörung aus dem gleichnamigen Märchen eine moderne Kriminalgeschichte).

Für andere Filmgenres, wie Pornofilme existieren im Kinderfilm keine Entsprechung, da sie nicht altersgerecht sind. Von dem Horrorfilm-Genre wird nur die abgeschwächte Variante der Gruselgeschichten, etwa Spuk unterm Riesenrad oder Spuk im Hochhaus verwendet. Auch Der kleine Vampir, 2000, und Scooby Doo 2 – Die Monster sind los (2004) werden allgemein als kindgerecht angesehen. Auch Filmreihen wie Die Wilden Kerle bedienen sich fantastischer und gruseliger Effekte.

Eine Reihe vor allem amerikanischer Kinderfilme sind letztlich bloße Actionfilme, bei denen sich die Zuschauer als kleine Erwachsene fühlen können (wie Spy Kids, 2001) und die die kindliche Bedürfnisse eher vernachlässigen.

Ein großes Interesse bei Kindern können mitunter auch Dokumentarfilme wecken. Dabei sind diese thematisch nicht nur auf Tierdarstellungen beschränkt (Die Wüste lebt (1953), Mikrokosmos – Das Volk der Gräser (1996), Die Reise der Pinguine (2005)). Der weiße Planet (2006) macht auf den Klimawandel aufmerksam. Mad Hot Ballroom (2004) zeigt, wie Kinder mittels Erfolgserlebnissen beim Tanzen ihr Selbstbewusstsein steigern können.

Es gibt auch typische Motive, die sich in Kinderfilmen häufig wiederholen. Hierzu gehört etwa das Thema vom getrennten Geschwisterpaar, das sich zufällig trifft und die Rollen tauscht. Von Erich Kästner für Das doppelte Lottchen ersonnen, gab es hiervon in den letzten Jahren eine deutsche (Charlie & Louise – Das doppelte Lottchen, 1994), eine norwegische (Der chaotische Elterntausch, 2003) und eine Vielzahl amerikanischer (zuletzt Ein Zwilling kommt selten allein von 1998) Versionen. 2007 entstand gar eine deutsche Animationsfassung unter dem ursprünglichen Titel.

Zeichentrickfilme wurden in der westlichen Kultur lange als Kinderfilme wahrgenommen. Etabliert wurde diese Ansicht durch die Walt-Disney-Filme, die zumeist Adaptionen von Kinderbüchern waren und in denen alle Elemente entfernt wurden, die als für Kinder ungeeignet angesehen wurden.

In anderen Kulturen hingegen, z.B. Japan, richten sich viele Zeichentrickfilme ausdrücklich nicht an kindliche Zuschauer. Diese Haltung fand ab den 1970ern zunehmend Verbreitung in Amerika und Europa, sodass Filme ganz bewusst gegen die scheinbare Tradition der reinen Kinderfilme verstießen und nicht mehr für diese geeignet waren. Der anarchistische Fritz the Cat von 1972 und seine Nachfolger galten als Produkt der Underground-Bewegung jener Zeit und zielten auf ein ausschließlich erwachsenes Publikum ab.

Konkurrenzprodukte zu Disney aus den 1980er- Jahren wie das 1982 produzierte Mrs. Brisby und das Geheimnis von Nimh, Watership Down (1979), Die Hunde sind los (1982) und Wenn der Wind weht (1986), waren zwar ab sechs Jahren freigegeben, aber nicht für ein ausschließlich kindliches Publikum gedacht. Auch zogen sie durch ihre düstere Atmosphäre, ihre Mehrdeutigkeit und ihre durchaus vorhandene gesellschaftskritische Haltung ebenfalls ein älteres Publikum an, das -soweit Tiere als Protagonisten eingesetzt wurden- dessen Fabelcharakter erkannte.

Don Bluth, der Regisseur von Mrs. Brisby und das Geheimnis von Nimh, drehte 1986 Feivel der Mauswanderer und zwei Jahre danach In einem Land vor unserer Zeit, die noch einfacher gehalten waren als die Disney-Filme und jeweils diverse Fortsetzungen erhielten (In einem Land vor unserer Zeit erreichte 2007 Teil 13). Zunehmend wird für Kinder- und Jugendfilme auf Fortsetzungen gesetzt, etwa 2006 Ice Age 2: Jetzt taut's, wobei der Alterungsprozess der menschlichen Darsteller im Realfilm umgangen werden kann.

Die amerikanischen Zeichentrickfilme hatten Ende der 1990er-Jahre immer weniger Erfolg im Kino. Anfang der 2000er Jahre wurden sie von computeranimierten Filmen verdrängt.

Mittlerweile wird auch vermehrt mit Stilmitteln des Realfilms gearbeitet- insbesondere bei der Simulierung von Spezialeffekten gängiger Actionfilme-, sodass die Grenzen zwischen Animations- und Realfilmen verschwindet. Die Unglaublichen – The Incredibles war 2004 eine Mischung aus modernen Superhelden- und James Bond-Filmen, Monster House schafft eine Gruselatmosphäre, die für ältere Kinder ähnlich intensiv wirken dürfte wie moderne Horrorfilme auf Erwachsene.

Ein zunehmendes Merkmal der Vermarktung von amerikanischen Zeichentrick- und Animationsfilmen ist die Einführung von Fortsetzungen, die nach dem Prinzip der Direct-to-DVD-Produktion erstellt werden, nach dem die Erstverwertung gleich auf der DVD erfolgt. Das Dschungelbuch 2 (2003) und der Pu der Bär-Ableger Heffalump (2005) sind dabei Beispiele dafür, dass diese Filme gleichwohl den Sprung in europäische Kinos schaffen können.

Das bekannteste Zeichentrickstudio ist seit den 2000er-Jahren das japanische Studio Ghibli, dessen kindgerechter Film Chihiros Reise ins Zauberland im Jahr 2002 als erster Trickfilm in Konkurrenz gegen Realfilme den Goldenen Bären der Berlinale gewann.

Auch in Deutschland wird vermehrt mit Computeranimation gearbeit, so 2004 mit Back to Gaya und, zuletzt, Lissi und der wilde Kaiser (2007).

Eine andere Art von Trickfilmen stellt die Stop-Motion-Technik dar, mit der etwa die Wallace-&-Gromit-Filme produziert wurden. Ein weiteres Beispiel hierfür ist das düstere, schwarzhumorige Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche von 2005.

Filme, die speziell für Kinder produziert wurden, gab es in den Anfängen der Filmgeschichte nicht. Zwar war bereits 1897 ein Hänsel-und-Gretel-Film gedreht worden, jedoch galten Märchen als allgemeines Kulturgut, deren Verfilmungen nicht primär für Kinder vorgenommen wurde. Zwei frühe Märchenverfilmungen, Rübezahls Hochzeit (1916) und Der Rattenfänger (1918), inszenierte Paul Wegener. Ebenfalls noch während des Ersten Weltkrieges führte Paul Leni 1917 bei Dornröschen Regie.

Als Pionierin des Kinderfilms in Deutschland Lotte Reiniger produzierte ab 1919 zahlreiche Scherenschnittfilme, wobei sie nicht nur Märchen ihrer Landsmänner verarbeitete, sondern auch Motive aus Tausendundeiner Nacht und Doktor Dolittle und seine Tiere aufgriff.

Einer der ersten Real-Kinderspielfilme mit Ton ist die Erich-Kästner-Adaption Emil und die Detektive (1931), für die Billy Wilder das Drehbuch verfasste.

Das wichtigste Kinderfilmgenre im Nationalsozialismus bildete der Märchenfilm. Obwohl das NS-Kino einige Kinderdarsteller hervorbrachte, wurden diese nicht in speziellen Kinderfilmen eingesetzt. Siehe dazu auch Kinder- und Jugendfilm im Nationalsozialismus.

In der sowjetischen Besatzungszone wurde die Produktion von Spielfilmen massiv vorangetrieben. Ziel der Kulturpolitik war in den 1940er- und 1950er-Jahren die Erziehung des deutschen Volkes im humanistischen, antifaschistischen und demokratischen Geist. 1946 wurde zu diesem Zweck die DEFA gegründet.

Der erste Film der DDR, in dem Kinder im Mittelpunkt standen, war 1946 Irgendwo in Berlin, in dem Gustav und seine Freunde das Trümmerfeld Berlin zu einem Abenteuerspielplatz machen. Der erste gezielt für Kinder produzierte Film war Die Störenfriede (1953). In diesem Film geht es um die 13-jährige Vera, die es sich zur Aufgabe setzt, zwei aufmüpfige Jungen zu guten Pionieren zu erziehen.

Die DEFA gründete in den 1950er-Jahren ihren Ruf einer Produktionsfirma hervorragender Kinderfilme vor allem auf ihre aufwendigen Märchenfilme wie Die Geschichte vom kleinen Muck, Zwerg Nase und Das kalte Herz. Noch bis zum Ende der DDR entstanden märchenhafte Filme wie Gritta von Rattenzuhausbeiuns (1984).

Aufgrund der Filmzensur konnten in der DDR nicht alle Themen behandelt werden. Kinderfilme wurden deshalb als Möglichkeiten gesehen, den Zwängen auszuweichen. So finden sich zum Beispiel in Märchenfilmen wie Wie heiratet man einen König von 1969 und Sechse kommen durch die Welt (1972) zahlreiche hintersinnige Anspielungen auf den DDR-Alltag.

Auch ihre realistischen Filme genossen hohes Ansehen. Schon in den 1950er-Jahren wurde in den DDR-Kinderfilmen großen Wert auf eine wirklichkeitsgetreue Darstellung der Lebensumgebung von Kindern gelegt. In Berlin- Filmen der 1950er-Jahre wie Alarm im Zirkus (1953) oder Sheriff Teddy (1957) wurden in der noch nicht durch die Mauer geteilten Stadt die Geschichten von Kindern aus West- und Ostberlin erzählt. In der Dramaturgie dieser Filme wurden allerdings die sozialistischen Ideale deutlich hervorgehoben.

Ab den 1960er-Jahren enthielten sich die Filme zunehmend der politischen Indoktrination, ohne aber die Auswirkungen des politischen Systems zu verleugnen. Trotz mangelnder finanzieller Möglichkeiten betonten diese Filme Fantasie und Poesie. Die Suche nach dem wunderbunten Vögelchen von 1964 ist der erste Film, die diese Richtungsänderung anzeigt. In diesem Kinderkrimi geht es um Bewohner eines Kinderheimes, die sich gemeinsam auf die Suche nach dem titelgebenden Tier machen. Alfons Zitterbacke von 1966 ist die humorvolle aber auch nachdenkliche Geschichte aus dem Leben eines Lausbuben.

