Festivals

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Geschrieben von goldorak 07/04/2009 @ 14:09

Tags : festivals, kultur

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Reading and Leeds Festivals

Das Reading Festival ist ein international bekanntes Musikfestival in England, welches jährlich an einem Wochenende im August stattfindet.

Vorläufer des Festivals war 1961 das National Jazz Festival, welches 1964 in National Jazz and Blues Festival umbenannt wurde. Initiator des Festivals war Harold Pendleton, Gründer des berühmten Marquee Clubs in London. 1971 wurde das Festival - anfangs in Richmond, dann in Windsor beheimatet - nach Reading in Berkshire verlegt und bekam den Namen Reading Festival.

Anfänglich bestand das Musikprogramm aus Jazz, etwickelte sich ab 1971 hin zu Rock, Blues und Heavy Metal und gewann immer mehr an Bekanntheit und Popularität. Bis 1975 waren die Besucherzahlen bis auf 70.000 gestiegen und viele international bekannte Bands hatten bereits auf dem Festival gespielt. Zu den bisherigen Musikrichtungen kamen bis zu den 80er Jahren auch Punk und New Wave hinzu. Aufgrund der verschiedenartigen Musikrichtungen häuften sich jedoch auch Gewalttätigkeiten unter den Fans der Gruppen im Publikum.

In den Jahren 1984 und 1985 fand keine Veranstaltung statt, da die konservative Gemeinde den Platz angeblich für andere Zwecke beanspruchte und keinen alternativen Austragungsort genehmigte.

Bis 1987 war die Musik immer noch sehr an Rock und Heavy Metal orientiert und verbuchte auch gute Besucherzahlen. Als die Veranstalter im darauffolgenden Jahr mehr auf kommerziellen Pop setzten mit Bonnie Tyler, Starship oder Squeeze, gingen die Zuschauerzahlen allerdings rapide zurück. Meat Loaf wurde mit Flaschen beworfen, was Anschuldigungen gegen Pendleton zur Folge hatte, der auf diese Weise von der Mean Fiddler Music Group als Veranstalter des Festivals verdrängt wurde.

Die Mean Fiddler Music Group (jetzt Festival Republic), als neuer Veranstalter schaffte es, das Festival bis Mitte der 90ger wieder beliebter zu machen. Zu den Interpreten zählten nun Bands wie Nirvana, Suede und Blur. Spektakulär war 1992 der Auftritt von Kurt Cobain, der sich in einem Rollstuhl auf die Bühne fahren ließ.

1998 bekam das Festival mit Carling einen Sponsor und ab 1999 einen weiteren Zweig in Leeds. Auch der Name änderte sich. Die Veranstaltungen hießen nun jeweils Carling Weekend Reading und Carling Weekend Leeds. Ein System wurde entwickelt, bei dem die Interpreten, die am ersten Tag in Reading auftraten, am Folgetag in Leeds spielten und umgekehrt.

Während es in Leeds immer wieder Probleme mit Gewalt gab, wurde das Readig Festival zu einer der meist verkauften Veranstaltungen Großbritanniens. Karten für das Festival 2006 waren in weniger als 2 Stunden vergriffen, da in diesem Jahr das Glastonbury Festival nicht stattfand.

Nach der Trennung 2007 von Sponsor Carling bekamen die beiden Veranstaltungen offiziell wieder die Namen Reading Festival und Leeds Festival.

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Woodstock-Festival

Zwei Besucher des Woodstock-Festivals

Das Woodstock Music and Art Festival war ein Musikfestival, das als musikalischer Höhepunkt der US-amerikanischen Hippiebewegung gilt. Es fand offiziell vom 15. bis 17. August 1969 statt, endete jedoch erst am Morgen des 18. August. Der Veranstaltungsort war eine Farm in Bethel im US-amerikanischen Bundesstaat New York.

Auf dem Festival traten 32 Bands und Solisten der Musikrichtungen Folk, Rock, Soul und Blues für insgesamt rund 200.000 US-Dollar Gage auf. Auf dem Festivalgelände herrschten chaotische Zustände, da die erwarteten Besucherzahlen um ein Vielfaches übertroffen wurden.

Das Festival entsprang einer kommerziellen Idee: Der junge Musikproduzent Michael Lang wollte mit den Einnahmen des Festivals sein Aufnahmestudio Media Sounds finanzieren. Dieses Studio befand sich in Woodstock; dort und in der näheren Umgebung lebten gegen Ende der 1960er viele Stars wie The Band und Tim Hardin. Langs Nachbar Artie Kornfield – früher Sänger und Songschreiber, inzwischen bei Laurie Records, einem Label, das damals zu Capitol gehörte – half ihm, zwei Unternehmer aus New York City für die Idee zu gewinnen und mit ihnen Woodstock Ventures zu gründen. Diese beiden Unternehmer waren John Roberts und Joel Rosenman (beide damals 24), die im Wall Street Journal inseriert hatten, dass sie eine Investitionsmöglichkeit suchten. Das Festival sollte zusätzlich zu den Kosten für das Aufnahmestudio noch Gewinn abwerfen.

Die Veranstaltung sollte ursprünglich nicht in Woodstock stattfinden, sondern in Wallkill (New York), das 50 km südlich lag. Das Festival musste dann aber nach Protesten der Dorfbevölkerung auf ein 243 Hektar großes Gelände des Farmers Max Yasgur (1919–1973) in White Lake bei Bethel, ebenfalls im Bundesstaat New York gelegen, ausweichen. Bethel liegt ca. 150 km von New York entfernt und hatte damals weniger als 4000 Einwohner. Yasgur erhielt für die Dauer des Festivals 50.000 Dollar Miete, wurde aber am 7. Januar 1970 von seinen Nachbarn auf 35.000 Dollar wegen durch Konzertbesucher verursachter Schäden an deren Eigentum verklagt.

