Durban

3.3711583924263 (2115)
Geschrieben von robby 28/02/2009 @ 11:00

Tags : durban, südafrika, afrika, ausland

Neueste Nachrichten
"Charmantes, blitzgescheites Biest" - Spiegel Online
Die Debatte um Durban 2 wurde von den Feuilletons ja kaum aufgegriffen, anders als jetzt die Debatte um den möglichen künftigen Unesco-Chef Faruk Hosni. Das Blog Lizas Welt kommentiert: "Wäre die Wahl Hosnis vor diesem Hintergrund nicht gewissermaßen...
Exklusiv in DAS NEUE BLATT: Große Sorgen um die Mutter von Howard ... - news aktuell (Pressemitteilung)
Vor kurzem musste Beatrice Carpendale aufgrund der Krankheit ihr Haus im südafrikanischen Durban verlassen und zu Verwandten nach Kapstadt ziehen. Sie kümmern sich nun um die alte Dame. Howard Carpendale zu DAS NEUE BLATT: "Meine Mutter hat schon so...
Weniger Besucher im Krüger-Nationalpark - sueddeutsche.de
Durban (dpa/tmn) - Der Krüger-Nationalpark in Südafrika hat im vergangenen Jahr in der Besuchergunst verloren. Insgesamt reisten rund 4,4 Millionen Menschen in das Naturparadies. Das waren 200 000 weniger als 2007. «Vor allem bei den deutschen...
WM-Spaß am Kap: Strand, Safari - und Skifahren - sueddeutsche.de
Das ist von Südafrika umgeben und ist gerade mal ein paar Autostunden von den WM-Standorten Bloemfontein, Johannesburg, Durban und Pretoria entfernt. Im Winter der Süd-Halbkugel ist es dort angeblich schneesicher. «Wenn nicht, helfen wir mit...
Operationssaal für die Ärmsten der Armen - Harburger
Für diesen Zweck ist auch die Initiatorin des Projekts, Aleta Sopha aus Nenndorf, nach Durban gereist, um die Klinik offiziell an Doctors for life international zu übergeben. "Dass ich die Klinik nach knapp drei Jahren der Arbeit nun endlich übergeben...
"Blutsaugender Plagiator" - Spiegel Online
Die deutsche Regierung hat die "Durban 2"-Konferenz zwar boykottiert, nun aber erkennt sie ihr Abschlussdokument an, berichtet das Blog Lizas Welt, das die Website der deutschen UN-Vertretung zitiert: "Dieses Dokument ist auch nach deutscher Auffassung...
Südafrika hautnah erlebt - Schwäbische Zeitung
Schon in jungen Jahren arbeitete er als-Zulu-Tänzer in Hotels, bevor er nach Durban zog, um dort einer Arbeit nachzugehen. Er wuchs mit weiteren 8 Geschwistern in einem kleinen Dorf, ca. 180 km von Durban entfernt, auf und ist begeisterter...
Grieg-Festival: Archaische Tonwelten wollen die Zuhörer ganz ... - Echo-muenster.de
Klaus Burger von Durban Poison gehört mit zu den Akteuren beim Abend in der Überwasserkirche am Dienstag. [Foto: PR] Im Rahmen des 14. Edvard Grieg Festivals - eine Kooperation des Fachs Musikpädagogik und der Musikhochschule der Universität- werden am...
Mecklenburger entkamen Piratenangriff im Traumurlaub - Nordkurier
April im südafrikanischen Durban an Bord der "MSC Melody" gehen: Aus Sicherheitsgründen wird die Route 400 Seemeilen weiter östlich von der somalischen Küste verlegt. "Wir fühlten uns absolut sicher", sagt der Schweriner Unternehmer....
Olympiapark-Chef Spronk geht in Ruhestand - Münsterländische Volkszeitung
«Ich glaube an München, auch wenn es im Moment noch Glaskugel-Lesen ist», bemerkt Spronk zum Bewerbungsmarathon, der erst im Juli 2011 im südafrikanischen Durban mit der Vergabe der Winterspiele 2018 durch das Internationale Olympische Komitee (IOC)...

Durban

Der Hafen von Durban ist ein Umschlagsplatz für das gesamte südliche Afrika

Durban (auf IsiZulu eThekwini , früher Port Natal) ist eine Großstadt am Indischen Ozean an der Ostküste Südafrikas. Mit umliegenden Gemeinden bildet sie die eThekwini metropolitan municipality. Mit über 3,1 Millionen Einwohnern (Volkszählung 2001) ist sie die größte Stadt der Provinz KwaZulu-Natal und nach Johannesburg die zweitgrößte Stadt Südafrikas.

Durban ist eine bedeutende Industrie- und Hafenstadt mit dem größten Hafen Afrikas und aufgrund seiner Strände und des subtropischen Klimas ein vielbesuchtes Urlaubszentrum des Landes.

Durban liegt an der südöstlichen Küste Südafrikas in der Provinz KwaZulu-Natal, die im Osten vom Indischen Ozean und im Westen von den Drakensbergen mit Gipfeln von über 3000 Meter Höhe begrenzt wird.

Während das Hinterland vor allem aus Savanne besteht, herrscht an der Küste ein feuchtes, subtropisches Klima vor. Die Jahresniederschläge betragen etwa 1000 mm und fallen vor allem im Sommer, der sehr heiß wird. Das Klima von Durban als Küstenstadt wird vom warmen Wasser des Agulhas-Stromes beeinflusst, der von Mosambik die Küste entlang nach Süden verläuft.

Die ältesten Spuren von Menschen in dieser Region sind Felszeichnungen in Höhlen der Drakensberge, deren Alter auf das Jahr 100000 v. Chr. geschätzt werden. Diese ursprünglichen Einwohner wurden von den Bantu, die vom 2. Jahrtausend v. Chr. an aus dem Norden kommend die Gegend bevölkerten, vertrieben. Insgesamt ist über die Zeit vor der Landung des portugiesischen Seefahrers Vasco da Gama nur wenig bekannt.

Da Gama entdeckte die Bucht (von den Zulus Thekwini - deutsch „Lagune“ genannt), an der später die Stadt entstand, am 25. Dezember 1497 auf seiner ersten Indienreise bei der Suche nach einem Seeweg von Europa nach Indien. Sie stellte einen der wenigen natürlichen Häfen an der afrikanischen Ostküste dar. Er nannte den Ort nach dem Entdeckungstag (lat.: dies natalis) Rio de Natal oder „Weihnachtsfluss“ in der falschen Annahme, dass es sich bei der Bucht um eine Flussmündung handelte. Später wurde daraus Port Natal .

Für etwa dreihundert Jahre war Port Natal vor allem eine Zufluchtsstätte für Schiffbrüchige, Sklavenhändler und Kaufleute. Erst 1823 gründeten britische Siedler unter der Führung von Henry Fynn eine permanente Siedlung. Mittlerweile zu einer Stadt angewachsen, erhielt sie 1835 zu Ehren des damaligen Gouverneurs der Kapkolonie Benjamin d’Urban ihren heutigen Namen.

1838 überquerten Voortrekker, burische Siedler auf ihrem großen Treck, die Drakensberge und gründeten Pietermaritzburg, 80 Kilometer nordwestlich von Durban. Als der Anführer der Buren, Pieter Retief, mit dem Zulu-König Dingane über das Abtreten von Zulu-Gebieten an die Buren verhandeln wollte, ließ dieser ihn und seine Delegation ermorden. Dingange war 1828 seinem Halbbruder Shaka auf den Thron gefolgt. Während dieser ein gutes Verhältnis zu den weißen Siedlern hatte, zeigte Dingane offen Feindlichkeit und Aggressivität. Nach dem Tod Retiefs kam es zu blutigen Kämpfen zwischen Buren und Zulu, die erst mit dem Sieg in der Schlacht am Blood River für die Buren entschieden wurden .

Auf eine kurze Zeit der relativen Ruhe folgten 1842 mehrere Kämpfe zwischen Buren und Briten. Nachdem sie die Briten in der Schlacht von Congella besiegt hatten, besetzten die Buren Durban für kurze Zeit und belagerten das dortige britische Fort, wurden jedoch von britischen Verstärkungen, die aus dem Seeweg eintrafen, wieder vertrieben. 1843 wurde die Region endgültig von den Briten annektiert und wurde zu einem Teil der Kapkolonie, bevor sie 1856 des Status einer eigenständigen Kolonie erhielt .

Durch den Kolonialstatus stieg Durban zum wichtigen Hafen- und Handelsplatz auf. Ab 1860 brachten die Briten Tausende indische Landarbeiter nach Natal, die einen deutlichen Einfluss auf die Stadt hatten und deren Nachkommen heute einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung ausmachen. Während seines Aufenthalts in Südafrika von 1893 bis 1915 arbeitete Mahatma Gandhi für längere Zeit als Anwalt in Durban.

Die demografische Struktur Durbans wurde zuletzt bei der Volkszählung 2001 statistisch ausführlich untersucht . Demnach hatte die Stadt im Jahre 2001 3.090.117 Einwohner. Das mediane Alter betrug 25 Jahre, 48,9 % der Bevölkerung waren jünger als 24 Jahre, nur 4,2 % waren älter als 65.

Schwarze Afrikaner machten 63,8 % der Bevölkerung aus, gefolgt von Asiaten, hauptsächlich indischer Abstammung mit 19,9 %, Weißen mit 9,0 % und den sogenannten Coloureds mit 2,8 %. Die größte ethnische Gruppe stellten die Zulu dar, 63 % der Einwohner sprechen isiZulu als Muttersprache. Neben 30 % Englisch wurden die anderen Sprachen Südafrikas nur von kleinen Gruppen gesprochen (siehe Tabelle).

68 % der Einwohner waren Christen, 15,5 % waren konfessionslos, 11,3 % Hindus, 3,2 % Moslems und 0,1 % jüdisch.

Zehn Prozent der Über-20-jährigen hatten keinen Schulabschluss, weitere 19 % lediglich die Grundschule ganz oder nur teilweise besucht. 34,6 % hatten einen High-School-Abschluss, 9,6 % Tertiärbildung. Das mittlere Einkommen betrug 20,695 Rand, die Arbeitslosenquote 27,8 %. 72 Prozent der Haushalte benutzten Elektrizität als Hauptenergiequelle, 69 % hatten eine eigene Toilette und 85,4 % wurden von der Müllabfuhr versorgt.

Die Metropolregion Durban besitzt eine umfangreiche Wirtschaft mit starker Industrie, Handel, Logistik, Finanz- und Regierungsinstitutionen sowie Tourismus. Die Küstenlage und der Hafen verschaffen Durban einen Vorteil im Vergleich zu anderen Ballungsräumen in Südafrika. Das milde Klima, die warme Meeresströmung sowie die Drakensberge im Hinterland sind die Grundlage für eine ausgeprägte Tourismusindustrie.

Durban ist der wichtigste Wirtschaftsstandort in KwaZulu-Natal, der über die Hälfte des Einkommens und der Arbeitsplätze beinhaltet. Im nationalen Vergleich ist Durban nach Gauteng das zweitgrößte industrielle Zentrum, das 15 % des nationalen Einkommens, 14 % des Haushaltseinkommens und 11 % der Arbeitsplätze stellt. Wichtige wirtschaftliche Verbindungen bestehen im Norden nach Richards Bay und Maputo, im Westen nach Pietermaritzburg und Johannesburg.

Zuckerverarbeitung ist der wichtigste Industriezweig. Weiter finden sich vor allem Schiffswerften, Erdölraffinerien, Automobilindustrie, chemische sowie Papier-, Nahrungsmittel- und Textilindustrie. Die Hauptexporte sind Mangan- und andere Erze, Kohle, Zucker und Mais. Die Landwirtschaft baut zu einem großen Teil Zuckerrohr an. Daneben spielen Schafe und anderes Vieh, Zitrusfrüchte, Mais, Baumwolle, Bananen und Ananas eine wichtige Rolle.

Trotz der vielfältigen Wirtschaft wurden auf dem offiziellen Arbeitsmarkt in den letzten 20 Jahren nur wenig neue Arbeitsplätze geschaffen. Im produzierenden Gewerbe, das zweitgrößte nach dem Regierungs- und Verwaltungsbereich, ist die Zahl der Arbeitsplätze rückläufig. Die steigende Kriminalitätsrate wirkt sich negativ auf viele Bereich aus, vor allem auf den Tourismus. Trotz einer wachsenden Anzahl an sogenannten Mikroarbeitsplätzen hat Durban eine hohe Arbeitslosenrate, die in manchen Stadtteilen über 30 % liegt. Vor allem in den früheren Township-Gebieten ist die Arbeitsmarktlage schwierig.

