Dresdner Bank

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Geschrieben von robby 26/02/2009 @ 15:18

Tags : dresdner bank, banken, finanzdienstleister, wirtschaft

Neueste Nachrichten
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Demonstranten belagern Dresdner Bank - Oberhessische Presse
Rund 150 Schüler und Studenten blockierten gestern ab 14.30 Uhr die Marburger Filiale der Dresdner Bank am Pilgrimstein. von Uwe Badouin Marburg. Die Blockade war Teil der Aktionen der bundesweiten Protestwoche Bildungsstreik....
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LUXEMBURG (Dow Jones)--Die zur Commerzbank-Gruppe gehörende Dresdner Bank Luxembourg SA verkauft ihre niederländische Tochter Dresdner VPV NV. Die Veräußerung erfolge über ein Management-Buy-Out an die derzeitige Geschäftsführung des Unternehmens,...
Wegen fünf eidlicher Falschaussagen - Neue Rheinische Zeitung
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Lehman-Opfer klagt gegen Dresdner Bank - Bild.de
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Wann fließt das Geld zurück? - n-tv
Die Commerzbank muss die Integration der Dresdner Bank erst noch verkraften, zudem ist das Geld erst vor wenigen Wochen geflossen, während US-Banken schon im Herbst Staatsgeld bekamen. Dessen ungeachtet will Obama seine Iran-Politik vorerst nicht...

Dresdner Bank

Berliner Hauptniederlassung der Dresdner Bank (1884)

Die Dresdner Bank AG ist ein Kreditinstitut mit Sitz in Frankfurt am Main. Das Unternehmen ist, gemessen an Bilanzsumme und Mitarbeiterzahl, die drittgrößte Bank Deutschlands und ist seit 2009 eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Commerzbank AG.

Der Name „Dresdner Bank“ besteht noch, soll aber bis Ende 2010 wegfallen und die Filialen, Technik und Verwaltung sollen in der „neuen Commerzbank“ aufgehen, was einen Stellenabbau von 9000 Stellen, davon 6500 im Inland, zur Folge hat.

Die Dresdner Bank wurde am 12. November 1872 durch die Umwandlung der 1771 gegründeten Privatbank Bankhaus Kaskel in eine Aktiengesellschaft in Dresden gegründet. Gründungsmitglieder waren neben Carl Freiherr von Kaskel, Felix Freiherr von Kaskel und Eugen Gutmann, der die Funktion des Vorstandssprechers übernahm, die Allgemeine Deutsche Credit-Anstalt, die Berliner Handels-Gesellschaft, die Frankfurter Deutsche Vereinsbank, die Deutsche Effecten- und Wechselbank sowie die Anglo-Deutsche Bank aus Hamburg.

Am 3. Dezember 1872 wurde die Dresdner Bank im Handelsregister Dresden eingetragen. Die Börsennotierung der Bank wurde am 7. Januar 1873 an der Wertpapierbörse zu Berlin aufgenommen. Unter der Leitung von Eugen Gutmann überstand die Dresdner Bank den Gründerkrach von 1873 nahezu unversehrt, und konnte sich in der nachfolgenden Gründerkrise durch die Übernahme des Sächsischen Bankvereins (1873), der Dresdner Handelsbank (1874), der Sächsischen Creditbank (1877) und der Thüringischen Landesbank (1878) zu einer Regionalbank mit Schwerpunkt in Mitteldeutschland entwickeln. 1881 erfolgte die Eröffnung einer Filiale in Berlin, deren Entwicklung die der Zentrale in Dresden schon bald überflügelte. 1884 wurde die Hauptverwaltung daher von Dresden nach Berlin verlegt, Dresden blieb aber juristischer Sitz. In der Folge entwickelte sich die Bank zu einer der größten deutschen Banken, vor allem indem sie als erste Bank in Deutschland das Filialbankkonzept systematisch umsetzte und in allen wirtschaftlichen Zentren des Landes viele eigene Filialen unterhielt.

1891 übernahm die Bank das Dresdner Bankhaus Robert Thode & Co., 1892 den Gründungsgesellschafter Anglo-Deutsche Bank, der anschließend als Hamburger Filiale agierte. Im Folgejahr beteiligte sich die Dresdner Bank an der Gründung der italienischen Banca Commerciale Italiana, 1895 folgte die Gründung einer Niederlassung in London sowie die Fusion mit der Bremer Bank.

1903 ging die Dresdner Bank eine Interessengemeinschaft mit dem Schaaffhausen’schen Bankverein ein, die aber 1909 wieder beendet wurde, da sich die Bank trotz der Kontakte von Waldemar Mueller nicht dauerhaft als Partner der rheinisch-westfälischen Schwerindustrie profilieren konnte. 1904 erwarb die Bank eine Beteiligung an der Oldenburgischen Landesbank.

1906 war die Dresdner Bank zusammen mit dem Schaaffhausen’schen Bankverein und der Nationalbank Gründer der Deutsch-Südamerikanischen Bank und der Deutschen Orientbank.

1917 übernahm die Dresdner Bank die Rheinisch-Westfälische Disconto-Gesellschaft zu Aachen. Sie war die größte bis dahin übernommene Bank mit namhaften Beteiligungen unter anderem am Bankhaus Hardy & Co. GmbH, an der Dürener Bank, der Eschweiler Bank, am Bankhaus Johann Ohligschläger und am Bankhaus Alwin Hilger. Damit gewann die Dresdner Bank auf breiter Basis Zugang zum rheinisch-westfälischen Industriegebiet.

1932 musste die Dresdner Bank auf Anordnung der Reichsregierung mit der zahlungsunfähigen Darmstädter und Nationalbank, mit der sie bereits seit 1930 eine Interessengemeinschaft verband, fusionieren. Das Deutsche Reich übernahm die Aktienmehrheit. Zwischen 1933 und 1942 expandierte das Geschäft der Dresdner Bank sehr stark, da sie engste Verbindungen zum NS-Regime, der NSDAP sowie der SS und ihnen angeschlossenen Organisationen unterhielt. So übernahm sie etwa 1935 im Zuge der „Arisierung jüdischen Vermögens“ die traditionsreiche Dresdner Privatbank Arnhold. Insgesamt gilt die Dresdner Bank als die deutsche Großbank, die am meisten in die Verbrechen der nationalsozialistischen Herrschaft verstrickt war. Besonders profitiert hat die Bank von den Eroberungskriegen der Nazis im Osten. Die Dresdner Bank hatte gehofft, in einem germanisierten Europa eine führende Rolle im Bankenbereich spielen zu können.

1949, nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland, wurde in den drei Westsektoren von Berlin die Bank für Handel und Industrie AG gegründet, deren Aktienkapital von der Hamburger Kreditbank, der Rhein-Ruhr Bank und der Rhein-Main-Bank gehalten und später auf die Nachfolgeinstitute übertragen wurde.

Am 1. Januar 1957 fusionierten die drei Banken, zwischen denen seit 1955 schon ein Gewinnabführungsvertrag bestand, zur Dresdner Bank Aktiengesellschaft.

Im Jahre 1967 gründete die Dresdner Bank als Compagnie Luxembourgeoise de Banque S.A. (heute Dresdner Bank Luxembourg S.A.) die erste deutsche Tochtergesellschaft einer Bank in Luxemburg.

Am 30. Juli 1977 wurde der Vorstandssprecher Jürgen Ponto von Terroristen der RAF in seinem Haus in Oberursel (Taunus) ermordet.

Am 29. November 1983 erhob die Staatsanwaltschaft Bonn im Flick-Parteispendenskandal Anklage wegen Bestechlichkeit gegen den Vorstandssprecher der Dresdner Bank und früheren Bundeswirtschaftsminister Hans Friderichs (FDP). Das Landgericht Bonn verurteilte Friderichs am 16. Februar 1987 wegen Steuerhinterziehung zu einer Geldstrafe von 61.500 DM.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands eröffnete die Dresdner Bank im Beitrittsgebiet rasch wieder neue Filialen, 1991 wurde die West-Berliner Bank für Handel und Industrie AG auf die Dresdner Bank verschmolzen. Insbesondere in Dresden betätigte sich die Bank als Sponsor, beispielsweise beim Wiederaufbau der Frauenkirche.

1995 übernahm die Bank die britische Investmentbank Kleinwort Benson und benannte sie in Dresdner Kleinwort Benson um. Durch die Übernahme der amerikanischen Investmentbank Wasserstein Perella am 4. Januar 2001 entstand die Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW) als Investmentbank des Konzerns.

Am 23. Juli 2001 wurde die Dresdner Bank von der Allianz SE übernommen, nachdem zuvor Fusionsversuche mit der Deutsche Bank und der Commerzbank gescheitert waren. In der Folge dieser Übernahme kam es zu einem erheblichen Personalabbau. Während die Bank 2000 noch rund 51.400 Mitarbeiter hatte, arbeiteten Ende 2007 nur noch rund 26.300 Menschen für den Konzern. Im Juni 2006 kündigte die Bank einen weiteren Abbau von 2480 Arbeitsplätzen an. Ferner firmiert die Investment Bank nunmehr als Dresdner Kleinwort, nachdem Bruce Wasserstein bereits 2002 die Bank verlassen hatte.

2006 veröffentlichte ein Team von Historikern eine Studie, die der Dresdner Bank ein stärkeres Engagement im Nazi-Regime nachweist als bisher bekannt war. Demnach war diese maßgeblich an der Verfolgung sowie Deportation von Juden mitbeteiligt und finanzierte den Bau des Konzentrationslagers Auschwitz. Darüber hinaus verdiente die Hausbank der SS stark an der Ost-Expansion des deutschen Reiches im Zweiten Weltkrieg.

Am 31. August 2008 gaben die Allianz SE und die Commerzbank bekannt, dass sich die Aufsichtsräte beider Unternehmen auf den Verkauf der Dresdner Bank AG an die Commerzbank für insgesamt 9,8 Milliarden Euro geeinigt haben. Der Verkauf sollte in zwei Schritten erfolgen und spätestens Ende 2009 abgeschlossen sein.

Der Name „Dresdner Bank“ soll bis Ende 2009 wegfallen. Die Filialen, Technik und Verwaltung sollen dann in der Commerzbank aufgehen. Die lange Zeit kleinere Commerzbank kann die Dresdner Bank übernehmen, weil deren Wert sich rapide verringert: war der Allianz die Traditionsbank mit 51.000 Mitarbeitern noch 24 Milliarden Euro wert, ist sie nun nach Abgabe der Vermögensverwaltungstöchter dit und dbi an Allianz Global Investors, dem Verkauf nahezu aller bedeutenden Industriebeteiligungen, wichtiger Bankbeteiligungen (zuletzt die Oldenburgische Landesbank) und fast aller Immobilien (zuletzt das Prestige-Objekt am Pariser Platz in Berlin) weniger als fünf Milliarden Euro wert. Die verbliebenen 26.300 Mitarbeiter sind von bis zu 9000 Kündigungen bedroht.

Die Filialen in Bremen heißen Bremer Bank. Die Bremer Bank war bis zur Übernahme durch die Dresdner Bank ein eigenständiges Unternehmen und zuletzt nur noch der Name für das Filialnetz der Dresdner Bank im Lande Bremen. Zum 150-jährigen Jubiläum der Bremer Bank hat die Gutmann Stiftung (Gründer der Dresdner Bank) ein Buch mit dem Titel: „Unserer lieben ältesten Tochter“ – 150 Jahre Bremer Bank herausgegeben. Die Bremer Bank ist somit älter als die Dresdner Bank. Das Zusammengehen der beiden Banken war eine Fusion und keine Übernahme. Durch die Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank wird der Name „Bremer Bank“ bis Ende 2010 verschwinden und durch „Commerzbank“ ersetzt.

