Dynamo Dresden

3.3737351022862 (4447)
Geschrieben von robby 18/03/2009 @ 14:14

Tags : dynamo dresden, 3. liga, fussball, sport

Neueste Nachrichten
Aue erwartet Fußballfest gegen Dresden - Leipziger Volkszeitung
Am Samstag empfängt der Fußball-Drittligist die SG Dynamo Dresden zum Derby. Dann sollen auch die Fragen geklärt werden, wer bester sächsischer Verein ist und ob Aue sein Saisonziel erreicht, beste Mannschaft aus Mitteldeutschland zu werden....
Dynamo Dresden: Erster Hattrick seit 37 Jahren - Bild.de
Von TIM SCHLEGEL Dynamo Dresdens 3:1 gegen Regensburg – es waren DIE Savran-Festspiele in Schwarz-Gelb. 13 800 Fans (Saisonrekord) marschierten glücklich nach Hause, weil der Top-Stürmer drei Mal zuschlug. HALILUJA!...
Jena: Absturz oder Notlandung? - MDR
Im Sachsen-Derby Aue gegen Dynamo Dresden wird das beste Team des Freistaats ermittelt. Klassenerhalt oder Abstieg - die Frage wird für Carl Zeiss Jena in Sandhausen beantwortet. Als Anhänger von Carl Zeiss Jena hat man es seit einiger Zeit richtig...
3.Liga: Dreifacher Savran lässt Dresden jubeln - FOCUS Online
Liga hat Dynamo Dresden 3:1 (0:1) gegen SSV Jahn Regensburg gewonnen. Savran gelang in der zweiten Hälfte ein Hattrick auf Seiten der Dresdener. Jahn Regensburg muss bis zum Schluss in der Klassenerhalt in der 3. Liga bangen....
Dynamo Dresden: Der Aufstieg von Palionis - Bild.de
Heute beim Spiel in Sandhausen (Anstoß 18.30 Uhr) will er sich das schönste Geschenk selbst bereiten, sagt: „Ich brenne förmlich auf mein erstes Tor für Dynamo Dresden.“ Dass Palionis als Abwehrspieler in 26 Drittliga-Einsätzen noch kein Tor erzielt...
Dresden ohne Fortune bei Fortuna - MDR
Dynamo Dresden hat das zweite Spiel in Folge verloren. Am Sonnabend kassierten die Schwarz-Gelben bei Aufstiegsaspirant Düsseldorf ein unglückliches 0:1 (0:1). Während Düsseldorf mit dem Sieg den vierten Platz festigte und seine Zwetligachancen erhielt...
Dresden gewinnt im Endspurt - MDR
Dynamo Dresden hat sich durch einen 1:0-Erfolg gegen die SpVgg Unterhaching praktisch aller Abstiegssorgen entledigt. Dabei wurden die Fans auf eine lange Geduldsprobe gestellt, bevor der erlösende Treffer fiel. Von Abtasten keine Spur: Im...
Gewalt in der dritten Halbzeit - sz-online
Aber der Polizei des Freistaates steht mit dem Drittliga-Derby zwischen Erzgebirge Aue und Dynamo Dresden ein Großkampftag bevor. „Nicht selten sind wir die dritte Mannschaft auf dem Spielfeld“, sagt der Dresdner Polizeidirektor Uwe Kilz,...
38. Spieltag: Erzgebirge Aue - Dynamo Dresden - Erfassung und Verbreitung von Pressemitteilungen aus allen Branchen (Pressemitteilung)
Es geht um die Vorherrschaft in sachsen-bei einem Sieg kann Aue noch an Dresden vorbeiziehen, was sich die Landeshauptstädtler natürlich nicht wünschen. Das nachgeholte Hinspiel endete 3:1 für Dynamo, war der Beginn ihrer Aufholjagd und brachte Aue...
Dynamo Dresden: Jörg Berger mäht den Rasen - Bild.de
Von HANS JANCKE Jörg Berger (64) in Dresden! Der Star-Trainer schlendert über den Rasen des neuen Dynamo-Stadions. Der Retter vieler Bundesliga-Clubs im Abstiegskampf besucht nach der Vorstellung seiner Biografie „Meine zwei Halbzeiten – Ein Leben in...

Dynamo Dresden

Dynamo Dresden mit einem 5:0 Sieg gegen den 1. FC Union Berlin 1989

Die Sportgemeinschaft Dynamo Dresden ist ein Fußballverein aus der sächsischen Landeshauptstadt Dresden. Sie wurde am 12. April 1953 gegründet, als Sportgemeinschaft Dynamo Dresden in die SV Dynamo eingegliedert und 1990 als Folge der politischen Wende in der DDR in 1. FC Dynamo Dresden umbenannt. Am 1. Juli 2007 wurde nach einem entsprechenden Beschluss auf einer Mitgliederversammlung vom September 2006 die Rückumbenennung in SG Dynamo Dresden vollzogen.

Die SG war einer der erfolgreichsten und populärsten Polizeisportvereine des DDR-Fußballs. Sie wurde von 1953 bis 1990 achtmal Meister der DDR-Oberliga sowie siebenmal FDGB-Pokalsieger (teils unter dem Namen SG Deutsche Volkspolizei Dresden). Nach der Wiedervereinigung Deutschlands spielte die Mannschaft von 1991 bis 1995 in der Fußball-Bundesliga. Anschließend wurde sie wegen einer Lizenz-Verweigerung in die Regionalliga zurückgestuft. Derzeitige Spielklasse ist die 3. Liga.

Mitte 1950 wurde der Nachfolgeverein des Dresdner SC, die SG Dresden-Friedrichstadt, aus politischen Gründen aufgelöst. Die Mannschaft, die in der ersten Saison der DDR-Oberliga 1949/50 am 16. April Vizemeister geworden war, verließ daraufhin fast komplett die DDR (ab 1952 Dresdner SC Heidelberg).

Um diesen Verlust auszugleichen, wurde der seit Oktober 1948 bestehende und in der Stadtliga Dresden spielende Polizeisportverein Sportvereinigung Volkspolizei Dresden, die Mannschaft, die noch am 16. April 1950 im Vorspiel gegen Volkspolizei Plauen antrat, mit Spielern aus der ganzen DDR verstärkt und zur Saison 1950/51 in die Fußball-Oberliga delegiert. Dabei wurden im Sommer 1950 über 40 Spieler der bestehenden VP-Gemeinschaften in Forst zusammengezogen, um aus ihnen den Kader für die künftige Schwerpunktgemeinschaft in Dresden zusammenzustellen. Es wurden vor allem Leistungsträger der SG Volkspolizei Potsdam, unter anderem Herbert Schoen, Johannes Matzen und Günter Schröter, in die Dresdner Mannschaft integriert. Mit dem vierten Tabellenplatz 1951 bzw. dem zweiten Platz 1952 konnte sich die Mannschaft auf Anhieb als Spitzenmannschaft etablieren.

Im April 1953 wurde die Mannschaft in SG Dynamo Dresden umbenannt. Damit wurde sie der wenige Wochen zuvor gegründeten SV Dynamo, der Sportorganisation der inneren Sicherheitsorgane der DDR (MfS, Volkspolizei, Zoll) eingegliedert. Im gleichen Jahr gewann Dynamo seine erste DDR-Fußballmeisterschaft durch ein 3:2 n.V. gegen Wismut Aue, nachdem sie im Jahr zuvor schon Pokalsieger geworden waren.

Im November 1954 wurde die Mannschaft von Dynamo Dresden komplett nach Berlin delegiert, um dort unter dem Namen SC Dynamo Berlin eine konkurrenzfähige Mannschaft aufzustellen. Die Dresdner SG Dynamo wurde neu in die sogenannte I. Liga, die zweithöchste Spielklasse der DDR, eingestuft. In den folgenden Jahren ging es dramatisch bergab. Die Saison 1957 spielte der Verein nur noch in der vierten Liga (Bezirksliga). Damit war die Talsohle allerdings durchschritten. Den Sachsen gelang der Aufstieg in die neu geschaffene II. DDR-Liga, in der vor Aktivist Zwickau der erneute Aufstieg in die I. DDR-Liga realisiert wurde. Bereits 1962 stieg die SGD erneut in die Oberliga auf. Zwei weiteren Abstiegen 1963 und 1968 in die Zweitklassigkeit folgte jeweils der direkte Wiederaufstieg. Danach konnte sich Dynamo Dresden in der Oberliga etablieren und blieb dort bis zu deren Auflösung 1991.

In Dresden übernahm im Juni 1969 Walter Fritzsch den Trainerposten bei Dynamo. Der berühmte Dresdner Kreisel kam in Schwung. Damit sollte die bis heute glanzvollste Ära der Vereinsgeschichte ihren Anfang nehmen, in deren Verlauf Dynamo Dresden neben dem 1. FC Magdeburg zur dominierenden Mannschaft im DDR-Vereinsfußball aufstieg. Dabei gelang Dynamo zwischen den Spielzeiten 1969/70 und 1979/80 zu Saisonende elfmal in Folge der Sprung auf das Podium, was zur Teilnahme am Europapokalwettbewerb berechtigte.

1971 erreichte Dynamo nach 1953 souverän seine zweite Meisterschaft, wenige Wochen später gewannen sie ebenfalls zum zweiten Mal das Pokalfinale und erreichten somit das erste „Double“ der Oberliga-Geschichte. Weitere Meistertitel folgten 1973 (Wahl zur DDR-Mannschaft des Jahres), sowie in den drei aufeinander folgenden Spielzeiten 1976, 1977 und 1978. 1977 konnten die Elbestädter neben der Meisterschaft wiederum den Pokalwettbewerb gewinnen. Darüber hinaus stand man 1975 im Pokalfinale, verlor dort allerdings gegen die BSG Sachsenring Zwickau im Elfmeterschießen, wobei der legendäre Torhüter der Zwickauer Mannschaft, Jürgen Croy, das entscheidende Tor selbst schoss.

Im Europapokal erreichte Dresden in den siebziger Jahren insgesamt viermal das Viertelfinale und konnte dabei Mannschaften wie den FC Porto, Juventus Turin und Benfica Lissabon aus dem Wettbewerb werfen. Gegen den FC Bayern München fand im Herbst 1973 das wohl berühmteste Duell in der EC-Historie von Dynamo Dresden statt. In zwei hochklassigen Spielen, welche überhaupt das erste Aufeinandertreffen zweier Mannschaften aus der DDR und der BRD im Europapokalwettbewerb markierten, konnte sich letztlich das westdeutsche Starensemble äußerst knapp mit 4:3 und 3:3 durchsetzen.

Nach der Saison 1978 wurde der Erfolgstrainer Fritzsch verabschiedet und Gerhard Prautzsch übernahm das Zepter. In der Oberliga begann die zehnjährige Dominanz des Konkurrenten BFC Dynamo aus Berlin. Dynamo konnte sich mit den Pokalsiegen 1982, 1984 und 1985 – jeweils mit Finalsiegen über den BFC – schadlos halten.

1980/81 wurden die drei Stammspieler Peter Kotte, Matthias Müller und Gerd Weber vom Verein fristlos entlassen. Der Grund hierfür war die Absicht Webers sich in die Bundesrepublik abzusetzen – angeblich bestand schon Kontakt zum 1. FC Köln. Weber sollte im April 1981 ein Testspiel der DDR-Auswahl im italienischen Udine zur Flucht nutzen, während seine Freundin über Ungarn ausgeschleust würde. Seine beiden Mannschaftskameraden Kotte und Müller wussten von diesen Fluchtplänen, was schließlich allen Dreien zum Verhängnis wurde. Während Kotte und Müller vom DDR-Fußballverband DFV lebenslang für die Oberliga und die zweitklassige DDR-Liga gesperrt und wegen „Mitwisserschaft“ nur noch in unterklassigen Vereinen spielen durften, wurde Weber als „Rädelsführer“ aus dem Sportverband der DDR ausgeschlossen und beim Sportstudium exmatrikuliert. Am 4. Mai 1981 wurde er vom Bezirksgericht Dresden unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu zwei Jahren und drei Monaten Freiheitsentzug verurteilt, von denen er 12 Monate verbüßte. Damit gingen Dynamo und der DDR-Nationalelf wichtige Leistungsträger verloren.

Im Europapokal schien das Viertelfinale für Dynamo Dresden eine unüberwindliche Barriere darzustellen. Erst in der 18. EC-Saison 1988/89 gelang es dem Verein schließlich, auch diese Hürde zu nehmen. Zuvor stand Dynamo bereits sechsmal kurz davor, in ein EC-Halbfinale einzuziehen, scheiterte jedoch jedes Mal – teils unter dramatischen Umständen: 1984 verlor Dynamo nach einem 3:0-Hinspielsieg gegen SK Rapid Wien im Rückspiel 0:5 und schied aus. Ein Jahr später führte Dynamo nach einem 2:0-Heimerfolg zur Halbzeit des Rückspiels gegen Gastgeber Bayer Uerdingen schon 3:1, kassierte aber in der zweiten Halbzeit, nachdem Stammtorhüter Bernd Jakubowski nach einem Foul von Wolfgang Funkel verletzungsbedingt in der Kabine blieb und vom Neuling Jens Ramme ersetzt wurde, noch sechs Gegentore und schied mit einem 3:7 erneut aus. Nach diesem denkwürdigen Spiel im Europapokal der Pokalsieger blieb der Dynamo-Spieler Frank Lippmann im Westen. Zudem waren unter den Dynamofans auch geflüchtete DDR-Bürger, die medienwirksam im TV gezeigt wurden. Das DDR-Fernsehen zeigte deshalb mehrfach Standbilder, um diesen politisch unangenehmen Vorfall zu vertuschen.

Unter dem Trainer Eduard Geyer kehrte schließlich 1989 der ganz große Glanz in das Dynamo-Stadion zurück: Nachdem die Elbestädter nach elf Jahren wieder den Meistertitel erringen konnten, erreichte der Verein im UEFA-Pokal erstmalig die Runde der letzten Vier, wo Dynamo dem VfB Stuttgart knapp unterlag. Zuvor hatte Dynamo u. a. AS Rom, den damaligen Club von Rudi Völler, mit zwei 2:0-Siegen vorgeführt.

1990 verteidigte Dynamo Dresden unter dem neuen Trainer Reinhard Häfner und seinem Assistenten Hartmut Schade – beide aus dem eigenen Spielerkader – seinen Meistertitel. Mit dem Gewinn des FDGB-Pokals wurde darüber hinaus sogar das dritte Mal in der Vereinsgeschichte das „Double“ errungen. Gleichzeitig bedeuteten die insgesamt 8. Meisterschaft und der 7. Pokalsieg für Dynamo Dresden die letzten DDR-Titel in einer inzwischen radikal veränderten politischen Landschaft.

Nach der Saison 1990 verkaufte der Verein, der sich am 1. Juni 1990 in 1. FC Dynamo Dresden umbenannt hatte, seine besten Spieler, darunter Matthias Sammer und Ulf Kirsten. Der Radeberger HiFi-Händler Wolf-Rüdiger Ziegenbalg wurde zum Präsidenten gewählt. Die letzte DDR-Oberliga-Saison beendete Dynamo auf dem zweiten Rang und schaffte damit die Qualifikation für die 1. Bundesliga. Das letzte Europacupspiel in Dresden geriet zum Fiasko: Das Viertelfinalduell gegen Roter Stern Belgrad wurde nach schweren Krawallen abgebrochen und Dynamo für zwei EC-Qualifikationen gesperrt.

Die ersten beiden Bundesligajahre verbrachte Dynamo Dresden zumeist im Tabellenkeller, konnte den Abstieg aber verhindern. Im Januar 1993 wurde der hessische Bauunternehmer Rolf-Jürgen Otto zum neuen Präsidenten gewählt. Wegen „Erschleichen der Lizenz“ wurde Dynamo für seine dritte Bundesliga-Spielzeit mit einem Abzug von vier Punkten bestraft. Unter dem Trainer Siegfried Held konnte der Verein in einer mitreißenden Saison dem scheinbar sicheren Abstieg dennoch entgehen. Die Saison 1994/95 war schließlich die vorerst letzte Bundesligasaison für Dynamo Dresden, wobei 1995 Horst Hrubesch das Traineramt übernahm. Nachdem der DFB dem Club aufgrund seiner desolaten finanziellen Situation die Lizenz für die 1. und 2. Bundesliga endgültig verweigert hatte, landete Dynamo auch sportlich auf dem letzten Platz und musste in die Regionalliga Nordost zwangsabsteigen.

Von diesem Tiefschlag, dessen primäre Ursachen sicherlich in der finanziellen Misswirtschaft nach der Wende zu suchen sind, konnte sich Dynamo Dresden bis heute nicht vollständig erholen. Nach fünf Jahren in der Regionalliga stieg Dynamo nach deren Neuausrichtung 2000 sogar in die vierte Liga ab. 2002 gelang dem Verein, der in den unteren Ligen sämtliche Publikumsrekorde gebrochen hatte, schließlich der Wiederaufstieg in die neue Regionalliga Nord. Grundlage für die „Wiederauferstehung“ der Mannschaft war insbesondere die Verpflichtung des Trainers Christoph Franke. Im Jahr 2004 gelang dem Verein nach neun Jahren Abstinenz die Rückkehr in den Profifußball. Mit drei Punkten und dreizehn Toren Vorsprung vor dem Verfolger Wuppertaler SV auf dem 2. Tabellenplatz liegend, war der Aufstieg in die 2. Bundesliga am vorletzten Spieltag vor 36.000 Zuschauern nahezu perfekt. Am letzten Spieltag (5. Juni 2004) verlor Dresden zwar noch 0:1 vor 12.000 mitgereisten Fans gegen den KFC Uerdingen 05, aber der Aufstieg war geschafft.

Das erste Jahr in der 2. Bundesliga (Saison 2004/05) wurde erwartungsgemäß vom Kampf gegen den Abstieg geprägt. Nach einem euphorischen Beginn (3:1-Sieg im ersten Heimspiel gegen den späteren Erstligaaufsteiger MSV Duisburg) standen zum Ende der ersten Halbserie lediglich 18 Punkte zu Buche. Das war eindeutig zu wenig und der Abstieg drohte. Besonders die Auswärtsschwäche war ein gravierendes Problem. Mit dem 20. Spieltag wendete sich die Saison jedoch zum Positiven. Dynamo blieb sieben Spiele in Folge ungeschlagen (16 Punkte). Bereits am 32. Spieltag konnte nach einem 1:0-Sieg im Sachsen-Derby gegen den FC Erzgebirge Aue der Klassenerhalt gefeiert werden. Mit einem Sieg gegen Rot-Weiß Erfurt (2:1) verbuchte Dynamo Dresden am 34. Spieltag den 8. Platz hinter dem FC Erzgebirge Aue. Maßgeblichen Anteil an dieser Entwicklung hatten auch zur Rückrunde verpflichtete Spieler, wie Ansgar Brinkmann.

Die Saison 2005/06 verlief für Dynamo dramatisch. Während man am 4. Spieltag noch einen Sieg unter dem Jubel von ca. 20.000 mitgereisten Dynamo-Fans in der neuen Allianz Arena gegen den TSV 1860 München feiern konnte und damit auf Platz drei der Tabelle aufrückte, folgten 12 erfolglose Spiele und der erneute Sturz auf die Abstiegsränge. Am 15. Dezember 2005 wurde Trainer Christoph Franke, der zuvor den Verein innerhalb von vier Jahren von der 4. in die 2. Liga führte, von seinen Aufgaben entbunden. Frankes Nachfolger als Cheftrainer wurde Peter Pacult. Mit zahlreichen Neuzugängen startete Dynamo in die Rückrunde, um das Ziel Klassenerhalt doch noch zu erreichen. Da in der zweiten Saisonhälfte 28 Punkte geholt wurden, konnte der Verein bis zum letzten Spieltag auf den Erhalt der Klasse hoffen. Letztendlich stieg Dynamo dennoch am 14. Mai 2006 mit 41 Punkten nach einem 3:1-Sieg bei Hansa Rostock aufgrund der ausgebliebenen Schützenhilfe des VfL Bochum in die Regionalliga ab. Es fehlte genau ein Punkt zum Klassenerhalt.

In der Regionalliga-Saison 2006/2007 war der sofortige Wiederaufstieg das erklärte Ziel, und man holte den Erwartungen entsprechend 13 Punkte aus den ersten 6 Spielen. Nach dem 6. Spieltag der Saison, einem 2:0-Auswärtssieg beim FC Rot-Weiß Erfurt und dem damit verbundenen Sprung an die Tabellenspitze, verließ Trainer Peter Pacult auf eigenen Wunsch und gegen Zahlung einer fünfstelligen Ablöse überraschend Dynamo Dresden und wechselte zu Rapid Wien. Pacult selbst bat die Fans um Verständnis: „Ich gehe mit einer großen Träne im Auge.“ sagte er. „Jeder, der mich jetzt verurteilt, muss die Umstände kennen“, hörte man von dem Trainer, der bei seiner Vertragsverlängerung im Mai 2006 noch mit „So einen Traditionsverein verlässt man nicht einfach nach einem halben Jahr.“ zitiert wurde. Der neue Trainer hieß Norbert Meier und erhielt einen Vertrag bis 2008. Am 12. Januar 2007 trat Präsident Jochen Rudi aus persönlichen Gründen zurück und wurde am 26. Januar 2007 von Hauke Haensel in seinem Amt beerbt. Hauptgeschäftsführer Volkmar Köster wurde sechs Monate später entlassen, der Aufsichtsrat begründete seine Entscheidung mit Differenzen über Inhalt und Wege zur Schaffung struktureller Voraussetzungen für die Bundesligatauglichkeit des Vereines. Sein Nachfolger wurde Bernd Maas, der zuletzt bei Alemannia Aachen als Geschäftsführer tätig war.

Vor allem eine eklatante Auswärtsschwäche (nur 13 Punkte wurden auf fremden Plätzen eingespielt) und der Verlust wichtiger „Big Points“ in letzter Minute (z.B. auswärts gegen die Amateure von Hertha BSC am 13. Spieltag und Bayer 04 Leverkusens Amateure am vorentscheidenden 35.) sorgten dafür, dass Dynamo ein Spiel vor Ende der Rückrunde keine Chance mehr auf einen Aufstiegsplatz besaß. Man hatte am vorletzten Spieltag „nur“ ein Unentschieden beim FC St. Pauli geholt, aber einen Sieg benötigt, um die rechnerische Chance auf den Aufstieg am letzten Spieltag aufrechtzuerhalten. Dynamo verlor dann das letzte Spiel der Saison zu Hause gegen die Amateure des HSV mit 2:4 und belegte am Ende einen enttäuschenden siebten Tabellenplatz. Eine Woche nach Saisonende konnte man noch den Sachsenpokal gewinnen, im Finalspiel wurde der FC Erzgebirge Aue II auswärts mit 2:0 besiegt.

Erfreulicher verlief hingegen für Fans und Verein die Entscheidung in der seit Jahren offenen Stadionfrage. Am 4. Mai 2007 wurde der Vertrag für Neubau des Rudolf-Harbig-Stadions unterschrieben. Baubeginn war im November 2007, die vertraglich vereinbarte Bauzeit beträgt zwei Jahre. Die Kosten für die neue Spielstätte werden auf 46 Millionen Euro geschätzt, sie wird Platz für 32.296 Zuschauer bieten. Das Stadion gleicht in dieser Zeit faktisch einer Baustelle, das Spielfeld wurde mit Genehmigung des DFB um 4 Meter verkleinert.

Die Mannschaft wurde für die Saison 2007/08 so verstärkt, dass sie die Qualifikation für die neue 3. Liga sicher erreichen sollte, um den Aufstieg in die 2. Bundesliga wollte Dynamo zumindest mitspielen. Durch Sponsoren wurden zusätzliche Mittel aufgebracht, um ehemalige Publikumslieblinge und Leistungsträger wie Maik Wagefeld und Marek Penksa zurück an die Elbe zu holen. Trotz der umfangreichen Investitionen misslang der Saisonstart, die SGD gewann nur drei der ersten acht Spiele. Nach einer 1:2 Niederlage bei Kickers Emden am 9. Spieltag und dem Abrutschen auf den 11. Tabellenplatz, der die Nichtqualifikation für die eingleisige dritte Liga bedeuten würde, zog der Verein am 24. September 2007 die Konsequenzen, indem er Cheftrainer Norbert Meier entließ. Als Nachfolger wurde einen Tag später Eduard Geyer präsentiert, der Dynamo bereits Ende der 80er Jahre erfolgreich trainiert hatte. Dynamo verbesserte sich bis zum Ende der Hinrunde auf Platz 4 und blieb 5 Spiele ungeschlagen. In den Wettbewerb um die Aufstiegsplätze zur zweiten Liga konnte man jedoch nie entscheidend eingreifen, die Mannschaft spielte zu unkonstant, und es gelang nicht in einer starken Liga die „Ausrutscher“ der Mitfavoriten um den Aufstieg zu nutzen. Der weitere Saisonverlauf blieb vom Kampf um den 10. Platz geprägt, die sichere Qualifikation für die 3. Liga gelang erst im letzten Heimspiel, trotz einer 0:2 Niederlage gegen die Amateure von Werder Bremen. Dynamo beendete die Saison auf dem 8. Tabellenplatz – trotz erreichter Qualifikation wurde Cheftrainer Eduard Geyer am 2. Juni 2008 entlassen.