Der Flughafen Durban, Durban International Airport, liegt südlich der Stadt und dient als Tor in die Region KwaZulu-Natal und die Drakensberge. Er hat Anschluss sowohl an Inlandsflüge als auch internationale Verbindungen, wenn auch letztere lange nicht in dem Ausmaß der großen Flughäfen von Kapstadt und Johannesburg. 2005 wurden über vier Millionen Passagiere abgefertigt, etwa 15 % mehr als 2004.

Nördlich von Durban, ist bei La Mercy, etwa 30 Kilometer von der Innenstadt entfernt, ein neuer Flughafen geplant, King Shaka International Airport.

Durban hat eine lange Tradition als Hafenstadt. Der Hafen von Durban ist einer der wenigen natürlichen Häfen an der Küste zwischen Port Elizabeth und Maputo. Dieser Umstand sowie die oft stürmische See in der Gegend machten Durban zu einem vielgenutzten Hafen, oft auch für Schiffsreparaturen. Der Hafen von Durban ist derjenige mit dem größten Umsatz in Südafrika sowie der größte Containerhafen der südlichen Hemisphere.

Der moderne Hafen, 1840 gegründet, wuchs mit der Industrie im Inland, vor allem bei Johannesburg, das als Industrie- und Bergbauzentrum Südafrikas über keinen direkten Anschluss an Seewege besitzt. Der Hafen von Durban dient als Umschlagsplatz für die Produkte, die mit Lastwagen und Zug aus Johannesburg transportiert werden. Seit dem Ende des Bürgerkriegs in Mosambik in den frühen 1990er Jahren stellt der Hafen von Maputo eine Alternative für die Industrie im Inland dar, es herrscht eine intensive Rivalität zwischen den beiden Hafenstädten.

Ein Teil des Hafens, Salisbury Island, ist ein militärischer Stützpunkt der südafrikanischen Marine.

Durban ist gut an das südafrikanische Zugnetz Spoornet angeschlossen. Die Autobahn N2 verbindet Durban mit East London und Port Elizabeth im Süden sowie Richards Bay im Norden, die N3 führt Richtung Pietermaritzburg und Johannesburg. Daneben existiert ein Netz von Motorways, die Landstraßen entsprechen. Verschiedene Gesellschaften bieten Verbindungen mit Langstreckenbussen an.

Metrorail bietet einen S-Bahn-ähnlichen Schienenverkehr an. Der Busverkehr wird von der privatisierten eThekwini Municipal Bus Company durchgeführt. Daneben existiert eine große Anzahl privater Busse und Sammeltaxis (minibus), die einen Großteil der Pendler befördern. Die Minibusse stellen dabei für einen großen Teil der Bevölkerung das einzige finanzierbare Verkehrsmittel dar. Da sie oft überladen und schlecht gewartet sind, kommt es häufig zu schweren Unfällen. Neben den Minibus-Taxis gibt es metered taxis, die jedoch nicht an der Straße angehalten werden können, sondern telefonisch geordert werden. Traditionelle Zulu-Rickschas dienen vor allem als touristische Attraktion.

Durban ist der Sitz der Universität von KwaZulu-Natal (UKZN). Diese entstand 2004 durch die Zusammenlegung der zwei größten Bildungseinrichtungen von KwaZulu-Natal, der Universität von Natal und der Universität von Durban-Westville. Etwa 38.000 Studenten sind eingeschrieben; es werden alle wichtigen Fachbereiche unterrichtet. Die Universität bzw. ihre Vorgängerinstitutionen, insbesondere die Universität von Durban-Westville, war in der Zeit der südafrikanischen Apartheid ein wichtiges Zentrum der Anti-Apartheid-Bewegung. Neben der UKZN gibt es die Durban University of Technology, eine technische Universität, an der etwa 20.000 Studenten eingeschrieben sind.

Trotz dieser breiten universitären Bildungsangebote haben etwa zehn Prozent der Bevölkerung keine und weitere 20 Prozent nur eine marginale Schulbildung (siehe Abschnitt Bevölkerung).

Durban bietet eine breite Palette an kulturellen Angeboten, Sehenswürdigkeiten und Freizeitangeboten. An der Beachfront oder Golden Mile konzentrieren sich Bars und Restaurants. Durban ist ein beliebtes Revier für Surfer, Kitesurfer und Bodyboarder. Wegen der Haigefahr (Sambesi- und Tigerhaie) sind die Strände mit Hainetzen gesichert. In der Umgebung von Durban und in der Stadt selbst sind verschiedene große kommerzielle Angebote zu finden, so das Gateway-Einkaufszentrum, das größte Afrikas, oder uShaka Marine-World mit Aquarien und verschiedenen Shows. Etwas nördlich von Durban an der Küste gelegen befindet sich das beliebte Ausflugs- und Ferienziel Umhlanga Rocks.

Im Kings Park Stadium, nach dem Hauptsponsor auch ABSA-Stadium genannt, spielen verschiedene Fußball- (Golden Arrows) und Rugby-Teams (Natal Sharks). Es fasst 52.000 Zuschauer. Im Rahmen der Weltmeisterschaft 2010 ist ein noch größerer Neubau, das King-Senzangakhona-Stadion im Gange.

Der botanische Garten von Durban umfasst 20 Hektar. Er diente britischen Kolonialisten als Versuchsanstalt für den Import von Wirtschaftspflanzen, weshalb sich dort Pflanzen aus aller Welt finden.

Das Bat-Centre am Hafen ist eine ehemalige Lagerhalle, die mit Geldern der UNESCO zum Kulturzentrum umgebaut worden ist. Im Obergeschoss ist der Trans African Express untergebracht, ein Kulturrestaurant, dessen Speisekarte Menüs aus ganz Afrika enthält. Im Hinterhaus finden sich verschiedene Ausstellungs- und Verkaufsateliers moderner afrikanischer Kunsthandwerker.

Das Natural Science Museum in der Town Hall beinhaltet eine beachtliche naturkundliche Sammlung. Dort befindet sich auch die Art Gallery mit zeitgenössischer südafrikanischer Kunst. Das Local History Museum zeigt Stücke aus der Frühzeit Natals und Zululand. Im KwaMhule-Museum sind die Rassentrennung der Apartheid sowie die Zulu-Kultur Themen. Daneben existieren viele weitere Museen.

Die Einrichtungen vieler Religionsgemeinschaften sind in Durban zu finden, unter anderem die größte Moschee der südlichen Hemisphäre (Juma-Mosque) und den Hare Krishna Temple of Unterstanding. Der Alayam Hindu Temple ist der älteste und größte in Südafrika. Es findet sich auch eine große Zahl Kirchen verschiedener christlicher Glaubensrichtungen.

Zum Seitenanfang



Erzbistum Durban

Das Erzbistum Durban (lat.: Archidioecesis Durbanianus) ist eine in Südafrika gelegene Erzdiözese der römisch-katholischen Kirche mit Sitz in Durban.

Das Erzbistum Durban wurde am 15. November 1850 durch Papst Pius IX. aus Gebietsabtretungen des Apostolischen Vikariates Kap der Guten Hoffnung als Apostolisches Vikariat Natal errichtet. Das Apostolische Vikariat Natal gab in seiner Geschichte mehrmals Teile seines Territoriums zur Gründung neuer Apostolischer Präfekturen und Apostolischer Vikariate ab.

Am 11. Januar 1951 wurde das Apostolische Vikariat Natal durch Papst Pius XII. zum Erzbistum erhoben und in Erzbistum Durban umbenannt. Das Erzbistum Durban gab am 23. Juni 1958 Teile seines Territoriums zur Gründung der Apostolischen Präfektur Volksrust ab.

Zum Seitenanfang



Südafrika

Bevölkerungsentwicklung in Südafrika

Die Republik Südafrika ist ein Staat an der Südspitze Afrikas. Das Land mit der Hauptstadt Pretoria liegt zwischen 22 und 35 Grad südlicher Breite sowie zwischen 17 und 33 Grad östlicher Länge (ohne Berücksichtigung der Prinz-Edward-Inseln). Im Süden und Südosten grenzt das Land an den Indischen Ozean und im Westen an den Atlantischen Ozean. Im Norden liegen die Nachbarländer Namibia, Botsuana und Simbabwe, östlich davon Mosambik und Swasiland. Das Königreich Lesotho ist eine Enklave, wird also vollständig von Südafrika umschlossen.

Südafrika ist ein ethnisch sehr gemischtes Land, in dem Menschen aller Hautfarben leben und das aufgrund dieser Vielfalt oft als Regenbogennation bezeichnet wird. Da die verschiedenen Volksgruppen aber nicht immer konfliktfrei nebeneinander lebten, beherrschten ethnische Probleme und Unruhen zwischen der weißen Bevölkerungsminderheit und der schwarzen Mehrheit die Geschichte und Politik des Landes. Die National Party, Partei der niederländisch-stämmigen Buren, richtete nach ihrem Wahlsieg im Jahr 1948 das weltweit geächtete System der Apartheid ein, das jedoch schon vorher unter der politischen Führung der britisch-stämmigen Staatsführung ihren Anfang nahm und bis kurz nach der Wahl des gemäßigten Präsidenten Frederick Willem de Klerk Bestand hatte. Die Wende in der Politik im Jahr 1990 wurde durch den jahrelangen Kampf der schwarzen Bevölkerungsmehrheit der Bantu-Völker unter ihrem politischen Führer Nelson Mandela, der auch 1994 zum ersten schwarzen Präsidenten des Landes gewählt wurde, erreicht. Ein ungelöstes Problem ist, dass die khoisanide Altschichtbevölkerung, welche überwiegend noch als Wildbeuter leben, heute in ihrem Überleben bedroht ist.

Südafrika ist außerdem eines der wenigen Länder in Afrika, in dem noch nie ein Staatsstreich stattgefunden hat. Freie und geheime Wahlen werden seit Ende des 19. Jahrhunderts durchgeführt, zu gleichen Wahlen wurden sie allerdings erst 1994, als es auch der nicht-weißen Bevölkerung erlaubt wurde zu wählen. Die Wirtschaft des Landes ist die bedeutendste und weitestentwickelte auf dem gesamten afrikanischen Kontinent.

Das Land liegt am südlichsten Rand des afrikanischen Kontinents und hat eine Küstenlinie, die sich über mehr als 2.500 km ausdehnt und an zwei Ozeanen liegt (der Atlantische und der Indische Ozean). Südafrika hat eine Fläche von 1.219.912 km², das entspricht ungefähr dem 3,4-fachen der Fläche Deutschlands. Das Zentralplateau, auch Highveld genannt, liegt in einer Höhe zwischen 900 und 2.000 Metern. Der zur Küste abfallende Landgürtel mit einer Breite von 20 bis 250 km wird Groot Randkant (Große Randstufe) genannt. Weite Teile des Landes sind geomorphologisch und petrographisch von den Sedimenten des Karoo-Hauptbeckens bestimmt. Im Norden treten besonders im Bushveld-Komplex magmatische Gesteine und bei Barberton sehr alte Metamorphite (Grünsteinfacies/Serpentinite) zu Tage.

Die Drakensberge durchziehen das Land vom Nordosten bis in die Enklave Lesotho im Südosten, wo sie mit dem Thabana Ntlenyana ihren höchsten Punkt (3.482 m) erreichen. Höchster Berg Südafrikas ist der Njesuthi mit 3.446 m. Nordwestlich von Bloemfontein erstreckt sich die Kalahari-Wüste durch Botsuana bis nach Namibia hinein. Am Kap Agulhas (port.: agulhas = Nadeln), der äußersten Südspitze des Kontinents, treffen sich Atlantik und Indischer Ozean, westlich davon liegt das Kap der Guten Hoffnung (Cape of Good Hope oder Kaap van die Goeie Hoop).

Die meisten Flüsse Südafrikas entspringen in den Drakensbergen und fließen nach Osten in Richtung Indischer Ozean. Der mit 1.860 km längste Fluss, der Oranje, entspringt auch in den Drakensbergen, fließt aber nach Westen und mündet in den Atlantischen Ozean. Die Augrabiesfälle am Oranje-Fluss im Nordwesten des Gordoniadistriktes wurden 1778 von Hendrik Wikar entdeckt, haben eine Breite von rund 150 Meter und sind etwa 56 m hoch. Weitere wichtige Flüsse sind der Limpopo, der als Grenzfluss in Nordostrichtung nach ca. 1.600 km in den Indischen Ozean mündet, und der Vaal (1.251 km), ein Nebenfluss des Oranje. Die Wasserstände dieser Flüsse schwanken sehr stark.

Zu Südafrika gehören weiterhin die Prince-Edward-Inseln im südlichen Indischen Ozean. Seine territorialen Ansprüche in der Antarktis und auf die Walfischbucht in Namibia gab Südafrika 1994 auf.

