Essen

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Geschrieben von goldorak 10/04/2009 @ 12:10

Tags : essen, nordrhein-westfalen, deutschland

Inhaltsverzeichnis
  1. Essen
  2. Bad Essen
  3. Bistum Essen
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Essen

Lage der kreisfreien Stadt Essen in Deutschland

Essen ist eine Stadt im Zentrum des Ruhrgebiets in Nordrhein-Westfalen. Die kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Düsseldorf ist eines der Oberzentren des Landes und zählt mit 580.000 Einwohnern zu den größten deutschen Städten. Die Europäische Kulturhauptstadt des Jahres 2010 ist Mitglied im Landschaftsverband Rheinland und im Regionalverband Ruhr.

Seit dem späten Mittelalter Waffenschmiede und lange Zeit eines der wichtigsten Zentren der Montanindustrie in Deutschland (mit eigener Kuxbörse), beherbergt Essen – nach wie vor ein bedeutender Industriestandort und Sitz wichtiger Großunternehmen – heute weltbekannte Monumente der Industriekultur. Nach dem massiven Rückgang der Schwerindustrie in den vergangenen vier Jahrzehnten hat die Stadt im Zuge des Strukturwandels einen starken Dienstleistungssektor entwickelt. Essen ist seit 1958 römisch-katholischer Bischofssitz und seit 1972 Universitätsstadt.

Essen liegt im Zentrum des Ruhrgebietes, zum größten Teil nördlich des Flusses Ruhr, der, zwischen den Stadtteilen Kupferdreh, Heisingen, Fischlaken und Werden aufgestaut, den Baldeneysee bildet.

Die mittlere Höhenlage der Stadt beträgt 116 Meter ü. NN. Die höchste Erhebung des Stadtgebiets befindet sich in Heidhausen und beträgt 202,5, die tiefste Stelle in Karnap misst 26,5 Meter ü. NN. Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt in Nord-Süd-Richtung 21 Kilometer und in West-Ost-Richtung 17 Kilometer. Die Länge der Stadtgrenze beläuft sich auf 87 Kilometer.

Das Stadtgebiet Essens besteht aus neun Stadtbezirken. In jedem Stadtbezirk gibt es eine Bezirksvertretung mit jeweils 19 Mitgliedern. Vorsitzender der Bezirksvertretung ist der Bezirksvorsteher. Die Stadtbezirke werden mit römischen Zahlen und mit einem besonderen Namen, der teilweise auch aus mehreren Stadtteilnamen besteht, gekennzeichnet.

Die neun Stadtbezirke sind in insgesamt 50 Stadtteile unterteilt. Die meisten der Stadtteile waren früher einmal selbstständige Gemeinden und verloren ihre Selbständigkeit durch Eingemeindung. Die Stadtteile werden mit einer zweistelligen arabischen Zahl gekennzeichnet.

Aufgrund der naturräumlichen Gliederung ist das Essener Stadtbild deutlich zweigeteilt zwischen den dicht besiedelten nördlichen Stadtteilen sowie die Bereiche um die Innenstadt herum einerseits und den durch ausgedehnte Grünflächen und eher kleinräumige Bebauung geprägten südlichen Teil andererseits.

Die durchschnittliche Temperatur in Essen beträgt 9,6 °C im Jahresmittel. Die Niederschlagsmenge beträgt 829 Millimeter. Der kälteste Monat ist der Januar mit 1,5 °C, der wärmste Monat ist der Juli mit 17,5 °C. Der meiste Niederschlag fällt im August. Dann beträgt die Niederschlagsmenge 90 Millimeter.

Der Name der Stadt änderte sich im Laufe der Jahrhunderte kontinuierlich. Während die Stadt in den ersten Erwähnungen noch Astnide (älteste Form: Astnithi) genannt wurde, änderte er sich über Astnidum, Astanidum, Asbidi, Asnid, Assinde, Asnida, Assindia, Essendia, Esnede, Essende, Essend zum heutigen Essen. Vermutungen legen nah, dass der Name ursprünglich eine Eschengegend bezeichnete oder eine Gegend im Osten. Falsch hingegen ist die Verbindung zu dem altdeutschen Begriff Esse, welches ein Wortspiel aus dem 19. Jahrhundert ist und eine Verbindung zwischen den Namen und dem damaligen Erscheinungsbild herstellt.

Das älteste Zeugnis menschlicher Aktivität in der Gegend des heutigen Stadtgebietes wurde 1926 beim Bau des Rhein-Herne-Kanals in Essen-Vogelheim gefunden: eine Klinge aus Feuerstein („Vogelheimer Klinge“) und der Knochen eines Höhlenlöwen aus der Saale-Kaltzeit, zwischen 280.000 und 250.000 Jahren alt. Weitere Funde aus der Mittleren Altsteinzeit konnten bis in die jüngste Zeit auch in anderen Stadtteilen gemacht werden (Werden, ca. 200.000 v. Chr.; Dellwig, ca. 160.000 v. Chr.). Ein bedeutender Fund war 1998 ein Rastplatz der jüngeren Altsteinzeit auf den Ruhrhöhen bei Fischlaken, der auf ein Alter zwischen 31.000 und 38.000 Jahren geschätzt wird.

Funde aus der mittleren Steinzeit gibt es, bis auf einige Mikrolithen, kaum. Aufgrund der intensiven Nutzung der Böden im Stadtgebiet gelten solche auch als nicht mehr zu erwarten. Ebenso fehlen Funde aus den größten Teilen der Jungsteinzeit, erst für die Zeit ab 3.000 v. Chr. gibt es wieder Belege, zumeist Gräber oder Zufallsfunde wie Beile aus Feuerstein. Wichtigstes Zeugnis dieser Epoche auf Essener Stadtgebiet ist die 1937 entdeckte sogenannte Steinkiste aus Essen-Kupferdreh, ein kleines Megalithgrab aus dem letzten Abschnitt der Jungsteinzeit, das als „das älteste erhaltene Bauwerk Essens“ gilt.

Essen lag im Siedlungsgebiet mehrerer germanischer Stämme (Chatten, Brukterer, Marser), deren genaue Abgrenzung allerdings schwierig ist.

Zu Beginn unserer Zeitrechnung entstand die Fliehburg Alteburg im Essener Süden, die in den 1920er und 1930er Jahren in großen Teilen ergraben wurde. Sie wurde vermutlich bis zum 8. Jahrhundert genutzt. Östlich davon liegt die Herrenburg, die wohl aus dem 8. Jahrhundert stammt.

Um 845 gründete eine Adelsfamilie um den späteren Bischof von Hildesheim, Altfrid, das Stift Essen für die Töchter des sächsischen Adels. Die Gründung geschah vermutlich auf eigenem Grund, genannt Astnithi bzw. coenobium Astnide. Die beiden ersten Äbtissinnen, die beide Gersuith hießen, gehörten dieser Adelsgruppe an.

Seit etwa 800 gab es etwas weiter südlich, im heutigen Stadtteil Werden, das Kloster Werden, ein Benediktiner-Kloster, das die Missionsarbeit bei den Sachsen im Harzraum (Helmstedt/Halberstadt) vorantreiben sollte. Beide, Damenstift und Kloster, standen bereits im vollständig christianisiertem Umfeld. Um etwa 852 begann der Bau der Stiftskirche, welche 870 fertiggestellt wurde. Um das Damenstift herum gab es bereits vor seiner Errichtung einige Gehöfte. Die Kirche wurde nach einem Großbrand 946 erheblich erweitert; auf ihren Fundamenten steht heute das Essener Münster im Zentrum der Stadt. Das erste belegbare urkundliche Datum für Essen ist 898: Zu dieser Zeit werden dem Stift vom lothringischen König Zwentibold linksrheinische Besitzungen vermacht. Eine Urkunde, welche scheinbar aus dem Jahr 870 stammt und die Stiftsgründung beschreibt, wird heute im allgemeinen als Fälschung aus dem 11. Jahrhundert betrachtet; ob diese auf älteren Urkunden fußt, ist strittig.

Dieses Damenstift, in dem sich zur Feier der Messe Kanoniker aufhielten, war kein Kloster, sondern eine Art Wohn- und Bildungsstätte für unverheiratete Töchter und Witwen des Hochadels; geleitet wurde es von einer Äbtissin, die als einzige zum Ablegen eines Keuschheitsgelübdes verpflichtet war.

Eine der bemerkenswertesten dieser Damen war die Äbtissin Mathilde. Sie war Enkelin des Kaisers Otto I., und übernahm die Stiftsleitung um 973. Sie lenkte die Geschicke des Stifts, und der zugehörigen Ländereien, fast vierzig Jahre. Mathilde vermehrte den Kirchenschatz um seine wertvollsten Stücke, unter anderem die Goldene Madonna, die älteste vollplastische Madonnenfigur der Welt. Nach Mathilde übernahm Sophia die Stiftsleitung, Tochter Kaiser Ottos II.

1041, unter der Stiftsleitung durch die dritte Dame königlichen Geblütes in Folge, Theophanu, einer Enkelin Ottos II., erhielt das schon 1003 als Stadt erwähnte Essen das Marktrecht. Zehn Jahre später, 1051, wurde das Münster ein weiteres Mal verändert und erweitert: dieser Anbau war der Ostteil mit Krypta, in dem der Hl. Altfried, Mathilde und Theophanu bestattet sind.

Das Damenstift, das bis dato nur einflussreicher Landbesitzer war, bekam 1216 seine Position als Fürstensitz offiziell bestätigt: Kaiser Friedrich II. nannte die damalige Äbtissin in einem Brief Reichsfürstin – was sie dem Abt des nahe gelegenen Klosters Werden gleichstellte.

1244 wurde von der Gemeinschaft der Ministerialen des Stiftes und den Bürgern der Stadt gemeinsam die Essener Stadtmauer errichtet. Die Urkunde hierüber ist die erste, die das Essener Stadtsiegel enthält. Die Essener Bürger entwickelten ein Bürgerbewusstsein.

König Rudolf bestätigte zwar 1290 wieder der Fürstäbtissin ihre Landeshoheit über die Stadt, konnte diese aber nicht vollständig wiederherstellen: Die Bürgerschaft lag im Konflikt mit dem Stift, die wachsende Stadt forderte die Selbstverwaltung: 1336 gab es den ersten Versuch, die Reichsunmittelbarkeit zu erhalten, es dauerte aber noch über vierzig Jahre, bis 1377, dann gewährte Kaiser Karl IV. der Stadt den begehrten Titel der freien Reichsstadt – fünf Jahre, nachdem er der damals amtierenden Äbtissin Elisabeth von Nassau das genaue Gegenteil bestätigt hatte.

Aus dem 14. Jahrhundert stammen auch die ersten Belege über bergmännische Tätigkeiten in Essen: 1349 erhielt die Fürstäbtissin das Recht, die Bodenschätze auszubeuten, 1354 wurde nachweislich Silber abgebaut. Kohle wurde in Essen zwar 1371 zum ersten Mal erwähnt, aber das erste Kohlebergwerk ist erst für 1450 verzeichnet.

Die Auseinandersetzungen zwischen Stadt und Stift um die Vorherrschaft in der Region hielten bis zur Auflösung des Stiftes 1803 an. Immer wieder gab es rechtliche Streitereien. Einer der Prozesse dauerte 200 Jahre, bis das Reichskammergericht 1670 entschied, die Stadt müsse zwar den Äbtissinnen gebührenden Gehorsam in Gebott und Verbott leisten, dürfe aber trotzdem alle alten Gewohnheitsrechte behalten. Somit blieb die Situation zwischen Stadt und Stift bis zur Säkularisierung ungeklärt und konkurrenzbeladen. 1563 schloss sich die Stadt der Reformation an (20 Jahre, bevor sie die Reichsunmittelbarkeit und damit das Recht dazu hatte) und wurde evangelisch. Als Kirche diente die Marktkirche, die aus dem 11. Jahrhundert stammt (ursprünglich St. Gertrudis). Nachdem der Reformator von Essen, Heinrich Barenbroch, am 28. April 1563 seine erste Predigt in der Heilig-Geist-Kapelle gehalten hatte, teilte er am 2. Mai in der Gertrudiskirche zum ersten Mal das Abendmahl unter beiderlei Gestalt aus. Schon am 17. Mai musste Barenbroch die Stadt zwischenzeitlich verlassen, weil die Äbtissin den Schutz des klevischen Herzogs gegen die kirchlichen Neuerer angerufen hatte. Ansonsten blieb dem katholischen Stift, das über keine Truppen verfügte, mit denen irgendetwas durchzusetzen gewesen wäre, aber nichts anderes als zuzuschauen.

