Doping

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Geschrieben von daneel 20/03/2009 @ 00:13

Tags : doping, sport

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Doping

Hinweistafel für Dopingkontrolle bei der Deutschland-Tour 2005

Unter Doping versteht man gemeinhin die Einnahme von unerlaubten Substanzen oder die Nutzung von unerlaubten Methoden zur Steigerung der sportlichen Leistung. Hinter der Frage nach der Verwerflichkeit von Doping steht die tiefer gehende Frage, unter welchen Umständen ein Leistungsvergleich im Sport grundsätzlich gerecht ist – strittig ist vor allem, ob es ausreichend ist, wenn alle Teilnehmer dieselben Regeln befolgen, oder ob zusätzlich gewährleistet sein muss, dass alle Teilnehmer dieselben Möglichkeiten zur Erbringung der Leistung haben.

Das Wort „Doping“ kommt aus dem Englischen und ist das Gerundium des Verbs dope (= Drogen verabreichen). Sein etymologischer Ursprung liegt allerdings im Afrikaans, der Sprache der weißen Buren in Südafrika: Bei Dorffeiern der Eingeborenen wurde ein schwerer Schnaps, der so genannte „Dop“, getrunken – die Buren übernahmen das Wort und gebrauchten es als generelle Bezeichnung für Getränke mit stimulierender Wirkung. Aus dem Afrikaans fand das Wort seinen Weg nach England, wo es schließlich im Zusammenhang mit Aufputschmitteln, die bei Pferderennen zum Einsatz kamen, verwendet wurde. Als der Begriff 1889 zum ersten Mal in einem englischen Lexikon auftauchte, bezeichnete er entsprechend auch die Verabreichung einer Mischung aus Opium und verschiedenen Narkotika an Rennpferde. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden dann auch Substanzen wie Kokain, Morphin, Strychnin und Koffein als "Dopingmittel" bezeichnet. Mit der Erfindung synthetischer Hormone in den 30er Jahren hielt medikamentöses Doping Einzug in den Sport. Die ersten Dopingkontrollen bei Olympischen Spielen wurden 1968 während der Olympischen Winterspiele in Grenoble und während der Olympischen Spiele in Mexiko durchgeführt.

Seit dem 1. Januar 2004 gilt die Doping-Definition der World Anti-Doping Agency (WADA), womit das bisherige Reglement des IOC erweitert wurde. Die verschiedenen Abschnitte der Definition sind in den Artikeln 1 und 2 des World Anti-Doping Codes zusammengefasst.

Eine besondere Abart der Leistungssteigerung ist das Boosting. Insofern es eine unerlaubte Methode zur Leistungssteigerung ist, lässt es sich als Doping einordnen.

Die Gruppe der verbotenen Wirkstoffe unterteilt sich in Stimulanzien, Narkotika, Anabolika, Diuretika sowie Peptid- und Glykoproteinhormone. Verboten sind weiterhin auch alle Stoffe, die in ihrer Wirkung oder chemischen Struktur mit den oben genannten Stoffen verwandt sind. Einige Fachverbände haben ihre Dopinglisten um weitere Doping-Klassen erweitert, so zum Beispiel die FITA, die zusätzlich Antipsychotika, Anxiolytika, Hypnotika/Sedativa und Antidepressiva auflistet, weil dadurch der Ablauf des Bogenschießens erheblich beeinflusst werden kann.

Beispiele für Stimulanzien sind Amphetamine, Ephedrin und Koffein. Die chemischen Strukturen von Amphetamin oder Ephedrin sind ähnlich den körpereigenen Hormonen Adrenalin und Noradrenalin. Stimulanzien wirken auf das zentrale Nervensystem und steigern die motorische Aktivität. Die Nebenwirkungen von Stimulanzien sind Stresssymptome und dauerhafte Aggression. Bei der überhöhten Einnahme von Stimulanzien reagiert das körpereigene Warnsystem nicht mehr, und alle restlichen Körperreserven werden verbraucht, ohne dass der Athlet dies bemerkt. Dies führt dann zu starker Erschöpfung, Ohnmacht und im Extremfall auch zum Tod. Stimulanzien kommen in der Medizin kaum zum Einsatz, da bei fast allen der Schaden größer ist als der Nutzen. Allein Ephedrine bewirken ein Erschlaffen der Bronchien und das Abschwellen der Nasenschleimhaut, weswegen sie in vielen Erkältungsmitteln zu finden sind. Mit der Einnahme von Erkältungsmitteln, die Ephedrine enthalten, verstößt ein Sportler gegen das Dopingverbot und hat mit den gleichen Konsequenzen zu rechnen wie bei der gewollten Einnahme eines Dopingmittels.

Koffein gehört ebenso zu der Gruppe der Stimulanzien. Es galt bis 2004 bei der Überschreitung des Toleranzwertes von 12 mg pro Liter Urin als Doping, wurde nun allerdings komplett von der Dopingliste genommen. Es wurde nachgewiesen, dass nach Einnahme von Koffein die Konzentration von freien Fettsäuren im Blut zunahm. Für Ausdauersportler sind diese in der Wissenschaft noch nicht ganz unumstrittenen empirischen Daten von recht hoher Relevanz. Denn der Ausdauersportler hat das Interesse, seine Glykogenspeicher für einen Schlussspurt zu schonen und fettverbrennend zu laufen. Die Wirkung von Koffein entfaltet sich eine Stunde bis eineinhalb Stunden nach Einnahme und hält ungefähr vier bis fünf Stunden an.

Narkotika bestehen aus Morphin, anderen Morphium-Derivaten oder einem verwandten Stoff. Die häufigsten Narkotika sind Morphin, Heroin und Methadon, welche entweder aus dem Opium, welches aus Schlafmohn gewonnen wird, produziert oder vollständig synthetisch hergestellt werden. Narkotika wirken schmerzunterdrückend und werden kurzfristig als Schmerzmittel nach Operationen oder als Dauertherapie bei sehr schweren Erkrankungen wie Krebs verabreicht. Im Sport werden Narkotika für verschiedene Zwecke missbraucht. Sie finden wegen ihrer beruhigenden Wirkung auf den menschlichen Organismus in Sportarten wie Golf und beim Sportschießen ihre Anwendung. Des Weiteren führen sie bei zu hoher Dosierung zu Ohnmacht, Bewusstseinstrübung und Tod. Jedoch muss der Sportler bei der Einnahme von Erkältungsmitteln aufpassen, da in diesen oft Codein enthalten ist, welches zwar nicht verboten ist, aber vom Körper zu einem gewissen Teil in Morphin umgewandelt wird. Wird der Grenzwert von 1 mg Morphin pro Liter Urin nicht überschritten, ist die Probe als negativ zu bewerten.

Die Einnahme von Testosteron beruht auf der Einnahme von Anabolika. Vor allem aber bildet sich durch die Einnahme von Testosteron mehr Muskelmasse im Körper bei gleichzeitiger Abnahme von Fett. Auf Grund dieser Auswirkungen werden anabole Steroide im Lauf, Weitsprung und Gewichtheben beziehungsweise Bodybuilding genutzt, da die Schnellkraft und ein großer Anteil an Muskelmasse ein entscheidender Faktor ist. Auch in Ausdauersportarten werden anabole Steroide eingesetzt. Sie erhöhen massiv die Regenerationsfähigkeit des Athleten und werden deshalb von ihnen gerne in Trainingsphasen verwendet, um die Trainingshärte erhöhen zu können. Auch im Wettkampf zeigen sie bei Ausdauersportlern Wirkung. Unvergessen ist die überragende Siegesfahrt von Floyd Landis auf der 17. Etappe der Tour de France 2006, nachdem er am Tage zuvor einen brutalen Einbruch erlitten und zehn Minuten auf den Tagessieger verloren hatte. Die Erklärung lieferte der positive Test auf Testosteron im Anschluss.