Südafrika hat eine große Anzahl von Klimazonen. Von extremer Wüste in der Kalahari an der Grenze zu Namibia bis zu subtropischem Klima im Südosten und an der Grenze zu Mosambik. Das allgemeine Klima ist durch die Lage am südlichen Wendekreis überwiegend sonnig und trocken. Schnee gibt es im Winter meist nur in den Gebirgen. Die über das Jahr verteilten Niederschläge nehmen von Südosten nach Nordwesten ab, gleichzeitig nehmen die Temperaturen zu.

Durch seine Größe und mehrere Faktoren (Meeresströme, Höhenlage) bedingt, variiert das Klima zwischen den verschiedenen Teilen des Landes: das Klima der Westküste ist durch den Benguelastrom aus der Antarktis kühler und trockener. An der Ostküste sorgt der Agulhasstrom aus dem Indischen Ozean für ein eher feuchtes und warmes Klima.

Die Lage auf der Südhalbkugel führt dazu, dass die Jahreszeiten den europäischen entgegengesetzt sind. Im Winter, zwischen Juni und August, kann in den Drakensbergen, auf dem Highveld und in Johannesburg (1753 m) und Umgebung Schnee liegen, abends und nachts ist es dann sehr kalt. Tagsüber steigen die Temperaturen auf etwa 23 °C, im Sommer auf 30 °C. Im Boland, der Region um Kapstadt (15 m), herrscht im Winter kühles Klima mit Nieselregen. Von November bis März ist es dort warm bis heiß und trocken. In den Küstengebieten KwaZulu-Natals, unter anderem in Durban (5 m) und entlang der Ostküste, ist die Luftfeuchtigkeit hoch, es weht jedoch meist ein kühlender Wind vom Meer. Die Temperaturen liegen hier ganzjährig etwa zwischen 25 und 35 °C.

Das Plateau im Osten des Landes ist durch warme, aber selten unangenehm heiße Temperaturen gekennzeichnet. In der Karoo-Halbwüste und der Kalahariwüste kommt es dagegen zu extrem hohen Temperaturen.

Am Westkap weht eine ständige, frische Brise, die Sommer sind warm und selbst die Winter milde. Die Südküste ist durch ein gemäßigtes Klima charakterisiert. Es überwiegt eine Trockenvegetation mit ausgedehnten Savannengebieten, die im Westen in die Kalahariwüste und im Südwesten in die Karoo übergehen. Geschlossene Waldbestände finden sich nur im regenstarken Osten und Südosten.

Südafrika beheimatet mehr als 20.000 verschiedene Pflanzen, etwa 10 Prozent aller bekannten Pflanzenarten der Welt. In der Fynbos-Region, einem Landstrich in der Provinz Westkap, findet man mehr als 9.000 dieser Arten, die das Gebiet zu einem der ökologisch vielfältigsten Flecken der Erde machen. Viele dieser Arten sind endemisch, also nur in der Kapregion beheimatet. Aus diesem Grund wird diese Region von Botanikern unter dem Namen Capensis als eines der sechs Pflanzenreiche der Erde angesehen. Sie ist mit Abstand das kleinste dieser Pflanzenreiche.

Die Mehrzahl der Pflanzen in Südafrika sind immergrüne Hartlaubgewächse mit feinen, nadelförmigen Blättern. Eine weitere typische Pflanze ist die Protea, die zu den Blütenpflanzen gehört und von denen es etwa 130 verschiedene Arten im Land gibt.

Während es in Südafrika eine große Vielzahl an Blütenpflanzen gibt, sind Wälder sehr selten zu finden. Nur etwa ein Prozent der Gesamtfläche ist Waldgebiet, welches sich fast ausschließlich in der humiden Küstenebene entlang des Indischen Ozeans in KwaZulu-Natal befindet. Heute bestehen die Wälder überwiegend aus importierten Baumarten, wie zum Beispiel Eukalyptus und Kiefer. Der ursprünglich vorhandene Wald, der von den europäischen Siedlern bei ihrer Ankunft vorgefunden wurde, wurde weitgehend abgeholzt. Reste davon befinden sich beispielsweise im Auckland Nature Reserve bei Hogsback. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurden südafrikanische Hartholzbäume wie die Breitblättrige Steineibe, der Stinkwood (Ocotea bullata) und der Black Ironwood (Olea laurifolia) von der Regierung unter Naturschutz gestellt. Damit soll auch der Fortbestand des Kappapageis gesichert werden. Diese Langflügelpapageienart gilt als der seltenste afrikanische Großpapagei und kommt nur noch in den stark fragmentierten Steineibenwäldern Südafrikas vor .

Im sehr heißen und trockenen Namaqualand nahe der Westküste gibt es verschiedene Arten von wasserspeichernden Sukkulenten wie Aloe und Euphorbia. Die vorherrschende Vegetation im Landesinneren ist das Grasland, welches besonders auf dem Highveld zu finden ist. Hier dominieren verschiedene Gräser, niedrige Sträucher und Akazien. Die Vegetation wird in Richtung Nordwesten spärlicher, was an den geringen Niederschlagsmengen liegt. Die Gras- und Dornsavanne östlich der Kalahari-Wüste wandelt sich im Verlauf nach Nordosten hin zu einer Feuchtsavanne mit dichterem Bewuchs. In der Gegend um das nördliche Ende des Kruger-Nationalparks gibt es besonders viele Affenbrotbäume.

Die artenreiche Tierwelt kann in Hunderten kleiner Wildschutzgebieten und den großen Nationalparks (wie dem Kruger-Nationalpark) beobachtet werden. In Südafrika sind mehr als 300 Säugetierarten, mehr als 500 Vogelarten, mehr als 100 Reptilienarten sowie zahlreiche Insektenspezies zu Hause. Es gibt sehr viele Antilopenarten wie Impala, Kudu oder Springbock, aber auch Strauße, Flamingos und Zebras. Viele Nationalparks sind Heimat der afrikanischen „Big Five“, der fünf großen Säugetierarten: Löwe, Leopard, Büffel, Elefant und Nashorn. Des Weiteren leben etwa 170.000 wilde Brillenpinguine an den Küsten sowie auf den Inseln und stehen unter strengem Naturschutz.

Südafrika ist ein multikulturelles Land, obwohl immer noch die Folgen der Apartheid zu finden sind und die Bevölkerungsgruppen häufig getrennt leben. Es hat die größte europäisch-stämmige Bevölkerung und die größte Einwohnerzahl indischer Herkunft in Afrika, was das Land zu einem der ethnisch vielfältigsten Länder des afrikanischen Kontinents macht. Es ist die Heimat von verschiedenen afrikanischen Gesellschaften, von niederländischen, deutschen, französischen, asiatischen und englischen Einwanderern und von so genannten „Farbigen“ (engl. coloureds). Als „Farbige“ wurden früher die Nachfahren der Khoisan, der Sklaven aus dem damaligen niederländischen Ostindien sowie Menschen mit gemischten Vorfahren bezeichnet. Der Begriff „Farbige“ ist ein Hinweis auf die Bedeutung, die Kolonialismus und Apartheid der „Hautfarbe“ zugewiesen haben.

Bis zum Jahr 1991 teilte die südafrikanische Verfassung die Bevölkerung in vier große Klassen: „Schwarze“ (Afrikaner), „Weiße“, „Farbige“ und Asiaten. Obwohl es diese Einteilung im Gesetz heute nicht mehr gibt, sehen sich viele Südafrikaner immer noch als Zugehörige einer dieser Klassen und auch offizielle staatliche Statistiken benutzen noch diese Kategorien. Die Afrikaner bzw. Schwarze stellen etwa 79,5 % der gesamten Bevölkerung und sind wiederum in unterschiedliche Volksgruppen unterteilbar. Die größten dieser Gruppen sind die Zulu, Xhosa, Basotho, Venda, Tswana, Tsonga, Swazi und Ndebele. Der Anteil der Weißen an der Gesamtbevölkerung beträgt 9,2 %; hauptsächlich sind es Nachfahren niederländischer, deutscher, französischer und englischer Einwanderer, die ab dem Ende des 17. Jahrhunderts nach Südafrika immigrierten. Die sogenannten „Farbigen“ sind Einwohner unterschiedlicher ethnischer Herkunft, meist Nachkommen der ersten europäischen Siedler, deren Sklaven und der ursprünglich in Südafrika lebenden Völker. Etwa 8,9 % der Bevölkerung sind zu den „Farbigen“ zu zählen. Die meisten Asiaten sind indischer Herkunft, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts ins Land geholt wurden, um auf den Zuckerrohrfeldern Natals zu arbeiten oder als Händler in den Städten lebten. Heute stellen die Asiaten 2,5 % der Gesamtbevölkerung und leben hauptsächlich in der Provinz KwaZulu-Natal. Es gibt außerdem eine kleine chinesische Gruppe mit etwa 100.000 Einwohnern.

Im Jahr 2005 lebten etwa 58 % der Südafrikaner in den Städten. 30,3 % der Einwohner sind 15 Jahre alt oder jünger, 64,5 % zwischen 15 und 64 Jahre und 5,2 % älter als 65 Jahre. Das Bevölkerungswachstum betrug 2005 ungefähr -0,3 %, die Geburtenrate liegt bei 18 Geburten pro 1000 Einwohner, die Kindersterblichkeit bei 6,1 %. Die momentane Lebenserwartung liegt bei Frauen und Männer etwa gleich bei 43 Jahren. Die südafrikanische Frau hat im Schnitt 2,2 Kinder. Etwa 87 % der über 15-jährigen Südafrikaner können lesen und schreiben.

Südafrika hat seit dem Ende der Apartheid elf amtliche Landessprachen: Englisch, Afrikaans, isiZulu, Siswati, isiNdebele, Sesotho, Nördliches Sotho, Xitsonga, Setswana, Tshivenda und isiXhosa. Das Land ist damit nach Indien dasjenige mit den meisten offiziellen Sprachen der Welt. Entsprechend gibt es elf unterschiedliche offizielle Landesnamen. Etwa 0,7 % der Schwarzen und 59,1 % der Weißen sprechen Afrikaans als Muttersprache. Englisch wird von 0,5 % aller Schwarzen und von 39,3 % der Weißen zu Hause gesprochen. Die restlichen Sprachen werden von der schwarzen Bantu-Bevölkerung als Muttersprache gesprochen. Etwa 22,3 % sprechen IsiXhosa, 30,1 % IsiZulu, 11,9 % Sepedi, 10,0 % der Schwarzen lernen Sesotho als Muttersprache, 10,3 % Setswana, 3,4 % SiSwati, 2,9 % Tshivenda, 5,6 % Xitsonga und 2,0 % IsiNdebele. Nur etwa 0,3 % der schwarzen Bevölkerung und 1,1 % der Weißen sprechen keine der elf offiziellen Landessprachen als Muttersprache.

Neben all diesen Sprachen gibt es in Südafrika weitere nicht-amtliche Sprachen wie beispielsweise Fanakalo, Lobedu, Nördliches Ndebele, Phuthi, Khoe, Nama und San. Diese Sprachen werden im offiziellen Amtsgebrauch nur in den Gebieten, in denen sie verbreitet sind, verwendet. Viele dieser nicht-offiziellen Landessprachen der San und Khoikhoi werden auch in den benachbarten nördlichen Ländern Namibia und Botsuana gesprochen. Diese Völker, die sich deutlich von anderen Afrikanern unterscheiden, haben ihre eigene kulturelle Identität, da sie traditionelle Jäger- und Sammlervölker sind. Die Zahl ihrer Angehörigen hat in den letzten Jahrhunderten rapide abgenommen und die Sprachen sind heutzutage vom Aussterben bedroht.

Viele weiße Südafrikaner sprechen außerdem andere europäische Sprachen, wie Portugiesisch, Deutsch und Griechisch. Weiterhin werden Sprachen wie Gujarati oder Tamil von Einwohnern südasiatischer Herkunft gesprochen.

Obwohl jede der elf Sprachen Amtssprache ist und laut Gesetz alle Sprachen als gleich anzuerkennen sind, bildet sich die englische Sprache als Führende heraus, da sie im Land über die unterschiedlichen Volksgruppen hinaus von den meisten Menschen verstanden wird und nicht unmittelbar mit dem ehemaligen Apartheidsregime verknüpft ist. Der Einfluss des Afrikaans, die die erste Sprache im Land während der Apartheid-Zeit darstellte, sank gegen Ende des 20. Jahrhunderts, da das Afrikaans für viele schwarze Südafrikaner sehr stark mit dem Apartheidsregime verknüpft ist und während dieser Zeit Pflichtfach in der Schule war. Weiterhin wurde in den vergangenen Jahren der Einfluss der Buren in der Gesellschaft durch den politischen Machtverlust reduziert. Afrikaans hängt deshalb der Makel des „gestrigen“ und „provinziellen“ an, während die Weltsprache Englisch und die Sprachen der schwarzen Bevölkerungsmehrheit offiziell anerkannt wurden.

