Depeche Mode

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Geschrieben von bishop 22/03/2009 @ 19:07

Tags : depeche mode, pop, musik, kultur

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Depeche Mode

Depeche Mode in Barcelona, Februar 2006

Depeche Mode ist eine englische Synthie-Band, die 1980 in Basildon in der Nähe von London gegründet wurde. Der Name ist einem französischen Modemagazin namens „Dépêche Mode“ entliehen. Weltweit hat die Band rund 56 Millionen Alben und 35 Millionen Singles verkauft. Sie gilt als eine der einflussreichsten Bands der letzten 20 Jahre.

1979 gründeten die drei Schulfreunde Andrew Fletcher (Bass), Martin Gore (Keyboard) und Vince Clarke (Gitarre, Gesang) eine Band mit dem Namen „Composition of Sound“. Nach ersten Auftritten als Trio wurde Dave Gahan als Sänger engagiert. Die Band benannte sich auf Gahans Vorschlag hin 1980 nach einem französischen Modemagazin in „Depeche Mode“ um, verbannte alle herkömmlichen Rock-Instrumente und verlegte sich ganz auf synthetische Klangerzeuger. Nachdem das Quartett zunächst erfolglos Demoaufnahmen an Plattenfirmen verschickt hatte, wurden Depeche Mode im Herbst 1980 von Daniel Miller, dem Gründer des britischen Independent-Labels Mute Records, entdeckt, als sie im Vorprogramm von Fad Gadget spielten. In der Urbesetzung Dave Gahan (Gesang), Andrew Fletcher, Martin Gore und Vince Clarke (alle Synthesizer) begannen im Dezember 1980 erste Plattenaufnahmen.

Depeche Mode profitierten zunächst vom in dieser Zeit in Großbritannien grassierenden „Synthesizer-Boom“, der – maßgeblich ausgelöst durch die deutsche Band Kraftwerk − eine Reihe von neuen Bands und Künstlern wie Gary Numan, O.M.D. oder The Human League populär machte. Bereits die zweite Single „New Life“ wurde auf der Insel zu einem Hit, der Nachfolger „Just can't get enough“ kletterte im Herbst 1981 sogar bis in die britischen Top Ten.

Im November 1981 erschien das erste Album „Speak & Spell“, das mit unbeschwert-tanzbarem Synthie-Pop aufwartete und zumindest in Großbritannien ebenfalls zu einem kommerziellen Erfolg wurde. Kurz nach Veröffentlichung des Debüts verließ Songschreiber Vince Clarke die Band, um sich erst Yazoo (1981–83), dann The Assembly (1983) und später ab 1985 Erasure zu widmen. Gore, der bereits auf „Speak & Spell“ zwei Stücke beigesteuert hatte, trat als Komponist und Texter in die Fußstapfen von Clarke. Auch wenn viele Musikjournalisten nach Clarkes Weggang vom schnellen Ende des Trios überzeugt waren, konnte sich auch der zweite, im Herbst 1982 veröffentlichte Longplayer „A Broken Frame“ in den britischen Charts behaupten. Auf diesem Album kündigt sich bereits ein stilistischer Wandel an, weg vom leichten Discosound der Anfangszeit, hin zum bis heute prägenden schwermütigen Electropop.

Anfang 1982 stieß der Keyboarder Alan Wilder durch eine Anzeige im „Melody Maker“ zur Band. Wilder fungierte zunächst nur als Ersatz für Clarke bei Live- und Fernsehauftritten und wurde erst nach der Veröffentlichung von „A Broken Frame“ als vollwertiges Mitglied in die Band aufgenommen. Als einziger des Quartetts konnte er eine klassische musikalische Ausbildung vorweisen und zeichnete in der Folgezeit maßgeblich für das klangliche Erscheinungsbild der Band verantwortlich. Wilders Faible für ausgefallene Soundarrangements sollte – in Kombination mit Gores eingängigen Melodien und Gahans flehendem Bariton – zum unverwechselbaren Markenzeichen von Depeche Mode werden.

Das 1983 erscheinende Studioalbum „Construction Time Again“ trug bereits eindeutig Wilders Handschrift. Erstmals kam hier die neue Technik des Sampling zum Einsatz, das Stück „Pipeline“ basierte sogar nahezu ausschließlich auf Fragmenten aus Industrie- und Alltagsgeräuschen. Das 1984 veröffentlichte Nachfolgealbum „Some Great Reward“ perfektionierte den sample-basierten Maschinensound und enthielt mit „People Are People“ und „Master And Servant“ zwei Singlesauskoppelungen, die erstmals weltweit hohe Chartplatzierungen erreichten. Das frühe Schaffen wurde 1985 auf der Single-Compilation „The Singles 81–85“ zusammengefasst.

Mit „Black Celebration“ lieferte die Band 1986 ihr bislang düsterstes, von schwarzer Romantik durchzogenes Werk ab, ohne indes erprobtes Pop-Terrain zu verlassen. Erst die ein Jahr später veröffentlichte LP „Music for the Masses“ wartete mit musikalischen Neuerungen auf. Die Songs klangen transparenter, vielfältiger und wiesen deutliche Einflüsse der Minimal Music auf, außerdem wurden verstärkt Gitarrenriffs und akustische Instrumente wie Klavier, Akkordeon oder Flöte – wenn auch in gesampelter Form – in die elektronischen Klanglandschaften integriert. Die anschließende, 101 Konzerte umfassende Tour markierte den bisherigen Karrierehöhepunkt der Band. Depeche Mode schafften den kommerziellen Durchbruch in den USA und avancierten als erste Synthie-Band zum Stadion-Act. Ein Mitschnitt des von rund 70.000 Zuschauern besuchten Abschlusskonzerts im Pasadena Rosebowl Stadium wurde Anfang 1989 als Live-Doppelalbum „101“ veröffentlicht, begleitet von einem gleichnamigen Film (gedreht vom Dokumentarfilmer D. A. Pennebaker), der während der US-Tour entstand.