Am Ende des 16. und zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde Essen nachweislich zur Waffenschmiede. Gegen 1570 prosperierte das Büchsenmacherhandwerk. 1620 produzierten die Essener Schmiede 14.000 Gewehre und Pistolen; die Stadt wurde strategisch interessant.

Im Dreißigjährigen Krieg stehen sich die evangelische Stadt und das Stift gegenüber. Die damalige Äbtissin Maria Clara von Spaur und Vallier holt 1623 die katholischen Spanier nach Essen, um gegenreformatorisch gegen die evangelische Stadt vorzugehen. 1624 wird ein Rekatholisierungsgesetz erlassen, der Kirchgang der Bürger kontrolliert. Die Stadt, nicht das Stift, ist für Kost und Logis der Besatzungstruppen zuständig. 1628 klagen die Essener dagegen vor dem Reichskammergericht.

1629 stürmen die Holländer die Stadt. Maria Clara flieht am 4. November dieses Jahres ins katholische Köln. Im Sommer 1631 kommt sie im Gefolge einer bayerischen Garnison unter Gottfried Heinrich zu Pappenheim zurück, muss aber schon im September wieder abziehen. Maria Clara stirbt 1644 in Köln.

Insgesamt sind die Essener vom Krieg schwer geschlagen, es kommt immer wieder zu Verhaftungen, zur Verschleppung von Menschen und zur Pressung in den Kriegsdienst.

Auch nach dem Westfälischen Frieden bleiben die Truppen noch eine Zeit lang, die letzten Truppen verlassen Essen am 9. September 1650.

Essen und die Krupp'sche Industrie haben sich über viele Jahre gegenseitig beeinflusst. Die Familie Krupp ist seit dem 16. Jahrhundert ansässig gewesen und bekleidete hohe Ämter. Friedrich Krupp gründete im Jahre 1811 eine Gussstahlfabrik; dies gab den Bewohnern der Stadt viele Jahre Brot und Geld, obwohl die Geschäfte anfangs nicht so gut liefen. Der Bedarf an Arbeitern führte zu einer deutlichen Zunahme der Bevölkerung Essens. Die Ära der Familie Krupp endete im Jahre 1967 mit der Abdankung von Arndt von Bohlen und Halbach.

Der Industrielle Friedrich Grillo stiftet der aufstrebenden Stadt 1892 ein Theater und Opernhaus. Das heute noch unter dem Namen Grillo-Theater als Stadttheater fungierende Gebäude wird im neoklassizistischen Stil in der Stadtmitte errichtet und am 16. September 1892 mit einer Aufführung von Gotthold Ephraim Lessings Minna von Barnhelm eingeweiht.

Das Gebiet der heutigen Stadt Essen gehörte vor 1800 zum Reichsstift Essen (Essen, Stadtrecht seit 1244, Altenessen, Borbeck und Steele), zur Reichsabtei Werden (Stadt Werden, Stadtrecht seit 1256 sowie Bredeney, Heisingen und Kettwig), zum Herzogtum Berg und zur Grafschaft Mark (Königssteele, Horst und Freisenbruch). Die einzelnen Orte innerhalb des Herzogtums Berg verteilten sich auf folgende Verwaltungen: Kettwig vor der Brücke (Amt Angermund), Fulerum und Haarzopf (Herrschaft Broich) sowie Dilldorf und Voßnacken (Herrschaft Hardenberg). Das Dorf Oefte war zwischen dem Herzogtum Berg und der Reichsabtei Werden strittig. (Burg-)Altendorf, Horst und Königssteele, das vor 1718 nur Steele hieß und bereits seit der Wende des 15. Jahrhundert zum 16. Jahrhundert Stadt war, gehörten zum Landkreis Hörde in der preußischen Grafschaft Mark. In französischer Zeit kam das gesamte Gebiet zum Großherzogtum Berg und 1815 an Preußen. Danach gehörten die Orte zu den Landkreisen Essen, Mettmann und Düsseldorf im Regierungsbezirk Düsseldorf beziehungsweise zum Landkreis Bochum im Regierungsbezirk Arnsberg. Diese vier Landkreise veränderten sich in den folgenden Jahrzehnten mehrmals, bis sie entweder ganz aufgelöst oder umbenannt und in ihrem Zuschnitt stark verändert wurden. Einen Landkreis Essen gab es zunächst bis 1823, als er mit dem Landkreis Dinslaken zum Landkreis Duisburg vereinigt wurde, und erneut ab 1857. Er umfasste die Städte Essen, Kettwig, Mülheim an der Ruhr, Steele und Werden sowie die Bürgermeistereien Altenessen, Borbeck, Kettwig-Land, Mülheim-Land, Steele-Land, Styrum und Werden-Land. 1873 wird die Stadt Essen ausgekreist und aus dem Landkreis Essen der neue Landkreis Mülheim an der Ruhr gebildet.

Eine zweite Phase der Stadtvergrößerung folgte erst weit nach dem Zweiten Weltkrieg, 1970 kam das südlich gelegene Altendorf unter dem heutigen Namen Burgaltendorf (Landkreis Bochum, ab 1885 Landkreis Hattingen, ab 1929 Ennepe-Ruhr-Kreis) zu Essen, 1975 wurde die Stadt Kettwig (Kreis Düsseldorf-Mettmann, mit der größtenteils 1875 eingegliederten Gemarkung Kettwiger Umstand, dem 1857 gebildeten und 1929 eingegliederten Amt Kettwig-Land, dem 1930 eingegliederten Kettwig vor der Brücke und dem 1936 eingegliederten Oefte, das seit 1897 zur Bürgermeisterei Heiligenhaus und zuvor zur Bürgermeisterei Velbert gehörte) aufgelöst und nach Essen eingemeindet.

Eine bereits vom Düsseldorfer Landeskabinett beschlossene Eingemeindung der Stadt Bottrop mit dem Kirchhellener Stadtteil Grafenwald nach Essen wurde im Frühjahr 1976 sowohl vom Rat der Stadt Essen als auch vom Landtag NRW abgelehnt. Wäre es zu einer Eingemeindung gekommen, wäre die Einwohnerzahl von Essen auf gut 790.000 Einwohner angewachsen.

Zu *Karnap, war bis 1929 eigenständig und gehörte damals noch nicht zum Stadtteil Altenessen, sondern zum Stift-Essen. Siehe hierzu die Chronik der Karnaper Geschichte (1552)vdh.

Das Stift Essen unterstand zum Leidwesen des Erzbistums Köln direkt dem Papst. Erste Pfarrkirche war vermutlich die Stiftskirche. Später wurde St. Gertrud für den nördlichen Bereich (mit Altenessen und Karnap) und St. Johann für den südlichen Bereich (mit Altendorf, Frohnhausen, Holsterhausen, Frillendorf, Rüttenscheid und Huttrop) der Stadt Pfarrkirche.

Ab 1524 wurde in der Stadt gelegentlich evangelisch gepredigt. Im Jahre 1543 trat ein evangelischer Prediger auf und ab 1560 wurde in der St.-Gertrudiskirche auch deutsch gesungen. Auf Beschluss des Rates der Stadt wurde 1563 die Reformation endgültig eingeführt. Die Stadt versuchte damit, ihren Status als Freie Reichsstadt zu festigen. Ab 1563 war die St.-Gertrudiskirche dauerhaft den Protestanten zur Nutzung überlassen worden. Danach nahm die Münsterkirche den Rang der Essener Pfarrkirche für die Katholiken ein.

In Werden wurde ab 1583 in der Clemenskirche evangelisch gepredigt. Im 17. Jahrhundert entstand auch eine reformierte Gemeinde. Steele wurde ab 1554 evangelisch. Um 1600 war fast ganz Steele protestantisch, wobei danach die Kirche aber von den Lutheranern, den Reformierten und den Katholiken zum Teil unter großen Reibereien gemeinsam genutzt wurde. In Kettwig trat 1609 die ganze Bevölkerung zum reformierten Bekenntnis über.

Fortan waren somit in Essen beide Konfessionen nebeneinander vertreten. Das Stift blieb katholisch, die Stadt war evangelisch. Gab es ab 1571 unter den Protestanten zunächst nur eine lutherische Gemeinde, so wurde ab 1655 vom Rat auch eine reformierte Gemeinde anerkannt. Ab 1605 konnte die Gegenreformation teilweise Fuß fassen, was zur Folge hatte, dass die St.-Gertrudiskirche teilweise wieder katholisch wurde. Die endgültige Aufgabe der Reichsfreiheit musste die Stadt 1670 zwar anerkennen, doch war dies ohne Folgen für die bisherigen konfessionellen Unterschiede. Bis 1802 wurden die kirchlichen Angelegenheiten vom Rat beziehungsweise vom Stift erledigt. Die reformierte Gemeinde war autonom. Das Verhältnis beider Konfessionen war etwa ausgewogen.

1802 wurde die lutherische Gemeinde Essen dem preußischen Konsistorium der Grafschaft Mark, 1809 dem klevisch-lutherischen Konsistorium des Großherzogtums Berg und ab 1815 der Düsseldorfer Kreissynode zugeteilt. Sie gehörte damit zur Evangelischen Kirche in Preußen beziehungsweise dessen späterer rheinischer Provinzialkirche. Essen wurde Sitz einer Superintendentur, aus der später der Kirchenkreis Essen hervorging. Dieser wurde in die drei Kirchenkreise Essen-Mitte, Essen-Nord und Essen-Süd innerhalb der heutigen Evangelischen Kirche im Rheinland geteilt. Zu den drei Kirchenkreisen gehören heute insgesamt 31 Kirchengemeinden. Diese bilden zusammen mit den drei Kirchenkreisen seit 1972 den „Evangelischen Stadtkirchenverband Essen“.

Als Reaktion auf die Zwangsvereinigung zwischen der lutherischen Kirche und der reformierten Tradition zur Evangelischen Kirche der altpreußischen Union entstand die Evangelisch-Lutherische (altlutherische) Kirche Preußens. Die Altlutheraner bestanden auf ihre Religionsfreiheit, indem sie uneingeschränkt lutherische Gottesdienste, Verfassung und Lehre forderten. Nach harter Verfolgungszeit seitens des Staates konnte sie sich 1841 unter König Friedrich Wilhelm IV konstituieren und wurde anerkannt. Durch die Einführung der Union in Essen entstand die Evangelisch-Lutherische (altlutherische) Kirchengemeinde Essen 1844. Diese Kirchengemeinde gehört heute zum Kirchenbezirk Westfalen der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche.

Durch die Aufhebung des Stiftes fielen die katholischen Pfarreien 1802 zum Erzbistum Köln. 1958 wurde Essen Sitz eines eigenen Bistums. Die Pfarrgemeinden des heutigen Stadtteils Essen-Kettwig gehören nach wie vor zum Dekanat Ratingen und damit zum Erzbistum Köln.

Gegenwärtig 58 Pfarrgemeinden gehören zum Stadtdekanat Essen, das sich in die Dekanate Essen-Mitte, Essen-Altendorf, Essen-Borbeck, Essen-Heisingen-Kupferdreh, Essen-Rellinghausen, Essen-Steele, Essen-Stoppenberg und Essen-Werden aufteilt. Gemeinsam bilden sie den katholischen Stadtkirchenverband / Gemeindeverband (K. d. ö. R.) (seit 1925) als Träger kirchlicher Aufgaben auf Stadtebene (Familienbildung, Jugendseelsorge/Jugendberufshilfe, Beratungsdienste, Öffentlichkeitsarbeit) und als Dienstleister und Zweckverband der Gemeinden. Die Katholische Stadtkirche ist zentral erreichbar im Katholischen Stadthaus (Bernestr. 5, 45127 Essen). Das Stadtdekanat Essen umfasst etwa ein Viertel der Katholiken und der Gemeinden des Bistums.

Mittlerweile wird jedoch die Essener Bistumsstruktur aufgrund diözesaner Entscheidungen sehr grundlegend verändert. In der Stadt Essen soll es ab 2009 nur noch zehn sogenannte Großpfarreien (kirchliche Körperschaften) geben, die jeweils mehrere Pfarrbezirke (Gemeinden) umfassen. Langfristig sollen auch bis zu 26 katholische Kirchen in Essen aufgegeben werden (vgl. Bistum Essen). Weiterhin sollen die inhaltlichen stadtkirchlichen Einrichtungen (z.B. Familienbildung, Jugendseelsorge) und pastoralen Angebote (z.B. Beratungsdienste) reduziert und diözesan in neue zentrale Trägerstrukturen zusammengeführt werden. Auch die Anzahl der katholischen Kindertagesstätten wird den finanziellen und demografischen Entwicklungen angepasst; ihre inhaltliche Steuerung und Verwaltung werden ebenfalls diözesan zentralisiert.