In Südafrika wurden einige der ältesten paläoanthropologischen Fossile der Welt ausgegraben. Überreste des Australopithecus africanus wurden bei Taung („Kind von Taung“) und in den Höhlen von Sterkfontein, Kromdraai und Makapansgat gefunden, von denen die Ältesten auf etwa 3,5 Millionen Jahre datiert werden. Nach diesen Vormenschen lebten hier verschiedene Arten der Gattung Homo, wie Homo habilis, Homo erectus und schließlich der moderne Mensch, Homo sapiens. Während der Wanderung der Bantu-Stämme überquerten die Bantu den Limpopo und ließen sich im heutigen Südafrika als Bauern und Hirten nieder. Sie gelangten im Verlauf ihrer Wanderung bis zum Fish River, der heute in der Provinz Ostkap liegt. Die seit etwa 20.000 Jahren in den Gebieten des heutigen Südafrika lebenden Jäger-und-Sammler-Völker der San und Khoikhoi wurden von den Bantu immer weiter vertrieben.

Der Beginn der modernen Geschichtsschreibung in Südafrika war der 6. April 1652, als der Niederländer Jan van Riebeeck im Auftrag der Niederländischen Ostindien-Kompanie (niederl: Vereenigde Oostindische Compagnie, VOC) am Kap der Guten Hoffnung eine Versorgungsstation errichtete. Diese sollte aufgrund ihrer strategisch günstigen Lage Raststation für Handelsschiffe sein, die zwischen Europa und Südostasien unterwegs waren. Während des 17. und 18. Jahrhunderts war die Siedlung, die sich langsam aber stetig vergrößerte, in holländischem Besitz. Die Siedler breiteten sich zunächst in der westlichen Kapregion aus, bis zu jener Zeit Rückzugsgebiet der Khoisan. Nachdem sie 1770 ostwärts die Siedlungsgrenze der Bantu erreicht hatten, führten sie eine Reihe von Kriegen mit dem Volk der Xhosa. Die Kapholländer holten sich zahlreiche Sklaven aus Indonesien, Madagaskar und Indien ins Land. Anfang des Jahres 1743 war die Zahl der Sklaven in der Provinz deutlich höher als die der weißen Siedler. Die Nachfahren dieser Sklaven, die oftmals weiße Siedler heirateten, wurden später zusammen mit den Buschmännern in die Bevölkerungsklasse der Farbigen oder auch Kap-Malaien eingestuft und stellen heute mit etwa 50 % die Mehrheit der Bevölkerung in der Provinz Westkap.

Als die VOC schließlich dem Bankrott nahe war und der Einfluss der niederländischen Händler schwand, besetzten Truppen des Königreichs Großbritannien die Region um das Kap der Guten Hoffnung im Jahre 1797. Die Niederlande wurden im Verlauf der Revolutionskriege von Napoléon Bonapartes Truppen besetzt und die neu gegründete Batavische Republik war nicht mehr mit den Briten verbündet. Die Besetzung erfolgte also vor dem Hintergrund, dass dieser für den Handel strategisch wichtige Standort nicht den Franzosen in die Hände fallen sollte. Die Briten mussten das Land nach dem Frieden von Amiens 1802 an die Niederlande zurückgeben, eroberten es aber im Jahr 1806 erneut und errichteten hier nun dauerhaft eine britische Kronkolonie. Die Grenzkriege mit den Xhosa dauerten an und vergrößerten das Land immer weiter bis zum Ostufer des Fish River. Die Grenze der neuen Kronkolonie wurde von den Briten stark befestigt und das dahinter liegende Land rasch von Weißen besiedelt. Als im Jahr 1833 das Britische Parlament die Abschaffung der Sklaverei in ihrem weltweiten Einflussgebiet verfügte, entzog dies vielen Buren die Existenzgrundlage. Um sich dem Einflussbereich des britischen Rechts zu entziehen und die Ausbeutung der Nicht-Weißen fortführen zu können, wichen sie als so genannte Voortrekker ins Hinterland aus. Im Großen Treck von 1835-1841 wanderten rund 14.000 Buren in die Gebiete nördlich des Oranje-Flusses aus.

Die Entdeckung von Diamanten im Jahr 1867 und Gold im Jahr 1886 führte zu starkem wirtschaftlichem Wachstum und Einwanderung vieler Europäer, was die Benachteiligung und Ausbeutung der ursprünglichen Bevölkerung weiter vorantrieb. Die Buren, mittlerweile unabhängig in ihren Mitte des 18. Jahrhunderts gegründeten Buren-Republiken - der Südafrikanischen Republik und dem Oranje-Freistaat -, wehrten sich während des sogenannten Ersten Burenkriegs (1880–1881) gegen die britischen Expansionsbestrebungen, die unter anderem auf die reichen Goldvorkommen am Witwatersrand abzielten. Obwohl die Buren zahlenmäßig weit unterlegen waren, leisteten sie erfolgreich Widerstand, da sie sich strategisch besser an die örtlichen Gegebenheiten anpassten. So trugen beispielsweise die burischen Soldaten khakifarbene Uniformen, durch welche sie besser getarnt waren, während die Briten ihre traditionellen Rotröcke trugen, die sie zu einem leichten Ziel für burische Scharfschützen werden ließen.

In den Jahren 1899–1902 kehrten die Briten noch zahlreicher, jedoch diesmal ohne rote Uniformen zurück und besiegten die Buren im Zweiten Burenkrieg. Der burische Versuch, sich mit dem Deutschen Reich und der Kolonie Deutsch-Südwest-Afrika zu verbünden, war für die Briten ein zusätzlicher Grund, nun vollkommen die Kontrolle über die Burenrepubliken zu übernehmen. Die Buren leisteten diesmal vergeblich Widerstand, da die Briten aufgrund ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit und der besseren Nachschubversorgung nicht zu besiegen waren. Im Frieden von Vereeniging wurden die beiden Burenrepubliken in das Britische Empire eingegliedert, den Buren aber ansonsten großzügige Friedensbedingungen gewährt, wie beispielsweise die Anerkennung von Afrikaans als Amtssprache. Um die Buren weiterhin zu befrieden, stimmten die Briten in dem Vertrag aber auch diskriminierenden Regelungen zu, die die Bürgerrechte der nicht-weißen Einwohner Transvaals und des Oranje-Freistaats einschränkten.

Nach vier Verhandlungsjahren wurde am 31. Mai 1910 aus den vier Kolonien Natal, Transvaal, Oranje-Freistaat und der Kapkolonie die Südafrikanische Union gegründet, auf den Tag genau acht Jahre nach dem Ende des zweiten Burenkriegs. 1934 vereinigten sich die britische South African Party (Südafrikanische Partei) und die Nationale Partei der Buren zur United Party (Vereinigte Partei), mit der Absicht, Briten und Afrikaaner zu versöhnen. Diese Gemeinschaftspartei spaltete sich allerdings 1939 wieder auf, da keine Einigkeit über den Eintritt in den Zweiten Weltkrieg an der Seite Großbritanniens erzielt werden konnte. Die eher rechtsgerichtete National Party sympathisierte mit Hitler-Deutschland und erstrebte eine radikale Rassentrennung (Apartheid).

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs konnte die weiße Bevölkerungsminderheit unter der politischen Führung der National Party ihre Macht erhalten und errichtete die Apartheid, in dem sie eine Reihe an Gesetzen durchs Parlament verabschieden lassen konnte, die das Land und das alltägliche Leben streng nach den verschiedenen Hautfarben trennte. Erleichtert wurde diese Politik durch die weitgehende räumliche Trennung der weißen und der schwarzen Bevölkerungsgruppen. Angestrebt wurde dauerhafte Abschiebung der Schwarzen in gesondert ausgewiesene Gebiete (Bantustan). Die Apartheid war ein bedeutender Konfliktpunkt während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, der zu weitreichenden wirtschaftlichen Sanktionen und dem Rückzug vieler Unternehmen aus Südafrika führte. Außerdem wuchs der Unmut der unterdrückten Bevölkerungsschichten und erreichte den Höhepunkt im Jahr 1976, als Sicherheitskräfte beim Aufstand in Soweto gegen eine Studentendemonstration in Soweto vorgingen und 176 schwarze Schüler und Studenten starben.

Im Jahr 1990, nach einem langen Zeitraum des Widerstands mit Streiks, Protestmärschen, Sabotage und auch Terrorangriffen verschiedener Anti-Apartheid-Bewegungen – die bekannteste ist der African National Congress (ANC) – ging die Regierung der National Party einen ersten Schritt in Richtung ihrer eigenen Entmachtung, als sie das Verbot des ANC und anderer politischer Organisationen aufhob und Nelson Mandela – einen der bekanntesten Widerstandskämpfer – nach 27 Jahren aus dem Gefängnis freiließ. Die Apartheid verschwand Schritt für Schritt aus der Verfassung und ermöglichte so die ersten für alle Bewohner freien Wahlen vom 26. bis 29. April 1994. Der ANC errang einen überwältigenden Wahlsieg und ist seitdem die Regierungspartei. Nelson Mandela wurde zum ersten schwarzen Präsidenten des Landes gewählt und erhielt zusammen mit dem letzten Präsidenten der National Party, Frederik Willem de Klerk, den Friedensnobelpreis für die Beiträge zur Beendigung der Apartheid. Trotz des Endes der Apartheid lebten zu Beginn des 21. Jahrhunderts immer noch Millionen Südafrikaner, hauptsächlich Schwarze, in Armut.

Am 9. August 2002 wurde das bis 1974 im Pariser Musée de l’homme ausgestellte Skelett der Sarah Baartman einschließlich weiterer in Formaldehyd konservierter Körperteile feierlich bei Hankey am Gamtoos River beigesetzt, nachdem diese Reste im Januar 2002 von Paris nach Kapstadt überführt worden waren. Die Traueransprache hielt Thabo Mbeki. Sarah Baartman wurde zur Integrations- und Identifikationsfigur insbesondere für die farbige Bevölkerung (coloreds).

Nach den Wahlen von 1994 galt in Südafrika eine Übergangsverfassung. Eine verfassunggebende Versammlung musste einberufen werden, welche bis zum 9. Mai 1996 eine neue, dauerhafte Verfassung entwarf und verabschiedete. Diese wurde am 4. Dezember 1996 vom südafrikanischen Verfassungsgericht anerkannt, von Präsident Nelson Mandela am 10. Dezember unterschrieben und ist seit dem 3. Februar 1997 gültig. Seither ist die Verfassung die oberste Gesetzesgrundlage des Staates.

Die Verfassung besteht aus einer Präambel, 14 Kapiteln und sieben Anhängen in denen jeweils ein bestimmter Teilbereich, wie beispielsweise Menschenrechte oder die Gewaltenteilung, festgeschrieben sind. Die Bill of Rights der neuen Verfassung garantieren den Bürgern umfangreiche Rechte, wie beispielsweise die Gleichheit vor dem Gericht oder den Schutz vor Diskriminierung. Als weitere Menschenrechte sind darin das Recht auf Leben, der Schutz vor Sklaverei und Zwangsarbeit, der Schutz der Privatsphäre und des persönlichen Eigentums sowie das Recht auf Freiheit und Unversehrtheit festgeschrieben. Weitere wichtige Punkte sind die Rede-, Religions-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit. Die Rechte von Gefangenen und Untersuchungshäftlingen sind ebenfalls aufgeführt. Außerdem sieht die Verfassung eine unabhängige und unparteiische Justiz vor.

Verfassunggemäß ist der Präsident der Republik Südafrika sowohl Staatsoberhaupt als auch Regierungschef. Er wird alle fünf Jahre durch die Nationalversammlung gewählt und durch einen Vizepräsidenten vertreten. Die Minister werden als Mitglieder des Kabinetts vom Präsidenten ernannt und entlassen. Derzeitiger Präsident ist seit dem 25. September 2008 Kgalema Motlanthe.

Die Legislative des Landes besteht aus einem Zweikammerparlament mit Sitz in Kapstadt. Die erste Kammer (Unterhaus), die Nationalversammlung, wird nach dem Verhältniswahlrecht gewählt, wobei jeweils die Hälfte der 400 Mitglieder über landesweite Listen und Provinzlisten in das Parlament einzieht. Die zweite Kammer (Oberhaus) ist der Provinzrat. In diese Vertretung der Gliedstaaten entsendet jede der neun Provinzen Südafrikas unabhängig von ihrer Größe oder Einwohnerzahl zehn Mitglieder. Eine Legislaturperiode dauert in beiden Häusern fünf Jahre. Die Regierung wird im Unterhaus gewählt und gebildet, wobei üblicherweise der Vorsitzende der stärksten Fraktion das Amt des Staatspräsidenten ausübt. Gemäß der neuen Verfassung von 1997 ersetzt der Provinzrat der Provinzen den bisherigen Senat, wobei sich nicht die Entsendung der Mitglieder durch die Provinzen geändert hat, wohl aber die Zuständigkeiten der neuen Institution. Das Oberhaus hat heute die Aufgabe, die regionalen Interessen der Provinzen zu vertreten, was auch den Schutz kultureller und sprachlicher Traditionen der Minderheiten einschließt.

