FC Chelsea

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Geschrieben von bishop 25/02/2009 @ 13:51

Tags : fc chelsea, ausländische klubs, fussball, sport

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FC Chelsea

Logo des FC Chelsea

Der FC Chelsea (offiziell: Chelsea Football Club) – im deutschsprachigen Raum auch als Chelsea London bekannt – ist ein englischer Fußballclub, der im Jahre 1905 von den Mears-Brüdern gegründet wurde. Die auch The Blues genannte Mannschaft trägt ihre Heimspiele im Stadion Stamford Bridge im Westen Londons aus.

Am 1. Juli 2003 wurde der Verein unter internationalem Aufsehen von Roman Abramowitsch, einem russischen Öl-Milliardär, aufgekauft, der seitdem mehr als sechshundert Millionen Euro in neue Spieler investiert hat. Nach der Übernahme wurde der Club von der Boulevardpresse als Anspielung auf Abramowitschs Herkunft als Chelski tituliert und mit Vorwürfen bezüglich der Schädigung des nationalen und internationalen Fußballs durch spektakuläre Spielertransfers konfrontiert. Die Farbe der Heimtrikots ist blau, auswärts trägt die Mannschaft schwarz. In den Jahren 1955, 2005 und 2006 war Chelsea englischer Meister.

1896 kauften Henry Augustus „Gus“ Mears und sein Bruder Joseph den Stamford Bridge Athletics Ground, wo sie Fußballspiele austragen lassen wollten. Sie mussten jedoch bis zum Tod des Grundstückeigentümers 1904 warten, um die bestehende Anlage umzubauen. Eigentlich sollte hier von nun an der FC Fulham spielen, doch nach Unstimmigkeiten über die Miete für das Grundstück lehnte Fulham ab. Gus Mears war kurz davor, das Grundstück an die Great Western Railway Company zu verkaufen, die hier Kohle lagern wollte, doch sein Kollege Fred Parker überredete ihn, das Grundstück zu behalten und stattdessen seinen eigenen Fußballclub zu gründen. Anstatt also, wie viele andere Clubs, Stadien zu bauen, um darin zu spielen, wurde Chelsea gegründet, um das Stadion zu nutzen.

Der FC Chelsea wurde am 14. März 1905 im The Rising Sun Pub (heute The Butcher’s Hook, gegenüber dem Stadion gelegen) offiziell gegründet. Aufgrund der Lage des Stadions im Londoner Stadtteil Fulham lag der Name Fulham Football Club nahe, dieser war jedoch durch den gleichnamigen Club bereits belegt. Danach waren London FC, Kensington FC und Stamford Bridge FC Kandidaten für den Clubnamen, die jedoch allesamt abgelehnt wurden, sodass man sich auf Chelsea Football Club einigte. Als Emblem wurde das des Pensionärs gewählt, was dem Team den Spitznamen The Pensioners einbrachte. Der Eintritt in die Southern League wurde ihnen nach Einwänden vom FC Fulham und Tottenham Hotspur verwehrt und so baten sie um Aufnahme in die Second Division der Football League. Der Antrag wurde am 29. Mai 1905 angenommen, wodurch Chelsea der erste Club war, der in die Football League aufgenommen wurde, ohne vorher ein Spiel bestritten zu haben.

Das erste Ligaspiel am 2. September 1905 gegen Stockport County endete mit einer 0:1-Niederlage; Trainer der ersten Jahre war John Tait Robertson. Im ersten Heimspiel (ein Freundschaftsspiel gegen den FC Liverpool) setzte Chelsea sich mit 4:0 durch. 1907 stiegen die Blauen in die First Division auf, hauptsächlich dank der Tore von George Hilsdon, der bereits bei seinen Debüt am 1. September 1906 fünf Tore gegen Glossop erzielte. Mit dem Aufstieg in die erste Liga nahm auch das Interesse der Zuschauer zu, durchschnittlich 17.000 Menschen kamen 1907/08 zu den Heimspielen. Die Zuschauermenge bestand dabei aus einer Mischung von wohlhabenden Bürgern aus Chelsea und Arbeitern aus Fulham und Battersea. Nachdem Robertson betrunken zum Training erschienen war , ersetzte ihn die Clubführung zunächst durch William Lewis, der sein Amt 1907 für David Calderhead frei machte. Calderhead trainierte die Blues bis 1933. Nach einer enttäuschenden Saison 1909/10 und einer Niederlage im entscheidenden Spiel gegen Tottenham stieg Chelsea in die zweite Liga ab. Um den Abstieg abzuwenden, wurden spät in der laufenden Saison noch Spieler verpflichtet, was die Football League als unsportliches Verhalten wertete und daraufhin feste Transferzeiten erließ. Zwei Jahre später kehrte Chelsea in die erste Liga zurück und schaffte 1914 mit dem 8. Platz das beste Ergebnis bis dahin.

1914/15 war die letzte Meisterschaftsrunde, bevor der Ligabetrieb aufgrund des ersten Weltkrieges eingestellt wurde. Für die Pensioners reichte es nur für den 19. und damit vorletzten Platz. Normalerweise hätte dies den Abstieg bedeutet, doch nach dem Krieg wurde die Liga um zwei Mannschaften erweitert, so dass Chelsea eingeladen wurde, erneut in der First Division teilzunehmen. 1915 erreichte der Club zum ersten Mal das FA Cup Finale, das im Old Trafford Stadion in Manchester ausgetragen wurde. Das Endspiel, in dem Chelsea Sheffield United mit 0:3 unterlag, wurde bekannt als das Khaki Finale, da viele Soldaten in Uniform das Spiel verfolgten.

1919/20 war die erste Spielzeit nach dem Krieg und mit Platz 3 in der First Division auch die beste seit der Gründung des Clubs. 1924 stiegen die Londoner ab und kehrten erst 1930 in die erste Liga zurück, nachdem sie in der Second Division mit den Plätzen fünf, drei, vier, drei und neun jedes Mal den Aufstieg verpasst hatten. Trainer Calderhead setzte derweil im Sturm auf Spitzenspieler, durch die der Club beim Publikum bekannt und beliebt wurde, versäumte es jedoch, die Abwehr gleichartig zu stärken. 1930 verpflichtete er Hughie Gallacher, Alex Jackson und Alec Cheyne, wobei er vor allem in Gallacher große Hoffnung setzte, nachdem der Newcastle United 1927 zum Titel geführt hatte. Obwohl er im Laufe seiner Chelsea-Laufbahn insgesamt 81 Tore schoss, konnte Gallacher ebenso wenig wie Jackson und Cheyne an seine früheren Leistungen anknüpfen und verließ den Club nach vier Jahren.

1932 kamen die Blues einem Pokal noch am nächsten, als sie ins Halbfinale des FA Cups einzogen, dort jedoch nach einem 1:2 gegen Newcastle United ausschieden. So blieb dem FC Chelsea auch in den 1930er Jahren eine Trophäe verwehrt; das beste Ergebnis des Jahrzehnts war 1936 der 8. Platz in der Liga. 1933, der Club war nur um zwei Punkten dem Abstieg entgangen , trat Calderhead als Trainer zurück und Leslie Knighton übernahm sein Amt. 1934 trennten Chelsea ebenfalls nur zwei Punkte von einem Abstiegsplatz, 1939 war es sogar nur noch einer. Bemerkenswert blieb die ungebrochene Beliebtheit beim Publikum, so besuchten am 12. Oktober 1935 82.905 Fans das Heimspiel gegen Arsenal, ein Rekord in der Clubgeschichte und die zweithöchste Besucherzahl im englischen Ligafußball. Nachdem Knighton bis 1939 keine nennenswerten Erfolge vorzuweisen hatte, ersetzte der Club ihn durch William „Billy“ Birrell. Ihm waren 1939/40 jedoch nur noch drei Spiele als Trainer vergönnt, bevor der Zweite Weltkrieg der Meisterschaftsrunde ein abruptes Ende setzte.

Nach der Kapitulation des deutschen Reichs meldete sich Dynamo Moskau zu einer Reihe von Spielen in England an, um die Wiederaufnahme des Spielbetriebes zu feiern. Am 13. November 1945 fand das erste Spiel der Moskauer gegen den FC Chelsea in London statt. Offiziell wurden 74.496 Besucher in die Stamford Bridge eingelassen, doch viele Menschen verschafften sich illegal Zutritt zum Spiel, indem sie über Zäune kletterten, so dass schlussendlich von 100.000 Zuschauern ausgegangen wurde. Nachdem Dynamo bereits 0:2 zurücklag, schafften sie den Ausgleich, bevor Chelseas mit 3:2 erneut in Führung ging. Um die sich ohnehin bereits verschlechternde Beziehung zwischen England und der Sowjetunion nicht zu belasten, ließ der Schiedsrichter ein Abseitstor gelten, wodurch es am Ende 3:3 stand.

Nach Wiederaufnahme des Ligabetriebs vermochte Chelsea keine Akzente zu setzen; außer mit der Verpflichtung von weiteren Starspielern wie Tommy Lawton und Roy Bentley, der 1948 zum Team stieß, machte der Verein kaum von sich reden. In den frühen 50er Jahren folgte eine Achterbahnfahrt für Spieler und Fans. 1950 gelang der Sprung ins FA Cup Halbfinale gegen Arsenal, das erste Spiel endete 2:2 und so wurde für den 22. März ein Wiederholungsspiel angesetzt, in dem Arsenal das einzige Tor erzielte und damit ins Finale einzog. 1951 rettete nur die bessere Tordifferenz vor dem Abstieg, bevor 1952 im FA Cup Halbfinale gegen Arsenal erneut das Aus kam, als die „Gunners“ das Wiederholungsspiel nach einem 1:1-Unentschieden souverän mit 3:0 gewannen. William Birrell trat danach als Trainer zurück. Obwohl er keinen einzigen Titel gewinnen konnte, war er für den Club von außerordentlicher Wichtigkeit, da er zusammen mit anderen ehemaligen Chelseaspielern ein für damalige Verhältnisse einmaliges Förderprogramm für junge Talente einrichtete und aktiv nach Nachwuchsspielern für den Club suchte.

Nachdem Birrell als Trainer zurückgetreten war, begann unter Ted Drake, vormals Stürmer für Arsenal und England, eine neue Ära, obgleich sie sich zu Beginn spielerisch wenig von der Birrells unterschied. Als eine der ersten Handlungen ersetzte er das Pensioner-Emblem mit dem des blauen Löwen, das in verschiedenen Abwandlungen heute noch erhalten ist. Drake war anders als seine Vorgänger ein nahbarer Trainer, der statt Krawatte lieber einen Trainingsanzug trug und auf den Dialog mit jedem einzelnen Spieler Wert legte. Auch im Training führte er einige Neuerungen ein, so setzte er statt auf die bis dahin üblichen Fitnesseinheiten auf den vermehrten Umgang mit dem Ball, um die technischen Fähigkeiten seiner Spieler zu verbessern. Von seinen Spielern verlangte er andere Qualitäten als bisher, er wollte keine Starspieler, die oftmals in ihrer Leistung und ihrer Zuverlässigkeit enttäuschend waren, sondern junge Talente, die sich beim Club beweisen und Trophäen gewinnen wollten. Daher wandte Drake sich vornehmlich Spielern aus der zweiten und dritten Liga zu, um sie aufzubauen und zu fördern. Zugleich verlangte er von den Fans mehr Unterstützung, denn trotz der hohen Besucherzahlen waren die Zuschauer bis dato eher zurückhaltend gewesen. Seine Worte „don’t tell me the crowd can’t make a difference“ („Sagt mir nicht, das Publikum kann keinen Unterschied machen“) verfehlten ihre Wirkung nicht, besonders nicht am „Shed End“, den Stehplätzen im Südteil des Stadions, die bis zum Abriss 1994 immer die lautesten und treusten Fans beherbergten. Alle seine Bemühungen schienen jedoch vergebens, als Chelsea 1953 den 19. Platz belegte und sich 1954 nur auf den 8. Rang vorarbeiten konnte.

In der Saison 1954/55 kam die Wende: Mit einem Team, in dem sich außer Kapitän Roy Bentley kaum bekannte Spieler befanden, holte Drake die Meisterschaft, obwohl das Jahr wenig versprechend begonnen hatte. Vier anfängliche Niederlagen in Folge, unter anderem auch ein 5:6 gegen Manchester United, deuteten kaum auf einen Titelgewinn hin. Im November 1954 stand das Team auf Platz 12, als die Spieler mit einem Mal ihren Rhythmus fanden und an Ostern vier Punkte vor Titelverteidiger Wolverhampton an der Tabellenspitze standen.

Den Titel sicherten sich die Blues am vorletzten Spieltag, den 23. April 1955, mit einem 3:0-Heimsieg gegen Sheffield Wednesday. 52 Punkte reichten am Ende der Saison für den begehrten Pokal, eine der niedrigsten Punktzahlen eines Meisters seit dem ersten Weltkrieg. Gleichzeitig gewannen auch das Reserveteam und die beiden Jugendmannschaften ihre Ligen, wodurch der Club ein einzigartiges „Quadrupel“ einfuhr. Dank des Meistertitels hätte Chelsea eigentlich die Teilnahme am Europapokal der Landesmeister zugestanden, doch die FA entschied sich gegen den Wettbewerb und legte dem Club nahe, nicht teilzunehmen. Nach Ansicht der FA war es wichtiger, sich auf den nationalen Ligabetrieb zu konzentrieren. Es folgte lediglich ein Spiel gegen den damaligen schottischen Meister Aberdeen, das dieser gewann.

Nach dem Titelgewinn konnte der Club nicht an die vergangene Leistung anknüpfen und fiel auf den 16. Platz zurück. Die nächsten Jahre schloss man immer in der Mitte der Tabelle ab und die Mannschaft alterte zusehends, so dass mehr und mehr Spieler aus der eigenen Jugend nachrückten, unter ihnen auch Jimmy Greaves. Er erzielte in vier Jahren 122 Tore, davon allein 41 in der Spielzeit 1960/61 (bis heute Clubrekord). 1961 wechselte Greaves zum AC Mailand. Der Wechsel läutete das Ende der Amtszeit Drakes ein, denn ohne Greaves Tore wirkte die Mannschaft deutlich geschwächt. Nach einer 0:4-Niederlage gegen Blackpool im September 1961 standen die Londoner auf dem letzten Platz der Tabelle, woraufhin Ted Drake entlassen wurde. Seine Nachfolge trat Tommy Docherty als Spielertrainer an.

Die Entlassung Drakes konnte den Abstieg in die zweite Liga nicht mehr verhindern. Nachfolger Tommy „The Doc“ Docherty nutzte die Zeit, um den Kader strukturell zu verändern. Er verkaufte viele der älteren Spieler, um Platz für weitere Nachwuchsspieler zu schaffen, die aus dem noch von William Birrell geprägten Jugendprogramm entwuchsen. Im Gegensatz zu Drake galt Docherty bei den Spielern als streng und hatte den Ruf, Disziplinlosigkeit entsprechend zu bestrafen. Das harte Training schien sich jedoch auszuzahlen, als Chelsea 1963 in die erste Liga zurückkehrte und die Saison auf Platz 5 abschloss. Zum Team, das eines der jüngsten der Clubgeschichte war, gehörten unter anderem Peter Bonetti, Bobby Tambling (der bis heute mit 202 Treffern der Rekordtorschütze Chelseas ist) , John Hollins, Ken Shellito, Barry Bridges, Bert Murray und Terry Venables, alles Spieler aus der eigenen Jugend. Zusammen mit den eingekauften George Graham, Eddie McCreadie und Marvin Hinton bildete diese Mannschaft Dochertys „Diamantenaufstellung“ („little diamonds“), wie er sie in einer Fernsehdokumentation einmal genannt hatte. Anerkennung hierfür kam auch aus dem Ausland; so wurde Chelsea zwei Mal eingeladen gegen die westdeutsche Fußballnationalmannschaft zu spielen. Die Spiele gingen einmal mit einem 3:1-Sieg für Chelsea und einem 3:3-Unentschieden aus.

Alles in allem entwickelte sich der Club zu einem ernst zu nehmenden Gegner, doch intern schwand zunehmend die Harmonie. Venables war als Kapitän und Spielmacher Publikumsliebling und schillerndster Nachwuchsspieler in einer Person, jedoch verschlechtere sich sein Verhältnis zu Trainer Docherty zusehends, da ihm dessen Führungsstil missfiel. Die Stimmung im Team war zu dieser Zeit bereits mehr als getrübt, obwohl Chelsea 1965 vier Spiele vor Schluss die Tabelle anführte und ein neuerlicher Ligagewinn in Reichweite war. Der Tiefpunkt kam im Ligaspiel gegen Burnley, in dem Docherty sieben Schlüsselspieler, unter ihnen auch Venables und Graham, nicht auflaufen ließ, weil sie sich nicht an die von ihm abends zuvor verordnete Ausgangssperre gehalten hatten. Eine stark geschwächte Mannschaft verlor mit 2:6, wodurch der Titelgewinn nun ausgeschlossen war und es nur für den dritten Platz hinter Manchester United und Leeds United reichte.

Das nächste Jahr brachte die Mannschaft mit 60 Spielen an den äußersten Rand der Leistungsfähigkeit, da Auswechslungen damals noch nicht zulässig waren. Neben der Liga war Chelsea auch im Messepokal, der dem heutigen UEFA-Pokal entspricht, und im FA Cup vertreten. Letzterer begann viel versprechend, Titelverteidiger Liverpool musste sich bereits in der dritten Runde den Blues geschlagen geben, bevor diese im Halbfinale mit 0:2 gegen Sheffield Wednesday ausschieden. Im Messepokal setzte sich Chelsea gegen den AS Rom, den TSV 1860 München und den AC Mailand durch, bevor der Klub im Halbfinale dem FC Barcelona gegenüber stand. Das Halbfinale musste nach einer 0:2-Niederlage und einem 2:0-Sieg aus der Sicht Chelseas in einem dritten Spiel entschieden werden, in dem der FC Barcelona deutlich mit 5:0 den Sieg davon trug.

Docherty war nun an einem Punkt gelangt, an dem er kein Vertrauen mehr in die jungen Spieler hatte - das Team war im Schnitt 21 Jahre alt - und ein Dialog kam nicht mehr zustande. Er entschied sich dafür, einige der Youngsters zu verkaufen und stattdessen erfahrenere Spieler ins Team zu holen, namentlich Charlie Cooke und Tommy Baldwin. Mit Peter Osgood kam lediglich ein neuer Spieler aus dem Jugendprogramm dazu. Anfänglich schien Dochertys Strategie aufzugehen, nach zehn Spielen war Chelsea im Oktober 1966 die einzige ungeschlagene Mannschaft der Liga. Osgood hatte schnell seinen Platz im Team und in den Herzen der Fans gefunden, doch als er sich im Ligapokalspiel gegen Blackpool in einem Zweikampf mit Emlyn Hughes das Bein brach, konnte der Ausfall im Sturm kaum kompensiert werden. Zwar wurde für den damaligen Rekordbetrag von 100.000 £ Tony Hateley unter Vertrag genommen, um den Angriff zu stärken, aber seine Spielweise harmonierte nicht mit dem Rest des Teams. Osgood erzielte seine Tore hauptsächlich mit dem Fuß, Hateley größtenteils mit dem Kopf, doch er bekam kaum hohe Bälle zugespielt. Das Ergebnis war ein enttäuschender 9. Platz in der Liga und die 1:2-Niederlage im FA-Cup-Finale gegen Tottenham Hotspur war umso schmerzlicher, da für Tottenham auch Jimmy Greaves und der von Docherty entlassene Venables aufliefen. Als die neue Saison nur zwei Siege in den ersten zehn Spielen mit sich brachte, wurde Docherty entlassen und Dave Sexton zu seinem Nachfolger bestimmt.

Nach dem Ende von Dochertys Trainerschaft trat mit Dave Sexton ein ruhigerer Charakter die Leitung des Teams an. Er übernahm den vorgefundenen Kader und fügte mit John Dempsey und David Webb mehr Sicherheit in der Defensive hinzu und suchte mit Stürmer Ian Hutchinson, Mittelfeldmann Alan Hudson und Flügelspieler Peter Houseman der Offensive mehr Schlagkraft zu verleihen. Trotz eines niederschmetternden 0:7 gegen Leeds United im ersten Spiel mit Sexton als Trainer wuchs sein Einfluss auf die Spieler bis zum Ende der Saison und er beendete sie, ebenso wie die nächste, unter den sechs ersten Teams.

Der Erfolg kehrte 1969/70 zurück, als Osgood und Hutchinson insgesamt 53 Tore für sich verbuchen und die Mannschaft erneut ins FA Cup Finale führen konnten. Gegner war hier der damalige Meister Leeds United, gegen den Chelsea zwei Mal zurücklag, sich jedoch zu einem 2:2 zurückkämpfte. Nach dem damaligen Reglement bedeutete dies ein Wiederholungsspiel, das zwei Wochen später in Manchester im Old Trafford Stadion ausgetragen wurde. In der Verlängerung stand es 1:1, als Chelsea das erste Mal die Führung übernahm und dank eines Kopfballtores von David Webb den 2:1 Sieg errang.

Dank dieses Sieges stand der erstmaligen Teilnahme am Europapokal der Pokalsieger nichts mehr im Weg. Mit Aris Thessaloniki und ZSKA Sofia waren die ersten Gegner lösbare Aufgaben, im Viertelfinale wartete der FC Brügge, der das Hinspiel mit 2:0 für sich entscheiden konnte. Im Rückspiel schien es bis vor kurz vor Schluss nur zu einem 1:0 zu reichen, als Peter Osgood neun Minuten vor Schluss zum 2:0 Ausgleich traf. In der Verlängerung fielen zwei weitere Tore für Chelsea, die den Weg zum Halbfinale gegen Manchester City (damaliger Titelverteidiger) ebneten. Auch diese Hürde wurde mit 1:0 und 1:0 genommen und so standen sich im Endspiel Chelsea und Real Madrid gegenüber. Nach einem zittrigen 1:1 im Hinspiel trafen Dempsey und Osgood zum 2:1 Sieg im Rückspiel und sicherten somit den ersten Pokalsieg auf europäischer Ebene in der Clubgeschichte. Das von den Spielern des Clubs gesungene Lied Blue is the Colour ist für viele Fans untrennbar mit diesem Ereignis verknüpft. Es erreichte Platz 5 der UK Single Charts und ist bis heute einer der bekanntesten Fangesänge des englischen Fußballs.

Der erhoffte Leistungsanstieg nach dem Gewinn der Pokale blieb jedoch aus. Stattdessen sanken Moral und Disziplin der Mannschaft in den nächsten Jahren, da Sexton sich mit mehreren Schlüsselspielern überworfen hatte. Dementsprechend verschlechterten sich die Leistungen: Aus Disziplinlosigkeit und fehlendem Teamgeist resultierten immer häufiger Niederlagen. Die Saison 1972/73 endete auf dem 12. Platz, die darauf folgende auf dem 17. Kurz nach einem 2:4 gegen Lokalrivalen West Ham am zweiten Weihnachtsfeiertag 1973, wurden Osgood und Hudson verkauft. Dave Sexton wurde während der Spielzeit 1974/1975 entlassen, nachdem die Mannschaft die neue Saison schwach begonnen hatte; Nachfolger wurde sein Assistent Ron Suart, der den Abstieg 1975 jedoch auch nicht mehr verhindern konnte. Zu den sportlichen Problemen kamen nun auch noch finanzielle Engpässe, die durch den Neubau des East Stand des Stadions ausgelöst wurden. Geplant war, das Stadion auf 50.000 Sitzplätze auszubauen, doch Verzögerungen beim Bau, Streiks, fehlendes Material und die Weltwirtschaftskrise trieben die Baukosten in die Höhe.

1976 hatte der Club 3,4 Millionen Pfund Schulden angehäuft, weshalb in den folgenden vier Jahren nicht ein Transfer vollzogen werden konnte. Das Interesse der Zuschauer ging wegen fehlender Leistung und steigender Ticketpreise zur Schuldentilgung zurück, während immer mehr Hooligans im Stadion für Probleme sorgten. Die Chelsea Headhunters, eine von vielen Hooliganvereinigungen in England während der 1970er und 80er, waren für ihr aggressives Auftreten und ihre Verbindung zu extremen politischen Gruppen bekannt. Dies bescherte dem Club zusätzlich schlechte Presse und führte schließlich dazu, dass Chelsea als erster Club in England Zäune am Spielfeldrand aufstellen musste.

Eddie McCreadie übernahm den Job des Trainers kurz vor dem Abstieg 1975, baute das Team wieder auf und kehrte 1976/77 in die erste Liga zurück. Da das Geld für Transfers fehlte, etablierten sich mehr und mehr Spieler aus der eigenen Jugend. Unter ihnen waren unter anderem Ray Wilkins und der viel versprechende Stürmer Steve Finniestone, zusätzlich konnte McCreadie weiterhin auf die Dienste der erfahreneren Spieler wie Charlie Cooke und Peter Bonetti vertrauen. Er kündigte seinen Job jedoch, als ihm Clubbesitzer Brian Mears keinen Dienstwagen zur Verfügung stellen wollte und so wurde ein weiterer Ex-Spieler zum Trainer ernannt, diesmal Ken Shellito. Er vollbrachte in der laufenden Saison zwar keine Wunder, konnte jedoch sicherstellen, dass der FC Chelsea auch im nächsten Jahr erstklassig blieb. Zur Mitte der neuen Saison beendete Shellito seine Anstellung beim Club, nachdem bis Weihnachten nur drei Siege eingefahren wurden; Nachfolger wurde der ehemalige Spurskapitän Danny Blanchflower. Peter Osgood kehrte in jenem Jahr zurück, konnte aber auch keine nennenswerten Impulse geben und so stieg das Team nach nur fünf Siegen und 27 Niederlagen erneut ab. 1979 übernahm Geoff Hurst, Star des Endspiels der Weltmeisterschaft 1966, das Amt des Trainers, zusammen mit seinem Assistenten Bobby Gould schien er die Wende zu bringen. Chelsea stand lange auf einem Aufstiegsplatz, bis kurz vor Schluss die Leistungen einbrachen und es nur für den vierten Platz reichte. Im nächsten Jahr fielen so wenige Tore wie selten zuvor, neun Spiele hindurch konnten die Londoner nicht eines für sich verbuchen. Das Ergebnis war der 20. Platz, woraufhin Hurst als Trainer entlassen wurde.

1981 trat Brian Mears als Vorsitzender zurück, nachdem der Club sich 76 Jahre im Familienbesitz befunden hatte. Ein Jahr später stand Chelsea kurz vor dem Bankrott, die Schulden konnten nicht getilgt und die Spielergehälter nicht bezahlt werden. Für den symbolischen Betrag von einem Pfund übernahm Ken Bates den Club, weigerte sich jedoch, das Stadion und die damit verbundenen Schulden zu übernehmen. Daraufhin kaufte die Firma Marler Estates Teile des Grundstückes, was zu einer langen rechtlichen Auseinandersetzung führte. Schlussendlich ging Marler Estates in den frühen Neunzigern bankrott und die Chelsea Pitch Owners, eine Organisation von Chelseaanhängern, übernahmen das Stadion. Zweck der Übernahme war es, das Grundstück stets mit dem Club zu verbinden, unabhängig von der finanziellen Lage des Vereins.

John Neal übernahm 1981 den Trainerposten und gelangte 1981/82 das erste Mal seit Jahren wieder in das FA Cup Viertelfinale. Das Spiel gegen Tottenham Hotspur war eine 2:3 Niederlage, in der Liga reichte es erneut nicht für den Aufstieg und man musste sich mit dem 12. Platz begnügen. 1982/83 war die wohl anstrengendste Saison von allen für Club und Fans, als sogar der Abstieg in die dritte Liga drohte. Angesichts der desolaten finanziellen Lage hätte dies den endgültigen Ruin bedeutet. Neun sieglose Spiele trieben die Mannschaft in den Keller der Tabelle, den Abstieg verhinderten gerade noch ein 1:0 Sieg über Bolton am vorletzten und ein Unentschieden gegen Middlesbrough am letzten Spieltag. Zwei Punkte trennten die Blues am Ende von einem Abstiegsplatz.

Nach den Strapazen der vergangenen Saison stellte Manager John Neal im Sommer 1983 die Weichen für den Aufstieg. Er nahm Stürmer Kerry Dixon von Reading, Flügelspieler Pat Nevin vom FC Clyde und Mittelfeldmann Nigel Spackman aus Bournemouth für den Angriff unter Vertrag. Als Torhüter konnte er Eddie Niedzwiecki aus Wrexham gewinnen, zeitgleich kehrte John Hollins als Spielertrainer zurück. Alle Transfers hatten zusammen nur rund 500.000 Pfund gekostet, um die Clubkasse zu schonen, da nach wie vor das Kapital knapp war. Das wenige Geld war jedoch gut investiert: Dixon, Nevin und der bereits 1982 verpflichtete David Speedie erzielten innerhalb von nur drei Jahren annähernd 200 Tore.

Die Veränderungen taten Chelsea sichtlich gut, in den ersten drei Spielen der neuen Saison trafen die Blauen 14 Mal. Insbesondere aufgrund des Dreiergespanns Dixon-Nevin-Speedie erreichte die Mannschaft rasch die Tabellenspitze, hielt sie bis zum Ende der Saison und schaffte 1984 den Aufstieg. Auch die Fans kehrten nun zum Club zurück, fast 10.000 von ihnen verfolgten das letzte Spiel der Saison, das die Blues auswärts bei Grimsby Town gewannen. Dixon hatte sich in jener Saison besonders hervorgetan, er erzielte in allen Wettbewerben insgesamt 36 Tore. Der Erfolg setzte sich 1984/85 fort und belohnte die Spieler mit dem 6. Platz, ein Ergebnis von dem 1983 niemand zu träumen gewagt hatte.

John Neal trat mit Ende der Spielzeit 1984/85 aufgrund von Herzproblemen zurück und übergab sein Amt an Hollins. In dessen erstem Jahr als Manager 1985/86 wollte er den Schwung aus der vergangenen Saison mitnehmen und den Club weiter modernisieren. Als Zeichen der Veränderung wurde das Emblem des Vereins abgeändert, so dass der Löwe nun über den Buchstaben CFC stand. Chelsea schaltete sich 1986 erneut in den Titelkampf ein und stand im Februar auf dem ersten Platz, fiel dann aber zurück, als Dixon und Niedzwiecki verletzungsbedingt aussetzen mussten. Um Ostern herum hatten die Fans die Meisterschaft bereits abgeschrieben, als die Blues gegen die Queens Park Rangers eine 0:6-Schlappe einstecken musste. Zwei wichtige 2:1-Siege gegen Manchester United und West Ham United brachten Chelsea nochmals in Reichweite der Tabellenspitze, fünf Spieltage vom Ende der Saison entfernt trennten drei Punkte Tabellenführer Liverpool und das Team von John Hollins. Doch von 15 möglichen Zählern sicherte man sich nur Einen, wodurch der Titelkampf entschieden war. Die einzige Trophäe in jenem Jahr war die des Full Members Cup, der nach der Katastrophe von Heysel eingeführt wurde, da englische Clubs in dieser Zeit nicht am europäischen Fußball teilnehmen durften. Ein 5:4 Sieg gegen Manchester City brachte den Pokal an die Stamford Bridge, Speedie erzielte in diesem Spiel einen Hattrick.

Wie so oft in der Geschichte des Vereins ließen auch diesmal die Leistungen nach einem viel versprechenden Anfang wieder nach und Chelsea beendete die nächste Meisterschaftsrunde nur auf Platz 14. Speedie und Spackman verließen den Club im Streit mit Hollins, der im März 1988 entlassen wurde, als erneut der Abstieg drohte. Bobby Campbell übernahm die Trainerpflichten und trat das kurz zuvor eingeführte Play-off-Spiel gegen Middlesbrough an, das den Absteiger bestimmen sollte. Nach Chelseas 1:2-Niederlage begannen Unruhen im Stadion, die schließlich dazu führten, dass mehrere Fans versuchten, auf den Platz zu gelangen. Daraufhin musste Chelsea die nächsten sechs Spiele in der zweiten Liga ohne Publikum austragen, dennoch gelang der sofortige Wiederaufstieg. Mit 99 Punkten, 17 Punkte mehr als Manchester City auf dem 2. Platz, kehrte Chelsea in die erste Liga zurück, obwohl sie in den ersten sechs Spielen des Jahres keinen Triumph feiern konnten.

Nachdem Chelsea in der zweiten Liga alle anderen Teams überflügelt hatte, machte die Mannschaft auch in der First Division von sich reden, als sie ohne nennenswerte Starspieler 1989/90 den 5. Platz belegte. Auch der Full Members Cup gehörte wieder den Londonern, nachdem sie Middlesbrough im Wembleystadion mit 1:0 besiegt hatten. Im selben Jahr wurde die Strafe für englische Vereine nach der Heysel-Katastrophe aufgehoben, doch der einzige englische UEFA-Pokal-Startplatz wurde an Vizemeister Aston Villa vergeben, sodass Chelsea nicht am Wettbewerb teilnehmen konnte.

Ein Jahr später trat Bobby Campell als Trainer zurück und Ian Porterfield übernahm seinen Posten. Der Club spielte stark genug, um sich für die neu gegründete Premier League zu qualifizieren, die 1992/93 den Spielbetrieb aufnahm. Porterfield kündigte zur Mitte der Saison und wurde kurzfristig durch David Webb ersetzt, unter dessen Leitung es für den 11. Platz reichte. Im Sommer 1993 kam Glenn Hoddle von Swindon Town zum FC Chelsea, um das Amt des Trainers auszufüllen. Hoddle war kurz davor mit Swindon Town als Spielertrainer in die erste Liga aufgestiegen. Gleichzeitig endete 1992 der zehn Jahre andauernde Rechtsstreit um die Stamford Bridge, als Marler Estates zahlungsunfähig wurde und Ken Bates einen entsprechenden Handel mit den zuständigen Banken abschloss.

1997 kauften die Chelsea Pitch Owners das Grundstück, um eine Trennung von Club und Stadion in Zukunft zu verhindern. Kurz darauf begannen zahlreiche Bauarbeiten; unter anderem wurden jegliche Stehplätze in Sitzplätze umgewandelt, die Tribünen näher an den Platz herangebaut und alle Ränge überdacht. Unter Hoddles Regie baute Chelsea kurzzeitig ab und war zwischenzeitlich sogar abstiegsgefährdet, konnte sich aber wieder aus dem Leistungstief herausarbeiten. 1994 standen die Blues Manchester United im FA Cup Finale entgegen, in beiden Ligaspielen hatte Chelsea mit 1:0 gesiegt. Zur Halbzeit stand zwischen den Kontrahenten 0:0, doch zwei Elfmeter innerhalb von fünf Minuten gaben Manchester eine 2:0-Führung. Um den Ausgleich zu erzielen öffnete Hoddles Team seine Defensivreihen zu sehr und verlor schlussendlich mit 0:4. Da sich Manchester United in jener Saison schon für die Champions League qualifiziert hatte, trat an deren Stelle Chelsea im Europapokal der Pokalsieger an, schied dort jedoch im Halbfinale gegen die späteren Gewinner Real Saragossa mit 3:4 aus. Alles in allem hatten sich sowohl Leistung als auch Moral der Mannschaft deutlich verbessert, nicht zuletzt aufgrund ihres inspirierenden Kapitäns Dennis Wise. Zusätzliche Verstärkung kam im Sommer 1995 mit Ruud Gullit, Mark Hughes und Dan Petrescu an die Stamford Bridge. Hoddle selbst führte Chelsea 1996 zum 11. Platz in der Liga und bis ins FA Cup Halbfinale, wo jedoch wieder der spätere Sieger Manchester United den Sieg mit 2:1 davon trug. 1996 beendete Hoddle sein Engagement und wurde Trainer der englischen Nationalmannschaft.

Gullit wurde 1996 zum Spielertrainer ernannt und begann sofort damit, das Team mit hochkarätigen Spielern zu stärken. Er holte den ehemaligen Juventus-Stürmer Gianluca Vialli, den französischen Verteidiger Frank Leboeuf, den schnell zum Publikumsliebling avancierenden Gianfranco Zola und Roberto Di Matteo ins Team. Später stießen noch Gustavo Poyet und Tore André Flo hinzu. Dank dieser Spieler entfernte Chelsea sich mehr und mehr vom Image des mittelmäßigen Großstadtclubs, stattdessen wurden das schnelle, unterhaltsame Passspiel und die technischen Finessen der Spieler bekannt.

Der Beginn der Saison 1996/97 wurde vom Tod Matthew Hardings, dem Vizepräsidenten des Clubs, überschattet, der bei einem Helikopterabsturz nach dem Ligaspiel gegen die Bolton Wanderers ums Leben kam. Spielerisch war die Saison die beste seit 1990, Gullit führte die Londoner zu Platz 6 in der Tabelle. Im Endspiel des FA Cups schrieben sie Geschichte, als Di Matteo nach nur 43 Sekunden das schnellste Final-Tor in der Geschichte des Wettbewerbs erzielte. Das Spiel endete nach einem weiteren Tor von Eddie Newton mit 2:0. Im Februar 1998, das Team stand auf Platz 2 der Premier League, wurde Gullit unerwartet entlassen, offensichtlich aufgrund von Unstimmigkeiten über sein Gehalt.

Gianluca Vialli wurde Nachfolger, in seinen ersten zwei Monaten als Spielertrainer gewann Chelsea zwei weitere Wettbewerbe. Der Ligapokal ging nach einem 2:0 Sieg über Middlesbrough genauso in den Besitz der Blues über wie der Europapokal der Pokalsieger nach einem 1:0 gegen Stuttgart im Finale in Stockholm. Das Tor erzielte Zola, 20 Sekunden nachdem er eingewechselt wurde. Das nächste Finale in dem die Londoner erfolgreich waren, war das des Supercups, in dem sich Chelsea und Real Madrid in Monaco gegenüberstanden. Das einzige Tor des Spiels erzielte Poyet in der 81. Minute.

Im August 1999 stand die erstmalige Teilnahme in der Champions League an, in der ersten Gruppenphase hießen die Gegner Hertha BSC, AC Mailand und Galatasaray Istanbul. Die Mannschaft von Trainer Vialli sicherte sich überraschend den 1. Platz in der Gruppe und zog zusammen mit Berlin in die zweite Gruppenphase ein, in der Chelsea den 2. Platz hinter Lazio Rom belegte. Das Viertelfinalhinspiel in London gegen Barcelona endete mit einem 3:1-Sieg für die Blues, das Rückspiel stand bis sieben Minuten vor Schluss 2:1 für Barcelona, was den Einzug ins Halbfinale für Chelsea bedeutet hätte. Doch das 3:1 durch Dani zog die Verlängerung nach sich, in der zwei weitere Tore für die Katalanen fielen, wodurch das Vialli-Team mit 4:6 ausschied. In jenen Jahren hatte sich das Bild des Clubs deutlich verändert, es befanden sich so viele internationale Topspieler in den Reihen der Mannschaft, dass am 26. Dezember 1999 im Meisterschaftsspiel gegen Southampton kein Spieler aus dem Vereinigten Königreich mehr in der Startelf stand. Dies beeinflusste den Erfolg jedoch nicht im Geringsten, im Jahr 2000 stand Chelsea wieder im FA Cup Finale, das letzte, das im alten Wembleystadion stattfand. Der 2:0-Sieg über Aston Villa brachte den Pokal zum zweiten Mal in vier Jahren nach London, im August folgte das Charity Shield nach einem 2:0 gegen Manchester United. Vialli war auf dem Höhepunkt seiner Karriere bei Chelsea und der bis dahin erfolgreichste Trainer der Mannschaft.

Im Sommer 2000 gab Vialli fast 26 Millionen Pfund für weitere Spieler wie Jimmy Floyd Hasselbaink und Eidur Gudjohnsen aus, die in der Saison 2001/02 zusammen 50 Tore erzielten. Doch nachdem die Blues bis September in fünf Spielen nur einen Sieg erringen konnten, wurde Vialli entlassen und durch Claudio Ranieri ersetzt, der trotz anfänglicher Schwierigkeiten mit der englischen Sprache den Club zum 6. Platz führte. Ranieri verjüngte das Team durch den Verkauf älterer Spieler wie Dennis Wise und ersetzte sie durch John Terry, William Gallas, Frank Lampard und Jesper Grønkjær. In der zweiten Saison unter Ranieri gab es in der Liga keine Fortschritte, dafür aber in anderen Wettbewerben. Im Ligapokal erreichten die Blues das Halbfinale und im FA Cup sogar das Finale, wo sie sich den späteren Double-Gewinnern FC Arsenal mit 0:2 geschlagen geben mussten. Während der Saison kamen immer wieder Gerüchte über die angeschlagene finanzielle Verfassung des Clubs auf; tatsächlich konnte Ranieri im Sommer 2002 keine Neuverpflichtungen aufweisen. Die Erwartungen für die kommende Saison waren merklich gesunken, doch Chelsea schaltete sich in den Titelkampf ein und sicherte sich am letzten Spieltag mit einem 2:1 über Liverpool den vierten Platz und damit die Champions League Teilnahme. Nach der Übernahme des Clubs durch Roman Abramowitsch am 1. Juli 2003 standen Ranieri unbegrenzte Mittel zur Verfügung, die er in Claude Makélélé, Geremi, Glen Johnson, Joe Cole und Damien Duff investierte.

