Fiat

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Geschrieben von daneel 01/05/2009 @ 02:07

Tags : fiat, auto, freizeit, cabriolet, limousine, minivan, automobile, wirtschaft

Inhaltsverzeichnis
  1. Fiat
  2. Fiat 124
  3. Fiat Panda
  4. Fiat 126
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Fiat

FIAT Group.svg

Die Fiat S.p.A., auch als Fiat Group bezeichnet, ist ein italienischer Industriekonzern und der größte italienische Autohersteller mit Hauptsitz in Turin, Italien. Fiat ist ein eingetragener Markenname und Akronym von Fabbrica Italiana Automobili Torino (Italienische Autofabrik Turin).

Der Konzern Fiat S.p.A. besteht aus den fünf Bereichen Automobile, Agrar- und Baumaschinen, Industriefahrzeuge, Komponente und Produktionssysteme sowie die sonstigen Aktivitäten, u.a. das Verlagswesen. Rund 30 Prozent an Fiat hält die italienische Beteiligungsgesellschaft Istituto Finanziario Industriale (IFI) über dessen Tochterunternehmen IFIL, einer Investementgesellschaft.

Der Automobilbereich besteht aus der Fiat Group Automobiles S.p.A. mit den Marken Fiat, Lancia und Alfa Romeo sowie aus den beiden eigenständigen Tochtergesellschaften Ferrari S.p.A und Maserati S.p.A.. Mit einem Umsatz von EUR 25,6 Milliarden (inklusive konzerninterne Doppelzählungen) trug dieser Bereich rund 43 Prozent am gesamten Konzernumsatz bei.

Die Division Agrar- und Baumaschinen besteht aus der Tochtergesellschaft CNH, dem zweitgrößten Traktorenhersteller weltweit, und erwirtschaftete 2006 mit einem Umsatz von EUR 10,5 Milliarden (inklusive konzerninterne Doppelzählungen) knapp 18 Prozent des gesamten Konzernumsatzes.

Der Bereich Industriefahrzeuge besteht aus der Tochtergesellschaft IVECO, dem zweitgrößten europäischen LKW-Hersteller und größten Produzenten von Dieselmotoren weltweit. 2006 erwirtschaftete dieser Bereich einen Umsatz von EUR 9,1 Milliarden (inklusive konzerninterne Doppelzählungen), was einem Anteil von 15 Prozent am Konzernumsatz entspricht.

Die Division Komponente und Produktionssysteme umfasst die Tochtergesellschaften Fiat Powertrain Technologies, Magneti Marelli, Teksid und Comau. Er ist mit einem 2006 erzielten Umsatz von EUR 12,4 Milliarden (inklusive konzerninterne Doppelzählungen) und einem Anteil von rund 21 Prozent der zweitwichtigste Bereich des Fiat-Konzerns.

Die übrigen Aktivitäten des Fiat-Konzerns machen weniger als 3 Prozent aus, unter diesen befindet sich auch die im Verlagswesen tätige Tochtergesellschaft Itedi.

Aufsichtsratsvorsitzender des Fiat-Konzerns ist seit Mai 2004 Luca Cordero di Montezemolo. Dieser folgte auf den am 24. Mai 2004 verstorbenen Umberto Agnelli, der nach dem Tod seines Bruders, Giovanni Agnelli, seit Januar 2003 den Vorsitz inne hatte.

CEO des Fiat-Konzerns ist seit Juni 2004 CEO Sergio Marchionne. Dieser folgte auf Giuseppe Morchio, der nach Umberto Agnellis Tod auch den Anspruch auf den Aufsichtsratsvorsitz erhob. Nachdem für diese Position Luca Cordero di Montezemolo den Vorzug gegeben wurde, verließ Morchio die Konzernleitung.

CEO der Autosparte des Fiat-Konzerns ist seit Februar 2005 ebenfalls Sergio Marchionne. Dieser folgte auf Herbert Demel, der diese Position nach nur 15 Monaten aufgrund erheblicher Meinungsdifferenzen über die Sanierung der Autosparte verlassen musste.

Gegründet wurde die Firma am 11. Juli 1899 von acht Gründungsmitgliedern, unter ihnen Giovanni Agnelli senior, der Großvater von Giovanni Agnelli. Das erste Modell war der 3 1/2 HP, von dem von 1899 bis 1900 ca. 20 Exemplare hergestellt wurden. 1900 wurde daraus der 6/8 HP abgeleitet, aus dem 1901 der 8 HP hervorging. 1903 kam der 12 HP auf den Markt. Im selben Jahr begannen nach den Exporten nach Frankreich und England auch die in die USA, und die Jahresproduktion betrug 134 Exemplare.

1905 übernahm Fiat die Ansaldi-Werke, gründete Fiat-Ansaldi, aus der schließlich die Brevetti-Fiat-Gesellschaft hervorging. Von 1905 bis 1912 wurde das Modell Brevetti, ein Landaulet mit 3 Liter Hubraum und 20 PS, 1.600 mal gebaut. Während in Europa damals der Automobilsport gegenüber der Luftfahrt zurücktreten musste, blieb dieser neue Sport in den USA weiterhin sehr populär. 1911 startete Fiat deshalb mit 3 neu entwickelten S 74 beim Großen Preis von Amerika. Der Vierzylinder Doppelblockmotor von über 14 Litern Hubraum entwickelte 190 PS. Die roten Fiat beherrschten das Rennen.