Die Vermischung einer realen Lebensumgebung mit fantasievollen Elementen setzte sich in den 1970er-Jahren spürbar fort. Der Ton in den Filmen wird leichter, gleichzeitig werden die Sozialstudien den Lebensumgebung von Kindern noch differenzierter. Hierfür steht beispielhaft Susanne und der Zauberring (1973), dessen Protagonistin sich trotz eigener Interessen mit ihren Mitschülern anfreundet. Das Pferdemädchen (1979) erzählt von der Liebe eines Mädchens zu Tieren und der sich daraus ergebenden Verantwortung. Der DEFA-Indianerfilm Blauvogel (1979) wiederum beschreibt die Geschichte eines weißen Jungen, der bei Indianern aufwächst.

In den 1980er-Jahren wurde der Kinderfilm zunehmend als Möglichkeit erkannt, sich den vorgeschriebenen sozialistischen Idealen zu widersetzen und eigene ästhetisch neue Ausdrucksformen zu benutzen. Es entstanden Filme wie Sabine Kleist, sieben Jahre (1982), Der lange Ritt zur Schule (1982), Moritz in der Litfaßsäule (1983), Das Eismeer ruft (1984), oder Das Schulgespenst (1986).

Auch unbequeme Themen wie Behinderungen (Rückwärtslaufen kann ich auch) (1990) oder Verfolgung in der Nazizeit (Die Sprungdeckeluhr) (1990) wurden thematisiert.

Im Nachkriegsdeutschland wurden kaum Kinderfilme gedreht. Vielmehr wurden die so genannten Lustspiele mit Heinz Rühmann, Liselotte Pulver oder Heinz Erhardt als kindgerechte Familienfilme angesehen. Eine realistische Darstellung der Gefühls- und Verhaltenswelt von Kindern fand dort nicht statt. Die Kinder verhalten sich bei allen Streichen in Filmen wie Vater braucht eine Frau (1952) und Wenn der Vater mit dem Sohne (1955) immer gehorsam, respektvoll und harmoniesüchtig. Es handelt sich stets eher um eine Wunschvorstellung, wie die Elterngeneration gerne ihre Kinder sehen würde. Hinzu kam, dass durch die Nivellierung des Jugendschutzgesetzes von 1957 der Kinobesuch von Kindern unter sechs Jahren verboten wurde. Erst 1985 wurde das Verbot wieder aufgehoben. Dementsprechend wurden in dieser Zeit auch keine Filme für kleinere Kinder produziert.

Als problematisch erwies sich zudem, dass außer den Erich-Kästner- und Heidi-Büchern kaum deutschsprachige literarische Vorlagen existierten, auf die man zurückgreifen konnte. So wurden in den 1950er- und 1960er-Jahren hauptsächlich Märchenfilme wie zum Beispiel Frau Holle (1961) gedreht. Die Dramaturgie dieser Märchenfilme setzte dabei ganz auf die bewahrpädagogischen Ansätze der Adenauer Ära, die Kinder von allen Dingen des realen Lebens fern halten wollte. In den Märchenfilmen wurden sämtliche Gewaltszenen aus den Vorlagen soweit es ging herausgelassen und Kindern wurde eine „heile Welt“ gezeigt.

In den 1960er-Jahren gab es eine Kinokrise in Deutschland. Die Ursachen lagen zum einem in der Verbreitung des Fernsehens, sowie in der mangelnden Akzeptanz von deutschen Filmen aus dieser Zeit. Dies führte zum Oberhausener Manifest von 1962, das den deutschen Film veränderte. Nun sollte die Suche des Autors nach künstlerischem Ausdruck im Mittelpunkt stehen. Der Kinderfilm blieb allerdings von dieser Entwicklung ausgeschlossen. In diesem Jahrzehnt entstanden nur 10 Kinderfilme.

In den 1970er-Jahren kamen die ersten Impulse eines veränderten Medienverständnisses für Kinder aus dem Fernsehen. Die Idee, Kinder nicht mehr vor allem zu schützen, sondern ihnen Anregungen zu geben, Wissen zu vermitteln und ihr soziales Lernen zu unterstützen galt nun auch für Kinderfilme. Dies führte zu einer Modernisierung und zur Entwicklung neuer ästhetischer Erzählweisen.

Einer der Ersten, die diese Vorstellungen umsetzten, war Hark Bohm bei der Realisierung von Tschetan, der Indianerjunge (1972). Die nachfolgenden Filme setzten sich glaubwürdig mit den Problemen von Kindern auseinander, wie beispielsweise Ein Tag mit dem Wind (1978) oder Metin (1979). Die Verfilmung des Kinderbuchs Die Vorstadtkrokodile (1977) erzählt beispielsweise vom Umgang mit einem behinderten Jungen.

Zudem entstanden in den 1970er-Jahren die erfolgreichen Räuber-Hotzenplotz-Verfilmungen. Typisch für die Schwierigkeiten, die es in Deutschland mit Kinderbüchern gab, waren die Rassismus-Vorwürfe gegen Pippi Langstrumpf und Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer.

Daneben gab es zahlreichen Verfilmungen der Karl-May-Western, die mittlerweile als Familienfilme gelten und seit den 1990er-Jahren von der FSK mit einer Altersfreigabe „ab 6“ versehen worden sind.

Kinderfilme, die sich speziell mit der Gefühlswelt der Kinder auseinandersetzen, wurden in den 1980er-Jahren in der BRD kaum gedreht. Eine der wenigen Ausnahmen ist der 1983 entstandene erfolgreiche Kinderfilm Flussfahrt mit Huhn, der als moderner Klassiker dieses Genres gilt. Sehr häufig entstanden dagegen Komödien mit Thomas Gottschalk, Mike Krüger, Dieter Hallervorden und Otto Waalkes, welche man als Familienunterhaltung einstufte. Die Intelligenz und Poesie und Wärme der zur selben Zeit in der DDR produzierten Filme ließen sie in der Regel jedoch vermissen.

Bei der 1984 vorgenommenen Verfilmung des erfolgreichsten deutschen Kinder- und Jugendbuchs Die unendliche Geschichte Michael Endes wurde mehr Wert auf besondere Filmtricks gelegt als auf eine genaue Umsetzung des Buches. Bei der Adaption von Momo desselben Autoren hingegen gelang es 1986, die Vorzüge des Romans auf die Leinwand zu übertragen.

Mit dem Ende der DDR sank die Produktionszahl von Kinderfilmen erheblich. Trotzdem stellen sie seit den 1990er-Jahren den einzigen stabilen Bereich der Kino-Industrie dar. So gibt es mittlerweile eine Reihe von Büchern, auf die die Kino-Industrie zurückgreifen kann. Bibi Blocksberg, Das Sams (2001) oder Die Wilden Kerle – Alles ist gut, solange du wild bist! (2003) sind allesamt professionell produziert, warten mit Stars in den Erwachsenenrollen auf und wurden aufwendig vermarktet. Bibi Blocksberg wurde so der erfolgreichste deutsche Spielfilm im Jahr 2002. Alle genannten Filme erhielten Fortsetzungen, die ebenfalls die in sie gesetzten Erwartungen erfüllten. Auch Bücher Erich Kästners wurden erneut verfilmt und dabei modernisiert (Das fliegende Klassenzimmer (2003), Emil und die Detektive, 2001). Auch von Räuber Hotzenplotz gab es 2006 eine neue Kinoversion. Großen Erfolg feierten die Verfilmungen der Kinderromane von Cornelia Funke (eine Aufzählung siehe hier). 2005 entstand basierend auf der gleichnamigen Fernsehsendung mit Peter Lustig Löwenzahn – Der Film: Die Reise ins Abenteuer.

Kinderfilme aus Deutschland, die ohne erfolgreiche Vorlage oder aufwendige Werbung im Kino gezeigt werden, haben es dagegen beim Publikum deutlich schwerer. Dies gilt sowohl für das Drama Wer küsst schon einen Leguan? von 2004, in dem ein 13-jähriger Junge, der von seiner Mutter vernachlässigt wird, einen neuen Ersatzvater findet, wie für Der Mistkerl von 2001, in dem eine ähnliche Geschichte als Komödie erzählt wird.

Ein engagierter Kinder- und Jugendfilm ist das Roadmovie Pauls Reise (1999) über einen leukämiekranken Jungen. Der zehnte Sommer (2003) erweist sich als kleiner, poetischer Film, während Die Blindgänger (2004) das Heranwachsen von Blinden thematisiert. Mondscheinkinder handelte 2006 vom Umgang mit der unheilbaren Krankheit Xeroderma pigmentosum und dem Tod eines Kindes (der Bruder der Hauptperson darf nicht an die Sonne) mithilfe der Fantasie und einer ersten Liebe.

Dass man witzige und realitätsnahe Geschichten erzählen kann, zeigt Max Minsky und ich (2007), ein Film um ein 13-jähriges Mädchen, das einerseits von ihren deutsch-jüdischen Wurzeln beeinflusst wird, andererseits aber den Sport und die Jungs für sich entdeckt. Die Vorlage von Holly-Jane Rahlens war mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet worden.

Für die gelungenen deutschen Abenteuerfilme steht beispielhaft Die drei ??? – Das Geheimnis der Geisterinsel von 2007. 2008 wurde zudem Kurt Helds Kinderbuchklassiker Die Rote Zora fürs Kino neu adaptiert.

Zunehmendem Erfolg erzielt auch die deutsche Trickfilm-Industrie. Die Verfilmung der internationalen Bilderbücher Der kleine Eisbär, Pettersson und Findus und Felix – Ein Hase auf Weltreise entstanden hierzulande, ebenso Kleiner Dodo (2008), in dem ein Orang Utan eine Geige und Zugang zur Musik findet, und Die drei Räuber (2007). Mit Back to Gaya lief 2004 der erste komplette deutsche Digitalfilm im Kino.

Bezeichnend für das Ansehen deutscher Kinderfilme ist das Abschneiden beim 22. Chicago International Children’s Film Festival 2005. Dort wurden gleich vier Filme ausgezeichnet: Mein Bruder ist ein Hund, Bibi Blocksberg und das Geheimnis der blauen Eulen, Der Schatz der weißen Falken sowie Lauras Stern. Daneben erzielten in dem Jahr der Weihnachtsfilm Es ist ein Elch entsprungen und Villa Henriette im Kino Erfolge.

Für die ausserordentliche Bandbreite des deutschen Kinderfilms spricht zudem der Gewinner des Deutschen Filmpreises 2006 als Bester Kinder- und Jugendfilm: Die Höhle des gelben Hundes spielt in der Mongolei und gewährt tiefe Einblicke in den mongolischen Glauben und in den Alltag einer traditionell mongolischen Nomadenfamilie.

Auch unter den deutschen Fernsehfilmen entstehen weiterhin Kinderfilme, die sich mit den spezifischen Problemen von Heranwachsenden auseinandersetzen, zum Beispiel in Pik & Amadeus – Freunde wider Willen (2006) oder Der Seehund von Sanderoog (2006).

Schon 1907 produzierte Dr. Alto Arche Unterrichtsfilme, die 1912 in Kinos gezeigt wurden. In diesen auch heute noch erhaltenen Filme, waren unter anderen Glasbläser, ein Hafnermeister und Zeugfärber bei der Arbeit, aber auch ein Kürturnen zu sehen.