Die über 100 Millionen Pfund Transferkosten waren gut angelegt und wurden mit einem 2. Platz in der Premier League und dem Halbfinale der Champions League belohnt. Jenes Halbfinale wurde Ranieri jedoch zum Verhängnis, als Chelsea zunächst auswärts mit 3:1 gegen Monaco verlor und dann im Rückspiel an der Stamford Bridge eine 2:0 Führung vergeudete und schließlich 2:2 unentschieden spielte. Die Rückspielpleite war hauptsächlich auf die Einwechslungen Ranieris zurückzuführen, so wechselte er den erfahrenen Verteidiger Mario Melchiot aus und schickte stattdessen Glen Johnson auf den Platz, Rechtsverteidiger Geremi ging für Mittelfeldmann Scott Parker, um der Defensive mehr offensive Impulse zu geben. Schließlich löste er Hasselbaink aus der einträglichen Sturmpartnerschaft mit Gudjohnsen und ersetzte ihn durch Hernán Crespo. Bereits vor dem Rückspiel hatten sich die Verantwortlichen des Clubs mit dem Agenten José Mourinhos getroffen, wodurch noch mehr Druck auf Ranieri ausgeübt wurde. Mit den Einwechslungen wollte Ranieri die Führung zu einem hohen Sieg ausbauen, um Zweifel an seinen Entscheidungen zu zerstreuen. In seiner Biographie Proud Man Walking gibt Ranieri offen zu, dass er den Sieg mehr als alles andere wollte um seine Position zu stärken, seine Veränderungen seien allerdings rückblickend die falschen gewesen. Nicht umsonst nannte Ranieri sich selbst „The Tinkerman“ (von engl. to tinker: herumpfuschen), er veränderte die Startaufstellungen laufend, auch wenn es dafür keinen sichtbaren Grund gab. So siegte Chelsea im November 2003 zunächst 4:0 gegen Lazio in der Champions League und nur eine Woche später 5:0 gegen Newcastle , doch Ranieris Maxime war es, das Team immer ausgeruht und frisch zu halten, und so veränderte er die Aufstellung trotz des Erfolges.

Viele dieser Veränderungen stießen jedoch bei Vorstand und Fans auf Unverständnis, beispielsweise spielte der linke Flügelstürmer Damien Duff häufig auf der rechten Seite (Coles Position) oder direkt hinter den Spitzen (Lampards Position). Zwar nahmen die Leistungen zum Ende der Saison zu, doch die Chance den späteren Meister Arsenal einzuholen war bereits verloren. Der ausbleibende Erfolg und Ranieris zunehmend sarkastisch-pessimistisch werdenden Äußerungen (zum Beispiel vor dem Rückspiel gegen Monaco, als er die anwesenden Journalisten bei der Pressekonferenz mit „Hello my sharks, welcome to the funeral“ (etwa: Hallo meine Haie, willkommen zur Beerdigung) begrüßte oder den steigenden Druck von Clubbesitzer Roman Abramowitsch mit „Look, I already have this sword embedded in me“ (Seht, dieses Schwert steckt schon in mir) kommentierte) führten zu seiner Entlassung im Sommer 2004. Der ehemalige Porto-Trainer José Mourinho, der in jenem Jahr die Champions League gewonnen hatte, übernahm seinen Posten.

2003 hatte sich der russische Milliardär Roman Abramowitsch entschlossen, einen Fußballclub zu kaufen, nachdem er bei der WM 2002 Interesse am Fußball entwickelt hatte. Neben Lazio Rom, Chelsea, Tottenham Hotspur und Arsenal war auch Manchester United eine mögliche Option, die Abramowitsch aber aufgrund des Kaufpreises in Höhe von etwa 700 Millionen Pfund verwarf. Der Preis für Chelsea lag weit darunter, die Aktien des Clubs hatten zu jener Zeit einen Marktwert von nur rund 20 Pence. Der damalige Vorstandsvorsitzende Trevor Birch trat am 23. Juni 2003 mit Pini Zahavi, einem Fußballagent im Auftrag Abramowitschs, in Verhandlungen und setzte den Preis pro Aktie auf 40 Pence an; falls Abramowitsch jedoch tatsächliches Interesse zeigen sollte, sei der Preis verhandelbar. Drei Tage später trafen Birch und Abramowitsch sich persönlich, der Handel an sich war nach zwanzig Minuten abgeschlossen. Abramowitsch überwies Clubbesitzer Ken Bates 60 Millionen Pfund, was für Bates einen vermuteten Gewinn von 17 Millionen Pfund bedeutete, nachdem er den Club 1982 für den symbolischen Betrag von nur einem Pfund gekauft hatte. Zusätzlich kam Abramowitsch für die Clubschulden in Höhe von rund 90 Millionen Pfund auf, wobei der Club noch weitere zehn Millionen Reserve hatte, so dass sich der Gesamtpreis auf 140 Millionen Pfund belief. Die Übernahme kam gerade noch rechtzeitig, denn Chelsea musste im Juli 2003 rund 23 Millionen Pfund Schulden tilgen, ein Betrag, den die Londoner ohne Abramowitschs Geld nicht zur Verfügung gehabt hätten.

Bis zum Januar 2006 beliefen sich Abramowitschs gesamten Investitionen auf rund 440 Millionen Pfund, obwohl er angekündigt hatte, die Transferkosten in Zukunft zu verringern, da bald genug talentierte Spieler aus der eigenen Jugend nachrücken sollten. Kurz darauf distanzierte er sich jedoch von dieser Aussage, nachdem Gerüchte über ein mögliches Ende seines Engagements beim FC Chelsea laut wurden.

Aufgrund der finanziellen Unterstützung ist Chelsea derzeit nicht gezwungen, wie ein gewöhnliches Unternehmen zu wirtschaften, im Jahr 2006 machte der Club rund 80 Millionen Pfund Verlust, plant jedoch zur Saison 2009/10 einen ausgeglichenen Haushalt.

Nach Ranieris Entlassung wurde José Mourinho als neuer Trainer verpflichtet, der bis dahin Porto trainiert und zum Sieg in der Meisterschaft und Champions League geführt hatte. Zu seiner Einführung zeigte Mourinho sich betont selbstbewusst, sein Ausspruch „Please don’t call me arrogant, but I’m European champion and I think I’m a special one.“ („Bitte nennen Sie mich nicht arrogant, doch ich bin Sieger der Champions League und ich denke, ich bin ein besonderer.“) brachte ihm den Spitznamen „The Special One“ ein; seine Einschätzung zum Team „We have top players and, sorry if I’m arrogant, we have a top manager.“ („Wir haben ein Top-Team und, entschuldigen Sie, wenn ich arrogant bin, wir haben einen Top-Trainer“) stieß auf ein gemischtes Echo. Manche hielten Mourinho für überheblich, während andere in ihm den Trainer sahen, der Chelsea führen und vertreten konnte, auch angesichts der immer wieder aufkommenden Kritik bezüglich der Finanzierung des Clubs.

Weniger Differenzen gab es über die Leistung des Teams, da Chelsea mit der Saison 2004/05 die erfolgreichste Spielzeit bis dahin antrat. Nach einem eher schleppenden Start mit nur acht Toren in neun Spielen und fünf Punkten Rückstand auf Tabellenführer Arsenal nahm das Team mehr Fahrt auf. Dabei erwies sich Frank Lampard als wichtigster Anspielpartner im Mittelfeld, der nicht nur die Bälle weiter in die Spitzen verteilen konnte, sondern durch eigene Tore mit zum Erfolg beitrug. Didier Drogba, Joe Cole und Arjen Robben bildeten den Sturm, wobei Cole und Robben die Abwehr auseinander zogen und damit Platz für Drogbas Kopfballspiel schafften. Am 6. November 2004, nach einem Sieg gegen Everton, erreichte Chelsea die Tabellenspitze, die der Verein bis zum Ende der Saison hielt. Rückgrat des Teams war die Defensive, die mit Claude Makélélé im Mittelfeld, William Gallas als Flügelverteidiger, Kapitän John Terry in der Innenverteidigung und dem im Sommer unter Vertrag genommenen Petr Čech als Torhüter für 25 Spiele ohne Gegentore (davon 1025 Minuten am Stück ohne Gegentreffer) und nur 15 Gegentore im Verlauf der Meisterschaftsrunde sorgte. Mit einem 2:0-Sieg gegen die Bolton Wanderers sicherten die Blues sich den ersten Titel seit 50 Jahren, zum Ende der Saison hatten sie mit 95 Punkte auf dem Konto einen neuen Premier League Rekord aufgestellt.

Das Double machte Mourinhos Mannschaft mit einem 3:2 gegen Liverpool im Finale des Ligapokals im Millennium Stadium in Cardiff perfekt.

In der Champions League hieß der erste Gegner nach der Gruppenphase FC Barcelona, gegen den die Londoner auswärts zunächst mit 1:0 in Führung gingen, später aber mit 1:2 verloren. José Mourinho warf dem Barça-Trainer Frank Rijkaard danach vor, in der Halbzeit mit Schiedsrichter Anders Frisk gesprochen zu haben, ein Vorwurf, der sich zwar als berechtigt herausstellte, jedoch für Mourinho eine Sperre von zwei Spielen nach sich zog, nachdem „Fans“ der Blauen Morddrohungen gegen Frisk ausgesprochen hatten. Dieser beendete daraufhin aus Sorge um seine eigene Sicherheit seine Schiedsrichterkarriere. Die zweite Partie gegen Barcelona gewann Chelsea zu Hause mit 4:2, die ersten drei Tore fielen innerhalb von 20 Minuten für die Blues.

Im Viertelfinale warteten die Spieler des FC Bayern München, gegen die Chelsea im Heimspiel zunächst 4:2 gewann und dann auswärts mit 2:3 verlor, das 6:5 nach beiden Spielen reichte aber für das Halbfinale, das gegen Liverpool von beiden Seiten sehr taktisch geprägt war, so dass die Partie im Hinspiel in London nicht über ein 0:0 hinauskam. Das Rückspiel an der Anfield Road entschieden die „Reds“ für sich, als Luis García mit einem umstrittenen Tor das 1:0 erzielte und damit den Weg für den späteren Finalsieg gegen den AC Mailand ebnete.

Mourinho sicherte sich während der Transferphase im Sommer 2005 die Dienste von Flügelverteidiger Asier Del Horno, Flügelspieler Shaun Wright-Phillips und beorderte Hernán Crespo von seiner Ausleihe an den AC Mailand zurück. Danach begannen die Blauen die Saison mit neun Siegen in Folge, darunter ein 4:1 gegen Liverpool, und waren zeitweise 18 Punkte vom nächsten Verfolger Manchester United entfernt. Zur Mitte der Saison zeigte die Mourinho-Elf Schwächen und so schmolz der Vorsprung auf sieben Punkte zusammen, doch ein 3:0 im Heimspiel gegen United sicherte schließlich die Titelverteidigung. In der Champions League gab es ein erneutes Aufeinandertreffen mit Barcelona, denen die Blues zunächst mit 1:2 unterlagen und im Rückspiel nur ein 1:1-Unentschieden abringen konnten, so dass der Wettbewerb bereits nach dem Achtelfinale für Chelsea beendet war. Im FA Cup kam man bis ins Halbfinale, wo Liverpool 2:1 siegte.

Noch vor Beginn der Saison 2006/07 machten die Londoner von sich reden, als sie für die Rekordsumme von rund 50 Millionen Euro den ukrainischen Stürmer Andrej Schewtschenko vom AC Mailand kauften, zusätzlich kamen Salomon Kalou, Michael Ballack und Khalid Boulahrouz neu ins Team, während die Stürmer Eidur Gudjohnsen und Hernán Crespo, Flügelstürmer Damien Duff und Verteidiger William Gallas den Club verließen, Letzterer im Tausch mit Arsenals Ashley Cole. Nach Verletzungen von Stammtorhüter Petr Čech und John Terry im Winter 2006 verlor die Abwehr an Sicherheit und Ligakonkurrent Manchester United zog an Chelsea vorbei. Nach der Rückkehr Čechs und Terrys stabilisierte sich die Abwehr wieder, doch Uniteds Vorsprung war mit zwischenzeitlichen 7 Punkten zu groß, um den Club von Trainer Alex Ferguson wieder einzuholen, so dass die Blues die Saison auf Platz 2 beendeten. Zwei Pokale konnten sie sich dennoch sichern, den Ligapokal mit einem 2:1 gegen Arsenal und den FA Cup mit 1:0 nach Verlängerung gegen Manchester United im neuen Wembleystadion, nachdem Chelsea auch die letzte Mannschaft war, die den Pokal im alten Wembleystadion gewann (zwischen 2001 und 2006 wurde das Finale im Millennium Stadium ausgetragen).

In der Champions League traf das Team um Kapitän John Terry zum dritten Mal in Folge auf den FC Barcelona, diesmal in der Gruppenphase, meisterte diese jedoch und zog als Gruppenerster ins Achtelfinale gegen den FC Porto ein. Nach 1:1 und 2:1 trat Chelsea im Viertelfinale gegen Valencia an und setzte sich wieder mit 1:1 und 2:1 durch. Im Halbfinale endete schließlich der Traum vom Finale, als es nach Hin- und Rückspiel 1:1 stand und Chelsea im Elfmeterschießen mit 1:4 gegen Liverpool ausschied.

Am 20. September 2007 gab der Verein auf seiner Webseite die Trennung von Mourinho bekannt. Sie sei im beiderseitigen Einverständnis erfolgt. Bereits Monate vorher war über das sich verschlechternde Verhältnis zwischen dem Trainer und Clubbesitzer Abramowitsch berichtet worden. So habe Abramowitsch nicht die Spieler bewilligt, die Mourinho unter Vertrag nehmen wollte. Daraufhin bemängelte Mourinho öffentlich die Qualität der Mannschaft. Ein konkreter Grund für die Trennung wurde nicht bekannt gegeben. Es wird jedoch angenommen, dass Abramowitsch von Mourinho attraktiveren und torreicheren Fußball verlangte. Chelsea spielte am Tag vor der Trennung trotz 23:7 Torschüssen nur 1:1 gegen Rosenborg Trondheim.

Am Tag von Mourinhos Entlassung wurde Avram Grant als neuer Trainer vorgestellt, der im Sommer 2007 als Sportdirektor bei Chelsea verpflichtet worden war. Grant hatte bis dahin ausschließlich in Israel (von 2002 bis 2006 als Nationalcoach) gearbeitet. Als Co-Trainer fungierten Steve Clarke und der kurz darauf zum Trainerstab stoßende Henk Ten Cate. Grant unterschied sich von Mourinho sowohl im Fußball als auch im Auftreten. José Mourinho legte sein Hauptaugenmerk auf das Ergebnis, während Grant versuchte, den vom Clubeigner Abramowitsch gewünschten attraktiven Fußball spielen zu lassen. Auf seinen Pressekonferenzen gab Grant sich bewusst zurückhaltend, über sich selbst sagte er in Anspielung an Mourinho „I'm not special, just normal“ („Ich bin nicht besonders, sondern ganz normal“). Da er bis dahin keinen anderen europäischen Top-Club betreut hatte, wurde Grant von vielen als Trainer-Leichtgewicht betrachtet.

Bei seinem Einstand als Trainer verlor Chelsea 0:2 gegen Manchester United. Doch die Leistungen verbesserten sich und so konnte Chelsea bis Weihnachten den 3. Platz halten und bis auf sieben Punkte auf Manchester United herankommen. Im Carling Cup erreichten die Blues das Finale, verloren dort jedoch nach Verlängerung mit 1:2 gegen Tottenham Hotspur. Im FA Cup war im Viertelfinale beim 0:1 gegen Barnsley Endstation. Im März zog Liga-Rivale Arsenal zeitweise mit 9 Punkten Vorsprung davon, doch der Vorsprung schmolz nach einigen Fehlern bei den Gunners rasch. Am 23. März übernahm Manchester United die Tabellenführung. Chelsea verbesserte sich bald darauf auf den 2. Platz und blieb den Red Devils mit zuerst fünf und später drei Punkten Abstand auf den Fersen. Im direkten Duell der beiden gewann Chelsea mit 2:1 und zog damit Punktgleich. Manchester blieb aufgrund des besseren Torverhältnisses dennoch Tabellenführer. Die Meisterschaft wurde erst am letzten Spieltag, dem 11. Mai 2008, entschieden, als Manchester United 2:0 gegen Wigan Athletic gewann, während Chelsea nur 1:1 Unentschieden gegen die Bolton Wanderers spielte.

In der Champions League beendete Chelsea die Gruppenphase als Erster der Gruppe B und traf im Achtelfinale auf Olympiakos Piräus. Nach einem 0:0 im Hinspiel in Griechenland gewann Chelsea das Rückspiel mit 3:0. Im Viertelfinale folgte Fenerbahçe Istanbul, denen Chelsea im Hinspiel auswärts mit 1:2 unterlag. Im Rückspiel sicherten sich die Blues das Halbfinale durch ein 2:0. Im Halbfinale lautete der Gegner zum dritten Mal in vier Jahren Liverpool. Im Hinspiel an der Anfield Road unterlief dem Liverpooler Abwehrspieler John Arne Riise in der Nachspielzeit ein folgenschwerer Fehler, als er den Ball ins eigene Tor köpfte und damit den Führungstreffer von Dirk Kuyt ausglich. Im Rückspiel ging Chelsea nach einem Treffer von Didier Drogba erst in Führung, verlor diese jedoch durch ein Tor von Fernando Torres, so dass es Verlängerung gab. Hier verwandelte Frank Lampard zuerst einen Elfmeter bevor Drogba auf 3:1 erhöhte. Ryan Babels Anschlusstreffer zum 3:2 konnte den Einzug der Blauen ins erste Champions-League-Finale der Clubgeschichte nicht mehr verhindern. Im Finale scheiterten sie jedoch an Manchester United mit 6:7 im Elfmeterschießen. Am 24. Mai, drei Tage nach dem Finale, wurde Grant schließlich entlassen.

Am 11. Juni 2008 gab der Verein bekannt, dass der portugiesische Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari am 1. Juli die Nachfolge von Avram Grant antritt. Am 9. Februar 2009 wurde Scolari entlassen.

Bereits am 11. Februar 2009 wurde Guus Hiddink als neuer Trainer vorgestellt.

Die Heimspiele trägt der FC Chelsea seit der Gründung im Stadion Stamford Bridge aus, das entgegen landläufiger Meinung nicht im Stadtteil Chelsea, sondern in Fulham liegt. Ebenso wenig gibt es eine Brücke namens „Stamford Bridge“, an der das Stadion gelegen ist, der Name ist vermutlich eine Mischung aus der Sanford Bridge, der Stanbridge und der Schlacht von Stamford Bridge, die genaue Herkunft kann mittlerweile nicht mehr geklärt werden. Unter Anhängern des Clubs ist auch einfach nur The Bridge als Bezeichnung üblich.

Das Stadion wurde am 28. April 1877 eröffnet, war bis zur Gründung des FC Chelsea aber nicht für die Austragung von Fußballspielen ausgelegt. Erst durch die Ausweitung des Grundstücks auf 51.000 m² war genug Raum vorhanden um einen Fußballplatz anzulegen. Zu Beginn fasste das Stadion rund 100.000 Besucher, durch verschiedene Umbauarbeiten und das Verbot von Stehplätzen nach der Heysel-Katastrophe liegt die heutige maximale Besucherzahl bei 42.055.

Die in den 1930er Jahren errichtete Südtribüne war insbesondere während der 1960er, 70er und 80er Jahre der Ort, an dem sich die treuesten und lautesten Fans einfanden und wurde als das „Shed End“ bekannt. Der Name rührt vermutlich von der Überdachung mit Wellblech her, wodurch die Tribüne von außen wie ein großer Schuppen aussah (engl. shed: der Schuppen). Nach dem Abriss des alten Shed Ends 1994 und den Umbauarbeiten in den 1990ern hat sich das Gros der langjährigen Anhänger auf die Nordtribüne verlagert, die nach dem Tod des Vizepräsidenten Matthew Harding in Matthew Harding Stand umbenannt wurde. Mittlerweile laufen jedoch verschiedene Kampagnen wie Return to the Shed, die das Shed End wieder zur Hochburg der Chelseafans aufleben lassen sollen.

Während der 1970er begannen Bauarbeiten am East Stand, die die Finanzen des Clubs über die Maße belasteten und fast den Bankrott nach sich gezogen hätten. Teile des Grundstücks wurden als Konsequenz verkauft und es folgte ein langer Rechtsstreit mit den neuen Eigentümern, bis jene zahlungsunfähig wurden und sich das Stadion wieder komplett im Clubbesitz befand.

1997 übernahmen die Chelsea Pitch Owners, eine Organisation von Fans, das Stadion, die Namensrechte des Clubs und das Grundstück, um sicherzustellen, dass es nicht noch einmal an externe Firmen verkauft werden kann. Aufgrund des Namensrechts, das mit dem Stadion verbunden ist, darf sich der Club nur solange Chelsea Football Club nennen, wie die Heimspiele auf dem Grundstück der Stamford Bridge ausgetragen werden.

Die letzten Umbauarbeiten an Nord-, Süd- und Westtribüne wurden 2001 beendet, gleichwohl gibt es Pläne, die Kapazität auf über 60.000 Sitzplätze aufzustocken. Die Nähe zu zwei Eisenbahnlinien sowie einer Hauptverkehrsstraße machen einen Ausbau jedoch so gut wie unmöglich, da das gesamte Grundstück bereits bebaut ist. Daher gab es immer wieder Vermutungen über einen möglichen Umzug des Clubs, die jedoch dementiert wurden.

Um das Stadion herumgebaut ist das Chelsea Village, eine Art Ummantelung des gesamten Platzes mit Bürogebäuden, Wohnhäusern und Hotels.

In den mehr als 100 Jahren Clubgeschichte hatte der FC Chelsea vier Emblems und verschiedene Abwandlungen von diesen. Das Gründungsemblem von 1905 zeigt einen Chelsea Pensioner und ist umrandet von den Worten „The Chelsea Football Club“. Als Chelsea Pensioners bezeichnet man ehemalige Soldaten, die aufgrund von Verwundungen oder hohen Alters aus dem Dienst geschieden sind und ihren Lebensabend im Royal Hospital Chelsea verbringen. Das Emblem hielt sich bis in die Fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts, wurde jedoch nie auf den Trikots abgebildet.

Als Ted Drake 1952 als Trainer verpflichtet wurde, bestand er darauf, dass der Pensionär durch ein neues Wappen ersetzt wurde. Bis das neue Emblem jedoch fertig entworfen war, wurde eine schlichte Übergangslösung gesucht, die mit Beginn der Saison 1953/54 abgesetzt wurde. Das neue Emblem zeigte nun einen blauen Löwen, rückwärts blickend, mit einem Stab in den Pfoten. Der Rand des Logos ist mit Fußbällen und Rosen verziert. Der Löwe war dem Wappen des Grafen Cadogan entnommen, der damals Präsident des Clubs war, der Stab verweist auf den Abt von Westminster, in dessen Zuständigkeitsbereich auch Chelsea fiel. Die Rosen sind Nationalsymbol Englands.

Dieses Emblem war das erste, das auch auf die Trikots aufgestickt wurde. Es existierte bis 1986, als der neue Manager John Hollins als Zeichen der Modernisierung auch das Clublogo änderte. Der Hintergrund wurde in ein etwas helleres Blau getaucht und der Löwe naturgetreuer dargestellt. In der Mitte befanden sich die Buchstaben CFC, auf die sich der Löwe stützte. Dieses Design hielt sich für 19 Jahre, war bei den Fans jedoch weit weniger beliebt.

Zu Beginn der Jubiläumssaison 2005/06 änderte die Clubführung das Emblem zum bisher letzten Mal, das jetzige Layout orientiert sich an dem Ted Drakes. Der blaue Löwe kehrte in die Mitte des Emblems zurück und hielt wie in den Fünfzigern wieder den Stab zwischen den Pfoten. Zum hundertjährigen Bestehen des Vereins waren die Rosen und Fußbälle in Gold gehalten, nach Ende der Spielzeit 2005/06 wurden sie rot eingefärbt.

Chelsea belegt in England Platz 5 der durchschnittlichen Besucherzahlen, es kommen regelmäßig mehr als 40.000 Fans zu den Heimspielen. Die Zuschauer kommen zumeist aus den Arbeitervierteln Hammersmith und Battersea sowie aus den wohlhabenderen Gegenden in Chelsea und Kensington. Der Club selbst beziffert die Zahl der Anhänger im Vereinigten Königreich auf etwa vier Millionen.

Neben den üblichen englischen Fangesängen wie Who ate all the pies gibt es eine Reihe von Chelseafangesängen. Zu diesen zählen Carefree, Blue is the Colour, Keep the Blue Flag Flying High, We all Follow the Chelsea (zur Melodie von Land of Hope and Glory), Ten Men Went to Mow sowie Celery. Celery wird häufig bei Siegen gesungen, dabei wurden bis vor kurzem auch Selleriestangen auf den Platz geworfen. Die Clubführung untersagte dies jedoch im März 2007.

Chelsea hat keine klassischen Rivalitäten wie Liverpool und Everton, obwohl sich Reibereien bei derzeit 5 Premier League Clubs aus London nicht ganz vermeiden lassen. Eine Umfrage ergab, dass die Fans Arsenal, Tottenham und Manchester United (in dieser Reihenfolge) als ihre größten Rivalen betrachten. Ein weitaus schlechteres Verhältnis hat Chelsea zu Leeds United, das auf mehrere Spiele in den 1960er und 70ern zurückgeht, insbesondere auf das FA Cup Finale 1970. Da Leeds United jedoch nicht mehr mit Chelsea in einer Liga spielt, ist diese Rivalität in den Hintergrund getreten. In jüngster Zeit entwickelt sich ein Konkurrenzkampf zwischen Chelsea und Liverpool, da sich diese beiden Teams in nur drei Jahren (seit 2004) 15 Mal gegenüberstanden. Hierbei dominierte Chelsea die meisten Ligaspiele, während Liverpool sich in den Pokalwettbewerben fast immer durchsetzte.

International ist der FC Barcelona Chelseas größter Rivale, seit 2004 spielten beide in drei Spielzeiten sechs Mal gegeneinander in der Champions League; zwei Mal in den K.O.-Runden, einmal in der Vorrunde. Dabei schied einmal Barcelona aus (2004/05), einmal Chelsea (2005/06); 2006/07 schieden beide Vereine gegen Liverpool aus (Barcelona im Achtelfinale, Chelsea im Halbfinale).

Während der 1970er und 80er Jahre gerieten Club und Anhänger aufgrund von Problemen mit Hooligans, den Chelsea Headhunters in Verruf. Zusammen mit den Hooliganvereinigungen anderer Clubs, besonders mit der Inter City Firm (West Ham United), den Millwall Bushwhackers (FC Millwall) und den Salford Reds (Manchester United) galten sie als aggressivste und gefährlichste Verbindung. Außerdem standen die Headhunters mit Neonazigruppen wie Combat 18 und der British National Party in Verbindung. Aufgrund der Gewalttaten gab es Überlegungen Elektrozäune entlang des Felds aufzustellen, die jedoch abgelehnt wurden, so dass nur jeweils hinter den Toren normale Zäune aufgestellt wurden. Seit den 1990er Jahren sind die Zwischenfälle während der Spiele deutlich zurückgegangen, hauptsächlich aufgrund von mehr Kontrollen, Videoüberwachung und dem Verbot von Stehplätzen.

Seit der Gründung haben die Spieler des FC Chelsea stets blaue Trikots zu Heimspielen getragen, dazu am Anfang weiße Shorts und dunkelblaue Stutzen. Das Trikot selbst war am Anfang hellblau und an die Bekleidung des Grafen Cadogan zu Pferderennen angelehnt. Diese Kombination hielt sich nur kurz, bereits 1912 wurde das Trikot durch eines in Königsblau ersetzt. Trainer Tommy Docherty ersetzte 1964/65 die weißen Shorts durch blaue und fügte weiße Stutzen hinzu. Seiner Ansicht nach war diese Kombination besser geeignet, da sie zu der Zeit von keinem anderen großen Club genutzt wurde und somit einzigartig war.

Auswärts trägt Chelsea traditionell gelb oder weiß, dabei gab es jedoch über die Jahre auch Ausnahmen. Beispielsweise war das erste Auswärtstrikot schwarz-weiß gestreift, zum FA Cup Halbfinale 1966 trugen die Spieler eine blau-schwarz gestreifte Kombination, die an die Trikots von Inter Mailand erinnerte. Weitere Variationen waren mintgrün während der 80er Jahre, rot-weiß kariert in den frühen 90ern sowie grau-orangerot Mitte der 1990er Jahre. Zur Saison 2007/08 ist das Auswärtstrikot in neongelb gehalten, eine Farbe, die Clubbesitzer Roman Abramowitsch gewählt hatte, da ihm die grellen Auswärtstrikots des FC Barcelona gefielen. Dazu tragen die Spieler schwarze Shorts und schwarze Socken; falls sich diese Kombination mit dem gegnerischen Team überschneiden sollte, werden die Shorts und Socken ebenfalls gegen neongelbe ausgetauscht. Das Emblem ist auf den Auswärtstrikots gleichfalls in schwarz und neongelb gehalten.

Derzeit wird die Spielerbekleidung von Adidas hergestellt, obwohl eigentlich ein Vertrag mit Umbro bestand, der bis 2011 gegolten hätte. Der Club kaufte sich jedoch für rund 36 Millionen Euro aus dem Deal, Gründe hierfür wurden weder von Umbro noch von Chelsea genannt. 1983 schloss Chelsea den ersten Werbevertrag mit Gulf Air ab, die ihren Schriftzug auf den Trikots platzierten. Es folgten Commodore International (1989-1995), Coors Beer (1995-97), Autoglass (1997-2001) und die Emirates Airline (2001-05). Derzeit wirbt Samsung Mobile auf den Shirts.

Bereits 1930 war der Club Teil des Fußballfilms The Great Game, hierbei spielte Jack Cock, selbst einst Spieler der Blauen, die Hauptrolle. Mehrere Szenen wurden an der Stamford Bridge gefilmt und auch Spieler des Clubs hatten Auftritte, unter ihnen Andrew Wilson, George Mills und Sam Millington. In The Football Factory, ein Film über verschiedene Hooliganvereinigungen in England, spielen die Chelsea Headhunters eine wichtige Rolle. 2007 war der Club erneut Teil in einem Film, diesmal in Jhoom Barbar Jhoom, einem Bollywoodfilm.

Bis in die 50er Jahre hinein gab der ausbleibende Erfolg häufig Vorlagen für Comedians wie George Robey und Norman Long, die mit ihren Parodien in Varietés auftraten. Long schrieb 1933 sogar ein Lied mit dem Titel On The Day That Chelsea Went and Won The Cup (dt. Von dem Tag, an dem Chelsea den Pokal gewann), das eine Reihe von bizarren, fiktiven Ereignissen beschreibt, an dem Tag, an dem Chelsea jemals einen Wettbewerb gewinnen würde.

Das Lied Blue is the Colour wurde 1972 vor dem League Cup Finale als Single veröffentlicht. Das von den Spielern selbst eingesungene Lied erreichte Platz 5 der UK Top 40. 1997 nahmen die Spieler zusammen mit Suggs einen weiteren Song auf, diesmal Blue Day, der vor dem Endspiel des FA Cups veröffentlicht wurde und Platz 22 belegte. Bryan Adams, selbst Fan des FC Chelsea, widmete das Lied We’re Gonna Win aus seinem Album 18 Til I Die den Blues.

Seit der Übernahme des Clubs durch Roman Abramowitsch 2003 ist das Medieninteresse am FC Chelsea stark gestiegen. Obwohl auch die sportlichen Leistungen oft für Schlagzeilen sorgen, stehen häufiger Spielertransfers und deren Finanzierung im Mittelpunkt. Dabei gehen die Meinungen auseinander: Einerseits macht es den Fußball an der Stamford Bridge attraktiver, wenn Topspieler verpflichtet werden, auf der anderen Seite ist der Club von Abramowitschs Unterstützung abhängig. Beispielsweise machte der Verein 2006 rund 80 Millionen Pfund Verlust; angesichts solcher Summen ist es unwahrscheinlich, dass Chelsea innerhalb der nächsten Jahre rentabel wirtschaften und weiterhin Spitzenspieler verpflichten kann. Abramowitschs Engagement selbst ist ebenfalls häufig Anlass zu Diskussionen, dabei spielt auch die Herkunft seines Vermögens eine Rolle. So soll er nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1992 an der illegalen Umleitung von 55 Eisenbahnwagons mit Dieselöl nach Lettland beteiligt gewesen sein, was ihm angeblich ein Startkapital von 5.000 Tonnen Dieselöl einbrachte. Trotz Nachforschung und Untersuchungshaft wurde jedoch nie Anklage erhoben, da es keine Beweise für eine Involvierung Abramowitschs gibt.

Wohl am häufigsten wird der Club mit dem Vorwurf konfrontiert, „den Erfolg gekauft“ und sich nicht selbst erarbeitet zu haben. Obgleich der direkte Zusammenhang zwischen den Spielerkäufen und dem doppelten Meisterschaftsgewinn 2005 und 2006 offensichtlich ist, muss dabei relativierend angeführt werden, dass es im Fußball gängige Praxis ist, Spieler von anderen Clubs abzuwerben, um das eigene Team zu stärken. Auch hatte Chelsea bereits vor der Übernahme Titel gewonnen und war dauerhaft in der Premier League vertreten. Daher ist der tiefer liegende Grund der Kritik die finanzielle Zuwendung Abramowitschs, die es Chelsea ermöglicht, Rekordsummen auszugeben, ohne diese vorher eigenständig zu erwirtschaften. In der Vergangenheit schlugen zwar mehrere Spieler ein Angebot der Londoner aus (unter Anderen Steven Gerrard und Adriano ), dennoch kann sich der Trainer auf eine große Zahl von international bekannten Fußballern stützen, darunter 23 Nationalspieler, die zusammen einen Marktwert von mehr als 400 Millionen Euro haben. Durch diese Zahlen fühlen sich viele Kritiker des Clubs bestätigt, sie monieren, dass Chelsea den Fußball zum Geschäft gemacht hat und andere Vereine in doppelter Weise schädigt. Zum einen können die Londoner Konkurrenten im Rennen um einen bestimmten Spieler durch ein höheres Gebot ausstechen, zum anderen können wichtige Spieler von anderen Vereinen weggelotst werden.

So umstritten der neue Clubbesitzer auch ist, steht doch fest, dass der Vereinsführung im Jahr 2003 kaum eine andere Wahl blieb, als sich in die Hände eines neuen privaten Investors zu begeben, da weder der Verein selbst, noch der damalige Eigentümer Ken Bates die finanziellen Belastungen hätte decken können. Im Geschäftsjahr 2008 machte der Verein, einen Rekordverlust von 83 Millionen Euro.

Chelsea investierte in den letzten Jahren intensiv in die Jugendarbeit, die sogenannte Academy. Fast alle Spieler im Premier League Kader wurden von anderen Clubs abgeworben, so dass es dem Verein an eigenem Nachwuchs in der Mannschaft fehlt. Um diesem Problem entgegen zu treten, suchen mehrere Scouts nach jungen Talenten für die Academy. Bekannte Spieler aus dem Jugendprogramm sind beispielsweise John Terry, Robert Huth und Mikael Forssell. Durch die frühe Bindung an den Club erhofft sich der Verein loyale Spieler, die sich noch stärker mit ihrem Team identifizieren. Außerdem sollen sich mehr und mehr Spieler in der A-Mannschaft durchsetzen und so die Transferkosten auf ein normales Maß drücken.

Neben dem Jugendteam gibt es die Reserves, die der zweiten Mannschaft im deutschen Fußball entsprechen. In dieser Mannschaft sind jene Spieler untergebracht, die dem Jugendprogramm entwachsen sind, jedoch noch nicht in die A-Mannschaft kommen, sowie Spieler aus dem Profikader, die nach einer Verletzung wieder Praxis brauchen. Das Reserve Team spielt derzeit in der Premier Reserve League, Southern Division. José Mourinho, bis 2007 Trainer der ersten Mannschaft, hätte es jedoch bevorzugt, wenn sie in der Football League spielen könnten, um sie an ein höheres Niveau zu gewöhnen. Bisher haben die jungen Spieler in der Reserve League noch keinen Titel gewonnen. Sie werden von Brendan Rogers trainiert und tragen ihre Heimspiele im Stadion Griffin Park des FC Brentford aus.

Chelsea Ladies Football Club (kurz: Chelsea Ladies) ist die Frauenfußballabteilung des FC Chelsea. Derzeit spielt die Mannschaft in der FA Women's Premier League, der höchsten Spielklasse des Frauenfußballs in England. Sie werden von Steve Jones trainiert, der die Trainerpflichten in der Saison 2008/09 von Shaun Gore übernahm. Ihre Heimspiele tragen die Ladies im Stadion Imber Court aus.

Chelsea TV ist ein vom Fußballklub betriebener Fernsehkanal, auf dem neben allen Chelsea-Spielen der Premier League (zeitversetzt) u.a. auch bedeutende Spiele der Vergangenheit, Interviews, aktuelle Chelsea-Nachrichten und Reportagen gesendet werden. Verbreitet wird der Kanal über Bezahlfernseh-Anbieter mehrerer Länder auf der ganzen Welt. Voraussetzung für den Empfang ist daher ein bestehendes Abonnement bei einem entsprechenden Anbieter sowie eine Zubuchung des Senders gegen Aufpreis. Für den deutschsprachigen Raum gibt es dafür kein Angebot (Stand: August 2007). In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist nur Chelsea TV Online verfügbar, das Internet-TV-Angebot des Vereins. Allerdings werden hier lediglich die Höhepunkte der Spiele als einzelne Videos angeboten statt des gesamten Spiels. Ansonsten unterscheidet sich das Angebot wenig von Chelsea TV.

Neben den bereits genannten erzielte der Club noch weitere Rekorde im nationalen und internationalen Fußball. So sind die 29 Siege der Saison 2004/05 und die 25 Spiele ohne Gegentor aus der gleichen Saison Bestmarke in der Premier League. Das 21:0 gegen UN Käerjeng 97 nach Hin- und Rückspiel bleibt Rekord im Europapokal der Pokalsieger. Des Weiteren hält Chelsea Rekorde für verschiedene erstmalige Leistungen. So waren die Blues zusammen mit Arsenal die Ersten, die Rückennummern im englischen Ligafußball nutzten, als sie am 25. August 1928 gegen Swansea Town spielten. Chelsea war auch der erste englische Club, dessen Spieler per Flugzeug zum Auswärtsspiel anreisten (gegen Newcastle United am 19. April 1957) und zusammen mit Gegner Stoke City das erste Team der ersten Liga, das ein Meisterschaftsspiel an einem Sonntag (dem 27. Januar 1974) austrug. Am 26. Dezember 1999 stellten die Londoner als erster britischer Club eine Mannschaft ohne einen einzigen Spieler aus dem Vereinigten Königreich auf. Am 19. Mai 2007 gewannen die Spieler von José Mourinho das erste FA Cup Finale im neuen Wembleystadion, nachdem Chelsea auch bereits das letzte Finale im alten Wembleystadion gewonnen hatte.

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Stoke City

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Stoke City (offiziell: Stoke City Football Club) ist ein englischer Fußballverein aus Stoke-on-Trent. Der Klub, der bis 1928 nur Stoke Football Club hieß, ist nach Notts County der mutmaßlich zweitälteste professionelle Fußballclub der Welt. Er wurde im Jahr 1863 gegründet, andere Quellen sprechen von 1868. Am 4. Mai 2008 sicherte sich der Verein erstmals seit 23 Jahren die Teilnahme an der höchsten englischen Spielklasse und spielt in der Saison 2008/09 erstmals seit deren Gründung in der Premier League.

Ihren Spitznamen „The Potters“ (deutsch: Die Töpfer) verdankt die Mannschaft dem entsprechenden Industriezweig der Stadt. Die Mannschaftstrikots sind traditionell rot-weiß längsgestreift. Aktueller Besitzer des Klubs ist das Unternehmen Kidsgrove Road Limited, eine Tochtergesellschaft von Bet365; dem Verein steht Peter Coates als Vorsitzender vor. Zuvor hatte der Klub zwischen 1999 und 2006 der „Stoke Holding“ gehört, die von einem Konsortium isländischer Geschäftsleute kontrolliert wurde. Die Übernahme durch Coates war letztlich am 22. Mai 2006 erfolgreich.