Den Fürstäbtissinnen verdankt Essen einen bedeutenden Essener Domschatz. Im Mittelpunkt steht die Goldene Madonna, um das Jahr 980 entstanden, ist sie das erste voll plastische Abbild der Gottesmutter und gilt als eines der bedeutendsten Kunstwerke des Abendlandes. Nachdem Papst Johannes XXIII. Maria 1959 zur Patronin des Bistums Essen erhoben hatte, wurde die Figur vom damaligen Bischof Franz Hengsbach im Dom öffentlich ausgestellt. Seit dieser Zeit ist sie das Ziel zahlreicher Pilger.

Drei orthodoxe Gemeinden feiern ihre Gottesdienste in katholischen Kirchen in Essen: die russisch-orthodoxe Gemeinde zu den Hll. Uneigennützigen Kosmas und Damian (Maria Immaculata, Borbeck), die serbisch-orthodoxen (St. Stephanus, Holsterhausen) und die rumänisch-orthodoxen Christen (St. Ewaldi, Altenessen).

Es gibt verschiedene Freikirchen, darunter mehrere Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden (Baptisten), eine Adventgemeinde, Gemeinden der Evangelisch-methodistischen Kirche, Freie evangelische Gemeinden (FeG) und drei Gemeinden der Apostolischen Gemeinschaft. Ferner sind auch die Neuapostolische Kirche mit 20 Gemeinden, die Zeugen Jehovas und die Mormonen vertreten.

Der jüdischen Kultusgemeinde gehören 794 Mitglieder an. Die Gemeinde und die neue Synagoge befinden sich in der Sedanstraße. Die Gemeinde verfügt über eine Mikwe, einen Friedhof, einen Kindergarten, eine Bibliothek, einen Sportverein (Makkabi) und ein Jugendzentrum. Der Gemeinderabbiner ist orthodoxer Ausrichtung. Bis zu ihrer Zerstörung in der Pogromnacht gab es in Steele eine bereits 1883 eröffnete Synagoge. In der Essener Innenstadt steht die wiederaufgebaute Alte Synagoge Essen.

Im Jahr 1988 etablierte sich in der Herkulesstraße in Essen-Stadtmitte eine Gemeinschaft der Freunde des Westlichen Buddhistischen Ordens. Der im gleichen Jahr entstandene Zenkreis Essen e.V. steht in der Tradition des Rinzai-Zen und wurde von dem japanischen Zenmeister Rei Shin Sensei gegründet. Seit 2007 findet sich in Essen auch eine Gruppe des Diamantweg-Buddhismus von Ole Nydahl.

1896 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000; Essen wurde zur Großstadt. 1962 zählte man umgerechnet auf das heutige Stadtgebiet 749.193 Einwohner (Kettwig und Burgaltendorf wurden erst später eingemeindet – im damaligen Stadtgebiet waren es 729.301), der bisher höchste Bevölkerungsstand war erreicht. Am 31. Dezember 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Essen nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 585.430 (nur Hauptwohnsitze). Das bedeutet seit 1962 einen Rückgang um rund 20 Prozent. Die Tendenz ist weiter fallend, da der Sterbeüberschuss jedes Jahr eine Größe von circa 2500 bis 3000 Personen erreicht. Auch bei deutlichen Wanderungsgewinnen (welche die Stadt nicht vermeldet) führte dies zu einer schrumpfenden Bevölkerung.

Die Zweiteilung des Stadtbildes schlägt sich stark auf die soziale Gliederung nieder. Die nördlichen, dichter bebauten Stadtteile zeichnen sich durch eine relativ junge Bevölkerung mit relativ niedrigem Einkommen und hohem bis sehr hohem Ausländeranteil aus. Die Stadtteile südlich der A40 hingegen sind wohlhabender, älter und der Anteil der ausländischen Bevölkerung ist deutlich niedriger. Ein solches Nord-Südgefälle oder auch Süd-Nordgefälle findet sich in vielen weiteren Städten des Ruhrgebiets (je nach Position zur Emscherzone) . Allerdings zeichnet sich in Essen seit Jahren eine gegenläufige Entwicklung hin zu einem Innen-Außen-Gefälle ab. Nördliche Stadtteile werten sich durch großangelegte Wohnbauprojekte auf (z.B. Böhmerheide in Altenessen-Nord) und die Innenstadt bzw. die innenstadtumgebenden Stadtteile entwickeln sich durch ihren alten, weitgehend unsanierten Gebäudebestand zu Bereichen mit besonderem Erneuerungsbedarf.

Eine Vielzahl Essener Bürger beschäftigen sich haupt- oder ehrenamtlich mit der Geschichte der Stadt Essen und der Essener Stadtteile. Die meisten von ihnen haben sich zur „Arbeitsgemeinschaft Essener Geschichtsinitiativen“ zusammengeschlossen.

Der im Jahre 1880 gegründete Historische Verein für Stadt und Stift Essen e.V. ist einer der ältesten Geschichtsvereine Deutschlands.

Die Verwaltung der Stadt Essen oblag anfangs dem Stift beziehungsweise dessen untergeordneten Beamten. Seit 1335 werden zwei Bürgermeister aus der Mitte des Rates an der Spitze der Stadt erwähnt, wobei einer der beiden zugleich der Rentmeister ist. Ab dem 14. Jahrhundert gewann der Rat zunehmend an Bedeutung. In jener Zeit konnte Essen sogar die Reichsfreiheit erlangen, welche sie später jedoch wieder aufgeben musste. Der Rat wurde jährlich gewählt. Ab 1602 wurde aufgrund einer neuen Kurordnung der Rat indirekt durch 11 Kurherren der Gilden und Ämter gewählt. Zu den 14 Ratsmitgliedern gehörten zwei Bürgermeister und ein Rentmeister. 1804 ersetzte der preußische Staat den Rat durch einen Magistrat. 1807 wurde die großherzoglich-bergische dann preußische Munizipalverfassung eingeführt. Nach Einführung der Städteordnung 1856 gab es einen Bürgermeister und einen Rat. Der Bürgermeister erhielt später den Titel Oberbürgermeister.

Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten „Rat der Stadt“, dessen Mitglieder man als „Stadtverordnete“ bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1999 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wurde 1999 erstmals direkt vom Volk gewählt.

Zwei Ratsmitglieder des Essener Bürgerbündnisses haben als Alternative Essen eine gemeinsame Fraktion mit der FDP gegründet; diese führte erst den Namen FDP/AE, seit Juni 2008 heißt sie FDP-Fraktion. Die beiden verbliebenen Ratsmitglieder des Essener Bürgerbündnises bildet seitdem eine Ratsgruppe. Seit 2007 bilden die Ratsmitglieder von Die Linke., DKP und AUF eine gemeinsame Fraktion unter dem Namen Die Linke./DKP/AUF.

Essen wird schwarz-grün regiert.

Das Wappen der Stadt Essen stellt eine heraldische Besonderheit dar: Es besteht aus zwei Schilden und ist somit ein so genanntes Allianzwappen. Diese müssten normalerweise in einem gespaltenen Schild zusammengefasst werden, nicht so jedoch beim Essener Wappen.

Das Essener Wappen zeigt unter der Fürstenkrone also zwei einzelne Schilde. Im linken Schild (heraldisch rechts) findet sich auf goldenem Grund der deutsche Doppeladler, jedoch ohne Zepter und Reichsapfel. Im rechten Schild (heraldisch links) auf blauem Grund ein goldenes Richtschwert. Die Krone ist wie der gesamte Aufbau recht unheraldisch, sie bezieht sich auf das Fürstentum Essen (eigentlich müsste Essen als Stadt eine Mauer verwenden). Der Doppeladler symbolisiert die Reichsunmittelbarkeit der Stadt, das Schwert steht für die Stadtheiligen Cosmas und Damian, die mit diesem Schwert hingerichtet worden sein sollen.

Das Wappen in der gegenwärtigen Form wurde 1887 vom Berliner Maler Emil Doepler gestaltet, und von der Stadt gegen einigen Widerstand von Heraldikern durchgesetzt. Eine Version mit korrekterem Aufbau begrüßt die Besucher, die den Bahnhof in Richtung Stadt verlassen, auf dem Dach des gegenüberliegenden Hotels Handelshof. Das Wappen verwendet einen gespaltenen Schild und die Mauer anstelle der Krone.

Dem Wappen wurden die gegenwärtigen Stadtfarben Gelb und Blau entnommen.

Seit 1953 besteht die Patenschaft für Hindenburg OS, die 2000 zu einer intensiven Kooperation ausgeweitete wurde.

Essen ist der Sitz einiger großer deutscher Konzerne: Neben Deutschlands zweitgrößtem Industrieunternehmen RWE AG (siehe Bild unter Stadtbild) und dessen Tochterunternehmen RWE Power und RWE Rhein-Ruhr, haben auch sein ehemaliges Tochterunternehmen HOCHTIEF, sowie Aldi-Nord, STEAG, die Arcandor AG (ehemals KarstadtQuelle), die Evonik Industries AG (ehemals RAG), die Schenker AG und Eon-Ruhrgas hier ihre Konzernzentralen. Einer der größten Pressekonzerne Deutschlands, die WAZ-Gruppe, hat in Essen ihren Sitz. Der Schuhhändler Deichmann ist in Essen-Borbeck ansässig. Mit der Evonik Goldschmidt GmbH befindet sich in der Mitte Essens ein Unternehmen der Chemieindustrie, welches der größte produzierende Industriebetrieb der Stadt ist. Außerdem hat sich mit der Firma Voith Turbo Hochelastische Kupplungen GmbH & Co. KG in den letzten Jahren ein weiterer Industriebetrieb der Maschinenbau-Branche am Standort Essen angesiedelt. Dieser befindet sich im Besitz der Voith AG mit Stammsitz in Heidenheim/Brenz.

Essen war lange Zeit Krupp-Stadt; einst war das Werksgelände der Firma Krupp größer als das restliche Stadtgebiet. Diese Zeiten sind seit dem Zweiten Weltkrieg vorbei, und seit der Fusion mit Thyssen ist die Firma Krupp nur noch mit einigen wenigen Tochterfirmen in Essen beheimatet (hat jedoch formell weiterhin ihren Sitz in Essen behalten). Anfang 2006 gab die Thyssen Krupp AG bekannt, ihre Konzernzentrale vollständig in Essen zusammenzufassen. Im Krupp-Gürtel, der alten „Krupp-Stadt“ westlich der City, wird derzeit eine neue Hauptverwaltung einschließlich einer Akademie für Thyssen-Krupp-Führungskräfte gebaut.

Im Zuge der wirtschaftspolitischen Profilierungsbestrebungen, die sich gegenwärtig viele Städte auf die Fahne geschrieben haben, setzt Essen den Fokus statt auf Schwerindustrie auf den Bereich Energie; die hier ansässige RWE, RAG und Eon-Ruhrgas mit ihren diversen Töchtern legen dies auch nahe.

Die Messe Essen ist ebenfalls ein wichtiger Faktor des Wirtschaftslebens, neben mehreren kleineren Spezial-Messen (IPM, FIBO, SPIEL) haben sich hier vor allem auf die Versorgungswirtschaft ausgerichtete Messen (E-world – Energy & Water, „Sanitär Heizung Klima“) sowie die Jugendmesse YOU etabliert, die als Europas größte Jugendmesse in der Regel etwa 300.000 meist jugendliche Besucher anzieht. Ebenso ziehen „die Weltmesse des Pferdesports“, die Equitana, die Security, und die DEUBAU seit Jahren zahlreiche Besucher an. Erwähnenswert sind auch die „Techno-Classica“ als weltgrößte Oldtimer-Messe mit rund 150.000 Besuchern und die „Essen Motor Show“.

In Essen unterhält der Westdeutsche Rundfunk (WDR) ein Studio. Hier werden die Regionalprogramme für das mittlere Ruhrgebiet produziert und ausgestrahlt. Beide regionalen Zeitungen, die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) und Neue Ruhr Zeitung (NRZ) werden vom WAZ-Konzern verlegt. Auf wöchentlicher Basis erscheinen kostenpflichtig zum einen die Zeitung Ruhr Wort des Bistums Essen sowie die Werdener Nachrichten und die Borbecker Nachrichten, die lokale Nachrichten veröffentlichen. Die Borbecker Nachrichten waren einst die größte Lokalzeitung Deutschlands; die Borbecker Nachrichten und Werdener Nachrichten gehören seit einigen Jahren zur WAZ.