Auf Grund der Einschränkungen durch die Baumaßnahmen für das neue Stadion sollten in der Bauzeit immerhin noch 12.000 Zuschauer die Heimspiele des Traditionsklubs besuchen können. Tatsächlich schrumpfte die Kapazität jedoch während der Bauphase auf knapp 9.000 Besucher, was Dynamo erneut in finanzielle Schwierigkeiten brachte. Die Situation wurde auch wegen der Investitionen in den Kader und Mindereinnahmen bei Sponsoren noch verschärft. Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung gab die Geschäftsführung im März 2008 bekannt, dass eine von Wirtschaftsprüfern bestätigte Finanzierungslücke in Höhe von 1,2 Millionen Euro bis zum Ende der Saison bestehe. Die Stadt Dresden stellte daraufhin unter Auflagen ein Darlehen zur kurzfristigen Liquiditätsverbesserung in Aussicht, wofür Dynamo eine Satzungsänderung vornehmen musste, die unter anderem ein Mitspracherecht der Stadt und die Einführung eines Kombitickets vorsah. Diese Änderungen wurden am 24. Mai 2008 auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung mit einer 2/3-Mehrheit bestätigt. Dynamo blieb damit fürs erste der Weg in die Insolvenz erspart. Das Vorgehen wurde allerdings von Diskussionen um die städtische Unterstützung durch öffentliche Steuergelder begleitet und es wurde eine genaue Prüfung durch den DFB gefordert.

Am 11. Juni 2008 wurde der neue Cheftrainer, der Niederländer Ruud Kaiser, vorgestellt. Er erhielt einen Zwei-Jahres-Vertrag mit der Option auf Verlängerung. Mit einem runderneuerten Kader aus vorwiegend jungen Spielern startete Dynamo in die Premierensaison der neuen 3. Liga. Im Eröffnungsspiel bei Rot-Weiß Erfurt gewann Dynamo durch das erste geschossene Tor der neuen 3. Liga – erzielt vom Neuzugang Halil Savran – mit 0:1. Anfang August 2008 wurde die Westtribüne des neuen Stadions fertiggestellt und am 9. August mit einem Spiel gegen den niederländischen Erstligisten Willem II Tilburg eingeweiht.

Am 17. Oktober 2008 wurde der erst vor einem Jahr verpflichtete Hauptgeschäftsführer, Bernd Maas, mit Verweis auf einen Vertrauensverlust entlassen. Ausschlaggebend waren mehrere Privat-Rechnungen, die Maas gefälscht und beim Verein eingereicht haben soll. Der Posten des Hauptgeschäftsführers wurde übergangsweise unter dem Geschäftsführer Sport, Ralf Minge, und dem Geschäftsführer Marketing, Markus Hendel, aufgeteilt. Knapp drei Monate nach der Entlassung von Maas einigte sich der Aufsichtsrat von Dynamo am 15. Januar 2009 auf Stefan Bohne als neuen Hauptgeschäftsführer, einem Unternehmer aus Pirna, der seit Oktober 2008 selbst zum Aufsichtsrat von Dynamo gehörte und einen Vertrag über zwei Jahre erhalten soll.

Zum Seitenanfang



Fußball-Bundesliga

Entwicklung der Preise für die Übertragungsrechte der Fußball-Bundesliga[19]

Die Fußball-Bundesliga ist die höchste Spielklasse im deutschen Fußball. Sie wurde nach dem Beschluss des Deutschen Fußball-Bundes am 28. Juli 1962 in Dortmund zur Saison 1963/64 eingeführt.

In der Bundesliga werden im Ligasystem, bei dem jeder Verein in Hin- und Rückspielen gegen jeden anderen Verein antritt, der Deutsche Fußballmeister sowie die Teilnehmer der Europapokalwettbewerbe ausgespielt. Die letzten zwei Mannschaften steigen in die 2. Fußball-Bundesliga ab, die seit 1974 die zweithöchste Spielklasse unterhalb der Bundesliga bildet. Die drittletzte Mannschaft bestreitet Relegationsspiele gegen den Zweitliga-Dritten.

Während eines Meisterschaftsjahres, das sich in eine Hin- und Rückrunde unterteilt, treffen alle 18 Vereine der Fußball-Bundesliga anhand eines vor der Saison festgelegten Spielplans zweimal aufeinander; je einmal im eigenen Stadion und einmal im Stadion des Gegners. Eine Bundesligaspielzeit mit ihren (derzeit) 34 Spieltagen erstreckt sich in der Regel von August bis Mai oder Juni. In Jahren, in denen eine Welt- oder Europameisterschaft stattfindet, endet die Spielzeit zum Teil bereits im April. Im Winter wurde bis Mitte der 1980er bis auf eine kurze Unterbrechung durchgespielt. Eine von Anfang Dezember bis Ende Februar dauernde Winterpause wurde erstmalig zur Saison 1986/87 eingeführt, aktuell werden üblicherweise sechs Wochen in Dezember und Januar pausiert. Die einzelnen Spieltage werden traditionell samstags um 15:30 Uhr, in den letzten Jahren jedoch auch freitags und/oder sonntags angepfiffen. In Englischen Wochen gibt es zudem auch Dienstags- und Mittwochsspiele.

Der Spielplan wird mit Hilfe einer jede Saison wechselnden Schlüsselzahl festgelegt, die bestimmt, in welcher Systematik bzw. Reihenfolge die Vereine innerhalb einer Saison gegeneinander antreten. Die Schlüsselzahl und damit der Spielplan wird unter Zuhilfenahme eines Computerprogramms unter Berücksichtigung relevanter Parameter wie anderer Großereignisse vorgeschlagen. Die Terminfestsetzung der Spiele richtet sich nach dem Rahmenterminkalender der FIFA und UEFA. Zudem erhält die Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) der Polizei den Spielplan, um ihn abzusegnen und sogenannte Doppler auszuschließen. So sollen beispielsweise gleichzeitige Heimspiele von Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 wegen der großen Rivalität der beiden Vereine vermieden werden. Aus demselben Grund sollen auch gleichzeitige Heimspiele von Vereinen vermieden werden, die aus derselben Stadt kommen. Dies ist zurzeit zwar nicht der Fall, kam in der Vergangenheit jedoch des Öfteren vor.

Die Mannschaft, die nach dieser doppelten Punktrunde den ersten Platz belegt, ist Deutscher Fußball-Meister. Die zwei letztplatzierten Mannschaften müssen in die 2. Bundesliga absteigen, deren zwei erstplatzierte Mannschaften im Gegenzug direkt in die Bundesliga aufsteigen. Darüber hinaus findet seit der Saison 2008/09 ein Relegationsspiel zwischen dem Drittletzten der 1. und dem Drittplatzierten der 2. Bundesliga statt. Neben dem Deutschen Meister und den Absteigern werden über die Bundesliga auch die Teilnehmer an den europäischen Vereinswettbewerben ermittelt. Dabei bestimmt die UEFA-Fünfjahreswertung, welcher nationale Verband mit wie vielen Vereinen in der Champions League und im UEFA-Pokal vertreten ist und zu welcher Phase die Klubs in den Wettbewerb einsteigen. Je höher eine Liga in der UEFA-Fünfjahreswertung steht, desto mehr Vereine aus dieser Spielklasse haben die Möglichkeit, am internationalen Wettbewerb teilzunehmen. Aufgrund der gegenwärtigen deutschen Platzierung in der Fünfjahreswertung nehmen Meister und Vizemeister der Bundesliga an der Champions League teil. Der dritte Platz berechtigt zur Teilnahme an der Qualifikationsrunde zur Champions League. Der Meisterschaftsvierte und -fünfte sind ebenso wie der DFB-Pokalsieger für den UEFA-Pokal qualifiziert. Sind beide Endspielteilnehmer des DFB-Pokals bereits über die Bundesliga für die Champions League oder den UEFA-Pokal qualifiziert, nimmt der Tabellensechste am UEFA-Pokal teil. Zusätzlich können sich für den UEFA-Pokal weitere Mannschaften über die Fair-Play-Wertung qualifizieren. Dies gelang 2005 dem 1. FSV Mainz 05 und 2008 Hertha BSC.

Bei der Ermittlung der Platzierungen sind zunächst die von einem Verein erzielten Punkte relevant. Hierbei werden für einen Sieg 3 Punkte, für ein Unentschieden 1 Punkt und für eine Niederlage 0 Punkte vergeben. Bei Punktgleichheit entscheidet zunächst die bessere Tordifferenz über die Reihenfolge der Platzierung, bei gleicher Differenz danach die Anzahl der erzielten Tore. Sollte dieser Vergleich immer noch keine Entscheidung bringen, werden die folgenden Kriterien zu Rate gezogen: das Gesamtergebnis aus den Partien gegeneinander, die Anzahl der in diesen Partien erzielten Tore gegeneinander, die Anzahl der auswärts erzielten Tore im direkten Vergleich. Danach entscheiden die erzielten Auswärtstore in allen Spielen. Bringen diese Vergleiche nichts ein, wird auf neutralem Platz ein Entscheidungsspiel ausgetragen. Dies war bisher in der Bundesliga jedoch noch nie der Fall.

Der Modus der Bundesliga ist seit der Erstaustragung nahezu unverändert. Es schwankte nur die Zahl der teilnehmenden Vereine (16 bis 20) sowie die Anzahl der Abstiegsplätze (2 bis 4). Zeitweilig wurden auch Relegationsspiele zur Ermittlung eines Auf- und Absteigers ausgetragen. Zur Ermittlung des Tabellenplatzes einer Mannschaft bei Punktgleichheit wurde bis 1969 der Torquotient herangezogen. Die Drei-Punkte-Regel gilt seit der Saison 1995/96. Davor wurden für jedes Spiel Plus- und Minuspunkte vergeben – Sieg: 2:0 Punkte, Unentschieden: 1:1 Punkte, Niederlage: 0:2 Punkte.

Bis ins Jahr 2001 wurde die Fußball-Bundesliga direkt unter dem Dach des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ausgetragen. Seitdem sind der DFB und der als Zusammenschluss der 36 Lizenzvereine der 1. und 2. Bundesliga gegründete Ligaverband (offiziell: Die Liga – Fußballverband e. V.) gemeinsame Veranstalter. Dabei ist der Ligaverband ordentliches Mitglied des DFB, während die Bundesligavereine seit 2001 nicht mehr zum DFB gehören. Das Verhältnis zwischen DFB und Ligaverband ist im gemeinsamen Grundlagenvertrag geregelt. Die operativen Aufgaben hat der Ligaverband an seine hundertprozentige Tochter, die Deutsche Fußball Liga (DFL), übertragen.

Ziel der Deutschen Fußball Liga ist der Erhalt und die Stärkung des professionell betriebenen Fußballs in Deutschland. Die DFL sieht sich dabei als Dienstleister für alle 36 Mitglieder, und vertritt die Vereine gegenüber Medien und Öffentlichkeit. Grundsätzlich ist das Aufgabengebiet der DFL in die drei Hauptzweige Spielbetrieb, Lizenzierung und Vermarktung gegliedert. Neben der Organisation des Profifußballs, bei denen die DFL für die Ansetzung aller 612 Saisonspiele in der Bundesliga und der 2. Bundesliga zuständig ist, vergibt sie die Übertragungsrechte an den Spielen der Lizenzligen für Fernseh- und Hörfunkübertragungen sowie im Internet. Außerdem betreibt die DFL das Thema nationale sowie internationale Markenbildung und ist für die Lizenzierung der 36 Profiklubs sowie der Vereine in den Regionalligen zuständig.

Zur Teilnahme an der Bundesliga benötigt jede Mannschaft eine von der Deutschen Fußball Liga vergebene Lizenz. Die Lizenz wird aufgrund sportlicher, rechtlicher, personell-administrativer, infrastruktureller und sicherheitstechnischer, medientechnischer sowie finanzieller Kriterien vergeben. Hierbei stehen die genannten Voraussetzungen gleichgewichtig nebeneinander, jedoch entscheidet sich die Vergabe einer Lizenz regelmäßig an den finanziellen Kriterien, welche die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Vereine sicherstellen sollen.

Nachdem die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Klubs bis 2007 lediglich im Frühjahr überprüft wurde, wird ab der Saison 2007/08 eine sogenannte „Lizenzierungsnachschau“ eingeführt. Hierbei wird die Finanzlage wirtschaftlich schwächerer Klubs, die ihre Lizenz nur mit Auflagen erhalten, im Herbst erneut geprüft. Auf der Basis der Bilanz zum 30. Juni eines Jahres und aktualisierter Planrechnungen müssen die betroffenen Vereine den Nachweis der Liquidität bis zum Saisonende erbringen. Wenn dies nicht gelingt, können weitere Auflagen festgelegt werden. Bei deren Nichterfüllung drohen Sanktionen bis hin zum Punktabzug während der laufenden Saison.

Das Lizenzierungsverfahren im deutschen Fußball gilt als eines der strengsten der Welt. Aufgrund des besonderen Augenmerks auf der Prüfung der Liquidität, also der Betrachtung, ob die Klubs in der Lage sind den Spielbetrieb für die kommende Saison aufrechtzuerhalten, ist es seit der Gründung der Bundesliga im Jahr 1963 noch nie dazu gekommen, dass ein Verein während der laufenden Spielzeit Insolvenz anmelden oder seine Mannschaft aus finanziellen Gründen vom Spielbetrieb zurückziehen musste.

Erhält ein Verein keine Bundesligalizenz, so gilt er vorbehaltlich der dort gültigen Zulassungsvoraussetzungen als Absteiger in die 3. Liga und rückt somit an den Schluss der Tabelle der 2. Bundesliga der vorangegangenen Spielzeit. Die Anzahl der aus sportlichen Gründen abgestiegenen Mannschaften verringert sich entsprechend. Mit Dynamo Dresden wurde in der Spielzeit 1994/95 das bislang einzige mal einem Erstligisten die Lizenz für die Folgesaison aus wirtschaftlichen Gründen verweigert. Aufgrund von Verstößen gegen Lizenzauflagen wurden Vereine in der Vergangenheit zudem jedoch mit Punktabzügen und Geldstrafen belegt.

Bereits 1932 forderte der damalige DFB-Präsident Felix Linnemann die Einführung einer „Reichsliga“, in der die besten Vereine den Deutschen Meister ausspielen sollten. Auf dem DFB-Bundestag am 16. Oktober 1932 wurden entsprechende Pläne vorgelegt. Das Vorhaben wurde jedoch von den Regionalverbänden abgewiesen. Bis in die sechziger Jahre wurde der Deutsche Meister unter den Meistern der einzelnen Oberligen in Gruppenspielen und Finalspiel ermittelt, während der DDR-Meister bereits seit der Spielzeit 1949/50 in einer landesweiten DDR-Oberliga ermittelt wurde.

Während der Fußball in anderen europäischen Ländern wie Spanien, Italien oder England in den 1950er und 1960er Jahren bereits in nationalen Profiligen organisiert war, gab es in Deutschland in den bundesweit verstreuten Oberligen als höchste Spielklasse große Leistungsunterschiede zwischen einigen Spitzenmannschaften und dem Rest der Liga. Dies führte dazu, dass die in Ligaspielen oftmals zu wenig geforderten Spieler international nicht mehr konkurrenzfähig waren, und spanische oder italienische Vereine den Europapokal dominierten. Durch die Schaffung der Bundesliga als landesweit höchster Spielklasse mit einer deutlich gleichmäßig starken Besetzung sollte das allgemeine Leistungsniveau erhöht werden.

In Westdeutschland diskutierte man nach dem Zweiten Weltkrieg ebenfalls über die Einführung einer landesweiten Profiliga. Ein starker Befürworter dieser Idee war Franz Kremer, der damalige Präsident des 1. FC Köln, welcher 1949 Vorsitzender der Interessengemeinschaft Bundesliga und Berufs-Fußball wurde. Wie bereits vor dem Krieg waren die Landesverbände von der Idee einer Bundesliga zunächst wenig begeistert. Auch der DFB hatte große Bedenken, ob sich sportlicher Wettstreit und Geldverdienen vereinbaren ließen. Viele Kritiker befürchteten, dass die Vereine zahlungsunfähig würden. Somit scheiterte auch ein erster Versuch zur Gründung der Bundesliga auf dem außerordentlichen DFB-Bundestag 1958 in Frankfurt. In der Folgezeit fand Kremer jedoch in Bundestrainer Sepp Herberger und dem späteren DFB-Präsidenten Hermann Neuberger wichtige Befürworter. Neuberger überzeugte die vielen Kritiker schließlich. 1962 – wenige Wochen, nachdem die deutsche Nationalmannschaft bei der WM in Chile im Viertelfinale ausgeschieden war – schlug er erneut die Schaffung einer einheitlichen höchsten Spielklasse vor. Am 28. Juli 1962 beschlossen die Delegierten der einzelnen Landesverbände auf dem DFB-Bundestag im Goldsaal der Dortmunder Westfalenhalle schließlich mit 103:26 Stimmen die Einführung der Bundesliga zur Saison 1963/64.

In der neu geschaffenen Liga sollten 16 Mannschaften spielen, wobei je fünf aus der Oberliga Süd und der Oberliga West, drei aus der Oberliga Nord, zwei aus der Oberliga Südwest und ein Verein aus der Berliner Stadtliga kommen sollten.

Für die Auswahl der sich qualifizierenden Mannschaften sollten sportliche und wirtschaftliche Kriterien bestimmend sein, wobei nur ein Verein pro Stadt infrage kam. Das schließlich angewandte Auswahlverfahren bei der Suche nach den sechzehn Gründungsmitgliedern der Bundesliga war äußerst kompliziert. Der DFB beschloss einen Schlüssel, nachdem die Abschlusspositionen der Vereine in den Oberligen aus den Spielzeiten 1951/52 bis 1954/55 einfach, von 1955/56 bis 1958/59 zweifach und von 1959/60 bis 1962/63 dreifach gewertet wurden. Für das Erreichen von Meisterschaftsendrunden und Pokalfinals gab es Zusatzpunkte. Zudem mussten infrastrukturelle Rahmenbedingungen vorhanden sein. So hatte ein Verein zum Beispiel über ein Stadion mit mindestens 35.000 Plätzen und eine Flutlichtanlage zu verfügen.

Von den 74 Oberligavereinen bewarben sich 46 für die erste Bundesligasaison, 15 Klubs – darunter Borussia Mönchengladbach, Hessen Kassel und Bayer 04 Leverkusen – wurden jedoch sofort abgelehnt. Am 11. Januar 1963 wurden mit dem 1. FC Köln, Borussia Dortmund, dem FC Schalke 04, Werder Bremen, Eintracht Frankfurt, dem 1. FC Nürnberg, dem 1. FC Saarbrücken, dem Hamburger SV und Hertha BSC die ersten neun Teilnehmer festgelegt. Um die restlichen Plätze stritten sich somit noch 20 Vereine, welche unterdessen vergeblich versuchten, eine Aufstockung der Liga auf 18 oder 20 Klubs zu erreichen. Am 6. Mai 1963 fiel in Hamburg dann die endgültige Entscheidung: Preußen Münster, der Meidericher SV, Eintracht Braunschweig, der 1. FC Kaiserslautern, der TSV 1860 München, der VfB Stuttgart und der Karlsruher SC erhielten die letzten freien Plätze. Die restlichen 13 Vereine mussten in die als zweithöchste Spielklasse unter der Bundesliga gegründete Regionalliga.

Die Auswahl der 16 an der ersten Bundesligasaison teilnehmenden Vereine war teilweise stark umstritten. So wurde der 1. FC Saarbrücken nicht aus sportlichen Gründen, sondern aufgrund seines Stadions und der Infrastruktur aufgenommen. Dabei wurde spekuliert, dass diese Entscheidung vor allem dadurch fiel, damit der im DFB-Präsidium vertretene Hermann Neuberger „seinen“ Klub in die Bundesliga bringen wollte. Aus sportlichen Gesichtspunkten hätte sich neben dem 1. FC Kaiserslautern entweder der FK Pirmasens oder Borussia Neunkirchen als zweiter Südwest-Klub für die Bundesliga qualifiziert. Auch im Süden, Westen und Norden gab es stark diskutierte Entscheidungen. Kickers Offenbach hatte verglichen mit dem Karlsruher SC und dem VfB Stuttgart aufgrund konstanter Leistungen in der Oberliga Süd die meisten Punkte in der 12-Jahreswertung gesammelt. Aufgrund des geringen Punktunterschiedes wurden die drei Vereine jedoch als gleichwertig eingestuft, so dass die Abschlusstabelle der Saison 1962/63 entscheidend war. Diese sprach letztendlich gegen Offenbach. Bei den Vertretern der Oberliga West fühlte sich Alemannia Aachen übergangen, da dieser zugunsten eines Vereins des Landesverbands Niederrhein (Meidericher SV) nicht in die Bundesliga aufgenommen wurde. In der Oberliga Nord war die Auswahl von Eintracht Braunschweig als drittem Nord-Vertreter umstritten, da Hannover 96 unter anderem mehr Punkte in der 12-Jahreswertung aufwies und bei den technischen Voraussetzungen besser abschnitt.

Die erste Bundesliga-Saison wurde am 24. August 1963 angepfiffen. Bereits nach 58 Sekunden erzielte Timo Konietzka vom Titelverteidiger Borussia Dortmund im Spiel gegen Werder Bremen das erste Bundesliga-Tor. Die acht Partien des ersten Spieltags lockten insgesamt 327.000 Zuschauer in die Stadien. Am Ende der Saison gewann der damals bereits professionell geführte 1. FC Köln überlegen mit nur zwei Saisonniederlagen und sechs Punkten Vorsprung vor dem Meidericher SV die erste Bundesliga-Meisterschaft. Die ersten beiden Absteiger waren Preußen Münster, das nie wieder in die Bundesliga zurückkehrte, und der 1. FC Saarbrücken, dem es 1976, 1985 und 1992 erneut gelang, in die Bundesliga aufzusteigen.

In der Folgesaison geriet die Liga in ihre erste große Krise. Hertha BSC wurde wegen zu hoher Zahlungen an Spieler die Lizenz entzogen, und der Verein musste in die damals zweitklassige Regionalliga zwangsabsteigen. Nun reklamierten die beiden sportlichen Absteiger Karlsruher SC und FC Schalke 04 den durch den Zwangsabstieg freigewordenen Platz für sich und erhoben Einspruch gegen den eigenen Abstieg. Daraufhin wurde festgelegt, die Zahl der Vereine auf 18 zu erhöhen und den Abstieg für eine Saison auszusetzen. Der DFB entschied, einen zusätzlichen Berliner Klub aufzunehmen. Politische Hintergründe spielten dafür die entscheidende Rolle, denn alle Bundesregierungen betonten seit 1949, dass die drei Westsektoren Berlins zur Bundesrepublik gehörten. Als Ersatz für Hertha BSC wurde der Vorjahresmeister und Drittplatzierte der Regionalliga Berlin, SC Tasmania 1900 Berlin, ohne sportliche Qualifikation für die Bundesliga zugelassen, nachdem der Regionalliga-Meister Tennis Borussia in der Aufstiegsrunde zur Bundesliga gescheitert war und der zweitplatzierte Spandauer SV auf den Aufstieg verzichtet hatte.

Trotz eines Sieges zum Saisonauftakt stieg die Mannschaft aber nach nur einer Spielzeit als schlechtestes Team aller Bundesligazeiten mit sieben Bundesligaminusrekorden (geringste Zahl an erzielten Toren und höchste Zahl an Gegentoren , wenigste Pluspunkte , wenigste Siege , meiste Niederlagen , geringste Zuschauerzahl eines Spiels und längste sieglose Serie ) wieder ab. Im selben Jahr (1965) stiegen mit Borussia Mönchengladbach und FC Bayern München zwei Vereine auf, die nach kurzer Zeit die Bundesliga dominierten. Eine Besonderheit in den ersten Jahren war, dass bis 1970 in jedem Jahr ein anderer Verein Meister wurde. Mit dem 1. FC Nürnberg stieg 1969 zum ersten und bisher einzigen Mal ein amtierender Meister ab. Von den 16 Gründungsmitgliedern verblieb nur der Hamburger SV ununterbrochen in der Bundesliga.

