Erste Hilfe

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Geschrieben von robby 29/04/2009 @ 08:13

Tags : erste hilfe, gesundheit

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Erste Hilfe

Erste-Hilfe-Kurs

Unter Erster Hilfe versteht man von jedermann durchzuführende Maßnahmen, um menschliches Leben zu retten, bedrohende Gefahren oder Gesundheitsstörungen bis zum Eintreffen professioneller Hilfe (Arzt, Rettungsdienst) abzuwenden oder zu mildern. Dazu gehört insbesondere das Absetzen eines Notrufs, die Absicherung der Unfallstelle und die Betreuung der Verletzten.

Die Dauer umfasst vier Doppelstunden à 90 Minuten.

In diesem Lehrgang kann jeder die Maßnahmen zur Erstversorgung von vital bedrohten Betroffenen erlernen. Mit dem hier erworbenen Wissen ist man für nahezu alle Notfälle, die sich jederzeit im privaten und beruflichen Umfeld ereignen können, gut gerüstet. Hierbei geht es zu einem großen Teil um Notfälle bezüglich Atmung und Kreislauf. Auch die Versorgung von z.B. Verletzungen oder Verbrennungen sowie Vergiftungen wird gelehrt. Ein besonderer Schwerpunkt ist der lebensbedrohliche Zustand Schock. Die Dauer umfasst acht Doppelstunden à 90 Minuten.

Der Kurs ist in Deutschland Pflicht für die LKW-und Bus-Führerscheinklassen C, CE, C1, C1E, D, DE, D1, D1E, sowie für die Wiedererteilung der alten Klassen 2 und 3, für den Erwerb des Personenbeförderungsscheins und für die Zulassung zum Physikum. Die Berufsgenossenschaften schreiben eine Wiederholung im Zeitraum von zwei Jahren vor.

Diese Lehrgänge werden teilweise auch in Zusammenarbeit mit Schulen, Kindergärten oder Behinderteneinrichtungen durchgeführt.

Neu im Programm sind die Lehrgänge „Lebensrettende Sofortmaßnahmen mit Selbstschutzinhalten“ und auch "Erste Hilfe mit Selbstschutzinhalten", die inhaltlich einem Lehrgang in lebensrettenden Sofortmaßnahmen bzw Erste Hilfe entsprechen und um Themen aus dem Zivil- und Bevölkerungsschutz ergänzt wurden. Diese Lehrgänge werden nur zu 100  % vom Bund finanziert, wenn die sehr engen Vorgaben erfüllt sind. (Achtung: Finanzierung ist limitiert) Zu den Vorgaben gehört eine sehr enge Altersspanne der Teilnehmer (10 bis 16 Jahre) und maximal 15 Teilnehmer je Lehrgang.

Sanitätslehrgänge werden zum einen als Breitenausbildung angeboten, bzw. gehören zur Grundausbildung jeden Helfers in den einzelnen Hilfsorganisationen. Darüber hinaus gehören weitere Lehrgänge im Sanitätsbereich zur so genannten "Fachdienstausbildung" im Katastrophenschutz. Für einige Berufsgruppen (Personen- und Objektschutz, für alle Waffenträger, für Diensthundeführer) ist diese Ausbildung ebenfalls verbindlich vorgeschrieben.

Die Berufsgenossenschaften schreiben darüber hinaus vor, dass in Betrieben je nach Betriebsgröße eine entsprechende Zahl an Ersthelfern anwesend sein müssen (ab 2 Belegschaftsmitglieder). Ab einer gewissen Betriebsgröße ist eine Ausbildung zum Betriebssanitäter vorgeschrieben (ab 500 Belegschaftsmitglieder, auf Baustellen ab 100). Diese Ausbildung (der Rettungshelfer, -sanitäter, -assistent, sowie die Ausbildung zum/zur Krankenpfleger/-schwester und Sanitätsunteroffizier der Bundeswehr werden als Grundausbildung anerkannt) dauert deutlich länger als ein normaler Erste-Hilfe-Lehrgänge (Erste Hilfe = 16 Unterrichtseinheiten <-> Betriebssanitäter = 68 Unterrichtseinheiten) und beinhaltet auch Grundlagen der ärztlichen Assistenz.

Lehrgänge, die über die Vermittlung von Erste Hilfe-Wissen für Ersthelfer weit hinausgehen, sind zum Beispiel Lehrgänge für Rettungshelfer (nur D), Rettungssanitäter (D,Ö) und Rettungsassistenten (D) bzw. Notfallsanitäter (Ö). Informationen zu diesen Ausbildungslehrgängen findet man unter den entsprechenden Stichworten. Beim Rettungsassistenten handelt es sich in Deutschland um eine Berufsausbildung. In Österreich gilt dies sowohl für die Ausbildung zum Rettungssanitäter als auch für die zum Notfallsanitäter.

Anbieter in Deutschland sind unter anderem: das Deutsche Rote Kreuz, der Arbeiter-Samariter-Bund, die Johanniter-Unfall-Hilfe, der Malteser Hilfsdienst und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft.

Diese Hilfsorganisationen haben sich in der Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe (BAGEH) zusammengeschlossen und unterliegen keinerlei Kontrollen.

Darüber hinaus existiert eine Vielzahl von Angeboten privater Bildungsträger, die sich in Landesverbände für Erste Hilfe & Sanitätsausbildung und diese wieder im Bundesverband (BVEH) organisieren. Jedoch ist die Mitgliedschaft der privaten Bildungseinrichtungen in einem Verband keine Voraussetzung für die Genehmigung und Durchführung dieser Lehrgänge und sagt auch nichts über die Qualität der Ausbildung aus, da alle Bildungseinrichtungen den gesetzlichen Auflagen und Pflichten unterliegen. Voraussetzung zur Durchführung von Ausbildungen in Lebensrettenden Sofortmaßnahmen (LSM) und Erster Hilfe (EH) ist die Anerkennung als Ausbildende Stelle nach § 68 der Fahrerlaubnisverordnung durch die zuständige Landesbehörde, die Anerkennung durch die Berufsgenossenschaften berechtigt zur Aus- und Fortbildung für die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen. Die Anerkennung nur durch die Berufsgenossenschaften berechtigt nicht zur Unterweisung für die Erlangung einer Fahrerlaubnis.

In Österreich wird die Erste Hilfe Ausbildung von gemeinnützigen Rettungsdiensten wie dem Österreichischen Roten Kreuz oder dem Arbeiter-Samariter-Bund getragen.

In der Schweiz bieten das Schweizerische Rote Kreuz (SRK), das Schweizerische Sanitätskorps (SSK) und die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG), Nothelferkurse und Samariterkurse an.

In Deutschland ist jeder gesetzlich verpflichtet, Erste Hilfe zu leisten, sofern ihm unter anderem die Hilfeleistung den Umständen nach zuzumuten ist, er durch die Hilfeleistung nicht andere wichtige Pflichten verletzt und sich der Helfer durch die Hilfeleistung nicht selbst in Gefahr bringen muss (vgl. Paragraph 323c Strafgesetzbuch). Wer nicht hilft, macht sich der unterlassenen Hilfeleistung, die mit Geld- oder Freiheitsstrafe geahndet werden kann, schuldig (siehe auch Rechtliche Aspekte bei Hilfeleistung). Ist der Hilfeleistende Arzt, so muss er nach der Rechtsprechung des Oberlandesgerichts München zumindest die Regeln des Basic Life Support (BLS) beachten. Andernfalls kommt eine Haftung in Frage. Der Gesetzgeber schützt den Ersthelfer.

Die Qualität der Ausbildung wird von verschiedenen Autoren kritisiert.

Burghofer, Köhler et al. weisen 2007 auf die begrenzten Erfolge von Erste-Hilfe-Maßnahmen durch so genannte Laienhilfe hin. Zwar sind sie ein unverzichtbares Glied der Rettungskette, werden aber u. a. durch den Umfang und Zeitpunkt der Ausbildung begrenzt. In der Studie wurde bei 431 Primäreinsätzen untersucht, welche Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Notfällen vor Eintreffen des Luftrettungsdienstes tatsächlich durchgeführt wurden. Es wurde dokumentiert, ob und wie viele Ersthelfer anwesend waren, über welche Qualifikation sie verfügten, welche Maßnahmen sie durchführten und wer den Notruf abgesetzt hat. Dabei zeigte sich, dass insbesondere Basismaßnahmen der Reanimation, die richtige Lagerung des Patienten, aber auch der Wärmeerhalt und das Anlegen von sterilen Verbänden häufig unzureichend bzw. gar nicht durchgeführt wurden. Ersthelfer zeigten sich bei internistischen Notfällen und bei schwerwiegenden Verletzungen und Erkrankungen oft als überfordert. Der Notruf wurde häufig von Personen des unmittelbaren sozialen Umfelds des Patienten abgesetzt. Mit dem primären Notruf wurde dabei nur in 53 % aller Fälle direkt die Rettungsleitstelle angesprochen. Der Anteil richtig durchgeführter Maßnahmen betrug selbst nach absolviertem Erste-Hilfe-Kurs nur 62,5 %. Damit haben sich nach Ansicht der Autoren die derzeit bestehenden Ausbildungskonzepte immer noch als unzureichend erwiesen. Sie fordern einen früheren Ausbildungsbeginn, eine regelmäßige Wiederholung der Schulungen sowie eine verstärkte Sensibilisierung für internistische Notfälle.

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Hilfsorganisation

Eine Hilfsorganisation ist eine Organisation mit der Aufgabe, Menschen oder Tieren in Not zu helfen oder Sachwerte wie besonders geschützte Kulturgüter zu schützen.

Im engeren Sinn bezeichnet der Begriff eine Einrichtung zur Abwehr von Gefahren für die Gesundheit und das Leben von Menschen, sowie von Sachgütern. Überwiegend nehmen Hilfsorganisationen Aufgaben im Bereich des Gesundheitswesens wahr, z. B. Sanitätsdienste bei Großveranstaltungen aller Art, Rettungsdienst und Krankentransporte, Hilfe von pflegebedürftigen Menschen oder Krankenrückholung aus dem Ausland. Außerdem sind manche auch im Katastrophenschutz tätig (Erste Hilfe, Betreuung, Verpflegung und technische Hilfe bei Großschadensereignissen, auch im Ausland).

Ein weiteres Ziel der Hilfsorganisationen ist die Vorbeugung; hierzu zählt zum einen die Aufklärung über Gefahren und zum anderen die Ausbildung der Bevölkerung in Erster Hilfe (beispielsweise Kurse für Führerscheinbewerber oder betriebliche Ersthelfer). Um eine einheitliche Ausbildung zu gewährleisten, haben sich in Deutschland fünf Hilfsorganisationen (ASB, DLRG, DRK, JUH, MHD) in der Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe zusammengeschlossen.

Einige Organisationen haben spezielle Aufgabengebiete übernommen: Bergrettungsdienst, Grubenrettung, Höhlenrettung, Luftrettung, Seenotrettung, Wasserrettung.

Die Hilfsorganisationen bieten zum Teil auch Zivildienstplätze an sowie die Möglichkeit der Verpflichtung im Katastrophenschutz (für sechs Jahre, anstatt Bundeswehr).

Die Abgrenzung einer Hilfsorganisation zu einem Hilfsverein fällt nicht immer leicht. Der Unterschied definiert sich aus dem Begriff Organisation: Führung, Kommunikation, Struktur und Arbeitsfähigkeit aus dem Stand heraus. Eine Hilfsorganisation ist in der Lage, ständig von einer Minute auf die andere eine große Menge Helfer zu mobilisieren. Ein Hilfsverein dagegen hat diese Fähigkeit nicht (mag alles andere auch gleich sein, z. B. Spendenverwaltung, Öffentlichkeitsarbeit, auch die Zahl der mithelfenden Personen bei Einzelprojekten, etc.).