Das visuelle Erscheinungsbild mit dem dreieckigen Logo und der Hausfarbe Grün wurde von Otl Aicher entworfen. Alle Filialen mit einem durchgehenden grünen Band an der Fassade versehen. Die Hausschrift war die Helvetica. 2001 wurde das Erscheinungsbild überarbeitet und ein hellerer Grünton als Hausfarbe ausgewählt.

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Dresdner Bank (Heilbronn)

Dresdner Bank in Heilbronn (Juni 2006)

Die Dresdner Bank in Heilbronn in der Kaiserstraße 37 an der Ecke zur Allee zählt zum Niederlassungsbereich Stuttgart der Dresdner Bank.

Die Dresdner Bank steht bezüglich ihrer langen Tradition an zweiter Stelle und geht auf das Bankgeschäft Max Gumbel-Kiefe zurück, 1860 von den Gebrüdern Isaak und Max Gumbel gegründet, wobei Max mit Lina Kiefe verheiratet war. Später teilte sich das Geschäft in Isaac Gumbel und Gumbel-Kiefe auf. 1918 wurde der Zweig der Gumbel-Kiefeschen Bankunternehmen von der Darmstädter Bank übernommen.

Das Gebäude ist ein markantes Beispiel für die künstlerisch-klassische Tradition der Heimatschutzarchitektur, die eine handwerklich-solide Verarbeitung mit einheimischen Materialien wie dem Heilbronner Schilfsandstein und dem weißen Heilbronner Muschelkalkstein bevorzugte. Es wurde 1952 bis 1954 - im Zuge des Wiederaufbaus der Heilbronner Innenstadt nach der Kriegszerstörung von 1944 - vom Stuttgarter Architekturlehrer Paul Schmitthenner erbaut.

Das Gebäude wurde als vierstöckiger kubiger Block angelegt, der das östliche Ende Kaiserstraße wirkungsvoll betont und ein elegantes Entrée in die Kaiserstraße darstellt. Ein imposanter dreistöckiger Erkervorbau auf der Allee-Seite und ein niedriger Anbau an der Kaiserstraße lösen das äußere Erscheinungsbild des markanten geschlossenen Kubus auf. Markiert werden sowohl die Zwillingsfenster in den Obergeschossen als auch die hohen Rundbogenportale im Erdgeschoss, die an römische Bauten der Antike erinnern, durch weißen Kalkstein und Granit.

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Heilbronn

Wappen der Stadt Heilbronn

Heilbronn ist eine Großstadt im Norden Baden-Württembergs. Mit über 120.000 Einwohnern ist sie die sechstgrößte Stadt des Landes Baden-Württemberg und die zweitgrößte Stadt des Landesteils Württemberg.

Die am Neckar gelegene ehemalige Reichsstadt ist heute Stadtkreis und zugleich Sitz des Landkreises Heilbronn, von dem sie vollständig umgeben ist. Darüber hinaus ist sie Oberzentrum der Region Heilbronn-Franken, die den Nordosten Baden-Württembergs umfasst. Die regionaltypische Bezeichnung für die Gegend um Heilbronn ist das Unterland.

Heilbronn ist bekannt als Stadt des Weins sowie als Käthchenstadt. Letztere Bezeichnung bekam die Stadt durch das Schauspiel Das Käthchen von Heilbronn des Dramatikers Heinrich von Kleist.

Heilbronn liegt im nördlichen Baden-Württemberg in einer durch den Neckar gebildeten fruchtbaren Talfläche, dem Heilbronner Becken als nördlichem Ausläufer des Neckarbeckens. Zu beiden Seiten des Neckars ist die Stadt zumeist von ausgedehnten Weinberglandschaften umgeben. Im Westen schließt sich das vergleichsweise wenig hügelige Gartacher Feld an das Heilbronner Becken an, im Osten umschließen von Norden nach Süden der Wartberg, der Galgenberg, der Büchelberg und der Schweinsberg die Stadt. Zusammen mit den weiter östlich anschließenden Bergen Hintersberg und Reisberg (beide ebenfalls auf Heilbronner Gemarkung) bilden sie die Heilbronner Berge, die wiederum Ausläufer der Löwensteiner Berge sind.

Höchster Punkt des Stadtgebiets ist der in der äußersten südöstlichen Spitze des Stadtwaldes gelegene 378 m ü. NN hohe Reisberg, zweithöchster Punkt mit 372,8 m der Schweinsberg. Den tiefsten Punkt der Gemarkung bildet mit 151 m der Neckar bei Neckarsulm. Das Stadtgebiet dehnt sich in Nord-Süd-Richtung über 13 Kilometer, in Ost-West-Richtung über 19 Kilometer aus.

Heilbronn liegt in der Nähe der Mundart-Grenze zwischen dem schwäbisch-alemannischen und dem fränkischen Dialekt.

Heilbronn liegt im nördlichen Teil des vielfältig zergliederten Südwestdeutschen Schichtstufenlandes. Eine Tiefbohrung, die 1912/13 im Heilbronner Nachbarort Erlenbach auf 163,68 m ü. NN bis in 856 m Tiefe niedergebracht und 1954/56 durch seismische Untersuchungen ergänzt wurde, erbrachte Aufschluss über die Gesteinszusammensetzung im Raum Heilbronn. Die Oberfläche des ursprünglichen, aus Gneisen und Graniten zusammengesetzten variszischen Grundgebirges ist demnach in 1080 bis 1.100 m unter NN anzunehmen. Darüber liegen hunderte von Metern dicke Schichten von Sedimentgesteinen, zuunterst die des Perm (rund 390 m Rotliegend, 23,6 m Zechstein), gefolgt von denen der Trias: 517 m Buntsandstein, 72,7 m Unterer Muschelkalk, 94,5 m Mittlerer Muschelkalk, 86 m Oberer Muschelkalk, 79 m Unterer Keuper und 27 m Mittlerer Keuper. Im mittleren Muschelkalk ist ein bis zu 45 m mächtiges Steinsalz-Lager im Norden der Kernstadt und im Nordwesten des Stadtgebietes eingeschlossen, das bergmännisch ausgebeutet wird.

Mit dem Mittleren Keuper ist fast das Niveau des das Stadtgebiet zerteilenden Neckars erreicht. In der unmittelbaren Talaue des Flusses, die große Teile des Heilbronner Industriegebietes und den westlichen Stadtteil zwischen Altneckar und Neckarkanal umfasst, wird er von einer rund 3 m breiten Schicht des vom Neckar abgelagerten Talaueschotters überdeckt, auf der wiederum eine ebenfalls rund 3 m dicke Schicht angeschwemmten Lehms liegt. Weiter entfernt vom Fluss finden sich Schotterschichten, die unter der Kernstadt 5 bis 10 m, im Westen des Stadtgebietes zwischen Böckingen, Frankenbach und Neckargartach bis zu 35 m mächtig sind. Fast überall liegt auf ihnen noch eine 6 bis 13 m dicke Schicht aus angewehtem, fruchtbarem Löss und Lösslehm.

Die nicht von Flussablagerungen bedeckten Heilbronner Berge im Osten des Stadtgebietes spiegeln die weitere geologische Schichtenabfolge wieder, die im restlichen Stadtgebiet durch die Erosion abgetragen wurde. Auf 28 bis 29 m Unterer Keuper folgen 130 bis 150 m Gipskeuper und eine etwa 20 bis 45 m mächtige Schilfsandstein-Schicht, die früher in Steinbrüchen ausgebeutet wurde und deren braungelbe Steine das frühere Heilbronner Stadtbild prägten. Die drei höchsten Berge im Südosten des Stadtgebietes, der Reisberg (378 m ü. NN), der Schweinsberg (372,8 m ü. NN) und der Hintersberg (364,8 m ü. NN), weisen über diesen Schichten noch die höheren Schichten der Unteren Bunten Mergel und Lehrbergschichten (zusammen rund 32 bis 35 m) und des Kieselsandsteins (5 bis 16 m) auf.

Bad Wimpfen, Neckarsulm, Erlenbach, Weinsberg, Lehrensteinsfeld, Untergruppenbach, Flein, Talheim, Lauffen am Neckar, Nordheim, Leingarten, Schwaigern, Massenbachhausen und Bad Rappenau.

Zu manchen Stadtteilen gehören noch weitere Orte im geographischen Sinne wie Einzelhöfe und Wohnplätze. Im einzelnen sind dies zu Biberach die Höfe Konradsberg, zu Frankenbach der Hipfelhof und zu Neckargartach der Altböllinger Hof, Neckarau und der Neuböllinger Hof.

Abgegangene, heute nicht mehr bestehende Orte sind Hetensbach und Rühlingshausen, beide auf Markung Böckingen, Utenhusa auf Markung Biberach, Altböckingen und Hanbach und Rappach, alle drei auf Markung Heilbronn, Böllingen und Trapphof, beide auf Markung Neckargartach, sowie Ascheim und Widegavenhusa, beide auf Markung Kirchhausen.

Böckingen, Frankenbach und Neckargartach gehörten bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts schon als reichsstädtische Dörfer zu Heilbronn. Böckingen und Neckargartach wurden 1933 bzw. 1938 wieder eingemeindet; das einstige Deutschordens-Dorf Sontheim kam ebenfalls 1938 zu Heilbronn. Die restlichen Stadtteile folgten mit der Gebietsreform in den 1970er Jahren: 1970 Klingenberg, 1972 Kirchhausen, 1974 Biberach, Frankenbach und Horkheim. Heilbronn selbst ist heute mit den Stadtteilen Böckingen, Neckargartach, Frankenbach, Sontheim und Horkheim praktisch zu einem geschlossenen Siedlungsgebiet verwachsen. Biberach, Kirchhausen und Klingenberg sind allseitig von größeren land- oder forstwirtschaftlich genutzten Flächen umgeben.

Heilbronn gehört mit dem Umland zum nördlichen Bereich des Verdichtungsraums Stuttgart (Umfang siehe unter Stuttgart). Die Stadt ist Oberzentrum der Region Heilbronn-Franken und damit eines von insgesamt 14 im Rahmen des Landesentwicklungsplans 2002 des Landes Baden-Württemberg ausgewiesenen Oberzentren. Dieses übernimmt für die Städte und Gemeinden Abstatt, Bad Rappenau, Bad Wimpfen, Beilstein, Brackenheim, Cleebronn, Eberstadt, Ellhofen, Eppingen, Flein, Gemmingen, Güglingen, Ilsfeld, Ittlingen, Kirchardt, Lauffen am Neckar, Lehrensteinsfeld, Leingarten, Löwenstein, Massenbachhausen, Neckarwestheim, Nordheim, Obersulm, Pfaffenhofen an der Zaber, Schwaigern, Siegelsbach, Talheim, Untergruppenbach, Weinsberg, Wüstenrot und Zaberfeld auch die Aufgaben des Mittelbereichs.

Raumbedeutsame Maßnahmen werden für die Region Heilbronn-Franken durch den Regionalverband Heilbronn-Franken erarbeitet.

Die ältesten menschlichen Spuren in den fruchtbaren Neckarauen des Heilbronner Beckens datieren bis in die Altsteinzeit (30.000 v. Chr.) zurück. Bei Heilbronn trafen sich bereits in der Vorzeit uralte Fernwege, die dort den Neckar überquerten. Die Römer sicherten im 1. Jhd. n. Chr. ihre Grenze längs des Neckarlimes mit Kastellen, u. a. beim späteren Ortsteil Böckingen, wo sich insgesamt acht Römerstraßen trafen. Nach den Römern herrschten ab Mitte des 3. Jahrhunderts die Alamannen im Neckarraum und wurden um 500 durch die Franken verdrängt, die ihre östlichen Provinzen mit Königshöfen besiedelten. Auf einen solchen Königshof geht vermutlich die erste größere Siedlung im Bereich der heutigen Kernstadt zurück.