International taten sich die Bundesligameister zunächst schwer: im Gegensatz zu den vorherigen Meistern, von denen immerhin einer das Finale des Europapokals der Landesmeister (Eintracht Frankfurt/1960) und zwei das Halbfinale (Hamburger SV/1961 und Borussia Dortmund/1964) erreicht hatten, kam keiner über das Viertelfinale hinaus; in den meisten Fällen war aber schon in der Vorrunde oder im Achtelfinale Schluss. Besser lief es im Europapokal der Pokalsieger, dessen Finale die deutschen Pokalsieger von 1965 bis 1968 erreichen und zweimal (Borussia Dortmund/1966 und Bayern München/1967) gewinnen konnten. Zudem wurde noch zweimal das Halbfinale erreicht. Im Messepokal, dem Vorläufer des UEFA-Pokals, konnte nur zweimal (1. FC Köln/1964 und Eintracht Frankfurt/1967) das Halbfinale erreicht werden.

Anfang der 1970er Jahre wurde die Liga durch den am 6. Juni 1971 von Horst-Gregorio Canellas, dem Präsidenten der Offenbacher Kickers, aufgedeckten Bundesliga-Skandal erschüttert. Aufgrund von Manipulationen bei Punktspielen im Abstiegskampf war es Rot-Weiß Oberhausen und Arminia Bielefeld gelungen, in der Bundesliga zu verbleiben. Bei den vom DFB-„Chefankläger“ Hans Kindermann geführten Ermittlungen wurde festgestellt, dass 18 Spiele der letzten acht Spieltage in der Saison 1970/71 nachweislich „verkauft“, beziehungsweise manipuliert werden sollten. Insgesamt wurden 52 Spieler, zwei Trainer sowie sechs Vereinsfunktionäre bestraft. Außerdem wurde den Vereinen Arminia Bielefeld und Kickers Offenbach die Bundesligalizenz entzogen.

In der Folgezeit verlor der Fußball seine Glaubwürdigkeit. Die Zuschauer bestraften die Vereine mit ihrer Abstinenz. Kamen in der Spielzeit 1970/71 noch 6,3 Millionen Besucher in die Stadien, waren es ein Jahr später nur noch 5,4 Millionen. Allerdings waren die Zuschauerzahlen schon seit 1965/66 kontinuierlich rückläufig und zu den – damals intensiv diskutierten – Gründen für diese Entwicklung wurden, abgesehen von dem Skandal, auch andere gezählt (mangelnder Komfort in den Stadien, „zu viel Fußball im Fernsehen“ etc.). Der absolute Tiefpunkt folgte in der Saison 1972/73 mit lediglich 5 Millionen Besuchern bei einem Schnitt von 16.372 pro Partie. Erst durch den Gewinn der WM 1974 im eigenen Land gegen die Niederlande konnte das Ansehen zurückgewonnen werden, zumal die Bundesligamannschaften auch international sehr erfolgreich waren. Zudem wurden für die Weltmeisterschaft 1974 viele Stadien um- oder neu gebaut, wodurch die Zuschauerkapazität insgesamt anstieg.

Borussia Mönchengladbach schaffte als erster Verein die erfolgreiche Titelverteidigung der Deutschen Meisterschaft in der Bundesliga (1970/71). Daraufhin erreichte Bayern München den ersten Titel-Hattrick (1972–74), den bis heute nur die Mönchengladbacher (1975–77) und die Bayern selbst (1985–87, 1999–2001) wiederholen konnten. Den höchsten Sieg der Bundesliga-Geschichte erreichte Borussia Mönchengladbach im Jahr 1978 durch ein 12:0 gegen Borussia Dortmund. Neun Spielzeiten hintereinander – so lange wie nie zuvor und nie wieder danach – machten mit Borussia Mönchengladbach und Bayern München zwei Vereine die Meisterschaft unter sich aus. Dabei musste Borussia Mönchengladbach auf Grund der geringeren Zuschauerkapazität des eigenen Stadions im Gegensatz zum bayerischen Konkurrenten, der 1972 ins neue Olympiastadion umgezogen war, immer wieder Leistungsträger ins Ausland verkaufen. So war man gegen Ende der 1970er nicht mehr konkurrenzfähig. Während der Meistertitel 1977 der bisher letzte für Mönchengladbach war und die Mannschaft 1999 und 2007 sogar abstieg, konnte Bayern München in den Folgejahren die Dominanz weiter ausbauen. Die Hauptkonkurrenten der Bayern waren in diesen Jahren andere Mannschaften, insbesondere der Hamburger SV, Werder Bremen und Borussia Dortmund.

1976 wurde erstmals bei der Verpflichtung von Roger Van Gool durch den 1. FC Köln eine Ablösesumme von 1 Million DM gezahlt. Diese Summen (in Euro) sind mittlerweile keine Ausnahme mehr, sondern der Normalfall, da sowohl die Ablösesummen als auch die Spielergehälter in den Folgejahren sehr stark anstiegen.

International waren die 1970er das erfolgreichste Jahrzehnt der Bundesligavereine. In jedem Jahr stand mindestens ein Verein in einem Halbfinale, dreimal konnte der Europapokal der Landesmeister (Bayern München 1974, 1975 und 1976), einmal der Europapokal der Pokalsieger (Hamburger SV 1977) und dreimal der UEFA-Pokal (Borussia Mönchengladbach 1975 und 1979, Eintracht Frankfurt 1980) gewonnen werden. Zudem wurde in jedem Wettbewerb noch einmal das Finale erreicht. 1980 standen vier deutsche Mannschaften im Halbfinale des UEFA-Pokals, was bis heute kein Verband mehr erreicht hat.

In den 1980er Jahren war ein allgemeiner Zuschauerschwund in den Bundesliga-Stadien zu verzeichnen. Dies lag unter anderem daran, dass mehrere deutsche Stars zu ausländischen Vereinen wechselten. Spektakulärster Transfer zu dieser Zeit war der Wechsel von Karl-Heinz Rummenigge von Bayern München zu Inter Mailand, als mit 10,5 Millionen Mark erstmals die zweistellige Millionengrenze durchbrochen wurde. Auch durch die Erfolge von Boris Becker und Steffi Graf verlagerte sich das Zuschauerinteresse recht stark in Richtung Tennis. Zudem waren die Auftritte der Nationalmannschaft in dieser Zeit weniger attraktiv, auch wenn 1982 und 1986 das WM-Finale erreicht werden konnte. Um dem Ausbleiben der Zuschauer wegen der schlechten Wetterverhältnisse entgegenzuwirken und weil in den Wintermonaten die Plätze oftmals unbespielbar waren, wurde 1986 die achtwöchige Winterpause beschlossen.

Sportlich übernahm der Hamburger SV mit den Spielern um Horst Hrubesch, Manfred Kaltz und Felix Magath bereits gegen Ende der 1970er Jahre die Rolle des „Bayern-Jägers“. So folgten der ersten Bundesliga-Meisterschaft des HSV im Jahr 1979 noch zwei weitere: 1982 und 1983 führte Ernst Happel die Hamburger zum Titel und wurde zum erfolgreichsten ausländischen Bundesligatrainer. Der Titelhattrick gelang den Hamburgern nicht, da sie in der Saison 1983/84 nur Vize-Meister hinter dem VfB Stuttgart wurden.

Doch auch der FC Bayern München hatte den Abgang der in den 1970er Jahren überragenden Spieler gut verkraftet und konnte auch im neuen Jahrzehnt an die vergangenen Erfolge anknüpfen. Ab Mitte der 1980er Jahre hatten sie sich allerdings mit Werder Bremen eines neuen Kontrahenten aus dem Norden zu erwehren. Die von Otto Rehhagel trainierten Bremer, in den 1970ern eines der „Kellerkinder“ der Liga, die 1980/81 ein Jahr in der Zweitklassigkeit verbringen mussten, setzten sich sofort nach dem Wiederaufstieg kontinuierlich im oberen Tabellendrittel fest, waren ein ums andere Mal dicht an den Bayern dran und holten 1988 die Meisterschale. Im gleichen Zeitraum entwickelte sich der FC Bayern München endgültig zur dominierenden Mannschaft der Bundesliga. Mit dem Gewinn der 10. Deutschen Meisterschaft im Jahr 1987 wurden die Bayern alleiniger Rekordmeister und lösten den vorherigen Rekordhalter 1. FC Nürnberg mit seinen neun gewonnen Meisterschaften (davon acht vor Einführung der Bundesliga) ab.

In diesem Jahrzehnt erreichten deutsche Vereine je viermal das Finale des Europapokals der Landesmeister (ein Sieg, Hamburger SV, 1983) und das Finale des UEFA-Pokals (ein Sieg, Bayer 04 Leverkusen, 1988). Auch wenn bis auf 1984 immer mindestens ein Bundesliga-Verein das Halbfinale eines europäischen Wettbewerbs erreichte, konnten die Erfolge der 1970er Jahre nicht wiederholt werden.

Seit Beginn der 1990er Jahre erfreut sich die Bundesliga wieder wachsender Beliebtheit bei den Deutschen. Dies war einerseits durch den sportlichen Erfolg der Nationalmannschaft bedingt (dritter WM-Titel 1990 und dritter EM-Titel 1996). Andererseits wurde die Bundesliga in den Medien gezielt vermarktet; ab 1991 berichtete Premiere live von den Spielen der Liga, ein Jahr später übernahm Sat.1 mit ran – Sat.1 Bundesliga die Übertragungsrechte für den Samstagabend.

1991 trat der Deutsche Fußball-Verband der DDR (DFV) dem DFB bei. Mit der Angleichung des ostdeutschen Ligasystems an den westdeutschen Spielbetrieb wurden Hansa Rostock und Dynamo Dresden aus der DDR-Oberliga in die Bundesliga aufgenommen. Die Liga spielte 1991/92 daher vorübergehend mit 20 Vereinen, von denen vier absteigen mussten. Erster gesamtdeutscher Meister nach dem Krieg wurde der VfB Stuttgart, der sich in einem der spannendsten Finals der Bundesligageschichte am letzten Spieltag vor Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund schieben konnte.

Der sportliche Wettbewerb in der Liga war deutlich ausgeglichener als in den Jahren zuvor. Insgesamt fünf verschiedene Vereine konnten in diesem Jahrzehnt die Meisterschale erringen. Borussia Dortmund, das die im Europapokal erzielten Einnahmen dazu verwendete, in früheren Jahren ins Ausland gezogene Spieler wie Jürgen Kohler, Stefan Reuter oder Andreas Möller wieder in die Bundesliga zurückzuholen, stieg in den 1990er Jahren zu einem der Hauptkonkurrenten des FC Bayern München im Titelrennen auf. Daneben konnten im besagten Zeitraum der VfB Stuttgart, Werder Bremen und der 1. FC Kaiserslautern die Meisterschaft für sich entscheiden. Den Pfälzern gelang es 1998 dabei als erstem Aufsteiger, auf Anhieb Deutscher Meister zu werden.

Auch in den 1990ern erreichten Bundesligavereine in jedem Jahr mindestens ein europäisches Halbfinale, einmal konnte die UEFA Champions League (Borussia Dortmund 1997), zweimal der UEFA-Pokal (Bayern München 1996 und Schalke 04 1997) und einmal der Europapokal der Pokalsieger (Werder Bremen 1992) gewonnen werden. Zudem wurde in jedem Wettbewerb noch einmal das Finale erreicht.

Mit dem Karlsruher SC, dem SC Freiburg oder dem VfL Wolfsburg konnten sich einige Mannschaften erstmals in ihrer Bundesligageschichte für den UEFA-Pokal qualifizieren – der KSC schaffte es in der Saison 1993/94 auf Anhieb bis ins Halbfinale dieses Wettbewerbs. Auf der anderen Seite mussten Vereine wie Eintracht Frankfurt, Borussia Mönchengladbach oder der 1. FC Köln sich nach langjähriger Ligazugehörigkeit zwischenzeitlich in die Zweite Liga verabschieden.

Auch im neuen Jahrtausend war der FC Bayern München in der Bundesliga das Maß aller Dinge. Von den seit dem Jahr 2000 vergebenen neun Meistertiteln konnten die Münchener sechs für sich entscheiden und mussten nur 2002 Borussia Dortmund, 2004 Werder Bremen und 2007 dem VfB Stuttgart den Vortritt lassen. Die zunehmende Zahl ausländischer Spieler in der Bundesliga führte dann auch 2004 dazu, dass mit Aílton zum ersten Mal ein Ausländer zum Fußballer des Jahres gewählt wurde.

Das Meisterschaftsrennen war meist mit knappen Entscheidungen verbunden. Im Jahr 2000 hätte Bayer 04 Leverkusen am letzten Spieltag ein Unentschieden beim bereits geretteten Aufsteiger SpVgg Unterhaching zur Meisterschaft genügt. Durch die 0:2-Niederlage Leverkusens zog der FC Bayern noch vorbei. Noch dramatischer war die Meisterschaftsentscheidung ein Jahr später, als sich der FC Schalke 04 nach dem erfolgreichen Ende seines Spieles bereits als Deutscher Meister wähnte, doch nur für wenige Minuten: Die Bayern schossen in allerletzter Sekunde ihres noch laufenden Spieles das benötigte Tor und fuhren den ausschlaggebenden Punkt zur Titelverteidigung ein. Schalke erhielt dafür von seinen Fans den Titel „Meister der Herzen“.

Am 24. August 2003 feierte die Bundesliga mit einem Spiel zwischen „Bundesliga-Dinosaurier“ Hamburger SV und Bundesliga-Rekordmeister FC Bayern München zum Auftakt der Saison 2003/04 ihren 40. Geburtstag. 2004 führte die Liga Meistersterne für Meistertitel ein, die im Rahmen der Bundesliga erzielt wurden.

Im Januar 2005 erschreckte der durch den Schiedsrichter Robert Hoyzer ausgelöste Fußball-Wettskandal die Liga. Bei den folgenden Ermittlungen gestand Hoyzer, Spiele der 2. Fußball-Bundesliga, des DFB-Pokals sowie der Regionalliga manipuliert zu haben. Darüber hinaus beschuldigte Hoyzer weitere Schiedsrichter und Spieler, in den Skandal verwickelt zu sein. Der DFB sah es darauf hin als erwiesen an, dass der Schiedsrichter Dominik Marks ebenfalls zwei Spiele aus der Regionalliga und der 2. Bundesliga verschoben hat. Der Verdacht, dass auch Spiele der Bundesliga manipuliert worden waren, bestätigte sich nicht. Infolge des Skandals installierten DFB und DFL ein Frühwarnsystem, das künftig ungewöhnliche Wetteinsätze anzeigt.

Trotzdem stiegen die Zuschauerzahlen auf immer neue Bestmarken. Die 306 Spiele der Saison 2004/2005 besuchten über 11,56 Millionen Zuschauer (im Schnitt 37.781), was deutlich über den Zuschauerzahlen in Spanien, Italien oder England liegt. Den europaweit höchsten Zuschauerschnitt erreichte mit 77.235 Zuschauern pro Spiel Borussia Dortmund. Die steigenden Zuschauerzahlen lassen sich mit den vielen für die WM 2006 neu gebauten oder modernisierten Stadien und einem generell zunehmenden Interesse am Fußball erklären. Zudem wird gezielt durch Bau von Business-Logen in den Stadien eine andere Klientel angesprochen. Auch der Anteil weiblicher Zuschauer nahm zu.

Direkt nach der Jahrtausendwende erreichten deutsche Vereine noch zweimal das Finale der Champions League (Bayern München als Sieger 2001 und Bayer Leverkusen 2002) sowie einmal das Finale (Borussia Dortmund 2002) und einmal das Halbfinale des UEFA-Pokals (1. FC Kaiserslautern 2001). Nach einer längeren Durststrecke in der Folgezeit erreichten zuletzt wieder mehrere deutsche Mannschaften das Halbfinale des UEFA-Pokals (Schalke 04 2006, Werder Bremen 2007 und Bayern München 2008), in der Champions League konnte die Liga jedoch außer bei gelegentlichen Teilnahmen am Viertelfinale keine nennenswerten Erfolge mehr feiern. Mit dem schleichenden Verfall der internationalen Klasse der Bundesliga war auch ein Abrutschen in der UEFA-Fünfjahreswertung verbunden. Die Liga verlor in den vergangenen Jahren mehrere Plätze und bleibt mittlerweile international deutlich hinter den führenden Ligen aus Spanien, England und Italien zurück.

Seit Gründung der Bundesliga im Jahr 1963 spielten insgesamt 49 Vereine in der höchsten deutschen Spielklasse; mit der TSG 1899 Hoffenheim kam in der Saison 2008/09 der 50. Verein hinzu. Als einziger Verein gehört der Hamburger SV der Liga bislang allen 46 Spielzeiten ununterbrochen an. Es folgen Werder Bremen mit 45 sowie der FC Bayern München und der VfB Stuttgart mit je 44 Spielzeiten.

Die Vereine der Bundesliga kamen bislang nahezu ausschließlich aus Großstädten. Lediglich der 1. FC Kaiserslautern, Borussia Neunkirchen, der FC 08 Homburg, die SpVgg Unterhaching und die TSG 1899 Hoffenheim kamen aus Orten mit weniger als 100.000 Einwohnern. Dabei wies Unterhaching mit rund 22.000 Einwohnern die geringste Einwohnerzahl auf. Aus München, Hamburg, Stuttgart, Bochum und Köln gab es jeweils zwei Bundesligamannschaften einer Stadt. Berlin hatte mit Hertha BSC, Tasmania 1900, Tennis Borussia und Blau-Weiß 90 vier verschiedene Mannschaften in der Bundesliga vertreten, von denen jedoch nur Hertha und TeBe 1974/75 sowie 1976/77 in einem Berliner Stadtderby in der Bundesliga gegeneinander antraten.

Die geographische Verteilung der Bundesligavereine über das Land ist ungleichmäßig. Während in der Saison 2008/09 insgesamt sieben Klubs aus Nordrhein-Westfalen in der Bundesliga vertreten sind, verteilen sich fünf Vereine über die südliche Hälfte des Landes und vier über den Norden. Aus dem Osten kommen zwei Mannschaften.

Mit Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, dem Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen haben sieben Bundesländer zur Zeit keine Fußballmannschaft in der höchsten deutschen Liga. Aus Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Thüringen kam dabei noch nie ein Bundesligist.

Eine Übersicht zu allen Vereinen, die jemals in der Bundesliga gespielt haben, liefert die Liste der Vereine der Fußball-Bundesliga.

Der zu Saisonende Erstplatzierte der Bundesliga ist Deutscher Fußballmeister und bekommt die im Volksmund auch als „Salatschüssel“ bezeichnete Meisterschale überreicht. Zudem darf ein Verein ab drei gewonnenen Bundesliga-Meisterschaften einen, ab fünf einen zweiten, ab zehn einen dritten sowie ab 20 errungenen Meisterschaften einen vierten Meisterstern über dem Vereinswappen tragen.

In der Geschichte der Bundesliga errangen insgesamt elf verschiedene Vereine den Meistertitel. Erfolgreichster Verein ist der FC Bayern München mit 20 gewonnenen Bundesliga-Meisterschaften, der auch die Ewige Tabelle der Fußball-Bundesliga anführt. Es folgen Borussia Mönchengladbach mit fünf und Werder Bremen mit vier gewonnenen Titeln.

In den Anfangszeiten der Liga gab es dabei in den ersten sieben Jahren sieben verschiedene Bundesliga-Meister. Erst Borussia Mönchengladbach gelang es als erstem Verein in der Saison 1970/71, den Titel erfolgreich zu verteidigen. In der Folgezeit schafften dies zudem bislang nur Bayern München, der Hamburger SV und Borussia Dortmund. Einen „Titel-Hattrick“ erreichten nur Borussia Mönchengladbach (einmal; 1975–1977) und Bayern München (dreimal; 1972–1974, 1985–1987 und 1999–2001). Die Deutsche Meisterschaft viermal in Folge zu gewinnen gelang noch keinem Verein.

Der FC Bayern München schaffte es zudem in den Spielzeiten 1972/73, 1984/85 und 2007/08, vom ersten bis zum letzten Spieltag ununterbrochen Tabellenführer zu sein und folglich Deutscher Meister zu werden. Ebenfalls stellte der FC Bayern die einzige Mannschaft, die Deutscher Meister wurde, nachdem sie an keinem Spieltag zuvor jemals Tabellenführer gewesen war (in der Saison 1985/86).

Seit Gründung der Bundesliga im Jahr 1963 wurde mit dem 1. FC Kaiserslautern in der Saison 1997/98 unter Trainer Otto Rehhagel erst ein Aufsteiger auf Anhieb Deutscher Meister. Ein einziges Mal stieg 1969 mit dem 1. FC Nürnberg ein amtierender Deutscher Meister aus der Bundesliga ab.

Die Zusammensetzung der Fußball-Bundesliga ändert sich jedes Spieljahr durch den Abstieg der letztplatzierten Vereine, die im Gegenzug durch die besten Mannschaften der darunterliegenden Klasse ersetzt werden.

In den ersten beiden Jahren spielte die Liga mit 16 Mannschaften, von denen in der ersten Saison zwei Teams abstiegen. Neben dem 1. FC Saarbrücken traf es Preußen Münster, das in der Folgezeit nicht mehr in die Bundesliga zurückkehrte. Die Münsteraner sind damit der Verein, der die wenigsten Bundesliga-Spiele bestritt, da es in der Saison 1963/64 nur 16 Bundesligisten und deswegen auch nur 30 Spiele gab. Alle anderen Vereine, die nur eine Saison in der Bundesliga waren, bestritten 34 Spiele.

Ein Jahr später wurde die Liga auf 18 Vereine aufgestockt, so dass bis auf Hertha BSC, das aufgrund des Lizenzentzugs den Weg in die Berliner Stadtliga antreten musste, kein Team abstieg. Auch nachdem die Bundesliga auf 18 Mannschaften aufgestockt wurde, blieb es zunächst bei zwei Absteigern. Bis zur Einführung der zweiten Bundesliga spielten die beiden erstplatzierten der Regionalligen in einer Aufstiegsrunde die beiden Aufsteiger in die Bundesliga aus. Zudem wurde SC Tasmania 1900 Berlin 1965 aus politischen Gründen in die erste Liga versetzt.

Nach Gründung der 2. Bundesliga Mitte der 1970er Jahre stiegen jedes Jahr drei Teams ab. Die beiden Meister der zunächst in einer Nord- und Süd-Staffel gegliederten Zweiten Liga stiegen direkt auf. Der dritte Aufstiegsplatz wurde durch Aufstiegsspiele der beiden Vize-Meister der 2. Bundesliga Nord und Süd ermittelt. Nach Einführung der eingleisigen 2. Bundesliga stiegen Meister und Vize-Meister direkt auf. Zwischen dem Drittplatzierten der 2. Bundesliga und dem 16. der Bundesliga fanden ab 1982 Relegationsspiele um den letzten freien Platz in der Bundesliga statt, so dass die Zahl der Absteiger variierte.

Nach der deutschen Wiedervereinigung spielte die Bundesliga 1991/92 ihre einzige Saison mit 20 Mannschaften nachdem Hansa Rostock und Dynamo Dresden aus der DDR-Oberliga aufgenommen wurden. Um wieder auf 18 Mannschaften zu kommen gab es in dieser Spielzeit vier Absteiger. Seitdem blieb es bei drei Absteigern und drei direkten Aufsteigern aus der 2. Bundesliga pro Saison. Dabei machte der siebte Aufstieg 2003/04 Arminia Bielefeld zum Rekordaufsteiger der Bundesliga.

Ab der Saison 2008/09 werden Relegationsspiele wieder eingeführt. Dabei spielt wie bereits in den 1980ern der Tabellendrittletzte der Bundesliga gegen den Dritten der zweiten Liga in Hin- und Rückspielen um den Klassenverbleib bzw. den Aufstieg.

Sechs Vereine schafften es, aus der Ober- bzw. Regionalliga in die Zweite Bundesliga und ein Jahr später sofort in die Bundesliga aufzusteigen. Dies waren TSV 1860 München (Saison 1992/93 und 1993/94), Fortuna Düsseldorf (1993/94 und 1994/95), Arminia Bielefeld (1994/95 und 1995/96), der 1. FC Nürnberg (1996/97 und 1997/98), der SSV Ulm 1846 (1997/98 und 1998/99) und die TSG 1899 Hoffenheim (2006/07 und 2007/08). Der SSV Ulm stieg allerdings – genauso schnell wie er in die Bundesliga gekommen war – wieder ins Amateurlager ab.