Das Deutsche Rote Kreuz, die Johanniter-Unfall-Hilfe und der Malteser Hilfsdienst sind als freiwillige Hilfsgesellschaften nach Artikel 26 des Genfer Abkommens I vom 12. August 1949 zur Verbesserung des Loses der Verwundeten und Kranken der bewaffneten Kräfte im Felde anerkannt. Über eine Anerkennung im Sinne von Artikel 63 des Genfer Abkommens IV vom 12. August 1949 über den Schutz von Zivilpersonen in Kriegszeiten verfügen neben diesen drei Organisationen auch der Arbeiter-Samariter-Bund und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft.

Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) verleiht sozialen und karitativen Organisationen mit Sitz in Deutschland, die bestimmte Kriterien erfüllen, das DZI-Spendensiegel. Es steht für die nachprüfbare, sparsame und satzungsgemäße Verwendung der Spendengelder und damit für die Seriosität und Transparenz der geprüften Organisation.

In der Schweiz erteilt die Stiftung ZEWO gemeinnützigen Organisationen ein „Gütezeichen“, welches den verantwortungsvollen und transparenten Umgang mit Spendengeldern bestätigt.

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Professional Association of Diving Instructors

Logo von PADI

Professional Association of Diving Instructors (kurz: PADI) ist ein im Jahr 1966 von John Cronin und Ralph Erikson gegründeter amerikanischer Tauchsportverband, der weltweit Tauchausbildungen anbietet. Mit rund 5.300 Tauchbasen und 130.000 Mitgliedern in 183 Ländern ist PADI der größte Tauchverband. Die Tauchausbildungen sind weltweit standardisiert und werden anerkannt.

Laut Konzernangaben erfolgten im Jahr 2006 mit rund 900.000 Brevetierungen 55 % der Ausbildungen weltweit bei PADI. Seit Gründung der Organisation wurden bereits über 12 Millionen Taucher ausgebildet, der weibliche Anteil liegt bei 28 %.

Präsident von PADI ist Drew Richardson.

Die PADI-Standards legen Inhalte und Abläufe aller PADI-Kurse für Tauchlehrer und Assistenten verbindlich fest. Die Ziele dieser Standards sind, ein weltweit einheitliches Ausbildungssystem anzubieten und den Tauchlehrern einen rechtlich gesicherten Rahmen für die Ausbildung zu geben. Die Standards werden permanent weiter entwickelt und z. B. an neueste Entwicklungen oder Erkenntnissen zur Tauchphysiologie angepasst. Änderungen der Standards werden vierteljährlich an alle Tauchlehrer verschickt. Aktive PADI-Tauchlehrer erhalten zu Jahresbeginn die neueste Version der PADI-Standards in Form des Instructor Manuals auf CD-ROM.

Das PADI-Ausbildungssystem besteht aus standardisierten Modulen, die in Theorie und Praxis aufgeteilt sind. Die Theorie wird hauptsächlich im Selbststudium sowie im Austausch mit dem Tauchlehrer vermittelt, während die Praxis ausschließlich durch Tauchlehrer im Schwimmbad oder im begrenzten Freiwasser sowie im offenen Freiwasser unterrichtet wird. Am Ende jeden Kurses wird ein Tauchschein (Brevet) ausgestellt, der weltweit anerkannt wird.

Wegen der großen internationalen Verbreitung von PADI findet man fast überall auf der Welt PADI-Tauchschulen. Durch die Standardisierung der Tauchkurse kann man daher einen begonnenen PADI-Kurs an einer beliebigen anderen PADI-Tauchschule weiterführen. Voraussetzung ist eine Überweisung von Tauchlehrer zu Tauchlehrer.

Viele andere Tauchorganisationen bieten ein ähnliches Ausbildungsschema an, mit teilweise identischen Begriffen. Ausführliches Ausbildungsmaterial zum Selbststudium kann im Set (bestehend aus Kursbuch, DVD und der Tauchtabelle RDP oder anderen Unterwasser-Karten) in den PADI-Tauchschulen erworben werden. Das Trainingsmaterial ist in verschiedenen Sprachen verfügbar und muss seit 1. Januar 2006 von jedem Kursteilnehmer besessen werden. Ausgenommen hiervon sind Familien, wo es ausreicht, wenn ein Set in der Familie vorhanden ist.

Discover Snorkeling ist kein PADI-Kurs, sondern ein Angebot für Schnorchler mit einem zertifizierten Assistenten geführte Touren an interessante Stellen zu unternehmen. Dementsprechend gibt es keine Voraussetzungen für die Teilnahme. Ebenso gibt es keine Theorie-Lektionen, aber Informationen zur Ausrüstung, Sicherheit, den örtlichen Gegebenheiten etc. Als Abschluss wird ein Zertifikat für die Teilnahme vergeben.

Den Specialty-Kurs für digitale Unterwasserfotografie gibt es auch für Schnorchler. Im PADI Digital Underwater Photographer-Kurs lernt man die Möglichkeiten der digitalen Technologie voll auszunutzen. Das Ergebnis sind gute Unterwasserbilder, die schnell gemacht sind. Man lernt nicht nur, wie gute Fotos gemacht werden, sondern auch, wie sie am Computer verbessert und archiviert werden. Diesen Kurs gibt es als PADI Digital Underwater Photographer Specialty Diver.

Im Skin-Diver-Kurs erlernt man im Pool oder begrenzten Freiwasser, die Unterwasserwelt mit einer Schnorchel-Ausrüstung durch Freitauchen zu erkunden. Es werden Fertigkeiten wie z. B. Ein- und Ausstiege in und aus dem Wasser, Ausblasen des Schnorchels, Druckausgleich, etc. geübt.

Der Bubblemaker-Kurs ist eine erste Einführung für Kindertauchen im Schwimmbad und vermittelt spielerisch die ersten Eindrücke unter Wasser.

Der Kurs Seal Team ist eine weiterführende Einführung in das Kindertauchen im Schwimmbad. Neben den fünf ersten AquaMissions gibt es weitere Speciality AquaMissions, analog zu den Spezialtauchgängen im Recreational-Diving-Programm.

Im Gegensatz zu anderen Tauchverbänden vertritt PADI die „Dive Today“-Philosophie, nach der Tauchschüler nicht erst mit langwierigen Schnorchel-, Schwimm- oder sonstigen Trainingslektionen auf das Gerätetauchen „vorbereitet“ werden, sondern, nach infrastruktureller Möglichkeit, noch am Tag der Entscheidung zu einem Schnuppertauchen oder Tauchkurs, mit der Gerätetauchausbildung beginnen.

Der Discover Scuba Diver ist kein Tauchkurs, sondern eine Möglichkeit für interessierte Laien, in das Thema Tauchen hineinzuschnuppern. Am Anfang wird ein Video gezeigt, in dem das Wichtigste über das Tauchen kompakt vorgeführt wird. Alternativ erfolgt eine kurze Einführung in das Tauchen durch einen Tauchlehrer, Divemaster oder Assistent Instructor. Daraufhin geht der Anfänger mit einem Tauchlehrer in ein Schwimmbad, wo ihm in einer maximalen Tiefe von sechs Metern die wichtigsten Handgriffe gezeigt werden, danach kann optional noch ein Tauchgang im Freiwasser (in einer maximalen Tiefe von 12 Metern) erfolgen. Dieses „Schnuppertauchen“ kann durch einen PADI-Instructor als Schwimmbadtauchgang 1 auf den Open Water Diver angerechnet werden.

Im Kurs Scuba Review kann ein brevetierter Taucher theoretische und praktische Tauchfertigkeiten und -kenntnisse auffrischen.

Discover Local Diving ist kein PADI-Kurs, sondern ein Angebot für brevetierte Taucher, mit einem zertifizierten Assistenten geführte Unterwasser-Touren an interessante Stellen zu unternehmen. Das Programm kann auch verwendet werden, um Taucher nach einer längeren Pause wieder an das Freiwasser zu gewöhnen.

Der PADI-Kurs Scuba Diver ist ein weltweit anerkannter Anfängertauchkurs. Durch seinen modularen Aufbau ist gewährleistet, dass jedem Tauchschüler eine Basis an Wissen und Können vermittelt wird. Mit drei Theorie-Modulen und drei dazugehörenden Schwimmbad-Modulen wird der Tauchschüler auf die zwei Freiwassertauchgänge, bzw. auf die weiterführenden Module des Open-Water-Diver-Kurses (OWD)vorbereitet. Nach Abschluss des Kurses wird von PADI ein Tauchschein (Brevet) in Kreditkartenformat ausgestellt. Dieser Tauchschein erlaubt es, ausschließlich in Begleitung eines professionellen Tauchers (mindestens Divemaster) bis 12 m Tiefe zu tauchen. Die drei Module des Scuba-Diver-Kurses sind identisch mit den ersten drei der insgesamt fünf Module des Open-Water-Diver-Kurses und ermöglicht so, den vollwertigen OWD-Kurs in Etappen zu bestehen.

Der PADI-Kurs Open Water Diver ist ein weltweit anerkannter Anfängertauchkurs. Durch seinen modularen Aufbau ist gewährleistet, dass jedem Tauchschüler eine Basis an Wissen und Können vermittelt wird. Mit fünf Theorie-Modulen und fünf dazugehörenden Schwimmbad-Modulen wird der Tauchschüler auf die vier Freiwassertauchgänge vorbereitet. Nach Abschluss des Kurses wird von PADI ein Tauchschein (Brevet) in Kreditkartenformat ausgestellt. Der Tauchschein ermöglicht es, mit einem Tauchpartner (Buddy) selbständig Tauchgänge bis 18 m zu planen und durchzuführen.

Der PADI-Kurs Advanced Open Water Diver bzw. Adventures in Diving ist die Weiterführung des Kurses Open Water Diver. Während im Einsteigerkurs OWD die Grundfertigkeiten und der Umgang mit der Tauchausrüstung im Vordergrund stehen, wird im AOWD-Kurs die Aufmerksamkeit des Tauchers auf die Tauchumgebung gelenkt. Der AOWD-Kurs besteht aus fünf, der AD-Kurs aus drei Tauchgängen, die verschiedene Spezialgebiete des Tauchens vorstellen. Zwei der Tauchgänge sind immer U/W-Navigation und Tieftauchen. Die drei anderen Tauchgänge kann der Taucher gemeinsam mit dem Tauchlehrer aus den verschiedenen Spezialkursen (u. a. Trockentauchen, Tarierung, Fotografie, Nachttauchen, Nitrox oder Wracktauchen) auswählen. Jeder der fünf Tauchgänge ist der jeweils erste Tauchgang des entsprechenden Spezialkurses.

Der Kurs PADI Rescue Diver ist die Weiterführung des Kurses Advanced Open Water Diver. In diesem Kurs werden Fähigkeiten vermittelt, wie man Tauchern in einer Not- oder Unfall-Situation helfen kann. Dieser Kurs lenkt daher die Aufmerksamkeit eines Tauchers auf die Situation anderer Taucher.

Empfehlenswert zum Rescue Diver Kurs ist das PADI Specialty Emergency Oxygen Provider, der den Umgang mit Sauerstoff bei der Erstversorgung lehrt.