Der Name The Woodstock Art and Music Fair wurde allerdings beibehalten. Dies wird von einigen Leuten auch als kleine Hommage an Bob Dylan verstanden, der damals in Bearsville bei Woodstock lebte und seine Teilnahme nicht zugesagt hatte.

Nun warb Woodstock Ventures in Zeitungen für das festival for peace and music und rechnete mit 60.000 Besuchern. Tatsächlich machten sich rund eine Million Menschen auf den Weg, die Hälfte von ihnen blieb in verstopften Zugangswegen stecken und wurde von der Polizei wieder nach Hause geschickt; über 400.000 Besucher erreichten das Festival. Eine Eintrittskarte für alle drei Tage kostete 18 Dollar. Da mit dem Aufstellen der Kassenhäuschen bis zuletzt gewartet worden war und bald die Umzäunungen niedergetrampelt wurden, war das Festival allerdings bald für alle kostenlos, die noch keine Eintrittskarte im Vorverkauf erworben hatten.

Das Festival selbst wurde für die Veranstalter zunächst zu einem finanziellen Misserfolg. Wegen der unerwartet hohen Besucherzahl war es schon bald nicht mehr möglich, Tickets zu verkaufen. Zusätzlich mussten Verpflegung und medizinische Betreuung für die Besucher sowie die Musiker selbst wegen der verstopften Zugangswege mit Hubschraubern eingeflogen werden. Erst mit der Vermarktung des Festivals durch den gleichnamigen Film und das Dreifachalbum stellte sich der kommerzielle Erfolg ein. Allerdings hatte Woodstock Ventures nicht in diese Medien investiert.

Um 17:07 Uhr eröffnete der bis dahin recht unbekannte Folk-Musiker Richie Havens das Festival. Er sprang für Sweetwater ein, die noch nicht eingetroffen waren. Havens erhielt viel Beifall und spielte viele Zugaben, bis ihm die Songs ausgingen. Anschließend improvisierte er eine Version des Spirituals Motherless Child („Kind ohne Mutter“), der er eine Strophe mit dem ständig wiederholten Wort Freedom („Freiheit“) hinzufügte. Der Song wurde ein internationaler Hit.

Ihm folgte ein spontaner Auftritt von Country Joe McDonald. Er hatte erst während Havens' Auftritt erfahren, dass er einen Soloauftritt haben würde. McDonald war eigentlich nur als Zuschauer gekommen, war von der riesigen Menschenmasse ziemlich schockiert und wäre an einem der folgenden Tage mit seiner Band Country Joe and the Fish aufgetreten. Nachdem er den Organisatoren gesagt hatte, dass er keine Gitarre dabei habe, besorgte man ihm kurzerhand eine Yamaha FG 150 und schickte ihn damit auf die Bühne. McDonald stellte während der ersten vier Lieder fest, dass ihm die Menge nicht zuhörte und machte eine F-Stimmprobe. Dazu rief Joe dem Publikum zu: „Gimme an F“(gebt mir ein „F“), woraufhin sämtliche Unterhaltungen verstummten und die Menge ihm ein lautes „F“ entgegenschrie. Als er mit den restlichen Buchstaben „U“, „C“ und „K“ fertig war, fragte er mehrfach: „What's that spell?“, begann dann, seinen Hit I-Feel-Like-I'm-Fixin'-To-Die Rag zu spielen und beendete somit seine Performance erfolgreich.

Auch der nächste Auftritt von John Sebastian war improvisiert. Er wurde von Wavy Gravy hinter der Bühne entdeckt, obwohl er überhaupt nicht für das Festival gebucht worden war. Sebastian trug wilde Bindebatik-Kleidung und stand laut Berichten unter Drogeneinfluss, so dass er nicht in der Lage war, die Aufforderung abzulehnen. Als er die Bühne (nur mit einer akustischen Gitarre ausgestattet) betrat, wies er die Menge an, „einfach jeden um sich herum zu lieben und auf dem Heimweg ein wenig Müll mitzunehmen“. Sein kurzer Auftritt mit einer Art Rap, die infolge seines psychedelischen Zustands beinahe eine Parodie einer Hippie-Unterhaltung darstellte, wurde von der Menge begeistert aufgenommen. Als er plötzlich Text-Aussetzer hatte, hörte er auf, Gitarre zu spielen und rief der riesigen Menschenmenge „Help me!“ zu. Schnell fielen ihm die vergessenen Worte wieder ein, so dass er sein Stück korrekt beenden konnte.

Inzwischen waren Sweetwater per Hubschrauber zusammen mit Swami Satchidananda eingeflogen worden. Sie hielten Woodstock für ein weiteres simples Festival und waren ebenfalls von der Menschenmenge schockiert. Ihre Instrumente waren bereits vor Havens Auftritt aufgebaut worden, jedoch hatte nie ein Soundcheck stattgefunden. Sie spielten ihr 45-minütiges Set und waren mit ihrem Auftritt sehr unzufrieden.

Anschließend begann es zu regnen und Bert Sommer hatte seinen Auftritt zusammen mit seinem Studiogitarristen Ira Stone. Sie spielten zehn Lieder, darunter das Simon-&-Garfunkel-Cover America und Jennifer. Letzteres hatte Sommer über Jennifer Warnes geschrieben, die er von Hair aus Los Angeles kannte.

Mit dem Einbruch der Dämmerung folgte der Auftritt von Tim Hardin, der zu dieser Zeit in Woodstock lebte und dessen Karriere sich bereits dem Ende zuzuneigen schien. Er und seine Band spielten Songs wie Misty Roses und If I Were a Carpenter. Bei letzterem brach an mehreren Stellen seine Stimme, was wahrscheinlich am starken Drogeneinfluss lag.

