Digitalkameras

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Geschrieben von robby 02/03/2009 @ 11:42

Tags : digitalkameras, digital entertainment, high-tech

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Hasselblad

Die Hasselblad 1600 F mit aufgeklapptem Lichtschachtsucher.

Hasselblad ist ein schwedischer Hersteller von Mittelformatkameras und Scannern mit Sitz in Göteborg.

Das Traditions- und Familienunternehmen wurde von Victor Hasselblad (1906–1978) gegründet. „Hasselblad“ wurde zum Inbegriff der 6 × 6-Kameras, die nach Eigendarstellung „die besten Kameras der Welt“ sind. Sie begleitete auch die amerikanischen Astronauten auf den Mond.

Heute hat Hasselblad nur noch 70 Angestellte und gehört der in Hongkong angesiedelten chinesischen Unternehmensgruppe Shriro. Kurz vor seinem Tod verkaufte Victor Hasselblad das Unternehmen, das seitdem einen langsamen wirtschaftlichen Niedergang erlebte, dem man seit 2005 durch die Übernahme des dänischen Scanner- und Digitalrückteilherstellers Imacon zu begegnen suchte. Heute gibt es neben der klassischen V-Serie (6×6) professionelle Digitalkameras der H-Serie (6×4,5), die Weltmarktführer in ihrem Segment sind.

Während die klassischen 6×6-Kameras der V-Serie mit Objektiven von Carl Zeiss bestückt werden, die als Referenzklasse gelten, wählte man bei der digitalen H-Serie die Kooperation mit Fujifilm.

Victor Hasselblad entwickelte seit den 1940er Jahren vor allem Mittelformatkameras mit dem quadratischen 6×6-Format (tatsächlich 56 mm × 56 mm).

Bei den Kameramodellen der V-Serie werden die 200-/2000-Serie mit eingebautem schnellen Schlitzverschluss und die bekanntere 500-Serie mit Zentralverschluss im Objektiv unterschieden. Die Objektive der 500er passen auch an die 200er, aber nicht umgekehrt.

Der Name „V-Serie“ wurde erst eingeführt, als man 2002 bei Einführung der H-Serie eine Bezeichnung zur Unterscheidung brauchte. Die V-Serie zeichnet sich durch hohe Kompatibilität über Jahrzehnte, großes System, hohe Wertbeständigkeit und besondere Zuverlässigkeit aus. Das Design der 50er-Jahre blieb dabei nahezu unverändert und gilt als zeitlos. Hasselblad ist allerdings auch das teuerste Mittelformatsystem auf dem Markt.

Am 6. Oktober 1948 präsentierte Victor Hasselblad in New York der Weltöffentlichkeit seine erste Kamera für den Privatgebrauch: die Hasselblad 1600F. Sie war vom Industriedesigner Sixten Sason (1912–1967) entworfen worden, der auch für Saab arbeitete. Diese Kamera war für ihre Zeit revolutionär mit ihrem modularen Design, das den Austausch von Objektiven, Suchern und Filmmagazinen erlaubt. Es war weltweit die erste einäugige Spiegelreflexkamera im Mittelformat (6x6 cm) mit auswechselbarem Objektiv und Magazin. Als Verschluss diente ein Schlitzverschluss aus sehr dünner Stahlfolie mit einer kürzesten Verschlusszeit von 1/1600 s. Besonders die erste Serie der 1600F war technisch noch nicht ausgereift, so dass im Lauf der Produktion eine Reihe von Detailverbesserungen an der Verschlusskonstruktion vorgenommen wurde. Abgelöst wurde die 1600F von der 1000F (1952–1957), die zwar „nur“ noch eine kürzeste Verschlusszeit von 1/1000 s aufwies, dafür aber zuverlässiger und robuster war.

Als Objektive wurden von Hasselblad zu Anfang die Objektive 2,8/80 mm-Ektar und 3,5/135 mm-Ektar von Kodak angeboten. Später wechselte man zu Carl Zeiss Oberkochen mit den Objektiven Distagon 5,6/60 mm, Tessar 2,8/80 mm, Sonnar 3,5/135 mm, Sonnar 4,0/250 mm und Sonnar 5,6/250 mm. Außerdem war gegen Ende der Produktion der 1000F auch ein 5,6/508 mm-Objektiv von Dallmeyer erhältlich, das aber nicht das volle Format ausleuchtete.

Das ursprüngliche Design der 1600F bzw. 1000F ist auch in den späteren Hasselblad-Kameras der V-Serie erhalten geblieben. Allerdings ging man im Jahr 1957 mit der Einführung der Hasselblad 500C neue Wege, indem man den Schlitzverschluss durch einen Zentralverschluss, der in jedem Objektiv untergebracht ist, ersetzte. Dieser hat als kürzeste Verschlusszeit nur noch 1/500 s zu bieten, dafür funktioniert die Blitzsynchronisation mit allen Verschlusszeiten.

Diese Umstellung führte dazu, dass eine neue Objektivserie (C-Serie, später CF-Serie) aufgelegt werden musste mit entsprechenden Übertragungselementen im Objektivbajonett. Daher lassen sich die Objektive nicht zwischen den Kameras 1600F/1000F und der 500C (und allen nachfolgenden Modellen) wechseln. Die Sucher und Magazine blieben (mit wenigen Ausnahmen) aber kompatibel.

Die 500er-Modelle wurden technisch durch die 503er abgelöst, und die 501er sind etwas modifizierte Versionen des mechanischen Klassikers. Parallel dazu wurde mit der 500EL und ihren Nachfolgerinnen eine Motorkamera angeboten.

Insbesondere das vollmechanische Modell 500C und die über 20 Jahre lang gebaute Nachfolgerin 500C/M (1970–1992, mit wechselbarer Mattscheibe, im Set von 1990–1992 auch als 500 Classic bezeichnet) sind ein Inbegriff für die Marke Hasselblad geworden. Alle weiteren Modelle dieser Kamerareihe sind nur geringfügig modifizierte Varianten bzw. behutsame Modernisierungen des Grundkonzeptes.

1988 kam mit der 503CX ein Modell auf den Markt, welches auf der 500 C/M beruhte und TTL-Blitzbelichtungsmessung erlaubte. Die Nachfolgerin 503 CW wird als einziges Modell der V-Serie heute noch gebaut.

Im Jahr 1964 brachte Hasselblad die motorisierte Hasselblad 500EL auf den Markt, die bis auf den mit NiCd-Akkus gespeisten motorischen Antrieb in Aussehen und Funktionalität der Hasselblad 500C ähnelt. Diese Kamera und die direkt abgeleiteten Nachfolger wurden und werden vor allem als unermüdliche Arbeitstiere in Fotostudios eingesetzt. Es war eine 500 EL, die den Menschen auf den Mond begleitete.

Mit der 2000FC kam 1977 wieder eine Hasselblad mit Schlitzverschluss auf den Markt. Für die 2000er und später 200er gab es mit den F-Objektiven eine eigene Serie ohne Zentralverschluss und dafür höherer Lichtstärke.

Das erste Modell der Superwide wurde 1954 auf der Photokina präsentiert, also noch vor der 500C. Ihr ursprünglicher Name war Supreme Wide Angle („Super-Weitwinkel“). Sie hat ein fest eingebautes Carl Zeiss Biogon 4,5/38 mm Weitwinkelobjektiv und ist prädestiniert für Architektur, Landschaft und Reportage.

Konstruktionsbedingt ist bei ihr das Auflagemaß geringer, weswegen sie keine Spiegelreflex, sondern eine Sucherkamera ist. Die Filmmagazine der V-Serie passen wie gewohnt. Die Entfernungsmessung kann nur durch Schätzen oder das Anbringen eines speziellen Mattscheibenadapters erfolgen. Da das Biogon auch im Nahbereich besonders verzeichnungsfrei ist, eignet sich die Superwide für Reprofotografie.

Die Superwide wird nicht mehr hergestellt. Stattdessen gibt es seit 2007 ein 28mm Superweitwinkelobjektiv für die H-Serie.

Der Flexbody wurde 1995 vorgestellt, und ist eine kompakte Fachkamera, an die sich vorne Hasselblad-Objektive und hinten die entsprechenden Magazine anschließen lassen. Der 1997 vorgestellte Arcbody hat größere Verstellwege, ist deswegen aber auch auf spezielle Rodenstock-Objektive angewiesen, die einen größeren Bildkreis auszeichnen. Beide Modelle können mit digitalen Rückteilen betrieben werden.

2002 kam mit der H1 das erste Modell der H-Serie (4,5 × 6) auf den Markt. Die Kameras dieser Serie sind vollautomatisch mit Autofokus, Motor, Belichtungsautomatik und optimal für die aktuellen digitalen Rückteile geeignet (Sensorgröße bis zu 36,7×49 mm). Viele Zubehörteile/Objektive sind zueinander kompatibel und können mit unterschiedlichen Kameragehäusen verwendet werden. Mit der Einführung der H-Serie endete auch die Kooperation mit Carl Zeiss, die neuen Objektive werden nun nach Hasselblad-Spezifikationen vom japanischen Optik-Spezialisten Fujifilm hergestellt.

Während die H1 und H2-Modelle sowohl mit Filmrückteilen als auch digitial betrieben werden können, ist die H3D eine reine Digitalkamera. Die H3DII-39 ist derzeit die Mittelformatkamera mit dem größten Sensor. Sie hat 39 Megapixel, und gerade 18 Bilder passen auf eine 1GB-CompactFlash-Karte.

Zwischenzeitlich bot Hasselblad auch Kleinbild- und Panoramakameras an (XPan von 1998 und XPan II von 2002 in Kooperation mit Fujifilm und Horseman).

Im Bereich der digitalen Fotografie bietet Hasselblad digitale Kamerarückwände an, die an die analogen Modelle montiert werden können. So werden aus analogen Modellen vollwertige Mittelformat-Digitalkameras. Die Auflösung der Rückwände reicht von 16 bis 50 Megapixel.

2005 hat Hasselblad mit der von Fujifilm in Japan produzierten H2D eine rein digitale Spiegelreflexkamera mit 22 Megapixeln auf den Markt gebracht, 2006 folgte das 39-Megapixel-Nachfolgemodell H2D-39. 2007 folgte die 0,2 Sekunden schnellere 31-Megapixel-Version. Das derzeit neueste digitale Modell ist die H3D II. Sie wurde zunächst für 39 Megapixel herausgebracht, 2008 für 50 Megapixel (Sensorfläche 36 x 48 mm) und soll nach Ankündigung auf der Messe Photokina im Jahre 2009 als 60-Megapixel-Version erscheinen . Zudem ist eine Multishot-Version verfügbar.

Zu großer Berühmtheit gelangten die Hasselblad-Kameras durch ihre Verwendung im Apollo-Programm der USA. Eine umfangreich modifizierte 500EL, die Hasselblad EL Data Camera (HDC), ausgerüstet mit einem speziellen Biogon 5,6/60 mm Objektiv und Filmmagazin für 150 bis 200 Aufnahmen, wurde 1969 während der ersten Mondlandungsmission Apollo 11 auf der Mondoberfläche benutzt. Auch alle weiteren NASA-Missionen hatten Hasselblad-Kameras an Bord.

Hasselblad hat die Mittelformatfotografie zwar nicht erfunden, wird jedoch aufgrund der hohen Akzeptanz häufig synonym verwendet. Hasselblad-Kameras dienten auf zahlreichen NASA-Missionen der fotografischen Dokumentation, so beispielsweise 1962 eine Hasselblad 500C in der Mercury (Walter Schirra), 1966 eine Hasselblad SWC in der Gemini 9, 1969 bei der ersten Mondlandung eine Hasselblad 500 EL/70 (Apollo 11), 1975 eine Hasselblad 500 EL/M bei dem Apollo-Sojus-Projekt sowie 1998 fünf Hasselblad 553 ELS auf der Discovery. Zum großen Ansehen der Hasselblad-Kameras aufgrund ihrer hohen Zuverlässigkeit haben auch insbesondere die leistungsfähigen Objektive von Carl Zeiss beigetragen. Aufgrund des hohen konstruktiven Aufwands bei der Herstellung ist ein Hasselblad-System sehr teuer in der Anschaffung, dafür aber auch vergleichsweise wertbeständig.

Michael Collins verlor während der Gemini 10 Mission bei einem Außenbordeinsatz seine Hasselbladkamera, worauf einige schwedische Zeitungen diese Kamera als ersten schwedischen Satelliten bezeichneten.

Das Anwender-Magazin Victor - by Hasselblad erscheint halbjährlich in Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Japanisch.

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Konica Minolta Dimage

Konica Minolta Dimage A2

Konica Minolta Dimage beziehungsweise bis Ende 2003 nur Minolta Dimage ist eine von 1996 bis 2006 bestehende Modellreihe von kompakten Digitalkameras von (Konica) Minolta.

Das Zeitalter der digitalen Kompaktkameras begann für Minolta im Jahr 1996, als die Dimage V auf den Markt kam. Zukünftig stand der Name Dimage auch unter dem späteren Firmennamen Konica Minolta für unterschiedlichste Kameramodelle, wie die sehr kleinen und flachen Dimage-X-Modelle, die All-in-One-Kameras der Dimage-A-Serie und die Superzoom-Kameras der Dimage-Z-Serie. Nach der Fusion mit Konica wurde die Dimage-Reihe teilweise mit der Konica-Revio-Modellreihe zusammengelegt, was zeitweilig dazu führte, dass manche Modelle unter unterschiedlicher Bezeichnung von beiden Firmen angeboten wurden.

Minolta zählt zu den ersten Anbietern von Digitalkameras. Bereits auf der photokina 1986 wurde ein Still Video Back für die Minolta 9000AF vorgestellt. Es folgen die digitalen Spiegelreflexkameras RD-175 mit 1,75 Megapixeln und die Dimage RD-3000 mit 2,7 Megapixeln.

Die Dimage-Modellreihe für den Consumer-Bereich wurde 1996 am Markt eingeführt mit der Dimage V (wobei das V nicht für 5 sondern für VGA steht), einer einfachen Digitalkamera mit drehbarem Objektivtubus, einem abtrennbaren Objektiv und einer Auflösung von rund 300.000 Pixeln. Die Nachfolgemodelle Dimage EX 1500 Wide und Dimage EX 1500 Zoom verfügten sogar über einen vom Kameragehäuse entfernbaren Objektivtubus und eine Auflösung von bereits 1,35 Megapixeln.