Neben den standardisierten PADI Specialties gibt es PADI Distinctive Specialties (Sonder- oder Spezialkurse), die zunächst von PADI-Instruktoren selbst entwickelt und dann später von PADI anerkannt wurden. Es gibt eine Vielzahl dieser anerkannten Kurse, in denen z. B. lokale Gegebenheiten, Tiere, alternative Tauchgeräte, Wissen, etc. vermittelt werden. Beispiele: Fluss- & Strömungstauchen, Süßwasser- und Meeresbiologie, Forschungstauchen, Helmtauchen, Tauchen mit Vollgesichtsmaske, Submatix Rebreather, Haitaucher, Dekompressionskammer uvm.

Ab dem Open Water Diver kann sich ein Taucher in verschiedenen Spezialkursen weiterbilden. Diese Kurse schließen mit einem Brevet ab.

Dieses Brevet ist die höchste Qualifizierung für nicht-professionelle Sporttaucher im PADI-System. Es zeigt, dass der Inhaber eine umfassende Ausbildung und Taucherfahrung in unterschiedlichen Tauchumgebungen aufweisen kann.

Der PADI-Kurs Divemaster ist der Einstiegskurs zum professionellen Taucher. Dieser Kurs vermittelt bereits die komplette Tauchtheorie, die auch im Instructor Developement Course verlangt wird. Ein PADI-Divemaster darf dem Tauchlehrer in Kursen, soweit es ihm erlaubt ist, assistieren. Verfügt der Divemaster über zusätzliche Ausbildungen und Qualifizierungen, so darf er einige Kurse selbst oder unter Aufsicht unterrichten, wie z. B.: Discover Scuba Diving (DSD), Digital Underwater Photographer (DUP), Emergency First Response (EFR) oder Underwater Naturalist.

Der Instructor Development Course umfasst die beiden Ausbildungsstufen Assistent Instructor und Open Water Scuba Instructor und schließt mit einer zweitägigen Prüfung, der Instructor Examination (IE) durch einen IE Examiner ab. Der IDC wird von einem Course Director durchgeführt. Der Prüfer (IE Examiner) darf nicht den IDC geleitet haben und wird von der zuständigen PADI-Niederlassung bestimmt, womit Objektivität in der Prüfung gewährleistet wird. Da es sich um zwei getrennte Kurse handelt, können der Assistent Instructor und der Kurs Open Water Scuba Instructor auch getrennt gemacht werden.

Zum IE wird nur zugelassen, wer den IDC erfolgreich abgeschlossen hat. PADI-Divemaster, die erfolgreich den IDC absolvieren, jedoch bei dem IE durchfallen oder nicht antreten, sind automatisch PADI Assistant Instructor. PADI-Divemaster, die erfolgreich IDC und IE bestehen, überspringen die Stufe PADI Assistant Instructor. Der IE geht über zwei Tage und besteht aus zwei Theorie- und zwei Praxisteilen, die bei Nichtbestehen einmal einzeln wiederholt werden dürfen.

In einem IDC können auch IDC Staff Instructoren und Master Instructoren ausgebildet werden. Als Teil der Ausbildung übernehmen die IDC Staff Instructor und Master Instructor Kandidaten Mentorfunktionen gegenüber den IDC-Kandidaten.

Im Kurs Assistant Instructor (mindestens vier Tage) werden mit Lehrproben methodisch-didaktische Fähigkeiten für den Unterricht vermittelt. Die im Divemaster-Kurs elementar eingeführten PADI-Standards werden in diesem Kurs vertieft. Assistant Instructor dürfen nur von Tauchlehrern ab der Stufe IDC Staff Instructor (IDCS) oder höher ausgebildet werden. PADI Assistant Instructor dürfen die Tauchtheorie der PADI Kurse unterrichten und bei praktischen Übungen den Tauchlehrern assistieren.

Im Kurs Open Water Scuba Instructor entwickelt ein Assistant Instructor mit Lehrproben methodisch didaktische Fähigkeiten für den Unterricht. Alle PADI-Standards und -Verfahren werden behandelt, ebenso wie PADI-Kurse durchgeführt werden. Der Kandidat wird auf seine Rolle als Tauchlehrer vorbereitet (Ethik, Einstellung und Geschäfts-Kenntnisse eines Tauchlehrers, Risiko-Management). Bei den Lehrproben im Pool und Freiwasser ist die Demonstrations-Fähigkeit, Kontrolle und Organisation der Schüler und zertifizierter Assistenten wichtig. Um OWSI werden zu können, muss zuerst erfolgreich am IDC teilgenommen und dann die IE bestanden werden.

Neben den standardisierten PADI Specialties gibt es PADI Distinctive Specialities (Sonder- oder Spezialkurse), die zunächst von PADI Instructoren entwickelt und später von PADI anerkannt wurden. Es gibt eine Vielzahl dieser Kurse, in denen z. B. lokale Gegebenheiten, Tiere, alternative Tauchgeräte, Wissen, etc. vermittelt werden. Beispiele sind etwa Flusstauchen, Süßwasser- und Meeresbiologie, Forschungstauchen, Helmtauchen, Tauchen mit Vollgesichtsmaske, Submatix Rebreather, Haitaucher, Dekompressionskammer uvm.

Ähnlich der Partnerschaft zwischen Assistant Instructors und Instructors arbeiten auch IDC Staff Instructors mit Course Directors zusammen. Als IDC Staff Instructor kann man bei der Instructor-Ausbildung sowie auch bei Weiterbildungskursen auf Instructor-Niveau mitarbeiten.

PADI Master Instructors sind professionelle Tauchlehrer, die sämtliche Ausbildungsstufen des PADI-Systems erfolgreich absolviert haben.

PADI Course Directors sind die Ausbilder der zukünftigen Tauchlehrer, die PADI Instructor-Development-Kurse abhalten und andere Kurse auf Instructor-Niveau durchführen. Es gibt weltweit etwa 1200 Course Directors. PADI Mitglieder, die Course Director werden wollen, durchlaufen einen Auswahlprozess, der mehrere Jahre dauern kann, in dem ihre Erfahrung und Ausbildung berücksichtigt wird, bevor sie zum zweiwöchigen Course Director Training Course zugelassen werden, der weltweit nur zweimal jährlich stattfindet, einmal in USA und einmal in Asien.

Es gibt weltweit ca. 100 IE Examiner, die zukünftige Tauchlehrer im IE prüfen.

DSAT ist eine Tochtergesellschaft von PADI, die den technischen Bereich des Tauchens abdeckt. In DSAT-TecRec-Kursen werden die Techniken und Verfahren unterrichtet, die man für das Tauchen jenseits der Grenzen des Sporttauchens braucht. Technisches Tauchen ist riskant und erfordert Verantwortung und Verpflichtungen.

Der Kurs DSAT GAS Blender bildet zum qualifizierten Atemgasmischer aus, der Tauchflaschen mit sauerstoffangereicherter Luft füllen und diese Gasmischungen an entsprechend ausgebildete Taucher abgeben darf. Er lernt die physikalischen Eigenschaften von Sauerstoff, die damit verbundenen Gefahren, Voraussetzungen für den Umgang damit und welche Reinigungsausrüstung nötig ist. Außerdem lernt man, wie die gewünschte Mischung an sauerstoffangereicherter Luft und die richtige Helium-Mischung hergestellt wird.

DSAT Discover Tec ist das Schnuppertauchen für technisches Tauchen; der Schüler kann die Ausrüstung und Verfahren des technischen Tauchens ausprobieren. Außerdem können die Discover-Tec-Erfahrungen auf die DSAT-Apprentice-Tec-Diver- oder Tec-Deep-Diver-Kurse angerechnet werden.

Der Kurs DSAT Apprentice Tec Diver ist für alle am technischen Tauchen Interessierte, die noch nicht die Voraussetzungen für den Kurs DSAT Tec Deep Diver erfüllen. In diesem Kurs lernt man, während eines Tauchgangs das Atemgas zu wechseln und verlängerte Tauchgänge ohne Dekompression mit Luft sowie sauerstoffangereicherter Luft (Nitrox) auf 40 Meter zu machen. Man wird auch auf vorhersehbare Notfälle beim technischen Tauchen vorbereitet und übt, damit umzugehen. Der Kurs DSAT Apprentice Tec Diver ist ein Bestandteil des kompletten Kurses DSAT Tec Deep Diver und kann darauf angerechnet werden.

Der Kurs DSAT Tec Deep Diver geht über die Grenzen des Sporttauchens hinaus und führt in die Welt des technischen Tauchens ein. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Kurses DSAT Tec Deep Diver, können verlängerte Tauchgänge ohne Dekompression mit Wechsel des Atemgases, Dekompressionstauchgängen und beschleunigten Dekompressionstauchgängen mit Benutzung von Luft und sauerstoffangereicherter Luft (Nitrox) auf bis zu 50 Meter durchgeführt werden. Man lernt außerdem die Gefahren und Risiken des technischen Tauchens, sowie die Vermeidung von Notfällen.

Der Kurs DSAT Tec Trimix Diver ist für Extremtaucher, die die Welt des technischen Tieftauchens mit dem Atemgas Trimix erkunden möchten. Der Kurs bringt den Taucher an die Grenzen des technischen Tieftauchens und eröffnet den Zugang zu Tauchplätzen, die nur sehr wenige Taucher jemals sehen werden. Der Kurs DSAT Tec Trimix Diver soll die Tiefe erweitern, die technischen Tauchern offen steht, die im technischen Dekompressionstauchen mit Luft, sauerstoffangereicherter Luft und Sauerstoff über 50 Meter hinaus im Freiwasser ausgebildet sind. Der Kurs DSAT Tec Trimix Diver ist für technische Taucher vorgesehen, die den Kurs DSAT Tec Deep Diver absolviert haben. Der Kurs erweitert die Tiefenreichweite, indem der Umgang mit Trimix (Helium, Sauerstoff und Stickstoff) ausgebildet wird.

Der DSAT Gas Blender Instructor vermittelt seinen Schülern, wie Gase gemischt werden. Der Kurs DSAT Gas Blender Instructor ist eines der informativsten und umfassendsten Programme, die es gibt. Er umfasst Lehrphilosophien und Kursziele, die sich direkt auf die anspruchsvolle Tätigkeit des Atemgasmischens beziehen.

Der Kurs DSAT Tec Deep Instructor ist der richtige Einstieg für alle, die ernsthaft im technischen Tauchen ausbilden möchten. Der Kurs umfasst Lehrphilosophien und Kursziele, die sich direkt auf die Ansprüche und Herausforderungen des technischen Tauchens beziehen. Ein Tec Deep Instructor bietet die umfassendste technische Ausbildung, die es auf dem Markt gibt. Der Kurs DSAT Tec Deep Instructor bereitet die Teilnehmer darauf vor, den Kurs DSAT Tec Deep Diver zu unterrichten. Es werden die Philosophie, Organisation, praktische Überlegungen, Werbung und andere Gesichtspunkte des Unterrichtens des Kurses Tec Deep Diver behandelt.

DSAT Tec Trimix Instructors gehören zu der ausgewählten Gruppe, die den Kurs Tec Trimix Diver unterrichten können. Tec-Trimix-Taucher erkunden die äußersten Grenzen des technischen Tieftauchens. In diesem Kurs lernt man, wie man Tauchen am äußersten Limit auf einer Tiefe von 75 Metern unterrichtet. Der Kurs DSAT Tec Trimix Instructor umfasst Lehrphilosophien und Kursziele, die sich direkt auf die Ansprüche und Herausforderungen des technischen Tauchens mit Helium-Gasgemischen beziehen.

Der Emergency First Response (EFR) Kurs beinhaltet die Ausbildung der Module Primary Care (Erstversorgung/HLW), Secondary Care (Zweitversorgung/Erste Hilfe) und AED. Optional gibt es noch das EFR-Modul Care for Children (Kinderversorgung), das ein eigenständiger Kurs ist. Es müssen nicht alle EFR-Module unterrichtet werden, um eine Brevetierung zu erhalten. Der Kurs Emergency First Response (EFR) hat 2003 den Medic First Aid (MFA) abgelöst.