Anschließend kam George Harrisons Mentor, der indische Sitarspieler Ravi Shankar, auf die Bühne, der vor Woodstock bereits beim Monterey Pop Festival aufgetreten war. Woodstock war sein letztes Konzert auf Festivals dieser Art, da er den offenen Drogenkonsum der Hippies und ihre Einstellung gegenüber Indien, die sich z. B. in Kamasutra-Partys mit Haschisch ausdrückte, immer stärker missbilligte. Gegen 22.30 Uhr sah er sich genötigt, den Auftritt wegen des Einsetzens starken Regens abzubrechen.

Nach ihm hätte eigentlich die Incredible String Band auftreten sollen, weigerte sich aber, im Regen aufzutreten. An ihrer Stelle trat die damals 22-jährige Folk-Sängerin Melanie Safka auf, die nach eigener Aussage den Eindruck hatte, dass sie scheinbar die einzige war, die nicht unter Drogeneinfluss stand. Sie kannte zwar alle Künstler aus den Medien, hatte aber keinen davon jemals aus der Nähe gesehen. Nicht nur deshalb trat sie mit starkem Lampenfieber auf. Sie spielte ihre beiden Lieder Beautiful People und Birthday of the Sun, während das Publikum in der Dunkelheit Kerzen, die zuvor ausgeteilt worden waren, im Takt der Musik bewegte. Diesen Moment hielt sie später im Lied Lay Down (Candles in the Rain) („Kerzen im Regen“) fest, das im folgenden Jahr bis auf Platz vier der US-amerikanischen Charts kam.

Danach trat der ebenfalls aus dem Folk-Bereich stammende Künstler Arlo Guthrie, der Sohn von Woody Guthrie, auf. Er spielte Bob Dylans Walking Down the Line, Amazing Grace und seinen Song Coming into Los Angeles, bei dem er kurz von einer Ansage durch Jerry García unterbrochen wurde. Der Auftritt des offensichtlich auch unter Drogeneinfluss stehenden Arlo Guthrie enthielt unter anderem auch einen Monolog über etwas, das mit einem Pharao zu tun hatte, wie sich ein Zuschauer erinnert. Außerdem prägte er mit seinem „New York State Throughway is Closed, Man“ einen der wichtigen Sätze des Festivals.

Höhepunkt und „Headliner“ dieses Abends war Joan Baez. Die schwangere Sängerin nutzte die Gelegenheit, um dem Publikum von ihrem inhaftierten Ehemann David Harris zu erzählen und den Song Joe Hill zu präsentieren. Anschließend legte sie ihre Gitarre beiseite und sang Swing Low, Sweet Chariot. Als sie ihren Auftritt mit We Shall Overcome beendete, begann ein Wärmegewitter, bei dem innerhalb von ungefähr drei Stunden über 120 mm Niederschlag fiel.

Das Konzert begann am darauffolgenden Tag um 12:15 Uhr mit einem 40-minütigem Auftritt der relativ unbekannten Band Quill. Der Auftritt erschien nicht auf dem Woodstock-Film, da die Aufnahme der Tonspur nicht mit dem Film synchronisiert war.

Anschließend folgte die Keef Hartley Band, die sich gerade in ihrem Wandel zum Jazz-Rock befand. Abgesehen von ihrem immer in Indianerkleidung auftretenden Schlagzeuger Keef Hartley war es für die gesamte britische Band der erste Auftritt in den USA. Da die Band weder im Film noch auf der Schallplatte zu hören war, gelang es Keef Hartley erst 2004, durch einen Fan eine Aufnahme des Konzertes zu erhalten.

Santana, die als nächstes folgten, hatten gerade ihr erstes Album aufgenommen. Obwohl die Menge im Chor „No Rain“ („kein Regen“) rief und, um dies zu untermauern, auf diverse Objekte klopfte, gehörte der Auftritt mit dem Song Soul Sacrifice zu den Höhepunkten des Festivals. Die Bühnenmannschaft hatte Lattenreste verteilt, die die Fans nun im Takt zu diesem Song gegeneinander schlugen. Das bald nach dem Festival erschienene Debütalbum der Band schaffte es hauptsächlich wegen des 45-minütigen Festival-Auftrittes in die Top 5 der Albumcharts in den USA.

Dem anschließenden Headliner-Auftritt der Blues-Formation Canned Heat war ein Streit zwischen dem Gitarristen Henry „Sunflower“ Vestine und dem Bassisten Larry „The Mole“ Taylor zwei Tage zuvor auf der Bühne des Fillmore West vorausgegangen, in dessen Folge Vestine die Band verlassen hatte. Diese sah sich genötigt, umgehend Harvey Mandel zu engagieren, um die Tournee fortsetzen zu können. Da sie nicht einmal in der Lage gewesen waren, zusammen zu proben, weigerte sich der damalige Schlagzeuger und spätere Bandleader Adolfo „Fito“ De La Parra anfangs, auf dem Festival aufzutreten. Er verließ kurzfristig sogar die Band. Allerdings gelang es dem Manager Skip Taylor mit Hilfe eines Generalschlüssels, Zugang zu seinem Zimmer zu erhalten und ihn zusammen mit dem Rest der Band in den Helikopter zu befördern und zum Spielen zu bewegen. Die Band traf gleichzeitig mit den Roadies ein, denen es gelungen war, sich im LKW mit der Ausrüstung durch das Chaos zu bewegen, wobei sie für den Weg zwischen den Catskills und New York über 13 Stunden benötigten (normalerweise zwei bis drei Stunden). Die Band spielte während des Sonnenuntergangs und wurde vom Publikum gefeiert wie kaum eine andere während des Festivals. Ihr Song Goin’ up the Country ( Hörbeispiel Midi?/i) erreichte in dieser Woche die Spitze der amerikanischen Charts und wurde später zur inoffiziellen Hymne des Festivals. Im Film sieht man weiterhin, wie während A Change is Gonna Come ein Mann aus dem Publikum auf die Bühne kommt und beginnt, sich mit dem Sänger der Band zu unterhalten, der ihm erlaubt dort zu bleiben und ihm sogar eine Zigarette abgibt.