Neben verschiedenen weiteren Kompaktkameras wurden 2001 die Dimage 5 und die Dimage 7 vorgestellt; sie verfügten über eine Auflösung von effektiv 3,14 bzw. 4,92 Megapixeln und einen Brennweitenbereich von 35-250 mm bzw. 28-200 mm (entsprechend Kleinbildformat). Diese Modelle begründeten eine bis heute fortgesetzte Linie von so genannten All-in-One-Kameras für den Prosumer-Bereich, deren Konzept verfolgt die Strategie, eine mit Spiegelreflexkameras vergleichbare Funktionsvielfalt zu bieten, dies jedoch mit einem kompakten und leichteren Gehäuse – allerdings ohne die Möglichkeit eines Objektivwechsels.

Nachfolgemodelle dieser Produktlinie waren die Dimage 7i und die Dimage 7Hi (beide 2002), die Dimage A1 (2003), die Dimage A2 (2004) sowie die Dimage A200. Die Auflösung wurde von fünf auf mittlerweile acht Megapixel erhöht, die bedeutendste Neuerung ist jedoch wohl das mit der Dimage A1 eingeführte Bildstabilisierungssystem Anti-Shake, das in der Praxis einen Gewinn von zwei bis drei Blendenstufen bringt und inzwischen auch in Modellen der Dimage-Z-, der Dimage-X- und den Spiegelreflexkameras der Dynax-Reihe zu finden ist. Für die Dimage A1 sowie für die Dimage A2 wurde mit dem BP-400 ein Hochformathandgriff angeboten. Dieser nimmt 2 Akkus auf, und bietet eine erleichterte Bedienung für Hochkantaufnahmen.

Ab 2002 wurde mit der Dimage X eine weitere Unter-Produktlinie von ultrakompakten Digitalkameras als Reaktion auf Canons digitale IXUS-Serie eingeführt, die durch eine außergewöhnliche Objektivkonstruktion noch kompaktere Abmessungen ermöglichten als die Kameras der Canon-Ixus-Modellreihe. Auch diese Linie wurde mit weiteren Modellen gepflegt und ausgebaut.

Eine weitere Spezialität der Dimage-Modellreihe sind die Superzoom-Kameras, derem Produktlinie 2003 mit der Dimage Z1 begründet wurde; sie verfügen, je nach Modell über ein 8,10 oder 12-fach Superzoomobjektiv mit einem Brennweitenbereich von umgerechnet 38-290/380/420 mm (entspr. Kleinbild).

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Videokamera

Eine Videokamera ist ein Gerät zur Bildaufnahme und dessen fortlaufender Umwandlung in elektrische Signale. Im Gegensatz zur Filmkamera, die auf fotografischer Technik basiert, steht das Bildsignal sofort zur Verfügung.

Zur Aufzeichnung des Tones ist bei Consumer- und Prosumer-Modellen ein Mikrofon integriert; professionelle Kameras (z. B. für Broadcasting) haben stattdessen hochwertige Anschlüsse. Bei ihnen werden unterschiedlich spezialisierte Mikrofone je nach Aufnahmesituation angeschlossen. Im weiteren Sinne werden auch Digitalkameras als Video-Kameras bezeichnet. Eine Videokamera mit integriertem Videorekorder nennt man Camcorder.

Die ersten Kameras basierten auf der sogenannten Nipkow-Scheibe. Das ist eine runde Scheibe mit etwa 30 Löchern, die in Form einer Spirale angeordnet sind. Das Bild wird auf einen rechteckigen Bereich der Scheibe projiziert. Die Bahn der Löcher in diesem Bereich bewirkt eine zeilenweise Abtastung des Bildes: ein Loch wandert immer in eine Richtung, um am Rand zu verschwinden. Dann taucht das nächste Loch etwas weiter unten auf und tastet die nächste Zeile ab. Das gesamte hindurchtretende Licht liefert somit das Videosignal und wird mit einem schnellen Fotoempfänger (Fotozelle) aufgenommen.

Mehr Informationen zu diesem Thema findet man unter mechanisches Fernsehen.

Das Ikonoskop (griechisch) ist eine Fernsehaufnahmeröhre, die von Wladimir K. Zworykin 1923 erfunden wurde und die eine Schicht aus mikroskopisch kleinen Photozellen enthält, die durch einen Elektronenstrahl abgetastet werden. Das Ikonoskop löste mechanische Abtastverfahren ab. Später wurde die Ikonoskoptechnik weiter verbessert und noch bis in die 1990er-Jahre verwendet.

Das Vidicon-System arbeitet ebenfalls mit einer Kathodenstrahlröhre und kommt auch heute noch bei Spezialanwendungen (Medizin, strahlenbelastete Orte) zum Einsatz.

CCDs stellten einen wichtigen Schritt zur Verkleinerung von Videokameras dar. Inzwischen übertreffen sie die Qualität von Ikonoskopen deutlich. Bei besonders hochwertigen Kameras werden die Bildsensoren gekühlt. Dies ermöglicht wesentlich rauschärmere Bilder. Das Rauschen soll selbst nach einer Verstärkung (Gain) um 16 dB kaum wahrnehmbar sein. Billige Kameras haben keine Blende, sondern regeln die Belichtung über die Ladungszeit.

Je größer die Fläche des eingesetzten Bildsensors, desto mehr Licht kann „eingefangen“ werden. Dadurch steigt die Lichtempfindlichkeit des eingesetzten Chips, das besonders bei schlechten Lichtverhältnissen auftretende Bildrauschen verringert sich. Gängige Größen sind 1/6″,1/4″ ,1/3,4″,1/3" oder 1/2"(1″ = 2,54 cm). Die Auflösung des Bildwandlers sagt nicht unbedingt etwas über die tatsächlich gebotene Auflösung aus. Die Pixelangabe auf dem Gehäuse bezieht sich meist auf die reine Fotofunktion. Welche Anzahl für Videoaufnahmen verwendet wird, wird meist nicht so deutlich hervorgehoben. Ein Teil der angegebenen Pixel wird gerne für den digitalen Bildstabilisator verwendet. Interessant ist hier immer nur die Netto-Pixelmenge, die tatsächlich zum Filmen verwendet wird. Üblicherweise liegen diese Werte im Megapixel-Bereich oder knapp darunter (800.000 Pixel ist ein durchaus üblicher Wert für PAL-Kameras). Gespeichert werden kann ohnehin nicht mehr, als es die beispielsweise die europäische Norm (PAL-Format) verlangt: das sind 720×576 Pixel. Bei hochwertigen Kameras und professionellen Geräten zur Filmproduktion, wie HDCAM, werden drei 2/3″-Sensoren mit jeweiligen Auflösungen von deutlich über 2.000.000 Pixel eingesetzt.

Diese Art der Bildaufnehmer, auch als Active Pixel Sensor bekannt, nutzt die CMOS-Technik. Diese Sensoren waren anfangs vor allem in sehr billigen Kameras zu finden. Nach der inzwischen stattgefundenen Weiterentwicklung werden sie aber auch für anspruchsvolle Beobachtungsaufgaben und für die Bildverarbeitung genutzt. Der CMOS-Chip nimmt das Bild kontinuierlich auf, kann also zu beliebiger Zeit ausgelesen werden. Die Zahl der Bilder pro Sekunde hängt davon ab, wie hoch die Pixel-Frequenz und die Zahl der Pixel des ausgelesenen Bildausschnittes sind, liegt aber höher als beim CCD-Chip. Einzelne Pixel können in ihrer Funktionalität programmiert und einzeln oder in Gruppen ausgelesen werden. Die Dynamik (die Spannweite zwischen dem schwächsten und dem stärksten noch einwandfrei aufgenommenen Signal) des CMOS-Chips liegt bedeutend höher als beim CCD-Chip, extreme Beleuchtungssituationen (z. B. aufgeblendete Autoscheinwerfer nachts in einem unbeleuchteten Tunnel) können mit bisher nicht erreichter Präzision dargestellt werden. Der sogenannte Smear-Effekt tritt bei CMOS-Sensoren kaum oder überhaupt nicht auf. Darüber hinaus zeichnet sich die CMOS-Technik durch geringen Stromverbrauch und hohe Bildübertragungsraten aus (bis zu 300 kb/s gegenüber 100 kb/s bei der CCD-Technik). Trotz dieser beachtlichen Vorzüge ist die CMOS-Technik der CCD-Technik nicht in jeder Beziehung überlegen.

Ab dem Jahr 2000 begannen Camcorder verfügbar zu werden, die auf Filmproduktion ausgerichtet waren, als wichtigste Gruppe die Geräte nach der HDCAM-Norm. Diese Camcorder kosten als System fünf- bis sechsstellige Summen und wurden ab ihrer Verfügbarkeit von einigen Regisseuren, Produzenten und Kameramännern für die Produktionen eingesetzt. Diese digitalen Kinokameras unterscheiden sich von ihren Artgenossen für TV-Produktion und Privatanwender enorm.

Um ein farbiges Videosignal zu erzeugen, benötigt man drei Farbkomponenten (rot, grün, blau). Auch als RGB, additive Farbmischung und Lichtfarben aus der Farblehre bekannt.

Die offensichtlichste Weise, die Farbbtrennung zu erreichen, ist es, drei Bildaufnehmer für je eine Farbe zu verwenden („Drei-Chipper“) und sie über eine Optik zu koppeln, die mit Filtern auch die Farbtrennung übernimmt. Im Zeitalter der Vidicons war das Verfahren gebräuchlich. Heutige 3-Chip-Kameras verteilen das durch das Objektiv fallende Licht über Prismen bzw. Teilerspiegel auf drei monochrome CCD-Chips. Durch Farbfilter wird erreicht, dass ein Chip die Grünanteile aufnimmt, die anderen beiden jeweils rot bzw. blau. Dieses Verfahren führt zu sehr hochwertigen Bildern und wird daher im professionellen Bereich verwendet.

Vorher experimentierte man mit sequenzieller Farbtrennung. Ein sich drehender Farbfilter filterte abwechselnd die drei Farbkomponenten heraus. Dreht sich ein gleicher Filter synchron beim Empfänger vor einer weiß leuchtenden Wiedergaberöhre, so entsteht dort für das Auge ein Farbbild. Diese Versuche wurden aber bald eingestellt. In der Raumfahrt verwendet man solche Farbfilter noch, da hier sehr viele Frequenzbereiche benötigt werden.

Insbesondere bei preiswerten Kameras („Ein-Chipper“) wird ein anderes Verfahren verwendet. Der Bildaufnehmer-Chip trägt vor jedem Pixel abwechselnd Farbfilter der jeweiligen Farbe, sodass unterschiedliche nebeneinanderliegende Bildpunkte unterschiedliche Farbanteile aufnehmen. Eine Elektronik erzeugt daraus ein Farb-Videosignal. Die erforderliche höhere Pixelzahl (pro Bildpunkt 2×grün, 1×rot, 1×blau) führt meist zu einer schlechteren Auflösung; in jedem Fall aber ist die Farbdarstellung nicht so genau wie bei 3-Chip-Kameras. Ein Bildaufnehmer, der dieses Verfahren nutzt, ist der Bayer-Sensor.

Nach dem PAL-Format (amerikanisch: NTSC-Format) werden auf dem Fernsehbildschirm 720×576 Bildpunkte dargestellt. Um die vollständige Information im Camcorder zu speichern, müsste der Chip mindestens über 414.720×3 Bildpunkte verfügen. Da die Bildpunkte bei PAL länglich sind, werden allerdings tatsächlich 768 x 576 der stets quadratischen CCD/CMOS-Pixel, insgesamt also 442.368x3 benötigt, die dann auf 720x576 umgerechnet werden. Bei 16:9-Aufzeichnung sind 1024 x 576 = 589.824 x 3 Pixel notwendig, die ebenfalls in 720 x 576 Bildpunkte, jedoch anamorphotisch gestaucht, umgerechnet werden. (Anm.: Da Bildsensoren i.d.R. ein Seitenverhältnis von 4:3 aufweisen, müssen in 16:9-fähige Kameras tatsächlich Bildsensoren eingebaut werden, die 1024 (horizontale Auflösung von 16:9 PAL) x 768 (3/4 von 1024) = 786.432 Pixel haben. Hat der Sensor weniger Pixel, kann man annehmen, dass kein echtes 16:9 Bild erzeugt wird, sondern ein Ausschnitt aus dem 4:3-Bild skaliert wird (blow up).) Die Anzahl muss mit drei multipliziert werden, da ein Bildpunkt nicht die komplette Farbinformation, sondern nur Helligkeitsunterschiede wahrnehmen kann. Bei einem 3-Chip-Modell werden die Farben über ein Prisma in die Anteile Rot, Grün und Blau (RGB) zerlegt und auf die drei Chips verteilt. Ohne Berücksichtigung eines digitalen Bildstabilisators würde diese Pixelanzahlen ausreichen, alle benötigten Bildinformationen auf einen Fernsehbildschirm wiederzugeben.

Bei einem 1-Chip-Modell geschieht die Bildspeicherung auf andere Weise. Da jeder CCD-Bildpunkt nur Helligkeitsunterschiede wahrnimmt, wird vor jedem Bildpunkt ein Farbfilter (Bayerfilter) entweder mit Grün, Rot oder Blau gesetzt. Das DV-Signal wird im Verhältnis 4:2:0 (YCbCr-Farbmodell) aufgezeichnet. Mit Y wird die Luma-Komponente bezeichnet, welche nur Helligkeitsunterschiede speichert und U und V bezeichnen die Farbdifferenzkomponenten (Chroma). Das bedeutet, dass für jedes Pixel die Helligkeit und für vier Pixel lediglich ein Farbwert gespeichert werden. Da das menschliche Auge auf Helligkeitsunterschiede wesentlich empfindlicher reagiert als auf Farbunterschiede, kann diese Reduktion ohne große Verluste vorgenommen werden.

Rechnerisch ergibt sich für eine Darstellung eine Pixelmenge von 720×576×3/2=622.080. Es muss mit drei multipliziert werden, da drei Bildpunkte für jede Farbe notwendig sind. Durch die Reduktion (4:2:0) ins YCbCr-Farbmodell wird wieder die Hälfte (Division durch 2) eingespart.

Kommt ein digitaler Bildstabilisator zum Einsatz, kann sich die erforderliche Pixelmenge nochmals um 60 % oder mehr steigern.