Die dritte Säule der Gewaltenteilung stellt die Justiz dar. Das Verfassungsgericht mit Sitz in Johannesburg ist die höchste Instanz in Verfassungsfragen, während das Oberste Gericht in Bloemfontein das höchste ordentliche Gericht ist. Die meisten Verhandlungen werden auf lokaler Ebene in den örtlichen Gerichten abgehalten. Die Verfassung garantiert jedem Staatsbürger das Recht auf eine faire, öffentliche Verhandlung, einen angemessenen Zeitraum für die Urteilsfindung und das Recht auf Berufung.

Südafrika ist seit 1961 offiziell Republik. Die ersten demokratischen Wahlen fanden aber erst nach dem Ende der Apartheid im April 1994 statt. Bis Anfang der 1990er Jahre wurde das Leben in Südafrika durch die international geächtete Apartheid-Politik (afrikaans: Trennung; Politik der getrennten Entwicklung weißer, schwarzer und farbiger Bevölkerungsgruppen) bestimmt. Die sogenannte Wahrheits- und Versöhnungskommission (englisch: Truth and Reconciliation Commission) unter Vorsitz des Friedensnobelpreisträgers Bischof Desmond Tutu versuchte zwischen 1996 und 1998, politisch motivierte Verbrechen, die während der Zeit der Apartheid begangen wurden, zu untersuchen und aufzuarbeiten.

Seit dem Ende der Apartheid wird die südafrikanische Politik maßgeblich von der ehemaligen Anti-Apartheidsbewegung African National Congress (ANC) beeinflusst, die in den Wahlen von 2004 69,7 % aller Stimmen erhielt. Zweitstärkste und wichtigste Oppositionspartei ist die Democratic Alliance, die aber nur einen Stimmenanteil von 12,4 % hat. Die Neue Nationale Partei, die als frühere hauptsächlich burische Nationale Partei das Apartheid-System einführte und jahrzehntelang die Staats- und Regierungschefs stellte, verlor seit 1994 immer weiter an Bedeutung und löste sich schließlich am 9. April 2005 auf. Der derzeitige Staats- und Regierungschef Kgalema Motlanthe ist, wie seine Vorgänger Thabo Mbeki und Nelson Mandela, Angehöriger des ANC. Aus Protest gegen den wachsenden Einfluss des neuen Parteivorsitzenden Jacob Zuma spaltete sich ein Teil der ANC-Führungsriege unter dem Namen Congress of the People ab und konnte in den ersten Wochen seines Bestehens zahlreiche neue Mitglieder finden.

Südafrika war ein Gründungsmitglied des Völkerbundes und begann im Jahr 1927 mit der Errichtung von Diplomatischen Vertretungen in den wichtigsten westeuropäischen Ländern und den USA. Die vormalige deutsche Kolonie Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia) wurde nach dem ersten Weltkrieg zum Völkerbund-Mandatsgebiet und unter südafrikanische Verwaltung gestellt. Die südafrikanischen Streitkräfte kämpften während der beiden Weltkriege auf der Seite der Alliierten.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war Südafrika wiederum eines der Gründungsmitglieder der Vereinten Nationen und der damalige Premierminister Jan Christiaan Smuts war sehr stark an der Ausarbeitung der Charta der Vereinten Nationen beteiligt. 1950–1953 nahm die südafrikanische Armee als Teil der UNO-Truppen am Korea-Krieges teil. Als Folge der 1948 begonnenen Apartheid-Politik geriet das Land jedoch in eine jahrzehntelange außenpolitische Isolation. Dem Austritt aus dem Commonwealth of Nations im Jahr 1961 folgte das UN-Waffenembargo 1977 sowie mehrere UN-Resolutionen und Sanktionen. Die Wirtschaft brach spürbar ein, Investoren zogen sich aus dem Land zurück, verweigerten Investitionen oder unterbanden den Handel mit südafrikanischen Unternehmen. Sportler und Sportmannschaften wurden von internationalen Veranstaltungen ausgeschlossen und der Tourismus boykottiert.

Das südafrikanische Militär wurde während der Apartheid für verschiedene Einsätze in Afrika herangezogen. So wurden unter anderem Truppen in den Bürgerkrieg in Angola entsandt, einen Stellvertreterkrieg zwischen den USA und der UdSSR. Dies geschah trotz diplomatischer Isolierung von amerikanischer Seite. Südafrika war bis 1991 eine Atommacht und besaß sechs Atombomben aus eigener Produktion. Diese wurden vor dem Beitritt zum Atomwaffensperrvertrag freiwillig zerstört.

Als Teil einer neuen Politik, die mit dem Amtsantritt von Präsident F.W. de Klerk 1989 begann und die das Ende der Apartheid bedeutete, konnte Namibia im Jahr 1990 die Unabhängigkeit erklären, mit Ausnahme der kleinen Exklave Walfischbucht, die erst im März 1994 an Namibia übergeben wurde. Nach den ersten Wahlen im April 1994, die auch für Nicht-Weiße zugänglich waren, und der Wahl des ersten schwarzen Präsidenten Nelson Mandela, wurden die meisten Sanktionen, die von der internationalen Staatengemeinschaft gegen das Land verhängt wurden, aufgehoben. Am 1. Juni 1994 trat die Republik Südafrika wieder in den Commonwealth ein und wurde am 23. Juni desselben Jahres wieder in die UNO-Vollversammlung aufgenommen. Südafrika trat ebenfalls der Organisation für Afrikanische Einheit (engl.: Organisation of African Unity, OAU) bei, heute bekannt als Afrikanische Union.

Nachdem das Land die internationale Isolation mit dem Ende der Apartheid überwunden hat, ist es wieder ein anerkannter Partner geworden. Wichtigste außenpolitische Zielsetzungen sind heute die Erhaltung und der Ausbau guter diplomatischer Beziehungen, besonders mit den Nachbarländern und den Mitgliedern der Afrikanischen Union.

Südafrika hat eine eigene Armee, die South African National Defence Force (SANDF). Diese Freiwilligenarmee besteht aus etwa 55.000 Berufssoldaten (Stand 2005) und ist in die Bereiche Heer (South African Army), Luftwaffe (South African Air Force), Marine (South African Navy) und Medizinischer Dienst (South African Military Health Service) unterteilt. Die allgemeine Wehrpflicht wurde im Jahr 1994 abgeschafft. Der Oberste Kommandant (derzeit General Godfrey Ngwenya) wird vom Präsidenten ernannt und ist dem Verteidigungsminister unterstellt. Die SANDF wurde 1994 aus verschiedenen militärischen Gruppierungen und Organisationen des Landes neu zusammengesetzt. Der Militärhaushalt liegt bei etwa 3,5 Milliarden US-Dollar im Jahr (ca. 1,5 % des BIP, Stand 2005).

Die südafrikanische Armee hat in den letzten Jahren vor allen Dingen friedenssichernde Missionen in Afrika durchgeführt (z. B. in Lesotho). Südafrika stellt außerdem eine erhebliche Anzahl an Blauhelmsoldaten für UN-Friedensmissionen zur Verfügung. 2008 stehen 1.158 Soldaten für die UN-Friedensmission MONUC in der Demokratischen Republik Kongo und 604 Soldaten für die UNAMID in Darfur, Sudan im Einsatz.

In der großen Gemeindereform des Jahres 2000 wurden viele bekannte südafrikanische Städte mit ihren umliegenden Gemeinden und Townships vereinigt. Einige dieser neu entstandenen Metropolen-Gemeinden (engl.: Metropolitan Municipality) wurden umbenannt, wobei die neuen Namen meist von Bantusprachen abgeleitete Bedeutungen haben und so das neue Südafrika repräsentieren sollen. Vier der zehn größten Städte und Gemeinden des Landes liegen in der kleinsten und am dichtest besiedelten Provinz Gauteng.

Seit den 1970er Jahren hat sich Südafrika vom Schwellenland zu einem wohlhabenden Industriestaat mit stabiler Regierung entwickelt und wird daher von der UNO und der EU zur Ersten Welt gerechnet, während die ländlichen Gebiete in den ehemaligen Homelands eher noch einem Entwicklungsland ähneln. Südafrika dominiert die Wirtschaft des südlichen Afrika und bildet bereits seit 1910 zusammen mit Swasiland, Namibia, Lesotho und Botsuana die Südafrikanische Zollunion (SACU). Darüber hinaus ist Südafrika Mitglied der Südafrikanische Entwicklungsgemeinschaft (SADC) sowie des Entwicklungsprogramms Neue Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (NEPAD) der Afrikanischen Union.

Das Land ist sehr reich an Bodenschätzen, besonders die großen Vorkommen an Gold, Diamanten, Kohle, Platin, Chrom, Eisenerz und Palladium im Witwatersrand stärkten die wirtschaftliche Situation in den vergangenen Jahrzehnten. Die Eisenerzmine Sishen erbringt hochwertiges Erz mit ca. 70% Eisen. Im Jahr 2002 lag der Anteil Südafrikas an der Goldproduktion auf dem Weltmarkt bei 15%. Das Land hat, wie auch Australien oder Chile, stark an der - vom Rohstoffhunger der Schwellenländer Indien und China getriebenen - weltweit hohen Nachfrage nach Rohstoffen profitiert. Die Wettbewerbsfähigkeit des südafrikanischen Bergbaus wird aber durch häufige Streiks aufgrund der niedrigen Löhne und mangelhaften Arbeitsbedingungen sowie durch die schlechte Energieversorgung für die energieintensiven Branchen geschwächt.

Südafrika hat ein gut entwickeltes Finanz- und Rechtssystem und eine allgemein gut ausgebaute Infrastruktur (Kommunikations-, Energie- und Transportwesen). Obwohl die letzten zehn Jahre von Wachstum geprägt waren, liegt die Arbeitslosenquote bei 23 % (offiziell) bzw. 34,3 % (inoffiziell) (Stand: September 2007) und die Nachwirkungen der Apartheid, vor allem Armut und wirtschaftliche Benachteiligung der nicht-weißen Bevölkerung, sind noch nicht beseitigt. Weitere Probleme sind eine hohe Kriminalitätsrate, Korruption und HIV/Aids. Anfang 2000 kündigte Präsident Thabo Mbeki an, das Wirtschaftswachstum und die Investitionen durch die Auflockerung des Arbeitsrechts, die Privatisierung staatlicher Betriebe und die Senkung der Staatsausgaben fördern zu wollen. Diese Bestrebungen stießen auf harten Widerstand von Seiten der organisierten Arbeitnehmerschaft. Die Einführung von Mindestlöhnen führte in Südafrika zu einer vermehrten Entlassung von nicht mehr bezahlbaren Landarbeitern und in der Folge zu Landflucht und Arbeitslosigkeit.

Ein weiteres Problem der südafrikanischen Wirtschaft ist das fehlende Wissen im Verwaltungsbereich. Öffentliche Stellen wurden in nach Ende der Apartheid oftmals an verdiente Widerstandskämpfer vergeben, auch wenn diese über keine verwaltungstechnischen Kenntnisse verfügten. Diese Praxis wird in den südafrikanischen Medien oftmals als Nepotismus bezeichnet. Um die wirtschaftliche Benachteiligung der schwarzen Bevölkerung zu beenden, versucht die Regierung Mbeki seit einigen Jahren, im Rahmen des Black Empowerment-Programms, Stellen in der Verwaltung und in den großen Industriekonzernen vermehrt mit schwarzen Bewerbern zu besetzen; Vertreter der weißen Bevölkerung kritisieren an dieser südafrikanischen Variante der affirmative action, dass die Leistung nicht mehr im Vordergrund stehe und dringend benötigte Fachkräfte wie z.B. Ingenieure reagieren mit der Auswanderung v.a. nach Australien, Kanada und in die USA.

Trotz der geschilderten Probleme hat sich Südafrika in den letzten Jahren wirtschaftlich positiv entwickelt. Das Budget für das Jahr 2007 rechnete mit einem Haushaltsüberschuss. Trotz der zahlreichen laufenden Projekte zur Verbesserung der Infrastruktur und der Sicherheit im Land, konnten in vielen Bereichen Steuersenkungen beschlossen werden, die Angestellte, Arbeiter mit niedrigeren Einkommen sowie kleine und mittlere Betriebe steuerlich entlasten.