Der Ort wird erstmalig als villa Helibrunna in einer auf das Jahr 741 datierten Schenkung erwähnt. Der Name deutet auf einen Brunnen bzw. eine Quelle hin. Ein Markt wurde um 1050, ein Hafen um 1140 erstmals genannt. Der Ort entwickelte sich früh zum bedeutenden Handelszentrum und ging nach dem Ende der Karolinger auf deren Regionalfürsten, die Grafen von Calw, über. Der einstige fränkische Fürstenhof zersplitterte in Herrschaftshöfe und diese wiederum in kleinere Anteile. Neben verschiedenen Grafen, Klöstern und dem ab um 1225 auftretenden Deutschen Orden, der den Deutschhof als Kommende errichtete und den Nachbarort Sontheim besaß, gelangten Besitzrechte in Heilbronn auch in die Hände des immer einflussreicher werdenden Patriziats. 1225 wurde die Stadt erstmals als oppidum (befestigte Stadt) bezeichnet und als Lehen des Stauferkönigs Heinrich (VII.) an Württemberg verliehen.

1281 verlieh König Rudolf I. von Habsburg Heilbronn das Stadtrecht, wobei auch erstmals ein Rat der Stadt erwähnt wurde, der sich aus dem Patriziat bildete. Um 1300 wurde die Kilianskirche erstmalig genannt sowie ein Marktplatz mit Rathaus. 1322 verlieh König Ludwig der Bayer der Stadt die hohe Gerichtsbarkeit.

Der Hafen und die durch Wasserkraft betriebenen Mühlen am Neckar, der ab 1333 durch das Neckarprivileg für die Stadt günstig aufgestaut und umgeleitet wurde, ließen den Handel in Heilbronn erblühen, so dass das vom Kaiser geschützte Patriziat der Stadt relativ frei vom Einfluss des umgebenden niederen Ritteradels blieb. 1360 konnte die Bürgerschaft das Schultheißenamt vom vorigen Lehensträger Württemberg erwerben. Am 28. Dezember 1371 wurde die Stadt durch eine Verfassung Kaiser Karls IV. zur Reichsstadt. Ein äußerst enges Verhältnis zum Kaiser sowie ab 1417 ein bis 1622 gültiges Bündnis mit der Kurpfalz festigten die Stellung gegenüber Württemberg. Die politische Stabilität des 15. Jahrhunderts führte zu einer weiteren Blüte der Stadt, in der damals etwa 4000 Menschen lebten. Zahlreiche historische Bauten gehen auf diese Periode zurück.

Im Jahr 1519 war Götz von Berlichingen als Gefangener des Schwäbischen Bundes in Heilbronn inhaftiert. Im Bauernkrieg trat Jäcklein Rohrbach als rebellischer Bauernführer in Heilbronn in Erscheinung, beging mit dem Neckar-Odenwälder Bauernhaufen um Ostern 1525 die Weinsberger Bluttat und plünderte anschließend das Heilbronner Karmeliterkloster.

Während des Dreißigjährigen Kriegs litten die Stadt und die umliegenden reichsstädtischen Dörfer sehr. Nach der Schlacht bei Wimpfen wurde 1622 Neckargartach niedergebrannt. 1633 errichteten Schweden und Franzosen ein Bollwerk um Heilbronn. 1634 bis 1647 war die Stadt wieder in der Hand kaiserlicher Truppen, danach zogen französische und anschließend kurpfälzische Truppen ein. Die Stadt blieb aber auch nach dem Westfälischen Frieden 1648 Aufmarschplatz und evangelische Kreisfestung des Schwäbischen Reichskreises. Im Spätjahr 1688 wurde Heilbronn im Pfälzischen Erbfolgekrieg von den Franzosen unter Ezéchiel de Mélac besetzt, die bei ihrem Abzug vor anrückenden kursächsischen Truppen im Dezember 1688 neun Mitglieder der Patrizierfamilien für teilweise über ein Jahr als Geiseln verschleppten. 1694 fand der letzte Hexenprozess in der Reichsstadt statt.

Um 1750 entstanden prachtvolle Bauten im Rokokostil, darunter das Schießhaus. Ab 1770 gewann Heilbronn durch den Vieh- und Pferdemarkt für über ein Jahrhundert Bedeutung als einer der größten südwestdeutschen Umschlagplätze für Schlachtvieh.

Heilbronn kam in Folge der Mediatisierung im September 1802 mit anderen Reichsstädten an Württemberg und wurde Sitz des Oberamts Heilbronn.

Ab 1815 wurde der Neckar, der seit dem hohen Mittelalter durch unzählige Wehre und Mühlen versperrt gewesen war, wieder schiffbar gemacht. Von 1819 bis 1821 wurde der Wilhelmskanal gebaut und trug zur einsetzenden Industrialisierung bei, die insbesondere durch die Heilbronner Papiermühlen vorangetrieben wurde. 1832 war Heilbronn die Stadt mit den meisten Fabriken in Württemberg und wurde als schwäbisches Liverpool bezeichnet. Ab 1839 wurden planmäßig Vorstädte erschlossen, so auch westlich des Neckars, wo ab 1848 der Bahnhof den Abschluss der Württembergischen Nordbahn bildete. Bis 1880 entstanden Eisenbahnverbindungen nach allen wichtigen süddeutschen Städten.

Heilbronn galt 1848 als württembergisches Zentrum der Märzrevolution. Bis zum Sommer 1849 kam es oftmals zu Unruhen in der Stadt, die mehrfach nur durch die Entsendung königlichen Militärs aus Stuttgart unterbunden werden konnten.

1875 wurde ein Floßhafen errichtet, 1886 folgte ein Salzhafen und 1888 der Karlshafen. Am 16. Januar 1892 nahm Heilbronn mit dem Anschluss an das Stromnetz des Elektrizitätswerks in Lauffen als erste Stadt der Welt die Fernversorgung mit Strom auf.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Heilbronn ein wichtiger Warenumschlagplatz in Süddeutschland und eine ausgeprägte Industriestadt. Unter den Einwohnern waren viele Arbeiter. Zahlreiche Arbeiter- und Sportvereine waren entstanden, und es gab eine freie Presselandschaft. Die Stadt galt als „rote Hochburg“, wenngleich es bei der Novemberrevolution 1918/19 zu keinen größeren revolutionären Handlungen kam.

Die 1923 gegründete Ortsgruppe der NSDAP blieb bis 1933 klein und bedeutungslos, führte dann aber unter Kreisleiter Richard Drauz energisch die Gleichschaltung der regionalen Vereins- und Presselandschaft durch.

1935 wurden die Großschifffahrtsstraße Heilbronn-Mannheim und der Heilbronner Kanalhafen eröffnet, der bis heute ein wichtiger Umschlagplatz am Neckar ist und zu den zehn größten deutschen Binnenhäfen zählt. 1936 wurde die Autobahn nach Stuttgart fertig gestellt.

Im Zuge einer Verwaltungsreform wurde Heilbronn am 1. Oktober 1938 Sitz des neuen Landkreises Heilbronn. Zugleich wurde Heilbronn kreisfreie Stadt, und die zuvor selbstständigen Gemeinden Sontheim und Neckargartach wurden eingemeindet. Die ehemalige Stadt Böckingen war bereits 1933 eingegliedert worden. Mit 72.000 Einwohnern war Heilbronn somit nach Stuttgart die zweitgrößte Stadt in Württemberg.

Am 10. November 1938 wurde die Heilbronner Synagoge durch Brandstiftung zerstört. Im Laufe des Jahres 1939 wurde die traditionsreiche jüdische Gemeinde in Heilbronn praktisch ausgelöscht.

Im September 1944 wurde im Stadtteil Neckargartach unter der Bezeichnung SS-Arbeitslager Steinbock ein Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof errichtet, in dem über 1.000 Häftlinge konzentriert wurden, die in der Rüstungsindustrie Zwangsarbeit verrichten mussten. 246 dabei Umgekommene sind auf dem KZ-Friedhof an der Böllinger Straße begraben.

Im Zweiten Weltkrieg war die Stadt ab Dezember 1940 vielfach Ziel von Luftangriffen. Zur Katastrophe für die Stadt wurde der Luftangriff auf Heilbronn am 4. Dezember 1944, bei dem die Altstadt völlig zerstört wurde und über 6500 Menschen ihr Leben verloren. Am 12. April 1945 besetzten amerikanische Truppen die Stadt, in der nur noch 46.350 Einwohner lebten.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieg 1945 gehörte Heilbronn zur amerikanischen Besatzungszone. In einer gewaltigen Kraftanstrengung gelang in nur wenigen Jahren der Wiederaufbau der völlig zerstörten Stadt. Ab 1951 waren US-Truppen fest in Heilbronn stationiert.

Die Einweihung der Autobahn A 6 von Heilbronn nach Mannheim mit der monumentalen Neckartalbrücke im Jahr 1968 setzte weitere wichtige strategische Akzente für den Wirtschaftsstandort Heilbronn. Die A 81 nach Würzburg folgte 1974, die A 6 nach Nürnberg 1979. Zahlreiche Großbetriebe siedelten sich in neu entstandenen Industrie- und Gewerbegebieten entlang der neuen Verkehrsadern an und die Wirtschaftsregion in ihrer heutigen Ausprägung entstand.

Durch die Eingemeindung von Klingenberg 1970 hatte Heilbronn über 100.000 Einwohner und wurde damit Großstadt. 1972 und 1974 wurden Kirchhausen, Biberach, Frankenbach und Horkheim eingemeindet. Bei der Kreisreform Baden-Württemberg 1973 blieb Heilbronn kreisfreie Stadt und Sitz des nunmehr vergrößerten Landkreises Heilbronn sowie der späteren Region Heilbronn-Franken.

In den 1970er Jahren fand die Umgestaltung der den alten Quartieren folgend wiederaufgebauten historischen Hauptstraßen Fleiner Straße und Sülmer Straße zu Fußgängerzonen mit umgebenden verkehrsberuhigten Bereichen statt. Die Allee wurde im Gegenzug zur wichtigsten innerstädtischen Verkehrsachse, an ihr entstanden Unterführungen und zeitgenössische Bauwerke wie das 1974 vollendete Wollhauszentrum und das 1982 eröffnete Theater Heilbronn.

Ab 1980 stationierten die Amerikaner auf der Heilbronner Waldheide Mittelstrecken-Atomraketen vom Typ Pershing II. 1985 erregte ein Raketenunglück das Interesse der Öffentlichkeit. Nach Unterzeichnung der INF-Verträge wurden 1987 die Raketen und 1992 die letzten Einheiten der US Army abgezogen. Heilbronn ist seitdem entmilitarisierte Stadt.

Ab 1998 erfolgte der Anschluss der Stadt an das Nahverkehrs-Netz der Stadtbahn Karlsruhe, wofür Teile der Heilbronner Innenstadt bis 2005 abermals großflächig umgestaltet wurden. Bis in die Gegenwart folgten weitere umfangreiche städtebauliche Maßnahmen, darunter der Bau von zwei Neckarbrücken, Bau- und Begrünungsmaßnahmen in der Nord- und Südstadt im Rahmen des Bund-Länder-Förderprogramms „Soziale Stadt“ sowie der Bau zweier großer neuer Einkaufszentren in der Innenstadt.

In den Jahren 2005 und 2006 war Heilbronn erste UNICEF-Kinderstadt Deutschlands. Im Frühsommer 2007 rückte ein Polizistenmord in Heilbronn mit anschließender Fahndung nach dem Heilbronner Phantom kurzzeitig in den Fokus der internationalen Berichterstattung. Die Stadt erhielt außerdem den Zuschlag für die Bundesgartenschau 2019.

