Denkingen

3.3706086095873 (2021)
Geschrieben von goldorak 13/04/2009 @ 15:11

Tags : denkingen, baden-württemberg, deutschland

Neueste Nachrichten
FC Radolfzell bleibt auf Relegationskurs - Südkurier
Wichtige Siege im Kampf gegen den Abstieg gelangen dem SV Worblingen in Bonndorf sowie dem Hegauer FV in Denkingen. Gottmadingen-Bietingen schlug Überauchen mit 4:1, Salem und Großschönach trennten sich 0:0. Janosch Kern von der SG Tengen-Waterdingen...
Rot-Weiß zieht nach Neufrach um - Denkingen will "Dreier" - Schwäbische Zeitung
Auch Denkingen, das zu Hause gegen den Hegauer FV antreten muss, braucht noch Zählbares, um die letzten Spiele etwas entspannter angehen zu können. u FC Rot-Weiß Salem - SV Großschönach (So., 15 Uhr): Für beide Teams gelten in dieser Partie identische...
Derby-Nullnummer nützt weder Salem noch G'schönach - Schwäbische Zeitung
Denkingen wollte mit seiner ersatzgeschwächten Mannschaft unbedingt noch den Ausgleich, nutzte die Chancen aber nicht. Stattdessen erzielten die Gäste nach einer schönen Kombination das entscheidende 1:3 durch Watras. u FV Donaueschingen - DJK...
Kinder werden zu Indianer und Cowboys - Schwäbische Zeitung
Das Bild zeigt von links Landrat Guido Wolf, Kindergartenleiterin Christine Bass Denkingen (sz) Der Traum vieler Kinder, einmal ein richtiger Indianer oder Cowboy zu sein, hat sich für die Kinder der "Kinderburg" über das Wochenende erfüllt....
Denkinger lernen Brotbacken wie einst - Schwäbische Zeitung
Die alte Tradition des Holzofen-Brotbackens lebt in Denkingen wieder auf. Der Geschichts- und Heimatverein weiht am kommenden Sonntag sein nach historischen Vorbildern neu erbautes Backhäusle ein. Aus diesem Anlass hat es eine Reihe von Backkursen...
G'schönach kassiert halbes Dutzend - Denkingen holt 0:2-Rückstand auf - Schwäbische Zeitung
Die größte Denkinger Chance ergab sich durch einen Pfostenschuss von Kapitän Reichle. In der zweiten Halbzeit nutzte Plavci, der kleinste Spieler auf dem Platz, eiskalt per Kopf seine Chance zur 2:0-Führung (64.). Nach einem Freistoß 15 Meter hinter...
Denkingen holt "Dreier" in Markdorf - Reinecke rettet HSV - Schwäbische Zeitung
Doch es bleib beim etwas glücklichen Sieg des SV Bermatingen II. u SC Markdorf II - SV Denkingen II 1:2 (1:0) - Tore: 1:0 Cuevas (30.), 1:1 Lohr-Hoffmann (67.), 1:2 Lohr-Hoffmann (78.) - SR: Holz (Sigmaringen) - Zuschauer: 40 - Das Spiel begann mit...
FC Rot-Weiß Salem und SV Denkingen gehen leer aus - Schwäbische Zeitung
Sowohl der FC Rot-Weiß Salem als auch der SV Denkingen verließen die Plätze an diesem Wochenende als Verlierer. Walz markierte nach einem Eckball per Kopf die Gästeführung. Danach versäumte es Denkingen nachzulegen. Der SVÜ kam durch Grünwald zum...
SV Überauchen verlässt nach 2:1-Sieg gegen Denkingen Abstiegsplätze - Südkurier
Fußball-Landesliga: SV Überauchen - SV Denkingen 2:1 (1:1) - (khv) Auch ein Gewitter mit nachfolgender Spielunterbrechung konnte den SV Überauchen am Sonntag nicht stoppen. Mit dem wichtigen 2:1-Erfolg gelang der Elf von Trainer Ralf Hellmer ein...
Denkinger Schur hat längsten Atem - Schwäbische Zeitung
SIGMARINGEN - Der für das Team "gemeinsamfit Sigmaringen" startende Andreas Schur aus Denkingen hat am Maifeiertag die siebte Auflage des Sigmaringer Halbmarathons gewonnen. Schur fing 500 Meter vor dem Ziel den 20 Kilometer lang führenden Martin...

Denkingen

Wappen der Gemeinde Denkingen

Denkingen ist eine Gemeinde im Landkreis Tuttlingen in Baden-Württemberg.

Denkingen liegt auf einer Geländestufe zwischen Großem Heuberg und Baar am Fuße des Klippenecks. Das Gemeindegebiet erstreckt sich von 610 m. über NN im Primtal bis zum 1002 Meter hohen Hummelsberg.

Die Gemeinde grenzt im Norden an Gosheim, im Osten an Böttingen, im Süden an die Stadt Spaichingen und im Westen an Aldingen und Frittlingen.

Zur Gemeinde Denkingen gehören das Dorf Denkingen und die Häuser Erlenmühle und Klippeneck. Im Gemeindegebiet liegen die abgegangenen Ortschaften Berghof, Hinterhausen, Ipspoche, Niederhofen und Riedheim.

Das relativ ebene Gelände zwischen dem Primtal und dem Steilabfall der Schwäbischen Alb war schon früh bewohnt. Römer und Alemannen siedelten hier, wie Bodenfunde und Grabstätten belegen.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Denkingen am 10. Oktober 818 in einer Schenkungsurkunde eines gewissen Theotmar von Grundstücken im Dorf Thanchinga zu seiner und seiner Gattin Seelenheil an das Kloster St. Gallen. Verschiedene geistliche und weltliche Herrschaften hatten Besitz am Ort. 1381 kam das Dorf zu Vorderösterreich und blieb dort, bis es 1805 württembergisch wurde.

Der Gemeinderat der Gemeinde Denkingen besteht aus zwölf Mitgliedern. Parteien sind im Denkinger Gemeinderat nicht vertreten. Seit 1983 ist Rudolf Wuhrer Bürgermeister der Gemeinde. Die Gemeinde ist Mitglied der vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Spaichingen.

Denkingen unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu Kirschau in der Oberlausitz in Sachsen.

Denkingen lag bis 1966 an der inzwischen abgebauten Heubergbahn. Heute verkehrt die Buslinie 43 bis Aldingen, wo Ringzug-Anschluss nach Rottweil und Tuttlingen herrscht. Denkingen ist auch über die L 433 (Spaichingen/Aldingen - Gosheim/Wehingen/Balingen) oder die K 5907 (Frittlingen/Rottweil/Wellendingen/Balingen) zu erreichen.

Zum Seitenanfang



Pfullendorf

Wappen der Stadt Pfullendorf

Pfullendorf ist eine Gemeinde im Landkreis Sigmaringen in Baden-Württemberg, Deutschland und eine ehemalige freie Reichsstadt.

Pfullendorf liegt circa 20 Kilometer nördlich des Bodensees im Linzgau.

Das Pfullendorfer Gemeindegebiet liegt auf der Europäischen Hauptwasserscheide zwischen Rhein und Donau. Die Wasserscheide verläuft durch Straß, südlich des Pfullendorfer Teilortes Denkingen nach Aftholderberg auf einem Moränenwall der äußeren Würmendmoräne. Die Wasserscheide kreuzt anschließend die Straße Pfullendorf - Aach-Linz und verlässt nördlich von Aach-Linz das Gemeindegebiet.

Der Andelsbach fließt vom Höchsten (833 Meter ü.NN) in die Ablach und von dort in die Donau. Die Linzer Aach fließt in den Bodensee (Rhein).

Pfullendorf befindet sich auf einem Molassehang. Die Moränelandschaft ist durch verschiedene Eiszeiten entstanden.