Zur Spielzeit 2006/07 gelang Alemannia Aachen die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga. Damit ist die Alemannia die Mannschaft mit der längsten Bundesliga-Abstinenz. Nach dem Abstieg 1970 dauerte es 36 Jahre, bis Aachen wieder erstklassig war.

Die Stadien der Bundesliga gehören zu den größten und modernsten der Welt. Die hohe Qualität der Spielstätten lässt sich unter anderem daran ablesen, dass alleine fünf deutsche Arenen das Prädikat Fünfsternestadion tragen und somit berechtigt sind, ein Endspiel der Champions League oder der Fußball-Europameisterschaft auszutragen. Die meisten Stadien wurden ab dem Jahr 2000 teilweise im Rahmen der Vorbereitungen zur Austragung der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 umfassend modernisiert und ausgebaut oder neu errichtet. Doch auch nach dem Turnier hält der Bauboom an. Um konkurrenzfähig zu bleiben, denken nun die Vereine aus kleineren Städten wie Mainz, Bielefeld oder Aachen, in denen 2006 keine WM-Spiele ausgetragen wurden, über einen Aus- beziehungsweise Neubau der Arenen nach. Zur Finanzierung eines Teils der Baukosten ist es inzwischen üblich, den Stadionnamen an einen Sponsor zu verkaufen. Hierdurch verloren in den letzten Jahren viele Stadien ihren angestammten, teilweise über Jahrzehnte bestehenden Namen, was vor allem von Seiten der Fans kritisiert wird.

Die größte Spielstätte bei Bundesligaspielen ist der Signal Iduna Park in Dortmund, der bei Bundesligaspielen 80.552 Zuschauer fasst. Es folgt das Berliner Olympiastadion mit 74.400 Sitzplätzen, sowie die Allianz Arena in München. Zwar gibt es in Deutschland keine Sitzplatzpflicht, doch ist der Stehplatzanteil in den großen Stadien in den letzten Jahren rückläufig. Gleichzeitig werden aus wirtschaftlichen Gründen in den Bundesligastadien vermehrt VIP-Logen eingebaut. Die Ticketpreise in Deutschland sind deutlich niedriger als in der italienischen Serie A oder der englischen Premier League, allerdings steigen die Eintrittspreise in Deutschland stärker als das durchschnittliche Preisniveau.

Die modernen Stadien sind mitverantwortlich für den Zuschauerboom in den letzten Jahren. Nachdem der Zuschauerschnitt in den 1980er Jahren noch bei unter 20.000 Besuchern pro Partie lag, ist seither ein stetiger Anstieg zu beobachten. Mit durchschnittlich 38.191 Zuschauern in der Saison 2005/06 wurde bei einer rund achtzigprozentigen Auslastung der Stadien der fünfte Zuschauerrekord in Folge aufgestellt. Hierbei überschritt man in der Spielzeit 2003/04 erstmals die 10.000.000-Marke. In dieser Spielzeit erreichte Borussia Dortmund zudem mit 79.647 Zuschauern pro Spiel den höchsten Zuschauerschnitt in einer Saison. Damit ist die Bundesliga die zuschauerstärkste Spielklasse des Kontinents. Obwohl andere Top-Ligen im Gegensatz zur DFL auch Frei- und Ehrenkarten mit in ihre Berechnungen einfließen lassen, liegen diese zum Teil deutlich darunter.

Der absolute Rekord für ein einzelnes Spiel datiert bereits vom 26. September 1969, als 88.075 zahlende Zuschauer die 1:0 endende Begegnung zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Köln sahen. Die Rekord-Minuskulisse stammt aus der Spielzeit 1965/66. Hier wohnten dem Heimspiel von Tasmania 1900 Berlin gegen Borussia Mönchengladbach am 15. Januar 1966 lediglich 827 Zuschauer bei.

Die Fußball-Bundesliga dominiert die Sportberichterstattung der meisten Tageszeitungen des Landes. Darüber hinaus gibt es eine umfassende Berichterstattung im zweimal wöchentlich erscheinenden kicker, sowie in anderen Sportzeitschriften wie der Sport Bild. Daneben bringen sowohl kicker als auch Sportbild zum Start der jeweiligen Bundesliga-Saison jeweils ein Sonderheft heraus, welches neben Mannschafts- und Spielerauflistungen weitere Berichte rund um die bevorstehende Spielzeit enthält. Seit einigen Jahren hat sich zudem das monatlich erscheinende Fußballmagazin 11 Freunde etabliert, welches die „Wiederaneignung“ des Fußballs durch die Intellektuellen erkannt hat, sich mit Aspekten der deutschen und internationalen Fußballkultur abseits der Spielergebnisse beschäftigt und dabei vorwiegend Geschichten rund um den Fußball und seine Fans erzählt.

Vor Beginn der Live-Übertragungen von Bundesligaspielen im Fernsehen war das Radio seit den Anfängen der Bundesliga im Jahr 1963 die einzige Möglichkeit, die Spiele zeitgleich zu verfolgen, ohne selbst im Stadion zu sein. An den Bundesligaspieltagen wird samstagnachmittags im Rahmen des ARD-Hörfunkprogramms live von den Spielen der Fußball-Bundesliga berichtet. Zunächst wird hierbei von Zeit zu Zeit in einzelnen Reportagen zu den Spielstätten geschaltet. Um 16:55 Uhr beginnt die Bundesliga-Schlusskonferenz, die wöchentlich von bis zu zwölf Millionen Hörern verfolgt wird. In der Zusammenschaltung bleiben alle Mikrofone offen und es wird bei jedem Tor oder Elfmeter sofort in das jeweilige Stadion geschaltet. Daneben gibt es seit August 2008 Deutschlands erstes Fußballradio 90elf, das zur Regiocast-Gruppe gehört und per Livestream im Internet alle Bundesligaspiele überträgt.

Schon ab 1961 berichtete die ARD in der Sportschau über die Fußballspiele des Wochenendes. Das aktuelle sportstudio des ZDF kam 1963 mit dem Start der Bundesliga hinzu. Die Sportschau zeigte die Bilder der Samstagsspiele in den ersten Jahren erst sonntagabends. Erst im April 1965 wurde zusätzlich eine Samstags-Sportschau eingeführt. Während die Sportschau kurz nach Spielende bis 1988 lediglich Berichte von drei Spielen pro Sendung zeigte, wurden alle Spiele erst im aktuellen sportstudio am Samstagabend gezeigt, und auch Gäste interviewt. Ab 1988 bis 1992 hatte RTL die Erstverwertungsrechte und zeigte in der Sendung Anpfiff – die Fußballshow die Spiele. Von 1992 bis 2001 wurden in der Sat.1-Sendung ran die ersten Berichte gezeigt. Sat.1 stand dabei für hohen technischen Aufwand und Information. So gab es bei Live-Spielen erstmals bis zu 18 Kameras. Ein weiteres Markenzeichen war die Bundesliga-Datenbank.

2003 übernahm die Sportschau wieder die Erstverwertung der Bundesliga im Free-TV. Zurzeit teilt sich die ARD die Berichterstattung mit dem DSF. Die Sportschau zeigt die Samstagsspiele zuerst, das DSF die Sonntagsspiele. Spiele in Englischen Wochen werden ebenfalls von beiden gezeigt. Zudem berichtet das DSF in täglichen Sendungen über die Bundesliga und lässt ehemalige Trainer und Spieler über aktuelle Geschehnisse in Talkshows (Doppelpass) diskutieren. Darüber hinaus wird in den Sportsendungen der 3. Programme über die Mannschaften der jeweiligen Sendegebiete berichtet.

Am 2. März 1991 brach mit der Übertragung der Begegnung Eintracht Frankfurt gegen den 1. FC Kaiserslautern eine neue Ära in der Berichterstattung zur Fußball-Bundesliga an. Erstmals wurde jede Woche das Topspiel der Bundesliga live im Bezahlfernsehsender Premiere ausgestrahlt. Nachdem zwischenzeitlich aus nur einem Topspiel die drei Top-Begegnungen jedes Spieltages wurden, übertrug Premiere seit der Saison 2000/01 alle 306 Saisonspiele der Bundesliga live. Mit Beginn der Saison 2006/07 gingen die Übertragungsrechte für die Bundesliga-Spiele im Bezahlfernsehen an den Sender Arena über, doch bereits in der folgenden Spielzeit übernahm Premiere wieder die Berichterstattung, da Arena aufgrund finanzieller Verluste die Rechte sublizenzierte.

Das Fernsehen ist heute das Hauptmedium bei der Berichterstattung zur Fußball-Bundesliga und zugleich eine der Haupteinnahmequellen der Bundesliga-Vereine. Während ARD und ZDF seit 1965 bis Anfang der 1980er Jahre noch einen Betrag von 647.000 DM an den DFB bezahlten, kam es in der Folgezeit aufgrund der Konkurrenz durch das Privatfernsehen zu einem starken Preisanstieg für die Übertragungsrechte. Nachdem die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten für die Übertragung der Fußball-Bundesliga in der Spielzeit 1987/88 noch 18 Millionen DM (umgerechnet 9,2 Millionen Euro) bezahlen mussten, kostete die Erstübertragung der Spiele in der darauffolgenden Saison durch den Privatfernsehsender RTL plus bereits 40 Millionen DM. 1992 erhielt der Fernsehsender Sat.1 die Rechte erst für 140 Millionen DM. Für die Saison 1996/97 zahlte die Kirch-Gruppe für die Fernsehsender Sat.1, DSF und Premiere rund 330 Millionen DM.

Durch die Übertragung der Spiele im Bezahlfernsehen und die Zusammenfassungen im Free-TV konnten bis zur Saison 2005/06 300 Millionen Euro jährlich eingenommen werden. Dieser Betrag wird in Zukunft noch einmal deutlich steigen, ab dieser Saison werden die Sender um ARD, DSF und Arena 420 Millionen Euro pro Jahr an die DFL überweisen. Außerdem hat der österreichische Free-TV-Sender ATV sich die Rechte für alle Live-Spiele erkauft.

Die erzielten Gelder werden erfolgsabhängig an die Vereine der beiden Bundesligen verteilt. So kann ein Bundesliga-Verein aus den Inlandserlösen der Meisterschaftsspiele maximal rund 23,3 Millionen Euro und minimal rund 11,7 Millionen Euro erzielen. Darüber hinaus profitieren die Bundesliga-Klubs gesondert aus den Einnahmen der Auslandsvermarktung. Hier erhält der Deutsche Meister noch einmal 4 Millionen Euro, der Tabellenletzte durchschnittlich 518.000 Euro.

Im internationalen Vergleich hinkt die Bundesliga bei der Vermarktung im Ausland anderen europäischen Ligen wie Spanien, Italien und vor allem der englischen Premier League jedoch deutlich hinterher. So brachte der Verkauf der Fernsehrechte an der englischen Eliteklasse in insgesamt 81 Paketen für 208 Länder und Territorien bis 2010 umgerechnet 952 Millionen Euro pro Jahr. Selbst der Tabellenletzte erhält allein aus diesem Topf rund 45 Millionen Euro. Dennoch versucht die Bundesliga den Rückstand in der Auslandsvermarktung in den kommenden Jahren zumindest zum Teil aufzuholen. Momentan wird die höchste deutsche Liga bereits in 130 Ländern im Fernsehen übertragen. So laufen beispielsweise das Freitagsspiel sowie die Samstags- und Sonntagskonferenzen der Bundesliga live in den USA. In Asien sind zur Zeit in Japan, Hongkong und Malaysia pro Spieltag jeweils mindestens zwei, in China sogar vier Bundesligapartien live im TV zu sehen.

Durch die massiven Steigerungen bei den Einnahmen der Vereine – vor allem durch den Quantensprung beim Verkauf der Fernsehrechte in den 1990ern – sind im Laufe der Zeit ebenso die Höhe der Ablösesummen für Spieler und Trainer sowie die Gehälter der Beteiligten auf bis zu zweistellige Millionenbeträge pro Jahr angeschnellt. Durch das Bosman-Urteil 1995 wurde die Entwicklung zu immer höheren Summen zudem weiter verschärft. So überwies Borussia Dortmund für den Brasilianer Márcio Amoroso im Jahr 2001 die Rekordsumme von 50 Millionen DM (ca. 25,6 Millionen Euro) an den AC Parma.

Dies wirkte sich auch auf das Wachstum des Schuldenbergs aus. Betrugen die Verbindlichkeiten der in der Bundesliga spielenden Vereine 1984 noch 27 Millionen Euro, waren es zehn Jahre später bereits 240 Millionen. Inzwischen werden die Gesamtschulden der Bundesligisten auf mehr als eine halbe Milliarde Euro geschätzt. Allein der Schuldenstand des ersten börsennotierten Vereins Borussia Dortmund belief sich zeitweise auf mehr als 118 Millionen Euro.

Nachdem die Budgets der Bundesligavereine über viele Jahre stets gewachsen sind, führte unter anderem der zwischenzeitliche Rückgang der Fernsehgelder in Folge der Kirch-Pleite im Frühjahr 2002 zu einer Zäsur. Der Not gehorchend setzte bei den Verantwortlichen ein Umdenken ein, so dass eine Konsolidierung mit einer damit einhergehenden Verringerung der zur Verfügung stehenden Etats stattfand. Zu einer Insolvenz eines Bundesligisten kam es trotz der einbrechenden Umsätze im Fernsehgeschäft nicht, da die Vereine heute eine recht breite Streuung ihrer Einnahmequellen haben. Während in früheren Jahrzehnten nahezu 100 Prozent der Erlöse aus Eintrittsgeldern stammten, generieren die Vereine ihre Einnahmen inzwischen zu 36,8 Prozent aus TV-Honoraren, zu 23,8 Prozent aus der Werbung, zu je 16 Prozent aus Eintrittsgeldern und Merchandising sowie zu 7,2 Prozent aus dem Transfergeschäft.

Das Gesamtbudget der 18 Bundesligaklubs in der Saison 2008/09 sieht Ausgaben von insgesamt mehr als 600 Millionen Euro vor. „Liga-Krösus“ ist Bayern München mit 80 Millionen Euro.

Im internationalen Vergleich gehörten 2004/05 nur Bayern München mit 189 Mio. Euro und Schalke 04 mit 97 Mio. Euro zu den zwanzig umsatzstärksten europäischen Mannschaften. Die ersten Plätze belegen Real Madrid (276 Mio. Euro), Manchester United (246 Mio. Euro) und der AC Mailand (234 Mio. Euro). Im Vergleich zu den Vorjahren rückten die Vereine der Bundesliga im internationalen Vergleich der Umsatzzahlen dabei nach vorne. Neben Bayern München und Schalke 04 wird erwartet, dass aufgrund des neuen Fernsehvertrages, der stetig wachsenden Zuschauerzahlen sowie der besseren Vermarktungsmöglichkeiten aufgrund der modernen Stadien, in Zukunft auch Mannschaften wie Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen, Hamburger SV, Werder Bremen und der VfB Stuttgart in die europäische Top 20 vordringen können. Beim Vergleich der Gesamtumsätze der Ligen lag die Bundesliga in der Saison 2006/07 mit 1,4 Milliarden Euro an zweiter Stelle in Europa, hinter England (2,3 Milliarden Euro) und vor Spanien (1,33 Milliarden Euro), Italien (1,16 Milliarden Euro) und Frankreich (0,97 Milliarden Euro).

Der professionelle Fußball bietet nicht nur Fußballspielern, -trainern und -managern bezahlte Vollzeitarbeitsplätze. Insgesamt arbeiten im Jahr 2007 34.103 Menschen direkt oder indirekt für die Vereine der ersten und zweiten Bundesliga. 8.786 davon sind direkt bei den Vereinen beschäftigt, weitere 3.094 Beschäftigte haben die Tochtergesellschaften der Vereine. Zu diesem Personalstock gehören klassische Berufe wie kaufmännische Angestellte, Fan-Shop-Mitarbeiter oder Gärtner für die Pflege der Rasenplätze. Die Modernisierung der Trainingsmethoden führt zur Beschäftigung von Ernährungswissenschaftler und Fitnesstrainern. Durch die wachsenden Serviceangebote kommen weitere Arbeitsplätze hinzu, so in vereinseigenen Reisebüros, in der Kinderbetreuung während der Bundesligaspiele, Museumsleiter oder im Management der Vereinsmaskottchen. Größter direkter Arbeitgeber im deutschen Profifußball ist 2007 der FC Bayern München mit 250 Mitarbeitern in der Geschäftsstelle, während Vereine wie der MSV Duisburg und der FC Energie Cottbus mit nur 16 Mitarbeitern auskommen. Weitere 22.223 sind schließlich indirekt durch den Fußball beschäftigt. Hier zu gehören vor allem die Angestellten von Sicherheitsdiensten, Catering-Firmen und Sanitätsdiensten, die während der Bundesligaspiele zum Einsatz kommen.

Die ersten vier ausländischen Spieler in der Bundesliga waren Heinz Versteeg (Meidericher SV/Niederlande), Petar Radenković (TSV 1860 München/Jugoslawien), Jacobus Prins (1. FC Kaiserslautern/Niederlande) und Wilhelm Huberts (Eintracht Frankfurt/Österreich). Sie alle waren am ersten Bundesliga-Spieltag im Einsatz. Die Ausländerquote an diesem Spieltag betrug somit 2,27 % – heutzutage ist die Quote häufig über 50 %. Am 6. April 2001 war Energie Cottbus im Spiel gegen den VfL Wolfsburg sogar der erste Bundesliga-Klub, der in seiner Startaufstellung nur ausländische Spieler hatte.

Diese Entwicklung ist einerseits auf den Zerfall des Ostblocks Anfang der 1990er Jahre und andererseits auf das wirtschaftliche Zusammenwachsen Europas zurückzuführen, was dazu führte, dass in Folge des Bosman-Urteils die nationalen Verbände gezwungen waren, ihre Restriktionen für die Verpflichtung und Aufstellung von Spielern aus EU-Mitgliedsstaaten aufzuheben. Nachdem in der Fußball-Bundesliga zunächst lediglich der Einsatz von maximal zwei, später drei Ausländern gestattet war, konnten seit Dezember 1995 beliebig viele Spieler aus dem UEFA-Bereich und seit 2001 fünf nichteuropäische Ausländer eingesetzt werden. Spieler, die in Deutschland ausgebildet wurden, fielen als „Fußballdeutsche“ nicht unter diese Regelung. Zur Spielzeit 2006/07 wurde die zuvor geltende Ausländerregel zugunsten einer so genannten „Local-Player-Regelung“ abgeschafft. So können nun Spieler auch aus dem außereuropäischen Ausland uneingeschränkt eingesetzt werden. Im Gegenzug müssen bei jedem Bundesliga-Klub mindestens zwölf deutsche Spieler unter Vertrag stehen, von denen in dieser Saison vier, 2007/08 sechs und danach acht Akteure bei einem deutschen Klub ausgebildet worden sind.

Während in den ersten Jahren ausländische Spieler nur selten unter den besten Torschützen anzutreffen waren (1963/64 lag der Österreicher Wilhelm Huberts auf Platz 4, und erst 1989/90 konnte mit dem Norweger Jørn Andersen erstmals ein ausländischer Spieler die Torjägerkrone gewinnen), ist das Verhältnis seit den 1990er Jahren eher umgekehrt. 2001/02 waren mit Marcio Amoroso (Platz 1), Giovane Elber (Platz 3), Aílton (Platz 5) und Marcelinho (Platz 8) vier Brasilianer unter den Top 8, aber nur 4 Deutsche unter den Top 10. 2003/04 schaffte es sogar nur ein Deutscher in die Top 10 und von 2000/01 bis 2004/05 belegten jeweils ausländische Spieler den ersten Platz. In der ewigen Bestenliste belegt Giovane Elber mit 133 Toren als bester Ausländer den 17. Platz.

Aílton gelang es 2003/04 als erstem Ausländer zum Fußballer des Jahres in Deutschland gewählt zu werden. Der Däne Allan Simonsen von Borussia Mönchengladbach war der erste ausländische Bundesliga-Spieler, der 1977 zu Europas Fußballer des Jahres gewählt wurde. Auch 1978 und 1979 konnte mit Kevin Keegan/England vom Hamburger SV ein ausländischer Bundesligaspieler diese Auszeichnung erringen.

Neben ausländischen Spielern waren von Anfang an auch ausländische Trainer in der Bundesliga tätig. Den ersten Meistertitel gewann 1966 der Österreicher Max Merkel mit 1860 München, 1968 konnte er diesen Erfolg mit dem 1. FC Nürnberg wiederholen. Ihm folgte 1969 Branko Zebec/Jugoslawien mit dem ersten Titel für Bayern München. 1979 gelang ihm mit dem Hamburger SV erneut der Titelgewinn, welcher gleichzeitig den ersten Bundesligatitel für den HSV darstellte. Pál Csernai/Ungarn (1979/80 und 1980/81) sowie Ernst Happel/Österreich (1981/82 und 1982/83) gelangen ebenfalls zwei Titelgewinne. Damit stellt Österreich die erfolgreichsten ausländischen Bundesligatrainer. Der international erfolgreichste Vereinstrainer Giovanni Trapattoni konnte sich in der Bundesliga nie richtig durchsetzten. Der Italiener konnte die deutsche Meisterschaft nur 1996/97 mit Bayern München erringen. Auch sein letztes Engagement beim VfB Stuttgart endete 2006 vorzeitig.

Aufgrund einer Kooperation des DFB mit dem Schweizerischen Fußballverband wurden von 1981 bis 1990 zudem insgesamt 33 Bundesliga-Spiele durch Schweizer Schiedsrichter geleitet. Darüber hinaus waren bislang keine ausländischen Schiedsrichter in der Bundesliga tätig.

In den Jahrzehnten seit Gründung der Fußball-Bundesliga gab es eine ganze Reihe bemerkenswerter, teilweise auch kurioser Rekorde.

Die erfolgreichsten Spieler in der Bundesliga sind Oliver Kahn und Mehmet Scholl mit jeweils acht Deutschen Meisterschaften, gefolgt von Lothar Matthäus, Klaus Augenthaler und Alexander Zickler, die jeweils sieben Mal Meister wurden. Alle diese Spieler gewannen ihre Meisterschaften mit dem FC Bayern München. Erfolgreichster Trainer ist Udo Lattek, der mit dem FC Bayern (6) und Borussia Mönchengladbach (2) insgesamt acht Meisterschaften als verantwortlicher Betreuer feiern konnte. Platz 2 belegt Ottmar Hitzfeld mit sieben Deutschen Meisterschaften, gefolgt von Hennes Weisweiler mit vier Titeln.

Bei den Torschützen ragt Gerd Müller heraus, der in 427 Bundesligaspielen 365 Tore erzielte und siebenmal die kicker-Torjägerkanone als Torschützenkönig der Bundesliga gewann. Dabei stellte er 1972 mit 40 geschossenen Toren den noch heute gültigen Bundesliga-Rekord auf. Als bester Torschütze Europas wurde er 1970 (38 Tore) und 1972 zudem mit dem Goldenen Schuh geehrt. Die meisten Tore in einem einzigen Bundesligaspiel erzielte Dieter Müller vom 1. FC Köln, als er am 17. August 1977 sechsmal beim 7:2 gegen Werder Bremen traf. Der Elfmeterspezialist Hans-Jörg Butt ist der Torwart mit den meisten erzielten Treffern (25 Tore). Die bislang einzigen Tore durch Torhüter aus dem Spiel heraus schossen Jens Lehmann und Frank Rost, die beide jeweils einmal trafen.

Immerhin sechs Eigentore schoss Manfred Kaltz vom Hamburger SV, der damit diese Statistik anführt. Er traf allerdings auch 76-mal das richtige Tor. Fünf Spieler schossen bisher zwei Eigentore in einem Spiel.

Manfred Kaltz ist zudem der Bundesligaspieler mit den meisten Elfmetertoren. Er verwandelte 53 bei sieben vergebenen Strafstößen. Michael Nushöhr ist der einzige Spieler, dem es gelang, in einer Bundesligapartie drei Elfmeter zu verwandeln. Weniger erfolgreich am Elfmeterpunkt war Rekordtorjäger Gerd Müller. Bei insgesamt 63 Strafstößen vergab er zwölf – Negativrekord in der Bundesliga.