90 % der Energie wird aus Kohlekraftwerken gewonnen. Daneben setzt Südafrika auf die Atomenergie. Der Industrieminister Alec Erwin ist der Meinung, dass regenerative Energien nur etwas für reiche Industrieländer seien und kündigte für 2007 den Bau eines zweiten Atomkraftwerks an.

Ein Überbleibsel der Apartheid ist eine relativ große Rüstungsindustrie mit insgesamt rund 700 Firmen. Fast alle Rüstungsgüter können, teilweise als Lizenzfertigung, im eigenen Land hergestellt werden.

Der Beitrag der verschiedenen Wirtschaftssektoren zum Bruttosozialprodukt liegt bei 64 % durch den Dienstleistungssektor und 32 % durch die Industrie, wozu heute auch eine entwickelte Autoindustrie zählt, bei der u.a die großen deutsche Autohersteller wie BMW, Volkswagen und Daimler Produktionsstandorte in Südafrika unterhalten. Obwohl nur 4 % des südafrikanischen Bruttosozialprodukts aus der Landwirtschaft stammen, ist das Land der drittgrößte Exporteur von Agrarprodukten in der Welt. Wichtigste Wirtschaftszweige sind Rohstoffförderung (weltweit größter Förderer von Platin, Gold, Chrom, Diamanten), Metallverarbeitung, Eisen- und Stahlproduktion, und die Nahrungsmittelproduktion (Getreide, Zuckerrohr, Obst und Gemüse, Fleisch, Weinanbau). Das Bruttosozialprodukt beträgt 115 Mrd. Euro und ist damit das höchste aller afrikanischer Staaten.

Die beiden größten und wichtigsten Flughäfen des Landes liegen in Johannesburg und Kapstadt. Die staatliche südafrikanische Fluglinie South African Airways (SAA) bietet internationale Verbindungen von und zu diesen beiden Flughäfen. Auch andere große internationale Fluggesellschaften wie Lufthansa/Swiss, British Airways, Iberia, Air France oder KLM fliegen täglich nach Johannesburg oder Kapstadt. Für Inlandsflüge in Südafrika oder Flüge in afrikanische Nachbarstaaten bestehen viele Angebote von SAA, Comair, Nationwide, Kulula.com, 1time oder Air Namibia. Des Weiteren werden auch kleinere Flughäfen wie George, Durban, Port Elizabeth, East London, Pretoria, Lanzeria oder Bloemfontein angeflogen.

In Südafrika verkehren auf einem Schienennetz der Spoornet von rund 24.000 Kilometern regelmäßige Passagierzüge zwischen den größeren Städten, aber auch auf Nebenstrecken. Alle Nachbarländer sind von Südafrika aus mit grenzüberschreitendem Bahnverkehr zu erreichen, mit Ausnahme von Mosambik. Hier ist eine Bahnstrecke von Johannesburg nach Maputo in Bau.

Für den Tourismus gibt es etliche wichtige und sehenswerte Bahnverbindungen. Der Trans-Oranje-Express fährt wöchentlich die Strecke von Kapstadt über Durban und Kimberley nach Bloemfontein und benötigt dafür etwa 37 Stunden. Der Trans-Natal-Nacht-Express fährt täglich in 13,5 Stunden von Durban nach Johannesburg, der Luxuszug Blue Train und der Rovos Rail verkehren zwischen Pretoria und Kapstadt.

Ein im Bau befindliches Bahnprojekt ist der Gautrain, der dem Nahverkehr im Ballungsraum Johannesburg/Pretoria dienen soll. Die Fertigstellung ist für 2010 geplant.

Internationale Busverbindungen stellen die Linien Intercape Mainliner von Windhoek nach Kapstadt und Translux von Harare über Bulawayo nach Johannesburg her. Translux verkehrt wie die Greyhound Coach Lines, die Baz-Busse und Intercape auch innerhalb Südafrikas. Die Haltestellen sind oft flexibel.

In Südafrika herrscht Linksverkehr. Südafrika verfügt über ein gut ausgebautes Straßennetz, mit Autobahnen in und zum Teil zwischen den Großstädten, z.B. die N3-Autobahn zwischen Johannesburg und Durban. Das gesamte Straßennetz umfasste 1996 etwa 358.596 km, wovon nahezu 59.753 km geteert sind. Anders als in Deutschland gibt es in Südafrika Höchstgeschwindigkeitsbegrenzungen. Diese liegen bei 120 km/h auf Autobahnen, 100 km/h auf Landstraßen und 60 km/h innerhalb der Ortschaften. Große Teilabschnitte der Autobahnen des Landes sind heute gebührenpflichtig und mit einer gestaffelten Autobahngebühr je nach Fahrzeuggröße belegt.

Da das öffentliche Transportsystem schlecht ausgebaut ist, sind viele Pendler auf Sammeltaxis, Busse oder den Individualverkehr angewiesen. Dies erhöht das Verkehrsaufkommen auf den Straßen erheblich und führt während der Hauptverkehrszeiten zu überfüllten Autobahnen und Staus in den Großstädten.

Für viele Südafrikaner ist das Fahrrad ein gebräuchliches Verkehrsmittel. Besonders in ländlichen Gegenden sind Fahrräder für die ärmere Bevölkerung oft das einzige erschwingliche private Transportmittel. Angesichts der bisweilen großen Entfernungen, der Topografie und der klimatischen Verhältnisse sind Fahrradfahrer im Straßenbild dennoch insgesamt recht selten anzutreffen. Ferner ist es gefährlich, in Südafrika auf städtischen Straßen mit dem Fahrrad zu fahren, die Zahl der tödliche Unfälle von Fahrradfahrern steigt deutlich.

In den Städten gibt es eher wenige Hobby- und Sportradler, Radwege existieren nur selten. Die Argus Tour, die im März auf einer 105 Kilometer langen Route auf der Kap-Halbinsel stattfindet, gilt mit 35.000 Teilnehmern als eine der weltgrößten Eintagesradtouren überhaupt.

Der Weinbau in Südafrika ist international auf den vordersten Plätzen zu finden. 425 Güter produzieren fast 4000 verschiedene Weine. Die bekannten Weinortschaften Stellenbosch, Franschhoek, Paarl und Somerset West bilden die Weinhochburg in der Provinz Westkap. Mehr als 300 Weingüter sind allein in diesem Weinanbaugebiet angesiedelt und selbst am Stadtrand von Kapstadt wird Wein im Weinanbaugebiet Constantia erzeugt. Wichtige Weinauktionen finden in Paarl statt, wo auch die fünf größten Weinfässer der Welt stehen. Seit 1994 hat sich Südafrikas Weinexport von 51 Millionen auf 235 Millionen Liter im Jahr 2006 nahezu verfünffacht, der größte Teil der Gesamtproduktionsmenge von 710 Millionen Litern wird jedoch im Land selbst getrunken. Deutschland ist nach England und den Niederlanden der drittgrößte Importeur für südafrikanische Weine.

In Jahr 2005 wurde der Anteil des Tourismusanteil am Bruttosozialprodukt schon auf mehr als 7 % geschätzt. Im Jahr 2002 besuchten mehr als sechs Millionen Touristen das Land. Ungefähr 3 % der erwerbstätigen Südafrikaner arbeiten in der Tourismusbranche, für die weitere Zuwachsraten prognostiziert werden. Am 13. Mai 2002 präsentierte der südafrikanische Umwelt- und Tourismusminister Mohammed Valli Moosa Leitlinien für eine verantwortungsvolle Tourismusentwicklung in Südafrika. Damit soll nicht nur der Tourismus im Lande gefördert, sondern vor allem die einheimische Bevölkerung in die Planung und Entwicklung des Tourismus einbezogen werden. Besonders die ärmeren Schichten sollen so direkter vom Tourismus profitieren.

Die Einreise nach Südafrika ist für Europäer unkompliziert. Bei Ankunft in Südafrika erhalten Bürger aus den meisten EU-Ländern, aus Skandinavien und aus den USA einen Einreisesticker (Entry Permit Sticker), der angibt, wie lange sie im Land bleiben dürfen. Diese automatische Einreiseerlaubnis gilt üblicherweise bis zu 90 Tage. Für Staatsbürger einiger anderer Länder gilt diese Erlaubnis ebenfalls, jedoch nur für bis zu 30 Tage. Wenn Besucher einen längeren Aufenthalt planen, müssen sie ein Visum beantragen, denn die automatische Einreiseerlaubnis könnte dann nicht ausreichen.

Trotz der Aufwärtstendenz in Südafrika seit den Wahlen 1994 gibt es noch immer sehr große soziale Probleme. So werden Schwarze auch nach dem Ende der Apartheid meist immer noch weitaus schlechter bezahlt als Weiße. Große Teile der Bevölkerung leben in Townships außerhalb der Städte. Dabei handelt es sich um Wohnviertel, in denen trotz positiver Entwicklung der Lebensstandard auch heute noch sehr niedrig ist. Die Spanne zwischen armer und reicher Bevölkerung ist nach wie vor groß. Während die reichen Einwohner des Landes, nach wie vor vorwiegend Weiße, aber mittlerweile auch zunehmend Schwarze, in abgeschlossenen Wohnsiedlungen leben, die oft von Zäunen und Sicherheitspersonal umgeben sind, wohnt die Mehrzahl der Armen, hauptsächlich schwarze Bürger, in den Townships und findet nur schwer Anschluss an die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten des südafrikanischen Staates. Aids ist trotz der Bemühungen seitens der Regierung weiterhin ein Hauptproblem. Ein weiteres großes Problem ist die enorm hohe Kriminalitätsrate und die Brutalität der Verbrechen, die sich besonders in den großen Städten manifestiert hat.

Townships dienten während der Apartheid in Südafrika als Wohngegenden für die schwarze, die farbige (Coloureds) oder die indische Bevölkerung. Sie konnten Ausmaße einer ganzen Stadt annehmen. Ein typisches Beispiel ist Soweto (South Western Townships), ein Stadtteil von Johannesburg in der Provinz Gauteng im nordöstlichen Teil des Landes.

Als Homelands wurden während der Apartheid die Stammesgebiete der Schwarzen in Südafrika bezeichnet, die von den weißen Apartheidsführern abwertend Bantustans genannt wurden. Mit der Homeland-Politik sollten die Rassentrennung der Apartheid unter dem Motto der „separaten Entwicklung“ auch territorial durchgesetzt werden. Ein großer Teil der Schwarzen wurde aus dem Staat Südafrika ausgegliedert, nicht zuletzt um einen von Schwarzen beherrschten Einheitsstaat zu verhindern. Homelands sollten formell unabhängige Staaten werden, deren Bewohnern die (Schein-)Unabhängigkeit zugestanden werden sollte. Die Homelands waren ökonomisch, finanziell und militärisch jedoch vollständig von Südafrika abhängig. De facto stellten sie lediglich vom übrigen Staatsgebiet abgetrennte Reservate dar. Von den zehn Homelands, die während der Apartheid installiert wurden, erhielten nur vier die Unabhängigkeit. Die Transkei wurde 1976 zuerst für quasi-unabhängig erklärt, ein Jahr später folgte Bophuthatswana, Venda 1979 und Ciskei 1981. Nach dem Ende des Apartheidsregimes wurden die Homelands wieder in die neun neuen und umorganisierten Provinzen der Republik Südafrika integriert.

Südafrika hat heute noch mit den Auswirkungen dieser getrennten Entwicklung zu kämpfen. Die Gebiete der ehemaligen Homelands sind am wenigsten entwickelt, haben die größten Bevölkerungsdichten und das geringste Pro-Kopf-Einkommen. So ist beispielsweise die Provinz Ostkap, in die die größten und bevölkerungsreichsten Homelands Transkei und Ciskei integriert wurden, die ärmste und wirtschaftsschwächste Provinz. Durch den niedrigen Lebensstandard in den ehemaligen Homeland und großen Teilen der Townships ist hier auch das Krankheitsrisiko höher und die Lebenserwartung geringer.

Aids gilt als die „tickende Zeitbombe“ Südafrikas. Im Jahr 2004 waren offiziellen Schätzungen zufolge etwa 21,5 % der südafrikanischen Bevölkerung zwischen 15 und 49 Jahren mit dem HI-Virus infiziert. Damit liegt die Quote international auf einem der vorderen Plätze nach Swasiland mit geschätzten 40 %. Die offizielle Anzahl der Infizierten ist mit etwa 5,2 Millionen in Südafrika weltweit am zweithöchsten, direkt nach Indien. Diese Entwicklung und die weitere Ausbreitung der Krankheit haben dramatische demografische Folgen für das Land: die Lebenserwartung nahm in den letzten 15 Jahren um rund 20 Jahre ab, von knapp 65 Jahren 1990 auf 43 Jahre 2005.