Obwohl Depeche Mode zu einer der erfolgreichsten Popgruppen der 1980er Jahre aufsteigen konnten – allein in der Bundesrepublik hatten sie in der Dekade mit elf Titeln mehr Top-Ten-Hits als jeder andere Künstler – waren sie bei Musikkritikern meist unbeliebt. Als naive Teenie-Band verschrien, wurden Depeche Mode insbesondere in Großbritannien aufgrund ihrer demonstrativ um Ernsthaftigkeit bemühten Attitüde lange Zeit belächelt.

1990 erschien das Album „Violator“. Die erste Single „Personal Jesus“ enthielt akustische Gitarrenelemente, welche einen weiteren Schritt in ihrer musikalischen Weiterentwicklung symbolisierten. Die zweite Single „Enjoy the Silence“ gilt bislang als erfolgreichster und bekanntester Hit der Band. Entsprechend schlug „Violator“ alle bandinternen Verkaufsrekorde (laut dem im Jahre 2006 erschienenen Re-Release wurde das Album bereits über 7,5 Mio. mal weltweit verkauft). Das Rolling Stone Magazin führt Violator auf der Liste der „500 besten Alben aller Zeiten“ auf Platz 342 und die Single „Personal Jesus“ schafft es auf Platz 368.

Mit „Songs of Faith and Devotion“ gingen Depeche Mode 1993 auf dem stilistischen Pfad weiter, der sich im Lied „Personal Jesus“ des Vorgängeralbums bereits angedeutet hatte: Elemente aus der Rockmusik, wie akustische Drumsets oder verzerrte Gitarren, paarten sich zusammen mit Gospel- und Soul-Fragmenten sowie elektronischen Klängen und erzeugten einen neuen Stil in der Musik von Depeche Mode.

Die Aufnahmen während der anschließenden Welttournee führten zur Veröffentlichung des Albums „Songs of Faith and Devotion – Live“ (1993), welches alle Lieder der CD als Liveversionen enthält. Der niederländische Fotograf Anton Corbijn drehte mit „Devotional“ einen ebenfalls 1993 veröffentlichten Konzertfilm der Tournee, welcher sogar für einen Grammy nominiert wurde.

Unmittelbar nach der Welttournee geriet die Band in eine existenzielle Krise: Am 1. Juni 1995 verließ Alan Wilder die Band, um sich fortan seinem Soloprojekt Recoil zu widmen. Gahan unternahm 1995 auf Grund seiner Heroinsucht einen Suizidversuch, indem er sich die Pulsadern aufschnitt. Am 28. Mai 1996 spritzte er sich einen Koks- und Heroin-Speedball, bei dem er in Ohnmacht fiel. Wenig später blieb sein Herz stehen und Dave Gahan war für zwei Minuten klinisch tot. Rettungssanitäter holten ihn zurück ins Leben. Daraufhin begab er sich in ein Therapieprogramm für Drogenabhängige. Erste Aufnahmen für das nachfolgende Studioalbum mussten auf Grund des desolaten Zustandes Gahans abgebrochen werden. Der Song "Sister of Night" resultiert aus diesen ersten Aufnahmen. Allgemein wurde in dieser Zeit erwartet, dass sich die Band auflösen würde.

Obwohl von ihrem soundtechnischen „Mastermind“ Alan Wilder verlassen, raufte sich das verbliebene Trio zusammen und ging 1996 ins Studio. Ergebnis war das 1997 veröffentlichte Album „Ultra“. Nach der Veröffentlichung ihrer zweiten Hitbilanz im Folgejahr („The Singles 86–98“) ging die Band auch wieder auf Welttournee.

Im Jahr 2001 wurde das Studioalbum „Exciter“ veröffentlicht. Dem Trend der Musikindustrie folgend, Live-Konzerte vorzugsweise auf DVD herauszubringen, veröffentlichten auch Depeche Mode im Jahr 2002 ein Live-Konzert der Exciter Tour auf DVD („One Night in Paris“).

Nach der Tournee widmeten sich Dave Gahan und Martin Gore jeweils Solo-Projekten. 2004 erschien dann eine Sammlung alter und neuer Remixes unter dem Namen „Remixes 81..04“, darunter das als Single veröffentlichte „Enjoy the Silence 04“ von Mike Shinoda.

Das folgende Depeche-Mode-Studioalbum „Playing the Angel“ erschien in Deutschland am 14. Oktober 2005 und schaffte es in Deutschland und 17 weiteren Ländern an die Spitze der Album-Charts. Neu an diesem Album war, dass Dave Gahan mit anderen Musikern drei Songs schrieb, von denen „Suffer Well“ als Single veröffentlicht wurde. Die an das Album anschließende Welttournee wurde auf DVD („Touring the Angel – Live in Milan“, 2006) dokumentiert. Außerdem erschienen in Zusammenarbeit mit LiveHereNow Mitschnitte diverser Open-Air-Konzerte der Tour als Doppel-CD.