Heilbronn war seit der Reformation durch Johann Lachmann 1528 eine nahezu rein evangelische Stadt mit der Kilianskirche als geistigem Zentrum. Der Rat und die Bürgerschaft bekannten sich geschlossen zur Augsburger Konfession. Katholiken waren unerwünscht, Juden war es verboten, sich in Heilbronn niederzulassen. Nach dem Übergang an Württemberg 1803 wurde die Stadt Sitz eines Dekanats (siehe Kirchenbezirk Heilbronn) und 1823 eines Generalats (heute Prälatur oder „Sprengel“ mit einem Prälaten oder „Regionalbischof“ an der Spitze, siehe Prälatur Heilbronn) der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Protestanten stellen bis heute in Heilbronn mit rund 38 Prozent der Bevölkerung die Mehrheit, gefolgt von Katholiken mit 24 Prozent.

Die katholische Gemeinde der Stadt hatte ihre Mutterkirche in dem vom Deutschen Orden erbauten Deutschordensmünster St. Peter und Paul, das auch für die wenigen Katholiken in den historisch zur Stadt gehörenden Stadtteilen zuständig war. Die Stadtteile Heilbronn-Biberach, Heilbronn-Kirchhausen und Heilbronn-Sontheim dagegen sind traditionell katholisch geprägt, da sie einst zum Deutschen Orden zählten und daher auch während der Reformation katholisch geblieben waren. Die katholischen Gemeinden gehören heute zum Dekanat Heilbronn der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Juden sind in Heilbronn seit 1050 belegt, hatten jedoch von 1438 bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts Stadt- bzw. Ansiedlungsverbot. In den 1860er Jahren wurden Juden rechtlich wieder anderen Bürgern gleichgestellt. Im Jahr 1877 wurde die Heilbronner Synagoge eingeweiht, das Bauwerk wurde jedoch in der Reichspogromnacht 1938 zerstört. Die jüdische Gemeinde wurde unter den Nationalsozialisten bis 1939 praktisch ausgelöscht. In den 1980er Jahren waren nur sechs Familien in Heilbronn jüdischen Glaubens. Insbesondere durch den Zuzug aus Osteuropa wuchs die Gemeinde auf über 150 Mitglieder an. 2006 wurde das neue Jüdische Zentrum Heilbronn eingeweiht. Die jüdische Gemeinde Heilbronn ist eine Filialgemeinde der Israelitischen Religionsgemeinschaft in Württemberg mit Sitz in Stuttgart.

Im Stadt- und Landkreis Heilbronn haben sich nach 1960 zahlreiche Migranten (Gastarbeiter) angesiedelt. Die Zahl der gemeldeten Ausländer stieg von rund 2500 Personen im Jahr 1961 auf 13.700 im Jahr 1974 (12% der Wohnbevölkerung). Für den muslimischen Anteil dieser Personen entstanden die ersten islamischen Gotteshäuser, zunächst provisorisch in kleinen Räumlichkeiten. Nach und nach wurden im Stadt- und Landkreis Heilbronn dann mehrere Moscheen erbaut. Moscheen im Stadtgebiet befinden sich u. a. in der Goppeltstraße, Hans-Seyfer-Straße, Salzstraße, Weinsberger Straße Ecke Allee und in der Böckinger Straße.

Die Zahl der Muslime wird im Stadtkreis Heilbronn auf über 10.000 Personen geschätzt. Den Großteil stellen Muslime türkischer Abstammung dar, die zum Teil von einer Heilbronner Niederlassung der DITIB vertreten werden; daneben gibt es Muslime bosnischer, arabischer und deutscher Abstammung.

Im 15. Jahrhundert lebten etwa 4.000 Menschen innerhalb der Stadtbefestigung. 1840 wurden 11.300 Einwohner gezählt, 1890 hatte Heilbronn 30.000 Einwohner. Bis zum 1. Juni 1933 verdoppelte sich diese Zahl durch die Eingemeindung der Stadt Böckingen (11.593 Einwohner 1925) auf 60.000 Einwohner. Durch die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg verlor Heilbronn rund 40 Prozent seiner Bevölkerung. Die Einwohnerzahl sank zwischen 1939 (77.000 Einwohner) und 1945 (47.000 Einwohner) um rund 30.000 Personen.

1956 hatte die Bevölkerungszahl wieder den Vorkriegsstand erreicht. Am 1. Januar 1970 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt durch die Eingemeindung von Klingenberg die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Ende Juni 2005 hatten in Heilbronn nach Fortschreibung des Statistisches Landesamtes Baden-Württemberg 121.416 Menschen ihren Hauptwohnsitz. Unter den 23.000 Ausländern in der Stadt bilden 8.500 Türken die größte Volksgruppe.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt. Heilbronn rangierte mit seinem Einwohnerstand vom 31. Dezember 2007 auf Platz 59 der Liste der größten Städte Deutschlands.

In den fünf Stadtteilen, die in den 1970er-Jahren nach Heilbronn eingegliedert wurden (1970 Klingenberg, 1972 Kirchhausen, 1974 Biberach, Frankenbach und Horkheim), bestehen Bezirksbeiräte, da sie entsprechend der Hauptsatzung der Stadt Heilbronn Stadtbezirke im Sinne von § 64 Abs. 1 der Gemeindeordnung für Baden-Württemberg bilden. Diese Gremien sind zu wichtigen, den Stadtteil betreffenden Angelegenheiten zu hören. Die endgültige Entscheidung über eine Maßnahme obliegt dann allerdings dem Gemeinderat der Gesamtstadt Heilbronn.

Der Oberbürgermeister von Heilbronn wird für eine Amtszeit von acht Jahren von den Bürgern Heilbronns (einschließlich EU-Ausländern) gewählt. Der derzeitige Amtsinhaber Helmut Himmelsbach wurde am 17. Juni 2007 wiedergewählt. Er bleibt bis 2014, seinem 68. Lebensjahr, für sieben Jahre im Amt.

Für eine ausführliche Darstellung der Stadtverwaltung siehe Geschichte der Stadt Heilbronn. Die Amtsträger bis 1945 werden in der Liste der Bürgermeister von Heilbronn abgehandelt.

Die Blasonierung des Heilbronner Wappens lautet: In Gold der rot bewehrte und rot bezungte schwarze Reichsadler mit einem von Rot, Silber und Blau geteilten Brustschild. Die Stadtflagge ist Rot-Weiß-Blau.

Der Reichsadler als Symbol der Reichsunmittelbarkeit Heilbronns ist in den Siegeln der Stadt seit 1265 belegt. In der Stadt Heilbronn erschien er bei farbiger Darstellung immer auf goldenem Schildgrund (zuerst nachweisbar in einem Wappenfenster von 1487 in der Kilianskirche), während er im Hauptbanner der Reichsstädte von 1462, in Siebmachers Wappenbuch von 1605 und in Wappenbüchern des 18. Jahrhunderts auf silbernem Grund dargestellt wird.

Zur Unterscheidung vom Reichs- und von anderen Adlerwappen trat seit 1556 in Wappenzeichnungen, seit dem 18. Jahrhundert auch in Siegeln der Brustschild auf. Im Planprospekt J. S. Schlehenrieds von 1658 steht er sogar gleichberechtigt neben dem Schild mit dem Adlerwappen. Die Herkunft der Farben des Brustschildes konnte bis heute nicht sicher geklärt werden. 1556, 1581 und 1681 kamen sie auch in der Reihenfolge Blau-Silber-Rot vor; die heute übliche Reihenfolge Rot-Silber-Blau, die auch in die rot-weiß-blaue Stadtflagge Eingang gefunden hat, ist erstmals 1560 nachgewiesen. In manchen Siegeln des 17. und 18. Jahrhunderts enthielt der Brustschild nur die auf den Stadtnamen hinweisenden Großbuchstaben HB.

Die Stadt Heilbronn bildet für die Wahlen zum Deutschen Bundestag zusammen mit nördlichen Gemeinden bzw. Städten des Landkreises den Wahlkreis Heilbronn. Mit Direktmandat wurde bei den Wahlen 1998, 2002 und 2005 der Kandidat der CDU, Thomas Strobl gewählt. Die 2005 unterlegenen Mitbewerber der SPD (Josip Juratović) und der FDP (Michael Link) wurden über die Landesliste Mitglieder des Bundestags. Der SPD-Mitbewerber Harald Friese zog bei den Wahlen 1998 über die Landesliste in den Bundestag ein.

Für die Wahlen zum Landtag von Baden-Württemberg bildet die Stadt Heilbronn den eigenständigen Wahlkreis 18 (seit der Wahl 2006 zusammen mit Erlenbach). Dabei wird die Stadt seit 1996 durch Johanna Lichy (CDU) vertreten.

Das bekannteste Kirchenbauwerk in Heilbronn ist die evangelische Kilianskirche, deren 1529 vollendeter Westturm mit seinem reformatorischen Bildschmuck als erstes bedeutendes Renaissance-Bauwerk nördlich der Alpen gilt. Auch der geschnitzte Marienaltar von Hans Seyfer aus dem 15. Jahrhundert gilt als bedeutender Kunstschatz. Das katholische Deutschordensmünster und die evangelische Nikolaikirche bestehen ebenfalls schon seit dem Mittelalter. In der überwiegend protestantischen Stadt gibt es darüber hinaus noch mit Wichernkirche (ev.), Aukirche (griech-orth.), Martin-Luther-Kirche (ev.), Kreuzkirche (ev.), Christuskirche (ev.), Wartbergkirche (ev.), Mor-Ephräm-Kirche (syr.-orth.) und Augustinuskirche (kath.) zahlreiche neuere Kirchenbauten.

Die Filiale Heilbronn der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg (IRGW) betreibt das Jüdische Zentrum Heilbronn.

Unter den Heilbronner Friedhöfen sind der Hauptfriedhof mit einem der frühesten Krematoriumsbauten von 1905, der Ehrenfriedhof für die Opfer des Luftangriffs auf Heilbronn, der Alte Friedhof mit zahlreichen historischen Grabmalen und Denkmälern sowie der 1867 angelegte Jüdische Friedhof geschichtlich bedeutsam.

Am Marktplatz befinden sich neben der Kilianskirche das auf das 16. Jahrhundert zurückgehende Heilbronner Rathaus mit seiner schmuckvollen Renaissance-Uhr und der Ehrenhalle im Innenhof, das historische Käthchenhaus mit markantem Erker, das barock anmutende Geschäftsgebäude Haus Zehender und die bis aufs 14. Jahrhundert zurückgehende Sicherer’sche Apotheke. Der nur wenig entfernt liegende Deutschhof am Deutschordensmünster war eine seit dem Mittelalter bestehende Hauskommende des Deutschen Ordens und erhielt im 18. Jahrhundert im Wesentlichen seine heutige Gestalt. Heute sind dort unter anderem Stadtarchiv, Städtische Sammlungen und Archäologie-Museum untergebracht. Das heute ebenfalls als Museum genutzte, um 1600 erbaute Fleischhaus hat seinen Namen von der einstigen Verwendung als städtischer Gerichtsbau mit Fleischhalle.

Sämtliche heute noch bestehenden historischen Gebäude der Innenstadt wurden beim Luftangriff auf Heilbronn am 4. Dezember 1944 schwer beschädigt oder gar zerstört und nach Kriegsende wieder aufgebaut.

Der Bollwerksturm und der Götzenturm am Neckar sind Überreste der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Der Hafenmarktturm in der Sülmerstraße ist Teil der Klosterkirche des ehemaligen Heilbronner Franziskanerklosters, von der nach Zerstörung 1688 nur noch der Turm erneuert wurde. Der weithin sichtbare Turm auf dem Wartberg wurde im 12. Jahrhundert als Wachturm oberhalb der Stadt angelegt. Der Aussichtsturm auf dem Schweinsberg wurde 1886 im Stil des Historismus erbaut.