In Essen wird der Lokalradiosender 102.2 Radio Essen ausgestrahlt, der sein Studio in der Lindenallee hat, innerhalb der Innenstadt. Durch die Glasfront zur Straße können Passanten den Moderatoren zuschauen. Abends wird auf der Frequenz von Radio Essen Programm aus den Essener Radiowerkstätten ausgestrahlt. In Altenessen hat der Offene Kanal Essen seinen Sitz, Essens Bürgerfernsehsender. Der Betrieb des Offenen Kanals Essen (OK 43) wurde jedoch zum 1. Januar 2009 eingestellt, da die Landesmedienkommission beschlossen hat, offene Kanäle nicht mehr weiter in der bisherigen Form zu fördern.

1927 wurde die Folkwang-Schule für Musik als interdisziplinär ausgerichtete Bildungseinrichtung für Kunst gegründet. 1929 wurde die Fachschule für Gestaltung unter dem Namen Folkwang weiter geführt. 1963 erhielt die Einrichtung den Status einer Hochschule des Landes. 1972 wurden die bildenden Fächer in die neu gegründete Universität-Gesamthochschule Essen integriert, im Jahr 2007 an die zwischenzeitliche Folkwang-Musikhochschule zurückverlagert. Mit hinzugekommenen Außenstellen in Bochum, Dortmund und Duisburg trägt die jetzt wieder integrierte Kunsthochschule nunmehr den Namen Folkwang Hochschule im Ruhrgebiet.

1972 wurde die Universität-Gesamthochschule Essen gegründet, in die die Pädagogische Hochschule, mehrere Ingenieurschulen, die Höhere Fachschule für Sozialarbeit und Wirtschaft sowie das Essener Klinikum integriert wurden. 2003 fusionierte diese mit der Universität Duisburg zur heutigen Universität Duisburg-Essen, die zu den zehn größten Universitäten Deutschlands gehört.

Die private FOM (Fachhochschule für Oekonomie & Management) nahm 1994 ihren Studienbetrieb auf. Sie wurde als Fachhochschule für Berufstätige von Institutionen der Wirtschaft ins Leben gerufen.

Berufsbildend ist die Katholische Schule für Pflegeberufe Essen.

Die ebenfalls private Zollverein School of Management and Design wurde 2003 gegründet und begann 2004 mit dem Lehrbetrieb. Sie hat ihren Sitz im Zollverein-Kubus im Stadtteil Katernberg.

Im Haus der Technik finden jährlich über 1.500 Seminare, Lehrgänge, Tagungen und Kongresse vor allem der Weiterbildung statt. An der Folkwang-Musikschule wird Musik und Tanz gelehrt.

Neben dem Universitätsklinikum verfügt die Stadt über zwölf weitere Krankenhäuser mit insgesamt knapp 6.000 Betten. Dazu zählen das Alfried Krupp Krankenhaus mit seinen zwei Kliniken in Rüttenscheid und Steele (Lutherkrankenhaus), das Elisabeth-Krankenhaus in Huttrop und Bochold, die Kliniken Essen-Mitte (Huyssens-Stiftung und Knappschaftskrankenhaus), die Kath. Kliniken Essen-Nord-West (Philippusstift in Borbeck, St.-Vincenz-Krankenhaus in Stoppenberg und Marienhospital in Altenessen), die Kliniken Essen-Süd (Kath. Krankenhaus St. Josef und Ev. Krankenhaus in Werden), die Ruhrlandklinik in Heidhausen und das St. Josef-Krankenhaus in Kupferdreh, welches zusammen mit dem St. Elisabeth-Krankenhaus in Hattingen die Kath. Kliniken Ruhrhalbinsel bildet. Das Universitätsklinikum und das Elisabeth-Krankenhaus besitzen eine Kinderklinik. Das Bethesda-Krankenhaus in Borbeck wurde im Juni 2006 geschlossen. Des Weiteren hat Essen rund 1000 niedergelassene Ärzte, sowie rund 350 Zahnärzte.

Essen ist Sitz des Regionalverbands Ruhr (RVR), der Emschergenossenschaft, des Ruhrverbands, der Landesanstalt für Immissionsschutz Nordrhein-Westfalen, des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung, des RWTÜV, des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft, der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP), des Bistums Essen und der Industrie- und Handelskammer zu Essen, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen.

In Essen gibt es 3227 Straßen mit einer Gesamtlänge von 1595 Kilometern.

Essen verfügt mit dem Hauptbahnhof über einen ICE-Fernbahnhof und Regionalbahnhof. Hinzu kommen die Regionalbahnhöfe Altenessen und Borbeck sowie Kray Süd, des Weiteren 22 S-Bahn-Stationen: Bergeborbeck, Borbeck Süd, Dellwig, Dellwig Ost, Eiberg, Frohnhausen, Gerschede, Holthausen, Horst, Hügel, Katernberg Süd, Kettwig, Kettwig Stausee, Kray Nord, Kupferdreh, Stadtwald, Steele, Steele Ost, Süd, Überruhr, Werden und West.

Im Eisenbahngüterverkehr ist Essen jedoch nach Stilllegung des östlich vom Hauptbahnhof gelegenen Rangierbahnhofes kein Eisenbahnknoten mehr. Seit September 2008 wird das Bahnhofsgebäude renoviert und umgestaltet.

Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedient die EVAG (Essener Verkehrs-AG) mit derzeit (2003) 48 Omnibuslinien (Gesamtlänge 459 km), 7 Straßenbahnlinien (Gesamtlänge 83 km) und 3 U-Bahn- bzw. Stadtbahnlinien (Gesamtlänge 29 km). Der Stadtbahn-Betrieb wurde 1977 aufgenommen. Alle Linien sind zu einheitlichen Preisen innerhalb des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr zu benutzen.

Die Stadt Essen wirbt mit rund 100 km Radwegen innerhalb der Stadt und veranstaltet regelmäßig den „Essener Fahrradfrühling“ mit vielen Radtouren und Infoveranstaltungen. Im Süden der Stadt ist eine 8 km lange ehemalige Bahntrasse zu einem Fahrradweg ausgebaut worden. Zahlreiche Radstrecken führen durchs Grüne.

An der Stadtgrenze zu Mülheim an der Ruhr befindet sich der städtische Flughafen Essen/Mülheim. Der Flughafen besitzt ein Terminalgebäude, fertigt aber keine Linien- oder Charterfluggesellschaften ab. Private Kleinflugzeuge bilden die Mehrheit in Essen/Mülheim, da Düsenjets in Essen/Mülheim nur mit besonderer Genehmigung starten und landen dürfen. Des Weiteren gibt es einen Segelflugclub und eine Zeppelin-Montagehalle der WDL Luftschiffgesellschaft. Betreiber des Flughafens Essen/Mülheim ist die FEM GmbH. Air Albatros bietet gelegentlich Rundflüge über die Stadt mit einer alten Antonov an. Der Flughafen ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen- die Straßenbahnlinie 110 verbindet Mülheim mit dem Flughafen und die Buslinie 145 bedient unter anderem den Essener Hauptbahnhof.

Die Stadt verfügt über zahlreiche Verwaltungsbauten aus dem gesamten letzten Jahrhundert, angefangen bei dem Gebäude der Emschergenossenschaft (Wilhelm Kreis) bis zum RWE-Turm (nach Entwürfen des Düsseldorfer Architekten Christoph Ingenhoven; Overdiek und Partner). Viele Gebäude aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts bestimmen das Bild der Innenstadt (Bahnhofsvorplatz mit Haus der Technik (ehem. Börse), Hotel Handelshof, Eickhaus, alte Sparkasse und Hauptpost sowie im Innenstadtbereich Deutschlandhaus, Steinhaus, Derendorfhaus, Lichtburg, Baedekerhaus, Blumhaus). Diese Gebäude sind von bekannten, größtenteils aus Süddeutschland stammenden Architekten (im Umfeld der Essener Kunstgewerbeschule bzw. der Essener Raumkunstgruppe) entworfen worden.

Markant in der Innenstadt ist der Burgplatz mit Johanneskirche, Atrium, Münster, Domschatzkammer, Bischofspalais, VHS und dem Blick auf die Alte Synagoge und die Altkatholische Friedenskirche. Die Kettwiger Straße wird 1958 die erste Fußgängerzone der Bundesrepublik Deutschland.

Viele alte Wohn- und Geschäftshäuser sind nach dem Krieg durch eine Architektur der 1950er- und 1960er-Jahre auf dem Grundriss der mittelalterlichen Stadt in höherer Bauweise erneuert worden.

Essen hat vor allem im Süden der Stadt städtebaulich agiert. Es sind zahlreiche geplante Stadtteile entstanden (Moltkeviertel, Margarethenhöhe, Altenhof I und II, große Teile Frohnhausens u.v.m.). Ferner wurde die Stadt mit einem zweiten Innenstadtring mit teils repräsentativer Architektur ausgestattet (z.B. Erlöserkirche, Glückauf-Haus, Steag-Zentrale, Pfarrkirche St. Engelbert, Gebäude der Emschergenossenschaft, Hauptsitz des KVR, Ruhrhaus und die Auferstehungskirche an der Friedrich-, Hohenzollern-, Kronprinzen-, Kurfürstenstraße).

Was weiterhin auffällt, ist die an vielen Stellen durchgehende Gebäudehöhe von zwei Stockwerken und die Anlage von weiten grünen Innenhöfen. Dies geht auf das Wirken von Robert Schmidt (1869–1932), Beigeordneter der Stadt Essen, zurück. Damit wurde ein bauliches Gegenstück zur Berliner Mietskasernenarchitektur im Ruhrgebiet durchgesetzt.

Die Stadt ist durch sehr viel Baumbestand und Wälder sowie im Süden durch eine hügelige Landschaft (Ruhrberge/Baldeneysee) geprägt.

Herausragende Gebäude sind das Opernhaus, erbaut nach Plänen des finnischen Architekten Alvar Aalto, sowie die neue Hauptverwaltung der RWE-Konzerns, ein zylindrisches Hochhaus mit klimatisch wirksamer zweischaliger Glasfassade der Architekten Ingenhoven, Overdiek und Partner (Düsseldorf), die hier eine weithin sichtbare Landmarke für die Stadt setzten.

Im Norden der Stadt befindet sich das Areal der zum Weltkulturerbe gehörenden ehemaligen Kokerei und Zeche Zollverein, letztere gilt als Meilenstein der Industriearchitektur. Das Zollverein-Areal ist ein Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH). Mit der Schließung der Kokerei Zollverein 1993 war die Bergbaugeschichte Essens beendet. Für das Zollverein-Areal gibt es konkrete Planungen, das Weltkulturerbe zu einem regionalen Kulturzentrum auszubauen, die wegen der nötigen Eingriffe in die historische Bausubstanz kontrovers diskutiert werden. Bereits dort angesiedelt sind das red dot design museum (auch Design-Museum / Zentrum NRW), das im Aufbau befindliche Museum Zollverein, sowie verschiedene kleinere Ausstellungen und Projekte; das Ruhrlandmuseum Essen soll in einiger Zeit hier als Ruhrmuseum seine neue Heimat finden.

Im Zentrum der Stadt finden sich weiterhin um den Burgplatz herum gruppiert die Johanniskirche, das Münster (welches in Teilen bis ins 10. Jahrhundert zurückgeht und als Wahrzeichen der Stadt gilt), das 1928 fertiggestellte massige Baedeker-Haus und die 1928 errichtete, und 2003 renovierte Lichtburg. Außerdem ist dort der markante gläserne Eingang des Neubaus der VHS zu sehen. Im Domschatz des Münsters befindet sich die Goldene Madonna, die älteste erhaltene vollplastische Madonnenfigur des christlichen Abendlandes. Gegenüber vom Hauptbahnhof steht das so genannte Haus der Technik, erbaut in den frühen 1920er Jahren nach Entwürfen des Architekten Edmund Körner als Büro- und Geschäftshaus.

Ebenfalls sehenswert ist die Alte Synagoge, die bei ihrer Eröffnung 1913 noch „Neue Synagoge“ hieß: In der Reichspogromnacht ausgebrannt, wurde sie danach nicht mehr von der jüdischen Gemeinde genutzt (die sich nach dem Zweiten Weltkrieg eine neue, kleinere Synagoge baute). Nach wechselnden Nutzungen unter anderem als Design-Museum dient sie heute als Begegnungsstätte zwischen den Religionen und Kulturen. 1980 wurde die Synagoge Gedenkstätte.

Zum Süden der Stadt hin liegt das Folkwang-Museum, das eine bedeutende Sammlung romantischer und moderner Kunst präsentiert, sowie der Grugapark, benannt nach der Großen Ruhrländischen Gartenbauausstellung (GRUGA), die hier 1929 stattfand. Mit 70 Hektar ist er eine der größeren innerstädtischen Parkanlagen Europas und beliebtes Naherholungsgebiet der Essenerinnen und Essener. Dazu gehört die Grugahalle, in der Konzerte und Großereignisse wie der EU-Gipfel 1994 stattfinden, sowie die Messe Essen.

