FSV Mainz 05

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Geschrieben von robby 28/02/2009 @ 12:37

Tags : fsv mainz 05, 2. bundesliga, fussball, sport

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1. FSV Mainz 05

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Der 1. Fußball- und Sportverein Mainz 05 e.V. (kurz 1. FSV Mainz 05) ist ein 1905 gegründeter Sportverein aus Mainz. Neben der Fußballabteilung besitzt der 1. FSV Mainz 05 noch eine Handball- und Tischtennisabteilung, die nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Der früheste Vorgängerklub des heutigen 1. FSV Mainz 05 entstand im März 1905 im Mainzer Café Neuf. Das genaue Gründungsdatum ist umstritten; während Nachkriegsquellen den 16. März nennen, ist in den Festschriften zum 20. und 25. Vereinsjubiläum vom 27. März die Rede. Im Sommer 1905 - der exakte Termin ist nicht überliefert - trat der noch namenlose Verein zu seinem ersten Spiel an. Gegen den im gleichen Jahr gegründeten FC Germania Gustavsburg gab es ein 5:3 (100 Jahre später war ein erneutes Aufeinandertreffen der beiden Vereine Teil der Jubiläumsfeierlichkeiten, die 05er, mittlerweile Bundesligist, gewannen 14:0). Wenig später bekam das „wilde Gebilde“, wie die Gründer ihren Verein anfangs nannten, einen Namen: 1. Mainzer Fußballclub „Hassia“ 05. Unter diesem Namen bestritt der Verein seine ersten datierten Spiele: Am 13. August verloren die Mainzer gegen eine Mannschaft aus Biebrich, wahrscheinlich mangels exakter Regelkenntnisse 1:2 durch eine frühe Form des Golden Goal , 14 Tage später 0:1 gegen den Mainzer Fußball-Club 1904. Die 04er waren der älteste Verein der Stadt und hinter dem heute noch bestehenden Mainzer Vorortklub FVgg. Mombach 03 der zweitälteste Verein Rheinhessens, lösten sich aber schon nach wenigen Jahren wieder auf.

Zum Ersten Vorsitzenden wurde im Oktober 1905 auf einer „außerordentlichen Generalversammlung“ der 15-jährige Eugen Salomon gewählt, der zum 24. Juni 1906 den Eintritt in den Süddeutschen Fußballverband erwirkte. Zuvor konnten die Fußballer nur unregelmäßig gegen andere unorganisierte Vereine antreten. Am 7. Oktober 1906 bestritten die 05er ihr erstes Pflichtspiel. In der Klasse B blieben Hassia in der Hinrunde ohne Punktverlust, fiel aber zur Fastnachtszeit ins Mittelfeld zurück – ein Phänomen, das sich in den folgenden Jahren oft wiederholte.

Fußball spielten die aktiven Sportler derweil in den ersten Jahren nur im Frühjahr und Herbst. Der Sommer war der Leichtathletik vorbehalten.

Ein Meilenstein für den Verein war das Gastspiel des fünfmaligen Westkreismeisters FC Pfalz 03 Ludwigshafen am zweiten Weihnachtstag 1909, mittlerweile nicht mehr auf dem provisorischen Platz am Gautor, sondern auf der Mainzer Radrennbahn am heutigen Fichteplatz. Zum ersten Mal trat eine Spitzenmannschaft in Mainz an. Trotz früher Führung verloren die Mainzer 2:5. Der Mainzer Anzeiger druckte anlässlich dieser Partie im Verlauf mehrerer Wochen nicht nur das Fußball-Regelwerk, sondern auch eine Beschreibung der verschiedenen Mannschaftspositionen und erstmals die Namen der Spieler ab.

Erstmals eine vierstellige Zuschauerzahl hatte der FC Hassia am Ostersonntag 1910, als rund 1.200 Zuschauer den 6:2-Sieg gegen die im Militärfußball sehr erfolgreiche Besatzung des Kreuzers SMS Gneisenau sahen. Finanziell hatte der Verein nichts davon – die Einnahmen wurden vom Kassierer veruntreut.

Später im gleichen Jahr bekamen die 05er auf einem von der Reichsbahn gepachteten Grundstück an der Hardenbergstraße ihren ersten eigenen Platz mit Tribüne und Umkleidekabinen. Die Anlage wurde mit einer 1:5-Niederlage gegen die Stuttgarter Kickers eingeweiht.

Seit 1907 hatten die 05er einen lokalen Konkurrenten, den Mainzer Fußballclub „Hermania“ 1907, zuvor die Fußballabteilung des heute noch existierenden Mainzer TV 1817. Bei einer gemeinsamen Generalversammlung, ebenfalls im Café Neuf, fusionierten „Hassia“ und „Hermania“ am 16. August 1912 zum 1. FC Hassia-Hermania 05, der kurz später zum 1. Fußballverein Mainz 05 umbenannt wurde.

Das letzte Spiel vor dem Ersten Weltkrieg war ein 3:1 am Ostersonntag 1914 gegen die Auswahl des Kreuzers SMS Mainz, der knapp einen Monat nach Kriegsbeginn sank. Etwa ein Sechstel der Vereinsmitglieder kam nicht aus dem Krieg zurück, schon am zweiten Kriegstag fiel mit Jean Haußt der erste 05er. Gegen Kriegsende bildete der FV eine Kriegsspielgemeinschaft mit dem Sportverein 08 Mainz, die nach Kriegsende nicht mehr gelöst wurde – der 1. Mainzer Fußball- und Sportverein 05 entstand.

Erster Höhepunkt im Vereinsleben des jungen Fußball- und Sportvereins waren die beiden Freundschaftsspiele gegen die große Mannschaft von Vasas Budapest im Juni 1920. Die 05er gewannen das von einer beispiellosen Werbekampagne begleitete erste Duell 1:0 (die einzige Niederlage der Ungarn bei ihrer Deutschland-Tournee) und schafften drei Tage später in der Revanchebegegnung ein 0:0.

Diese Spiele markieren den Beginn der ersten großen Ära von Mainz 05, die durch die Gründung eines einheitlichen Ligasystems nach dem Ersten Weltkrieg ermöglicht wurde. Nachdem sie sich im ersten Jahr nur knapp in der neuen Bezirksliga halten konnten, bildeten die unter anderem mit den Gebrüdern Freitag und dem Ex-Nationalverteidiger Kurt Diemer aus Berlin sowie dem Rückkehrer Hugo Ries verstärkten Mainzer in dieser Phase bald eine regionale Spitzenmannschaft, die überregional allerdings stets chancenlos war. 1920, 1931 und 1932 gewannen die Mainzer die Hessenmeisterschaft, 1926 (aufgrund einer vorübergehenden Staffel-Neuordnung) den Titel im Bezirk Rheinhessen-Saar, was jeweils zur Teilnahme an der Süddeutschen Meisterrunde berechtigte.

In diese Phase fällt auch der Bau des Sportplatzes am Fort Bingen (rund 500 Meter südlich des Stadions am Bruchweg auf dem heutigen Universitätsgelände). Der Platz wurde 1920 als erste vereinseigene Kampfbahn eröffnet, aber nur 17 Jahre später enteignet und abgerissen.

Aufgrund der Erfolge in den frühen 1930ern waren die Mainzer für die erste Saison in der 1933 gegründeten Gauliga Südwest qualifiziert. Wie bereits in den Meisterrunden der Vorjahre war die Mannschaft auch in dieser sportlich anspruchsvollen Liga überfordert und stieg bereits im ersten Jahr als Tabellenvorletzter ab. Dabei beendeten sie die Saison mehrere Wochen vor dem Rest der Liga und mussten die direkten Konkurrenten, die in ihren verbleibenden Spielen punkteten, ohne Gegenwehr vorbeiziehen lassen. Ein zusätzliches Handicap bedeuteten die Ausfälle der Torhüter Lautner und Ewald Hahndorf zu Saisonbeginn, durch die die 05er die ersten fünf Spiele mit Feldspieler Schildge im Tor bestreiten mussten. 1935 verpassten die lange auf dem ersten Tabellenplatz stehenden 05er den Wiederaufstieg erst im direkten Duell beim späteren Aufsteiger SC Opel Rüsselsheim am vorletzten Spieltag, bei dem der Torjäger Heinrich Decker verletzt fehlte. Der Ex-Waldhöfer hatte zuvor in 20 Spielen 28 Mal getroffen.

1935/36 verloren die Mainzer durch zu viele Unentschieden und den langen Ausfall Deckers den Anschluss an die Spitzengruppe. Nach der besonders in den Auswärtsspielen enttäuschenden Saison 1936/37 wurde eine Aufbruchstimmung im Verein massiv herbeigeredet, die aber durch den Verlust des Stadions, das 1937 einer Flak-Kaserne weichen musste, verpuffte. Im ersten Jahr ohne eigenen Sportplatz stiegen die so enteigneten 05er als Vorletzter sportlich aus der Bezirksklasse ab, durften aber durch die Aufstockung der Liga von 10 auf 13 Vereine weiter zweitklassig bleiben.

Im Dritten Reich war Mainz 05 seitens der Machthaber nicht wohlgelitten. Die 05er galten als „Judenverein“, da etliche Vereinsmitglieder, darunter der Gründer Eugen Salomon und das Vorstandsmitglied Carl Lahnstein jüdischen Glaubens waren. Salomon hatte bereits 1933 Deutschland verlassen. Am 10. August 1933 wurde der Verein in einer außerordentlichen Generalversammlung „gleichgeschaltet“. Aufgrund der schlechten Quellenlage – überliefert sind nur unzuverlässige Berichte aus der damaligen Presse – lässt sich der Verlauf dieser Gleichschaltung nicht klären.

Im Zuge einer vom nationalsozialistischen Fachamt Fußball verordneten reichsweiten Fusionswelle, die den Zweck hatte, in den Städten zentrale Großvereine zu schaffen, wurde der FSV 1938 mit einem kleinen Nachbarverein zusammengeschlossen – der Reichsbahn SV Mainz 05 entstand. Vorausgegangen war ein gescheiterter Fusionsversuch, nach dem den 05ern die Spielerlaubnis vorübergehend entzogen wurde.

Während des Zweiten Weltkriegs, der ständige Neuorganisierungen des Ligasystems mit sich brachte, wurde das Kunstprodukt 1943 Meister der zweitklassigen Kreisklasse Mainz. Im Herbst 1944 wurde der Spielbetrieb eingestellt, nach Kriegsende der Verein aufgelöst.

Bereits kurz nach Kriegsende wurde in der Vereinsgaststätte Martinsburg die Wiederbelebung des 1. FSV Mainz 05 beschlossen. Am 11. November 1945 genehmigte schließlich das französische Militärgouvernement die im Oktober noch abgelehnte Wiederaufnahme des organisierten Sports in Mainz. Wenig später wurde der Verein im Wirtshaus Roter Kopf unter der Leitung von Konrad Weil, dem Vorsitzenden des Sportausschusses der letzten Vorkriegsjahre, neu gegründet. Bereits an Allerheiligen hatte es das erste Nachkriegsspiel gegeben: 1:1 beim MTV 1817. Im zweiten Spiel siegte die Spitzenmannschaft TuS Neuendorf 6:1 an der Zahlbacher Straße, wo die 05er bis Februar 1946 spielten.

Noch im Winter 1945/46 nahm die Oberliga Saarpfalz, der früheste Vorgänger der Oberliga Südwest, den Spielbetrieb auf. Die 05er waren Gründungsmitglied, was angesichts einer 0:15-Niederlage beim 1. FC Kaiserslautern kurz vor Saisonbeginn nicht unumstritten war. „Unter solchen Umständen verdient Mainz 05 als der Verein, der in der Vergangenheit am meisten für den Mainzer Fußballsport getan hat, den Vorrang. Wir erwarten jetzt nur, dass die 05er alles aufbieten, was zu einer anständigen Haltung in der Oberliga notwendig ist“, forderte der Mainzer Anzeiger wenige Tage nach dem Spiel.

Im ersten Ligaspiel nach dem Krieg verloren die Mainzer am 6. Januar 1946 2:4 gegen den späteren Südwestmeister 1. FC Saarbrücken. Mit nur zwei Siegen beendeten sie die Saison auf dem letzten Tabellenplatz.

Bereits 1946 wurde der südwestdeutsche Fußball reformiert. Die Saarpfalz-Liga wurde wieder eingestellt und durch die 1. Liga Südwestdeutschland, Gruppe Nord ersetzt. In einer einmonatigen Pokalrunde wurden jeweils zwei Teilnehmer aus den Bezirken Rheinland, Rheinhessen, Pfalz und Saargebiet ermittelt. Die 05er qualifizierten sich mit einem knappen Sieg nach Verlängerung gegen den SV Gonsenheim. Am Ende belegten sie den dritten Platz, auch dank eines 3:1-Siegs über den FCK an Fastnacht.

Die Mainzer etablierten sich in der Oberliga, wo sie jedoch nie eine Hauptrolle spielten. Der Verein verpasste zwar keine einzige Oberligasaison, stand aber auch nur vier Mal (1953, 1954, 1958 und 1961) in der oberen Tabellenhälfte und musste mehrfach lange gegen den Abstieg spielen.

Entscheidend für die weitere Entwicklung des Vereins war die Saison 1951/52. Unter der Führung von Walter Strutz, der als Nachfolger des tödlich verunglückten Charly Armbruster den Vereinsvorsitz übernommen hatte, konnte sich der Verein finanziell konsolidieren. Gleichzeitig wurde der im Krieg beschädigte Sportplatz am Bruchweg modernisiert und auf ein Fassungsvermögen von 20.000 Zuschauern ausgebaut – eine Zuschauerzahl, die gegen den 1. FC Kaiserslautern fünf Mal erreicht wurde, unter anderem beim größten sportlichen Erfolg in der Oberliga, als die 05er am 15. November 1953 vor ausverkauftem Haus den FCK 5:2 schlugen. Werner Sommer, Walter Sonnenberger und dreimal Karl-Heinz Wettig trafen gegen den Pfälzer Serienmeister, der mit vier der fünf späteren Weltmeister angetreten war.

Dennoch wären die 05er im Jubiläumsjahr 1955 beinahe abgestiegen: Am Saisonende mussten sie beim Vorjahresdritten TuS Neuendorf und gegen den späteren Südwest-Vizemeister Wormatia Worms punkten. Trotz des frühen 0:2-Rückstands holten die Mainzer die entscheidenden Punkte durch ein 3:2 in Neuendorf.

Kurz nach Saisonende trat der englische Pokalfinalist Manchester City mit dem deutschen Torhüter Bert Trautmann am Bruchweg zum Jubiläumsspiel an. Vor 10.000 Zuschauern gewannen die Mainzer 2:1. Sogar rund 30.000 Zuschauer sahen am 6. November 1955 den 2:1-Sieg beim SV Saar 05 Saarbrücken. Dieser Rekordbesuch hatte allerdings wenig mit dem Spiel der 05er zu tun – es war nur das Vorspiel zum Spitzenspiel zwischen dem 1. FC Saarbrücken und dem FCK.

Die folgenden Jahre verliefen für die 05er meist unspektakulär. Lediglich 1962 qualifizierten sie sich erstmals für den DFB-Pokal, wo sie in der ersten Runde dem 1. FC Köln 0:5 unterlagen.

Otto Schedler – Josef Amadori, Alfred Höfer – Hermann Ronde, Erich Reith, Norbert Liebeck – Bernhard Christ, Lothar Buchmann, Horst Lebefromm, Josef Meinhardt, Karl-Heinz Wettig. Trainer: Heinz Baas.

Als 1963 die Bundesliga eingeführt wurde, war der 1. FSV Mainz 05 nicht qualifiziert. In der neu gegründeten Regionalliga Südwest gehörte der Verein zunächst meist zur Spitzengruppe: In den ersten fünf Jahren wurden die Mainzer ein Mal Dritter und drei Mal Vierter. 1966 fehlten nur drei Punkte zur Südwestmeisterschaft. Ein Jahr später mussten die 05er das am schlechtesten besuchte Ligaspiel der Nachkriegszeit hinnehmen. Beim unter der Woche ausgetragenen und für den Ausgang der Meisterschaft bedeutungslosen Nachholspiel gegen den FC 08 Homburg, das sich mit der Live-Übertragung des Länderspiels zwischen Deutschland und Jugoslawien konkurrierte, wurden am Bruchweg nur 79 Zuschauer gezählt.

Überregionalen Eindruck hinterließ der Verein in der DFB-Pokalsaison 1964/65, als er den späteren Deutschen Meister Werder Bremen (1:0 in Mainz) und den Titelverteidiger TSV 1860 München (2:2 n.V. in Mainz, 2:1 in München) aus dem Wettbewerb warf. Erst im Viertelfinale schieden die Mainzer gegen den 1. FC Nürnberg (0:3) aus.

In den späten 60ern verloren die 05er den Anschluss an die Spitzengruppe. Nachdem sie bereits in der Schlussphase der Saison 1968/69 den Abstiegsplätzen gefährlich nahe gekommen waren, musste die überalterte Mannschaft im folgenden Jahr als Drittletzter überwintern. Der Verein dachte über eine Fusion mit dem noch schlechter stehenden Nachbarn SpVgg. Weisenau Mainz nach, die von den SVW-Mitgliedern jedoch mit so deutlicher Mehrheit abgelehnt wurde, dass das Votum der 05-Mitglieder gar nicht mehr stattfand. Der FSV schaffte am Saisonende den Klassenverbleib, die Weisenauer stiegen ab.

1970 begann der Umbruch, der drei Jahre später zur Südwestmeisterschaft führte. Mit dem langjährigen Stammtorwart Kurt Planitzer, Verteidiger Heinz Wassermann, der zuvor in sechs Jahren nur vier Spiele verpasst hatte, den Läufern Carlo Storck und Richard Klauss, und den Angreifern Gerhard Bopp (der fünfeinhalb Jahre später zurückkam), Georg Tripp und Horst Klinkhammer waren in jener Sommerpause sieben Stammspieler unter den 15 Abgängen des damaligen Tabellenzwölften. Die deutlich verjüngte Mannschaft wurde 1970/71 nach starkem Start (am zweiten Spieltag ein 6:0-Sieg gegen den amtierenden Südwestmeister SV Alsenborn) Tabellensiebter und weckte das Interesse der Mainzer Fußballfreunde wieder: Nach dem 4:0-Heimsieg gegen Eintracht Trier wurden laut der lokalen Presse „in der Stadt erstmals seit den Pokalspielen von 1965 wieder Jugendliche mit Fahnen in den Vereinsfarben gesehen“ .

Schon 1971 musste sich die Mannschaft von ihrem Trainer verabschieden. Der vielversprechende Erich Gebauer, mit dem mittelfristig der Aufstieg in die Bundesliga angegangen werden sollte, stand aber als Beamter bei der Frankfurter Bundesbahndirektion nicht als hauptamtlicher Trainer zur Verfügung. Mit Gebauers Nachfolger Bernd Hoss setzten die 05er den Umbruch fort. Vorstopper Helmut Müllges, der letzte verbliebene Spieler aus Oberligazeiten, beendete seine Karriere, und unterstützt durch den Mainzer Konzern Werner und Mertz, der mit seiner Marke Blendax erster Großsponsor der Vereinsgeschichte wurde, waren die Mainzer in der Lage, etliche prominente Neuzugänge zu verpflichten, darunter den bundesligaerfahrenen Torjäger Gerd Klier vom Hamburger SV, der insgesamt vier Mal Torschützenkönig der Regionalliga Süd bzw. Südwest wurde, und 1972 den dänischen Nationalspieler Torben Nielsen von B 03 Kopenhagen. Das Konzept ging auf: Am 6. Mai 1973 wurde der Verein durch ein 1:1 gegen den direkten Konkurrenten Röchling Völklingen vor 18.000 Zuschauern zum einzigen Mal Meister der Regionalliga Südwest. In der folgenden Aufstiegsrunde zur Bundesliga belegten die 05er hinter dem späteren Aufsteiger SC Fortuna Köln, mit dem sie sich lange ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert hatten, und dem FC St. Pauli, der erst am für den Aufstieg bedeutungslosen letzten Spieltag vorbei zog, den dritten Platz.