Nachdem 1910 Kindern der Besuch von Kino gesetzlich untersagt wurde, konnte der österreichische Film lange Zeit kein eigenständiges Kinderfilm- Genre entwickeln, zumal die nationale Filmindustrie während des Nationalsozialismus mit der deutschen gleichgeschaltet war. In der II. Republik wurden in der zweiten Hälfte der 1950er-Jahre und Anfang der 1960er-Jahre vom Unterrichtsministerium zahlreiche Produktionen unterstützt, beschränkte sich jedoch im Wesentlichen auf das Abfilmen von Theaterstücken. Filme, zumal Kinderfilme, wurden nur mit minimalen Förderungen bedacht.

Im Kinder- und Jugendfilmbereich, der sich in Österreich erst allmählich etabliert, sticht der gefühlvolle Kinderfilm Jonathana und die Hexe von 1976 hervor. In diesem Film geht es um ein Mädchen, das alleine bei seinem vielbeschäftigten Vater lebt, und Trost bei einer alten Frau findet.

In den 1990er-Jahren waren Bernd Neuburger (Ferien mit Silvester (1990)), Lisa und die Säbelzahntiger, (1995)) und Wolfram Paulus die aktivsten Regisseure. Dieser ließ 150 Kinder seinen auch in Deutschland erfolgreichen Ein Rucksack voller Lügen (1996) mitgestalten.

Die Knickerbocker-Bande: Das sprechende Grab (1994) und Die 3 Posträuber (1998) lassen ihre Protagonisten wilde Abenteuer erleben.

Aufgrund geringer Filmfördermittel für Kinderfilme tritt Österreich öfters als Koproduzent bei Kinderfilmen auf, wie zum Beispiel bei Sommer mit den Burggespenstern (2002).

Beim Schweizer Kinderfilm denkt jeder sofort an Heidi. Dieser Roman von Johanna Spyri wurde in der Schweiz mehrfach verfilmt, angefangen von Heidi von 1952 über den ersten Schweizer Farbfilm Heidi und Peter (1955) bis hin zu einer modernen Fassung von 2001 (Heidi).

Aber auch bei Filmen, bei denen man nicht automatisch an die Schweiz denkt, ist diese als Koproduzent beteiligt. Wie zum Beispiel bei Die Rote Zora (1979), Anna, Anna (1992), und Villa Henriette von 2004. Zu den produzierten Animationsfilmen gehört auch Pingu.

Ein reinschweizerischer Film ist die Verfilmung Mein Name ist Eugen von 2004. Vier Jungen machen sich in den 1960ern auf die Suche nach den „König der Lausbuben“ und reisen dabei durch die halbe Schweiz.

Die im Stil der Kleinen Strolche gehaltenen Komödie Fatty Finn (1980) ist die Verfilmung des gleichnamigen Comicstrip von Syd Nicholls.

Zu den ersten französischen Kinderfilmen gehören die ab etwa 1920 in Frankreich geschaffenen Puppentrickfilme Władysław Starewicz'.

Ein Klassiker des französischen Kinderfilms ist die 1962 vorgenommene Verfilmung des Krieges der Knöpfe.

Filme wie Beiß nicht, man liebt dich, (1975), Am großen Weg (1987) und Ich, Caesar. 10 ½ Jahre alt, 1,39 Meter groß (2003) zeichnen sich durch ihre sensible Darstellung der spielerisch erwachenden kindlichen Sexualität aus. Daneben erzielten die Verfilmungen von Marcel Pagnols Kindheitserinnerungen Der Ruhm meines Vaters (1990) und Das Schloß meiner Mutter (1990) großen Erfolg. In diesen Filmen geht es um eine nostalgische Darstellung der Ferien in der Provence zu Beginn des 20. Jahrhunderts. In Der Schmetterling von 2002 nimmt ein alter Mann notgedrungen ein Mädchen auf eine Expedition mit und wird gezwungen, sich auf das Kind einzulassen. Auch Der Fuchs und das Mädchen schliessen 2007 eine abenteuerlich- märchenhafte Freundschaft, die Luc Jacquet inszenierte.

Eine moderne Abenteuergeschichte mit vielen Spezialeffekten bietet das von Luc Besson ersonnene Arthur und die Minimoys (2006) um einen Jungen, der sich in die Feenwelt begibt, um das Haus seiner Eltern zu retten.

Weltweite Erfolge können französische Zeichentrickfilme erringen; so wurde 2003 Das große Rennen von Belleville für den Oscar als bester Animationsfilm nominiert. Ein weiterer großer Erfolg war Das Geheimnis der Frösche (2003 entstanden) über eine neue Sintflut. Bemühungen, nach dem nachlassenden Interesse an den Asterix- und Lucky-Luke-Zeichentrickfilmen Realfilme zu produzieren, waren zumindest bei Asterix kommerziell erfolgreich. Mittlerweile entstand 2007 bereits der dritte Film dieser Art mit Asterix bei den Olympischen Spielen.

Ein bedeutender Aspekt des französischen Kinos sind erfolgreiche Tierdokumentationen wie Mikrokosmos – Das Volk der Gräser von 1996, die sich modernster Techniken bedienten und damit ganz neuartige Bilder fanden. Die Reise der Pinguine (2005) erhielt eine umstrittene Vertonung, die die Tiere "sprechen" lässt. Jean-Jacques Annaud stellte in seinen Filmen Der Bär (1988) und Zwei Brüder von 2004 (in dem es um Tiger geht) Tiere in den Mittelpunkt einer Handlung, in der die Tiercharaktere nur moderat vermenschlicht wurden.

Andere französische Filme gelten als kindgerecht, ohne dass sie explizit kindliche Bedürfnisse berücksichtigten. Die Filme von Jacques Tati ähneln etwa denen von Charles Chaplin. Vor allem Die Ferien des Monsieur Hulot von 1953 kombiniert Pantomime und Slapstick in einer Weise kombiniert, wie es sonst nur Chaplin oder Buster Keaton gelang. Auch Louis de Funès erzielte mit seinem rabiaten Auftreten in den Filmen, das ihn wie ein großes ungezogenes Kind wirken ließ, großen Erfolg bei diesen. Gleiches gilt für Pierre Richard in seiner Paraderolle als Chaot und Tolpatsch, der damit regelmäßig sein gesamtes Umfeld durcheinander brachte.An diesen Humor schließen die Asterix-Realfilme an.

Kinderfilme aus Großbritannien sind breitgefächert. Ein sehr ungewöhnlicher Film ist zum Beispiel die Komödie Bugsy Malone (1976). In diesem Film werden sämtliche Rollen von Kindern übernommen, wobei sie Erwachsene darstellen.

Auch soziale Themen werden angesprochen, ohne darauf zu verzichten, das Publikum zu unterhalten. In Das tollste Kaufhaus der Welt (1999) lässt sich eine obdachlose Familie Weihnachten einschließen. Im Doppelpack (2002) ist ein coming-of-age-Film über die individuelle Persönlichkeitsentwicklung von Zwillingsschwestern. Der 2003 gedrehte Film Davids wundersame Welt handelt vom alltäglichen Rassismus im Sport.

Angesichts der großen Menge britischer Kinderbücher ist die Zahl der Verfilmungen eher gering, da die meisten Adaptionen durch Hollywood vorgenommen werden. Typisches Beispiel sind die zahlreichen Verfilmungen von Roald Dahl, von dem nur eine rein britische Version ins Kino gelangte – Danny, der Champion von 1989. Deshalb sind die Verfilmungen der Harry-Potter-Romane von Joanne K. Rowling so bemerkenswert, da die Autorin durchsetzen konnte, dass die Darsteller fast alle Briten sind.

Im Zuge der Kung-Fu-Welle wurden in den 1980er-Jahren auch einige dieser Filme auf Deutsch synchronisiert, in denen Kinder als Hauptdarsteller fungierten. Die in der Lucky-Kids-Filmreihe bzw. als Lucky Seven zusammengefassten Filme sind für etwas ältere Kinder geeignet.

Der italienische Kinderfilm wird zumeist mit Verfilmungen des bekanntesten Kinderbuches Pinocchio assoziiert. Die meisten in Deutschland erschienenen Verfilmungen dieses Buches sind jedoch amerikanische. Die letzte Fassung von und mit Roberto Benigni 2002 war außerhalb Italiens nicht erfolgreich.

Daneben werden die Komödien mit Adriano Celentano sowie Bud Spencer und Terence Hill sehr gerne von Kindern angesehen. Durch den derben Humor und ihre Schlägereien sind sie allerdings für Jugendliche geeigneter. Als kindgerecht wurden auch die Komödien um Don Camillo und Peppone angesehen. Eine realistische Darstellung der Gefühls- und Verhaltenswelt von Kindern findet in all diesen Filmen allerdings nicht statt.

Sehr beliebt bei Kindern sind die Animes aus Japan. Der erste Anime-Film, der in Deutschland gezeigt wurde, war Der Zauberer und die Banditen (1959). Serien wie Heidi (1974) wurden anschließend auch als Film-Version herausgebracht. Filme des Studio-Ghibli trugen wesentlich dazu bei, dass auch Deutschland die Qualitäten einiger Animes wahrgenommen wurden. Hierzu zählt Kikis kleiner Lieferservice (1989).

Neben den Animes bieten die Monsterfilme aus Japan Unterhaltung für Kinder. Sehr bekannt sind dabei die Filme von Godzilla (1954 bis 2004). Geeigneter für Kinder sind allerdings die Mothra-Filme wie zum Beispiel Mothra 3 – King Gidorah kehrt zurück (1998). Dort bietet sich eine zusätzliche Möglichkeit zur Identifikation durch den Einsatz gleichaltriger Kinder als Hauptpersonen.

Aus Japan stammen auch einige Tierspielfilme wie beispielsweise Flecki, mein Freund (1991) oder Ein Hund namens Quill (2004).

Aus Kanada sind vor allem einige Kinderfilme aus der Fernsehfilm-Reihe Tales for All auf Deutsch synchronisiert worden. Hierzu zählt neben Die Schrubber-Gang (1992) auch der Tierfilme 1999 gedrehte Film Kayla.

Die geheime Festung (2001) erzählt die Geschichte von zwei Kindergruppen, die Krieg spielen und dabei deren Sinnlosigkeit erkennen.

In den Niederlanden und Belgien werden Filme aus dem Ausland in der Regel nicht synchronisiert. Die Anzahl selbstproduzierter Kinderfilme ist deshalb sehr hoch, um Kindern eine größere Auswahl an niederländisch gesprochenen Filmen anzubieten.

Häufig bemühen deren Macher sich um eine fantasievolle Handlung, welche in einer realen Umwelt eingebunden ist. Die Filme spielen also nicht in einer reinen Märchenwelt. Beispiele sind Abeltje, der fliegende Liftboy und Lang lebe die Königin, während Winky will ein Pferd die niederländische Sinterklaas Kultur dem Zuschauer näherbringt.