Im Anschluss an die Tour wandelten die Bandmitglieder erneut auf Solopfaden, bis im Mai 2008 die Arbeiten an einem neuen Depeche-Mode-Album begannen. In der Zwischenzeit erschienen unter dem Namen „The Best Of, Volume 1“ eine CD- und eine Video-Kompilation (Ende 2006). Die CD enthält 17 alte und mit „Martyr“ einen neuen, auch als Single veröffentlichten Song. Auf der DVD befinden sich 23 Musikvideos. Mitte 2008 gab Depeche Mode die Trennung von ihrem US-Label Warner Music (Sire/Reprise) bekannt. Alle neuen Veröffentlichungen werden nun weltweit bei Mute Records (EMI) erscheinen.

Das neue Album „Sounds of the Universe“ wird in Deutschland am 17. April 2009 veröffentlicht, zwei Wochen zuvor erscheint die erste Single-Auskopplung „Wrong“. Der Song wurde als Weltpremiere bei der Echoverleihung 2009 am 21. Februar 2009 in Berlin live uraufgeführt; die Airplay-Premiere bei allen Radiosendern erfolgte am selben Abend.

Ab Mai 2009 geht die Band auf Welttournee mit dem Namen „Tour of the Universe“.

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Kraftwerk (Band)

Kraftwerk live in Stockholm

Kraftwerk ist eine deutsche Band aus Düsseldorf, die 1970 gegründet wurde und noch immer aktiv ist.

Sie ist vor allem durch die Pionierarbeit auf dem Gebiet der elektronischen Musik bekannt geworden. Musikstücke der Band beeinflussten zahlreiche Musikstile wie Synthie Pop, Electro Funk oder Detroit Techno.

1968 gründeten Ralf Hütter und Florian Schneider-Esleben die Gruppe Organisation, den Vorläufer von Kraftwerk, die nur ein Album Tone Float hervorbrachte. Anfang 1970 installierten sie ihr Kling-Klang-Studio und starteten das Musikprojekt Kraftwerk. Das Album Kraftwerk wurde im Juli und August mit den Studioschlagzeugern Klaus Dinger und Andreas Hohmann aufgenommen und bei dem Philips-Label veröffentlicht. Das Album stieg bis auf Platz 30 der deutschen LP-Charts. Der Titel Ruckzuck wurde als Titelmusik für die Sendung auslandsjournal ausgewählt. Ralf Hütter verließ Ende 1970 für einige Monate Kraftwerk, um sein Architekturstudium zu beenden. Am 26. Dezember gab Kraftwerk ein Konzert in der Besetzung Florian Schneider-Esleben, Eberhard Kranemann (Bass, Cello), Charly Weiss (Drums).

Durch den Einstieg von Gitarrist Michael Rother und Klaus Dinger als Ersatz für Charly Weiss bestand Kraftwerk Anfang 1971 für ein paar Monate aus Schneider, Hohmann, Kranemann, Rother und Dinger. Im Studio von Conny Plank wurde eine Session aufgenommen, die aber nie veröffentlicht wird. Als Trio (Schneider, Dinger, Rother) hatte Kraftwerk in der Sendung Beat-Club mit dem Song Rückstoß Gondoliere einen Live-Auftritt im deutschen Fernsehen. Ende 1971 nahmen Ralf Hütter und Florian Schneider Kraftwerk 2 zwischen dem 26. September und dem 1. Oktober in ihrem eigenen Studio auf. Kraftwerk tourte fast ununterbrochen von 1971 bis 1972 in der Besetzung Plato Rivera, Florian Schneider, Ralf Hütter und Emil Schult.

Das zweite Album Kraftwerk 2 erschien im November 1971 bei Philips. Kraftwerk wurde durch das Magazin Sounds zur beliebtesten Band des Jahres gewählt. Florian Schneider belegte den zweiten Platz in der Rubrik Musiker des Jahres, und der Titel Ruckzuck wurde Song des Jahres.

Das dritte Album Ralf und Florian entstand im Juli 1973 und wurde im Oktober auf dem Philips-Label veröffentlicht. Der Verlag Kling-Klang wurde von Ralf Hütter und Florian Schneider gegründet. Wolfgang Flür wurde als Drummer für den Fernsehauftritt in aspekte im ZDF verpflichtet.

Die ersten drei Kraftwerk-Alben von Hütter und Schneider waren noch teilweise akustisch und experimentell ausgerichtet, bis sich Kraftwerk 1973 entschlossen, den Kraftwerk-Sound ausschließlich elektronisch zu gestalten und melodische Pop-Elemente zu integrieren. Das Ergebnis war das Album Autobahn, das nach Meinung vieler Experten einen Wendepunkt bedeutete und als erstes Album des Elektropop gilt. Die Songs bestehen zunehmend aus reduzierten Melodiefragmenten, die sich mit Phasen von Soundeffekten abwechseln, ein Merkmal, das bis heute im Wesentlichen die Musik von Kraftwerk bestimmt. Zudem integrierten Hütter und Schneider erstmals gesungene Melodien, die sich durch eine von allen Emotionen befreite, „kalte“ Singweise (Sprechgesang) auszeichnen. Autobahn ist das letzte Album, das bei Philips erscheint. Für Autobahn erhielt Kraftwerk erstmals weltweit Goldene Schallplatten, und die Single-Auskopplung des Titelstückes erklomm in den USA die Billboard-Charts. In Deutschland fand die Zeile „Wir fahr’n, fahr’n, fahr’n auf der Autobahn“ Eingang in den normalen Sprachgebrauch. Beflügelt durch den großen Erfolg gründeten Kraftwerk 1974 ihr durch die Plattenfirma EMI unterstütztes eigenes Kling-Klang-Label.