Durch die Erfolge in der Regionalliga waren die Mainzer 1974 für die neu gegründete zweigleisige Zweite Bundesliga qualifiziert. Zwei Jahre lang hielt der 1. FSV Mainz 05 sehr ordentlich mit und belegte die Plätze 11 und 12 (von 20). Nach dem zweiten Jahr, das die Mainzer mit den meisten Toren und den zweitmeisten Gegentoren der Liga abgeschlossen hatten, sorgten sie für ein Novum im deutschen Profifußball, indem sie als erster Verein aus finanziellen Gründen freiwillig auf die Zweitligalizenz verzichteten und sich in die Amateurliga Südwest zurückzogen. Diesem Beispiel folgten in den anschließenden Jahren mehrere Zweitligisten. Der sportlich abgestiegene SSV Jahn Regensburg blieb an der Stelle der Mainzer in der Zweiten Bundesliga.

Kurt Planitzer – Carlo Storck – Herbert Scheller, Helmut Müllges, Heinz Wassermann – Horst Schuch, Jürgen Richter, Kurt Sauer – Herbert Renner, Gerd Klier, Charly Tripp. Trainer: Bernd Hoss.

In der Drittklassigkeit zählten die Mainzer meist zu den Spitzenmannschaften, erlebten aber auch eine der schwersten Krisen der Vereinsgeschichte, als im August 1982 die Staatsanwaltschaft wegen finanzieller Ungereimtheiten gegen den Verein ermittelte und gleichzeitig der Vereinspräsident Jürgen Jughard bei einem Autounfall nahe Koblenz verstarb. Später stellte sich heraus, dass Jughard in großem Stil Gelder der Deutschen Anlagen Leasing, deren Generalbevollmächtigter er war, in den Verein gesteckt hatte. Die 05er wurden so in den bis dato größten bundesdeutschen Wirtschaftsskandal verwickelt. Die genauen Umstände von Jughards Tod – Unfall oder Suizid – konnten nicht vollständig geklärt werden.

Nachdem die völlig neu zusammengestellte Mannschaft die erste Saison nach dem Rückzug nur auf dem sechsten Platz der sportlich schwachen Amateurliga Südwest (mit der heutigen Verbandsliga vergleichbar) beendete, gelang 1978 die erste Südwestmeisterschaft. Die Mainzer eroberten kurz vor der Winterpause die Tabellenführung und gaben sie bis zum Saisonende nicht mehr her. In der kurz nach dem letzten Spieltag beginnenden Aufstiegsrunde gegen die Meister der Amateurligen Saarland (Borussia Neunkirchen) und Rheinland (TuS Neuendorf), die eine längere Regenerationszeit hatten, waren die Mainzer chancenlos.

In der 1978 eingeführten Amateur-Oberliga, die die drei Südwest-Amateurligen vereinte, brauchten die 05er drei Jahre, um erstmals Meister zu werden. Trotzdem stiegen sie erneut nicht auf, weil ausgerechnet in jener Saison die Zweite Bundesliga auf eine Staffel reduziert wurde und der Aufstieg in die Zweitklassigkeit deshalb ausgesetzt war.

1982 scheiterten die Mainzer knapp am FC 08 Homburg. Gleichzeitig mussten sie die Jughard-Affäre überstehen. In den beiden folgenden Jahren wurden die Mainzer nur Achter, ihre schlechteste Platzierung in der Oberliga.

Nach der dritten Meisterschaft gelang 1988 die Rückkehr in die Zweitklassigkeit.

In die Amateur-Ära fallen die meisten Titel des 1. FSV Mainz 05, nämlich vier Südwestpokal-Siege, drei Südwest-Meisterschaften und die Amateur-Meisterschaft 1982 (3:0 im Endspiel gegen die Amateure von Werder Bremen), sowie die höchsten dokumentierten Ligaspiel-Siege der Vereinsgeschichte: 10:0 gegen den SV Speicher (31. März 1979) und gegen die SG Ellingen-Bonefeld (18. Mai 1980).

Manfred Petz – Herward Koppenhöfer – Michael Wocker, Werner Orf, Hans Keller – André Häuser, Gerhard Bopp, Michael Schuhmacher, Bernd Münch – Charly Mähn, Armin Maier. Trainer: Horst-Dieter Strich.

Eine einschneidende Bedeutung für die weitere Entwicklung des Vereins hatte die Jahreshauptversammlung am 19. September 1988, bei der eine Oppositionsgruppe gegen den Vorsitzenden Bodo Hertlein putschte. Zum neuen Vereinspräsidenten wurde der damals 37-jährige Anwalt Harald Strutz gewählt, dessen Vater Walter bereits von 1951 bis 1956 dieses Amt inne gehabt hatte. Der damals so entstandene Vereinsvorstand rund um Strutz ist heute noch fast unverändert im Amt.

In der Zweiten Bundesliga scheiterten die Mainzer zunächst: Als 18. der Tabelle stiegen der Verein direkt wieder ab. Aber bereits im folgenden Jahr kamen sie mit einem „Husarenritt“ (so Trainer Robert Jung) zurück in den Profifußball. Die Mannschaft blieb mit aggressivem Offensivfußball 33 Spiele lang ungeschlagen, erst am letzten Spieltag mussten sie ihre einzige Saison-Niederlage gegen den Vizemeister FSV Salmrohr hinnehmen. Die Meisterschaft war zu diesem Zeitpunkt bereits entschieden. Mit vier Siegen in den ersten vier Spielen stand der 1. FSV Mainz 05 schnell als Sieger der Aufstiegsrunde fest. Die beiden Niederlagen in den verbleibenden Spielen konnten den Aufstieg nicht mehr gefährden.

Im ersten Jahr nach dem Wiederaufstieg wurden die Mainzer als Tabellenachter bester Aufsteiger der Saison 1990/91. Eine gewisse Naivität hätte sie dennoch beinahe zurück ins Amateurlager gebracht: Da nicht alle Sponsorenvereinbarungen schriftlich fixiert waren, verweigerte der DFB den 05ern zunächst die Zweitligalizenz für die Saison 91/92, wogegen die Mainzer erfolgreich protestierten. In den folgenden Jahren spielte die Mannschaft in der Zweiten Bundesliga meist gegen den Abstieg.

Besonders der Abstiegskampf 1996 ist hervorzuheben: Nachdem das 2:2 gegen Hannover 96 am ersten Spieltag für die Niedersachsen gewertet wurde, weil der Verein versäumt hatte, Thomas Ziemer, den zuvor nur ausgeliehenen Torschützen zum 1:0, fristgerecht als Neuzugang zu melden, starteten die Mainzer mit einem Punkt und 0:14 Toren aus acht Spielen in die Saison. Erst am neunten Spieltag gab es die ersten Tore und den ersten Sieg für die 05er – der Wattenscheider Sven Backhaus traf erst ins eigene Netz und verschuldete später den Foulelfmeter zum 2:0-Endstand. Der kurz zuvor vorgenommene Trainerwechsel (Wolfgang Frank für Horst Franz) brachte den erhofften Erfolg. Unter Frank spielten die 05er als einer der ersten Profiklubs in Deutschland mit Viererkette und Raumdeckung, zwei Neuerungen, die sich im deutschen Profifußball erst deutlich später allgemein durchsetzten.

In der Rückrunde holte kein Verein mehr Punkte als der 1. FSV Mainz 05. Am vorletzten Spieltag standen die Mainzer erstmals auf einem Nichtabstiegsplatz, am Ende waren sie Elfter. Die entscheidenden Punkte brachte ein 1:0 gegen den VfL Bochum, bei dem zum ersten Mal seit 23 Jahren mehr als 10.000 Mainzer am Bruchweg waren. Kurios war wenige Wochen zuvor das Auswärtsspiel beim 1. FC Nürnberg. Nach zwei Platzverweisen beim Stand von 1:1 spielten die Mainzer ab der 81. Minute nur noch zu neunt und mit einem Feldspieler im Tor. Dennoch gelang dem 05-Torjäger Sven Demandt gegen die ebenfalls durch einen Platzverweis dezimierten Nürnberger der Siegtreffer.

In der folgenden Saison hatten die Mainzer erstmals seit 1973 die Chance, in die Erstklassigkeit zurückzufinden. Erst am letzten Spieltag der Saison 96/97 mussten sie ihre Aufstiegshoffnungen begraben: Beim direkten Konkurrenten VfL Wolfsburg unterlagen sie in einem dramatischen Endspiel mit 4:5. Mit einem Sieg wären sie aufgestiegen.

Es folgten mehrere Jahre als Abstiegskandidat, deren Höhepunkt der 15. Mai 2000 war, als der Interimstrainer Dirk Karkuth mit einer konsequenten Defensivtaktik am viertletzten Spieltag drei Punkte beim Tabellenzweiten VfL Bochum eroberte. Schlüsselfigur war Torsten Lieberknecht, der als Manndecker gegen den Bochumer Spielmacher Yıldıray Baştürk wohl sein bestes Spiel für Mainz 05 machte.

Stephan Kuhnert – Jürgen Klopp, Michael Müller, Peter Neustädter, Steffen Herzberger – Guido Schäfer, Jürgen Kramny, Fabrizio Hayer, Christian Hock – Abderrahim Ouakili, Sven Demandt. Trainer: Wolfgang Frank.

An Fastnacht 2001 wurde die wohl wichtigste Entscheidung der jüngeren Vereinsgeschichte getroffen. Wieder war der Verein in akuter Abstiegsgefahr und entließ ausgerechnet am Rosenmontag den Trainer Eckhard Krautzun. Nachfolger wurde der gerade verletzte Spieler Jürgen Klopp, der aus den ersten sieben Spielen 19 Punkte holte und den Verein zum Klassenerhalt führte.

Die Saison 2001/02 ist gemessen an den erreichten Punkten die erfolgreichste Saison des FSV im Profifußball. Die Mainzer stellten mehrere neue Startrekorde der Zweiten Bundesliga auf, wurden Herbstmeister und hatten noch vor dem letzten Spieltag zwei Punkte Vorsprung auf den vierten Rang. Dennoch scheiterten sie. Mit 64 Punkten sind sie bis heute punktbester Zweitliga-Nichtaufsteiger aller Zeiten.

2002/03 verpasste der 1. FSV Mainz 05 den Aufstieg unter noch dramatischeren Umständen. Zwar hatte die Mannschaft die Liga nicht mehr so dominiert wie im Vorjahr, dennoch stand sie Sekunden vor Saisonende auf einem Aufstiegsplatz. Erst in der Nachspielzeit des letzten Spiels mussten die Mainzer den Nachbarn Eintracht Frankfurt aufgrund des um ein einziges Tor besseren Torverhältnisses vorbeiziehen lassen. Mit 20 Treffern wurde Andrey Voronin erster Zweitliga-Torschützenkönig von Mainz 05.

In der Saison 2003/04 standen die Mainzer fast nie in der Spitzengruppe der Liga. Durch einen kaum noch für möglich gehaltenen Endspurt in den letzten fünf Saisonspielen blieben die 05er jedoch bis zum letzten Spieltag in Reichweite des dritten Platzes. Durch das 3:0 gegen Eintracht Trier am letzten Spieltag und die gleichzeitige 0:1-Niederlage von Alemannia Aachen beim Karlsruher SC reichte es tatsächlich noch zum Aufstieg. Zwei der Tore gegen Trier schoss Michael Thurk, der zuvor einen Vertrag beim direkten Konkurrenten Energie Cottbus unterschrieben hatte und sich so selbst aus der Bundesliga schoss.

Der 1. FSV Mainz 05 ist seit Bestehen der 2. Bundesliga der Verein, der mit den wenigsten Punkten den Aufstieg in die Bundesliga schaffte – 54 Punkte hatten zuvor nie gereicht. Mit dem Aufstieg von Mainz 05 spielte zudem in der nachfolgenden Bundesliga-Saison erstmals ein Team aus dem Rhein-Main-Gebiet höherklassig als Eintracht Frankfurt, die am Vortag des Mainzer Aufstiegs ihren dritten Abstieg in die Zweitklassigkeit hinnehmen mussten.

Nach dem Aufstieg galten die unerfahrenen Mainzer als sicherer Abstiegskandidat. Diese Voraussage trat nicht ein. Zwar unterlagen sie gleich im ersten Spiel dem hoch überlegenen VfB Stuttgart mit 2:4, passten sich aber sehr schnell dem Bundesliga-Niveau an. Bereits am zweiten Spieltag gewannen die 05er gegen den Hamburger SV nach 0:1-Rückstand 2:1 und blieben sieben Spiele lang ungeschlagen. Unter anderem gewannen die Mainzer gegen den Deutschen Meister Werder Bremen mit 2:1, gegen den Champions-League-Teilnehmer Bayer 04 Leverkusen mit 2:0 und wenige Tage nach dem 100. Geburtstag des Vereins gegen den Tabellenführer FC Schalke 04 mit 2:1. Beim Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg am 11. Spieltag standen die Mainzer sogar kurzzeitig an der Tabellenspitze. Bereits am 32. Spieltag schafften die Mainzer als bester der drei Aufsteiger den Klassenverbleib und beendeten die Saison auf dem 11. Tabellenplatz.

Als Gewinner der deutschen Fair-Play-Wertung wurde Mainz 05 im Sommer 2005 der dem DFB zugeloste Startplatz in der UEFA-Pokal-Qualifikation zugesprochen. Damit nahmen die Mainzer erstmals in der Vereinsgeschichte an einem internationalen Wettbewerb teil. Nach Siegen über die Pokalsieger Armeniens (FK MIKA Aschtarak; 4:0, 0:0) und Islands (ÍB Keflavík; 2:0, 2:0) erreichten die Mainzer die erste Hauptrunde des UEFA-Cups, wo sie auf den späteren Sieger Sevilla FC trafen. Nach einem beachtlichen 0:0 in Sevilla entschieden die Spanier das Rückspiel, das ebenso wie die beiden Heimspiele in den Qualifikationsrunden in der Frankfurter Commerzbank-Arena ausgetragen wurde, mit 2:0. Damit schieden die Mainzer aus dem Wettbewerb aus. In der Liga schafften die 05er in der Saison 2005/06 trotz schwachem Start mit fünf Niederlagen zu Saisonbeginn bereits am vorletzten Spieltag den Klassenverbleib und wurden am Ende erneut Elfter.

Mit Innenverteidiger Manuel Friedrich spielte kurz nach der Weltmeisterschaft 2006 erstmals ein Mainzer Spieler in der deutschen Nationalmannschaft.

Die Vorbereitung zur dritten Bundesligasaison, vor der die Mainzer etliche Leistungsträger verloren, wurde empfindlich gestört, als der Torjäger Michael Thurk die 05er im Streit zu Eintracht Frankfurt verließ. Dennoch schlugen die 05er in einem Vorbereitungsspiel den mit etlichen seiner Spitzenspieler angetretenen FC Liverpool mit 5:0. Die Saison, die für sie erstmals mit einem Heimspiel begann, eröffneten die 05er im Gegensatz zu den vorherigen Bundesligajahren mit einem Sieg. Trotz der beiden Erfolge wurden in den ersten Saisonspielen deutlich, dass die Abgänge der Offensivspieler Thurk, Benjamin Auer, Mohamed Zidan und Antonio da Silva sowie der in letzter Sekunde geplatzte Rück-Transfer von Voronin nicht adäquat kompensiert werden konnten. Das Team wurde in den folgenden Wochen ans Tabellenende durchgereicht.

In der darauffolgenden Transferperiode wurde die Mannschaft unter anderem durch die Bremer Leon Andreasen und Zidan verstärkt, die sich schnell ins Team integrieren konnten. Schon nach einigen Spielen in der Rückrunde schafften die 05er bereits den Anschluss ans untere Tabellenmittelfeld. Nachdem das Team die Siegesserie nicht fortsetzen konnte, rutschte der Verein nach 29 Spieltagen jedoch wieder in die Abstiegszone ab. Bereits nach dem vorletzten Spieltag war der Abstieg in die zweite Bundesliga de facto sicher. Als Tabellensechzehnter mussten die Mainzer die erste Liga nach drei Jahren verlassen.

Nach der Saison 2007/08 und dem mit dem vierten Tabellenplatz verpassten Wiederaufstieg in die Bundesliga verließ Jürgen Klopp den Verein und nahm ein Angebot von Borussia Dortmund an. Zu seinem Abschied auf dem Gutenbergplatz kamen circa 15.000 Fans. Die Trainerstelle beim 1. FSV Mainz 05 übernahm Jörn Andersen.

Das in seiner Gesamtchoreografie wohl großartigste Spiel der Mainzer Vereinsgeschichte ist der 2:1-Sieg über den FC Schalke 04 am 20. März 2005. Vier Tage nach den offiziellen Feierlichkeiten zum 100. Jubiläum trat der Tabellenführer der Bundesliga unter außergewöhnlichen Umständen am Bruchweg an: Schalke-Manager Rudi Assauer hatte am Vorabend im ZDF-Sportstudio den Ablösestreit um Mimoun Azaouagh, der drei Monate zuvor von Mainz zu Schalke gewechselt war, eskalieren lassen. Noch inmitten der Jubiläums-Choreografie der 05-Fans, an der sämtliche Tribünen beteiligt waren, erzielte Fabian Gerber nach 20 Sekunden die Mainzer Führung. Lincoln glich in der 70. Minute per Foulelfmeter aus, ehe Michael Thurk in der 79. Minute der Siegtreffer gelang. Schalke verlor durch diese Niederlage die erst eine Woche zuvor erreichte Tabellenführung.

Eine ähnlich dramatische Vorgeschichte hat der 6:2-Sieg beim VfL Bochum im viertletzten Spiel der Saison 2004/05. Der Bochumer Trainer Peter Neururer hatte diese Partie bereits Wochen vorher zum entscheidenden Spiel im Abstiegskampf erklärt und in den Tagen vor dem Spiel in etlichen Interviews die Chancenlosigkeit der Mainzer betont. Angeführt vom überragenden Antonio da Silva, der zum 4:1 traf, das 2:1 und 3:1 direkt vorbereitete und an den anderen drei Mainzer Toren beteiligt war, holten die 05er im Ruhrstadion die entscheidenden Punkte zum Klassenverbleib. Bochum stieg ab. Pikant: Im Stadionheft zu diesem Spiel veröffentlichten die Bochumer einen Comic, der tatsächlich ein 6:2 vorhersagte – allerdings für die Bochumer.

Wenig spektakulär, aber umso bedeutsamer, war der 2:0-Sieg der Mainzer beim langjährigen Rivalen 1. FC Kaiserslautern am 21. September 2005. In der Mainzer Vereinsgeschichte war es nach drei Unentschieden und 20 Niederlagen der erste Pflichtspielsieg auf dem Betzenberg.

Dimo Wache – Robert Nikolic, Manuel Friedrich, Nikolce Noveski, Marco Rose – Fabian Gerber, Christof Babatz, Antonio da Silva – Michael Thurk, Benjamin Auer, Andrey Voronin. Trainer: Jürgen Klopp.

Große Erfolge im DFB-Pokal blieben den 05ern bislang verwehrt. Weiter als ins 1964/65, 1999/00 und 2005/06 erreichte Viertelfinale kam die Mannschaft nie, wobei die Mannschaft in der laufenden Spielzeit 2008/09 ebenfalls als Viertelfinalist noch im Wettbewerb steht. 1999 und 2006 schieden die 05er jeweils auswärts beim hochfavorisierten FC Bayern München aus, den sie beim zweiten Mal immerhin in die Verlängerung zwangen.

Bei der zweiten Teilnahme unterlagen die Mainzer 1965 zuhause dem 1. FC Nürnberg 0:3, stellten aber immerhin einen bis heute gültigen Zuschauerrekord im Stadion am Bruchweg auf: 24.000 Zuschauer sahen teilweise auf kurzfristig errichteten Zusatztribünen das Spiel gegen die Franken. In den vorherigen Runden hatten sich die 05er gegen den späteren Deutschen Meister Werder Bremen (1:0 in Mainz) und den Titelverteidiger TSV 1860 München (2:2 n.V. in Mainz, 2:1 in München) durchgesetzt. Auf die nächste Teilnahme mussten die Mainzer acht Jahre warten. 1973 unterlagen sie ebenfalls den Nürnbergern 1:4.