Der Vergleich zeigt, dass ein 1-Chip-Modell inzwischen durchaus gleiche Qualitäten erzeugen kann wie ein 3-Chip-Modell. Beim 1-Chip-Modell (1-Chipper) wird die recht aufwendige optische Bildaufteilung gespart. Bei immer höher auflösenden Sensoren - heute (2004) sind Chips mit mehr als 8 Millionen Pixel in der digitalen Fotografie keine Seltenheit - können 1-Chipper durchaus mit 3-Chip-Anordnungen konkurrieren.

Es geht eine immer höhere Auflösung bei gleichbleibender Chip-Größe stets mit vermehrtem Bildrauschen einher. In ungünstigen Lichtsituationen kann sich dann die Situation ergeben, dass die niedriger auflösende Kamera mit dem größeren Chip ein viel besseres Bild liefert als die allerneueste, ultrahochauflösende Kamera mit einem 1/6"-Chip. Eine Faustregel für den Kauf sagt nicht umsonst: »den größten Bildwandler nehmen, den man kriegen kann«. Das bedeutet nach heutigem Stand (2005) im Consumer- bis Prosumerbereich 1/3" bis 2/3".

Das verwendete Objektiv ist das wichtigste Bauteil zur Erzielung guter Ergebnisse. Auch die beste Elektronik wird nicht ausgleichen können, was bereits im Objektiv „verdorben“ wird (beispielsweise Unschärfen, Randabschattungen, Verzerrungen, chromatische Aberrationen). Das Objektiv muss nicht nur die erforderliche Auflösung und Schärfe auf den Bildwandler projizieren, sondern darf zugleich auch nur sehr wenig oder kein Streulicht erzeugen. Das wird durch die Vergütung der Linsen erreicht, erkennbar an einem bläulichen oder – seltener – bräunlichen Schimmer der Frontlinse. Für den optischen Zoom werden Zoomobjektive verwendet; es gibt praktisch keine Videokameras mehr ohne optischen Zoom. Der digitale Zoom ist nichts weiter als eine elektronische Vergrößerung des vom Objektiv an den Bildwandler gelieferten Bildes. Dabei werden allerdings die Pixelstrukturen genauso vergrößert wie das eigentliche Motiv. Die Auflösung verringert sich je nach Vergrößerungsmaßstab bis hin zur Unbrauchbarkeit des digital gezoomten Bildes. Dagegen bietet der optische Zoom bei verschiedenen Zoomfaktoren stets dieselbe Auflösung. Weil Weitwinkelobjektive aufwendiger konstruiert sind als andere Objektive, ist bei Videokameras der Weitwinkel- und Makrobereich meist nur sehr gering. Zwar kann durch Verwendung von Vorsatzlinsen Abhilfe geschaffen werden, die allgemeine Bildqualität wird jedoch dadurch grundsätzlich schlechter. Brauchbare Weitwinkelvorsätze sind sehr teuer. Die – so vorhanden – automatische Schärfenregelung kann durch Vorsätze an dem Objektiv beeinträchtigt werden.

Camcorder weisen zahlreiche mögliche Unterschiede in ihren konkreten Ausgestaltungen auf, die von ihrem Einsatzzweck und Preis mitbestimmt werden. Im folgenden wird ein Versuch zur Darstellung der verschiedenen Unterscheidungsmerkmale bei den bekannten Bauformen gemacht.

Es gibt verschiedene Stufen der Vorverarbeitung des Bildsignales einer Videokamera. Den analogen und digitalen Datenformaten ist die serielle Ausgabe gemeinsam.

Zeilenweise Abtastung und Ausgabe der Helligkeitsinformationen aller (schwarz/weiß) oder der drei Einzelfarben.

Serielle digitale Datenschnittstellen für Videokameras sind z. B. FireWire® (IEEE1394, bei Sony: iLink®) oder USB 2.0, sowie zur Übertragung unkomprimierter Daten über SDI und HD-SDI bzw. von komprimierten Daten SDTI.

Bei der Übertragung von Videodaten an einen PC ist eine Verbindung über IEEE1394 stets der USB-Verbindung vorzuziehen.

Zur Umwandlung analoger Videosignale in digitale Datenformate gibt es Adapterbaugruppen.

Softwareschnittstellen für ein Videosignal am Computer dienen der Anzeige, Weiterverarbeitung oder Speicherung der Bildsequenzen (Videos), Beispiele: SANE, TWAIN.

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SmartMedia

SmartMedia-Karte1. Kontakte für Datenübertragung2. Feld zum Aufkleben des Schreibschutzes3. Beschriftungsetikett

SmartMedia (SM) ist ein digitales Speichermedium in Flash-Technologie, das vorwiegend in Digitalkameras und in einigen MP3-Spielern eingesetzt wird. Außerdem wird es als Datenspeicher für digitale Instrumente, wie Groovebox oder Sequenzer, sowie für digitale Aufnahmegeräte verwendet.

Bei diesem Speicherkartentyp ist der Controller nicht auf der Karte enthalten, sondern muss im Laufwerk, d. h. in der Digitalkamera oder z. B. dem PCMCIA-Adapter untergebracht sein.

Die Karte ist 45 mm × 37 mm × 0,76 mm groß, etwa 2 Gramm schwer und verfügt über 22 Kontakte. Die Datenübertragungsgeschwindigkeit beträgt 0,8 MB/s. Die Betriebsspannung der Smart Media Karte lag zu Beginn bei 5 V, neue Modelle werden mit 3.3 V betrieben. Die 5 V Version gab es mit Speicherkapazitäten bis 4 MB, die 3,3 V Version gibt es mit bis zu 128 MB Speichervolumen.

Neuere SmartMedia-Karten mit veränderter Technologie oder höheren Speicherkapazitäten können von alten Digitalkameras ohne Firmware-Aktualisierung oft nicht verwendet werden.

Bei SmartMedia-Karten muss auch die Spannungsversorgung zur Kamera passen (neu: 3,3 V, alt: 5 V).

Wegen der geringen maximalen Speicherkapazität und der niedrigen Datenübertragungsgeschwindigkeit von SmartMedia-Karten haben sich die Hersteller von Digitalkameras und MP3-Spielern von diesem Speichermedium abgewendet. Im Gegensatz zu den mittlerweile vorwiegend in Digitalkameras verwendeten SD-Cards bzw. Compact-Flash Cards, bei denen in den letzten Jahren ein immer weiterschreitender Preisverfall zu verzeichnen war, führte diese Tatsache bei den SmartMedia-Karten zu einem weiteren Preisanstieg im Handel.

Inzwischen wurde die Produktion aller SmartMedia-Karten eingestellt.

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Disruptive Technologie

Eine disruptive Technologie ist eine technologische Innovation, ein Produkt oder eine Dienstleistung, die möglicherweise eine aktuell dominierende Technologie verdrängt. Disruptive Innovationen sind meist am unteren Ende des Marktes und in neuen Märkten zu finden.

Disruptive Technologien sind anfangs gegenüber den etablierten Produkten unterlegen. In Bezug auf Kapazität, Zuverlässigkeit und Preis liegen heute z. B. Flash-Speicher gegenüber Harddisk weit hinten. Deshalb werden weiter Harddisk in PCs eingebaut. Weil Flash-Speicher sehr klein sind und wenig Energie verbrauchen, setzt man sie dagegen in gänzlich neuen Gebieten ein; USB-Sticks, in Digitalkameras als MP3-Player. Aufgrund des großen Erfolgs in den neuen Märkten setzen zwei Entwicklungen zugunsten der disruptiven Technologie ein. Die Absatzzahlen von Flash-Speicher steigen, wodurch die Preise fallen und die Speicher immer besser werden.

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Geschichte und Entwicklung der Fotografie

Camera obscura

Die Geschichte und Entwicklung der Fotografie ist unter dem technischen Aspekt gekennzeichnet durch die (Wieder-) Entdeckung des Prinzips der Camera obscura und der Laterna magica, die Erfindung der Camera lucida, des Physionotrace sowie des Panoramas und des Dioramas.

Für einen rein chronologischen Überblick, siehe Chronologie der Fotografie.

Die Camera obscura (lateinisch: Dunkle Kammer) war ursprünglich ein abgedunkelter Raum mit einem Loch in der Wand. Das darin einfallende Licht projizierte bei ausreichend kleinem Lochdurchmesser auf die gegenüberliegende Wand ein auf dem Kopf stehendes Abbild der Außenwelt. Dieses Prinzip erkannte bereits Aristoteles (384–332 v. Chr.) im 4. Jahrhundert v. Chr. Letztlich war aber der Erfinder und Maler Leonardo da Vinci (1452–1519) der Erste, der die Funktionsweise der Camera obscura richtig deutete. Die ursprüngliche Camera obscura wurde im 17. Jahrhundert zu einem transportablen Kasten weiterentwickelt.

Bereits dem deutschen Physiker Johann Heinrich Schulze (1687–1744) war die Färbung chemischer Substanzen durch Sonnenlicht bekannt. Er vermischte dabei im Jahre 1725 Kreide mit einer Silberlösung und bemerkte mit der Salpetersäure die lichteinwirkende Veränderung. Der aus Stralsund stammende Chemiker Carl Wilhelm Scheele (1742–1786) experimentierte mit Silbersalzen, bei denen er entdeckte, dass die Schwärzung durch metallisches Silber verursacht wurde.

Die ersten nachweisbaren Experimente zum Fixieren des fotografischen Bildes stammen aus den letzten Jahren des 18. Jahrhunderts von Claude Niépce und Joseph Nicéphore Niépce (um 1798) und Thomas Wedgwood (1799).

Ab etwa 1815 begann der wohlhabende Advokat Joseph Nicéphore Niépce sich mit der Lithografie zu beschäftigen. Mit seinem von ihm selbst als Heliographie bezeichneten Verfahren gelang ihm 1822 eine Direktkopie eines Lithographie-Porträts auf einer asphaltbeschichteten Zinnplatte, welche nach Auflösen der unbelichteten Asphalt-Partien mit Lavendelöl graviert wurde und auf so vervielfältigt werden konnte. Parallel hierzu versuchte er bereits seit 1816 mit der Camera obscura Positivbilder auf verschiedenen Materialien herzustellen. 1829 benutzte er zusammen mit Daguerre eine mit Asphalt, Jod und Silber beschichtete Kupferplatte. Die vermutlich 1826-1827 entstandene, erst 1952 wieder aufgefundene, älteste erhaltene Heliographie (wiederum auf Zinn) erforderte noch eine Belichtungszeit von mehreren Stunden. Sie Es zeigt den Blick aus dem Arbeitszimmer im Teil des Niépce-Landsitzes in Le Gras. Das Bild gehört heute zur Gernsheim-Sammlung der Universität in Austin, Texas.

Im Jahr 1829 schloss sich Niépce, wohl aus Geldmangel, brieflich mit Louis Daguerre zusammen, um die Erfindung weiterzuentwickeln. Niépce starb vier Jahre später, und Daguerre entdeckte 1837 die Kochsalzlösung zum Fixieren. Er verbesserte das Verfahren noch bis 1839 weiter und Arago stellte es schließlich der Öffentlichkeit als Daguerreotypie vor. Daguerres Verfahren erforderte nur noch mehrminütige Belichtungszeiten beim Produzieren eines Unikates. Aber noch im selben Jahr 1839 stellte die zuvor für die Produktion von Operngläsern bekannte und seit 1756 bestehende Wiener Firma Voigtländer das erste analytisch berechnete Objektiv vor, mit dem die Belichtungszeiten dramatisch gesenkt werden konnten. Seit 1834 arbeitete auch William Henry Fox Talbot an einem fotografischen Verfahren mit lichtempfindlichem Papier; er bezeichnete es als photogenische Zeichnung. 1840 stellte er das erste Negativ-Verfahren vor, das er als Kalotypie (auch Talbotypie genannt) bezeichnete. Auch Talbots Verfahren benötigte noch lange Belichtungszeiten, sein Papiernegativ ließ sich jedoch beliebig oft reproduzieren. Aus jenem fiktiven Veröffentlichungsjahr der Fotografie 1839 sind diverse weitere konkurrierende fotografische Verfahren bekannt; so hatte beispielsweise Hippolyte Bayard wohl ebenfalls ein Direktpositiv-Verfahren entwickelt.

Nach 1839 arbeiteten zahllose Forscher an der Verbesserung des fotografischen Verfahrens. Es wurden weitere lichtempfindliche Silbersalze entdeckt, die Linsen für die Camera obscura wurden verbessert, erste lichtstarke Objektive wurden gebaut (Petzval - Lichtstärke 3,7 für die Voigtländer Metallkamera) und vor allem die Belichtungszeiten verkürzt.

Die Belichtungszeiten konnten bereits beim Albuminverfahren auf etwa 20 Sekunden reduziert werden, was erstmals die Abbildung von lebenden Objekten ermöglichte (Visitenkartenporträts, insbesondere von André Adolphe-Eugène Disdéri ab 1854). Die Kollodium-Nassplatte verkürzte die Belichtungszeit weiter auf wenige Sekunden.

Die Platten mussten vor Ort vorbereitet und sofort entwickelt werden; dies war sehr aufwändig und schränkte die Mobilität der Fotografie ein. Aufgrund des nassen Kollodiumverfahrens musste ein Reisefotograf beispielsweise immer ein Dunkelkammerzelt mit sich führen. Sie waren unterschiedlich empfindlich für die verschiedenen Anteile des Lichts und überwiegend für Blau sensibilisiert. Das heißt, die Fotografien waren nur begrenzt abbildgetreu und nicht tonwertrichtig. Die Arbeit mit großformatigen Fotoplatten verhinderten Bildfolgen und Reihenaufnahmen.

Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden auch diese Probleme sukzessive gelöst wie durch Louis-Alphonse Poitevin, der 1855 den Gummidruck und den Pigmentdruck erfand. Es wurden verschiedene Trockenplatten (engl. dry plates) entwickelt, die mit Tannine, Albumin oder Gelatine beschichtet waren (ab 1856), insbesondere die Gelatine-Trockenplatte (Richard Leach Maddox, 1871). Die industrielle Fertigung begann 1879. Erste Untersuchungen über ein farbfotografisches Verfahren veröffentlichte Louis Ducos du Hauron 1862. 1868 präsentierte er erste farbige Pigmentdrucke und patentierte verschiedene Farbverfahren. Im Jahr 1869 erfand Edward Muybridge einen der ersten Verschlüsse. Dies ermöglichte einige Jahre später die ersten Reihenaufnahmen von bewegten Motiven (ders., umbenannt in Edward Muybridge, 1877). Er setzte dafür bis zu 30 Kameras ein. Étienne-Jules Marey konstruierte 1883 das fotografische Gewehr, mit dem er eine ganze Serie von Belichtungen auf einer Platte festhalten konnte, Der Chronofotograf mit fester Platte und rotierendem Schlitzverschluss konnte – abhängig von der Belichtungszeit – bis zu hundert Bilder pro Sekunde anfertigen. Ottomar Anschütz konstruierte 1888 eine Kamera mit Schlitzverschluss für extrem kurze Belichtungszeiten. Panchromatische Platten wurden ab 1906 verfügbar; hier sind die Fotomaterialien für alle Farben des Lichtspektrums sensibilisiert, was die Voraussetzung für eine tonwertrichtige Wiedergabe in Grauwerten und die Farbfotografie ist. Durch die Trockenverfahren und die Verkleinerung der Amateurkameras am Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Fotografie mobil; außerdem wurde eine industrielle Fertigung des fotografischen Aufnahmematerials möglich, da nun die Fotoplatten auch gelagert werden konnten.

Um die Jahrhundertwende zwischen 19. und 20. Jahrhundert waren die Voraussetzungen für die panchromatische Tonwertwiedergabe und die Farbfotografie geschaffen. Der Begriff der panchromatischen Sensibilisierung bezog sich zu diesem Zeitpunkt jedoch noch ausschließlich auf schwarzweiße Halbtonvorlagen. Spezielle Aufnahmevorrichtungen ermöglichten Reihenaufnahmen und Bildfolgen (Chronofotografie), entweder mit einer Vielzahl von Kameras oder durch mehrere Belichtungen auf einer Platte. Dies schuf die ersten Voraussetzungen für die Kinematographie und spezielle wissenschaftliche Verwendungen der Fotografie.

Die Industrialisierung der Fotografie setzt zumindest ein Minimum an Standardisierung voraus; diese Entwicklung begann um 1888 mit der ersten in größerem Maßstab industriell gefertigten Rollfilmkamera, der Kodak Nr. 1. Der Apparat war klein, leicht, mit einem Verkaufspreis von 25 Dollar jedoch vergleichsweise teuer; fotografiert wurde zunächst auf dem papierbasierten Stripping Film und später auf dem zelluloidbasierten American Film mit jeweils hundert runden Bildern.

Die ersten Handkameras waren nicht nur handlicher und preiswerter als die zuvor eingesetzten klobigen Klapp-, Falt- und Balgenkameras, sondern setzten auch eine Verarbeitungskette voraus. Neben der Durchsetzung des Rollfilms am Markt ist der Entwicklungsdienst die wohl wichtigste Erfindung, die Eastman in die Fotografie einbrachte.

Getreu dem Motto "You press the button, we do the rest" musste der Fotograf bei diesem Konzept nichts weiter tun als Motive zu suchen, auf den Auslöser zu drücken und später dann die fertigen Papierbilder zu betrachten: Eastman bot in den USA einen Entwicklungsdienst für 10 Dollar, bei dem man die Kamera samt abgeknipsten Film einschickte; nach Verarbeitung im Labor erhielt man nach etwa einem Monat dann die Kamera mit entwickelten Papierabzügen zurück, in die Kamera war dann bereits vom Labor ein neuer Film eingelegt worden. Die Papierbilder wurden nicht vergrößert, sondern entsprachen in ihren Abmessungen der Negativgröße. Lokale Fotohändler lieferten in Europa einen vergleichbaren oder sogar besseren Service, bei dem die Verarbeitung auch deutlich schneller und teilweise auch preiswerter erfolgte; in Deutschland konnte man um 1880 für den Preis der Kodak Nr. 1 (120 Mark) eine Plattenkamera wie Dr. R. Krügener's Taschenbuchkamera von der Firma Haake & Albers in Frankfurt am Main (60 Mark) und ein einfach ausgestattetes, aber komplettes heimisches Fotolabor (ebenfalls etwa 60 Mark) erwerben. 100 Trockenplatten kosteten etwa 5 Mark.

Die Kodak Nr. 1 war also keineswegs die erste Handkamera; bereits 1881 wurde beispielsweise die so genannte Detektivkamera von Thomas Bolas konstruiert und zum Patent angemeldet.

Bereits in den 30er Jahren wurde vereinzelt eine Belichtungsmessung in die Kameras integriert. Dadurch wurde der externe Handbelichtungsmesser oder das Schätzen der Zeit-Blenden-Kombination überflüssig.

Ab den 50er Jahren gelangten elektrische Elemente in die Fotokameras. So stellte beispielsweise Canon 1954 die Canon IV Sb2 mit elektrischer Blitzsynchronisation vor, und Agfa brachte 1956 zur photokina mit der Agfa Automatik die erste vollautomatische Kamera auf den Markt. Die sowjetische Krasnogorsk Mechanical Factory KMZ stellte mit der Kometa im Jahr 1958 die vermutlich welterste Kamera mit automatischem Entfernungsmesser vor. 1959 führte Agfa mit der Optima die erste vollautomatische Kleinbildkamera mit programmgesteuerter Belichtungsautomatik ein. 1960 integrierten die Iloca Camerawerke aus Hamburg in der Iloca Electric erstmals einen Elektromotor zum Filmtransport in das Kameragehäuse; die Krasnogorsk Mechanical Factory KMZ zog 1963 mit der Zenit 5 nach.

Mit dem Eindringen von Kameraherstellern aus Fernost wurden die noch überwiegend mechanisch funktionierenden Apparate zunehmend automatisiert und elektronische Elemente zur Kamerasteuerung integriert. Ab Mitte der 60er Jahre tauchten die ersten Kameras mit einer Belichtungsmessung durch das Objektiv (Through-the-lens, TTL) wie beispielsweise die Canon FX auf. Die ersten Kameras mit elektronisch gesteuertem Zentralverschluss erschienen (beispielsweise Minolta Electro-Shot, 1965). Die erste Spiegelreflex-Systemkamera mit Mehrfachbelichtungsautomatik stellte Minolta 1978 mit der XD-7 vor; ein kybernetisches System mit Computerschaltungen aus monolithischen LS-ICs und Hybrid-ICs steuerte zahlreiche Kamerafunktionen.

Auch das Fokussieren wurde automatisiert; 1971 zeigte Nikon den Prototyp eines Wechselobjektivs mit Autofokus, das Nikkor 1:4,5/85 mm gelangte jedoch nie in den Handel. 1977 präsentierte Konica mit der C35-AF die erste Kleinbild-Sucherkamera mit passivem Autofokus. Das erste aktive Autofokus-System auf der Basis einer Infrarot-Entfernungsmessung vermarktete Canon ab 1979 mit der AF35M, die auch als Autoboy bekannt ist.

Der zunehmenden Proprietarisierung der Zubehörprodukte versuchte das SCA-Adaptersystem von Metz entgegenzuwirken; es ermöglichte die Verwendung eines SCA-Blitzes mit verschiedenen proprietären Steuerungsinformationen über ein kameraspezifisches Adaptersystem an den Kameras unterschiedlicher Hersteller.

1985 landete Minolta einen Coup ersten Ranges, als mit der Minolta 7000 und 9000 die ersten Kleinbild-Spiegelreflexkameras mit Autofokus präsentiert werden, Jahre bevor die Konkurrenz vergleichbare Systeme marktreif hatte; Nikon lizenzierte die Autofokus-Technologie und brachte bereits ein Jahr darauf die Nikon F-501 auf den Markt, während Canon auf eine Eigenentwicklung setzte und die ersten AF-Modelle erst 1987 präsentieren konnte (Canon EOS 650 und EOS 620). Ein Jahr später folgte mit der Minolta Dynax 7000i bereits die zweite Generation der AF-Kameras von Minolta mit „vorausberechnendem“ Autofokus, drei AF-Sensoren und der Fähigkeit zur Bewegungserkennung.

Im August 2008 wurde mit der Panasonic LUMIX DMC-G1 die erste digitale Systemkamera mit Live-View ohne Schwingspiegel vorgestellt.

Die Farbfotografie basiert auf Experimenten aus der Frühzeit der Fotografie. So arbeitete bereits 1860 Niépce de Saint-Victor an einem Verfahren, alle Farben auf einer einzigen lichtempfindlichen Schicht aufzuzeichnen (Heliochromie). Im Jahr 1861 veröffentlichte der schottische Physiker James Clerk Maxwell das erste Farbfoto als Nachweis für die Theorie der additiven Farbmischung, die auf der Young-Helmholtzschen Farbtheorie basiert. Die Vorführung der additiven Farbmischung (Additionsverfahren) basierte auf drei Diapositiven, die durch drei Farbfilter (Rot, Grün und Blau) fotografiert worden waren und durch entsprechende Filter deckungsgleich projiziert wurden. Entsprechende farbfotografische Verfahren wurden parallel von Louis Ducos du Hauron und Charles Cros seit etwa 1862 entwickelt und 1868 gleichzeitig präsentiert. Allerdings konnte nur du Hauron ein patentiertes und praktikables Verfahren vorführen. Du Haurons Verfahren basierte auf Bromsilber-Kollodiumplatten und ergab Pigment-Diapositive. Beide Verfahren basieren jedoch auf dem Prinzip der Dreifarbigkeit (Trichromie). Die orthochromatische Sensibilisierung des Negativmaterials gelang erstmals Hermann Wilhelm Vogel 1873; hierbei wurde das Aufnahmematerial neben Blau auch für die Grün- und Gelbanteile des Lichts sensibilisiert.

Eine andere Interferenzmethode entwickelte Gabriel Lippmann, die er 1891 unter der Bezeichnung Methode der Photographie in Farbe mittels Interferenzmethode veröffentlichte. Für diese Entdeckung erhielt Lippman 1908 den Nobelpreis. Die Brüder Auguste und Louis Lumière stellten 1904 die Autochrom-Platten vor, die mit orangerot, grün und violett eingefärbten Stärkekörnchen aus Kartoffeln und einer Bromsilber-Gelatine-Emulsion arbeiteten; die Stärkekörnchen wirkten dabei als rasterartiger Filter. Die ersten Dreischichtenfilme wurden 1936 von Agfa und Kodak auf den Markt gebracht. Nach diesem Verfahren funktionieren Farbfilme prinzipiell bis heute (siehe Farbfilm).

In den 1920er Jahren werden in Japan die ersten Kamerahersteller gegründet, so beispielsweise Minolta (1928, damals noch nichidokushashinkishoten, „japanisch-deutsches Kamerageschäft“). Die Hersteller bauen zunächst nur deutsche Markenprodukte nach und fertigen diese zu extrem günstigen Preisen. Dies betrifft zunächst überwiegend die hochpreisigen Mittelformatkameras, bald jedoch auch die hochwertigen Kleinbildkameras.

Während die Billigkonkurrenz aus Fernost zunächst nicht ernst genommen wird, steigt die Qualität der Produkte Made in Japan ab den 50er Jahren mit zunehmendem Fertigungs-Know-how und ein Verdrängungswettbewerb setzt ein, in dessen Verlauf viele deutsche Traditionsunternehmen wie Voigtländer in Konkurs gehen.

Die Amateurfotografie ab Ende des 19. Jahrhunderts, ist gekennzeichnet durch die so genannten Boxkameras. Das Konzept wurde ursprünglich in den USA entwickelt: eine möglichst einfach zu bedienende, preiswert herzustellende Kamera, die mit Rollfilm arbeitete.

Zu den frühen Boxkameras zählt beispielsweise die Brownie Nr. 2 der Eastman Company aus dem Jahr 1901; sie nahm Bilder im Format 6x9, also einem klassischen Mittelformat auf.

In Deutschland gelang es ungefähr ab 1915, konkurrenzfähige Rollfilme herzustellen. Circa 1916 tauchten deutsche Box-Vorläufer wie Ernemanns Film K-Modelle auf. Der Siegeszug der Boxkameras setzte in Deutschland etwa zehn Jahre später ein, als Ica 1924 die Onix vorstellte. In den folgenden Jahren kam eine Flut von Boxkameras auf den Markt; die meisten Hersteller sind heute nur noch in Sammlerkreisen und bei Fotohistorikern bekannt. Ihre Namen: Goerz, ESPI, Balda, Eho, Beier, Certo, Bilora u.a.

Agfa produzierte preiswerte Boxen und setzt in Verbindung mit einer spektakulären Marketing-Aktion innerhalb weniger Monate rund 900.000 der so genannten Preis-Boxen um. Die Aktion, bei der Kameras für vier Mark abgegeben wurden, sollte eigentlich den Umsatz an den hauseigenen Filmen ankurbeln, die Mitbewerber boten jedoch bald auch vergleichbar preiswerte Produkte an. Bis heute ist ungeklärt, wie sich die Dumping-Produktion für die Agfa-Konkurrenz ohne Quersubventionierung rechnen konnte.

Zeiss Ikon bediente ein höherpreisiges Marktsegment mit hochwertigen Boxkameras (beispielsweise Tengor II); die Kameras verfügten beispielsweise über drei Schärfebereiche und nicht nur über ein Fixfoxus-Objektiv und teilweise achromatisch vergütete Objektive.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Fotoindustrie auf Rüstungsprodukte umgestellt und die einheimische Fotowirtschaft brach weitgehend zusammen. Erst nach dem Krieg wurde ab etwa 1948 die Produktion wieder aufgenommen. Alte und neue Hersteller (wie Vredeborch, Carl Braun, Friedrich Linden und Adox) läuteten einen Frühling der Boxkameras ein, der bis in die 60er Jahre anhielt; danach wurden die Boxkameras durch Kompaktkameras für Kleinbildfilm und neue Bauformen wie Instamatic- und Pocket-Kameras verdrängt.

Die auf dem Rollfilm basierende Mittelformatkameras haben ihre Wurzeln in den vergleichsweise kompakten Kameras der 1870er Jahre.

Papier als flexibler Schichtträger wurde bereits um 1816 bei den frühen fotografischen Experimenten von Joseph Nicéphore Nièpce verwendet, 1840 nutzte William Henry Fox Talbot Papiernegative zur Anfertigung seiner Salzpapierpositive. Der Papierfilm ist daher keine Erfindung von George Eastman oder William Walker, obwohl sie 1884 den sogenannten Stripping Film zum Patent anmeldeten.