1912 begann mit der Produktion des Zero die Großserienproduktion. Der Zero war eine Voiturette, also ein Kleinwagen unter 2 Liter Hubraum, von dem mehr als 2.000 Exemplare in den Karosserieformen Torpedo und Spider hergestellt wurden. 1914 wurde für den GP von Frankreich der S 57/14 entwickelt, der bei 4,5 Liter Hubraum 135 PS entwickelte und noch bis 1921 Erfolge bei Autorennen erzielte. Nach dem 1. Weltkrieg wurde ab 1919 mit dem Modell 501 die Rationalisierung der Produktion durch Normierung vorangetrieben: Die Menge der Stahlrohre wurde um 70% reduziert, aus über 1.000 verschiedenen Metallrohrtypen wurden 36 und mehrere hundert Kugellager wurden auf 52 herabgesetzt. Sowohl Produktion als auch Transport und Lagerhaltung wurden vereinfacht. Der 501 wurde als Limousine, Spider und Torpedo hergestellt und leistete bei 1.500 cm³ 23 PS. Bis Ende 1926 wurde er 45.000 mal gebaut. Er stellte einen Exporterfolg dar und erzielte in seiner Sportversion ab 1920 auch Erfolge bei Sportrennen.

Mit dem Modell 801 erzielte Fiat damals auch Erfolge bei Grand-Prix-Rennen. 1922 wurde der Superfiat vorgestellt, der mit 12 Zylindern, 6.800 cm³ Hubraum und 6 Sitzen in den Karosserieformen Torpedo oder Dorsay-Torpedo hergestellt wurde. Im selben Jahr wurde das Autodrom von Monza eingeweiht, zu dem Fiat den Rennwagen 804 entwickelte. Er entsprach der neuen Zweiliter-Rennformel, und gewann mit seinem 6-Zylinder-Motor den GP von Frankreich und den GP von Italien. 1923 wurde daraus der Fiat 805 mit aufgeladenem 8-Zylinder-Motor. 1924 erzielte Ernest Eldridge mit einem umgebauten Fiat SB4 aus dem Jahre 1908 den absoluten Geschwindigkeitsrekord für Landfahrzeuge mit 234,980 km/h.

Ab 1925 führte Fiat bei seinem neuen Modell 509 eine weitere Neuerung ein, die den Verkauf und damit die Massenmobilisierung weiter steigern sollte: den Kreditverkauf. Gleichzeitig war der 509 mit nur 1 Liter Hubraum der kleinste Wagen, den Fiat bis dato baute. Es gab ihn als Torpedo, Spider, Cabrio und Limousine. 1927 wurde beim GP von Monza der 806 vorgestellt. Er galt als avantgardistisches Fahrzeug, das mit 12 Zylindern und Kompressor bei 1.500 cm³ 187 PS bei 8.500 U/min leistete und sofort den GP von Monza gewann. Danach zog sich Fiat vom Automobilsport zurück, da man sich auf die Produktion von Massenfahrzeugen konzentrieren wollte.

Demgemäß erreichte Fiat 1932 die Rekordproduktion von 22.122 Einheiten, von denen 6.578 exportiert wurden. Gleichzeitig wurde der Fiat 508 Balilla vorgestellt, der sich später als größter Massenerfolg herausstellen sollte, den Fiat bis dato auf den Markt gebracht hatte. Aus ihm entwickelte sich später der Fiat 1100, der bis zur Vorstellung des Fiat 128 1969 hergestellt wurde. Er war der gefeierte Wagen für das Volk, „ein Präsent von Fiat an die Italiener“, gebaut als Limousine, Torpedo und Spider, mit anfangs 995 cm³ und einer Höchstgeschwindigkeit von 85 km/h. Seine Sportversion wurde noch in den 1960er Jahren als Siata Spring hergestellt und verkauft.

Anfangs der dreißiger Jahre fand eine Revolution im Karosseriedesign statt. Der Fiat 1500 des Jahres 1935 war das erste Fiat-Modell dieser Entwicklung. Er wurde begeistert als Vertreter moderner Zeiten begrüßt, war 446 cm lang, leistete bei 1.493 cm³ 45 PS, fuhr 115 km/h schnell und verbrauchte 12 Liter. 1936 folgte ihm der revolutionäre 500, Topolino genannt, dessen Stammbaum bis 1916 zurückreichte, ohne dass je eine Serienproduktion daraus wurde, 1937 folgte die Neuauflage des völlig neu konzipierten Balillas, und 1949 wurde der neue 500C auf den Markt geschickt. 1950 erschien der vollkommen neue Fiat 1400 als Limousine und Cabrio, 1952 der große Bruder Fiat 1900 als Limousine und Coupé.