1997 verließ der Club sein traditionelles Stadion Victoria Ground und zog in das neu erbaute Britannia Stadium mit rund 28.000 Plätzen um. Im Victoria Ground, in dem der Klub seit 1878 gespielt hatte, stellte Stoke City am 29. März 1937 gegen den FC Arsenal mit 51.373 Zuschauern seinen bis heute bestehenden Besucherrekord auf.

Rund 20 Jahre vor dem Aufstieg im Jahr 2008 hatte Stoke City in der Saison 1984/85 an der höchsten englischen Spielklasse teilgenommen und dabei mit nur 17 erzielten Punkten einen Negativrekord aufgestellt, der erst 21 Jahre später unterboten werden sollte. Größter Erfolg der Potters war der Sieg im Ligapokal 1972, als im Finale der FC Chelsea mit 2:1 besiegt wurde. Zudem gewann Stoke City zwei Mal die Football League Trophy (1992 und 2000).

Ehemalige Schüler der Charterhouse School gründeten 1863 mit den Stoke Ramblers einen Fußballverein, den sie zur Freizeitbetätigung neben ihrer Lehre bei der North Staffordshire Railway in Stoke-on-Trent nutzten. Das erste dokumentierte Spiel fand fünf Jahre später am 17. Oktober 1868 in der ursprünglichen Spielstätte des Victoria Cricket Clubs statt. Gegner war ein Verein namens EW May XV, und die Partie zwischen den mit jeweils aus 15 Spielern bestehenden Mannschaften endete mit einem 1:1-Remis. Dabei schoss Gründungsmitglied und Mannschaftskapitän Henry Almond das erste Tor in der Klubgeschichte. Die Ramblers absolvierten 1868 noch vier weitere Spiele. Dazu zählte mit einem 2:0 gegen ein Team aus Newcastle-under-Lyme auch der erste Sieg. Um dem stetig wachsenden Zuschaueranspruch Herr zu werden bezog der Klub 1875 am Sweetings Field seine neue sportliche Heimat, welche nicht weit vom Victoria Cricket Ground lag. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Begegnungen jeweils nur Freundschaftsspielcharakter. Dies sollte sich ab 1877 mit der Gründung der Staffordshire Football Association sowie eines neuen Pokalwettbewerbs ändern. Bereits in der ersten Auflage dieses neuen „County Cups“ war Stoke siegreich und schlug im Endspiel die Talke Rangers mit 1:0. Eine Spielrunde zuvor hatte der Klub eine Mannschaft namens Mow Cop mit 26:0 geschlagen und damit den höchsten Sieg in einem Pflichtspiel eingefahren — dieser Rekord besitzt heute noch Gültigkeit. Im anschließenden Jahr verteidigte Stoke die Trophäe erfolgreich und etablierte sich damit seinerzeit zum meistrenommierten Verein der Gegend.

Im Jahr 1878 fusionierten die Stoke Ramblers mit dem Stoke Victoria Athletic Club und nannten sich fortan offiziell Stoke Football Club. Die Spielstätte am Sweetings Field fand keine weitere Verwendung mehr, und so bezog die Mannschaft den Platz des Athletic Clubs, der nur wenig später als Victoria Ground bekannt werden sollte. Ebenfalls in diese Zeit fiel die erstmalige Verwendung der heute traditionellen rot-weiß gestreiften Trikots. Drei Jahre später nahm der neue FC Stoke am neu ins Leben gerufenen Birmingham Association Cup teil, unterlag dort aber bereits in der ersten Runde mit 0:8 gegen Aston Villa. In der Saison 1882/83 zog der Klub ins Finale des Staffordshire Senior Cups ein, in dem sich West Bromwich Albion bei der 2:3-Niederlage jedoch als die bessere Mannschaft erwies. Am bereits seit 1871 landesweit ausgetragenen FA Cup nahm Stoke erstmals in der Spielzeit 1883/84 teil.

Die Professionalisierung des Vereins schritt nun schnell voran, zumal die Bedrohung durch den konkurrierenden britischen Fußballverband (British Football Association) die Football Association (FA) 1885 zur Legalisierung des Profifußballs „nötigte“ Im Zuge dieser nahm Stoke im August 1885 den Status eines Profivereins an. Sportlich ließ der Durchbruch auf landesweiter Ebene allerdings noch auf sich warten: nach einer Niederlage im Wiederholungsspiel gegen Crewe Alexandra verabschiedete sich der Klub aus der FA-Cup-Runde der Saison 1885/86. Erst im Jahr darauf konnte die Mannschaft den ersten Sieg im FA Cup feiern, der mit einem 10:0 gegen die Caernarfon Wanderers im Victoria Ground zudem sehr deutlich ausfiel.

Der FC Stoke war 1888 eines der zwölf Gründungsmitglieder der Football League. Vertreten wurde der Klub dabei von Harry Lockett. Dieser war während eines Treffens in London maßgeblich am Gründungsprozess der weltweit ersten nationalen Fußballliga beteiligt (Lockett wurde erster Ligasekretär; um sich auf diese Aufgabe vollständig konzentrieren zu können trat er im August 1890 von seinen Pflichten bei Stoke zurück). Von Beginn des ersten Spiels gegen West Bromwich Albion am 8. September 1888 an kämpfte der FC Stoke in den ersten beiden Ligaspielzeiten um die sportliche Existenz und belegte sowohl in der Saison 1888/89 als auch in der anschließenden Spielzeit den letzten Tabellenplatz. Das damals formal betriebene Aufnahmebegehren zur Teilnahme an der Football League („Re-election“) schlug nach der zweiten Saison fehl. Daraufhin wurde der Verein durch den FC Sunderland ersetzt. Stoke verbrachte die Saison 1890/91 stattdessen in der Football Alliance und gewann dort die Meisterschaft. Die Football League erweiterte zur Saison 1891/92 die Anzahl der teilnehmenden Mannschaften von 12 auf 14. Davon profitierte unter anderem auch der FC Stoke, der in den verbleibenden Jahren des ausklingenden 20. Jahrhunderts in der Football League spielte (ab der Spielzeit 1892/93 nach Einführung einer zweitklassigen Liga in der „Football League First Division“). Im Jahr 1897 verpflichtete Stoke Horace Austerberry. Dieser wurde zwei Jahre später erster Trainer des Vereins und zog mit seiner Mannschaft in der Spielzeit 1898/99 ins FA Cup-Halbfinale ein.

Um die Jahrhundertwende herum mehrten sich die finanziellen Probleme des Vereins, die dazu führten, dass der Profifußball in der Stadt nicht mehr aufrecht erhalten werden konnte. Nach dem Abstieg in die Second Division im Jahr zuvor verließ der FC Stoke 1908 den Football-League-Verbund und wechselte in die regionale „Birmingham & District League“. Ein Jahr später ließ der Verein parallel sogar eine zweite Mannschaft in der Westdivision der Southern League spielen, wobei diese im ersten Jahr direkt den ersten Platz belegen konnte. In beiden Ligasystemen spielte der FC Stoke bis 1915, bevor die Rückkehr in die Football League genehmigt wurde. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs, der den offiziellen Spielbetrieb in der Football League vier Jahre lang aussetzte, verhinderte diese jedoch zunächst. Erst ab August 1919 nahm der FC Stoke wieder an der Second Division der Football League teil. Um nicht völlig aus der Übung zu kommen hatte das Team zu Kriegszeiten an diversen Spielen der unterklassigen Lancashire League teilgenommen.

1919 erwarb der FC Stoke das Victoria-Ground-Stadion zurück, und durch die Errichtung der Butler-Street-Tribüne konnte das Fassungsvermögen auf 50.000 Zuschauer erweitert werden. Nach dem Wiederbeginn des Football-League-Spielbetriebs gelang dem FC Stoke in der Saison 1921/22 unter Trainer Arthur Shallcross der Aufstieg in die Erstklassigkeit, dem aber nur ein Jahr später der direkte Wiederabstieg in die Second Division folgte. Shallcross hatte dabei bereits im März 1923 seine Konsequenzen gezogen und war von seinem Amt zurückgetreten. Seinem Nachfolger Tom Mather sollte die erneute Rückkehr in die oberste englische Spielklasse nicht gelingen. Stattdessen stieg der Klub nach dem Ende der Saison 1925/26 sogar in die drittklassige Third Division North ab. Der Aufenthalt dort war jedoch nur sehr kurz und Stoke kehrte sofort mit dem Drittliga-Meistertitel in die Zweitklassigkeit zurück. Als der Stadt Stoke-on-Trent im Jahr 1925 das Stadtrecht verliehen wurde, änderte auch der Stoke Football Club 1928 seinen offiziellen Namen in „Stoke City Football Club“ um.

Im März 1932 debütierte mit dem 17-jährigen Stanley Matthews der wohl berühmteste Fußballspieler in den Reihen von Stoke City gegen den FC Bury. Bis zum Ende des Jahrzehnts wurde aus dem Nachwuchstalent ein englischer Nationalspieler, der von vielen Experten als bester Spieler seiner Generation angesehen wurde. Mit seinem ersten Länderspiel im Jahr 1934 wurde er außerdem Stokes erster englischer Auswahlspieler seit 30 Jahren. In der Saison 1932/33 gelang dem Verein die Zweitligameisterschaft, wobei Matthews mit 15 Spielen noch vergleichsweise wenig zum Aufstieg beigetragen hatte.

Der Aufstieg löste eine regelrechte Boom-Phase aus und der Zuschauerschnitt überstieg die 23.000-Grenze, was wiederum für Trainer Tom Mather ein größeres Transferbudget bedeutete. Den Kern der aufstrebenden Mannschaft bildeten jedoch in der eigenen Region beheimatete junge Spieler wie Matthews, Tommy Sale und Freddie Steele. Mather beendete im Mai 1935 seine 12-jährige Trainerära bei Stoke City und schloss sich Newcastle United an. Kurze Zeit später wurde mit Bob McGrory ein Nachfolger bestimmt, der dem Verein zuvor 14 Jahre als Spieler gedient hatte. Nach dem Aufstieg konsolidierte sich Stoke City in der englischen Eliteklasse und belegte in der Saison 1935/36 mit neun Punkten Rückstand auf den Meister FC Sunderland den vierten Rang. Es folgten zwei Mittelfeldplätze in den folgenden beiden Spielzeiten. Dabei gelang mit einem 10:3-Erfolg im Februar 1937 gegen West Bromwich Albion der höchste Sieg des Vereins in einem Meisterschaftsspiel. Freddie Steele trat dabei als fünffacher Torschütze in Erscheinung. Auch die Rekordheimkulisse von 51.373 Zuschauern beim Spiel gegen den FC Arsenal im April 1937 fiel in diese Zeit. Steeles 33 Ligatore stellen bis zum heutigen Tag die Rekordausbeute für einen Spieler von Stoke City in einer Saison dar. Der Stellenwert des Fußballs hatte sich in der Stadt derart erhöht, dass sich 3.000 Leute in Kings Hall zu einem Gespräch versammelten, als Gerüchte aufkamen, Matthews wolle den Verein verlassen um seiner Karriere einen weiteren Entwicklungsschub zu verleihen. Matthews blieb und Stoke City beendete die Saison 1938/39 auf dem fünften Platz.

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde der Meisterschaftsbetrieb sechs Jahre lang unterbrochen, und so fand auch die zuletzt erfolgreiche Phase bei Stoke City ein abruptes Ende. In einem der ersten Nachkriegsspiele erlebte der Klub im Jahr 1946 eine Tragödie, als in der sechsten FA Cup-Runde bei den Bolton Wanderers 33 Anhänger während des Bolton Disasters starben und weitere 520 Zuschauer Verletzungen davontrugen. Neben den im Leistungszenit befindlichen Spielern Matthews, Sale und Steele kam mit Neil Franklin eine weitere Entdeckung aus der eigenen Jugend, der von vielen auf der Centre-half-Position im Zentrum der Abwehr als bester englischer Spieler zu dieser Zeit angesehen wurde. Mit diesen Spielern entwickelte sich Stoke City zu einem ernsthaften Titelanwärter in der Saison 1946/47, vergab diese Chance aber am letzten Spieltag. Ein Sieg hätte zur englischen Meisterschaft gereicht, aber die 1:2-Niederlage gegen Sheffield United machte stattdessen den FC Liverpool zum ersten Nachkriegsmeister. Bereits vor dem drittletzten Spieltag hatte der mittlerweile 32-jährige Stanley Matthews doch noch den Verein in Richtung FC Blackpool für eine Ablösesumme von 11.500 Pfund verlassen und damit den künftigen sportlichen Abschwung eingeleitet.

In den beiden Spielzeiten 1947/48 und 1948/49 war der Titelkampf mit Rang 15 und 11 weit außer Reichweite, und auch die 1950er Jahre sollten den Negativtrend fortsetzen. Nachdem in der Spielzeit 1951/52 der Abstieg noch knapp abgewendet werden konnte, bedeute der vorletzte Platz in der Saison 1952/53 – 20 Jahre nach dem Erstligaaufstieg – die Rückkehr in die Zweitklassigkeit. Bereits im Februar 1952 hatte Bob McGrory 17 Jahre nach seiner Amtsübernahme den Trainerposten bei Stoke City aufgegeben. Nachfolger Frank Taylor stabilisierte die Mannschaftsleistungen in der zweiten Liga, ohne jedoch den gewünschten Wiederaufstieg herbeiführen zu können. Dabei verpasste Stoke City die Rückkehr in die First Division in der Spielzeit 1954/55 nur aufgrund einer knappen 2-Punkte-Differenz auf die beiden Aufsteiger Birmingham City und Luton Town. Nachdem die Mannschaft mit einem 17. Abschlusstabellenplatz in der Saison 1959/60 erneut deutlich an höheren Zielen gescheitert war, entließ die Vereinsführung Taylor im Juni 1960.

Zu Beginn der 1960er Jahre hatte der Zuschauerzuspruch im Victoria Ground einen neuen Tiefpunkt erreicht und der Schnitt betrug erstmals seit 40 Jahren wieder weniger als 10.000. Die Beförderung von Tony Waddington ins Cheftraineramt im Juni 1960 leitete jedoch ein Trendwende ein. Waddington hatte bereits seit 1952 im Trainerstab von Stoke City gearbeitet und seit 1957 das Assistenztraineramt bekleidet. Eine Besserung setzte zunächst nicht ein und Waddington schloss mit Stoke City seine erste Saison 1960/61 auf dem 18. Tabellenplatz der Second Division ab. Die Zuschauerzahlen blieben niedrig - einem Spiel gegen Preston North End wohnten 1961 gar nur 8.409 Besucher bei. Dies änderte sich grundlegend als Waddington mit der Verpflichtung des 46-jährigen Stanley Matthews – 14 Jahre nach dessen Weggang – einen Coup landete, der sich schnell auszahlte. 35.974 Zuschauer erwarteten die Rückkehr des ehemaligen Starspielers, und inmitten einer neuen Aufbruchstimmung schaffte die Mannschaft mit Matthews in der Saison 1961/62 der Sprung auf den achten Platz. Nur ein Jahr später gelang der ersehnte Wiederaufstieg in die First Division über den Gewinn der Zweitligameisterschaft. Der sportliche Höhenflug hatte damit aber noch kein Ende gefunden: dem Team gelang in der Saison 1963/64 auf Anhieb eine sichere Platzierung im Mittelfeld der First Division. Starspieler Matthews blieb auch im fußballerisch hohen Alter noch sehr einflussreich und führte die Mannschaft 1964 ins Endspiel des Ligapokals, das jedoch nach Hin- und Rückspiel gegen Leicester City verloren ging.

Neben Matthews setzte Waddington auch bei anderen Spielern auf Erfahrung. Dennis Viollet, Jackie Mudie, Roy Vernon, Maurice Setters und Jimmy McIlroy waren allesamt gestandene Kräfte. Matthews hatte mittlerweile sogar seinen 50. Geburtstag gefeiert, bevor er sich im Februar 1965 mit seinem 701. Meisterschaftsspiel gegen den FC Fulham endgültig vom aktiven Sport verabschiedete. Für 52.000 Pfund verpflichtete der Verein 1967 mit Gordon Banks von Leicester City einen Weltmeister von 1966, der zudem als einer der weltweit besten Torhüter angesehen wurde. Dadurch verhalf Waddington der Mannschaft zu weiterer Stabilität in der First Division. Die Entwicklung fand mit dem Gewinn des Ligapokals ihren vorläufigen Höhepunkt: 97.852 Zuschauer im Wembley-Stadion sahen Stokes 2:1 gegen den haushohen Favoriten FC Chelsea am 4. März 1972. Auch im FA Cup zeigte Stoke City gute Leistungen und zog sowohl in der Saison 1970/71 als auch in der anschließenden Spielrunde ins Halbfinale ein. Beide Male scheiterte die Mannschaft erst im Wiederholungsspiel am FC Arsenal.

Waddington hatte nach dem Titelgewinn mit dem Karriereende von George Eastham und Peter Dobing zu kämpfen und reagierte, indem er im Frühjahr 1974 für 240.000 Pfund Alan Hudson vom FC Chelsea verpflichtete. Kurze Zeit später folgten Geoff Salmons von Sheffield United für 160.000 Pfund, sowie Peter Shilton von Leicester City für 325.000 Pfund - seinerzeit die Rekordsumme für einen Torhüter. Mit diesen neuen Spielern kämpfte die Mannschaft in der Saison 1974/75 um den Meistertitel, belegte aber nach einigen schwachen Partien zum Ende der Spielzeit nur den fünften Rang – vier Punkte hinter dem neuen englischen Meister Derby County. In den 1970er Jahren agierte Stoke City zudem erstmalig in europäischen Vereinswettbewerben. Dabei qualifizierte sich der Klub für den UEFA-Pokalwettbewerb 1972/73, verlor aber bereits in der ersten Runde gegen den 1. FC Kaiserslautern. Auch zwei Jahre später bedeutete der fünfte Tabellenplatz in der First Division den Einzug in den UEFA-Pokal, wo erneut bereits die erste Runde Endstation bedeutete. Eine Niederlage blieb gegen Ajax Amsterdam zwar aus, jedoch fiel man nach einem 1:1 im Heim- und 0:0 im Auswärtsspiel der Auswärtstorregel zum Opfer.

Im Januar 1976 beschädigte ein Sturm das Dach der Butler-Stand-Tribüne so schwer, dass der Klub zunächst sein anschließendes Heimspiel gegen den FC Middlesbrough im Vale Park, der Spielstätte des Lokalrivalen Port Vale austragen musste. Weitaus gravierender waren jedoch die Reparaturkosten in Höhe von 250.000 Pfund, die den Verein in finanzielle Nöte brachten. Der Verkauf von Alan Hudson, Mike Pejic und Jimmy Greenhoff für die Gesamtsumme von 440.000 Pfund sorgte zwar für wirtschaftliche Erleichterung, doch das derart geschröpfte Team konnte den Abstieg in der Saison 1976/77 nicht mehr verhindern. Nach 17 Jahren sorgte schließlich eine 0:1-Heimniederlage im März 1977 für das Ende der „Waddington-Jahre“.

Kurz vor dem Abstieg in die Second Division übernahm mit George Eastham Waddingtons ehemaliger Assistent im gleichen Monat das Traineramt. Eastham blieb jedoch nur zehn Monate und trat bereits im Januar 1978 zurück. Die Misere des Vereins fand kurze Zeit später mit der FA Cup-Niederlage gegen den Amateurklub Blyth Spartans ihren Tiefpunkt. Mit Alan Durban verpflichtete die Vereinsführung im Februar 1978 den ehemaligen Trainer von Shrewsbury Town, und bereits in seiner ersten vollständigen Saison 1978/79 gelang Durban mit dem dritten Platz der Aufstieg in die First Division. Die Mannschaft etablierte sich zwei Jahre lang in der höchsten englischen Liga, bevor Durban den Verein 1981 in Richtung FC Sunderland verließ.

Richie Barker übernahm Durbans Nachfolge im Jahr 1981. Dieser verpflichtete in Vorbereitung auf die neue Saison 1982/83 Mickey Thomas von Brighton & Hove Albion und Mark Chamberlain von Port Vale. Die Ablösesumme für Thomas betrug 200.000 Pfund, doch schon nach zwei Jahren verkaufte ihn Stoke City für nur noch 75.000 Pfund an den FC Chelsea weiter. Flügelspieler Chamberlain, für 135.000 Pfund verpflichtet, erwies sich hingegen als dauerhafter Erfolg. Während seiner Zeit in Stoke wurde er zudem acht Mal in die Nationalmannschaft berufen. Bereits während der zweiten Trainersaison 1983/84 fand Barkers Ära jedoch ein frühes Ende, und Bill Asprey sorgte als neuer sportliche Leiter dafür, dass der Veteran Alan Hudson zu Stoke City zurückkehrte. Diese Entscheidung zahlte sich kurzfristig aus, da mit einer deutlichen Leistungssteigerung in der Rückrunde der Abstieg in der Saison 1983/84 noch am letzten Spieltag abgewendet werden konnte. Dass es sich hier nur um einen Aufschub handelte, zeigte die anschließende Spielzeit 1984/85: Stoke City stellte mit nur 17 Punkten und nur drei Saisonsiegen einen neuen Negativrekord für einen englischen Erstligisten seit Einführung der 3-Punkte-Regelung auf. Diese jämmerliche Punkteausbeute wurde erst 21 Jahre später vom FC Sunderland unterboten. Asprey verließ den Verein im April 1985 aus gesundheitlichen Gründen. Mick Mills sollte ab der Saison 1985/86 die Funktion eines Spielertrainers ausüben. In seiner insgesamt vier Jahre umfassenden Amtszeit führte Mills die Mannschaft zunächst ins Mittelfeld der zweiten Liga. In der Spielzeit 1986/87 belegte das Team zwischenzeitlich den vierten Platz und sorgte unter anderem für einen spektakulären 7:2-Sieg gegen Leeds United, bevor einige schwächere Auftritte noch für den Fall auf Rang 8 sorgten. In den anschließenden zwei Jahren blieb Stoke City chancenlos im Kampf um die vorderen Plätze. Nach einem ebenfalls schwachen Start in die Saison 1989/90 trotz Transferinvestitionen in Höhe von einer Million Pfund entließ die Vereinsführung Mills.

Mit Alan Ball – Weltmeister von 1966 – beschäftigte der Klub fortan den bereits fünften Trainer innerhalb von zehn Jahren. Als weitaus nachhaltigere Personalie erwies sich jedoch 1989 die Ernennung von Peter Coates zum neuen Vereinsvorsitzenden. Ball blieb glücklos in seiner ersten Saison 1989/90 und stieg als Tabellenletzter in die drittklassige Third Division ab. Obwohl Stoke damit zum ersten Mal seit 63 Jahren wieder in einer dritten Liga antreten musste, blieb Ball zur Spielzeit 1990/91 im Amt. Als die Mannschaft dort aber ebenso dürftige Leistungen zeigte, verließ Ball im Februar 1991 den Klub – am Ende belegte Stoke City mit Rang 15 die bis heute niedrigste Ligaplatzierung in seiner Historie.

Im Mai 1991 wurde der Schotte Lou Macari zu Balls Nachfolger für die Saison 1991/92 bestimmt, und eine sportliche Verbesserung setzte nahezu sofort ein: Stoke verpasste 1992 mit dem vierten Rang zwar nur knapp den Aufstieg, sorgte aber mit dem Gewinn der Football League Trophy („Autoglass Trophy“) nach einem 1:0-Finalsieg in Wembley gegen Stockport County für einen Achtungserfolg (Mark Stein schoss das entscheidende Tor). Macari gelang ein Jahr später mit seiner Mannschaft der Aufstieg in die zweite Liga, wobei diese nach Einführung der Premier League nun „First Division“ hieß. Wieder hatte Stein, der für 100.000 Pfund von Oxford United verpflichtet worden war, mit 26 Saisontoren einen nicht unerheblichen Anteil an stattlichen 93 Punkten, die Stoke City erringen konnte. Macari wechselte schließlich im Oktober 1993 zum schottischen Renommierclub Celtic Glasgow, und auch Stein ließ man für 1,5 Millionen Pfund zum FC Chelsea gehen. Die anschließende Amtszeit von Trainer Joe Jordan dauerte nicht einmal ein Jahr an und der Verein verpflichtete nur 12 Monate nach seinem Weggang erneut Lou Macari. Obwohl die Wiederverpflichtung des Erfolgstrainer eine gewisse Euphorie in den Verein trug kam die Mannschaft in der Saison 1994/95 nicht über einen Mittelfeldplatz hinaus. Auch die Spielzeit 1995/96 begann durchwachsen, bevor vor allem der neue Stürmer Mike Sheron für eine deutliche Verbesserung sorgte. Stoke City belegte noch den vierten Platz, scheiterte dann aber im Play-off-Halbfinale an Leicester City. Um diesen Trend fortzusetzen lieh Stoke City zur Saison 1996/97 Mark Stein vom FC Chelsea aus, der an der Seite von Sheron die vordere Angriffsreihe bilden sollte. Bis zur Weihnachtszeit setzte sich die Mannschaft auch auf dem vierten Platz fest, verlor aber in einer schwachen Rückrunde immer mehr an Boden und beendete die Spielzeit auf dem zwölften Platz. Für die vereinsinterne Rekordablösesumme von 2,5 Millionen Pfund verließ Sheron den Klub Richtung Queens Park Rangers. Auch Macari beendete seine zweite Ära bei Stoke City und verabschiedete sich während der Partie gegen West Bromwich Albion, mit der die Potters auch gleichzeitig Abschied vom altehrwürdigen Victoria Ground nahmen.

Zu Saison 1997/98 bezog Stoke City mit dem neuen Britannia Stadium ein 28.000 Zuschauer fassendes reines Sitzplatzstadion und verließ damit nach 99 Jahren den Victoria Ground. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte kein anderer britischer Verein länger an gleicher Stelle eine Fußballheimstätte besessen. Mit Chic Bates – Macaris ehemaligem Assistenten – ging die Mannschaft schließlich in die Premierensaison. Bates agierte jedoch glücklos, und so fiel das Team von einem anfänglichen Play-off-Platz in die Abstiegsregion zurück. Vor allem eine deutliche 0:7-Heimniederlage gegen Birmingham City hinterließ dabei nachhaltige Spuren. Bereits im Januar 1998 wurde Bates durch Chris Kamara ersetzt, aber auch der ehemalige Trainer von Bradford City konnte die Wende nicht mehr herleiten und gab bereits im April wieder auf. „Altmeister“ Alan Durban, der Stoke City zwei Jahrzehnte zuvor trainiert hatte, betreute die Mannschaft für den Rest der Saison und stieg mit ihr auf Rang 23 in die Drittklassigkeit ab.

Mit Brian Little übernahm zur Saison 1998/99 ein ehemaliger sportlicher Leiter von Aston Villa den Trainerposten bei Stoke City, und bis Dezember 1998 hatte die Mannschaft nach einem guten Start die Tabellenführung inne. Es folgten jedoch Formkrisen und der Sturz auf den achten Platz, was dazu führte dass Little den Verein bereits nach einem Jahr wieder verließ. Auch Gary Megson erlebte danach nur ein auf vier Monate befristetes Kurzzeitengagement. Ausschlaggebend dafür waren aber weniger sportliche Gründe; vielmehr sorgte die Übernahme des Vereins durch die „Stoke Holding“, einem isländischen Konsortium, in Höhe von 66 Prozent der Anteile (6,6 Millionen Pfund) dafür, dass mit dem Isländer Gudjon Thordarson im November 1999 der erste „Nicht-Brite“ Platz auf dem Trainerstuhl von Stoke City nahm.

In der Saison 1999/2000 gewann Stoke City zum zweiten Mal die Football League Trophy, die zu diesem Zeitpunkt im Zuge des Sponsoring offiziell „Auto Windscreens Trophy“ hieß. Dabei besiegte die Mannschaft im April 2000 vor 75.057 Zuschauern im Wembley-Stadion Bristol City mit 2:1. Die große Enttäuschung folgte aber bereits ein Monat später, als die Niederlage im Halbfinale der Aufstiegs-Play-offs gegen den FC Gillingham für ein weiteres Jahr Drittligafußball sorgte. Im folgenden Jahr erreichte Stoke City erneut Ausscheidungsspiele, um jedoch abermals im Semifinale zu scheitern; diesmal am FC Walsall. Erst der dritte Anlauf war für die Mannschaft von Thordarson letztlich erfolgreich. Sie belegte in der Meisterschaftsrunde 2001/02 den fünften Platz und zog ein weiteres Mal in die Play-off-Spiele ein. Nach einem Sieg gegen Cardiff City im Halbfinale sorgte der 2:0-Triumph gegen den FC Brentford im Millennium Stadium für die Rückkehr in die zweithöchste englische Spielklasse. Trotz dieses Erfolgs entließ der Vereinsvorsitzende Gunnar Gislason Trainer Thordarson nur fünf Tage nach dem Endspiel. Obwohl die Fans gegen diese Entscheidung Sturm liefen und lautstark die Wiedereinstellung des Aufstiegstrainers forderten, blieb Gislason hart und Thordarson kehrte nicht mehr zurück.

Neuer sportlicher Leiter wurde Steve Cotterill vor Beginn der Saison 2002/03. Dieser verblieb jedoch nur vier Monate, bis er im Oktober 2002 eine Assistentenstelle beim FC Sunderland an der Seite von Howard Wilkinson annahm. Als Nachfolger sollte mit George Burley der langjährige Trainer von Ipswich Town angeheuert werden, der das Angebot aber in letzter Minute ablehnte. Stattdessen engagierte der Verein kurze Zeit später Tony Pulis. Der Waliser hielt die Mannschaft von den Abstiegsrängen fern und sicherte mit einem 1:0-Sieg gegen den FC Reading am letzten Spieltag den Klassenerhalt. In den anschließenden Spielzeiten 2003/04 und 2004/05 konsolidierte Pulis die Mannschaft auf Rang 11 und 12 im sicheren Mittelfeld, doch dessen ungeachtet führte ein Streit mit den Vereinseigentümern zu Pulis' Entlassung am Ende der Saison 2004/05. Nur einen Tag später stellte der Verein den Niederländer Johan Boskamp als neuen Trainer vor. Dieser sorgte mit dem Kauf von Sambégou Bangoura für ungefähr eine Million Pfund für einen neuen vereinsinternen Rekord, und auch die Verpflichtung des belgischen Nationalspielers Carl Hoefkens sollte sich als Glücksgriff herausstellen – Hoefkens wurde auf Anhieb zum Publikumsliebling und gewann nach Ablauf der Saison 2005/06 den „Fans' Player of the Year Award“. Trotz der neuen Spieler blieben die Mannschaftsleistungen jedoch unbeständig, und so sprang am Ende nur ein Mittelfeldplatz in der seit 2004 nun „Football League Championship“ genannten zweiten Liga heraus. Die Spielzeit war zudem von einer Fehde zwischen Boskamp und dem Fußballdirektor John Rudge überschattet, die letztlich zur Aufgabe Boskamps führte. Parallel dazu übernahm erneut Peter Coates die Vereinsführung von Stoke City.

Am 23. Mai 2006 vollendete Coates die Übernahmeprozedur und setzte damit der Ära von Gunnar Gislason ein Ende. Coates installierte im Juni 2006 den vormaligen Trainer Tony Pulis als Nachfolger von Boskamp. Dieser verpasste mit seinem alten Klub in der Saison 2006/07 mit dem achten Platz die Teilnahme an den Play-off-Spielen nur knapp. Im Juni 2007 kaufte Coates zudem für ungefähr sechs Millionen Pfund das im städtischen Besitz befindliche Britannia Stadium. In der Saison 2007/08 feierte der Verein den größten Erfolg seit 23 Jahren und sicherte sich am 4. Mai 2008 den direkten Aufstieg sowie die erstmalige Teilnahme am Spielbetrieb der Premier League.

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FC Everton

Die Mannschaft des FC Everton im Jahr 1891.

Der FC Everton (offiziell: Everton Football Club) – auch bekannt als The Toffees oder The Blues – ist ein englischer Fußballverein aus Liverpool. Mit neun englischen Meisterschaften, fünf FA-Cup-Siegen und einem Erfolg im Europapokal der Pokalsieger gilt der Klub in Bezug auf die Anzahl der „bedeutenden“ nationalen und internationalen Titel („Major Titles“) als sechsterfolgreichster englischer Fußballverein. Der 1878 gegründete Klub spielt aktuell in der Premier League und hat bis heute mehr Zeit in der höchsten englischen Liga verbracht als jeder andere Verein.

Die erste „goldene Ära“ des FC Everton fiel in die Zeit von Dixie Dean, des wohl renommiertesten Spielers des FC Everton, und brachte zwischen 1928 und 1939 drei englische Meisterschaften und einen Pokaltriumph. Nach einer letzten Hochphase zur Mitte der 1980er-Jahre, wozu zwei weitere englische Meistertitel und 1985 die europäische Pokalsiegertrophäe zählten, ist der FA-Cup-Sieg aus dem Jahr 1995 bis heute der letzte große Erfolg des Vereins.

Mit dem 1892 gegründeten und in der selben Stadt beheimateten FC Liverpool verbindet den FC Everton eine traditionsreiche Rivalität, die aus einer Spaltung des FC Everton im Anschluss an einen Streit um die Miethöhe des Anfield-Stadions entstand. Seitdem tragen die „Toffees“ ihre Heimspiele im Goodison Park aus, während die „Reds“ in Anfield ihre Heimat fanden. Die Duelle beider Vereine sind als „Merseyside Derby“ bekannt.

Die Wurzeln des FC Everton liegen in einer methodistischen Kirchengemeinde der New Connexion, die 1865 von Liam Jones gegründet worden war und sich drei Jahre später zum Bau einer Kirche in der Liverpooler Region entschlossen hatte. Im Jahr darauf erstand die Gemeinde zwischen St. Domingo Vale und St. Domingo Grovean an der Breckfield Road North etwas Land, das in der Nähe des Bezirks Everton lag, der selbst wiederum 1835 Teil der Stadt Liverpool geworden war.

Sechs Jahre nach der Gründung der neuen Kirche „St. Domingo Methodist Church“ wurde Reverend B.S. Chambers zum Pfarrer bestimmt, der für die Jugendgemeinde eine Cricketmannschaft ins Leben rief. Da Cricket nur im Sommer gespielt werden konnte, suchte die Gemeinschaft auch nach einem sportlichen Betätigungsfeld außerhalb der Cricket-Spielzeiten und in Folge dieser Überlegungen entstand 1878 der „St. Domingo Football Club“. Sofort und über die Kirchengrenzen hinweg zog der Verein Interessenten an und entschloss sich schnell für eine Umbenennung des Klubnamens. Bei der Festlegung auf den „Everton Football Club“ orientierte man sich während der Versammlung im Queen's Head Hotel im November 1879 an dem gleichnamigen Bezirk, in dem man die sportliche Heimat gefunden hatte.

Nach einem 6:0-Sieg im ersten offiziellen Spiel am 20. Dezember 1879 gegen eine Mannschaft mit dem Namen „St. Peter's“ betätigte sich der FC Everton, der in blauweiß gestreiften Hemden antrat, in kleineren einheimischen Pokalwettbewerben und schnell wurde klar, dass die anfängliche Spielstätte im Südosten des Stanley Parks ungeeignet war, auf Dauer die häufig deutlich vierstelligen Zuschauerzahlen zu bewältigen und zudem über eine ungenügende Rasenqualität verfügte. An der Priory Road fand die Mannschaft schließlich zur Saison 1883/84 ein neues Zuhause und der Klub konnte dort aufgrund der Abgeschlossenheit des Geländes erstmals Eintrittsgelder einnehmen. Da aber auch dort der Untergrund nicht zur Zufriedenheit war, organisierte mit John Houlding ein einflussreicher Anhänger, ortsansässiger Brauereiunternehmer und späterer Vereinsvorsitzender die Anmietung eines neuen Spielfelds an der Anfield Road, das sich in Besitz der Orrell-Brothers-Brauerei befand.

Ab September 1884 spielte der FC Everton in Anfield und nur ein Jahr später wurde aus dem ehemaligen Freizeitklub für jugendliche Kirchgänger ein Profiverein. Ermutigt durch die stetigen Erfolge in den einheimischen Pokalwettbewerben nahmen die „Blues“ in der Saison 1886/87 erstmals am nationalen Pokal („FA Cup“) teil. Dort unterlagen sie in Anfield bereits bei ihrem Debüt gegen die schottischen Glasgow Rangers mit 0:1. Da die Bezahlung der eigenen Spieler gegen die Amateurstatuten des Fußballverbands FA („Football Association“) verstieß, kam es zu dieser Zeit regelmäßig zu nachträglichen Spielergebnisänderungen, Neuansetzungen und Disqualifikationen. Das führte dazu, dass der FC Everton in der Spielzeit 1887/88 insgesamt vier Partien gegen die Bolton Wanderers absolvierte. Im ersten Duell verlor der FC Everton, legte aber erfolgreich Einspruch wegen der fehlenden Spielberechtigung eines „Trotters“ ein. Nach zwei weiteren Remis setze sich Everton letztlich im vierten Spiel durch. In der nächsten Runde unterlagen die Liverpooler Preston North End nicht nur mit 0:6. Im Anschluss disqualifizierte die FA den FC Everton vollständig aus dem Wettbewerb, was dazu führte, dass der FC Everton in der Saison 1888/89 dem FA Cup fernblieb.

Die zunehmende Bedeutung des Fußballs vor allem in nordenglischen Industriestädten weckte den Bedarf nach einer nationalen Spielklasse, in der die bedeutendsten englischen Vereine zu dieser Zeit in jeweils einem Heim- und Auswärtsspiel gegeneinander innerhalb eines Jahres antreten sollten. Der FC Everton war 1888 eines der zwölf Gründungsmitglieder der neuen Football League und vor über 10.000 Zuschauern besiegte der FC Everton am Eröffnungsspieltag den FC Accrington am 8. September 1888 daheim mit 2:1. Am Ende der ersten Spielzeit sprang ein etwas enttäuschender achter Platz heraus. Aber bereits in der zweiten Saison 1889/90 errang die Mannschaft die Vizemeisterschaft und reduzierte den Punkteabstand zu dem damals als „unschlagbar“ geltenden Team von Preston North End von 20 auf 2. Mit dem Gewinn der ersten englischen Meisterschaft in der Spielzeit 1890/91 folgte der erste Titelgewinn. Der FC Everton schwang sich dabei mit englischen Nationalspielern wie Alfred Milward und Edgar Chadwick auf der linken Seite, dem Abwehrspieler Johnny Holt und dem Mittelstürmer und Torjäger Fred Geary endgültig in die Führungsriege der englischen Spitzenfußballvereine auf.

Der Erfolg hatte jedoch auch negative Auswirkungen, da sich John Houlding, der zwischenzeitlich Anfield gekauft hatte, angesichts der zunehmenden Einnahmen des FC Everton im Frühjahr 1892 zu einer mehr als Verdopplung der Miete entschlossen hatte. Im Norden des Stanley Parks wurde die von George Mahon angeführte Vorstandsetage auf der Suche nach einer Alternative in der Nähe der Goodison Road fündig. Dort errichtete der Klub den neuen Goodison Park und weihte diesen bereits am 24. August 1892 ein. Die verbleibenden Vereinsangehörigen, die sich den „Rebellen“ beim Umzug in die neue Spielstätte nicht anschließen wollten, blieben in Anfield und hatten zwischenzeitlich unter der Führung von Houlding den FC Liverpool gegründet. Zum ersten Derby der beiden Vereine kam es in der Saison 1894/95, als der FC Everton gegen den Aufsteiger in die First Division vor 44.000 Zuschauern im Goodison Park mit 4:0 besiegte und im Rückspiel in Anfield ein 2:2 erreichte. Obwohl diese Spielzeit dem FC Everton ein erneute Vizemeisterschaft einbrachte, machte der Klub außerhalb des Platzes oft negativ von sich reden. Zum einen wurden die Einnahmen eines Ligaspiels veruntreut und kurz danach kam es zu einem großen Tumult innerhalb der eigenen Anhängerschaft. Vorausgegangen war eine witterungsbedingte Spielabsage und obwohl den Zuschauern Freikarten für das Wiederholungsspiel zugesagt worden war, begannen die Massen zu marodieren. Gemeinsam mit vier weiteren Vorstandsmitgliedern trat Mahon von seinem Vorsitzendenposten zurück und machte den Weg für William C. Cuff frei, der letztlich über 50 Jahre in Diensten den FC Everton stand und 1938 den Vorsitz der FA übernahm.