Von 1973 an bis zum Aufstieg in die 2. Bundesliga, der für die Mainzer ab 1991 die Teilnahme am DFB-Pokal garantierte, spielten die 05er regelmäßig im Pokal mit, überstanden aber nie die zweite Runde. Die besten Ergebnisse des damaligen Drittligisten waren 1983 ein knappes 0:1 gegen den späteren Deutschen Meister VfB Stuttgart, im Jahr zuvor ein 3:6 n.V. gegen den Bundesligisten FC Schalke 04, gegen den die 05er einen 0:2-Rückstand ausgeglichen und bis in die 106. Minute noch 3:2 geführt hatten, und schließlich die Revanche gegen Schalke, ein 1:0 in der Saison 1986/87.

Seit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga scheiden die 05er regelmäßig gegen Amateurvereine aus. Die erste einigermaßen erfolgreiche Pokalsaison seit 1965 begann 1994 mit einem knappen Sieg bei den Amateuren von Werder Bremen. Anschließend setzten sich die 05er beim Bundesligisten MSV Duisburg 2:0 durch und lieferten im Achtelfinale nach 1:0-Führung und 2:5-Rückstand Borussia Mönchengladbach einen heißen Kampf: Christian Hock und „Schorsch“ Müller brachten den Zweitligisten innerhalb von 120 Sekunden auf 4:5 heran. Nach mehreren vergebenen Ausgleichschancen gelang Stefan Effenberg gegen die mit elf Mann stürmenden 05er erst in der Nachspielzeit das 6:4 für den späteren Pokalsieger.

Ähnlich spektakulär wie ihre Vorgänger in den 60ern traten die 05er in der Saison 1999/00 auf. Nach einem Freilos in der ersten Runde und einem 2:1 gegen den VfL Halle 96 in der zweiten Runde schalteten die Mainzer erst den Bundesliga-Dritten Hamburger SV (2:0) und dann in Unterzahl den Champions-League-Teilnehmer Hertha BSC (2:1 n.V.) aus: Kurz nach der Berliner Führung wurde Jürgen Klopp mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen, in der 99. Minute direkt nach seinem Tor zum 2:1 auch der brasilianische Stürmer Marcio Rodrigues. Dennoch brachten neun Mainzer die Führung gegen elf Berliner über die Zeit. Im Viertelfinale hatten die 05er bei Bayern München keine Chance. Immerhin waren die 8000 Mainzer unter den 11.200 Zuschauern, die im Olympiastadion zwei Tage vor Heiligabend bei -15° das Spiel sahen, deutlich in der Überzahl.

Zwei Jahre später gelang den 05ern in der zweiten Runde der bis heute letzte Sieg gegen den Angstgegner SpVgg Greuther Fürth (3:2), ehe sie dem 1. FC Kaiserslautern im Achtelfinale 2:3 unterlagen, dabei in Unterzahl mehrere Möglichkeiten hatten, ein 0:3 auszugleichen.

2005 schafften die 05er es zum dritten Mal ins Viertelfinale. Dabei setzten sie sich jeweils im Elfmeterschießen – jahrelang die große Schwäche der 05er – beim VfL Osnabrück und beim 1. FC Kaiserslautern durch. Dem Sieg in Kaiserslautern folgte ein wochenlanger Streit. Der FCK versuchte, in zwei Instanzen beim DFB die Spielwertung anzufechten, da der Schuss des FCK-Spielers Ferydoon Zandi im Elfmeterschießen, der von der Querlatte hinter die Torlinie gesprungen war, als Tor hätte gewertet werden müssen. Umstritten blieb, ob der Ball dies mit vollem Umfang getan hatte. Der Einspruch wurde zweimal abgewiesen, da es sich laut Urteilsbegründung um eine Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters handelte. Im Viertelfinale reisten die 05er erneut zu den Bayern. Diesmal gingen sie früh in Führung und mussten erst in der Schlussphase den Ausgleich hinnehmen. In der Verlängerung glichen die Mainzer die Bayern-Führung aus, verloren aber dennoch 2:3.

2009 kamen die 05er nach einem 3:1-Auswärtssieg im Achtelfinale beim Ligakonkurrenten SC Freiburg zum vierten Mal ins Viertelfinale. Zuvor hatten sie den SV Babelsberg 03 und den 1. FC Köln ausgeschaltet. Im Viertelfinale geht es nun am 3. März 2009 gegen den FC Schalke 04.

Die ersten großen Rivalen der 05er waren die lokalen Konkurrenten. In der Vorkriegszeit gilt das vor allem für den SV Weisenau, aber auch den großen Nachbarn SV Wiesbaden, der in Mainz von 1925 bis 1934 jedes Jahr verlor, zuhause aber auch nur vier Punkte abgab.

Die Rivalität mit Wormatia Worms entwickelte sich aus dem Kopf-an-Kopf-Rennen um die rheinhessische Bezirksligameisterschaft in der Saison 1926/27, das von einem Stellvertreterkampf in den Zeitungen (auf Wormser Seite: Richard Kirn, später hochrangiger Journalist im kicker-Vorgänger „Sportmagazin“) begleitet wurde. Die 05er gewannen den Titel 1926, die Wormser anschließend viermal hintereinander. Eine Anekdote aus dem Frühjahr 1932 verdeutlicht die Schärfe dieser Rivalität: Nachdem die Hessenmeisterschaft 1931/32 wieder nach Mainz gegangen war, die 05er aber im Gegensatz zu den Wormsern in der Süddeutschen Endrunde chancenlos waren, veröffentlichte der Mainzer Anzeiger den Leserbrief zweier Wormatia-Spieler, die herausarbeiten wollten, dass die Mainzer Meisterschaft Zufall sei und die Wormatia wahrer Hessenmeister. Wochen später verpasste die Wormatia die gesamtdeutsche Meisterschaftsendrunde durch eine Niederlage bei den 05ern, die so in den vier Saisonspielen gegen Worms ungeschlagen blieben. „Hessenmeister zu Recht!“ triumphierte darauf der Mainzer Anzeiger. Die Rivalität zur Wormatia setzt sich in den Oberligaspielen der Wormser gegen die zweite Mannschaft der Mainzer fort. Eine eher freundschaftliche Rivalität entwickelte sich in den 80ern zwischen dem Südwestverein Mainz 05 und der hessischen FVgg. Kastel 06. Die jährlichen Vergleichsspiele zwischen dem links- und dem rechtsrheinischen Mainzer Oberligisten, die im Ligaspielbetrieb nicht aufeinandertreffen konnten, zogen regelmäßig viele Zuschauer an.

Zu Zweitligazeiten etablierten sich Rivalitäten mit dem SV Darmstadt 98, SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Saarbrücken, die aber mangels Berührungspunkten ebenfalls kaum noch wahrgenommen werden. Die aktuellen Rivalitäten zu Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Kaiserslautern sind vergleichsweise jüngeren Datums.

Seit dem 4:6 im DFB-Pokalspiel bei Borussia Mönchengladbach am 25. Oktober 1994 entwickelte sich eine Fanfreundschaft zwischen 05ern und Borussen, die aber schon nach wenigen Jahren brüchig wurde und heute nur noch von wenigen Fans gepflegt wird. Nie besonders verbreitet, dafür umso dauerhafter ist die Freundschaft zur TuS Koblenz, die noch aus gemeinsamen Oberligazeiten stammt.

Vereinspräsident ist seit 1988 Harald Strutz. Seine Vizepräsidenten sind Peter Arens, Jürgen Doetz und Karl-Heinz Elsäßer, die weiteren Vorstandsmitglieder Schatzmeister Friedhelm Andres, Jugendleiter Hubert Friedrich, Bernhard Geitel, Manfred Thöne und Manager Christian Heidel.

Der einzige Spieler, der für den FSV in der deutschen A-Nationalmannschaft auflief, ist Manuel Friedrich, der am 16. August 2006 debütierte. Deutsche Ex-Nationalspieler im 05-Trikot waren Kurt Diemer, Karl Scherm, Helmut Schneider, Erich Bäumler und Hanno Balitsch. Franco Foda, der zwei Mal für das DFB-Team spielte, wurde bei den Mainzer Junioren ausgebildet. Aktuelle ausländische Nationalspieler im Kader der Mainzer sind derzeit Félix Borja (Ecuador), Elkin Soto (Kolumbien), Chadli Amri (Algerien), Milorad Peković (Montenegro), Nikolce Noveski (Mazedonien), Jahmir Hyka (Albanien), Aristide Bancé (Burkina Faso) und Peter Van der Heyden (Belgien). Vorher spielten bereits die Nationalspieler Spasoje Bulajič (Slowenien), Igoris Morinas (Litauen), Blaise Nkufo (Schweiz), Tamás Bódog (Ungarn), Conor Casey (USA), Andrey Voronin (Ukraine), Cha Du-Ri (Südkorea), Otto Addo (Ghana), Imre Szabics (Ungarn), Mohamed Zidan (Ägypten) und Leon Andreasen (Dänemark) für die 05er. In deutschen Juniorennationalmannschaften spielten zuletzt Mario Vrančić (U20), Roman Neustädter (U20) und Jan Kirchhoff (U19).

In der Geschichte des 1. FSV Mainz 05 gab es zwei Zweite Mannschaften.

Die erste dieser beiden Abteilungen stieg 1956 aus der rheinhessischen A-Klasse, Gruppe Nord, in die II. Amateurliga (damals die dritthöchste Spielklasse) auf. Ein Jahr darauf gelang der erneute Aufstieg in die I. Amateurliga. Der Höhenflug hielt nicht lange an – zwei Jahre nach dem zweiten Aufstieg spielte das Team wieder in der A-Klasse, ab 1964 sogar in der B-Klasse, der fünfthöchsten Liga. Einige Jahre später wurde die Mannschaft aufgelöst.

Wieder ins Leben gerufen wurde der 1. FSV Mainz 05 (A) vom späteren Manager Christian Heidel. Die Mannschaft startete 1992 in der untersten Liga. Nach vier Meisterschaften in Folge (die erste ohne Punktverlust) erreichten die Amateure 1997 die Verbandsliga Südwest. Nach dem dritten Platz 1998 stiegen sie 1999 sogar in die Oberliga Südwest auf.

Auch hier gehörten die Mainzer zu den Spitzenmannschaften. Nach dem vierten, siebten und zweiten Platz stiegen sie im vierten Jahr (2003) in die Regionalliga auf, in der sie im ersten Jahr den Ligaverbleib schafften. Durch den Aufstieg der Profimannschaft hatte der 1. FSV Mainz 05 in der Jubiläumssaison 2004/05 erstmals alle Mannschaften von den Profis bis in die unteren Jugendmannschaften in der höchsten möglichen Liga, musste aber am Saisonende den Abstieg der Amateure und der A-Junioren hinnehmen.

Der derzeit von Ex-Profi Peter Neustädter trainierte und in der Saison 2007/08 in die Regionalliga West aufgestiegene 1. FSV Mainz 05 II wurde zudem von 2001 bis 2005 fünf Mal in Folge SWFV-Pokalsieger. In den daraus resultierenden DFB-Pokalspielen erreichte die zweite Mannschaft zwei Mal das Elfmeterschießen (2001 2:4 gegen Borussia Mönchengladbach, 2003 3:4 gegen den Karlsruher SC), kam aber nie in die zweite Runde.

Die Juniorenabteilung der 05er zählt im Südwesten zu den „großen Drei“ mit dem meist dominierenden 1. FC Kaiserslautern und dem 1. FC Saarbrücken. Die B-Junioren wurden unter den Trainern Willi Löhr und ab März 2005 Stefan Hofmann 2004 und 2005 Südwestmeister vor dem FCK. Im Viertelfinale der Deutschen Jugendmeisterschaft schieden sie 2004 gegen den späteren Meister VfB Stuttgart (u.a. mit Sami Khedira) durch zwei Niederlagen aus. 2005 erreichten sie gegen Borussia Dortmund (u.a. mit Nuri Şahin) trotz einer 0:3-Hinspielniederlage im Rückspiel das Elfmeterschießen, unterlagen aber mit 7:8.

Die A-Junioren wurden 1997/98 zum einzigen Mal Südwestmeister. 2003 waren sie Gründungsmitglied der U19-Bundesliga, aus der sie nach zwei Jahren abstiegen. 2006 wurden sie Südwestmeister und stiegen im Playoff gegen den Hessenmeister Kickers Offenbach (5:0, 2:1) wieder in die Bundesliga auf, wo sie 2006/07 der Spitzengruppe angehörten und erst am letzten Spieltag die Qualifikation zur Deutschen U19-Meisterschaft verpassten. Trainer der A-Junioren ist Thomas Tuchel, der den zum Co-Trainer der Profimannschaft berufenen Jürgen Kramny ablöste.

Die B-Junioren qualifizierten sich zur Spietzeit 2007/08 für die neu gegründete U17-Bundesliga.

Die Bundesligaspieler Mimoun Azaouagh, Axel Brummer, Christian Demirtas, Franco Foda, Manuel Friedrich, Fabrizio Hayer und Markus Kreuz, Damir Vrančić und Mario Vrančić wurden bei den 05-Junioren ausgebildet.

Ihre größten Erfolge feierte die Jugendabteilung von Mainz 05 in der Zeit von 1976 bis 1978. Nicht nur wurden die A-, B- und C-Jugend-Mannschaften regelmäßig Südwestmeister, A-Jugend und B-Jugend standen auch im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft. Dabei schied die A-Jugend 1977 gegen den MSV Duisburg nach einem 4:1-Sieg im Hinspiel und einem 0:4 im Wedaustadion vor 22.000 Zuschauern 0:4 aus, die B-Jugend wurde 1977 und 1978 jeweils Dritter der Deutschen B-Jugendmeisterschaft, musste sich in den Halbfinalspielen aber jeweils Schalke 04 mit 2:5 bzw. 1:2 geschlagen geben. In den Spielen um den dritten Platz konnte man sich gegen Hertha BSC und Eintracht Frankfurt durchsetzen.

Trainer der A-Jugend war damals Heinz Hinkel, der 1979 als Jugendkordinator zum 1. FC Kaiserslautern wechselte und viele gute Spieler mit nach Kaiserslautern nahm. Trainer der B-Junged war Udo Hertlein. Spiele in der Südwestliga fanden in der Regel vor 1.000 und mehr Zuschauern auf dem Hartplatz hinter dem Stadion statt.

Seit Juni 2006 führt der 1. FSV Mainz 05 das bundesweit einzigartige soziale Projekt „05er-KidsClub – Lernen und Erleben wie die Profis“ durch. Es handelt sich um eine Plattform für Kinder und Jugendliche unabhängig von sozialer Herkunft oder sportlichen Talenten, bei der soziale Werte altersgerecht und erlebnispädagogisch vermittelt werden. Die Schirmherrschaft hat die Kinderbuchautorin Ulla Klopp übernommen.

Seit Oktober 1938 trägt der FSV seine Heimspiele im Stadion am Bruchweg aus. Das reine Fußballstadion am Dr.-Martin-Luther-King-Weg (früher Bretzenheimer Bruchweg) nahe der Mainzer Universität hat derzeit nach mehreren Umbauten 20.300 größtenteils überdachte Plätze, darunter ca. 10.400 Sitzplätze. Zum Stadiongelände gehören ein neu angelegter Kunstrasenplatz, ein weiterer Rasenplatz, der seit Jahren in ziemlich schlechtem Zustand ist, ein Rasen-Kleinfeld und ein Hartplatz.

Da der Verein aus wirtschaftlichen Gründen auf ein größeres Stadion angewiesen ist und ein Ausbau des jetzigen Stadions nicht möglich ist, wird derzeit ein Stadionneubau konzipiert, der südlich des Europakreisels rund zwei Kilometer westlich des jetzigen Standorts entstehen wird. Das neue Stadion soll rund 35.000 Zuschauer fassen und ab der Saison 2009/10 die Spielstätte der 05er sein. Auch die Finanzierung der etwa 45 Millionen Euro teuren Arena ist mittlerweile geregelt. Das neue Fußballstadion, soll nach einer Vereinbarung mit Coface Deutschland den Namen „Coface Arena“ tragen.

Vor dem Umzug spielten die 05er 500 Meter südlich des heutigen Stadions auf dem in Eigenarbeit angelegten Sportplatz am Fort Bingen, der 1920 mit einem Freundschaftsspiel gegen Vasas Budapest vor 5.000 Zuschauern eingeweiht wurde. Nach der Erweiterung zur Saison 1926/27 bot die moderne Kampfbahn mit Tribüne und ausgebauten Stehtraversen Platz für mehr als 10.000 Zuschauer. 1937 musste dieses erste vereinseigene Stadion einer Flak-Kaserne weichen, die heute den Haupteingang der Universität bildet. Als Entschädigung für den Verlust der Anlage mit drei Spielfeldern, Tribünen und Umkleidekabinen, in die mehrere hunderttausend Mark investiert worden waren, erhielt der Verein lediglich 3.000 Mark. Die 05er spielten zunächst an der Pariser Straße auf dem Platz des MTV 1817, ab 1938 in der Herbert-Norkus-Kampfbahn, wie das städtische Stadion am Bruchweg im Dritten Reich hieß.

Vor der Errichtung des Sportplatzes am Fort Bingen musste der Verein unterschiedliche Sportplätze nutzen. Zu Hassia-Zeiten spielte man auf freien Flächen der Befestigung am Gautor, große Spiele wurden auf der 1897 errichteten Radrennbahn am nahegelegenen Fichteplatz ausgetragen. 1910 zog der Verein auf den Platz des Mainzer SV 08 an der Hattenbergstraße um. Nach dem Krieg und der Fusion mit den 08ern musste der Klub zunächst auf den ungeeigneten Schützenfestplatz oberhalb des Stadtparks ausweichen, bis die Kampfbahn am Fort Bingen fertiggestellt war.

Bei den Heimspielen des 1. FSV Mainz 05 wird jedes Tor der eigenen Mannschaft mit den ersten Takten des Narrhallamarsch als Tusch gefeiert.

Die Handballabteilung der 05er entstand erst 1926, als unter anderem die Juniorenabteilung des Wartburgverein Mainz geschlossen zum FSV wechselte und sich zwei Herren-, ein Damen- und ein Junioren-Feldhandballteam formierten. Bereits 1927 wurde die Mainzer Herrenmannschaft Bezirks- und Rhein-Saar-Meister. Bis 1930 folgten zwei weitere Bezirksmeisterschaften. Überregional scheiterten die Mainzer regelmäßig am SV Darmstadt 98. Wie die Fußballabteilung brachen auch die Handballer nach dem Verlust des Vereinsgeländes ab 1938 zusammen.

Nach dem Krieg konnten die neuformierten Handballer nicht an die alten Erfolge anknüpfen. Erst 1972 gelang mit der Rheinhessenmeisterschaft der Junioren und dem anschließenden zweiten Platz bei der Südwestmeisterschaft wieder ein Titel.

Die Herrenmannschaft erreichte 1977 die Oberliga, aus der sie 1983 wieder abstieg. Bis 1985 und von 1988 bis 1993 spielte das Team in der Verbandsliga.

Eine Damenmannschaft gibt es erst seit 1978 wieder. Von 1992 bis 1996 traten die 05-Spielerinnen in der Regionalliga an. Die Erweiterung der Regionalliga Südwest um Hessen und Thüringen schmälerte die Wiederaufstiegschancen. Trotz mehrerer Meisterschaften in der Oberliga scheiterte das Team regelmäßig im Aufstiegs-Play-off.

Die bis Oktober 2006 vom „Magier“ Vlado Stenzel trainierten Damen stiegen 2008 in die Regionalliga Südwest auf, die Herren spielen nur noch in der B-Klasse, zuletzt in einer Spielgemeinschaft mit dem Mombacher Turnverein.