Von 1960 bis heute hat sich Fiat zu einer internationalen Firmengruppe entwickelt, die weitaus mehr herstellt als nur Autos. Fiat ist im Versicherungsgeschäft sowie in der Bankenlandschaft präsent und stellt u.a. Bauteile für Kernkraftwerke her. Des Weiteren war Fiat im Flugzeug- und Flugmotorengeschäft genauso präsent wie im Bau von riesigen Staukraftwerken für Stauseen. Seit Anbeginn war Fiat auch bekannter Hersteller von Schiffsmotoren. Auch die Neigezugtechnik deutscher ICEs stammt teilweise von FIAT (Ferroviaria), sogar Straßenbahnen gehörten und gehören noch heute zum Programm.

In den sechziger Jahren belebte der Konzern im Automobilgeschäft zuerst die Marke Autobianchi wieder, mit der relativ riskante, weil ungewöhnliche Neuentwicklungen wie der Primula, der A111 und der kleinere A112 verbunden wurden, die einen Frontantrieb anstelle des bis dahin üblichen Heckantriebs aufwiesen und damit schon zu Beginn der 1970er Jahre die heutzutage übliche Modellfamilie der frontangetriebenen Kombilimousine in der Kompakt- und Mittelklasse erfanden.

Der Fiat 850 wurde zu einem riesigen Verkaufserfolg als Limousine, Coupé oder als offener Spider. Überhaupt waren die 1960er Jahre die Erfolgsjahre des Fiatkonzerns: Man erwarb 1966 eine Beteiligung an Ferrari, die sich am Jubiläumssportmodell Fiat Dino Coupé und Spider zeigte. Man erwarb 1969 die darbende und hoch verschuldete Marke Lancia, die trotz gutem Rufes einfach nicht mehr genügend Kapital für die Entwicklung neuer Modelle aufbringen konnte und deshalb dem Untergang geweiht war.

Mit den neuen Modellen 128 und 127 hatte man für 1969 und 1971 Europas Autos des Jahres entwickelt und trotz sich abzeichnender Qualitätsprobleme große Verkaufserfolge. Außerdem erwies sich der 124 seit 1966 als großer Verkaufserfolg. Neben der Produktion in Italien wurde er damals in Lizenz als Murat bei den Tofaş Werken in der Türkei, als Lada 1200 in der Sowjetunion und als Seat 124 bzw. 1430 in Spanien hergestellt. Daneben baute man Produktionen in Argentinien und Brasilien auf, dazu den Fiat 126 und den Polski Fiat 1500 in Lizenz in Polen. Außerdem beschloss man Kooperationen mit Peugeot, mit Saab, mit Alfa und Ferrari.

Neben den Großserienmodellen entwickelte man zum hundertjährigen Jubiläum ab 1966 Sondermodelle wie das Fiat Dino Coupé und Spider, 124 Sport Coupé und Sport Spider sowie nicht zuletzt den großen 130 als Limousine und Coupé.

Zu Beginn der siebziger Jahre war man in Konkurrenz zu VW, dem größten Automobilkonzern in Europa, der mit dem Slogan Werbung machen konnte: „Fiat - jede Größe, jede Leistung, von 18 bis 180 PS“ und zu Recht darauf verwies, der einzige Hersteller zu sein, der eine so umfangreiche Produktpalette anbieten konnte.

Ab Mitte der 70er Jahre begann der Abstieg; erst schleichend, dann immer schneller. Schon der 132 konnte den 125 nicht ersetzen, noch weniger der 131 Mirafiori den 124. Der Ritmo erreichte in Konkurrenz zum VW Golf nicht den Erfolg des 128. Der Uno war zwar mehr als nur erfolgreich, wurde jedoch viel zu lange durchgeschleppt bis zur Ablösung durch den Punto.

Die Mitte der 80er Jahre verfehlte Modellpolitik sowie mangelnde Qualität der Fahrzeuge stürzte Fiat in eine tiefe Krise. Selbst Erfolgsmodelle wie der Punto, der Tipo, der Panda oder der Cinquecento konnten den Verfall des Konzerns nicht verhindern. Der Tempra, der Croma sowie die Nachfolger Bravo/Brava und Marea konnten nie an frühere Erfolge anschließen. Andere neue Modelle, wie der neue Multipla, der Seicento oder der Doblo, der Stilo, der Palio und der Ulysse blieben Außenseitermodelle, die nie an den Massenerfolg früherer Modelle anschließen und sich auch nicht mit dem Erfolg der Konkurrenz messen konnten. Der Fiat Palio war nur in Schwellenländern mäßig erfolgreich, für die er auch geplant wurde.

Ein großes Problem war, dass die Autosparte finanziell ausgehöhlt wurde, um Investitionen in anderen Bereichen zu tätigen. So wurde in dieser Zeit einerseits aus der Landmaschinengruppe FiatAgri CNH mit den Übernahmen von Ford Traktoren und Case-Steyr aufgebaut, andererseits wurden große Investitionen in die Nutzfahrzeugsparte IVECO getätigt. Der Marktanteil in Europa sank in den 90er Jahren kontinuierlich und erreichte zu Beginn des neuen Jahrtausends kritische Werte. Kritiker sehen die Hauptschuld bei Giovanni Agnelli, dem 2003 verschiedenen Fiat-Vorstandsvorsitzenden. Analysten sind sich darüber einig, dass der Enkel des Fiat-Gründers durch verfehlte Managementpolitik das Unternehmen schwer beschädigt habe. Der ebenfalls kürzlich verstorbene letzte Sohn der Agnelli-Dynastie, Umberto Agnelli, leitete ein umfassendes Restrukturierungsprogramm ein, um die Fiat-Gruppe zu retten. Die Familie Agnelli unterstützte das Hilfsprogramm ihrerseits mit einer Finanzspritze von 750 Mio. Euro. Gerade als die umfassenden Strukturierungsmaßnahmen zu greifen begannen - Fiat brachte neue vielversprechende Modelle wie den Minivan „Idea“ mit höheren Qualitätsansprüchen auf den Weg - verstarb am 27. Mai 2004 mit Umberto Agnelli der letzte Enkel des Firmengründers. Anleger und Arbeiter von FIAT hoffen nun, dass der Nachfolger mit gleichem Elan den Plan der Sanierung verfolgt.