Anschließend fand der vom Vortag verlegte Auftritt der Incredible String Band statt. Sie hatte nach eigenen Angaben den Auftritt am Freitag abgesagt, da sie für sämtliche Instrumente elektrische Verstärker benutzte, was im Regen zu gefährlich war. Das Publikum war nach Canned Heat auf „harte Musik“ eingestellt und bekam mit der String Band stattdessen Psychedelic Folk in glühendheißer Sonne. Die Begeisterung hielt sich in Grenzen, und die Band wurde die einzige des Festivals, von der keine Zugabe verlangt wurde. Dies führte dazu, dass der Auftritt weder in der ersten Version des Films noch der des Albums zu finden ist. Der Bandmanager Joe Boyd betrachtet die Verlegung des Auftritts deshalb auch noch immer als verpasste Gelegenheit.

Ebenfalls unzufrieden war Jerry Garcia mit dem mehrstündigen Auftritt von Grateful Dead, der mit St. Stephen begann und bald von der Band wegen angeblicher Monitorprobleme auf der Bühne unterbrochen wurde. Durch den Regen während des Auftritts soll die Band auch einige Stromstöße durch ihre elektrischen Instrumente erlitten haben, was später sogar in einem Comicstrip verarbeitet wurde. Rückblickend betrachtet waren auch viele Fans der Meinung, dass die Band zuvor bereits bessere Auftritte gehabt hatte. Da der Auftritt bewusst weder in den Film noch in das Album mit aufgenommen wurde, wussten viele Menschen lange Zeit überhaupt nichts davon.

Auch der nachfolgende Auftritt der Mit-Headliner Creedence Clearwater Revival erschien weder im Film noch im ursprünglichen Album, da John Fogerty und die Plattenfirma Fantasy dies ablehnten. Fogerty betrachtete den Auftritt, der gegen drei Uhr nachts stattgefunden hatte, als zu schlecht, um veröffentlicht zu werden. Es war nur ein kleiner Teil des Publikums wach, und die Band hatte angeblich mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen.

Janis Joplin trat danach auf, aber auch ihr Auftritt wird von Fans als einer ihrer schlechtesten bewertet. Viele meinten, das Engagement der Band fehlte, wodurch Janis Joplin nicht in der Lage war, ihre gewohnte Explosivität auszuleben. Ihre Stimme brach häufig. Allerdings machte sie eine Bemerkung über die Hippiebewegung, die später oft zitiert wurde: „Früher waren wir nur wenige, jetzt gibt es Massen und Massen und Massen von uns.“ Der Auftritt wurde ebenfalls nicht veröffentlicht.

In den frühen Morgenstunden folgte dann der Auftritt von Sly & The Family Stone, der als einer der besten des Festivals und Höhepunkt von Sly Stones Karriere bezeichnet wird, obwohl er im Regen stattfand.

Es folgte die Band The Who, die für ihren Auftritt 11.200 Dollar erhielt und sich zuerst weigerte, ohne Vorkasse aufzutreten. Erst als Organisator Mike Lang drohte, diesen Umstand per Durchsage an die Menge zu verbreiten, konnten The Who von diesem Vorhaben abgebracht werden. Ihr durch den späteren Film sehr bekannt gewordener Auftritt begann mit We’re Not Gonna Take It (See Me, Feel Me) von ihrem im Juni erschienenen Doppelalbum Tommy, während des Sonnenaufgangs. Vom selben Album stammte das damals noch recht unbekannte Pinball Wizard, das sie ebenfalls spielten. Während des Auftritts der Band gab es jedoch auch ein paar gewalttätige Szenen: Als sich beispielsweise ein Kameramann Roger Daltrey näherte, trat ihm Pete Townshend ins Gesäß und stieß ihn von der Bühne. Außerdem schlug er Abbie Hoffman mit der Gitarre auf den Kopf, als dieser eine Durchsage über die Gefangennahme von John Sinclair am Mikrofon machen wollte. Townshend sagte später, dass er bezüglich Sinclairs Gefangennahme eigentlich mit Hoffman einer Meinung war. Townshend beendete den Auftritt mit dem rituellen Zertrümmern seiner Gitarre.

Beendet wurde das Festival an diesem Tag, der durch die regenbedingten Wartezeiten sehr lang geworden war, durch Jefferson Airplane. Sie begannen kurz nach Sonnenaufgang zu spielen. Sängerin Grace Slick kündigte an, dass die Band ein wenig „morning maniac music“ (grob: „Musik für die Morgenverrückten“) spielen würde. Sie spielten unter anderem den Song Volunteers, der erst sechs Monate später zusammen mit dem gleichnamigen Album erschien.

Der letzte Tag von Woodstock begann mit dem Auftritt von Joe Cocker, der mit seiner bereits im Vorjahr erschienenen Coverversion des Beatles-Klassikers With a Little Help from My Friends den ersten großen Durchbruch in seiner Karriere erreichte. Nach dessen Auftritt setzte starker Regen und Sturm ein.

Als der Regen aufgehört hatte, betrat der Farmer Max Yasgur die Bühne. Er dankte dem Publikum dafür, dass es ihm half, der Welt etwas zu beweisen. Sie hatten seiner Meinung nach zusammen bewiesen, dass eine halbe Million Menschen zusammenkommen und nichts als Spaß und Musik haben könnte. Er behauptete, dass dies die größte Ansammlung von Leuten an einem Ort überhaupt wäre.