Seit den 1970er Jahren gehören die Ortschaften Denkingen (mit Andelsbach, Langgassen, Straß und Hilpensberg), Aach-Linz (mit Reute und Sahlenbach), Gaisweiler (mit Tautenbronn und Bethlehem), Großstadelhofen (mit Kleinstadelhofen, Krähenried, Sylvenstal, Furtmühle und Wattenreute), Mottschieß, Otterswang (mit Litzelbach und Weihwang) und Zell-Schwäblishausen zur Stadt Pfullendorf.

Bereits in der vor- und frühgeschichtlicher Zeit fanden sich in der Gegend um Pfullendorf Siedlungsspuren. Etwa einen Kilometer nördlich von Ruhestetten, einem Teilort der Nachbargemeinde Wald und rund fünf Kilometer westlich von Pfullendorf, findet sich im Wald ein Grabhügel, dieser könnte mit den spätlatènezeitlichen Streufunden (mögliche Siedlung) in Aach-Linz im Gewann Thiergarten zusammen hängen. Südlich davon im Gewann Gertholz befinden sich die Reste einer spätkeltischen Viereckschanze an der Straße von Aach-Linz nach Herdwangen. Ebenfalls bei Aach-Linz, im Wald Remser Holz befinden sich die Reste einer vorgeschichtlichen Wallanlage. Auch in Denkingen lassen sich im Waldteil Schlossberg die Reste einer Wallanlage finden, deren tiefe Gräben noch heute sichtbar sind.

Römische Mauerreste einer Villa Rustica im Gewann Maueräcker (Aach-Linz) weisen auf eine spätere römische Besiedlung hin. Die Villa Rustica wurde vermutlich bei der Alamanischen Landnahme durch die Lentienser zerstört. Pfullendorf wurde von den Alemannen während ihrer dritten Besiedlungswelle in zwei Besiedlungen gegründet und ist vermutlich nach einem Sippenoberhaupt namens Pfullo benannt.

Auf dem Schloßbühl rund 300 Meter südlich von Großstadelhofen befindet sich in Spornlage eine vermutlich frühmittelalterliche Ringwallanlage. Bei der doppelten Ringwallanlage erhaltenen Wällen und Gräben soll es sich der Sage nach um die Burg der Hildegard vom Linzgau, der Frau Kaiser Karls des Großen, handeln.

Ein Dorf Pfullendorf entstand im 12. Jahrhundert im Bereich der heutigen Oberstadt, ein zweites in der Senke am Pfuol (=Weiher), dem heutigen Stadtweiher. Vermutlich entstanden Teile der Stadt aus der Stadtburg der Grafen von Pfullendorf. Diese stand dort wo heute die Kirche St. Jakob steht. Eine weitere Burgstelle der Grafen von Pfullendorf wird auf dem Galgenbühl (Pfullendorf) vermutet.

Über die Entstehung des Klosters der Dominikanerinnen zu Pfullendorf sind sich die Historiker nicht ganz einig. Nach F. Andreas Rogg, dem Chronisten von Pfullendorf, hatte das uralte Rittergeschlecht der Edlen von Ramsberg in der Stadt einen Herrensitz, die „Herrenburg“. Im Jahr 1255 übereigneten die Edlen von Ramsberg diesen Sitz den Dominikanern auf der Insel zu Konstanz als Herberge. Die Predigerbrüder ließen einige fromme Jungfrauen in dieser Herberge wohnen zu Pflege und Betreuung des Hauses. Aus diesem Anfang entstand mit der Zeit die „Sammlung“ der Dominikanerinnen, die nach ihrem Kleid die „Weißen Nonnen“ hießen. Später nannte man das Kloster auch „Gotteshaus Maria der Engelen“ nach dem Titel der Klosterkirche „Maria von den Engeln“.

Die Grafen von Pfullendorf werden erstmals gegen Ende des 11. Jahrhunderts erwähnt. Rudolf II. war wohl der mächtigste von ihnen; er besaß Ländereien von der Donau bis zum Bündner Land. Weil er keine männlichen Erben hatte, setzte er Kaiser Friedrich Barbarossa als Erben ein. Rudolfs Tochter Ita von Pfullendorf-Bregenz (* 1150/52, † vor 1191) heiratete den Grafen Albrecht III. von Habsburg, genannt „der Reiche“. Heinrich der Löwe und Friedrich Barbarossa waren ihre Vettern.

Am 2. Juni 1220 wurde Pfullendorf von Kaiser Friedrich II. zur Stadt erhoben, weil dieser einen militärischen Stützpunkt in der Gegend benötigte. Dadurch wurde die Ansammlung weniger Häuser sofort zur Reichsstadt und entwickelte sich schnell.

Auf dem Konstanzer Konzil (1415) verlieh König Sigismund der Reichsstadt die „Hohe Gerichtsbarkeit“, den Blutbann. Nunmehr war Pfullendorf niemandem mehr hörig und nur noch Gott und dem Kaiser untertan. Durch florierendes Handwerk und zahlreiche Märkte kamen die Bürger zu Wohlstand.

Schon 1383 lebten in Pfullendorf so viele Handwerker, dass eine Zunftverfassung beschlossen wurde. Diese galt von 1383 bis 1803 und übertrug die meiste Macht den Zünften. Pfullendorf regierte sich mit dieser „demokratischen“ Zunftverfassung mit jährlicher Bürgermeisterwahl selbst. Es gab einen 50-köpfigen „Großen Rat“, der jedes Jahr neu gewählt wurde und die ausübende Gewalt besaß; dazu gab es einen „Kleinen Rat“ mit 17 Mitgliedern. Vorsitzender war der Bürgermeister. Diese Verfassung wurde zum Vorbild für andere Städte.

1628 fielen der Pest in Pfullendorf fast 600 Menschen zum Opfer.

Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 wurden Pfullendorf wie fast alle anderen Reichsstädte mediatisiert und Teil des Großherzogtums Baden. Es blieb bis 1936 Amtssitz eines badischen Bezirksamtes.

1873 bis 1875 erhielt Pfullendorf den Anschluss an das Eisenbahnnetz. Hier trafen sich die Linie der Badischen Staatsbahn Schwackenreute-Pfullendorf und die der Württembergischen Staatsbahn Altshausen-Pfullendorf.

Pfullendorf war im Zweiten Weltkrieg kein Primärziel. Das Ziel der alliierten Bombenangriffe war damals Friedrichshafen mit seinen Rüstungswerken. Auf dem Rückflug entluden jedoch die Bomber immer wieder ihre explosive Fracht auch über Pfullendorf. Die ersten Bomben fielen am 18. März 1944, an einem Nachmittag, als ein Flieger Brandkanister und Stabbrandbomben abwarf. Menschen wurden bei dem Angriff nicht verletzt, aber vier Wochen später, am Karfreitag, explodierte in der Fuchshalde ein Blindgänger und tötet den 13-jährigen Alois Abberger.

1936 wurde Pfullendorf Teil des Landkreises Überlingen und kam 1973 im Rahmen der Kreisreform zum Landkreis Sigmaringen.

Seit 1983 ist die Altdeponie Pfullendorf komplett verfüllt, geschlossen und renaturiert. Die umzäunte Deponie befindet sich in der sogenannten „Nachsorgephase“, das heißt die Deponie wird begangen und in regelmäßigen Abständen werden Bodenproben entnommen. Sie kann zwischen 30 und 100 Jahre dauern.

Am 22. Oktober 2006 wurde Thomas Kugler mit 55,5 % der Stimmen im ersten Wahlgang zum Bürgermeister gewählt. Er ist Nachfolger von Heiko Schmid, der als Landrat nach Biberach wechselte.