Die Tischtennisabteilung des 1. FSV Mainz 05 entstand 1949, als acht Jugendliche des Mainzer Rudervereins, für die nach der Währungsreform die Mitgliedsbeiträge zu hoch wurden, zu den 05ern wechselten. Bereits im ersten Jahr nahmen drei Spieler an den Deutschen Einzelmeisterschaften teil.

Der erste Star des 05-Tischtennis war der mehrfache indische Meister Cudhir Kakhar, der sich in den frühen 50ern dem FSV anschloss und den Topspin in Deutschland einführte.

1954 waren die Mainzer Gründungsmitglied der Oberliga Südwest, der sie bis 1972 und erneut von 1976 bis 1978 angehörten. 1956 spielten sie um die Deutsche Meisterschaft mit. 1968 verpasste Mainz 05 als Oberligazweiter hinter der TGS Rödelheim nur knapp die Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur Tischtennis-Bundesliga.

Mit Dieter Köhler stellten die 05er 1956 den deutschen Jugendmeister im Einzel und Doppel sowie den internationalen Jugendmeister. Bei der Weltmeisterschaft 1959 bezwang Köhler den chinesischen Asienmeister Wang Chuan-Yao. Bis heute ist Köhler der erfolgreichste Tischtennisspieler des 1. FSV Mainz 05. Bis 1965 stellten die 05er jedes Jahr den Verbandsmeister Rheinhessens.

Nach dem Wiederaufstieg 1980 waren die 05er auch Gründungsmitglied der 2. Bundesliga, aus der sie im Zuge der Staffelreduzierung 1988 wieder abstiegen. 1991 spielten die Mainzer nur noch viertklassig. Wayne Estwick, Nationalspieler von Trinidad und Tobago, sollte ein Schlüsselspieler beim Wiederaufstieg werden, kam aber noch vor seinem ersten Einsatz bei einem Raubüberfall auf den Mainzer Tischtennis-Abteilungsleiter ums Leben.

Der bekannteste Mainzer Tischtennisspieler der letzten Jahre ist der Chinese Li Bing, der von 1994 bis 2004 acht Mal bester Einzelspieler der Liga wurde und den Verein wieder in die Regionalliga brachte. Seit seinem Wechsel nach Mainz verpasste er kein einziges Meisterschaftsspiel (Stand: 2005). 2001 brachten die 05er einen weiteren Spitzenspieler heraus. Der damals 15-jährige Patrick Baum wurde in seiner Altersklasse Deutscher und Europameister. Nach der Regionalligameisterschaft 2002 scheiterten die Mainzer in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga.

Die Saison 2005/06 schlossen die Mainzer als Zweitplatzierter der drittklassigen Regionalliga Südwest ab.

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Hannover 96

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Der Hannoversche Sportverein (HSV) von 1896 e. V. ist ein Sportverein in Hannover. Sein Sportangebot umfasst die Sparten Fußball, Leichtathletik, Gymnastik, Badminton, Tennis, Tischtennis, Billard und Triathlon. Der Verein hat derzeit ca. 10.000 Mitglieder: Etwa 2.200 sind aktive oder passive Mitglieder der einzelnen Sportarten, die übrigen Mitglieder wurden in den vergangenen Jahren aus der Fanszene der Profifußballmannschaft durch eine neu geschaffene Fördermitgliedschaft angeworben.

Obwohl Hannover 96 die Vereinsfarben schwarz-weiß-grün hat, werden die Spieler der Fußballmannschaften von den Fans auf Grund der traditionell roten Heimtrikots „Die Roten“ genannt. Hintergrund ist, dass in den Anfangsjahren des Fußballsports in Hannover das Stadtamt für Leibesübungen die Trikotfarben vergab und Hannover 96 die roten Leibchen zuteilte.

Die Profifußballmannschaft ist seit Ende der 1990er Jahre als Kommanditgesellschaft auf Aktien aus dem Hauptverein ausgegliedert. Der Verein kontrolliert die KGaA. Die Vereinshymne ist 96 – Alte Liebe.

Heimatstadion des Fußballteams ist die AWD-Arena (ehemals Niedersachsenstadion), die nach einem Umbau am 23. Januar 2005 offiziell eingeweiht wurde. Die Amateur-Fußballer von Hannover 96 tragen ihre Heimspiele im vereinseigenen Eilenriedestadion aus.

Die Profifußballmannschaft von Hannover 96 spielte mit Ausnahme der Saison 1996/97 und 1997/98 immer in der jeweils höchsten oder zweithöchsten Spielklasse in Deutschland und wurde zweimal Deutscher Meister: 1938 und 1954. Insgesamt dreimal wurde Hannover Deutscher Amateurmeister: 1960, 1964 und 1965. 1992 gewannen die 96er als erster echter Zweitligist den DFB-Pokal. International war Hannover 96 letztmalig in der Saison 1992/93, ebenfalls als Zweitligist, im Europapokal der Pokalsieger vertreten. Insgesamt war Hannover 96 bisher in acht Saisons im Europapokalwettbewerb vertreten und absolvierte 23 Spiele.

Seit 2002 spielt Hannover 96 durchgängig in der Fußball-Bundesliga.

Am 12. April 1896 wurde Hannover 96 als Hannoverscher Fussball-Club von 1896 gegründet. Trotz der Namensgebung des Vereins wurde zunächst Rugby gespielt, ehe der Verein sich 1901 dem in Deutschland populärer werdenden modernen Fußballspiel widmete. 1913 fusionierte der Hannoversche FC von 1896 mit dem BV Hannovera 1898, der 1905 durch die Fusion des FV Hannovera 1898 Hannover und des 1902 vom HFC 1896 abgespaltenen BV Hannover entstand, zum Hannoverschen Sportverein von 1896. 1902 hatten sich dem HFC 1896 bereits die Kicker von FV Germania 1902 Hannover angeschlossen. Von Anbeginn bis weit in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts trug der Verein seine Spiele auf der hannoverschen Radrennbahn aus.

1932 wurde mit Robert Fuchs erstmals ein hauptberuflicher Trainer für die Fußballspieler bei Hannover 96 beschäftigt. Robert Fuchs war insgesamt 16 Jahre (allerdings mit Unterbrechung) als Trainer bei 96 angestellt. Im August 1935 wurden mit Edmund Malecki und Fritz Deike erstmals zwei Spieler von Hannover 96 in die Nationalmannschaft berufen.

In der Saison 1937/1938 wurde Hannover 96 zum ersten Mal Deutscher Meister im Fußball. Die Mannschaft erreichte das Endspiel durch ein 3:2 nach Verlängerung im Halbfinale in Dresden gegen den Hamburger SV. Das Finale wurde am 26. Juni 1938 in Berlin ausgetragen. Gegner war die in den 1930er Jahren dominierende Mannschaft des FC Schalke 04, die als hoher Favorit galt. Vor mehr als 90.000 Zuschauern lautete das Ergebnis 3:3 nach Verlängerung. In der Wiederholung des Endspiels, am 3. Juli 1938 erneut in Berlin vor diesmal über 94.000 Zuschauern ausgetragen, stand es nach der regulären Spielzeit erneut 3:3. Hannover 96 gelang in der Verlängerung der Siegtreffer zum 4:3 n.V. und damit eine kaum für möglich gehaltene Sensation: Hannover 96 war deutscher Fußballmeister 1938.

Folgende Spieler bestritten sowohl das erste Finale als auch das Wiederholungsspiel für die Roten: Ludwig Pritzer – Helmut Sievert, Willi Petzold – Johannes Jakobs, Ernst Deike, Ludwig Männer – Edmund Malecki, Ludwig Pöhler, Erich Meng, Peter Lay – Richard Meng. Auch Schalke 04 spielte beide Spiele in unveränderter Besetzung.

Nach den Wirren des Zweiten Weltkrieges wurde Hannover 96 im Jahr 1945 wie alle Vereine in Deutschland aufgelöst. 1946 erfolgte die Wiedergründung des Vereins. 1947 erreichte 96 am grünen Tisch die Aufnahme in die als höchste Spielklasse neu gegründete Fußball-Oberliga. Gleich in der ersten Saison in der Oberliga-Nord musste die Mannschaft zunächst absteigen und begann damit 1949 erstmals in der Fußball-Zweitklassigkeit. Nachdem Holstein Kiel jedoch nachträglich aus der Oberliga ausgeschlossen wurde und Hannover 96 einen garantierten Startplatz in der Oberliga für die Saison 1949/1950 zugesprochen bekam, meldete der Verein die Mannschaft vom laufenden Spielbetrieb ab und bestritt den Rest der Saison ausschließlich mit Freundschaftsspielen.

Ab 1949/50 war Hannover 96 wieder dauerhaft in der höchsten Spielklasse vertreten. 1952 wurde Helmut Kronsbein als neuer Trainer verpflichtet. 1953/54 gelang ihm mit einer namenlosen Elf, in der kein einziger Nationalspieler der späteren Weltmeistermannschaft aus Deutschland stand, nach einem Startrekord mit 22:0 Punkten in der Oberliga Nord der Gewinn der Norddeutschen Meisterschaft und der Einzug in die Endrunde um die deutsche Meisterschaft. 96 schaffte in der Endrunde gegen den Berliner SV 92 und den VfB Stuttgart den Einzug ins Endspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern. Das Finale wurde im Hamburger Volksparkstadion vor 80.000 Zuschauern ausgetragen. Kaiserslautern war klarer Favorit, da die Mannschaft viele Nationalspieler aufwies, die später in Bern zudem noch überraschend Fußball-Weltmeister 1954 werden sollten. In Hamburg gab es am 23. Mai 1954 ebenfalls ein Wunder – der Außenseiter Hannover 96 besiegte Kaiserslautern nach einem 1:1 zur Halbzeit mit 5:1 und wurde zum zweiten Mal deutscher Fußballmeister.

Die Aufstellung der Roten im Finale lautete: Hans Krämer – Helmut Geruschke, Hannes Kirk – Werner Müller, Heinz Bothe, Rolf Gehrcke – Heinz Wewetzer, Rolf Paetz, Hannes Tkotz, Clemens Zielinski, Helmut Kruhl. Gehrcke vertrat den verletzten Willi Hundertmark, der sonst in der Mannschaft gestanden hätte.

In der folgenden Saison belegte 96 Platz 5 in der Oberliga-Nord. 1956 schaffte die Mannschaft es erneut in die Endrunde zur deutschen Meisterschaft, schied jedoch gegen Kaiserslautern, Schalke 04 und den Karlsruher SC aus. Es sollte die letzte Teilnahme an einer Endrunde zur Deutschen Meisterschaft gewesen sein. Spitzenspiele trug der Verein oft nicht in der heimischen Radrennbahn, sondern im Eilenriedestadion aus. Der zunehmende Wechsel zwischen beiden Spielstätten hatte mit dem Abriss der Radrennbahn 1959 ein Ende, wobei mit Gründung der Bundesliga dann dauerhaft das Niedersachsenstadion bezogen wurde.

1963 wurde Hannovers Antrag auf Eingliederung in die neu gegründete erste Fußball-Bundesliga abgelehnt. Neben der direkten, sportlichen Qualifikation galten die sportlichen Leistungen der vergangenen Jahre sowie die wirtschaftliche Situation des Vereins als Kriterien für die Teilnahme an der Bundesliga. Hierbei zog Hannover 96, wenn auch knapp und in der formalen Wertung äußerst umstritten, den Kürzeren gegenüber Eintracht Braunschweig. Diese „Niederlage“ am grünen Tisch gegen den niedersächsischen Nachbarn aus Braunschweig wurde zum Anstoß einer bis heute bestehenden Feindschaft zwischen den Fans dieser beiden Vereine.

Hannover 96 qualifizierte sich anschließend in der Saison 1963/1964 auf Anhieb durch sportlichen Erfolg für den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga und spielte dort die nächsten zehn Jahre. Als Trainer war 1963 erneut Helmut Kronsbein verpflichtet worden und 1966 wieder entlassen. Zu den Leistungsträgern der Mannschaft von Hannover 96 in den 1960er Jahren zählte Torhüter Horst Podlasly, der in dieser Zeit 187 Bundesligaspiele für die Roten absolvierte.

1974 stieg 96 erstmalig in die 2. Bundesliga ab. Wieder wurde Kronsbein geholt, 1975 stieg 96 wieder in die 1. Liga auf, ehe nach dem erneuten Abstieg 1976 einige Jahre in der Zweitklassigkeit folgten. Kronsbein war Anfang 1976 wieder entlassen und ein Jahr später zum vierten Mal bis 1978 eingestellt worden. In den Folgejahren verfehlte die Mannschaft meist knapp oder in etwas größerem Abstand die Aufstiegsränge zur Bundesliga. Unter den Trainern dieser Zeit blieb Diethelm Ferner (1979-82) am ehesten in Erinnerung. Bekanntester Fußballer dieser Zeit war Dieter Schatzschneider, der erfolgreichste Zweitliga-Torschütze aller Zeiten. Daneben konnten Torwart Jürgen Rynio und Mittelfeldspieler Bernd Dierßen einige identitätsstiftende Glanzlichter dieser eher tristen Episode setzen.

Erst unter Trainer Werner Biskup gelang in der Saison 1984/85 der Wiederaufstieg in die erste Liga mit einer jungen Mannschaft. Die Ernüchterung folgte mit dem letzten Tabellenplatz in der Bundesliga in der Folgesaison. 1986/87 hieß das Ziel folglich erneut Wiederaufstieg in die Bundesliga – und die Mannschaft startete unter Trainer Jürgen Wähling furios. Nach drei Siegen zum Saisonauftakt kamen sogar zum Zweitliga-Heimspiel gegen den SSV Ulm 1846 40.000 Zuschauer – außergewöhnlich viel für die von Zuschauerschwund geplagten 80er Jahre. In Hannover grassierte das Fußballfieber. Die Roten schafften den Aufstieg und in der darauffolgenden Saison 1987/88 als Tabellenzehnter souverän den Klassenerhalt. Sie schlugen in der Rückrunde sogar Bayern München und trugen damit wesentlich zur Meisterschaft des Nachbarn Werder Bremen bei. In der Folgesaison musste Hannover 96 jedoch erneut absteigen. In Erinnerung blieb vor allem das 2:2 am 30. Spieltag gegen den 1. FC Köln, der vor dem Spiel nur einen Punkt hinter Bayern München auf Platz 2 der Tabelle lag; eine Woche später wurde der FC Bayern München durch ein 3:1 in Köln vorzeitig Deutscher Meister.

Einer der beständigsten 96-Spieler der 80er Jahre und aller Zeiten war Karsten Surmann, der von 1980 bis 1992 bei 96 im Mittelfeld spielte und über mehrere Jahre Mannschaftskapitän war.

Von 1989 bis 1996 gehörte Hannover 96 der zweiten Liga an. 1992 gelang es dem Verein unter Trainer Michael Lorkowski als erstem Zweitligisten, den DFB-Pokal zu gewinnen. Die Mannschaft, die in dieser Saison in der Staffel Nord der zweiten Bundesliga nur im oberen Mittelfeld spielte, besiegte mit dem VfL Bochum, Borussia Dortmund, dem Karlsruher SC, Werder Bremen sowie im Finale Borussia Mönchengladbach dabei gleich fünf Bundesligisten. Torwart Jörg Sievers avancierte zum Pokal-Helden, indem er sowohl im Halbfinale gegen Bremen (7:6 n.E.) als auch im Finale (4:3 n.E.) mehrere Elfmeter parieren konnte. Im Halbfinale hatte er den entscheidenden Elfmeter für Hannover zudem selbst sicher verwandelt.

Die Spieler, die das DFB-Pokal-Finale für Hannover gewannen, waren: Jörg Sievers – Roman Wojcicki, Jörg-Uwe Klütz, Axel Sundermann – Michael Schjönberg, Oliver Freund, Jörg Kretzschmar, Karsten Surmann, Bernd Heemsoth (119. Mathias Kuhlmey) – Milos Djelmas, Michael Koch (68. Uwe Jursch).

Nach dem Gewinn des DFB-Pokals durfte Hannover 96 1992/93 als Zweitligist im Europapokal der Pokalsieger starten. Als eine der größten Ironien der Vereinsgeschichte gilt das Los in der ersten Runde des Wettbewerbs: Statt einer internationalen Mannschaft wurde ausgerechnet der Europacup-Sieger des Vorjahres, Werder Bremen, zugelost – in einem Wettbewerb, in dem abgesehen vom Titelverteidiger nur eine Mannschaft pro Land startete. Nach einem 1:3 in Bremen reichte es im Rückspiel in Hannover nur zu einem 2:1-Sieg, so dass die Mannschaft den Einzug in die zweite Runde verpasste.

In der zweiten Liga spielte Hannover 96 bis Mitte der 1990er insgesamt nur mäßig erfolgreich. 1996 spielte die Mannschaft eine so schlechte Rückrunde, dass der Absturz in die Regionalliga die Folge war.

Dem Abstieg in die Regionalliga folgte ein personeller Aderlass, doch der Neuaufbau gelang: 1997 wurde Hannover 96 mit einer jungen Mannschaft überlegen Regionalligameister, scheiterte jedoch in der Relegation an Energie Cottbus. Im Verlauf der zweiten Regionalligasaison 1997/98 kam es zu einer offenen Rebellion gegen die „Kahlschlagpolitik“ des Vereinspräsidenten Utz Claassen, an dem sich auch die Mannschaft und verschiedene Mitarbeiter und andere Funktionsträger des Vereins beteiligten. Die Mannschaft rief unter anderem den damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder zu Hilfe, um den Verein vor seinem eigenen Präsidenten zu schützen. Im weiteren Verlauf der Turbulenzen kam es zu Masseneintritten aus der Fanszene mit dem einzigen Zweck, Claassen auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung abzuwählen. Claassen versuchte erfolglos, die neuen Mitglieder für nicht stimmberechtigt zu erklären und wich einer Abstimmung anschließend durch plötzlichen Rücktritt aus. Zu Claassens Nachfolger wurde der Hörgeräte-Unternehmer Martin Kind gewählt, der die Strukturen des Vereins grundlegend professionalisierte und viel eigenes Geld investierte.

1998 stieg 96 als erneuter Regionalligameister unter Trainer Reinhold Fanz wieder in die zweite Liga auf, die Rückkehr in den Profifußball war geschafft. Zahlreiche junge Spieler, die knapp 10 Jahre später in der Bundesliga und der deutschen Nationalmannschaft spielen (Gerald Asamoah, Fabian Ernst, Sebastian Kehl, Otto Addo u. a.), waren beteiligt. Der heutige Trainer Dieter Hecking gehörte ebenso zur Aufstiegsmannschaft. Langjährig treue Spieler und Idole der 90er Jahre waren vor allem Torwart Jörg Sievers und Abwehrspieler Carsten Linke. Sievers ist heute Torwarttrainer des Vereins.

Der direkte Durchmarsch in die Bundesliga wurde 1999 mit dem 4. Platz knapp verfehlt. Auch in der Saison 2000 (Platz 10) und 2001 (Platz 9) hatte 96 lange Kontakt zu den Aufstiegsrängen, fiel aber jeweils im Verlauf der Rückserie zurück.

Nach mehreren Trainerwechseln (Reinhold Fanz – Franz Gerber – Branko Ivanković – Horst Ehrmantraut) übernahm Ralf Rangnick den Verein am 1. Juli 2001 und führte ihn in der Saison 2001/02 unmittelbar in die Bundesliga. Rangnick erfreute sich bereits nach kurzer Zeit großer Beliebtheit bei den Fans, da er die Mannschaft erfrischenden Offensivfußball spielen ließ. Die Mannschaft spielte nicht nur ansehnlich, sondern auch erfolgreich, so dass der Aufstieg verhältnismäßig früh feststand.

Die erste Bundesligasaison der 96er nach 13 Jahren Abstinenz war durch eine weiter offensive, aber nur noch bedingt erfolgreiche Spielweise geprägt. Typische Rangnick-Ergebnisse waren torreich auf beiden Seiten – ein Umstand, der teilweise auf die fehlende Bundesliga-Erfahrung der Spieler zurückgeführt werden musste. Der Klassenerhalt wurde am vorletzten Spieltag durch ein spätes Tor von Jiri Stajner gesichert und Hannover beendete die Saison als Elfter.