Fiat Ferroviaria übernahm 1995 das Schienenfahrzeuggeschäft der SIG. Im Jahr 2000 dann wurde der Bereich Schienenfahrzeuge des Fiat-Konzerns an Alstom verkauft.

Am 14. Februar 2005 einigte sich Fiat mit dem amerikanischen Konzern General Motors, gegen eine Zahlung von 1,55 Milliarden Euro auf seine Put-Option zu verzichten. Mit dieser hätte Fiat GM dazu verpflichten können, seine Autosparte, an der die Amerikaner bereits zu 10 % beteiligt waren, aufgrund einer Übereinkunft aus dem Jahr 2000 vollständig zu übernehmen. Darüber hinaus veräußert GM seinen verbleibenden Anteil von 10 %. Damit ist Fiat nun wieder komplett in italienischer Hand.

Nach der Auflösung der zunehmend beengenden Allianz mit General Motors wurden mehrere neue produktspezifische industrielle Kooperationen eingefädelt - unter anderem mit PSA, Ford und Tata Motors.

Für das Schlussquartal 2005 konnte die Personenwagentochter Fiat Auto erstmals seit viereinviertel Jahren wieder einen Betriebsgewinn verbuchen. Auch der Absatz der neuen Modelle entwickelt sich vielversprechend. So war der Grande Punto im ersten Quartal 2006 der meistverkaufte Pkw Europas. Außerdem erhielt FIAT für den Sedici 7000 Vorbestellungen innerhalb der ersten 10 Tagen, somit verkaufte FIAT auf einen Schlag 2/3 der vorgesehenen 10.000 Einheiten bis Ende 2006. Für den neuen Fiat Bravo (Typ 124) waren 70.000 Einheiten bis Ende Februar 2008 zum Verkauf geplant, im August 2007 wurden jedoch schon über 80.000 verkauft. Der neue Fiat 500, übertraf jegliche Erwartungen, was das Bestellaufkommen betrifft. Experten deuten dies als „Zeichen eines Turnarounds“ und als „geglückte Sanierung“.

2006 eröffnete Fiat seine neue Marken- und Erlebniswelt Mirafiori Motor Village.

Im August 2007 übernahm Fiat den finanziell angeschlagenen Plastikteile-Hersteller Ergom.

Die Fiat Group gab am 20. Januar 2009 bekannt, sich zunächst mit 35 Prozent an der Chrysler Group beteiligen zu wollen. Es solle eine gemeinsame Allianz gegründet werden.

Hinzu kommen mehrere hundert Produktions- und Vertriebs-Gesellschaften.

In den verschiedensten Ländern wurden und werden Fiat-Modelle in Lizenz und teilweise unter anderen Markenbezeichnungen gebaut. So basiert der russische Lada Nova auf dem Fiat 124 aus dem Jahr 1967, die jugoslawischen Zastavas hatten den Fiat 128 und den Fiat 600 zum Vorbild. In Indien wurde der ehemalige Fiat 1100 als Premier gebaut. In der Türkei werden nach wie vor Weiterentwicklungen des Fiat 131 Mirafiori in verschiedenen Versionen unter der Marke Tofaş gebaut. Der ehemalige Polski-Fiat 125 von FSO benutzte den Fiat 125 als technische Basis, der Polski-Fiat 126 war ein Nachbau des Fiat 126 von FSM. Auch die spanischen Seat waren bis zum Beginn der 1980er Jahre ausschließlich Fiat-Nachbauten. Von 1966 bis 1968 wurden in Bulgarien unter der Bezeichnung Pirin-Fiat die Fiat-Modelle 850, 850 Coupé, 124 und 124 Kombi aus Originalteilen gefertigt.

Von Fiat entwickelte Flugzeugtypen finden sich hier.

Das Forschungsprojekt Phylla (griechisch für Blatt) wird zusammen mit dam Polytechnikum, der Handelskammer Turin, dem Europäische Design-Institut, dem Biokunststoffproduzent Novamont und der Regionalregierung des Piemont betrieben und soll im Jahr 2010 in Serienproduktion gehen.

Die Basisdaten des Autos sind die Länge: 2,99 Meter, das Gewicht von 750 kg und 4 Sitze. Als Besonderheit ist die komplett recyclebare Karosserie, die verwendeten Kunststoffe sind biologisch abbaubar, anzusehen.