Noch weiter südlich liegt oberhalb des von 1931 bis 1933 im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme künstlich angelegten Baldeneysees die Villa Hügel, der monumentale Wohnsitz der Familie Krupp, erbaut vom Industriellen Alfred Krupp, in dem eine ständige Ausstellung der Krupp-Stiftung und diverse Wechselausstellungen zu finden sind.

In direkter Nachbarschaft zum Grugapark befindet sich der Stadtteil Margarethenhöhe, benannt nach der 1929 von Georg Metzendorf im Auftrag von Margarethe Krupp (zugleich Namensgeberin) errichteten Siedlung Margarethenhöhe, einem architektonisch bedeutenden Beispiel der Gartenstadtbewegung.

Einen starken Kontrast zum restlichen Stadtbild weisen die beiden an der Ruhr gelegenen südlichen Stadtteile Kettwig und Werden auf. Sie besitzen beide einen Altstadtkern, der vom Zweiten Weltkrieg und folgenden Abrisssanierungen fast vollkommen verschont geblieben ist. Im Stadtteil Kettwig befindet sich auch die Staustufe des gleichnamigen Ruhrstausees, wo die Schiffe aus Mülheim und Essen anlegen. Sehenswert ist auch das Krayer Rathaus, wo nach dem Zweiten Weltkrieg die erste Ratssitzung stattfand, da das Essener Rathaus im Krieg schwer beschädigt wurde. Ein weiteres markantes Bauwerk in Essen ist der 157,5 Meter hohe, für die Öffentlichkeit nicht zugängliche, Fernmeldeturm.

Essen verfügt in der Theater und Philharmonie Essen (TuP) – unter einem einheitlichen Dach organisiert – über eines der vier philharmonischen Orchester Nordrhein-Westfalens (mit dem Saalbau als Aufführungsort), ein Opernhaus (Aalto-Theater) und ein Stadttheater (Grillo-Theater) mit einigen angeschlossenen kleineren Bühnen. Weiterhin existiert in Essen das älteste Privattheater Nordrhein-Westfalens (Das Kleine Theater Essen), ein Boulevardtheater, das Colosseum Theater für Musicals, ein Varieté, und mit der 1928 errichteten und 2003 aufwändig restaurierten Lichtburg der größten Kinosaal wie auch das älteste noch in Betrieb befindliche Kinos Deutschlands, das zunehmend wieder als Premierenkino auflebt. Die Lichtburg wurde 1998 in die Denkmalliste eingetragen. Das Museum Folkwang besitzt eine bedeutende Kunstsammlung mit den Schwerpunkten Romantik, Impressionismus und Expressionismus. Weitere Museen sind: das natur- und kulturhistorische Ruhrlandmuseum, das Deutsche Plakatmuseum, das Kunsthaus Essen und die Villa Hügel mit der historischen Sammlung der Familie Krupp und regelmäßigen Kunstausstellungen.

Am 11. April 2006 wurde die Stadt durch eine siebenköpfige EU-Jury stellvertretend für das gesamte Ruhrgebiet zur europäischen Kulturhauptstadt 2010 gewählt. An RUHR.2010 beteiligt sind neben Essen der Regionalverband Ruhr, das Land Nordrhein-Westfalen und der Initiativkreis Ruhrgebiet. Derzeit sind 45 Mitarbeiter an den Vorbereitungen für die Investitionen der Infrastruktur und das Programm tätig.

Die vormals in Berlin stattfindende Loveparade war Ende August 2007 in Essen. Ab 23. August waren viele Clubs der Region für Sonderveranstaltungen geöffnet, bis dann am 25. August mit der eigentlichen Parade das Ereignis ausklang. Der Zug wurde dabei durch die nördliche Innenstadt geführt, die Abschlusskundgebung fand auf dem Kirmesplatz am Berliner Platz statt.

In vielen Essener Stadtteilen gibt es Heimat-, Bürger- und Verkehrsvereine. Achtzehn solcher Vereine haben sich zusammengeschlossen im „Stadtverband der Bürger- und Verkehrsvereine Essen e. V.“.

Fußball: Der wichtigste Fußballverein Essens ist Rot-Weiss Essen, der Spieler wie Helmut Rahn, Willi Lippens, Horst Hrubesch und Frank Mill hervorgebracht hat. Der Verein spielte zuletzt in der Regionalliga Nord (Saison 2007/08), ist jedoch abgestiegen in die neue viertklassige Regionalliga West. Die Heimspiele werden im Georg-Melches-Stadion an der Hafenstraße ausgetragen. In der Saison 2005/06 lag der Zuschauerschnitt bei 12.291. Ebenfalls von größerer Bedeutung ist Schwarz-Weiß Essen, dessen Fußballabteilung 1959 deutscher Pokalsieger wurde und heute, in der Saison 2008/09, in der NRW-Liga spielt. Auch Jens Lehmann, der in Essen geborene, ehemalige deutsche Nationaltorwart, spielte für diesen Verein, ebenso wie der heutige Manager der Nationalmannschaft, Oliver Bierhoff.

Die Frauenfußballmannschaft der SG Essen-Schönebeck, deren Heimspiele im Sportpark Am Hallo ausgetragen werden, spielt seit 2004 in der Bundesliga und erreichte 2007 das Halbfinale im DFB-Pokal.

Eishockey: Essen hat eine Eishockey-Tradition seit den 1960er Jahren und war von 1994 bis 2008 durch den Verein ESC Moskitos Essen e.V. in der deutschen Bundesliga bzw. Profiliga vertreten. Zurzeit spielt der Verein in der Regionalliga, da er im Jahre 2008 Insolvenz gemeldet hat und somit zwangsabsteigen musste.

Basketball: Die Basketballer der ETB Wohnbau Baskets Essen stehen seit dem Aufstieg aus der Pro B als Teilnehmer der Pro A Saison 2008/09 fest, welche die zweithöchste Spielklasse Deutschlands darstellt. Die Basketballabteilung des ETB wurde 1960 gegründet. Die Heimspiele werden in der neuen Halle "Am Hallo" ausgetragen.

Laufen: Seit 1963 findet Deutschlands ältester ununterbrochen durchgeführter Marathon Rund um den Baldeneysee statt. Außerdem hat der Ruhrmarathon seit 2004 sein Ziel in Essen.

Schwimmen: SG Essen (Startgemeinschaft vieler Essener Schwimmvereine) ist ein sowohl auf nationaler wie auch auf internationaler Ebene vertretener Verein. Die SG Essen richtete auch 2008 die Deutschen Kurzbahnmeisterschaften im Hauptbad aus.

Handball: Der zweitgrößte Essener Sportverein TUSEM Essen ist mehrfacher Deutscher Meister, Pokalsieger und Europapokalsieger im Handball. Nach dem Gewinn des Europapokals verlor der Verein die Lizenz für die Bundesliga und trat 2005 in der Regionalliga an. Durch eine fast makellose Saison (63:01 Punkte) gelang der Aufstieg in die 2. Bundesliga. Seit der Saison 2007/2008 ist der Club von der Margarethenhöhe, der seine Heimspiele in Stoppenberg in der dortigen Halle „Am Hallo“ austrägt, wieder erstklassig. Allerdings steht seit November 2008 fest, dass dem Verein wegen Insolvenz ein erneuter Zwangsabstieg, diesmal voraussichtlich in die 2. Bundesliga, bevorsteht.

Kanusport: Die Kanusport-Gemeinschaft Essen ist einer der erfolgreichsten Kanuvereine Deutschlands und hat bereits etliche Weltmeister und Olympiasieger im Kanurennsport hervor gebracht, darunter Thomas Reineck, Olaf Winter und Tomasz Wylenzek.

Tischtennis: Ein bekannter Tischtennisverein ist SV Moltkeplatz Essen. Er wurde 1953 gegründet und wurde von 1964 bis 1970 der Verein fünf mal in Folge deutscher Vizemeister. 1966 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Tischtennis-Bundesliga und spielte von 1966 bis 1970 vier Jahre lang in dieser Klasse. Nach dem Abstieg 1971 konnte man 1978 noch einmal aufsteigen, allerdings die Klasse nicht halten. Zu den bekanntesten Spielern zählt Wilfried Lieck.

Golf: Auf dem Essener Stadtgebiet existieren drei Golfclubs, der GC Essen-Heidhausen (27 Löcher), die Golfriege Etuf (9 Löcher) und der GC Haus Oefte (18 Löcher). Alle drei Clubs veranstalten regelmäßig Turniere.

Weitere Vereine: Der größte Essener Sportverein ist die MTG Horst.

Schwimmbäder: Essen hat zurzeit (August 2008) folgende Schwimmbäder in Betrieb: das Grugabad, das Hauptbad, das Schwimmzentrum Kettwig, das Freibad Hesse in Dellwig, das Schwimmzentrum Oststadt, das Friedrichsbad, das Schwimmzentrum Rüttenscheid, das Hallenbad Nord-Ost, das Freizeitbad Oase, das Hallenbad Kupferdreh, das Hallenbad Werden, das Hallenbad Borbeck, das Hallenbad am Südpark in Kray und das Freibad in Steele, verwaltet vom Schwimmverein SV Steele 1911. Das alte Hauptbad gilt als stark sanierungsbedürftig, aber auch nahezu alle anderen Bäder bedürfen größerer Investitionen. Bis 2000 existierte im Essener Norden das Kuhlhoffbad und im Essener Westen das Nöggerathbad, ein größeres Freibad. Beide wurden geschlossen, um dann Bauland gewinnbringend verkaufen zu können. Allerdings sind bis heute (Januar 2008) nicht alle Grundstücke des Nöggerathbades verkauft worden. Auch gab es im Gildehofcenter in der Innenstadt vom 20. November 1987 bis 31. Dezember 1992 ein Spaßbad; seit Ende der 1990er befindet sich in den Räumlichkeiten die Stadtbücherei.

Daneben verliehen auch damals eigenständige Gemeinden Ehrenbürgerrechte an lokale Persönlichkeiten, unter anderem 1890 die Gemeinde Steele 1890 an Carl Humann, den Entdecker des Pergamon-Altars. Nach der Eingemeindung wurde diese Praxis aufgehoben.

Seit 1961 wird der Ehrenring der Stadt Essen als höchste Auszeichnung vergeben, den Ehrenbürger Berthold Beitz bereits im Jahr 1983 erhielt. Weitere Träger des Ehrenringes sind unter anderem Gustav Heinemann, Oberbürgermeister und späterer Bundespräsident, Franz Kardinal Hengsbach, der erste Bischof von Essen sowie verschiedene ehemalige Oberbürgermeister der Stadt. Neben dem Ehrenring wird eine Ehrenplakette als zweithöchste Auszeichnung der Stadt vergeben.

An Jugendliche oder junge Erwachsene verleiht das Jugendamt der Stadt zudem seit 2004 in verschiedenen Kategorien den Preis Essens Beste.

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Bad Essen

Wappen der Gemeinde Bad Essen

Bad Essen ist eine Gemeinde im Osten des Landkreises Osnabrück in Niedersachsen. Bad Essen liegt mit seinem historischen Ortskern an der Deutschen Fachwerkstraße und im Naturpark TERRA.vita.

Die Gemeinde Bad Essen liegt am Übergang der Mittelgebirge zum Norddeutschen Tiefland. Das Wiehengebirge bedeckt ungefähr das südliche Drittel der Gemeinde und erreicht mit 211 m ü. NN seine größte Höhe auf dem Schwarzen Brink im Ortsteil Lintorf. Der nördliche Teil der Gemeinde ist eben, liegt durchschnittlich 50 m ü. NN und gehört zum Naturraum des Lübbecker Lößlandes. Die Hunte durchfließt Bad Essen von Süden nach Norden und kreuzt im Ortsteil Wittlage den Mittellandkanal, der das Gemeindegebiet in west-östlicher Richtung durchquert.

Die Gemeinde Bad Essen grenzt – im Uhrzeigersinn, im Norden beginnend – an folgende Städte und Gemeinden: Stemwede, Preußisch Oldendorf (beide Kreis Minden-Lübbecke in Nordrhein-Westfalen), Melle, Bissendorf, Ostercappeln und Bohmte.

Eine Besonderheit ergibt sich für die ca. 160 Einwohner des Ortsteils Büscherheide, welcher postalisch zum nordrhein-westfälischen Preußisch Oldendorf zählt, wohin auch die Schüler zur Schule gehen. Auch für die Kirchgänger sind die Westfälisch-Lippische Landeskirche und das hauptsächlich in Nordrhein-Westfalen gelegene Erzbistum Paderborn zuständig, da Büscherheide zur Pfarrgemeinde des Preußisch Oldendorfer Stadtteils Börninghausen zählt. Angesichts dieser Lage gibt es im Ortsteil Bestrebungen, nach Preußisch Oldendorf eingemeindet zu werden.