Anabole Steroide sind Dopingmittel, die häufig Anwendung finden. Jedoch resultieren aus deren Einnahme viele Nebenwirkungen.

Bei Männern kommt es zu einer Verweiblichung, da das überschüssige Testosteron im Körper des Mannes zum Teil in das weibliche Sexualhormon Östrogen umgewandelt wird. Die sich daraus ergebenden Nebenwirkungen sind durch das Wachsen einer weiblichen Brust und der Einstellung der Samenproduktion gekennzeichnet. Bei Frauen hingegen kann eine Vermännlichung eintreten, die u.a. durch Bartwachstum, Zurückbildung der weiblichen Brust und eine Vertiefung der Stimme charakterisiert ist. Bei Jugendlichen kann es sogar zu einer Hemmung des Wachstums kommen, da die Produktion des körpereigenen Testosterons eingestellt wird. Weiterhin zählen Bluthochdruck, Akne, Verletzungen an Bändern und Sehnen, Reizbarkeit, Depressionen und Halluzinationen zu den häufig auftretenden Nebenwirkungen.

Der Nachweis von anabolen Steroiden hat sich als kompliziert erwiesen, da Testosteron auch im menschlichen Körper vorkommt und nur schwer vom synthetischen Testosteron unterschieden werden kann. Außerdem kann das Testosteron innerhalb von 48 Stunden im Körper abgebaut werden. Auf Grund dessen wird der Epitestosterongehalt im Urin nachgewiesen, welcher normal im Verhältnis von 1:1 zum Testosteron vorkommt. Jedoch beträgt die Genauigkeit dieser Überprüfung weniger als 100 %, da sich einige Sportler Epitestosteron spritzen lassen, um den Wert auszugleichen. Die Leistungen der Sportler in Kraft- und Schnellkraftsportarten gingen stark zurück, nachdem Trainingskontrollen eingeführt wurden.

In der Medizin werden Anabolika bei Hormonstörungen eingesetzt. Dabei werden dem Körper Hormone zugeführt, die er selbst nicht mehr produzieren kann. Ein bekanntes Dopingmittel dieser Kategorie ist Stanozolol.

Diuretika sind die einzigen Dopingsubstanzen, die keine Leistungssteigerung, sondern viel eher eine Minderung der Leistung des Athleten hervorrufen. Beispiele für verbotene Mittel sind Acetazolamid, Furosemid und Mersalyl. Anwendung finden Diuretika in Sportarten mit Gewichtsklassen wie Judo und Ringen, bei denen der Sportler unbedingt sein Gewicht halten muss, da er bei Wettkämpfen sonst nicht startberechtigt ist, zwischen Wiegen und Wettkampf füllt der Sportler die Verluste wieder auf und ist so leistungsfähiger als seine Konkurrenten. Auch beim Pferdesport wird dieses Dopingmittel eingesetzt, da die Sportler extrem leicht sein müssen, um gute Leistungen zu erzielen. Im Bodybuilding finden Diuretika meist ihre Anwendung, um das im Unterhautfettgewebe gespeicherte Wasser loszuwerden, da möglichst viele Muskelpartien des Athleten erkenntlich sein sollen.

Starke Diuretika sind in der Lage, in wenigen Stunden einen starken Wasserverlust herbeizuführen, der eine Gewichtsverringerung von ein bis drei Kilogramm mit sich bringen kann. Durch die schnelle Dehydratisierung gehen dem Körper viele Mineralstoffe verloren. Dies schwächt die Leistung des Sportlers und kann zu Muskelkrämpfen und Nierenschäden führen.

In Dopingkontrollen sind Diuretika schwer nachzuweisen, da sie größtenteils mit dem Urin aus dem Körper gespült werden. Aufgrund dieser Wirkung werden Diuretika oftmals als Maskierungsmittel benutzt, um den Nachweis anderer Dopingmittel zu erschweren. In der Medizin werden sie eingesetzt, um Ansammlungen von Wasser im Gewebe zu verringern.

Peptid- und Glykoproteinhormone sind alle körpereigene Eiweiße. Dazu gehören HGH, Corticotropin und Erythropoetin. Es treten als Nebenwirkung Verformungen in Teilen des Körpers auf.

Corticotropin, auch unter der Abkürzung ACTH bekannt, reguliert die körpereigene Produktion von Cortison und kann zu Euphorie führen. ACTH verursacht den Abbau beziehungsweise die Umverteilung körpereigener Energiereserven in Form von Fett und Zucker und fördert Infektionen durch die Unterdrückung der Entzündungsreaktion des Körpers.

Durch die Einnahme von Erythropoetin (EPO) steigt die Anzahl der roten Blutkörperchen im Blut stark an. Dies hat zur Folge, dass mehr Sauerstoff im Blut transportiert werden kann. Dadurch steigt die Ausdauer des Athleten, was im Radsport, bei Marathonläufen und im Skisport genutzt wird. Erst vor kurzer Zeit wurde eine Methode gefunden, die den Gebrauch dieses Hormons eindeutig nachweisen kann. Heute ist es möglich, EPO durch einen Urintest nachzuweisen. Als Nebenwirkungen von EPO sind Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck) und eine Veränderung der Fließeigenschaften des Blutes bekannt. Das Blut wird zähflüssiger, wodurch die Gefahr erhöht wird, dass es die Herzkranzgefäße verstopft und der Athlet einen Herzinfarkt erleiden kann. Feine Äderchen (Kapillaren) im Gehirn oder in der Lunge können ebenfalls nicht mehr versorgt werden, was das Risiko eines Infarktes oder Schlaganfalls beträchtlich erhöht.

Der medizinische Einsatzzweck ist die Behandlung von Blutarmut oder die Unterstützung der Therapie von Krebskranken nach einer Chemotherapie.

Epo gilt (neben dem erlaubten Kreatin) als die absolute Modedroge im Sport, vor allen im Ausdauersport. Unter Blutdoping versteht man die Verabreichung von Vollblut oder von Zubereitung, die rote Blutkörperchen enthalten. Durch diese Maßnahme wird die Erytrozytenzahl im Blut erhöht. Die Sauerstofftransportkapazität wird somit verbessert. Bekannt ist das eigentliche Blutdoping (Transfusion von Eigen- oder Fremdblut mit vermehrten roten Blutkörperchen) seit dem Olympiasieg des finnischen Langstrecklers Lasse Viren.

Seit dem 1. Januar 2003 werden verbotene Methoden zum ersten Mal genauer in den Dopingregeln beschrieben. Sie werden in drei Gruppen unterteilt: die Erhöhung der Transportkapazität für Sauerstoff sowie Gendoping und Wirkstoffe, die bestimmten Einschränkungen unterliegen.

Die Leistungsfähigkeit vieler Sportler ist von deren Ausdauer abhängig und diese wiederum von der Sauerstoffzufuhr in den Muskeln. Eine Methode, die Transportfähigkeit des Blutes für Sauerstoff zu erhöhen, ist das Blutdoping. Dabei wird nach einem Höhentraining, nach dem sich mehr rote Blutkörperchen im Blut befinden als üblich, eine größere Menge Blut entnommen. Dieses Blut wird gelagert und dann kurz vor einem späteren Wettkampf in den Körper des Athleten transfundiert. Dadurch hat er eine vermehrte Anzahl von roten Blutkörperchen im Blut und seine Leistung steigt. Somit kann die zunächst leistungsschwächende Blutentnahme weit vor einen wichtigen Wettkampf vorgelagert werden. Diese Methode ist direkt nicht nachweisbar, so lange es sich um transfundiertes Eigenblut und nicht um Fremd- oder Tierblut handelt.