Das Raumkonzept soll multivariable sein. Aufgrund der Architektur, die Fahrgastzelle und Fahrgestell als getrennte Einheiten definiert, soll sich das Auto ohne großen Aufwand als viersitziger Pkw, als Pick-up, Minilieferwagen oder Behindertenfahrzeug produzieren lassen.

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Fiat 124

Fiat 124 (1966–1975)

Der Fiat 124 war ein Mittelklassefahrzeug der Marke Fiat. Er wurde von der europäischen Motorpresse 1966 zum Auto des Jahres 1967 gekürt. Schon damals hatte auch die 60 PS-Basisversion an allen Rädern Scheibenbremsen. Er überlebte Jahrzehnte als Lizenzbau. In der damaligen Sowjetunion wurde die Autostadt Togliatti erbaut, wo er ab 1971 in riesigen Stückzahlen als "Shiguli" (Exportbezeichnung: Lada 2101) bis 1988 gebaut wurde und die Massenmotorisierung des Ostblocks ermöglichte. Auch die heute noch gebauten Nachfolgemodelle 2104, 05 und 07 gehen auf Karosserie und Teile der Technik des 124 zurück. Er wird heute noch in Bombay (Indien) als Premier 118 gebaut.

Der Fiat 124 wurde von 1966 bis 1975 gebaut. Anfangs wurde er parallel zum Fiat 1300 und Fiat 1500 C angeboten, deren Produktion später eingestellt wurde.

Der Fiat 124 Spider wurde von 1966 bis 1985 von Fiat und Pininfarina produziert.

Der Autobianchi A111 (Fiat-Entwicklungscode Tipo 123) entstand im Zuge der 124-Entwicklung als frontgetriebene Variante mit Quermotor, wurde dann aber als Autobianchi vermarktet; er ist der 124-Limousine ähnlich, aber nicht mit ihr identisch.

Von Ende 1982 bis 1985 wurde der Fiat 124 Spider als 124 DS im den Werkshallen von Pininfarina unter der Modellbezeichnung "Pininfarina Spider Europa" hergestellt und über das Händlernetz der Fiat AG vertrieben. Parallel kamen als Sonderedition 500 von Abarth getunte und einzeln durchnummerierte Spider "Volumex" mit einem Roots-Kompressor in den Handel. Mit seinen 135 PS war der Volumex der stärkste Fiat Spider, der jemals regulär in Serie ging. Mit dieser Leistung verwies er darüber hinaus seinen "ewigen" Konkurrenten, den Alfa Romeo Spider, in die Schranken.

Die Produktion des Fiat 124 Spider wurde nach 19 Jahren und knapp 200.000 gebauten Fahrzeugen im Juli 1985 eingestellt.

Das Coupé war ein Viersitzer, während der von Pininfarina entworfene Spider ein Zweisitzer mit Notsitzen war.

Der Fiat 124 wurde unter dem Namen Murat 124 von 1971 bis 1977 in der Türkei bei den Tofaş-Werken in Bursa in Lizenz gebaut. Insgesamt wurden dort 134.867 Fahrzeuge dieses Typs mit einem 1,2 Liter-Motor produziert. Bekannt wurde der Murat 124 auch unter dem Namen 'Serçe' (Spatz). Seit den 90er Jahren wird er im Volksmund auch „Hacı Murat“ genannt. Seit 2004 werden sogar in der westtürkischen Stadt İzmir regelmäßig Autorennen unter dem offiziellen Namen Hacı Murat Cup 1.24 veranstaltet.

Auch in Asien wurde der Fiat 124 unter Lizenz gefertigt. So stellte diese Modell den ersten PKW der koreanischen Marke Asia Motors dar und wurde von 1970 bis 1975 als Asia-Fiat 124 gebaut. In Indien baute Premier den Fiat 124 ab 1986 in Lizenz, wie vorher schon andere Fiat-Modelle.

Alle Fiat ab 1971 wurden aus russischem Recyclingstahl hergestellt. Fiat hatte ein komplettes Automobilwerk im russischen Togliatti gebaut, wo der Fiat 124 als Shiguli bzw. LADA (Exportname) vom Band lief. Als Bezahlung dafür lieferte die Sowjetunion Stahl, der sich als sehr rostanfällig herausstellte, aus dem auch der Alfa Romeo Alfasud gebaut wurde. Alle diese Modelle rosteten, da der Stahl durch seinen hohen Kupferanteil interkristalline Spannung hatte und hieraus zu schwerer Korrosion neigte. Rostvorsorge wie Hohlraumkonservierung und Unterbodenschutz war seinerzeit bei Fiat unbekannt. Es gab Fiat-Wagen, die bereits zwei Jahre nach Auslieferung geschweißt werden mussten, um die TÜV-Untersuchung zu bestehen. Man sagte Anfang der 1980er einem Fiat spaßhaft nach, dass dieser bereits im Prospekt roste; fast keine Limousine aus dieser Zeit hat überlebt. Die wenigen Coupé- und der bis in die Mitte der achtziger Jahre gebaute 124 Spider sind heute nur noch sehr selten im Straßenbild zu sehen. Längst zu Liebhaberfahrzeug avanciert, befinden sich die heute noch existierenden Fiat 124 Modelle nun längst in sachkundigen Liebhaber-Händen.