Danach folgte der Auftritt von Country Joe and the Fish, die in letzter Minute als Ersatz für Jethro Tull gebucht worden waren. Auch wenn die Band bereits 1967 beim Monterey Pop Festival aufgetreten war, war Woodstock der Höhepunkt ihrer Karriere. Wieder wurde der I-Feel-Like-I’m-Fixing-to-Die-Rag gespielt.

Der nachfolgende Auftritt von Leslie Wests Band Mountain war der vierte gemeinsame Live-Auftritt der vier Bandmitglieder überhaupt. Die Band war erst 1969 gegründet worden.

Gegen 20:00 Uhr gab es einen weiteren Höhepunkt: Den 90-minütigen Auftritt von Ten Years After, die ziemlich rastlos nach einem Konzert mit Nina Simone aus St. Louis angereist waren. Da der Regen die Luftfeuchtigkeit verändert hatte, musste die Band während ihres ersten Songs Good Morning Little School Girl nach etwa einer Minute unterbrechen, um die Gitarren erneut zu stimmen. Nach dem regulären Set folgte die Zugabe I’m Going Home, in welcher der Gitarrist Alvin Lee ein fast zehnminütiges Solo spielte. Dies war der einzige Song des Auftritts, der von der Filmcrew aufgenommen wurde. Sie hatte mit drei Kameras begonnen zu filmen, von denen eine nach der Hälfte des Auftritts ausfiel. Für die Dreifach-Splitscreen-Version des Films wurde deshalb gegen Ende das gespiegelte Filmmaterial der rechten Kamera benutzt, um die Lücke zu füllen.

Der Auftritt von The Band um 22.30 Uhr, ebenso wie der zwei Wochen später stattfindende Auftritt beim Isle of Wight Festival, wo die Musiker zusammen mit Bob Dylan spielten, war Auslöser für starke Anfälle von Lampenfieber bei den Mitgliedern. Die Musiker von The Band waren derartige Menschenmengen nicht gewöhnt und verarbeiteten diese Erlebnisse später im Song Stage Fright („Lampenfieber“).

Um Mitternacht folgten Blood, Sweat & Tears, die als einer der Headliner galten. Nach Meinung des Managers der Band hätte der Auftritt nicht im Film erscheinen sollen, da die 7.500 Dollar, die die Band für den Auftritt erhalten hatte, angeblich zu wenig gewesen seien, um den Auftritt für die Zukunft zu erhalten. Allerdings schaffte es die Filmcrew, das Eröffnungsstück More and More aufzuzeichnen, bevor sie der Bühne verwiesen wurde.

Obwohl der nachfolgende Auftritt von Johnny Winter gefilmt wurde, erschien er nicht im Film, da sein Manager sich mit der Filmcrew zerstritten hatte, welche die Veröffentlichung des Auftritts anschließend mit der Begründung, dass er „zu merkwürdig“ gewesen sei, verhinderte.

Gegen 5 Uhr folgte der Auftritt von Crosby, Stills & Nash. Dieser Auftritt, währenddessen auch das neue Bandmitglied Neil Young auf die Bühne kam, war der zweite Liveauftritt der Formation in der neuen Besetzung. Die Bandmitglieder waren dementsprechend nervös und spielten zwei Sets. Den Anfang machte Judy Blue Eyes, eine Suite von 8 Minuten, die vom Ende der Liebesbeziehung zwischen Stephen Stills und Judy Collins handelt und unter anderem Someday Soon von Ian Tyson enthält. Außerdem spielten sie mit 4 + 20 einen Song, der auf dem 1970er Album Deja Vu erschien.

Danach trat die Butterfield Blues Band auf, die sich kurz zuvor nach einer Studiopause neu formiert hatte. Beim Auftritt der Band um Paul Butterfield war auch Buzz Feiten dabei. Für ihn war es der erste professionelle Auftritt.

Mit ihrem Auftritt danach wurde Sha-Na-Na einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Die Band begann, sich in der US-amerikanischen Rock-’n’-Roll-Landschaft zu etablieren. Sha-Na-Na waren die einzigen Interpreten des Woodstock-Festivals ohne Plattenvertrag; sie spielten ca. 40 Minuten lang für 300 Dollar.

Jimi Hendrix hatte für das Festival eine neue Band zusammengestellt: Gypsy Sun & Rainbows mit Mitch Mitchell (Schlagzeug), seinem alten Armee-Freund Billy Cox (Bass), Larry Lee (Rhythmusgitarre) und zwei Perkussionisten. Hendrix spielte unter anderem den Titel The Star-Spangled Banner, seine Interpretation der US-amerikanischen Nationalhymne, als einen Friedensappell vor dem Hintergrund des Vietnamkrieges, in der er das Geräusch einschlagender Raketen und das Sterben der Soldaten musikalisch wiederzugeben versuchte. Mit Hendrix’ Darbietung von Purple Haze, einer Improvisation und Villanova Junction (gefolgt von Hey Joe als Zugabe) endete das Konzert am Montagmorgen gegen 9:00 Uhr.

Trotz Verpflichtung waren die Bands Jeff Beck Group und Iron Butterfly nicht aufgetreten. Erstere hatten sich kurz vor dem Festival getrennt, letztere den Weg vom Flughafen nicht geschafft, da sie die verlangten Hubschrauber nicht erhielten.

Geplant war außerdem ein Auftritt von The Moody Blues, die auf frühen Plakaten des Festivals noch aufgeführt waren. Da sie auch für die gleichzeitig stattfindende politische Veranstaltung Socialist Rally in Paris engagiert worden waren, entschied sich die Band per Münzwurf. Die dadurch getroffene Entscheidung, in Paris aufzutreten, bereute die Band im Nachhinein.