In der Folgesaison wurde Rangnick im März 2004 entlassen. Als Nachfolger wurde Ewald Lienen verpflichtet. Lienen führte Hannover 96 in der Schlussphase der Saison 2003/04 von einem Abstiegsplatz zum Klassenerhalt. Im Unterschied zum offensiven Stil seines Vorgängers legte Lienen verstärkt Wert auf Sicherheit in der Defensive. Dieses System war nicht immer attraktiv, aber erfolgreich: In der Saison 2004/05 hatte Hannover 96 erstmals seit dem Wiederaufstieg nichts mit dem Abstiegskampf zu tun und scheiterte knapp an einem UI-Cup-Platz. Mit den wenigsten gelben und roten Karten erreichte Hannover 96 in der inoffiziellen Fairnesswertung in der Saison 2004/05 den ersten Platz. Aufgrund zusätzlicher Kriterien in den UEFA-Regularien wurde jedoch dem 1. FSV Mainz 05 ein Platz in der Qualifikation zum UEFA-Cup zugesprochen.

Präsident Martin Kind gab sein Amt 2005 überraschend ab. In der Folge gab es Unklarheiten über Neuverteilung der Kompetenzen zwischen Präsident Götz von Fromberg, Geschäftsführer Karl-Heinz Vehling und Manager Ilja Kaenzig sowie den Vereinsgremien – zuvor war quasi alles über Martin Kind gelaufen. Im November 2005 wurde Ewald Lienen entlassen, weil er den gestiegenen Ansprüchen der Vereinsführung nicht gerecht werden konnte. Er wurde durch Peter Neururer ersetzt. Neururer führte die Mannschaft zwischenzeitig bis auf Platz 5, bevor 96 nach einer längeren Schwächephase in der Rückrunde aus den einstelligen Tabellenrängen herausfiel und schließlich am Ende der Saison nur auf Platz 12 landete. Hannover 96 hatte das Saisonziel einstelliger Tabellenplatz verfehlt, war aber in der zweiten Saison in Folge nicht im Abstiegskampf und zudem am Ende der Saison 2005/06 erstmals seit 1993 in der Tabelle wieder bestplatzierter Verein aus Niedersachsen vor dem VfL Wolfsburg.

Nach der WM 2006 gab es erneut Turbulenzen in der Vereinsführung von Hannover 96, deren Ergebnis die Rücktritte von Götz von Fromberg und Karl-Heinz Vehling waren. Martin Kind übernahm knapp ein Jahr nach seinem Rückzug wieder das Ruder und wurde erneut zum Präsidenten gewählt.

In die Saison 2006/07 startete Hannover 96 mit acht neuen Spielern, von denen sich zunächst allerdings nur zwei als Stammspieler etablieren konnten: der ungarische Mittelfeldspieler Szabolcs Huszti vom französischen Club FC Metz und der 28-jährige offensive Mittelfeldspieler Arnold Jan Bruggink vom SC Heerenveen. Der nach dem Wechsel von Per Mertesacker zu Werder Bremen im Gegenzug als Ersatz verpflichtete Frank Fahrenhorst spielte sich erst zu Beginn der Rückrunde durch gute Trainingsleistungen in die Stammelf.

Bereits nach drei Spieltagen und ohne Punktgewinn wurde Peter Neururer als Trainer am 30. August 2006 entlassen. Am 7. September wurde der Ex-96-Spieler Dieter Hecking als neuer Cheftrainer verpflichtet, nachdem sich Hannover 96 mit dem von Hecking bisher trainierten Verein, dem Ligakonkurrenten Alemannia Aachen, auf einen Wechsel einigen konnte. Hannover 96 ist Heckings vierte Station als Cheftrainer. Als Co-Trainer wurde Dirk Bremser verpflichtet, mit dem Hecking schon in Aachen und davor in Lübeck zusammen arbeitete.

Hecking führte die Mannschaft zunächst zu eher bescheidenen ersten Saisonerfolgen und 96 blieb bis zum 8. November in der Abstiegszone. An diesem Tag gewann 96 erstmals seit 1988 wieder in einem Punktspiel gegen den Rekordmeister FC Bayern München mit 1:0 – es war gleichzeitig der erste Auswärtssieg für Hannover in München. Dieser Sieg wirkte wie ein Befreiungsschlag, wenngleich bereits im nächsten Spiel gegen eine weitere Spitzenmannschaft (VfB Stuttgart) erneut eine verdiente Führung in der zweiten Halbzeit verspielt wurde (1:2 nach 1:0). Nach einigen Siegen im November, darunter dem ersten Heimsieg seit acht Monaten, war der Bann schließlich endgültig gebrochen und Hannover endlich auf dem Weg zu seiner eigentlichen Stärke. 96 beendete die Hinserie mit 20 Punkten auf Platz 11 als zweitbester Nordclub, vor dem VfL Wolfsburg und dem Hamburger SV.

Mitte November hatte sich Hannover 96 auch von Manager Ilja Kaenzig getrennt. Sein Nachfolger wurde zum 1. Januar 2007 Sportdirektor Christian Hochstätter, der zuletzt bei Borussia Mönchengladbach in gleicher Funktion tätig war. Am 31. Januar 2007 gewann die Mannschaft um Dieter Hecking mit 5:0 gegen Hertha BSC und schaffte damit den höchsten Sieg seit dem Wiederaufstieg 2002 und den zweithöchsten Sieg in der 1. Bundesliga überhaupt. Im Laufe der darauffolgenden Erfolgsserie erreichte der Verein vom 22. bis zum 28. Spieltag den UI-Cup-Rang bzw. Punktgleichheit. Ende März trennte sich Hannover 96 von seinem Sportmanager Carsten Linke, da sich sein Aufgabenfeld mit dem des Sportdirektors Christian Hochstätter überschnitt. Da es in der Saison zu sehr geringen Abständen zwischen oberem Mittelfeld und Abstiegszone kam, wurde nach drei Niederlagen am 27., 28. und 29. Spieltag kurzfristig von der Sicherung des Klassenerhalts gesprochen. Dieser war drei Spieltage vor Saisonschluss gesichert und Hannover seit dem vorletzten Spieltag wieder im Kampf um UEFA- und UI-Cup-Plätze. Das entscheidende Spiel am letzten Spieltag ging jedoch nach einem nicht anerkannten, regulären Führungstor verloren und 96 wurde im engen Mittelfeld bis auf Platz elf durchgereicht. Die dritte Saison in Folge ohne echten Abstiegskampf wurde vor dem Hintergrund des überaus unglücklichen Saisonstarts in Hannover überwiegend als Erfolg gewertet.

Die Planung des Kaders für die Saison 2007/08 begann Hannover 96 bereits frühzeitig: Neben den Vertragsverlängerungen der Leistungsträger Enke, Tarnat, Lala und Yankov wurden als Zugänge Sergio Pinto von Alemannia Aachen, Thomas Kleine von der SpVgg Greuther Fürth, Gaëtan Krebs von Racing Straßburg, Mike Hanke vom VfL Wolfsburg, Benjamin Lauth vom Hamburger SV und Christian Schulz von Werder Bremen verpflichtet. Mit Hanke wechselt dabei erstmals ein aktueller deutscher Nationalspieler nach Hannover. Dies war vor einigen Jahren, z. B. im Fall Brdaric, noch umgekehrt gewesen. Auch Fredi Bobic und Per Mertesacker, die über ihre Entwicklung bei Hannover 96 in die Nationalelf kamen, waren anschließend zu finanzstärkeren Vereinen gewechselt.

Die erste Halbserie der Bundesliga-Saison 2007/08 beendete Hannover 96 mit 27 Punkten auf einem in etwa den Erwartungen entsprechenden siebten Platz. Die Saison beendete Hannover 96 mit 49 Punkten auf Platz acht und erreichte damit die beste Platzierung in der Bundesliga seit 1965.

Zur Saison 2008/09 verstärkte sich Hannover 96 mit Mario Eggimann vom Karlsruher SC, Florian Fromlowitz vom 1. FC Kaiserslautern, Leon Balogun vom BFC Türkiyemspor 1978, Jan Schlaudraff vom FC Bayern München und Mikael Forssell von Birmingham City. Der Saisonbeginn verlief unbefriedigend: Nach drei Ligaspielen fand sich Hannover 96 mit 0:5 Toren und nur einem Punkt auf dem letzten Tabellenplatz wieder. In weiteren Verlauf der Hinrunde stand eine positive Heimbilanz mit 16 Punkten und Siegen gegen Bayern München und den Hamburger SV einer katastrophalen Auswärtsbilanz mit nur einem Punkt gegenüber. 96 steht zum Jahreswechsel auf dem 13. Tabellenplatz.

Zwischen 1969 und 2003 hatte kein Spieler von Hannover 96 mehr ein Länderspiel für die deutsche Nationalmannschaft bestritten. Nach dem Aufstieg 2002 konnte zunächst im Jahr 2003 der bei anderen Vereinen gescheiterte Fredi Bobic bei 96 ein spektakuläres Bundesliga-Comeback feiern und anschließend in die Nationalmannschaft zurückkehren. Gleiches gelang 2004 auch Thomas Brdaric, der ebenfalls über eine Leistungssteigerung als 96-Spieler wieder für Deutschland spielen durfte und an der EM 2004 teilnahm. Mit Per Mertesacker gelang einem Spieler aus der 96-Jugend der Durchmarsch in die Bundesligamannschaft und 2005 in die deutsche Nationalelf. Das Debut von Torwart Robert Enke in der DFB-Elf im März 2007 unter Joachim Löw gelang ihm nach drei starken Saisons bei Hannover 96 fast acht Jahre nach seiner ersten Nominierung für die Nationalmannschaft in 1999 unter Erich Ribbeck zum Confed Cup in Mexiko. Enke nahm als zweiter von drei Torwarten an der Europameisterschaft 2008 teil und gehört nach dem Rücktritt von Jens Lehmann zu den Anwärtern auf die Nr. 1 im DFB-Team.

96 – Alte Liebe ist die Vereinshymne von Hannover 96. Es wird vor und nach jedem Spiel von Hannover 96 von seinen Fans in der Kurve gesungen, ist allerdings neben dem Niedersachsenlied auch ein gerne gespieltes Lied in den Festzelten auf dem Frühlingsfest Hannover, dem Schützenfest Hannover oder dem Oktoberfest Hannover. Entstanden ist die Hymne 1998 für die Benefizaktion der Fußballamateurabteilung von Hannover 96 „Saniert das Eilenriedestadion“. Komponiert und getextet haben die Hymne Martin Hylla und Kai Hoffmann. „96 – Alte Liebe“ sollte ursprünglich „96 – alte Dame“ heißen, die Idee wurde jedoch in Hinblick auf andere „alte Damen“ und die traditionell als „alte Dame des Fußballs“ bekannte Mannschaft von Hertha BSC schnell verworfen. Im Jahr 2002 wurde „96 – Alte Liebe“ in einer Bearbeitung von Dete Kuhlmann neu aufgenommen und wird seitdem in dieser Version im Stadion gespielt.

Es besteht eine langjährige Fanfreundschaft mit dem Hamburger SV, diese wird aber nicht von der ganzen Fanszene getragen. Freundschaftliche Verbindungen bestehen weiterhin zu Teilen der Fanszene von Arminia Bielefeld.

Als Erzrivale seit der Gründung der Bundesliga gilt Eintracht Braunschweig. Eine Antipathie existiert außerdem gegenüber Energie Cottbus; sie geht auf einen Flutlichtausfall in der Aufstiegsrelegation zur Zweiten Bundesliga im Jahr 1998 zurück. Eine weitere Antipathie existiert noch gegenüber Werder Bremen.

Der VfL Wolfsburg wird von den meisten 96-Fans aufgrund der geringen Tradition und des kleinen und einseitig auf dem VW-Konzern aufbauenden Umfelds als nicht rivalitätsfähig angesehen und eher ignoriert.

Hannover 96 gehört im Badminton zu den Vereinen der ersten Stunde. 1958 gelang dem Verein mit dem Gewinn des Vizemeistertitels der größte Erfolg in dieser Sportart.

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TuS Koblenz

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Die Turn- und Spielvereinigung Koblenz 1911 e.V. ist ein deutscher Fußballverein aus Koblenz. Er geht auf einen im Stadtteil Neuendorf gegründeten Vorgängerverein zurück. Die Vereinsfarben sind blau-schwarz. Spielstätte ist das Stadion Oberwerth im gleichnamigen Stadtteil Oberwerth. In der Saison 2008/09 spielt die Herrenmannschaft in der 2. Fußball-Bundesliga.

Die heutige TuS Koblenz entstand 1934 als TuS Neuendorf durch Fusion der Neuendorfer Vereine TV 1864 und FV 1911 mit dem DJK und dem Arbeitersportverein Neuendorf.

Der FV 1911 wiederum wurde 1919 unter dem Namen FV 1911 Neuendorf als Nachfolgeverein der Neuendorfer Vereine FC Deutschland (1917 aufgelöst), FC Concordia 1910 und FC Alemannia 1912 (beide 1914 aufgelöst) gegründet. Der FC Deutschland gilt hierbei als Keimzelle der TuS Koblenz.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die TuS aufgelöst, aber umgehend als SpVgg. Neuendorf wieder gegründet und bereits 1947 zu TuS Neuendorf rückbenannt.

Den heutigen Namen „TuS Koblenz“ trägt der Verein seit dem 15. März 1982. Kurz vorher hatten sich „Traditionalisten“, die den alten Namen behalten wollten, als TuS Neuendorf 1982 abgespalten. Dieser Verein spielt derzeit in der Kreisliga C.

Der erste Neuendorfer Verein, der in überregionalen Pflichtspielen auftrat, war der FV 1911, der 1929, 1930 und 1931 erfolglos an der westdeutschen Meisterrunde sowie an der ersten Saison der Gauliga Mittelrhein teilnahm. Die nach dem Abstieg gebildete TuS Neuendorf schaffte umgehend den Wiederaufstieg und spielte insgesamt sieben Jahre in der Gauliga Mittelrhein bzw. Moselland-Ost. Auch nach den beiden weiteren Abstiegen 1937 und 1940 gelang die sofortige Rückkehr. 1943 und 1944 nahmen die Neuendorfer als Moselland-Meister an der Endrunde um die deutsche Meisterschaft teil, schieden aber jeweils in der ersten Runde aus.

Ihre erfolgreichste Zeit hatte die TuS in den ersten zehn Nachkriegsjahren, als sie der Spitzengruppe der Oberliga Südwest angehörte und drei Mal Südwest-Vizemeister wurde. 1948 erreichten die Neuendorfer das Halbfinale um die deutsche Meisterschaft (1:5 gegen den 1. FC Kaiserslautern in Wuppertal). 1950 und 1956 spielten sie ebenfalls in der Endrunde, kamen aber nicht mehr so weit. Drei Jahre später stieg der Verein aus der Oberliga ab. Nach der Rückkehr 1960 gehörten die Neuendorfer zum unteren Tabellenmittelfeld.

In der 1963 als Unterbau der neuen Bundesliga gegründeten Regionalliga Südwest verpassten die Neuendorfer keine Saison, gehörten aber nur selten zur Spitzengruppe. 1968 und 1969 nahmen sie als Vizemeister hinter dem SV Alsenborn (1969 punktgleich) an der Aufstiegsrunde zur Bundesliga teil, scheiterten aber in ihren Fünfergruppen im ersten Jahr als Dritter hinter dem Aufsteiger Offenbacher Kickers und Bayer 04 Leverkusen, im zweiten Jahr als Fünfter hinter Rot-Weiss Essen, VfL Osnabrück, Karlsruher SC und Tasmania Berlin. 1974 verfehlten die Neuendorfer die Qualifikation zur neuen zweiten Bundesliga deutlich.

In der Amateurliga Rheinland gehörte die TuS zu den Spitzenmannschaften. 1976 war ein Entscheidungsspiel (1:2 gegen Eintracht Trier) nötig, um die Meisterschaft zu entscheiden, 1977 und 1978 wurden die Neuendorfer in der regulären Saison Rheinlandmeister. Den Aufstieg in den Profifußball schafften sie erneut nicht, qualifizierten sich aber für die 1978 gegründete Amateuroberliga Südwest. Aus der stieg die TuS 1981 ab.

Die Rückkehr in die höchste südwestdeutsche Liga gelang erst 1994, als diese nur noch Oberliga Südwest hieß und als Unterbau der neuen Regionalliga nur viertklassig war. 1996 verpassten die Koblenzer erneut einen Aufstieg. Nach einer knapp abgewendeten Insolvenz im Sommer 2003 stiegen die Koblenzer 2004 überraschend in die Regionalliga Süd auf, wo sie in der Hinrunde zu den größten Überraschungsmannschaften zählten. Unter anderem gelangen Heimsiege gegen den Vorjahresmeister FC Bayern München (A), den SV Darmstadt 98, den FC Augsburg und den späteren Meister Offenbacher Kickers. Mit 10.025 Zuschauern gab es gegen die Bayern erstmals seit Jahrzehnten eine fünfstellige Zuschauerzahl auf dem Oberwerth, die im Sommer 2005 in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Hertha BSC mit fast 15.000 Zuschauern nochmals überboten wurde. In der Saison 2005/06 machte TuS Koblenz den Aufstieg in die zweite Bundesliga am 13. Mai perfekt.

In die Zweitliga-Saison 2006/07 startete die TuS mit einer starken Hinrunde, geriet jedoch in den Wochen vor Saisonende in den Abstiegskampf. Nach der Trennung von Trainer Milan Sasic sicherte sich Koblenz unter Uwe Rapolder dennoch bereits am 33. Spieltag den Klassenerhalt. In der Saison 07/08 war Mario Basler als zweiter Assistent von Uwe Rapolder tätig. In der Saison 2007/08 bestrafte die DFL den Verein „auf Grund nicht vorgelegter Verträge im Bereich des Spielbetriebs, die von erheblicher wirtschaftlicher Relevanz im Lizenzierungsverfahren für die aktuelle Spielzeit gewesen sind“, mit dem Abzug von acht Punkten am Saisonende sowie einer Geldstrafe von 200.000 Euro. Am 8. Mai 2008 einigten sich die TuS und die DFL auf einen Abzug von sechs Punkten für die Saison 2007/08, dafür startet der Verein mit drei Minuspunkten in die Saison 2008/09.

Seit mehreren Jahren besteht eine Fanfreundschaft zwischen einzelnen Gruppierungen und Gruppen des 1. FSV Mainz 05 und des FC Augsburg. Vereinzelt bestehen Kontakte nach Worms, Bonn und Siegen und nach Ried in Österreich.

Rivalitäten bestehen hauptsächlich zum 1. FC Kaiserslautern, zu Eintracht Trier und zum TuS Mayen.

Die TuS Koblenz brachte im Lauf ihrer Geschichte drei deutsche Nationalspieler hervor. Zusammen kamen die drei Spieler auf 21 Einsätze im Trikot der deutschen Fußballnationalmannschaft und schossen in Länderspielen 13 Tore.

Zusätzlich gab es in den 70er Jahren noch mit Ludwig Scherhag einen Amateur-Nationalspieler der TuS. Weiterhin verstärkte Nachwuchstalent Philipp Langen das U-20-Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft.

Die Heimspiele von TuS Koblenz finden seit 1929 im Stadion Oberwerth statt, das bis 1933 Amerikaner-Stadion, dann bis 1945 Hermann-Göring-Kampfbahn und 1945 kurzzeitig Stade de Gaulle hieß. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte das Stadion eine Kapazität von knapp 25.000 Zuschauern. Heute ist es für 15.000 Zuschauer zugelassen. Es ist Teil des Sportparks Oberwerth.