Blasonierung: „In Gold ein rot bewehrter schwarzer Adler“ - als Zeichen der freien Reichsstadt.

In dem vielleicht noch der Zeit vor 1250 entstammenden, 1271 im Abdruck bekannten Stadtsiegel erscheint im Dreieckschild der einköpfige Reichsadler, der auch in allen späteren Siegeln und Wappenabbildungen keine Änderung erfuhr. In dem seit dem 17. Jahrhundert benutzten größeren Siegel steht der schon vor 1618 vor allem in päpstlichen Urkunden verwendete lateinische Stadtname Juliomagus außerhalb des Schildes mit dem Adler.

Die Stadtflagge ist Rot - Weiß wegen der alten Reichsfarben.

Pfullendorf liegt an der Oberschwäbischen Barockstraße, der Deutschen Fachwerkstraße und der Hohenzollernstraße. Seit 2008 gibt es einen etwa neun Kilometer langen Wanderweg, der entlang der landschaftlichen exponierten Wasserscheide Rhein-Donau von Straß nach Aftholderberg führt.

Neben dem bekannten „Felsenkeller“ unter dem heutigen Hotel Adler gibt es in Pfullendorf noch weitere. So zum Beispiel auch unter dem „Buchenwasen“ an der heutigen Aftholderberger Straße. Die vier miteinander verbundenen Keller wurde im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzbunker genutzt. Sie hatten Notausstiege, die man über Leitern erreichte. Wann die Keller in den Hang gegraben wurden, ist nicht bekannt. Doch wurden sie schon 1910 nicht mehr benutzt.

Im Sommer 2001 wurde auf dem Gelände, das zum alten Baggersee gehörte, der Seepark Linzgau eröffnet und lockte mit der kleinen Landesgartenschau Baden-Württemberg („Grünprojekt“) zahlreiche Besucher nach Pfullendorf. Peter Lenk steuerte einen Brunnen mit Graf Bernadotte als Motiv bei. In der Anlage befindet sich ein Kinderspielplatz, ein Strandbad und Ballsportanlagen. Auf dem Planetenweg wird das Sonnensystem im Maßstab 1:1,4 Milliarden dargestellt, hier kann man den See entlang zum Bienenschauhaus wandern. Dort steht auch eine Weidenkapelle.

Seit 2005 gibt es im Seepark eine Wasserski- und Wakeboardanlage. Sie war im Jahr 2006 Austragungsort der Deutschen Wakeboard-Meisterschaften.

Im Mai 2007 wurde „Deutschlands verrückteste Abenteuer-Golfanlage“ eröffnet, die aus 18 aufwändigen Adventure-Golfbahnen auf Kunstrasen mit viel Wasser und technischen Überraschungen auf über 6400 m² besteht.

In der Stadtmitte hat Pfullendorf einen kleinen, „Stadtgarten“ genannten Stadtpark. Dort befindet sich auch ein Gedenkstein an die vergangenen Weltkriege.

Es gibt Kirchenchöre in Pfullendorf, Aach-Linz, Denkingen, Otterswang und Zell, Musikvereine in Pfullendorf („Stadtmusik“), Aach-Linz, Denkingen und Otterswang, in Pfullendorf einen Posaunenchor und den Männergesangsverein und in Aach-Linz ein Akkordeonorchester.

Der auch weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Sportclub Pfullendorf spielt in der Fußball-Regionalliga Süd. Seinen größten Erfolg feierte der Verein im Jahr 2000 unter dem damaligen Trainer Frank Wormuth, als er sich als Zweitplatzierter der Regionalliga Süd für die Relegationsrunde zur 2. Bundesliga qualifizierte. Der Aufstieg wurde aber nach einem 1:1 zuhause gegen den späteren Aufsteiger LR Ahlen sowie einer 1:3-Niederlage beim 1. FC Union Berlin verpasst. Außerdem schlug der Verein den Bundesligisten Arminia Bielefeld in der 1. Runde des DFB-Pokals 2006/2007 mit 2:1 und zog dadurch in die zweite Runde ein.

In der Teilgemeinde Denkingen gibt es den „SV Denkingen 1969 e.V.“, der seit Jahren in der Landesliga spielt und in Aach-Linz den „TSV Aach-Linz“ mit breitgefächertem Sport- und Freizeitangebot.

Der zweitgrößte Verein in Pfullendorf ist nach dem Turnverein der Deutsche Alpenverein e.V., Sektion Pfullendorf mit fast 1100 Mitgliedern (Stand: 2007). Neben dem umfangreichen Jahresprogramm mit Wandern, Bergsteigen, Skibergsteigen, Langlauf und Klettern wird auch ein Kletterturm im Tiefenthal betrieben.

In Pfullendorf gibt es einen aktiven Schwimmverein, der zum einen im Pfullendorfer Hallenbad, aber vor allem im Pfullendorfer Waldbad sehr gute Trainingsmöglichkeiten hat.

Neu gegründet hat sich in Pfullendorf ein Ruderclub, der im Seepark seine Trainingsmöglichkeit hat.

Jenische aus Pfullendorf gewannen in einer gemischten Mannschaft das weltweit erste Bootsch-Turnier 2005 in Singen.

Des Weiteren gibt es in Pfullendorf noch den Tennisclub TC Pfullendorf, sowie den im Jahr 1860 gegründeten Turnverein TV Pfullendorf, der mit knapp 1600 Mitgliedern der größte Verein der Stadt ist.

In Pfullendorf wird die schwäbisch-alemannische Fasnet durch die Narrenzunft Stegstrecker e. V. gepflegt.

Pfullendorf befindet sich im Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO). Der Bahnhof der Stadt liegt an der Bahnstrecke Altshausen–Schwackenreute, wird aber seit 1971 nicht mehr für den Personenverkehr benutzt. Bis ins Jahr 2004 wurden die Schienen nach Altshausen noch für Transporte der großen Firmen genutzt.

In Pfullendorf hat die ALNO AG ihren Ursprung und Hauptsitz. Ursprünglich die Werkstatt des Möbelschreiners Albert Nothdurft, beschäftigt die ALNO AG heute rund 700 Beschäftigte und fertigt Küchen, die in die ganze Welt exportiert werden.

Geberit entwickelt Systeme und Produkte für Bad und Sanitär. Am Standort Pfullendorf werden vorwiegend Aufputz- und Unterputz-Spülkästen aus Kunststoff hergestellt. Rund 1.400 Mitarbeiter arbeiten in Vertrieb, Produktion und Logistik.

2005 siedelte sich die Firma ESCAD in Pfullendorf an. Die Firma ist Ingenieurdienstleister für die Automotive, Luft- und Raumfahrtbranche, außerdem ist sie in der Automatisierungstechnik, der Medizintechnik und als IT-Systemhaus vertreten. ESCAD beschäftigt international etwa 380 Mitarbeiter.

Ab 2008 wird Kramer Allrad auch in Pfullendorf ansässig sein. Sie stellen Baumaschinen her. Bis 2008 ist Kramer noch in Überlingen ansässig.

Insgesamt sind dort rund 1000 Soldaten und Zivilisten stationiert oder angestellt. Am Ausbildungszentrum Spezielle Operationen (bis 2003: Internationale Fernspähschule) werden Soldaten aus Deutschland – vor allem für die Division Spezielle Operationen (DSO) und das Kommando Spezialkräfte (KSK) - sowie aus acht weiteren Nationen ausgebildet.

Zum Seitenanfang



Großer Heuberg

Großer Heuberg (Deutschland)

Der Große Heuberg (meist nur „Heuberg“ genannt) ist eine dünn besiedelte Hochfläche im Südwesten der Schwäbischen Alb. Zu den höchsten und bekanntesten Erhebungen zählen Lemberg (1015 m, zugleich höchster Berg der Schwäbischen Alb), Oberhohenberg (1011 m), Plettenberg (1002 m) sowie Dreifaltigkeitsberg (983 m) und der Segelfliegerberg Klippeneck (980 m).