Das Nachfolgemodell der Fiat 124 Limousine ist der Fiat 131 Mirafiori. Dieser konnte aber bei weiten nicht den Erfolg des 124 einfahren, was wohl daran lag, dass das Design nicht die zeitgemäßen Ansprüche erfüllte.

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Fiat Panda

Fiat Panda (1991)

Der Fiat Panda ist ein Kleinstwagen von Fiat, dessen erste Baureihe von 1980 bis 2003 über vier Millionen mal gebaut wurde. Er zählt damit zu den erfolgreichsten Modellen der Marke. Das von seinem Designer Giorgio Giugiaro als „Haushaltsgerät auf Rädern“ charakterisierte Auto fiel durch seine kantige, glattflächige Form auf – auch die Fensterscheiben waren eben. Durch dieses Design und eine spartanische Innenausstattung mit an Campingmöbel erinnernden Sitzen aus bespannten Stahlrohrrahmen (erste Baureihe und spätere Basismodelle) konnte der Panda besonders preisgünstig hergestellt und angeboten werden (im Jahr 2000 in Italien für etwa 5.000 Euro).

Von seiner minimalistischen, funktional orientierten Konzeption her steht der Panda in der Tradition von Citroën 2CV und Renault 4, und wie diese war er nicht nur ein ‚Volkswagen‘, sondern sein Besitz galt vielen auch als Ausdruck einer nonkonformistischen und konsumkritischen Lebenshaltung, die auf Statussymbole keinen Wert legt. Das betonte auch eine sehr populäre Werbekampagne in Deutschland („Fiat Panda – die tolle Kiste“), die Alltagstauglichkeit, Ökonomie und Ökologie in den Vordergrund stellte.

Der knapp 700 kg schwere Panda wurde ausschließlich als Zweitürer mit großer Heckklappe angeboten (Typbezeichnung: 141). Auf Wunsch war ein doppeltes Faltdach erhältlich. Es standen drei Motorisierungen zur Auswahl, die schwächste Version war ein luftgekühlter Parallel-Twin mit 650 cm³ und einer Leistung von 30 PS (22 kW) aus dem Fiat 126. Des Weiteren gab es noch wassergekühlte Vierzylinder mit 847/903 cm³ und einer Leistung von 34/45  PS (25/33 kW), die noch aus dem Modell Fiat 850 stammten. Ab 1986 wurde er mit stärkeren, sogenannten „FIRE-Motoren“ versehen. Diese zeichnen sich durch eine vollkommen robotergesteuerte Bearbeitung und Montage aus. Sie haben weniger bewegte Teile als der ältere OHV-Motor, eine zahnriemengetriebene obenliegende Nockenwelle und eine fünffach gelagerte Kurbelwelle. Die FIRE-Motoren im Fiat Panda sind alles 8 Ventiler mit 769/999/1108 cm³ Hubraum und 34/44+45/50+55 PS (25/32+33/37+40 kW). Zur Gemischaufbereitung kamen zuerst ausschließlich Weber-Einfachvergaser zum Einsatz, mit Einführung des Katalysators wurde ab 1987 die Bosch-Monojetronic und ab 1992 eine Weber SPI verbaut. Ein Novum stellte der Panda Selecta dar. Anstelle des inzwischen serienmäßigen 5-Gang-Getriebes wurde ein stufenloses Getriebe (ECVT) mit Schubgliederband und Magnetpulverkupplung eingesetzt. Das ECVT Getriebe basiert auf der DAF Variomatic, wurde von Fiat weiterentwickelt und bei Fuji Heavy Industries produziert. Zwischen 1986 und 1992 gab es den Panda als Version "D" mit einem aus dem Fiat Uno stammenden 1301 cm³ Dieselmotor, der eine Leistung von 37 PS (27 kW) hatte.

Von 1983 an wurde ein geländegängiger Panda 4x4 mit zuschaltbarem Allradantrieb angeboten, der auch an der Rallye Paris-Dakar teilnahm. Der Allradantrieb wurde von Steyr Puch in Graz entwickelt und produziert. Der Motor des rund 850 kg schweren Wagens hatte 948 cm³ und 48 PS. Ab 1986 wurden die „FIRE-Motoren“ eingebaut.

In Spanien wurde der Fiat Panda von 1986 bis 1998 von der damaligen Konzerntochter Seat, die später in die Hände von Volkswagen überging, unter dem Namen Seat Panda (Später: Seat Marbella) in Lizenz gebaut und in Deutschland etwa 150.000 mal verkauft. Der Marbella basiert auf den Pandamodellen der ersten Serie und unterscheidet sich nur in Karosseriedetails, einer anderen Auspuffanlage und einer modifizierten Bremsanlage. Die Modellpflege von Fiat ging an ihm vorbei, es gab keine FIRE-Motoren und er behielt die Hinterachskonstruktion mit Blattfedern. Seat machte daraus sogar noch einen Kastenwagen, den Seat Terra.

Fiat erklärte zunächst die Kleinwagen Fiat Cinquecento und Fiat Seicento zu Nachfolgern des Panda, die aber seinen Erfolg nicht wiederholen konnten.