Das Stadion entstand 1920 als Sportplatz des US-amerikanischen Besatzungskorps in Koblenz. Bis 1929 gehörte es der US-Army, sodass es selten von einheimischen Sportlern benutzt werden konnte. 1935 wurde die heute noch bestehende Haupttribüne, eine an die Bauhaus-Architektur angelehnte Eisenbetonkonstruktion, errichtet. Anlässlich des Aufstiegs in die Regionalliga wurde in den letzten Jahren die Gegengerade modernisiert. Im Rahmen der Generalüberholung des Stadions zur Erfüllung der Ansprüche der DFL für die 2. Bundesliga wurden vor und während der Saison 2007/08 eine Rasenheizung installiert, eine neue Südtribüne mit Überdachung für 2.900 Zuschauer errichtet sowie die Stehplätze mit Betonfertigteilen befestigt.

Der Zuschauerrekord auf dem Oberwerth stammt von einem Freundschaftsspiel gegen den FC Schalke 04 im Jahr 1946, als sich 33.000 Zuschauer bis an die Außenlinien drängten.

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Stuttgarter Kickers

Vereinsemblem der Stuttgarter Kickers

Der SV Stuttgarter Kickers (offiziell: Sportverein Stuttgarter Kickers e. V.) ist ein rund 1600 Mitglieder zählender Sportverein aus dem Stuttgarter Stadtteil Degerloch. Bekannt ist der Verein vor allem durch seine Fußball-Abteilung, deren erste Mannschaft in der Saison 1988/89 sowie 1991/92 der Bundesliga angehörte und aktuell in der 3. Liga spielt. Die größten Erfolge des Vereins waren die Deutsche Vize-Meisterschaft im Fußball 1908 sowie das Erreichen des DFB-Pokal-Finals 1987. Die wegen ihrer Vereinfarbe „die Blauen“ genannten Kickers stehen in Rivalität mit dem „die Roten“ genannten VfB Stuttgart.

Neben den Fußballern des Vereins gewannen auch Sportler der Leichtathletikabteilung zahlreiche Titel und Medaillen. Zudem unterhält der Verein Abteilungen für Tischtennis, Schiedsrichter sowie die Fanabteilung der Stuttgarter Kickers (FAdSKi). Die Hockeyspieler und Handballer des Vereins wurden in die neu gegründeten Vereine HTC und HV Stuttgarter Kickers ausgegliedert. Eine früher existierende Gesangsabteilung wurde in den 1960er Jahren wegen Nachwuchsproblemen aufgelöst.

Ihre Heimspiele bestreitet die erste Fußballmannschaft der Stuttgarter Kickers im städtischen GAZİ-Stadion auf der Waldau, dem früheren Waldau-Stadion, unterhalb des Fernsehturms. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch das nach dem langjährigen Präsidenten Axel Dünnwald-Metzler benannte Vereinsgelände.

Der Verein wurde am 21. September 1899 von 21 Männern gegründet, die sich vom Stammverein, dem Cannstatter Fußballklub abspalteten, weil dieser sich mehr und mehr der Sportart Rugby zuwandte. Unter ausdrücklichem Ausschluss des Rugby sollte sich der neu gegründete Fußballclub Stuttgarter Cickers ausschließlich auf den Assoziationsfußball und die Leichtathletik konzentrieren. Anstatt dem traditionellen rot sollten die künftigen Vereinsfarben blau und weiß sein. Das Vereinsemblem wurde von einem Professor für den angeblichen Preis von 300 Goldmark erworben. Die drei im Logo um das Kickers-K gruppierten Sterne sollen dabei für Könner, Kämpfer und Kameraden stehen.

Als die Anhänger des Rugbysports trotz des ablehnenden Beschlusses der Gründungsversammlung eine Einführung der Sportart bei den Cickers erzwingen wollten, verließen diese 1902 nach einer erneuten Ablehnung durch die Vollversammlung den Verein und traten geschlossen zum FV 1893 Stuttgart über, aus dem später der heutige VfB Stuttgart entstand. Hier liegt die Wurzel für die noch heute besondere Rivalität der beiden großen Stuttgarter Fußballvereine.

Im Fußball konnten sich die Stuttgarter Cickers, die am 8. Juli 1900 als erster Stuttgarter Verein dem Verband Süddeutscher Fußball-Vereine beitraten und bis 1905 am Stöckachplatz in Stuttgart-Ost beheimatet waren, rasch als eine der besten Mannschaften Württembergs etablieren, so dass sie bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges im Jahr 1914 ohne Unterbrechung Württembergischer Meister wurden und insgesamt 24 Württembergische Meisterschaften errangen.

Ab der Saison 1903/04 organisierte der Süddeutsche Fußballverband den Punktspielbetrieb in seinem in Kreise eingeteilten Verbandsgebiet. Die Kickers gehörten dem Südkreis zugeordneten Gau Schwaben an, in dem die Vereine aus Stuttgart und der weiteren Umgebung spielten. Hier wurden sie der A-Klasse als höchster Spielklasse zugeordnet. Nachdem man bereits in den vorhergehenden Jahren überlegen die Meisterschaft der A-Klasse Schwaben gewann, gelang in der Saison 1907/08 mit dem Gewinn der Süddeutschen Meisterschaft und der Teilnahme an der Endrunde um den deutschen Titel der erste über die Grenzen Württembergs hinausgehende Erfolg. In den Spielen um die Süddeutsche Meisterschaft setzten sich die Cickers gegen den 1. FC Nürnberg, den FC Hanau 93 und Pfalz Ludwigshafen durch. Hierbei gewannen sie bei einem Torverhältnis von 29:7 sämtliche Spiele. Durch die erstmals gewonnene Süddeutsche Meisterschaft qualifizierte man sich für die Endrunde zur deutschen Meisterschaft. Hier verloren die Stuttgarter Cickers zunächst im Viertelfinale gegen den Vorjahresmeister Freiburger FC mit 0:1. Das Spiel wurde vom DFB jedoch annulliert und neu angesetzt da die Freiburger Spieler nach einem Protest der Cickers wegen einer fehlerhaften Schiedsrichterentscheidung das Spielfeld vorzeitig verlassen wollten. Nachdem die Kickers das Wiederholungsspiel gegen Freiburg mit 5:2 und das Halbfinale gegen den Duisburger Spielverein mit 5:1 gewannen stand man im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft 1908. Das Finale fand am 7. Juni 1908 auf dem Germania-Platz in Berlin-Tempelhof statt. Vor 4.000 Zuschauern traten die Cickers gegen den amtierenden deutschen Vizemeister BFC Viktoria 1889 an. Die Berliner gewannen gegen die ersatzgeschwächt angetretenen Stuttgarter Cickers mit 3:1. Trotz der Niederlage übernahm Herzog Ulrich von Württemberg die Schirmherrschaft über den Verein und führte ihn somit auch in gesellschaftlicher Hinsicht in die vorderen Reihen Stuttgarts.

Zur Saison 1908/09 wurden die drei Staffeln der A-Klasse Südkreis zu einer einzigen zusammengelegt. Die Cickers bekamen in der Liga nun Konkurrenz aus Mittelbaden und dem Oberrheingau. Nachdem in den ersten Jahren der gemeinsamen Südkreisliga zunächst die Karlsruher Mannschaften dominierten, beendeten die Stuttgarter Cickers die Meisterschaft 1912/13 punktgleich mit dem 1. FC Pforzheim auf dem ersten Platz. Das daraufhin erforderliche Entscheidungsspiel um die Südkreismeisterschaft gewannen die Cickers mit 2:0 und qualifizierten sich damit zur Endrunde um die Süddeutsche Meisterschaft. Dort setzte man sich gegen den Frankfurter FV, den VfR Mannheim und die SpVgg Fürth durch und wurde zum zweiten mal Süddeutscher Meister. Bei der Endrunde zur Deutschen Meisterschaft 1913 schieden die Cickers jedoch bereits im Viertelfinale nach einem 1:2 gegen den Duisburger SpV aus.

Der im Jahr 1914 ausbrechende Erste Weltkrieg brachte das Vereinsleben aufgrund der zahlreichen Einberufungen von Spielern und Verantwortlichen fast zum Erliegen. Der Verband schaffte die Pflichtspielrunde ab und führte den Wettbewerb von Kriegsgemeinschaften um den Eisernen Fußball ein. Die Cickers bildeten hierfür gemeinsam mit anderen Vereinen in Stuttgart den FV Die Blaue Elf. Im nächsten Jahr wurde der reguläre Spielbetrieb wieder aufgenommen, und auch die Stuttgarter Cickers stellten wieder eine eigene Mannschaft.

1917 wurde man erneut Süddeutscher Meister. Aufgrund des Krieges wurde jedoch keine Endrunde um die Deutsche Meisterschaft ausgetragen. In der darauffolgenden Spielzeit konnten die Cickers im Frühjahr keine Mannschaft mehr stellen, so dass man die Spiele kampflos verlor. Nachdem durch die Novemberrevolution in Deutschland auch 1918/19 kein geregelter Spielbetrieb möglich war, wurde im darauf folgenden Jahr der Ligabetrieb in der Kreisliga Württemberg wieder aufgenommen. Erstmals seit Vereinsgründung verpasste der 1920 in den heutigen Namen SV Stuttgarter Kickers umbenannte Verein die in der Spielzeit 1919/20 die Württembergische Meisterschaft. In der Abschlusstabelle lag der SC 1900 Stuttgart mit 32:4 Punkten drei Zähler vor den zweitplatzierten Kickers.

Über die nächsten Jahre dominierten erneut die Stuttgarter Kickers den Fußball in Württemberg, bis ab Mitte der 1920er Jahre neben einigen anderen Klubs vor allem der zukünftige Dauerrivale VfB Stuttgart dem Verein die alleinige Vormachtstellung streitig machten.

Mit Beginn des Nationalsozialismus schlossen sich auch die Stuttgarter Kickers den neuen Machthabern an. Bereits kurze Zeit nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten, unterzeichnen die Süddeutschen Spitzenvereine am 9. April 1933 eine Erklärung, wonach sie sich zum Ausschluss von Juden und Marxisten verpflichten. Die Kickers schlossen ihre jüdischen Mitglieder daraufhin offiziell aus dem Verein aus. Kurze Zeit später übernahm man die allen Vereinen verordnete Einheitssatzung und wurde gleichgeschaltet.

Auch der Spielbetrieb im Deutschen Reich wurde ab 1933 grundlegend neu geordnet. Die traditionsreichen Regionalverbände, die zuvor die Fußballmeisterschaft in zahlreichen regionalen Staffeln ausgetragen hatten, wurden aufgelöst. An ihre Stelle trat das dem Reichsbund für Leibesübungen zugeordnete Fachamt Reichsfußball. Die Fußballmeisterschaft wurde in 16 sich an den Reichsgauen orientierenden Gauligen als höchster Spielklasse ausgetragen, deren Sieger in einer Endrunde den deutschen Meister ermittelten.

Die im Herbst 1933 beginnende erste Spielzeit der Gauliga Württemberg schlossen die Stuttgarter Kickers punktgleich mit der Mannschaft von Union Böckingen ab. Das daraufhin angesetzte Entscheidungsspiel um die Gauligameisterschaft verloren die Kickers und verpassten somit den Einzug in die Endrunde zur deutschen Meisterschaft. Nachdem man im darauffolgenden Jahr den dritten Platz belegte, gewannen die Kickers 1936 wieder die württembergische Meisterschaft. In der Gruppenphase der Endrunde zur deutschen Meisterschaft belegte man jedoch nur den letzten Platz.

Von 1939 bis 1942 gewannen die Stuttgarter Kickers vier mal in Folge die Meisterschaft der Gauliga Württemberg. Erfolge auf Reichsebene blieben dem Verein jedoch verwehrt. Am erfolgreichsten verlief hierbei noch die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft 1939, als die Kickers in der Vorrundengruppe IV auf die Mannschaften von Admira Wien, den VfR Mannheim und den SV Dessau 05 trafen. Nachdem die Stuttgarter das erste Spiel gegen Wien mit 2:6 verloren, konnten sie die nächsten drei Spiele – bei denen der Stuttgarter Edmund Conen allein acht Tore erzielte – gewinnen. Das vorentscheidende Gruppenspiel fand gegen Admira Wien vor 70.000 Zuschauern, wobei Tausende keinen Einlass mehr finden konnten, in der Stuttgarter Adolf-Hitler-Kampfbahn statt. Die Kickers gingen durch ein Tor von durch Eugen Frey mit 1:0 in Führung, mussten im Weiteren Spielverlauf jedoch den 1:1-Ausgleich, der zugleich den Endstand bedeutete, hinnehmen. Im letzten Spiel genügte den Kickers somit ein Unentschieden zum Gruppensieg und dem damit verbundenen Einzug ins Halbfinale der deutschen Meisterschaft. Das Spiel in Dessau ging jedoch mit 0:1 verloren, wodurch die Punktgleiche Mannschaft von Admira Wien die Vorrunde aufgrund des besseren Torquotienten als Erster vor den Kickers abschloss. In den nächsten beiden Jahren belegte man in der Vorrunde der deutschen Meisterschaft jeweils Rang 3, 1942 scheiterten die Kickers im bereits im Ausscheidungsspiel zur Endrunde gegen die SG SS Straßburg mit 0:2.

Im letzten Jahr des Zweiten Weltkriegs bildeten die Stuttgarter Kickers eine Kriegssportgemeinschaft mit den Sportfreunden Stuttgart. Im März 1945 wurde der Spielbetrieb aufgrund des Krieges eingestellt. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Sportgemeinschaft lediglich drei Ligaspiele bestritten.

Schon bald nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde wieder Fußball gespielt. Stuttgarts Oberbürgermeister Arnulf Klett stiftete einen Ehrenpreis, um den Fußball in der Landeshauptstadt wiederzubeleben. Die Kickers zogen in dem Wettbewerb ins Finale ein, das sie mit 0:1 gegen den VfB Stuttgart verloren. Im Oktober 1945 trafen sich die Vertreter von sechzehn süddeutschen Spitzenvereinen im Fellbacher Gasthaus Krone und gründeten die die Oberliga Süd, eine nach englischem Vorbild geschaffene erste Liga, welche die amerikanische Besatzungszone umfasste. Die erste Oberligasaison, die am 4. November 1945 gestartete wurde, beendeten die Stuttgarter Kickers auf Rang drei. In der Folgesaison wurde man Siebter. Ein deutscher Meister wurde in beiden Jahren noch nicht ermittelt.

In der Spielzeit 1947/48 machte der „Hundert-Tore-Sturm“ der Kickers Furore. Mit Spielern wie Edmund Conen, Helmut Jahn, Albert Sing und Reinhard Schaletzki spielte man lange Zeit um die Meisterschaft der Oberliga Süd. Am Saisonende war man Punktgleich mit dem FC Bayern München, sodass ein Entscheidungsspiel um den 3. Platz angesetzt wurde, welches die Kickers mit 5:1 gewannen. Im dritten Jahr nach dem Krieg wurde in Deutschland auch wieder eine Deutsche Meisterschaft ausgetragen, für die sich die Meister der 4 Besatzungszonen sowie Berlins, als auch die Vizemeister der britischen, amerikanischen und französischen Besatzungszone qualifizieren sollten. Aufgrund politischer Spannungen zwischen den Westalliierten und der Sowjetunion zog der Ostzonenmeister SG Planitz seine Teilnahme an der Meisterschaft zurück. Der freigewordene Platz sollte zunächst an den Sieger eines Relegationsspiels zwischen den beiden Drittplatzierten der amerikanischen und britischen Besatzungszone vergeben werden. Um dem SG Planitz jedoch bis zuletzt die Teilnahme zu ermöglichen, verzichtete man schließlich auf die Austragung des Spiels. Die Kickers nahmen somit endgültig nicht an der Endrunde zur deutschen Meisterschaft 1948 teil.

Im folgenden Jahr landete die spielerisch hochklassige Mannschaft nach einem guten Saisonstart am Ende nur im Mittelfeld der Tabelle. 1950, im Jahr als der Lokalrivale VfB Stuttgart erstmals die deutsche Meisterschaft errang, mussten die Stuttgarter Kickers erstmals in der Vereinsgeschichte absteigen,was die ursprünglichen Kräfteverhältnisse im Fußball der Landeshauptstadt endgültig umdrehte. Die Mannschaft, die noch zwei Jahre zuvor 113 Ligatore erzielte, konnte lediglich fünf Saisonsiege verbuchen und wurde mit fünf Punkten Abstand auf einen Nichtabstiegsplatz Letzter.

Nach dem Abstieg in die II. Division fiel die Mannschaft auseinander. Trotzdem gelang der sofortige Wiederaufstieg. In ihrer ersten Saison als Zweitligist schossen die Kickers 115 Tore und wurden überlegener Meister. Im letzten Spiel erzielte Siegfried Kronenbitter beim 10:1 Heimsieg gegen den VfL Konstanz sechs Treffer, die bis heute höchste Anzahl an erzielten Tore eines Kickersspielers in einem Spiel. In den folgenden Jahren spielten die Kickers in der Oberliga Süd meist gegen den erneuten Abstieg in die Zweitklassigkeit, wobei man die Klasse dreimal nur aufgrund des besseren Torquotienten halten konnte. Am Ende der Saison 1957/58 als Tabellenletzter mit nur 15-45 Punkten zum zweiten Mal ab. Nachdem die Stuttgarter Kickers 1959/60 ein letztes Mal in die Oberliga zurückkehrten und postwendend wieder abstiegen, drohte 1962 sogar der Fall in die 1. Amateurliga. Durch ein Tor in der letzten Spielminute beim 1:1 im Auswärtsspiel bei Viktoria Aschaffenburg rettete Pal Csernai den Kickers die Zweitklassigkeit.

Im Juli 1962 beschloss der DFB die Einführung der Bundesliga als höchster deutscher Spielklasse zur Saison 1963/64. Als Unterbau zur Bundesliga wurden die in fünf Staffeln spielenden Regionalligen eingerichtet. Neben den Mannschaften aus der Oberliga, die sich nicht für die Bundesliga qualifizieren konnten, sollten in der neuen zweiten Klasse im Süden auch die neun besten Mannschaften der letzten Spielzeit der II. Division teilnehmen. Mit einer neu formierten Mannschaft erreichten die Stuttgarter Kickers den sechsten Platz in der Qualifikationssaison und sicherten sich somit die Teilnahme an der Regionalliga Süd, die 1974 zur Zweiten Bundesliga wurde.

In der ersten Regionalligaspielzeit trafen die Kickers auf renommierte Gegner wie den FC Bayern München, Kickers Offenbach oder die SpVgg Fürth. Über längere Zeit spielte die Mannschaft gegen den Abstieg, konnte schließlich jedoch bereits am drittletzten Spieltag den Klassenerhalt sichern. In der Abschlusstabelle lag man auf dem 14. Rang. In den Folgejahren spielten die Stuttgarter Kickers nicht mehr gegen den Abstieg, sondern belegten Plätze im oberen Tabellendrittel. In den Jahren 1967 bis 1969 wurde man dreimal in Folge Vierter und hatte zeitweise sogar Chancen auf das Erreichen der Aufstiegsrunde zur Fußball-Bundesliga.

Um die sowohl sportliche als auch wirtschaftliche Kluft zwischen der Bundesliga und den in der zweithöchsten Klasse spielenden Mannschaften zu schließen, beschloss der DFB-Bundesliga am 30. Juni 1973 die Einführung einer in eine Nord- und Südstaffel zweigeteilten 2. Bundesliga anstelle der bisherigen Regionalligen zur Saison 1974/75. Für den neuen Unterbau zur Bundesliga mussten sich die Vereine der Regionalliga nach einem aufwendigen Punktsystem qualifizieren, bei dem nicht nur die Platzierungen der vorangegangenen fünf Spielzeiten, sondern auch wirtschaftliche und strukturelle Voraussetzungen maßgeblich waren. Vor allem aufgrund der guten Platzierungen in den Jahren 1972/73 und 1973/74 gelang es den Stuttgarter Kickers, sich für die neue Spielklasse zu qualifizieren.