Des Weiteren sind auch alle anderen Methoden und Wirkstoffe verboten, die die Sauerstoffaufnahmekapazität steigern. Ein Grenzfall ist das Training in Unterdruckkammern, wie es in der DDR in den 1960er und 70er Jahren aufgrund der Reisebeschränkung vollzogen wurde. Durch den Unterdruck entsteht ein ähnlicher Effekt wie im Höhentrainingslager. Eine Abwandlung dieser Methode sind die sogenannten „Norwegerhäuser“. Hierbei handelt es sich um Häuser, die vollständig luftdicht abgeschlossen (und unter Luftunterdruck gesetzt) werden können. Dieser Methode bedienten sich in den 1980er und 90er Jahren viele skandinavische Ausdauersportler wie zum Beispiel Langläufer.

Das Verbot des Gendopings besagt, dass jegliche Verwendung von Zellen, Genen und deren Bestandteilen untersagt ist, sofern sie die sportliche Leistung erhöhen können.

Zu dieser dritten großen Gruppe des Dopings gehören zum Beispiel Alkohol und Cannabis. Alle internationalen Sportfachverbände haben in Übereinstimmung festgelegt, dass sowohl Alkohol- als auch Cannabistests durchgeführt werden dürfen und deren positive Ergebnisse Sanktionen mit sich bringen können. Des Weiteren sind lokale Betäubungen nur erlaubt, wenn sie kein Kokain als Wirkstoff enthalten und eine medizinische Untersuchung zu Grunde liegt, welche die Notwendigkeit bestätigt. Jedoch ist die schriftliche Mitteilung über die Diagnose, die Verabreichungsdosis und die Art der Verabreichung notwendig.

Der Einsatz von Corticosteroiden ist ebenfalls nur beschränkt zugelassen. Corticosteroide sind entzündungshemmende Medikamente. Eine lokale Anwendung der Entzündungshemmer an Haut, Ohr, Auge und Gelenken sowie die Inhalation sind erlaubt. Erfolgt eine Behandlung mit diesem Wirkstoff bei Wettkämpfen, ist eine schriftliche Mitteilung an die Wettkampfleitung erforderlich. Betablocker sind Wirkstoffe, die nur beschränkt zulässig sind. Sie verhindern Nervosität und wirken beruhigend auf Herz und Kreislauf. In Sportarten, in denen Ruhe und Konzentration eine große Rolle spielen, sind Betablocker deshalb verboten. Der Sportler selbst hat die Aufgabe, zu überprüfen, ob einer dieser eingeschränkten Wirkstoffe in seiner Sportart oder seinem Land verboten sind.

Die Risiken, die der Sportler eingeht, wenn er Dopingmittel zu sich nimmt, sind groß und lassen sich in drei Gruppen untergliedern: erstens das Risiko, des Dopinggebrauchs überführt zu werden, zweitens, dass das Dopingmittel dem Körper langfristig Schäden zufügt, und drittens, dass das Dopingmittel zu einer Schwächung führt.

Dopingtests finden im Leistungssport sehr häufig statt. Entweder werden sie im Training unangemeldet durchgeführt oder sofort nach einem Wettkampf. Wird einem Sportler nachgewiesen, dass er illegal seine Leistung gesteigert hat, verliert er für zwei Jahre die Teilnahmeberechtigung an Wettkämpfen. Da fast alle Profisportler auf Sponsoren und Preisgelder angewiesen sind, gibt es für sie keine Möglichkeit mehr, in diesem Zeitraum mit dem Sport Geld zu verdienen. Bisher haben es die ordentlichen Gerichte abgelehnt, sich mit der Frage der Wettkampfsperre, also der eines Berufsverbots, zu beschäftigen. Dies sei eine interne Angelegenheit des Sports. Des Weiteren wird ein so vorbelasteter Sportler kaum wieder gute Sponsorenverträge bekommen.

Viel größer ist aber das Risiko, dass der Sportler seinem Körper langfristig mit der Einnahme von Dopingmitteln schadet. Jedes Präparat, das illegal zur Leistungssteigerung verwendet wird, hat, wie alle anderen Arzneimittel auch, Nebenwirkungen. Hinzu kommt im Sport, dass, um die Leistung zu steigern, eine mehrfach höhere Dosis eines Präparates eingesetzt werden muss als bei medizinischer Anwendung. Dies verstärkt im gleichen Maße die Nebenwirkungen. Diese Schäden sind oftmals irreparabel. Das bedeutet, dass der Sportler am Ende seiner Karriere einen teilweise zerstörten Körper in Kauf nimmt und einige der durch die Nebenwirkungen entstandenen Beeinträchtigungen unter Umständen bis zum Lebensende fortbestehen oder auch noch Jahre später zu schweren gesundheitlichen Folgeschäden führen können.

Allerdings darf bei der Gefährlichkeit des Dopings nicht übersehen werden, dass es wenig nachgewiesene Dopingtote gibt. Eine Ausnahme bildet der Amateurbereich des Bodybuilding, bei dem eine Reihe von durch Steroide ausgelösten Todesfällen wissenschaftlich dokumentiert sind. Man verweist ansonsten auf eine große Dunkelziffer, ohne dies jedoch beweisen zu können. Allein durch das mediale Interesse am Spitzensport mit der permanenten Möglichkeit zu spekulieren, ob ein Athlet sauber ist oder nicht, wird das Bild des Sports in unserer Gesellschaft enorm verzerrt.

Wie Doping zu bewerten ist und inwieweit es einem fairen Wettbewerb entgegen steht ist umstritten. So unterscheiden sich Sportler schon von Natur aus in einem nicht unerheblichen Maß in der Ausprägung, den Grenzen und der Trainierbarkeit ihrer Leistungen. Folglich sind sportliche Erfolge wenigstens im selben Maß ein Produkt einer durch Zufall einem Sportler zugänglich gewordenen biologischen Begabung, wie eines langjährigen Trainings. So wurden z. B. für das Verhältnis von Typ I zu Typ II Muskelfasern, für die die maximale Sauerstoffaufnahme pro Kilogramm Körpermasse und die Höhe der anaeroben Schwelle Heritabilitäten von 97 %, 47 % und 72 % gefunden. Offensichtlich gilt also, dass mangelnde körperliche Anlagen durch kein noch so ausgeklügeltes und intensives Training ausgeglichen werden können. Dementsprechend kann Doping sowohl körperliche Nachteile kompensieren, als auch Sportlern mit guten Anlagen einen noch größeren Wettbewerbsvorteil verschaffen. Es bleibt dabei aber fraglich, ob sich die Leistungsfähigkeit des Menschen beliebig steigern lässt, oder ob trotz Doping prinzipielle Grenzen für seine Fähigkeiten bestehen, an die sich alle Sportler unabhängig von ihren Grundfähigkeiten in gleicher Weise annähern können und die durch Doping letztlich allen Sportlern einen Vergleich unter gleichen Voraussetzungen ermöglichen würden. Hierzu ist anzumerken, dass im Zweifelsfall wohl die Leistung eines Sportlers höher zu bewerten ist, der sein Leistungsniveau bei gleichem Trainingsaufwand durch Dopingmittel auf das Niveau eines von Natur aus begünstigten Mitbewerbers erhöht hat, da er sein überdurchschnittliches Leistungsniveau im Gegensatz zu seinem „beschenkten“ Konkurrenten durch körperliche und finanzielle Nachteile bewusst erkauft hat. Manche Autoren sehen im gedopten Sportler sogar das Urbild des sich seiner selbst bewusst seienden und frei entscheidenden Menschen, der sich seinen eigenen Vorstellungen entsprechend verbessert. Andere dagegen vertreten die Meinung, dass Menschen verlernen würden die Grenzen ihrer Handlungsfähigkeit zu akzeptieren und es ihnen somit an Demut mangeln würde, sobald es ihnen erst einmal erlaubt wäre, ihre körperlichen Eigenschaften durch künstliche Eingriffe selbst zu bestimmen. Fraglich ist auch was genau als Doping gilt und ob Doping überhaupt sinnvoll definiert werden kann. So sind z.B. die meisten Sportler nur durch die Hilfe von hochqualifizierten Trainern und Sportmedizinern konkurrenzfähig. Die Sportler selbst besitzen meist weder die nötige Menge an Fachwissen, noch die nötige Zeit, um ihr Training nach neusten methodischen Erkenntnissen auszurichten. Strenggenommen könnte auch bei diesem wissenschaftlich orientierten Coaching von unzulässiger Leistungssteigerung gesprochen werden, da die durch moderne Trainingsmethoden erzielten Leistungen deutlich über den physiologisch normalen Werten liegen. Ein häufig genanntes Beispiel aus dieser Grauzone von legalen Methoden, die zu ähnlichen Ergebnissen führen wie als Doping klassifizierte Verfahren ist das Höhentraining. Es erhöht den Hämatokritwert auf ähnliche Weise wie die Verabreichung von Erythropoetin, wird aber im Gegensatz dazu nicht als Doping gewertet.