Die verkarstete Hochfläche des Heubergs bildet einen wesentlichen Teil des Naturparks Obere Donau.

Im Westen wird der Heuberg begrenzt durch die Täler von Faulenbach und Prim und die Baarhochebene, im Norden durch den Albtrauf, im Osten durch die Täler der Eyach und der Schmiecha bzw. im engeren Sinne, ohne die „Hardt“, durch die Täler der Schlichem und der Bära. Die südliche Grenze bildet die Donau, jedoch ragt der Heuberg als Badischer Heuberg im Süden auch über die Donau hinaus.

Folgende Gemeinden können zum Heuberg gerechnet werden: Bärenthal, Böttingen, Bubsheim, Buchheim, Deilingen, Egesheim, Gosheim, Irndorf, Kolbingen, Königsheim, Leibertingen, Mahlstetten, Meßstetten, Nusplingen, Obernheim, Reichenbach am Heuberg, Renquishausen, Schwenningen, Stetten am kalten Markt und Wehingen. Kleinere Ansiedlungen auf dem Heuberg am Albrand gehören zu Spaichingen (Dreifaltigkeitsberg), Denkingen (Klippeneck), Rietheim-Weilheim (Rußberg) und Dürbheim (Risiberg).

Das Klima auf dem Großen Heuberg ist rauh und kühl. Fast die Hälfte des Jahres liegt hier eine Schneedecke. Der Niederschlag beträgt ca. 1000 mm - 1100 mm im Jahr.

Der Heuberg befindet sich an der Grenze des niederalemannischen Sprachraums zum Schwäbischen (vgl. hierzu: Heuberg-Schwäbisch).

Funde von steinzeitlichen Gegenständen in der „Beilsteinhöhle“ (daher auch der Name) bei Böttingen belegen, dass schon Steinzeitmenschen hier gesiedelt haben. Von der späteren Besiedlung des Areals durch Kelten und Alemannen zeugen über 1000 Hügelgräber und die Kultstätten „Götzenaltar“ und „Heidentor“.

Die Abgelegenheit und schwere Erreichbarkeit der Heubergdörfer auf der Albhochfläche, die geringe Fruchtbarkeit der Böden sowie der bis in das 20. Jahrhundert bestehende Wassermangel führten dazu, dass der Heuberg über Jahrhunderte zu den ärmsten Gegenden Deutschlands zählte. Noch in den 1930er Jahren galt er als „Notstandsgebiet“. Jahrhunderte lang war der Heuberg eine klassische Auswanderungsregion. Aufgrund der früher prekären Lebensverhältnisse galten die Bewohner einst als rückständig.

Die Industrialisierung begann in den westlichen Heuberggemeinden zögerlich erst mit dem Bau der Heubergbahn in den 1920er Jahren, etwa durch Filialbetriebe des Trossinger Harmonikaherstellers Hohner. Im scharfen Kontrast dazu begann in der Zeit des Wirtschaftswunders durch das stetige Wachstum kleiner und kleinster Unternehmen handwerklichen Ursprungs eine enorme wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung, die unter anderem dazu führte, dass der Heuberg zu Beginn des 21. Jahrhunderts zu den Gebieten mit der geringsten Arbeitslosigkeit in Deutschland zählt. Die wirtschaftlichen Zentren des Heubergs bilden dabei Gosheim (Sitz des Maschinenbauers Hermle AG) und Wehingen im Westen sowie Meßstetten im Osten.

Aufgrund der geringen Bevölkerungsdichte werden insbesondere kleinere Heuberg-Gemeinden von der Deutschen Telekom nur unzureichend mit schnellen DSL-Leitungen versorgt, weshalb die betroffenen Gemeinden 2006 mit der konkurrierenden Kabel BW den Breitband-Ausbau vereinbarten, womit nun auf dem Heuberg verbreitet eine zum modernen VDSL2-Hochgeschwindigkeitsnetz der Telekom in den Ballungszentren ebenbürtige Informationsinfrastruktur zur Verfügung steht.

Noch heute erinnert in Stetten am kalten Markt ein Wegweiser zum Lager Heuberg an die Existenz des ersten Konzentrationslagers in Südwestdeutschland. 1933 wurden dort zeitweise etwa 2000 Menschen gefangen gehalten und drangsaliert. Bei seiner Auflösung kamen viele Gefangen in das KZ Oberer Kuhberg bei Ulm.

Barbara Waibel: Auswanderung vom Heuberg 1750–1900. Untersuchungen zur Wanderungsstruktur und Wanderungsmotivation. Hrsg. vom Geschichtsverein für den Landkreis Tuttlingen, Bd. 2. Tuttlingen, etwa 1992.

Zum Seitenanfang



Kirchenbezirk Tuttlingen

Lage des Kirchenbezirks Tuttlingen innerhalb der Evang. Landeskirche in Württemberg

Der Evangelische Kirchenbezirk Tuttlingen ist einer von 48 Kirchenbezirken bzw. Kirchenkreisen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Sein Gebiet ist deckungsgleich mit dem Dekanat Tuttlingen.

Der Kirchenbezirk Tuttlingen liegt im Südwesten der württembergischen Landeskirche. Sein Gebiet umfasst fast den gesamten Landkreis Tuttlingen, also die Städte und Gemeinden Aldingen, Bärenthal, Balgheim, Böttingen, Bubsheim, Buchheim, Deilingen, Denkingen, Dürbheim, Durchhausen, Egesheim, Emmingen-Liptingen (nur Ortsteil Emmingen ab Egg), Fridingen an der Donau, Frittlingen, Geisingen, Gosheim, Gunningen, Hausen ob Verena, Immendingen, Irndorf, Königsheim, Kolbingen, Mahlstetten, Neuhausen ob Eck, Reichenbach am Heuberg, Renquishausen, Rietheim-Weilheim, Seitingen-Oberflacht, Spaichingen, Talheim, Trossingen, Tuttlingen, Wehingen und Wurmlingen, die Städte und Gemeinden Deißlingen, Dietingen (nur Hauptort), Rottweil, Wellendingen und Zimmern ob Rottweil des Landkreises Rottweil sowie die Stadtteile Schwenningen am Neckar und Weigheim der Stadt Villingen-Schwenningen im Schwarzwald-Baar-Kreis und die Gemeinde Beuron (ohne Ortsteil Hausen im Tal) des Landkreises Sigmaringen.

Der Kirchenbezirk Tuttlingen grenzt im Norden an den Kirchenbezirk Sulz am Neckar und im Nordosten an den Kirchenbezirk Balingen (beide Prälatur Reutlingen). Im Süden und Westen hat er eine Grenze zur Evangelischen Landeskirche in Baden.

Das Gebiet des heutigen Dekanats bzw. Kirchenbezirks Tuttlingen ist infolge der früheren Zugehörigkeit zur Reichstadt Rottweil und zum Fürstentum Fürstenberg sowie zu kleineren Herrschaften überwiegen katholisch geprägt. Lediglich Tuttlingen selbst im Süden des Kirchenbezirks gehört zum alten Kernland Württemberg, wo ab 1534 die Reformation eingeführt wurde. In die meisten Orte zogen überwiegend erst seit dem 19. Jahrhundert evangelische Bewohner zu und es wurden evangelische Kirchengemeinden gegründet.

Tuttlingen wurde nach Einführung der Reformation 1535 Sitz einer Spezialsuperintendentur, die zunächst zum Generalat Bebenhausen gehörte. 1810 kam das Dekanat Tuttlingen zum Generalat Tübingen, 1823 zum Generalat Reutlingen und 1913 zum Generalat Ulm, aus dem 1924 die heutige Prälatur Ulm hervorging. Seit 1956 (?) gehört es zur Prälatur Reutlingen.