Bei dem sehr erfolgreichen Film Die geheimnisvolle Minusch (2001), vermischt sich der Kinderfilm mit dem klassischen Märchenfilm. Zu den historischen Kindergeschichten zählen Kruimeltje und Pietje Bell, von dem bislang zwei Filme gedreht wurden: 2002: Pietje Bell und das Geheimnis der schwarzen Hand, 2003 Pietje Bell und die Jagd nach der Zarenkronne. Eine holländisch/belgische Koproduktion entstand 2000 mit Mariken.

Kinderfilme aus Polen, wie Die Geschichte vom Saffianschuh (1961), Der kleine Magier (1987) und Krähen (1994), sind oft berührend und verbinden ein häufig geringes Produktionsbudget mit künstlerischem Anspruch.

Der Märchenfilm aus Russland genießt Weltruhm. Dies gilt etwa für Abenteuer im Zauberwald (1964). Zudem entstanden sehr viele fantasiereiche Kinderfilme wie Die Abenteuer von Petrow und Wassetschkin (1984). Zu den in Russland hergestellten Trickfilmen zählt Tscheburaschka (1969).

Erstaunlich sind die Anzahl und die Qualität der Filme aus Skandinavien respektive der Nordischen Länder, die sehr häufig als Koproduktion entstehen. Ein Grund dafür liegt in der konsequenten Einbindung von Kinderfilmen in der Kultur dieser Länder. In Dänemark ist zum Beispiel seit 1982 gesetzlich festgelegt, dass 25 Prozent der Mittel bei der Filmförderung für Kinder- und Jugendfilme verwendet werden müssen.

Dabei begründen längst nicht nur die zahlreichen Astrid-Lindgren-Verfilmungen den internationalen Erfolg des skandinavischen Kinderfilms. Vielmehr verstehen sich Filme wie 2 kleine Helden, Kim und die Wölfe (beide von 2003) oder SOS – Petter ohne Netz (2005) als moderne Kinderfilme, die ihr Publikum ernst nehmen und stets auf Augenhöhe mit ihren Protagonisten bleiben. Häufig werden schwierige Themen wie der Kampf um Individualität und Selbstbewusstsein der Figuren, aber auch gesellschaftliche Probleme wie Verständnis zwischen den Religionen oder Arbeitslosigkeit angesprochen. Auch das Verhalten der Erwachsenen in all seinen menschlichen Facetten und Widersprüchen wird zumeist realistisch dargestellt. Dabei entstehen auch viele fröhliche Familienkomödien wie Die unschlagbaren Andersens (1997).

Die erfolgreichen Filme Buster, der Zauberer (1984), Hodder rettet die Welt von 2003 und Der Fakir (2004) basieren auf Romanen des erfolgreichsten schwedischen Kinderbuchautoren Bjarne Reuter. Tsatsiki – Tintenfische und erste Küsse (1999) und Tsatsiki – Freunde für immer (2001) sind Literaturverfilmungen der Autorin Moni Brännström. Weitere bekannte Adaptionen sind Mein Freund der Scheich (1997), Nur Wolken bewegen die Sterne (1998), Elina (2002), das auf der Berlinale 2003 den Gläsernen Bären beim Kinderfilmfest gewann sowie das 1850 angesiedelte Tinke – Kleines starkes Mädchen, das 2002 gedreht wurde.

Aus Island kommt etwa der Fantasyfilm Rölli und die Elfen (2001), in dem neben diesen mythologischen Lichtgestalten auch Trolle auftreten. Der Eskimo-Junge Ikíngut trieb 2000 auf einer Eisscholle auf die Insel.

Die Wertschätzung des skandinavischen Kinderfilms drückt sich auch in den zahlreichen internationalen Auszeichnungen aus. Hierzu zählen etwa Auf der Jagd nach dem Nierenstein (1996), Das Auge des Adlers (1997), Liebe in Blechdosen (2000), Eine Hexe in unserer Familie (2000) und Elina (2002). Von Kletter-Ida (2002) entstand zwei Jahre später aufgrund des internationalen Erfolges in den USA ein Remake.

In Spanien war der Kinderfilm noch sehr von der Franco-Diktatur geprägt. Um deren Zensur zu umgehen, wurden diverse Filme mit Kindern in der Hauptrolle gedreht. Hierdurch wurde den Filmemachern ermöglicht, verdeckt Systemkritik zu üben, da zum einem die Zensur diese Filme weniger streng beurteilte, andererseits die in den Filmen gezeigten gesellschaftlichen, sozialen und politischen Missstände dadurch umso offensichtlicher wurden.

Herr Figo und das Geheimnis der Perlenfabrik (2006) ist eine liebenswürdige Mischung aus CGI und Realfilm um eine Maus als moderne Zahnfee.

In den 1950er-Jahren entstand in der Tschechoslowakei eine Vielzahl von Animationsfilmen, die sich nicht nur an Kinder richteten. Die herausragenden Künstler dieser Zeit waren Jiří Trnka und Karel Zeman. Trnka wurde vor allem für seine Puppentrickfilme bekannt, seine bekanntesten Werke sind Prinz Bajaja (1950), die Verfilmung eines Märchens von Božena Němcová, und seine Adaption von William Shakespeares Ein Sommernachtstraum (1959). Karel Zeman zeichnete sich durch stilisierte Animationen in Kombination mit Realfilm aus. Viele seiner Filme wurden von den Geschichten Jules Vernes inspiriert. In dem Film Reise in die Urzeit (1955) erforschen vier Jungen auf einem magischen Fluss die Urzeit. Das gestohlene Luftschiff (1966) wiederum erzählt die Geschichte von fünf Jungen, die eine abenteuerliche Reise in einem Luftschiff machen.

Ab den 1960er-Jahren gab es einige tschechisch-deutsche Fernseh-Koproduktion, die zumeist im Serienformat aber auch als Fernsehfilme ausgestrahlt wurden. Am bekanntesten sind wohl die Arbeiten von Ota Hofman und Jindřich Polák, zu denen Pan Tau (1966–1978)- der 1988 im Mittelpunkt eines neues Kinofilmes stand -, Die Besucher (1981–1983) und Luzie, der Schrecken der Straße (1984) zählen.

Wie in anderen osteuropäischen Ländern wurde großen Wert auf liebevoll ausgestattete und inszenierte Märchenfilme wie Das Mädchen auf dem Besenstiel (1972), Drei Haselnüsse für Aschenbrödel (1973) und Die Mühlenprinzessin (1994) gelegt, die vor allem in Westdeutschland große Erfolge feierten. Beispiele für das hohe künstlerische Niveau bzw. die hohe Sensibilität des tschechischen Kinderfilms sind Und wieder spring' ich über Pfützen (1970) und Alice (1988).

Auch nach der Jahrtausendwende wird diese Tradition mit Filmen wie Max, Susi und das magische Telefon von (2001) fortgeführt.

Amerikanische Familienfilme profitieren von einem schier unerschöpflichen Fundus an englischsprachigen Kinderbüchern, die in Hollywood zu erfolgreichen Spielfilmen werden. Zu den Klassikern gehören etwa Peter Pan (1924), Der Zauberer von Oz (1939), Der geheime Garten (1949), Mary Poppins (1964) und Der schwarze Hengst (1979). Aktuelle Kinderroman-Verfilmungen sind Der Indianer im Küchenschrank (1995), Ein Fall für die Borger (1997), Stuart Little (1999) oder Peter Pan (2003). Auch gibt es eine Reihe von Fernsehfilmen, die als Zweiteiler mit Starbesetzung alte Klassiker aufleben lassen, etwa 1996 Gullivers Reisen und Alice im Wunderland (1999). Daneben basieren manche Filme wie Amy und die Wildgänse (1996) und Mein Hund Skip (2000) auf tatsächlichen Ereignissen.

Bereits in den 1930er-Jahren wurde das Potential von Kinderdarstellern erkannt. Mickey Rooney (*1920) begann seine Filmkarriere als 6-Jähriger. Shirley Temple (* 1928) trat bis zu ihrem zwölften Lebensjahr in 44 Filmen auf, darunter War Babies (1932), Stowaway (1936), die 1937 entstandene Fassung von Heidi und Die kleine Prinzessin (1939). 1936 begann die 12-jährige Judy Garland ihre Karriere. Ähnlich populär war die seit 1922 nach Drehbüchern von Hal Roach produzierte Filmserie Die kleinen Strolche (Our Gang/The Little Rascals). Auch die zu jener Zeit entstandenen Slapstick-Filme von Laurel & Hardy oder Charles Chaplin erfreuen sich heute noch bei Kindern großer Beliebtheit.

Als Inbegriff des US-Kinder- und Familienfilms gelten auch heute noch die Disney-Filme, die ab den 1930er-Jahren produziert wurden. In den 1970ern, als das Hollywood-System sich in der Krise befand und das künstlerisch orientierte New Hollywood den amerikanischen zu revolutioneren versuchte, war das Disney- Studio das einzige, das noch regelmäßig für diese Zielgruppe drehte.

In den 1980er-Jahren wurden wieder vermehrt fantasievolle Familienfilme in den USA gedreht, nachdem der Kinderfilm E. T. – Der Außerirdische 1982 für einige Jahre zum damals erfolgreichsten Film überhaupt avancierte. Weitere gelungene Beispiele sind Der Flug des Navigators (1986) und Die Nacht der Abenteuer (1987). Der Weihnachtsfilm Jessica und das Rentier (1990) hebt sich positiv von den gängigen Filmen seiner Art wie Das Wunder von Manhattan (1994) und Das Mädchen mit den Wunderhölzern ab. Daneben entstanden auch Filme wie Space Camp (1985) oder Russkies (1987), die vorgeblich für Teamwork und Völkerverständigung plädieren, in Wirklichkeit aber den Zuschauern ein sehr konsevatives Weltbild zur Zeiten des damals noch bestehenden Kalten Krieges vermitteln.

1990 erschien mit Kevin – Allein zu Haus einer der erfolgreichsten Kinderfilme überhaupt, der bislang drei Fortsetzungen fand. Während der Hauptdarsteller Macaulay Culkin nur für kurze Zeit erfolgreich war, konnten die Olsen Zwillinge auch ihre ganze Jugendzeit hinweg Filme drehen.

Eine bekannte Filmreihe aus den 1990er-Jahren drehte sich um die vier zu menschlicher Größe mutierten Turtles. Daneben erlebten Kuck’ mal wer da spricht!, Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft (beide 1989) und Ein Hund namens Beethoven (1991 mehrere neue Auflagen. Ein aktuelles Beispiel ist die The-Santa-Clause-Trilogie, deren Abschluss 2006 in den Kinos zu sehen war.

Der bestimmende Schauspieler dieser Zeit war Robin Williams, der zwischen 1991 und 1997 eine ganze Reihe an Kinderfilmen drehte und sich- nach seiner Aussage- „zum Robert De Niro für Kinder“ wandelte. Ab 1997 machte es ihm Eddie Murphy erfolgreich nach und legte etwa den Verrückten Professor mehrfach wieder auf.