Auch Joni Mitchell gelang es nicht, wie geplant am Festival teilzunehmen, weswegen sie zu Hause vor dem Fernseher eine Hymne auf Woodstock schrieb. Dieser Song wurde durch Crosby, Stills & Nash und Ian Matthews’ Band Matthews Southern Comfort ein Welthit.

Ursprünglich war die Firma Food for Love (Essen für Liebe) mit der alleinigen Essensausgabe betraut gewesen, die in Verbindung mit den Eintrittskarten hätte erfolgen sollen. Da allerdings der Großteil der Leute keine Eintrittskarten besaßen, die Straßen für Nachlieferungen verstopft waren und die Mitarbeiter der Firma im Geiste des Festivals begannen, die Ware auch an Menschen ohne Ticket zu vergeben, reichte dies bei weitem nicht aus. Allein am ersten Tag wurden 500.000 Hamburger und Hot Dogs verzehrt.

Neben der Bevölkerung Bethels und der umgebenden Gemeinden, die teilweise zu horrenden Preisen ihre Agrarprodukte an die Zuschauer verkaufte oder sehr preiswert riesige Mengen Hühnersuppe und Sandwiches verteilte, gab es noch die Hippiekommune Hog Farm mit ihrem Leiter Wavy Gravy, die ebenfalls massenhaft Nahrung zubereitete und an die Menschen verteilte.

Die Bewohner der Hog Farm waren es auch, welche die Unmengen an Drogenopfern betreuten, die durch den offenen Verkauf und Konsum von Meskalin und LSD zustande kamen. Auch bei kleineren Verletzungen, wie beispielsweise den häufig vorgekommenen Schnittwunden wegen herumliegender Flaschen, unterstützte die Gruppe die etwa 50 Ärzte, die nachträglich eingeflogen worden waren und die teilweise ohne Bezahlung arbeiteten. Diese mussten sich außerdem mit einer großen Anzahl von Sonnenbränden und Hitzschlägen befassen. Das US-Militär half dabei, Menschen aus dem Gebiet auszufliegen um sie in Krankenhäuser zu bringen.

Die 600 aufgestellten mobilen Toilettenkabinen waren sehr schnell überfüllt und verströmten einen beißenden Gestank. Für ihre Benutzung mussten die Konzertbesucher oft mehrere Stunden anstehen, was viele dazu brachte, die umliegenden Büsche oder einfach mitten auf der Wiese zur Verrichtung ihrer Notdurft zu nutzen. Bald wurden von den Leuten selbst Schilder aufgestellt, die anzeigten, wo das Urinieren wegen des Trinkwassers verboten war.

Die komplette Stromversorgung wurde durch die Pantel Electric Company aus South Fallsburg bereit gestellt, nachdem diese 14 Tage vor dem Festival das Monopol dazu erhalten hatte. Zu ihrer Arbeit, die zu Beginn des Festivals noch auf Hochtouren lief, gehörte unter anderem der Anschluss der 40 Verpflegungsstände, eine Art Freilichtkino, Außensteckdosen für den Campingbereich, sowie die Wegbeleuchtung im gesamten Gelände. Firmenchef Pantel zog mit seinem Wohnwagen direkt neben die Bühne, um dort seine Kommandozentrale zu errichten und direkt vor Ort zu sein. Es wurde in zwei Schichten mit jeweils 25 Mann gearbeitet. Immer wieder kam es zu Engpässen in Sachen Material, das oft direkt aus New York City beschafft werden musste. Eine Verteileranlage mit 1200 Ampere Dreiphasenwechselstrom für die Hauptbühne erhielt Pantel von einem Freund, der die Ausstattung einiger Gebäude der New Yorker Weltausstellung aus den Jahren 1964 und 65 erworben hatte. Die komplette Stromversorgung kostete die Woodstock Ventures 150.000 US-Dollar.

Auf dem Gelände des Festivals gab es eine große Bühne, die von zwei Lautsprechertürmen mit 22 bis 25 Metern Höhe flankiert war. Diese waren mit jeweils zwölf 5000-Watt-Scheinwerfern ausgerüstet. Gegenüber der Bühne in der Zuschauermenge stand ein notdürftig errichtetes Zelt, in dem das FoH (Front Of House: Tontechnik wie Mischpult, etc.) mit den Technikern untergebracht war. Über das Gelände verteilten sich weitere Lautsprechertürme, um auch weiter hinten gelegene Gebiete beschallen zu können. Alle Bühnenkonstruktionen bestanden aus Holz; die Lautsprechertürme waren aus Metallgerüsten errichtet. Die Bühne sowie die Dächer der weiteren Gebäude waren mit großen Planen aus Segeltuch überspannt. Alle Konstruktionen wurden nach dem Festival wieder entfernt. Hinter der Bühne befanden sich auch die Aufnahmegeräte, die im Anhänger eines Sattelzuges untergebracht waren.

Die Bühne selbst maß ungefähr 20 × 15 × 5 Meter und besaß in der Mitte ein großes, rundes Holzpodest, welches auf Rollen drehbar gelagert war. Während auf der vorderen Hälfte die jeweils aktuelle Band spielen sollte, war die rückwärtige Hälfte für Auf- und Abbau vorgesehen. Es war geplant, die Umbaupausen so auf ein Minimum zu reduzieren und am Ende eines Konzertes die Bühne für die nächste Band lediglich zu drehen. Da man das Gewicht des Musikequipments unterschätzt hatte, brachen die Rollen schon am ersten Tag und man kehrte zum herkömmlichen System mit Umbaupausen zurück. Der Aufbau der Bühne wurde von Chip Monck organisiert. Er war bereits für die Bühnen- und Beleuchtungstechnik des Monterey Pop Festivals verantwortlich gewesen und hatte ein eingespieltes Team, sowie zahlreiche Hilfskräfte unter sich.