Sportliche Achtungserfolge erzielte der Verein in den Jahren 1893 und 1897 jeweils durch den Einzug ins FA-Cup-Endspiel. Dort verlor die Mannschaft zunächst mit 0:1 gegen West Bromwich Albion im Fallowfield Stadium – den entscheidenden Gegentreffer von Harry Allen per Weitschuss konnte Torhüter Richard Williams nach eigener Aussage wegen der blendenden Sonne nicht halten – und vier Jahre später mit 2:3 im Crystal Palace National Sports Centre gegen Aston Villa. Die beiden Treffer im zuletzt genannten Finale schossen die beiden Schotten John Bell und Richard Boyle für die „Toffees“. Im Jahr 1905 verpasste der FC Everton den englischen Meistertitel (und damit das mögliche Double) unter unglücklichen Umständen. Der Klub hatte im April 1905 ein im November 1904 beim Stand von 3:1 für den FC Everton und nur noch 15 verbleibenden Minuten abgebrochenes Spiel gegen Woolwich Arsenal mit 1:2 verloren und damit statt der Meisterschaft nur den Vizetitel mit einem Punkt Abstand hinter Newcastle United errungen. Das FA-Cup-Halbfinale ging im Wiederholungsspiel mit 1:2 gegen Aston Villa verloren.

Der erste Titelgewinn im englischen Pokal gelang 1906. Im dritten Endspiel besiegte der FC Everton nach einem Tor von Alex Young am 20. April 1906 Newcastle United im Crystal Palace mit 1:0, wobei der Triumph noch durch den vorhergegangenen Halbfinal-Sieg gegen den Erzrivalen FC Liverpool „versüßt“ worden war. Die Titelverteidigung im anschließenden Jahr misslang nur knapp aufgrund einer 1:2-Finalniederlage gegen The Wednesday. Den Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1 hatte dabei Jack Sharp geschossen, der zu dieser Zeit englischer Nationalspieler sowohl im Fußball als auch im Cricket war (genauso wie Harry Makepeace). In den Reihen der beiden Finalmannschaften stand zudem mit Harold Hardman ein Amateur, der 1908 olympisches Gold für Großbritannien im eigenen Land holte.

Mit Bert Freeman stieß 1908 einer der zu dieser Zeit besten Mittelstürmer von Woolwich Arsenal zum FC Everton und bereits in seiner ersten Saison 1908/09 steuerte der Neuzugang 38 Tore zur Vizemeisterschaft bei. Dies bedeutete zudem einen neuen Ligarekord, der vor allem deswegen bis heute bemerkenswert ist, weil dieser vor der Änderung der Abseitsregel von 1925 zustande gekommen war und die üblichen Torquoten damals deutlich niedriger lagen. In der Spielzeit 1914/15 gewann der FC Everton nach 24 Jahren seine zweite englische Meisterschaft. In der letzten Saison vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs distanzierte der Klub Oldham Athletic mit nur einem Punkt Differenz auf den zweiten Rang. Neben Harry Makepeace war neben Mannschaftskapitän Jimmy Galt vor allem der rechte Flügelspieler Sam Chedgzoy einer der damals spektakulärsten Spieler des Vereins, der mit seinen Flanken maßgeblich daran beteiligt war, dass der neue zentrale Stürmer Bobby Parker mit 35 Saisontoren den sechs Jahre zuvor von Freeman aufgestellten Rekord fast egalisierte.

Nach der kriegsbedingten Unterbrechung kehrte der FC Everton mit einer spielerisch begabten Mannschaft auf die Bühne zurück – neben Sam Chedgzoy waren hier noch der Dribbelkünstler Bobby Irvine, der vielseitig einsetzbare Dicky Downs und der elegante Abwehrspieler Neil McBain zu nennen. Dennoch blieben bis weit in die 1920er-Jahre weitere Titelerfolge aus. Erst mit der Ankunft von William Ralph Dean, besser bekannt als „Dixie“ Dean, im Jahr 1925 entwickelte sich der Klub wieder zu einem englischen Spitzenverein. Dean hatte zuvor bereits für die Tranmere Rovers große Torjägerqualitäten gezeigt und im Schnitt pro Spiel einen Treffer erzielt, bevor es ihn dann über den Mersey zum FC Everton zog. Dort schoss er in seiner ersten Saison 1925/26 32 Meisterschaftstore in 38 Spielen. Obwohl er von einem Motorradunfall am 10. Juni 1926 lebensgefährliche Kopfverletzungen davon trug und 36 Stunden bewusstlos war, erholte er sich sehr schnell – bereits im Oktober 1926 köpfte er ein Tor in einem Spiel der Everton-Reservemannschaft – und nach weiteren 21 Treffern in 27 Partien der Saison 1926/27 schrieb er in der Spielzeit 1927/28 mit 60 Ligatoren in 39 Spielen Geschichte. Diese Bestmarke hat bis heute Gültigkeit, wurde also von noch keinem anderen englischen Erstligaspieler übertroffen, und sorgte dafür, dass er den FC Everton nahezu im Alleingang zur englischen Meisterschaft schoss. Weitere Schlüsselspieler in der Meistermannschaft waren Alec Troup und Ted Critchley, die einen Großteil der Dean-Tore vorbereiteten, und mit Warney Cresswell ein technisch versierter Außenverteidiger, dessen Vorstöße in die Offensive außergewöhnlich modern waren.

Völlig überraschend war dann in der Saison 1929/30 der Abstieg des FC Everton in die Second Division, also nur zwei Jahre nach dem Gewinn des englischen Meistertitels. Ein möglicher Grund lag in der vorherigen, auf Dean zugeschnittenen, Erfolgsformel, denn dessen Spielweise war körperlich anspruchsvoll und aufgrund seiner Verletzungsanfälligkeit kam er in einer Spielzeit häufig auf nur maximal 25 Einsätze. Nach dem Abstieg gelang mit Dean, der den Verein in die Zweitklassigkeit begleitet hatte, auf Anhieb der Wiederaufstieg und der Torjäger steuerte selbst erneut 39 Tore in 37 Spielen bei (insgesamt erzielten die „Toffees“ 128 Treffer). Der Aufsteiger gesellte sich sofort zu den Mannschaften in der Spitzengruppe und gewann letztlich im Jahre 1932 sogar die vierte Meisterschaft in seiner Vereinsgeschichte. Neben Dean, der erneut 45 Toren zum Titel beitrug, Critchley und Creswell war Torhüter Ted Sagar ein Garant des Erfolgs. Sagar sollte noch bis 1953 beim FC Everton blieben und war bis 1995 Rekordspieler in Hinblick auf die Ligaeinsätze. Daneben waren drei Schotten prägend für das Spiel des Meisterteams. Dazu zählte der körperlich robuste Jock Thomson auf der linken Halbposition im Mittelfeld, der später als Trainer von Manchester City kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs den deutschen Torhüter Bert Trautmann zur „Nummer 1“ berief und damit ein „sportpolitisches Erdbeben“ auslöste, sowie der rechte Halbstürmer James Dunn und der schussstarke Flügelspieler Jimmy Stein. Auf der linken Halbstürmerposition ergänzte mit „Tosh“ Johnson ein weiterer englischer Nationalspieler die effektive Offensivreihe des FC Everton.

Ein Jahr später folgte ein erneuter FA-Cup-Triumph. Im Finale schlug der Meister des Vorjahres Manchester City im Wembley-Stadion nach Toren von Jimmy Stein, Dixie Dean und James Dunn mit 3:0. Erstmalig erhielten die Akteure offizielle Rückennummern mit den Zahlen von 1 bis 22 (dem FC Everton wurden die Zahlen 1 bis 11 und Manchester City die verbleibenden bis 22 zugewiesen). Dabei trug Dean das Trikot mit der Nummer 9, das später zum Symbol für einen Spieler auf der Mittelstürmerposition wurde. Den vorangegangenen Halbfinalsieg gegen den Zweitligisten West Ham United hatte sich die Mannschaft noch mit einem knappen 2:1-Sieg erzittern müssen, wobei Ted Critchley den entscheidenden Siegtreffer erzielte. Trotz dieses Verdienstes vertrat Albert Geldard Critchley auf der rechten Außenposition im Endspiel selbst. Mit dem trickreichen und antrittsschnellen Geldard, der in Bradford mit 15½ Jahren zum bis dato jüngsten Spieler der Football League geworden war, besaß der Verein einen weiteren neuen Starspieler in den eigenen Reihen und Cliff Britton prägte als einer der besten Spielmacher zu dieser Zeit darüber hinaus den technischen Stil der Mannschaft.

In der Folgezeit dominierte der FC Arsenal die englische Meisterschaft und entwickelte sich zum Seriensieger. Zu Geldard und Britton gesellte sich beim FC Everton währenddessen der Nordire Jackie Coulter auf der linken Flügelposition und gemeinsam bestritten sie für den FC Everton eines der spektakulärsten FA-Cup-Spiele in der Geschichte des Wettbewerbs. Beim 6:4-Heimsieg im Januar 1935 in der vierten Runde gegen den FC Sunderland erzielte Geldard zwei Tore kurz vor Ende der Verlängerung. Mit Tommy Lawton verpflichtete der FC Everton im Frühjahr 1937 ein 17-jähriges Talent vom FC Burnley, das in die Fußstapfen von Dixie Dean trat, der sich wiederum im „Herbst seiner Karriere“ befand. Überraschend schnell füllte Lawton die Lücke auf der Mittelstürmerposition, die Dean hinterließ, schoss 34 Tore in der Saison 1938/39 und rückte im Alter von nur 19 Jahren in die englische Nationalmannschaft auf. So gewann das Team seine fünfte englische Meisterschaft. Neben Lawton standen in den Reihen der Mannschaft noch Spieler wie Joe Mercer und T. G. Jones, die der Mannschaft auch ohne Dean ihren Stempel aufdrückten. Während Mercer auf der linken Halbposition im Mittelfeld ein wichtiger Kreativspieler war, gehörte Jones als „Ausputzer mit spielerischen Qualitäten“ zu den Defensivstützen. Die linke Seite komplettierten der kleine und dribbelstarke Flügelspieler Walter Boyes sowie der Halbstürmer Alex Stevenson, während der schottische Flügelspieler Torry Gillick in der Regel die rechte Seite besetzte. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges sorgte schließlich aber dafür, dass die so neu zusammengestellte Mannschaft keine Gelegenheit mehr zu einem weiteren Titelgewinn erhielt. Kurz zuvor hatte der FC Everton ab 1939 mit Theo Kelly erstmals – und als einer der letzten englischen Erstligavereine – explizit einen Trainer angestellt und damit die Mannschaftsaufstellungen nicht mehr in den Entscheidungsbereich einzelner Betreuer, Vereinsfunktionäre oder einem Komitee überlassen.

Die erfolgversprechende Vorkriegsgeneration brach auseinander. Vor allem der Wechsel von Tommy Lawton zum FC Chelsea im Jahr 1946 für die Rekordsumme von 11.500 Pfund wog schwer, aber auch Joe Mercer wurde nach Meinungsverschiedenheiten mit Trainer Theo Kelly an den FC Arsenal verkauft, wo dieser die Meisterschaft und den FA Cup gewann. Der zu dieser Zeit finanzschwache Verein schlitterte unter der Leitung von Cliff Britton in eine Krise, die zum Ende der Saison 1950/51 mit dem zweiten Abstieg in die Zweitklassigkeit ihren Tiefpunkt fand (die Verabschiedung am letzten Spieltag geriet mit einer deutlichen 0:6-Niederlage gegen Mitabsteiger Sheffield Wednesday gar zu einer „Demütigung“). Im Gegensatz zum ersten Fall in die Second Division, der als Unfall angesehen werden konnte und mit dem souveränen Wiederaufstieg umgehend repariert wurde, war der Abstieg nun Ausdruck eines sportlichen Niedergangs. Der Klub verblieb drei Jahre in der Second Division, bis der Gewinn der Zweitligavizemeisterschaft im Jahr 1954 die Rückkehr in die First Division ermöglichte. In einem spannenden Saisonfinale hatte man diese aber erst am letzten Spieltag durch einen 4:0-Auswärtssieg bei Oldham Athletic sichergestellt.

Obwohl in die unmittelbare Nachkriegszeit keine Titelgewinne fielen, brachte der Verein einige bedeutende Spieler hervor. Dabei entwickelten sich die beiden Iren Tommy Eglington und Peter Farrell zu Publikumslieblingen und vor allem Farrell prägte bis 1957 als langjähriger Kapitän die Mannschaft des FC Everton. Im Angriff standen Eddie Wainwright und insbesondere der Mittelstürmer Dave Hickson für die neue Generation, die jedoch die große Stürmertradition von Dean und Lawton nicht fortführen konnten. Die wenigen Höhepunkte waren einzelne Pokalspiele in den 1950er-Jahren, wie beispielsweise ein 2:1-Sieg gegen Manchester United, als Hickson trotz einer klaffenden Kopfwunde das entscheidende Tor erzielte. Als weiterer Achtungserfolg galt 1956 ein 5:2-Ligasieg in Old Trafford, womit eine lang anhaltende Serie ungeschlagener Spiele von Manchester United endete. Zum Ende dieser Phase ragte mit Bobby Collins ein neuer Führungsspieler aus der Mannschaft des FC Everton heraus, der als Mittelfeldregisseur den Grundstein für bessere Zeiten in den 1960ern legte.

In den 1960er-Jahren erlebte der Verein eine Phase, die als „zweite goldene Ära“ in die Vereinsgeschichte einging. Mit der Verpflichtung des neuen Trainers Harry Catterick, der zum Ende der 1940er Jahre bereits als Stürmer beim FC Everton aktiv gewesen war, überwand der FC Everton ab 1961 seine sportliche Stagnation. Noch enger verbunden mit dem künftigen Erfolg der „Toffees“ war jedoch John Moores, der als neuer Vereinsvorsitzender einen beträchtlichen Teil seines Privatvermögens in neue Spieler investierte. Die neue Klubpolitik trug bereits in der Saison 1962/63 Früchte, als das Team nach 24 Jahren ohne Titel die sechste Meisterschaft für den FC Everton gewann, erstmals ohne ein einziges Heimspiel zu verlieren. Die Blues trotzten dabei auch einer Spielzeit, die von vielen Spielausfällen geplagt war, da der Goodison Park seit kurzem über eine Rasenheizung verfügte. Dadurch war der Spielrhythmus einigermaßen geregelt und entwickelte sich somit zu einem Vorteil für den FC Everton. Ein wichtiger Spieler der neuen Meistergeneration war in der Abwehr Brian Labone, der aus der eigenen Jugend gekommen war und mit seinen Führungsqualitäten die Verteidigung organisierte. Vor dem neuen Torhüter Gordon West, der erst 1962 vom FC Blackpool engagiert worden war, entwickelten sich zudem noch Alex Parker als Außenverteidiger und der spätere Trainer Jimmy Gabriel auf der rechten Halbposition als „Arbeitsbiene“ im Mittelfeld zu den Stützen. Für die Offensive zeichnete sich der Kreativspieler Tony Kay, der erst zur Saisonmitte verpflichtet worden war, verantwortlich und im Angriff war neben dem Halbstürmer Dennis Stevens noch Johnny Morrissey zu nennen, der vom Lokalrivalen FC Liverpool gekommen war. Eine weitere Verstärkung war im Februar 1963 Alex Scott von den Glasgow Rangers, der auf der rechten Flügelposition Billy Bingham ersetzte. Die neuen „Stars“ waren aber die beiden Torjäger Alex Young und Roy Vernon. Während der Schotte Young mit 23 Toren in den Partien selbst häufig unauffällig blieb und ein technisches Spiel betrieb, fielen die 24 Treffer des walisischen Nationalmannschaftskapitäns Vernon häufig aus nahezu unmöglichen Positionen.

Das Debüt des Vereins im Europapokal der Landesmeister endete zu Beginn der folgenden Spielzeit 1963/64 mit einer Enttäuschung, wenngleich in der ersten Runde bereits der spätere Sieger Inter Mailand wartete und sich nur knapp nach einem 0:0 im Goodison Park mit 1:0 in San Siro durchsetzte. Der nächste Höhepunkt fand im Weltmeisterschaftsjahr 1966 statt, als die „Blues“ mit einem 1:0-Sieg gegen den Vorjahresmeister Manchester United erstmals nach 33 Jahren wieder ein FA-Cup-Endspiel erreichten. Im Mittelfeld zog Colin Harvey die Fäden, während auf der linken Abwehrseite mit Ray Wilson ein späterer Weltmeister agierte. Ein neues Gesicht im Sturmzentrum war der englische Nationalspieler Fred Pickering, der für die Rekordablösesumme von 85.000 Pfund von den Blackburn Rovers verpflichtet worden war und den in die Jahre gekommenen Vernon ersetzte. Im Finale selbst verzichtete Catterick überraschend auf Pickering, da dieser zu Saisonende mit Verletzungen zu kämpfen hatte. Die höchst umstrittene Entscheidung zugunsten des nahezu unbekannten Mike Trebilcock zahlte sich jedoch aus. Nachdem der Gegner Sheffield Wednesday in der zweiten Halbzeit bereits mit 2:0 vorne lag, egalisierten zwei Treffer von Trebilcock die Partie zwischenzeitlich, bevor dann der Flügelspieler Derek Temple für das entscheidende 3:2 sorgte. Nach 1906 und 1933 hatten die Toffees somit (erst) zum dritten Mal den FA Cup gewonnen.

Im Anschluss an das Weltmeisterschaftsturnier investierte der FC Everton weitere 110.000 Pfund in den Kauf von Alan Ball und durchbrach damit erneut die Transferrekordmarke. Gemeinsam mit dem technisch begabten Howard Kendall, der im März 1967 von Preston North End kam, bildete er mit Colin Harvey eine der bekanntesten kreativen Mittelfeldreihen in der Geschichte des englischen Fußballs (sie galten vielfach als „Los Tres Magníficos“ („die drei Großartigen“) und „Holy Trinity“ („heilige Dreifaltigkeit“)). Die Mannschaft war stets auf den oberen Plätze in der Liga zu finden und erreichte 1968 nach einem 1:0-Sieg gegen Leeds United erneut ein FA-Cup-Endspiel. Dieses endete jedoch enttäuschend, als Jeff Astle in der Verlängerung das einzige Tor für West Bromwich Albion erzielte und sich damit für eine deutliche 2:6-Heimniederlage in der Meisterschaft revanchierte. Spannende Ligaduelle lieferte sich der FC Everton fortan vor allem mit Leeds United, wobei der Meister von 1969 mit den im Mittelfeld körperbetont spielenden Billy Bremner und Johnny Giles einen Kontrapunkt zu dem technisch orientierten Passspiel der Toffees bildete. Mit der Hilfe des neuen Torjägers und späteren Trainers Joe Royle, der in der Saison 1968/69 seinen Durchbruch gefeiert hatte, distanzierte die Mannschaft den Zweitplatzierten Leeds United um neun Punkte und gewann 1970 erneut den englischen Meistertitel. Rückgrat dieses Teams waren weiterhin in der Abwehr die „Dauerbrenner“ Gordon West, Brian Labone und Johnny Morrissey, die bereits ihre zweite englische Meisterschaft einfuhren, aber auch Tommy Wright war mittlerweile auf der rechten Verteidigerposition ein wichtiger Bestandteil geworden. Wie Linksverteidiger Keith Newton, der im Dezember 1969 von den Blackburn Rovers gekommen war und den Schotten Sandy Brown ersetzte, kam Wright sogar bei der anschließenden WM in Mexiko zum Einsatz (Briane Labone und Alan Ball waren darüber hinaus bereits feste Größen der englischen Auswahl zu dieser Zeit).

Der sportliche Niedergang dieser Everton-Generation setzte unerwartet schnell ein. Ein möglicher Grund war der Fokus auf die zweite Teilnahme am europäischen Landesmeisterwettbewerb. Nach Siegen gegen ÍB Keflavík und Borussia Mönchengladbach musste sich das mit hohen Erwartungen gestartete Team aber schon im Viertelfinale Panathinaikos Athen aus Griechenland geschlagen geben. Neben der 1:2-Halbfinalniederlage gegen den FC Liverpool im FA Cup gestaltete sich der Ligaalltag enttäuschend und der FC Everton belegte in der Endtabelle der Saison 1970/71 nur Rang 14. Auch in der anschließenden Spielzeit 1971/72 gelang die Wende nicht und vor allem der Weggang des abwanderungswilligen Alan Ball zum FC Arsenal schwächte den Verein nachhaltig. Catterick trat gesundheitsbedingt von seinem Trainerposten zurück und wurde 1973 von Billy Bingham beerbt, der in der 1963er-Meistermannschaft des FC Everton gestanden hatte.

Unter Bingham konsolidierte die Mannschaft ihre Leistungen etwas und belegte in der Saison 1973/74 mit dem siebten Rang nach vier Jahren wieder einmal einen einstelligen Tabellenplatz. Der FC Everton befand sich in der Spielzeit 1974/75 bereits auf dem Weg zu einer erneuten englischen Meisterschaft, bis dann überraschende Niederlagen gegen deutlich schlechter platzierte Mannschaften dafür sorgten, dass am Ende nur der vierte Rang zu Buche stand. Nach einer nur von mäßigem Erfolg gekrönten Saison 1975/76 auf dem elften Abschlusstabellenplatz und weiter dürftigen Ergebnissen bis zur Jahreswende 1976/77 entließ der FC Everton Bingham und verpflichtete im Februar 1977 Gordon Lee, der zuvor Port Vale in die dritte und die Blackburn Rovers in die zweite Liga geführt hatte. Insgesamt hatte es Bingham trotz weiterhin üppiger Transferbudgets nicht verstanden, den Verein wieder dauerhaft in die oberen Tabellenregionen zu führen. Kurz vor dem Lee-Engagement hatte das Team noch im Halbfinalhinspiel gegen den Zweitligaaufstiegkandidaten Bolton Wanderers unter Interimstrainer Steve Burkenshaw daheim zwar nur 1:1 gespielt, dann aber unter Lee mit einem 1:0-Sieg durch einen Treffer von Bob Latchford den erstmaligen Weg ins Finale des Ligapokals geebnet. Das Endspiel selbst ging dann aber im zweiten Wiederholungsspiel nach Verlängerung gegen Aston Villa verloren. Ebenfalls zu einer Enttäuschung entwickelte sich das FA-Cup-Semifinale in der selben Saison gegen den Erzrivalen FC Liverpool. Dabei wähnten sich die „Blues“ durch den vermeintlichen Führungstreffer fünf Minuten vor Schluss bereits im Endspiel, den jedoch der Schiedsrichter in einer umstrittenen Entscheidung nicht anerkannte. Das Wiederholungsspiel verlor der FC Everton dann in Anfield letztlich deutlich mit 0:3. In der Saison 1977/78 lieferte sich die Lee-Mannschaft mit dem Überraschungsteam Nottingham Forest lange ein Duell, bevor sie noch auf den dritten Rang zurückfiel (Bob Latchford trug 30 Ligatore zu der Platzierung bei). Auch im Jahr darauf startete der FC Everton gut und blieb bis Weihnachten gar ohne Niederlage, aber auch in diesem Fall hatte die vielversprechende Form in der Rückrunde keinen Bestand mehr und der FC Everton schloss die Spielzeit 1978/79 auf dem vierten Rang ab.

Zentrale Spieler dieser Ära waren vor allem im Mittelfeld zu finden. Dazu zählten seit 1974 der torgefährliche Spielmacher Martin Dobson, der Publikumsliebling Andy King, der zwei Jahre später von Luton Town gekommen war, sowie bis 1976 der Nordire Dave Clements, der zu dieser Zeit sogar parallel die Auswahlmannschaft von Nordirland trainierte. Im Angriffszentrum war Bob Latchford Sturmführer der Mannschaft, der mit seinen regelmäßig hohen Torausbeuten sogar an die Vereinslegenden Dixie Dean und Tommy Lawton erinnerte. Der langjährige Kapitän und aus der Region stammende Mike Lyons galt als die „treue Seele“ der Mannschaft und nachdem er zunächst ab 1971 Mittelstürmer gewesen war, rückte er nach Latchfords Ankunft über das Mittelfeld zurück in die Innenverteidigung. Weitere Abwehrspieler waren im Zentrum Roger Kenyon und der serbisch-englische Außenverteidiger Mike Pejic. Insgesamt waren die Erwartungen an den FC Everton zu dieser Zeit außergewöhnlich hoch, zumal sich der Lokalrivale FC Liverpool mittlerweile zu einer der führenden Mannschaften Europas entwickelt hatte. Nachdem der FC Everton dann erneut sportliche Rückschläge erleiden musste und in den beiden Spielzeiten 1979/80 und 1980/81 jeweils nur knapp den Abstieg in die Second Division vermied, trat Lee von seinem Amt zurück.

Mit Howard Kendall verpflichtete der FC Everton zur Saison 1981/82 einen der drei Mittelfeldspieler aus der letzten „goldenen Ära“ des Vereins, der zudem bei seiner ersten Trainerstation den Zweitligisten Blackburn Rovers fast von der dritten Liga per Durchmarsch in die Erstklassigkeit geführt hätte. Umso größer war die Enttäuschung, dass bis Ende 1983 eine nennenswerte Verbesserung zunächst ausblieb. Kendall besaß jedoch in der Klubführung trotz des historisch schlechtesten Zuschauerzuspruchs als „verdienter Spieler“ über genug Kredit und eine auf den ersten Blick unbedeutende Fünftrundenpartie im Ligapokal gegen Oxford United brachte die Wende. Gegen den Drittligisten drohte bei einem zwischenzeitlichen 0:1-Rückstand eine Blamage, bis ein in der Entstehung glücklicher Ausgleichstreffer eine Initialzündung auslöste. Das Wiederholungsspiel endete mit einem deutlichen 4:1 für den FC Everton, der in den folgenden zwei Monaten keine weitere Partie mehr verlor. Das Ligapokalfinale war ein reines Liverpool-Endspiel und erneut zogen die „Blues“ unglücklich den Kürzeren, als Alan Hansen von den „Reds“ beim 0:0 im Wembley-Stadion den Ball deutlich sichtbar auf der eigenen Torlinie mit der Hand abwehrte und der fällige Elfmeterpfiff ausblieb. Im Wiederholungsspiel gewann der FC Liverpool an der Maine Road mit 1:0. Dessen ungeachtet war nun der Weg frei für die neu von Kendall aufgebaute Mannschaft. Durch Tore der beiden schottischen Stürmer Graeme Sharp und Andy Gray gewann der FC Everton 1984 statt des Ligapokals mit einem 2:0-Finalsieg gegen den FC Watford den FA Cup.

Die Saison 1984/85 entwickelte sich zum Triumphzug. Das neue Mittelfeld mit den späteren Nationalspielern Paul Bracewell und Peter Reid im Zentrum sowie Trevor Steven auf der rechten und dem Iren Kevin Sheedy auf der linken Seite war das Herzstück des neuen Erfolgs, wobei Reid als „Chef“ am Ende der Spielzeit von der Spielergewerkschaft PFA sogar zu Englands Fußballer des Jahres gewählt wurde. Die Defensive hatte einen großen walisischen Einfluss, denn vor dem neuen Rekordtorhüter Neville Southall, den die Journalisten 1985 als englischen Fußballer des Jahres vorne sahen, spielte in der Innenverteidigung der Kapitän Kevin Ratcliffe und auf der linken Abwehrseite der in Belgien geborene Pat Van Den Hauwe, der von Birmingham City gekommen war (ergänzt wurde die Defensivreihe durch Derek Mountfield und Rechtsverteidiger Gary Stevens). Die Saisoneröffnung glückte durch einen 1:0-Sieg gegen den FC Liverpool in der Charity Shield (das entscheidende Tor besorgte Bruce Grobbelaar mit einem Eigentor der Reds selbst). Der Ligastart verlief zunächst schleppend, bis dann die Mannschaft vor allem ab dem Jahreswechsel bis Mai 1985 in 18 Spielen ungeschlagen blieb und 16 davon gewann. Moralisch entscheidend für den Gewinn der achten englischen Meisterschaft war der 2:1-Sieg bei dem zwischenzeitlich ernsthaftesten Konkurrenten Tottenham Hotspur und damit die Beseitigung des letzten „Stolpersteins“. Der bis dato größte europäische Erfolg gelang dem FC Everton ebenfalls 1985 im Europapokal der Pokalsieger. Die „Toffees“ besiegten dabei zunächst University College Dublin, Inter Bratislava und Fortuna Sittard, bevor sie im Halbfinale dem FC Bayern München gegenüberstanden. Nach einem 0:0 in München siegte der FC Everton mit 3:1 in einem Spiel, das später zur besten Partie in der Geschichte des Goodison Parks gewählt wurde. Dabei hatte der deutsche Pokalsieger zur Halbzeit nach einem Treffer von Dieter Hoeneß noch mit 1:0 geführt, bis dann Graeme Sharp und Andy Gray die Partie drehten und Trevor Steven die Partie entschied. Mit dem selben Ergebnis gewann der Klub auch das Finale gegen den österreichischen Verein Rapid Wien, wobei die „Blues“ die Begegnung nahezu über die gesamte Spielzeit hinweg dominierten. Nach dem Führungstor von Andy Gray und dem 2:0 von Trevor Steven nach einem Eckball sorgte Hans Krankl aus abseitsverdächtiger Position für den Anschlusstreffer, bevor Kevin Sheedy umgehend den 3:1-Endstand besorgte. Ein „Triple“ verpasste der FC Everton nur knapp, da im FA-Cup-Endspiel ein Tor in der Verlängerung von Norman Whiteside dafür sorgte, dass die mögliche dritte Trophäe an Manchester United ging.

Wie bereits vor dem Zweiten Weltkrieg, sollte aber auch dieser Generation aufgrund äußerer Umstände Grenzen gesetzt werden. Die Sperre für englische Fußballvereine nach der Katastrophe von Heysel war dafür verantwortlich, dass der FC Everton trotz mehrfacher sportlicher Qualifikation um keine weiteren europäischen Titel mehr spielen konnte, vor allem auch nicht im Europapokal der Landesmeister nach den Meistertiteln 1985 und später 1987. Dazu kam, dass es Spieler wie Gary Lineker, der in seiner einzigen Saison 1985/86 für den FC Everton mit 40 Toren auf sich aufmerksam gemacht und eine gute WM 1986 in Mexiko gespielt hatte, nicht in der englischen Liga zu halten waren (Lineker wechselte 1986 für die mehr als dreifache Ablösesumme zum FC Barcelona). In den einheimischen Wettbewerben blieb der FC Everton eine feste Größe im Kampf um die Spitzenplätze. Dabei sah es in der Spielzeit 1985/86 lange danach aus, als könnte der FC Everton – auch dank der Leistung von Gary Lineker und vor allem nach einem 2:0-Prestigeerfolg in Anfield im Februar 1986 – die englische Meisterschaft erstmals verteidigen, aber durch eine ausdauernd gute Serie der „Reds“ und eine eigene enttäuschende Auswärtsniederlage bei Oxford United Ende April gerieten die Blues entscheidend ins Hintertreffen. Bereits zum dritten Mal in Folge erreichte der FC Everton 1986 das FA-Cup-Endspiel und stand dort nach einem 2:1-Halbfinalsieg im Villa Park gegen Sheffield Wednesday (hier ohne Gary Lineker) in Wembley erneut dem Liverpooler Stadtrivalen gegenüber. Nach einem 1:0-Zwischenstand in einer ersten Halbzeit, die der FC Everton dominierte, drehte der FC Liverpool ab der 60. Minute die Partie und gewann durch zwei Tore von Ian Rush und einem weiteren Treffer von Craig Johnston letztlich mit 3:1. Besonders ärgerlich war hier für den FC Everton erneut, dass der Mannschaft vor dem Lineker-Treffer ein Elfmeterpfiff nach einem Foulspiel von Steve Nicol von dem selben Schiedsrichter Alan Robinson vorenthalten wurde, wie zwei Jahre zuvor im Ligapokalfinale.

Die Saison 1986/87 machte zunächst nicht den Eindruck, dass der FC Everton in den Meisterschaftskampf einzugreifen in der Lage war. Ein adäquater Ersatz für Lineker wurde nicht gefunden; vielmehr investierte Kendall in Defensiv- und Mittelfeldspieler (darunter kam für die üppige Summe von einer Million Pfund der Nationalmannschaftsverteidiger Dave Watson, zudem der bereits 33-jährige Linksverteidiger Paul Power und für 840.000 Pfund der Mittelfeldspieler Ian Snodin). Da neben Graeme Sharpe und Adrian Heath, der in der Saison stets auf rund zehn Ligatore kam, nur noch das 18-jährige Talent Warren Aspinall und Paul Wilkinson, dessen Durchbruch aber auf sich warten ließ, im Angriff zur Verfügung standen, war die Erwartungshaltung insgesamt geringer. Trotz zusätzlicher Verletzungsprobleme starten die „Toffees“ aber gut in die Saison und vor allem der erfahrene Power gab der Mannschaft Stabilität. Nach der Jahreswende kehrten die verletzten Spieler sukzessive zurück und im Angriff rüstete der Verein mit dem Kauf von Wayne Clarke nach. Dieser schoss bei dem wichtigen 1:0-Sieg beim FC Arsenal den entscheidenden Siegtreffer. Zusätzlich leistete sich der FC Liverpool nach zwischenzeitlich klarer Tabellenführung mehrere überraschende Niederlagen in der Schlussphase der Saison und der FC Everton gewann mit einem 1:0-Auswärtssieg bei Norwich City am drittletzten Spieltag vorzeitig seine neunte englische Meisterschaft. Besonders beachtenswert war hier, dass sich die Verantwortung für die Torerfolge nun auf mehrere Schultern verteilte und die Flügelspieler Steven und Sheedy gemeinsam 27 Ligatreffer erzielten. Kendall folgte dann im Juni 1987 dem Ruf aus Spanien, um dort den baskischen Athletic Bilbao zu trainieren, wobei die Aussicht auf die Teilnahme an einem europäischen Vereinswettbewerb, der englischen Vereinen weiterhin verwehrt wurde, als entscheidend für den Erfolgstrainer galt.

Kendall übergab die Geschäfte an Colin Harvey, der es als dessen ehemaliger Weggefährte zu Spielerzeiten mittlerweile zum Kotrainer gebracht hatte. Unter der neuen Führung belegte die Mannschaft in der Saison 1987/88 den vierten Rang, womit ein leichter Negativtrend eingeläutet wurde. Das Team war noch nahezu dasselbe wie unter Kendall, aber eine gewisse Sättigung bei den Erfolgsspielern war festzustellen. Harvey reagierte mit einer „Frischzellenkur“ und investierte hohe Ablösesummen in neue Spieler. Zur Saison 1988/89 kam neben dem Verteidiger Neil McDonald und den Mittelfeldspielern Pat Nevin und Stuart McCall für 2,2 Millionen der kleingewachsene Tony Cottee von West Ham United. Die Ablösesumme für den 23-jährigen Nationalspieler bedeutete einen neuen britischen Rekord. Dennoch verlief die Spielzeit in der Liga durchwachsen, wobei der Klub noch vor Jahreswechsel mit Adrian Heath und vor allem im Februar 1989 mit Peter Reid Integrationsfiguren der vorherigen Erfolgsmannschaft verlor. Im FA Cup erreichte der FC Everton hingegen bereits sein viertes Endspiel in den 80er-Jahren und stand erneut dem Lokalrivalen FC Liverpool gegenüber, der zuvor im Halbfinale die Hillsborough-Katastrophe erlebt hatte. In dem Endspiel gelang Stuart McCall mit dem letzten Angriff in der regulären Spielzeit der Ausgleich zum 1:1, nachdem John Aldridge bereits in der vierten Minute den ersten Treffer für die „Reds“ erzielt hatte. In der Verlängerung brachte Rush, der erst in der 74. Minute für Aldridge eingewechselt worden war, den FC Liverpool erneut in Führung und sorgte nach dem erneuten Ausgleich von McCall noch vor Ablauf der ersten 15 Verlängerungsminuten auch für die Entscheidung zum 3:2-Endstand. Mit dem Weggang von Paul Bracewell, Trevor Steven und Pat Van den Hauwe zu Beginn der Saison 1989/90 verlor der FC Everton nahezu vollständig das Gesicht der erfolgreichen 1980er-Jahre. Der Großteil der neuen Spieler, darunter der von Manchester United „abgeschobene“ Norman Whiteside und der schwedische Nationalspieler Stefan Rehn, erfüllte in der Folgezeit die Erwartungen nicht. Whiteside konnte nicht wie geplant die Lücke füllen, die Reid hinterlassen hatte, und Rehn ging nach nur vier Spielen wieder zurück in seine Heimat zum IFK Göteborg. Nur die Neuzugänge Mike Newell als Stürmer und ab November 1989 der Flügelspieler Peter Beagrie fügten sich optimal in die Mannschaft ein, aber ein guter Saisonstart endete mit 20 Punkten Rückstand auf den neuen Meister FC Liverpool nur auf dem sechsten Rang.

Harveys Plan, mit dem Kauf von Mike Milligan einen neuen zentralen Spieler im Mittelfeld des FC Everton zu installieren, misslang und die Mannschaft geriet früh in der Saison 1990/91 in Abstiegsnöte. Im Oktober 1990 nahm die Vereinsführung schließlich eine Niederlage im Ligapokal gegen Sheffield United zum Anlass, Trainer Colin Harvey zu entlassen. Nach einem kurzen Gastspiel unter Interimstrainer Jimmy Gabriel heuerte Harvey aber umgehend wieder beim FC Everton an, um ein weiteres Mal das Kotraineramt neben dem ebenfalls zurückgekehrten Howard Kendall auszuüben. Die Erwartungen in der eigenen Anhängerschaft waren hoch, obwohl auch kritische Stimmen die Rückkehr des Erfolgstrainers begleiteten. Die Mannschaft distanzierte sich zwar in der Folge von den Abstiegsrängen, aber die Kehrtwende in die oberen Tabellenregionen blieb aus. Einem neunten Abschlusstabellenplatz folgte Rang 12 in der Spielzeit 1991/92. Dabei hatte Kendall die Mannschaft fundamental umgebaut. Mit Graeme Sharp und Stuart McCall waren langjährige Leistungsträger abgewandert und zur Saisonmitte folgten ihnen Neil McDonald, Mike Newell, Kevin Sheedy und Kevin Ratcliffe. Stattdessen kamen Peter Beardsley, Matthew Jackson, Mo Johnston und Gary Ablett. Als 1992 die Premier League als neue höchste englische Spielklasse entstand, war der FC Everton sportlich nicht mehr zu den Spitzenvereinen zu zählen. Dennoch galt der Klub als einer der „großen Fünf“ und spielte eine wichtige Rolle bei der Etablierung der neuen Liga. Die Freude auf die neue Liga wurde jedoch von der Vermeldung großer finanzieller Schwierigkeiten beim FC Everton getrübt. Die Zuschauerzahlen gingen deutlich zurück und das Mäzenatentum von John Moores, der schließlich im Herbst 1993 verstarb, kam zu einem Ende. Mit der Bürde eines 2-Millionen-Pfund-Verlusts aus der vorhergehenden Spielzeit verzichtete der FC Everton auf „große Transfers“ und verpflichtete mit Barry Horne, Paul Rideout und Paul Holmes Akteure „aus der zweiten Reihe“. Der Verkauf von Martin Keown an den FC Arsenal im Februar 1993 für zwei Millionen Pfund stand ebenfalls unter dem Druck, die finanziellen Löcher zu schließen. Die erste Premier-League-Saison endete dadurch nahezu folgerichtig nur auf dem 13. Tabellenplatz, wobei etwas überraschend deutlich kleinere Klubs wie Norwich City und der FC Wimbledon den FC Everton jeweils hinter sich ließen.

Ein weiteres Signal zu einer „neuen Bescheidenheit“ im finanziell klammen Verein demonstrierte der Verkauf von Peter Beardsley im Sommer 1993 für 1,5 Millionen Pfund zu Newcastle United, dem lediglich der Kauf von Graham Stuart für 850.000 Pfund entgegen stand. Zur Mitte der Spielzeit 1993/94 beendete Kendall seine Tätigkeit für den Verein ein weiteres Mal, wobei als maßgeblich neben einer 1:5-Heimniederlage gegen Norwich City galt, dass die Vereinsführung ihre Zustimmung zu dem von Kendall geplanten 1,5-Millionen-Pfund-Transfer von Dion Dublin verweigerte. Nach einer Übergangsphase unter Jimmy Gabriel und sechs Niederlagen in sieben sieglosen Spielen wurde Mike Walker, der zuvor mit Norwich City Achtungserfolge hatte feiern können, neuer Trainer der „Toffees“. Um sich möglichst schnell von den Abstiegsrängen zu entfernen, die die Mannschaft wieder einmal erreicht hatte, investierte Walker in drei neue (und „billige“) Spieler. Weitaus dramatischer sollte jedoch der Verkauf von Peter Beagrie an Manchester City sein, da der Leistungsträger von Anders Limpar, der umgehend als Ersatz vom FC Arsenal verpflichtet wurde, nicht adäquat ersetzt werden konnte. Bis zum letzten Spieltag musste der FC Everton um den Klassenerhalt zittern. In der letzten Partie gegen den FC Wimbledon standen die Vorzeichen dann auch schlecht, da der FC Everton zum Ende der ersten Halbzeit bereits mit 0:2 zurücklag. Nach einer Aufholjagd, die in einen 3:2-Sieg mündete, wurde der Abstieg aber schließlich noch knapp verhindert. Die lange vakante Frage in der Vereinsführung kam im Juni 1994 zu einer Entscheidung, als sich der aus dem nahe gelegenen Tranmere stammende Peter Johnson die Aktienmehrheit sicherte und mit der Gruppe um Schauspieler Bill Kenwright den neuen Vorstand bildete.