Zudem setzte man in den 1990er-Jahren weiter auf die Tradition einfacher heiterer Familienfilme wie Little Miss Magic – Die kleine Hexe (1997).

Nach der Jahrtausendwende feierten vor allem aufwendige Fantasy-Verfilmungen wie Lemony Snicket – Rätselhafte Ereignisse (2004) und Charlie und die Schokoladenfabrik (2005) große Erfolge. Um das Ungeheuer von Loch Ness rankt der Film Mein Freund, der Wasserdrache (2007), in dem ein Junge sich um einen jungen Drachen kümmert und dadurch innerlich reift.

Eine realistische Abbildung kindlicher Lebenserfahrungen erfolgt in vielen amerikanischen Filmen eher selten. Wenn doch, basiert sie zumeist wie Winn-Dixie – Mein zotteliger Freund von 2004 auf einer erfolgreichen Buchvorlage. In Brücke nach Terabithia (2006), nach dem vielfach ausgezeichneten Roman von Katherine Paterson, erschaffen sich zwei Kinder zwar eine Fatasie-Welt, müssen aber erkennen, dass sie damit den Probleme ihres „wahren“ Lebens (Vernachlässigung, Kampf um Anerkennung, Bewältigung eines Todesfalles) nicht entkommen können.

Bei den Kurzfilmen gibt es US-Filme, die sich von der Gestaltung deutlich von Hollywood-Familienfilmen abheben. Hierzu zählt etwa The Babysitter (2003), in dem es um die sexuelle Neugierde einer Zehnjährigen gegenüber ihrem fünfzehnjährigen Babysitter geht.

Es gibt eine beachtliche Zahl nicht-westlicher Filme in Europa zu sehen. Beispiele hierfür sind etwa die iranischen Kinder des Himmels (1997) und Zeit der trunkenen Pferde (2000). Diese unterscheiden sich jedoch häufig grundlegend von hier gängigen Kinderfilmen. Auf vertraute Stilmittel, wie den Einsatz von Popmusik, humorvolle Auflockerung der Handlung oder das Happy End wird zumeist verzichtet. Aufgrund des fremdartigen kulturellen Hintergrundes und der beschriebenen ungewohnten Lebensumstände finden diese Filme allerdings eher ein erwachsenes Publikum. Es wird ein authentischer Einblick in eine andere Lebenswirklichkeit vermittelt. Dies setzt aber voraus, dass diese Filme zusammen mit Erwachsenen gesehen werden, die bei der Einordnung und Verarbeitung Hilfestellung geben.

Der indische Regisseur Satyajit Ray schuf mehrere Kinder- und Jugendfilme und verfilmte dabei auch eigene erfolgreiche Kinderbücher wie seine Detektivgeschichte Sonar Kella (1974) und den Märchenfilm Hirak Rajar Deshe (1980) nach einer Kindergeschichte seines Großvaters Upendrakishore Raychowdhury. Wegen der kulturellen Andersartigkeit sind die in Deutschland gezeigten indischen Kinderfilme jedoch meist Tierfilme wie Rikki Tikki Tavi (UdSSR/ Indien 1975) nach Rudyard Kipling, Der weiße Elefant (1978) oder Mein Freund, der kleine Elefant (1993). Französische Fördermittel ermöglichten die Produktion des Kinder- und Tierabenteuer Sirga – Die Löwin (1996), welches in eindringlichen Bildern zeigt, wie ein afrikanischer Häuptlingssohn gemeinsam mit einer Löwin aufwächst.

Da im Zuge des Jugendschutzes in Deutschland nahezu alle Filme von der FSK (Freiwilligen Selbstkontrolle) überprüft werden, wird dies vielfach als Kriterium dafür angesehen, was ein Kinderfilm sei.

Diese Vorstellung kann jedoch nur bedingt aufrecht gehalten werden. Nicht jeder Film, der von der FSK mit FSK ohne Altersbeschränkung oder FSK 6 freigegeben wird, ist automatisch ein Kinderfilm, denn die FSK prüft nur, ob in den jeweiligen Filmen Elemente enthalten sind, die für Kinder nicht geeignet sind. Dass die nächsthöhere Altersklasse erst zwölf Jahre ist und in den Jahren dazwischen der Reifeprozess in diesen Jahren der gravierendste ist, erschwert das Problem: ein Film, der etwa Achtjährige überforderte, erhält trotzdem die Freigabe ab sechs Jahre, wenn davon ausgegangen wird, dass zehnjährige Zuschauer ihn verkraften können.

Da die Jugend mit zwölf Jahren beginnt, kann man sagen, dass ein Film mit einer Altersfreigabe ab zwölf Jahren kein Kinderfilm mehr ist. Dabei entstand ab den 1990er-Jahren das Problem, dass Filme mit dieser Altersfreigabe aus dem Abendprogramm am nächsten Nachmittag wiederholt und somit die Jugendschutzbestimmungen unterlaufen werden. Außerdem werden immer mehr Altersfreigaben nach einer Weile herabgesetzt (Star Wars oder Die Goonies von Zwölf auf Sechs, King Kong und die weiße Frau gar von Sechzehn auf Sechs).

Diese FSK-Altersfreigaben werden in der Schweiz meistens übernommen. Teilweise werden in der Schweiz allerdings auch eigene Altersfreigaben gemacht, die sich mitunter erheblich von der deutschen FSK-Freigabe unterscheiden. In Deutschland ist etwa 2 kleine Helden ohne Altersbeschränkung freigegeben, in der Schweiz ab zehn Jahren.

Zum Seitenanfang



Film

Der Film ist eine Kunstform, die ihren Ausdruck in der Produktion bewegter Bilder findet. In der Regel werden die Bilder mit einem Filmprojektor im Dunkeln auf eine Bildwand projiziert oder auf einem Bildschirm erzeugt. Heutzutage handelt es sich bei den Filmen des Kinos und des Fernsehens meist um farbige Bilder, die vertont und musikalisch untermalt sind. Der Film ist unter anderem Gegenstand der Filmwissenschaft und der Filmtheorie. Die technische, kulturelle und künstlerische Entwicklung dieses optischen Mediums von seinen Anfängen Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ist unter Filmgeschichte ausführlich dargestellt.

Ursprünglich verstand man unter Film (engl. film, „Häutchen“) eine dünne Schicht (z. B. einen Ölfilm), oder auch eine dünne Folie. Mit der Erfindung der Fotografie und dem Übergang von der Fotoplatte zu dem flexiblen Träger aus Nitrozellulose für die Fotoemulsion wurde der Begriff Film für dieses elastische Fotomaterial verwendet. Ebenso nannte man Szenen bewegter Bilder auf derartigem Material Film, bis schließlich die ganze Kunstform als Film (Filmkunst) bezeichnet wurde. Heute sind auch Ableitungen wie filmen, Filmgeschäft, oder Filmindustrie üblich.

Das ursprüngliche Wort für ‚Filmen‘ ist aber Kinematographie (zu griech. kinema, Bewegung, vgl. Kinematik, und -graphie ‚aufzeichnen‘), die Analogbildung zu Phonographie ‚Tonaufzeichnung‘. Aus diesem Wort entwickelt sich als Verkürzung der Ausdruck Kino ‚Lichtspieltheater‘ (Lichtspiel ‚Werk der Filmkunst‘, auch dieses Wort eine zeitgenössische Bildung der jungen Jahre des Films zu Schauspiel).

In der heutigen Gesellschaft kommen dem Film im Wesentlichen drei Bedeutungen zu: erstens als Massenmedium zur Information und zur Bewusstseinsbildung; zweitens – da die Produktion von professionellen Filmen in der Regel einen erheblichen technischen und finanziellen Aufwand bedeutet – eine wirtschaftliche Bedeutung; sowie drittens als Kunstgattung mit ihren eigenen unverwechselbaren Aspekten.

Der Film kann seit dem 20. Jahrhundert als eines der wichtigsten Massenmedien überhaupt angesehen werden, sowohl in Form des Kinos als auch in Form des Fernsehens. Er ist damit zugleich eines der wichtigsten Elemente der modernen Kultur überhaupt geworden. So sind fiktive Filmfiguren, filmtypische Verhaltensweisen, Klischees und Stereotype, aber auch die Auslotung neuer bildhafter Wahrnehmungs- und Erfahrungsräume im Zeitalter der massenhaften Verbreitung des Films zu einem festen Bestandteil der Populärkultur avanciert und prägen diese entscheidend mit. Seit jeher ist das Medium Film mit der Kultur der breiten Masse verbunden, die sich ihm, sei es gemeinsam im Kinosaal oder jeweils einzeln im Wohnzimmer, von Anbeginn an bereitwillig hingab; die Filmindustrie – von Kritikern auch als „Kulturindustrie“ bezeichnet – hat auf diese Massenkompatibilität des Films früh reagiert und diese mit entsprechenden „leichten“ Produktionen als „Massenware“ kommerziell für sich zu nutzen gewusst. Gleichwohl war auch im Hollywood-Kino immer wieder auch Raum für filmische Experimente und künstlerische Weiterentwicklungen jenseits des klassischen „Erzählkinos“, auch wenn der Experimentalfilm im engeren Sinn nur außerhalb des etablierten Betriebs möglich war.

Der Film in seinen verschiedenen Ausprägungsarten kommt der menschlichen Neugier und dem Bedürfnis nach Unterhaltung entgegen. Für den Zuschauer bieten fiktive Unterhaltungsfilme, sogenannte Spielfilme, die Möglichkeit, in eine imaginäre Phantasiewelt einzutauchen, in der die Regeln des Alltags auf den Kopf gestellt sind. Psychoanalytische Filmtheorien betonen dabei insbesondere die Verwandtschaft der Filmbilder mit den Bildern des Traumes, die beide dem Zuschauer bzw. dem Träumenden die Möglichkeit zur Entspannung verschaffen.

Für die an der unmittelbaren Herstellung des Films beteiligten Akteure – insbesondere die Schauspieler, den Regisseur, den Drehbuchautor oder den Kameramann, aber auch den Cutter, den Komponisten der Filmmusik und die übrigen zahlreichen Helfer – ist der Film zudem ein Mittel künstlerischen Ausdrucks und kultureller Tätigkeit. So sind bestimmte Filme, ganz besonders die sogenannten „Autorenfilme“, mittlerweile als fester Bestandteil der Hochkultur etabliert und werden wie andere künstlerische Werke rezensiert und kunstgeschichtlich analysiert. Zu den künstlerischen Formen des Films zählt insbesondere der Experimentalfilm. Filme mit geringerer Qualität werden gern als B-Movie oder (Film-)Klamotte bezeichnet.

Allgemein wird der Film der Kunstform Literatur zugeordnet, wie auch das verwandte Theater. Abhängig von Art, Zweck, Inhalt oder Gestaltungsmerkmalen eines Films kann dieser einem oder mehreren Filmgenres wie Kriminalfilm, Dokumentarfilm, Komödie, Science-Fiction-Film, Horrorfilm, Kriegsfilm, Liebesfilm etc. zugeordnet werden.