Zu den bemerkenswertesten Leistungen der Bundesliga-Torhüter gehört die Bestmarke des damals beim VfB Stuttgart spielenden Timo Hildebrand. Ihm gelang es, in der Zeit vom 25. Mai bis 4. Oktober 2003 kein einziges Gegentor zu kassieren und seinen Kasten 884 Spielminuten in Folge sauber zu halten. Auf die meisten Zu-Null-Spiele insgesamt kann Oliver Kahn zurückblicken.

Zum Seitenanfang



1. FC Magdeburg

1. FC Magdeburg.svg

Der 1. FC Magdeburg (offiziell Erster Fußballclub Magdeburg e. V.; kurz 1. FCM, FCM oder der Club) ist ein Fußballverein aus Magdeburg, der am 22. Dezember 1965 mit der Ausgliederung der Fußballabteilung aus dem SC Magdeburg gegründet wurde. Die Vereinsfarben sind blau und weiß und der Verein hat 1.580 Mitglieder.

Der FCM wurde dreimal Meister der DDR-Oberliga, holte siebenmal den nationalen Pokal und gewann 1974 als einzige Mannschaft der ehemaligen DDR einen Europopokal, den Europapokal der Pokalsieger.

Die Heimspiele werden im Stadion Magdeburg ausgetragen. Auf dem Gelände des Stadions befinden sich das Trainingsgelände und das Nachwuchsleistungszentrum. In der Saison 2008/09 spielt die erste Mannschaft in der Regionalliga Nord.

Magdeburgs Fußballtradition wurde schon vor dem Ersten Weltkrieg durch die Vereine Cricket-Victoria und FC Victoria begründet. Beide spielten zwischen 1933 und 1942 zeitweise in der Gauliga Mitte, eine der damals 16 höchsten Fußballklassen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie wie alle ostdeutschen Sportvereine auf Betreiben der sowjetischen Besatzungsmacht auf der Grundlage der Direktive Nr. 23 des Alliierten Kontrollrats auf Dauer verboten. Zur Weiterführung von Sportwettkämpfen wurden zunächst auf regionaler Ebene einfach organisierte Sportgemeinschaften (SG) zugelassen. Als Vorläufer des 1. FC Magdeburg gründete sich im Herbst 1945 die SG Sudenburg, die sich im Mai 1949 mit der SG Lemsdorf zur SG Eintracht Sudenburg zusammenschloss. Nach der Einführung des Systems der Betriebssportgemeinschaften (BSG) in Ostdeutschland übernahm am 20. Juni 1950 das Krupp-Gruson Werk, später als Schwermaschinenbaukombinat „Ernst Thälmann“ (SKET) bekannt, als so genannter Trägerbetrieb die SG und wandelte sie in die BSG Krupp Gruson Magdeburg um. Entsprechend den Vorgaben für Betriebssportgemeinschaften musste eine breite Palette von Sportarten angeboten werden, überregionale Bedeutung erlangte jedoch nur die Sektion Fußball. Nach Umwandlung des Trägerbetriebes in einen „Volkseigenen Betrieb“ bekam die BSG 1951 den Namen Stahl Magdeburg und nach Gründung der zentralen Sportvereinigung Motor für den Bereich Maschinenbau 1952 die Bezeichnung BSG Motor Mitte. Als Mitte der 1950er Jahre die Sportvereinigungen ihre Schwerpunkt-Sportklubs entwickelten, wurde 1955 der SC Aufbau Magdeburg gegründet, dem am 25. August 1957 die Sektion Fußball der BSG Motor angegliedert wurde. Auch im Sportclub bildeten die Fußballmannschaften nur eine unter mehreren Sektionen. 1965 beschloss die DDR-Sportführung, den Fußballsport intensiver zu fördern und veranlasste die Bildung von Fußballklubs durch Herauslösung der erfolgreichsten Fußballsektionen aus den bestehenden Sportklubs. Als erster Fußballklub in der DDR wurde am 22. Dezember 1965 der 1. FC Magdeburg gegründet.

Nachdem 1947 Sportwettkämpfe über die Stadt- und Kreisgrenzen hinaus zugelassen wurden, beteiligte sich die SG Sudenburg in der Saison 1947/48 an den Spielen des Fußballbezirks Magdeburg-Süd und belegte dort unter sieben Mannschaften Rang 4, der jedoch weder für die weiteren Qualifikationsrunden zur 1. Ostzonenmeisterschaft noch für die ab 1948 eingerichtete Landesklasse Sachsen-Anhalt reichte. Erst in der Spielzeit 1949/50 spielte die nunmehrige SG Eintracht in der Landesklasse, wo sie in der Staffel Nord Platz 3 erreichte. Ein Jahr später wurde die Mannschaft, nun als BSG Krupp-Gruson auftretend, Landesmeister und qualifizierte sich damit für die neue zweitklassige DS-Liga (später DDR-Liga). Als BSG Stahl bzw. BSG Motor Mitte und später als SC Aufbau kam die Mannschaft stets im oberen Tabellendrittel ein und schaffte 1959 als Tabellenzweiter hinter dem SC Chemie Halle erstmals den Aufstieg in die höchste DDR-Fußballklasse Oberliga. Bereits in den 1950er Jahren besaßen die Magdeburger erfolgreiche Torschützen. 1952 wurde Günter Thorhauer mit 12 Treffern 2. der Tortschützenliste seiner Ligastaffel, ein Jahr darauf wurde Siegfried Koch mit 23 Toren zweitbester Schütze aller 26 DDR-Liga-Mannschaften.

In den folgenden Jahren wurde als Saisonziel stets der Aufstieg in die Oberliga ausgegeben. Dabei standen sich jedoch die Magdeburger meist selbst im Wege. Nach guten Spielen, in denen die Spitzenreiter sowohl spielerisch als auch kämpferisch bezwungen wurden, folgten unerklärliche Leistungsabfälle. Es fehlte die Konstanz, um am Ende einer Saison ganz oben zu stehen. Daher landeten die Magdeburger in den Jahren 1953 bis 1957 auf den Plätzen zwei, drei oder vier. Als Ergebnis mussten die Verantwortlichen eingestehen, dass der Magdeburger Fußball nur Mittelmaß war.

Als Sektion Fußball des neu gegründeten SC Aufbau Magdeburg wurde 1957 abermals der Aufstieg verpasst. Die Saison 1958 sollte die schlechteste für die Magdeburger während ihrer DDR-Liga-Zugehörigkeit werden. Nach einer Niederlagenserie musste Trainer Hans Manthey gehen und für ihn wurde Fritz Wittenbecher verpflichtet. Wittenbecher führte den von Manthey begonnen Umbruch der Mannschaft fort und formte ein Team, das im folgenden Jahr den lange angestrebten Aufstieg in die Oberliga schaffte. Perfekt gemacht wurde der Aufstieg am vorletzten Spieltag durch ein 1:1 vor 18.000 Zuschauern gegen den bereits als Aufsteiger feststehenden Meister SC Chemie Halle.

Nach neun Jahren in der zweitklassigen DDR-Liga spielten die Magdeburger ab 1960 in der höchsten Spielklasse des Landes, der DDR-Oberliga. Das Germerstadion reichte bei einigen Spielen nicht mehr aus, sodass seit dieser Saison die Heimspiele im Grubestadion ausgetragen wurden. 35.000 Zuschauer beim Spiel gegen Vorwärts Berlin bedeuteten einen neuen Rekord für den SC Aufbau. Drei Spieltage vor Saisonende wurde durch ein 3:0 gegen den SC Lok Leipzig der Klassenerhalt perfekt gemacht. Am Ende der Saison stand ein respektabler 7. Tabellenplatz zu Buche.

In den drei folgenden Spielzeiten kämpften die Magdeburger lange Zeit gegen den Abstieg. Der Klassenerhalt konnte meistens erst an den letzten Spieltagen gesichert werden. Dafür gab es in der Saison 1963/64 eine Premiere. Nach Erfolgen über Zwickau, Chemie Zeitz, Dynamo Berlin und dem SC Motor Jena stand der SC Aufbau im Finale des FDGB-Pokals. Gegner am 13. Juni 1964 war der SC Leipzig im Dessauer Paul-Greifzu-Stadion. Nach einer 2:0-Führung des Favoriten aus Leipzig drehten die Magdeburger noch das Spiel und kamen in der 3. Minute der Nachspielzeit zum vielumjubelten 3:2-Siegtreffer durch Hermann Stöcker, der zur erstmaligen Europapokalteilnahme berechtigte.

Als erster Gegner auf dem internationalen Parkett wurde Galatasaray Istanbul zugelost. Die beiden Mannschaften schafften das Kunststück, gleich dreimal 1:1 zu spielen (inkl. Entscheidungsspiel in Wien). Auch beim entscheidenden Münzwurf wollte die Entscheidung nicht sofort fallen. Der Legende nach hat der Magdeburger Kapitän die Münze gar nicht zu Gesicht bekommen. Stattdessen jubelten die türkischen Spieler bereits, bevor die Münze auf dem Boden landete. Im Jahr 1965 erreichten die Magdeburger einen weiteren Mittelfeldplatz und schafften es, den Pokaltitel als erste Mannschaft überhaupt im DDR-Fußball zu verteidigen. Im Finale in Berlin ging Vizemeister Motor Jena mit 1:0 in Führung. Doch wie bereits im Vorjahr konnten die Magdeburger das Spiel drehen und mit einem durch Günter Hirschmann in der letzten Minute verwandelten Foulelfmeter den Sieg erringen.

Für den 1965 gegründeten 1. FC Magdeburg lief seine erste Saison nach der nicht optimal, am Ende stieg die Mannschaft als Tabellenletzter wieder in die DDR-Liga ab. Immerhin konnte Magdeburg im Europapokal nach einem 8:1 über den FC Sion, dem höchsten Sieg in der Magdeburger EC-Geschichte, bis ins Viertelfinale vordringen, wo der FCM gegen den Titelverteidiger West Ham United mit 0:1 und 1:1 ausschied. Damals standen in den Reihen von West Ham United so namhafte Spieler wie Bobby Moore und Geoffrey Hurst, die nur wenige Monate später Fußballweltmeister wurden.

Nach dem Abstieg übernahm der ehemalige Trainer der DDR-Nationalmannschaft Heinz Krügel das Traineramt beim FCM. Über die gesamte Saison gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Post Neubrandenburg. Erst am letzten Spieltag fiel die Entscheidung um den Aufstieg im direkten Duell mit Neubrandenburg. Ein 1:1 vor 45.000 Zuschauern reichte dem FCM, um den sofortigen Wiederaufstieg perfekt zu machen.

Im darauffolgenden Jahr in der DDR-Oberliga errang der Club als Neuling einen sehr guten 3. Tabellenplatz. Mit dieser Platzierung kehrte der FCM auf die internationale Bühne zurück. In der Sommerpause 1968 spielte der FCM erstmalig im Intertoto-Cup und traf dabei auf die Teams Odra Opole, Jednota Trenčín und Hvidovre Kopenhagen. Im Folgejahr hatte der FCM bis zum letzten Spieltag die Chance auf den ersten Meistertitel. Aber zwei Niederlagen in den letzten beiden Spielen bedeuteten in der Endabrechnung wieder den 3. Platz. Der Höhepunkt der Saison folgte zwei Wochen nach Abschluss der Punktspiele. Nach Siegen über Neubrandenburg, Zwickau, Chemie Leipzig und den BFC Dynamo wartete im Finale des FDGB-Pokal im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion der FC Karl-Marx-Stadt. Nach zwei Toren von Jörg Ohm und weiteren Treffern von Achim Walter und Jürgen Sparwasser gewann der FCM mit 4:0 und feierte den dritten Pokalerfolg. In der folgenden Europapokalsaison wurde in der ersten Runde MTK Budapest ausgeschaltet. Allerdings war in der zweiten Runde Endstation, das Team von Academica Coimbra erwies sich als zu stark. In der Oberliga wurden konnten die Magdeburger nicht an die guten Leistungen der Vorjahre anknüpfen. Die Saison 1970/71, die mit dem 4. Platz beendet wurde, nutzte der Club zur weiteren Verjüngung der Mannschaft.

In den siebziger Jahren wurde der Oberliga-Fußball der DDR in erster Linie von den Mannschaften 1. FC Magdeburg und SG Dynamo Dresden geprägt. Vater dieses Erfolges in Magdeburg war Trainer Heinz Krügel, unter dessen Regie der FCM allein zwischen 1969 und 1974 neun DDR-Nationalspieler hervorbrachte, von denen vier im Aufgebot für die WM-Endrunde 1974 standen.

Die goldenen Jahre des Magdeburger Fußballs begannen 1972, als der FCM mit der bis zu diesem Zeitpunkt jüngsten Meistermannschaft, das Durchschnittsalter betrug gerade einmal 22,5 Jahre, zum ersten Mal den DDR-Meister-Titel errang. Grundlage der Meisterschaft war die makellose Heimbilanz. Alle 13 Heimspiele wurden gewonnen. Höhepunkte waren dabei das 2:1 gegen Dynamo Dresden vor 38.000 Zuschauern im Rahmen der Flutlichteinweihung des Grube-Stadions und ein 5:0 gegen Carl-Zeiß Jena vor 45.000 Zuschauern. Insgesamt stellte der FCM mit 22.231 Zuschauern pro Spiel außerdem auch einen neuen Besucherrekord auf.

In der folgenden Saison belegte der 1. FC Magdeburg in der Oberliga den 3. Platz. Der erste Auftritt im Europapokal der Landesmeister brachte zwei souveräne Siege gegen den finnischen Titelträger TPS Turku. Im Achtelfinale wartete ein ganz anderes Kaliber: Juventus Turin. Offiziell 45.000, nach Augenzeugenberichten 50.000 Zuschauer unterstützten ihren Klub zu Hause beim Rückspiel. Zwei 0:1-Niederlagen bedeuteten jedoch das Aus. Nach dem Rückspiel sprach Trainer Heinz Krügel auf der Pressekonferenz die folgenden Worte: „Erst in 1–2 Jahren wird die Mannschaft internationales Format haben“. Trotz des Ausscheidens blieben die Magdeburger in der Saison 1972/73 nicht ohne Titel. Über die Stationen Motor Babelsberg, Dynamo Schwerin, Hansa Rostock und Rot-Weiß Erfurt zogen die Magdeburger zum vierten Mal in das FDGB-Pokalfinale ein. Gegner am 1. Mai 1973 war im Dessauer Paul-Greifzu-Stadion der 1. FC Lok Leipzig. Wie auch neun Jahre zuvor gewann der FCM vor über 10.000 mitgereisten Fans mit 3:2, wobei das Siegtor wieder einmal kurz vor Schluss durch Jürgen Sparwasser fiel.

Die Spielzeit 1973/74 gilt bis heute als die erfolgreichste Saison des 1. FC Magdeburg. Nachdem die Mannschaft zur Winterpause mit drei Niederlagen noch auf dem zweiten Tabellenplatz landete, blieb sie in der Rückrunde unbesiegt. An Spannung war die Schlussphase der Saison kaum zu überbieten, denn die drei direkten Konkurrenten Magdeburg, Jena und Dresden trafen an den letzten drei Spieltagen jeweils direkt aufeiander. Die junge Magdeburger Mannschaft, die mit einem Durchschnittsalter von 22,3 Jahren die jüngste Meistermannschaft in der Geschichte der DDR-Oberliga war und damit auch die Meistermannschaft von 1972 unterbot, musste dabei seine Duelle auswärts bestreiten und gewann beide Spiele mit 2:1 (Jena) und 1:0 (Dresden). Neben dem zweiten DDR-Meistertitel konnte der Club in diesem Jahr mit dem Gewinn des Europapokals der Pokalsieger auch den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte feiern. Nachdem in den Runden zuvor NAC Breda, Banik Ostrava. Beroe Stara Zagora und im Habfinale Sporting Lissabon ausgeschaltet wurden, siegte die Mannschaft im Endspiel im Rotterdamer Stadion De Kuip vor der Minuskulisse für Europapokalendspiele von 4.644 Zuschauern gegen den Titelverteidiger AC Mailand nach Toren von Enrico Lanzi (Eigentor) und Wolfgang Seguin mit 2:0 und wurde damit der einzige Fußballklub der DDR, dem ein Europapokal-Triumph gelang. Darüber hinaus ist der 1. FC Magdeburg bis heute der einzige Verein, der ausschließlich mit Spielern aus der eigenen Region den Europapokal gewinnen konnte. Dabei war die Tatsache, dass sämtliche Spieler aus dem Bezirk Magdeburg kamen, selbst für den DDR-Fußball ungewöhnlich.

Die Austragung des Europäischen Supercups gegen den Sieger des Europapokal der Landesmeister FC Bayern München wurde vom Fußballverband der DDR verboten. Der Zufall sorgte dafür, dass der Supercup im Achtelfinale des Europapokals der Landesmeister 1974/75 „nachgeholt“ wurde. Im Hinspiel in Münchner Olympiastadion führten die Magdeburger zur Halbzeit mit 2:0, allerdings konnte der FC Bayern das Spiel noch mit 3:2 gewinnen. Eine 1:2-Niederlage im Rückspiel besiegelte das frühe Aus der Magdeburger. Dennoch wurde in der Saison 1974/75 ein weiterer Titel an die Elbe geholt. Die sehr gute Heimbilanz von 11 Siegen und nur zwei Remis legte den Grundstein für den dritten und letzten DDR-Meistertitel. Bereits einen Spieltag vor Schluss konnten die Krügel-Schützlinge den Meistertitel vor Carl-Zeiß Jena und Dynamo Dresden perfekt machen. Der Zuschauerrekord aus der ersten Meistersaison 1971/72 konnte mit 22.923 Zuschauern pro Oberliga-Partie nochmals überboten werden.

Auch der dritte Auftritt im Europapokal der Landesmeister war nur von kurzer Dauer. In der ersten Runde 1975/76 kam es zum Aufeinandertreffen mit dem schwedischen Titelträger Malmö FF. Einer 1:2-Niederlage in Malmö folgte ein 2:1-Erfolg in Magdeburg, so dass ein Elfmeterschießen den Sieger ermitteln musste. Obwohl die Schweden nur zweimal vom Punkt trafen, zogen sie dennoch in die nächste Runde ein, da von den fünf Magdeburger Schützen einzig Wolfgang Steinbach traf. In der Oberliga war die Verteidigung des Meistertitels nicht möglich. Mit dem 3. Platz wurde zumindest die Qualifikation für den UEFA-Cup erreicht.

1976 endete die Trainerkarriere von Heinz Krügel beim 1. FC Magdeburg, als er bei den SED-Funktionären wegen politischer Unzuverlässigkeit in Ungnade fiel. Krügel lehnte unter anderem eine Spionageaktion gegen den FC Bayern München 1974 ab. Sein Nachfolger wurde Klaus Urbanczyk. In seiner ersten Saison führte er die Mannschaft nach Erfolgen über den AC Cesena, Dinamo Zagreb und Videoton Szekesfehervar ins Viertelfinale des UEFA-Cups. Wie bereits fünf Jahre zuvor war der spätere Sieger Juventus Turin zu stark für die ersatzgeschwächte Magdeburger Mannschaft. Platz zwei am Ende der Saison bedeutete die erneute Teilnahme am internationalen Wettbewerb.

Ein Jahr später konnte in zwei Spielen der Bundesliga-Tabellenführer FC Schalke 04 mit 4:2 und 3:1 bezwungen werden. Damit ist der FCM die einzige Mannschaft, die Schalke je im Europapokal im Parkstadion bezwingen konnte. Auch in dieser Europapokal-Saison war im Viertelfinale abermals gegen den späteren Sieger PSV Eindhoven Schluss, wobei die Niederländer das Duell erst in der vorletzten Minute des Rückspiels für sich entscheiden konnten. In der Oberliga konnten die Magdeburger wiederum den 2. Platz erringen. Der Höhepunkt der Saison war aber der Sieg im FDGB-Pokal. Durch ein Kopfballtor von Mannschaftskapitän Manfred Zapf wurde der spätere Meister Dynamo Dresden im Berliner Stadion der Weltjugend mit 1:0 bezwungen. Der Pokal ging durch den fünften Pokalerfolg endgültig in den Magdeburger Besitz über.

Nach dem fünften Pokalsieg startete der FCM erstmals nach dem EC-Sieg 1974 wieder im Europapokal der Pokalsieger. Das dritte Mal in Folge kam das Aus im Viertelfinale. Banik Ostrava gelang im Rückspiel fünf Minuten vor dem Ende der entscheidende Siegtreffer. Auch in dieser Spielzeit konnte der FCM im Pokalfinale den zukünftigen Meister besiegen. Ein Tor von „Paule“ Seguin in der 101. Minute bedeuteten einen 1:0-Sieg gegen den BFC Dynamo und Pokalsieg Nr. 6. Spätestens mit diesem Sieg war der Ruf des Magdeburger Klubs als Pokalverein besiegelt. Ein Wehrmutstropfen blieb: Erstmals seit 1972 blieb der FCM ohne Meisterschaftsmedaille und wurde am Ende Vierter.

In der Sommerpause 1979 beendeten Manfred Zapf und Jürgen Sparwasser ihre Karrieren. Die hinterlassene Lücke hatte größere Auswirkungen als zunächst gedacht. Im FDGB-Pokal 1979/80 schied der FCM bereits im Achtelfinale aus, in der Oberliga wurde ein 4. Platz erreicht und im Europapokal war gegen Arsenal London bereits in der 2. Runde Endstation. Im Rückspiel gegen die Engländer erzielte Dirk Stahmann das 100. Tor in der Europapokalgeschichte der Magdeburger.

Abgesehen vom 3. Platz in der Saison 1980/81 blieben seit Ende der siebziger Jahre für den 1. FC Magdeburg die großen Erfolge in der Oberliga aus. In den Spielzeiten 1981/82 und 1982/83 sprang jeweils nur der sechste Tabellenplatz heraus. Daher wurde Klaus Urbanczyk „in Übereinstimmung mit der Leitung des 1. FC Magdeburg“ im April 1982 durch Claus Kreul abgelöst. Das Erreichen eines UEFA-Cup-Platzes war das einzige realistische Ziel. Aber auch hier war meistens in den ersten Runden schon Endstation, wenn auch oft gegen namhafte Gegner. 1981 kam das Aus in der zweiten Runde gegen das italienische Spitzenteam AC Turin. Ein Jahr später besiegelte Lothar Matthäus das Ausscheiden gegen Borussia Mönchengladbach in der ersten Runde. Nach einem 3:1-Hinspielerfolg kämpfte die Magdeburger aufopferungsvoll, musste aber fünf Minuten vor dem Ende die 0:2-Niederlage durch einen Sonntagsschuss von Matthäus hinnehmen.

Lediglich mit dem mittlerweile siebten Gewinn des FDGB-Pokals im Jahre 1983 konnte sowohl die Magdeburger Mannschaft als auch ihre Anhängerschaft noch einmal auftrumpfen. Mit etwa 25.000 mitgereisten Fans, die ihr Team beim 4:0-Erfolg im Berliner Stadion der Weltjugend gegen den FC Karl-Marx-Stadt unterstützten, wurde ein bis heute gültiger Vereinsrekord an Auswärtsfahrern aufgestellt. Der Pokalsieg bescherte den Magdeburgern noch einmal ein Highlight. Rund 70.000 Karten hätte der FCM für das Spiel gegen das europäische Topteam des FC Barcelona verkaufen können. Die 32.000 Zuschauer, die eine Karte ergattern konnten, mussten dann allerdings mit ansehen, dass der FCM mit den Großen in Europa nicht mehr mithalten konnte. Angetrieben von Bernd Schuster und einem mit drei Toren überragenden Diego Maradona spielten die von Cesar Luis Menotti trainierten Katalanen wie entfesselt auf und gewannen mit 5:1. Für den FCM bedeutete das 1:5 die höchste Niederlage der Europapokalgeschichte.

In den folgenden Jahren glichen die Ergebnisse der Magdeburger einer Achterbahnfahrt. Nach dem Karriereende der erfolgreichen Generation der 70er Jahre wurden viele junge Spieler in den Oberligakader integriert. Sie konnten aber nicht in deren Fußstapfen treten. 1983/84 und 1984/85 wurde der fünfte Platz erreicht. Die Magdeburger mussten einsehen, dass sie in der DDR den Anschluss an die Spitze verloren hatten, welche von den Mannschaften BFC Dynamo, SG Dynamo Dresden und 1. FC Lok Leipzig gebildet wurde. Vielmehr stellten die Magdeburger nur noch Mittelmaß dar. Der ausbleibende Erfolg schlug sich auch deutlich in den Besucherzahlen nieder. Während bis zur Saison 1976/77 pro Partie durchschnittlich 18.000 und mehr Zuschauer in das Ernst-Grube-Stadion strömten, lag der Saisonschnitt zu Beginn der 80er Jahre nur noch bei rund 13.000 Besuchern. Ab Mitte der achtziger Jahre fanden schließlich kaum noch 10.000 Magdeburger den Weg ins Stadion.