Die Ursachen für die immer noch stetige Ausbreitung von HIV/Aids liegen gemäß UNAIDS an der frühen sexuellen Aktivität der Jugendlichen (das Durchschnittsalter beim ersten Geschlechtsverkehr beträgt bei Männern 16,4 Jahre und bei Frauen 17 Jahre) in Zusammenhang mit schlechter bzw. schlicht nicht vorhandener Präventionsaufklärung. Bei den Fünfzehn- bis Neunzehnjährigen sind 4,8 % infiziert, bei den Zwanzig- bis Vierundzwanzigjährigen bereits 16,5 %. Auch sexuelle Gewalt scheint in Südafrika eine große Rolle zu spielen: etwa 28 % der Frauen geben an, schon mindestens einmal gegen ihren Willen zum Geschlechtsverkehr gedrängt worden zu sein. Im UNAIDS Bericht 2006 wird geschätzt, dass 2005 in Südafrika 320.000 Menschen im Zusammenhang mit AIDS gestorben sind.

Die Kriminalität ist nach wie vor ein sehr großes Problem. In den letzten zehn Jahren gab es in Südafrika insgesamt 219.000 Mordfälle und 118.000 Fälle von Totschlag. Trotz ständiger Bemühungen der Regierung und der Polizei und sinkender Trends hat das Land eine der höchsten Verbrechensraten weltweit. Gemäß den letzten veröffentlichten Zahlen haben sich die Verbrechensraten in fast allen Bereichen allerdings reduziert, einige davon sogar drastisch (Quelle: SAPS (South African Police Service) Crime statistics for 2005/2006): Alle acht untersuchten Verbrechensraten sind im letzten Finanzjahr – vom 1. April 2005 bis 31. März 2006 – gefallen, in vier der acht Kategorien sogar stark: Überfälle fielen um 18,3 %, versuchter Mord um 16,6%, Körperverletzung um 15,6 % und versuchte schwere Körperverletzung um 9,6 %. Damit kann die SAPS (Südafrikanische Polizei) in diesen Kategorien zufrieden sein, die von der Regierung gesteckten Ziele (7-10 % Reduzierung in allen Bereichen) erreicht oder überschritten zu haben. Darüber hinaus ist die Mordrate um 2,0 % gefallen und Vergewaltigungen sind um 1,0 % zurückgegangen; allerdings stellen gerade diese Verbrechen nach wie vor eine große Bedrohung für die Bevölkerung dar, was unter anderem dazu führt, dass gerade wohlhabende Südafrikaner in Vororte ziehen, um dort in abgesperrten und bewachten Wohnvierteln zu leben und die relative Sicherheit in diesen Gegenden genießen zu können.

Die Gründe für die Kriminalität liegen hauptsächlich an der großen sozialen Ungleichheit und den extremen Gegensätzen von armen (meist schwarzen) und reichen Bürgern in den Städten Südafrikas. Wie erwähnt, hat sich die Kriminalitätsrate mit zunehmendem Erfolg verringert, was unter anderem auch an der immer stärker wachsenden schwarzen Mittelschicht liegt, durch die die Kluft zwischen Reich und Arm geringer wird. Da die Arbeitslosigkeit in der schwarzen Bevölkerungsgruppe aber immer noch besonders hoch ist und dort oft extreme Armut herrscht, sind auch überdurchschnittlich viele arme Menschen von Verbrechen betroffen. Neben dieser Entwicklung wird seit einigen Jahren die Polizei in allen Bereichen verstärkt und das aus New York bekannte Zero-Tolerance-Konzept wurde auch in Südafrika mit unterschiedlichem Erfolg übernommen. Dies bedeutet, dass auch kleine Straftaten mit hohen Strafmaßnahmen geahndet werden. Zusätzlich wurde der Polizeiapparat neu strukturiert: Neben der „normalen“ Polizei wurde die „Metro-Polizei“ eingeführt, die sich hauptsächlich um Verkehrsdelikte kümmert, und die Scorpions wurden als Spezialeinheit gegen organisiertes Verbrechen eingeführt.

Südafrika hat unter den Ländern, die Polizeistatistiken führen, die höchste Kriminalitätsrate. Seit dem Ende der Apartheid 1994 wurden Südafrikas Polizei zufolge mehr als 420.000 Menschen ermordet und totgeschlagen. Mehr als 650.000 Vergewaltigungen wurden angezeigt; die Dunkelziffer liegt Schätzungen zufolge zwanzigfach höher. Statistisch muss jede zweite Südafrikanerin damit rechnen, einmal in ihrem Leben vergewaltigt zu werden. Nur noch besonders brutale Morde und Vergewaltigungen sorgen dort für einen kurzen Aufschrei von Empörung und Entsetzen. Oder der Status des Opfers: Etwa wenn Literatur-Nobelpreisträgerin Nadine Gordimer ausgeraubt oder Prinz Harrys Freundin Chelsy Davey überfallen wird, wenn bekannte südafrikanische Designer, Musiker oder Schauspieler erschossen werden.

Südafrika hat aufgrund der historischen Entwicklung und der ethnischen Vielfalt keine einheitliche Kultur, die Sitten und Gebräuche unterscheiden sich sehr stark je nach Region und Bevölkerungsstruktur. Südafrika wird deshalb heute oft als Regenbogennation bezeichnet, da nur wenige Länder der Welt ebenso unterschiedliche Kulturen aus allen Erdteilen beheimaten.

Von der schwarzen Bevölkerungsmehrheit lebt immer noch ein beträchtlicher Anteil in ärmlichen Verhältnissen in ökonomisch schwachen, ländlichen Gebieten. Besonders von diesen werden heute noch die traditionellen Riten mit Tanz und Musik gepflegt und am Leben gehalten, da mit der zunehmenden Verstädterung und Europäisierung Südafrikas und der ursprünglichen Bevölkerung auch traditionelle Bräuche und Gewohnheiten an Bedeutung verloren.

Die schwarzen Südafrikaner, die in den Städten leben, sprechen nahezu alle zusätzlich zu ihren Muttersprachen auch Englisch oder Afrikaans. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts gibt es noch immer kleine Bevölkerungsgruppen, die Khoisan-Sprachen sprechen. Diese sind zwar keine offiziellen Landessprachen, aber anerkannt als eine der weiteren acht Hauptsprachen. Weiterhin gibt es mehrere kleine Gruppen, die vom Aussterben bedrohte Sprachen sprechen, meist aus der Sprachfamilie der Khoi-San, die um die offizielle Anerkennung ihrer Sprache und ihren Erhalt kämpfen.

Die Lebensgewohnheiten der weißen Bevölkerungsminderheit sind in vielen Belangen ähnlich denen, die auch in Westeuropa, Nordamerika oder Ozeanien zu finden sind. Historische Feindseligkeiten zwischen Afrikanern und englisch-stämmigen Weißen wurden mittlerweile ausgeräumt und machten den Weg frei für ein friedliches Miteinander dieser beiden Volksgruppen.

Trotz der Diskriminierung während der Zeit der Apartheid fühlen sich die farbigen Bewohner heute näher mit der weißen Kultur als mit der schwarzen südafrikanischen Kultur verbunden. Dies ist besonders bei denjenigen zu beobachten, die Afrikaans als Muttersprache sprechen und die gleichen oder ähnliche Religionen wie die Weißen haben. Nur eine kleine Minderheit der farbigen Bevölkerung, die auch als Kap-Malaien bekannt sind, sind Moslems.

Asiaten, die hauptsächlich indischer Herkunft sind, pflegen ihr eigenes kulturelles Erbe, ihre Sprachen und Religionen. Die Inder wurden im 18. Jahrhundert an die Südspitze des afrikanischen Kontinents geholt, um zunächst als Arbeiter auf den Zuckerrohrfeldern Natals zu arbeiten. Die meisten sind Hindus oder sunnitische Moslems und sprechen mittlerweile als Muttersprache Englisch, während Sprachen wie Tamil oder Gujarati immer seltener in Südafrika anzutreffen sind.

In der südafrikanischen Küche liegt der Schwerpunkt auf Fleischgerichten aller Art, woraus sich auch eine der liebsten Freizeitbeschäftigungen der Südafrikaner entwickelt hat: das Grillen (Afrikaans: Braai). Typische Gerichte und Speisen für den Braai bei der weißen Bevölkerung sind Boerewors (eine scharfe, grobe Wurstsorte), Steaks, Lamm-, Schweinekoteletts oder Fisch über Holzkohle gegrillt. Die Küche der schwarzen Bevölkerung ist dominiert von schlichten Gerichten und kann daher als Arme-Leute-Küche bezeichnet werden, die vor allem von den ärmeren Schichten der Bevölkerung gegessen wird. Bekanntestes Gericht hier ist Millie Pap, eine Art Maisbrei. Eine weitere Spezialität ist Biltong, eine Art getrocknetes Fleisch vom Rind oder Wild, das in Südafrika oft als Snack gereicht wird.

Des Weiteren entwickelte sich Südafrika zu einem großen Weinproduzent und einige der besten Weingüter der Welt befinden sich in den Tälern von Stellenbosch, Franschhoek und Paarl. Die kulinarische Auswahl wird heute von allen Einwohnern des Landes genossen und auch von den zahlreichen Touristen sehr geschätzt.

Eine sehr große Vielfalt lässt sich auch in der Musikszene beobachten. Aufbauend auf Rock ’n’ Roll und Swing ist in den 1950ern die Kwelamusik entstanden, die später in den Cape Jazz mündete. Viele schwarze Künstler, die während der Apartheid in Afrikaans oder Englisch sangen, singen heute in ihren traditionellen afrikanischen Sprachen. Es entwickelte sich ein spezieller südafrikanischer Musikstil, Kwaito genannt. Bekannte Vertreter dieser Musikrichtung sind beispielsweise Brenda Fassie, die mit ihrem Song Weekend Special – allerdings in Englisch gesungen – sogar die britischen Charts erreichte, und die Gruppe Ladysmith Black Mambazo, die durch den US-amerikanischen Musiker Paul Simon bekannt wurde.

Das Soweto String Quartet führt klassische Musik mit afrikanischen Beigaben auf. Die weißen und farbigen Musiker und Sänger vermeiden tendenziell die traditionellen afrikanischen Musikstile und pflegen daher eher europäische Musikkultur. In Südafrika gibt es auch einen wachsenden Markt für Musik auf Afrikaans, die sehr häufig Elemente der Country-Musik enthält.

Die wohl bekannteste Vertreterin südafrikanischer Musik ist aber Miriam Makeba (1932–2008) die in den 1960er-Jahren mit dem in Xhosa geschriebenen Lied Pata Pata einen Welthit landete. Sie wurde 1959 Jahre wegen ihres Engagements gegen die seinerzeitige Apartheid-Politik nach einer Auslandsreise mit einem Rückkehrverbot belegt. Ihr Beiname Mama Afrika zeugt von ihrer nachhaltigen Bedeutung.

Viele der ersten schwarzen Autoren lernten das Lesen und Schreiben von europäischen Missionaren, weshalb die Mehrzahl der ersten südafrikanischen Bücher in Englisch oder Afrikaans geschrieben wurden. Einer der ersten bekannten Romane, der von einem schwarzen Autor in einer afrikanischen Sprache geschrieben wurde, war Mhudi von Solomon Thekiso Plaatje im Jahr 1930.

Zu den bekannten südafrikanischen Schriftstellern gehören außerdem Nadine Gordimer, geboren 1923, die als erste Südafrikanerin und siebte Frau insgesamt im Jahr 1991 den Literatur-Nobelpreis erhielt, und Athol Fugard, dessen Bühnenstücke regelmäßig in den Theatern Südafrikas, Londons and New Yorks Premiere feierten.

Alan Paton veröffentlichte im Jahr 1948 seinen viel beachteten Roman Cry, the Beloved Country, der später auch verfilmt wurde. Die Geschichte, die von einem schwarzen Priester der nach Johannesburg kommt, um seinen Sohn zu finden, erzählt, wurde weltweit zum Bestseller. In den 1950er Jahren begann die spätere Nobelpreisträgerin Nadine Gordimer mit der Veröffentlichung ihrer ersten Werke. Ihr bekanntester Roman Julys Leute (original: July’s People) erschien im Jahr 1981 und handelt vom Fall der weißen Minderheiten-Herrschaft.

Auch Schriftsteller, die in Afrikaans schrieben, veröffentlichten kontroverse Werke. Breyten Breytenbach wurde für seine Beteiligung an der Guerilla-Bewegung gegen das Apartheidsregime inhaftiert. André Philippus Brink war der erste Afrikaaner, dessen Bücher von der Regierung indiziert wurden, nachdem er seinen Roman A Dry White Season veröffentlichte, der von einem Weißen handelt, der die Wahrheit über den Tod eines schwarzen Freundes in Polizeigewahrsam herausfindet.