Der erste Film mit Zellulose als Schichtträger wurde 1868 von John Wesley Hyatt hergestellt und in den USA patentiert. Ein verbesserter Zelluloidfilm wurde 1887 von Hannibal Goodwin für Thomas Alva Edison entwickelt und ebenfalls patentiert. George Eastman ignorierte die vorhandenen Patente und führte bis 1898 einen Rechtsstreit, zu dessen Abschluss er zu einer hohen Schadensersatzzahlung an Goodwin verurteilt wurde. Das aggressive Vorgehens Eastmans ermöglichte es seinem Unternehmen jedoch, bis Ende des 19. Jahrhunderts eine marktbeherrschende Stellung aufzubauen und eine wahrheitswidrige Geschichtsschreibung zu begünstigen.

Die Mittelformatfotografie mit ihren heute bekannten Bauformen setzt 1928 ein, als die Braunschweiger Firma Franke & Heidecke die Rolleiflex präsentieren; dabei handelte es sich um zweiäugige Spiegelreflexkamera für das klassische Mittelformat 6×6 cm; eine preiswertere Variante erscheint 1933 mit der Rolleicord.

Ab etwa 1940 taucht Victor Hasselblad in der Geschichte des Mittelformats auf: er konstruiert in Göteborg im Auftrag der schwedischen Regierung die HK 7 mit dem Aufnahmeformat 7×9 cm auf 80-mm-Film sowie 1941 die SKa 4 für die schwedische Luftwaffe. Zwischen 1941 und 1945 liefert Hasselblad insgesamt 342 Kameras an das Militär. Das so erworbene Fertigungs-Know-how setzt er ein, um ab 1948 einäugige Spiegelreflexkameras für Privatkunden herzustellen. Die klassische Hasselblad 1600F mit Metallschlitzverschluss und Wechselmagazinen für das Format 6×6 cm entsteht; sie wird 1952 durch das verbesserte Modell 1000F abgelöst, das die „Fotolegende“ Hasselblad begründet.

In der langen Entwicklungszeit der fotografischen Kamera wurden aus den mehrere Kilogramm schweren, unförmigen Fotokästen der fotografischen Frühzeit immer kleinere, leichtere und komfortablere Kameras.

Vorläufer der Kleinbildkameras waren die so genannten Handkameras wie die Detektivkamera von Thomas Bolas (1881) und der Kodak von George Eastman (1888).

Als erste Kleinbildkamera nach heutiger Definition entwickelte Oskar Barnack, ein Mitarbeiter der Optischen Werke Ernst Leitz in Wetzlar, die legendäre Leica (Leitz Camera). Barnack hatte die Kamera seit 1913 entwickelt und stellte sie erstmals auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1925 der Öffentlichkeit vor. Der ursprüngliche Zweck des Apparates war es, kurze Filmstreifen unabhängig von der großen Filmkamera zu belichten, um die Ausleuchtung einer Szene vor dem Dreh überprüfen zu können (Standfotos). Das Kleinbildformat von 24×36 mm ergab sich damals aus der Verdopplung des Stummfilm Kinoformats (18×24 mm). In der Fotografie handelt es sich dabei um das am weitesten verbreitete Filmformat, sowohl für Sucherkameras als auch für Spiegelreflexkameras.

Die 1933 vorgestellte Contax I von Carl Zeiss verfügt über ein versenkbares Objektiv und belichtet 36 Aufnahmen auf Kleinbildfilm; 1936 folgt die Contax 2.

1933 wird mit der Konstruktion der ersten Spiegelreflexkamera für das Kleinbildformat begonnen; die Kine-Exakta der Firma Ihagee aus Dresden kommt 1936 auf den Markt.

In der Sowjetunion erscheint ein ähnliches Modell, welches 1934 vorgestellt und ab 1936 unter dem Namen GELVETA hergestellt wurde. Dieses Modell wurde später in SPORT umbenannt. Bis zum Einmarsch der deutschen Wehrmacht im Jahr 1941 sollen von diesen Kameras rund 16.000 Exemplare ausgeliefert worden sein.

Auch das japanische Unternehmen Canon stellt 1945 mit der Canoflex seine erste Kleinbildspiegelreflexkamera vor.

Die ebenfalls noch heute üblichen Filmpatronen wurden 1936 von der I.G. Farben entwickelt.

Anfangs belächelt, ermöglichte die 35-mm-Kamera eine mobile, schnelle Fotografie. Dies begründete die moderne Reportage- und Reisefotografie; zu den Fotografen, die ausschließlich mit Leicas und Kleinbildfilm arbeiteten, gehört beispielsweise Gisèle Freund.

Den Höhepunkt ihrer Verbreitung erreicht die Kleinbildfotografie 1971, als allein in Deutschland 800.000 Kleinbildspiegelreflexkameras verkauft werden.

Die moderne Kleinstbildfotografie beginnt 1936 mit der Entwicklung der ersten Kamera für das Format 8x11 mm: die Ur-Minox von Walter Zapp in Riga, Lettland. 1938 geht die MINOX 'Riga' in Serie. Ab 1948 wird die MINOX A als erste Kleinstbildkamera »Made in Germany« von Minox in Wetzlar gefertigt.

Das Format 8x11 mm hatte bereits Carl August von Steinheil 1839 (!) für seine Miniaturkamera verwendet.

Das Instamatic-System wurde in den 60er Jahren eingeführt; es basierte auf einem Kassettenfilm von Kodak und verwendete 126er-Film. Es hielt sich bin in die 80er Jahre. Heute sind keine Filme mehr für dieses System am Markt.

Als Konkurrenzsystem versuchte Agfa, die Karat-Patrone zu etablieren. Diese war mit der Kamera Agfa Karat im Jahr 1937 auf den Markt gekommen und wurde unter dem neuen Namen Rapid-Patrone vermarktet. Das System war dem Instamaticfilm zwar technisch überlegen, hatte jedoch keinen großen Erfolg; es verschwand in den 70er Jahren vom Markt.

Spätere Versuche, Kassetten-basierte Systeme zu etablieren, waren das Pocket-, Kodak-Disc- (ab 1982) und das APS-System (ab 1996).

Die historischen Vorläufer der Pocketkamera sind die ersten tragbaren Fotoapparate, die so genannten Handkameras aus den 1870er Jahren; funktional verwandte Bauformen waren auch die Boxkameras, die Westentaschenkameras, die Magazinkameras und die Kassettenkameras sowie im 20. Jahrhundert dann die Instamatic-Kameras.

Ein weiterer naher Verwandter der modernen Pocketkameras stammt von Kodak; George Eastman hatte 1894 von Samuel N. Turner eine Lizenz für ein Patronen-Film-System erworben; darauf aufbauend brachte Eastman ab 1895 die Kameras der Pocket-Kodak-Serie heraus; dabei handelte es sich um einige der ersten Kameras, die eine Tageslichtwechselung des Films ermöglichten.

Das Pocket-Format selbst wurde 1972 mit der Pocket Instamatic 110 von Kodak eingeführt.

Heute sind Pocketkameras weitgehend in Vergessenheit geraten; dies reicht so weit, dass kompakte Digitalkameras als Pocketkamera tituliert werden, obwohl diese natürlich keinen Pocketfilm verwenden.

Das 1982 eingeführte Kodak-Disc-System war ein Versuch, den Kleinbildfilm als Standard-Aufnahmematerial abzulösen und den Absatz von fotografischen Produkten anzukurbeln.

Disc-Filme sind mit einer Plastikhülse ummantelt, die einer 3,5"-Diskette ähnelt; im Gegensatz zu Instamatic-, Pocket- oder Minox-Kleinstbildfilm gibt es jedoch weder einen Filmstreifen noch eine Spule, da der Filmträger kreisförmig um einen Plastikkern aufgebracht ist.

Das System war nur wenige Jahre auf dem Markt und verschwand Ende der 80er Jahre restlos. Heute sind keine Disc-Filme mehr im Handel erhältlich.

Das Advanced Photo System (APS) war der Versuch einer umfassenden Modernisierung der Fototechnik. Die Hybridtechnologie des APS wurde offiziell am 22. April 1996 von den Kamera- und Filmherstellern Canon, Fujifilm, Kodak, Minolta und Nikon vorgestellt.

Bei APS handelt es sich nicht nur um ein neues Filmformat, es wurde vielmehr versucht, vor allem in drei Aspekten fototechnische Neuerungen einzuführen: neues Filmmaterial, neuartige Kameras und optimierte Laborverarbeitung.

Das APS-Format konnte sich am Markt nicht durchsetzen und hat seit dem Dominieren von Digitalkameras im Consumer-Segment nahezu keine Bedeutung mehr; die meisten Kamerahersteller haben ihre APS-Modellreihen zwischen 2001 und 2002 eingestellt oder lassen diese auslaufen. Auch Kodak, einer der Initiatoren von APS, hat die Produktion von APS-Kameras Ende 2004 eingestellt.

Diverse mit APS eingeführte Neuerungen wurden jedoch in neuere Kleinbildkameras übernommen, so beispielsweise die Möglichkeit zum komfortablen Auswechseln eines teilweise belichteten Films (Mid-Roll-Change beziehungsweise Mid-Reload) sowie der Index Print.

Auch in Digitalkameras finden sich verschiedene Konstruktionsmerkmale der kompakten APS-Kameras wieder, und das EXIF-Dateiformat zeichnet dieselben Informationen auf, die auch mit den PQI-Daten bei APS gespeichert werden konnten.

Der erste CCD-Chip wird 1970 von den Bell Laboratories entwickelt. Den ersten kommerziellen CCD-Sensor stellt Fairchild Imaging 1973 vor; er hat eine Auflösung von 0,01 Megapixeln (100x100 Pixel).

Ab Mitte der 1980er Jahre tauchen die ersten kommerziell erhältlichen Digitalkameras auf, die noch als Still Video Cameras bezeichnet werden; als erstes Modell gilt eine Kamera die Steve Sasson für Kodak erfand, das erste kommerzielle Produkt ist die Fairchild MV-101 die 1976 auf den Markt kam.

Ab 1991 gewinnt die Digitalfotografie zunehmend an Bedeutung durch die Vorstellung erster Profi-Kameras (Digital Camera System oder DCS, eine Gemeinschaftsentwicklung von Kodak und Nikon). Die erste professionelle Kleinbild-Spiegelreflexkamera von Minolta folgt 1995 mit der Minolta RD-175 in 3-CCD-Technik und einer Auflösung von 1,75 Megapixeln.

1992 führt Kodak mit der Kodak Photo CD ein Hybridsystem ein, bei dem Bilder mit konventionellen Fotoapparaten erzeugt, die Bilder dann jedoch digitalisiert und auf CD-R ausgeliefert werden.

In den folgenden Jahren wird die Bildauflösung der digitalen Fotoapparate kontinuierlich gesteigert; im Jahr 2004 gelten fünf Megapixel als Standard, hochwertige Apparate liefern Auflösungen zwischen sechs und 39 Megapixeln, die auch Ausbelichtungen in Postergrößen ermöglichen.

Die Technik der Digitalen Fotografie revolutionierte auch die Möglichkeiten der Digitalen Kunst, insbesondere auch durch die Technik der Fotomanipulation.

In Folge der Einführung von digitalen Aufnahme- und Bearbeitungstechniken wurden verschiedene Dateiformate wie JPEG und TIFF für die Speicherung der Bilddateien entwickelt. Insbesondere durch Kompressionsverfahren konnte die Bildgröße digitaler Bilder erheblich verkleinert werden; erst durch Kompression wurde die Einbindung von Bildern im Internet attraktiv.

Das beginnende 21. Jahrhundert ist einerseits gekennzeichnet durch eine Verdrängung von analoger Fototechnik zugunsten digitaler Verfahren, andererseits durch eine Konvergenz von Computertechnik, Videotechnik und digitaler Fotografie.

Im Heimanwenderbereich haben sich Digitalkameras ab etwa 2003 durchgesetzt; in diesem Jahr wurden auch erstmals mehr Digitalkameras als analoge Apparate verkauft. Gleichzeitig setzte ein großes Angebot von entsprechenden Produkten ein: Im Jahr 2003 waren bis Jahresende insgesamt 1.463 neue Kameramodelle vorgestellt worden . Einige Jahre später setzten sich auch im Bereich der Spiegelreflexkameras digitale Geräte durch. Im Herbst 2008 wurde von Panasonic die erste Systemkamera für Heimanwender mit elektronischem Sucher und ohne Schwingspiegel, die Panasonic LUMIX DMC-G1 sowie mit Wechselobjektiven, vorgestellt und in den Markt eingeführt.

Die Fotomontage konnte bereits eine längere Tradition aufweisen, denn sie wurde schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts für komplizierte szenarische Motive, die nach dem damaligen Stand der Technik nicht einfach abgelichtet werden konnten, angewandt. Die Belichtungszeit solcher Lichtbilder war meistens ganz normal: rein technische Gründe für die Fotomontage waren nur in einigen Ausnahmefällen gegeben, dabei handelte es sich hauptsächlich um das Überbrücken von großen Kontrastunterschieden und um das Erreichen einer ungewöhnlich großen Schärfentiefe. Eine Montage wurde z. B. notwendig, wenn eine Aufnahme von einem Interieur mit einem Fenster, in dem eine Landschaft zu sehen war, gemacht werden sollte; dazu wurden dann zwei Aufnahmen zusammenmontiert, indem die Negative teilweise mit Abdeckfarbe zugedeckt und danach passgerecht übereinander gelegt wurden. Nur ein Fachmann konnte am fertigen Bild erkennen, dass es auf diese Weise entstanden war.

Ziemlich simpel war auch die „Montage“ durch Mehrfachbelichtung auf dasselbe Bildfeld, was nur eine geübte Einschätzungsfähigkeit erforderte, wie die Aufnahme in der Kamera übereinander zu passen waren. Bald erkannte man die Vorteile der Arbeit mit schwarzem Hintergrund – der auf dem Negativ eine transparente glatte Fläche ergab – oder mit wechselnder Abdeckung von bestimmten Teilen des Bildfeldes.