Im Jahre 1309 wurde der Bau der Burg Wittlage begonnen, um hierdurch die Besitzansprüche des Bischofs von Osnabrück über das Gebiet zu sichern.

1899 wurde in Bad Essen der erste Spatenstich für die normalspurige Eisenbahnstrecke der Wittlager Kreisbahn ausgeführt. Das erste Teilstück führte von Bohmte über Bad Essen zum Bahnhof in Holzhausen-Heddinghausen und konnte im Jahr 1900 eingeweiht werden. Das Gemeindegebiet erhielt mit neun Bahnhöfen und Haltestellen Anschluss an eine wichtige Infrastruktur, die einen wirtschaftlkichen Aufschwung für das Gebiet bewirkte und auch den öffentlichen Personennahverkehr erheblich erleichterte.

Seit 1902 darf Bad Essen offiziell den Titel "Bad" tragen. Durch Entscheidung vom 1. April 1905 wurde der Bau des westlichen Teilstücks des Mittellandkanals zwischen Bergeshövede (Anschluss an den Dortmund-Ems-Kanal) und Hannover genehmigt, nachdem das Preußische Abgeordnetenhaus zunächst 1903 den Bau abgelehnt hatte. Dieses erste Teilstück des Kanals führt auch durch Bad Essen und zerschnitt das Gemeindegebiet in eine nördliche und südliche Hälfte. Bei dem Bau wurden in der Gemeinde rund 90 Hektar Fläche in Anspruch genommen.

Die heutige Gemeinde Bad Essen wurde durch eine Gebietsreform im Jahre 1972 aus den selbständigen Gemeinden Bad Essen, Barkhausen, Brockhausen, Büscherheide, Dahlinghausen, Eielstädt, Harpenfeld, Heithöfen, Hördinghausen, Hüsede, Linne, Lintorf, Lockhausen, Rabber, Wehrendorf, Wimmer und Wittlage gebildet. Der damalige Landkreis Wittlage wurde aufgelöst und die neu entstandene Gemeinde Bad Essen gehört seitdem zum Landkreis Osnabrück. Der Landkreis Wittlage war bis dahin der kleinste in der Bundesrepublik Deutschland und einer der wenigen, dessen Sitz in einer Gemeinde ohne Stadtrechte war.

Das Wappen der Gemeinde Bad Essen zeigt einen gezinnten roten Schildhaupt mit drei Scharten in Silber ein achtschaufliges blaues Mühlrad über blauem Wellen-Schildfuß. Da Bad Essen früher zum Amt Wittlage gehörte, soll durch das Zinnen-Schildhaupt die Beziehung zur Burg Wittlage ausgedrückt werden. Das begrifflich zum „Bad“ gehörende Wasser wird durch die Wellen im Schildfuß dargestellt. Das Wassermühlrad ist die Figur des alten Wappens, welches Bad Essen führte, bevor es 1972 mit sechzehn benachbarten Gemeinden zusammengeschlossen wurde. Die Farben Rot und Silber sind aus dem Wappen des früheren Fürstbistums Osnabrück und seines Amtes Wittlage entnommen. Der Wappenentwurf wurde 1975 von dem Osnabrücker Heraldiker Hans Heinrich Reclam angefertigt.

Bad Essen unterhält Partnerschaften zum französischen Bolbec und zum polnischen Wałcz (Deutsch Krone).

Die Bundesstraße 65 durchquert die Gemeinde Bad Essen in West-Ost-Richtung. Die Bundesautobahnen A 1, A 30 und A 33 sind ca. 20 km vom Gemeindegebiet entfernt.

Der Mittellandkanal durchquert die Gemeinde von West nach Ost. Häfen gibt es in Bad Essen und Wehrendorf. Im Ortsteil Lockhausen befindet sich ein Sportboothafen.

Seit 1900 befährt die Wittlager Kreisbahn (heute: Verkehrsgesellschaft Landkreis Osnabrück) eine Bahnstrecke, die von West nach Ost durch das Gemeindegebiet führt. Die Strecke führte ursprünglich von Damme nach Holzhausen-Heddinghausen. Sie ist heute nur noch zwischen Bohmte und Preußisch Oldendorf befahrbar. Die Strecke wird noch gelegentlich von Zügen der Museumseisenbahn Minden und für den Güterverkehr genutzt. Über eine Wiederaufnahme des Personenverkehrs auf der alten Strecke der Wittlager Kreisbahn wird jedoch seit längerem nachgedacht. Über den Bahnhof Bohmte besteht ein Anschluss an die Bahnstrecke Bremen–Osnabrück. Nächster ICE-Halt ist Osnabrück Hauptbahnhof.

Zwischen Bad Essen und Bohmte befindet sich ein Flugplatz, der für den Motor- und Segelflug genutzt wird. Der nächste internationale Flughafen ist der Flughafen Münster/Osnabrück in Greven.

Der Bad Essener Busverkehr wird durch die Verkehrsgemeinschaft Osnabrück geleistet. Es bestehen Linien in die Nachbargemeinden und nach Osnabrück. Am Wochenende besteht eine Nachtbusverbindung nach Osnabrück.

In Bad Essen ist das Wittlager Kreisblatt ansässig. Das Wittlager Kreisblatt ist eine Regionalausgabe der Neuen Osnabrücker Zeitung. In Bad Essen wird der gemeinsame Lokalteil für Bad Essen und die beiden Nachbargemeinden Bohmte und Ostercappeln produziert. Zusätzlich gibt es eine regionale Zeitschrift, das sogenannte Linde-(Eichen-, Kastanien-) Blatt. Es wird in Bad Essen (Linden) Ostercappeln (Eichen) und Bohmte (Kastanien) verteilt. In ihm findet man Werbung für Festivitäten in der Region, sowie allerhand Kleinanzeigen und Berichte über die Kommunalpolitik.

Am 31.03.2009 wurde entschieden, dass die 4. Niedersächsische Landesgartenschau 2010 in Bad Essen stattfinden wird. Den Zuschlag für die Schau hatte zunächst die Stadt Wiesmoor erhalten, diese hatte dann aber kurzfristig ihre Bewerbung zurückgezogen.

Auf Schloss Hünnefeld wird ein Privatmuseum zur Geschichte des Schlosses und seiner Bewohner betrieben.

Im Ortsteil Barkhausen kann man in einem alten Steinbruch die ca. 150 Mio. Jahre alten Dinosaurierfährten von Barkhausen ansehen. Die Spuren stammen vom Elephantopoides barkhausensis und vom Megalosauropus teutonicus, die zu den Dinosauriern des Jura gehören.

Sehenswert ist der historische Bad Essener Ortskern mit seinen zahlreichen schmucken Fachwerkbauten und hier vor allem der malerische Kirchplatz mit der St. Nikolaikirche im Zentrum. Am Kirchplatz befindet sich auch das Hünnefelder Totenhaus, das von 1752 bis 1850 Grabstätte der Familie von dem Busche-Hünnefeld war. Über dem Eingang befindet sich eine Inschrift aus dem Jahr 1752. Aus dem Jahr 1663 stammt der frühere Wehrspeicher, das Kleine Haus. Der Wehrspeicher wurde zweistöckig in Fachwerkbauweise errichtet und später um ein weiteres Geschoss aufgestockt. Er ist heute Teil eines gastronomischen Betriebs.

Am südlichen Ortsausgang Bad Essens liegt die historische Wassermühle, die gleichzeitig das Wahrzeichen Bad Essens ist und das Gemeindewappen ziert. Die Mühle ist heute noch funktionstüchtig und wird gelegentlich zu Mahlvorführungen genutzt.

Zwischen den Ortsteilen Harpenfeld und Wehrendorf befindet sich nördlich des Mittellandkanals das erstmals im Jahre 1146 erwähnte Schloss Hünnefeld. Das heutige Herrenhaus stammt aus dem 17. Jahrhundert, der schön anzusehende Taubenturm aus dem Jahre 1710. Das Schloss hat ein eigenes Museum zur Familiengeschichte des Hauses Hünnefeld.

Unweit von Schloss Hünnefeld liegt im Ortsteil Lockhausen das Schloss Ippenburg. Graf Wilhelm von dem Bussche errichtete 1862 bis 1867 das sehenswerte Schloss im Stil der Neugotik. Auf Schloss Ippenburg finden jährlich Gartenausstellungen statt.

Im Ortsteil Wittlage befindet sich die Stiftsburg Wittlage. Sie wurde im Jahr 1310 vom Bischof von Osnabrück erbaut und diente der Sicherung gegen die Grafschaft Ravensberg und dem Bischof von Minden. Von der ursprünglichen Burganlage ist noch der Turm und die Toreinfahrt erhalten.

Auf dem Kamm des Wiehengebirges steht der Sonnenbrinkturm, von dem man eine schöne Aussicht in die norddeutsche Tiefebene und über die Wälder des Wiehengebirges genießen kann.

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Bistum Essen

Karte Bistum Essen

Das Bistum Essen (lat. Dioecesis Essendiensis), inoffiziell auch „Ruhrbistum“, ist die flächenmäßig kleinste Diözese Deutschlands und hat seine Mitte mit der Hohen Kathedralkirche in der Bischofsstadt Essen.

Durch die päpstliche Bulle Papst Pius’ VII. De salute animarum („Zum Heil der Seelen“) wurden 1821 die Diözesangrenzen in Deutschland neu geordnet. Doch erst 100 Jahre später gab es Überlegungen für ein Bistum an der Ruhr, „damit die Kirche den arbeitenden Menschen in dem ständig wachsenden Ballungsraum näher komme und tiefer verwurzelt werde“, wie es hieß. Verhandlung mit der preußischen Regierung scheiterten jedoch, und es kam 1929 nur zur Gründung der Bistümer Aachen und Berlin. Die kommunale Neuordnung im selben Jahr sprach jedoch weiterhin dafür, möglichst bald ein neues Bistum „Ruhrgebiet“ zu errichten. Denn inzwischen verliefen die Diözesangrenzen quer durch die Städte Duisburg, Oberhausen und Gelsenkirchen.

1951 wurden die alten Pläne zur Gründung eines neuen Bistums wieder aufgegriffen. Die Verhandlungen zwischen dem Vatikan und dem Land Nordrhein-Westfalen führten am 19. Dezember 1956 zu einem Vertrag über die Errichtung des Bistums Essen.

Danach traten das Erzbistum Köln zehn Dekanate mit 100 Gemeinden und 520.000 Katholiken, das Bistum Münster zehn Dekanate mit 82 Gemeinden und 450.000 Katholiken sowie das Erzbistum Paderborn neun Dekanate mit 91 Gemeinden und 370.000 Katholiken an das Ruhrbistum ab. Bischofskathedrale wurde die alte Stiftskirche, das 1100jährige Münster am Hellweg. Die Randgebiete dreier Bistümer hatten nun eine neue Mitte.

Mit der Zirkumskriptionsbulle Germanicae gentis vom 23. Februar 1957 wurde das Bistum Essen durch Papst Pius XII. kanonisch errichtet. Zum ersten Bischof des neuen Bistums ernannte Pius XII. am 18. November 1957 den Paderborner Weihbischof Dr. Franz Hengsbach. Mit seiner feierlichen Inthronisation am 1. Januar 1958 durch den Apostolischen Nuntius in Deutschland, Aloysius Muench, war die Bistumserrichtung abgeschlossen.

Der Kölner Erzbischof weigerte sich vor der Errichtung des Bistums erfolgreich, die Stadt Kettwig (heute ein Essener Stadtteil) dem Ruhrbischof zu übereignen – die Kirchensteuereinnahmen sind dort relativ hoch. Kettwig gehört also immer noch zu Köln, obwohl die Jugendbildungsstätte des Bistums Essens, das Haus St. Altfrid, als Enklave in Kettwig beheimatet ist. Ebenso verblieb die Ruhrgebietsstadt Dortmund beim Erzbistum Paderborn.

Nach der kommunalen Neuordnung von 1975 liegen heute wieder Teile von Duisburg und Bottrop im Bistum Münster, Teile von Mülheim im Erzbistum Köln. Die Stadt Hagen liegt teils im Bistum Essen und teils im Erzbistum Paderborn.

Die Bistumsgrenzen wurden 2007 geändert: Teile von Altena lagen bis 2007 im Erzbistum Paderborn. Am 30. September 2007 verfügte jedoch der Nuntius in Berlin, dass die Pfarrvikarie St. Theresia Evingsen mit Wirkung vom 1. Oktober aus dem Erzbistum Paderborn ausgegliedert und in die Pfarrei St. Matthäus Altena im Bistum Essen als Gemeinde integriert wird.