Im Februar 1975 verließ Klaus Roeder die Band. Er wurde durch den Drummer und Studiomusiker Karl Bartos ersetzt. Im Sommer 1975 wurde das Album Radio-Aktivität aufgenommen, das im November 1975 erschien. Erneut hatte Kraftwerk mit der Auskopplung des Titelsongs Erfolg: Radio-Aktivität stand im Frühsommer 1976 wochenlang auf Position 1 der französischen Charts. Hütter und Schneider besuchten daraufhin mit dem Trans-Europ-Express mehrmals Frankreich, und der begeisterte Rennradfahrer Ralf Hütter nahm die Einladung an, als Beobachter die Tour de France zu begleiten.

Ende 1976 nahmen Kraftwerk das sechste Album Trans Europa Express auf, das im ersten Quartal des Jahres 1977 veröffentlicht wurde. Schon kurz nach der Veröffentlichung wurde der Titelsong Trans Europe Express in den Ghettos von New York populär und zur Blaupause für den Grundrhythmus der neuen Musikrichtung Hip-Hop.

Nach fünf Jahren Fernsehabstinenz kehrten Kraftwerk am 29. März 1978 im ZDF auf den Bildschirm zurück. Als lebende Roboter (mit grauen Hosen, roten Hemden, schwarzen Krawatten mit sequenzierenden roten LEDs) präsentierten sie der Öffentlichkeit die neue Single (Wir sind …) Die Roboter. Im April 1978 erschien das nächste Kraftwerk-Album Die Mensch-Maschine mit dem Hit Das Model. Erneut setzte dieses Album Maßstäbe für die Musikindustrie und die folgenden Musikstile.

Als Gruppen wie Depeche Mode oder Ultravox, sich am Sound von Die Mensch-Maschine orientierend, erfolgreich wurden, hatten sich Kraftwerk bereits weiterentwickelt. Das achte Album Computerwelt erschien 1981. Computerwelt gilt deshalb als wichtiger Vorläufer der Musikrichtungen Electro und Techno. 1981 gingen Kraftwerk auf eine große Welttournee und konnten vor allem in Japan große Erfolge feiern. Eigens für die Tour ließen sich Kraftwerk vier den Gruppenmusikern identisch nachgebildete Roboter bauen, deren Bewegungsfreiheit zwar recht eingeschränkt war, die jedoch bei verschiedenen Promotion-Auftritten als Werbegag die (in der Nähe heimlich zuschauenden) echten Musiker ersetzten.

Es folgte eine längere Zeit mit nur wenigen Veröffentlichungen. Ausnahme war die im Juni 1983 erschienene Single Tour de France. Ein unter dem Arbeitstitel Techno Pop produziertes Album erschien im November 1986 mit dem Titel Electric Café. Der ausgekoppelte Titel Musique Non Stop eroberte die Charts und wurde beim Musiksender MTV in stündlicher Wiederholung gezeigt. Als zweite Auskopplung wählte man das von Karl Bartos gesungene Der Telefonanruf. Wolfgang Flür wurde für das Video zum letzten Mal engagiert.

Das gesamte Klangmaterial im Archiv des Kling-Klang-Studios wurde auf digitale Technik umgestellt, was sich auch auf die Bühnenshow auswirkte. Im Juni 1991 erschien der Remix von Die Roboter als Single (Top 10 der Charts in Deutschland, Frankreich, USA und Japan). Karl Bartos indessen verließ die Band vor Veröffentlichung des zehnten Albums The Mix. Es enthält neu digital produzierte und gemischte Klassiker.

Im Juli begannen Kraftwerk eine ausgedehnte Europatour mit den neuen speziell entwickelten beweglichen Robotern, die auch bei TV- und Fototerminen und bei Videos präsentiert wurden. 1992/93 steuerten Kraftwerk eine Titelmusik zur MTV-Sendung Music Non Stop bei, wobei es sich nicht um eine Variation des gleichnamigen Titels aus der TechnoPop-Ära zwischen 1983 und 1986, sondern um eine völlig neue Komposition handelte.

Auch gab es weitere Konzertserien und einen Auftritt im Rahmen einer großen Greenpeace-Aktion im Jahre 1992, ein Konzert auf der Ars Electronica 1993. Parallel spielte dort das Balanescu-Quartett seine Interpretationen der Kraftwerk-Klassiker. Es folgen 1997 Konzerte auf dem Electro-Festival Tribal Gathering 1997, zur Eröffnung des Zentrums für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe und der Klangart Osnabrück.

Florian Schneider wurde am 5. Februar 1998 als Professor für Medienkunst und Performance an die Karlsruher Hochschule für Gestaltung (HfG) berufen. 1998 folgte eine weitere Welttournee durch Japan, USA, Europa und erstmals Südamerika mit Auftritten auf dem Sonar-Festival in Barcelona und dem Roskilde-Festival in Dänemark.

Kraftwerk veröffentlichte nach der Tour de France 2003 das Konzeptalbum Tour de France Soundtracks. Es war das erste der Band, das sofort Platz 1 der deutschen Albumcharts erreichte. Mit Tour de France Soundtracks knüpften Kraftwerk thematisch an den bereits 1983 erschienen Song Tour de France an und verliehen so ihrer Leidenschaft für den Radsport Ausdruck.

2004 setzten Kraftwerk die Welttournee fort; sie war nahezu restlos ausverkauft. Die Tour umfasste insgesamt 105 Konzerte bis Mitte 2005. Am 6. Juni 2005 erschien zeitgleich mit dem letzten Tourabschnitt die Doppel-Live-CD/4-fach-Vinyl-Box mit dem Titel MINIMUM-MAXIMUM. Die Doppel-DVD im dts-Format mit gleichnamigem Titel, sowie eine mit Notebook betitelte Box mit CD, DVD und 88-seitigem Buch zur Tour, erschien am 2. Dezember 2005.