Passend zum EFR und Rescue Diver Kurs gibt es das PADI Specialty Emergency Oxygen Provider, der den Umgang mit Sauerstoff bei der Erstversorgung lehrt.

Der PADI-Kurs Emergency First Response bereitet den Schüler auf Notfälle vor und erfüllt eine der Voraussetzungen für den Kurs PADI Rescue Diver. In diesem Kurs wird das Selbstvertrauen vermittelt, das benötigt wird, um in medizinischen Notfällen richtig zu reagieren – nicht nur in der Tauchwelt, sondern auch im Alltag.

Der PADI-Kurs Emergency First Response Instructor bereitet den zukünftigen EFR-Instruktor darauf vor, Schüler auf Notfälle in der Tauchwelt und im Alltag vorzubereiten und das nötige Selbstvertrauen zu vermitteln, um in medizinischen Notfällen richtig zu reagieren.

Absolventen des PADI-Kurses Emergency First Response Instructor Trainer dürfen EFR-Instruktoren ausbilden und vermitteln ihnen das Unterrichten des EFR-Kurses und wie man auf Notfälle in der Tauchwelt und im Alltag vorbereitet wird und das nötige Selbstvertrauen gewinnt, um in medizinischen Notfällen richtig zu reagieren.

Der Recreational Dive Planner (RDP) ist die Tauchtabelle von PADI. Im Vergleich zu anderen Verbänden ist PADI neben SSI der einzige Verband, der eine Nullzeittabelle anstelle einer Dekompressionstabelle im Ausbildungsprogramm hat, da bei PADI im Grundausbildungsprogramm keine Dekompressionstauchgänge geplant oder durchgeführt werden, da diese eine spezielle Ausbildung erfordern. Dennoch hat der RDP eine Absicherung eingeplant, falls man versehentlich zu tief oder zu lange taucht.

Den RDP gibt es in verschiedenen Ausführungen. Am bekanntesten ist die normale Tabelle auf einer Unterwasserkarte (Slate), die für die Grundausbildung ausreichend ist und mit der Wiederholungstauchgänge berechnet werden können. Das „Wheel“, das dem Berechnen von Multileveltauchgängen dient und bei dem nicht aufgerundet werden muss, wird erst ab dem Divemaster-Kurs benötigt, darf aber auch schon im Open-Water-Diver-Kurs unterrichtet werden. Seit kurzem gibt es auch elektronische Versionen des RDP, eine RDP-Software für den PC, sowie einen unabhängigen kleinen, elektronischen „Taschenrechner“ Namens eRDP. Des Weiteren gibt es die erstgenannte Tabelle auch den Nitrox-Varianten 32 % und 36 %, sowie RDP-Equivalenztabellen für alternative Nitroxmischungen und für Bergseetauchgänge. Für die Ausbildung gibt es den RDP und das „Wheel“ auch in einer XXL-Version.

Alle PADI-RDP-Versionen sind untereinander kompatibel und können während der Berechnung problemlos gewechselt werden. PADI-Tabellen sind allerdings zu den Tabellen anderer Verbände inkompatibel, da diese auf anderen Grundlagen beruhen.

Das Project AWARE ist eine 1995 durch PADI Europe AG gegründete gemeinnützige Stiftung, die sich den Schutz der Unterwasserwelt zum Ziel gesetzt hat. Der Stiftungsname ist ein Apronym für Aquatic World Awareness, Responsibility and Education.

AWARE finanziert sich hauptsächlich durch den Verkauf von AWARE-Produkten und durch Spenden. Diese Einnahmen werden wiederum in Kampagnen zur Aufklärung von Tauchern und zum Wiederherstellen geschädigter Regionen, wie zum Beispiel der alljährlich stattfindende „International Beach Cleanup Day“ (20.09.), die Bojenprojekte oder Silent Oceans, umgesetzt.

Die bei PADI-Tauchern wahrscheinlich bekannteste Möglichkeit, das Project AWARE finanziell zu unterstützen, ist die Möglichkeit, statt eines normalen Brevets ein AWARE-Brevet zu erwerben. Für eine Spende von (mindestens) 10 Euro erhält der Taucher dieses Brevet, das ein schöneres Unterwasser-Motiv auf der Vorderseite aufweist.

Das Project AWARE ist bei den PADI Spezialkursen mit Fish Identification, Coral Reef Conservation, Project AWARE und Underwater Naturalist vertreten. Des Weiteren empfielt es Peak Performance Buoyancy zum Schutz der Unterwasserwelt.

Die Encyclopedia of Recreational Diving behandelt die fünf Themen Physik, Physiologie, Ausrüstung, Unterwasserwelt und Spezielle Aktivitäten. Die Encyclopedia of Recreational Diving ist für die Ausbildung zum PADI Divemaster notwendig.

PADI veröffentlicht und verschickt weltweit an alle Tauchlehrer vierteljährlich das Magazin The Undersea Journal. Diese Zeitschrift ist ein Service für PADI-Tauchlehrer und behandelt Artikel rund um das Tauchen, die Tauchbranche und die Administration.

Das Sport Diver Magazine ist die offizielle Tauchzeitschrift von PADI, die nur in Nordamerika und Großbritannien verkauft wird, da es dieses Magazin nur in Englisch gibt.

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Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft

„Jeder Nichtschwimmer ein Schwimmer – jeder Schwimmer ein Rettungsschwimmer.“

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e. V. (DLRG) ist eine gemeinnützige und selbstständige Wasserrettungs- und Hilfsorganisation. Sie arbeitet grundsätzlich ehrenamtlich mit freiwilligen Helfern. Mit über 561.000 Mitgliedern in rund 2.200 örtlichen Gliederungen ist sie die größte freiwillige Wasserrettungsorganisation der Welt. Sie ist im Vereinsregister Berlin-Charlottenburg eingetragen; Sitz der Bundesgeschäftsstelle ist jedoch das niedersächsische Bad Nenndorf.

Gegründet wurde sie am 19. Oktober 1913 in Leipzig als Konsequenz aus einem schweren Unglück in Binz auf Rügen, bei dem ein Steg einstürzte und 17 Menschen ertranken. Seit damals ist es das Hauptziel der DLRG, Menschen vor dem Ertrinkungstod zu bewahren, indem sie möglichst vielen Menschen frühzeitig das Schwimmen beibringt und über das sichere Verhalten im und am Wasser aufklärt.

Rettungsschwimmer der DLRG bewachen jedes Jahr die Küsten von Nord- und Ostsee, Badeeinrichtungen in den Binnengewässern und Flüssen, Schwimmbäder und Veranstaltungen am, auf und im Wasser. Die DLRG ist darüber hinaus im Katastrophenschutz der Länder und je nach Ländergesetzgebung auch im Rettungsdienst tätig.

Der auf das Wasser spähende Adler ist das Logo der DLRG und als Markenzeichen ebenso wie die Wortmarke „DLRG“ nach dem Markenrecht im geschäftlichen Gebrauch geschützt.

Schirmherr der DLRG ist Bundespräsident Horst Köhler.

Die DLRG unterteilt ihre Ziele und Aufgaben in Hauptaufgaben und zusätzliche Aufgaben. Als ihre Hauptaufgabe sieht sie die Bekämpfung des Ertrinkungstodes. Dies will sie durch frühzeitige und fortgesetzte Information über Gefahren und sicherheitsbewusstes Verhalten im und am Wasser erreichen. Des Weiteren bildet sie Personen in der Selbstrettung, im Schwimmen und im Rettungsschwimmen aus, um einen sicheren Aufenthalt im Wasser zu gewährleisten. Eine weitere Kernaufgabe im Rahmen der Bekämpfung des Ertrinkungstodes ist die Organisation und Durchführung eines flächendeckenden Wasserrettungsdienstes im Rahmen der allgemeinen Gefahrenabwehr von Bund, Ländern und Gemeinden. Für diesen Zweck bildet die DLRG Rettungsschwimmer aus, die dann für die DLRG im Einsatz sind. Teil der Lehrtätigkeit ist darüber hinaus die Schulung und Weiterbildung von Ausbildern. Auch die Jugendarbeit und Nachwuchsförderung wird als bedeutende Aufgabe angesehen.

Zusätzliche Aufgaben sind, Personen in Erster Hilfe und im Sanitätswesen fortzubilden. Hierzu zählt auch die Durchführung rettungssportlicher Übungen und Wettkämpfe sowie die Aus- und Fortbildung ehrenamtlicher Mitarbeiter, insbesondere auch in den Bereichen Führung, Organisation und Verwaltung. Ebenso ist Naturschutz eine satzungsgemäße Aufgabe. Die DLRG sieht sich auch dazu verpflichtet, die Entwicklung und Prüfung von Rettungsgeräten und Rettungseinrichtungen sowie wissenschaftliche Forschung auf dem Gebiet der Wasserrettung zu betreiben, und mit in- und ausländischen Organisationen sowie Institutionen und Bundesbehörden und -organisationen zusammenzuarbeiten.

Gegründet wurde der Verein am 19. Oktober 1913 im Saal des Kaufmännischen Vereins in Leipzig. Anlass war ein Unglück am 28. Juli 1912 in Binz auf Rügen, als sich über 1.000 Badegäste und Ausflügler auf der 800 Meter langen Seebrücke drängten und die Ankunft des Bäderdampfers „Kronprinz Wilhelm“ erwarteten. Plötzlich brach die Anlegestelle am Brückenkopf trichterförmig in sich zusammen. Über 100 Menschen stürzten in die Ostsee. Für 17 Menschen, darunter sieben Kinder, kam jede Hilfe zu spät. «Allgemein wurde es als beschämend empfunden, dass von den unzähligen Menschen auf der Brücke und auf dem Bäderschiff kaum jemand bereit oder fähig war, zu retten oder Erste Hilfe zu leisten und Wiederbelebungsversuche zu machen» so Frau Edith Mayer-Springer, Hamburg 1913. Zur damaligen Zeit verloren pro Jahr etwa 5.000 Menschen ihr Leben im Wasser, und nur zwei bis drei Prozent der Bevölkerung konnten schwimmen.

Erster Vorsitzender der DLRG wurde Adolf Fiedler. Aus den Anfangsjahren der DLRG sind keine Aufzeichnungen erhalten geblieben. Belegt ist nur, dass im Jahre 1913 bereits die ersten Rettungsschwimmer ausgebildet wurden und dass die erste Geschäftsstelle der DLRG ihren Sitz in Dresden hatte. Die ersten Ausbildungen, welche die DLRG anbot, waren Grundschein, Bronze-Plakette und Lehrschein. Durch den Ersten Weltkrieg und die schwere Nachkriegszeit wurde die weitere Entwicklung der Organisation stark behindert.