Das Schießhaus in der Bahnhofsvorstadt westlich des Neckars, das im Stil des Rokoko auch als Veranstaltungssaal des Heilbronner Pferdemarktes erbaut wurde, sowie der Alte Heilbronner Bahnhof von 1848 und das ehemalige Postamt No. 2 sind bedeutende Zeichen wirtschaftlicher Prosperität im 18. und 19. Jahrhundert. Der General-Wever-Turm auf der Theresienwiese ist ein Luftschutzbunker aus dem Zweiten Weltkrieg.

Aus dem 16. Jahrhundert stammt das Cäcilienbrunnenhaus, das einst wichtig für die Wasserversorgung der Stadt war. Ähnlich alt ist das Trappenseeschlösschen, ein kleines Wasserschlösschen im Osten von Heilbronn. Etwas weiter im dort beginnenden Köpfertal befindet sich die Köpferbrunnenanlage, die im späten 19. Jahrhundert in ihrer heutigen Gestalt errichtet wurde.

In Heilbronn gibt es einen umfangreichen Bestand an historischen Brunnen und Denkmälern. Um 1960 haben sich über 50 Brunnen in der Stadt befunden. Der Siebenröhrenbrunnen von 1541 bei der Kilianskirche geht vermutlich auf die für die Stadt namengebende Quelle zurück und wurde bereits mehrfach erneuert. Der seit 1593 bestehende und nach dem Zweiten Weltkrieg zeitgenössisch erneuerte Hafenmarktbrunnen und der seit 1601 bestehende Fleinertorbrunnen sind weitere historische Brunnen der Stadtmitte. Bedeutend für die Heilbronner Wasserversorgung war das östlich der Innenstadt liegende Cäcilienbrunnenhaus aus dem 16. Jahrhundert. Die im Tal des Köpfers liegende Köpferbrunnenanlage dient seit dem 19. Jahrhundert der Naherholung. Bedeutende moderne Brunnen in Heilbronn sind der Theaterbrunnen (1983) am Stadttheater und der Komödiantenbrunnen (1996) am Kiliansplatz. Für Einzeldarstellungen von Heilbronner Brunnen siehe Brunnen in Heilbronn.

Die markanten Denkmäler in der Heilbronner Innenstadt sind das Denkmal für Robert Mayer auf dem Marktplatz und das Synagogen-Mahnmal an der Allee. Im und am Hafenmarktturm sind mehrere Krieger- und Vertriebenen-Ehrenmale. Gedenksteine im Stadtgebiet erinnern außerdem u.a. an das frühere KZ Steinbock, an Euthanasie-Opfer sowie an den Raketenunfall von 1985 auf der Waldheide. Für eine Übersicht der Heilbronner Denkmäler siehe Denkmäler in Heilbronn.

Da die Heilbronner Villenviertel im Gegensatz zur Innenstadt den Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschadet überstanden haben, liegt ein Schwergewicht des Heilbronner Denkmalbestandes bei repräsentativen Bürgerhäusern verschiedener Epochen. Die ältesten Heilbronner Villen sind die klassizistische Villa Rauch beim Wollhausplatz und die Villa Mertz am Rosenberg beim Götzenturm, beide von 1811. Im ab 1840 angelegten Bereich Wilhelmstraße/Cäcilienstraße befinden sich neben dem klassizistischen Wilhelmsbau Wilhelmsbau (1845), der Villa Faißt (1875) und der Villa Link (1871) mehrere weitere stattliche Bauten. Im östlich gelegenen Villenviertel um Dittmar- und Alexanderstraße befinden sich die jugendstilhafte Villa Schliz (1901), die historistische Villa Hagenmeyer (1899), die Villa Pielenz (1905) im Stil der Neuen Sachlichkeit und zahlreiche weitere Villen aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Das Konzert- und Kongresszentrum Harmonie ist ein bedeutender Veranstaltungsort in Heilbronn. Die Anlage wurde von 1999 bis 2001 zu ihrer heutigen Gestalt ausgebaut und hat jährlich etwa 170.000 Besucher. Der in einem Seitentrakt der Harmonie beheimatete Kunstverein Heilbronn besteht mit zwei Neugründungen seit 1879 und hat seit 1956 rund 400 Veranstaltungen durchgeführt.

Mehrere größere Ausstellungen und Projekte in Heilbronn hatten Skulpturen zum Gegenstand, so u.a. das vom Kunstverein ausgerufene Jahr der Plastiken 1978, die Skulpturenallee 1985 oder die Skulpturenstadt 1996, von denen zahlreiche Arbeiten in Heilbronn verblieben sind. Dem Motto der Ausstellung von 1996 folgend findet die Präsentation der Objekte auch weiterhin unter dem Motto Skulpturenstadt Heilbronn statt.

Für eine Übersicht der Skulpturen siehe Skulpturen in Heilbronn.

Im Deutschhof befinden sich die Städtischen Sammlungen, die ihren Schwerpunkt auf Werken regionaler Künstler haben, darunter Maler des 18. und 19. Jahrhunderts wie Heinrich Friedrich Füger und Carl Doerr sowie Künstler des 20. Jahrhunderts wie Heinrich Altherr und Peter Jakob Schober. Außerdem gibt es dort einen Sondersammelbereich mit Kleinplastiken internationaler Bildhauer wie Wilhelm Lehmbruck und Henry Moore.

Die Stadtbibliothek Heilbronn hat einen Bestand von über 293.000 Medien an ihrem Hauptsitz im Theaterforum K3 sowie in den beiden Zweigstellen in Böckingen und Biberach. Außerdem gibt es eine Fahrbücherei.

Die Stadt Heilbronn fördert verschiedene kulturelle Projekte, darunter das Zigarre Kunst- und KulturWerkHaus sowie Kommunales Kino im Theaterforum K3.

Das städtische Theater Heilbronn am Berliner Platz wurde von 1979 bis 1982 für insgesamt rund 55 Mio. DM erbaut und führt die Tradition des dort einst befindlichen Stadttheaters fort. Zusammen mit dem angrenzenden, 2001 fertiggestellten Logentheater des Theaterforums K3 bietet das Theater Heilbronn Schauspiel-, Musical- und Opernaufführungen. Speziell im Bereich der Musicals wurden von 1989 bis 2003 rund 20 Ur- und Erstaufführungen dargeboten. Neben dem Stadttheater bietet auch das Theaterschiff Heilbronn wechselnde Darbietungen.

Die Städtischen Museen Heilbronn im Deutschhof zeigen (neben der bereits erwähnten Kunst- und Skulpturensammlung) im Archäologie-Museum vorgeschichtliche Ausgrabungen aus der Gegend um Heilbronn. Das Archäologie-Museum steht in der Tradition der von Alfred Schliz (1849–1915) begründeten und im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstörten früheren städtischen Sammlung von Bodenfunden. Im Deutschhof ist außerdem eine Dauerausstellung des Stadtarchivs zur Stadtgeschichte zu sehen. Das Naturhistorische Museum im nahegelegenen historischen Fleischhaus zeigt eine Ausstellung zur Erdgeschichte, um deren Erforschung sich in und um Heilbronn vor allem Friedrich von Alberti (1795–1878) verdient gemacht hat, auf den die Benennung Trias der Abfolge von Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper zurückgeht. Der Eintritt zu den Dauerausstellungen der Städtischen Museen ist frei.

Das Kleist-Archiv Sembdner ist aus der Sammlung des Kleist-Forschers Helmut Sembdner hervorgegangen, die 1990 von der Stadt Heilbronn angekauft wurde.

Museale Angebote zur Technikgeschichte in Heilbronn sind der Historische Industriepark Neckargartach der Stadtwerke Heilbronn, der aus einem historischen Pumpwerk im Gebäude der ehemaligen Widmann'schen Papierfabrik und einer historischen Hammermühle im Stadtteil Neckargartach besteht, sowie das Süddeutsche Eisenbahnmuseum Heilbronn auf dem Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerks im Stadtteil Böckingen.

Das 1961 von Jörg Faerber gegründete Württembergisches Kammerorchester Heilbronn spielt hauptsächlich Musik des Barock und der Klassik.

Wichtige Heilbronner Sportvereine sind der Fußballverein FC Heilbronn und der Heilbronner Eishockey Club (HEC) mit der Profimannschaft Heilbronner Falken.

Der FC Heilbronn ging aus den Vereinen Heilbronner SpVgg dem zeitweiligen Zweitligisten VfR Heilbronn hervor und bestreitet seine Heimspiele im etwa 17.000 Zuschauer fassenden Frankenstadion. Der HEC ging aus dem 1934 gegründeten Rollschuh- und Eislaufverein Heilbronn hervor, der in den 1970er Jahren große Erfolge bei Deutschen und Internationalen Meisterschaften verbuchen konnte und 1976 die Deutsche und im Folgejahr die Europäische Rollkunstmeisterschaft austrug. Die Heilbronner Falken bestreiten ihre Heimspiele in der 4000 Zuschauer fassenden Lavatec Arena.

Der Weinbau ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Stadt. Mit 514 ha (davon ca. 2/3 rote Rebsorten) hat die Stadt Heilbronn nach Brackenheim und Lauffen am Neckar die drittgrößte Rebfläche im Weinbaugebiet Württemberg. Überwiegend wird Trollinger und Riesling angebaut. Ein Studiengang für Weinbetriebswirtschaft wird an der Hochschule Heilbronn angeboten.

Weinbau hat in Heilbronn eine lange Tradition. Er wird 1146 erstmals urkundlich erwähnt, wurde jedoch wohl schon zur Zeit der Römer betrieben. Die Steuern aus den Weinerträgen der Wengerter sowie die Abgaben der in vom Weinbau abhängigen Berufen tätigen Handwerker und Kaufleute bildete eine wichtige Einnahmequelle der Stadt und die Weinbüchlein aus der Steuerstube zählen zu den wichtigsten historischen Quellen der Stadtgeschichte. In reichsstädtischer Zeit wurde die Jahresarbeit der Weingärtner durch Ratsverordnungen genauestens festgelegt. 1556 bestanden 170 Privatkeltern und Trotten. Goethe nannte 1797 die Zahl von 12.000 Morgen Weinbergen um die Stadt.

1888 schlossen sich die Heilbronner Weingärtner zur Weingärtnergesellschaft Heilbronn zusammen, die 1933 mit der 1919 gegründeten, konkurrierenden Winzergenossenschaft Heilbronn verschmolz. Am 14. Juli 1972 schloss sie sich mit den Weingärtnergenossenschaften aus Erlenbach und Weinsberg zur Genossenschaftskellerei Heilbronn-Erlenbach-Weinsberg zusammen, die seit 1973 ihren Sitz direkt an der Heilbronner Stadtgrenze auf Gemarkung von Erlenbach hat. Auch zahlreiche private Weingüter haben ihren Sitz in Heilbronn.

Dank des nordöstlich gelegenen Weinsberger Kreuzes, dem Schnittpunkt der Bundesautobahnen A 81 (aus Richtung Würzburg und Stuttgart) und A 6 (aus Richtung Mannheim und Nürnberg), ist Heilbronn gut zu erreichen. Durch die Stadt selbst führen die Bundesstraßen B 27 (nach Mosbach und Stuttgart), die B 39 (nach Mainhardt) und die B 293 (nach Karlsruhe). Eine wichtige Entlastungsstraße, die die A 6 bei Obereisesheim quer durch das Stadtgebiet mit der B 27 bei Sontheim verbindet, ist die Neckartalstraße. Die innerstädtische Hauptstraße ist die Allee.

Heilbronn ist ein Vorreiter des „Grünpfeils“. Im Stadtgebiet befinden sich seit 1996 an Straßenkreuzungen 65 solcher Verkehrszeichen, dies ist die höchste Dichte in den Alten Bundesländern.