Die anspruchsvollste Methode bestand schließlich im Montieren von zwei oder mehreren Negativen während des Vergrößerns (ein sogenanntes „Sandwich“), wobei diese nacheinander auf dasselbe Positivpapier kopiert wurden. In der Schlussphase nach der Positiventwicklung musste der Fotograf meistens die Übergänge zwischen den einzelnen Bildpartien mit dem Abschwächer oder dem Pinsel nachbehandeln.

In Deutschland entstanden frühe Porträtfotografien durch Hermann Biow, der die Technik der Daguerreotypie anwendete. Er eröffnete 1841 sein Atelier in Hamburg und porträtierte Politiker, Prominente und wohlhabende Bürger, darunter Franz Liszt, Alexander von Humboldt und Friedrich Wilhelm IV. Eine kommerzielle Weiterentwicklung der Porträtfotografie stellte das von André Adolphe-Eugène Disdéri ab 1864 entwickelte Visitenkartenporträt, kleine Portraits im Visitenkartenformat (carte de visite) dar, das er mit einer eigenen Technik erstellte und welches zwar noch bis ins 20. Jahrhundert überdauerte, aber bereits Anfang der 1870er Jahren durch die größere Kabinettkarte verdrängt wurde. Diese ging dann wiederum im Laufe des Ersten Weltkrieges aus der Mode. In der Folgezeit entstanden zahlreiche Porträtstudios, die besonders vom mittelständischen Bürgertum frequentiert wurden. Es setzte eine Verdrängung des Gewerbes der Porträtmaler ein. Die Porträtfotografie hatte auch eine große Bedeutung für die Fotografie der Frühzeit. Das Hauptproblem, lange Belichtungszeiten, wurde durch spezielle Fixier- und Haltevorrichtungen wie Saronnys Universal-Kopfhalter und ein Übermaß an Geduld beim Porträtierten gemeistert. Zu den Pionieren dieses Genres zählen beispielsweise Franz Hanfstaengl, Nadar, Courbet und Etienne Carjat.

Ab etwa 1847 entwickelte sich das Genre der Akt- und Erotikfotografie, welche insbesondere durch die Stereofotografie starke Verbreitung fanden und beispielsweise als Stereodaguerreotypien verbreitet wurden.

Eugène Delacroix ließ von Eugène Durieu um 1850 Aktstudien anfertigen, nach denen er später Gemälde anfertigte.

Aus der Frühzeit der Fotografie sind auch einige wenige Reisereportagen und bildliche Kriegsberichterstattungen bekannt; so hielt der Engländer Roger Fenton seine Reiseeindrücke aus Kiew, Sankt Petersburg und Moskau 1852 in den ersten Reisefotografien fest. 1855 fertigte Fenton im Krim-Krieg auch die erste Kriegs-Bildreportage mit 360 Aufnahmen an. Seine Arbeit wurde fortgesetzt von dem Briten James Robertson und Felice Beato. Letzterer war auch einer der ersten, die den asiatischen Raum intensiv bereisten und fotografisch das Leben in Asien dokumentierten.

Mathew Brady fertigte mit seinem Kamerateam, zu dem u.a. Alexander Gardner, Timothy H. O’Sullivan und George N. Barnard gehörten, in den amerikanischen Sezessionskriegen 7.000 Nassplatten-Negative an, von denen über tausend digitalisiert wurden und über die Website der Library of Congress abrufbar sind ().

Die Brüder Auguste Rosalie und Louis Auguste Bisson fotografierten 1860 auf einer Besteigung des Mont Blanc.

Die Fotografien dieser Zeit erschienen jedoch noch nicht in Zeitungen, da die dafür erforderlichen Reproduktionsverfahren noch nicht verfügbar waren. Frühe Reisereportagen fertigte beispielsweise auch Maxime Du Camp 1850 auf einer Expedition nach Ägypten an.

Die wohl erste fotografisch umgesetzte aktuelle Bildberichterstattung fertigten Hermann Biow und Carl Ferdinand Stelzner 1842 vom „Großen Brand“ von Hamburg an. In den illustrierten Wochenzeitungen konnten Fotos bis in die 1880er Jahre nur über den Umweg des Holzstichs oder der Zinkografie (Charles Gillot 1872) gedruckt werden. Das heißt, die Fotografien wurden entweder von Graveuren nach fotografischen Vorlagen als Holzstich realisiert oder später auf lichtempfindliche Schichten auf Buchsbaumholz fotografisch kopiert und manuell nachgestochen. Die direkte mechanische Reproduktion, Autotypie genannt, wurde dann erstmals in einer Zeitung 1877 verwendet.

Die aktuelle Bildberichterstattung und Pressefotografie entwickelt sich ab etwa 1880, als die ersten Fotos als Illustrationen in Zeitungen erschienen: Stephen H. Horgan veröffentlicht im New Yorker Daily Graphic ein gerastertes Halbtonfoto. 1883 erscheint das erste Foto in einer deutschen Zeitung: Georg Meisenbach veröffentlicht in der Leipziger Illustrirten Zeitung eine gerasterte Fotografie. Im deutschsprachigen Raum setzte sich die in Zeitungen gedruckte Fotografie (Autotypie) erst in den 1890er Jahren allmählich durch. Noch immer stand die Fotografie in Konkurrenz zu anderen Medien, etwa der Zeichnung oder der Lithografie. Nach der Jahrhundertwende setzte sich die Fotografie in der illustrierten Wochenpresse allgemein durch. Um 1910 stellten die wichtigen illustrierten Wochenzeitungen auf den Kupfertiefdruck um. Die Blätter wurden nun von modernen Rotationsdruckmaschinen gedruckt. Der Großteil der Tagespresse veröffentlichte vor dem Ersten Weltkrieg noch keine oder nur wenige Fotos. Hier setzte die Bebilderung erst in der Zwischenkriegszeit, teilweise erst nach 1945 ein.

In den 1920er Jahren erlebte die illustrierte Presse eine große Blüte. Das führende Blatt, die Berliner Illustrirte Zeitung (BIZ) brachte es 1929 auf knapp 2 Millionen verkaufte Exemplare. Neue Impulse für die Pressefotografie kamen Ende der 1920er Jahre, als neue, innovative Fotoagenturen auftraten, etwa der Deutsche Photodienst (Dephot), gegründet von Simon Guttmann oder die Weltrundschau, gegründet von Rudolf Birnbach. Sie boten den Zeitungen teilweise fertige Reportage an. Wichtige Pressefotografen dieser Jahre waren in Deutschland Marianne Breslauer, Felix H. Man, Martin Munkácsi, Erich Salomon, Umbo (Otto Umbehr), Stefan Weber u.a.

Das Jahr 1933 bedeutete für jüdische und politisch links orientierte Fotografen Flucht und Vertreibung. Viele von ihnen gingen ins Exil nach Prag, Wien, in die Schweiz, nach Paris, England oder in die USA. In Deutschland änderte sich die Situation der Pressefotografen grundlegend. Nach und nach wurden die Illustrierten auf nationalsozialistischen Kurs gebracht, indem die Presse gleichgeschaltet wurde . Einige politisch angepasste Fotografen, wie etwa Harald Lechenperg, der 1937 die Leitung der Berliner Illustrirte Zeitung (BIZ) übernahm, machten nach 1933 ihre große Karriere. Andere, wie etwa der jüdische Fotograf Erich Salomon wurde im Konzentrationslager ermordet.

Nach 1945 konnte in Deutschland keine Illustrierte, die vor 1945 erschienen war, ihre Veröffentlichung fortsetzen. Die alliierten Mächte versuchten in ihrem Einflussgebiet durch Lizenzzwang zu verhindern, dass nationalsozialistische Blätter wieder entstanden und Nazis ihre Karrieren fortsetzten. Dennoch machen eine Reihe von Fotografen, die schon zu Zeiten des Nationalsozialismus erfolgreich waren, Karriere in den Illustrierten der Nachkriegszeit, etwa Hilmar Pabel oder auch Harald Lechneperg. Auch der bekannte österreichische Sportfotograf Lothar Rübelt, der ein enges Verhältnis zum Nationalsozialismus hatte und viel in nationalsozialistisch ausgerichteten Blättern publiziert hatte, arbeitete nach 1945 problemlos weiter. Erst nach und nach kamen einige der vertriebenen jüdischen Fotografen zurück, andere blieben, dort, wo sie sich eine neue berufliche Heimat geschaffen hatten, vor allem in den USA.

Eine weiterer früher Anwendungsbereich war die Chronofotografie, also Reihenaufnahmen und Bildfolgen, die gezielt die Grenzen des menschlichen Wahrnehmungsapparates sprengte. Als Pionier auf diesem Gebiet gilt Eadweard Muybrigde (eigentlich Edward Muggeridge), der 1877 die ersten Reihenaufnahmen von beweglichen Motiven mit bis zu 30 Kameras anfertigte. Die Ergebnisse seiner Arbeiten veröffentlichte er in den 1887 erschienen Bildbänden Animals in Motion und The Human Figure in Motion, die annähernd 800 Lichtbilder enthalten.

Verbesserungen dieses Verfahrens führte der Franzose Étienne-Jules Marey ein, der 1883 das fotografische Gewehr konstruierte, mit dem er eine ganze Serie von Belichtungen auf einer Platte festhalten konnte; dies ermöglichte es, die Stadien eines Bewegungsablaufes innerhalb eines einzigen Bildes durch eine Art Mehrfachbelichtung darzustellen. Dieses Zerhacken eines Bewegungsablaufes in diskrete Phasen nimmt sehr konkret die späteren kinematographischen Bildzerlegungen vorweg.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgte der deutsche Ottomar Anschütz, der 1888 eine Kamera mit Schlitzverschluss für extrem kurze Belichtungszeiten konstruierte; ihm gelangen Momentaufnahmen fliegender Störche, laufender Pferde und anderer Tiere in Bewegung .

Die Zeit der Amateurfotografie setzt um 1870 mit der Entwicklung von leicht beweglichen und oder tragbaren Handkameras und der damit einhergehenden Vereinfachung des fotografischen Verfahrens ein. Recht bekannt ist beispielsweise der Kodak von George Eastmans Eastman Company aus dem Jahre 1888, die jedoch keineswegs – wie die Kodak-Historiografie immer wieder behauptet – die Amateurfotografie begründete. Knipser beginnen, mit der Kamera ihr Privatleben und ihr Umfeld zu dokumentieren. Diese Aufnahmen haben einen unschätzbaren soziologischen und historiografischen Wert.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts beginnt auch die Entwicklung der Dokumentarfotografie; so begann beispielsweise Edward S. Curtis 1896 sein zwanzigbändiges fotografisches Werk über die Indianerstämme Nordamerikas, bei dem bis 1930 40.000 Negative entstehen.

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Olympus

Olympus XA

Das Unternehmen Olympus (jap. オリンパス株式会社, Orimpasu Kabushiki-gaisha), gelistet im Nikkei 225, ist ein japanischer Hersteller opto-digitaler Produkte für den Geschäfts- und Freizeitbereich sowie für Medizin, Wissenschaft und Industrie.

Olympus in Europa In Europa werden die Geschäfte von der 100-prozentigen Tochter Olympus Europa Holding GmbH mit Sitz in Hamburg geführt. Unter dem Dach der Holding sind folgende Unternehmen vereint: Olympus Deutschland GmbH, Olympus Imaging Europa GmbH, Olympus Life Science Europa GmbH, Olympus Life Science Research Europa GmbH mit der Olympus Soft Imaging Solutions GmbH, Olympus Medical Systems Europa GmbH und die Olympus Winter & Ibe GmbH.

Darüber hinaus ist Olympus in fast allen europäischen Ländern mit Vertriebs-, Service- und Produktionsgesellschaften vertreten. , Die über 4.800 Mitarbeiter der Olympus Europa Gruppe – mehr als 1.500 sind davon in Hamburg tätig – erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2006/2007 einen Umsatz von 1.707 Millionen Euro.

Zu seinem Produktportfolio gehören analoge sowie digitale Kameras wie die Olympus E-1, die weltweit erste Kamera im Four-Thirds-Standard. Daneben bietet Olympus starre sowie flexible Endoskope, Mikroskope sowie Analysensysteme und Sortierroboter für die Labordiagnostik an. und ist marktführend im Bereich digitaler Diktiergeräte.

Olympus stieg 1936 mit der "Semi-Olympus I" in den Fotomarkt ein. Bei diesem Modell handelte es sich um eine Balgenkamera für 120er Rollfilm mit einem Zuiko 75/1:4,5 Objektiv. Letzteres war bei dieser Kamera noch die einzige Entwicklung aus dem Haus Olympus. Gehäuse und Verschluss kamen noch von anderen Herstellern. Zwei Jahre später erschien die komplett eigenständig entwickelte "Semi-Olympus II". Zu den 6 x 6 Rollfilmformat-Kameras gehörten auch die Modelle der Olympus Six-Serie - von denen zwischen 1939 und 1955 acht verschiedene Modelle produziert wurden - sowie die zweiäugigen Spiegelreflexkameras der Flex-Serie (fünf Modelle, 1952 - 1956).

1948 stellte das Unternehmen mit der Olympus 35 I die erste 35-mm-Kamera im japanischen Markt vor. Sie war kompakt, leicht und erlaubte Aufnahmen in schneller Folge, wodurch sie bald den Beinamen "ickpocket" erhielt, da sie ihre Arbeit so schnell wie ein Taschendieb (engl. pickpocket) verrichtete. Zu den 35-mm-Modellen gehörten später auch spezielle Weitwinkelkameras - zum Beispiel mit eingebautem Belichtungsmesser, Wechselobjektiven, Belichtungsautomatik, Autofokus, eingebautem Blitz, wetterfestem Gehäuse, zwei wechselweise einschaltbaren Objektiven (Weitwinkel und Tele), Quarzdatum, wählbarem Panoramamodus und vielen anderen Eigenschaften. Zum Teil handelte es sich dabei um Weltneuheiten.

Olympus schuf mit den Sucherkameras der Modellreihen Trip und Pen (für Halbformat) einige der am längsten produzierten Kamerareihen überhaupt. Mit der bekannten XA-Reihe (XA1, XA, XA2, XA3 und XA4) brachte Olympus eine kompakte, gut gestaltete Sucherkamera mit guten technischen Eigenschaften und Kunststoffgehäuse auf den Markt, die als eine der ersten modernen Serienkameras einen fest angebauten, und damit unverlierbaren, Schutzschieber besaß, der nicht nur das Objektiv schützte, sondern zugleich erst beim Öffnen die Belichtungsmessung aktivierte und den Auslöser freigab.