Nachdem zwischen 1923 und 1925 die Arbeit der DLRG fast vollständig zum erliegen kam, versuchte sie 1925 einen Neuanfang, wozu unter anderem die Hauptgeschäftsstelle von Dresden nach Berlin verlegt wurde. Zwei Jahre zuvor erschien auch zum ersten Mal das offizielle Verbandsorgan „Der Lebensretter“, weitere Ausgaben scheiterten zunächst jedoch aus finanziellen Gründen (Heute existiert diese Zeitschrift unter dem Namen „Lebensretter – Wir in der DLRG“ weiter). 1933 erfolgte die Eingliederung der DLRG in das Fachamt V (Schwimmen) des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen und die damit verbundene Unterordnung unter den Reichssportführer. Zwischen 1925 und 1935 hatten insgesamt 258.761 Personen eine DLRG-Prüfung abgelegt. 1938 wurde die DLRG im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie in Deutsche Lebens-Rettungs-Gemeinschaft (D. L. R. G.) umbenannt. Während dieser Zeit stieg die Zahl der angenommenen Prüfungen stark an. 1942 war die Zahl der Ertrinkungstoten auf ein Drittel gegenüber 1913 zurückgegangen, und die DLRG hatte fast eine Million Rettungsschwimmer ausgebildet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Organisation, wie alle anderen, durch die alliierte Militärverwaltung verboten, bekam jedoch von den Besatzungsmächten in den drei westlichen Zonen bald die Erlaubnis, die Arbeit fortzuführen. In der Sowjetischen Besatzungszone und der daraus entstandenen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) durfte die DLRG ihre Arbeit hingegen nicht weiterführen. Dort übernahm ein neu gebildeter Wasserrettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes, die heutige Wasserwacht, die Aufgaben der DLRG. Auf ihrer ersten Hauptversammlung (1947) nach dem Zweiten Weltkrieg benannte die D. L. R. G. sich wieder in Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) um. Drei Jahre später hatte die DLRG bereits wieder 28.000 Mitglieder und bestand aus 13 Landesverbänden. Im selben Jahr wurde von der DLRG der Deutsche Jugendschwimmpass für Kinder und Jugendliche eingeführt. 1951 trat die DLRG der Fédération Internationale de Sauvetage aquatique (FIS) bei, der heutigen International Lifesaving Federation (ILS). Acht Jahre später richtete sie erstmalig die internationalen Rettungswettkämpfe der FIS aus. Seit dem Jahr 1955 betreibt die DLRG auch Wasserrettungsdienst an den Küsten von Nord- und Ostsee, nachdem sie den Wasserrettungsdienst bis dahin auf die Binnengewässer beschränkt hatte. Im Mai 1957 wurde die bis dahin selbstständige Saarländische Lebens-Rettungs-Gesellschaft (SLRG) als 14. Landesverband in die DLRG aufgenommen. Die 1960er und 1970er Jahre waren sehr erfolgreiche Zeiten für die DLRG. Die Zahl der Mitglieder stieg auf über 474.000 , da in diesen Jahren von öffentlicher Hand viele Frei- und Hallenbäder gebaut wurden.

Dadurch stieg auch die Zahl der abgenommenen Prüfungen auf fast 1,5 Millionen. 1962 musste die DLRG sich bei der Sturmflutkatastrophe an der Nordseeküste bewähren. Kurz darauf gründete die DLRG eine eigene selbstständige Jugendorganisation, die DLRG-Jugend. Mitte der 1970er Jahre stellte die Bundesregierung die generelle Eignung der DLRG für eine Mitwirkung im allgemeinen Katastrophenschutz fest. Seitdem hat sie, vor allem in der jüngeren Geschichte, viele dementsprechende Einsätze bestanden. 1978 wurde die Prüfungsordnung der DLRG „Schwimmen-Retten-Tauchen“ von der ständigen Konferenz der Kultusminister anerkannt. Dadurch wurden die Schwimmabzeichen und Prüfungen für die ganze Bundesrepublik vereinheitlicht. 1983 wurde mit Karl Carstens zum ersten Mal der deutsche Bundespräsident Schirmherr der DLRG, diese Tradition besteht mit Horst Köhler bis heute.

Nach dem Mauerfall und der Wiedervereinigung mit der DDR wurden auch in Ostdeutschland wieder neue Ortsgruppen gegründet. Gegen Ende des Jahres 1990 wurden die Landesverbände Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen gegründet, Ostberlin wurde dem bestehenden Landesverband Berlin angegliedert. Ein bedeutendes Ereignis 1990 war die Ausrichtung der Weltmeisterschaft im Rettungsschwimmen Rescue in Lübeck und Travemünde, bei der die Starter der DLRG sechs Weltmeisterschaftstitel gewannen. 1991 wurden als letzte die Landesverbände Thüringen und Sachsen-Anhalt gegründet. Die DLRG umfasste nun mit 19 Landesverbänden das ganze Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. 1995 bezog die DLRG ihren heutigen Bundessitz im niedersächsischen Bad Nenndorf. Den ersten größeren Einsatz in der jüngeren Geschichte hatte die DLRG 1997 mit dem Oderhochwasser in Sachsen und Brandenburg zu bewältigen. Ein Jahr später wurde Dr. Klaus Wilkens Präsident der DLRG und hat dieses Amt bis heute inne.

2001 erreichte die Zahl der Mitglieder mit fast 568.000 Mitgliedern einen neuen Höchststand. Die Bundestagung 2001 beschloss im Zusammenhang mit einem Neustrukturierungsprozess des Verbandes ein neues Corporate Design. Seitdem haben alle DLRG-Gliederungen und Ebenen in allen Bereichen ein einheitliches Aussehen (siehe Einsatzkleidung). Außerdem beschloss die Bundestagung das richtungsweisende Ziel, die Ertrinkungszahlen bis 2020 zu halbieren. Mit dem Hochwasser im Jahr 2002 in Bayern sowie dem Elbehochwasser 2002 und vier Jahre darauf mit dem Elbehochwasser 2006 in Niedersachsen, Sachsen und Sachsen-Anhalt hatte die DLRG weitere große Einsätze zu bestehen. Auch bei der Tsunami-Katastrophe 2004 war die DLRG im Einsatz. 2007 fusionierten die Landesverbände Niedersachsen und Braunschweig, die DLRG besteht seitdem nur noch aus 18 Landesverbänden. Seit ihrer Gründung sind die jährlichen Ertrinkungszahlen um 90 Prozent gesunken, die Zahl der Schwimmer in der Bevölkerung ist auf 80 Prozent gestiegen.

Das zum Kulturhistorischen Museum der Stadt Stralsund gehörende Marinemuseum auf dem Dänholm bietet in seiner Ausstellung auch Informationen zur Geschichte der DLRG.

Die Aufklärungs- und Ausbildungsarbeit beginnt bei Babys und Kindern. Für diese bieten viele Ortsgruppen Wassergewöhnungskurse, Kleinkinderschwimmen und Schwimmkurse an. Da auch viele Erwachsene nicht schwimmen können, bieten einige Ortsgruppen auch Erwachsenenschwimmkurse an. Die erste Qualifikation, die abgelegt werden kann, ist das „Seepferdchen“. Da die DLRG Mitglied des Bundesverbandes zur Förderung der Schwimmausbildung ist, werden diese Schwimmabzeichen nach offiziellen Richtlinien abgenommen und sind deutschlandweit einheitlich. Seit 1950 haben 25 Millionen Menschen bei der DLRG Schwimmen gelernt.

Nach dem „Seepferdchen“ können Kinder und Jugendliche die deutschen Jugendschwimmabzeichen in Bronze, Silber und Gold erwerben. Bei den Jugendschwimmabzeichen lernen Kinder bis zum Alter von 18 Jahren verschiedene Schwimmstile, auch längere Strecken im Wasser zurückzulegen und sich sicher im Wasser zu bewegen. Außerdem erwerben sie erste Kenntnisse zum Verhalten bei Notfällen im und am Wasser. Analog dazu wird das deutsche Schwimmabzeichen in Bronze, Silber und Gold für Personen ab 18 Jahren angeboten. Hier sind die zu erbringenden Leistungen, bei gleichen Inhalten, etwas schwerer als beim Jugendschwimmpass. Für Personen ab 30 Jahren werden die zu erbringenden Leistungen stufenweise herabgesetzt.

Für angehende Rettungsschwimmer existiert der Junior-Retter. Dieser verlangt von den Absolventen erweiterte Kenntnisse in Selbstrettung, einfacher Fremdrettung und grundsätzliche Kenntnisse in Erster Hilfe. Die Junior-Retter-Ausbildung bereitet Kinder auf die Rettungsschwimmabzeichen vor. Ab den zwölften, 15. beziehungsweise 16. Lebensjahr können Kinder und Jugendliche das Rettungsschwimmabzeichen in Bronze, Silber und Gold erwerben. In diesen Kursen werden sie durch Vermittlung von Kenntnissen zur sicheren Hilfeleistung im und um das Wasser zu Rettungsschwimmern ausgebildet.

Neben diesen Ausbildungen bieten zahlreiche Ortsgruppen noch Aktivitäten im Wasser an, wie beispielsweise Wassergymnastikkurse, Aquajoggingkurse, einfaches sportliches Training und Seniorenschwimmen.

Als Einstieg in das Tauchen wird das Deutsche Schnorcheltauchabzeichen (DSTA) für Kinder ab 12 Jahren angeboten. Danach können Mitglieder die Ausbildung im Sporttauchen absolvieren und sich dann zum Einsatztaucher in den Stufen 1 und 2 weiter qualifizieren. Einsatztaucher werden zur Suche oder Rettung von Verunglückten gebraucht, wenn Rettungsschwimmer und Motorrettungsboote alleine nicht mehr ausreichen. Darüber hinaus wird eine Ausbildung zum Signalmann angeboten.

Die DLRG ist in den Katastrophenschutz der Länder integriert und führt den Wasserrettungsdienst durch. Neben den Schwimm- und Rettungsschwimmabzeichen können Mitglieder sich mit der Fachausbildung Wasserrettungsdienst zu Wasserrettern weiterqualifizieren. Volljährige Rettungsschwimmer haben auch die Möglichkeit, sich zu Wachleitern ausbilden zu lassen. Ferner können sich Mitglieder zu Bootsführern für Binnen- und Küstengewässer ausbilden lassen und auch dort noch weitere Qualifikationen erwerben, wie zum Beispiel bei einem Lehrgang im Brandungsretten mit Schlauchbooten. Die DLRG bildet Mitglieder auch zu Katastrophenschutzhelfern aus, einschließlich der Ausbildung von Helfern zu Gruppenführern und Zugführern. Überdies werden Sprechfunker und BOS-Funker ausgebildet. Die DLRG bietet seit dem März 2006 Fortbildungen für Wasserretter mit dem Titel „Rettung aus stark fließenden Gewässern“ an; diese beinhaltet eine dreistufige Ausbildung zum Strömungsretter sowie einen anschließenden Ausbildungsteil zur Luftrettung. Sinn dieser Ausbildung ist die Rettung von Menschen in stark strömenden Gewässern, in denen Rettungsschwimmer, Taucher und Boote nicht mehr eingesetzt werden können, vom Lande oder aus der Luft durchzuführen.

Einen großen Bereich der Ausbildung umfasst das Sanitätswesen. Die DLRG bietet Kurse für die Bevölkerung im Bereich Erste Hilfe und Sanitätsausbildung an. Mitglieder können sich zu Sanitätshelfern (San A) und Sanitätern (San B) ausbilden lassen.

Die DLRG bietet unter anderem Lehrgänge zum Thema Vereinsführung, Ausbildungen zum Schatzmeister und zum Versicherungsschutz an. Kinder ab dem 12. Lebensjahr können an der Ausbildung in realistischer Unfall- und Notfalldarstellung teilnehmen. Viele weitere Ausbildungen werden von der DLRG-Jugend angeboten. In allen Bereichen werden Multiplikatoren und Prüfer ausgebildet.