Die anschließende Saison 1994/95 begann mit weiteren sportlichen Rückschlägen, die die Entlassung Walkers – er hatte nicht einmal ein gesamtes Jahr im Traineramt verbracht – zur Folge hatten. Mit Joe Royle verpflichtete die neue Vereinsführung des FC Everton einen langjährig erfolgreich bei Oldham Athletic tätigen Trainer, der zudem in den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren Spieler der Blues gewesen war. Trotz einer Siegesserie von drei Spielen zu Beginn seiner Amtszeit, verstärkte Royle primär die Abwehr und wandte sich damit erstmals gegen das traditionelle Offensivspielprädikat der „School of Science“. Defensivakteure wie David Unsworth drückten der Mannschaft nun ihren Stempel auf und auch Duncan Ferguson, der zum Jahresende 1994 für die hohe Ablösesumme von 4,4 Millionen Pfund von den Glasgow Rangers zum FC Everton kam, passte als Stürmer in die neue Mannschaft, die sich primär kampfstark zeigte und sich kurzzeitig von den untersten Tabellenplätzen – wenn auch nie vollständig aus der Abstiegszone – entfernte. Dazu durchlief das Team nach Startschwierigkeiten Runde für Runde im FA Cup und stand im Halbfinale dem Favoriten Tottenham Hotspur an der Elland Road in Leeds gegenüber. Nach Toren von Ian Walker, dem Sohn von Royles Amtsvorgänger, und Graham Stuart sowie dem Anschlusstreffer per Elfmeter für die Spurs, entschied Daniel Amokachi das zu kippen drohende Spiel nach dessen Einwechslung mit seinen beiden Treffern zum 4:1-Endstand. Kurz vor dem Finale gegen Manchester United gelang dem FC Everton am letzten Spieltag der Saison mit einem Auswärtssieg gegen das bereits als Absteiger feststehende Ipswich Town der Klassenerhalt. Wie im Halbfinale war auch im Endspiel der Gegner des FC Everton deutlicher Favorit, zumal Manchester United die Meisterschaft zuvor knapp verpasst hatte und den Pokalsieg als Wiedergutmachung ausgerufen hatte. In einer kampfbetonten Partie ging der FC Everton in der ersten Hälfte nach einem schnellen Gegenangriff mit 1:0 durch Paul Rideout in Führung und gab diese auch trotz zahlreicher von Manchester United vorgetragenen Angriffe nicht mehr ab. Damit gewann der FC Everton überraschend – und gegen den sportlichen Trend – seine fünfte FA-Cup-Trophäe.

Der Erfolg ließ neuen Optimismus beim FC Everton keimen, zumal die neue Führungsriege um Peter Johnson eine Reihe von Modernisierungen, darunter ein neues Merchandising-Konzept, umsetzte. Die mit dem FA-Cup-Sieg verbundene Qualifikation für den Europapokal der Pokalsieger bedeutete zudem die erste Teilnahme des Klubs an einem europäischen Wettbewerb in der „Nach-Heysel-Ära“. Mit Andrei Kantschelskis kam im Sommer 1995 ein angesehener rechter Flügelspieler von Manchester United, dessen Verpflichtung sich jedoch über einen längeren Zeitraum zog und die Frist zur Erlangung der Spielberechtigung für den europäischen Pokalsiegerwettbewerb nicht eingehalten wurde. Trotz der Querelen reifte Kantschelskis auf Anhieb zum neuen Führungsspieler, erzielte innerhalb seiner neuen Mannschaft die meisten Saisontore und obwohl weitere nennenswerte Neuverpflichtungen neben dem Ukrainer ausblieben, setzte sich der FC Everton in der Spielzeit 1995/96 deutlich von den Abstiegsrängen ab und belegte am Ende den sechsten Rang. Dem standen schwache Leistungen in den Pokalwettbewerben gegenüber, wobei vor allem die lang ersehnte Rückkehr auf die europäische Bühne bereits im Achtelfinale gegen Feyenoord Rotterdam vorzeitig endete. Dem kurzfristigen Ligahöhenflug der Mannschaft folgte bereits in der Saison 1996/97 Ernüchterung. Sowohl Verletzungsprobleme als auch der Verkauf von Andrei Kantschelskis an den AC Florenz führten dazu, dass der FC Everton nach einem erfolgversprechenden Start am Ende bis auf den 15. Tabellenplatz durchgereicht wurde. Royle hatte bereits im März 1997 den Verein verlassen und die Leitung an den Mannschaftskapitän Dave Watson auf Interimsbasis übertragen. Ein weiterer Grund für diesen erneuten sportlichen Rückschlag war, dass Royle zu Saisonbeginn seine wenigen Kreativspieler wie Vinny Samways und Anders Limpar verkauft hatte, wobei zuvor bereits Daniel Amokachi – der jedoch auch monatelang für Länderspiele der nigerianischen Nationalmannschaft ausfiel – nach Erfüllung seines Zweijahresvertrages den Verein verlassen hatte. In fußballerischer Hinsicht war die „Ära Royle“ ein Rückschritt. Nach Abschluss der Saison 1996/97 hatte sich der FC Everton bereits zum vierten Mal in den vergangenen fünf Jahren nur knapp dem Abstieg entzogen und Royles taktische Vorgaben, primär kämpferisch zu agieren und in der Offensive hohe und weite Bälle auf Stürmer wie Duncan Ferguson schlagen zu lassen, galten in einer zunehmend anspruchsvoller werdenden Premier League der 1990er-Jahre als antiquiert.

Die Suche nach einem neuen Trainer gestaltete sich schwierig. Schon lange galt der FC Everton nicht mehr als „erste Adresse“ für ambitionierte Trainer und so kam statt der Wunschoption Bobby Robson oder den in der britischen Presse gehandelten Johan Cruyff, Gérard Houllier und Louis van Gaal im Sommer 1997 der treue Howard Kendall ein drittes Mal als Trainer zum FC Everton. Zuvor hatte der Verein noch mit Andy Gray – einem ehemaligen Meisterspieler der 1980er-Jahre und nun Experte beim Fernsehsender Sky Sports – verhandelt. Die Vertragsgespräche gestalteten sich jedoch zäh und endeten in einer „Schlammschlacht“, die wiederum das Ansehen des FC Everton beschädigte. Waren die „Blues“ zuvor bereits unter Joe Royle der rasanten Entwicklung der Premier League nicht mit einem angemessenen und modernen Fußball begegnet, so änderte sich dies auch unter dem „alten Haudegen“ Howard Kendall ebenso wenig. Die sich erneut zuspitzende finanzielle Situation ließ nennenswerte Verstärkungen in der Mannschaft nicht zu. Der FC Everton belegte so fast folgerichtig von Beginn der Saison 1997/98 an einen Abstiegsplatz und hatte zwischenzeitlich bereits einen deutlichen Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze. Eine überraschende Kehrtwende um die Jahreswende, als der Klub in zwei Monaten nur eine von neun Partien verlor, brachte letztlich wichtige Punkte, denen es zu verdanken war, dass der FC Everton trotz einer weiteren Negativserie mit nur zwei Siegen zwischen Februar und Mai 1998 noch konkurrenzfähig blieb. Am letzten Spieltag lag die Mannschaft auf einem Abstiegsplatz und das 1:1 gegen Coventry City reichte knapp für den Erstligaverbleib, da der punktgleiche Konkurrent Bolton Wanderers über eine schlechtere Tordifferenz verfügte. Entscheidend war dabei aber die gleichzeitige 1:2-Niederlage der Wanderers beim FC Chelsea, der wiederum vier Tage vor seinem Endspiel im Europapokal der Pokalsieger stand und den entscheidenden Treffer durch Jody Morris erst in der zweiten Halbzeit erzielte. Kurze Zeit später trat Kendall erneut – ein letztes Mal – von seinem Traineramt zurück. Dabei galt wiederum als entscheidend, dass die Vereinsführung um Peter Johnson ab der Jahreswende sämtliche finanziellen Mittel zur Kaderverstärkung angeblich zurückgehalten hatte, damit diese einem neuen Trainer (und demnach einem anvisierten Nachfolger von „Notnagel Kendall“) zur Verfügung gestellt werden konnten.

Nur fünf Tage später verpflichtete der FC Everton mit Walter Smith den langjährigen schottischen Serienmeistertrainer von den Glasgow Rangers. Im Gegensatz zum Vorjahr wurde die Personalie in der Anhängerschaft als Erfolg gefeiert, verbunden mit der Hoffnung auf sichtbare sportliche Fortschritte. Für insgesamt 20 Millionen Pfund investierte der Verein in neue Spieler, wozu die beiden Mittelfeldspieler John Collins und Olivier Dacourt von den französischen Vereinen AS Monaco und Racing Straßburg für sieben Millionen Pfund zählten. Gleich 3,3 Millionen Pfund kostete der Torhüter Steve Simonsen; dazu kamen der Abwehrspieler und spätere italienische Nationalspieler Marco Materazzi und der ivorische Stürmer Ibrahima Bakayoko. Der erwartete Erfolg blieb jedoch aus und so fand sich der FC Everton auch in der Saison 1998/99 auf den unteren Tabellenrängen wieder. Dazu kam der überraschende Verkauf von Duncan Ferguson im November 1997 für acht Millionen Pfund an Newcastle United, der offenbarte, dass sich der Verein bei den vorherigen Transferaktionen finanziell übernommen hatte und nun dringend Geld benötigte, um seinen kurzfristigen Bankverbindlichkeiten nachzukommen. Peter Johnson geriet dadurch gleichsam bei der eigenen Anhängerschaft und Trainer Smith derart unter Druck, dass er dem Verein den Rücken kehrte. Bis Januar 2000 erwarb Bill Kenwright die Aktienmehrheit an dem Verein und besetzte zunächst den stellvertretenden Vorsitz, bevor er 2004 endgültig im Vorstand die Chefposition an sich nahm. Nach dem 1:4-Viertelfinalaus im FA Cup gegen Newcastle United sorgten vier Niederlagen in Serie dafür, dass sich der Verein in der Premier League wieder akut in Abstiegsgefahr befand. Eine wichtige Personalie, die letztlich für den Klassenerhalt auf dem 14. Tabellenrang mitverantwortlich war, war die Ausleihe von Kevin Campbell im März 1999. Zum Saisonende schoss der Neuzugang neun Tore in fünf Partien und stürmte an der Seite des erst 18 Jahre alten Francis Jeffers.

Nach nur einem Jahr verließen Dacourt, Bakayoko und Materazzi den Verein für hohe Ablösesummen wieder und neben der dauerhaften Verpflichtung von Kevin Campbell waren die Neueinkäufe nun deutlich bescheidener. Dennoch gelangte die Mannschaft in einer Frühphase der Saison 1999/2000 bis auf den sechsten Platz, bevor dann Verletzungsprobleme von Jeffers und Campbell den Klub wieder in die bekannten unteren Regionen abgleiten ließen und am Ende nur der 13. Platz zu Buche stand. Der Optimismus blieb jedoch für die Spielzeit 2000/01 erhalten, der sich vor allem auf ein gesundes Stürmerpaar Campbell-Jeffers stützte. Da der erneute Ausfall von Campbell zu Saisonbeginn diese Vorstellung wieder trübte, entschloss sich Smith dazu, Duncan Ferguson zurückzuholen. Diese Entscheidung war angesichts der ebenfalls langen Verletzungspausen des ehemals verdienten Everton-Spielers höchst umstritten und weil auch der sportliche Erfolg wieder ausblieb, stellte sich erstmals in der „Smith-Ära“ wieder die Trainerfrage. Dazu kamen die Wechsel der beiden Talente Francis Jeffers und Linksverteidiger Michael Ball zum FC Arsenal und den Glasgow Rangers, die Smith nach dem 16. Abschlusstabellenplatz eher notdürftig mit Alan Stubbs und Tomasz Radziński neu besetze. Da weitere Verstärkungen erneut ausblieben, reihte sich der FC Everton nach einem guten Start in die Spielzeit 2001/02 ab Dezember 2001 nach einer Niederlagenserie wieder in die Nähe der Abstiegsplätze ein. Im Anschluss an eine 0:3-Niederlage im FA-Cup-Viertelfinale beim FC Middlesbrough und einem weiteren 0:3 bei West Ham United, entließ Bill Kenwight am 12. März 2002 Walter Smith.

Auf Empfehlung von Smith, der seinem ehemaligen Chef Bill Kenwright weiterhin freundschaftlich verbunden blieb, reagierte der Vereinsvorstand nur kurze Zeit später mit der Verpflichtung des jungen David Moyes, der zuvor bei Preston North End vielversprechend gearbeitet hatte. Mit dem Schotten gelang zunächst der Klassenerhalt und in der Saison 2002/03 steigerte sich die Mannschaft bis auf einen siebten Abschlusstabellenplatz, wobei die Qualifikation zum UEFA-Pokal nur knapp verpasst wurde. Ein Schlüsselfaktor für den überraschenden Aufschwung war der junge Spieler Wayne Rooney. In einem seiner ersten Spiele für die Mannschaft im Oktober 2002 machte er nachhaltig auf sich aufmerksam, als er in den letzten Minuten ein Siegtor gegen den FC Arsenal erzielte und damit die erste Niederlage in einem Ligaspiel für Arsenal seit beinahe einem Jahr herbeiführte. Aber auch Rooney konnte in der Saison 2003/04 den nächsten sportlichen Rückschlag nicht verhindern, als der Klub mit der niedrigsten Punkteausbeute in seiner Vereinsgeschichte auf dem 17. Platz den Abstieg wieder einmal nur knapp abwendete. Als Rooney dann im August 2004 für 23 Millionen Pfund an Manchester United verkauft wurde – die Summe hat sich mittlerweile aufgrund der sportlichen Erfolge in Manchester möglicherweise auf bis zu 30 Millionen erhöht – mehrten sich die Befürchtungen, dass die 50-jährige Zugehörigkeit zum Erstligafußball ohne Unterbrechung ein baldiges Ende finden könnte. . Überraschend trat jedoch das Gegenteil ein, da sich die Mannschaft auch ohne Rooney sehr kompakt präsentierte und mit der 4-5-1-Taktik von Moyes um den dänischen Mittelfeldspieler Thomas Gravesen eingespielt war. Obwohl Gravesen zur Mitte der Saison an Real Madrid verkauft wurde, gelang dem FC Everton mit dem vierten Abschlusstabellenplatz die höchste Platzierung seit fast 20 Jahren, rangierte dabei vor dem Lokalrivalen FC Liverpool und erreichte damit die Qualifikationsspiele für die Champions League. Wichtige Achtungserfolge gelangen zudem gegen den FC Liverpool und Manchester United, wobei diese Gegner jeweils nach einer längeren Phase wieder einmal besiegt werden konnten (im Falle von Manchester United war der letzte Sieg Evertons beim Pokalfinale aus dem Jahr 1995 datiert).

Zu Beginn der Saison 2005/06 verpasste der FC Everton den Einzug in die Hauptrunde der Champions League. In der dritten Qualifikationsrunde hatte der Verein dabei dem spanischen Klub FC Villarreal gegenübergestanden und zunächst das Heimspiel mit 1:2 verloren. Beim zwischenzeitlichen Stand von 1:1 beim Rückspiel in Castelló erzielten die Toffees einen mutmaßlich regelkonformen Treffer, dem der italienische Schiedsrichter Pierluigi Collina jedoch seine Anerkennung verweigerte. Letztlich ging auch das Rückspiel mit 1:2 verloren. Stattdessen agierte der Klub im UEFA-Pokal, schied dort jedoch chancenlos mit 1:5 und 1:0 gegen Dinamo Bukarest aus. Da auch die Neuzugänge wie Per Krøldrup keine Verstärkungen darstellten und ein geeigneter Sturmpartner an der Seite von James Beattie nicht zu finden war, rutschte die Mannschaft trotz der anfänglichen Euphorie in der Meisterschaft zunehmend wieder in den unteren Tabellenteil. Die Meisterschaftsrunde verlief erneut unbeständig. Einem 1:1 gegen den noch punktverlustfreien FC Chelsea im Oktober 2005 folgten drei 0:4-Niederlagen gegen Abstiegskandidaten und nach einer weiteren Siegesserie von fünf Spielen reichte es letztlich „jenseits von gut und böse“ für den elften Platz. Wie in der Vorsaison startete die Mannschaft in die folgende Spielzeit 2006/07 gut. Vor allem der 2:0-Auswärtssieg bei den Tottenham Hotspurs – dem ersten Sieg an der White Hart Lane seit 20 Jahren – und der 3:0-Erfolg gegen den Konkurrenten FC Liverpool sorgten für große Erwartungen innerhalb des eigenen Anhangs. Speziell Andy Johnson, der von Crystal Palace gekommen war, erwies sich mit seinen sechs Toren in den ersten sieben Spielen als große Verstärkung. Trotz einer kurzen Schwächephase, in der sechs Niederlagen in neun Spielen hingenommen werden mussten, war diese Spielzeit von größerer Konstanz als die Vorsaison gekennzeichnet. Nach nur zwei Niederlagen in den letzten elf Ligapartien endete die Spielzeit auf dem sechsten Platz, was die UEFA-Pokal-Qualifikation nach sich zog. Neben Johnson hatten dabei vor allem der Abwehrspieler Joleon Lescott und der Torhüter Tim Howard großen Anteil an diesem Erfolg.

Mit gesteigerten Ambitionen, die sich vor allem im Kauf von Yakubu Aiyegbeni für die Vereinsrekordablösesumme in Höhe von 11,25 Millionen Pfund ausdrückten, starte der FC Everton gut in die Saison 2007/08. Der Verein belegte bis zur Jahreswende in der Liga den fünften Tabellenplatz und überstand im UEFA-Pokal die Gruppenphase (mit zwischenzeitlich elf Siegen und zwei Remis in 13 Partien). Es folgte eine Halbfinalniederlage im Ligapokal gegen den FC Chelsea, aber obwohl die „Toffees“ den Verlust einiger Schlüsselspieler, die bei der Afrikameisterschaft antraten, zu bewältigen hatten, belegten sie zeitweise sogar mit Rang 4 einen Champions-League-Qualifikationsrang. Im Kampf um diesen Platz geriet die Mannschaft dann aber vor allem durch eine 0:1-Niederlage im Derby gegen den FC Liverpool ins Hintertreffen. Zuvor hatte der nun wieder mit Verletzungsproblemen und einer Formschwäche zu kämpfende Klub das enttäuschende UEFA-Pokal-Aus nach Elfmeterschießen gegen den AC Florenz zu bewältigen. Am Ende belegte der FC Everton den fünften Rang, der zur erneuten Teilnahme am UEFA-Pokal berechtigte.

Der FC Everton hatte ursprünglich seine sportliche Heimat im südöstlichen Teil des Stanley Parks, wo aktuell das neue Stadion des FC Liverpool errichtet wird. Im Jahre 1879 fand dort das erste offizielle Spiel statt und drei Jahre später stiftete ein Mann mit den Namen J. Cruitt dem Klub etwas Land an der Priory Road. Dort fand der Klub sein neues Zuhause, bevor er 1884 nach Anfield umzog. Bis 1892 absolvierte der FC Everton hier seine Heimspiele. Im Jahre 1892 spaltete ein Streit zwischen zwei Lagern den Verein und es wurde eine rivalisierende Mannschaft gegründet. Der neue Verein, der sich „Liverpool Football Club“ nannte, blieb in Anfield und Everton wechselte in den Goodison Park, der bis zum heutigen Tage die Heimspielstätte ist.

Im Goodison Park wurde bis heute mehr Erstligafußball gespielt, als in jedem anderen Stadion des Vereinigten Königreichs. Er war zudem das einzige Vereinsstadion, in dem bei der WM 1966 ein Halbfinalspiel ausgetragen wurde und die erste englische Spielstätte, die über eine Rasenheizung und Doppeldecker-Tribünen zu allen Spielfeldseiten hin verfügte – danach besaß das Stadion auch die erste „Drei-Ränge-Tribüne“. Goodison war zudem das weltweit erste Stadion mit einer Kirche, wobei sich diese Stätte für den Evangelisten Lukas in der Ecke zwischen der Haupttribüne und dem Gwladys Street End befindet. Die Spieler laufen vor einer Begegnung im Goodison Park zu der Titelmelodie der britischen Fernsehserie „Z-Cars“ ins Stadion ein. Die Melodie „Johnny Todd“ ist dabei ein traditionelles Kinderlied aus Liverpool, das 1890 von Frank Kidson geschrieben wurde und in dem die Geschichte eines Seemanns erzählt wird, der während einer Seereise von seiner Geliebten betrogen wird.

Seit 1996 wurden vermehrt Stimmen im Vereinsumfeld laut, die einen Umzug in ein „neues Goodison“ befürworteten. Im Rahmen von Umbaumaßnahmen im Hafengebiet King's Dock wurde dazu im Jahr 2000 ein Vorschlag erarbeitet, dort ein 55.000 Zuschauer umfassendes reines Sitzplatzstadion zu errichten (anfänglich war eine Kapazität von 60.000 anvisiert worden). Da es dem FC Everton aber nicht gelang, den dafür notwendigen Beitrag in Höhe von 30 Millionen Pfund zu generieren, um das Stadionprojekt zur Hälfte zu finanzieren, wurden 2003 die Pläne endgültig fallen gelassen. Im Jahr 2004 verhandelte die Vereinsführung des FC Everton auf Anraten der örtlichen Kommunalbehörden mit dem FC Liverpool, mit dem Ziel einer Beteiligung an dem neuen Stadionbauprojekt im Stanley Park. Die Gespräche scheiterten jedoch letztlich an der Eigentümerfrage. Während der FC Everton eine paritätische Aufteilung anstrebte, bestand der FC Liverpool auf seine alleinige Eigentümerschaft. Am 11. Januar 2005 ließ der FC Liverpool offiziell wissen, dass eine Aufteilung des Stadions für ihn keine Option darstelle und dass man die Pläne für ein eigenes Stadion fortsetzen werde. Am 16. Juni 2006 verkündete der FC Everton, dass man in Verhandlungen mit dem Verwaltungsbezirk Knowsley und der Tesco-Gesellschaft stehe, um die Möglichkeiten für den Bau eines neuen 55.000 Zuschauer umfassenden reinen Sitzplatzstadions in Kirkby auszuloten. In einer basisdemokratischen Entscheidung wandte sich die Vereinsführung zudem an seine Anhänger, die in einer Abstimmung über den Umzug nach Kirkby urteilen sollten. Insgesamt 59,27% der Pro-Stimmen sorgten dafür, dass die Verhandlungen fortgesetzt werden. Dennoch kündete der Verein am 6. August 2008 eine weitere öffentliche Untersuchung zum Projekt an, die das mögliche Bauvorhaben um mindestens ein Jahr verzögert.

Die Trainingsstätte des FC Everton trägt den Namen „Finch Farm“ und beheimatet seit Oktober 2007 sowohl die erste Mannschaft als auch die vereinseigene Akademie. Finch Farm befindet sich in Knowsley, einem Stadtteil von Halewood, und ist eine für rund 9,5 Millionen Pfund erbaute und über 50 Jahre geleaste Anlage, wobei der FC Everton nach Ablauf von fünf Jahren eine Kaufoption realisieren kann. Finch Farm bietet unter anderem zehn Spielfelder in Originalgröße, wozu ein Kunstrasenplatz und eine originalgetreue Nachbildung des Rasens im Goodison Park zählen. Zuvor hatte der Klub seit 1965 auf der Trainingsanlage in Bellefield seine Heimat.

Der FC Everton besitzt eine große Anzahl von Anhängern und befindet sich in Bezug auf den durchschnittlichen Zuspruch bei den eigenen Heimspielen stetig unter den besten zehn Vereinen in England. Die Mehrheit der Fans, die zu den Spieltagen erscheinen, entstammen aus dem Nordwesten Englands und dort vorrangig aus der Gebietskörperschaft Merseyside und der Grafschaft Cheshire. Neben weitreichenden Anhängerteilen aus dem Norden von Wales und aus Irland besitzt der FC Everton weltweit mitgliederreiche Fanklubs, darunter in Nordamerika, Singapur und Thailand. In jüngerer Vergangenheit erwarb sich der Verein auch einen deutlichen Fan-Zuwachs in Australien, der hauptsächlich auf den einheimischen Mittelfeldspieler Tim Cahill zurückzuführen ist, der seit 2004 beim FC Everton unter Vertrag steht. Die offizielle Anhängervereinigung des FC Everton trägt den Namen „Evertonia“ und zu den zahlreichen Zeitschriften („Fanzines“) die zum FC Everton herausgegeben werden, zählen „When Skies are Grey“ und „Speke from the Harbour“, die beide während der Spieltage im Goodison Park verkauft werden.

Zu den beliebtesten Fangesängen, die von Everton-Anhängern im Stadion angestimmt werden, zählt „It's a grand old team“, das eine Abwandlung des „Celtic Songs“ von Celtic Glasgow darstellt. Gelegentlich wurde die Rivalität zwischen dem FC Liverpool und dem FC Everton mit der in Glasgow zwischen Celtic und den Rangers verglichen und eine ähnliche konfessionelle Trennung zwischen einem FC Everton mit katholisch-irischen Wurzeln und dem eher schottisch-protestantischen FC Liverpool vermutet. Dem steht jedoch die Tatsache gegenüber, dass beide Vereine methodistische Wurzeln haben und die Anhängerschaft in Liverpool nicht derart weitgehend religiös unterteilt ist. Die Rivalität zwischen den Anhängern beider Vereine gilt zudem als äußerst friedlich, wodurch die Duelle auch als „Friendly Derby“ bekannt wurden. Dessen ungeachtet verschärfte sich die Konkurrenz seit der Heysel-Katastrophe wieder ein wenig, da aufgrund der langjährigen Sperre für englische Fußballvereine der letzten Meistermannschaft des FC Everton die Gelegenheit zur Teilnahme am europäischen Landesmeisterwettbewerb genommen wurde. Im Vergleich zu allen anderen Stadtderbys in der Premier League sahen die am „Merseyside Derby“ beteiligten Spieler die meisten roten Karten.

Der FC Everton wird von dem Unternehmen „The Everton Football Club Company Limited“ betrieben, wobei die 35.000 Aktienanteile statt an öffentlichen Börsen über die in Liverpool ansässige „Blankstone Sington Limited“ auf Anfrage gehandelt werden können. Mit Ablauf des zum 31. Mai 2007 endenden Geschäftsjahrs befanden sich 23.524 Anteile in Besitz des Vorstands, wovon wiederum Bill Kenwright alleine 8.754 besaß.. Die Unternehmensgruppe „The Everton Football Club Company Limited (Group)“, wozu noch die beiden 100%-Töchter „Goodison Park Stadium Limited“ als Stadionbetreibungsgesellschaft und die „Everton Investments Limited“ als Anleihenherausgeber gehören, erwirtschaftete im genannten Geschäftsjahr auf konsolidierter Ebene einen Verlust von 9,4 Millionen Pfund bei einem gleichzeitigen Gesamtumsatz in Höhe von 51,4 Millionen Pfund. Die Umsätze setzten sich hauptsächlich aus TV- und Rundfunkgeldern (27,5 Millionen Pfund), Spieltageinnahmen (17,1 Millionen Pfund) sowie Sponsoren- und Werbeeinahmen (4,6 Millionen Pfund) zusammen. Der Klub wies zum Bilanzstichtag ein negatives Eigenkapital von rund 20 Millionen Pfund aus, wobei trotz eines bis dahin kumulierten Verlusts in Höhe von 48 Millionen Pfund die Personalausgaben mit 38,4 Millionen Pfund noch einmal eine Steigerung zum Vorjahreszeitraum um 4% erfuhren.. Das Wirtschaftsmagazin Forbes bewertete die Mannschaft des FC Everton im April 2008 mit 98 Millionen Pfund und stufte den Klub in einer Weltrangliste der weltweit wertvollsten Fußballteams auf Rang 21 ein.

Im Gegensatz zu vielen großen englischen Fußballvereinen, darunter der FC Chelsea, der FC Liverpool und Manchester United, befindet sich der FC Everton bis dato noch nicht konkret im Fokus von potentiellen Großinvestoren. Obwohl der Verein für Spielerverpflichtungen zwischen 2005 und 2008 gleich vier Mal seinen eigenen Ablösesummenrekord durchbrach, äußerte sich der Vorsitzende Kenwright im September 2008 hinsichtlich der dauerhaften Konkurrenzfähigkeit und der finanziellen Situation pessimistisch und grundsätzlich bereit, den FC Everton an einen ausreichend solventen Milliardär zu veräußern. Ein gleichzeitiger Auftrag zur Suche nach einem neuen Eigentümer wurde an Keith Harris, der bereits den Verkauf von Aston Villa an Randy Lerner begleitete, erteilt, aber bis dato kristallisierte sich noch kein konkretes und adäquates Übernahmeangebot heraus.

Zum Abschluss der Saison 1937/38 schlug der Sekretär und spätere Trainer Theo Kelly den Entwurf einer „Vereins-Krawatte“ vor. Sie sollte in dem typischen Blau des FC Everton gehalten sein und der Klub beauftragte Kelly mit dem Design eines Wappens, das zusätzlich auf der Krawatte abgebildet werden sollte. Über vier Monate arbeitete Kelly an dieser Aufgabe, bevor er sich auf die Darstellung des Prince Rupert's Tower im Zentrum festlegte, der sich wiederum in der Mitte des Stadtteils Everton befindet.

Der Turm war bereits seit seiner Errichtung im Jahr 1787 eng mit der Umgebung in Everton verbunden und wurde ursprünglich als Gefängnis verwendet. Er steht noch bis zum heutigen Tag in der Netherfield Road und zur Symbolisierung des Erfolgs platzierte Kelly auf beiden Seiten neben dem Turm zwei Lorbeerkränze. Dazu ergänzte er das lateinische Vereinsmotto „Nil Satis Nisi Optimum“, das mit „Nichts weniger als das Beste ist gut genug“ übersetzt werden kann. Am ersten Tag der neuen Saison 1938/39 trugen sowohl Kelly als auch der damalige Vorsitzende E. Green erstmals die neu entworfene Krawatte.

Auf den Mannschaftstrikots des FC Everton selbst war ein Wappen lange nicht zu sehen. Zwischen 1922 und 1930 wurde erstmals eine Darstellung der Abkürzung „EFC“ eingearbeitet, bevor der Klub wieder zum Konzept rein blauer Trikots zurückkehrte. Im Jahr 1973 fand die Abkürzungsdarstellung wieder ihren Weg zurück auf die Hemden, bevor 1980 das von Kelly entworfene Wappen seine Premiere auf dem Trikot feierte und von dort bis heute nicht mehr verschwand.

In den ersten Jahrzehnten der Vereinsgeschichte variierten die Trikotfarben des FC Everton mehr oder weniger häufig. Ursprünglich trat die Mannschaft in blau-weiß gestreiften Hemden an. Als aber neue Spieler immer häufiger in ihren alten Trikots zu den Spielen erschienen, entschied sich der Klub für eine schwarze Spielkleidung. Damit sollten gleichsam die Kosten gesenkt und ein etwas professionelleres Erscheinungsbild durchgesetzt werden. Damit der Auftritt nicht allzu „morbide“ wirkte, kam auf das schwarze Trikot ein scharlachroter Querstreifen.

Als der Klub 1892 den Goodison Park bezog, wechselten die Farben zunächst hin zu lachsfarbenen Trikots sowie blauen Hosen und später zu rubinroten Hemden und dunkelblauen Shorts. Die berühmten königsblauen Jerseys und weißen Hosen kamen erstmals in der Saison 1901/92 zum Einsatz und blieben dann bis heute die bevorzugte Kleidung. Seltene Variationen waren hellere Blautönungen in den Spielzeiten 1930/31 und 1997/98. Nach weitgehenden Protesten in der eigenen Anhängerschaft kehrte der Verein aber jeweils schnell zu den nun traditionellen Farben zurück. Die Spielkleidung bei Auswärtsspielen bestand zumeist aus bernsteinfarbenen Trikots mit entweder ebenfalls bernsteinfarbenen oder königsblauen Hosen, die in verschiedenen Ausprägungen in den 1960ern bis 1980ern verwendet wurden. In jüngerer Vergangenheit kamen zudem schwarze, weiße, graue und gelbe Auswärtsshirts zum Einsatz.

Die aktuell bevorzugten Farben in der Saison 2008/09 bestehen erneut aus einem königsblauen Trikot, weißen Hosen und weißen Stutzen. Wenn ein Gegner in komplett weißer Spielkleidung im Goodison Park gegen den FC Everton antritt, ist die Kleidung komplett königsblau. Bei eigenen Auswärtsspielen ist die Farbkombination tendenziell umgedreht mit grundsätzlich weißen Hemden und marineblauen Hosen und Strümpfen. Zu den Europapokalspielen und als weitere Ausweichfarbgebung für Ligaspiele wurde für die Auswärtspartien eine dritte Spielkleidung entworfen, die aus neongelben Trikots und dunkelblauen Shorts besteht.. Die Torhüter des FC Everton tragen in der Saison 2008/09 jeweils ein hellgrünes Sweatshirt und eine hellgraue Hose oder erscheinen in Auswärtsspielen komplett schwarz.

Der am weitesten verbreitete Spitzname des FC Everton lautet „The Toffees“ (deutsch: Karamel- oder Sahnebonbon) bzw. „The Toffeemen“. Es existieren mehrere Erklärungen für den Ursprung dieser Bezeichnung. Die wohl bekannteste Erklärung besagt, dass der Ursprung in dem in der Nähe des Goodison Parks gelegenen Süßigkeitengeschäft mit dem Namen „Mother Noblett's Toffee Shop“ zu sehen ist. Dieser Laden hatte an Spieltagen mit seinen Süßigkeiten geworben und diese auch im Goodison Park verkauft, darunter Minzbonbons, die den Namen „Everton Mints“ trugen. Es entstand schnell die sogenannte „Toffee-Lady-Tradition“, bei der ein Mädchen vor Spielbeginn Everton Mints ins Publikum warf. Eine andere Version besagt, dass sich in der Nähe des Queen's-Head-Hotels - in dem frühe Vereinssitzungen abgehalten wurden - ein Haus mit dem Namen „Ye Anciente Everton Toffee House“ befand. Mit dem Begriff „Toffee“ bezeichnete man auch umgangssprachlich Iren, die während der Jahrhundertwende einen immer größeren Bevölkerungsteil in Liverpool stellten und tendenziell mehr dem FC Everton als dem FC Liverpool anhingen.

Daneben hatte der FC Everton im Laufe seiner Vereinsgeschichte weitere Spitznamen. Als die Mannschaft vollständig schwarze Spielkleidung trug, entstand nach einer sehr bekannten Armeebrigade die Bezeichnung „The Black Watch“ (deutsch: „die Schwarze Wache“). Seitdem die Mannschaft im Jahre 1901 mit blauen Trikots auflief, verfestigte sich der einfache Name „The Blues“. Die attraktive Spielweise des Teams in den 1920er-Jahren veranlasste Steve Bloomer im Jahre 1928 zu der Aussage, die Everton-Mannschaft arbeite „wissenschaftlich“ (englisch: „scientific“), wodurch der Spitzname „The School of Science“ seine Inspiration fand. Als David Moyes die Trainertätigkeit beim Verein übernahm, rief er den Klub als „The People's Club“ (deutsch: „der Klub des Volkes“) aus, was seitdem als halboffizieller Spitzname des Vereins gilt.

Mit „Everton Reserves“ wird die offizielle zweite Mannschaft des FC Everton bezeichnet. Die Geschichte dieser Reservemannschaft reicht bis in das späte 19. Jahrhundert zurück. Zu der Zeit war es im englischen Fußball nicht ungewöhnlich, dass Ersatzspieler eines Vereins unter einem anderen Namen antraten und so wird heute angenommen, dass sich hinter den Partien der „Everton Swifts“ in der Saison 1886/87 die ersten Spiele einer zweiten Mannschaft des FC Everton waren. Erstmalig im Rahmen eines organisierten Ligabetriebs agierte in der Saison 1890/91 eine Mannschaft mit dem Namen „Everton Athletic“ in der im Vorjahr neu geschaffenen „Liverpool and District League“ – auch hier wird gemutmaßt, dass sich dahinter die Reservespieler des FC Everton verbargen.

Zur Spielzeit 1891/92 schloss sich die Reservemannschaft der 1890 gegründeten nationalen Liga „The Combination“ an und dominierte diese in der Folgezeit. Bis 1899 gewannen die Everton Reserves, wie sie sich nun auch offiziell nannten, in jedem Jahr die Meisterschaft. Die Ausnahme bildete nur die Saison 1894/95, als die zweite Everton-Mannschaft in der „Lancashire Combination“ spielte, dort aber ebenso den Titel errang. In der Lancashire Combination spielten die Everton Reserves dann dauerhaft ab 1899 und obwohl sie dort die absolute Vorherrschaft verloren, langte es in den nun folgenden zwölf Spielzeiten noch zu fünf Meisterschaften. Gemeinsam mit Ersatzteams anderer renommierter Vereine aus dem Norden Englands und den Midlands bildeten die Everton Reserves zur Spielzeit 1911/12 mit der „Central League“ eine neue regionale Liga, die später ihr Gegenstück in der südenglischen „London Combination“ fanden, aus der dann wiederum die „Football Combination“ wurde. Lange Zeit spielten die Everton Reserves in der Central League und gewannen bis 1984 vier Titel. Als nach der Aufstockung auf 32 Vereine aus der Central League ein zweistufiges Ligasystem wurde, agierten sie bis 1992 in der höherklassigen „Division One“ (ab 1990 offiziell nach dem Sponsor „Pontis Central League“ genannt). In der Saison 1991/92 mussten die Reservespieler des FC Everton ihren bis heute einzigen Abstieg hinnehmen, der jedoch umgehend mit dem Wiederaufstieg als Vizemeister der „Division Two“ repariert wurde. Nach der Rückkehr in die Division One der Central League, die dann ab der Saison 1996/97 „Premier Division“ hieß, spielen sie seit der Gründung der „Premier Reserve League“ im Jahr 1999 in der dazugehörenden Nordabteilung („Northern Division“) und absolvieren dabei ihre Heimspiele im Halton Stadium, das in der Stadt Widnes im Normalfall als Rugbystadion dient. Der größte Erfolg in der jüngeren Vergangenheit war 2001 der Gewinn der Premier Reserve League North.

Üblicherweise besteht die Reservemannschaft des FC Everton mittlerweile aus jungen Nachwuchsspielern der eigenen Akademie, die das 21. Lebensjahr noch nicht überschritten haben. Häufig wird dieses Team jedoch auch von etablierten Spielern aus der ersten Mannschaft vor allem dann genutzt, wenn sich diese beispielsweise nach einer Verletzungspause Spielpraxis besorgen wollen. Momentan wird das Reserveteam von dem Waliser Andy Holden trainiert, dem zusätzlich Alan Stubbs als Assistent zur Seite steht, der wiederum auch für die U-18-Nachwuchsmannschaft arbeitet.

Die „Everton Academy“ wurde 1997 gegründet und bezeichnet die Jugendabteilung des Vereins. Sie betreut junge Talente ab dem Alter von sechs Jahren und umfasst unter anderem eine U-18-Auswahl, die aktuell in der Gruppe C der Premier Academy League antritt. Die größten Erfolge der Jugendarbeit des FC Everton stammen aus den Jahren 1965, 1984 und 1998, als die „Nachwuchs-Toffees“ jeweils den FA Youth Cup gewannen. Verantwortlich für die Nachwuchsabteilung zeichnet sich der „Academy Manager“ Ray Hall, zu dessen Trainerstab der ehemalige Spieler Kevin Sheedy als Betreuer für Spieler zwischen 17 und 19 Jahren zählt. Zu den bekanntesten Absolventen der Everton Academy zählen Wayne Rooney, Richard Dunne, Michael Ball, Gavin McCann, Francis Jeffers und in jüngerer Vergangenheit Tony Hibbert, Leon Osman, James Vaughan und Victor Anichebe.