In der heutigen Zeit geht es im Sport nicht nur um ich-bezogene und soziale Aspekte, sondern auch um die finanzielle Absicherung. Ein Profisportler verdient seinen Lebensunterhalt mit Hilfe von Siegprämien und Sponsorenverträgen. Jedoch sind diese Gelder von seiner Leistung abhängig. Das bedeutet, dass nur ein guter Athlet sein Leben mit dem Sport finanzieren kann. Um Erfolg zu haben, ist ein intensives Training erforderlich. Die Entscheidung für Doping, zusätzlich zum weiterhin notwendigen intensiven Training, liegt in der Motivation begründet, sich gegen andere Sportler durchsetzen zu wollen.

Verdient ein Athlet durch seine sportliche Aktivität ausreichend Geld, konzentriert er sich nur noch auf den Sport und hat keine anderen Einnahmequellen als Sponsoren und Preisgelder. Bleiben nach einer gewissen Zeit die Erfolge aus und ist die Leistung auf normalem Wege nicht mehr zu verbessern, kann er sich finanziell nicht mehr absichern. An dieser Stelle fällt es ihm schwer, wieder in das normale Berufsleben einzusteigen. So bleibt ihm vermeintlich nur der Ausweg, seine Leistung ausschließlich mit im Sport verbotenen Mitteln zu steigern. Profisportler und auch viele Amateure versuchen, stets die höchstmögliche Leistung anzustreben. Hat ein Athlet einmal Siege errungen, ist er bestrebt, diese immer wieder zu erreichen. Um der Beste zu sein, sind viele Sportler bereit, Dopingmittel einzunehmen. Es kann sogar die Meinung angetroffen werden, dass Doping-Abstinenzler "Spielverderber" oder "die Dummen" seien, weil sie leider Moral und Fairness vor den Erfolg stellen. Aber auch um den hohen Ansprüchen der Gesellschaft gerecht zu werden, ist oft Anlass, sich zu dopen.

Im Allgemeinen wird das Dopingverbot mit drei Argumenten begründet. Eines zielt auf das bereits erwähnte Problem des fairen Wettkampfes ab, bezüglich dessen Dopinggegner die kontroverse Position vertreten, dass Doping grundsätzlich einem fairen Wettkampf widerspricht. Die beiden anderen beziehen sich auf den Schutz der Sportler und den Schutz der Öffentlichkeit.

Befürworter des Dopingverbotes nehmen an, dass jede Form von Doping grundsätzlich schädlich ist und immer deutlich mehr Schäden am Körper verursacht, als es ein „sauberer“ Leistungssports je könnte. Dem wird von Gegnern des Verbotes entgegen gehalten, dass über die Schädlichkeit von Dopingmitteln von Fall zu Fall zu entscheiden ist und eine Freigabe Doping der ärztlichen Kontrolle unterstellen würde. Auf diese Weise würden seine Risiken, die teilweise auch aus dem heute bestehenden Schwarzmarkt resultieren, minimiert. Das heute bestehende Verbot wird weiterhin damit begründet, dass eine Freigabe des Dopings „saubere“ Sportler durch einen gestiegen Konkurrenzdruck faktisch zum Doping nötigen würde.

Dagegen wird von Freigabebefürwortern eingewendet, dass auch heute ein Sportler kein Recht darauf hat, dass seine natürlichen Anlagen ausreichen um konkurrenzfähig zu sein und somit letztlich wenig Unterschied zwischen der Entscheidung für oder gegen eine Leistungssteigerung besteht und der Entscheidung ob ein Sportler von Natur aus die nötigen biologischen Eigenschaften für eine Karriere im Leistungssport besitzt oder nicht. Es wird dementsprechend auch argumentiert, dass eine Freigabe des Dopings den Leistungssport demokratisieren würde, weil die Bedeutung der Begabung zurückgedrängt werden würde und stattdessen Training und Motivation einen höheren Stellenwert erhielten, was letztlich auch körperlich weniger privilegierten Zugang zu einer Karriere als Sportler ermöglichte.

Gegen ein öffentliches Bekenntnis des Sports zum Doping spricht nach Ansicht der Verbotsbefürworter auch die Vorbildfunktion der Leistungssportler. Besonders im Hinblick auf Jugendliche wird befürchtet, dass eine Aufhebung des Dopingverbotes falsche Signale senden könnte und Personen zum Gebrauch von Dopingmitteln animiert, die sich der daraus resultierenden Gefahren nicht bewusst sind und die deshalb nicht zwischen den Vorteilen einer körperlichen Leistungssteigerung (die im Alltag und im Breitensport kaum gegeben sind) und ihren Nachteilen abwägen können.

Darauf antworten die Verbotsgegner oft indem sie darauf hinweisen, dass eine Legalisierung von Doping von vornherein darauf abzielen sollte, eine unreglementierte Verbreitung von Dopingmitteln zu verhindern. Ihrer Ansicht nach muss dem Sportler eine durch Mediziner und Apotheker unterstütze und kontrollierte informierte Entscheidung ermöglicht werden, die ähnlich wie die Verordnung von „normalen“ Medikamenten gegen Werbung und psychischen Druck aus dem Umfeld der betroffenen Personen zu schützen ist.

Das Doping wird von den internationalen Sportverbänden (insbesondere auch dem IOC) im Rahmen ihrer Wettbewerbe untersagt. Zur Dopingbekämpfung wurde 1999 die World Anti-Doping Agency (WADA) gegründet. Offiziell begründet wird dies üblicherweise mit Chancengleichheit für die Wettkämpfer, dem Schutz dieser vor gesundheitlichen Schäden durch Doping und einer Vorbildfunktion, die der Sport und damit der Spitzensportler zu erfüllen hätten. Da ein in der breiten Öffentlichkeit herrschendes Image von sauber erbrachten Leistungen in einer Sportart für deren jeweiligen Marktwert von enormer Bedeutung ist, gibt es aber auch einen hohen wirtschaftlichen Anreiz für Verbände und Veranstalter, dieses Image durch Maßnahmen der Dopingverfolgung, effektive wie ineffektive, zu fördern.