Zahlreiche Filmfestivals (Filmfestspiele) weltweit vergeben zumeist jährlich ihre Filmpreise an Filmproduktionen und Filmschaffende, die sich an Qualitätskriterien, die von eigens zusammengestellten Jurys beurteilt werden, orientieren. Die bekanntesten und bedeutenden Filmpreise werden auf den so genannten „A-Festivals“ vergeben.

Staaten, in denen sich ein Filmschaffen gebildet hat, betrachten ihn in der Regel als Ausdruck ihrer kulturellen Identität. Die „Filmpolitik“ eines Landes besteht deshalb häufig darin, die nationale Filmproduktion auszubauen und ihre Leistungsfähigkeit – auch im internationalen Wettbewerb – zu sichern und zu fördern.

Die Filmwirtschaft umfasst alle Bereiche des Films von der Filmherstellung, der Produktion bis zu seiner Verbreitung, Vermarktung, Vervielfältigung und Verwertung (Filmverleih). Da die Herstellung von Filmen finanziell aufwändig ist, stellt sich immer die Frage der Filmfinanzierung. Während in den Vereinigten Staaten, vor allem in den großen Studioanlagen von Hollywood, die Filme mit ihrem internationalen Verkauf finanziert werden, sind europäische Filmproduktionen fast immer von Förderungen abhängig. Die Ursachen dafür liegen unter anderem in der klein strukturierten europäischen Filmwirtschaft, während man in den Vereinigten Staaten von einer wahren Filmindustrie sprechen kann. Insbesondere „Hollywood“ gilt als Synonym für die amerikanische Filmindustrie, da sich hier alle großen und wichtigen Filmstudios befinden.

Ein wesentlicher Faktor zur Beurteilung des Erfolgs eines Films sind die Besucherzahlen in den Kinos sowie in weiterer Folge die Absatzzahlen von Verbreitungsmedien wie DVDs sowie Merchandising-Produkten (Spiele, Spielzeug etc.). Aufgrund vielfältigerer Freizeitmöglichkeiten und der Einführung des Fernsehens Mitte des 20. Jahrhunderts ist die Anzahl der Kinobesuche und damit auch die Anzahl der Kinos weltweit in unterschiedlich starker Ausprägung bis in die 1990er Jahre stark zurückgegangen.

Im Jahre 2005 stieg die weltweite Spielfilmproduktion im Vergleich zu 2004 um 7,8 Prozent auf 4603 Filme an. Die meisten Filme wurden in Indien hergestellt, welches Land 2005 mit 1041 Filmen erstmals die Gesamtproduktion der EU-25-Staaten (1035) übertraf (siehe auch: Bollywood). Den zweitgrößten Filmausstoß haben die Vereinigten Staaten von Amerika (699 Filme). Es folgen Nigeria bzw. Nollywood (500), Japan (356), China (260) und Frankreich (240).

Die Filmkunst erfordert ein Zusammenwirken verschiedener künstlerischer Fähigkeiten, unter anderem in den Bereichen Dramaturgie, Schauspielkunst, Fotografie (Lichtgestaltung, Kadrage bzw. Bildausschnitt, Filmmontage und Tonkunst). Die an einem Film maßgeblich beteiligten Personen werden als Stab bezeichnet. Aufgrund der hohen Aufwendungen für einen Film werden im Allgemeinen auch immer wirtschaftliche Fragestellungen berücksichtigt. In Europa sind Spielfilme in der Regel auf Filmförderungen angewiesen.

Filme bestehen aus statischen Einzelbildern (Fotografien). Der filmische Effekt, die Illusion von Bewegung, entsteht beim Betrachter, wenn Einzelbilder in schneller Abfolge gezeigt werden. Ab einer Frequenz von etwa fünfzehn Bildern pro Sekunde werden sie auf Grund des Zusammenwirkens von Stroboskopeffekt und Nachbildwirkung (Trägheit des Auges) auf der Netzhaut des menschlichen Auges nicht mehr als Einzelbilder, sondern als filmische Bewegung wahrgenommen, die optisch einer realen Bewegung ähnelt.

Die Filmkunst tritt in drei großen Ausprägungsformen auf: Hier ist zum einen die klassische Filmarbeit, die mit Hilfe fotografischer Verfahren Einzelbilder von Ereignissen in schneller Abfolge auf Filmmaterial ablichtet (siehe Filmkamera). Zunehmend wird seit 2000 die Möglichkeit genutzt, Bilder durch elektronische Verfahren (siehe auch: Digitale Kinokamera) aufzunehmen. Schließlich wäre der Trickfilm zu nennen, insbesondere der Zeichentrickfilm sowie seine aktuelle Fortentwicklung im Computeranimationsfilm, bei denen keine realen Vorgänge als Ganzes abgefilmt werden, sondern die Bilder einzeln durch Zeichnen, Stop-Motion, oder digitale Animation erzeugt werden. Das jüngste Sub-Genre hiervon bilden die Machinima, mittels Computerspielen erstellte Animationsfilme.

Diese Bilder werden durch Projektoren auf eine Leinwand in verdunkeltem Raum geworfen, wo der Eindruck von lebendiger Szene entsteht.

Seit dem letzten Jahrzehnt des zwanzigsten Jahrhunderts scheinen auf Grund der rasanten Entwicklung der Numerik diese technisch bedingten Unterschiede zu verschwimmen, insbesondere bei kommerziellen Produktionen. Dabei ist ein Trend zur zunehmenden Digitalisierung der gesamten Herstellungskette zu beobachten: Realbilder werden zunächst vom fotografischen Filmmaterial ausgehend digitalisiert oder bereits direkt mit hochauflösenden Digitalkameras aufgenommen. Damit erfolgt die Produktion des Filmes körperlos, wobei sie insbesondere auch durch künstlich erzeugte Bilder oder Bildteile ergänzt wird. Schließlich eröffnet das Vorliegen einer fertigen Produktion im Digitalformat neue Formen der Vermarktung: So werden für Filme zunehmend zusätzliche Szenen vorgesehen, die nicht im Kino, jedoch auf DVDs zu sehen sind; digitale Streaming-Verfahren erlauben über das Internet neue Arten des Verkaufs von Filmen.

Die Filmtheorie ist das theoretische Verständnis des Films. Da Film als Kunst, als Medium oder auch als Ware begriffen werden kann, gibt es dementsprechend ästhetische, kommunikationstheoretische, medienwissenschaftliche bzw. medientheoretische sowie wirtschaftliche Filmtheorien. Unterschieden werden können auch Theorien, die den Akzent eher auf die Filmemacher legen einerseits und Rezeptionstheorien andererseits, die sich mit der Wirkung des Films auf den Zuschauer befassen. Letztere stehen unter anderem im Zentrum der sogenannten Medienwirkungsforschung sowie der Medienpsychologie. Das zentrale Instrument zur theoretischen Untersuchung einzelner Filme ist die Filmanalyse.

Zahlreiche Institutionen beschäftigen sich weltweit wissenschaftlich mit dem Film, dessen Bewahrung für die Zukunft und der Förderung qualitativen Filmschaffens in der Gegenwart. Eine langfristig besonders wichtige Rolle kommt dabei den Filmarchiven zu, die sich der Sammlung und Ordnung der weltweit produzierten Filme widmen und die vor allem seit der Zwischenkriegszeit in größerem Maße aufgebaut wurden.

Verschiedene Arten von Filmorganisationen beschäftigen sich mit weiteren Aspekten des Films, etwa der Vermarktung und Bewerbung nationaler Produktionen. Vom Schauspieler bis zum Produzenten besteht weltweit eine Vielzahl an Interessens- und Berufsverbänden.

Auf europäischer Ebene ist die European Film Promotion, ein Zusammenschluss von Filmorganisationen aus 28 europäischen Ländern, ergänzend zu den EU-Förderprogrammen Media Programm und EURIMAGES der bedeutendste überstaatliche Bewerber und Vermarkter des europäischen Films in der Welt.

Zum Seitenanfang



Edgar-Wallace-Filme

Edgar Wallace in Berlin, 1928

Edgar-Wallace-Filme sind Spielfilme, die auf Werken des britischen Schriftstellers Edgar Wallace (1875–1932) basieren.

Obwohl es im In- und Ausland zahlreiche Verfilmungen von Stoffen dieses Autors gibt, werden heute vor allem die zwischen 1959 und 1972 entstandenen Wallace-Adaptionen der Rialto Film als Edgar-Wallace-Filme bezeichnet. Auch die deutschen Filmproduzenten Artur Brauner und Kurt Ulrich sowie der britische Filmproduzent Harry Alan Towers brachten in den 1960er Jahren echte Edgar-Wallace-Verfilmungen in deutsche Kinos.

Es gab zudem zahlreiche Versuche von Filmproduzenten, an den Erfolg der Wallace-Serie anzuknüpfen und deren Stil zu kopieren. Dies hatte die Entstehung zahlreicher Epigonen und die Bildung eines eigenen, jedoch nie genauer bezeichneten Subgenres zur Folge. Fälschlicherweise werden deshalb gelegentlich auch andere Kriminalfilme der 1960er Jahre als Edgar-Wallace-Filme bezeichnet.

Schon während der Stummfilm-Ära erkannten deutsche Filmproduzenten, dass die Romane von Edgar Wallace leicht zu verfilmen sind. Der erste deutsche Edgar-Wallace-Film Der große Unbekannte entstand bereits 1927 unter der Regie von Manfred Noa. Wallace selbst besuchte das Drehteam des nächsten Films, Friedrich Zelniks Der rote Kreis (1929), in Berlin.

1931 verfilmte Carl Lamac Der Zinker, eines von Wallace' bekanntesten Werken, als Tonfilm. Es folgten die Adaptionen des noch populäreren Romans Der Hexer (1932), ebenfalls von Lamac, und Der Doppelgänger (1934) unter der Regie von E. W. Emo. Danach entstanden zunächst keine Edgar Wallace-Verfilmungen mehr im deutschsprachigen Raum.

Mitte der 1950er-Jahre gab es bei dem erfolgreichen Filmverleih Constantin-Film Pläne, eine deutsche Edgar Wallace-Serie zu starten. Da auf Fiktion basierende, deutsche Kriminalfilme zu dieser Zeit schlecht besucht waren, fand sich zunächst kein Filmproduzent, der das Risiko einer Wallace-Verfilmung eingehen wollte.

1959 produzierte die dänische Rialto Film unter Preben Philipsen den Film „Der Frosch mit der Maske“ im Auftrag der Constantin-Film. Der Film entwickelte sich zu einem großen Überraschungserfolg. Rialto Film erwarb die Exklusivrechte fast aller Wallace-Romane, gründete ein deutsches Tochterunternehmen und steuerte, unbekümmert von den zahlreichen Epigonen anderer Produzenten, dem künstlerischen und kommerziellen Höhepunkt der Reihe entgegen. Die insgesamt 32 Wallace-Verfilmungen der Rialto Film, die ab 1961 unter der Gesamtleitung des Produzenten Horst Wendlandt entstanden, blieben bis in die späten 1960er-Jahre in Kreativität und treffsicherer Inszenierung federführend.