Im Jahr 1988 wurde mit „Everton in The Community“ (EiTC) ein regionales Sozialprojekt ins Leben gerufen, das der FC Everton seither als Hauptsponsor begleitet. Die gemeinnützige Organisation, die seit 2004 eine eingetragene karitative Organisation ist, wird von einem Verwaltungsrat angeführt, der zu gleichen Teilen aus Vereinsmitgliedern des FC Everton und unabhängigen Personen besteht.

Zu den bekanntesten Aktivitäten zählt das Schulprojekt „Healthy Schools Bus“, in dem Schüler der Merseyside über die Vorteile gesunder Ernährung und eines aktiven Lebensstil überzeugt werden sollen. Dazu kommen weitere Initiativen für den Behindertensport im Fußball, für die EiTC 2008 mit einem Zuschuss in Höhe von 250.000 Pfund belohnt wurde und im April 2008 mit einem neuen Projekt in Shanghai international ausgebaut wurden. Über den Sport hinaus engagiert sich EiTC in sozialen Projekten gegen Obdachlosigkeit, Drogenmissbrauch und Altersarmut und unterstützt Asylsuchende und Flüchtlinge. In präventiver Hinsicht ist EiTC vor allem für das Programm „Kickz“ bekannt, das über den Fußball versucht, das Sozialverhalten in Liverpool zu fördern.

Aus dem EiTC-Projekt entstanden Frauenfußballmannschaften aller Altersklassen, von denen die Seniorenmannschaft als Everton LFC in der ersten englischen Liga agiert. In der höchsten britischen Basketball-Liga spielt zudem mit den Everton Tigers eine Mannschaft, die der FC Everton 2007 im Rahmen einer Kooperation mit den „Toxteth Tigers“ unter dem Dach von EiTC ins Leben rief.

Der Everton Ladies Football Club (kurz: Everton LFC) gehört zu den erfolgreichsten Mannschaften im englischen Frauenfußball. 1998 holte die Mannschaft ihre bisher einzige Meisterschaft. 1997, 1999 und 2007 wurde die Elf Vizemeister. Da der Arsenal LFC den UEFA Women’s Cup gewann und auch die Meisterschaft holte, nahm Everton in der Saison 2007/08 am UEFA Women’s Cup teil. 1989 holte der Vorgängerverein Leasowe Pacific den FA Women’s Cup. Unter dem Namen Everton LFC erreichte die Elf 1988 und 2005 das Pokalfinale. Nachdem der Verein zudem in den Jahren 1997 und 1999 im Ligapokal das Endspiel erreicht hatte, gewann er 2008 nach einem 1:0-Finalsieg gegen den Arsenal LFC erstmals den „Premier League Cup“.

Spielstätte der Everton Ladies ist der Rossett Park in Crosby. Das Stadion hat eine Kapazität von 2.800 Plätzen.

Hinweis: nur offizielle Wettkämpfe inklusive Einwechslungen.

Hinweis: nur offizielle Wettkämpfe – Die Angaben in Klammern stehen für Anzahl der Einsätze (inklusive Einwechslungen).

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Frank Lampard

Chelsea London F.C.

Frank James Lampard Jr. (* 20. Juni 1978 in Romford, London) ist ein englischer Fußballspieler, der aktuell beim Premier-League-Verein FC Chelsea unter Vertrag steht und zuvor für die Vereine West Ham United und Swansea City spielte. Der zentrale Mittelfeldspieler ist sowohl für seine kraftvollen Weitschüsse bekannt als auch für seine überdurchschnittliche Torgefährlichkeit, die er häufig durch Vorstöße aus dem Mittelfeld entwickelt.

Der in Romford - im östlichen Bezirk Londons Havering gelegen - geborene Frank Lampard ist der Sohn von Frank Lampard Sr., der als Außenverteidiger mit West Ham United zweimal den FA Cup gewann und auch in der englischen Nationalmannschaft kurzzeitig zum Einsatz kam. Die „Fußballerfamilie Lampard“ ist zudem verwandtschaftlich verbunden mit den Redknapps - bekannt dort sind vor allem Frank Lampards Onkel Harry Redknapp und dessen Sohn Jamie Redknapp. Frank Lampard besuchte in Essex die „Brentwood School“.

In der englischen Nationalmannschaft ist Lampard Stammspieler auf seiner Position und gilt als zentrales Element im Spiel der Mannschaft, nachdem er sich in der jüngeren Vergangenheit zum Führungsspieler sowohl im Verein als auch in der Nationalmannschaft entwickelt hat. Mit dem FC Chelsea hat Lampard in den Jahren 2005 und 2006 zwei englische Meisterschaften in Folge gewonnen. Dazu kamen zwei Triumphe im Ligapokal (2005 und 2007), sowie im Jahre 2007 ein FA-Cup-Gewinn. Davor hatte er mit West Ham United im Jahre 1999 den UEFA Intertoto Cup errungen.

Im November 2005 belegte Lampard hinter dem brasilianischen Mittelfeldspieler Ronaldinho in der Wahl zu Europas Fußballer des Jahres den zweiten Platz und wiederholte dieses Ergebnis nur einen Monat später - erneut hinter Ronaldinho - bei der Weltfußballerwahl. Im gleichen Jahr hatte er hingegen bereits von den einheimischen Fußballjournalisten die Auszeichnung zu Englands Fußballer des Jahres erhalten. Lampard ist Athletenbotschafter der Entwicklungshilfeorganisation Right to Play.

Lampard begann seine Karriere bei West Ham United, wo sein Vater Assistenzcoach war. Er schloss sich im Juli 1994 der Jugendakademie des Vereins an und unterzeichnete dort am 1. Juli 1995 seinen ersten Profivertrag.

Im Oktober 1995 wurde er einige Monate an den damaligen Drittligisten Swansea City ausgeliehen, debütierte für diesen Verein am 7. Oktober 1995 gegen Bradford City und gewann in dieser Partie mit 2:0. Insgesamt absolvierte er nebst zweier Pokaleinsätze neun Meisterschaftsspiele für Swansea City und schoss in der Begegnung gegen Brighton & Hove Albion sein erstes und dort einziges Tor. Im Januar 1996 kehrte er nach West Ham zurück.

Am 31. Januar 1996 spielte er auch erstmalig in der Partie gegen Coventry City für West Ham United, konnte sich aber vorerst noch nicht weiter in die Stammformation spielen. Am 15. März 1997 brach er sich im Spiel gegen Aston Villa sein rechtes Bein und musste die Saison vorzeitig beenden. Sein erstes Tor für die Profimannschaft erzielte er in der Saison 1997/98, während eines Auswärtssieges beim FC Barnsley. Zuvor hatte er die Jugendmannschaft West Hams als Kapitän angeführt und mit dem Team 1996 das Endspiel im FA Youth Cup erreicht.

In der Spielzeit 1998/99 gelang Lampard schließlich der Durchbruch bei West Ham United. Er verpasste während der gesamten Saison nicht ein einziges Spiel und belegte mit seiner Mannschaft in der Premier League überraschend den fünften Platz. Lampard war dabei die zentrale Figur inmitten einer großen Anzahl junger und talentierter Spieler, wozu neben ihm selbst noch beispielsweise Joe Cole, Michael Carrick und Rio Ferdinand zählten. Als aber Ferdinand den Verein im November 2000 in Richtung Leeds United und danach zudem sowohl sein Vater als auch sein Onkel Harry Redknapp den Verein verließen, entschied sich auch Lampard dazu, West Ham United den Rücken zu kehren. Trotz finanziell lukrativer Angebote aus Leeds und von Aston Villa verblieb Lampard weiterhin in London und wechselte für elf Millionen britische Pfund zum FC Chelsea.

Am 15. Mai 2001 unterschrieb Lampard einen Vertrag beim FC Chelsea und war dabei eine der ersten Verpflichtungen des dortigen Trainers Claudio Ranieri. Am 26. Juli 2001 debütierte Lampard in einem Vorbereitungsspiel gegen Leyton Orient für den FC Chelsea und kam am 19. August 2001 beim 1:1-Remis gegen Newcastle United auch in der Premier League für Chelsea erstmalig zum Einsatz. Obwohl er bereits in seinem vierten Ligaspiel gegen Tottenham Hotspur des Feldes verwiesen wurde - bis heute die einzige Hinausstellung in seiner Karriere - verpasste er nur ein Pflichtspiel, schoss insgesamt sieben Tore und war auf Anhieb integraler Bestandteil der Mannschaft. Seine Entwicklung stellte sich zu Beginn langsam und unspektakulär dar und obwohl er auf Anhieb Stammspieler wurde, waren die Leistungen in den ersten beiden Spielzeiten dadurch überschattet, dass der Verein spektakuläre Transfers mit noch weitaus höheren Ablösesummen in viele Spitzenspieler tätigte und er zudem im Mittelfeld häufig im Schatten des italienischen Kreativspielers Gianfranco Zola stand.

Die Beständigkeit wiederholte er in der Saison 2002/03, absolvierte alle Partien seines Vereins und schoss dabei acht Tore. In der Meisterschaft belegte er mit dem FC Chelsea somit den vierten Platz und konnte dadurch erstmals in der Folgesaison an der Champions League teilnehmen. Erst in seiner dritten Saison, als die Ära des russischen Öl-Milliardärs Roman Abramowitsch begann, konnte sich Lampard in seiner Spielweise frei entfalten und wurde zu einem der besten Mittelfeldspieler Europas.

Lampard startete gut in die neue Saison und wurde für seine Leistungen im September 2003 als bester Spieler des Monats (in der offiziellen Wertung als „Barclays Player of the Month“) geehrt. Im Oktober erhielt er von den Fußballanhängern eine ähnliche Auszeichnung als „PFA Fans' Player of the Month“. Im weiteren Verlauf der Spielzeit zog er mit dem FC Chelsea ins Halbfinale der Champions League ein und unterlag dort dem AS Monaco, nachdem Lampard zuvor vier Tore in 14 Spielen erzielt hatte. In der englischen Liga gewann er mit seinem Team hinter dem FC Arsenal die Vizemeisterschaft.

Die Spielzeit 2004/05 entwickelte sich zu der erfolgreichsten Saison in der Geschichte des FC Chelsea und zu einem Meilenstein in der Karriere von Frank Lampard. Er absolvierte als Schaltstelle im Mittelfeld alle 38 Premier-League-Spiele, schoss dabei für einen Mittelfeldspieler überdurchschnittliche 13 Tore (von insgesamt 19 Treffern in allen Wettbewerben) und führte sein Team mit einem 12-Punkte-Abstand auf den zweitplatzierten FC Arsenal zur ersten Meisterschaft nach genau 50 Jahren. Dazu trug er vier Tore in der Champions League bei und erreichte mit Chelsea zum zweiten Male in Folge das Halbfinale. Zu guter Letzt schoss er in sechs Ligapokalspielen zwei Treffer und war auch dort am Titelgewinn beteiligt. Mit diesen guten Leistungen katapultierte sich Lampard endgültig in den Fokus der weltweiten Fußballexperten; unter anderem bezeichneten ihn der ehemalige Kapitän der brasilianische Nationalmannschaft Carlos Alberto und der vormalige niederländische Spitzenspieler Johan Cruyff als einen der europaweit besten Mittelfeldspieler. Die englische Journalistenvereinigung FWA wählte ihn am Ende der Saison zu Englands Fußballer des Jahres.

Die überdurchschnittlichen Darbietungen Lampards fanden auch in der Saison 2005/06 ihre Fortsetzung. Er schoss in der Premier League zur erfolgreichen Titelverteidigung 16 Tore, steuerte zwei Treffer in fünf Champions-League-Spielen bei und mit ebenfalls zwei Toren in den heimischen Pokalspielen erreichte er die 20-Tore-Grenze. Im Oktober 2005 bezeichnete ihn sein Trainer José Mourinho nach einer Partie gegen die Blackburn Rovers an der Stamford Bridge als „besten Spieler der Welt“ - eine Einschätzung, die wenige Tage zuvor auch Matthias Sammer in einem kicker-Interview geäußert hatte.

Einen Monat zuvor war Lampard neben seinem Mannschaftskameraden John Terry in die Weltauswahl „FIFPro World XI“ berufen worden, die von Profifußballern aus 40 Ländern zusammengestellt wurde. Im Winter 2005 verpasste er mit dem zweiten Platz jeweils hinter Ronaldinho knapp die Auszeichnung zu Europas Fußballer des Jahres und später die zum Weltfußballer des Jahres.

Eine Rückenverletzung von John Terry sorgte dafür, dass Lampard häufig in der Saison 2006/07 die Rolle des Mannschaftskapitäns übernahm. Beachtenswert war vor allem seine gute Form zum Jahreswechsel, als er sieben Tore in acht Spielen schoss und dafür im Januar die Auszeichnung zum besten Spieler des Monats („PFA Fans' Player of the Month“) erhielt. Der Actim-Index - ein von dem Unternehmen „PA Sport“ gemeinsam mit Statistikern der Universität Salford entwickeltes Verfahren zur Leistungsbestimmung britischer Fußballspieler - sah Frank Lampard am Saisonende auf einem fünften Platz in der Premier League und zudem in der besten Elf der abgelaufenen Spielzeit.

Zum zweiten Male in Folge erzielte Lampard insgesamt 20 Tore in allen Wettbewerben, darunter am 31. Oktober 2006 im Camp Nou einen Heber zum Ausgleich aus spitzem Winkel gegen Víctor Valdés vom FC Barcelona und am 11. März 2007 nach einem zwischenzeitlichen 1:3-Rückstand zwei Treffer zum 3:3 im FA-Cup-Viertelfinale gegen die Tottenham Hotspurs. Drei Tore hatte er zuvor im gleichen Pokalwettbewerb bereits in der dritten Runde gegen Macclesfield Town am 6. Januar 2007 geschossen.

Obwohl Lampard nach dem gewonnenen FA-Cup-Endspiel Fragen hinsichtlich seiner Zukunft damit beantwortete, dass er „für immer“ beim FC Chelsea zu bleiben wünschte, mehrten sich Spekulationen über einen möglichen Wechsel. Dabei mutmaßte ein Teil der englischen Presselandschaft vor allem über einen bevorstehenden Transfer zu Juventus Turin, zumal Claudio Ranieri - ehemaliger „Ziehvater“ Lampards in der Anfangszeit beim FC Chelsea - bei der „alten Dame“ das Traineramt übernommen hatte. Hingegen zahlreicher Spekulationen unterschrieb Lampard am 13. August 2008 einen Fünf-Jahres-Vertrag. Er plant seine Karriere an der Stamford Bridge zu beenden.

Im Alter von 19 Jahren wurde Lampard von Peter Taylor in die U-21-Nationalmannschaft Englands berufen. Dabei debütierte er am 13. November 1997 auf Kreta gegen Griechenland und führte im Jahre 2000 die Mannschaft während der U-21-Europameisterschaft in der Slowakei als Kapitän an. Er absolvierte dort auch sein letztes Spiel für die Nachwuchsmannschaft im Juni 2000 gegen den Gastgeber und schoss insgesamt neun Tore für die Auswahl - nur von Alan Shearer und Francis Jeffers wurde er mit je 13 Treffern in dieser Bilanz übertroffen.

Sein Debüt für die A-Nationalmannschaft gab Lampard am 10. Oktober 1999 gegen Belgien im Stadium of Light - beim 2:1-Sieg wurde er nach 76 Minuten gegen seinen Mannschaftskameraden Dennis Wise ausgewechselt. Er wurde jedoch weder in den 23-Mann-Kader für die EM 2000 noch in den für die WM 2002 in Japan und Südkorea berufen. Das erste Länderspieltor gelang ihm am 20. August 2003 in einem Freundschaftsspiel gegen Kroatien, in dem England mit 3:1 die Oberhand behielt. Die beständig guten Leistungen im Verein sorgten schließlich dafür, dass er sich danach immer mehr in die Stammelf spielte und bei einem Vorbereitungsspiel zur Euro 2004 gegen Island (6:1) erzielte er sein zweites Tor für England.

Lampard wurde in den Kader zur Europameisterschaftsendrunde in Portugal berufen und zeigte in dem Turnier bis zum Erreichen der Viertelfinalrunde derartig gute Leistungen, dass er am Ende in das UEFA All-Star-Team gewählt wurde. Als sich schließlich Paul Scholes aus der Nationalmannschaft zurückzog, war Lampards Stellung im Mittelfeld noch gefestigter, die er mit fünf Toren in der Qualifikation für die WM 2006 unter Beweis stellte - anstelle von Scholes trug er nun das Trikot mit der Nummer 8. Dies brachte ihm außerdem die Wahl zum besten Spieler der englischen Nationalmannschaft in den Jahren 2004 und 2005 ein.

Bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland wurde Lampard im Spiel gegen Paraguay, welches England mit 1:0 gewann, zum „Man of the Match“ gewählt. Dennoch konnte er seine guten Vereinsleistungen nicht bestätigen und im Gegensatz zur Euro 2004 gelang ihm in diesem Turnier auch kein Tor. Seine unerwartet schwachen Auftritte lösten heftige Reaktionen in der englischen Medienlandschaft aus, die in breiten Spekulationen Burnout „diagnostizierten“ oder ablenkende Wechselgedanken unterstellten. Englands Trainer Sven-Göran Eriksson verteidigte Lampard hingegen und stellte heraus, dass an seiner Einsatzbereitschaft nichts mangelhaft war und dass er zudem mit 24 Schüssen in Richtung gegnerisches Tor den Höchstwert aller Spieler während des Turniers besaß. Lampard kam in allen fünf Spielen Englands zum Einsatz und war am Ende neben Steven Gerrard und Jamie Carragher vom FC Liverpool einer von drei Spielern, die im Viertelfinal-Elfmeterschießen gegen Portugal an Ricardo Pereira scheiterten.

Nach der Weltmeisterschaft wandelte sich die Akzeptanz Lampards bei den englischen Nationalmannschaftsanhängern deutlich. Während des Freundschaftsspiels gegen Brasilien im neuen Wembley-Stadion am 1. Juni 2007 wurde er von den eigenen Fans ausgepfiffen, was den neuen englischen Nationaltrainer Steve McClaren zu einer öffentlichen Rückendeckung seines Führungsspielers veranlasste. Die Unmutsbekundungen setzten sich aber am 13. Oktober 2007 fort, als Lampard im EM-Qualifikationsspiel gegen Estland in der zweiten Halbzeit eingewechselt wurde. Am 21. November 2007 verwandelte er einen Elfmeter im Heimspiel gegen Kroatien - dennoch verlor sein Team mit 2:3 und verpasste damit die Qualifikation zur Europameisterschaft. Seine Ernennung zum „Man of the Match“ im Anschluss an die Partie wurde mit einen Pfeifkonzert seitens der englischen Anhänger quittiert.

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FC Arsenal

Die Spieler und Anhänger des FC Arsenal feiern den Meisterschaftsgewinn im Jahr 2004 mit einer Parade.

Der FC Arsenal (offiziell: Arsenal Football Club) – auch bekannt als (The) Arsenal, (The) Gunners oder im deutschen Sprachraum gelegentlich auch Arsenal London – ist ein 1886 gegründeter Fußballverein aus dem Ortsteil Holloway des Nordlondoner Bezirks Islington. Mit aktuell 13 englischen Meisterschaften und zehn FA-Pokalsiegen zählt der Klub zu den erfolgreichsten englischen Fußballvereinen und gehört zur Zeit neben Manchester United, dem FC Chelsea und dem FC Liverpool zu den „großen Vier“ der Premier League.

Erst über 40 Jahre nach der Gründung gewann Arsenal mit fünf Ligatiteln und zwei FA-Pokalen in den 1930er Jahren seine ersten bedeutenden Titel. Der nächste Meilenstein war in der Saison 1970/71 der Gewinn des zweiten englischen „Doubles“ im 20. Jahrhundert. In den vergangenen 20 Jahren etablierte sich Arsenal endgültig zu einem der erfolgreichsten englischen Fußballvereine und beim Gewinn zweier weiterer Doubles zu Beginn der 21. Jahrhunderts blieb die Mannschaft in der Ligasaison 2003/04 ungeschlagen. Zunehmende europäische Ambitionen unterstrich der Verein in der Spielzeit 2005/06, als Arsenal als erster Londoner Verein das Finale der Champions League erreichte.

Der „Arsenal Football Club“ besitzt als einer der erfolgreichsten Vereine im englischen Fußball eine lange und umfangreiche Geschichte. Gegründet als Verein von Arbeitern in Woolwich, bezog der Klub im Jahr 1913 das Arsenal Stadium in Highbury. In den vergangenen 80 Jahren konnte man zumeist Erfolge feiern, worunter die äußerst ertragreiche Pionierzeit von Trainer Herbert Chapman in den 1930er Jahren und das erste Double unter Bertie Mee in den 1970ern fiel. Später führte George Graham den Verein in den 1980ern und zu Beginn der 1990er Jahre zu zwei Meisterschaften, einem Double aus den zwei heimischen Pokalen FA-Pokal und Ligapokal und einem Titelgewinn im Europapokal der Pokalsieger. Unter dem Trainer Arsène Wenger gewann Arsenal zwei weitere Doppelerfolge aus englischer Meisterschaft und FA-Pokal in einer Spielzeit und verlor dabei während der kompletten Meisterschaftssaison 2003/04 in der Liga nicht ein einziges Spiel. In der Spielzeit 2005/06 konnte Arsenal erstmals in seiner Geschichte in das Finale der Champions League einziehen.

Arsenal wurde 1886 als Dial Square von einer Gruppe von Arbeitern gegründet, die in der gleichnamigen Werkstatt beim Rüstungsfabrikanten „Royal Arsenal“ in Woolwich im Südosten Londons beschäftigt waren. Angeführt wurde die Mannschaft von dem Schotten David Danskin, der auch für den Verein den ersten Ball erstand. Mit Fred Beardsley stieß zudem ein früherer Torhüter von Nottingham Forest zu der Mannschaft und besorgte später seiner neuen Mannschaft von seinem alten Verein einen Satz roter Trikots, wobei diese Farbe noch bis heute in der Spielkleidung Verwendung findet.

Dial Square absolvierte seine erste Partie am 11. Dezember 1886 gegen die Eastern Wanderers auf einem offenen Spielfeld auf der Halbinsel Isle of Dogs und gewann diese mit 6:0. Der Verein wurde kurze Zeit später in Royal Arsenal umbenannt, wobei dies gemäß den historischen Aufzeichnungen am 1. Weihnachtstag stattfand. Royal Arsenal spielte zunächst auf einem allgemein zugänglichen Platz in Plumstead und zog 1888 zum nahe gelegenen Manor Ground. Bereits 1890 zog der Verein weiter zu dem benachbarten Invicta Ground, bevor er drei weitere Jahre später zum Manor Ground zurückkehrte.

Royal Arsenal konnte in dieser Zeit bereits seine ersten Titel gewinnen, wie beispielsweise den „Kent Senior Cup“ im Jahr 1890 und den „London Senior Cup“ nur ein weiteres Jahr danach. Erstmals am FA-Pokal nahm Royal Arsenal 1889 teil, wo jedoch der große Leistungsunterschied zwischen dem Klub und den professionellen Mannschaften aus Nordengland deutlich wurde. Als weitere Gefahr kam zunehmend das aggressive Abwerben der eigenen Amateurspieler durch Profivereine hinzu, was schließlich dazu führte, dass Royal Arsenal selbst ein Profiverein wurde. Zur gleichen Zeit änderte der Verein seinen Namen in Woolwich Arsenal um.

Woolwich Arsenals Aufstieg zum Profiklub wurde von vielen Amateurklubs im Süden Englands missbilligt, was sich darin äußerte, dass der Verein von lokalen Wettbewerben ausgeschlossen wurde. Als man lediglich Freundschaftsspiele und Partien im FA-Pokal absolvieren konnte, versuchte der Klub ein südliches Pendant zur Football League ins Leben zu rufen. Dieses Vorhaben gelang nicht und führte dazu, dass der Verein einer ungewissen Zukunft entgegen sah. Die Football League rettete Woolwich Arsenal: Als erster südenglischer Verein überhaupt durfte er 1893 zunächst in der zweitklassigen Second Division am Profiligabetrieb teilnehmen.

In der Second Division absolvierte Woolwich Arsenal elf Spielzeiten und belegte dabei vor der Verpflichtung von Harry Bradshaw im Jahr 1899 zumeist einen Mittelfeldplatz. Durch einige spektakuläre Neuverpflichtungen – darunter der erste englische Nationalspieler Arsenals, Torhüter Jimmy Ashcroft, und Mannschaftskapitän Jimmy Jackson – konnte 1904 der Aufstieg in die First Division realisiert werden. Bevor der Verein jedoch auch nur eine Partie in der obersten Spielklasse absolviert hatte, war Bradshaw zum FC Fulham gewechselt. Trotz einiger Achtungserfolge im FA-Pokal, als man 1906 und 1907 jeweils das Halbfinale erreichen konnte, entwickelte sich der Klub fortan negativ.

Als Hauptgrund für den Niedergang galten die anhaltenden finanziellen Probleme, die den Verein trotz der Hochkonjunktur im englischen Fußball des frühen 20. Jahrhunderts begleiteten. Die Probleme waren auch auf die geographische Lage des Klubs zurückzuführen, die sich aufgrund der unterbevölkerten Region in Plumstead in geringen Zuschauerzahlen und -einnahmen auswirkten. Um liquide zu bleiben, musste Woolwich Arsenal seine besten Spieler wie beispielsweise Ashcroft, Tim Coleman und Bert Freeman verkaufen und platzierte sich dadurch immer weiter unten in der Tabelle, was wiederum die finanzielle Situation weiter verschlimmerte. Dies führte zu einer Situation, in der der Verein kurz vor einem Bankrott stand, der erst durch den Aufkauf des Geschäftsmannes Sir Henry Norris im Jahr 1910 abgewendet werden konnte.

Norris war sich über die Probleme und den Zusammenhang mit dem Standort von Woolwich Arsenal bewusst und agierte verzweifelt, um die Einnahmeseite des Vereins zu steigern. Zunächst beabsichtigte er eine Fusion mit dem FC Fulham, zumal er bei beiden Klubs in der Vereinsführung engagiert war. Nachdem dieses Vorhaben von der Football League verhindert worden war, gab Norris diesen Plan auf und suchte nach Möglichkeiten eines Umzugs. Im Jahr 1913, als der Verein als Tabellenletzter in die Second Division abstieg, zog Woolwich Arsenal vom Südosten Londons in das Arsenal Stadium („Highbury“) in den Norden der Stadt. Trotz großer Einwände von sowohl den in Woolwich ansässigen Vereinsanhängern als auch von Einwohnern des Stadtteils Highbury setzte Norris den Umzug hartnäckig durch, wobei dieser von einer Spende des Arsenal-Inhabers über vermutlich 125.000 Pfund für den Bau des neuen Stadions begleitet wurde. Als zusätzlicher Nebeneffekt führte der Umzug dazu, dass der ebenfalls im Südosten Londons beheimatete Verein Charlton Athletic zu einem Profiklub wurde.

Nachdem der Verein 1914 den Zusatz „Woolwich“ abgelegt hatte, trat er fortan als „The Arsenal“ auf und nahm 1919 wieder an der First Division teil, obwohl er in der letzten Spielzeit vor dem Ersten Weltkrieg 1914/15 in der zweiten Liga nur den fünften Platz belegt hatte. Der Grund dafür war die Erweiterung der First Division von 20 auf 22 Teilnehmer, die dazu führte, dass bei der Hauptversammlung der Football League zwei weitere Klubs für die First Division auserwählt wurden. Einer der zusätzlich vergebenen Plätze wurde an den FC Chelsea vergeben, der zuvor als Neunzehnter der First Division eigentlich hätte absteigen müssen. Als weiterer Kandidat für den zweiten Platz standen dann zunächst mit den Tottenham Hotspurs der ursprünglich Tabellenletzte und mit dem FC Barnsley und den Wolverhampton Wanderers die dritt- und viertplatzierten Vereine aus der Second Division zur Disposition.

Die Football League stellte jedoch historische Gründe über den sportlichen Erfolg und entschied sich deshalb für den nur fünftplatzierten Verein The Arsenal. Norris hatte argumentiert, dass Arsenal aufgrund der langjährigen Verdienste für den Ligafußball sowie als erster Ligaverein aus dem Süden den Aufstieg verdiente. Das zuständige Komitee der Football League schloss sich dieser Meinung an und votierte mit 18 Stimmen gegen nur acht Contra-Stimmen für die Bevorzugung von Arsenal gegenüber Tottenham, was in der weiteren Geschichte mitverantwortlich für die lang anhaltende Rivalität zwischen den beiden Klubs sein sollte. Dabei wurde Arsenal vorgeworfen, hinter den Kulissen gemauschelt und in der Person von Sir Henry Norris Bestechungen getätigt zu haben. Ebenfalls wurde bei dem Prozess kritisch beäugt, dass Norris eine persönliche Freundschaft zu John McKenna pflegte, der gleichzeitig Vorsitzender des FC Liverpool und der Football League war. Obwohl keine zuverlässigen Beweise ans Licht gekommen sind, führten doch weitere Aspekte diverser Finanztransaktionen von Norris, die nicht im direkten Zusammenhang mit der Streitfrage um den Aufstieg standen, zu zahlreichen Spekulationen in der Angelegenheit. Seit der Wiederaufnahme in der obersten Spielklasse blieb Arsenal fortan ohne Unterbrechung in dieser Liga und ist damit Rekordhalter bezogen auf die Zugehörigkeitsdauer zu der englischen Eliteliga.

Obwohl der Umzug nach Highbury einen größeren Zuschauerzuspruch zur Folge hatte und die finanziellen Perspektiven deutlich verbesserte, war Arsenals Rückkehr in die First Division nicht sofort von Erfolg gekrönt. Unter Leslie Knighton schloss Arsenal nie besser als auf dem neunten Platz ab und war in der Saison 1923/24 einem erneuten Abstieg bedrohlich nahe. Auch in der anschließenden Saison war trotz eines recht komfortablen Sieben-Punkte-Abstands zur Abstiegszone der 20. Tabellenplatz eine erneute Enttäuschung und Norris entließ Knighton im Mai 1925, um an seiner Stelle mit Herbert Chapman den vormaligen Trainer von Huddersfield Town zu verpflichten.

Chapman führte bei Arsenal zahlreiche Reformen durch und modernisierte dabei vor allem das Training und den Bereich Physiotherapie. Des Weiteren war es auf ihn zurückzuführen, dass auf den Trikots erstmals Nummern hinzugefügt wurden und sich die Farben dahingehend änderten, dass sich zu den vormals rein roten Hemden die Ärmel nun weiß absetzten. Ebenfalls in Chapmans Amtszeit legte der Verein den „The“-Artikel ab und der Pionier stand mutmaßlich hinter der Umbenennung der London-Underground-Haltestelle „Gillespie Road“ in „Arsenal“. Chapman konnte nun über ein deutlich höheres Transferbudget für neue Spieler verfügen, das sich aus den gesteigerten Einnahmen nach dem Umzug und einer neuen Philosophie von Henry Norris begründete. Norris, vormals ein eher vorsichtiger Vereinsvorsitzender, wies nun an, verstärkt Investitionen zu tätigen.

Chapmans erste Spielerverpflichtung war der altgediente Charlie Buchan vom FC Sunderland, der sowohl auf als auch außerhalb des Spielfeldes eine wichtige Rolle spielte. Nach einer 0:7-Niederlage gegen Newcastle United im Oktober 1925 regte Buchan in Reaktion auf die veränderte Abseitsregel einen Wechsel in der taktischen Ausrichtung der Mannschaft an und empfahl dabei eine Umstellung auf das sogenannte „WM-System“, was unter anderem eine Verstärkung der Defensive nach dem Rückzug des Mittelläufers in die Abwehrformation und einen Schutz vor gegnerischen Angriffen über die Flanken durch die Außenverteidiger bedeutete. Im weiteren Verlauf entwickelte Chapman die Formation weiter und legte Schwerpunkte auf eine temporeiche Angriffsreihe mit Flügelspielern, die nach innen zogen, sowie einen kreativen Mittelfeldspieler, der sich für die Ballverteilung verantwortlich zeigen sollte. Chapmans Fähigkeit, diese Positionen mit adäquaten Spielern zu besetzen, sorgte dafür, dass sich langsam eine Mannschaft entwickelte, die begann, den Fußball in England zu dominieren.

In Chapmans erster Saison gewann Arsenal die Vizemeisterschaft, was zu diesem Zeitpunkt das beste Ergebnis in der Vereinsgeschichte darstellte. Dieser Aufwärtstrend konnte jedoch zunächst nicht fortgesetzt werden und Arsenal bewegte sich stets im Mittelfeld der Liga. Chapman baute die Mannschaft dabei fundamental um und verpflichtete neue Akteure, darunter den Flügelspieler Joe Hulme, den Stürmer Jack Lambert sowie die Verteidiger Tom Parker und Herbie Roberts, die er umgehend in seine neue Mannschaft einbaute. Im Jahr 1927 erreichte Arsenal erstmals das Endspiel im FA-Pokal und verlor unglücklich mit 0:1 gegen Cardiff City, nachdem Arsenals Torhüter Dan Lewis einen harmlos wirkenden Schuss durch seine Arme gleiten ließ. Cardiff gewann damit als bis heute einziger nicht-englischer Verein in der Geschichte diesen Pokal.

Chapman ließ sich davon nicht beirren und stockte die Mannschaft weiter auf mit dem zukünftigen Mannschaftskapitän Eddie Hapgood sowie mit den drei weiteren leistungsstarken Offensivspielern David Jack, Alex James und Cliff Bastin. Vor allem Alex James wurde als Spielmacher im Mittelfeld für seine Unterstützung der Flügelspieler und der Sturmreihe als Motor der Mannschaft gefeiert. Drei Jahre später gelangte Arsenal erneut ins FA-Pokalfinale, welches für das Erscheinen des tief fliegenden deutschen Luftschiffes Graf Zeppelin bekannte wurde. Arsenal siegte gegen Chapmans alten Klub Huddersfield Town nach Toren von James und Lambert mit 2:0 und errang somit den ersten großen Titel in seiner Geschichte.

Dieser Sieg begründete den Anfang eines äußerst erfolgreichen Jahrzehnts, in dem Arsenal der dominierende Verein in England wurde. Unter Chapman gewann der Verein in der Saison 1930/31 erstmals die englische Meisterschaft und schoss dabei im Saisonverlauf 127 Tore. Im folgenden Jahr verlor Arsenal das FA-Pokalendspiel umstritten gegen Newcastle United. Arsenal war bereits nach einem Treffer von Bob John mit 1:0 in Führung gegangen, bis ein Ball weit in die Spielhälfte von Arsenal geschossen wurde und die Torauslinie bereits überschritten hatte, was einen Abstoß zur Folge hätte haben müssen. Dennoch flankte Newcastles Flügelspieler Jimmy Richardson den Ball zurück auf das Spielfeld und Jack Allen konnte den Ball zum Ausgleich verwerten. Ein weiteres Tor von Allen sorgte für den letztendlichen 2:1-Sieg der „Magpies“. Einen weiteren Rückschlag musste Arsenal in der Meisterschaft hinnehmen, als der Verein zwar nach einem sehr schwachen Start in die Saison 1931/32 beständig aufholen konnte, am Ende aber mit zwei Punkten Abstand auf den neuen Titelträger FC Everton nur auf dem zweiten Platz landete.

Nur ein Jahr später gewann Arsenal in der Saison 1932/33 seine zweite Meisterschaftstrophäe. Auch diese Spielzeit war von einem schwachen Beginn Arsenals gekennzeichnet, sowie einer stetigen Aufholjagd, die im April 1933 mit dem 5:0-Heimsieg gegen den zweitplatzierten Verein Aston Villa und den damit sichergestellten Titel gekrönt wurde. Mittlerweile war die erste Generation von Chapmans Spielerverpflichtungen in die Jahre gekommen und der Erfolgstrainer begann, mit den Transfers von George Male für Tom Parker und Ray Bowden für David Jack in die Zukunft zu investieren. In diese Zeit fiel auch eine der größten Sensationen in der Geschichte des FA-Pokals, als Arsenal gegen den Drittligisten FC Walsall unterlag. Trotz des Ausfalls von fünf Spielern, die aufgrund einer Influenza hatten pausieren müssen, besaß die Mannschaft über genügend Spielerqualität, verlor aber dennoch mit 0:2. Thomas Black, der den Elfmeter verschuldet hatte, der zum 0:2 führte, wurde von einem aufgebrachten Chapman binnen einer Woche an Plymouth Argyle verkauft.

Nach einem soliden Start in die Saison 1933/34 ereilte den Verein im Januar 1934 ein Schicksalsschlag, als Herbert Chapman plötzlich an einer Lungenentzündung verstarb. Der Interimstrainer Joe Shaw übernahm die Mannschaftsleitung und verteidigte mit dem Verein den Meistertitel, obwohl Hulme und James aufgrund von Verletzungen den Großteil der Spielzeit aussetzen mussten und Arsenal somit aufgrund des geschwächten Angriffs mit 75 Treffen zu verhältnismäßig wenig Toren kam. In der Vorsaison hatte Arsenal noch 118 Tore erzielt.

Zum neuen hauptamtlichen Cheftrainer wurde George Allison – ehemals in der Vereinsführung tätig – ernannt, der der Mannschaft mit den weiteren Neuverpflichtungen frisches Blut hinzufügte, darunter die Mittelfeldspieler Jack Crayston und Wilf Copping sowie der Torjäger Ted Drake. Mit diesen neuen Spielern konnte Arsenal in der Offensive wieder zu alter Stärke zurückfinden, wobei Drake 42 Tore in der Saison 1934/35 erzielte. Mit hohen Siegen wie zum Beispiel dem 7:0 gegen die Wolverhampton Wanderers, dem 8:1 gegen den FC Liverpool sowie den beiden 8:0-Siegen gegen Leicester City und den FC Middlesbrough erreichte Arsenal den dritten Meisterschaftstitel in Serie. Die außergewöhnliche Leistungsstärke zeigte sich auch darin, dass im November 1934 sieben Arsenal-Akteure in der englischen Nationalmannschaft beim Spiel gegen den amtierenden Weltmeister aus Italien standen. England gewann dieses Spiel mit 3:2, das als „Battle of Highbury“ in die Fußballgeschichte einging. 7 Spieler bedeuten bis heute einen Rekord für die meisten Spieler aus einem Verein in der Startelf einer englischen Nationalmannschaft.

Arsenals anhaltender Erfolg zog immer größere Zuschauermengen an, so dass die Heimspielstätte des Klubs kontinuierlich umgebaut wurde. Die ursprünglich von Archibald Leitch erbauten Tribünen wurden abgerissen und durch neue im modernen Art-Déco-Stil ersetzt, die bis zum heutigen Tage existieren. Auch die Nord- und „Clock-End“-Tribüne wurden überdacht. In dem neuen Stadion erreichte der Verein am 9. März 1935 mit 73.295 Zuschauern in der Partie gegen den FC Sunderland seine heute noch gültige Rekordbesucherzahl.

Die Zeit der großen Dominanz von Arsenal kam mit dem FA-Pokalsieg im Jahr 1936 zu seinem Abschluss, als Sheffield United durch ein Tor von Drake mit 1:0 geschlagen wurde. Fortan entwickelten sich die sportlichen Leistungen rückwärtig, nachdem Alex James zurückgetreten war und Spieler wie Bastin ihren Zenit bereits überschritten hatten. Dennoch gewann Arsenal in der Saison 1937/38 noch den fünften Meisterschaftstitel in der Vereinsgeschichte.

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1939 wurde der Spielbetrieb in den britischen Profiligen eingestellt. Das Arsenal Stadium diente fortan als sogenannte ARP-Station zum Schutz der Zivilisten vor Luftangriffen, die hinter der Clock End-Tribüne einen Sperrballon betrieb. Während des Blitzkriegs traf eine rund 1,5 Tonnen schwere Bombe die Nordtribüne, zerstörte das Dach und verursachte an dieser Stelle einen Brand. Arsenal absolvierte während des Krieges seine Heimspiele in der White Hart Lane, wo normalerweise Tottenham Hotspur beheimatet ist. Die Spiele während des Krieges hatten keinen offiziellen Charakter, fanden zumeist nur im Rahmen von regionalen Wettbewerben statt und Vereine beendeten in der Regel die einmal begonnenen Spielzeiten nicht. Viele Fußballer dienten in der Armee als Trainer oder Ausbilder, standen somit ihren Vereinen langfristig nicht zur Verfügung und traten nur sporadisch als „Gastspieler“ anderer Vereine in Erscheinung. Arsenal gewann 1943 den sogenannten „Football League War Cup South“ und zudem regionale Meisterschaften in London und in Südengland in den Jahren 1941, 1943 und 1944.