Bemerkenswert waren auch die Objektive selbst, die - angesichts ihrer hervorragenden optischen Eigenschaften und Lichtstärke - sehr kurz und kompakt gebaut waren. Dadurch bleiben sie auch in aufnahmebereiter Position mit der Frontlinse merklich hinter der vom Objektivschieber und seinem Gegenstück gebildeten Ebene und waren so bis zu einem gewissen Grad gegen mechanische Angriffe und Streulicht geschützt.

Ein Blitz wurde serienmäßig mitgeliefert und kann per Gewindeschraube seitlich am Kameragehäuse angebracht werden. Die Positionierung weit von der optischen Achse des Objektivs führte dazu, dass die Ausleuchtung für eine Kompaktkamera recht plastisch ist und die lästigen roten Augen zuverlässig verhindert werden.

Als Nachfolger der XA-Modelle wurde 1991 die µ-1 mit Autofokus, integriertem Blitz und motorischem Filmtransport eingeführt. 1997 folgten µ-II- (mit einem Zuiko 35/2,8, welches zum Transport im Kameragehäuse versenkt und erst beim Auslösen in seine Schärfeposition ausgefahren wird) und seit 2002 verschiedene µ-III-Modelle. Die µ ist mit 25 Millionen Stück heute die weltweit meistverkaufte Kompaktkamera für 35-mm-Film.

Olympus bot mit dem OM-Kamerasystem eine Palette besonders kompakter Spiegelreflexkameras an. Letztes und modernstes Modell war die OM-4 Ti. Besonderes Merkmal war das hochentwickelte Blitzsystem, mit dem erstmals Vollsynchronblitzen mit Schlitzverschluss bis 1/2000 s möglich wurde. Darüber hinaus ist das ausgefeilte Makroblitzzubehör ein besonderes Merkmal des Olympus-Systems.

Die erste Spiegelreflexkamera von Olympus war die Pen F 1:1.8 (1963), eine sehr kompakte Halbformatkamera mit Porro-Spiegelsucher und Rotationsverschluss, der das Blitzen mit jeder beliebigen Belichtungszeit ermöglichte.

Mit dem OM-Kamerasystem bot Olympus eine Palette besonders kompakter Spiegelreflexkameras an. Es gab sowohl eine Reihe mit mechanischer als auch eine mit elektronischer Verschlusssteuerung. Als letztes Modell der Systemkamerareihe mit elektronischem Verschluss kam die OM-4 Ti auf den Markt. Bei den Kameras mit mechanischem Verschluss war dies die OM-3 Ti, die von 1995 - 2002 verkauft wurde. Zu den besonderen Merkmalen zählten das hochentwickelte Blitzsystem, mit dem erstmals Vollsynchronblitzen mit Schlitzverschluss bis 1/2000 s möglich wurde, und das Makroblitzzubehör. Die letzte OM-Kamera (Nichtsystemkamera), die OM-2000, kam 1997 auf den Markt.

Beide Serien (Pen und OM) wurden von Yoshihisa Maitani konstruiert, der 1992 mit dem PMA Hall of Fame Award geehrt wurde.

Die für die OM-Serie entwickelten Zuiko-Objektive können mit einem OM-Adapter auch an die digitalen Spiegelreflexkameras der E-Serie angeschlossen werden.

Neben Spiegelreflexkameras mit Wechselobjektiven entwickelte Olympus die sogenannten Bridgekameras der IS-Serie. Dabei handelte es sich um Spiegelreflexkameras mit fest eingebautem Objektiv, die allerdings im Gegensatz zu den OM-Modellen über Autofokus verfügten.

Mit der CAMEDIA (CAMERA DIGITAL) C-800L stieg Olympus 1996 in die Digitalfotografie ein. Sie bot mit ihrem 1/3-Zoll-CCD eine Auflösung von 640 x 480 Pixeln und besaß ein 36-mm-Objektiv (bezogen auf 35-mm-Kameras). 2003 erschien die µ-10 DIGITAL. Die geschwungenen Linien ihres wetterfesten Metallgehäuses hatte sie von ihren analogen Vorgängerinnen übernommen. Das Design der µ-Digitalkameras hat sich im Laufe der Jahre teilweise gewandelt, geblieben ist aber ihre Popularität dank ihrer nach wie vor einfachen Handhabung. Alle Kameras haben ein wetterfestes Gehäuse. Die µ tough (SW)-Modelle sind sogar zwischen 3 und 10 m wasserdicht und außerdem stoßfest. Eine andere - wegen ihrer starken Tele- beziehungsweise Weitwinkel-Teleobjektive - interessante Reihe ist die SP-Serie mit den UltraZoom-Kameras. Das jüngste Modell, die SP-565 UZ (2008), hat einen Brennweitenbereich von 26 bis 520 mm (bezogen auf eine 35-mm-Kamera), verfügt über Dual Image Stabilisation (mechanischer Bildstabilisator plus hohe ISO-Einstellung) und macht Serienaufnahmen mit bis zu 13,5 Bildern/Sekunde.

Der Begriff CAMEDIA wurde bis ins Jahr 2004 für alle Digitalkameras von Olympus (außer µ) verwendet. Der Name fast aller Kompaktkameras begann mit C-, gefolgt von einer Nummer. Damit der Kunde schneller die optimal zu ihm passende Kamera finden konnte, wurden ab 2005 neue Bezeichnungen eingeführt: FE (Kategorie: "Easy"), SP ("Creative") und µ ("Stylish").

Zwischen 1997 und 2001 brachte Olympus mehrere digitale Spiegelreflexkameras mit festem Objektiv heraus - angefangen mit der C-1400 (1997) bis zur E-20P (2001). Diese Bridgekameras konnten mit optischen und technologischen Eigenschaften aufwarten, die zu diesem Zeitpunkt nur in weitaus teureren D-SLRs anderer Hersteller zu finden waren. Eine Besonderheit stellte die E-100RS dar. Sie verfügte über ein 10fach-Zoom (38 - 380 mm bei einer 35-mm-Kamera, inklusive Digital-Super-Tele bis zu 1.026 mm), einen optischen Bildstabilisator und eine Pre-Capture-Funktion (die Kamera beginnt bereits Aufnahmen zu machen, wenn der Auslöser halb heruntergedrückt wird). Zudem konnte sie Serienaufnahmen mit bis zu 15 Bildern/Sekunde machen - was damals einzigartig war. Sie eignet sich daher optimal für Sport- und Actionaufnahmen.

Im Jahr 2003 erschien die professionelle D-SLR Olympus E-1, die weltweit erste Kamera nach dem gemeinsam mit Kodak entwickelten Four Thirds Standard. Alle Kameras des Olympus E-Systems sowie die ZUIKO DIGITAL Objektive basieren auf diesem speziell für die digitale Spiegelreflexfotografie entwickelten Standard. Olympus führte Neuerungen ein, von denen einige anfangs als zwar werbewirksam, aber insbesondere für die professionelle SLR-Fotografie überflüssig angesehen wurden. Mittlerweile wurden sie aber von fast allen Herstellern übernommen. Hierzu zählt die in die Kamera integrierte automatische Sensorreinigung (Supersonic Wave Filter) sowie ab der E-330 die von Kompaktmodellen bekannte Live View-Vorschau direkt auf dem LC-Display der Kamera.

Zum Produktsortiment gehören nach wie vor analoge Diktiergeräte mit der von Olympus entwickelten Mikrokassette. Diese Reihe wird seit Jahren ergänzt um digitale Diktiergeräte. Diese haben einen höheren Bedienkomfort: Sie bieten mehrere Ordner zum Speichern von Dateien an, so dass der Anwender seine Aufzeichnungen leicht nach Themen oder Aufgaben sortieren kann. Einige lassen sich problemlos an Computer anschließen oder als MP3-Player nutzen. Professionelle Geräte können mit Transkriptionskits für das schnelle Erstellen von Abschriften ausgestattet werden.

Neu sind Linear-PCM-Recorder. So bietet Olympus seit dem Frühjahr 2008 mit dem LS-10 ein Modell an, das mit einer Abtastrate von bis zu 96 kHz/24 bit im unkomprimierten PCM-Format aufzeichnet und sich daher auch für hochwertige Musikaufnahmen eignet.

Olympus ist Hersteller von Ferngläsern für den Profi- und Freizeitbereich. Je nach Beobachtungssituation bietet das Unternehmen mehrere Modellreihen an, die sich durch unterschiedliche Leistungsmerkmale auszeichnen. Beispielsweise sind die Produkte der Maritim Serie wasserdicht bis zu einer Tiefe von 5 Metern. Andere Ferngläser, wie das 10x21 RC I oder das 8x21 RC I, sind sehr kompakt und leicht und passen in eine Jackentasche. Sie eignen sich daher selbst als Opernglas.

Neben dem Bereich Kameras ist die Entwicklung, Produktion und der Vertrieb von Produkten und Systemlösungen für die Medizintechnik das zweite große Standbein von Olympus. 1950 stellte Olympus die weltweit erste Gastrokamera vor und setzte damit einen Meilenstein in der Früherkennung des Magenkrebses. Zu den jüngeren Entwicklungen gehört die EndoCapsule. Dabei handelt es sich um ein Kapselendoskop, das vom Patienten wie eine Tablette geschluckt wird und mit dem Mediziner anhand detailgenauer Makroaufnahmen in der Lage sind, den schwer zugänglichen Dünndarm präzise zu untersuchen. Mit 4 g und 2,3 cm3 ist EndoCapsule eine der kleinsten Kameras der Welt.

Das umfangreichen Produktsortiment umfasst neben starren und flexiblen Endoskopen, die unter anderem in der Krebsvorsorge und der minimalinvasive Therapie eingesetzt werden: Endoskopie- und Ultraschallsysteme für die gastroenterologische Diagnostik und Therapie, endochirurgische Instrumente für Bronchoskopie, Urologie, Chirurgie, Gynäkologie, Orthopädie und weitere Disziplinen der chirurgischen Endoskopie sowie Systeme zur Wiederaufbereitung.

Weiterhin bietet Olympus ENDOBASE, ein System zur Erfassung, Auswertung und Distribution der gewonnenen Bild- und Patientendaten, sowie das endoskopische Kontrollsystem EndoALPHA. Es integriert sämtliche endoskopischen Geräte und Komponenten zu einem komplett ausgestatteten Operationssaal und gestattet dem medizinischen Personal, sämtliche Informationen ständig im Blick zu haben.

Olympus fasst die Bereiche Mikroskopie und Diagnostik zu einem Geschäftsbereich – Life Science – zusammen. Das schließt in der Mikroskopie auch die Materialwissenschaften mit ein.

Neben Zeiss, Leica und Nikon gehört Olympus, das seit 1919 in diesem Bereich tätig ist, zu den bekanntesten Anbietern hochwertiger Mikroskopiesysteme für Routineeinsätze und Forschungsaufgaben.

Zum Angebot gehören aufrechte und inverse Mikroskope, Stereomikroskope und Lichtquellen, Metrologie-Systeme, Imaging-Systeme – darunter Komplettlösungen für das Live-Cell-Imaging–, Makro-Fluoreszenzmikroskope, TIRFM-Systeme, konfokale Mikroskope, Mikrodissektionssysteme, Screening-Stationen sowie Lösungen für die virtuelle Mikroskopie. Zu den sicherlich wichtigsten Neuheiten der jüngsten Zeit gehört das Biolumineszenz-Mikroskop (BLM) LV200 LuminoView für das Langzeit-Imaging lebender Zellen. Es ist das erste im Handel erhältliche Lumineszenz-Mikroskop, mit dem sich die komplette Versuchsumgebung kontrollieren lässt. Es produziert eine deutlich höhere Signalstärke als herkömmliche Systeme, erlaubt den Einsatz stark vergrößernder Objektive und liefert damit eine sehr gute Einzelauflösung.

Olympus ist seit 1971 Anbieter von Analysesystemen und Reagenzien für klinische Labore. Zum Angebot gehören unter anderem Analyser für die klinische Chemie und Immunchemie (Modelle der AU-Serie), Systeme für die Laborautomation und Workflow-Optimierung prä- und postanalytischer Arbeitsprozesse (Labormanagement-System OLA2500 in verschiedenen Konfigurationen) sowie Mikrotiterplatten-Systeme für die Blutgruppen-Serologie (PK7300), Elektrophorese-Geräte (Hite320) und Datenmanagement-Systeme für die Organisation und Verwaltung von Labordaten (dataWizard).

Zu den neusten Modellen in diesem Segment gehören das Hochleistungssystem AU3000i für die Immunchemie mit 240 Testergebnissen pro Stunde und der AU-CONNECTOR (Probenmanagementsystem für klinische und Immunchemie).

Geräte und Reagenzien für die Lebensmittelanalytik gehören ebenfalls zum Produktportfolio.

Im Februar 2009 hat Olympus entschlossen, sich aus der Diagnostikbranche komplett zurückzuziehen und diese Sparte an Beckmann Coulter (einen amerikanischen Mitwettbewerber) zu veräussern.

Globales Forschungs- und Entwicklungszentrum für den Bereich Life Science ist die im Oktober 2007 in München eröffnete Olympus Life Science Research Europa GmbH. Das Unternehmen fasst hier die Forschung, Entwicklung und Produktion für die Bereiche In-vitro-Diagnostik, Laborautomation und Molekular-Biologie sowie Teile von Digitale Bildverarbeitung und Applikation in der Mikroskopie in einem Standort zusammen.

Für die zerstörungsfreie Inspektion von Motoren, Turbinen, industriellen Anlagen, Rohrleitungssystemen oder schwer zugänglichen Hohlräumen bietet Olympus eine Reihe von industriellen Endoskopen für die schnelle und präzise Analyse an. Dazu gehören Videoskope, Fiberskope und Boreskope.

Zu den neusten Entwicklungen von Olympus gehört unter anderem das Videoskopsystem IPLEX FX. Es wurde für die verschiedensten Inspektionsanwendungen konzipiert und ist trotz seiner robusten Bauweise relativ leicht (6,4 kg in Vollausstattung). Zu seinen Besonderheiten gehört, dass es ohne Lüfter betrieben wird. Auf diese Weise wird vermieden, dass Feuchtigkeit oder Fremdkörper ins Innere des Gerätes eindringen können.