Seit 2003 gibt es einen vollständig neuen Fiat Panda (Typbezeichnung: 169), der 2004 zum Auto des Jahres gewählt wurde. Er hat mit dem alten nur den Namen gemeinsam, ist im Vergleich zu diesem größer, stärker motorisiert und besser ausgestattet. Gebaut wird der neue Fiat Panda im polnischen Tychy.

Der neue Panda wird nur als Fünftürer gebaut. Die Motorenpalette umfasst drei Benziner (1.1 mit 55 PS, 1.2 mit 60 PS und 1.4 mit 100 PS), sowie einen Turbodiesel mit Common-Rail-Einspritzung, der 70 PS leistet. Außerdem gibt es einen „Renn-Panda“ (Panda 100HP) der ein Sportfahrwerk und einen 100-PS-Motor hat. Geplant ist eine Abarth-Version mit 135 PS (1.4 Turbo). Der neue Panda war seit seiner Markteinführung durchgehend das meistverkaufte Auto seiner Klasse in Europa und trägt durchaus zur Gesundung des Konzerns bei.

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass dieses Fahrzeug ursprünglich den Namen „Gingo“ tragen sollte. Daher tragen die ersten Fiat Panda der 2003er Baureihe auch ein Schild der ursprünglichen Baureihe. In Fan-Kreisen wird der neue Panda daher auch gern als Gingo bezeichnet, um die Unterschiedlichkeit zu unterstreichen.

Seit Januar 2005 ist eine Allrad-Version, der „Fiat Panda 4x4“ erhältlich. Er ist u. a. zu erkennen am querliegenden Endschalldämpfer und der etwas größeren Bodenfreiheit. Im Januar 2006 wurde eine Variante des 4x4 als „Fiat Panda Cross“ vorgestellt, ausschließlich mit dem 1.3 Multijet 16V Diesel (51 kW) lieferbar.

Seit Januar 2007 ist der Fiat Panda auch als Erdgasfahrzeug erhältlich. Der „Fiat Panda Panda“ ist das erste Fahrzeug seiner Klasse mit Unterflurtechnik. Möglich macht dies die Plattform des Fiat Panda 4x4, auf der die neue Version der Baureihe aufbaut. Der neue Fiat wird von einem aus anderen Modellen der Baureihe bekannten 1,2-Liter-Vierzylinder-Motor angetrieben, der durch seine bivalente Auslegung wahlweise mit Erdgas oder Benzin betrieben werden kann. Er leistet im Gasbetrieb 52 PS (39 kW) und mit Benzin betrieben 60 PS (45 kW). Der Verbrauch beträgt im Erdgasbetrieb auf 100 km 4,2 Kilogramm Erdgas beziehungsweise 6,2 Liter auf 100 Kilometern im Benzinbetrieb. Beim Ausnutzen beider Tankfüllungen (13 Kilogramm Erdgas, 30 Liter Benzin) beträgt die Reichweite rund 750 Kilometer.

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Fiat 126

Fiat 126 (1972–2000)

Der Fiat 126 ist ein Kleinstwagen des italienischen Autoherstellers Fiat, der von 1972 bis 2000 gebaut wurde, zuletzt ausschließlich bei FSM (Polski Fiat 126p) in Polen. Als Nachfolgemodell des Fiat 500 war er mit einem Zweizylinder-Heckmotor ausgestattet. Als Aggregat wurde der 594,5 cm³-Motor des Fiat 500 F übernommen. Dieser Motor erreichte eine Leistung von 23 PS bei 4800/min (der 594,5-cm³-Motor wurde auch in der sportlichen Version 595 Abarth verbaut). Das Viergang-Getriebe hat einen unsynchronisierten ersten Gang, die oberen drei Gänge sind synchronisiert. Die Felgengröße war 12 Zoll, verbaut wurden hydraulische Trommelbremsen.

Ab 1973 wurde der Fiat 126 auch in Polen gefertigt, wo die Firma FSM aus Bielsko-Biała den 126 in Lizenz herstellte. 1977 wurde der 126 mit einem neuen Motor vorgestellt, dieser leistet je nach Ausführung bis zu 24 PS aus 652 cm³. Ab 1980 wurde das Fahrzeug auch im polnischen Werk in Tychy gebaut.

Steyr-Puch, ein österreichischer Fahrzeugbauer, kaufte Karosserien von Fiat und verbaute seinen eigenen Puch-Motor in der Karosserie des 126, wie bereits zuvor beim Fiat 500. Es handelte sich um einen Zweizylinder-Boxermotor mit 643 cm³ und 25 PS. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 117 km/h statt bei 105 km/h. Die Steyr-Puch-Modelle gelten durch die höhere Leistung und größere Höchstgeschwindigkeit als sportlicher, Fahrwerk und Karosserie sind allerdings identisch. Aufgrund der geringen Nachfrage wurde die Produktion bereits nach der kurzen Bauzeit von 1974 bis 1975 wieder eingestellt.