Auch wenn Heilbronn als eine von wenigen deutschen Großstädten nicht durch das Fernzugnetz der Deutschen Bahn AG bedient wird, ist die Stadt ein Bahnknotenpunkt: Die Frankenbahn verbindet Stuttgart mit Würzburg, die in Bad Friedrichshall-Jagstfeld abzweigenden Neckar- und Elsenztalbahnen führen nach Heidelberg und Mannheim, die Hohenlohebahn führt über Öhringen nach Schwäbisch Hall.

Neben dem Heilbronner Hauptbahnhof gibt es an der Frankenbahn den Haltepunkt Sülmertor für RegionalBahn-Züge. Im Stadtteil Böckingen befindet sich der Heilbronner Güterbahnhof.

Von Karlsruhe kommend verkehrt die Stadtbahn Heilbronn, die von der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft betrieben wird, auf der Kraichgaubahn. Die Linie S4 führt derzeit über mehrere Halte in Böckingen, den Hauptbahnhof, die Heilbronner Innenstadt und weiter über die Hohenlohebahn bis zum Öhringer Teilort Cappel. Aufgrund von massiven Verzögerungen beim Neubau der Strecke durch das Heilbronner Stadtgebiet und bei der Sanierung und Elektrifizierung der bestehenden Strecke von Heilbronn nach Öhringen ist die offizielle Eröffnung mehrmals verschoben worden und fand schließlich am 10. Dezember 2005 statt. Für die Zukunft sind weitere Stadtbahnlinien nach Sinsheim, Mosbach-Neckarelz und Zaberfeld geplant. Dabei ist ein weiterer Neubauabschnitt in der Heilbronner Innenstadt in Richtung Neckarsulm vorgesehen.

In Heilbronn gibt es außerdem mehrere Bahnhöfe, die nicht mehr bedient werden. Der Heilbronner Südbahnhof war der Ausgangspunkt der Bottwartalbahn, einer Schmalspurbahn nach Marbach am Neckar, deren Betrieb ab 1966 sukzessive eingestellt wurde. Der verbliebene Güterverkehr zum Südbahnhof wurde um das Jahr 2000 eingestellt. Ebenfalls aufgelassen wurden zwischenzeitlich der Haltepunkt in Klingenberg und der Böckinger Bahnhof an der Frankenbahn sowie mit dem Ausbau der Stadtbahn Richtung Öhringen der Haltepunkt Karlstor an der Hohenlohebahn.

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) im Stadtgebiet wird durch Busse der Stadtwerke Heilbronn (Verkehrsbetriebe) und verschiedene andere Verkehrsunternehmen bedient. Die Stadt gehört dem Heilbronner Hohenloher Haller Nahverkehr an. Darüber hinaus verkehrt die Stadtbahn (siehe oben) nach dem Karlsruher Modell. Von 1897 bis 1955 hatte Heilbronn ein eigenes Straßenbahnnetz.

Der Hauptarm des Neckars wurde 1333 längs der Stadtmauer umgeleitet, gleichzeitig aber durch Wehre und Mühlen versperrt, so dass bis ins 19. Jahrhundert die vom Rhein kommende Schifffahrt hier endete und ein Passieren des Neckars bei Heilbronn nur Flößern möglich war. Am 17. Juli 1821 wurde zur Umgehung dieses Engpasses der Wilhelmskanal eröffnet. Im Rahmen der Industrialisierung wurden ab der Mitte des 19. Jahrhunderts die Hafenanlagen entlang des Flusses immer weiter ausgebaut. 1875 wurde der Floßhafen erbaut, wo per Eisenbahn aus dem Schwarzwald angeliefertes Holz zu Floßverbänden zusammengefügt wurde, um es so weiter in Richtung Rhein zu transportieren. Der Holzumschlag in Heilbronn begründete die Heilbronner Sortierung, eine heute noch in Bayern und Rheinland-Pfalz übliche Klassifizierung von Stammholz.

Ab 1878 war Heilbronn Endpunkt der Neckar-Kettenschifffahrt von Mannheim aus, die von der Heilbronner Neckar-Ketten-Schleppschifffahrt betrieben wurde. 1886 wurde der Salzhafen als Umschlagzentrum für das Bergwerk erbaut, 1888 der Karlshafen. Entscheidend für die weitere Entwicklung der Neckarschifffahrt im allgemeinen war die ab 1921 in Angriff genommene Kanalisierung des Neckars von Mannheim bis Heilbronn, die 1935 fertiggestellt wurde. Die Kettenschifffahrt wurde danach aufgegeben.

Mit der Kanalisierung des Neckars ging 1935 die Eröffnung des Heilbronner Kanalhafens einher. 1952 wurde die Kanalisierung bis Stuttgart vollendet, 1968 wurde Plochingen erreicht. Mit einem Umschlag von ca. 5 Mio. t ist der Heilbronner Kanalhafen heute der siebtgrößte deutsche Binnenhafen und mit einem Umschlags-Anteil von 50% der wichtigste Hafen entlang des Neckars. Die Länge der Kaianlagen beträgt insgesamt ca. 7,2 km, verteilt auf den Kanalhafen sowie auf den Osthafen, den Salzhafen und die östliche Seite des alten Neckars, die Gesamtfläche beträgt ca. 107 ha. Das Netz der Industrie- und Hafenbahn hat eine Länge von ca. 18 km, insgesamt wird der Umschlag durch 38 Krananlagen ermöglicht. 80% des Umschlags werden durch die Güter Salz (durch das Salzbergwerk), Kohle (durch das Kohlekraftwerk) und Baustoffe generiert. Teil der Hafenanlagen ist auch ein zuletzt 2003 erweiterter Schwergutkai, der den Umschlag von Material mit einem Gewicht von 350 t ermöglicht.

Heilbronn ist ein Wirtschaftsstandort mit (Stand 2006) über 90.000 Arbeitsplätzen.

Annähernd 30 Banken sind im Stadtkreis Heilbronn vertreten, und das Bankgeschäft blickt auf eine lange Tradition zurück. Schon im 11. Jahrhundert sollen sich in Heilbronn Bankiers aufgehalten haben, die sog. südfranzösischen „Kawerschen“. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts spielt Heilbronn wieder eine wichtige Rolle als Bankenstandort. Die erste Bank in Heilbronn war die Privatbank Rümelin & Co mit guten Verbindungen zu Instituten in Frankfurt (Rothschild) und einst in Württemberg die einzige Bank außerhalb Stuttgarts. Heute sind drei der vier Ecken der zentralen Innenstadtkreuzung von Allee und Kaiser-/Moltkestraße mit Bankgebäuden bebaut.

Das größte Institut der Stadt ist die aus der 1856 gegründeten Oberamtssparkasse entstandene Kreissparkasse Heilbronn mit einem Geschäftsvolumen von 7 Milliarden Euro, 101 Filialen und 1638 Mitarbeitern. Die Heilbronner Filiale der Dresdner Bank steht bezüglich ihrer langen Tradition an zweiter Stelle und geht auf das 1860 gegründete Bankgeschäft Max Gumbel-Kiefe zurück, das 1918 von der Darmstädter Bank übernommen wurde, die 1930 mit der Dresdner Bank fusionierte. Die Volksbank in Heilbronn geht auf den Heilbronner Bankier Abraham Gumbel zurück, der im Jahre 1909 den Heilbronner Bankverein gründete. 1956 nahm das Haus die genossenschaftliche Rechtsform an und erhielt 1982 den Namen Volksbank Heilbronn. Die Volksbank Heilbronn ist heute mit einem Geschäftsvolumen von 1,3 Milliarden Euro die größte Kreditgenossenschaft in der Region.

In Heilbronn vertretene Banken sind außerdem u. a. die Südwestbank, Sparda-Bank, die Norisbank, die Citibank, die Santander Consumer Bank, die Commerzbank, die Baden-Württembergische Bank, die Hoerner Bank, die GE Money Bank, die SEB AG, die Landesbank Baden-Württemberg, die Fürstlich Castell’sche Bank und die Fiat Bank.

Heilbronn ist Sitz der Südwestdeutsche Salzwerke AG, die in der Stadt seit 1883 ein Salzbergwerk betreibt, das mit dem 1994 stillgelegten Bergwerk in Bad Friedrichshall-Kochendorf durch einen Stollen verbunden ist. Für das Heilbronner Bergwerk, dessen Salzabbau im Laufe der Zeit weit nach Westen fortgeschritten ist, wurde 2004 der neue Schacht „Konradsberg“ beim Heilbronner Ortsteil Biberach fertiggestellt. Das Heilbronner Steinsalzbergwerk ist nach Unternehmensangaben das größte in Westeuropa.

Heilbronn war lange Zeit auch bedeutender Brauerei-Standort. 1816 wurden bereits sechs Brauereien in der Stadt gezählt. Zur bekanntesten und langlebigsten Marke sollte die 1865 gegründete Brauerei Cluss werden, die 1982 an Dinkelacker verkauft wurde. Heute bestehen in Heilbronn nur noch einige wenige Hausbrauereien. Unter den südwestdeutschen Großstädten hat Heilbronn dennoch die größte Dichte an Biergarten-Sitzplätzen pro Einwohner, woraufhin die Stadt von Marketing-Strategen zur baden-württembergischen Biergarten-Hauptstadt erkoren wurde.

Im Industriegebiet von Heilbronn betreibt die EnBW AG ein großes mit Steinkohle befeuertes Kraftwerk mit 7 Blöcken, das Kraftwerk Heilbronn. Es ist durch seine beiden 250 Meter hohen Kamine, die zu den höchsten freistehenden Bauwerken Baden-Württembergs zählen, und seinen 140 Meter hohen Kühlturm weithin sichtbar. In einem stillgelegten Block des Kraftwerks befindet sich seit 1998 das Veranstaltungszentrum Block-E.

Heilbronn ist Sitz eines Studios des Südwestrundfunks (SWR). Von hier wird das Regionalprogramm Frankenradio bei SWR4 Baden-Württemberg ausgestrahlt. Der Privatsender L-TV produziert ein regionales Nachrichtenfenster für den Großraum Heilbronn/Ludwigsburg. Der private Rundfunksender Radio Ton hat seinen Sitz in Heilbronn.

Als Tageszeitung erscheint in Heilbronn seit 1946 die Heilbronner Stimme. Kostenlos werden die Anzeigenblätter Neckar Express (wöchentlich) und echo (zweimal pro Woche) verteilt. Außerdem gibt es die monatlichen Stadtmagazine Freizeit Journal, Moritz und Phonk.

Heilbronn ist Sitz des Regionalverbands Heilbronn-Franken, des Landratsamts Heilbronn sowie der Handwerkskammer Heilbronn-Franken und der IHK Heilbronn-Franken, deren Kammerbezirke jeweils die Region Heilbronn-Franken ist. Ferner gibt es eine Agentur für Arbeit, ein Finanzamt und ein Hauptzollamt. Das Klinikum am Gesundbrunnen in Heilbronn ist mit 850 Betten das größte der vier Krankenhäuser der regionalen Krankenhaus-Holding Stadt- und Landkreis Kliniken Heilbronn GmbH (SLK-Kliniken).

Heilbronn verfügt über ein Amtsgericht und das Landgericht Heilbronn, die beide zum Oberlandesgerichts-Bezirk Stuttgart gehören. Ferner gibt es das Arbeitsgericht Heilbronn (mit Kammern in Crailsheim) und das Sozialgericht Heilbronn, dessen Gerichtsbezirk umfasst den Stadtkreis Heilbronn, die Landkreise Heilbronn, Ludwigsburg und Schwäbisch Hall sowie den Hohenlohekreis und den Main-Tauber-Kreis. Die Justizvollzugsanstalt Heilbronn, das Heilbronner Gefängnis, befindet sich in 1867 bis 1870 errichteten Gebäuden auf einem 3,5 Hektar großen Gelände am Rande der Innenstadt. Außerdem gibt es eine Außenstelle der JVA in Talheim, die Staatsdomäne Hohrainhof, wo im offenen Vollzug neben Ackerbau und Viehzucht auch Weinbau betrieben wird. Das Heilbronner Gefängnis ist (Stand 2008) mit durchschnittlich knapp über 320 Gefangenen belegt.