Die Stuttgarter Kickers starteten mit einem 1:1 zuhause gegen den SV Chio Waldhof in die erste Zweitligasaison. Die Mannschaft spielte eine äußerst schwache Runde, und belegte im Laufe der Saison meist einen Abstiegsrang. Im vorentscheidenden Spiel am viertletzten Spieltag trafen die Kickers im Heimspiel gegen den VfR Heilbronn auf einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf. Nachdem man vor 7.500 Zuschauern bereits nach 12 Minuten mit 0:1 zurücklag, siegte man schließlich durch einen verwandelten Foulelfmeter von Dollmann sowie weitere Tore von Schroff und Redl mit 3:1 und überholte Heilbronn in der Tabelle. Am Ende belegten die Kickers Rang 16 mit drei Punkten Vorsprung vor dem ersten Abstiegsplatz.

1975/76 startete man recht gut in die neue Saison. Am 10. Spieltag traf man durch den Bundesligaabstieg des Lokalrivalen erstmals seit 16 Jahren in einem Pflichtspiel wieder auf den VfB Stuttgart. Die Kickers gewannen das auf dem Kickers-Platz vor 28.000 Zuschauern ausgetragene Derby mit 2:0. Die beiden Tore gegen den VfB, in dessen Reihen unter anderem Ottmar Hitzfeld, Dieter Hoeneß und Egon Coordes standen, schossen Wolfgang Holoch und Karl-Heinz Schroff. Im weiteren Saisonverlauf gerieten die Kickers jedoch erneut in Abstiegsgefahr. Am Ende belegte man Rang 16 wie im Jahr zuvor. In der Folgezeit konnte sich der Verein in der zweiten Liga etablieren und belegte Plätze im gesicherten Mittelfeld. 1980 wurde man sogar Dritter.

Die Spielzeit 1980/81 begann vielversprechend. Im Sommer gewann das Team um Spieler wie Guido Buchwald, Werner Nickel oder Klaus Täuber den UEFA Intertoto Cup. Auch in der Liga war die Mannschaft erfolgreich. Zur Winterpause lagen die Kickers hinter dem mit deutlichem Vorsprung führenden SV Darmstadt 98 auf dem Rang 2, der am Ende der Saison zur Teilnahme an einem Relegationsspiel um den Bundesligaaufstieg gegen den Zweitplatzierten der 2. Liga Nord berechtigt hätte. Ein 0:1 am 29. Spieltag beim Tabellenletzten VfB Eppingen gefolgt von zwei Unentschieden, ließen den Traum vom Aufstieg in die Bundesliga platzen. Mit zwei Punkten Rückstand auf Kickers Offenbach stand am Ende erneut der dritte Platz.

Auch nach Einführung der eingleisigen 2. Bundesliga zur Saison 1981/82 gehörten die Stuttgarter Kickers der zweiten deutschen Spielklasse bis zum Aufstieg in die Bundesliga Ende der 1980er Jahre ununterbrochen an, und belegten dabei durchgehend Plätze in der vorderen Tabellenhälfte. Im ersten Jahr der eingleisigen 2. Liga mussten die Kickers ihre Heimspiele aufgrund von Umbauten des Kickers-Platzes im von den Anhängern ungeliebten Neckarstadion austragen. Die ohnehin recht niedrigen Zuschauerzahlen sanken auf im Schnitt unter 3.000 Besucher, was auch aus finanzieller Sicht für ein schmerzliches Defizit sorgte. Bei den Heimspielen gegen Rot-Weiss Essen und die SG Wattenscheid 09 verloren sich lediglich 1.700 Zuschauer im weiten Rund des Stadions. Im selben Jahr bestritt der Jugendspieler Jürgen Klinsmann mit 17 Jahren und 207 Tagen als bis heute noch jüngester Kickersspieler aller Zeiten sein erstes Spiel im Trikot der Stuttgarter. Er wurde am 27. März 1982 bei der 1:2 Heimspielniederlage gegen den SC Freiburg in der 25. Minute eingewechselt. Im Verlauf der restlichen Saison bestritt er fünf weitere Spiele und gehörte bereits in der folgenden Spielzeit zur Stammelf.

Im Juli 1982 übernahm Jürgen Sundermann die Mannschaft als Trainer. Er sollte die Kickers mit risikoreichem und lebendigem Fußball in die Spitzengruppe der 2. Bundesliga führen und mittelfristig für den Aufstieg in die Bundesliga sorgen. Nach der Rückkehr auf den Kickers-Platz startete die Saison recht gut. Die ersten Spieltage stand man auf einem Aufstiegsplatz. Nach Niederlagen im Laufe der Vorrunde, unter anderem gegen die Aufsteiger TuS Schloß Neuhaus und BV 08 Lüdringhausen, rutschte man bis zur Winterpause auf einen Mittelfeldplatz. Durch eine starke Rückrunde wurden die Kickers schließlich mit vier Punkten Rückstand auf einen Relegationsplatz Fünfter.

Die Saison 1983/84 begann katastrophal. Im November standen die Stuttgarter Kickers auf dem letzten Tabellenplatz. Bis zur Winterpause wurden die Abstiegsränge zwar verlassen, dennoch wurde Sundermann und durch Horst Buhtz ersetzt. Unter ihm wuchs die Mannschaft in der Rückrunde beständig, und holte Punkt um Punkt. Am Saisonende stand der achte Tabellenplatz. Nachdem die Kickers am 11. Spieltag der Saison 1984/85 nach einer 0:2 Niederlage gegen den VfR Bürstadt auf einem Abstiegsplatz lagen, wurde Trainer Buhtz entlassen und durch den bisherigen Co-Trainer Dieter Renner ersetzt. Unter der neuen sportlichen Leitung schloss die Mannschaft die Spielzeit auf Platz 9 ab. In der Folgesaison wurde man Sechster.

Die DFB-Pokalsaison 1986/87 stellte einen der Höhepunkte der Vereinsgeschichte dar. Durch Siege gegen Tennis Borussia Berlin, Borussia Neunkirchen und Hannover 96 erreichten die Kickers das Pokal Viertelfinale des Wettbewerbs. Nachdem im Viertelfinale der Bundesligist Eintracht Frankfurt mit 3:1 besiegt wurde, erwartete man in der Vorschlussrunde die Mannschaft von Fortuna Düsseldorf. Das live im Fernsehen übertragene Halbfinalspiel gewannen die Stuttgarter Kickers mit 3:0 und standen somit am 20. Juni 1987 erstmals im Finale des DFB-Pokal. Im Endspiel traf die Mannschaft von Trainer Dieter Renner vor 76.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion auf den Hamburger SV. Hier gingen die Kickers durch einen Kopfball von Dirk Kurtenbach nach zwölf Minuten sogar in Führung. Drei Minuten später erzielte Dietmar Beiersdorfer den Ausgleich. Als sich alles auf eine Verlängerung vorbereitete, überraschte in der 88. Minute der Hamburger Manfred Kaltz den Kickers-Torhüter Armin Jäger bei einem Freistoß zum 2:1. In der Schlussminute fiel sogar noch das 3:1 für den HSV.

Bereits ein Jahr nach dem Einzug ins DFB-Pokalfinale folgt der nächste Triumph, als der Klub 1988 unter Dieter Renners Trainernachfolger Manfred Krafft erstmals in die Fußball-Bundesliga aufstieg. Im September 1987 gelang den Kickers erstmalig der Sprung an die Tabellenspitze. Ab dem 14. Spieltag setzte man sich bis zum Ende der Saison dort fest und konnte den Aufstieg am 18. Mai 1987 beim 3:0 Auswärtserfolg bei Rot-Weiß Oberhausen endgültig perfekt machen. Am Ende der Saison 1987/88 wurden die Kickers mit zwei Punkten Vorsprung vor dem FC St. Pauli Meister der Zweiten Bundesliga.

Vor der ersten Bundesligasaison verzichteten die Kickers auf teure Neueinkäufe und verstärkten sich mit Wolfgang Wolf, Alfred Schön und dem finnischen Nationalspieler Ari Hjelm eher punktuell. Auch aufgrund des vom DFB aus Sicherheitsgründen geforderten Umzugs ins Neckarstation gaben die Verantwortlichen als Saisonziel den Klassenerhalt aus. Das erste Bundesligaspiel der Stuttgarter Kickers fand am 23. Juli 1988 daheim gegen den VfL Bochum statt. Nachdem es bis kurz vor Schluss der Partie 1:1 stand, erzielte der VfL Bochum in der 89. Minute das 1:2. Der Niederlage zum Saisonstart folgte ein Auswärtssieg bei Eintracht Frankfurt. Nach einigen zum Teil recht hohen Niederlagen stand die Mannschaft ab dem 7. Spieltag fast ununterbrochen auf einem Abstiegsrang, konnte den Abstand auf einen Nichtabstiegsplatz jedoch gering halten. Nach dem letzten Spieltag lagen vor dem abgeschlagenen Letzten Hannover 96 gleich vier Mannschaften mit 26 Punkten auf den Plätzen 14 bis 17. Aufgrund der um fünf Tore schlechteren Tordifferenz gegenüber Eintracht Frankfurt stiegen die Stuttgarter Kickers am Ende ihrer ersten Bundesligasaison als Tabellensiebzehnter direkt wieder ab.

Nach dem Bundesligaabstieg strebte der Verein die direkte Rückkehr ins Oberhaus an. Nach zwei Niederlagen zu Saisonbeginn arbeiteten sich die Kickers im Laufe der Vorrunde ins vordere Tabellendrittel. In der Rückrunde lagen die Kickers mehrere Spieltage auf dem dritten Tabellenplatz, der zur Teilnahme an den Relegationsspielen zur Bundesliga berechtigt hätte. Fünf Auswärtsniederlagen in Folge kosteten Platz drei. Am Ende wurde man mit einem Punkt Rückstand Vierter hinter dem 1. FC Saarbrücken.

Im darauf folgenden Jahr erreichte der neue Kickerstrainer Rainer Zobel mit einer jungen Mannschaft den dritten Platz und damit die Relegation gegen den Bundesligasechzehnten FC St. Pauli. Nachdem Hin- und Rückspiel jeweils 1:1 endeten, musste ein Entscheidungsspiel im Gelsenkirchener Parkstadion ausgetragen werden. Die Kickers gewannen die Partie durch Tore von Vollmer, Cayasso und Fengler bei einem Gegentor von Knäbel mit 3:1 und stiegen zum zweiten Mal in die Bundesliga auf.

Nachdem die ostdeutschen Vereine zur Spielzeit 1991/92 in die Bundesliga aufgenommen wurden, wurde die Saison mit 20 Mannschaften, von denen vier absteigen mussten, ausgetragen. Aufgrund der erst im dritten Spiel gefallenen Entscheidung um den Bundesligaaufstieg lagen nur 34 Tage zwischen zwischen dem 3:1-Sieg in Gelsenkirchen und dem Saisonauftakt gegen die SG Wattenscheid 09. Die Stuttgarter Kickers starten dennoch gut in ihre zweite Bundesligasaison. Im Oktober gewann die Mannschaft sensationell mit 4:1 beim Rekordmeister FC Bayern München. Nach 16 Spiele mit nur einem einzigen Sieg konnten die Kickers im Saisonendspurt jedoch noch einmal aufholen. Vor dem letzten Spieltag hatte man nur einen Zähler Rückstand auf den rettenden 16. Tabellenplatz. Am letzten Spieltag schlugen die Kickers den VfL Bochum mit 2:0. Zur Pause wäre der Klassenerhalt erreicht gewesen. Da die SG Wattenscheid 09 als direkter Konkurrent im Abstiegskampf nach 0:2 Pausenrückstand noch mit 3:2 gegen Borussia Mönchengladbach gewann, mussten die Kickers jedoch erneut absteigen.

Nach dem erneuten Bundesligaabstieg spielte der Klub in der Saison 1992/93 wieder zweitklassig. Jedoch konnte er sich auch dort nicht halten, so dass die Kickers in der darauf folgenden Saison noch einmal in die wieder eingeführte Regionalliga abstiegen. Dem erstmaligen Abstieg in die Drittklassigkeit sollte der direkte Wiederaufstieg folgen, doch die schwache Auswärtsbilanz und die konstanten Leistungen des späteren Aufsteigers SpVgg Unterhaching machten die Hoffnungen trotz einer sehr guten Rückrunde zunichte. Im folgenden Jahr gelang als Meister der Regionalliga Süd mit neun Punkten Vorsprung vor dem Zweiten VfR Mannheim schließlich die Rückkehr in die Zweite Bundesliga.

Mit der Euphorie des Wiederaufstiegs starteten die Stuttgarter Kickers gut in die Saison 1996/97, gerieten aber durch Verletzungspech zwischenzeitlich in Abstiegsgefahr. Gegen Ende der Saison spielte die Mannschaft plötzlich sogar um den Aufstieg mit. Der Traum vom Durchmarsch in die Bundesliga zerplatzte jedoch durch Punktverluste gegen die direkten Konkurrenten 1. FSV Mainz 05 und VfL Wolfsburg.

Trotz des von den Verantwortlichen angestrebten Aufstiegs in die Fußball-Bundesliga geriet der Klub in den folgenden Spielzeiten immer wieder in den Abstiegskampf. In der Saison 1999/00 zogen die Kickers nach einem sensationellen 3:1 gegen Bundesliga-Tabellenführer Borussia Dortmund und weiteren Siegen gegen Arminia Bielefeld und den SC Freiburg ins Halbfinale des DFB-Pokal ein, das mit 1:2 n.V. bei Werder Bremen verloren wurde.

Gleichzeitig wurde die Lage in der Liga immer prekärer. Nach einem Unentschieden beim Karlsruher SC am letzten Spieltag und dem Ausgleichstreffer des direkten Konkurrenten FC St. Pauli in der 90. Spielminute waren die Kickers sportlich abgestiegen. Durch den Lizenzentzug von Tennis Borussia Berlin zehn Tage nach Saisonende wurde der Abstieg am Grünen Tisch jedoch vermieden. Für die folgende Spielzeit konnten die Kickers aufgrund der späten Saisonplanungen jedoch keine konkurrenzfähige Mannschaft mehr zusammenstellen und stiegen ein Jahr später im Juni 2001 das zweite Mal in der Geschichte in die drittklassige Regionalliga Süd ab.

Mit einer spielerisch verstärkten Mannschaft sollte die sofortige Rückkehr in die Zweitklassigkeit erreicht werden. Die Kickers starteten jedoch schlecht in die neue Saison. Nachdem zur Winterpause sogar der Abstieg in die Oberliga Baden-Württemberg drohte, beende man die Saison 2001/02 immerhin noch auf Platz 12. In der darauf folgenden Saison kam es noch schlimmer. Am letzten Spieltag, als die Kickers spielfrei hatten, musste man tatenlos zusehen wie man in der Tabelle von zwei Mannschaften überholt und der sportliche Abstieg in die Viertklassigkeit besiegelt wurde. Ähnlich wie 2000 wurden die Stuttgarter Kickers jedoch abermals am Grünen Tisch gerettet. Da Zweitligaabsteigers SV Waldhof Mannheim aus finanziellen Gründen keine Lizenz erteilt bekam und in die Oberliga musste, blieb der Klub weiter in der Regionalliga.

Im Sommer trat der langjährige Kickers-Präsident Axel Dünnwald-Metzler aus gesundheitlichen Gründen zurück. Mit dem Rücktritt des 24 Jahre tätigen Präsidenten, der einige Monate später am 6. April 2004 verstarb, endete eine Ära bei den Kickers. Als neuer Präsident wurde Hans Kullen gewählt, der vor der Aufgabe stand, den kurz vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens stehenden Verein zu sanieren. Um den Verein zu retten wurde das Vereinsgelände an die Stadt Stuttgart verkauft. Dies und die auf 10 Jahre verkauften Namensrechte am Stadion bewahrten die Kickers vor dem finanziellen Aus.

Sportlich war ein leichter Aufwärtstrend zu erkennen. Entscheidenden Anteil hatte der seit 2003 tätige Trainer Robin Dutt, der die stark verjüngte Mannschaft spielerisch und taktisch gut einstellte. Neben dem 9. Tabellenplatz am Ende der Saison 2004/05 qualifizierte sich der Klub durch den Gewinn des WFV-Pokals für den DFB-Pokal. Auch im folgenden Jahr stabilisierten sich die Kickers weiter. Mit Platz 8 in der Regionalliga und der Titelverteidigung im WFV-Pokal und der abermaligen DFB-Pokal-Qualifikation wurden die Erwartungen erfüllt.

Das erste mal seit Jahren starteten die Kickers 2006/07 wieder einmal sehr gut in die Saison. Bis zum 10. Spieltag stand die Mannschaft an der Tabellenspitze und träumte von der Rückkehr in die Zweite Liga. Zudem wurde in der 1. DFB-Pokalrunde Bundesligist Hamburger SV mit 4:3 nach Verlängerung besiegt. Die DFB-Pokalsaison 2006/07 endete für die Kickers jedoch in einem Skandal, als das Zweitrundenspiel gegen Hertha BSC in der 81. Minute abgebrochen wurde, da der Schiedsrichterassistent Kai Voss von einem aus dem Fanblock geworfenen Gegenstand getroffen und verletzt worden war. Die Partie wurde für Hertha gewertet. Wie die Ermittlungen ergaben, handelte es sich bei dem Gegenstand um einen halbvollen Bierbecher aus Hartplastik, der von einem Zuschauer geworfen wurde. Vom DFB wurden die Kickers daraufhin zu einer Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro sowie einem Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit verurteilt. Die Partie gegen die SV Elversberg (Endstand 2:0) fand in einem leeren Stadion auf der Waldau statt, während die Fans vom Vereinspräsidium zum Public-Viewing auf das Vereinsgelände eingeladen waren. Zudem wurde zur Rückrunde 2006/2007 ein Netz über die komplette Gegengerade des Stadion auf der Waldau gespannt. Am Ende der Saison verpasste man den Aufstieg mit 17 Punkten Rückstand auf den Zweitplatzierten TSG 1899 Hoffenheim klar. Der vierte Platz war dennoch die beste Platzierung seit dem Regionalligaabstieg.

In der Saison 2008/2009 starten die Kickers in der neu gegründeten 3. Liga. Die Qualifikation hierfür gelang am 31. Mai 2008 mit einem 2:0-Sieg in Elversberg, bei zeitgleicher 1:2 Niederlage des Konkurrenten SSV Reutlingen. Der Start in der neu geschaffenen Spielklasse misslang jedoch vollständig; nachdem aus den ersten sieben Spielen lediglich ein Punkt geholt wurde, wurde Trainer Stefan Minkwitz entlassen und durch Edgar Schmitt ersetzt.

In der ewigen Tabelle der Fußball-Bundesliga belegen die Stuttgarter Kickers den 41. Platz. Von 72 Spielen gewannen die Kickers 20, verloren 35 und spielte 17 Mal unentschieden. Das Torverhältnis beträgt 94:132. In der ewigen Tabelle der 2. Fußball-Bundesliga sind die Blauen auf Platz 3 zu finden. Aus 864 Spielen in 23 Spielzeiten holte der Verein 350 Siege, 214 Unentschieden und 300 Niederlagen bei einem Torverhältnis von 1499:1199.

Die folgende Auflistung enthält wichtige ehemalige Leistungsträger und Rekordhalter des Vereins, sowie Spieler die ihre Karriere bei den Kickers begannen und später bedeutende Erfolge feierten. Die Spieler sind chronologisch anhand des ersten Spiels für die Stuttgarter Kickers sortiert.

Deutscher Vizemeister mit den Stuttgarter Kickers im Jahr 1908. Von 1909 bis 1913 bestritt er 4 A-Länderspiele für Deutschland. 1910 gewann er mit der Süddeutschen Auswahl den Kronprinzenpokal.

Die Amateurmannschaft der Stuttgarter Kickers wurde in den 1950er Jahren gegründet und zunächst der untersten Spielklasse zugeordnet. Parallel zu den Amateuren gab es zu dieser Zeit auch eine außer Konkurrenz am Spielbetrieb teilnehmende Reservemannschaft der Vertragsspieler, die jedoch bereits einige Jahre später aufgelöst wurde.