Im Bereich Wilbringhausen bei Kierspe ist die Grenzführung des Bistums strittig. Eigentlich gehört die Ortschaft zum Bistum Essen, weil sie bei Bistumsgründung im Jahr 1958 zum Stadtgebiet Kierspe gehörte. Die politischen Grenzen haben sich zwischenzeitlich verändert, der Ort gehört jetzt zum Oberbergischen Kreis. Nicht geändert wurden indes die kirchlichen Grenzen (dazu wäre entsprechend dem Preußischen Konkordat von 1929 ein Vertrag des Landes NRW mit dem Vatikan notwendig).

Das Bistum Essen wurde 1958 durch die Inthronisation des ersten Bischofs von Essen, Dr. Franz Hengsbach, errichtet. Dieser weihte ein Jahr später den Priester Julius Angerhausen zum Titularbischof von Eminentiana und Weihbischof in Essen. Maria wird Patronin des Bistums Essen.

Der gebürtige Essener Pater Heinrich Rüth CSSp wurde am 2. Oktober 1966 von Bischof Hengsbach zum Titularbischof von Leptiminus und Koadjutorprälat von Juruá (Acre) in Brasilien geweiht. Der Deutsche Katholikentag fand 1968 in Essen statt. Im selben Jahr wurde der Priester Wolfgang Große am 8. Dezember von Bischof Hengsbach zum Titularbischof von Lamasba und Weihbischof in Essen geweiht.

1974 fand das Altfridjahr anlässlich des 1100. Todestages des Heiligen Bischof Altfrid statt. Der Heilige hat seine Ruhestätte im Essener Dom. Der Essener Priester Emilio Lorenzo Stehle wurde 1983 von Sebastiano Kardinal Baggio zum Titularbischof von Heraclea und Weihbischof in Quito (Ecuador) geweiht. Papst Johannes Paul II. besuchtee 1987 das Bistum Essen, u.a. die Städte Essen, Bottrop, Gelsenkirchen und Mülheim. Der Essener Priester Franz Grave wurde am 3. Mai 1988 von Bischof Hengbach zum Titularbischof von Tingaria und Weihbischof in Essen geweiht.

Der Ruhrbischof Dr. Franz Hengsbach wurde am 28. Juni 1988 durch Papst Johannes Paul II. zum Kardinal erhoben. Sein Rücktrittsgesuch wird 1991 angenommen. Das Domkapitel wählte Weihbischof Große zum Diözesanadministrator. Dieser tritt am 24. Februar des gleichen Jahres von seinem Amt als Weihbischof zurück, bleibt aber als Diözesanadministrator im Amt. Franz Kardinal Hengsbach starb am 24. Juni 1991 und wurde in der Westkrypta (später Adveniat-Krypta genannt) des Essener Domes beigesetzt.

Dr. Hubert Luthe wurde am 2. Februar 1992 als zweiter Bischof von Essen inthronisiert. Der Essener Weihbischof Grave wurde Vorsitzender der Bischöflichen Kommission Adveniat. Der Essener Priester Franz Vorrath wurde am 7. Januar 1996 von Bischof Luthe zum Titularbischof von Vicus Aterii und Weihbischof in Essen geweiht.

Im Jahr 2000 fanden die Diözesanwallfahrt zur Goldenen Madonna und die Jugendsozialaktion „Power im Pott“ statt. Am 15. Februar 2001 starb Weihbischof Wolfgang Große. Am 7. Oktober 2001 fand in Rom die Seligsprechung von Nikolaus Groß aus Niederwenigern (Hattingen) statt. Bischof Hubert Luthe nahm an der Feier mit Papst Johannes Paul II. teil. Das Rücktrittsgesuch von Bischof Hubert Luthe wurde am 22. Mai 2002 von Papst Johannes Paul II. angenommen. Das Domkapitel wählte Weihbischof Grave zum Diözesanadministrator. Am 6. Juni 2003 wurde Dr. Felix Genn der dritte Bischof von Essen.

Nach einer aufwendigen Restaurierung kehrte die Goldene Madonna 2004 zurück in den Essener Dom. Im Jahr 2005 fand der XX. Weltjugendtag in Deutschland statt. Hierzu gehörten auch die Tage der Begegnung im Bistum Essen mit großem Abschlussgottesdienst mit Ruhrbischof Genn und 35.000 Gläubigen in der 'Arena Auf Schalke' zur Aussendung zum Zentralprogramm mit Papst Benedikt XVI. in Köln.

Ein Zukunftskonzept für das Bistum wurde 2005 vorgestellt. Bis zum Ende des Jahres 2008 sollte es im Ruhrbistum nur noch 43 Pfarreien mit 7.500 bis 40.000 Katholiken geben; in diesem Prozess wurden 96 Kirchen geschlossen. Außerdem wurde das Generalvikariat erheblich verkleinert und die gesamte „Mittlere Ebene“ aufgelöst. Unter dem Motto „Leben im Aufbruch“ feierte das Bistum Essen 2008 sein 50-jähriges Bestehen. Das altersbedingte Rücktrittsgesuch von Weihbischof Franz Grave wurde am 27. Juni 2008 von Papst Benedikt XVI. angenommen. Am 19. September 2008 weihte Bischof Genn den Essener Priester Ludger Schepers zum Titularbischof von Neapolis in Proconsulari und Weihbischof im Bistum Essen.

Nach dem Amtsverzicht von Weihbischof Grave wurde Bischof Genn Vorsitzender der Bischöflichen Kommission Adveniat. Der Essener Priester Dr. Martin Krebs wurde am 16. November 2008 von Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone im Essener Dom zum Titularerzbischof von Taborenta geweiht. Er trat das Amt des Apostolischen Nuntius für Guinea und Mali an. Papst Benedikt XVI. ernannte Bischof Felix Genn am 19. Dezember 2008 zum Bischof von Münster. Am 29. März 2009 ergriff Genn Besitz von seinem neuen Bistum. Das Domkapitel wählte am 30. März 2009 Weihbischof Franz Vorrath zum Diözesanadministrator, der das Bistum bis zur Besitzergreifung durch einen neuen Bischof leitet.

Die Bischöfe werden von Beginn an mit gewissem lokalen Stolz „Ruhrbischof“ genannt, wie auch die Menschen des Ruhrgebiets eher vom Ruhrbistum sprechen.

Dompropst: Stadtdechant Prälat Otmar Vieth.

Sechs Residierende Domkapitulare: Dezernent Prälat Martin Pischel, Generalvikar em. Apostolischer Protonotar Dieter Schümmelfeder, Weihbischof Franz Vorrath, Offizial em. Dr. Rainer Alfs, Prälat Dr. Hans-Werner Thönnes, Weihbischof Ludger Schepers.

Vier Nichtresidierende Domkapitulare: Ehrenstadtdechant Pfr. em. Msgr. Heinz-Josef Tillmann (Duisburg), Stadtdechant Propst em. Msgr. Hermann-Josef Bittern (Bochum), Kreisdechant und Dechant Pfr. Johannes Broxtermann (Lüdenscheid), Stadtdechant Propst Wilhelm Zimmermann (Gelsenkirchen).

Domvikare (z. Zt. zwei): Abteilungsleiter Prälat Dr. Gerd Lohaus, Regens Msgr. Jürgen Schmidt.

Zu den Aufgaben der Domkapitulare gehören der feierliche Gottesdienst in der Domkirche sowie die Verwaltung des Dombesitzes. Das Domkapitel unterstützt den Bischof als eigenständige juristische Person in der Leitung des Bistums. In bestimmten Angelegenheiten hat es ein Zustimmungs- oder Beratungsrecht. Das Essener Domkapitel ist mit Schreiben des Papstes (Bulle) vom 25. Oktober 1959 zum 1. Januar 1960 errichtet worden. Eine seiner wichtigsten Aufgaben ist es, nach dem Amtsverzicht oder Tod eines Bischofs – also mit Eintritt der Sedisvakanz, der Leere des bischöflichen Stuhls (Kathedra) – den zwischenzeitlichen Diözesanadministrator zu wählen und dem Papst eine Liste von Kandidaten für das Bischofsamt zu unterbreiten. Im Bistum Essen, für das das Preußenkonkordat von 1929 gilt, haben die Domkapitulare außerdem das Recht, den Bischof zu wählen.

Das Bistum Essen, als Suffraganbistum des Erzbistums Köln, gliedert sich nach der Fusion der Stadtdekanate Bochum und Wattenscheid in acht Stadt- und zwei Kreisdekanate.

Bis zur Umstrukturierung in den Jahren 2006–2008 gab es in jedem Stadt-/Kreisdekanat mehrere Dekanate als losen Zusammenschluss von rechtlich selbstständigen Pfarrgemeinden, die für Haushalt, Immobilien und Personal selbst verantwortlich waren.

Die im Zuge der Neustrukturierung gebildeten Großpfarreien - häufig in der Größe eines früheren Dekanates - sind dagegen eigene Rechtspersönlichkeiten, die jetzt für Haushalt, Immobilien und Personal zuständig sind. Sie bestehen meist aus mehreren Gemeinden, in denen sich das Gemeindeleben abspielt, die aber keine rechtliche Eigenständigkeit mehr besitzen. Mit über 40.000 Katholiken ist die Großpfarrei St. Urbanus in Gelsenkirchen-Buer die größte Pfarrei in Deutschland.

Die Kirche Christ-König in Bochum wird im Rahmen der „Europäischen Kulturhauptstadt 2010“ zur Kulturtankstelle des Bistums Essen. Die „weitere Kirche“ aus dem Jahre 1932, die 1957 nach den Kriegsschäden von der Gemeinde neu aufgebaut wurde, war bis 1998 Klosterkirche der Franziskaner. Sie gehört seit dem 1. September 2008 zur Pfarrei St. Peter und Paul. Bereits am 13. und 14. September 2008 war sie Ausstellungsort des Bochumer Künstlerbundes.

Das Bistum Essen weihte im Jahr 1964 das Kirchenschiff St. Nikolaus, das im Duisburger Hafen als eines von deutschlandweit sechs Kirchenschiffen für die Binnenschifferseelsorge eingesetzt wird.

Im Bistum Essen wird der Regionalkalender für das deutsche Sprachgebiet um die folgenden Eigenfeiern ergänzt (dahinter jeweils der Rang und die liturgische Farbe).

Rückläufige Kirchensteuermittel und sinkende Katholikenzahlen (Rückgang der Mitgliederzahl zwischen 1960 und 2005 um etwa ein Drittel) sowie Priestermangel und ein anderes Kirchenbild haben die seit 2003 im Amt befindliche Kirchenleitung des Bistums Essen zu einer radikalen nachhaltigen Veränderung der Bistumsstruktur veranlasst.

Der unter Bischof Luthe (1992–2002) begonnene Prozess der Bildung von Kooperationsverbünden und Fusionen von Pfarreien zu Seelsorgeeinheiten setzte bei den bereits in diesen Jahren als notwendig erkannten Anpassungsprozess der kirchlichen Strukturen und Arbeitsebenen und Dienste auf Beteiligung, Einsicht und Freiwilligkeit.

Dieses Konzept und dieser dialogische Weg wurde von der neuen Bistumsleitung durch eine Bischofsentscheidung aufgegeben.

Am 10. Januar 2005 wurde das „Hirtenwort zur Absicherung der pastoralen und wirtschaftlichen Handlungsfähigkeit des Bistums Essen“ von Bischof Genn verlesen. Darin wurden den Katholiken des Bistums erstmals die tiefgreifende und umfassende Neugestaltung auf allen Ebenen des Bistums mit der zentralen Ausrichtung zur Diözesanebene angedeutet.

Begonnen wurde mit der Umstrukturierung des Generalvikariates (2005/2006), das nicht mehr neun, sondern vier Dezernate (aber mehr sogenannte Zentralabteilungen) mit reduzierter Mitarbeiterzahl aufweist. Zwischenzeitlich wurden aber bereits wieder Stellen in dieser kirchlichen Zentrale ausgeschrieben und besetzt. Ebenso werden Mitarbeiter/-innen aus Altersteilzeitverträgen eingesetzt.

Die Anzahl der Kirchengemeinden/Pfarreien wurde nach dem verkündeten „Rückbaukonzept“ massiv reduziert: Seit September 2008 bestehen (von zuletzt rund 270 Pfarr-/Kirchengemeinden des Bistums) nur noch 43 'Großpfarreien'/'Großkirchengemeinden' (als kirchliche Körperschaften) mit je ca. zwischen 16.000 bis 40.000 Gemeindemitgliedern in mehreren zugeordneten Pfarrbezirken (innerhalb des Bistums umgangssprachlich „Gemeinde(n)“ genannt). Ihnen stehen leitende Zentralpfarrer vor.