2006 gingen Kraftwerk in der Besetzung Hütter, Schneider, Schmitz und Hilpert auf eine Sommer-Tour mit Auftritten in Bergen, Oslo, Saalburg (SonneMondSterne), Pardubice (Summer of Love) und Gent (I love Techno). Die Kraftwerk-Tour 2008 mit Konzerten in den USA, Polen und Irland fand in der Besetzung Hütter, Schmitz, Hilpert und Stefan Pfaffe (als Video-Operator), ohne Florian Schneider, statt. Im November und Dezember wurden weitere Auftritte, unter anderem in Australien und Neuseeland, absolviert. Kurz nach den Konzerten gab Florian Schneider seinen Austritt bekannt. Dies wurde nun offiziell durch einen Sprecher der Plattenfirma EMI bestätigt.

Des Weiteren ist Der Katalog mit allen (ab Autobahn erschienenen) Alben im digital gemasterten „Kristallsound“ (Zitat: Ralf Hütter) des Kling-Klang-Studios in Aussicht. Allerdings steht noch kein Veröffentlichungstermin fest.

Im Rahmen der Movimentos-Festwochen der Autostadt werden Kraftwerk am 25. und 26. April 2009 drei Konzerte im alten Heizkraftwerk des Volkswagen-Werkes geben. Zwei Auftritte im Rahmen der Zwilling-Festivals Hurricane und Southside, die vom 19. bis zum 21. Juni 2009 in Deutschland stattfinden, wurden vom Veranstalter bestätigt.

Die Band inspirierte unzählige Künstler, darunter David Bowie, Human League, Depeche Mode, Duran Duran, Alphaville, O.M.D., Rammstein, Ultravox und Front 242. Außerdem haben sie einen großen Einfluss in der US-amerikanischen Electro-Funk- (Afrika Bambaataa u. a.) und später auch in der Detroit-Techno-Szene, die von Kraftwerks minimalistischen Arrangements und ihren tanzbaren Beats vor allem in der Anfangszeit stark geprägt wird. Auch Jahre später inspirierten Kraftwerk noch andere Musikkünstler. So sind charakteristische Sequenzen in Musikstücken wie Jay-Z feat. Foxy Browns – Sunshine (Die Mensch-Maschine) oder Coldplays – Talk (Computerliebe) wiederzufinden.

Kraftwerk entwickelten mit der Zeit ein griffiges Image-Konzept, mit dem sie sich deutlich von anderen elektronisch orientierten Rock- und Popbands abgrenzten. Schon der Name deutet auf das Hauptthema ihrer Songs, die moderne Technik und ihre Beziehung zum Menschen, hin. Mit dem Albumtitel Mensch-Maschine lässt sich ihr Image am besten beschreiben.

Kraftwerk beschreiben sich häufig als „(Musik-)Arbeiter“ oder „Techniker“ anstatt als Musiker, die einzelnen Bandmitglieder treten hinter dem Bild der Gruppe als System, als Maschine, zurück. Als Ausdruck dieses Konzepts kann man die Gewohnheit der Gruppe ab der zweiten Hälfte der 1970-er Jahre betrachten, Puppen und Roboter, die die Bandmitglieder darstellen, bei Presseauftritten anstatt der wirklichen Bandmitglieder fotografieren zu lassen. Auch bei Liveauftritten werden die echten Musiker zum Teil von den Bandrobotern ersetzt. Mit diesem „Mensch-Maschinen“-Image spielt die Band gerne humorvoll herum, was die diversen Fotos auf den Albumcovern und bestimmte phrasenhafte Aussagen der Bandmitglieder bei Interviews beweisen.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Tatsache, dass sie sich schon von Anfang an eindeutig zu ihrer deutschen kulturellen Identität bekennen und ihre Songtitel im Gegensatz zu den meisten anderen Bands der 1960er und 1970er Jahre auf Deutsch formulieren. Später lockerten sie diesen Grundsatz allerdings etwas auf und veröffentlichten ihre Titel grundsätzlich in mehreren Sprachen. Auf Radio-Aktivität wurden einige Lieder zweisprachig gesungen, ab Trans Europa Express erschienen alle Alben als deutsche und als englische Versionen, mit Ausnahme des jüngsten Studioalbums Tour de France Soundtracks.

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Enjoy the Silence

Enjoy the Silence ist der Titel eines Liedes der britischen Synthie-Pop-Band Depeche Mode aus dem Jahre 1990. Das Lied gehört zu den bekanntesten und kommerziell erfolgreichsten aus dem Repertoire der Band. Text und Musik stammen von Martin Gore.

Martin Gore hatte eine Demo-Version von „Enjoy the Silence“ aufgenommen, auf der er sich selbst nur auf einem Harmonium begleitete. Diese ursprüngliche Fassung war deutlich langsamer als die später veröffentlichte Version. Alan Wilder erkannte in der Komposition ein Hit-Potential und erstellte eine schnellere, umstrukturierte Fassung, die auf Zuspruch seiner Bandkollegen stieß. Martin Gore baute zusammen mit dem Produzenten Flood die Komposition weiter aus und spielte insbesondere ein prägnantes Gitarrenriff ein. Letztendlich überließ Gore den Gesang Dave Gahan.

Die ursprüngliche Demo-Version wurde nie veröffentlicht, jedoch für die erste Single-Veröffentlichung neu eingespielt.