In einigen Ländern gelten Doping oder bestimmte Formen davon als Straftat und werden von staatlichen Organen mit hoheitlichen Maßnahmen verfolgt, etwa in Frankreich, Spanien oder Italien. Seit dem Jahr 2000 können in Italien Dopingvergehen von Sportlern mit einer Haftstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden. Allerdings ist noch nie ein Sportler wegen Einnahme von verbotenen Dopingsubstanzen angeklagt oder bestraft worden, erst recht nicht mit einer Gefängnisstrafe. Die Frage, ob Dopingbekämpfung bei nichtstaatlichen Veranstaltungen eine Staatsaufgabe sein kann oder sollte, ist jedoch stark umstritten.

In Deutschland liegt mit der Einnahme von Doping grundsätzlich kein Straftatbestand vor, denn laut § 6a des Arzneimittelgesetzes ist nur das Inverkehrbringen, das Verschreiben oder das Anwenden von Arzneimitteln bei anderen zu Dopingzwecken im Sport strafbar. Mit Inkrafttreten des Gesetzes zur Verbesserung der Bekämpfung des Dopings im Sport (BGBl. I 2007, S. 2510) am 1. November 2007 ist auch der Besitz einer nicht geringen Menge Dopingmittel zu Dopingzwecken am Menschen verboten (§ 6a Abs. 2a Arzneimittelgesetz). Die Bestimmung dieser nicht geringen Menge findet sich seit dem 29. November 2007 in der Dopingmittel-Mengen-Verordnung. Diese Straftat wird laut § 95 Abs. 1 des Arzneimittelgesetzes mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren bestraft. § 95 Abs. 3 des Arzneimittelgesetzes sieht in besonders schweren Fällen (Abgabe oder Anwendung von Arzneimitteln zu Dopingzwecken im Sport an Personen unter 18 Jahren) eine Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren vor. Es kam allerdings in der Vergangenheit zu Verurteilungen wegen Körperverletzungsdelikten, teilweise solchen an Schutzbefohlenen, wenn Präparate von Trainern an Athleten ohne deren Wissen/Zustimmung verabreicht wurden. Doping bei Tieren während sportlicher Wettkämpfe oder im Training dafür ist in Deutschland gemäß § 3 Nr. 1b Tierschutzgesetz verboten und gemäß § 18 I Nr. 4 TierSchG eine Ordnungswidrigkeit, die gemäß § 18 IV mit einer Geldbuße bis zu € 25.000,- geahndet werden kann.

Weil in vielen Sportarten unterschiedliche Wirkstoffe und Methoden der unphysiologischen Leistungssteigerung verboten sind, aber immer neue Methoden und neue Substanzen als leistungssteigernd eingestuft werden, wird in einer ständig der Realität angepassten Dopingliste mit genau aufgeführten und beschriebenen Wirkstoffen und Vorgehensweisen definiert, was unter Doping zu verstehen ist.

Diese Liste – von internationalen Sportverbänden in Zusammenarbeit mit der medizinischen Kommission des IOC aufgestellt, aktualisiert, permanent um neue Substanzen ergänzt – wird von allen nationalen Verbänden übernommen. Demnach liegt ein Dopingverstoß vor, wenn eine der in der Verbotsliste aufgezählten Substanzen im Körper des Athleten nachgewiesen wird, er eine Dopingkontrolle verweigert hat, im Besitz von im Sport verbotenen Substanzen ist oder sich diese beschaffen will. Als Beweis für die Beschaffung genügt ein Rezept. Jeder der circa 1500 Spitzensportler in Deutschland, die den einzelnen Leistungskadern angehören, muss sich schriftlich gegenüber dem eigenen nationalen Verband verpflichten, alle Dopingvorschriften einzuhalten, sich bei Reisen abzumelden und Kontrollen zu jeder Zeit zu dulden.

Bei dem Nachweis von illegalen Substanzen wird zwischen Wettkampf- und Trainingskontrollen unterschieden. Wettkampfkontrollen sind nötig, um die kurzzeitige Leistungssteigerung durch Doping nachzuweisen, das kurz vor Beginn des Wettkampfes durchgeführt wurde. Trainingskontrollen versuchen, eine langzeitige Einnahme von Doping nachzuweisen und Stoffe aufzuspüren, die auf Grund einer rechtzeitigen Absetzung nicht mehr in Wettkampfkontrollen nachgewiesen werden können. Diese Kontrollen bestehen aus einer Urinprobe und einer – in Deutschland freiwilligen – Blutprobe.

Bei der erstmaligen Einnahme von verbotenen Stimulanzien oder Schmerzmitteln wird eine Verwarnung ausgesprochen. Bei allen anderen Vergehen, wie der Einnahme von anabolen Steroiden oder der Manipulation einer Dopingprobe, wird eine Wettkampfsperre (siehe auch Disqualifikation) von mindestens zwei Jahren für den Sportler verhängt. Des Weiteren werden bei Dopingvergehen, die während eines Wettkampfes stattfinden, die Leistungen annulliert.

Da vermehrt Dopingproben manipuliert wurden, wird jetzt auch die Manipulation an sich als Dopingvergehen angesehen und beschrieben. So ist jegliche Manipulation ausdrücklich verboten, da diese Werte maßgeblich für den Nachweis des Dopings benötigt werden. Dazu zählt der Austausch oder die Veränderung der Proben, die Verdünnung mit jeglichen Flüssigkeiten, die Einspritzung von Fremdurin in die Blase, die Beeinflussung der Urinausscheidung durch chemische Substanzen sowie die Beeinflussung des Verhältnisses von Testosteron zu Epitestosteron.

Aber es sind längst nicht immer die Sportler, die manipulieren. Im großen Stil haben dies, neben der ehemaligen DDR, auch westeuropäische Veranstalter und Sportverbände getan.

Eine weltweit operierende Sportschuhfirma aus den USA hat Institute beauftragt, Methoden der Dopingverschleierung zu entwickeln, die auch erfolgreich angewendet wurden.

In den USA durften Sportler während des Trainings nur dann kontrolliert werden, wenn sie innerhalb eines 100-km-Radius um ein Testzentrum gewohnt haben. Es gab in den 1990er Jahren derer drei für die gesamte USA.

Nicht zuletzt hat die BALCO-Affäre in den Vereinigten Staaten mit der Entwicklung neuer, unbekannter Dopingsubstanzen gezeigt, die nicht nachzuweisen waren, dass bestimmte Kreise ein Interesse an der permanenten Leistungssteigerung im Sport haben, weil sich dies gut vermarkten lässt.

Trainer und Funktionäre haben Sportler vor Kontrollen gewarnt. Bestimmte Veranstaltungen werden gut besucht, weil bekannt ist, dass nicht kontrolliert wird. Im bezahlten Fußball können die Rückennummern bestimmter gedopter Sportler nicht ausgelost werden, weil man sie durch andere ersetzt.

Nach den Zahlen der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) für das Jahr 2006 wurden an deutschen Athleten insgesamt 8196 Dopingkontrollen durchgeführt, davon 4517 Trainingskontrollen und 3679 Wettkampfkontrollen. In 62 Fällen (0,74 %) lagen positive Analysen und weitere relevante Verstöße vor, die von den Verbänden sanktioniert wurden. Kritiker merken an, dass der finanzielle Aufwand für diese geringe Quote in keinem Verhältnis stehe und allein durch das sehr große mediale Interesse gerechtfertigt zu sein scheine.