Im November 1945 absolvierte Arsenal eines der außergewöhnlichsten und kontroversesten Spiele in der Vereinsgeschichte, als sich Dynamo Moskau auf einer Tournee im Land befand. Da noch viele Stammspieler in der Armee dienten und diese somit eine große Lücke in der Mannschaft hinterlassen hatten, ergänzte Arsenal seine Mannschaft um sechs Gastspieler, darunter Stanley Matthews und Stan Mortensen. Dies führte dazu, dass Dynamo den Gegner als eine englische Nationalmannschaft einstufte, obwohl sich in der Startelf von Arsenal auch drei Waliser befanden. Das Spiel selbst fand im dichten Nebel statt und die technisch geschicktere Dynamo-Mannschaft gewann die Partie mit 4:3, nachdem Arsenal zur Halbzeit bereits mit 3:1 geführt hatte. Obwohl über den Endstand weitestgehend Klarheit besteht, weichen weitere Detailinformationen über den konkreten Spielverlauf voneinander ab. Nach englischen Berichten setzte Dynamo zwischenzeitlich zwölf Spieler ein und versuchte zudem beim Schiedsrichter einen Spielabbruch zu erwirken, als sich der Verein im Rückstand befand. Im Gegenzug beschuldigten die Sowjets Arsenal, unfair gespielt zu haben. Der Vorwurf, George Allison habe auf den Spielausgang Geld gesetzt, wurde später fallen gelassen. Dadurch, dass der Nebel den Großteil der Aktionen auf dem Spielfeld verbarg - selbst die Identitäten der Torschützen sind umstritten - sowie aufgrund der vorhandenen Sprachbarrieren und der gegenseitigen Verdächtigungen - das Spiel fand während des gerade aufkommenden Kalten Krieges statt -, werden die genauen Geschehnisse vermutlich auch weiter im Verborgenen bleiben.

Der Krieg beendete die Karrieren vieler wichtiger Spieler des FC Arsenal, darunter die von Bastin und Drake. Zudem trug der Verein aufgrund der Stadionbaukosten und der Reparaturen der Kriegsschäden eine große finanzielle Bürde, mit der Arsenal in der Folgezeit nach Wiederaufnahme des Spielbetriebs zu kämpfen hatte. In der dritten Runde des FA-Pokals verlor Arsenal in der Saison 1945/46 nach zwei Spielen mit insgesamt 1:6 Toren gegen West Ham United. Als die Meisterschaft wieder aufgenommen wurde, belegte Arsenal einen enttäuschenden 13. Abschlusstabellenplatz. George Allison erklärte zum Ende dieser Saison seinen Rücktritt und wurde von seinem Assistenten Tom Whittaker ersetzt, der auch schon unter Herbert Chapman gearbeitet hatte.

Der Wechsel zu Whittaker brachte dem Verein unmittelbaren Erfolg mit dem Gewinn der englischen Meisterschaft in der Saison 1947/48. Die Mannschaft wurde von dem Kapitän Joe Mercer angeführt und mit der Treffsicherheit der beiden Angriffsspieler Reg Lewis und Ronnie Rooke übernahm Arsenal im Oktober 1947 die Tabellenführung, die man bis zum Saisonende nicht mehr abgab. Mit langfristige Erfolg war zu diesem Zeitpunkt nicht zu rechnen, da die Arsenal-Mannschaft schon etwas überaltert war und mit Rooke und Mercer entscheidende Spieler besaß, die bereits über 30 Jahre alt waren. Die Reaktion darauf war, dass Whittaker mit Doug Lishman, Alex Forbes und Cliff Holton neue junge Spieler in die Mannschaft einbaute. Obwohl damit noch nicht genügend Qualität erreicht wurde, um erneut in einen Meisterschaftskampf einzugreifen, sorgte diese Kaderauffrischung dafür, dass im Jahr 1950 erneut der FA-Pokal gewonnen wurde. Reg Lewis erzielte die beiden Treffer zum 2:0-Finalsieg gegen den FC Liverpool.

In der Saison 1951/52 spielte Arsenal lange Zeit um das Double, beendete die Spielzeit jedoch letztlich enttäuschend, nachdem eine Verletzungsserie in der Spätphase der Saison die Ziele in weite Ferne rücken ließ. Arsenal verlor die letzten beiden Meisterschaftsspiele, darunter die Auswärtspartie beim späteren Meister Manchester United am letzten Spieltag, und schloss die Saison punktgleich mit Tottenham auf dem dritten Platz ab. Eine Woche später trat Arsenal mit vielen zuvor verletzten Spielern im FA-Pokalfinale gegen Newcastle an. Als sich Walley Barnes in der 35. Spielminute das Knie verdrehte und vom Platz genommen werden musste, spielte Arsenal fortan mit zehn Mann weiter, da Auswechselungen damals noch nicht erlaubt waren. Newcastle konnte diesen Vorteil ausnutzen und gewann die Partie mit 1:0.

Ungeachtet dieser Rückschläge gewann Arsenal in der Saison 1952/53 seine siebte Meisterschaft, nachdem in einem der spannendsten Entscheidungen Preston North End punktgleich und nur aufgrund des besseren Torquotienten, der damals anstatt der heute üblichen Tordifferenz verwendet wurde, auf den zweiten Platz verwiesen wurde. Diese Meisterschaftstrophäe sollte der letzte Titelgewinn Arsenals für die nächsten 17 Jahre bleiben und die sportliche Entwicklungskurve zeigte fortan nach unten, als es nicht mehr gelang, neue spielstarke Akteure anzuheuern. Tom Whittaker verstarb unerwartet im Jahr 1956 und abgesehen von einem dritten Platz in der Saison 1958/59 belegte Arsenal nur noch Plätze im Mittelfeld der Liga. Auch im FA-Pokal feierte Arsenal in dieser Zeit nach dem Finaleinzug von 1952 keine Erfolge mehr und kam bis 1971 nicht mehr über das Viertelfinale hinaus.

Die beiden ehemaligen Spieler des Vereins Jack Crayston und George Swindin folgten Whittaker in dessen Amt nach, konnten jedoch nicht an seinen Erfolg anknüpfen. Im Jahr 1962 vollzog Arsenal mit der Verpflichtung der englischen Fußballlegende Billy Wright einen mutigen Schritt, da Wright noch nicht über Trainererfahrungen verfügte. Wie auch seine unmittelbaren Vorgänger führte Wright Arsenal nicht zu ähnlichen Erfolgen der Vergangenheit, obwohl unter seiner Ägide Arsenals Premiere in einem europäischen Vereinswettbewerb stattfand. Als Siebtplatzierter hatte sich Arsenal in der Saison 1962/63 für den Messepokal qualifiziert. In seiner letzten Trainerspielzeit wies Arsenal mit dem 14. Tabellenplatz die schlechteste Platzierung seit 36 Jahren auf und verzeichnete mit 4.554 den geringsten Zuschauerzuspruch in der Geschichte des Highbury. Der einzige Spitzenspieler bei Arsenal war damals George Eastham, der im Kader für die Fußball-Weltmeisterschaft 1966 im eigenen Land stand, aber dort in keinem Spiel zum Einsatz kam.

In einer überraschenden Entscheidung beförderte der Verein den Physiotherapeuten Bertie Mee in der Nachfolgerrolle Wrights. Dies sollte sich rasch auszahlen, wobei ihm dabei eine junge Spielergeneration half, die für den Verein im Jahr 1966 den FA Youth Cup gewonnen hatte. Dort hatten sich vor allem talentierte Angriffsspieler wie Charlie George, John Radford und Ray Kennedy für die erste Mannschaft empfohlen. Mee ergänzte diese Stärken in der Offensive durch einige erfahrene Kräfte, darunter der Mannschaftskapitän Frank McLintock, der in der zentralen Abwehrformation für Sicherheit sorgen sollte, sowie mit Peter Storey ein defensiver Mittelfeldspieler, der große Stärken im Tackling besaß. Mit diesem neu formierten Team erzielte Mee durch die Finaleinzüge der Jahre 1968 und 1969 im Ligapokal erste Achtungserfolge. In beiden Endspielen verlor Arsenal zunächst mit 0:1 gegen Leeds United, der damals von Don Revie trainiert wurde, und dann sensationell mit 1:3 gegen den Drittligisten Swindon Town.

Trotz dieser Pleite gegen Swindon Town endete die Saison mit einem Teilerfolg, als sich Arsenal aufgrund des vierten Platzes in der Meisterschaft erneut für den Messepokal qualifizierte. Arsenal entschied diesen Wettbewerb 1970 auch für sich, wodurch die erste europäische Trophäe und der erste Titel nach siebzehn Jahren eingefahren wurde. Dabei schlug der Verein im Halbfinale Ajax Amsterdam und nach einem zwischenzeitlichen 0:3 im Finalhinspiel beim RSC Anderlecht verkürzte Ray Kennedy kurz vor Ende der Partie noch auf 1:3. Durch das 3:0 im Rückspiel nach Toren von John Radford, Eddie Kelly und Jon Sammels wurde die Begegnung in einen Sieg umgedreht.

Der größte Erfolg in dieser Ära war der Gewinn des ersten Doubles aus FA-Pokal und englischer Meisterschaft in der Saison 1970/71. Obwohl Arsenal mit einer 0:5-Niederlage gegen Stoke City im September schwach in die Spielzeit gestartet war, agierte die Mannschaft fortan auf konstant hohem Niveau und lieferte sich mit Leeds United ein knappes Titelrennen. Um die Meisterschaft zu gewinnen und Leeds hinter sich zu lassen, musste Arsenal am letzten Spieltag in Tottenham gewinnen. Dies gelang mit einem 1:0-Sieg nach einem Tor von Ray Kennedy. Nur fünf Tage später schlug Arsenal im FA-Pokalendspiel den FC Liverpool im Wembley-Stadion mit 2:1. Arsenal hatte in der Verlängerung den 0:1-Rückstand hinnehmen müssen, konnte jedoch durch den eingewechselten Eddie Kelly ausgleichen und durch den entscheidenden Treffer von Charlie George das Spiel für sich entscheiden.

Das Double stellte sich als eine vorgezogene Hochphase in einem Jahrzehnt dar, das sich als Kette von knapp verpassten Gelegenheiten erwies. Trotz der Verpflichtung des Weltmeisters Alan Ball begann Arsenal die Saison 1971/72 auf schwachem Niveau, verlor im August bereits drei Spiele und musste stark darum kämpfen, die Führungsgruppe noch einzuholen. Arsenal schloss die Spielzeit letztlich auf dem fünften Tabellenplatz ab. Das Debüt im Europapokal der Landesmeister begann vielversprechend, bis Arsenal im Viertelfinale an Ajax Amsterdam scheiterte, das sich angeführt von Johan Cruyff im Zenit seiner Leistungsstärke befand. Arsenal erreichte erneut das FA-Pokalfinale und verlor in einem teilweise unfair und undiszipliniert geführten Spiel gegen Leeds United mit 0:1.

Es folgte eine Vizemeisterschaft in der Saison 1972/73, aber die Mannschaft des Double-Gewinners war binnen eines Jahres auseinander gebrochen und Mee versuchte vergeblich, einen Neuaufbau durchzuführen. Die sportliche Entwicklung verschlechterte sich dramatisch und Arsenal lieferte in den anschließenden beiden Jahren mit dem 16. und 17. Tabellenplatz die schlechtesten Resultate seit mehr als 40 Jahren ab. Auf den gekündigten Mee folgte mit Terry Neill, ein ehemaliger Arsenal-Spieler, der Trainer von Tottenham, obwohl er die Spurs nie in das obere Mittelfeld hatte führen können.

Mit Neill gelang die Rückkehr in die obere Tabellenhälfte, wobei der aufstrebende irische Spitzenspieler Liam Brady maßgeblichen Anteil an diesem Aufwärtstrend hatte. Brady war Teil einer großen irischen Fraktion im Kader, die außerdem Pat Rice, Frank Stapleton, Pat Jennings und den jungen David O'Leary umfasste. Obwohl die Dominanz des FC Liverpool zu dieser Zeit nicht durchbrochen werden konnte, unterstrich Arsenal zum Ende des Jahrzehnts weiterhin durch gute Resultate im FA-Pokal die Zeichen einer sportlichen Konsolidierung. Der Verein erreichte in den Jahren 1978 bis 1980 drei Endspiele in Serie, konnte aber nur das mittlere gegen Manchester United gewinnen. Durch ein erneut sehr gutes Spiel von Brady ging Arsenal nach Toren von Brian Talbot und Frank Stapleton mit 2:0 in Führung und sah fünf Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit bereits wie der sichere Sieger aus. United glich jedoch durch einen Doppelschlag zum 2:2 aus, worauf in der Nachspielzeit der Siegtreffer von Alan Sunderland zum 3:2 nach einer Flanke von Graham Rix folgte.

Die anschließende Saison 1979/80 wurde sehr kräfteraubend, als Arsenal durch das Erreichen von zwei Pokalfinalspielen auf eine Rekordzahl von 70 Pflichtpartien kam, in deren Anschluss Arsenal am Ende dennoch ohne zählbaren Erfolg blieb. Enttäuschend war dabei vor allem die 0:1-Niederlage gegen den Zweitligisten und Außenseiter von West Ham United im FA-Pokalfinale, die durch einen Kopfball von Trevor Brooking besiegelt wurde. In der Zwischenzeit hatte Arsenal auch das Endspiel im Europapokal der Pokalsieger erreicht und stand dort durch das entscheidende Tor von Paul Vaessen im Halbfinalsieg gegen Juventus Turin dem spanischen Verein FC Valencia gegenüber. Das Finale endete in der regulären Spielzeit torlos, und Arsenal verlor die Begegnung nach Elfmeterschießen, in dem Brady und Rix ihre Strafstöße vergeben hatten.

Liam Brady verließ Arsenal im Sommer 1980 zu Juventus Turin, und Arsenal ging einer weiteren Phase der Stagnation entgegen. Der Verein befand sich zwar zu Beginn der 1980er Jahre unter den besten vier englischen Mannschaften, konnte aber nie ernsthaft in die Meisterschaft eingreifen oder vergangene Erfolge im FA-Pokal wiederholen. Die beste FA-Pokal-Serie fand dabei in der Saison 1982/83 statt, als man sich erst im Halbfinale Manchester United geschlagen geben musste.

Während seiner Amtszeit hatte Neill stets Probleme mit der Mannschaftsführung und überwarf sich mit vielen seiner Spieler wie zum Beispiel mit Alan Hudson und Malcolm Macdonald und konnte das Alkoholproblem im Kader, wie es in vielen englischen Mannschaften auch heute immer noch vorherrscht, nicht in den Griff bekommen. Dazu kam, dass viele Neuverpflichtungen, darunter die von Charlie Nicholas, nicht unmittelbar zur Qualitätssteigerung beitrugen. Neill wurde nach einem schlechten Saisonstart – mit dem Tiefpunkt einer sensationellen Niederlage im Ligapokal gegen den unterklassigen FC Walsall – im Dezember 1983 entlassen.

Neuer Trainer beim FC Arsenal wurde Don Howe, der dem Verein bereits in mehreren Funktionen unter anderen auch als Spieler gedient hatte, aber mit Arsenal auch nicht in die Nähe eines Titelgewinns kam. Obwohl der Verein unter Howe mit dem sechsten und siebten Platz in der Meisterschaft keine übermäßig schlechte Bilanz aufzuweisen hatte, verlor er im FA-Pokal der Saison 1984/85 wiederum überraschend gegen einen Drittligisten – in diesem Fall gegen York City. Die Anhänger begannen damit, ihrer Enttäuschung über die ausbleibenden Erfolge Ausdruck zu geben, und die Zuschauerzahlen fielen unter die 20.000er-Grenze. Als Howe im März 1986 darüber Kenntnis erhielt, dass das Präsidium mit Terry Venables in Verhandlungen über das Traineramt des FC Arsenal stand, trat er zurück.

Im Sommer 1986 verpflichtete der Verein mit George Graham einen ehemaligen Arsenal-Spieler sowie den vormaligen Trainer des FC Millwall als Nachfolger für Howe. Damit wurde der Grundstein für die nächste erfolgreiche Ära gelegt, da Graham viele alte Spieler des Vereins aussortierte und durch Neuverpflichtungen sowie durch verstärkte Förderungen von jungen Arsenal-Talenten ersetzte. Auch eine Verschärfung der Disziplin sowohl auf als auch außerhalb des Spielfeldes gehörte zu den ersten Aufgaben Grahams. Arsenals Formkurve zeigte durch diese Maßnahmen direkt steil nach oben und der Verein stand an den Weihnachtstagen 1986 erstmals in diesem Jahrzehnt wieder an der Tabellenspitze, was auch symbolisch ein günstiger Zeitpunkt angesichts des hundertjährigen Vereinsjubiläums war.

Neben dem vierten Meisterschaftsplatz in Grahams erster Saison gewann er mit seinem neuen Verein auf Anhieb den Ligapokal, wobei die Mannschaft viele schon verloren geglaubte Partien noch umgedreht hatte. Arsenal befand sich im Halbfinalrückspiel gegen die Spurs bereits mit insgesamt zwei Toren im Rückstand, bevor zwei eigene Treffer ein Entscheidungsspiel erzwangen. In diesem ging Tottenham erneut mit 1:0 in Führung, die Arsenal noch durch zwei späte Treffer von Ian Allinson und David Rocastle in einen Sieg umwandelte. Im Endspiel drehte Charlie Nicholas einen zwischenzeitlichen 0:1-Rückstand mit zwei Toren in einen Sieg um und sorgte somit dafür, dass Arsenal erstmals den Ligapokal gewann.

Obwohl Arsenal das nächste Ligapokalfinale durch eine überraschende Niederlage gegen Luton Town verlor, verbesserten sich die Darbietungen in der englischen Meisterschaft kontinuierlich. Grahams Mannschaft entwickelte eine außerordentlich disziplinierte Defensive, die von Tony Adams, Lee Dixon, Steve Bould und Nigel Winterburn verkörpert wurde und in dieser Form die Basis für die Verteidigungslinie über ein ganzes Jahrzehnt hinweg bildete. Trotz der anders verlauteten Meinung in der Öffentlichkeit war Grahams Mannschaft nicht ausschließlich defensiv orientiert und brachte leistungsstarke Mittelfeldakteure wie David Rocastle, Michael Thomas und Paul Merson, sowie den Stürmer Alan Smith hervor, der stets auf eine Torquote von über 20 Treffern pro Saison kam.

Zum Ende von Grahams dritter Saison gewann Arsenal 1989 auf dramatische Art seine erste Meisterschaft seit 1971. Nachdem Arsenal die Tabelle seit Weihnachten 1988 angeführt hatte, zog Liverpool nach einer Niederlage Arsenals gegen Derby County und einem Remis gegen den FC Wimbledon im Mai vorbei. Arsenal schien die Meisterschaft schon verspielt zu haben, als der Verein am letzten Spieltag am 26. Mai zum Showdown im Anfield-Stadion antrat. Arsenal benötigte einen Sieg mit zwei Toren Differenz und Liverpool war als frisch gebackener FA-Pokalsieger Favorit auf den Gewinn des Doubles. Nachdem Alan Smith früh in der zweiten Halbzeit das 1:0 erzielt hatte, konnte Arsenal den notwendigen zweiten Treffer auch nach Ablauf der 90 Minuten nicht nachlegen. Nur noch wenige Sekunden verblieben in der Nachspielzeit, als Smith den Ball zum jungen Michael Thomas abgab, der das Spielgerät anschließend ruhig über Bruce Grobbelaar ins Tor hob und somit Arsenal zur Meisterschaft verhalf.

Die Titelverteidigung gelang Arsenal in der nächsten Saison nicht und schloss die Spielzeit auf dem vierten Platz hinter dem neuen Meister Liverpool sowie Aston Villa und Tottenham Hotspur ab. Aufgrund der Sperre für englische Vereine im Nachgang der Heysel-Katastrophe durfte Arsenal zudem an europäischen Vereinswettbewerben nicht teilnehmen.

Graham verstärkte weiterhin den Kader und verpflichtete dabei den Torhüter David Seaman, sowie den schwedischen Flügelspieler Anders Limpar. Beide Akteure fügten sich in die Mannschaft ein und holten mit Arsenal in der Saison 1990/91 erneut die Meisterschaft, obwohl der Klub im Verlauf zwei Rückschläge erlitten hatte. Im Oktober 1990 wurden Arsenal zwei Punkte abgezogen, nachdem zehn Spieler des Vereins in eine Rauferei mit Gegenspielern von Manchester United beteiligt gewesen waren. Zudem wurde Tony Adams im Dezember 1990 wegen Trunkenheit am Steuer zu einer viermonatigen Haftstrafe verurteilt. Dies hinderte Arsenal jedoch nicht an konstant guten Leistungen in einer Saison, in der der Klub nur ein einziges Meisterschaftsspiel verlor. Arsenal erreichte auch das FA-Pokal-Halbfinale und stand dort den Tottenham Hotspurs gegenüber. Bereits nach fünf Minuten erzielte Paul Gascoigne per Freistoß aus großer Distanz den Führungstreffer und Tottenham konnte durch den 3:1-Sieg das mögliche Double Arsenals frühzeitig verhindern.

Im Oktober 1991 verpflichtete Arsenal von Crystal Palace mit Ian Wright den fortan zweitbesten Torschützen in der Vereinsgeschichte und zog in dieser Spielzeit erstmals seit der Saison 1971/72 wieder in einen europäischen Landesmeisterwettbewerb ein. Dort verlor man in der zweiten Qualifikationsrunde der Champions League gegen Benfica Lissabon und verpasste den Zugang zu den Gruppenspielen. Die Spielzeit entwickelte sich weiter durchwachsen, nachdem Arsenal im FA-Pokal gegen den niederklassigen AFC Wrexham verlor und den vierten Platz in der Meisterschaft belegte.

Nach dieser Saison vollzog Graham einen Taktikwechsel und ließ defensiver spielen. Diese vorsichtigere Mannschaftsausrichtung hatte zur Folge, dass sich das Team fast ausschließlich auf Torerfolge von Wright verließ und die anderen Mannschaftsteile weniger offensiv orientierten. Nachdem Arsenal zwischen 1986 und 1992 durchschnittlich 66 Meisterschaftstore erzielt hatte - dabei alleine 81 in der Saison 1991/92 -, waren es zwischen 1992 und 1995 nur noch 48. Das Minimum stellen die 40 Treffer in der Spielzeit 1992/93 dar, als Arsenal in der ersten Premier-League-Saison nur auf dem zehnten Platz landete und weniger Treffer als jeder andere Verein in der Liga erzielte.

Arsenals Form in der Liga war zwar enttäuschend, aber in den Pokalwettbewerben zeigte der Verein deutlich bessere Leistungen, als er als erster Verein das „FA-und-Liga-Pokal-Double“ in der Saison 1992/93 gewann. Im Ligapokalendspiel trat Arsenal gegen Sheffield Wednesday an und gewann von Merson angeführt nach einem 0:1-Rückstand durch den entscheidenden Treffer von Steve Morrow mit 2:1. Im FA-Pokal-Halbfinale gewann Arsenal gegen die Spurs und nahm somit Revanche für die Niederlage im Jahr 1991. Im Endspiel wartete erneut Sheffield Wednesday auf Arsenal, das einen Treffer von Wright durch Chris Waddle ausglich. Als auch nach 120 Minuten noch kein weiteres Tor gefallen war, entschied ein Kopfball von Andy Linighan nach einem Eckball die Partie und brachte dem FC Arsenal das Pokaldouble.

In der Saison 1993/94 gewann Arsenal seine zweite europäische Trophäe, wobei die Mannschaft im Finale des Europapokals der Pokalsieger mit den Verletzungen der Schlüsselspieler John Jensen und Martin Keown sowie der Sperre von Ian Wright zu kämpfen hatte. Dennoch wurde der Titelverteidiger und Favorit AC Parma mit 1:0 in Kopenhagen mit einer sehr defensiv geführten Vorstellung durch einen Volley-Linksschuss von Alan Smith in der 21. Minute besiegt. Dieser Erfolg sollte der letzte Titelgewinn von George Graham sein, da der Schotte im folgenden Februar nach neun Jahren für Arsenal entlassen wurde. Man hatte festgestellt, dass er 1992 eine illegale Zahlung über 425.000 britische Pfund von dem norwegischen Spieleragenten Rune Hauge im Zusammenhang mit dem Kauf der Spieler Pål Lydersen und vor allem John Jensen entgegen genommen hatte.

Bis zum Ende der Saison 1994/95 übernahm mit Stewart Houston der ehemalige Co-Trainer vorübergehend die Mannschaftsleitung. Arsenal stand am Ende dieser Spielzeit auf einem enttäuschenden zwölften Tabellenplatz, erreichte jedoch nach einem Halbfinalsieg im Elfmeterschießen gegen Sampdoria Genua – beide Mannschaften hatten zuvor nach der jeweils regulären Spielzeit eine Partie mit 3:2 gewonnen – erneut das Finale im Europapokal der Pokalsieger. Dort stand man dem spanischen Vertreter Real Saragossa gegenüber, dessen Führungstreffer durch Juan Esnáider von John Hartson für Arsenal ausgeglichen wurde, bevor dann der Mittelfeldspieler Nayim mit der letzten Aktion in der 120. Minute per Weitschuss von der Mittellinie das Spiel für Saragossa entschied. David Seaman, der noch im Semifinale im gewonnenen Elfmeterschießen triumphiert hatte, konnte nicht schnell genug in sein Gehäuse zurückeilen und berührte den Ball nur noch leicht mit einer Hand, als dieser ins Tor fiel. Die Finalniederlage stellte somit einen Tiefpunkt in einer schwachen Gesamtsaison dar.

Im Juni 1995 verpflichtete Arsenal Bruce Rioch, der gerade die Bolton Wanderers in das Ligapokalendspiel und zurück in die oberste englische Spielkasse geführt hatte, als neuen Trainer. Der Kauf des niederländischen Stürmers Dennis Bergkamp von Inter Mailand für 7,5 Millionen Pfund brach den bis zu diesem Zeitpunkt gültigen Ablöserekord im englischen Fußball. Bergkamp bildete fortan mit Wright den ertragreichen Angriff in einer Mannschaft, die sich durch das Erreichen des Halbfinals im Ligapokal rehabilitierte. Der fünfte Platz in der Meisterschaft berechtigte zudem zur Teilnahme an dem UEFA-Pokal-Wettbewerb und nährte die Hoffnung, künftig wieder im Titelrennen eingreifen zu können. Die „Ära Rioch“ endete im August 1996 vorzeitig, nachdem sich Rioch aufgrund der Transferpolitik mit der Vereinsführung zerstritt, was einen monatelangen Unruhezustand zur Folge hatte. Stewart Houston übernahm die Mannschaftsleitung erneut für einen Monat auf Interimsbasis, bevor er zurücktrat, um sich den Queens Park Rangers anzuschließen. Bis zur Verpflichtung des Franzosen Arsène Wenger im September übernahm der Jugendtrainer Pat Rice für einige Spiele die Führung des Teams.

Die Mannschaft verbesserte sich unter Wengers Führung schnell, belegte in der Meisterschaft den dritten Platz und qualifizierte sich für den UEFA-Pokal, wobei sie die Teilnahme an der Champions League nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz verpasste. Wenger baute eine Reihe von zumeist wenig bekannten französischen Spielern in seinen Kader ein. Darunter befanden sich der talentierte Patrick Vieira, der noch Am Anfang seiner fortan großen Laufbahn stand, sowie Nicolas Anelka und Emmanuel Petit. Außerdem verpflichtete Wenger im Sommer 1997 mit Marc Overmars einen hochtalentierten niederländischen Flügelstürmer. Diese neuen Akteure verschmolzen mit vielen arrivierten Spielern der „alten Garde“, darunter Adams, Dixon, Winterburn, Keown and Bould. Pat Rice wurde von Wenger zu seinem Co-Trainer bestimmt.

Seinen ersten Titel gewann Wenger mit Arsenal bereits in der anschließenden Saison, als er als erster ausländischer Trainer die englische Meisterschaft errang und diese zum zweiten Double in der Klubgeschichte ausbaute. Im Meisterschaftsrennen schien sich Arsenal im Dezember nach einer 1:3-Heimniederlage gegen die Blackburn Rovers bereits vorzeitig verabschiedet zu haben. Die Mannschaft holte letztlich einen 12-Punkte-Rückstand zum Tabellenführer Manchester United auf und stellte am Ende nach einem 4:0-Heimsieg gegen den FC Everton am 3. Mai die Trophäe bereits vor dem vorletzten Spieltag sicher. Am 16. Mai schlug Arsenal dann im FA-Pokalendspiel Newcastle United noch mit 2:0. Zudem übertraf Ian Wright den vormaligen Rekordvereinstorschützen Cliff Bastin und verließ den Klub nach 185 Toren im Sommer 1988.

Trotz des Kaufs von Fredrik Ljungberg 1998 und Thierry Henry ein Jahr später erwartete den Verein in den weiteren Jahren eine erneute Periode ohne Titelgewinne, obwohl mehrere Gelegenheiten knapp verpasst wurden. In der Spielzeit 1998/99 führte Arsenal die Tabelle lange Zeit an, bis der Verein nach einer 0:1-Niederlage gegen Leeds United noch von Manchester United überholt wurde. Trotz eines Siegs am letzten Spieltag gegen Aston Villa führte der Sieg von United gegen die Tottenham Hotspurs dazu, dass dem FC Arsenal nur die Vizemeisterschaft blieb. Auch im FA-Pokal-Halbfinale unterlag Arsenal dem Konkurrenten aus Manchester, wobei Bergkamp zunächst einen Elfmeter verschossen und Ryan Giggs in der Nachspielzeit nach einem Solo durch die gesamte Defensive Arsenals das entscheidende Tor erzielt hatte. Arsenals Rückkehr in die Champions League nach sieben Jahren endete ebenfalls in einer Enttäuschung, da der Verein die Gruppenphase nicht überstand.

Auch in der Spielzeit 1999/2000 wurde Arsenal Vizemeister, konnte Manchester United im Titelrennen nie ernsthaft gefährden und rangierte 18 Punkte hinter dem alten und neuen Meister. In der Champions League wurden die Erwartungen erneut nicht erfüllt, wobei der dritte Platz in den Gruppenspielen zumindest noch die weitere Teilnahme am UEFA-Pokal ermöglichte. Dort zog die Mannschaft bis ins Finale ein und traf in Kopenhagen auf Galatasaray Istanbul. Das Spiel endete aktionsarm mit einem 0:0 nach Verlängerung. Das Elfmeterschießen verlor Arsenal, nachdem Davor Šuker und Patrick Vieira ihre Strafstöße vergeben hatten.

Eine weitere Vizemeisterschaft wartete auf Arsenal in der Saison 2000/01, in diesem Fall nur zehn Punkte hinter Manchester United. Das Titelrennen war bis zum Februar 2001 offen gewesen, bis eine 1:6-Niederlage von Arsenal in Old Trafford eine Vorentscheidung brachte. Der Klub konzentrierte sich fortan mehr auf die Pokalwettbewerbe und besiegte im FA-Pokal-Halbfinale die Spurs, um im Endspiel dem FC Liverpool in Cardiff gegenüber zu stehen. Arsenal war meist spielbestimmend. Liverpools Stéphane Henchoz wehrte einen Ball, der zu einem Tor geführt hätte, mit der Hand ab, was jedoch vom Schiedsrichter nicht geahndet wurde. Dennoch ging Arsenal durch ein Tor von Ljungberg mit 1:0 in Führung, unterlag aber nach zwei späten Treffern von Michael Owen mit 1:2. In der Champions League gelangte der Verein bis ins Viertelfinale, wo man gegen den späteren Finalisten FC Valencia nur aufgrund der Auswärtstorregel verlor. Dennoch stellte der Einzug unter die letzten acht Mannschaften das beste Resultat in dem wichtigsten europäischen Vereinswettbewerb seit 1972 dar.

Wenger war nun dazu gezwungen, einen Großteil seiner Doublegewinner-Mannschaft von 1998 umzubauen, nachdem Anelka, Overmars und Petit für hohe Ablösesummen zu spanischen Vereinen gewechselt waren und die renommierte Abwehrformation deutlich in die Jahre gekommen war. Bould und Winterburn hatten den Verein bereits verlassen und Adams sowie Dixon sollten auch nur noch eine Saison bis zu ihrem Rücktritt agieren. Wenger besetzte die Positionen in der Defensive mit Spielern wie Sol Campbell und Lauren neu und beförderte Ashley Cole aus der eigenen Jugendabteilung in die erste Mannschaft. Das Mittelfeld verstärkte der Trainer mit Robert Pirès und verpflichtete dessen Landsmann Sylvain Wiltord für die Offensive, während sich Thierry Henry mittlerweile an die englische Spielweise gewöhnt und zu einem der besten Stürmer in der Premier League entwickelt hatte.

Die Offensive war nun zweifelsfrei Arsenals Prunkstück und die Mannschaft gewann in der Saison 2001/02 das dritte Double in der Vereinsgeschichte, womit der Rekord in dieser Hinsicht im englischen Fußball eingestellt wurde. Die „Gunners“ waren die einzige Mannschaft, die in jedem Spiel mindestens ein Tor schossen und in allen Auswärtsspielen ungeschlagen blieben. Bis zum Februar 2002 war der Kampf um die Meisterschaft spannend und die vier besten Mannschaften trennten insgesamt nur drei Punkte. Anschließend zog Arsenal mit einer elf Spiele andauernden Siegesserie davon und sicherte sich mit sieben Punkten Vorsprung vor dem FC Liverpool die Meisterschaft, wobei der 1:0-Auswärtssieg bei Manchester United am vorletzten Spieltag nach einem Tor von Wiltord die Entscheidung gebracht hatte. Am Wochenende zuvor hatte Arsenal bereits mit einem 2:0-Endspielsieg gegen den FC Chelsea seinen achten FA-Pokaltitel in der Vereinsgeschichte eingefahren, wobei Ray Parlour und Ljungberg für die Tore gesorgt hatten.

Arsenal verteidigte in der Saison 2002/03 als erster Verein seit über 20 Jahren den FA-Pokaltitel, nachdem man im Finale mit 1:0 gegen den FC Southampton durch ein Tor von Pirès gesiegt hatte. Die Freude darüber wurde durch die knapp verpasste Meisterschaft getrübt. Arsenal hatte bereits mit acht Punkten vor dem späteren Meister Manchester United die Tabelle angeführt, aber die Form ließ zum Ende der Spielzeit deutlich nach. Nach einer 2:0-Führung bei den Bolton Wanderers spielte Arsenal letztlich nur 2:2 und verspielte in der folgenden Heimpartie gegen Leeds United mit einer 2:3-Niederlage endgültig den Titel.

Diese Niederlage gegen Leeds sollte jedoch die letzte für Arsenal in der Meisterschaft für einen Zeitraum von über einem Jahr sein. Die Saison 2003/04 stellte mit 26 Siegen, 12 Unentschieden und keiner Niederlage einen Rekord dar. Zuletzt war Preston North End in der Saison 1888/89 ohne Niederlage geblieben. Arsenal rangierte elf Punkte vor dem Zweitplatzierten FC Chelsea, der sich wiederum im Champions-League-Viertelfinale revanchierte. Zudem verlor Arsenal im Halbfinale des FA-Pokals gegen Manchester United. Nach diesen Rückschlägen rehabilitierte sich Arsenal aber in dem anschließenden Spiel gegen den FC Liverpool nach einem zwischenzeitlichen 0:1- und 1:2-Rückstand, gewann mit insgesamt drei Toren von Henry noch mit 4:2 und sicherte sich die Meisterschaft anschließend durch ein 2:2 auswärts bei den Tottenham Hotspurs.

Arsenal konnte den Titel in der Saison 2004/05 nicht verteidigen und rangierte zwölf Punkte hinter dem FC Chelsea auf dem zweiten Platz. Dennoch erweiterten die Gunners den englischen Rekord ungeschlagener Spiele auf insgesamt 49 Partien. Zunächst wurde die Bestmarke durch einen spannenden 5:3-Sieg gegen den FC Middlesbrough nach einem 1:3-Rückstand zur Halbzeit eingestellt, dann mit einem 3:0-Erfolg gegen die Blackburn Rovers übertroffen und durch die 0:2-Niederlage gegen Manchester United beendet. Danach verschlechterte sich die Form, und Arsenal verlor entscheidenden Boden im Titelrennen, bis eine erneut positive Serie, besiegelt durch einen spektakulären 7:0-Sieg gegen den FC Everton, die Vizemeisterschaft sicherte. In der Champions League war Arsenal erneut glücklos und verlor nach der Gruppenphase gegen den FC Bayern München mit insgesamt 2:3 Toren nach Hin- und Rückspiel. Dennoch beendete Arsenal die Saison mit einem Titelgewinn, als die Mannschaft nach einer torlosen regulären Spielzeit das Elfmeterschießen gegen Manchester United mit 5:4 gewann und somit den dritten FA-Pokal innerhalb von vier Jahren errang.

Geschwächt durch den Verkauf von Mannschaftskapitän Patrick Vieira an Juventus Turin im Sommer 2005 entwickelte sich die Saison 2005/06 verhältnismäßig enttäuschend, und Arsenal feierte auch in den heimischen Pokalwettbewerben keine Erfolg. In der Meisterschaft sorgte die schwache Form bei Auswärtsspielen dafür, dass Arsenal trotz einiger guter Heimresultate - darunter ein 5:0 gegen Aston Villa sowie ein 7:0 gegen den FC Middlesbrough - zumeist nur auf dem fünften Platz oder gar schlechter in der Tabelle stand und es sah danach aus, dass erstmals seit 1997 die Qualifikation zur Champions League misslinge. Nachdem die Mannschaft die letzten drei Spiele gewann, darunter das 4:2 gegen Wigan Athletic beim letzten Spiel in Highbury, sorgte die Niederlage der Spurs bei West Ham United am letzten Spieltag dafür, dass Arsenal am Ende noch den vierten Platz erreichte und somit der Zugang zur Champions League gelang.

Im erheblichen Kontrast zur schwachen heimischen Form zeigte sich Arsenal in Europa deutlich leistungsstärker und erreichte erstmals in seiner Geschichte und als erster Londoner Verein überhaupt das Finale in der Champions League. Arsenal gewann seine Gruppe vor Ajax Amsterdam, dem FC Thun und Sparta Prag und schlug in den anschließenden Ausscheidungsspielen Real Madrid, wo sie als erstes britisches Team im Santiago-Bernabéu-Stadion gewannen, Juventus Turin und den FC Villarreal, um dann nach einem Rekord von insgesamt zehn Spielen ohne Gegentor dem FC Barcelona im Finale gegenüber zu stehen. Arsenal spielte dort bereits früh mit nur noch zehn Mann, nachdem Torhüter Jens Lehmann nach einer Notbremse des Feldes verwiesen worden war. Trotzdem ging Arsenal durch einen Kopfballtreffer von Sol Campell in der 37. Minute in Führung und verteidigte über lange Zeit diesen Vorsprung, bis zwei späte Tore von Samuel Eto'o und Juliano Belletti Barcelona zum 2:1-Sieg schossen.

Im Juni 2006 leitete die Football Association aufgrund einer Anfrage der FIFA eine Untersuchung ein, die Arsenals Beziehungen zum KSK Beveren zum Gegenstand haben sollten. Die Anfrage fand in Reaktion auf Anschuldigungen statt, die die BBC in der Sendung Newsnight erhoben hatte. Dort war spekuliert worden, ob die Zahlung von Arsenal in Höhe von einer Million Pfund an ein Konsortium, das für den Kauf des belgischen Vereins bot, möglicherweise gegen die FIFA-Statuten verstoßen hatte. Am 23. Juni 2006 sprach die FA Arsenal von dem Vorwurf frei und verkündete, dass man keinen Beweis einer Verletzung der FA- oder Premier-League-Regeln hinsichtlich einer unzulässigen Interessengemeinschaft oder Zusammenarbeit der beiden Vereine gefunden hatte.

Trotz der zahlreichen Erfolge in den 1990er- und 2000er-Jahren war die Stadionkapazität zumal aufgrund der Beschränkungen durch den Taylor-Report mit 38.500 Plätzen in Highbury stets sehr limitiert. Dadurch konnte der Verein die Einnahmenseite in diesem Segment nie maximieren. Nachdem sich ein Ausbau des Highbury-Stadions als unmöglich herausgestellt hatte, informierte Arsenal 1999 die Öffentlichkeit über die Pläne, ins benachbarte Ashburton Grove zu ziehen und dort ein neues Stadion zu errichten. Die Konstruktion des Stadions begann im Dezember 2002. Nach der Fertigstellung wurde das Emirates Stadium im Juli 2006 eröffnet und zur Nutzung ab der Saison 2006/07 freigegeben.