Ab der Produktion „Der Bucklige von Soho“ (1966) entstanden sämtliche Edgar-Wallace-Verfilmungen in Farbe. Man distanzierte sich zunehmend von den originalen Romanvorlagen, um eigene Geschichten nach Motiven verschiedener Wallace-Stoffe zu kreieren. Damit entsprachen die Filme zwar mehr dem Zeitgeist der späten 1960er Jahre. Dramaturgisch, inhaltlich und inszenatorisch sank das Niveau der Filme jedoch.

1969 begann die Rialto einige Filme von italienischen Firmen koproduzieren zu lassen, um sich lediglich noch mit einem Teil an den Produktionskosten zu beteiligen. Das Publikum blieb diesen Werken zunehmend fern und die Serie endete in der Kinosaison 1972 mit dem Film „Das Rätsel des silbernen Halbmonds“ (Musik: Riz Ortolani). Der geplante Film „Das Geheimnis der schwarzen Rose“ wurde nicht realisiert.

In den 1950er- und 1960er-Jahren wurden bereits einige Fernsehspiele nach Edgar Wallace im deutschen Fernsehen ausgestrahlt. Alle späteren Fernsehproduktionen können hingegen als Versuch gesehen werden, den Erfolg der Edgar-Wallace-Serie der 1960er Jahre wiederzubeleben. So produzierte Rialto-Film ab 1995 zwei Staffeln einer Edgar-Wallace-Serie für RTL. Einige der Darsteller aus den alten Edgar-Wallace-Kinofilmen konnten für diese Produktionen gewonnen werden, so unter anderem Eddi Arent, Harald Leipnitz, Gisela Uhlen, Pinkas Braun, Eva Ebner und Friedrich Schoenfelder. Hauptpersonen der ersten Staffel sind Chief-Inspector Nick Higgins (Joachim Kemmer), Inspector Barbara Lane (Julia Bremermann), Scotland-Yard-Chef Sir John (Leslie Phillips) und der pensionierte Inspector Flatter (Eddi Arent). In der zweiten Staffel treten neben Gunter Berger als Chief-Inspector Higgins und Eddi Arent als Sir John Rebecca Immanuel, Petra Kleinert und Mariella Ahrens auf. Die insgesamt acht unterschiedlich langen Filme wurden größtenteils frei nach Edgar Wallace erzählt.

1994 produzierte RTL Otto – Die Serie mit dem Komiker Otto Waalkes. Die 13-teilige Reihe bestand größtenteils aus digital bearbeiteten, neu synchronisierten Szenen aus Edgar-Wallace-Filmen. Die Serie wurde eingestellt, nachdem aufgrund der ungeklärten Rechtslage einige Schauspieler beziehungsweise deren Angehörige klagten.

Die 2004 produzierte Filmkomödie „Der WiXXer“ entstand laut Tagline nach keinem Roman von Edgar Wallace. Neben den Komikern Oliver Kalkofe, Bastian Pastewka und Anke Engelke traten auch die Altstars Wolfgang Völz, Grit Böttcher und Eva Ebner in der erfolgreichen Parodie auf. Ursprünglich wollten die Macher auch Joachim Fuchsberger für das Projekt gewinnen, der allerdings empört ablehnte, als er den Titel hörte.

Nachdem Fuchsberger eine DVD des Films erhielt, sagte er für dessen Fortsetzung „Neues vom Wixxer“ zu. Der Film, in dem auch Chris Howland, Ingrid van Bergen und abermals Wolfgang Völz zu sehen waren, stieß zwar auf weniger Resonanz als der Vorgänger. Dennoch ist eine weitere Fortsetzung unter dem Titel „Triple WixXx“ geplant.

Kein Regisseur hat den Stil der Edgar-Wallace-Filme mehr beeinflusst als Alfred Vohrer. Der erfahrene Synchron-Regisseur inszenierte 14 Filme der Serie, darunter Klassiker wie „Die toten Augen von London“, „Das Gasthaus an der Themse“ und „Der Hexer“. Die leicht übertriebene Schauspielführung und die pointierte Schnitt- und Zoomtechnik sind für praktisch alle Film- und Fernseharbeiten Vohrers typisch.

Nicht weniger Einfluss auf die Serie hatte Harald Reinl, zu dessen fünf Edgar-Wallace-Filmen das erste Werk zur Reihe „Der Frosch mit der Maske“ sowie die Höhepunkte „Die Bande des Schreckens“ und „Der unheimliche Mönch“ zählen. Typische Merkmale der Filme des einstigen Heimat- und Bergfilm-Regisseurs sind stimmungsvolle Außenaufnahmen mit langen Kamerafahrten und -schwenks. Stilmittel, die Reinl vor allem auch in den durch ihn geprägten Karl-May-Filmen angewendet hat.

Die eher routinemäßig arbeitenden Regisseure Franz Josef Gottlieb (drei Filme) und Harald Philipp (ein Film) hatten mit ihren Wallace-Adaptionen eher die Funktion, Vohrers und Reinls Stile zu kopieren. Der Journalist und Stahlnetz-Regisseur Jürgen Roland (zwei Filme) konnte die Serie durch seinen eigenwilligen, fast dokumentarischen Stil mit statischen und kontrastreichen Bildern bereichern. Josef von Báky (ein Film) griff bei der Inszenierung auf seine langjährige Erfahrung als Ufa-Regisseur zurück und schuf einen kommerziell erfolgreichen, von Kritikern jedoch oft als antiquiert bezeichneten Wallace-Film.

Akos von Rathony und Helmuth Ashley (jeweils ein Film) wurden hingegen mit der Inszenierung von Wallace-Filmen beauftragt, um innerhalb der Serie neue Akzente zu setzen und mit dem eigentlichen Stil der Serie bewusst zu brechen. Noch mehr traf dies auf die Arbeiten der britischen Regisseure Lawrence Huntington, Freddie Francis, Robert Lynn, John Moxey, Cyril Frankel und des Spaniers Jess Franco (jeweils ein Film) zu. Deren Wallace-Filme waren eher anderen Subgenres wie Gangster-, Agenten- oder Abenteuerfilmen zuzurechnen. Die Filme der Italiener Riccardo Freda, Massimo Dallamano und Umberto Lenzi zählten zur Gattung des Giallo. Trotz wohlwollender Worte der Filmkritik, stießen die meisten Versuche, das Genre zu verlassen, beim Publikum auf wenig Erfolg.

Die Besetzung mit bewährten Schauspielern in ähnlichen Rollen war typisch für die Edgar-Wallace-Verfilmungen. Zu den meist reifen und besonnenen Ermittlern zählten Joachim Fuchsberger (13 Filme), Heinz Drache (neun Filme), Siegfried Lowitz (vier Filme), Harald Leipnitz (drei Filme) oder Klausjürgen Wussow (zwei Filme). In den weiblichen Hauptrollen waren meist attraktive, junge Schauspielerinnen wie Karin Dor (fünf Filme), Brigitte Grothum (drei Filme) oder Karin Baal (drei Filme) zu sehen. Zwielichtige Charaktere wurden regelmäßig von Fritz Rasp (fünf Filme), Pinkas Braun (fünf Filme), Harry Wüstenhagen (sechs Filme),Christopher Lee (drei Filme) und vor allem Klaus Kinski (16 Filme) gespielt. Komische Rollen übernahmen Eddi Arent (23 Filme), Siegfried Schürenberg (16 Filme) und Hubert von Meyerinck (vier Filme). Zudem traten immer wieder profilierte Film- und Bühnenschauspieler wie Elisabeth Flickenschildt, Gert Fröbe, Dieter Borsche, Lil Dagover oder Rudolf Forster in wichtigen Gastrollen auf.

Die Filmtitel, die meist den Romantiteln entsprachen, sollten beim Publikum eindeutige Assoziationen mit dem Genre des Edgar-Wallace-Films hervorrufen. So verbarg sich hinter vielen Titeln ein eindeutiger Hinweis auf den Hauptverbrecher des Films („Der grüne Bogenschütze“, „Der Zinker“, „Der Mönch mit der Peitsche“ u. a.). Weniger eindeutige Romantitel oder frei erfunde Titel wurden gelegentlich mit den Begriffen „Rätsel“ oder „Geheimnis“ verknüpft („Das Rätsel der roten Orchidee“, „Das Rätsel des silbernen Dreiecks“, „Das Geheimnis der grünen Stecknadel“ u. a.). Andere wurden mit einem Hinweis auf den bevorzugten Handlungsort der Filme versehen („Der Fälscher von London“, „Der Bucklige von Soho“, „Die Tote aus der Themse“ und andere).

Die Handlungselemente der Edgar-Wallace-Filme waren ähnlich angelegt. So drehte sich das Geschehen vordergründig um einen meist fantasievoll maskierten Hauptverbrecher. Im Gegensatz zum Psychothriller war hierbei das Entlarven des bis zum Finale unbekannten Verbrechers entscheidend („Whodunit“). Die Motive der Verbrecherfiguren waren meist Habgier, Rache, Erbschleicherei sowie Mädchen- und Drogenhandel. Im Vergleich mit dem später in Italien entstandenen Subgenre des Giallo spielte bei den Wallace-Filmen die Ermittlungsarbeit der Polizei oder eines privaten Ermittlers eine entscheidende Rolle. Typisch war auch das Einbinden eines weiblichen Opfers, das es vor den Intrigen und den finsteren Machenschaften des Täters zu schützen galt. Dies gelang praktisch im Handlungsverlauf aller Wallace-Filmen und nicht selten waren männlicher Ermittler und weibliches Opfer am Ende des Films ein glückliches Liebespaar.

Der Handlungsort war, wie in den Romanvorlagen, fast immer London und Umgebung, wobei sich die Akteure vorwiegend in alten Schlössern, Herrenhäusern oder Villen bewegten. Auch verruchte Nachtlokale, düstere Blindenheime, Irrenanstalten und finstere Kellergewölbe waren beliebte Haupt- und Nebenschauplätze der Handlung. In späteren Filmen kamen Mädchenheime und -pensionate hinzu.

Die tatsächlichen Drehorte befanden sich aufgrund geringerer Produktionskosten jedoch selten in Großbritannien sondern in Deutschland. So dienten vor allem Straßen in Berlin und Hamburg als Kulisse für London-Szenen. Drehorte für andere Handlungsorte waren zum Beispiel Schloss Ahrensburg, Schloss Herdringen, die Zitadelle Spandau und die Berliner Pfaueninsel. Die Innenaufnahmen entstanden zumeist im Studio Hamburg und in den Ateliers der Berliner CCC-Film. Für die nötige Authentizität in den Filmen sorgten oft allein Archivaufnahmen Londons, die man in die Filme einfügte.