1985 beendete Joachim Streich seine aktive Karriere und übernahm sofort das Traineramt. Er war zu diesem Zeitpunkt der jüngste Oberliga-Trainer. Ein erster Erfolg für den Trainer Streich war das Erreichen des Europapokals nach dem vierten Platz 1985/86. Die folgende Europapokalsaison war jedoch nach zwei Spielen wieder vorbei. Athletico Bilbao setzte sich mit einem 2:0 und einem 0:1 durch. Streich setzte die Verjüngung im Kader konsequent fort und holte hoffnungsvolle Nachwuchsleute wie Markus Wuckel, Dirk Schuster, Stefan Minkwitz oder René Schneider in die Mannschaft. Doch die junge Mannschaft musste in den nächsten Jahren viel Lehrgeld zahlen. Der 7. Platz in der Saison 1987/88 bedeutete die schlechteste Platzierung seit 1970. Auch im FDGB-Pokal, der einstigen Domäne der Magdeburger, gab es blamable Ergebnisse. Dreimal in Folge musste Magdeburg bei einer unterklassigen Mannschaft die Segel streichen.

Erst in der Saison 1989/90 konnte der FCM mit den jungen Spielern wieder um die Meisterschaft mitspielen. Am letzten Spieltag musste die Mannschaft beim direkten Mitkonkurrenten aus Chemnitz antreten und war aufgrund des Rückstandes des späteres Meisters Dynamo Dresden zur Halbzeit „virtueller Meister“. Am Ende verlor der FCM jedoch knapp mit 0:1 und belegte in der Endabrechnung den dritten Platz. Der dritte Platz berechtigte zur vorerst letzten Teilnahme an einem europäischen Pokalwettbewerb. Am Tag der Deutschen Wiedervereinigung erzielte Heiko Laeßig am Polarkreis bei Rovaniemi PS das bis dato letzte Europapokaltor, sehr zur Freude der 13 mitgereisten Fans. In der zweiten Runde nutzten mehr als 600 Magdeburger die neue Reisefreiheit, in der DDR wurden zuvor immer die mitreisenden Fans ausgesucht, und begleiteten ihr Team zum Spiel bei Girondins Bordeaux. Mit zwei 0:1-Niederlagen verabschiedeten sich die Magdeburger von der internationalen Bühne.

Positive Schlagzeilen lieferte der FCM im Januar 1991. Nach dem Sieg beim eigenen Hallenturnier um den Jägermeister-Cup und einem zweiten Platz beim Turnier in Stuttgart waren die Magdeburger die erste Mannschaft aus dem Bereich des NOFV, dem die Qualifikation für das DFB-Hallen-Masters gelang. Beim Finalturnier in der Dortmunder Westfalenhalle schieden die Magdeburger nach Niederlagen gegen Borussia Mönchengladbach (2:3), den FC Bayern München (3:5) und VfB Stuttgart (1:5) ohne Punktgewinn aus.

Durch grobe Managementfehler verloren die Magdeburger Kicker in der Zeit nach der Wende den Anschluss an den Spitzenfußball. In der Saison 1990/91 waren nach dem 3. Platz im Vorjahr die Hoffnungen groß, dass die Qualifikation für die 1. oder zumindest für die 2. Bundesliga gelingt. Doch der Abgang von Trainer Joachim Streich sowie verschiedener Spieler in den Westen (z. B. Dirk Schuster, Wolfgang Steinbach) konnte nicht kompensiert werden und der FCM wurde am Ende nur Zehnter. In den letzten Qualifikationsspielen zur 2. Bundesliga konnte nicht ein Sieg errungen werden, was zur Folge hatte, dass sich der FCM 1991 in der drittklassigen Oberliga Nordost/Staffel Mitte wiederfand. Während der Saison 1991/92 lieferte sich der FCM lange Zeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Staffelsieg mit dem 1. FC Union Berlin. Am Ende waren es aber 13 Punkte Rückstand und der FCM wurde Zweiter. Dadurch wurde die einzige Teilnahme an der Amateurmeisterschaft möglich, wo der FCM jedoch mit nur einem Remis aus vier Spielen den letzten Gruppenplatz belegte.

1992/93 war der FCM von den vorderen Plätzen weit entfernt und landete am Ende auf dem 8. Platz. Dafür gelang durch einen 3:2-Erfolg gegen den Halleschen FC erstmals der Gewinn des 1991 ins Leben gerufenen Landespokals, welcher zur Teilnahme am DFB-Pokal 1993/94 berechtigte. Nach einem Freilos in der 1. Runde war der damalige Zweitligist Wuppertaler SV zu Gast in Magdeburg. Nach einem dramatischen Spielverlauf, der FCM schoss nach einem 0:2-Rückstand in den letzten vier Minuten noch zwei Tore und eliminierte auch in der Verlängerung einen erneuten Rückstand, gewann der FCM mit 8:7 nach Elfmeterschießen und empfing in der 3. Runde den Titelverteidiger Bayer 04 Leverkusen. Der Bundesligist war aber eine Nummer zu groß und gewann im – für lange Zeit zum letzten Mal ausverkauften – Ernst-Grube-Stadion mit 5:1. In der Oberliga verfehlte der FCM am Ende der Spielzeit die Qualifikation zur neuen viergleisigen Regionalliga nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses gegenüber Hertha Zehlendorf. Ausgerechnet am 20. Jahrestag des Europapokalgewinns wurden zwei Elfmeter verschossen. Die daraus resultierende 1:2-Niederlage gegen den VfB Lichterfelde besiegelte das Scheitern in der Qualifikation für die Regionalliga.

So spielte der Magdeburger Verein ab der Saison 1994/95 nur noch in der Nordstaffel der viertklassigen Oberliga. Diese Saison war für den ehemaligen Europapokalsieger der vorläufige Tiefpunkt – sowohl sportlich, als auch vom Zuschauerinteresse gesehen. Der Zuschauerschnitt betrug gerade einmal 444 und der Abstieg in die Verbandsliga konnte nur knapp abgewendet werden. Erst am letzten Spieltag gelang der Klassenerhalt durch einen 5:2-Erfolg bei Preußen Berlin.

Nach einem Jahr im Mittelfeld der Oberliga Nordost-Nord setzte sich der FCM große Ziele. Der neue Präsident Eckhard Meyer wollte „innerhalb von zehn Jahren Bundesligafußball in einem modernen Magdeburger Stadion“ sehen. Zusammen mit dem neuen Manager Hans-Dieter Schmidt stellte er ein Team aus gestandenen Profis (Frank Lieberam, Jörg Kretzschmar) und hoffnungsvollen Talenten aus dem eigenen Nachwuchs (unter anderem die späteren Bundesligaprofis Marcel Maltritz, Jan Sandmann, Sebastian Hähnge und Christian Lenze) zusammen, das sich in der Spielzeit 1996/97 in der Oberliga Südstaffel den Aufstieg zum Ziel setzte. In dieser Saison war mit Fortuna Magdeburg ein zweiter Verein aus der Elbestadt in die Oberliga aufgestiegen, was beim FCM zu einer neuen Euphoriewelle führte. Sowohl beiden Lokalderbys als auch dem Schlüsselspiel gegen den FSV Hoyerswerda wohnten bis zu 10.000 Zuschauer bei – insgesamt kamen wieder durchschnittlich 3.000 Zuschauer zum Traditionsverein ins Ernst-Grube-Stadion. Am Ende konnte der FCM seinen Platz als Nummer 1 in Magdeburg verteidigen und erreichte darüber hinaus als Staffelsieger den Aufstieg in die Regionalliga Nordost.

Nachdem in der Spielzeit 1997/98 sowohl der Klassenerhalt in der Regionalliga, als auch der zweite Landespokal mit einem 4:1 über Lok/Altmark Stendal gesichert werden konnte, setzte der FCM im darauf folgenden Jahr noch einen drauf und spielte bis wenige Spieltage vor Saisonende um den Aufstieg in die 2. Bundesliga mit. Am Ende reichte es zum 3. Platz, der die Fans darauf hoffen ließ, dass es im nächsten Jahr zumindest für die Qualifikation zur neu geschaffenen zweigleisigen Regionalliga reichen sollte. Doch die Hoffnungen wurden trotz namhafter Neuzugänge wie Bodo Schmidt wiederum enttäuscht, der zehnte Platz im dritten Jahr der Regionalligazugehörigkeit bedeutete für Magdeburg ab 2000/01 die erneute Viertklassigkeit. Zumindest der dritte Gewinn des Landespokals gelang der 2. Mannschaft des FCM.

Im DFB-Pokal 2000/01 konnte die Magdeburger Mannschaft noch einmal für Furore sorgen, als sie nacheinander den 1. FC Köln, den FC Bayern München und den Karlsruher SC aus dem Wettbewerb warf und erst im Viertelfinale am späteren Sieger FC Schalke 04 scheiterte. Innerhalb dieser Spielzeit zeigte der FCM seine Überlegenheit in der Oberliga Nordost-Süd durch insgesamt 120 erzielte Tore. Am Ende der Saison wurde der sofortige Wiederaufstieg in die Regionalliga durch die Relegationsspiele gegen den Sieger der Oberliga Nordost-Nord BFC Dynamo geschafft. Finanziell stand der Aufstieg allerdings auf wackeligen Beinen. So war der Etat für die Regionalligasaison in Höhe von 6 Mio DM nur unzureichend gedeckt, wodurch eine Bürgschaft in Höhe von 5 Mio DM erbracht werden musste. In einer zweitägigen Spendenaktion wurde mehr als 1 Mio. DM gesammelt, was zwei lokale Banken veranlasste, für den restlichen Betrag zu bürgen. Zudem konnte der vierte Erfolg im Landespokal, dieses Mal wieder durch die 1. Mannschaft, gefeiert werden.

In der Saison 2001/02 wurde zwar in der Regionalliga der sportliche Klassenerhalt geschafft, wobei an den letzten beiden Spieltagen das Kunststück gelang, den höchsten Heim- und Auswärtssieg der gesamten Regionalligasaison zu erzielen. Mit über 4.500 Zuschauern pro Spiel der Besucherschnitt erneut gesteigert und dennoch kam es zum vorläufigen Tiefpunkt der Vereinsgeschichte. Wie im Vorjahr stellte der DFB Auflagen zur Erteilung der Lizenz. Ein zweites finanzielles Wunder blieb aus und so wurde 2002 das Insolvenzverfahren beantragt, was mit dem Zwangsabstieg aus der Regionalliga verbunden war.

Alle Spieler bis auf den neuen Mannschaftskapitän Mario Kallnik verließen nach dem Zwangsabstieg den Verein und die 2. Mannschaft rückte auf, um in der Oberliga den Klassenerhalt zu schaffen, was mit einem 10. Platz auch gelang. Durch einen 2:0-Sieg über den 1. FC Lok Stendal konnte außerdem zum mittlerweile fünften Mal der Landespokal errungen werden. Trotz der Rückschläge der letzten Zeit hielten die meisten Anhänger ihrem Verein die Treue, der Zuschauerschnitt änderte sich nur unwesentlich.

In den folgenden Jahren wurde der Verein einer gründlichen Neustrukturierung unterworfen. So beschloss der Magdeburger Stadtrat im Jahr 2004 den Abriss des Ernst-Grube-Stadions und den Neubau eines modernen Fußballstadions an gleicher Stelle – wodurch der FCM ab Februar 2005 gezwungen war, seine Heimspiele im kleineren Heinrich-Germer-Stadion auszutragen. Außerdem wurde die Mannschaft kontinuierlich neu aufgebaut. Der Lohn waren der dritte (2003/04) und der fünfte Platz (2004/05), bevor der FCM schließlich in der Saison 2005/06 als Oberliga-Meister nach drei Jahren wieder in die Regionalliga aufsteigen konnte. Mit einem 1:0-Sieg über den SV 09 Staßfurt wurde zum sechsten Mal den Landespokal nach Magdeburg geholt.

In der Saison 2006/07 sollte der Klassenerhalt geschafft werden, um eine gute sportliche Basis für die Qualifikation zur 3. Liga im darauf folgenden Jahr zu schaffen. Im Dezember 2006 wurde zudem das neue Stadion eingeweiht, wodurch sich schlagartig der Zuschauerschnitt beim FCM mehr als verdreifachte. Mit diesem Rückhalt gelang dem Verein nach anfänglichen Schwierigkeiten zu Beginn der Saison nach der Winterpause eine Siegesserie. Dabei sah es lange Zeit danach aus, als würde dem FCM nach dem FC Gütersloh und dem FC Carl Zeiss Jena erst als dritte Mannschaft überhaupt der direkte Durchmarsch von der vierten in die zweite Liga gelingen. Doch obwohl drei Spieltage vor Schluss der Vorsprung Magdeburgs auf einen Nicht-Aufstiegsplatz fünf Punkte betrug, wurde der FCM im Saisonfinale vom VfL Osnabrück noch abgefangen und auf den 3. Platz verdrängt. Im Landespokal konnte die zweite Mannschaft bereits zum zweiten Mal das vorzeitige Ausscheiden der „Ersten“ wettmachen und durch ein 3:0 gegen Preußen Magdeburg den siebten Titel für den Verein holen.

Von der Vereinsführung wurde für die Saison 2007/2008 das Ziel der Qualifikation zur 3. Liga ausgegeben, was das Erreichen des 10. Platzes bedeutete. Noch vor dem Start der Regionalliga stand die erste Runde im DFB-Pokal an. Bundesligist Borussia Dortmund sorgte für ein ausverkauftes Stadion und siegte am Ende mit 4:1. In der Liga konnte die Mannschaft nicht an die Erfolge aus der Vorsaison anknüpfen. Vor allem der Abgang des besten Stürmers, Aleksandar Kotuljac, konnte nicht kompensiert werden. Nachdem der FCM seit dem 12. Spieltag unterhalb des 10. Platzes stand und der Abstand größer wurde, wurde Trainer Dirk Heyne im Dezember von seinen Aufgaben freigestellt und Paul Linz übernahm sein Amt. Trotz namhafter Neuverpflichtungen in der Winterpause wie Steffen Baumgart und Najeh Braham verpasste der FCM am letzten Spieltag der Saison nur auf Grund des schlechteren Torverhältnisses gegenüber Eintracht Braunschweig dennoch den Sprung in die neue 3. Liga (DFB) und spielt ab der nächsten Saison in der nun viertklassigen Regionalliga. Das Publikumsinteresse war weiterhin ungebrochen, der Zuschauerschnitt bei den Heimspielen des 1. FC Magdeburg betrug fast 12.000. Im Landespokal erreichte der FCM das Finale gegen den Halleschen FC, das mit einer 3:4-Niederlage nach Elfmeterschießen endete.

Für die Saison 2008/09 wurde der FCM trotz des Abganges fast des gesamten Mittelfeldes von der Mehrzahl der Trainer der Liga als Aufstiegsfavorit Nummer 1 genannt. Diesen Anspruch vertrat der Club auch selbst. Nach einem verpatzten Saisonstart mit drei Niederlagen in vier Spielen konnte eine Siegesserie gestartet werden, so dass der Club in der Winterpause den zweiten Platz mit nur einem Punkt Rückstand zu Spitzenreiter Holstein Kiel belegt.

Der FCM gilt als absolute Pokalmannschaft, was insgesamt 7 DDR-Pokalsiege, 7 Landespokalsiege, 1 Europapokal und mehrere Juniorenpokale, wie der DFB-Pokal der A-Junioren, der 1999 unter anderem mit Maik Franz gewonnen wurde, zeigen. Besonders bemerkenswert ist aber, dass der 1. FC Magdeburg bisher nur zwei seiner 17 Finalspiele verloren hat: Beide im Landespokalfinale gegen den Halleschen FC.

Seit März 2009 tragen die Spieler des 1. FC Magdeburg für die drei DDR-Meistertitel von 1972, 1974 und 1975 einen Meisterstern auf dem Trikot.

Sechsmal stellte der 1. FC Magdeburg einen Torschützenkönig. Vier Titel gingen dabei an Joachim Streich in der DDR-Oberliga in den Jahren 1976/77, 1978/79, 1980/81 und 1982/83. Jürgen Sparwasser war mit 22 Toren der erfolgreichste Torschütze in der DDR-Liga 1966/67 und Arek Zarczinski wurde mit 20 Treffern in der Saison 1996/97 Torschützenkönig in der Oberliga Nordost/Süd. Dreimal wurde ein Spieler des FCM zum Fußballer des Jahres in der DDR gewählt. Das waren Jürgen Pommerenke 1974/75 und Joachim Streich 1978/79 und 1982/83. Einmal wurde ein Tor eines FCM-Spielers von den Zuschauern der ARD-Sportschau zum Tor des Monats gewählt. Das war Petr Maslejs Fallrückziehertor im DFB-Pokal-Spiel gegen den Karlsruher SC am 28. November 2000.

In der ewigen Tabelle der DDR-Oberliga belegt der 1. FC Magdeburg den 7. Platz. Von 793 Spielen wurden 365 gewonnen, 238 verloren und 190 Spiele endeten remis. Das Punktverhältnis (nach Zwei-Punkte-Regel) beträgt 920:666 und das Torverhältnis 1.351:1.046.

Insgesamt 23 Spieler des FCM trugen das Trikot der Nationalmannschaft der DDR. Rekordspielernationalspieler ist Martin Hoffmann, der 66 Länderspiele absolvierte. Sechs Spieler waren vor oder nach ihrer Zeit in Magdeburg Nationalspieler ihres Landes. Der Bekannteste unter ihnen ist Anatoliy Demyanenko, der 80 Einsätze in der Nationalmannschaft der UdSSR hatte.

Wolfgang Seguin hält den Rekord für die meisten Ligaspiele. Zwischen 1964 und 1981 lief er in 403 Punktspielen für die Magdeburger auf. Dabei schaffte er den einmaligen Rekord, von 1971 bis 1979 in 219 aufeinanderfolgenden Punktspielen in der Startelf des FCM zu stehen. Die meisten Tore in Ligaspielen erzielte Joachim Streich. Er traf 171 mal ins gegnerische Netz. Ebenfalls über 100 Punktspieltore schafften Jürgen Sparwasser (133) und Günter Hirschmann (113).

Der jüngste in einem Pflichtspiel eingesetzte Spieler war Sandy Enge. Bei seinem Debüt im August 1988 war er 17 Jahre und 58 Tage alt. Dem gegenüber steht als ältester Spieler der derzeitige Trainer der 2. Mannschaft Andrzej Wojcik, der bei seinem Ausstand im Februar 2000 36 Jahre und 302 Tage alt war.

Des Weiteren wurde Wolfgang Steinbach im Jahr 2006 in einer Telefonabstimmung von den Fans des 1. FC Magdeburg zum „Besten FCM-Spieler aller Zeiten“ gewählt.

Seit 1951 beschäftigten der 1. FC Magdeburg und seine Vorgänger insgesamt 22 Trainer. Erster Trainer war Johannes Manthey, der noch ein weiteres Mal das Traineramt übernahm. Der Trainer mit der längsten Amtszeit war gleichzeitig der erfolgreichste. In den zehn 10 Jahren von 1966 bis 1976 saß Heinz Krügel bei 329 Pflichtspielen auf der Bank. Er schaffte den Aufstieg in die DDR-Oberliga (1967), holte drei Meistertitel (1972, 1974 und 1975), zwei Pokalsiege (1969, 1973) und als Krönung des Europapokal 1974. Neben Krügel holten Ernst Kümmel (1964, 1965), Klaus Urbanczyk (1978,1979) und Claus Kreul (1983) weitere Titel im FDGB-Pokal. Weitere Aufstiege schafften Fritz Wittenbecher in die DDR-Oberliga 1959 sowie Hans-Dieter Schmidt (1997), Eberhard Vogel (2001) und Dirk Heyne (2006) in die Regionalliga. Landespokalerfolge wurden unter Jürgen Pommerenke (1993), Hans-Dieter Schmidt (1998), Eberhard Vogel (2001) und Dirk Heyne (2003, 2006) errungen. Relativ gesehen holte Eberhard Vogel mit 62,9 % die meisten Siege in Pflichtspielen.

Die Zweite Mannschaft des FCM spielte zu DDR-Zeiten zumeist in der drittklassigen Bezirksliga Magdeburg. Nach der Wende wurden die zweite und dritte Mannschaft zunächst aufgelöst. Zur Saison 1993/94 wurden neue Teams gegründet und der Punktspielbetrieb auf Stadtebene wieder aufgenommen. In den folgenden sechs Jahren konnte die zweite Mannschaft drei Aufstiege feiern und spielte ab dem Jahr 2000 erstmalig in der Verbandsliga Sachsen-Anhalt. Nach der Insolvenz der ersten Mannschaft 2002 wurde das Team der zweiten in die „Erste“ befördert und die zweite Mannschaft wurde aus der Verbandsliga zurückgezogen. Die dritte Mannschaft, die in der Stadtliga spielte, wurde daraufhin zur „Zweiten“. In einer „Wiederholung der Geschichte“ schaffte die zweite Mannschaft ab 2004 drei Aufstiege in vier Jahren und war ab 2007 erneut in der Verbandsliga vertreten. Im ersten Jahr in der Verbandsliga erreichte die Mannschaft den zweiten Platz und konnte sich in zwei Relegationsspielen gegen den SV Lichtenberg 47 den Aufstieg in die Oberliga Nordost sichern.

Die zweite Mannschaft des FCM konnte in den Jahren 2000 und 2007 das vorzeitige Ausscheiden der ersten Mannschaft im Landespokal wettmachen und mit Finalerfolgen über den VfL Halle 96 (3:2, 2000) und Preußen Magdeburg (3:0, 2007) den Pokal erringen, so dass die erste Mannschaft im DFB-Pokal spielberechtigt war.

Nachwuchsarbeit hat in Magdeburg eine lange Tradition. Bereits 1943 konnte unter dem Namen „Gebiet Mittelelbe“ durch einen 4:1-Erfolg über Sachsen in Prag der Titel des Deutschen Jugendmeisters an die Elbe geholt werden. Auf Ebene der A-Jugend konnten die Magdeburger fünf DDR-Meistertitel erringen, auf Ebene der B-Jugend drei und auf Ebene der C-Jugend ist der Nachwuchs des FCM mit sieben Titeln Rekordmeister in der DDR. Die A-Jugend des FCM war 1999 das erste Team aus den Neuen Bundesländern, das mit dem Triumph im DFB-Junioren-Pokal einen gesamtdeutschen Titel im Fußball gewinnen konnte.

Die A-Junioren werden vom ehemaligen FCM-Spieler Martin Hoffmann trainiert. Die Mannschaft spielte in der Saison 2007/2008 in der Bundesliga und bringt regelmäßig talentierte Spieler hervor, die den Sprung in die erste Mannschaft oder in den Profifußball schaffen. So gehören zum aktuellen Kader der 1. Mannschaft elf Spieler, die mindestens fünf Jahre im Nachwuchs des FCM gespielt haben. Mit Marcel Maltritz, Maik Franz, Christopher Kullmann, Marcel Schmelzer, Bastian Reinhardt und Benjamin Schüßler spielen momentan sechs ehemalige Magdeburger Nachwuchsspieler in der ersten oder zweiten Bundesliga.

Insgesamt sind beim Verein über 200 Spieler aller Altersklassen im Nachwuchsbereich aktiv, mit Ausnahme der ersten A-Jugend und der ersten B-Jugend spielen alle Mannschaften in der höchstmöglichen Liga. Die Nachwuchsmannschaften werden von insgesamt 27 Trainern betreut. Der Verein betreibt ein Sportinternat und das neue Nachwuchsleistungszentrum wurde 2008 fertiggestellt. Zudem bestehen mit dem Sportgymnasium Magdeburg und verschiedenen sportmedizinischen Abteilungen in Magdeburg und der Umgebung Kooperationsverträge. So wird eine bestmögliche Förderung und Versorgung der Nachwuchsspieler gewährleistet.

Aus der Nachkriegsentwicklung heraus war das Heinrich-Germer-Stadion im Magdeburger Stadtteil Sudenburg, das nach Umbauarbeiten des Stadions am Königsweg 1952 eingeweiht wurde, die Heimstätte der Vorgängervereine des 1. FCM. Während der Umbauarbeiten zum Germerstadion spielte die Mannschaft in der Saison 1951/52 im Stadion der Bauarbeiter an der Großen Diesdorfer Straße. Bis zu 22.000 Zuschauer verfolgten in den 50er Jahren die Spiele im Germerstadion.