Obwohl die Mannschaft erfolgversprechend in die neue Spielzeit startete und lediglich einen Vier-Punkte-Abstand zur Tabellenspitze aufwies, äußerte Wenger bereits im November 2006, dass ein Eingriff in das Meisterschaftsrennen nicht möglich sei. Im weiteren Saisonverlauf befand sich der FC Arsenal zwar weiterhin unter den besten vier Mannschaften, aber Wenger setzte vor allem im Ligapokal verstärkt auf Spieler der Reserve- und Jugendmannschaft und erreichte damit sogar das Finale, in dem man aber dem FC Chelsea mit 1:2 unterlag. In den anderen Pokalwettbewerben war Arsenal mit weniger Erfolg unterwegs, unterlag im Achtelfinale der Champions League gegen den PSV Eindhoven nach Hin- und Rückspiel mit 1:2 Toren und scheiterte zudem in der fünften Runde des FA-Pokals an den Blackburn Rovers.

Im Jahr 2007 mehrten sich die Spekulationen bezüglich zweier möglicher Übernahmeszenarien. Zunächst übernahm der US-amerikanische Sporttycoon Stan Kroenke einen Großteil der Aktien und besitzt mit Stand von August 2007 12,2% der Anteile, nachdem er den Hauptteil davon im April desselben Jahres von der ITV-Tochtergesellschaft Granada Ventures übernommen hatte. Dies führte dazu, dass sich David Dein, der 14.6% der Anteile besaß und als Sympathisant Kroenkes galt, aufgrund „unüberbrückbarer Differenzen“ am 18. April aus dem Vorstand zurückzog. . Dein verkaufte später seine Anteile an die „Red & White Holdings“, die sich im Besitz des russischen Milliardärs Alischer Usmanow und des Londoner Geschäftsmannes Farhad Moshiri befindet, und wurde im Gegenzug Präsident dieses Unternehmens. In einer Stellungnahme äußerte der Vorsitzende Peter Hill-Wood jedoch, dass kein weiteres Vorstandsmitglied bis mindestens April 2009 zum Verkauf der eigenen Aktienanteile, die insgesamt 45,45% betragen, bereit sei. Zudem besäßen sämtliche Vorstandsmitglieder bis Oktober 2012 Optionen auf die jeweils anderen Anteile.

In sportlicher Hinsicht hatten bereits innerhalb der Spielzeit 2006/07 und unmittelbar danach mit Ashley Cole, Sol Campbell, Lauren, Fredrik Ljungberg und vor allem dem langjährigen Kapitän und Toptorjäger Thierry Henry eine Reihe von erfahrenen Spielern den Verein verlassen. So ging die Mannschaft mit nur noch drei Akteuren in die Saison, die vier Jahre zuvor die letzte Meisterschaft gewonnen hatten. Mit einer neuen jungen Generation von Spielern, darunter Cesc Fàbregas, Robin van Persie, Emmanuel Eboué und Gaël Clichy, kam die umgebaute Mannschaft überraschend schnell in Tritt und blieb zwischen April und November 2007 ungeschlagen. Dies bedeutete zudem in Bezug auf alle Pflichtwettbewerbe einen neuen Rekord. Die Mannschaft führte lange die Premier League an und eliminierte im Champions-League-Achtelfinale den Titelverteidiger AC Mailand (sie wurde damit zur ersten englischen Mannschaft, die in San Siro siegreich war), bevor sie in der Liga noch Manchester United und den FC Chelsea passieren lassen musste. In einem rein englischen Viertelfinale scheiterten die „Gunners“ zudem mit insgesamt 3:5 Toren am FC Liverpool.

Der FC Arsenal enthüllte im Jahr 1888 sein erstes Wappen, auf dem drei nach Norden gerichtete Kanonen von oben betrachtet werden und in seiner Anordnung dem Wappen der Gebietskörperschaft Metropolitan Borough of Woolwich ähnelt. Die Kanonen werden manchmal mit Schornsteinen verwechselt, wobei der jeweils geschnitzte Löwenkopf sowie der Rückseitenknopf einer Kanone darauf hinweisen, dass es sich um Kanonen handelt. Im Jahr 1922 entwickelte der Verein sein erstes Wappen, das nur noch eine nach Osten weisende Kanone zeigte. Im Jahr 1925 wurde es durch eine Variante ersetzt, auf der die Kanone nach Westen wies. Zudem war der Kanonenlauf deutlich schmaler und auf der linken Seite erschien der Spitzname „The Gunners“. Im Jahr 1949 modernisierte der Verein dieses Wappen, behielt dabei den grundsätzlichen Kanonenstil bei, platzierte aber nun den Vereinsnamen darüber und ergänzte auf der Unterseite eine Spruchrolle mit dem neuen lateinischen Vereinsmotto „Victoria Concordia Crescit“ („Erfolg entsteht aus Harmonie“). Erstmalig entwickelte der FC Arsenal damit auch ein buntes Wappen in den Farben rot, grün und goldfarben, das während seiner Verwendungszeit bis 2002 jeweils nur noch in Details verändert wurde.

Aufgrund der zahlreichen Änderungen im Wappen gelang es dem FC Arsenal lange Zeit nicht, ein Copyright darauf zu errichten, obwohl der Klub versucht hatte, es als Marke schützen zu lassen und einen langen Rechtsstreit gegen einen lokalen Straßenhändler, der „inoffizielle“ Arsenal-Merchandisingartikel verkaufte, gewinnen konnte. Um einen umfangreicheren Rechtsschutz zu erlangen, führte der Verein im Jahr 2002 ein neues Wappen ein, dessen vereinfachter Stil – mit abgerundeten Rändern – für diesen Zweck geeigneter schien. Die Kanone wurde nun erneut nach Osten gerichtet und der Vereinsname in einer serifenlosen Schriftart darüber platziert. Zudem ersetzten die Designer die grüne Farbe durch ein Dunkelblau. Diese Änderungen führten zu sehr wechselhaften Reaktionen bei der Anhängerschaft des Vereins. Ein Großteil kritisierte dabei, dass die Geschichte und die Tradition des Klubs zugunsten eines radikalen modernen Designs ignoriert wurden und dass die Meinungen der Anhänger keine ausreichende Berücksichtigung fanden.

Die Mannschaften des FC Arsenal haben bei den Heimspielen zumeist rote Trikots mit weißen Ärmeln und ebenso weißen Hosen getragen, wobei diese Tradition aber durchaus Lücken im Laufe der Zeit aufwies. Die rote Farbe wurde bereits kurz nach der Vereinsgründung im Jahr 1886 festgelegt, quasi in Anerkennung für die Spende des ersten Trikotsatzes von Nottingham Forest. Mit Fred Beardsley und Morris Bates waren zwei der Gründungsmitglieder ehemalige Spieler dieses Vereins gewesen und später arbeitsbedingt nach Woolwich gezogen. Als sie eine Mannschaft zusammenstellten und keine Spielkleidung beschaffen konnten, erbaten die beiden schriftlich aus ihrer Heimat Hilfe und erhielten die gewünschten Trikotsätze und einen Ball. Die Farbe war zunächst johannisbeerrot und ähnelte im Vergleich zu den heute bekannten Trikots einem burgunderfarbenen Dunkelrot. Dazu trugen die erste Mannschaften weiße Hosen und blaue Strümpfe.

Herbert Chapman strebte im Jahr 1933 eine Modernisierung an und plädierte dabei für eine prägnantere Farbgebung. An den roten Trikots setzten sich nun die Ärmel weiß ab und das Rot ähnelte fortan mehr dem, wie es für die Briefkästen der britischen Royal Mail verwendet wurde. Der Ursprung der Idee zu den weißen Ärmeln konnte bislang nicht vollständig rekonstruiert werden, wobei zwei mögliche Inspirationen zumeist spekuliert werden. Die erste Variante erzählt von einem Tribünenzuschauer, den Chapman erblickte und der unter einem ärmellosen roten Pullover ein weißes Hemd trug. Die andere Geschichte berichtet darüber, dass Chapman von einer ähnlichen Kleidung des berühmten Karikaturisten Tom Webster inspiriert wurde, mit dem der Trainer des FC Arsenal gelegentlich Golf spielte.

Der FC Arsenal trug in der Folgezeit diese Kombination abgesehen von zwei Spielzeiten. Die erste Abweichung war in der Saison 1966/67, als die Mannschaft wieder reine rote Trikots trug, was aber von der Anhängerschaft stark kritisiert wurde und nach nur einem Jahr kehrte man im Trikotdesign zu den weißen Ärmeln zurück. Zuletzt trug der Verein in der letzten Saison im Highbury-Stadion 2005/06 komplett rote Trikots, die an das Outfit von 1913, dem ersten Jahr in dieser Spielstätte, erinnern sollten. Zur Saison 2006/07 kehrte der Klub zu seinen mittlerweile traditionellen Farben zurück.

Die Heimfarben des FC Arsenal stellten die Vorlage für zumindest zwei weitere bedeutende Vereine dar. Im Jahr 1909 übernahm der tschechische Verein Sparta Prag die dunkelrote Hemdfarbe, die Arsenal damals trug. In den 1930er Jahren schloss sich der schottische Klub Hibernian Edinburgh dem Konzept, weiße Ärmel abzusetzen, an und ergänzte dies zu den dort benutzten grünen Trikots. Beide Vereine verwenden diese Designs bis zum heutigen Tage.

Die Auswärtsfarben des Arsenal-Trikots sind traditionell gelb und blau, obwohl zwischen 1982 und 1984 ein grün-marineblaues Outfit gewählt wurde. Seit Beginn der 1990er Jahre und der beginnenden Kommerzialisierung des Trikotverkaufs haben sich die Farben des Auswärtstrikots kontinuierlich geändert. Eine inoffizielle Regel besagt, dass die Trikots nach jeder Saison neu entworfen und die veralteten Spielkleidungen als Trikots „dritter Wahl“ benutzt werden. Der allgemeine Trend liegt jedoch in einem gelb-blauen oder einem mit zwei verschiedenen Blautönen versehenen Design, wobei in der Saison 2001/02 aber auch eine auffällig andere Farbgebung aus Metallicgold und Marineblau verwendet wurde. Die Auswärtskleidung bestand zwischen 2005 und 2007 aus gelben Trikots und dunkelgrauen Shorts. Damit wurde die Eine-Saison-Regel durchbrochen, was als Ausgleich für die kurze Existenz des „Retro-Heimtrikots“ der Saison 2005/06 angesehen wurde. Zur Saison 2007/08 wich der Verein bei dem Auswärtstrikot erneut von seiner zuletzt üblichen Farborientierung ab und stellte weiße Shirts und kastanienfarbene Shorts vor.

Seit 1982 wirbt der FC Arsenal auf den Trikots mit seinem jeweils aktuellen Hauptsponsoren. Bis 1999 war dies zunächst das Unternehmen JVC. Im Anschluss folgten von 1999 bis 2002 SEGA Dreamcast und von 2002 bis 2006 O2. Der Vertrag mit dem aktuellen Sponsor Emirates läuft vom Jahre 2006 an bis mindestens ins Jahr 2014. Die Trikothemden werden seit 1994 von Nike hergestellt. Zuvor hatten sich bis 1986 Umbro und von 1986 bis 1994 Adidas für die Ausrüstung der Mannschaft verantwortlich gezeigt.

Als der Verein noch im Südosten Londons beheimatet war, spielte der FC Arsenal – mit Ausnahme der Jahre zwischen 1890 und 1893 im benachbarten Invicta Ground – zumeist im Manor Ground in Plumstead. Obwohl der Manor Ground ursprünglich nur ein Wiesenfeld umfasste, baute der Verein diese Heimspielstätte kontinuierlich aus. Noch bevor der erste Ligafußball im September 1893 gespielt wurde, hatte der FC Arsenal dort Tribünen und Terrassen erstellt. Bis zum Umzug im Jahr 1913 in den Norden der Stadt stellte der Manor Ground die sportliche Heimat des FC Arsenal dar.

Zwischen September 1913 und Mai 2006 war das Arsenal Stadium, das zumeist als „Highbury“ bezeichnet wurde, die Heimspielstätte des Vereins. Das Stadion wurde von dem berühmten Architekten Archibald Leitch entworfen und zeichnete sich durch ein Design aus, das typisch für britische Spielstätten zu dieser Zeit war: eine einzige überdachte Tribüne und drei Freiluft-Terrassen. In den 1930er-Jahren fand eine komplette Renovierung des Arsenal Stadium mit einer Errichtung einer neuen West- und Osttribüne im Art-Déco-Stil statt. Die beiden Nord- und Südtribünen wurden überdacht, wobei letztere ihren Namen Clock End von der großen Uhr erhielt, die dort eingebaut wurde. Das Highbury besaß dadurch eine Kapazität für über 60.000 Zuschauer, die bis zu Beginn der 1990er-Jahre auf 57.000 reduziert wurde. Die Ergebnisse des Taylor-Reports zur Sicherheit in den Stadien nach der Hillsborough-Katastrophe gaben vor, dass in allen Fußballstadien die Steh- in Sitzplätze umgewandelt werden sollten. Und so reduzierte sich das Fassungsvermögen drastisch auf 38.419 Sitzplätze zu Beginn der Saison 1993/94. Diese Kapazität musste bei Champions-League-Spielen aufgrund von Vermarktungsvorgaben für Werbeflächen weiter reduziert werden, so dass der Verein die Spielzeiten 1998/99 und 1999/2000 in diesem Wettbewerb im Wembley-Stadion bestritt, das Platz für über 70.000 Personen bot.

Ein fundamentaler Ausbau des Highbury schied als Option aus, da zum einen die Osttribüne unter Denkmalschutz gestellt worden war und drei weitere Tribünen zu nahe an Wohnbereichen grenzten, deren Eigentümer sich strikt gegen Erweiterungspläne stellten. Diese Einschränkungen verhinderten somit, dass der Verein die Zuschauereinnahmen angesichts seiner Leistungsstärke maximieren konnte und nach der Prüfung alternativer Lösungen verkündete die Klubführung im Jahr 1999, dass ein neues reines Sitzplatzstadion für 60.000 Personen in Ashburton Grove – rund 500 Meter südwestlich des Highbury – gebaut werden sollte. Das Bauprojekt verzögerte sich aufgrund bürokratischer Probleme und gestiegener Kosten, konnte aber im Juli 2006 rechtzeitig vor Beginn der Saison 2006/07 fertiggestellt werden. Die Fluggesellschaft Emirates unterzeichnete mit dem FC Arsenal einen Sponsorenvertrag über circa 100 Millionen Pfund, wobei dieses Volumen eines der umfangreichsten in der englischen Fußballgeschichte darstellt. Ein Teil des Abkommens war dabei die Umbenennung des Ashburton-Grove-Stadions in „Emirates Stadium“ bis mindestens 2012. Der Vertrag hinsichtlich der Trikotwerbung endet mit Ablauf der Saison 2013/14. In der Anhängerschaft – vor allem unter den Gegnern der Stadionumbenennung – wird das neue Stadion weiterhin als „Ashburton Grove“ oder kurz „The Grove“ bezeichnet.

Der FC Arsenal verfügt über eine große und üblicherweise loyale Fanbasis, was sich vor allem darin äußert, dass in der Regel die eigenen Heimspiele ausverkauft sind. Bezogen auf die Saison 2006/07 hatte der FC Arsenal den zweithöchsten Zuschauerschnitt eines englischen Fußballvereins (60.045 Zuschauer, was einer 99,8%-igen Auslastung des Emirates Stadium entsprach). Kumuliert auf alle Spielzeiten in der Geschichte des englischen Fußballs erhielt der FC Arsenal den viertbesten Zuspruch, wobei berücksichtigt werden muss, dass vor allem die Vorkriegsangaben auf Schätzungen beruhen und nicht als genau angesehen werden können.

Die Arsenal-Anhänger bezeichnen sich selbst in Abwandlung zu dem Spitznamen des Vereins „The Gunners“ als „The Gooners“. Aufgrund der geografischen Lage des Klubs entstammen die Fans sowohl aus den reichen Bezirken Canonbury und Barnsbury, Regionen mit gemischter Bevölkerungsstruktur aus Islington, Holloway und Highbury, als auch aus großen Arbeitergegenden, wie Finsbury Park und Stoke Newington. Mit etwa 7,7% verfügt der FC Arsenal gemäß einem Bericht aus dem Jahre 2002 – bezogen auf alle englischen Erstligavereine zu dieser Zeit – über den höchsten Anteil an „nicht-weißen britischen“ („not white British“) Zuschauern, was im Vergleich zu dem Gesamtanteil von nur einem Prozent bezogen auf alle Vereine eine weit überdurchschnittliche Resonanz bei ethnischen Minderheiten nachweist.

Wie viele der großen englischen Fußballvereine verfügt der FC Arsenal sowohl über eine Reihe von offiziellen Fanclubs, die mit dem Verein direkt in Verbindung stehen wie zum Beispiel der „Official Arsenal Football Supporters Club“ als auch über Anhängervereinigungen, die sich ihre völlige Eigenständigkeit beibehalten, wobei vor allem die „Arsenal Independent Supporters' Association“ zu nennen ist. Die Fanclubs veröffentlichen außerdem Zeitschriften zum Vereinsgeschehen („Fanzines“), darunter „The Gooner“, „Highbury High“, „Gunflash“ und „Up The Arse!“. Neben den üblichen englischen Fangesängen ist „One-Nil to the Arsenal“ zu der Melodie des Lieds „Go West“ und „Boring, Boring Arsenal“ bei den Arsenal-Fans häufig zu hören. Der zuletzt genannte Sprechchor wurde früher als Beleidigung von Seiten der gegnerischen Fans angesichts der häufig sehr defensiv orientierten Spielweise Arsenals ab den 1970ern bis zu Beginn der 1990er-Jahre benutzt, später jedoch ironisch von den eigenen Anhängern genau dann intoniert, wenn die Mannschaft besonders gut spielt.

In der jüngeren Vergangenheit löste sich wie auch bei anderen Klubs die regionale Verankerung der Fans zu den jeweils einheimischen Vereinen immer deutlicher, was sich darin auswirkt, dass der FC Arsenal immer größere Anhängeranteile außerhalb Londons im gesamten Rest Englands und auch weltweit dazu gewinnt. Obwohl der Verein auch zuvor schon über kleinere auswärtige Fangemeinden verfügt hatte, konnte die Fanbasis seit der Verbreitung über das Satellitenfernsehen sprunghaft erweitert werden. Zudem sind weltweit einige bedeutsame Fanclubs neu entstanden. Die ITV-Tochtergesellschaft „Granada Ventures“, die zu diesem Zeitpunkt Vereinsanteile in Höhe von 9,9% hielt, schätzte die globale Fanbasis des FC Arsenal auf 27 Millionen, dem dritthöchsten Zuspruch eines Fußballvereins überhaupt.

Mit den Tottenham Hotspurs verbindet den FC Arsenal – auch aufgrund der geringsten regionalen Distanz – seine traditionsreichste und größte Rivalität. Die Spiele zwischen diesen beiden Teams werden als „North London Derby“ bezeichnet. Auch die Partien gegen andere Mannschaften aus London wie beispielsweise gegen den FC Chelsea und West Ham United werden als Derbys bezeichnet. Die Intensität ist in diesen Spielen deutlich geringer als bei Spielen zwischen Arsenal und Tottenham. Seit dem Ende der 1980er-Jahre entwickelte sich zudem auf dem Spielfeld eine große Rivalität zwischen Arsenal und Manchester United, die sich in der jüngsten Vergangenheit noch deutlich verstärkte, da sich die beiden Vereine häufig im direkten Wettstreit um den Gewinn der englischen Meisterschaft befanden.

Als Muttergesellschaft von Arsenal operiert die „Arsenal Holdings plc“ als Limited company, wobei sich die Eigentumsverhältnisse enorm von denen anderer Fußballvereine unterscheiden. Arsenal hat lediglich 62.217 Aktienanteile ausgegeben, die zudem nicht an öffentlichen Börsen, sondern unregelmäßig auf dem Spezialistenmarkt „PLUS“ gehandelt werden. Gemäß der Bewertung zum 18. Februar 2007 besitzt das Unternehmen einen Börsenwert von 541,3 Millionen britischen Pfund und erwirtschaftete im zum 31. Mai 2007 abgelaufenen Geschäftsjahr einen vorsteuerlichen Gewinn von 51,2 Millionen Pfund, in dem Erlöse und Aufwendungen für Spielertransfers nicht mitgerechnet sind, und einen Gesamtumsatz in Höhe von 200,8 Millionen Pfund. Das Wirtschaftsmagazin Forbes bewertete den FC Arsenal im März 2007 mit 495 Millionen Pfund und stufte den Klub hinter Manchester United und Real Madrid auf den dritten Rang der weltweit lukrativsten Fußballvereine ein. In Bezug auf die Einkommenstärke reihte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte den FC Arsenal im Jahr 2008 aufgrund der Einnahmen in Höhe von 177,6 Millionen Pfund in der zurückliegenden Saison 2006/07 in seiner Rangliste „Football Money League“ auf dem fünften Platz ein.

Der Vorstand von Arsenal kontrolliert einen Großteil der Aktien mit 45% der Anteile. Die größten Einzelaktionäre sind mit 24,1% der Londoner Diamantenhändler Danny Fiszman und mit 15,9% Nina Bracewell-Smith, der Schwiegerenkeltochter des früheren Vereinsvorsitzenden Sir Bracewell Smith). Richard Carr aus dem Vereinsvorstand besitzt 4,4% am FC Arsenal, während der Vorsitzende Peter Hill-Wood selbst über weniger als 1% der Anteile verfügt.

Als in den vergangenen Jahren viele große englische Fußballvereine darunter der FC Chelsea, der FC Liverpool und Manchester United von ausländischen Investoren übernommen worden sind, war auch der FC Arsenal Ziel für eine Übernahme. Der US-amerikanische Sporttycoon Stan Kroenke besitzt aktuell 7.584 Aktien (12,2% der Anteile), wobei er den Hauptanteil im April 2007 von Granada Ventures aufgekauft hat. Der größte Anteilseigner hingegen aus dem Bereich der Nicht-Vorstandsmitglieder ist mit 24% (Stand: Februar 2008) die „Red & White Holdings“, die sich im Besitz des russischen Milliardärs Alischer Usmanow und des Londoner Geschäftsmannes Farhad Moshiri befindet. Diese Gesellschaft hatte ursprünglich im August 2007 14,6% von David Dein erstanden, der selbst Vizepräsident des Vereins gewesen war und nun Vorsitzender der Red & White Holdings ist , und die Aktienanteile im folgenden Monat auf 21% erhöht. Dies führte zu weitreichenden Spekulationen innerhalb der britischen Medien, dass eine Übernahme des Vereins in naher Zukunft bevorstehen könnte, obwohl der Vorstand des FC Arsenal darüber übereinkam, dass ein Verkauf bis mindestens April 2009 nicht der Debatte stehe. Zudem besäßen sämtliche Vorstandsmitglieder bis Oktober 2012 Optionen auf die jeweils anderen Anteile.

Als einer der erfolgreichsten Fußballmannschaften Englands wurde Arsenal häufig zitiert, wenn sich das kulturelle Leben mit dem einheimischen Fußball beschäftigt. Nachdem am 22. Januar 1927 mit dem Heimspiel des FC Arsenal gegen Sheffield United erstmals ein englisches Meisterschaftsspiel live im Radio übertragen worden war, fand am 16. September 1937 zwischen Arsenal und seiner Reservemannschaft das erste direkt im Fernsehen übertragene Spiel statt. Auch in der ersten Ausgabe der BBC-Sendung „Match of the Day“ war Arsenals Partie am 22. August 1964 gegen den FC Liverpool in Anfield als Zusammenfassung zu sehen.

Der Film „The Arsenal Stadium Mystery“ aus dem Jahre 1939 gilt zudem als einer der ersten seiner Art, die sich mit dem Gegenstand Fußball auseinandersetzten. Dieser Film handelt von einem Freundschaftsspiel zwischen Arsenal und einer gegnerischen Amateurmannschaft, wobei ein gegnerischer Spieler während der Partie vergiftet wird. Viele Arsenal-Akteure spielen in dem Film sich selbst, jedoch nur George Allison besaß eine Sprechrolle.

In der jüngeren Vergangenheit gelangte vor allem der von Nick Hornby verfasste Bestseller „Fever Pitch“ zu weltweiter Bekanntheit, in dem der Autor autobiografisch seine Beziehung zum Fußball und speziell zu dem FC Arsenal beschreibt. Das 1992 veröffentlichte literarische Werk war nach der weitreichenden Ächtung durch weite Teile der Öffentlichkeit in den 1980er-Jahren aufgrund von Ereignissen, wie der Katastrophe von Heysel, mitverantwortlich für die Rehabilitierung und Etablierung des Fußballs innerhalb der britischen Gesellschaft in den 1990ern. Das Buch wurde 1997 mit Colin Firth in der Hauptrolle verfilmt, wobei sich die Darstellung vorrangig auf den Gewinn der Meisterschaft in der Saison 1988/89 konzentrierte. Darüber hinaus inspirierte das Buch den US-amerikanischen Film „Ein Mann für eine Saison“ aus dem Jahre 2005, die sich mit dem Leben eines Anhängers des Major League Baseball-Teams Boston Red Sox beschäftigte.

Besonders in den 1970ern bis hin zu Beginn der 1990er-Jahre war der FC Arsenal im komödiantischen Bereich aufgrund der defensiven und als „langweilig“ empfundenen Spielweise Ziel von Spott. Besonders trat dabei der Komiker Eric Morecambe hervor. Sogar noch im Jahr 1997 verwies eine Szene im Film „Ganz oder gar nicht“ auf eine Abwehrformation des FC Arsenal, als sich die Hauptcharaktere auf einer Linie bewegten, gemeinsam die Hand hoben und so das erfolgreiche Ergebnis ihrer Abseitsfalle reklamierten. Ein weiterer Bezug auf die Defensive des FC Arsenal fand im Film „Plunkett & Macleane – Gegen Tod und Teufel“ statt, wo zwei Charaktere nach den langjährigen Arsenal-Außenverteidigern Lee Dixon und Nigel Winterburn benannt sind.

Zusätzlich war der Verein Gegenstand von vielen Sketchen im „Monty Python's Flying Circus“. In dem Buch „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams bemerkte der Barmann angesichts des drohenden Weltuntergangs „Glück für Arsenal, wenn's stimmt.“ Im Jahr 2004 trugen die Hauptcharaktere im der Gangster-Komödie „Ocean’s Twelve“ Sportanzüge des FC Arsenal, um so während eines Diebstahls in Europa aus einem Hotel zu entkommen.

Auch in der Popmusik war der FC Arsenal häufig vertreten. Joe Strummer schrieb beispielsweise in einer Widmung an den damaligen Mannschaftskapitän das Lied „Tony Adams“, das Teil seines 1999 veröffentlichten Albums „Rock Art and the X-Ray Style“ war. Strummer war zudem dafür bekannt, dass er einen Arsenal-Fanschal während seiner Auftritte trug – trotz der Tatsache, dass er Anhänger des FC Chelsea war. Gemeinsam mit den Tottenham Hotspurs wurde der FC Arsenal außerdem in dem Song „Billy's Bones“ von The Pogues aus dem zweiten Album „Rum, Sodomy and the Lash“ erwähnt. Der Verein selbst war mehrfach zumindest in der britischen Hitparade vertreten. Es hat in Großbritannien eine gewisse Tradition, dass gerade auch die berühmten Vereine zeitweilig eine Schallplatte veröffentlichen. 1971 erreichte der Song „Good Old Arsenal“ Platz 16 der Charts, im Mai 1993 kam „Shouting for the Gunners“ auf Platz 34. 1998 wurde der bisher größte musikalische Erfolg gefeiert: „Hot Stuff“', eine Coverversion eines Songs von Donna Summer mit verändertem Text gelang mit Platz 9 der Sprung unter die Top 10.

Mehr Details erhalten Sie über diese Liste der Spieler des FC Arsenal.

Die „Arsenal Reserves“ stellen die offizielle zweite Mannschaft des FC Arsenal dar. Sie spielen seit der Gründung der „Premier Reserve League“ im Jahr 1999 in der dazugehörenden Südabteilung („Southern Division“) und absolvieren dabei ihre Heimspiele im Underhill Stadium, das gleichzeitig die sportliche Heimat des FC Barnet ist. Üblicherweise besteht die Reservemannschaft des FC Arsenal aus jungen Nachwuchspielern der eigenen Akademie, die das 21. Lebensjahr noch nicht überschritten haben. Häufig wird dieses Team jedoch auch von etablierten Spieler aus der ersten Mannschaft vor allem dann genutzt, wenn sich diese beispielsweise nach einer Verletzungspause Spielpraxis besorgen wollen.

Momentan wird das Reserveteam von Neil Banfield trainiert, dem zusätzlich Mike Salmon als Assistent zur Seite steht. Für die grundsätzliche Entwicklung der zweiten Mannschaft zeichnet sich mit Liam Brady der Leiter der Jugendakademie „Arsenal Academy“ verantwortlich (sein Assistent ist wiederum David Court).

Schon seit den frühesten Tagen als „Royal Arsenal“ in Plumstead verfügte der Klub über eine Reservemannschaft, die im Jahr 1890 mit dem „Kent Junior Cup“ ihren ersten Titel holte. Als „Woolwich Arsenal“ – wie der Verein ab 1891 hieß – schloss man sich in der Saison 1895/95 der „Kent League“ an, gewann 1897 die Meisterschaft und verließ 1900 – oder kurze Zeit später – diese Liga wieder. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde das Arsenal-Reserveteam Teil der „London Combination“ (später: „Football Combination“) und war dort lange Jahre bis 1999 aktiv. Insgesamt konnte die Mannschaft 18 Meisterschaften gewinnen und fügte dem drei Pokalsiege im „Combination Cup“ hinzu. Danach war der Verein Mitbegründer der FA Premier Reserve League und spielt dort bis zum heutigen Tage. Nennenswerte Erfolge sind dort bislang ausgeblieben – abgesehen von dem Gewinn der Vizemeisterschaft am Ende der Saison 2001/02.

Die „Arsenal Academy“ besitzt seit 1998 den offiziellen Status einer Fußballakademie und beherbergt Jugendliche im Alter zwischen neun und 21 Jahren. Dabei werden normalerweise Jahrgangsauswahlen in den Jugendmannschaften von der U-9- bis hinauf zur U-16 gebildet, die momentan unter der gemeinsamen Kontrolle von Roy Massey stehen und im „Hale End Training Centre“ ansässig sind. Die früheren U-17- und U-19-Teams und die dazugehörenden Meisterschaftsrunden wurden nach Ablauf der Saison 2003/04 von der FA abgeschafft und stattdessen eine U-18-Liga eingerichtet, in der seitdem die Akademiemannschaften der einzelnen Vereine gegeneinander antreten. Gewöhnlicherweise trainiert die von Steve Bould betreute U-18-Auswahl des FC Arsenal an der gleichen Stelle, wie das Profiteam.

Der wohl prominenteste Emporkömmling aus der Akademiearbeit ist Ashley Cole, der auf der linken Verteidigerposition Stammspieler in der ersten Mannschaft, zum Nationalspieler Englands wurde und heute für den FC Chelsea spielt. Mit dem dänischen Stürmer Nicklas Bendtner, der als 16-jähriger der Arsenal Academy beigetreten war, brachte der Verein einen weiteren Spieler bis in die A-Nationalmannschaft seines Landes hervor. Zusätzlich befinden sich unter den Absolventen die (ehemaligen) englischen U-21-Nationalspieler Stuart Taylor, Jermaine Pennant, David Bentley, Steve Sidwell und Justin Hoyte. Zudem entstammt mit Jérémie Aliadière ein vormaliger französischer U-21-Auswahlspieler der Arsenal-Nachwuchsarbeit.

Im Bereich Scouting verfügt der FC Arsenal über eine weltweit operierende Struktur zur Sichtung von Spielern. Diese Abteilung wird momentan von Steve Rowley geleitet, der seit 1980 im Verein aktiv ist und vorher in einer Assistentenfunktion für die Sichtung von Jugendspielern zuständig gewesen war. Später fertigte er Expertisen zu kommenden Gegnern der Profimannschaft an. Im Jahr 1996 beförderte ihn Arsène Wenger zum „Chef-Scout“. Rowley steht vor allem einem Netz von 16 inländischen „Scouts“ vor, die ihm regelmäßig Berichte über erfolgreiche Sichtungen anfertigen.

1987 wurde der Arsenal Ladies Football Club (Arsenal LFC) gegründet. Gründer des Vereins war Vic Akers, damals Zeugwart der Männer-Profimannschaft und heutiger General Manager des Arsenal LFC. Der Verein gehört nicht direkt zum Hauptverein FC Arsenal, ist aber eng mit dem Hauptverein verbunden. Der Präsident des Arsenal LFC, David Dein, war gleichzeitig Vizepräsident des FC Arsenal.

Arsenal LFC ist der erfolgreichste englische Frauenfußballklub. Mit dem Gewinn des UEFA Women’s Cup im Jahr 2007 wurde der FC Arsenal zum ersten Verein, der sowohl im Männer- als auch im Frauenfußball einen Europapokal gewann.

1993, 2001 und 2007 schaffte der Verein das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Ligapokal. In den Spielzeiten 2004/05 und 2005/06 wurde die Mannschaft ungeschlagen Meister. Seit dem 16. Oktober 2003 ist das Team in der Meisterschaft ungeschlagen. Seit der 1:2-Niederlage bei Charlton Athletic legte der Arsenal LFC eine Serie von 83 Spielen ohne Niederlage hin. Stand: 21. Mai 2007 In der Saison 2006/07 gewann die Mannschaft sogar alle Ligaspiele. 2008 wurde nach einem 4:1-Sieg gegen den Chelsea LFC die zehnte Meisterschaft der Vereinsgeschichte gewonnen.

Fünf Mal vertrat der Arsenal LFC die englischen Farben im UEFA Women’s Cup. Dabei erreichten sie immer mindestens das Viertelfinale. Die größten Erfolge auf europäischer Ebene war das Erreichen das Halbfinals in den Jahren 2003 und 2005. 2003 scheiterte man deutlich gegen den dänischen Meister Fortuna Hjørring, 2005 unterlag man den schwedischen Meister Djurgårdens IF/Älvsjö nur knapp. Nach einem 1:1 im Hinspiel unterlag man im Rückspiel auf eigenem Platz mit 0:1. 2007 wurde der bisher größte Erfolg auf europäischer Ebene erreicht. Der FC Arsenal konnte den schwedischen Meister Umeå IK im Finale des UEFA Women's Cup besiegen und gewann als erster englischer Verein den Europapokal.

Spielstätte der Arsenal Ladies ist der Meadow Park in Borehamwood, Hertfordshire. Das Stadion hat eine Kapazität von 4.502 Plätzen, davon 500 überdachte Sitzplätze auf der Haupttribüne. Die Gegengerade ist ebenfalls überdacht. Die Arsenal Ladies teilen sich das Stadion mit dem Verein Boreham Wood aus der Isthmian League sowie der Reservemannschaft des FC Watford. Die Frauen des Arsenal LFC dürfen in jeder Saison ein Heimspiel im Emirates Stadium austragen.

Hinweis: nur offizielle Wettkämpfe (inkl. Einwechslungen) – Die Angaben in Klammern stehen für die dabei erzielten Tore.

Hinweis: nur offizielle Wettkämpfe (inkl. Einwechslungen) – Die Angaben in Klammern stehen für die insgesamt absolvierten Spiele.

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Stamford Bridge (Stadion)

Stamford Bridge Stadium.jpg

Stamford Bridge ist ein Fußballstadion im Londoner Stadtteil Fulham, das vorwiegend vom FC Chelsea genutzt wird.

Das Stadion wurde am 28. April 1877 offiziell eröffnet. Dabei war es als reines Leichtathletikstadion ausgelegt. Fußball sollte hier noch nicht gespielt werden. Aufgrund seiner Lage in Fulham in der Nähe des Zentrums an der Fulham Road wurde als erstes dem FC Fulham angeboten, in diesem Stadion seine Fußballspiele auszutragen. Da dieser ablehnte, zog stattdessen 1905 der neu gegründete FC Chelsea ein. Seit dieser Zeit hat das Stadion eine Reihe von Umbaumaßnahmen hinter sich. Der letzte Schritt wurde am 19. August 2001 vollendet. Das Stadion ist heute eine reine Fußballarena. Besonders bekannt ist die Südtribüne the „Shed End“, die ausschließlich für Chelsea-Fans reserviert ist.

Eröffnet wurde die Stamford Bridge am 28. April 1877 als Heimstatt des London Athletic Club. Der Chelsea FC wurde erst 1905 gegründet und spielt seit seinem ersten Spiel am 4. September 1905 gegen den Liverpool FC im lange Zeit größten Londoner Vereinsstadion. Beim Spiel gegen den Stadtrivalen Arsenal FC am 12. Oktober 1935 sorgten 82.905 Zuschauer für einen ewigen Besucherrekord.

Seinerzeit wurde das Stadion multifunktional genutzt, die Laufbahn blieb bis in die 90er Jahre des 20. Jahrhunderts erhalten.

Die älteste zum Teil erhaltene Tribüne der Stamford Bridge ist der 1974 fertig gestellte East Stand, der die erste dreirangige Tribüne Großbritanniens war. Erst 20 Jahre später wurden die Modernisierungsarbeiten an der Heimstätte der „Blues“ fortgesetzt. Der neue zweirangige North Stand wurde 1994 vollendet, und die gegenüberliegende Südtribüne, wo sich einst die Stehplätze des legendären "Shed End" befanden, nach einjähriger Bauzeit 1996 eingeweiht. Als letzte der vier Tribünen wurde im August 2001 der 13.432 Zuschauer fassende West Stand mit den VIP-Einrichtungen eröffnet. Als eines der ersten Fußballstadien überhaupt erhielt die Stamford Bridge eine Mantelbebauung mit Wohnhäusern, Hotels und Büros - hinter dem "Chelsea Village" im Südosten ist das Stadion von außen kaum noch wahrzunehmen.

Ein weiterer Ausbau scheint ausgeschlossen, da das Areal begrenzt und mittlerweile bis an den Rand bebaut ist. Zudem würden sich mit den zur Verfügung stehenden Erschließungswegen keine behördlichen Auflagen mehr erfüllen lassen.

Das Spielfeld als solches sowie der Vereinsname gehören den "Chelsea Pitch Owners", die Besitzrechte sind somit auf zahlreiche kleine Anteilseigner verteilt.

Das Stadion hat, laut chelseafc.com, eine Kapazität von 42.055 Zuschauern. Es stehen vier komplett überdachte Sitzplatztribünen zur Verfügung, die nach den Himmelsrichtungen bezeichnet sind. Dabei fasst die Nordtribüne 10.884, die Osttribüne 11.228, die Südtribüne 6.978 und die Westtribüne 13.432 Zuschauer.

Zu erreichen ist das Stadion am Besten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, da im Stadionbereich nur sehr wenige Parkplätze zur Verfügung stehen. Die Londoner U-Bahn hält am Fulham Broadway, die man von allen Richtungen aus erreichen kann.

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José Mourinho

José Mourinho

José Mário dos Santos Mourinho Félix (* 26. Januar 1963 in Setúbal, Portugal) ist ein portugiesischer Fußballtrainer. Seine exzentrische und oft arrogant anmutende Art brachte ihm in den letzten Jahren hohe Medienpräsenz und machte ihn zu einem Enfant terrible unter den Fußballtrainern. Seit der Saison 2008/09 ist er Trainer bei Inter Mailand.

Für negative Schlagzeilen sorgte Mourinho 2005, als er öffentlich Bestechungsvorwürfe gegenüber FIFA-Schiedsrichter Anders Frisk äußerte, woraufhin Mourinho eine Spielsperre für die nächsten beiden Champions-League-Spiele bekam. Des Weiteren erhielten Mourinho und der FC Chelsea hohe Geldstrafen (umgerechnet ca. 450.000 Euro) vom englischen Verband, weil sie – nach den Statuten des Verbandes unerlaubte – Abwerbegespräche mit dem Spieler Ashley Cole vom FC Arsenal führten. Nach Berichten der Londoner Times hat Mourinho zudem im Champions-League-Viertelfinale 2005 eine von der UEFA gegen ihn verhängte Platzsperre für beide Spiele gegen den FC Bayern München mithilfe illegaler Tricks ausgehebelt. Er soll während der Spiele mittels Zetteln und über Funk Einfluss auf seine Mannschaft genommen haben.

Mourinho verließ den FC Chelsea am 20. September 2007, nachdem er bereits seit längerer Zeit Differenzen mit Klubeigentümer Roman Abramowitsch hatte.

Seit der Saison 2008/09 ist er Trainer bei Inter Mailand, wo er einen Dreijahresvertrag unterschrieben hat. Dort verdient er rund 11 Millionen Euro, mit Sponsoreneinnahmen kommt er nach eigenen Angaben sogar auf 14 Millionen Euro.

Am vierten Spieltag der Serie A 2008/09 gewann José Mourinho mit Inter Mailand gegen US Lecce. Dies war sein 100. Heimspiel in Folge ohne Niederlage, in denen er 38 mal mit dem FC Porto und 60 mal mit dem FC Chelsea unbesiegt blieb.

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Source : Wikipedia