Die einzelnen Ortsgruppen halten das Material, wie Boote, Fahrzeuge und andere Hilfsmittel, für allgemeine Hilfe und den Katastrophenschutz vor. Sie sind für allgemeine Hilfe auf örtlicher Ebene und den Wasserrettungsdienst zuständig und stellen Wasserrettungsgruppen auf, die im Einsatzfall zu Zügen zusammengefasst werden können. Die Wasserrettungszüge können bei Großschadensereignissen auch überregional eingesetzt werden. Der Bezirk übernimmt die Führung des Einsatzes, wenn der Einsatzbereich über den Zuständigkeitsbereich einer Ortsgruppe hinausgeht, und ist der Ansprechpartner für die in seinem Bereich liegenden Kreisverwaltungen. Die Landesverbände setzen Führungseinheiten ein oder übernehmen die Führung, wenn das Einsatzgebiet über die räumliche Zuständigkeit eines DLRG-Bezirks hinausgeht.

Ein Wasserrettungszug rettet Menschen aus Wasser- und Eisgefahren und führt die sanitätsdienstliche Versorgung auf und am Wasser durch. Er birgt Tiere und Sachgüter aus Wasser- und Eisgefahr und führt Tauchaufgaben durch. Ein Wasserrettungszug transportiert Personen und Material auf dem Wasser, sichert Einsatzkräfte am und auf dem Wasser ab und nimmt bei Bedarf andere Aufgaben wahr. Zusätzlich unterstützt er andere Fachdienste.

Aber auch in anderen Bereichen kommt der DLRG Katastrophenschutz zum Einsatz, beispielsweise zur Hilfeleistung bei Schneekatastrophen.

Ein Ziel der DLRG ist die Durchführung und Einrichtung eines flächendeckendes Wasserrettungsdienstes. Um diesen zu gewährleisten, haben viele Ortsgruppen im Binnenland Wasserrettungsstationen aufgebaut und überwachen von dort im privaten oder öffentlichen Auftrag Schwimmbäder, Seen und Flüsse. An den Küsten von Nord- und Ostsee hat die DLRG während der Badesaison von Mai bis September den zentralen Wasserrettungsdienst (ZWRD) eingerichtet. Die Landesverbände Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern organisieren den Wasserrettungsdienst an ihren Küsten zentral von jeweils einer Leitstelle. Die dort eingerichteten Wasserrettungsstationen werden nur zu einem Teil von den ansässigen Ortsgruppen selbst betrieben. Rettungsschwimmer aus ganz Deutschland können sich bei den zuständigen Einsatzleitstellen bewerben und werden von dort auf die einzelnen Stationen verteilt, wo sie zwei bis sechs Wochen Wachdienst absolvieren. Die Bewerber müssen während dieser Zeit Mitglieder der DLRG sein. Jeder Inhaber eines Rettungsschwimmabzeichen in Silber, das nicht älter als zwei Jahre ist, kann sich bewerben. Die Rettungsschwimmer sind ehrenamtlich tätig und bekommen nur eine Aufwandsentschädigung, freie Verpflegung und Unterkunft.

Die Angaben in der Tabelle entstammen den Geschäftsberichten der DLRG. 2002 wurde die Erfassung verändert, daher passen die Werte dort nicht ganz. Bei leeren Feldern gibt es keine Informationen.

Den Schnell-Einsatz-Gruppen stehen je nach Anforderung oder örtlichen Verhältnissen verschiedene DLRG-Fahrzeuge zur Verfügung, z.B. Gerätewagen Tauchen, Gerätewagen Wasserrettung oder Gerätewagen Technik Logistik.

Eine spezielle Sonderaufgabe einiger Schnell-Einsatz-Gruppen ist der sogenannte First Responder oder auch „Helfer vor Ort“ (HvO), der meist in ländlichen Regionen Tag und Nacht bereit steht, um die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes zu überbrücken und sofortige notfallmedizinische Hilfe zu leisten.

Die Einsatzkleidung der DLRG ist in den Farben Rot und Gelb gestaltet, den internationalen Farben der Rettungsschwimmer. Rettungsschwimmer tragen entweder gelbe T-Shirts mit roter Aufschrift oder rote T-Shirts mit gelber Aufschrift. Die Beschriftung lautet auf dem Rücken „DLRG-Wasserrettung“, auf der Brust steht „DLRG“. Diese Farbgebung und Beschriftung ist deutschlandweit einheitlich. Pullover und Jacken sowie Hosen, Shorts und die Badebekleidung sind immer rot mit gelber Schrift und zum Teil mit Reflektorstreifen in der Farbe Gelb-Silber-Gelb ausgerüstet. Die Beschriftung „Wasserrettung“ kann im Katastrophenschutz und auf Einsätzen durch die jeweilige Fachfunktion des Helfers ersetzt werden, zum Beispiel „Einsatztaucher“, „Sanitäter“, „Arzt“, „Einsatzleiter“,„Zugführer“ oder auch „Ausbilder“ (im Trainingsbetrieb). Die Einsatzfahrzeuge der DLRG sind in der Grundfarbe weiß lackiert und haben einen roten Streifen mit gelber Aufschrift „DLRG“ und „Wasserrettung“. Boote sind entweder wie die Fahrzeuge lackiert oder besitzen einen komplett roten Bootskörper mit gelben Beschriftungen.

Immer mehr Gliederungen der DLRG besitzen auch Rettungshunde. Diese Rettungshunde werden zwei Jahre lang nach den Richtlinien verschiedener Rettungshundeorganisationen ausgebildet. Um eingesetzt werden zu können, müssen die Hunde ihre Prüfung alle zwei Jahre wiederholen. Grundsätzlich gibt es für Rettungshunde vier Einsatzgebiete: Die Suche in der Fläche, in Trümmern, unter Lawinen und im Wasser, während Letzteres das Haupteinsatzgebiet der DLRG-Rettungshunde darstellt. Ihre Aufgabe ist sowohl das Aufspüren der Stelle, an welcher eine vermisste Person ins Wasser gelangt ist als auch das Aufspüren von Menschen unter Wasser. In diesem Fall können die Hunde Menschen wahrnehmen, die in einer Tiefe von bis zu 50 Metern liegen. Gut ausgebildete Rettungshunde können auch Rettungsschwimmer bei ihren Einsätzen unterstützen, indem sie mit einem speziellem Geschirr den Rettungsschwimmer zum Ertrinkenden ziehen, oder dieser sich selbstständig an den Hund hängt und von diesem an Land gezogen wird. Zusätzlich zu den Hunden werden auch die Hundeführer speziell in Karten- und Kompasskunde, Funk, Sanitätswesen, Erste Hilfe am Hund und Kynologie ausgebildet.

Ein weiterer großer Einsatzbereich der DLRG ist die Aufklärung der Bevölkerung vor Gefahren im und am Wasser. In diesem Bereich ist die DLRG-Jugend zu großen Teilen aktiv. So führt die DLRG-Jugend Strandfeste und Kindergartentage durch, um schon die Jüngsten auf die Gefahren im und am Wasser aufmerksam zu machen und ihnen das richtige Verhalten beizubringen. Der DLRG-Hauptverband sorgt für eine Verbreitung der Baderegeln und Eisregeln, klärt über die Kennzeichnung von Badestellen auf, verbreitet Sicherheitstipps für Erzieher, Eltern sowie Aufsichtspersonen und veröffentlicht Verhaltensregeln für den Aktivitäten im Hochwasser, für Surfer und für Wattwanderer.

Dem Bundesverband der DLRG als oberster Strukturebene gehören 18 Landesverbände an. Die Landesverbände bestehen aus Bezirksgliederungen, die in der Regel wiederum mehrere Orts- oder Kreisgliederungen umfassen. Diese können noch angegliederte Stützpunkte haben. Die Bezirksebene fällt in einigen Landesverbänden weg. Die eigentliche Vereinsarbeit mit Schwimm-, Rettungsschwimm- und Erste-Hilfe-Ausbildung sowie die Durchführung des Wasserrettungsdienstes findet in den unteren Gliederungsebenen statt. Die Bundesgeschäftsstelle befindet sich im niedersächsischen Bad Nenndorf.

2007 hatte die DLRG 561.045 Mitglieder. Davon waren 230.947 (41,1 Prozent) Kinder bis 14 Jahre, 119.928 (21,4 Prozent) waren Jugendliche im Alter von 16 bis 26 Jahren, 209.112 (37,3 Prozent) waren Erwachsene und 1.058 (0,2 Prozent) waren Vereine, Firmen und Behörden.

Die Satzung der DLRG schreibt vor, dass auf Bundesebene folgende Organe bestehen.

Insgesamt gibt es 18 Landesverbände mit eigener Rechtsfähigkeit und Satzung: Baden, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein, Rheinland-Pfalz, Saar, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen, Westfalen und Württemberg. Die Organe der Landesebene gleichen jenen der Bundesebene. Ihre Bezeichnungen lauten entsprechend Landesverbandstagung, Landesverbandsrat et cetera.

Die Bezirksebene ist in den einzelnen Landesverbänden zum Teil unterschiedlich ausgebildet. So übernimmt sie in einigen Fällen, wie zum Beispiel im Landesverband Württemberg, Funktionen der Ortsgruppen. Größere Städte besitzen so genannte Stadtbezirke, die selbst mitgliederführend sind und eine Mischung aus Ortsgruppe und Bezirk bilden. Darüber hinaus gibt es Bezirke, die nur eine verwaltungstechnische Zwischeninstanz zwischen Ortsgruppen und Landesverbänden sind. Im Landesverband Schleswig-Holstein gibt es die Bezirksebene nicht. Die Gliederungen stehen hier direkt unter der Landesverbandsebene, ein Kreisbeauftragter koordiniert die Zusammenarbeit im Gebiet des jeweiligen Landeskreises. Früher war die Hauptaufgabe der Bezirke die Durchführung von übergeordneten Ausbildungen wie beispielsweise von Ausbildern, Wachleitern oder Bootsführern. Dieses System war jedoch zum Teil ineffizient und wurde durch die Struktur der sogenannten Ausbildungsregionen ersetzt. Diese bestehen jeweils aus mehreren Bezirken und stimmen sich innerhalb des Landesverbandes hinsichtlich ihres Ausbildungsangebotes ab. Die Bezirke sind, unabhängig vom Bestehen von untergeordneten Ortsgruppen, ähnlich aufgebaut wie der Bundesverband und die Landesverbände. Sie haben eine eigene Satzung und vergleichbare Gremien wie die Bezirkstagung, den Bezirksrat und den Bezirksvorstand.

Die Ortsgruppen als örtliche Gliederung kümmern sich um die praktische Arbeit. Zur Zeit gibt es in ganz Deutschland etwa 2.200 DLRG-Ortsgruppen. Sie übernehmen die Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung, bieten für die Bevölkerung Erste-Hilfe-Kurse an, trainieren und bilden ihre Einsatzmannschaft aus und stellen das für Einsätze benötigte Material zur Verfügung. Des Weiteren organisieren sie den Wasserrettungsdienst, machen auf örtlicher Ebene Werbung und sind letztendlich für die Aufnahme und Betreuung ihrer Mitglieder zuständig. All dies ist bundesweit einheitlich geregelt. Die Schwerpunkte der einzelnen Ortsgruppen sind sehr unterschiedlich gelegt. So gibt es Ortsgruppen, die sich nur auf die Schwimmausbildung und den Rettungssport konzentrieren. Andere Ortsgruppen sind fast nur im Katastrophenschutz und Wasserrettungsdienst tätig. Auch auf der untersten Ebene gibt es dieselben Organe wie in den höheren Ebenen, jedoch findet die Ortsgruppentagung (Jahreshauptversammlung) einmal im Jahr statt. Der Vorstand trifft sich mehrmals im Jahr. Bei den Wahlen sind alle Mitglieder über 16 Jahren stimmberechtigt.

Ortsgruppen können auch angegliederte Stützpunkte haben. Stützpunkte sind kleinere organisatorische Standorte, die aufgrund von zu wenig Mitgliedern nicht alle Ämter besetzen können und so keine durch Vollmacht selbständig handlungsfähigen Organe und dadurch keine rechtliche Selbständigkeit haben. Stadtverbände können beispielsweise durch Fusionierung von Ortsgruppen und Stützpunkten entstehen.