1955 wurde das Ernst-Grube-Stadion mit einem Fassungsvermögen (bei Fußballspielen) von 45.000 Zuschauern im Stadtteil Cracau errichtet. Nach dem erstmaligen Aufstieg in die Oberliga wurde das Germerstadion zeitweise dem Zuschaueransturm nicht mehr gerecht. Der Club musste somit bei Spitzenspielen ins Grubestadion ausweichen. Ab Mitte der 60er Jahre siedelte sich der FCM dauerhaft im Ernst-Grube-Stadion an, das in den folgenden Jahren mit der Errichtung der Haupttribüne, der Flutlichtmasten sowie einer elektronischen Anzeigetafel ausgestattet wurde. Aufgrund von Renovierungsarbeiten im Grubestadion spielte der FCM sein letztes Heimspiel der Saison 1978/79 gegen Chemie Böhlen im Stadion am Schöppensteg. Die beiden darauffolgenden Jahre wurde das Heinrich-Germer-Stadion zur vorübergehenden Heimstätte. Nach Abschluss der Renovierungsarbeiten blieb das Grubestadion für 23 Jahre die Heimat des FCM. Aufgrund baulicher Bestimmungen sank das Fassungsvermögen bis 2004 auf 25.800 Plätze.

Da von Januar 2005 bis Dezember 2006 das marode gewordene Ernst-Grube-Stadion abgerissen und durch eine moderne Multifunktionsarena ersetzt wurde, musste der FCM erneut in das Heinrich-Germer-Stadion ausweichen, das mittlerweile nur noch eine Kapazität von 4.990 Zuschauern besitzt.

Seit Dezember 2006 werden die Heimspiele des 1. FC Magdeburg im Stadion Magdeburg ausgetragen. Das Stadion verfügt über 22.750 Sitz- und 4.500 Stehplätze. Bei Bedarf können die Stehplätze in 2.250 Sitzplätze umgewandelt werden, damit ist das Stadion länderspieltauglich. Des Weiteren bestehen 15 Logen, die insgesamt 180 Plätze bieten und 430 Businessclubplätze. Für Behinderte stehen 64 und für die Presse 40 Plätze bereit. Eine Rasenheizung ist ebenso eingebaut wie das am Dach fest installierte Flutlicht und zwei Videowände.

Bereits seit Beginn der 1950er Jahre wurde zu Heimspielen der Vorgängervereine des FCM ein Programmheft herausgegeben. Das älteste bekannte Programmheft datiert vom 20.11.1950 vom Spiel BSG Krupp Gruson Magdeburg gegen Eintracht Bernburg. Seither erscheint zu jedem Heimspiel in Punkt-, Pokal- und Europapokalspielen ein Heft. Bis 2004 waren diese durchgängig im DIN A5-Format. Seither werden die Hefte im Format C5 verkauft. Des Weiteren erstellt der FCM Programmhefte bei einzelnen Freundschaftsspielen und Pflichtspielen, bei denen der Gastgeber kein eigenes Heft erstellt. Das betrifft vor allem Spiele im Landespokal sowie Auswärtsspiele bei den zweiten Mannschaften der Bundesligisten.

Neben den Programmheften sind weitere Vereinszeitschriften unter dem Namen Club-Echo erschienen. Das erste Club-Echo erschien 1958 als Monatszeitschrift des SC Magdeburg. Das eigenständige Club-Echo des FCM wurde zunächst unregelmäßig (unter anderem 1968, 1970, 1974, 1979) herausgegeben, von 1983 bis 1991 aber regelmäßig mit zwei Ausgaben pro Jahr. Die Club-Echos erschienen meistens in der Sommer- und Winterpause. In den Heften wurde die abgelaufene Spielzeit ausgewertet und es wurden die Spieler und insbesondere die Neuzugänge vorgestellt. Neben einem Ausblick auf die kommende Spielzeit wurden auch die Nachwuchsteams mit ihren besten Spielern vorgestellt. Mitte der 1990er Jahre und von 2001 bis 2005 erschienen ebenfalls Hefte.

Das Fanprojekt Magdeburg hat nach der Wende zu Freundschafts- und Landespokalspielen, bei denen der Gastgeber kein eigenes Heft herausgegeben hat, sowie zu verschiedenen Heimspielen des FCM ein Zweitprogramm erstellt.

Neben den Clubzeitungen sind verschiedene Fanzeitungen erschienen. Die erste war das Fan-Club-Echo des Fanclubs Stendaler Roland, das zum Saisonauftakt 1984/85 erschienen ist. In dem Heft wurden ein Ausblick auf die neue Saison gegeben und es wurden die neuen Spieler und die Mitglieder des Fanclubs vorgestellt. Das Besondere an diesem Heft liegt darin, dass zu DDR-Zeiten sämtliche Druckereien der SED unterstellt und jede Sache die gedruckt werden sollte, von „parteilicher“ Seite genehmigt und mit einer Druckfreigabe-Nummer versehen wurde. Daher hat ein Mitglied des Fanclubs, der Mitarbeiter in einer Druckerei war, die Hefte illegal gedruckt. Demzufolge gab es lediglich eine Ausgabe der Zeitung, die in einer kleinen Stückzahl von 40 Exemplaren gedruckt und „unter der Hand verkauft wurde“. Das zweite Magazin waren Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre die City Boys News, herausgegeben vom gleichnamigen Fanclub City Boys. Es wurden sechs Ausgaben gedruckt, die sich überwiegend mit Hooligan-Geschichten rund um den FCM beschäftigten. Aber auch das Geschehen bei anderen Vereinen sowie Erlebnisberichte der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 in Italien waren Themen.

Ab Mitte der 90er Jahre erschienen, wie bei vielen anderen Vereinen auch, verschiedene Fanzines, die in erster Linie Spielberichte aus Fansicht beinhalteten. Neben den Spielen des FCM wurde zusätzliche über Partien berichtet, die im Rahmen von Groundhopping besucht wurden. Die Hefte DRUUFFF (insgesamt 6 Ausgaben), Man nannte ihn Susi (3 Ausgaben) und NNZ (No Name Zine, 3 Ausgaben) hatten meistens eine Auflage von 150 Stück.

Nach Gründung der Blue Generation erschien ab 2001 das gleichnamige Magazin, das ausschließlich das Fangeschehen rund um die Spiele des 1. FC Magdeburg beinhaltete. Es sind bis 2006 im halbjährlichen Rhythmus insgesamt 10 Ausgaben erschienen, die in Ihrer Auflage zwischen 400 und 1.000 Stück schwankten. Seit Dezember 2002 erscheint zu jedem Heimspiel das kostenlose Infoheft Planet MD. Inhaltlich sind die Spiele des FCM, aber auch Ereignisse bei anderen Vereinen ein Thema. Bislang sind 113 Ausgaben erschienen, die je nach Spiel und Gegner eine Auflagenzahl von bis 1.000 Stück erreichen. Darüberhinaus gab es bisher drei Ausgaben des Planet MD International, das Groundhopping-Berichte von Magdeburger Fans enthält.

Zu DDR-Zeiten war das Schwermaschinenkombinat Ernst Thälmann (SKET) ein Partner, der den FCM über Jahrzehnte nicht nur finanziell unterstützte. Einige Spieler waren als Staatsamateure bei SKET offiziell angestellt, wurden aber zum Training und den Spielen von ihrer Arbeit freigestellt. Bereits kurz nach der Wiedervereinigung konnte mit Jägermeister der erste Trikotsponsor präsentiert werden. Die Partnerschaft hielt sechs Jahre und wurde durch die Gothaer-Versicherung ersetzt. Von 1998 bis 2001 warb das Bauunternehmen Plan-Bau JK auf der Brust der Magdeburger. Eine Besonderheit stellten dabei die Partien im DFB-Pokal 2000/01 gegen den FC Bayern München, Karlsruher SC und den FC Schalke 04 dar. Plan-Bau verzichtete auf die Trikotwerbung und es wurde in den drei Spielen für die Finanzzeitung Euro am Sonntag geworben. Der Finanzdienstleister AMIS warb nur eine Saison und zog sich nach der Insolvenz 2002 zurück. Nach einem halben Jahr ohne Trikotsponsor folgte für mehr als zwei Jahre MEDENT, ein Dienstleister aus dem Gesundheitswesen, ehe der Magdeburger Kabelanbieter MDCC für ein halbes Jahr auf den Trikots warb. Seit dem Aufstieg 2006 ist die Brauerei Wernesgrüner Hauptsponsor des FCM. Ausrüster ist die Firma Uhlsport.

Neben dem Hauptsponsor gibt es eine Reihe von weiteren Sponsoren, die je nach Höhe der Sponsorenleistungen in verschiedene Kategorien eingeteilt sind. Um die Abhängigkeit von einzelnen großen Sponsoren zu verringern, wurde nach der Insolvenz im Jahr 2002 der Club 74 ins Leben gerufen. Zusätzlich besteht ein Unterstützerclub für Kleinsponsoren, dem zu Beginn des Jahres 2009 539 Mitglieder angehören.

Der 1. FC Magdeburg hat eine lange Fantradition. Schwankte der Zuschauerschnitt aufgrund der sportlichen Entwicklung des Vereins in den letzten 40 Jahren deutlich, so konnte sich der Verein – abgesehen von den Jahren nach der politischen Wende – meistens auf eine große Anzahl treuer Anhänger verlassen. Bei den meisten Auswärtsspielen sind mehrere hundert Schlachtenbummler dabei, bei Derbys und entscheidenden Spielen kann deren Zahl auf mehrere Tausend ansteigen. Anlässlich der Regionalliga-Begegnung bei Eintracht Braunschweig in der Saison 2007/08 waren es nach Angaben des Gastgebers über 5.000 Magdeburger. Der Rekord an Auswärtsfahrern stammt jedoch noch aus DDR-Zeiten und wurde beim Pokalfinale 1983 in Berlin gegen den FC Karl-Marx-Stadt aufgestellt. Damals bevölkerten 25.000 FCM-Fans die Ränge des Stadions der Weltjugend.

Seit der Eröffnung des neuen Stadions ist der Fanblock zweigeteilt. Ein Teil steht im Eckblock Nr. 2, der Stehplätze aufweist. Die ultraorientierten Fans um die Blue Generation hingegen wollten sich nicht in die Ecke des Stadions drängen lassen und haben sich daher bewusst für Block 4 (auf Grund der ursprünglich geplanten Bezeichnung der Blöcke in Fankreisen auch Block U genannt, wobei das U auch für Ultras steht) als ihren Standort entschieden, um von dort die Mannschaft sowohl lautstark als auch optisch durch Choreographien zu unterstützen.

Gegen Ende der 1970er Jahre bildeten sich die ersten Fanclubs. Bis Mitte der 1980er Jahre wuchs die Zahl der offiziellen auf etwa 60. Die Gesamtanzahl der Fanclubs lag noch etwas höher. Einige Fanclubs registrierten sich nicht beim Verein, da dafür die persönlichen Daten der Mitglieder angegeben werden mussten und Erfahrungen von anderen Fans zeigten, dass die Mitglieder zum Teil einer erhöhten Überwachung durch die Stasi ausgesetzt waren oder als inoffizieller Mitarbeiter geworben werden sollten, um von den Spielen des FCM Berichte zu verfassen. Mit den sportlichen Abstiegen nach der Wende ging auch das Interesse der Fans zurück. Erst mit dem Aufschwung ab Ende der 1990er bildeten sich wieder vereinzelte neue Fanclubs oder ältere zwischenzeitlich aufgelöste schlossen sich wieder zusammen. Ein starker Anstieg an Fanclubs ist seit der Eröffnung des neuen Stadions zu verzeichnen. Zurzeit sind beim FCM 49 Fanclubs offiziell registriert.

Nach der Insolvenz im Jahr 2002 erfolgte die Gründung des Fanrat Magdeburg e. V. Die Fans wollten mehr Einfluss auf die Vereinsarbeit nehmen, um ähnliche Situationen in der Zukunft zu vermeiden und um die Interessen der FCM-Fans gewichtig zu vertreten. Der Fanrat unterstützt den Verein seither finanziell und organisatorisch. So wurden Werbepartner für das Programmheft geworben, Nachwuchsmannschaften an den Spieltagen betreut, Trikotsätze organisiert und verschiedene Spenden- und Sammelaktionen für den FCM und andere gemeinnützige Zwecke unterstützt. Durch Mitglieder des Fanrates wird seit mehr als sechs Jahren der Verkaufsstand des FCM auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt betreut.

In Magdeburg gibt es zwei Fanprojekte. Das Fanprojekt Magdeburg e. V. wurde 1990 als erstes Fanprojekt in Ostdeutschland gegründet. Neben der Betreuung von gewaltbereiten Fußballfans in Magdeburg organisierten die Mitarbeiter Reisen zu Länderspielen der deutschen Nationalmannschaft und Turniere für die Fans. Aufgrund fehlender öffentlicher Mittel wurde die offizielle Fanprojekt-Arbeit gegen Ende der 1990er Jahre eingestellt. Seither existiert das Fanprojekt als Verein mit ehrenamtlichen Mitgliedern. Das neue Fanprojekt Magdeburg wurde 2008 gegründet und wird vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Sachsen-Anhalt getragen. Als wichtigste Aufgabe wird die Betreuung von Jugendlichen und Fans gesehen. Das Fanprojekt hat seinen Sitz in der Wilhelm-Kobelt-Straße 35, direkt hinter der Hermann-Gieseler-Halle. Das Objekt wurde von der Stadt zur Verfügung gestellt und hat nach einer Internetabstimmung unter den Fans den Namen Club 65 erhalten.

Während seit Mitte der 1990er-Jahre die Ultrà-Bewegung ihren Einzug in die deutschen Fanszenen hielt, dauerte die Entwicklung in Magdeburg etwas länger. Im November 2000 schlossen sich einige Fans zur Blue Generation zusammen. Seither organisiert die Blue Generation zu bestimmten Spielen oder Anlässen szenetypische Aktionen wie z. B. Choreographien und stellt einen Vorsänger (Capo) zur akustischen Unterstützung der Mannschaft.

Die erste Fanfreundschaft entstand in den 80er Jahren zu den Fans von Rot-Weiß Erfurt. Im März 1984 war das Spiel des FCM bei Lok Leipzig den schlechten Platzverhältnissen zum Opfer gefallen. Ca. 100 Fans reisten daraufhin nach Dresden und stellten sich in Gästeblock zu den Erfurtern. Nach der 1:5-Niederlage von RWE feierten die Magdeburger und Erfurter gemeinsam. In den folgenden Jahren wurden bei den Spielen zwischen Magdeburg und Erfurt die Kontakte aufgefrischt und es wurden vereinzelte gemeinsame Partys veranstaltet. Nach der Wende und den damit verbundenen unterschiedlichen Ligen ist die Freundschaft auseinander gegangen.

In den 90er Jahren entwickelte sich, zunächst durch Einzelpersonen vorangetrieben, eine Freundschaft zu den Anhängern von Eintracht Braunschweig, die durch das gegenseitige Besuchen der Spiele der jeweils anderen Mannschaft gepflegt wurden. Auch bedingt durch die Städtepartnerschaft zwischen Magdeburg und Braunschweig übertrug sich die Freundschaft auf einen Großteil der Fanszenen. Höhepunkt der Freundschaft war eine gemeinsame Feier mit mehreren hundert Fans nach dem Punktspiel beider Vereine im Dezember 2001 in einer Braunschweiger Discothek. Die Freundschaft zu Eintracht Braunschweig wird von großen Teilen der Anhänger akzeptiert. Einige Fans respektieren diese Fanfreundschaft zwar, stehen ihr aber kritisch gegenüber.

Einige Mitglieder der Blue Generation pflegten von 2003 bis 2004 intensive Kontakte zum Fanclub Diablos Leutzsch des FC Sachsen Leipzig. Der Großteil der Magdeburger Fans stand dieser Beziehung mit Ablehnung, teilweise sogar mit Hass gegenüber. Aus diesem Grund wurde die Freundschaft nach einem Jahr für beendet erklärt.

Bis auf wenige Ausnahmen war es in DDR-Oberliga der Normalfall, dass zu keinem Verein freundschaftliche Kontakte gepflegt wurden. Stattdessen wurden Abneigungen gegen alle anderen Mannschaften und deren Fans gehegt. Daher sind alle Spiele gegen ehemalige Oberligisten mit einer gewissen Brisanz zu sehen. Dennoch ist die Rivalität gegenüber den Fans des Halleschen FC und der SG Dynamo Dresden besonders stark ausgeprägt. Die Rivalität zum HFC ist vor allem durch die Frage der Nr. 1 in Sachsen-Anhalt begründet. Bei Dresden geht diese bis in die 1970er Jahre zurück, als beide Mannschaften die Meistertitel regelmäßig unter sich ausspielten.

In den 1990er Jahren war aufgrund des fehlenden Kontakts zu den ehemaligen Oberligisten und aufgrund regionaler sportlicher Besonderheiten eine Rivalität zu Lok Stendal und Fortuna Magdeburg vorhanden. Die Rivalität begründete sich in erster Linie aus der sportlichen Situation. Fantechnisch wurden die beiden Vereine nicht als ernsthafter Gegner betrachtet, da sie der Masse an FCM-Fans nicht ebenbürdig waren. Aufgrund des sportlichen Abstieges der beiden Vereine wurde den Rivalitäten seit Beginn des Jahrtausends keine Bedeutung mehr zugemessen.

Zum Seitenanfang



Eduard Geyer

Eduard Geyer (l.) beglückwünscht seinen Spieler Andreas Trautmann zur Auszeichnung als (DDR-) Fußballer des Jahres der Saison 1988/89

Eduard "Ede" Geyer (* 7. Oktober 1944 in Bielitz-Biala, Oberschlesien) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und heutiger -trainer.

Eduard „Ede“ Geyer ist der Jüngste von drei Söhnen von Eduard und Emilie Geyer. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges siedelte die Familie nach Dresden um, wo er heute noch lebt.

Nach dem Abschluss eines Ingenieur-Studiums erwarb er zusätzlich an der DHfK in Leipzig das Diplom als Sportlehrer. Er ist seit 1967 mit seiner Frau Angelika verheiratet und hat zwei Söhne. Seit Ende September 1971 war er „Inoffizieller Mitarbeiter“ (IM Jahn) der Staatssicherheit der DDR.

Spielte Eduard Geyer zu Beginn seiner aktiven Zeit noch als Torwart, wechselte der schussstarke Linksfüßer bald in den Sturm (Linksaußen). In den letzten vier Jahren als Spieler rückte er in die Defensive. Geyer bestritt 112 Spiele für die SG Dynamo Dresden und erzielte dabei zwölf Tore. Er konnte in 90 DDR-Oberligaspielen sechs Treffer erzielen und wurde mit Dynamo zweimal Meister und einmal FDGB-Pokalsieger. Aus gesundheitlichen Gründen beendete er mit 31 Jahren seine Spielerkarriere und begann seine Trainer-Laufbahn.

Geyer war zunächst Trainer des Nachwuchses bei Dynamo Dresden und übernahm 1986 den Chefposten von Klaus Sammer. Unter seiner Führung beendete Dynamo die zehnjährige Dominanz des BFC Dynamo und wurde 1989 zum siebten Male DDR-Meister. Im gleichen Jahr erreichte Dynamo erstmals das Halbfinale des UEFA-Cups, schied dort aber knapp gegen den VfB Stuttgart aus.

Der als „harter Hund“ geltende Geyer war 1990 letzter Nationaltrainer der DDR-Fußball-Nationalmannschaft. Da er nach der Wende in Deutschland keinen Trainerposten bekam, ging er nach 1991 für ein Jahr nach Ungarn zum Erstligaklub Siófoki Bányász. Von 1992 bis 1994 trainierte Geyer den FC Sachsen Leipzig, den er 1993 zum Staffelsieg in der NOFV-Oberliga (3. Liga) führte, der aber wegen Lizenzverweigerung für die 2. Bundesliga nicht aufsteigen konnte.

Anschließend übernahm Geyer das Team von Energie Cottbus, die er aus der Regionalliga zunächst ins DFB-Pokalfinale und dann für drei Jahre von 2000 bis 2003 in die Fußball-Bundesliga führte. Nach über zehn Jahren als Trainer in Cottbus wurde Geyer am 23. November 2004 vom Verein beurlaubt, da das Team, mittlerweile wieder in der 2. Bundesliga, nicht mehr um den Aufstieg in die 1. Bundesliga spielte, sondern sich permanent im Abstiegskampf befand. Der bis zum 30. Juni 2006 laufende Vertrag wurde zum 30. Juni 2005 aufgelöst. Nachfolger wurde Petrik Sander.

Nach einer Zwischentätigkeit in Dubai begann Eduard Geyer wieder beim FC Sachsen Leipzig, ab 23. Mai 2006 zunächst als Sportdirektor und ab 4. Oktober 2006 mit einem bis Sommer 2008 geltenden Vertrag auch als Trainer. Da der FC Sachsen Leipzig kurz vor der Insolvenz stand, traten am 2. Juli 2007 der Klubpräsident und sein Stellvertreter zurück und Eduard Geyer stimmte einer Aufhebung seines laufenden Vertrages zu.

Am 25. September 2007 übernahm Eduard Geyer die Trainingsleitung bei seinem Heimatverein SG Dynamo Dresden mit der Zielsetzung, mindestens die Qualifikation für die kommende eingleisige 3. Profiliga zu erreichen.

Am 2. Juni 2008 wurde Eduard Geyer als Cheftrainer der SG Dynamo Dresden entlassen, obwohl er diese Zielsetzung bereits am vorletzten Spieltag erreicht hatte.

Zum Seitenanfang



FC Rot-Weiß Erfurt

Logo des FC Rot-Weiß Erfurt (1966-1970)

Der FC Rot-Weiß Erfurt e. V. ist ein reiner Fußballverein aus Erfurt. In den Spielzeiten 1953/ 54 und 1954/ 55 wurde die Mannschaft unter dem Namen BSG Turbine Erfurt zweimal DDR-Meister.

Der Vorgänger des Vereins ist der am 25. Mai 1895 gegründete Cricket Club Erfurt, der sich ein Jahr später in SC Erfurt 1895 umbenannte. Der SC Erfurt war 1900 Gründungsmitglied des DFB und Pionier der Fußballbewegung in Thüringen. 1904 trat der Verein dem Verband Mitteldeutscher Ballspiel-Vereine (VMBV) bei. Die Mitgliederzahl stieg von 50 im Jahr 1900 auf 419 im Jahr 1914 und erreichte Anfang der 20er Jahre die 1.000er Marke. 1927 war der SC Erfurt mit 1.256 Mitgliedern der zweitgrößte Verein im VMBV. Als nach dem Zweiten Weltkrieg aufgrund der Direktive Nr. 23 des Alliierten Kontrollrats der Besatzungsmächte alle Sportvereine zum 1. Januar 1946 aufgelöst werden mussten und Sportverkehr nur noch auf Stadt- oder Kreisebene gestattet wurde, entstanden in Erfurt mehrere locker organisierte Sportgemeinschaften. Die SG Erfurt-West sah sich als Nachfolgerin des SC Erfurt und des VfB Erfurt. Sie wurde 1949 in Fortuna und nach Einführung des Systems der Betriebssportgemeinschaften (BSG) in BSG KWU (1950) und BSG Turbine (1951) umbenannt. Ende 1954, mitten in der zweiten Meisterschaftssaison, errichtete die Sportvereinigung Turbine ihr DDR-Leistungszentrum in Erfurt und die Betriebssportgemeinschaft wurde zum SC Turbine. Am 26. Januar 1966 wurde die Fußballabteilung, im Rahmen einer Neuordnung des DDR-Fußballs, unter dem Namen FC Rot-Weiß Erfurt eigenständig. Ziel der Umstrukturierung war die Gründung reiner Fußballclubs, um das Niveau der DDR-Oberliga zu heben. So vereinigten sich die Fußballabteilungen des SC Turbine Erfurt und der BSG Optima Erfurt zum FC Rot-Weiß Erfurt, während der Sportclub und die BSG und ihre anderen Sektionen weiter existierten.