Am 1. Januar 1977 wurden die Kirchengemeinden Geisingen, Immendingen und Möhringen sowie die Bewohner aus Eßlingen von der Evangelischen Landeskirche in Baden in die württembergische Landeskirche umgegliedert.

Die Leitung des Kirchenbezirks obliegt der Bezirkssynode, dem Kirchenbezirksausschuss (KBA) und dem Dekan. Derzeitiger Dekan ist seit 1998 Frank Morlock, der zugleich einer der Pfarrer an der Stadtkirche in Tuttlingen ist.

Im Kirchenbezirk Tuttlingen gibt es insgesamt 23 Kirchengemeinden, von denen sich fünf zur Gesamtkirchengemeinde Tuttlingen zusammengeschlossen haben, bleiben aber weiterhin eigenständige Körperschaften des öffentlichen Rechts. Die jeweils in Klammern hinter dem Namen der Kirchengemeinde angegebenen Gemeindegliederzahlen beziehen sich auf das Jahr 2005 und sind gerundet.

Das Gebiet des Kirchenbezirks Tuttlingen ist im Süden überwiegend evangelisch, im Norden jedoch überwiegend katholisch geprägt. Alte evangelische Kirchen bzw. Kirchengemeinden gibt es daher nur in den Orten, die schon früh die Reformation eingeführt haben, also überwiegend im altwürttembergischen Teil. In den mehrheitlich katholischen Orten der Reichsstadt Rottweil zogen evangelische Bewohner erst seit dem 19. Jahrhundert bzw. nach dem Zweiten Weltkrieg zu, so dass es dort meist jüngere evangelische Kirchengemeinden gibt.

Die Kirchengemeinde Aldingen (ca. 3.550) umfasst die Gemeinden Aldingen (mit Aixheim), Denkingen und Frittlingen. 1258 wurde in Aldingen bereits ein Pleban an der Pfarrkirche St. Mauritius erwähnt. Über die Herren von Blumberg gelangte der Kirchensatz an die Johanniterkommende Rottweil. Nach der Reformation wurde Aldingen evangelisch und 1549 wurde die Kirche erneuert. Weitere Veränderungen gab es 1593 und 1720. 1887 wurde sie renoviert.

Die Nachbarorte Aixheim, Denkingen und Frittlingen blieben nach der Reformation katholisch. Die überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg zugezogenen evangelischen Bewohner wurden der Kirchengemeinde Aldingen zugeordnet. 1968 wurde in Denkingen im Wohngebiet Lachen eine eigene evangelische Kirche erbaut. Heute gibt es zwei Pfarreien, das Pfarramt Aldingen I hat seinen Sitz in Aldingen, das Pfarramt Aldingen II in Denkingen.

Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 18. März 1949 wurde die Kirchengemeinde Aldingen um die Orte Egesheim (mit Bärental/Hammer), Königsheim und Reichenbach am Heuberg (ohne Holzwiesen), die bis dahin zur Kirchengemeinde Oberdigisheim (Kirchenbezirk Balingen) gehörten, vergrößert. In diese Orte waren evangelische Bewohner überwiegend erst nach dem zweiten Weltkrieg zugezogen. Durch Bekanntmachung vom 14. April 1953 wurden diese Orte (wieder) von der Kirchengemeinde Aldingen abgetrennt und zusammen mit den bereits zuvor zu Aldingen gehörigen Orten Wehingen, Gosheim und Dellingen zur neuen Kirchengemeinde Wehingen zusammengeschlossen. Dieser neuen Kirchengemeinde wurde darüber hinaus noch Bubsheim (bisher zur Kirchengemeinde Rietheim gehörig) zugeordnet.

Die Kirchengemeinde Deißlingen (ca. 1.430) umfasst die Gemeinde Deißlingen (einschließlich des Ortsteils Lauffen ob Rottweil) sowie den Ortsteil Wildenstein der Gemeinde Zimmern ob Rottweil und den Weiler Unterrotenstein des Rottweiler Stadtteils Hausen ob Rottweil. Deißlingen sowie das Umland blieb nach der Reformation katholisch. Überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg zogen auch evangelische Bewohner zu. 1957/58 wurde eine eigene Kirche in Deißlingen erbaut und später auch eine eigene Kirchengemeinde gegründet. Ihr wurde später auch Lauffen ob Rottweil sowie durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 4. Juni 1974 auch Unterrotenstein und Wildenstein (beide zuvor zur Kirchengemeinde Flözlingen gehörig) zugeordnet.

Die Kirchengemeinde Flözlingen-Zimmern (ca. 1.600) umfasst die Gemeinde Zimmern ob Rottweil (ohne Ortsteil Wildenstein). Sitz der Kirchengemeinde ist der Ortsteil Flözlingen, weshalb die Kirchengemeinde bis 1995 nur nach Flözlingen benannt war. Mit Wirkung vom 5. September 1995 wurde die Kirchengemeinde Flözlingen in Flözlingen-Zimmern umbenannt.

Flözlingen wurde 1360/70 als Filialort von Stetten genannt. Das Patronat der Kirche hatten die Herren von Falkenstein, die es an Württemberg abtraten. Nach der Reformation wurde Flözlingen evangelische Pfarrei. Die gotische Kirche mit Chorturm wurde 1717 erneuert. Baumeister war Heinrich Arnold von Rosenfeld.

Die evangelischen Bewohner der überwiegend katholischen Nachbarorte und heutigen Ortsteile von Zimmern ob Rottweil (Horgen, Stetten ob Rottweil und Zimmern ob Rottweil), die überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg zuzogen, gehörten zunächst zur Kirchengemeinde Rottweil. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 30. Juni 1975 wurden diese Orte der Kirchengemeinde und Pfarrei Flözlingen zugeordnet. Der Ortsteil Wildenstein der Gemeinde Zimmern ob Rottweil wurde hingegen durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 4. Juni 1974 der Kirchengemeinde Deißlingen zugeordnet.

Die Kirchengemeinde Geisingen (ca. 1.250) umfasst die Stadt Geisingen. Das Gebiet der Stadt Geisingen blieb nach der Reformation als Teil des Fürstentums Fürstenberg katholisch. 1806 kam das Gebiet an Baden. Überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg zogen auch evangelische Bewohner zu. Sie gehörten zunächst zur Kirchengemeinde Immendingen. 1957 wurde in Geisingen eine eigene Kirche erbaut und später auch eine Kirchengemeinde gegründet. Ihr wurden auch die evangelischen Bewohner des heutigen Stadtteils Aulfingen zugeordnet. Am 1. Januar 1977 wechselte die Kirchengemeinde Geisingen von der Evangelischen Landeskirche in Baden in die württembergische Landeskirche. Gleichzeitig wurden die Geisinger Stadtteile Gutmadingen, Kirchen-Hausen und Leipferdingen, die bis dahin zur Kirchengemeinde Immendingen gehörten, der Kirchengemeinde Geisingen zugeordnet.