Im Landesverband Bayern nennen sich die lokalen Gliederungen Orts- bzw. Kreisverband. Sie entsprechen aber in den Tätigkeiten und Organisationsformen den Ortsgruppen.

Neben der Bundesgeschäftsstelle besitzt die DLRG im niedersächsischen Bad Nenndorf auch das Drei-Sterne-Tagungszentrum Hotel Delphin. Dort hat auch die DLRG-Verlag und Vertriebsgesellschaft mbH (DVV) ihren Hauptsitz, die DLRG-Material (Rettungs- und Ausbildungsmittel) an Dritte verkauft und sich darüber hinaus um alle Aktivitäten kümmert, welche die DLRG gemeinsam mit Sponsoren durchführt. Analog zur DVV gibt es auch in Bad Nenndorf die DLRG-Materialstelle, bei der alle Mitglieder und Gliederungen Material bestellen können, das sie für die Arbeit in den Ortsgruppen und bei Einsätzen benötigen.

Der DLRG-Bundesverband finanziert sich zu rund 40 Prozent aus den Anteilen an den Mitgliedsbeiträgen und zu rund 25 Prozent durch Erträge aus wirtschaftlichen Betätigungen. Dazu zählt beispielsweise der Verkauf von Einsatz- und Ausbildungsmaterial an Gliederungen und Mitglieder über die Materialstelle. Der Anteil der Spenden an den Einnahmen beträgt rund zehn Prozent. 25 Prozent machen Zuschüsse aus Stiftungen und öffentlichen Kassen und sonstige Erträge aus. Die Gesamteinnahmen 2005 betrugen ca. 5,2 Millionen Euro. Mit diesen Einnahmen finanziert die DLRG Lohn- und Gehaltszahlungen an ihr hauptamtliches Personal (39 Prozent) sowie Tagungen, Aus- und Fortbildungen (39 Prozent). Die Einsatzkräfte im Wasserrettungsdienst bezahlt die DLRG nicht. Sie sind entweder ehrenamtlich tätig oder bekommen, zum Beispiel im zentralen Wasserrettungsdienst, eine Aufwandsentschädigung von der Gemeinde oder von dem Amt, in deren Auftrag sie den Wasserrettungsdienst durchführen.

Die Jugend der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft, häufig auch DLRG-Jugend genannt, ist seit dem 3. Juni 1962 eine eigenständige Organisation und vereint alle DLRG-Jugendgruppen. Mitglieder der DLRG-Jugend sind satzungsgemäß alle Mitglieder bis zum Alter von 26 Jahren und ihre gewählten Vertreterinnen und Vertreter.

Die DLRG-Jugend ist ein selbstständiger, öffentlich anerkannter Verein. Sie unterstützt unter anderem den Hauptverband im Kampf gegen den Ertrinkungstod und setzt sich für die Natur und Umwelt ein. Ziele sind unter anderem, die Interessen von Kindern und Jugendlichen zu vertreten und einen Beitrag zur Entwicklung junger Menschen zu leisten. Auf spielerische Art und Weise versucht sie, ihre Mitglieder an die Aufgaben, Ausbildungen und die Technik der DLRG heranzuführen. Die DLRG-Jugend veranstaltet zum Beispiel auch Wettkämpfe, Bezirks- sowie Landesjugendtreffen, und bietet Seminare wie beispielsweise die Ausbildung zum Erwerb der Jugendleitercard an.

Die DLRG ist Mitglied der International Life Saving Federation (ILS) und der ILS-Europe (ILS-E), des Bundesverbandes zur Förderung der Schwimmausbildung (BFS), der Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe (BAGEH), des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, des Deutschen Spendenrates (Gründungsmitglied), der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder, der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen sowie der europäischen Bewegung und der International Association for Sports and Leisure Facilities (IAKS). Sie ist darüber hinaus Spitzenverband im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) für die Sportart Rettungsschwimmen beziehungsweise den Rettungssport und an diversen Gremien und Verbänden im Bereich des Zivil- und Katastrophenschutzes beteiligt.

Auf allen Ebenen der DLRG finden regelmäßig Wettkämpfe statt. Innerhalb der Bezirke veranstalten viele Ortsgruppen regelmäßig Freundschaftswettkämpfe, um sich ohne Zwang mit anderen Ortsgruppen zu messen. Viele Ortsgruppen führen auch Vereinsmeisterschaften durch. In den Bezirken finden einmal im Jahr Bezirksmeisterschaften statt. Auf diesen können sich aus allen Ortsgruppen des jeweiligen Bezirkes Mannschaften und Einzelstarter für die jeweiligen Landesmeisterschaften qualifizieren, die von den Landesverbänden ausgerichtet werden. Dort qualifizieren sich die besten Mannschaften und Schwimmer für die Deutschen Meisterschaften im Rettungsschwimmen. Bei den deutschen Meisterschaften, welche die DLRG-Jugend im Auftrag des DLRG-Hauptverbandes ausrichtet, wird der jeweils beste Rettungsschwimmer in den verschiedenen Altersklassen ermittelt.

Das Wettkampfsystem der DLRG ist in Altersklassen und nach Geschlechtern unterteilt. Es gibt die Altersklassen AK 12, AK 13/14, AK 15/16, AK 17/18 und AK Offen. Es startet entweder ein Schwimmer allein oder eine Mannschaft, die aus vier Schwimmern besteht. Disziplinen bei den Einzelstarten sind zum Beispiel Hindernisschwimmen, Abschleppen, Flossenschwimmen und Retten. Mannschaftsdisziplinen sind beispielsweise die Hindernisstaffel, Rettungsstaffel oder die Gurtretterstaffel. Neben den schwimmerischen Fähigkeiten werden auch Kenntnisse in Herz-Lungen-Wiederbelebung verlangt. Die Strecken bei den Einzelstartern sind 25 bis 200 Meter lang. Die Staffeln schwimmen 4 x 25 Meter bis 4 x 50 Meter. Für ältere Rettungsschwimmer existieren die deutschen Seniorenmeisterschaften im Rettungsschwimmen.

Des Weiteren richtet die DLRG eine Vielzahl von nationalen und internationalen Wettbewerben aus oder nimmt daran teil. Die besten Junioren der DLRG fahren regelmäßig zu den Junioren-Europameisterschaften im Rettungsschwimmen. Die Nationalmannschaft ist alle zwei Jahre Teilnehmer der Weltmeisterschaften im Rettungsschwimmen. Bei den Weltmeisterschaften müssen die Retter sich nicht nur in der Halle bewähren, sondern auch Disziplinen im Freigewässer absolvieren. 2008 richtete die DLRG die Weltmeisterschaften in Berlin und Warnemünde aus. Jedes Jahr veranstaltet sie außerdem den „Nivea Cup“ in Warnemünde. Bei diesem Wettkampf werden ausschließlich Freigewässerdisziplinen geschwommen, so zum Beispiel Brandungsschwimmen oder Rettungsbrett-Rennen. Auf nationaler Ebene wird die „Nivea Trophy“ veranstaltet, bei der sich Ortsgruppen in Freigewässerdisziplinen messen können. Als zweiten internationalen Wettkampf gibt es jährlich den Deutschlandpokal für Mannschaften aus aller Welt. Hier werden nur Disziplinen in der Schwimmhalle geschwommen.

Diese spezielle Art des Wettkampfes ist an die Aufgaben der DLRG im Bootswesen angelehnt. In einigen Regionen finden diese Wettkämpfe auf Bezirks- und Landesverbandsebene statt.

In Deutschland sind neben der DLRG noch die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) in der Wasserrettung aktiv. In der Schweiz existiert die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft und in Österreich die Österreichische Wasserrettung. Alle diese Organisationen verfolgen dieselben Ziele und arbeiten wie die DLRG ehrenamtlich und gemeinnützig.

In Australien, den USA und zum Beispiel Griechenland hingegen gibt es eine solche Struktur nicht. Hier sind die meisten Rettungsschwimmer hauptamtlich tätig und werden für ihre Arbeit bezahlt. Es gibt aber auch dort Rettungsschwimmer, die freiwillig für die Wassersicherheit sorgen. Analog dazu gibt es auch in Deutschland privat organisierte Rettungsschwimmer (beispielsweise auf Sylt), die für ihre Arbeit bezahlt werden.

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Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe

Gegründet wurde die Arbeitsgemeinschaft im Jahr 1988, sie hat ihren Sitz in Berlin. Jüngstes Mitglied ist die DLRG, seit 1994.

Die BAGEH ist gemeinsames Sprachrohr der beteiligten Organisationen in Sachen Erster Hilfe-Ausbildung gegenüber der Politik oder anderen Verbänden, wie beispielsweise der Bundesärztekammer und den Unfallversicherungsträgern (Berufsgenossenschaften).

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Verbandkasten

Standortsymbol für Verbandkästen

Ein Verbandkasten (lt. StVZO, DIN), oder standardsprachlich Verbandskasten, umgangssprachlich auch Erste-Hilfe-Kasten oder Rot-Kreuz-Kasten, ist ein Behältnis mit Verbandmitteln und weiterer Ausrüstung für die Erste Hilfe.

In vielen Staaten existieren gesetzlich geregelte Mindeststandards für das Mitführen von Verbandkästen im Straßenverkehr und das Vorhalten von Erste-Hilfe-Material in Betrieben im Zuge des Arbeitsschutzes. Deshalb sind Verbandkästen in diesen Bereichen auch am weitesten verbreitet. Die Vorschriften können sich hierbei von Land zu Land jedoch mitunter stark unterscheiden (siehe die folgenden Abschnitte für Details).

Mit Verbandkästen können sowohl bewegliche Behältnisse, die meist aus Plastik oder Metall bestehen, gemeint seien, als auch unbewegliche Kästen oder Behälter, die Verbandmaterial enthalten. Damit unbewegliche Verbandkästen von jedem schnell aufgefunden werden können, werden ihre jeweiligen Standorte in der Regel ausreichend groß und leicht erkennbar gekennzeichnet. Das Standardsymbol für einen solchen Erste-Hilfe-Standort ist ein weißes Kreuzes auf grünem Grund (vgl. Abb. 1). Es ist in der EG-Richtlinie 92/58/EWG bzw. in der ISO-Norm 3864 definiert.

Verbandkästen enthalten in der Regel nicht nur Verbandmaterial im engeren Sinne (Mullbinden, Wundauflagen, Dreiecktücher, Heftpflaster, etc.), sondern darüber hinaus weiteres Material zur Leistung von Erster Hilfe, wie Beatmungsmasken, Pinzetten, und Einmalhandschuhe. Sinnvollerweise ist oft auch ein Inhaltsverzeichnis und eine Erste-Hilfe-Anleitung für den Laien vorhanden. Diese Ausstattung ist normalerweise für die Erste-Hilfe-Leistung im Alltag ausreichend, in Notfällen verfügt der Rettungsdienst ohnehin über eine noch weitaus umfangreichere Ausrüstung (vgl. Notfallkoffer). In manchen Teilen der Erde, die spezielle Gefahrenpotenziale bergen und wo im Gegensatz zu Europa kein flächendeckender Rettungsdienst gegeben ist, kann jedoch auch die eine oder andere Zusatzausrüstung für die Erste Hilfe von Vorteil sein.