Ungewöhnlich an der Konzeption des Liedes ist, dass der Titel „Enjoy the Silence“ – zumindest in der verbreiteten Single-Version – nicht gesungen wird. Auch in der Album-Version wird die Zeile erst, nachdem das Lied vollständig ausgeblendet ist, a Capella angefügt. Dagegen findet sich die Zeile in den zahlreichen Remixen des Liedes wieder.

Seit der Veröffentlichung ist „Enjoy the Silence“ fester Bestandteil des Live-Programms von Depeche Mode und wird auf der Bühne in der Regel mit ausladenden Instrumental-Passagen präsentiert.

2004 wurde das Lied in einer neuen Version, die der Linkin-Park-Produzent und Rapper Mike Shinoda produzierte, erneut veröffentlicht (unter dem Namen „Enjoy the Silence (Reinterpreted)“). Auch diese neue Version konnte sich weltweit in den Top 10 platzieren.

Der Erfolg des Liedes drückt sich auch in einer großen Anzahl von Cover-Versionen aus. Die bekanntesten Interpretationen stammen von Tori Amos und Lacuna Coil. Letztere Gruppe veröffentlichte das Lied ebenfalls als Single.

Ein Großteil dieser Versionen wurde auch – je nach Tonträger – in längeren Fassungen veröffentlicht (so genannter „Extended Remix“). Der „The Quad: Final Mix“ ist die längste Veröffentlichung von Depeche Mode überhaupt.

Neben diesen Versionen wurden verschiedene Live-Versionen auf CD und DVD von Depeche Mode veröffentlicht.

Zu „Enjoy the Silence“ veröffentlichte Depeche Mode zwei von Martin Gore geschriebene instrumentale B-Seiten, „Memphisto“ und „Sibeling“. „Memphisto“, ein Kunstwort aus Memphis und Mephisto, ist laut Gore der Name eines imaginären Films, in dem Elvis Presley einen Teufel spielt. Zu „Sibeling“ ließ sich Gore vom finnischen Komponisten Jean Sibelius inspirieren.

Zu „Enjoy the Silence“ existieren mehrere Videos. Das eigentliche Video zur Single zeigt Dave Gahan als König verkleidet mit einem Klappstuhl durch verschiedene Landschaften wandernd, sowie Schwarz-Weiß-Aufnahmen der Band und eine Rose, das Symbol der Single und des „Violator“-Albums. Der Regisseur Anton Corbijn ließ sich bei diesem Video von der Erzählung Der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry inspirieren. Der beim Video verwendete Mix von „Enjoy the Silence“ ist gegenüber der Single-Version leicht verändert, im Wesentlichen hat er ein anderes Intro und Dave Gahan singt am Ende analog zur Album-Version die Zeile „Enjoy the Silence“.

Im zweiten, zu Promotionszwecken gedrehten Video spielt die Band den Song auf dem Dach des World Trade Centers.

Zum 2004 veröffentlichten Remix „Enjoy the Silence (Reinterpreted)“ entstand ebenfalls ein Video. Der von Uwe Flade produzierte animierte Film zeigt auf virtuellen Monitoren Ausschnitte aus den Konzertfilmen Devotional und One Night in Paris von Depeche Mode.

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Vince Clarke

Vince Clarke 2005

Vincent John Martin (* 3. Juli 1960 in South Woodford, Essex, England) ist ein englischer Popmusiker. Er gründete die Bands Depeche Mode, Yazoo, The Assembly und ist Mitglied des Duos Erasure.

Clarke wuchs in Basildon im Südosten Englands auf und lernte als Jugendlicher, Violine und Klavier zu spielen.

In den späten 1970er Jahren trat Clarke zusammen mit seinem Schulfreund Andrew Fletcher unter dem Bandnamen No Romance in China auf. 1979 gründete er mit Fletcher und Martin Gore die Band French Look, die sie kurz darauf in Composition of Sound umbenannten. Vince Clarke trat dabei als Sänger der Band auf.

Clarke ist seit 2004 mit der Amerikanerin Tracy Hurley, Schwester der Independent-Filmemacherin Tonya Hurley, verheiratet. Das Paar lebt in Maine, USA. 2005 wurde ihr Sohn Oscar (benannt nach dem analogen Synthesizer "OSCar") geboren.

1980 stieß David Gahan zur Band und übernahm den Gesangspart. Kurz darauf änderte die Gruppe ihren Namen zu Depeche Mode. Bevor die Debütsingle Dreaming Of Me Anfang 1981 veröffentlicht wurde, nahm Vince den Künstlernamen Clarke an. Nach den weiteren Singles New Life und Just Can't Get Enough, welche den Durchbruch für die Band in England brachten, wurde das erste Album Speak & Spell veröffentlicht. Clarke schrieb den Großteil der Lieder. Doch bereits kurze Zeit später, im Dezember 1981, verließ er die Band.

Nach dem Ausstieg bei Depeche Mode tat sich Clarke mit seiner Schulfreundin Alison Moyet als Sängerin für das Duo Yazoo zusammen. Die beiden veröffentlichten zwei Alben und erreichten eine Reihe von Hits, darunter Don't Go und Only You. Yazoo trennte sich 1983, Moyet verfolgte eine Solokarriere.

Nachdem sich Yazoo aufgelöst hatte, gründete er mit Eric Radcliffe The Assembly (Gesang: Feargal Sharkey), die erste und einzige Single Never Never erschien 1983 und erreichte in England Chartplatz 4. Mit Paul Quinn veröffentlichte er 1985 den Song One Day.

1985 gab Clarke eine Anzeige im Fachmagazin Melody Maker auf, in der er nach einem Sänger suchte. Aus Tausenden von Bewerbungen entschied er sich für Andy Bell, mit dem er seitdem als Duo Erasure auftritt. Bis 2005 kam das Duo 17 Mal in die Top Ten der britischen Single-Charts. Fünf Alben erreichten die Top-Position. Im Mai 2007 erscheint das mittlerweile dreizehnte Studio-Album Light at the End of the World.