Kontrolliert werden etwa 1500 Kaderathleten, die an nationalen und internationalen Wettkämpfen teilnehmen. Nicht kontrolliert werden alle anderen Mitglieder des Deutschen Sportbundes, die gleichfalls an Wettkämpfen teilnehmen. Aber gerade in den Ebenen unterhalb des Spitzensports ist die Dopingmentalität – weil man weiß, es gibt keine Kontrollen – stark ausgeprägt. Dies wird jedoch von der Sportführung negiert, obwohl es stichhaltige Untersuchungen zum Beispiel des Anabolikakonsums in Deutschland und den USA gibt. Der Sport ist ein Spiegelbild der Gesellschaft. Schon in den neunziger Jahren hat Professor Hurrelmann festgestellt, dass circa zehn Prozent der Jugendlichen bis 16 Jahre regelmäßig zu Aufputschmitteln und anderen Dopingsubstanzen sowie Drogen greifen. Allerdings ist Doping, obwohl keine Straftat, in der Öffentlichkeit stark negativ besetzt.

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Nationale Anti Doping Agentur Deutschland

Sitz der deutschen NADA in Bonn

Die Nationale Anti Doping Agentur Deutschland (NADA) ist eine selbständige privatrechtliche Stiftung, die am 15. Juli 2002 in Bonn gegründet und zum 1. Januar 2003 rechtskräftig tätig wurde. Ihr Ziel ist die Bekämpfung des Dopings.

Begonnen hatten die Antidopingaktivitäten des DSB 1989/1990 mit dem Pilotprojekt BA-L, das wenig erfolgreich verlief. Alle Trainingskontrollen waren negativ, was nach selbstkritischer Aussage an internen Mängeln lag. Die Kontrollinstanz war nicht unabhängig.

Ende Januar 1991 wurde beim DSB eine „Ständige Kommission zu Überwachung der Doping-Kontrollen außerhalb der Wettkämpfe“ eingerichtet. Diese wurde zum Jahresende in die Anti-Doping-Kommission (ADK) umbenannt. Ab Februar 1993 wurde daraus eine gemeinsame Sache mit dem NOK: die ADK DSB/NOK. Diese direkte Vorgängerinstitution der NADA wurde zum Jahresende 2002 zugunsten der NADA eingestellt. Der Name „DADA“ für „Deutsche Anti-Doping Agentur“ wurde wegen des unerwünschten Bezugs zum Dadaismus verworfen.

NADA hat einen Vorstand, eine hauptamtliche Geschäftsleitung und ein Kuratorium. Das Kuratorium besteht aus Vertretern der Wirtschaft, des Bundesinnenministeriums und des organisierten Sports. Deren Aufgabe besteht in der "Beratung und Überwachung des Vorstandes". Es handelt sich als um eine Art Aufsichtsrat. Den vom Kuratorium auf Zeit benannten Vorstandsmitgliedern obliegt pro forma die Geschäftsführung und Außenvertretung der Stiftung. Die eigentliche "operative" Arbeit erledigt die hauptamtliche Geschäftsleitung mit ihren Angestellten.

Rechtliche Grundlage sind die freiwilligen Selbstverpflichtungen der Rahmen-Richtlinien des DSB.

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Doping im Radsport

Hinweistafel für Dopingkontrolle bei der Deutschland Tour 2005

Das Problem des Dopings, also die Nutzung unerlaubter Methoden und Substanzen zur Leistungssteigerung, ist in Ausdauersportarten wie dem Radsport seit Jahrzehnten evident. Aber erst durch die sogenannte Festina-Affäre während der Tour de France 1998 rückte die Doping-Problematik im Profi-Radsport wirklich ins Zentrum des öffentlichen Interesses. Gleichzeitig wurde die Doping-Bekämpfung sowohl auf medizinischer als auch auf polizeilicher Ebene seit Ende der 1990er-Jahre deutlich verstärkt.

Alle Versuche, den Begriff des Dopings genau zu definieren, sind an Formulierungsschwierigkeiten gescheitert, da es nicht gelingt, die komplexen Inhalte der verbotenen Wirkstoffe und Methoden der unphysiologischen Leistungssteigerung zusammenzufassen. Doping wird auf Grund dieser Schwierigkeiten durch eine Dopingliste mit genau aufgezählten und beschriebenen Wirkstoffen und Vorgehensweisen definiert.

Diese Liste wurde von internationalen Sportverbänden aufgestellt und wird von allen nationalen Verbänden übernommen. Ebenso wurde festgelegt, dass ein Dopingverstoß dann vorliegt, wenn eine der in der Verbotsliste aufgezählten Substanzen im Körper des Athleten nachgewiesen wird oder er eine Dopingkontrolle verweigert. Jeder Sportler, der an offiziellen Wettkämpfen teilnimmt, verpflichtet sich durch seine Teilnahme gegenüber dem nationalen Verband, alle Dopingvorschriften einzuhalten.

Von den 1930er- bis in die 1970er-Jahre wurden im Radsport vorrangig Amphetamine und andere Stimulanzien und Aufputschmittel (darunter auch Koffein) als Dopingmittel benutzt. Diese haben eine euphorisierende Wirkung, reduzieren die Müdigkeit der Sportlers und ermöglichen eine nahezu restlose Ausschöpfung der körperlichen Reserven. Da Stimulanzien kurz vor dem Wettkampf eingenommen werden müssen, um eine Wirkung zu erzielen, waren sie relativ schnell in Kontrollen nachweisbar. Trotzdem werden Amphetamine bis heute häufig bei Dopingtests festgestellt.

Die seit Mitte der 1970er-Jahre verbotenen anabolen Steroide (sogenannte Anabolika) zum Muskelaufbau wurden zwar auch im Radsport eingesetzt, sind aber vorrangig in Schnellkraftsportarten wie dem Gewichtheben und Kurzstreckendisziplinen der Leichtathletik verbreitet. Dagegen gehörten Cortikoide bzw. Corticosteroide (zum Beispiel Cortison) ab den 1970er-Jahren zu den am weitesten verbreiteten Dopingpräparaten im Radsport. 1980 von der UCI verboten, waren sie bis vor wenigen Jahren durch Urintests nicht nachzuweisen. Cortikoide verringern das gefühlte Belastungsempfinden und beschleunigen die Regeneration, eine Wirkungsverstärkung tritt in Verbindung mit Amphetaminen und Anabolika auf.

Seit Ende der 1980er-Jahre erreichten zahlreiche neue Dopingprodukte den Profi-Radsport, neben Wachstumshormonen vor allem Erythropoetin, welches unter dem Kürzel EPO inzwischen geradezu zum Synonym der Dopingpraxis im Radsport geworden ist. Das Präparat EPO ermöglicht eine erhöhte Sauerstoffkonzentration im Blut, wodurch sich die Ausdauer des Athleten direkt verbessert. EPO soll in den frühen 90er Jahren im Spitzenradsport nahezu flächendeckend benutzt worden sein. Lange Zeit konnten nur indirekt über die Messung des Hämatokritwerts Hinweise auf EPO-Doping gewonnen werden. Inzwischen ist es aber möglich, EPO durch einen Urintest nachzuweisen, obwohl derzeit noch Restzweifel an der Zuverlässigkeit der Messmethode bestehen. Ähnliche Effekte wie durch das EPO-Doping können durch Blutdoping werden, also durch die Injektion eigenen oder fremden Blutes mit höherer Sauerstoffaufnahmekapazität kurz vor dem Wettkampf. Insbesondere Eigenblutdoping ist bisher kaum nachweisbar, außer man findet ein solches Labor, wie 2006 in Spanien geschehen.