Nachdem die Kickers Amateure zunächst zwischen A- und B-Klasse pendeleten, stiegen sie 1965 in die 2. Amateurliga auf. Vier Jahre später gelang der Sprung in die 1. Amateurliga Nordwürttemberg. Der damals dritthöchsten deutschen Spielklasse gehörte man bis zum Abstieg im Jahr 1973 an. Nach einer Spielklassenreform wurden die Kickers 1978 der Verbandsliga Württemberg zugeteilt. Der erstmalige Aufstieg in die Oberliga Baden-Württemberg folgte 1991. Nachdem man nach der ersten Oberligasaison als Tabellenletzter sofort wieder in die Verbandsliga musste, etablierten sich die Kickers-Amateure, die inzwischen als Zweite Mannschaft oder U23-Team bezeichnet werden, nach ihrem Wiederaufstieg im Jahr 2000 in die Oberliga.

Trainiert wird die Zweite Mannschaft, deren Hauptfunktion das Heranführen von Talenten an die erste Mannschaft ist, von Björn Hinck. Heimspielstätte ist die Bezirkssportanlage Waldau, wo das U23-Team meist vor nur weniger als 100 Zuschauern spielt.

Die Jugendabteilung der Stuttgarter Kickers wurde bereits im Jahr 1900 gegründet. Neben dem später meist dominierenden VfB Stuttgart gehörten die Kickers im Juniorenbereich lange Zeit zu den erfolgreichsten Vereinen Württembergs. Von den Bambini bis zur A-Jugend gibt es im Verein insgesamt 14 Jugendmannschaften. Neben zahlreichen anderen Profispielern wurden auch die späteren Weltmeister Guido Buchwald und Jürgen Klinsmann in der Kickersjugend ausgebildet.

Nach der Einführung der Deutschen A-Jugend Meisterschaft im Jahr 1969 qualifizierten sich die Kickers 1978 erstmals für die Endrunde. Ein Jahr später wurde die Mannschaft durch einen 2:1 Sieg im Finale gegen den 1. FC Nürnberg Deutscher A-Jugendmeister. 1990 gewannen die Kickers den DFB-Junioren-Vereinspokal durch ein 3:0 gegen den Lüneburger SK 3:0. Im damaligen Kickers-Team spielte unter anderem der spätere Nationalspieler und Europameister Fredi Bobic.

Im Jahr 2004 qualifizierten sich die Stuttgarter Kickers für die neu gegründete U19-Bundesliga, der sie Mannschaft bis zum Abstieg in der Spielzeit 2007/08 angehörte. Auch die B-Junioren waren Teilnehmer an der Premierensaison 2007/08 der U17-Bundesliga. Als Drittletzter stieg man jedoch sofort ab.

Heimstätte der ersten Fußballmannschaft der Stuttgarter Kickers ist das GAZİ-Stadion auf der Waldau in Stuttgart-Degerloch, direkt unterhalb des Stuttgarter Fernsehturms. Die Kickers tragen auf dem ehemaligen Kickers-Platz seit 1905 ihre Heimspiele aus. Kein anderer deutscher Fußballverein spielt so lange am selben Ort. Lediglich während des Umbaus des eigenen Stadions, zu Bundesligazeiten und teilweise bei anderen Spielen bei denen man eine größere Besucherzahl erwartete, spielten die Kickers aus Sicherheitsgründen und wegen des größeren Fassungsvermögens auch im von ihren Anhängern ungeliebten Neckarstadion, der heutigen Mercedes-Benz Arena.

In den ersten Jahren nach der Vereinsgründung spielten die Kickers noch wie die meisten um die Jahrhundertwende in Stuttgart gegründeten Vereine, auf dem Stöckachplatz im Stuttgarter Osten. Das Gelände auf dem heute das Gebäude des Arbeitsamts steht, war damals der einzige Stuttgarter Sportplatz. Wahrzeichen des Platzes war das Umkleidehäuschen im Villenstiel mit seinen Vorbauten und Türmchen.

Im Jahr 1905 stellte die Stuttgarter Militärkommandatur ihr Degerlocher Exerziergelände der Stadt unter der ausdrücklichen Bedingung zur Verfügung, dass darauf ein Sportplatz zu errichten sei. Daraufhin entstand auf der Waldau der erste geschlossene Sportplatz Stuttgarts, der am 18. Juni 1905 unter dem Namen Kickerssportplatz eröffnet wurde. Bereits ein Jahr später errichtete man eine kleine Tribüne aus Holz. 1913 folgte eine Holztribüne für 700 Zuschauer, die als orginalgetreue Kopie der Tribüne des Londoner FC Arsenal im Maßstadt 1:3 errichtet wurde. Die Tribüne bestand bis 1975, als der DFB unter Androhung des Lizenzentzugs den Abriss der inzwischen maroden Konstruktion verlangte. Neben dem Neubau der Haupttribüne im Jahr 1975 wurde das Stadion nochmals 1981/82 sowie 1997/98 saniert. Am 1. Juli 1988 ging der Kickers-Platz in den Besitz der Stadt Stuttgart über, und hieß seitdem Waldau-Stadion. Nachdem die Kickers kurz vor der Insolvenz standen, verkaufte der Klub gemeinsam mit der Stadt Stuttgart die Namensrechte des Waldau-Stadions an den Hauptsponsor der Kickers. Für den Verkauf der Namensrechte auf 10 Jahre erhielten Stadt und Verein jeweils 500.000 Euro. Seit dem 22. April 2004 trägt das heute 11.516 Zuschauerplätze fassende Stadion den Namen GAZİ-Stadion auf der Waldau. Um die DFB-Anforderungen an Spielstätten der 3. Liga zu erfüllen, beschloss der Stuttgarter Gemeinderat am 17. Juli 2008, das Stadion für insgesamt 5,4 Millionen Euro umzubauen. Die Bauarbeiten sollen von Januar bis Juli 2009 stattfinden.

Unweit des Stadions besitzen die Stuttgarter Kickers auf der Waldau seit 1989 wieder ein eigenes Vereinsgelände. Zuvor waren die einzelnen Abteilungen des Vereins wegen des Baus des Stuttgarter Fernsehturms und dem daraus resultierenden Verlust von mehreren Spielfeldern über verschiedene Standorte in ganz Stuttgart verteilt. 1996 erhielt das ehemalige Universitätssportgelände in Anlehnung an den Ehrenpräsidenten Axel Dünnwald-Metzler den Namen ADM-Sportpark. Um die drohende Insolvenz zu vermeiden, wurde das Vereinsgelände im Jahr 2004 an die Stadt Stuttgart verkauft, die seitdem Eigentümer ist.

Der ADM-Sportpark umfasst die Geschäftsstelle des Vereins, einen Fan-Shop, ein Fanhaus, ein Klub-Restaurant, ein Jugendhaus, vier Fußballplätze (darunter ein Kunstrasenplatz) und zwei Beachsoccer-Felder. Neben dem Trainingsbetrieb der Fußballmannschaften sowie der Leichtathletikabteilung, tragen die Jugendmannschaften der Kickers ihre Spiele auf dem Vereinsgelände aus. Als weitere Spielfläche dient die schräg gegenüber dem ADM-Sportpark gelegene städtische Bezirkssportanlage Waldau, auf der 2. Mannschaft sowie A1- und B1-Junioren spielen.

Falls die Plätze auf der Waldau nicht bespielbar sind, steht als Ausweichspielfeld zudem das sich ebenfalls im Besitz der Stadt Stuttgart befindende Stadion Festwiese auf dem Cannstatter Wasen zur Verfügung.

Bis in die Zeit nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges lagen die Kickers in der Gunst der Stuttgarter Zuschauer gleichauf mit dem Lokalrivalen VfB. In der Endrunde zur deutschen Meisterschaft kamen am 7. Mai 1939 beim Spiel gegen Rapid Wien 70.000 Zuschauer in die damalige Adolf-Hitler-Kampfbahn, was die bislang größte Kulisse bei einem Heimspiel darstellt.

Nachdem in der Oberligaspielzeit 1947/48 mit 16.842 Zuschauern der bislang höchste Zuschauerschnitt erreicht wurde, begannen mit dem schleichenden sportlichen Niedergang auch die Zuschauerzahlen zu sinken. In den letzten Jahren kamen im Schnitt meist 3.000 bis 4.000 Zuschauer zu den Heimspielen der Kickers.

Seit den 1970er Jahren gibt es eine organisierte Fanszene. Als erster Fanclub der Kickers wurde 1977 der Blau-Weiss 77 gegründet. Neben dem heute noch existierenden ältesten Fanclub gibt es inzwischen rund zwanzig weitere, darunter auch in Köln und in Westfalen. Seit Herbst 1998 gibt es innerhalb des Hauptvereins die Fan-Abteilung der Stuttgarter Kickers (FAdSKi). Aufgabe der Abteilung ist die Integration der Fans in den Verein sowie die Förderung der Zusammenarbeit zwischen dem Verein und seinen Fans. Die Abteilung, die einen eigenen Abteilungsleiter sowie vier Fansprecher besitzt, hat rund 280 Mitglieder.

Im Gazí-Stadion auf der Waldau ist der Kern der Kickers-Fans im Block B auf den Stehplätzen der Gegentribüne angesiedelt.

Nachdem Eintracht Braunschweig 1973 als erster deutscher Fußballklub den Jägermeister-Hirsch seines Sponsors auf dem Trikot trug, dauerte es drei weitere Jahre, bis in der Saison 1976/77 auch die Kickers erstmals in ihrer Geschichte mit Trikotwerbung aufliefen. Die Partnerschaft mit dem ersten Trikotsponsor Südmilch dauerte bis 1986. Dem Nahrungsmittelhersteller folgten das Textilunternehmen GIN TONIC, die Stuttgarter Versicherung sowie der Mineralwasserhersteller Peterstaler.

Seit Sommer 2002 ist die Garmo AG mit ihrer Marke GAZİ Haupt- und Trikotsponsor der Stuttgarter Kickers. Der bis 2009 laufende Sponsorenvertrag mit dem Stuttgarter Milchprodukthersteller, der auch die Namensrechte am Stadion der Stuttgarter Kickers besitzt, ist mit rund 250.000 Euro jährlich dotiert. Daneben gibt es einen Sponsorenpool mit Exclusiv- und Business Partnern, denen je nach Art der Partnerschaft bestimmte Rechte zugestanden werden.

Als Zusammenarbeit zwischen Vereinsoffiziellen und Fans entstand das Projekt „Believe in Blue! Die Zukunft ist blau – Wir glauben daran“. Nach dem Vorbild der Million Dollar Homepage wurde eine Internetseite bestehend aus einer Million Pixel eingerichtet, die in 10.000 Quadrate (10x10 Pixel) unterteilt ist. Dieses Quadrate können erworben werden, um die Stuttgarter Kickers finanziell zu unterstützen. Bisher nahmen die Blauen mit diesem Projekt über 70.000 Euro ein (Stand 11/2008).

Ausrüster der Stuttgarter Kickers ist Nike. Der Seit der Saison 2007/08 bestehende Ausrüstervertrag ist auf drei Jahre datiert. Neben der ersten Mannschaft stattet der US-amerikanische Sportartikelhersteller auch die zweite Mannschaft sowie sämtliche Jugendteams aus.

Die Leichtathletikabteilung war von Anfang an erfolgreicher Bestandteil der Stuttgarter Kickers. Der Verein brachte zahlreiche Teilnehmer an Olympischen Spielen, sowie Welt- und Europameisterschaften hervor. Mit Alfred Dompert (3.000 m Hindernislauf) und Erich Borchmeyer (4 x 100 m Staffel) hat der Verein sogar zwei Brozemedailliengewinner der Olympischen Spiele 1936 in Berlin in den eigenen Reihen.

Heute bilden die Leichtathlethen der Stuttgarter Kickers eine Startgemeinschaft zusammen mit dem Lokalrivalen VfB Stuttgart.

Die Hockeyabteilung der Stuttgarter Kickers wurde am 6. August 1913 durch sechs Hockeyenthustiasten in der Gaststätte Charlottenhof gegründet. Wegen des Baus des Stuttgarter Fernsehturms im Jahr 1954 musste der Spielbetrieb für zwei Jahre nach Bad Cannstatt verlagert werden. Zwölf Mitglieder der Hockeyabteilung gründeten daraufhin den Hockey- und Tennis-Club Stuttgart e. V..

Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Gesamtvereins wurde am 1. Februar 1957 der Beschluss gefasst, dass der Hockey- und Tennisclub Stuttgart ein neues Sportgelände auf der Hohen Eiche erwerben und sich in Hockey- und Tennisclub Stuttgarter Kickers e. V., Stuttgart, gegr. 1913 umbenennen darf. Die offizielle Trennung der Hockeyabteilung vom Hauptverein folgte am 29. Mai 1958.

Die größten Erfolge des aus dem Hauptverein heraus entstandenen HTC Stuttgarter Kickers waren der Gewinn der Deutschen Hockey-Meisterschaft im Sommer 2005 sowie der Europapokalsieg im darauf folgenden Jahr.

Die Handballabteilung der Stuttgarter Kickers wurde 1922 gegründet. Sie stellte mehrere Herrenmannschaften, die erfolgreich in oberen Spielklassen spielten und vorzeigbare Erfolge feierten. Am 7. April 2005 wurde auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die Ausgliederung des Handballspielbetriebs zum Handballverein Stuttgarter Kickers sowie die Überlassung der Namens- und Nutzungsrechte beschlossen. Während der Spielbetrieb unter dem HV Stuttgarter Kickers stattfindet, bleibt die Handballabteilung selbst Bestandteil des Hauptvereins.

In der Saison 2007/08 wurde die erste Herrenmannschaft des HV Stuttgarter Kickers Meister der Württemberg-Liga Nord und feierte damit den Aufstieg in die Baden-Württemberg Oberliga.

Die Abteilung Tischtennis der Stuttgarter Kickers besteht seit 1934, als sie aus dem damaligen Verein 1. TTC 1930 Stuttgart hervorging. In der Saison 1982/83 spielte die Tischtennismannschaft der Herren in der 1. Bundesliga. Bekannte Spieler waren Ulf Thorsell und Michael Krumtünger. Nach dem direkten Abstieg zerfiel die Mannschaft. In der Folgezeit verlor die Tischtennisabteilung immer mehr an Bedeutung. Die erste Herrenmannschaft rutschte bis in die Kreisliga des Bezirks Stuttgart ab, in der man mehrere Jahre spielte.

Nach Ende der Saison 2007/08 belegte man auch hier den Vorletzten Platz, so dass die Mannschaft seither in der Kreisklasse A antritt.

In den 1980er Jahren gründete der Verein eine Schiedsrichter-Abteilung. Der Abteilung gehören momentan zehn Schiedsrichter an, die in unterklassigen Ligen bis zur Bezirksliga und als Assistenten in der Landes- und Verbandsliga eingesetzt werden. Der Kickers-Schiedsrichter Dr. Peter Schreiner ist seit 2005 Obmann der Schiedsrichtergruppe Stuttgart.

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Jürgen Klopp

Bild:Juergen_klopp.jpg

1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Jürgen Norbert Klopp (* 16. Juni 1967 in Stuttgart) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und heutiger Fußballtrainer. Bekannt wurde er während seiner Tätigkeit beim 1. FSV Mainz 05, wo er zwischen 1990 und 2001 als Spieler und im Anschluss als Trainer tätig war. Aktuell betreut er die Mannschaft von Borussia Dortmund.

Noch zu aktiven Zeiten schloss Klopp ein Studium an der Universität Frankfurt als Diplom-Sportwissenschaftler ab. Seine Diplomarbeit schrieb er über Walking. Nach dem Aufstieg mit Mainz im Sommer 2004 holte Klopp, der sich zu diesem Zeitpunkt nur im Besitz einer A-Lizenz als Trainer befand, an der Sporthochschule Köln seine Lizenz als Fußballlehrer nach.

Bevor Klopp 1990 beim Zweitliga-Aufsteiger Mainz 05 seine erste und einzige Profistation antrat, war er beim SV Glatten, TuS Ergenzingen, 1. FC Pforzheim, Eintracht Frankfurt, Viktoria Sindlingen und Rot-Weiß Frankfurt aktiv. Mit Rot-Weiß Frankfurt scheiterte er unmittelbar vor seinem Wechsel nach Mainz in der Aufstiegsrunde an Mainz 05.

Für den 1. FSV Mainz 05 bestritt Klopp von 1990 bis 2001 325 Zweitliga-Spiele, damit ist er in dieser Liga alleiniger Rekordhalter im Verein. Auch in der Gesamtzahl der Pflichtspiele (340) stand Klopp vereinsintern zusammen mit Michael Müller bis Anfang November 2006 auf dem ersten Rang, mittlerweile wurden beide von Torhüter Dimo Wache abgelöst. Klopps 52 Zweitliga-Tore werden beim FSV nur von Sven Demandt übertroffen. Zudem ist er neben Benjamin Auer der einzige Spieler bei Mainz 05, der in einem einzigen Zweitligaspiel vier Tore erzielte (1991/92 beim 5:0 beim FC Rot-Weiß Erfurt).

Ab dem 28. Februar 2001 trainierte Klopp zunächst die Profi-Mannschaft des 1. FSV Mainz 05. Sein Vertrag lief bis zum 30. Juni 2008. Klopp führte den Verein als Interimstrainer von den Abstiegsrängen der 2. Bundesliga zum Klassenverbleib, in den folgenden Jahren als Cheftrainer an die Tabellenspitze. 2002 und 2003 verpasste Klopp mit Mainz 05 als Tabellenvierter jeweils knapp den Aufstieg in die Bundesliga. Im dritten Anlauf gelang am 23. Mai 2004 der Sprung in die erste Liga, wo sein Team – wie auch in der folgenden Saison 2005/2006 – auf Rang elf abschloss.

Vor Beginn der Spielzeit 2005/06 erreichte Klopp mit Mainz 05 den größten Erfolg der Vereinsgeschichte, als seine Mannschaft über die UEFA-Fair-Play-Wertung und mit Losglück in die UEFA-Pokal-Qualifikation einzog. Dort sicherten sich die Mainzer gegen den FK Mika Aschtarak (Armenien, 4:0 und 0:0) sowie gegen ÍB Keflavík (Island, 2:0 und 2:0) den Einzug in die erste Runde des UEFA-Pokal-Wettbewerbs 2005/06, wo er mit seiner Mannschaft gegen den späteren UEFA-Cup Sieger Sevilla FC ausschied (0:0 und 0:2). 2007 stieg Klopp mit Mainz wieder in die 2. Bundesliga ab.

Im April 2008 kündigte Klopp an, im Falle des Nichtaufstiegs des FSV Mainz 05 in die Bundesliga seinen auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Am letzten Spieltag der Saison 2007/2008 verpasste der FSV den Aufstieg in die Bundesliga nur knapp, so dass Jürgen Klopp seine Tätigkeit als Trainer in Mainz zum 30. Juni 2008 beendete.

Seit 1. Juli 2008 trainiert Klopp den Bundesligisten Borussia Dortmund; er unterzeichnete Ende Mai 2008 einen Zweijahresvertrag mit einer Option auf ein drittes Jahr.

Zwischen 2005 und 2008 arbeitete Klopp neben seiner Trainertätigkeit als Experte bei Fußballübertragungen im ZDF an der Seite von Johannes B. Kerner, Urs Meier und Franz Beckenbauer. Unter anderem analysierte er bei der WM 2006 und der EM 2008 die Spiele für das ZDF.

Er arbeitete dabei viel mit dem Taktik-Tisch. Anhand von Markierungen wies er auf taktische Fehler im Aufbau hin und veranschaulichte, wie daraus früh abgefangene Angriffe oder Gegentore resultierten. Diese Methodik war im deutschen Fernsehen neu. Klopp bekam hierfür am 20. Oktober 2006 den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Beste Sportsendung“ verliehen.

Jürgen Klopp ist zum zweiten Mal verheiratet und Vater eines Sohnes. Seine Frau brachte einen weiteren Sohn mit in die Ehe.

Im April 2008 wurde Klopp vom Kuratorium Gutes Sehen (KGS) zum „Brillenträger des Jahres 2008“ gekürt.

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Source : Wikipedia