Die Kirchengemeinde Hausen ob Verena (ca. 950 Gemeindeglieder) umfasst heute die Gemeinden Hausen ob Verena und Seitingen-Oberflacht. Eine Kirche und Pfarrei in Hausen ob Verena wurde 1275 erstmals erwähnt. Im Spätmittelalter war die Pfarrei mit Gunningen vereinigt. Das Dorf selbst gehörte - gemeinsam mit Rietheim - zur Herrschaft Hohenkarpfen. Hans III. von Karpfen, ein Urenkel des württembergischen Herzogs Eberhard im Bart, entließ 1563 den altgläubigen Pfarrer und führte die Reformation in seinem kleinen Herrschaftsgebiet ein. 1565 zog der erste evangelische Pfarrer im Hausenr Pfarrhaus ein. Auch nach dem Aussterben des Hauses von Hohenkarpfen im ausgehenden 17. Jh. blieb Hausen ob Verena gemeinsam mit Rietheim württembergisch und damit evangelisch. 1846 wurde in Rietheim eine Pfarrverweserei und 1895 eine eigene Pfarrei errichtet. Zur selben Zeit erlangte auch die bisherige Filiale Spaichingen ihre Selbstständigkeit mit eigener Pfarrei. Das Patronat der Hausener Kirche oblag im Spätmittelalter der Herrschaft Karpfen und dem Kloster St. Georgen. Die ursprünglich spätgotische Kirche St. Stephanus wurde im 18. Jahrhundert umgebaut.

Die Nachbargemeinde Seitingen-Oberflacht blieb nach der Reformation katholisch. Die überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg zugezogenen evangelischen Bewohner wurden der Kirchengemeinde Hausen ob Verena zugeordnet. Dieser ständig wachsende Gemeindeteil erhielt 1968 die evangelische Lukaskapelle in Seitigen, Hohnerstr. 1. Bis 1992 gehörten auch die evangelischen Bewohner der überwiegend katholischen Gemeinde Gunningen zur Kirchengemeinde Hausen ob Verena. Mit Wirkung vom 28. Januar 1992 wurde Gunningen der Kirchengemeinde Schura zugeordnet. Auch die evangelischen Bewohner der überwiegend katholischen Stadt Spaichingen gehörten anfangs zur Kirchengemeinde Hausen ob Verena, bevor in Spaichingen eine eigene Filialkirchengemeinde errichtet wurde, die durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 13. Oktober 1955 von der Muttergemeinde Hausen ob Verena losgelöst und zur selbständigen Kirchengemeinde erhoben wurde.

Die Kirchengemeinde Hausen ob Verena mit Seitingen-Oberflacht zeichnet sich heute durch ihre engagierte Kinder- und Jugendarbeit aus: Jungscharen, Jugendbibelkreis, Bibelvesper, Kinderbibeltage und vieles mehr. 2004 wurde im großen Pfarrgarten ein Beachvolleyballfeld eingerichtet. Gemeinsam mit dem evangelischen Bezirksjugendwerk veranstaltet die Kirchengemeinde Hausen ob Verena jeden Sommer ein großes Beachvolleyballturnier.

Die Kirchengemeinde Immendingen (ca. 1.150) umfasst die Gemeinde Immendingen. Das Gebiet der Gemeinde Immendingen blieb nach der Reformation katholisch. 1806 kam das Gebiet an Baden. Ende des 19. Jahrhunderts sowie in den heutigen Ortsteilen überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg zogen auch evangelische Bewohner zu. So wurde bereits 1897 in Immendingen eine eigene Kirche erbaut und auch eine Kirchengemeinde gegründet. 1959/60 wurde die Kirche abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt. Zur Pfarrei gehörten ursprünglich alle Orte der Oberen Donau (Emmingen ab Egg, Geisingen, Hattingen, Hintschingen, Mauenheim, Möhringen und Zimmern), bis in den 1970er Jahren die Kirchengemeinden Geisingen und Möhringen (mit Emmingen) gebildet wurden. Seither umfasst die Kirchengemeinde Immendingen nur noch die Gemeinde Immendingen mit ihren Ortsteilen Hattingen, Hintschingen, Mauenheim und Zimmern.

Am 1. Januar 1977 wechselte die Kirchengemeinde Immendingen von der Evangelischen Landeskirche in Baden in die württembergische Landeskirche. Gleichzeitig wurde der Immendinger Ortsteil Ippingen, der bis dahin zur Kirchengemeinde Öfingen (Stadt Bad Dürrheim) gehörte, der Kirchengemeinde Immendingen zugeordnet. Am 1. Januar 1981 wurden die Orte Möhringen und Emmingen ab Egg von der Kirchengemeinde Immendingen abgetrennt und zur eigenständigen Kirchengemeinde erhoben.

Die Kirchengemeinde Möhringen (ca. 2.050) umfasst den Stadtteil Möhringen der Stadt Tuttlingen sowie den Ortsteil Emmingen ab Egg der Gemeinde Emmingen-Liptingen. Möhringen und Emmingen ab Egg blieben nach der Reformation katholisch. Die später zugezogenen evangelischen Bewohner wurden zunächst der Kirchengemeinde Immendingen zugeordnet. 1952 wurde eine eigene Kirche in Möhringen erbaut. 1962 wurde die Kirche ausgebaut und sie bekam ihre heutige Gestalt mit Sakristei, Nebenräumen und einem Glockenturm. Mit der Wiedereröffnung erhielt sie den Namen Kreuzkirche.

Am 1. Januar 1977 wechselte die Kirchengemeinde Immendingen unter anderem mit den zugehörigen Filialorten Emmingen ab Egg und Möhringen von der Evangelischen Landeskirche in Baden in die württembergische Landeskirche. Liptingen verblieb zunächst noch in Baden und gehörte zur Kirchengemeinde Stockach. Am 1. Januar 1981 wurde Möhringen zusammen mit dem Filialort Emmingen ab Egg eine eigene Kirchengemeinde. Emmingen erhielt 1982 auch eine eigene evangelische Kirche mit Gemeindehaus. 1983 wurde Möhringen dann selbständige Pfarrei. Infolgedessen wurde 1984/85 in der Möhringer Vorstadt ein eigenes Pfarrhaus mit Gemeindehaus gebaut. Durch Gesetz vom 5. September 1989 wurde der bislang zur Kirchengemeinde Stockach gehörige Ort Liptingen der Gemeinde Emmingen-Liptingen wie bereits Emmingen 1977 ebenfalls in die württembergische Landeskirche umgegliedert und der Kirchengemeinde Möhringen zugeordnet.

Die Christuskirchengemeinde Mühlheim an der Donau (ca. 2.450) umfasst die Gemeinden Mühlheim an der Donau, Bärenthal, Beuron (ohne Hausen im Tal), Buchheim, Fridingen an der Donau, Irndorf, Kolbingen und Renquishausen sowie den Stadtteil Nendingen (ohne Altental) der Stadt Tuttlingen. Mühlheim an der Donau und das gesamte Umland blieben nach der Reformation katholisch. Überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg zogen auch evangelische Bewohner zu. 1963 wurde in Mühlheim an der Donau eine eigene Pfarrei errichtet. 1965 wurde die Christuskirche mit Gemeindezentrum und Kindergarten in Mühlheim an der Donau erbaut und durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 6. Dezember 1963 die selbständige Kirchengemeinde Mühlheim an der Donau gegründet, nachdem das Kultusministerium die neue Kirchengemeinde mit Schreiben vom 24. Juni 1963 als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt hatte. Ihr wurden die evangelischen Bewohner der umliegenden Gemeinden Bärenthal, Beuron, Fridingen an der Donau, Irndorf, Kolbingen, Nendingen (heute zu Tuttlingen gehörig), Renquishausen und Stetten/Donau (heute zu Mühlheim an der Donau gehörig) zugeordnet, die zuvor überwiegend zur Pfarrei Neuhausen ob Eck gehörten. Bärenthal und Beuron gehörten zuvor seit 1951 zur Kirchengemeinde Tuttlingen. Bis 1. April 1951 gehörten sie noch als ehemals hohenzollerische Orte zur Kirchengemeinde Sigmaringen, welche seinerzeit mit anderen Kirchengemeinden von der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union in die württembergische Landeskirche umgegliedert wurde. Dabei wurden u.a. die Orte Bärenthal und Beuron abgetrennt und der Kirchengemeinde Tuttlingen zugeordnet. Der zu Nendingen gehörige Weiler Altental wurde jedoch durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 4. Januar 1968 der Kirchengemeinde Tuttlingen zugeordnet. 1970 wurde in Nendingen eine eigene Kirche Krippe Christi mit Gemeindesaal erbaut. Eine weitere Kirche, die Kreuzkirche steht in Fridingen an der Donau und ein vierter Gottesdienstraum befindet sich in Kolbingen in der Oberdorfstraße. Mit Wirkung vom 26. September 2000 wurde die Kirchengemeinde Mühlheim an der Donau in Christuskirchengemeinde Mühlheim an der Donau umbenannt.