Seit Beginn der ersten sportlichen Radrennen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wandten Radsportler auch leistungssteigernde Substanzen an. Inwieweit diese als Doping bezeichnet werden können, ist zweifelhaft, da der Begriff Doping ausdrücklich auf dem Verbot von Wirkstoffen und Methoden basiert. So lange kein eigener sportmedizinischer Katalog – also eine Dopingliste – geschaffen wurde, waren leistungssteigernde Substanzen zumindest sportjuristisch nicht illegal. Seit den 1920er-Jahren begann eine Diskussion um die Notwendigkeit einer Definition von Doping, nicht zuletzt angesichts der deutlich gesundheitsgefährdenden Folgen der oft unkontrollierten Einnahme von Pharmaka.

Erst 1966 nahm der Radsportweltverband UCI verbindliche Anti-Doping-Bestimmungen in sein Reglement auf. Nachdem sich im gleichen Jahr die drei Erstplatzierten des Fleche Wallone (Michele Dancelli, Lucien Aimar und Rudi Altig) der Dopingkontrolle entzogen hatten, fand bei der Tour de France 1966 erstmals eine unangemeldete Dopingkontrolle statt. Gegen diese Maßnahmen streikten die Rennfahrer bei der nächsten Etappe. Durch einen Todesfall wurden die Gefahren der Dopingpraxis im Radsport später drastisch verdeutlicht: Bei der Tour 1967 starb Tom Simpson beim Anstieg zum Mont Ventoux unter Einfluss von Amphetaminen und Alkohol.

Zahlreiche Aussagen sowohl von Radsportlern selbst, als auch von außenstehenden Medizinern und Journalisten belegen, dass Doping im Radsport auch nach der Einführung von Kontrollen ab Mitte der 1960er-Jahre weiterhin äußerst weit verbreitet war. Dies hängt einerseits mit dem über lange Zeit unsystematischen und laxen Kontrollwesen, andererseits mit der zunehmenden kriminellen Energie von Sportlern und Betreuern zusammen. Diese fanden Mittel und Wege, die bekannten Dopingsubstanzen zu verschleiern bzw. wichen auf neue, nicht nachweisbare Produkte aus.

Trotz dieser strukturellen Schwäche in der Dopingbekämpfung wurden in den 1960er- bis 1980er-Jahren immer wieder Rennfahrer bei Dopingkontrollen positiv getestet, darunter die Tour-Sieger Eddy Merckx, Felice Gimondi, Lucien Aimar, Luis Ocaña, Bernard Thévenet, Joop Zoetemelk, Laurent Fignon, Pedro Delgado sowie die deutschen Fahrer Rudi Altig und Dietrich Thurau. Zahlreiche andere Spitzenfahrer legten während oder nach Beendigung ihrer Karriere Doping-Geständnisse ab, darunter Fausto Coppi, Jacques Anquetil, Rik van Steenbergen, Roger Pingeon, Freddy Maertens und Peter Winnen. Sowohl die juristischen als auch die öffentlichen Verurteilungen zum Thema Doping fielen in dieser Zeit eher milde aus: Positiv getestete Fahrer wurden meist nur vom aktuellen Rennen disqualifiziert. Die öffentliche Meinung nahm die Dopingproblematik als Nebenerscheinung hin. Insofern hatten die Radrennfahrer selbst bei aufgedeckten Dopingvergehen kaum Sanktionen zu erwarten, was das Unrechtsbewusstsein ebenso reduziert haben dürfte wie die Tatsache, dass „die anderen“ ja ebenfalls dopten.

Eine grundsätzliche Änderung dieser Situation einer an der selbstverständlichen Dopingpraxis im Radsport weitgehend desinteressierten Öffentlichkeit ist seit Ende der 1980er-Jahre zu beobachten. Bei der Tour de France 1988 wurde der Führende Pedro Delgado trotz positiver Dopingprobe zwar nicht disqualifiziert, da das ihm nachgewiesene Verschleierungsmittel zwar auf der Dopingliste des IOC, nicht aber der UCI stand. Im Gegensatz zu früheren Dopingfällen überschattete der Delgado-Skandal jedoch das gesamte Rennen.

In den 1990er-Jahren wurden neue, enorm wirksame Dopingpräparate zur Steigerung der Ausdauer wie EPO im Profi-Radsport vermutlich fast flächendeckend genutzt, konnten aber zunächst nicht nachgewiesen werden. Erst der Festina-Skandal bei der Tour de France 1998 brachte das Thema „Doping im Radsport“ erneut an die Öffentlichkeit. Die Ermittlungen ergaben, dass bei der Mannschaft Festina ein flächendeckendes Doping praktiziert worden war. Diese Entdeckung verdeutlichte die Unwirksamkeit der damaligen Dopingkontrollen: Keiner der Festina-Fahrer war positiv getestet worden. Als effektiv hatte sich statt dessen die Einschaltung der Staatsanwaltschaft erwiesen, die Razzien in den Mannschaftshotels sowie mehrere Verhaftungen durchgeführt hatte.

In den folgenden Jahren wurden in Frankreich und Italien scharfe Anti-Doping-Gesetze geschaffen, die nicht nur den Handel mit Dopingpräparaten, sondern nunmehr auch dessen Einsatz zur Manipulation im Spitzensport unter Gefängnisstrafe stellten. Parallel zu dieser polizeilichen Dopingbekämpfung verabschiedete die UCI – nicht zuletzt unter dem Druck der neu gegründeten Antidopingagentur WADA – härtere sportrechtliche Sanktionen, die bei Dopingfällen nunmehr eine zweijährige Sperre (statt zuvor sechs Monaten) vorsieht. Schließlich wurden einige medizinische Erfolge – etwa der Nachweis von EPO über eine Urinprobe – erzielt.

Trotz dieser Erfolge in der Dopingbekämpfung stellt Doping auch weiter ein strukturelles Problem des Profi-Radsports dar. Indizien dafür sind neue prominente Dopingfälle, die nur die Spitze des Eisbergs zeigen: Olympiasieger Tyler Hamilton wurde 2004 wegen Blutdoping verurteilt, Vuelta-Gewinner Roberto Heras wurde 2005 positiv auf EPO getestet. Dazu gehört auch die undurchsichtige Affäre um den siebenfachen Tour-Sieger Lance Armstrong.

Im Mai 2006 wurde nach der Verhaftung von Manolo Saiz, dem sportlichen Leiter von Liberty Seguros, sowie des Arztes Eufemiano Fuentes, der bisher wohl größte Doping-Skandal im professionellen Radsport aufgedeckt (siehe dazu den Hauptartikel Dopingskandal Fuentes).

Im Mittelpunkt der Ermittlungen der sogenannten Operación Puerto steht Fuentes, in dessen Wohnung die Guardia Civil hunderte von Blutplasmakonserven sowie EPO, Wachstumshormone und Anabolika fand. Der Ermittlungbericht der spanischen Behörden enthält eine Liste mit den Namen von 58 Radsportlern und 140 Sportlern anderer Disziplinen. In der Liste der bisher freigegebenen 38 Namen von Radsportlern finden sich zahlreiche bekannte Fahrer, unter ihnen Jan Ullrich, Ivan Basso, Roberto Heras, Tyler Hamilton und Joseba Beloki. Weitere Indizien weisen auf die Verstrickung des sportlichen Leiters des Team T-Mobile Rudy Pevenage hin. Jan Ullrich, Oscar Sevilla und Rudy Pevenage wurden nach Aufforderung der Teamleitung durch den Sponsor T-Mobile suspendiert bzw. entlassen (Pevenage).