Ebenfalls Teil des Industrial-Sortiments sind digitale Hochgeschwindigkeitskameras für die Aufzeichnung extrem schnell ablaufender Prozesse (Crashtests, ballistische Prüfungen etc.). i-SPEED3 von Olympus ist zum Beispiel in der Lage, bis zu 150.000 Bilder pro Sekunde aufzunehmen.

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HDRI-Erzeugung aus Belichtungsreihen

Oben: die bei drei Pixeln mit fünf unterschiedlichen Belichtungszeiten beobachtete logarithmische Kamerakurve. Unten: die rekonstruierte Kamerakurve nach dem korrekten Zusammenfügen der einzelnen Kurvenabschnitte

In der Digitalfotografie kann ein HDR-Bild mit hohem Helligkeitsumfang aus einer Belichtungsreihe von herkömmlichen Bildern mit geringem Helligkeitsumfang (LDR-Bildern) erzeugt werden. Da heutige HDR-Bildsensoren und -Kameras sehr teuer sind, ist diese Technik in Verbindung mit herkömmlichen Digitalkameras das Mittel der Wahl, um kostengünstig HDR-Bilder zu erzeugen.

Wenn eine Szene mehrmals mit unterschiedlichen Belichtungszeiten aufgenommen wurde, enthält jedes Bild unterschiedliche Pixel, die über- oder unterbelichtet wurden. Zur Erzeugung eines HDR-Bildes wird davon ausgegangen, dass die Helligkeit und Farbe der meisten Pixel in mindestens einem Bild der Serie korrekt wiedergegeben werden.

Unter der Annahme, dass die Kamera auf Helligkeit linear anspricht, kann jedes Einzelbild auf die gleiche Helligkeitseinheit gebracht werden, indem man dessen Pixelwerte durch die Belichtungszeit teilt. Anschließend kann ein HDR-Bild erzeugt werden, indem der Mittelwert der Einzelbilder unter Ausschluss der über- und unterbelichteten Pixel berechnet wird. Die Umwandlung des so erzeugten HDR-Bildes in ein LDR-Bild zur Anzeige auf herkömmlichen Bildschirmen geschieht mittels Tone Mapping.

In der Praxis weisen Digitalkameras kein lineares Ansprechverhalten auf, sondern sind durch eine „Kamerakurve“ (opto-elektronische Übertragungsfunktion, auch opto-electronic conversion function oder OECF) charakterisiert, die angibt, wie die Kamera auf unterschiedliche Helligkeiten reagiert. Außerdem stehen meist weder die Kamera noch die abgebildeten Objekte völlig still. Hinzu kommt, dass die Kameraoptik einen Teil des Lichts streut, was zu unerwünschten Lens-Flare-Effekten führt, die korrigiert werden müssen. Auch aus unterschiedlich lange belichteten und entwickelten Negativfilmen kann ein HDR-Bild erzeugt werden, wobei hier einige dieser Probleme nicht auftreten.

Bei der Kombination der Einzelbilder zu einem HDR-Bild müssen zwar die über- und unterbelichteten Pixel ignoriert werden, dies lässt jedoch die Frage offen, wie die Pixel mit dazwischen liegender Helligkeit im Verhältnis zu den Pixeln der anderen Einzelbilder gewichtet werden sollen. Hierzu wurden verschiedene Methoden vorgeschlagen.

Mann und Picard gehen davon aus, dass eine höhere Empfindlichkeit beim Ansprechverhalten des Bildsensors zu einem zuverlässigeren Helligkeitswert führt, und schlagen deshalb als Gewichtungsfunktion die Ableitung der Kamerakurve vor. Debevec und Malik hingegen stellten fest, dass Pixel mit einem mittleren Helligkeitswert am zuverlässigsten sind, und nutzten daher zur Gewichtung eine zu den Extremen abfallende Funktion. Mitsunaga und Nayar legten anhand von signaltheoretischen Argumenten dar, dass höhere Werte weniger anfällig für Rauschen sind, und multiplizierten daher Mann und Picards Funktion mit dem Pixelwert. Mitsunaga und Nayars Gewichtungsfunktion kann mit Debevec und Maliks Funktion multipliziert werden, um zweifelhafte Intensitätswerte nahe den Extremen zu vermeiden.

Da die Kamera bei der Aufnahme der Einzelbilder selbst bei Nutzung eines Stativs oft wackelt, kommt es beim Zusammenführen der Einzelbilder zu Unschärfe, sofern ihre Position nicht vorher angeglichen wird. Zwar wurden vor allem im Bereich des maschinellen Sehens diverse Techniken entwickelt, um mehrere Bilder anzugleichen, doch nur wenige befassen sich speziell mit dem Problem der HDR-Erzeugung.

Kang et al. lösen das Problem der Positionsangleichung durch eine Variante des Motion-Estimation-Algorithmus von Lucas und Kanade. Für jedes Pixel zwischen zwei aufeinanderfolgenden Einzelbildern wird ein Bewegungsvektor ermittelt, der anschließend korrigiert wird. Sobald für jedes Pixel der Bewegungsvektor ermittelt ist, werden aufeinanderfolgende Einzelbilder verformt und können zusammengeführt werden.

Vorteilhaft an diesem Verfahren ist, dass größere Bewegungen sowohl der Kamera als auch der Objekte kompensiert werden. Daher eignet es sich zur Aufnahme von HDR-Videos, wobei mehrere unterschiedlich belichtete Aufnahmen zu je einem HDR-Einzelbild des Videos zusammengefasst werden. Ein Nachteil des Verfahrens ist, dass zu seiner Anwendung die Kamerakurve bekannt sein muss.

Weitere Methoden zur Positionsangleichung, die Änderungen der Perspektive oder Rotationen korrigieren können, wurden von Candocia sowie Kim und Polleyfeys entwickelt.

Eine einfache und schnelle Technik, die ohne die Kamerakurve auskommt, verwendet eine so genannte Schwellenwert-Bitmap (Mean Threshold Bitmap). Hierbei werden aus den Einzelbildern Schwarzweißbilder erzeugt, deren Verschiebung relativ zu einem willkürlich bestimmten Referenzbild sich leicht berechnen lässt.

Dazu wird jedes Einzelbild zunächst in ein Graustufenbild umgewandelt. Anschließend wird daraus eine Schwellenwert-Bitmap berechnet, wobei der Median der Helligkeit als Schwellenwert genommen wird. Bei sehr hellen oder dunklen Bildern werden andere Schwellenwerte verwendet, um exzessives Rauschen zu vermeiden. Im Gegensatz zu Kantendetektionsfiltern bieten Schwellenwert-Bitmaps auch bei unterschiedlichen Belichtungszeiten ein konsistentes Abbild der aufgenommenen Szene.

Zusätzlich werden aus um Zweierpotenz-Faktoren verkleinerten Versionen des Graustufenbilds weitere Bitmaps auf die gleiche Weise berechnet. Ausgehend von den jeweils kleinsten Bildversionen wird die XOR-Differenz zur Referenzbitmap berechnet, wobei die Bitmap um ±1 Pixel in der X- und Y-Achse verschoben werden kann. Bildbereiche, deren Graustufenwert nahe am Schwellenwert lag, werden dabei ignoriert, da sie in der Bitmap oft verrauscht sind. Dies wiederholt sich für jede nächstgrößere Bildversion, wobei die Verschiebungen jeweils zusätzlich zu der Position erfolgen, die im vorhergehenden Schritt die kleinste XOR-Differenz ergeben hat. Am Ende kann so die Position des Bildes relativ zum Referenzbild ermittelt werden.

Die Schwellenwert-Technik hilft nur gegen Verwacklungen und ist nicht bei einzelnen bewegten Objekten und größeren Zooms oder Rotationen der Kamera anwendbar.

Auf die Pixelwerte der Einzelbilder muss vor ihrer Zusammenführung zu einem HDR-Bild die Umkehrfunktion der Kamerakurve angewandt werden, um lineare Helligkeitswerte zu erhalten. Diese Funktion wird im Allgemeinen nicht von den Kameraherstellern veröffentlicht. Eine sRGB-Tonwertkurve ist keine brauchbare Annahme, da die meisten Hersteller den Farbkontrast über die sRGB-Kurve hinaus erhöhen, um ein lebendiger wirkendes Bild zu erhalten. Außerdem wird die Kurve oft zu den Extremen hin verändert, um weichere Glanzlichter und weniger sichtbares Rauschen in dunklen Bereichen zu erhalten. Falls das Verhalten der Kamera sich nicht in Abhängigkeit von der Belichtungszeit ändert, ist es möglich, die Kamerakurve aus einer Bilderserie mit unterschiedlichen Belichtungszeiten zu ermitteln. Es wird dabei empfohlen, die Funktion nur einmal anhand einer Szene mit vielen neutralen Grautönen festzustellen und anschließend für alle Szenen wiederzuverwenden.

Die unterschiedlichen Werte, die jeder Punkt des Bildes in Abhängigkeit von der Belichtungszeit annimt, stellen eine Annäherung an die Kamerakurve dar. Da die Belichtungszeiten der Einzelbilder bekannt sind, kann die Kurve rekonstruiert werden. Das nebenstehende Bild zeigt die Kamerakurve, die an drei unterschiedlichen Bildpositionen mit jeweils fünf unterschiedlichen Belichtungszeiten ausgewertet wurde. Zwar lässt sich so die Form der Kurve in jedem Bereich ermitteln, nicht jedoch, wie die einzelnen Kurvenabschnitte miteinander verbunden sind. Debevec und Malik lösen dieses Problem durch lineare Optimierung, also durch Berechnung der Parameter einer Zielfunktion, die die mittlere quadratische Abweichung zu den Punkten minimieren. Dabei werden die drei RGB-Farbkanäle unabhängig voneinander behandelt. Ein etwas aufwändigeres Verfahren wurde von Mitsunaga und Nayar veröffentlicht. Die Zielfunktion berücksichtigt hierbei auch variable Verhältnisse aufeinanderfolgender Belichtungszeiten. Dies erlaubt es, die Kamerakurve auch bei preisgünstigen Digitalkameras, bei denen die Blende und Belichtungszeit nicht genau bekannt sind, angenähert zu rekonstruieren.

Diese Techniken nutzen eine Reihe von Bildpositionen, die den gesamten Helligkeitsbereich möglichst gut abdecken. Zwar wäre es möglich, alle Pixel des Bildes zu verwenden, dies wäre jedoch ineffizient und würde durch Bildrauschen zu Instabilitäten führen. Stattdessen wird vorgezogen, eine Reihe von kleinen Bildregionen mit jeweils annähernd gleicher Helligkeit strategisch auszuwählen (Reinhard u. a. geben als Richtwert 50 Regionen von je 12×12 Pixel an). Dazu wird vom Bild mit geringster Belichtungszeit ausgegangen. Für jedes Bild wird bestimmt, wie viele Regionen des vorhergehenden Bildes noch gültig sind, und wie viele neu gewählt werden müssen. Anschließend werden die benötigten neuen Regionen zufällig ausgewählt, wobei sichergestellt wird, dass sie heller als alle vorhergehenden sind, keine bereits vorhandene Regionen überlappen und sich im für die aktuelle Belichtungszeit gültigen Helligkeitsbereich befinden.

Wenn sich während der Aufnahme der Einzelbilder Objekte oder Personen in der Szene bewegt haben, so erscheinen sie im kombinierten HDR-Bild verschwommen. Die Motion-Estimation-Technik von Lucas und Kanade versucht dieses Problem durch Verformung von Bildregionen zu lösen, kann aber leere Bildregionen hinterlassen und ist bei komplexen Bewegungen machtlos. Eine andere Möglichkeit besteht darin, für diejenigen Regionen, in denen sich der Bildinhalt ändert, nur jeweils ein Einzelbild auszuwählen; die HDR-Eigenschaften gehen dann in diesen Regionen verloren. Diese Methode liefert nur dann brauchbare Ergebnisse, wenn in den betreffenden Regionen die Helligkeit annähernd einheitlich ist.

Um die Bildregionen mit Bewegungsanteil automatisch zu erkennen, kann für jedes Pixel die gewichtete Varianz aller Einzelbilder berechnet werden. In diesem Varianzbild werden per Floodfill ein „Hintergrundbild“ mit niedriger Varianz sowie zusammenhängende Regionen mit hoher Varianz ermittelt. Das für eine Region zu wählende Einzelbild ist dasjenige, das die hellsten in der Region vorkommenden Bereiche bei möglichst hoher Belichtungszeit enthält. Damit Bereiche mit niedriger Varianz innerhalb einer Region bestehen bleiben, wird zwischen dem originalen HDR-Bild und dem gewählten Einzelbild je nach Varianz eines Pixels interpoliert. Das Ergebnis ist oft nicht perfekt, da Artefakte wie fehlende Objektteile auftreten können.

Die meisten Digitalkameras enthalten eine Optik, die für LDR-Bilder ausgelegt wurde. Selbst unter Verwendung hochwertiger Kameras treten diese Beschränkungen in Form der Linsenstreuung (Lens Flare) zutage. Die Linsenstreuung kann durch die Punktspreizfunktion (PSF) angenähert charakterisiert werden. Diese Funktion gibt den beobachteten radial symmetrischen Lichtabfall einer Punktlichtquelle in völlig dunkler Umgebung an. Sie wird durch viele Parameter beeinflusst und kann je nach Bild unterschiedlich ausfallen. Daher zieht man es vor, die PSF aus jedem neu aufgenommenen HDR-Bild zu ermitteln.

Um die PSF ausgehend von einem HDR-Bild zu berechnen, nutzt man die Tatsache aus, dass im Bild einige dunkle Pixel neben sehr hellen Pixeln liegen. Durch Ermittlung der minimalen Pixelwerte, die sich in bestimmten Abständen zu allen hellen Pixeln befinden, kann die PSF angenähert werden. Dazu wird der minimale Pixelwert bei einem bestimmten Abstand durch den Wert des hellen Pixels geteilt. Hier muss berücksichtigt werden, dass helle Pixel nahe beieinander liegen können und somit die durch einen bestimmten Radius definierten Kreise einander überlappen.

Sobald die PSF ermittelt wurde, kann die Linsenstreuung ausgefiltert werden, indem für jedes Pixel die durch den Pixelwert gewichtete PSF von dessen Umgebung abgezogen wird.

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Source : Wikipedia