Die evangelischen Bewohner in Buchheim wurden erst mit Gesetz vom 5. September 1989 von der Evangelischen Landeskirche in Baden (Kirchengemeinde Meßkirch) in die württembergische Landeskirche umgegliedert und der Kirchengemeinde Mühlheim/Donau angegliedert.

Heute gibt es zwei Pfarreien in der Christuskirchengemeinde Mühlheim an der Donau. Das Pfarramt I hat seinen Sitz in Mühheim an der Donau, das Pfarramt II in Fridingen an der Donau. Das Gebiet der Christuskirchengemeinde Mühlheim an der Donau ist in drei Seelsorgebezirke aufgeteilt: Fridingen an der Donau mit Bärenthal, Beuron, Buchheim und Irndorf; Mühlheim an der Donau mit Kolbingen, Renquishausen und Stetten an der Donau sowie Tuttlingen-Nendingen. Die Christuskirchengemeinde Mühlheim an der Donau ist Träger eines Kindergartens in Mühlheim.

Die Kirchengemeinde Neuhausen ob Eck (ca. 1.400) umfasst die Gemeinde Neuhausen ob Eck. An der Pfarrkirche Neuhausen wurde 1275 ein Pleban erwähnt. Der Kirchensatz war im Besitz des Klosters Allerheiligen in Schaffhausen. Die ursprünglich dem Hl. Gervasius geweihte Kirche wurde nach dem Brand 1549 wiederhergestellt.

Die heutigen Neuhausener Ortsteile Schwandorf und Worndorf blieben nach der Reformation katholisch. Die erst später zugezogenen evangelischen Bewohner gehörte zunächst zur Kirchengemeinde Stockach bzw. Meßkirch. Durch Gesetz vom 5. September 1989 wurden sie von der Evangelischen Landeskirche in Baden in die württembergische Landeskirche umgegliedert und der Kirchengemeinde Neuhausen ob Eck zugeordnet. Zur Pfarrei Neuhausen ob Eck gehörten früher auch die evangelischen Bewohner einiger anderer umliegender überwiegend katholische Orte, wie z.B. Fridingen an der Donau. Diese wurden später der Kirchengemeinde Mühlheim an der Donau zugeordnet.

Die Kirchengemeinde Rietheim (ca. 1.450) umfasst die Gemeinden Rietheim-Weilheim, Böttingen, Bubsheim, Dürbheim, Königsheim und Mahlstetten. 1275 wurde in Rietheim eine Pfarrei erwähnt. Sie ging wohl 1350 unter. Um 1450 wurde Rietheim von Wurmlingen aus versehen. 1471 gehörte der Ort zur Martinskaplanei Tuttlingen und ab etwa 1600 zur Pfarrei Hausen ob Verena. 1846 wurde in Rietheim eine Pfarrverweserei und 1895 eine eigene Pfarrei errichtet. Die Kirche in Rietheim war wohl vor der Reformation St. Silvester geweiht. Im 19. Jahrhundert wurde die Kirche bis auf den frühromanischen Turm abgebrochen und 1835 neu erbaut. 1886 und 1901 wurde sie erweitert.

Die Nachbargemeinden Böttingen, Dürbheim, Mahlstetten und Weilheim blieben nach der Reformation katholisch. Die überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg zugezogenen evangelischen Bewohner wurden der Kirchengemeinde Rietheim zugeordnet. Seit 1. Januar 2007 gehören auch die evangelischen Bewohner aus Bubsheim und Königsheim zur Kirchengemeinde Rietheim. Zuvor gehörten diese zur Kirchengemeinde Wehingen, wobei Bubsheim bereits bis 1953 zur Kirchengemeinde Rietheim gehörte und damals der neu gebildeten Kirchengemeinde Wehingen zugeordnet wurde. Königsheim gehörte vor 1953 zur Kirchengemeinde Aldingen.

Die Kirchengemeinde Rottweil (ca. 8.000) umfasst die Stadt Rottweil (mit ihren Stadtteilen, jedoch ohne Unterrotenstein), die Gemeinden Bösingen (einschließlich Herrenzimmern), Villingendorf und Wellendingen (einschließlich Wilflingen) sowie den Hauptort der Gemeinde Dietingen (die Ortsteile Dietingens gehören zu benachbarten Kirchengemeinden der Kirchenbezirke Balingen bzw. Sulz am Neckar). Das Gebiet der Freien Reichstadt Rottweil blieb nach der Reformation katholisch. Im 19. Jahrhundert zogen aber auch Protestanten nach Rottweil. Bereits ab 1802 wurden gab es württembergische Militärangehörigen in Rottweil, die von Flözlingen aus versorgt wurden. Einen eigenen Garnisonsprediger gab es ab 1807. Die erste zivile Pfarrei wurde 1818 in Rottweil eingerichtet. Die evangelische Kirchengemeinde erhielt die ehemalige Dominikanerklosterkirche als Stadtpfarrkirche. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden drei weitere Pfarreien errichtet, 1958 die zweite, 1978 die dritte und 2000 die vierte Pfarrei. Sie tragen die Bezeichnungen Mitte, Nord, Nordwest und Süd. Die Stadtkirche ist bis heute die einzige evangelische Kirche im Stadtgebiet. Zu ihr gehören auch die Evangelischen, die in den Rottweiler Stadtteilen Feckenhausen, Göllsdorf, Hausen ob Rottweil, Neufra, Neukirch und Zepfenhan und in den Nachbargemeinden Bösingen, Dietingen (nur Hauptort), Villingendorf und Wellendingen wohnen, wobei der Wellendinger Ortsteil Wilflingen bis 1951 zur Kirchengemeinde Hechingen und damit zur Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union gehörte. Als zum 1. April 1951 die Kirchengemeinde Hechingen mit anderen Kirchengemeinden in die württembergische Landeskirche umgegliedert wurde, wurden die evangelischen Bewohner von Wilflingen von der Kirchengemeinde Hechingen abgetrennt und der Kirchengemeinde Rottweil angegliedert. Der Dietinger Ortsteil Gößlingen wurde mit Wirkung vom 1. November 1995 ebenfalls der Kirchengemeinde Rottweil zugeordnet. Bis dahin gehörte er zur Kirchengemeinde Täbingen (Kirchenbezirk Balingen). Der Rottweiler Wohnplatz Unterrotenstein wurde bereits durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 4. Juni 1974 der Kirchengemeinde Deißlingen zugeordnet.

Bis 1969 gehörte auch Talhausen (Gemeinde Epfendorf) zur Kirchengemeinde Rottweil. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 3. November 1969 wurde Talhausen jedoch der Kirchengemeinde Trichtingen (Kirchenbezirk Sulz am Neckar) zugeordnet. Mit gleicher Bekanntmachung wurde der Vaihinger Hof (Gemeinde Neukirch) von der Kirchengemeinde Täbingen (Kirchenbezirk Balingen) in die Kirchengemeinde Rottweil umgegliedert.