Die Stadt ist auch Sitz der Prälatur Heilbronn und des Kirchenbezirks Heilbronn der Evangelischen Landeskirche in Württemberg sowie des Dekanats Heilbronn des Bistums Rottenburg-Stuttgart.

In Heilbronn befindet sich ebenfalls eine Betriebsstätte der Kommunalen Informationsverarbeitung Baden Franken (KIVBF), die als Systemhaus für den Kommunalen Bereich den westlichen und nördlichen Teil Baden-Württembergs abdeckt.

Die Hochschule Heilbronn wurde im April 1961 als Staatliche Ingenieurschule gegründet und bietet Technik-, Wirtschafts- und Informatik-Studiengänge an. Das Studienangebot der 2005 gegründeten, privat getragenen Stiftungshochschule heilbronn business school umfasst verschiedene betriebswirtschaftliche Studiengänge. Im Herbst 2010 soll eine Außenstelle der Studienakademie Mosbach in Heilbronn ihren Betrieb aufnehmen; Heilbronn wird damit ein Standort der Dualen Hochschule Baden-Württemberg werden. Neben diesen Hochschulen gibt es in Heilbronn noch zwei Staatliche Seminare für Didaktik und Lehrerbildung, an denen angehende Lehrer an Grundschulen, Hauptschulen und Gymnasien die zweite Phase der Lehrerausbildung absolvieren.

Die Stadt Heilbronn unterhält als Schulträger 35 Schulen an 36 Standorten, in denen im Schuljahr 2007/2008 insgesamt 20.882 Schüler in 939 Klassen unterrichtet wurden.

Berufsschulen in der Trägerschaft der Stadt Heilbronn sind die Gustav-von-Schmoller-Schule (Kaufmännische Schule mit Wirtschaftsgymnasium) sowie das Technische Schulzentrum Heilbronn, bestehend aus der Johann-Jakob-Widmann-Schule und der Wilhelm-Maybach-Schule (mit Technischem Gymnasium). Der Landkreis Heilbronn ist Träger der Andreas-Schneider-Schule (Kaufmännische Schule mit Wirtschaftsgymnasium) und der Christiane-Herzog-Schule (Hauswirtschaftliche und Landwirtschaftliche Schule mit Ernährungswissenschaftlichem Gymnasium und Biotechnologischem Gymnasium). Seit Herbst 2005 gibt es eine weitere Berufliche Schule, die Peter-Bruckmann-Schule (für die Berufsfelder Gesundheit, Hauswirtschaft, Nahrung und Pflege).

In Heilbronn gibt es insgesamt 87 Kindergärten und Kindertageseinrichtungen, 34 davon haben als Träger die Stadt Heilbronn. Seit Januar 2008 ist in Heilbronn der Kindergartenbesuch kostenlos. Dies gilt für alle Kinder vom dritten Geburtstag bis zur Einschulung und in allen Kindergärten aller Träger.

Das Ehrenbürgerrecht in Heilbronn wurde durch das Württembergische Gesetz betreffend die Gemeindeangehörigkeit vom 16. Juni 1885 eingeführt und von späteren ähnlichen Gesetzen fortgeführt. Vor 1885 gab es in Heilbronn den Begriff des „ehrenhalber verliehenen Bürgerrechts“.

Als zweithöchste städtische Auszeichnung wird seit 1959/60 der Ehrenring der Stadt Heilbronn vergeben. Zu den bisher rund 30 Trägern zählen neben dem Heimatforscher Wilhelm Mattes zumeist langjährige Stadträte und die früheren Oberbürgermeister Paul Meyle, Hans Hoffmann und Manfred Weinmann.

Zu den bedeutenden in Heilbronn geborenen Persönlichkeiten zählen der Physiker Robert Mayer, der Architekt Adolf Cluss, der Dichter Wilhelm Waiblinger, der Automobilpionier Wilhelm Maybach und der frühere Generalbundesanwalt Kurt Rebmann.

Eine detaillierte Übersicht über die Ehrenbürger der Stadt Heilbronn und der früheren Gemeinden sowie bedeutender Personen, die in Heilbronn geboren sind oder mit der Stadt in Bezug stehen, findet sich in der Liste der Heilbronner Persönlichkeiten.

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Privatbank

Privatbanken sind Banken, die keine Genossenschaftsbanken sind und deren Eigentümer nicht die Öffentliche Hand ist.

In Deutschland werden im Drei-Säulen-Modell Privatbanken, Genossenschaftsbanken und der öffentlich-rechtlichen Sektor mit Sparkassen, Landesbanken und Förderbanken unterschieden.

Die Gruppe der Privatbanken besteht in Deutschland aus den Großbanken, den Auslandsbanken und den Privatbanken im engeren Sinne. Die ca. 230 Privatbanken in Deutschland sind im Bundesverband deutscher Banken (BDB) zusammengeschlossen.

Die Privatbanken stellen in Deutschland das kleinste Bankensegment dar. Marktführer sind die öffentlichen Banken mit einem Marktanteil von mehr als 50 %, es folgen die genossenschaftlichen Institute mit einem Marktanteil von fast einem Drittel. Der Rest verteilt sich auf die Privatbanken, wobei die Großbanken hiervon einen Großteil abdecken.

Der Marktanteil schwankt jedoch je nach Kundengruppe und Produkt. In einer Reihe von Kundengruppen und Produkten sind Privatbanken führend. Dies gilt insbesondere für das Private Banking.

Als Bankier wird traditionell der persönlich haftende Gesellschafter einer Privatbank bezeichnet. Bei Privatbanken in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft haften die Eigentümer nicht mit ihrem persönlichen Vermögen.

In der Schweiz ist im Bankengesetz noch ein Unterschied zwischen Privatbank (Privatbanking) und Privatbankier gemacht. Inzwischen ist der Ausdruck "Privatbankier" auch gesetzlich geschützt und jenen Bankhäusern vorbehalten, die einen oder mehrere persönlich und unbeschränkt haftenden Bankier haben. Diese Banken können auch verschiedene Rechtsformen haben. Die meisten Privatbankiers sind in einer Vereinigung zusammengefasst.

Privatbanken, typischerweise in der Form eines Familienunternehmens, waren bis Mitte des 19. Jahrhunderts die vorherrschende Organisationsform im Bankenbereich. In der Gründerzeit veränderte sich das Bankwesen in Deutschland deutlich. Nun wurden in großer Zahl Banken in Form von Aktiengesellschaften gegründet. Die bekanntesten Gründungen dieser Zeit in Deutschland waren die Diskonto-Gesellschaft (1851), Deutsche Bank (1870), Commerzbank (1870) und Dresdner Bank (1872).

Der Trend, dass Zahl und Bedeutung der Privatbankiers gegenüber den anderen Bankengruppen (Aktienbanken, Sparkassen, Genossenschaftsbanken) abnahm, setzte sich bis in unsere Zeit fort.

Die Deutsche Bankenkrise führte insbesondere bei den Privatbanken zu einer deutlichen Reduzierung der Zahl der selbstständigen Banken. Viele Privatbanken brachen zusammen oder wurden auf größere Banken verschmolzen. Hierbei spielten insbesondere die Stützung der Großbanken durch den Staat eine Rolle (die zu Kundenverlusten bei den Privatbanken führten). Ebenfalls eine Rolle spiele die Notverordnung des Reichspräsidenten, mit der die Zahl der Aufsichtsratsmitglieder auf 30 begrenzt wurde. Damit verloren vielfach Vertreter der kleinen Privatbanken Aufsichtsratsmandate und damit Geschäftsmöglichkeiten.

Ein weiterer Aderlass erfolgte mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Vielfach waren die Privatbankiers jüdischen Glaubens. Die Arisierung dezimierte die Zahl der Privatbanken weiter.

Spiegelbildlich zu der Reduzierung von Zahl und Bedeutung der Privatbanken stieg die Bedeutung des öffentlichen und genossenschaftlichen Bankenwesens. Insbesondere die Sparkassen und deren Spitzeninstitute konnten aufgrund der staatlichen Haftung den Marktanteil auf an die 50 % steigern.

Eine Reihe teilweise traditioneller Privatbanken, die teilweise auch von persönlich haftenden Gesellschaftern geführt werden, befinden sich (größtenteils) im Besitz großer Aktienbanken.

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Kaiserstraße (Frankfurt)

Kaiserstraße

Die Kaiserstraße ist eine der bekanntesten Innenstadtstraßen in Frankfurt am Main. Sie verbindet den Roßmarkt im Stadtzentrum mit dem Hauptbahnhof. Sie ist das typischste Beispiel eines großstädtischen gründerzeitlichen Prachtboulevards in Frankfurt. Sie entstand in zwei Abschnitten zwischen 1874 und 1888. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Kaiserstraße, als Hauptachse des Bahnhofsviertels, zum Synonym für das Frankfurter Rotlichtviertel.

Die Kaiserstraße ist die einzige Straße in Frankfurt, die innerhalb und außerhalb der Wallanlagen denselben Namen trägt.

Die Kaiserstraße beginnt im Zentrum der Stadt, am Roßmarkt nahe der Hauptwache. Sie verläuft, von innerstädtischen Geschäfts- und Bürohäusern gesäumt, von dort aus zunächst in südwestliche Richtung bis zum Kaiserplatz, einem sternförmigen Platz, in den fünf Straßenarme einmünden. Von Norden mündet hier die Kirchnerstraße in den Platz, von Süden die Bethmannstraße und die Friedensstraße. Auf der Nordseite des Platzes steht der Commerzbank-Tower (Norman Foster, 1997, 259 m), das höchste Hochhaus Mitteleuropas, auf der Südseite das gründerzeitliche Luxushotel Frankfurter Hof (Mylius/Bluntschli, 1876) und das aus den 50er Jahren stammende Junior-Haus (Wilhelm Berentzen, 1951), ein sehr frühes (und in seinen baulichen Ausmaßen bescheidenes) Beispiel Frankfurter Hochhausbaus. Auf dem Kaiserplatz steht der 1876 vom Frankfurter Bankier Raphael von Erlanger gestiftete Granitbrunnen.

Westlich des Platzes setzt die Kaiserstraße sich fort und kreuzt etwa 80 Meter weiter die Neue Mainzer Straße. Die Kreuzung liegt im Herzen des Frankfurter Bankenviertels, der Blick nach Norden in die von Fußgängerbrücken überspannte Straßenschlucht der Neuen Mainzer Straße ist eine beliebte Fernseheinstellung. Unmittelbar an der Ecke zur Kaiserstraße stehen das alte Commerzbank-Hochhaus (Richard Heil, 1973, 109 m) und das Hochhaus K26 (Köhler, 2005, 75 m). Auf der Südseite der Kaiserstraße steht das Gebäude der 1472 gegründeten italienischen Bank Monte dei Paschi di Siena, passenderweise in einem Gründerzeitbau im toskanischen Renaissancestil.

Im folgenden kurzen Abschnitt bis zur Gallusanlage steht auf der Nordseite ein historisches, ebenfalls von der Commerzbank genutztes Bankgebäude, auf der Südseite der Eurotower (Richard Heil, 1977, 148 m), der ursprünglich für die gewerkschaftseigene Bank für Gemeinwirtschaft errichtet wurde und heute der Hauptsitz der Europäischen Zentralbank ist.

Die Gallusanlage ist Teil der Wallanlagen und entstand ab 1806, als die barocken Stadtbefestigungen in eine Parkanlage umgewandelt wurde. Auf der Nordseite der Straße stand bis 2007 das Goethe-Denkmal (Ludwig von Schwanthaler, 1844), auf der Südseite steht vor dem Eurotower das aus Fernsehbildern bekannte und nachts beleuchtete Euro-Symbol (Ottmar Hörl, 2001).