1982 gründete er zusammen mit dem Yazoo Produzenten und späteren The Assembly Partner Eric Radcliffe das eigene Plattenlabel Reset Records. Bis 1987 erschienen 8 teilweise von ihm selbst produzierte Singles, u.a. von Robert Marlow.

Zusammen mit Martyn Ware gründete er die Firma Illustrious Company. Die beiden veröffentlichten 1999 das Album Pretentious und 2001 das Album Spectrum Pursuit Vehicle.

1998 nahm er zusammen mit Phil Creswick (Ex- Big Fun) und Jason Creasy unter dem Namen Family Fantastic das Album Nice! auf, das 2000 in den USA veröffentlicht wurde. 2001 wurde ein weiteres Album mit dem Namen Wonderful aufgenommen. Sechs Jahre später wurde das Album 2007 veröffentlicht, bislang jedoch nur als digitaler Download.

2001 erschien in England die limitierte Single Knock On Your Door. An dem Projekt sind weiterhin Phil Creswick, Nigel Lewis und K. van Green beteiligt.

1997 schrieb er die Musik zu dem Film A Dirty Little Business. Der Film, in dem Erasure Partner Andy Bell eine Nebenrolle übernahm, erschien 2001 in England auf DVD. 2000 komponierte er die Musik für die Filme Blood und Bullfighter. Beide Filme sind seit 2003 bzw. 2005 in den USA auf DVD erhältlich. In dieser Zeit schrieb er auch die Musik für mehrere Kurzfilme von Tonya Hurley (Schwester seiner Frau).

Seit 1988 fertigt er in unregelmäßigen Abständen Remixe für andere Musiker an, unter anderem für Happy Mondays, Nitzer Ebb, Sparks, Simple Minds, Alison Moyet, Andy Bell, Betty Boo, Rammstein und Rosenstolz.

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Dave Gahan

Dave Gahan beim Schreiben von Autogrammen 2003

David "Dave" Gahan (* 9. Mai 1962 in Epping, Essex, England) ist Sänger und Frontmann der seit 1980 bestehenden Synthie-Pop-Band Depeche Mode.

David Gahan wuchs in schwierigen Verhältnissen auf. Bereits kurz nach seiner Geburt trennten sich seine Eltern, zu seinem leiblichen Vater Len hatte er keinen Kontakt mehr. Mutter Sylvia heiratete ihren zweiten Ehemann Jack Gahan, der David und seine ältere Schwester Susan adoptierte und wie seine eigenen Kinder behandelte. Die Brüder Peter und Philip bereicherten kurz darauf die Gahan-Familie. Jedoch verstarb sein Adoptivvater, als David 10 Jahre alt war. In seiner Jugend wurde David Gahan kriminell, stahl Autos und trat der Graffiti-Szene bei.

Nach Abschluss der Schule versuchte Gahan, sich mit diversen Jobs über Wasser zu halten, bis er schließlich am Southend Art College, einer Kunsthochschule, angenommen wurde. Dort schloss er eine Ausbildung zum Designer ab.

1980 traf Gahan auf Vince Clarke, der gerade zusammen mit Andrew Fletcher und Martin Gore die Band Composition of Sound gegründet hatte. Zunächst übernahm Gahan Roadie-Tätigkeiten, später engagierte ihn die Band als Sänger. Kurz darauf benannte sich die Band in Depeche Mode um. Den Namen hatte Gahan vorgeschlagen, inspiriert durch das französische Modemagazin Dépêche Mode.

Nachdem die Band von Daniel Miller, dem Chef des Plattenlabels Mute, bei einem Konzert entdeckt wurde, ging alles sehr schnell. 1981 erschien das erste Album Speak & Spell, die dritte Single-Auskopplung Just Can't Get Enough erreichte in Großbritannien bereits Chartplatz 8. Mit der Single People Are People gelang Depeche Mode 1984 der internationale Durchbruch (u. a. Platz 1 in Deutschland), 1988 erreichte die Band ihren vorläufigen Höhepunkt, als sie im ausverkauften Pasadena Rosebowl Stadium vor über 75.000 Zuschauern das Abschlusskonzert einer 101 Auftritte umfassenden Welttournee gab.

Dave Gahan heiratete 1985 Joanne Fox, von der er sich 1991 scheiden ließ. Zusammen haben sie einen Sohn, Jack. 1992 heiratete er in Las Vegas die Rockjournalistin Teresa Conroy, von der er Mitte der 90er-Jahre wieder geschieden wurde. Gahan lebt zurzeit mit seiner dritten Ehefrau Jennifer, deren Sohn (Jimmy) aus einer früheren Beziehung, den er adoptiert hat, und der gemeinsamen Tochter Stella Rose, die 1999 geboren wurde, in New York.

Bereits in den frühen 90er-Jahren gab sich Gahan zunehmend Drogen hin, er wurde Heroin- und Kokain-abhängig. Nach der kräftezehrenden Songs of Faith and Devotion-Tour 1993/94 (insgesamt 174 Konzerte in 14 Monaten) wuchsen die Spannungen innerhalb der Band. Gahan rutschte immer tiefer in den Drogensumpf. Überfordert von den Problemen, verließ ihn seine zweite Frau Theresa Conroy, die er 1992 geheiratet hatte.