Das erste Fußballspiel der Vereinsgeschichte fand 1895, im Jahr der Vereinsgründung, statt und wurde gegen den TV 1860 Gotha mit 0:2 verloren. Zwischen 1903 und 1910 war der Verein die unangefochtene Nummer 1 im Thüringer Fußball und gewann in diesen Jahren regelmäßig die Gaumeisterschaft von Thüringen. 1908 spielte der SC Erfurt erstmals in der Endrunde um die Mitteldeutsche Meisterschaft und konnte diese ein Jahr später gewinnen. Nach einem 7:2 im Halbfinale gegen den Dresdner SC, besiegten die Thüringer im Finale den Halleschen FC 96 mit 5:4. Mit diesem Sieg war der SC Erfurt für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft qualifiziert und besiegte dort im Viertelfinale Allemannia Cottbus mit 4:3. Im Halbfinale unterlag der Verein gegen den späteren Deutschen Meister Phönix Karlsruhe deutlich mit 1:9. In der folgenden Saison erreichte der Verein erneut das Finale um die Mitteldeutsche Meisterschaft und unterlag dort dem VfB Leipzig mit 1:4. 1910 und 1911 schieden die Thüringer jeweils im Halbfinale gegen Wacker Halle aus. In den folgenden Jahren nahm der Verein insgesamt noch achtmal an der Endrunde um die Mitteldeutsche Meisterschaft teil, konnte seinen Erfolg von 1908 jedoch nicht wiederholen. Zwei Halbfinalteilnahmen in den Jahren 1917 und 1919 sollten die größten Erfolge bleiben.1933 qualifizierten sich die Erfurter für die neu gegründete Gauliga Mitte, damals die höchste deutsche Spielklasse. 1936 stieg der SC Erfurt aus der Gauliga ab, schaffte aber den sofortigen Wiederaufstieg. Nach dem erneuten Abstieg 1938 dauerte es zwei Jahre bis zur Rückkehr in die oberste Spielklasse, der die Erfurter dann bis zur Einstellung des Spielbetriebes 1944 angehörten. Insgesamt konnte der Verein in der Gauliga nicht an die Erfolge seiner frühen Geschichte anknüpfen und verlor sogar die Vormachtstellung in der Stadt, die mittlerweile der VfB Erfurt und die SpVgg Erfurt inne hatten.

Im Sommer 1946 wurde der Spielbetrieb auf Kreisebene in Erfurt wieder aufgenommen. Nach dem Gewinn der Thüringer Meisterschaft 1949 gegen die SG Altenburg-Nord nahm die SG Fortuna an der Endrunde um die Ostzonenmeisterschaft teil. Nach Siegen gegen die SG Wismar-Süd (10:0) und SG Meerane (4:3 n.V.) erreichten die Erfurter das Finale, unterlagen dort aber vor 50.000 Zuschauern im Dresdener Ostragehege gegen ZSG Union Halle mit 1:4. Ein Jahr später war die BSG KWU eine von 14 Gründungsmitgliedern der DDR-Oberliga, der höchsten Spielklasse im DDR-Fußball, und erreichte in der ersten Saison 1949/50 einen achtbaren vierten Platz. Am 30. September 1950 standen die Erfurter im Finale um den FDGB-Pokal, wo sie der BSG Eisenhüttenwerk Thale mit 0:4 unterlagen. In der Saison 1950/51 stand die BSG Turbine am Ende punktgleich mit der BSG Chemie Leipzig an der Tabellenspitze. Zwar hatten die Erfurter das bessere Torverhältnis, dies spielte aber damals noch keine Rolle. So musste ein Endspiel der beiden Tabellenführenden über die DDR-Meisterschaft entscheiden. Das Spiel fand am 20. Mai 1951 im Chemnitzer Ernst-Thälmann-Stadion vor der Rekordkulisse von 60.000 Zuschauern statt. Doch auch im dritten Finale innerhalb von nur drei Jahren verloren die Thüringer unglücklich mit 0:2.

Die erfolgreichsten Zeiten erlebte der Club in den folgenden Jahren unter Trainer Hans Carl. Mit Kapitän und Spielgestalter Helmut Nordhaus, sowie mehreren Nationalspielern wie Gerhard Franke und Georg Rosbigalle gelang den Erfurtern 1954 und 1955 zweimal hintereinander der Titelgewinn. Treffsicherster Spieler dieser Zeit war Stürmer Siegfried Vollrath. 1954 wurde er gemeinsam mit Heinz Satrapa von Wismut Aue mit 21 Toren Torschützenkönig der DDR-Oberliga. Auch am zweiten Meistertitel hatte er gewichtigen Anteil, als er in 20 Spielen 16 Tore erzielte. Ein weiterer Erfolgsgarant war die Abwehr der Thüringer, sowie Torhüter Rolf Jahn. In beiden Meisterjahren ließen die Erfurter die wenigsten Gegentore aller Mannschaften der DDR-Oberliga zu.

An die großen Erfolge konnte Turbine Erfurt in den folgenden Jahren nicht mehr anknüpfen. Trainer Hans Carl verließ die DDR in Richtung Hessen und trainierte dort in der Folgezeit den KSV Hessen Kassel und mehrere wichtige Spieler der Meistermannschaften beendeten ihre Karriere, sodass die Erfurter 1959 erstmals in die zweitklassige DDR-Liga abstiegen. Nach dem sofortigen Wiederaufstieg spielten die Erfurter bis 1964 wieder erstklassig, bevor sie erneut ab- und sofort wieder aufstiegen.

Ausgerechnet im Jahr der Fußballclubgründung 1966 stieg die Mannschaft erneut in die DDR-Liga ab. Auch diesmal gelang der sofortige Wiederaufstieg, genau wie nach dem letzten Abstieg des Clubs aus der DDR-Oberliga in der Saison 1970/71. In den 70er Jahren arbeitete sich Rot-Weiß von den Abstiegsplätzen auf stabile Mittelfeldplätze in der Abschlusstabelle hoch. Prominente Spieler dieser Zeit waren Stürmer Horst Weißhaupt, Torwart Wolfgang Benkert, der aufstrebende Jürgen Heun und Nationalspieler Rüdiger Schnuphase.

1980 kam es zu einem dramatischen Pokalfinale gegen den Thüringer Rivalen FC Carl Zeiss Jena. Durch den Treffer von Armin Romstedt führte Erfurt bis zehn Minuten vor dem Ende, ehe Jürgen Raab den Ausgleich für die Jenaer erzielte. In der Verlängerung behielt Jena schließlich mit 3:1 die Oberhand und gewann den Pokal. In den folgenden Spielzeiten machten sich die Erfurter Hoffnungen endlich den Einzug in den Europapokal zu schaffen. In der Saison 1982/83 erreichte der RWE unter Trainer Siegmar Menz den fünften Platz und verpasste nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses gegenüber dem 1. FC Lokomotive Leipzig die Teilnahme am Europapokal. Auf eben diese hofften die Erfurter, als 1985 der Jenaer Erfolgstrainer Hans Meyer nach Erfurt kam und den ehemaligen Erfurter Rüdiger Schnuphase mitbrachte. Doch auch Meyer gelang es nicht, Erfurt aus dem Mittelmaß herauszuführen, so dass das Erreichen des Intertoto-Cups das Maximum für Rot-Weiß blieb. Dort konnten die Thüringer allerdings in mehreren Spielen überzeugen und schlugen beispielsweise Fortuna Düsseldorf mit 6:1 und 3:0, sowie den holländischen Vertreter Twente Enschede mit 4:0.

Die erfolgreichste Saison der Rot-Weißen war ausgerechnet die letzte Saison der DDR-Oberliga 1990/91. Obwohl der Verein ohne große Illusionen in die Saison gestartet war, stand am Ende der 3. Tabellenplatz und somit die direkte Qualifikation für die 2. Bundesliga und der Einzug in den UEFA-Pokal. Das letzte Oberligator des Vereins erzielte am 25. Mai 1991 Frank Dünger beim 2:1 gegen Stahl Brandenburg. Letztendlich fehlte sogar nur ein Punkt auf den Zweitplatzierten Dynamo Dresden und der damit verbundenen Eingruppierung in die 1. Bundesliga. Die Freude dauerte kein Jahr, denn Erfurt wurde abgeschlagen Letzter und stieg in die Amateuroberliga ab. Besser machte es der Verein in dieser Saison in den Pokalwettbewerben. Im DFB-Pokal besiegte Rot-Weiß überraschend den FC Schalke 04 mit 2:1. Die Schalker entdeckten in diesem Spiel auch das große Potential des Erfurter Abwehrspielers Thomas Linke und verpflichteten ihn am Ende der Saison. Im UEFA-Cup hatte es der Verein in der ersten Runde mit dem holländischen Vertreter FC Groningen zu tun und erreichte nach zwei 1:0 Erfolgen sogar die zweite Runde. Im Hinspiel in den Niederlanden gingen die Thüringer bereits nach zwei Minuten durch Jörg Schmidt in Führung und sollten diese bis zum Ende des Spieles verteidigen, unter anderem scheiterte Groningen per Elfmeter an Torhüter Péter Disztl. Das entscheidende Tor im Rückspiel in Erfurt erzielte Tino Gottlöber. In der zweiten Runde war die europäische Spitzenmannschaft Ajax Amsterdam eine Nummer zu groß für die Thüringer. Trotz des Führungstreffers von Uwe Schulz im Hinspiel vor nur 6000 Zuschauern, verloren die Erfurter mit 1:2 und hatten auch beim 0:3 im Rückspiel keine Chance gegen die mit namhaften Spielern wie Dennis Bergkamp besetzte Elf aus Amsterdam.

Ab 1992 spielte der Verein in der NOFV-Oberliga und damit erstmals nur noch drittklassig. In den folgenden zwei Spielzeiten scheiterte Erfurt zweimal nur knapp an der Rückkehr in die 2. Bundesliga. 1993 wurden die Erfurter mit zwei Punkten Rückstand auf Tabellenführer Sachsen Leipzig nur Dritter, außerdem bestritt im Juni das Erfurter Idol Jürgen Heun vor nur 600 Zuschauern gegen den FC Meißen sein letztes Spiel im Dress der Rot-Weißen, nachdem er zuvor in 399 Punktspielen auf dem Platz stand und 132 Tore erzielte. 1994 wurde der Verein Zweiter hinter dem FSV Zwickau, obwohl die Mannschaft in 30 Spielen keine einzige Niederlage einstecken musste. Die Qualifikation für die neu gegründete Regionalliga Nordost wurde damit allerdings erreicht. Dort kamen die Thüringer in den folgenden Spielzeiten stets zu Platzierungen im vorderen Drittel der Tabelle, der Sprung zurück in den bezahlten Fußball gelang jedoch nicht. 1997 wurde gegen den Verein aufgrund einer Überschuldung von über 6,1 Millionen DM das Insolvenzverfahren eröffnet. In den folgenden Monaten herrschte rund um den Club Chaos. Erst mit dem Amtsantritt von Präsident Klaus Neumann konnte die finanzielle Talfahrt beendet werden. Er trug maßgeblich dazu bei, dass nach acht Monaten das Insolvenzverfahren erfolgreich abgeschlossen wurde und der Verein weiter existieren konnte. Als im Jahr 2000 die Zahl der Regionalligen von vier auf zwei reduziert wurde, musste der FC Rot-Weiß Erfurt als Tabellensiebter den letzten freien Platz in der Regionalliga gegen den Oberligisten FC Schönberg 95 in zwei Relegationsspielen ausspielen. Nachdem das Hinspiel in Schönberg mit 0:1 verloren wurde, qualifizierten sich die Erfurter mit einem 4:1 im Rückspiel für die Regionalliga. In der 90. Spielminute traf ein Schönberger Spieler beim Stande von 3:1 nur die Torlatte, woraufhin im direkten Gegenzug das 4:1 fiel. Ein 3:2 hätte RWE aufgrund der Auswärtstorregel nicht gereicht. In der folgenden Saison wurde die Mannschaft nur 15. in der Regionalliga Süd und stand somit zu Saisonende auf einem Abstiegsplatz. Lediglich aufgrund eines Lizenzentzugs für den SSV Ulm 1846 konnte der Verein die Klasse halten. In den folgenden beiden Jahren erreichte das Team nur Mittelfeldplätze, obwohl vor Saisonbeginn stets der Aufstieg als Ziel ausgegeben wurde und entsprechend teure Spieler in die Landeshauptstadt geholt wurden. Dies führte neuerdings zu einer hohen Verschuldung des Vereins, sodass der Aufstieg in den bezahlten Fußball aufgrund der wesentlich höheren Fernseheinnahmen in der 2. Bundesliga mittlerweile existenziell wichtig wurde.

In der Saison 2003/04 kam René Müller als Trainer nach Erfurt und schaffte mit einer komplett neu aufgebauten Mannschaft nach zwölf Jahren die lang ersehnte Rückkehr in die 2. Bundesliga. Erstmals seit Jahren hatte der Verein vor der Saison nicht den Aufstieg als Ziel ausgegeben und keine namhaften Spieler verpflichtet, umso überraschender war der Erfolg am Ende der Saison. Die Mannschaft steigerte sich im Verlauf der Saison kontinuierlich und erreichte den Aufstieg bereits nach dem vorletzten Spieltag. Vor 20.000 Zuschauern besiegten die Erfurter den direkten Konkurrenten und späteren Mitaufsteiger 1. FC Saarbrücken mit 2:1. In der folgenden Saison stellte Müller den Kader der Erfurter erneut radikal um, die zahlreichen Neuzugänge konnten die Erwartungen diesmal allerdings nicht erfüllen und die Stimmung in der Mannschaft und dem Erfurter Umfeld wurde zunehmend schlechter. Nach zahlreichen umstrittenen Entscheidungen, unter anderem das Verbannen des Erfurter Publikumslieblings Ronny Hebestreit auf die Tribüne oder das Festhalten an Torhüter Claus Reitmaier trotz mehrerer spielentscheidender Fehler, wurde René Müller am 20. Februar 2005 entlassen, doch auch sein Nachfolger Ján Kocian konnte den Abstieg nicht mehr verhindern. Einen herben Rückschlag musste der Verein kurz vor Saisonende verkraften. Beim Spiel gegen die SpVgg Unterhaching am 6. April 2005 war der Erfurter Spieler Senad Tiganj der Einnahme einer verbotenen Substanz überführt worden. Tiganj sagte später aus, er habe seinem kleinen Sohn die Einnahme eines Asthmasprays vorgeführt, welches die verbotene Substanz enthielt. Obwohl aufgrund der geringen Menge keine Leistungssteigerung möglich war, entschied das Sportgericht des DFB die Annullierung des Sieges und Wertung der Partie für die SpVgg Unterhaching. Dieser Punktabzug trug mit zum Abstieg des FC Rot-Weiß Erfurt in die Regionalliga bei. Nach dem Abstieg erhielten die Erfurter aufgrund eines Schuldenberges von 4 Millionen Euro nur mit viel Mühe die Lizenz für die Regionalliga und traten in der Saison 2005/06 mit zahlreichen Spielern aus dem eigenen Nachwuchs an. Der Klassenerhalt gelang den Rot-Weißen nur aufgrund des besseren Torverhältnisses gegenüber Preußen Münster. Auch in der Saison 2006/07 muss Trainer Pavel Dotchev aufgrund der Sparzwänge mit geringen finanziellen Mitteln eine Mannschaft zusammenstellen, sodass auch in dieser Saison der Klassenerhalt oberste Priorität hat. Nach einem schlechten Saisonstart steigerten sich die Thüringer im Laufe der Saison und standen zur Winterpause überraschend auf dem dritten Tabellenplatz, punktgleich mit dem zweiten Rang, der zum Aufstieg in die 2. Bundesliga berechtigt. In der Rückrunde konnte die Mannschaft nicht an die Leistungen des ersten Halbjahres anknüpfen und beendete die Saison auf dem 11. Tabellenplatz. Für die Saison 2007/08 strebt der Verein die Qualifikation für die neue 3. Liga an. Dabei versprach der Verein sämtlichen Dauerkartenbesitzern eine Rückgabe des Geldes im Falle des Nichterreichens der 3. Liga. Zur Winterpause steht der Verein auf dem 2. Platz, der zum Aufstieg in die 2. Bundesliga berechtigen würde. Der Vorsprung auf Platz 11, der nicht mehr zur Qualifikation für die 3. Liga berechtigt, beträgt sieben Punkte. Wenige Tage vor Beginn der Rückrunde trat Trainer Pavel Dotchev überraschend zurück und wechselte zu seinem ehemaligen Verein SC Paderborn 07. Als Nachfolger verpflichtete der FC Rot-Weiß Karsten Baumann. In der Rückrunde konnte die Mannschaft nicht mehr an die Leistung der Vorrunde anknüpfen. Dennoch war der Verein frühzeitig für die 3. Liga qualifiziert, in der Endabrechnung belegte die Mannschaft Rang 7.

Insgesamt kamen 14 Erfurter Spieler während ihrer Zeit im Verein zu Einsätzen in der DDR-Fußballnationalmannschaft.

Die erste Zahl gibt die Zahl der Spiele an, die zweite steht für die erzielten Tore.

Die geringe Anzahl an Länderspielen ist bei diesen Spielern auch darauf zurückzuführen, dass in den 50er Jahren nur sehr wenige Länderspiele der DDR-Nationalelf stattfanden. Georg Rosbigalle spielte am 12. September 1952 gegen Polen im ersten Länderspiel der DDR.

Die erste Zahl gibt die Zahl der Spiele an, die zweite steht für die erzielten Tore.

Der erste internationale Nationalspieler im Verein war der ungarische Nationaltorhüter Péter Disztl, der 1990 und 1991 im Tor der Erfurter stand. Gediminas Sugzda, der von 1997 bis 2000 in Erfurt spielte, bestritt in dieser Zeit ein Länderspiel für die Nationalelf aus Litauen. Der nächste Nationalspieler war der Bosnier Bruno Akrapovic, der 2003 für ein halbes Jahr bei RWE spielte. In der Zweitligasaison 2004/05 trugen mit Stephan Keller (Schweiz), Eric Akoto (Togo), George Koumantarakis (Südafrika), Najeh Braham (Tunesien), Zoran Pavlovič und Senad Tiganj (beide Slowenien) insgesamt sechs Nationalspieler das Trikot der Erfurter. Außerdem spielte in der Saison 2005/06 mit Ilia Gruev (Bulgarien) ein weiterer Nationalspieler seines Landes bei den Thüringern.

Zu DDR-Zeiten spielte die zweite Mannschaft des FC Rot-Weiß Erfurt von 1967 bis 1969, 1972 bis 1975 und 1984 bis 1986 insgesamt sieben Spielzeiten lang in der damals zweitklassigen DDR-Liga und nahm mehrfach am FDGB-Pokal teil. 1970 erreichte das Team nach Siegen über Vorwärts Meiningen und Sachsenring Zwickau sogar das Achtelfinale, wo die Mannschaft jedoch gegen Vorwärts Berlin mit 0:3 unterlag.

Nach der Wende wurde die zweite Mannschaft in die Bezirksliga Westthüringen eingruppiert. 1993 stieg die Mannschaft in die fünftklassige Thüringenliga auf, wo sie in den folgenden elf Jahren ununterbrochen spielte. In der Saison 2004/05 wurde die Mannschaft Thüringenmeister und stieg damit in die NOFV-Oberliga Süd auf, wo das Team in der ersten Saison den 7. Platz belegte. Außerdem gewann die zweite Mannschaft 2005 den Thüringenpokal. Im Elfmeterschießen besiegten sie im Geraer Stadion der Freundschaft den FC Carl Zeiss Jena. Bereits im Vorjahr erreichte die Mannschaft das Endspiel des Landespokales, verlor dort jedoch ebenfalls gegen die Jenaer im Elfmeterschießen. In der ersten Runde des DFB-Pokals 2005/06 traf die Mannschaft auf den Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen und unterlag dort mit 0:8. In ihrer zweiten Oberligasaison konnte die Mannschaft nicht an die Erfolge des Vorjahres anknüpfen und wurde abgeschlagen Letzter. In der Saison 2007/08 spielte das Team wieder in der Thüringenliga, konnte am Saisonende aber wieder den Aufstieg in die NOFV-Oberliga Süd feiern.

Die zweite Mannschaft wird seit 2001 vom ehemaligen RWE-Spieler Albert Krebs trainiert und trägt seine Heimspiele im Erfurter Norden im Stadion an der Grubenstraße aus. In der Thüringenliga spielte die Mannschaft im Cyriaksgebreite bei der ega, der dortige Platz genügte aber nicht den Sicherheitsanforderungen für Oberligaspiele.

Die A-Junioren werden vom ehemaligen Bundesliga-Profi Henri Fuchs und seinem Co-Trainer Christian Preußer trainiert. Die Mannschaft spielt seit 2004 in der U-19-Bundesliga und bringt regelmäßig talentierte Spieler hervor, die den Sprung in die erste Mannschaft schaffen. Aus dem aktuellen Kader des 3.-Liga-Teams stammen vier Spieler aus der eigenen Jugendarbeit. Insgesamt sind beim Verein über 200 Spieler aller Altersklassen im Nachwuchsbereich aktiv, außerdem spielen alle Mannschaften in der höchstmöglichen Liga. Die Nachwuchsmannschaften werden von insgesamt 16 Trainern betreut. Der Verein betreibt zudem ein Sportinternat, welches Platz für bis zu 34 Nachwuchsspieler bietet, sodass auch Talente aus entfernteren Gebieten frühzeitig an den Verein gebunden werden können.

Der FC Rot-Weiß Erfurt trägt seine Heimspiele im Steigerwaldstadion aus, welches sich im Erfurter Süden in unmittelbarer Nähe zur Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle und dem Thüringer Landtag befindet. Das Stadion bietet Platz für 20.000 Zuschauer, davon sind 6.000 Sitzplätze.

Das Stadion wurde am 17. Mai 1931 als Daberstädter Schanze eröffnet und wenig später in Mitteldeutsche Kampfbahn umbenannt. Zu DDR-Zeiten hieß es Georgi-Dimitroff-Stadion, bevor es 1991 nach einer Bevölkerungsbefragung seinen heutigen Namen erhielt.

Das Stadion hat zahlreiche Leichtathletikanlagen, unter anderem eine 400-m-Tartanbahn und wird regelmäßig für nationale und internationale Leichtathletikwettkämpfe genutzt. Zur Deutschen Leichtathletikmeisterschaft 1994 wurde eine neue Tribüne errichtet, welche Platz für 4.000 Zuschauer bietet.

Die Fans des FC Rot-Weiß Erfurt stehen im Steigerwaldstadion im Block 3. Der höchste Zuschauerschnitt in der Vereinsgeschichte wurde in der Saison 1953/54 erreicht, als durchschnittlich 22.714 Zuschauer die Spiele von Turbine Erfurt sahen. In den 60er und 70er Jahren pegelten sich die Besucherzahlen auf circa 11.000 Zuschauer pro Spiel ein. Ab Mitte der 80er Jahre kamen immer weniger Zuschauer ins Steigerwaldstadion. Die Spiele in der letzten DDR-Oberligasaison sahen durchschnittlich nur noch 6.815 Zuschauer, in der 2. Bundesliga 1991/92 kamen im Schnitt 2.713 Leute. Im Verlaufe der 90er Jahre kamen meist deutlich weniger als 2.000 Fans ins Stadion. Erst mit der Einführung der zweigleisigen Regionalliga im Jahr 2000 stiegen die Besucherzahlen deutlich auf durchschnittlich 4.000 Zuschauer pro Spiel an. In der 2. Bundesliga 2004/05 wurde mit 12.000 Zuschauern pro Spiel erstmals seit 1986 wieder ein fünfstelliger Zuschauerschnitt erreicht.

Der harte Kern der Erfurter Fans unterstützt seine Mannschaft auch bei den Auswärtsspielen zahlreich. In der Regionalliga fahren zumeist mehrere hundert Erfurter Anhänger zu den Auswärtsspielen ihrer Mannschaft, bei Spielen gegen die ehemaligen Konkurrenten aus Zeiten der DDR-Oberliga sind es oftmals weit über 1.000 Fans, die das Team begleiten.

Eine große Rivalität besteht zu den Fans des thüringischen Lokalrivalen FC Carl Zeiss Jena. Diese nahm ihren Ursprung schon zu DDR-Zeiten und wurde durch Delegierungen Erfurter Leistungsträger wie Rüdiger Schnuphase und Lutz Lindemann in Richtung Jena zusätzlich angeheizt. Feste Fanfreundschaften mit den Anhängern anderer Vereine bestehen nicht. Die Ultragruppierung des Vereins Erfordia Ultras und einige andere Fanclubs unterhalten freundschaftliche Kontakte zu Fans des 1. FC Lok Leipzig und des Halleschen FC. Diese Freundschaft wird aber von anderen Teilen der Fanszene abgelehnt.

Zum Seitenanfang



Source : Wikipedia