Neben dieser großen Hauptbühne, gab es auch noch eine kleinere offene bzw. freie Bühne, die Alternative Stage. Sie war von den Mitgliedern der Hog Farm errichtet worden und stand der breiten Masse zur Verfügung. Außerdem spielte Joan Baez dort 40 Minuten lang, bevor sie ihren Auftritt auf der Hauptbühne hatte.

Für die Aufnahmen standen in dem Anhänger hinter der Hauptbühne zwei Achtspur-Tonbandgeräte zur Verfügung, die jeweils zeitversetzt liefen. So war es möglich, immer eine Tonbandmaschine aufnehmen zu lassen, während auf der anderen das Tonband gewechselt wurde. Ein Wechsel der Spulen war aus Sicherheitsgründen alle 20 bis 25 Minuten fällig, da diese maximal 30 Minuten Musik aufnehmen konnten. Da durchgängig eine Tonspur benutzt wurde, um für den Film eine Synchronisationsspur der Kameras aufzuzeichnen, sowie eine zweite den Applaus des Publikums festhielt, blieben dem Tontechniker Eddie Kramer mit seinen Assistenten lediglich sechs Tonspuren, um die Musik aufzunehmen. Konnten die Tontechniker Solokünstler, die lediglich mit Gesang und Akustikgitarre arbeiteten, noch adäquat auf zwei getrennten Spuren aufzeichnen, wurden bei Bands mit mehr als sechs Tonquellen ähnlich klingende Instrumente auf einer Spur zusammengefasst. Bei Jimi Hendrix’ Auftritt verwendete Kramer eine Spur für das Schlagzeug, eine für weitere Percussion, eine für Hendrix’ E-Gitarre, eine für Hendrix’ Stimme sowie eine weitere für den E-Bass.

Während der Auftritte wurde teilweise ein neues Mikrofonsystem eingesetzt, das von den Technikern der Band Grateful Dead für deren Wall of Sound entwickelt worden war: ein Sänger bekam pro Mikrofonständer zwei Mikrofone, die phasenverdreht nebeneinandergeschaltet wurden. Sinn dieser Konstruktion war die Unterdrückung von Rückkopplungen bei hohen Lautstärken. Da diese Schaltung jedoch auch eine reduzierte Klangqualität mit sich brachte, wurde sie nicht bei allen Künstlern eingesetzt. Bei späteren Konzerten rückte man von dieser Technik ganz ab.

Es stellt sich die Frage, warum gerade das Woodstock-Festival dermaßen viele Besucher anzog. Bereits zuvor hatten einige große Festivals wie das Monterey Pop Festival stattgefunden. Keines wurde aber zu einem derartigen Ereignis wie Woodstock. Dies hatte verschiedene Gründe: Zum einen hatte sich die Hippie-Subkultur bereits vom Untergrund zum Mainstream entwickelt und war entsprechend kommerzialisiert worden. Diese Entwicklung lässt sich mit der Geschichte der Loveparade vergleichen, die sich auch zum Massenereignis gewandelt hat, obwohl sie im kleinen Kreis begonnen hatte. Die ursprünglichen Hippies hatten also ihre Kultur bereits 1967, als sie zur Massenkultur wurde, symbolisch zu Grabe getragen.

Ein weiterer Punkt war das Streben nach Freiheit und Ungebundenheit, das von jeder Jugendkultur ausgeht. In diesem Fall gab es einige mehr oder weniger akute Bedrohungen und Missstände, gegen die man sich auflehnen konnte. So wäre z. B. Woodstock ohne den Vietnamkrieg längst nicht zu dem geworden, was es heute ist. Auch die Bürgerrechtsbewegung hatte Ende der 1960er Jahre einige Siege errungen, was ebenfalls diese Strömungen begünstigte.

Auch musikalisch gab es zu dieser Zeit Ereignisse, die eine gewisse Beachtung erfuhren: Der Rock ’n’ Roll erfuhr gegen Ende der 1960er ein Revival, das sich im explosionsartigen Ansteigen der Anzahl erfolgreicher Rockbands ausdrückte. Elvis Presley war nach vielen Jahren 1969 wieder in seine Heimatstadt Memphis gekommen, um dort Plattenaufnahmen durchzuführen.

Bemerkenswert ist, dass es trotz der unkontrollierten und unkontrollierbaren Menschenmenge zu keinen nennenswerten Gewalttätigkeiten kam. Im Gegensatz zu einigen anderen Rockfestivals wie dem Altamont Free Concert war Woodstock außerordentlich friedlich.

Laut Legende gab es während des Festivals drei Tote: Zwei Personen seien an einer Überdosis Drogen gestorben und eine sei von einem Traktor überfahren worden. Auf dem Festival wurden vier Kinder geboren und unzählige gezeugt. 1989 wurde eine Umfrage durchgeführt, aus der hervorging, dass 70 % der Woodstock-Generation es bereuen, das Festival nicht besucht zu haben.

Neben dem Woodstock-Film und den offiziellen Alben wurden die Auftritte einiger Künstler durch ihre Plattenfirmen veröffentlicht. Daneben gibt es unzählige Bootlegs.

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Isle of Wight Festival

Der Begriff Isle of Wight Festival steht für drei Rock-Festivals in den Jahren 1968, 1969 und 1970 – aber auch für eine Reihe neuerer Musik-Festivals, die erst seit 2002 veranstaltet werden. Sie alle fanden auf der gleichnamigen, dem britischen Festland südlich vorgelagerten Kanalinsel statt. Das Festival des Jahres 1970 ist zweifellos das bekannteste und bei weitem größte der drei Klassiker, sodass seine beiden Vorgänger darüber weitgehend in Vergessenheit gerieten. Es wurde früher auch vielfach als das „europäische Woodstock“ bezeichnet.