An der Fahrbahn der Gallusanlage endet der ältere Teil der Kaiserstraße. Jenseits der heutigen Fahrbahn, also gerade eben außerhalb der Wallanlagen, stand von 1839 bis 1888 der Taunusbahnhof, der erste Bahnhof der Stadt, links und rechts neben ihm der Main-Neckar-Bahnhof und der Main-Weser-Bahnhof. Auch die ältere Kaiserstraße hatte also bereits die heutige Funktion als Hauptachse zwischen Stadtzentrum und Bahnhof, bis 1888 allerdings nicht zum Hauptbahnhof, sondern zu den Westbahnhöfen.

An der Kreuzung beider Straßen stand ab 1895 Manskopfs Uhrtürmchen.

Der zweite Bauabschnitt konnte erst nach Eröffnung des heutigen Hauptbahnhofs (18. August 1888) und der damit verbundenen Stilllegung und dem Abriss der Westbahnhöfe erfolgen. Auf der freigewordenen Fläche entstand ein neuer gründerzeitlich-großstädtischer Stadtteil, das Bahnhofsviertel. Als Mittelachse des neuen Stadtquartiers und neuer Prachtboulevard entstand die Fortsetzung der Kaiserstraße, die von hier aus schnurgerade bis zum Mittelportal des Hauptbahnhofs führt.

Auf der südlichen Straßenseite steht an der Ecke zur Gallusanlage das ehemalige Hotel Fürstenhof (Oskar Heußner, 1902). Wie die meisten Gebäude in diesem Bereich wird es heute von der hier ansässigen Konzernzentrale der Dresdner Bank genutzt. An der Nordseite der Kreuzung steht das Hochhaus Gallileo (Novotny/Mähner, 2003, 136 m). Im öffentlich zugänglichen Erdgeschoss befindet sich das English Theatre. Auf demselben Grundstück stand zuvor bereits ein älteres Hochhaus, der von Dresdner Bank genutzte Zinßerturm (Brösicke/Drevermann, 1951).

Die folgende, westliche Hälfte der Kaiserstraße ist ein weltstädtisch wirkender Boulevard mit prächtigen fünfgeschossigen gründerzeitlichen Geschäftshäusern, breiten Gehsteigen und zahlreichen Straßencafés. Die internationale Atmosphäre wird auch durch die vielen Vertretungen ausländischer Fluglinien und Tourismusbehörden unterstrichen.

An der Ecke zur Weserstraße öffnet sich nach Norden der Jürgen-Ponto-Platz, Standort des Dresdner-Bank-Hochhauses, benannt nach dem 1977 von der RAF ermordeten Vorstandssprecher des Konzerns.

Während die Weserstraße geradlinig vom Main bis ins Westend führt, ist die folgende Querstraße, die Elbestraße an beiden Seiten optisch begrenzt, im Süden durch ein großes Geschäftshaus an der Gutleutstraße, während im Norden die Schmalseite des Hochhauses Frankfurter Büro Center (Richard Heil, 1981, 142 m) genau in der Sichtachse der Weserstraße steht und somit auch von der Kaiserstraße aus gut zu sehen ist.

Zwischen Weser- und Moselstraße liegt auf der nördlichen Straßenseite die „Kaiser Passage“, ein aus den 70er Jahren stammendes Konglomerat von Hinterhofpassagen, in dem fast ausschließlich ausländische Geschäfte ihren Sitz haben, viele von ihnen aus Westasien, vor allem aus arabischen Ländern und Iran.

Auf der nördlichen Straßenseite befinden sich Kinos und Geschäfte der Erotikbranche, die auf das direkt angrenzende Rotlichviertel hinweisen. Die Toleranzzone für Prostitution beginnt jedoch erst wenige Schritte weiter in den nördlichen Seitenstraßen. Es stehen also an der Kaiserstraße selbst keine Bordelle, sondern nur in den Querstraßen und in der parallel verlaufenden Taunusstraße.

An der Ecke zur Moselstraße steht mit dem Kaiser-Friedrich-Bau eines der prächtigsten gründerzeitlichen Geschäftshäuser des Bahnhofsviertels, an der Ecke zum Bahnhofsplatz mit dem Englischen Hof ein weiteres.

Die Einmündung zum Bahnhofsplatz ist für den Autoverkehr gesperrt, die Kaiserstraße ist ab der Moselstraße eine Sackgasse. Die letzten 50 Meter vor dem Bahnhofsplatz sind Fußgängerzone und werden von den riesigen Rolltreppenanlagen dominiert, die zur unterirdischen Einkaufspassage unter dem Bahnhofsplatz führen. Bis in die 90er Jahre konnte man den Hauptbahnhof zu Fuß nur durch die Unterführung erreichen, seitdem gibt es wieder eine Querung per Fußgänger-Lichtsignal, über die auch die Straßenbahnhaltestelle wieder leichter erreicht werden kann.

In diesem westlichsten Abschnitt der Kaiserstraße findet ein Wochenmarkt statt. Dieser Straßenabschnitt gilt außerdem als Schwerpunkt des Drogenhandels und erfährt unter dem abwertenden Namen Kaisersack hohe Aufmerksamkeit der städtischen Presse.

Die obere Kaiserstraße zwischen Roßmarkt und Taunusanlage entstand 1874. Schon damals war sie die Hauptachse zum damals bedeutendsten Eisenbahnknoten Frankfurts, den Westbahnhöfen. Dort endeten die Taunus-Eisenbahn, die Main-Neckar-Bahn und die Main-Weser-Bahn. Diese Anlagen wurden 1888 durch den Hauptbahnhof, ca. einen Kilometer weiter westlich gelegen, ersetzt. Das ehemalige Gleisvorfeld der Westbahnhöfe zwischen diesem und dem neuen Hauptbahnhof, wurde als neuer Stadtteil gewonnen. So entstand das Bahnhofsviertel, dessen zentrale Achse die Kaiserstraße ist. Daher stammen die meisten Häuser der Straße aus der Gründerzeit vom Ende des 19. Jahrhunderts. Teilweise wurden oder werden sie saniert.

Von 1947 bis 1955 hieß die Straße Friedrich-Ebert-Straße. Die Umbenennung war in der Bevölkerung wenig populär. In einer Nacht und Nebel-Aktion haben Aktive der Frankfurt-Leipziger Burschenschaft Arminia alle Straßenschilder mit dem ursprünglichen Namen überklebt und die Presse informiert. Am 12. Mai 1955 wurde die Rückbenennung in Kaiserstraße beschlossen.

An der Ecke Gallusanlage/Kaiserstraße entstand das Gallileo-Hochhaus, in dessen Tiefgeschoss sich das English Theatre befindet.

Die Kaiserstraße ist nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs und der Zerstörungswelle gegen Bauten des Historismus in den sechziger und siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts eine der letzten verbliebenen Prachtstraßen Frankfurts.

Sie wird häufig als Teil des Frankfurter Rotlichtviertels angesehen. Dies gilt aber nur für den Teil nahe dem Hauptbahnhof und auch hier sind Rotlichtbetriebe selten geworden. In der Nähe der Innenstadt gibt es keine Pornokinos und Billigläden mehr, dafür desto mehr Cafés und Juweliere.

Ein anderer Teil der Kaiserstraße verfiel jedoch über Jahre, weil Immobilienspekulanten auf eine Ausweisung als Büroraum setzen. Auch zwei Gebäude aus der Konkursmasse des Immobilienentwicklers Jürgen Schneider, die heute Banken gehören, verkamen zusehends. Angestoßen durch ein Fördererprogramm der Stadt in Höhe von 10 Millionen Euro werden zurzeit zahlreiche Häuser im Viertel und entlang der Kaiserstraße saniert. Auch die beiden Häuser aus der Schneiderschen Konkursmasse werden zurzeit saniert.

In der dem Bahnhof zugewandte Seite gibt es vor allem in den Seitenstraßen zahlreiche Bordelle und Tabledance-Bars. Viele Obdachlose und Drogenabhängige halten sich hier auf. Der Versuch, durch eine Änderung der Sperrbezirksverordnung die Prostitution und die offene Drogenszene aus dem Bahnhofsviertel zu verdrängen, scheiterte in den achtziger Jahren an politischen Widerständen.

Die Kaiserstraße war seit ihrem Bau eine wichtige innerstädtische Verkehrsachse. Seit den 70er Jahren wird die Hauptlast des Straßenverkehrs jedoch über parallel verlaufende Straßen geleitet, die Kaiserstraße hat heute nur noch eine mäßige Belastung durch Kraftfahrzeuge.

Die Erschließung durch den ÖPNV erfolgt heute durch die Schnellbahnhöfe Hauptbahnhof und Willy-Brandt-Platz.

Auf dem gesamten Verlauf der Kaiserstraße verkehrten früher Straßenbahnen. Der östliche Abschnitt der Straße (intra muros) wurde ab dem 13. Mai 1880 von Pferdebahnen befahren, der westliche (extra muros) ab dem 15. April 1889. Um 1900 wurden die Strecke elektrifiziert und die Kaiserstraße zu einer der wichtigsten Achsen des Straßenbahnverkehrs. Nach der Einführung von Liniennummern zum 15. Oktober 1905 wurde sie von den Linien 10, 11, 12, 13, 15, 16 und 18 befahren. Am Hauptbahnhof, entlang der Neuen Mainzer Straße und in der Friedensstraße kreuzten weitere Straßenbahnstrecken. An der Gallusanlage befand sich die Wendeschleife Schauspielhaus der Frankfurter Lokalbahn, die von hier nach Bad Homburg vor der Höhe und Oberursel (Taunus) fuhr.

Im Zuge des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die großen Straßenenbahnknoten der Innenstadt völlig neu gestaltet und vor allem die Haltestellenbereiche an Punkten mit vielen kreuzenden Strecken auseinandergezogen. Um die intensiv genutzten Haltestellen am Hauptbahnhof leistungsfähiger zu gestalten, wurde deshalb die Strecke durch die Kaiserstraße am 12. November 1950 stillgelegt und die Straßenbahnlinien über die Strecken durch die Taunusstraße und die Münchener Straße geführt, von wo aus günstiger in die Haltestellenanlage eingebogen werden konnte. Bereits von 1906 bis 1932 gab es auf der westlichen Kaiserstraße keinen Straßenbahnverkehr, die Trambahnen fuhren stattdessen durch die Kronprinzenstraße, die heutige Münchener Straße.

Die Straßenbahnstrecke zwischen Kaiserplatz und Gallusanlage wurde zum 4. November 1973 im Zuge der U-Bahn-Eröffnung stillgelegt, das östlichste Stück zwischen Roßmarkt und Kaiserplatz/Friedensstraße am 11. Oktober 1986 mit der Schaffung der sogenannten „Schienenfreien Innenstadt“.

Die Kaiserstraße hat seit dem 4. November 1973 Anschluss an die U-Bahn, an diesem Tag wurde die A-Strecke bis zum neuen Bahnhof Theaterplatz (Linien U1–U3, heute Willy-Brandt-Platz) verlängert. Der Bahnhof erhielt im Norden anderem einen Ausgang zum Kaiserplatz und zur Kaiserstraße. Der Bahnhof der B-Strecke (Linien U4/U5) ging am 26. Mai 1974 in Betrieb, damit war der Theaterplatz der erste Umsteigebahnhof im Frankfurter U-Bahnnetz.

Am 28. Mai 1978 wurde der Schnellbahnknoten unter dem Hauptbahnhof eröffnet, hier kreuzen sich seitdem die U-Bahn (B-Strecke/U4) und der City-Tunnel der S-Bahn und erschließen das westliche Bahnhofsviertel einschließlich des dortigen Teils der Kaiserstraße.

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Source : Wikipedia