Die Fiat-Motoren waren zunächst luftgekühlt, ab 1987 erhielten sie mit dem Modell Fiat 126 BIS eine Wasserkühlung. Dieser Motor verfügte über 26 PS bei etwa 700 cm³, wurde aber nur bis 1991 gebaut, da sich der Fiat 126 BIS wegen der ungünstigen Abgaswerte schlecht verkaufen ließ. Der wassergekühlte Motor stellte sich außerdem als nicht sehr standfest heraus, er neigte zur Überhitzung mit der Folge häufig defekter Zylinderkopfdichtungen. Durch den liegenden Einbau konnte ein zusätzlicher Heckkofferraum über dem Motor geschaffen werden. Die Wartung des Motors gestaltete sich durch die Einbaulage sowie die engeren Platzverhältnisse im Motorraum allerdings schwieriger, die Herstellung war durch die größere Zahl verwendeter Bauteile außerdem komplizierter. Schließlich wurde die Produktion des Fiat 126 BIS 1991 eingestellt, die parallel weitergebaute luftgekühlte Version konnte sich wieder durchsetzen.

Anfang 1992 wurde mit der Produktion des Nachfolgers Fiat Cinquecento begonnen, der den 126 eigentlich ablösen sollte. Dessen Produktion wurde aber erst 2000 eingestellt. Im Jahr 1994 gab es ein Facelift für dieses Modell, es nannte sich Fiat 126 elx, außer veränderten Stoßstangen und Türen bekam er ab Werk einen G-Kat spendiert, dieser reichte für die Einstufung nach Euro-1-Norm, was aber auch zu Problemen führen kann, wenn man ein neueres Modell ca. ab Baujahr 1992 in Deutschland zulassen möchte. Da die neueren Modelle, die in Polen gebaut wurden, die in Deutschland gültigen Richtlinien zum Teil nicht erreichen, kann es dazu führen, dass das Fahrzeug in Deutschland nicht zugelassen werden kann.

In der Zwischenzeit wurden ca. 3.500.000 Stück produziert, hinzu gerechnet sind auch die verschiedenen Prototypen. Jedoch gibt es immer wieder Probleme, in Deutschland einen Fiat 126 ab Baujahr 1995 zuzulassen. Überall auf der Welt bekam er Anerkennung, da dieses Auto durch seine kompakte Bauform sehr wendig war und trotzdem viel Platz bot. Für das Design des Wagens waren italienische und polnische Designer und Konstrukteure verantwortlich.

In Deutschland wurde der Fiat 126 ab Ende der siebziger Jahre als „Bambino“ vermarktet. Der Name „Bambino“ wurde im Rahmen eines Wettbewerbs von Fiat Deutschland ausgewählt. Der „Bambino“, der in Italien als „Personal 4“ verkauft wurde, unterscheidet sich von der vorherigen Version vor allem durch den Motor vom Typ 126 A1.048 anstelle des Motortyps 126 A1.000. Der Motor für den deutschen Markt hat im Gegensatz zum Standardmotor mit rundem einen eckigen Zylinderkopf. Die Zündkerzen sind beim „Bambino“ in Hülsen eingeschraubt und nicht direkt in den Motorblock. Optisch erkennt man den „Bambino“ an den seitlichen Schutzleisten aus Gummi und der Kunststoffstoßstange, die auch in der „Personal 4“-Version verbaut wurden. Die Standardversion behielt bis zum Facelift 1984 die Metallstoßfänger.

Der Fiat 126 wurde um 1980 auch als Sondermodelle „Red“, „Brown“, „Black“ und „Silver“ angeboten, wobei letzteres sehr selten ist. Diese Sondermodelle hatten im Gegensatz zu den normalen Fahrzeugen grün getönte Verglasung und zwei in die Heckleuchten integrierte Rückfahrleuchten. Die Heckleuchten unterschieden sich wesentlich von den flachen Leuchten der anderen Versionen. Einige dieser Sondermodelle hatten graue statt schwarzer Stoßleisten und -stangen. Rückfahrleuchten wurden bei den Serienfahrzeugen erst mit dem Facelift im Jahre 1984 eingeführt, hier sitzt in der hinteren Stoßstange rechts eine Rückfahr- und links eine Nebelschlussleuchte.

In Polen wurde er vor allem Maluch (poln. Kleiner) genannt. In Polen fahren noch heute viele dieser Autos, dort hat der Maluch in etwa den Bekanntheits- und Verbreitungsgrad wie der VW Käfer in Deutschland, in der Tat ist der „Maluch“ ein echter Volkswagen der Polen. Ebenfalls einen hohen Verbreitungsgrad hatte diese Variante, die im Volksmund peglica (serbokroatisch „Bügeleiselchen“) genannt wird, auf dem jugoslawischen Markt, wo er dem Zastava 600/750/850 nachfolgte.

Dort wurde ab 1987 auch eine wassergekühlte Zweizylinder-Version mit nach rechts liegenden Zylindern als Fiat 126 BIS und des Weiteren noch eine Cabriolet-Variante gebaut (Bosmal) und ein Umbau der Firma POP, dadurch nahm der Fiat 126 auch den Namen Pop 2000 an.

Außerdem gibt es eine „Figo“ („Fiat/Goggo“) genannte Variante mit Goggomobil-Motor (13,6 PS, 250 cm³, luftgekühlter 2-Zylinder-Zweitaktmotor). Dieses Angebot richtete sich in Deutschland an ältere Inhaber des alten Führerscheins der Klasse IV, die Fahrzeuge bis 250 ccm fahren durften. Sie erhielten so die Möglichkeit, einen modernen Kleinwagen zu fahren.

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Source : Wikipedia