Einige wichtige schwarze Schriftsteller gelangten in den 1970er Jahren zu Berühmtheit, wie beispielsweise Mongane Wally Serote, dessen Werk No Baby Must Weep einen Einblick in den Alltag eines schwarzen Südafrikaners während der Apartheid gibt. Zakes Mda, ein weiterer bekannter schwarzer Romanschreiber, gewann mit seinem Roman The Heart of Redness den Commonwealth Writers Prize im Jahr 2001. Sein Werk wurde fest in den Lehrplan an südafrikanischen Schulen aufgenommen. John Maxwell Coetzee, der seine Tätigkeit als Schriftsteller in den 1970er Jahren begann, wurde erst zwei Dekaden später international bekannt. Sein im Jahr 1999 erschienener Roman Schande (original: Disgrace) brachte ihm den renommierten Booker Prize und 2003 den Nobelpreis für Literatur.

In Südafrika gibt es folgende gesetzliche Feiertage. Sollte einer dieser Tage auf einen Sonntag fallen, ist der darauf folgende Montag ein Feiertag.

In Südafrikas Sport lässt sich, wie in nahezu allen anderen öffentlichen Bereichen, eine Trennung in ethnische Gruppen beobachten. Die mit Abstand populärste Sportart unter der schwarzen Bevölkerung ist Fußball. Da auch Weiße die Sportart auf hohem Niveau ausüben, war Fußball während der Zeit der Apartheid weniger stark von den ethnischen Abgrenzungen betroffen als beispielsweise das Rugby. Die Südafrikanische Fußballnationalmannschaft, von den Fans Bafana Bafana (von isiZulu: unsere Jungs) genannt, konnte sich seit dem Ende der Apartheid und der Wiederaufnahme in die FIFA zweimal für die Endrunde um die Fußball-Weltmeisterschaft qualifizieren (1998 und 2002). Nach einem erfolglosen Bewerbungsversuch erhielt das Land als erste afrikanische Nation der Zuschlag für die Ausrichtung der WM 2010. Ein weiterer Erfolg der Fußball-Nationalmannschaft ist der Gewinn der Afrikameisterschaft im Jahr 1996.

Die wichtigste Sportart der Weißen ist Rugby Union, gefolgt von Cricket. Während der Apartheid waren diese beiden Sportarten nahezu ausschließlich der weißen Minderheit vorbehalten. Rugby ist bei den Afrikanern besonders beliebt, während Cricket auch heute traditionell eher von den englisch-sprechenden Weißen gespielt wird. Die größten sportlichen Erfolge der Springboks, wie die Rugby-Nationalmannschaft genannt wird, waren die Gewinne der Rugby-Union-Weltmeisterschaften 1995 im eigenen Land und 2007 in Frankreich sowie die Gewinne des Tri-Nations-Turniers gegen Australien und Neuseeland in den Jahren 1998 und 2004. Die Springboks waren während der Apartheid aufgrund ihres Ausschlusses nicht-weißer Spieler ein Symbol für die Rassentrennung, wurden aber während der Weltmeisterschaft 1995 zu einem Teil des Neuen Südafrikas, als der damalige Präsident Nelson Mandela das Endspiel in einem Springbok-Trikot verfolgte. Die nationale Rugby-Meisterschaft ist der Currie Cup, einzelne Mannschaften spielen in der internationalen Liga Super 14.

Eine sportliche Sensation lieferte die südafrikanische Freistil-Staffel, die 2004 völlig überraschend die erste südafrikanische olympische Goldmedaille über die sonst von US-Amerikanern und Australiern dominierte 4x100m-Freistil-Strecke in Weltrekordzeit gewann und in Südafrika einen Schwimmsport-Boom auslöste. Roland Mark Schoeman und Ryk Neethling gehören zu den erfolgreichsten Schwimmern der Gegenwart.

Südafrika hat seit dem Ende der Apartheid eine umfangreiche, freie und sehr aktive Medienlandschaft. Die vielen unterschiedlichen Fernseh-, Hörfunksender und Printmedien des Landes, die in den verschiedenen Amtssprachen senden und veröffentlichen, verdeutlichen die kulturelle Vielfalt der Bewohner. Als meistgenutzte Sprache in den Medien hat sich jedoch in den vergangenen Jahren die englische Sprache herauskristallisiert, gefolgt von Afrikaans.

Pressefreiheit wurde in Südafrika nicht zu allen Zeiten garantiert. Weil mehrere südafrikanische Medien das Apartheid-System offen kritisierten, wurde sie bis zum Jahr 1994 immer stärker durch staatliche Zensur eingeschränkt. Nach dem Sturz der weißen Minderheitsregierung wurde die Zensur abgeschafft und eine neue, liberale, nicht diskriminierende Verfassung mit unumstößlichen Menschenrechten wurde in Kraft gesetzt. Diese beinhaltete auch das Bürgerrecht auf freie Meinungsäußerung, die Freiheit der Presse und Medien, sowie das Recht auf künstlerische Freiheit und wissenschaftliche Forschung. Im Jahr 2005 befindet sich das Land auf dem weltweiten Index der Pressefreiheit, der von der Organisation Reporter ohne Grenzen herausgegeben wird, gemeinsam mit Australien auf Rang 31.

Trotz allen diesen Fortschritten gibt es immer noch Kritik an einigen Punkten der Pressefreiheit. Nahezu alle großen Tageszeitungen werden von nur vier großen Medienunternehmen herausgegeben, was zukünftig zu einseitiger Berichterstattung führen könnte. Zusätzlich wird bemängelt, dass die South African Broadcasting Corporation (SABC), der staatliche Fernsehsender, zu regierungs- bzw. ANC-freundlich berichtet, da die Mehrheit der führenden Angestellten des Senders Mitglieder der ANC sind oder von diesem beeinflusst werden.

Die Geschichte der Zeitung in Südafrika beginnt im Jahr 1800, als der damalige Gouverneur der Kapkolonie die Cape Town Gazette und den African Advertiser initiierte. Die erste private Zeitung, der SA Commercial Advertiser wurde ab dem Jahr 1824 herausgegeben. Die erste niederländisch-sprachige Zeitung De Zuid Afrikaan wurde im Jahr 1830 veröffentlicht, die erste Zeitung in einer afrikanischen Sprache, Umshumayeli Wendaba 1837 und die erste Zeitung in Afrikaans, Die Afrikaanse Patriot, im Jahr 1876.

Nach einem Bericht des South African Audit Bureau of Circulation (ABC) gibt es in den Städten 36 Tages- und Wochenzeitungen - 29 auf Englisch, vier auf Afrikaans, zwei in Zulu und eine in Xhosa. Die Gegensätzlichkeit zwischen Bevölkerungsstruktur und Sprachen der veröffentlichten Zeitungen kann erklärt werden durch die unterschiedliche Alphabetisierungsquoten, den weit verbreiteten Gebrauch von Englisch oder auch die früher vorhandene staatliche Zensur, die die Entwicklung einer gemischten Zeitungskultur verlangsamte. Des Weiteren gibt es eine sehr große Anzahl kostenloser (werbefinanzierter) lokaler Zeitungen in verschiedenen Sprachen. Täglich werden etwa 1,3 Millionen Zeitungen im ganzen Land verkauft. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern gibt es nur sehr wenige überregionale Tageszeitungen, diese Funktion ist größtenteils den Sonntagszeitungen vorbehalten.

Einige Zeitungen sind heute noch nicht in Besitz großer Medienunternehmen, die Mehrheit wird aber von den vier großen Konzernen des Landes, Johnnic Publishing, Nasionale Pers, Independent News and Media und CTP/Caxton verlegt.

Obwohl Südafrika das meistentwickelte Land des afrikanischen Kontinents ist, war das Land eines der Letzten, in denen das Fernsehen eingeführt wurde. Die Gründe hierfür waren die ideologischen Vorstellungen der weißen Minderheitsregierung, die das Fernsehen als Bedrohung für die staatliche Kontrolle der Medien ansah. Es wurde auch als Bedrohung für das Afrikaans und die niederländisch-stämmige Bevölkerung angesehen, die unfairen Wettbewerb gegen die Afrikaans-Presse fürchteten.

Im Jahr 1971 wurde der staatlichen Medienanstalt South African Broadcasting Corporation (SABC), die bis dahin auch das De-facto-Monopol über den Radiofunk hatte, erlaubt, ein Fernsehprogramm auszustrahlen. Die Testsendungen begannen 1975 in den großen Städten und die landesweite Ausstrahlung begann 1976. Zu Anfang war das südafrikanische Fernsehen komplett gebührenfinanziert, was sich mit der Einführung von Fernsehwerbung im Jahr 1978 änderte.

Das Fernsehen ist heute immer noch der am stärksten regulierte Mediensektor in Südafrika und wird (wie auch das Radio) durch die Independent Communications Authority of South Africa (ICASA) reguliert. Senderechte, besonders für das Fernsehen, werden nur von dieser Einrichtung vergeben. Bis heute haben lediglich zwei private Fernsehsender die Erlaubnis zur Programmausstrahlung erhalten. Die Sendelizenzen beinhalten auch Vorgaben über die Gestaltung des Programms, wie beispielsweise den Bildungsanteil, die von den Sendern unbedingt eingehalten werden müssen.

Im Jahr 2005 gibt es nur vier freiempfangbare Fernsehsender in Südafrika, die Kanäle 1, 2 und 3 der SABC und den Sender e.tv. Der einzige Anbieter von Bezahlfernsehen und Satellitenfernsehen ist Multichoice mit dem terrestrischen Bezahlfernsehsender M-Net und DStv, dem digitalen Satellitenfernsehen mit etwa 50 nationalen und internationalen Kanälen. Das Bezahlfernsehen in Südafrika hat mittlerweile mehrere Hunderttausend Abonnenten.

Das Radio war schon immer das größte Massenmedium des Landes. Die Liberalisierung dieses Sektors im Jahr 1996 führte zu einer starken Zunahme der Anzahl der Radiosender. Im Jahr 2005 hatte beispielsweise Johannesburg mehr als 40 verschiedene Radiostationen. Der Betrieb von Radiosendern wird weit weniger staatlich reguliert als die Fernsehsparte.

In Südafrika gibt es sowohl Sender mit regionalem Sendegebiet, als auch landesweite Radiosender. Hinsichtlich der Finanzierung sind auch alle Modelle vorhanden: von den staatlichen Radiosendern des SABC bis zu komplett werbefinanzierten Privatsendern, die eine bestimmte Stadt, einen Stadtteil oder eine Bevölkerungsschicht als Zielgruppe haben. Die Mehrzahl der Radiostationen sendet in Englisch, wobei auch die anderen offiziellen Sprachen des Landes in der Programmausstrahlung berücksichtigt werden.

Das Bibliothekswesen in Südafrika begann in der Zeit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, in der auch die ersten Missionsbibliotheken entstanden. Ab 1928 entstand langsam das moderne Bibliothekswesen, wobei sich bis heute immer noch große Unterschiede zwischen arm und reich beziehungsweise innerhalb verschiedener Regionen herauskristallisiert. Jede Provinz besitzt ihre eigene Bibliotheksautorität. In den Großräumen Johannesburg und Kapstadt sind die meisten Einzelbibliotheken konzentriert.

Zum Seitenanfang



Durban University of Technology

Die Durban University of Technology ist eine technische Universität in Durban, KwaZulu-Natal, Südafrika. Sie wurde 2002 durch die Zusammenlegung mit der Institutionen Technikon Natal und ML Sultan Technikon gegründet, vorher war sie als Durban Institute of Technology bekannt. 2005 sind etwa 20.000 Studenten eingeschrieben.

Zum Seitenanfang



HMS Durban

HMS Durban während des Zweiten Weltkriegs

Die HMS Durban (D99) war ein britischer Leichter Kreuzer der Danae-Klasse, der am 29. Mai 1919 in Greenock, Schottland, vom Stapel lief.

Der Kreuzer war zwischen den Weltkriegen hauptsächlich im Fernen Osten im Einsatz und fuhr zwei Rettungseinsätze. Zum einen 1923 nach einem schweren Erdbeben in Japan und zum anderen 1929 nach einem Hurrikan bei Grand Turk. Während des Pazifikkriegs war die Durban an der Evakuierung Singapurs beteiligt und wurde bei der Überfahrt nach Sumatra von Flugzeugen des japanischen Flugzeugträgers Ryūjō angegriffen und dabei beschädigt. Daraufhin musste sie nach Colombo abdrehen.

Im Juli 1944 versenkten die Briten die Durban, ihr Schwesterschiff, die HMS Dragon und andere Einheiten vor der Küste der Normandie als Wellenbrecher, um den dort angelegten Mulberry-Hafen zu schützen.

Die Schiffsglocke der Durban wird heute in der Kapelle des alten britischen Forts in Durban aufbewahrt.

Zum Seitenanfang



Source : Wikipedia