Verbrauchtes Material muss nach der Verwendung entsorgt und ersetzt werden. Ebenso muss aber auch unverbrauchtes Material regelmäßig überprüft werden. Die Sterilmaterialien (Kompressen, Verbandpäckchen und Verbandtuch) in einem Verbandkasten sind mit einem Verfalldatum versehen. Heftpflaster und Wundschnellverband werden mit der Zeit unbrauchbar, da der Klebstoff durch Alterung, begünstigt durch hohe Temperaturen, seine Klebkraft verliert. Ebenso werden die Einmalhandschuhe unter Umständen mit der Zeit porös. Unbrauchbar gewordenes Material muss daher ersetzt werden.

Verbandkästen können auch plombiert sein, um rasch feststellen zu können, ob sie vollständig sind oder Material entnommen wurde. In der Regel ist auch das Datum der letzten Überprüfung auf Gebrauchstauglichkeit durch die zuständige Person vermerkt.

Der korrekte Umgang mit Verbandmaterial sollte in einem Erste-Hilfe-Kurs erlernt und geübt werden. Auf das Führen eines Verbandbuchs wird hingewiesen.

Die Pflicht zum Mitführen eines Verbandkastens im Fahrzeug ist in § 35h Straßenverkehrszulassungsordnung geregelt, hier wird der Begriff „Erste-Hilfe-Material“ genannt. Der Inhalt des Kfz-Verbandkastens ist im Normblatt Erste-Hilfe-Material - Verbandkasten B DIN 13164 festgelegt. Diese Norm besagt nichts über das Verfallsdatum, was lediglich aus dem Medizinproduktegesetz resultiert. Daher sind Verwarngelder wegen abgelaufener Verbandkästen rechtlich strittig.

Das Nichtmitführen des Erste-Hilfe-Materials hat ggfs. ein Verwarnungsgeld i.H.V. 5 bis 25 € zur Folge (Regelsätze).

Im gewerblichen Bereich kommen, je nach Art und personeller Größe des Betriebs, Verbandkästen in verschiedenen Ausführungen zum Einsatz. Dies schreiben die Verordnung über Arbeitsstätten (ArbStättV) und die Unfallverhütungsvorschrift Grundsätze der Prävention bzw. BGV A1 (löste die bisherige Unfallverhütungsvorschrift Erste Hilfe am 1. Januar 2004 ab) vor, die Füllung regeln die Normblätter Erste-Hilfe-Material - Verbandkasten C DIN 13157 und Erste-Hilfe-Material - Verbandkasten E DIN 13169. In Betriebsverbandkästen müssen Sterilmaterialien nach Ablauf des Verfalldatums ausgetauscht werden (BGI 509).

Die vorgeschriebenen Füllungen der Verbandkästen im Kfz-Bereich gleichen weitgehend denen im betrieblichen Bereich. Von besonderer Wichtigkeit ist das Inhaltsverzeichnis, in dem die Norm im Wortlaut abgedruckt ist und nach dem der Verbandkasten (wieder) zu befüllen ist.

Die für Betriebe vorgegebenen Füllungen der DIN 13157 umfassen alles, was auch im Kfz-Verbandkasten nach DIN 13164 vorhanden ist, darüber hinaus sind allerdings noch Fingerkuppenverband, Wundschnellverband 18 cm x 2 cm, Pflasterstrip, Augenkompresse, Netzverband für Extremitäten, Vliesstoff-Tuch und Folienbeutel vorgeschrieben. Die ebenfalls für Betriebe geeigneten Verbandkästen nach DIN 13169 unterscheiden sich von jenen der DIN 13157 nur dadurch, dass sie (außer Schere, Erste-Hilfe-Broschüre und Inhaltsverzeichnis) die doppelte Menge an Verbrauchsmaterial enthalten.

Diese Norm gilt für Verbandkästen, die für die Verwendung in Verwaltungs- und Handelsbetrieben bis 50 Personen, in Herstellungs- und Verarbeitungsbetrieben bis 20 Personen und auf Baustellen bis 10 Personen vorgesehen sind. Diese Norm gilt auch für die Verwendung in Schulen und Kindergärten. Der Verbandkasten soll die Erste Hilfe am Unfallort fachgerecht ermöglichen.

Diese Norm gilt für Verbandkästen, die für die Verwendung in Verwaltungs- und Handelsbetrieben ab 51 Personen, in Herstellungs- und Verarbeitungsbetrieben ab 21 Personen und auf Baustellen ab 11 Personen vorgesehen sind. Der Verbandkasten soll die Erste Hilfe am Unfallort fachgerecht ermöglichen.

Diese Norm regelt die Füllung von Sanitätstaschen die für Ausflüge, Kindergärten und Schulen geeignet ist. Gemäß der Arbeitsstätterichtlinien (ASR) und der UVV „Erste Hilfe“ sind Sanitätstaschen, die DIN 13160 entsprechen, bei Wanderungen, Exkursionen, Studienfahrten, Wintersportveranstaltungen, Sportveranstaltungen außerhalb der Sporthalle usw. mitzuführen.

In Österreich sind Arbeitgeber gemäß ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG) dazu verpflichtet, dafür zu sorgen, dass Arbeitnehmern bei Verletzungen oder plötzlichen Erkrankungen angemessen Erste Hilfe geleistet werden kann. Dazu zählt insbesondere das Bereitstellen von geeigneten Mitteln zur Ersten Hilfe in ausreichender Anzahl. Die Mittel müssen laut § 26 ASchG sowie § 39 der Arbeitsstättenverordnung (AStV) in staubdichten Behältern, hygienisch einwandfrei, jederzeit gebrauchsfähig, leicht zugänglich und gut gekennzeichnet sein. In unmittelbarer Nähe hat sich darüber hinaus unter anderem eine Anleitung zur Erste Hilfe-Leistung zu befinden.

Der Mindestinhalt jener Mittel zur Ersten Hilfe Leistung muss laut der für den Arbeitnehmerschutz zuständigen österreichischen Arbeitsinspektion den Vorgaben der ÖNORM Z 1020 entsprechen. Die einschlägigen Vorschriften gelten nicht nur für Arbeitsstätten und Baustellen, sondern aufgrund § 81 der Allgemeinen Arbeitnehmerschutzverordnung (AAV) auch für auswärtige Arbeitsstellen.

Bei mehr als 20 Arbeitnehmern sind entsprechend den Arbeitsbedingungen ausreichend viele und gut erreichbare Verbandkästen zu platzieren.

In der Schweiz sind Fahrzeuglenker nicht gesetzlich verpflichtet, Verbandkasten oder sonstiges Erste-Hilfe-Material mitzuführen. Das Straßenverkehrsgesetz (SVG) schreibt lediglich allgemein vor, dass man als Beteiligter bei Unfällen mit Personenschaden für Hilfe zu sorgen hat, gleichfalls als Unbeteiligter soweit dies zumutbar ist.

Die Entscheidung über die Anschaffung und Mitführung eines Verbandkastens wird somit dem Einzelnen überlassen. Unverbindliche Empfehlungen der größeren Schweizer Automobil- und Verkehrsklubs für die Mindestausstattung von geeigneten Verbandkästen scheint es hierfür nicht zu geben .

Will man ausreichend ausgestattetes Verbandmaterial für das eigene Fahrzeug erwerben, dürfte es am zielführendsten sein, sich einen Verbandkasten nach DIN 13164 zu besorgen. Dieser Norm entsprechende Erzeugnisse werden auch in der Schweiz vertrieben und sind entsprechend ausgewiesen.

Weiters wird bestimmt, dass zu diesem Zweck nötigenfalls Sanitätsräume einzurichten und gut sichtbar zu kennzeichnen sind. Diese eher abstrakten Vorgaben sind praxisnäher und genauer in einer Wegleitung zu den Verordnungen 3 und 4 des Arbeitsgesetzes vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) ausformuliert. Als weitere praxisorientierte Informationsquelle für Erste-Hilfe im Betrieb kann auch die Eidgenössige Koordinationskommission für Arbeitssicherheit (EKAS) dienen .

Laut SECO-Wegleitung ist in an einem Ort konzentrierten Kleinbetrieben „ohne besondere Gefahren“ zumindest ein einzelner Erste-Hilfe-Kasten vorzuhalten. Bei größeren Betrieben muss auf eine strategisch günstige Verteilung auf mehrere Gebäude bzw. Stockwerke Rücksicht genommen werden. Bei größeren Betrieben „mit besonderen Gefahren“ müssen eigene, jeweils mit Erste-Hilfe-Material bestückte Sanitätsräume eingerichtet werden. Dabei werden folgende Mindestzahlen für Sanitätsräume festgelegt: In Betrieben ohne besondere Gefahren ist mindestens eines ab 250 Beschäftigten, bei erhöhtem Gefahrenpotenzial bereits mindestens eines ab 100 Beschäftigten im gleichen Gebäude einzurichten.

Laut SECO-Wegleitung hat die Dimensionierung und Zusammenstellung des Erste-Hilfe-Materials und somit Verbandkastens entsprechend den im Betrieb vorhandenen Gefahren zu erfolgen. Es wird angegeben, dass in kleineren Betrieben ohne besondere Gefahren in der Regel ein mit Desinfektions- und Verbandmaterial ausgestatteter Erste-Hilfe-Kasten ausreichend ist, wobei für genauere Ausstattungsmerkmale empfohlen wird, den Rat eines Arztes oder Apothekers einzuholen. Medikamente sind jedenfalls getrennt davon und nicht frei zugänglich aufzubewahren, da sie nur von nach der Heilmittelgesetzgebung berechtigten Personen verabreicht werden dürfen.

Kein Verbandkasten vorgeschrieben.

Das Vereinigte Königreich (UK) unterscheidet sich bei den Regelungen für Verbandkästen stark vom deutschsprachischen Raum.

In Großbritannien besteht im Gegensatz zu den meisten Ländern Europas für Bürger überhaupt keine Verpflichtung, Verbandkästen oder auch andere Sicherheitsausrüstung wie Warnwesten, Pannendreieck oder Feuerlöscher mitzuführen. Britischen Touristen drohen daher bei Verkehrskontrollen oder im Falle eines Unfalls im Ausland erhebliche Strafen, wenn sie nicht von sich aus vorsorgen. Diesem Problem kann durch den Erwerb von eigens auf die europäische Gesetzeslage zugeschnittenen European Travel Kits Abhilfe geschafft werden.

Britische Arbeitgeber haben laut Health & Safety (First-Aid) Regulations 1981 die gesetzliche Pflicht, adäquate und geeignete Ausrüstung und Einrichtungen zur Leistung von Erster Hilfe am Arbeitsplatz bereitzustellen. Für die genauere Ausführung dessen, was als adäquat und geeignet ist, ist die Health and Safety Executive (HSE) zuständig, die zu diesem Zweck den so genannten Approved Code of Practice (ACoP) herausgibt.

Die Erste-Hilfe Bestimmungen für Verbandkästen am Arbeitsplatz sind im ACoP L74 verankert. Dennoch gibt es keine vorgeschriebene Mindestausstattung oder Mindestanzahl. Vielmehr wird dem Arbeitgeber auferlegt, die benötigte Erste-Hilfe-Ausrüstung und somit auch den Inhalt und Anzahl von Verbandkästen im Rahmen eines vorgeschriebenen Risk Assessments (Risikoabschätzung) zu bestimmen.

Für weitestgehend risikolose Büroarbeitsplätze besteht die von der HSE empfohlene, recht spärliche Mindestausstattung für Verbandkästen lediglich aus Erste-Hilfe-Anleitung, 20 Verbandpäckchen (selbstklebend), zwei Augenverbänden, vier Dreiecktüchern, sechs Sicherheitsnadeln, sechs mittelgroßen Wundauflagen, zwei großen Wundauflagen und einem Paar Einweghandschuhe.

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Source : Wikipedia