Das erste Isle of Wight Festival fand vom 31. August bis zum 1. September 1968 auf dem Hell Field der Ford Farm bei Godshill auf der Isle of Wight statt. Die Attraktion war Jefferson Airplane.

Das mit Abstand größte und sicherlich auch chaotischste Isle of Wight Festival war das von 1970. Es fand vom 26. bis zum 30. August auf dem Gelände der East Afton Farm statt und profitierte vermutlich weitgehend von den Informationen über das damals bereits legendäre Woodstock-Festival im Jahr zuvor. Man schätzt, dass rund 600.000 Menschen an dem Festival von 1970 teilnahmen. Genaue Zahlen liegen jedoch nicht vor, da das Festival-Gelände so lag, dass auch nicht-zahlende Zuschauer das Musik-Programm von den unmittelbar neben dem durch einen Doppelzaun abgetrennten Areal gelegenen Dünenkämmen aus noch leidlich verfolgen konnten. Trotzdem geht man aufgrund der damals zusätzlich verkauften Fährpassagen zur Kanalinsel davon aus, dass das IoW-Festival 1970 das vielleicht bestbesuchte Festival in der bisherigen Geschichte der Rock-Musik gewesen sein könnte.

Außerhalb des offiziellen Festivals fand eine Alternativ-Veranstaltung mit den Bands Hawkwind und Pink Fairies statt.

Nach 32 Jahren Pause wurde das Isle of Wight Festival im Jahre 2002 wiederbelebt, zunächst noch unter dem Namen Rock Island. Es findet mittlerweile im Seaclose Park außerhalb von Newport statt. Das jetzige Festivalgelände hat nichts mehr mit den ehemaligen Geländen zu tun.

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Stimmen-Festival

Bühne des Stimmen-Festivals auf dem Alten Marktplatz in Lörrach

Das Stimmen-Festival ist ein Musikfestival, das seit 1994 jeden Juli in Lörrach und umliegenden Orten im Dreiländereck Deutschland, Frankreich, Schweiz stattfindet. Das Musikfest entwickelte sich mit jährlich über 30.000 Besuchern zu einem der größten und erfolgreichsten Musik-Festivals in Süddeutschland und der Schweiz.

Vier Wochen lang bietet STIMMEN allabendlich Konzerte an verschiedenen Lokalitäten, unter anderem im Burghof Lörrach, dem "Haus der Stimmen", in Augst (Römisches Theater), Riehen (Wenkenpark), Guebwiller (Les Dominicains de Haute-Alsace) oder im Kloster Schönthal. Auf dem zentral gelegenen Alten Marktplatz in Lörrach finden die großen Konzerte mit internationalen Stars statt.

Das Festival versteht sich als Hommage an den Reichtum und die Schönheit der menschlichen Stimme und den Gesang in seinen unterschiedlichsten Stilen und Ausprägungen. Seit den Anfängen im Jahr 1994 präsentiert STIMMEN die Vertreter aller Gesangskulturen. So waren Sängerinnen und Sänger aus Indien, aus der Mongolei, aus dem Iran und der arabischen Welt ebenso in Lörrach zu Gast wie die herausragenden Stimmen Lateinamerikas, Afrikas und Europas. STIMMEN vereint sakrale und weltliche Musik, meditative Choräle und rhythmische Improvisation, klassische europäische Kunstmusik und jazzigen Scat-Gesang, alte Musik und Obertonchöre, vokale Solisten und ethnische Vielstimmigkeit.

Höhepunkte des Festivals sind alljährlich die Auftritte nationaler und internationaler Stars aus allen musikalischen Genres (Blues, Folk, Jazz, Klassik, Pop, Rock), in deren Werk die Stimme das hervorstechende Merkmal ist.

Das 16. Stimmen-Festival findet vom 1. bis zum 26. Juli 2009 statt.

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Internationales Filmfestival Moskau

Briefmarke mit Motiv des Festivals

Das Internationale Filmfestival Moskau (kurz: IFF Moskau; russisch Моско́вский междунаро́дный кинофестива́ль) ist das einzige als A-Festival eingestufte Filmfestival in Russland. Es findet jedes Jahr Ende Juni statt und ist seit 1972 beim Filmproduzentenverband FIAPF als internationales Filmfestival mit Wettbewerb akkreditiert.

Das Moskauer Filmfestival ist nur drei Jahre jünger als das älteste Filmfestival der Welt, die Filmfestspiele von Venedig. Erstmalig wurde es 1935 auf Initiative des damaligen Staatschefs Josef Stalin veranstaltet. Der erste Jurypräsident war der Regisseur Sergei Eisenstein. Filmpreise gewannen damals unter anderem Walt Disney und René Clair.

Das zweite Festival fand erst wieder 1959 statt. Seitdem wurde es noch bis 1995 alle ungeraden Jahre veranstaltet, seit 1995 dann jährlich.

1989 wurde erstmals der Goldene St. Georg – die Figur am Stadtwappen von Moskau – als Hauptpreis des internationalen Wettbewerbs verliehen. In den ersten Jahren der Verleihung ging der Preis meist an westliche Länder, in den Jahren 2004, 2005 und 2007 jedoch an Produktionen aus Russland. Seit 1997 findet im Rahmen des Festivals ein Forum für junge Filmschaffende statt.

Das Internationale Filmfestival in Moskau wird offiziell von der russischen Regierung ausgerichtet. Festivalpräsident ist seit 2000 der Filmregisseur Nikita Michalkow. Das Fest hat zum Ziel, den kulturellen Austausch zwischen den Nationen zu fördern und die Filmschaffenden der Welt zu mehr internationaler Zusammenarbeit zu bewegen.

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Source : Wikipedia