Am 27. Juli 2006 wurde bekannt, dass der Tour-Sieger der 2006er-Tour, Floyd Landis, während der 17. Etappe in der A-Probe einen um das Dreifache über dem Grenzwert liegenden Testosteron/Epitestosteron-Quotienten aufwies. Wann die Resultate der B-Probe vorliegen, auf deren Durchführung Landis bestand, ist noch ungewiss. Landis, ein früherer Helfer von Lance Armstrong, der nun als Kapitän des schweizerischen Phonak Cycling Team fuhr, behauptet, die Werte seien für ihn natürlich, da er ein Schilddrüsenpräperat erhalte und zudem am Vorabend Bier und Whiskey getrunken habe.

In der Fernsehsendung Beckmann am 21. Mai 2007 gestand Ex-Radprofi Bert Dietz EPO-Doping in den 1990er-Jahren. In der Folge gestanden die Ex-Fahrer Christian Henn, Rolf Aldag, Udo Bölts, der aktive Fahrer Erik Zabel sowie zwei Mediziner der Universität Freiburg, Blutdoping betrieben bzw. dieses unterstützt zu haben.

Der dänische Tour-de-France-Gewinner von 1996 Bjarne Riis teilte am 25. Mai 2007 in einer Pressekonferenz mit, dass er jahrelang Doping mit EPO, Kortison und Wachstumshormonen betrieben habe; sein Sieg sei zwar unter dem Einfluss der Einnahme verbotener Stoffe erfolgt, aber „ohne sportliches Können nützt Doping gar nichts“. In der Presse war zu lesen, dass seine Bekehrung vom Saulus zum Paulus nicht überall geschätzt wird. Bjarne Riis hatte als Teamchef Ivan Basso entlassen, nachdem bekannt wurde, dass dieser gedopt hatte.

In der Bild-am-Sonntag vom 27. Mai 2007 gibt der frühere Telekom-Masseur Jef D’hont bekannt, dass er dem Tour-de-France-Gewinner von 1997, Jan Ullrich in Frankreich einmal persönlich EPO injiziert habe, distanzierte sich aber im belgischen Rundfunk wieder von dieser Aussage. Ullrich äussert sich zu den Vorwürfen nicht, was von seinem Anwalt Peter-Michael Diestel mit den Worten kommentiert wurde, Ullrich sei – anders als die anderen – Beschuldigter in einem Strafverfahren und könne sich deshalb nicht äußern. Kurz darauf wurde bekannt, dass Diestel nicht mehr Anwalt von Jan Ullrich ist, wobei Diestel sagt, er habe das Mandat niedergelegt und die Entourage von Jan Ullrich, dieser sei entlassen worden.

Zur Bekämpfung des Dopings wird ab 1. Januar 2009 der biologische Pass in das Regelement der UCI aufgenommen. Disziplinierungen von Fahrern im Rahmen der Anti-Doping-Regeln auf Basis des Passes werden dadurch ermöglicht.

Es ist festzustellen, dass überführte Dopingsünder keinesfalls zu ihrem Vergehen selbst Stellung beziehen, sondern mit immer neuen Erklärungsversuchen überraschen. So ist im Falle von Floyd Landis bei der Tour 2006 zu hinterfragen, ob ein durchzechter Vorabend die ideale Vorbereitung für einen Sieg einer schweren Bergetappe sein kann. Landis dürfte sicher sein, dass es hier Glaubwürdigkeitsprobleme geben könnte. Trotzdem war das seine Erklärung. Häufig werden die absurdesten Erklärungsversuche abgegeben und in vielen Fällen von der Presse nicht nur vermeldet, sondern auch geglaubt. So z.B. Gilberto Simoni, der ein kokainhaltiges Narkosemittel bei einer Zahnarztbehandlung und peruanische Bonbons für zwei positive Tests beim Giro d´Italia 2002 angab. Jan Ullrich sprach davon, in einer Diskothek von einem Unbekannten „irgendwelche“ Tabletten zugesteckt bekommen zu haben, die seinen psychischen Zustand verbessern sollten. Diese Aussage wurde vielerorts, insbesondere im sportlichen Umfeld, akzeptiert. Generell sind Sportler anderer Disziplinen auch nicht einfallslos in ihren Verteidigungsstrategien. Auffällig ist jedoch die hohe Anzahl an Asthmatikern und chronisch Kranken unter den Radsportlern.

Mittelbar Betroffene eines Dopingfalls, zum Beispiel Mannschaftskameraden, verhalten sich grundsätzlich loyal zu ihren beschuldigten oder überführten Kollegen. So wird etwa ein Etappensieg dem Sünder gewidmet oder beteuert, dass man trotz der klaren Beweislage an seine Unschuld glaube. So verstecken sich nahezu alle Fahrer hinter dieser Unschuldsvermutung, wohl wissend, dass viele Mittel nicht nachweisbar sind. Auch bei eindeutiger Indizienlage - so etwa, wenn benutzte Spritzen im Abfall oder beschriftete Blutbeutel gefunden werden - wird darauf verwiesen, dass kein Test positiv gewesen sei. Selbst direkte Konkurrenten erklären offiziell, ihnen sei lieber, der Beschuldigte sei unschuldig. Nach der Tour 2006 erklärte der später zum Sieger erklärte Óscar Pereiro, ihm sei lieber, wenn sich die Affäre um Floyd Landis nicht ereignet hätte. Dabei wurde er erst nach Aberkennung des Titels für Landis selbst Gesamtsieger der Tour bzw. wäre es ohne den Zeitvorteil für Landis auf der entscheidenden Etappe ohnehin geworden.

Fast kein Fahrer spricht dagegen von Betrug. Immerhin ist das der Fall, wenn ein Fahrer durch die Einnahme unerlaubter Mittel ein Rennen gewinnt und ein sauberer Athlet nicht. Es gibt zwei mögliche Gründe für solch ein Verhalten: Der vermeintlich betrogene Fahrer fürchtet Sanktionen durch Berufskollegen oder er ist selbst gedopt und nur nicht überführt worden. Ein Fahrer, der selbst zu unerlaubten Mitteln greift, fühlt sich nicht betrogen.

Ein vollkommen eindeutiges Bild hingegen ergeben die Aussagen ehemaliger Radsportler, die dieses Thema aufgreifen, zum Beispiel weil sie selbst überführt wurden. Meistens sprechen sie von vollkommen flächendeckendem und systematischem Doping, entweder im eigenen Team oder gar im gesamten Fahrerfeld. Exemplarisch dafür sind einige Aussagen im Fall Festina, etwa von Alex Zülle, oder die Enthüllungen von David Millar, Jesús Manzano und zuletzt Jörg Jaksche im Spiegel der Ausgabe 27/2007. Auch die Fahrer früherer Jahrzehnte wie Dietrich Thurau sprechen im Nachhinein von flächendeckendem Dopingverhalten.

Die Enthüllungen vom Mai 2007 von Dietz über Aldag bis Riis werden in vielen anderen Ländern mit Verwunderung zur Kenntnis genommen, insbesondere beim zu dem Zeitpunkt laufenden Radrennen, dem Giro. Es gibt keine Anzeichen, dass beispielsweise der italienische oder spanische Radsport diesen Beispielen folgt. Laut der Aussage von Jörg Jaksche wollten einige der sportlichen Leiter abwarten, bis wieder Ruhe einkehre, um dann die beschuldigten Fahrer wieder starten zu lassen, nur die deutschen Teams würden dies verhindern.

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Source : Wikipedia