Die meisten Edgar-Wallace-Filme begannen mit einem spektakulär in Szene gesetzten Mord. Dann folgte der Vorspann des Films, der ab 1961 (bis auf zwei Ausnahmen) farbig gestaltet war (der Rest des Films war Schwarzweiß). Schon die Gestaltung der Credits mit blutroten oder giftgrünen Buchstaben sollte einen spannenden Film ankündigen.

Um der Serie einen noch höheren Wiedererkennungswert zu verleihen, wurde der Vorspann der Wallace-Filme ab 1962 mit aus dem Off erklingenden Schüssen und dem Satz „Hallo, hier spricht Edgar Wallace“ eröffnet. Dieser Satz wurde in einigen Fällen von Regisseur Alfred Vohrer eingesprochen.

Besonders prägnant gerieten auch die Soundtracks der Filme, vor allem die oft reißerische und eingängige Titelmusik. Die Musik von insgesamt 18 Filmen der Serie stammt von Peter Thomas, der mit seinen phantasiereichen Arrangements und modernen Aufnahmetechniken der markanteste und dominanteste Komponist der Serie war.

Während die Soundtracks von Martin Böttcher (fünf Filme), Willy Mattes (zwei Filme) oder Peter Sandloff (ein Film) eher aus zeitlosem Orchestersound mit Easy Listening-Charakter bestanden, griffen Heinz Funk (drei Filme) und Oskar Sala (ein Film) auch auf neue Techniken der elektronischen Musik und experimentelle Kompositionen zurück.

Bei der deutsch-italienischen Koproduktion „Das Geheimnis der grünen Stecknadel“ war der spätere Oscar-Preisträger Ennio Morricone für die Filmmusik verantwortlich.

Trotz ihres großen Erfolgs, stießen die Edgar-Wallace-Filme mit Ausnahme der Boulevard- und Tageszeitungen, bei fast allen Filmkritikern auf breite Ablehnung. Die zum Teil bis heute zitierten Rezensionen, von denen manche den Wallace-Filmen jeglichen ästhetischen oder künstlerischen Anspruch aberkennen oder einige sogar mit Propagandafilmen des Dritten Reiches vergleichen, müssen heute im Zusammenhang mit den gesellschaftlichen und politischen Veränderungen in den 1960er-Jahren betrachtet werden. Eine objektive Auseinandersetzung mit den Edgar-Wallace-Filmen fand bis heute nur ansatzweise statt.

Liste aller 38 Edgar-Wallace-Filme zwischen 1959 und 1972, wahlweise sortiert nach Nummer (chronologische Reihenfolge nach Uraufführung), Titel, Produktionsland, Jahr (deutsche Uraufführung) und Besucherzahlen der Erstaufführungen (bis 1967 nach Schätzungen des Constantin-Verleihs, danach analoge Schätzungen).

Die im Londoner Stadtbezirk London Borough of Merton ansässige Produktionsfirma Merton Park produzierte und koproduzierte zwischen 1960 und 1965 insgesamt 49 Edgar-Wallace-Verfilmungen. Die unter dem Produzenten Jack Greenwood entstandenen Filme hatten eine jeweilige Länge von etwa 60 Minuten und wurden zumeist im Doppelprogramm aufgeführt. Auch in Deutschland waren auf diese Weise sechs der Filme im Kino zu sehen. Weitere 10 Filme der Reihe liefen 1969 im Rahmen der Serie im ZDF. Da ein Großteil der Filme in Deutschland jedoch nicht aufgeführt bzw. wiederholt wurden, sind die Filme hier relativ unbekannt. Auch in dieser Serie traten verschiedene Stammschauspieler auf und mit Bernard Ebbinghouse, Ron Goodwin und Francis Chagrin standen auch einige Komponisten der Serie mehrfach zur Seite.

Die traditionsreiche Figur des Doktor Mabuse, erdacht als Romanfigur von Norbert Jacques (1880–1954) und bereits 1922 erstmalig von Fritz Lang filmisch umgesetzt, wurde erneut zur Hauptfigur einer ganzen Serie neuer Verfilmungen.

Die Romane von Bryan Edgar Wallace (1904–1971), dem Sohn von Edgar Wallace, handelten eigentlich vorwiegend von Agenten und Weltbeherrschungsplänen. Nach dem Erfolg der echten Edgar-Wallace-Filme sicherte sich der Filmproduzent Artur Brauner Namen- und Stoffrechte. Bei den meisten Filmen wurde lediglich der Name Bryan Edgar Wallace' benutzt und freie, Edgar-Wallace-ähnliche Stoffe erdacht. Die folgenden Filme sind, sofern nicht anders erwähnt, Produktionen der CCC-Film.

Der deutsche Autor Louis Weinert-Wilton (eigentlich Alois Weinert, 1875–1945) schrieb einige Romane im Edgar-Wallace-Stil, von denen vier verfilmt wurden.

In den 1960er-Jahren gab es zahlreiche Versuche, weitere Filmserien im Wallace-Stil zu starten oder mit einzelnen, frei erfunden Filmstoffen am Erfolg der Serie teilzuhaben.

Darüber hinaus ist der Übergang von Epigonen der Wallace-Filme zu Werken anderer Subgenres oft fließend. Dies betrifft vor allem zahlreiche, oft von deutschen Firmen koproduzierte, Abenteuer- und Agentenfilme sowie Giallos. Auch die Jerry-Cotton-Filmserie weist eine deutliche Stilverwandschaft mit den Edgar-Wallace-Filmen auf.

Folgende CDs enthalten überwiegend Filmmusik aus Edgar-Wallace-Filmen.

Zum Seitenanfang



Propagandafilm

Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst.

Propagandafilm ist die Bezeichnung für einen Dokumentar-, Kurz- oder Spielfilm, der versucht, den Zuschauer durch das Hervorrufen von und Emotionen und Ressentiments gezielt zu manipulieren. Ein Propagandafilm steht oft im direkten Bezug zu den Maßnahmen einer Regierung, einer politischen Gruppierung oder einer Institution, die die Produktion veranlasst oder fördert. Bereits im Ersten Weltkrieg wurde das Medium Film von allen Kriegsparteien erstmals mit großer Wirkung für Zwecke der Propaganda verwendet.

Im weiteren Sinne umfasst der Begriff auch Filme, mit denen einzelne Parteien, Interessengruppen oder Personen in der Darstellung tendenziell meinungsbildend für ihre politischen Ziele oder Geisteshaltungen werben.

Zuständig für die Produktion von Propagandafilmen während des Ersten Weltkrieges war die Bild- und Filmstelle des MAA (Militärische Stelle des Auswärtigen Amtes), aus der am 30. Januar 1917 das Bild- und Filmamt (BUFA) hervorging.

Während des Ersten Weltkrieges war für die Propagandatätigkeiten von Österreich-Ungarn das K.u.k. Kriegspressequartier (KPQ) zuständig. Um der wachsenden Bedeutung des Films und seiner propagandistischen Rolle gerecht zu werden, wurde 1915 der österreichische Industrielle und Filmpionier Sascha Kolowrat-Krakowsky mit der Leitung der Filmexpositur des KPQ betraut. Dieser brachte mit dem Sascha-Kriegswochenbericht bereits ab Ende 1914 Kriegswochenschauen in die Kinos. Etwas länger, ab September 1914, bestand bereits das Kriegs-Journal der Wiener Kunstfilm-Industrie.

Der erste Propagandafilm erschien am 22. Mai 1914 und war ein Dokumentarfilm: Unsere Kriegsflotte. Erste propagandistische Spielfilme erschienen ab 1915 und sollten die Kriegsbegeisterung in der Bevölkerung wecken. So zum Beispiel Mit Herz und Hand fürs Vaterland (1915) mit dem damaligen Star des österreichischen Stummfilms, Liane Haid, oder auch Der Traum eines österreichischen Reservisten (1915). Später entstanden auch Filme die das Gemeinschaftsgefühl der Bevölkerung des Kaiserreiches stärken sollten, etwa Das Kind meines Nächsten (1918).

Zudem erschienen manipulative Dokumentationen mit Titeln wie Die Befreiung der Bukowina, Krieg in 3000 Meter Höhe, Kampftag bei den Tiroler Kaiserjägern und Der Zusammenbruch der italienischen Front.

In den Jahren um 1930 erstarkte mit dem proletarischen Film in Deutschland erstmals auch die kommunistische Filmpropaganda. Filmgesellschaften wie die Prometheus Film und die Filmkartell „Weltfilm“ GmbH begannen das Medium nicht nur zur Dokumentation sozialer Missstände, sondern auch zur Darstellung der Arbeit der politischen Linken zu nutzen. Neben Dokumentar- und Werbefilmen entstanden erste proletarische Spielfilme wie Ums tägliche Brot (1928/29), Mutter Krausens Fahrt ins Glück (1929) und Kuhle Wampe (1931/32) nach einem Drehbuch von Bertolt Brecht.

Unter den Spielfilmen aus der Zeit des Nationalsozialismus bilden Filme mit manifesten politisch-propagandistischen Inhalten einen Anteil von 14.1% (Albrecht). Während Spielfilme als „heitere Filme“ vor allem unterhalten und ablenken sollten, war die politisch explizit agitierende NS-Propaganda hauptsächlich den Wochenschauen und Dokumentarfilmen vorbehalten, die im Kino stets als Beiprogramm gezeigt wurden. Erst nach dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939 stieg die Zahl der propagandistischen Spielfilme an und erreichte ihren Höhepunkt mit Veit Harlans antisemitischem Spielfilm Jud Süß oder dem als Dokumentation aufgemachten Kompilationsfilm Der ewige Jude (beide 1940), um gegen Kriegsende wieder zurückzugehen.

Unterscheiden muss man bei den nationalsozialistischen Propagandafilmen Staatsauftragsfilme einerseits und solche Propagandafilme andererseits, die von der Filmindustrie quasi in vorauseilendem Gehorsam produziert worden sind. In die letztgenannte Gruppe fallen z.B. die Filme Hitlerjunge Quex, SA-Mann Brand und Hans Westmar (alle 1933). Zu den Staatsauftragsfilmen, die im Auftrag des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda unter persönlicher Einflussnahme von Joseph Goebbels produziert wurden, zählen z.B. Leni Riefenstahls Olympia-Film aus dem Jahr 1936 und der Durchhaltefilm Kolberg von 1945.

Das wichtigste Mittel der nationalsozialistischen Filmpropaganda war die Polarisierung, d. h. die Gegenüberstellung überzeichneter Wunsch- und Feindbilder. Auf diese Weise entstanden z.B. anti-britische, anti-russische, anti-polnische und antisemitische Propagandafilme. Viele Filme wurden gezielt zur Vorbereitung politischer Maßnahmen produziert. Ich klage an (1941) – ein Film zum Thema „Tötung auf Verlangen“ – sollte beispielsweise die emotionale Basis für die Akzeptanz des Euthanasie-Gesetzes schaffen.

Zum Seitenanfang



Source : Wikipedia