Nach einem Suizid-Versuch am 17. August 1995 (er schnitt sich die Pulsadern auf) wurde er in eine Entzugsklinik eingewiesen. Doch dort konnte ihm nicht geholfen werden, bereits nach wenigen Tagen wurde er wieder entlassen. Am 28. Mai 1996 spritzte er sich in einem Hotelzimmer einen Speedball, einen Cocktail aus Heroin und Kokain. Er war daraufhin für zwei Minuten klinisch tot, jedoch konnten ihn die Notärzte wiederbeleben. Erneut kam er in eine Entzugsklinik, diesmal auf gerichtliche Anordnung für neun Monate. Diesmal schaffte er den Ausstieg und ist seitdem nach eigener Aussage clean. Die Band setzte daraufhin die Aufnahmen zum nächsten Album Ultra fort, das bereits 1997 erschien. Auf eine Tour wurde allerdings zunächst noch verzichtet.

Bei Depeche Mode war die Rollenverteilung immer klar: Dave Gahan war Sänger und Frontmann, Martin Gore schrieb die Songs. Doch nach seinen Drogenerfahrungen entdeckte auch Gahan die Lust am Songschreiben. Auf die Alben Ultra und Exciter schaffte es allerdings keiner seiner Songs. Deshalb entschied er sich dafür, ein Solo-Album zu veröffentlichen. Nach der Exciter-Tour ging er mit seinem Freund Knox Chandler ins Studio, 2003 schließlich erschien Paper Monsters. Auf der folgenden weltweiten Tour spielte Gahan mit seiner Band, bestehend aus Knox Chandler (Gitarre), Martyn LeNoble (Bass), Vincent Jones (Keyboard) und Victor Indrizzo (Schlagzeug), neben seinen neuen Songs auch Depeche-Mode-Klassiker. Anfang 2004 wurde die Tour-DVD Live Monsters veröffentlicht.

Bestärkt durch den Erfolg seines Soloalbums, setzte Gahan durch, dass das nächste Depeche-Mode-Album Playing the Angel auch drei Songs von ihm enthielt: Suffer Well, I Want It All und Nothing's Impossible. Suffer Well wurde sogar als Single veröffentlicht und 2007 für den Grammy als "Best Dance Recording" nominiert.

Im Mai 2007 trat Gahan erstmals wieder zusammen mit den alten Bandkollegen seiner Solotour, LeNoble, Indrizzo und Jones, auf. Außerdem wurde Gahan bei den zwei Songs im Rahmen der Benefiz-Veranstaltung MusiCares von John Frusciante (Red Hot Chili Peppers) begleitet. Am Rande dieses Kurzkonzerts gab Gahan bekannt, dass er an seinem zweiten Soloalbum Hourglass arbeitet. Die erste Single Kingdom erschien am 27. August – zunächst nur als Download. Nachdem seit Juli 2007 auch Nur-Download-Veröffentlichungen in den Media-Control-Charts berücksichtigt werden, ist Kingdom nun das erste Lied in der Geschichte der deutschen Singlecharts, das sich allein aufgrund der Download-Verkäufe in den Top 100 platzieren konnte. Die CD-Version von Kingdom erschien am 5. Oktober, das Album Hourglass folgte am 19. Oktober. Die reguläre CD umfasst zehn Songs, die Gahan gemeinsam mit Christian Eigner und Andrew Phillpott geschrieben hat, auf der Deluxe Edition des Albums ist noch eine DVD mit Studioaufnahmen beigelegt. Am 11. März erschien außerdem – nur in den USA und nur als Vinyl mit Bonus-CD – Hourglass Remixes.

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Martin Gore

Martin Gore 2006

Martin Lee Gore (* 23. Juli 1961 in Basildon, England) ist ein englischer Musiker. Seit 1980 ist er Keyboarder, später Songwriter, Gitarrist und, neben Dave Gahan, Sänger der Synthie-Band Depeche Mode.

Gore arbeitete nach dem Schulbesuch ab 1977 bei einer Bank. Bereits damals spielte er abends und an Wochenenden in einer Band namens Norman and the Worms. Im Jahr 1980 traf Gore Andrew Fletcher im Van-Gogh-Club und wurde von ihm für dessen Band Composition of Sound angeworben. Bald darauf verpflichtete die Band Dave Gahan als Leadsänger, der bereits Roadie-Tätigkeiten für Composition of Sound erledigte.

Gore schrieb für das erste Bandalbum Speak & Spell zwei Lieder (Big Muff und Tora! Tora! Tora!). Nachdem Vince Clarke Depeche Mode 1981 verlassen hatte, fiel die Aufgabe des Komponisten und Texters an Gore.

1989 veröffentlichte Gore sein erstes Solo-Album Counterfeit, welches komplett aus Cover-Versionen besteht. Im Jahre 2003 folgte dann die Fortsetzung mit dem Album Counterfeit².

2004 schrieb er zusammen mit Claudia Brücken für deren Synthie-Pop-Projekt Onetwo, bestehend aus Brücken (ehemals Propaganda) und Paul Humphreys (O.M.D.), den Song Cloud 9. Der Titel ist auf Onetwos EP Item (2004) enthalten und erschien außerdem 2007 als Single.

Von August 1994 bis Januar 2008 war Gore mit der Modedesignerin Suzanne Boisvert verheiratet. Sie haben drei Kinder, Viva Lee (* 1991), Ava Lee (* 1995) und Calo Leon (* 2002). Die Trennung, bzw. das Scheidungstrauma seiner Kinder, hat Gore unter anderem in dem Lied Precious verarbeitet, das auf dem Album Playing the Angel erschienen ist.

Martin Gore lebt in Santa Barbara, Kalifornien, USA.

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Source : Wikipedia