Die kirchlichen Körperschaften der bisherigen Pfarreien (mit ihren Kirchenvorständen) wurden – so die Weisung aus Essen – aufgelöst. Das Vermögen der bisherigen Kirchengemeinden/Pfarreien fiel den neuen Großpfarrein/-kirchengemeinden zu.

Mit der Auflösung der bisherigen Kirchengemeinden/Pfarreien wurde auch die rechtliche Mitverantwortung von ehrenamtlichen Laien (vor allem Kirchenvorstände) reduziert.

Die neuen Groß-Pfarreien/-Kirchengemeinden setzen sich aus einer unterschiedlichen Zahl bisheriger Kirchengemeinden/Pfarreien als zukünftige Pfarrbezirke (innerhalb des Bistums umgangssprachlich „Gemeinde(n)“ genannt) der Großpfarrei/-kirchengemeinde zusammen. Die meisten bisherigen Pfarrer wurden hier als vicarii cooperatori mit dem – im Kirchenrecht nicht vorhandenen – Titel Pastor eingesetzt und sind in einem Pastoralteam dienstrechtlich dem Pfarrer zugeordnet. Über die neue große Pfarrei/Kirchengemeinde als Rechtsträger mit ihrem Kirchenvorstand werden diese Pfarrbezirke auch finanziell getragen.

Mit dieser strukturellen Veränderung ging eine massive Kürzung der Kirchensteuerzuweisungen an die Kirchengemeinden/Pfarreien einher, die zu einem Verlust von Arbeitsplätzen (z. B. Küster/-innen, Organisten, Pfarrsekretäre/-innen, Hausmeister/-innen) vor Ort führte. Durch reduzierte Kirchenmusikerstellen wurde mancherorts vorgegeben, dass sich Kirchenchöre aufzulösen haben. Auch damit wurde ehrenamtliches Engagement deutlich erschwert.

Bis zum Jahr 2009 – so sieht es der Stellenplan 2009 vor – werden zudem in über 15 Pfarrbezirke sogenannte Koordinatoren eingesetzt. Diese Pfarrbezirke haben keinen eigenen Pastor mehr und werden durch Gemeindereferentinnen oder Diakone geleitet. Bis zum Jahr 2015 wird sich die Zahl auf 50 Koordinatoren erhöhen, so dass damit zu rechnen ist, dass dann jeder fünfte Pfarrbezirk des Bistums keinen leitenden Priester mehr haben wird.

96 Gotteshäuser – rund jedes vierte im Bistum − haben den Status als sogenannte „weitere Kirche“. Diese werden zukünftig keine Finanzmittel aus Kirchensteuern mehr erhalten – weder für Personal noch für Gebäude. Es gibt keine verbindlichen Vorgaben darüber, was mit den „weiteren Kirchen“ nach dem Ende ihrer sakralen Nutzung geschehen soll. Konsens ist, dass die Nachnutzung die Würde eines ehemaligen Gotteshauses nicht verletzen soll. Ein Umbau zu Wohnzwecken ist ebenso denkbar wie eine Nutzung durch andere (christliche) Glaubensgemeinschaften. Lässt sich keine solche Nutzung finden, liegt ein Abriss und anschließender nicht zweckgebundener Verkauf des Grundstücks nahe.

Ihre Gemeindeverbände – kirchliche Körperschaften – (als Dienstleister der Gemeinden sowie der Stadtkirche/Kreiskirche) mussten die Pfarrgemeinden nach diözesaner Vorgabe aufgegeben. Diese Auflösung der Gemeindeverbände mit ihren Diensten und Einrichtungen wurde ab 2007 bis 2009 nach und nach durch Entzug der Finanzmittel erzwungen.

Zur Ebene der Pfarr-Gemeinden gehörten ihre (Gemeinde-)Verbände (als kirchliche Körperschaften des öffentlichen Rechts). Diese zum Teil seit über 90 Jahren bestehenden Gemeindeverbände in den Städten und Kreisen des Bistums mussten ihre Aufgaben und Funktionen (Finanz-, Personal-, Liegenschaftsverwaltung im Auftrag der Pfarrgemeinden) sowie ihre kirchlichen Einrichtungen/Dienste (Familienbildung, Beratungsdienste und Einrichtungen der Jugendseelsorge) in andere neugebildete diözesan bestimmte Strukturen abgeben.

Die Bildungseinrichtungen im Bistum wurden in der 2005 gegründeten Katholische Erwachsenen- und Familienbildung im Bistum Essen gGmbH zusammengefasst. Zum 1. Januar 2006 wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Erwachsenenbildungswerkes in die neue Bildungs-gGmbH überführt. Mit Beginn des Jahres 2007 wurden die Familienbildungsstätten (bisher in Trägerschaft der Gemeindeverbände bzw. einer Pfarrgemeinde) mit ihren Mitarbeitern ebenfalls durch diesen neuen diözesanen Träger übernommen. Diese diözesane gGmbH Bildung soll Standorte und Personal reduzieren.

Die von den Stadt-/Kreiskirchen (über ihre Gemeindeverbände als kirchliche Körperschaften) getragenen Katholischen Jugendämter wurden – so die Vorgabe der Bistumsleitung an die bisherigen Träger – zum 31. Dezember 2006 komplett aufgelöst.

Sie konnten zum Teil auf eine bis zu 70-jährige Geschichte und Arbeit in der Jugendseelsorge zurückblicken und hatten die Aufgabe der Unterstützung kirchlicher Kinder- und Jugendarbeit in den Gemeinden, Verbänden und Einrichtungen, der Förderung und Umsetzung zentraler Initiativen der Jugendseelsorge (Weltjugendtage, Sozialaktionen, etc.) und der Vertretung kirchlicher Jugendarbeit in Öffentlichkeit und Kommune. Die Mitarbeiter/-innen wurden zum 1. Januar 2007 in die zentrale diözesane gGmbH Kinder- und Jugendarbeit überführt, die diese Stellen bis auf ca. 10 bis 12 Personen (Jugendreferenten) abbauen soll.

Die gute und enge Zusammenarbeit zwischen Ehrenamtlichen (BDKJ) und Hauptamtlichen in den Katholischen Jugendämtern auf Stadt-/Kreisebe wurde ohne jeglichen Ersatz durch die Bistumsvorgaben gestrichen. Auch diese diözesan vorgenommenen Einschnitte haben Auswirkung auf Beteiligungschancen und Engagementsmöglichkeiten für Ehrenamtliche.

Im ganzen Bistum Essen erhalten zukünftig nur noch drei offene Kinder- und Jugendeinrichtungen (deutlich reduzierte) Finanzzuweisungen aus den Kirchensteuermitteln der Kirchenmitglieder (jeweils etwa €T 45-60).

Auch von den zahlreichen Einrichtungen der Jugendberufshilfe werden ebenfalls nur noch drei Einrichtungen geringe Finanzmittel aus dem diözesanen Kirchensteueraufkommen erhalten (jeweils etwa €T 45-60).

Alle anderen Einrichtungen der Offenen Jugendarbeit und der kirchlichen Jugendberufshilfe in den Kommunen des Ruhrgebiets mussten geschlossen werden (z.B. in Bochum) oder müssen über zusätzliche kommunale Mittel sowie über Spenden und Zuwendungen aus Stiftungen um ihren Bestand kämpfen.

Mit dieser Entscheidung der neuen Kirchenleitung hat sich das Bistum Essen weitestgehend aus der übergemeindlichen Jugendarbeit zurück gezogen und sich von den Zielen und Vorgaben des Grundlagentextes der Synode deutscher Bistümer Ziele auf Aufgaben kirchlicher Jugendarbeit (1975) verabschiedet.

Vor allem die Jugendverbände und die (Pfarr-)Gemeinden sollen und müssen zukünftig - wesentlich ehrenamtlich getragen - Angebote für Kinder und Jugendliche realisieren.

Die kirchlichen Beratungsdienste (Ehe-/Familien- und Lebensberatung sowie Telefonseelsorge) - bisher ebenfalls in Trägerschaft der Stadt-/Kreiskirchen mit ihrem Gemeindeverband - wurden Mitte 2007 bzw. Januar 2008 an einige Ortscaritasverbände abgegeben und in ihren Leistungen ebenfalls gekürzt.

Wegen deutlich reduzierter Zuweisungen aus den Kirchensteuerzahlungen der Kirchenmitglieder müssen auch diese Beratungsdienste ihre Angebote und Leistungen sowie das Personal reduzieren.

Die Kirchenangestellten der fremdsprachigen katholischen Gemeinden in den Städten und Kreisen - sie waren ebenfalls bisher Angestellte der kirchlichen Gemeindeverbände - wurden zum 1. Januar 2007 in einen ebenfalls neu gegründeten diözesan gesteuerten eingetragenen Verein übergeleitet. Auch ihre Zahl soll reduziert werden.

Die bisher durch die Stadt-/Kreiskirchen mit ihrem Gemeindeverband durch Pressereferenten/-innen geleistete kirchliche Presse-und Öffentlichkeitsarbeit in den Kommunen und Kreisen wurde aufgegeben. Die bischöfliche Pressestelle will zentral die kirchliche Darstellung auch vor Ort (reduziert) übernehmen und steuern.

Die katholischen Kindertageseinrichtungen der Pfarrgemeinden wurden bis Ende Juli 2008 in eine zentrale diözesane Trägerschaft gebracht (Zweckverband Kindertageseinrichtungen).

Dies war die diözesane Vorgabe, die die Pfarrgemeinden als bisherige Träger durch Beschlüsse der Kirchenvorstände nachvollziehen mussten.

Dem diözesanen Kita-Zweckverband obliegt die zentrale wirtschaftlich-finanzielle, personelle und fachliche Steuereinrichtung der kirchlichen Kindertageseinrichtungen. Entsprechend wurde dieser zentrale Träger mit Sitz in Essen personell ausgestattet. Er hat gegebenüber dem geplanten Stellenplan zwischenzeitlich seine Personalausstattung massiv ausgebaut und ist durch Marketingmaßnahmen sowie mit Werbemitteln um kirchliche und kommunale Akzeptanz bemüht.

Bisher lag die Trägerfunktion der katholischen Kindertageseinrichtungen bei den Pfarrgemeinden und die Dienstleistung der Finanz- und Personalverwaltung sowie der kommunalen Vertretung bei ihrem jeweiligen Gemeindeverband. Die Fachberatung wurde durch den diözesanen Caritasverband für das Bistum Essen gewährleistet.

Etwa 100 Kindertagesstätten (d.h. ca. 300 Gruppen) (s. Bericht: RUHRWORT, 23. Juni 2007 – S. 3) im Gebiet des Bistums Essen sollen durch den diözesanen Kita-Zweckverband geschlossen werden. (Altena: minus 6 Gruppen, Lüdenscheid: -3, Bochum: -30, Bottrop: -20, Duisburg: -54, Essen: -39, Gelsenkirchen: -29, Gldbeck: -17, Hattingen/Schwelm: -3, Mülheim: -10, Oberhausen: -25, Wattenscheid: -4; zuzügl. ca. 60 Hort- und altersgemischte Gruppen).

Ein Angebot von Ruhrgebiets-Kommunen, mit freiwilligen zusätzlichen Finanzleistungen (Trägeranteil-Übernahme) die von Schließung betroffenen Einrichtungen weiter zu führen, wurde durch das Bistum Essen bzw. seinen kirchlichen Kita-Zweckverband abgelehnt.

Die Kommunen bemühen sich (2008/2009) um neue Träger für die Enrichtungen, die kirchlich aufgegeben werden sollen, örtlich aber weiterhin nachgefragt werden.

Das Bischöfliche Generalvikariat reduzierte die Zuweisungen aus dem Kirchensteueraufkommen für das Bistum Essen an den diözesanen sowie an die örtlichen Caritasverbände über eine Zeitschiene 2004 bis 2008 deutlich. Damit sind vor allem die offenen caritativen Dienste, die nicht durch öffentliche Förderung bzw. Pflegesätze (anteilig) refinanziert werden, in der Weiterführung gefährdet.

Den massiven Personalabbau auf allen Ebenen will das Bischöfliche Generalvikariat möglichst sozialverträglich abwickeln: über Abfindungen, vorgezogene Altersrenten, Altersteilzeitverträge bis hin zur Vertragsauflösung und einjähriger Anstellung in einer Transfergesellschaft (PEAG).

Sämtliche im Zusammenhang mit dem sogenannten Zukunftskonzept verfassten Papiere einschließlich der Muster-Sozialpläne sind auf der Internet-Seite des Bistums Essen einsehbar.

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Source : Wikipedia