Die Kirchengemeinde Schura (ca. 1.580) umfasst den Stadtteil Schura der Stadt Trossingen, die Gemeinden Durchhausen und Gunningen sowie den Stadtteil Weigheim der Stadt Villingen-Schwenningen. Kirchlich war Schura zunächst Filiale von Trossingen. 1846 erhielt der Ort eine Pfarrverweserei und 1894 eine eigene Pfarrei. Eine Kirche besitzt Schura seit 1737.

Die Nachbargemeinden Durchhausen, Gunningen sowie Weigheim blieben nach der Reformation katholisch. Die überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg zugezogenen evangelischen Bewohner wurden der Kirchengemeinde Schura zugeordnet, wobei Gunningen erst mit Wirkung vom 28. Januar 1992 zu Schura kam. Zuvor gehörte Gunningen zur Kirchengemeinde Hausen ob Verena.

Die Kirchengemeinde Schwenningen am Neckar (ca. 10.900) umfasst den Stadtbezirk Schwenningen am Neckar der Stadt Villingen-Schwenningen.

1275 gab es sowohl in Ober- als auch in Unterschwenningen jeweils eine Kirche. In Oberschwenningen bestand die Michaelskirche und in Unterschwenningen die St. Vinzenz-Kirche. Wenngleich die Vinzenzkirche allmählich zur Filialkirche von St. Michael herabgestuft wurde, so wurde sie nach der Reformation die alleinige Pfarrkirche von Schwenningen. Bereits seit 1444 war Schwenningen württembergisch. Das Herzogtum Württemberg führte ab 1535 die Reformation ein, so dass Schwenningen im Gegensatz zur Nachbarstadt Villingen bis ins 19. Jahrhundert rein evangelisch. Nach der Reformation wurde die Michaelskirche abgebrochen. 1563 erhielt die Vinzenzkirche einen neuen Turm, 1700 ein neues Schiff und 1837/38 ein Querschiff und eine Erhöhung des Turmes. An der nunmehrigen Stadtkirche wurde infolge des starken Zuzugs von Protestanten bereits 1835 eine zweite Pfarrei errichtet. 1907 wurde die Pauluspfarrei (Kirche von 1910), 1922 die Johannespfarrei (Notkirche von 1931, 1959/60 Neubau) abgetrennt. Aus der Johannespfarrei entstand 1965 die Johannespfarrei II. Ferner entstand noch die Markuspfarrei (Kirche von 1957). In den heutigen vier Kirchen, Johanneskirche, Markuskirche, Pauluskirche und Stadtkirche versehen somit insgesamt sechs Pfarrer ihre Dienste. Neben den genannten Kirchen gibt es noch eine Friedhofskapelle von 1908.

Die Kirchengemeinde Spaichingen (ca. 2.800) umfasst die Stadt Spaichingen. Die Stadt blieb gehörte als Teil Vorderösterreichs nach der Reformation katholisch. Im 19. Jahrhundert nach vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg zogen auch evangelische Bewohner zu, die zunächst zur Kirchengemeinde Hausen ob Verena gehörten, bis in Spaichingen eine eigene Filialkirchengemeinde errichtet wurde. 1905 wurde eine eigene Kirche und Pfarrei errichtet. Ihr wurden später auch die evangelischen Bewohner aus Balgheim zugeordnet. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 13. Oktober 1955 wurde die Filialkirchengemeinde Spaichingen von der Muttergemeinde Hausen ob Verena losgelöst und zur selbständigen Kirchengemeinde erhoben.

Die Kirchengemeinde Talheim (ca. 850) umfasst die Gemeinde Talheim und den Stadtteil Eßlingen der Stadt Tuttlingen. Eine Kirche St. Ägidius, später St. Brigitta wurde in Talheim 1275 erstmals erwähnt. Das Patronatsrecht hatte das Domkapitel Konstanz, wohl als Nachfolger des Klosters Reichenau. Württemberg führte die Reformation ein und nahm das Patronatsrecht an sich. Die Kirche wurde 1811 vergrößert und umgebaut. Dabei wurde der Turm des bisherigen Baus beibehalten.

Eßlingen blieb nach der Reformation katholisch. Die später zugezogenen evangelischen Bewohner wurden zunächst der badischen Pfarrei Öfingen zugeordnet. Am 1. Januar 1977 wurden die Evangelischen aus Eßlingen von der Evangelischen Landeskirche in Baden in die württembergische Landeskirche umgegliedert und der Kirchengemeinde Tuttlingen zugeordnet.

Die Kirchengemeinde Trossingen (ca. 5.650) umfasst die Kernstadt von Trossingen sowie den Wohnplatz Bundesbahnhof Trossingen, welcher erst durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 12. März 1962 von der Kirchengemeinde Deißlingen hierher umgegliedert wurde. Der Trossinger Stadtteil Schura bildet eine eigene Kirchengemeinde.

An der Pfarrkirche in Trossingen wurde 1275 ein Pleban erwähnt. Sie gehörte dem Kloster Reichenau. Württemberg führte die Reformation ein und hob 1536 die Kaplanei auf. Die heutige Kirche in Trossingen geht zurück auf die ursprünglich Beatae Mariae Virginis, also der Heiligen Jungfrau Maria geweihte Kirche in Niederhofen. Bis ins 19. Jahrhundert bestand Trossingen aus dem unteren Dorf Niederhofen und dem oberen Dorf Sontheim. Die Kirche in Niederhofen wurde 1746 bis auf das Turmuntergeschoss abgebrochen und durch die heutige Martin-Luther-Kirche ersetzt. In Sontheim gab es eine Kirche St. Anna, die nach der Reformation als Pfarrkirche aufgehoben und später teilweise abgebrochen wurde. Reste waren noch bis ins 20. Jahrhundert vorhanden. 1953 wurde eine zweite evangelische Pfarrei (Pfarramt West) errichtet. Das bisherige Pfarramt an der Martin-Luther-Kirche wurde zum Pfarramt Ost. Heute gibt es insgesamt drei Pfarreien, Ost, Süd und West.

Die Kirchengemeinde Tuningen (ca. 1.300) umfasst die Gemeinde Tuningen. Schon um 1220 wurde in Tuningen ein Pleban und eine Kirche erwähnt. Es handelt sich wohl um eine Wallfahrtskirche, die am 25. April 1338 mit einem Ablassbrief begabt wurde. Die St. Gallus geweihte Kirche stand außerhalb des Ortes zwischen Sunthausen und Tuningen. Wahrscheinlich handelte es sich zunächst um einen Holzbau, der erst später durch einen Steinbau ersetzt wurde. Wohl im 30-jährigen Krieg wurde die Kirche abgebrochen. Schon 1537 wurde auf Beschluss des Vogtes und der Bevölkerung gegen den Widerstand der Stadt Villingen die Reformation eingeführt. Erster evangelischer Pfarrer war Johannes Khym. Die heutige evangelische Kirche Tuningen wurde innerhalb des Ortes im 17. Jahrhundert erbaut, der Turm datiert 1686. 1728 bis 1731 wurde die Kirche durch Architekt Landbaumeister Georg Friedrich Mayer aus Stuttgart vergrößert. Sie erhielt den Namen Michaelskirche, da es vermutlich auf dem Friedhof in Tuningen bereits in vorreformatorischer Zeit eine Michaelskapelle gab, die auch als Pfarrkirche diente. 1857 wurde die Außenfassade samt Turm renoviert. 1901 erhielt die Michaelskirche einen neuen Dachstuhl. 1966 bis 1968 wurde sie innen sowie 1990 außen renoviert.

Im Jahre 1766 wird erstmals eine Kirchenorgel in der Tuninger Ortskirche erwähnt, die 1842 durch eine neue Orgel an der Ostempore ersetzt wurde. 1982 erhielt die Kirchengemeinde die heutige Orgel der Firma Georges Heintz aus Schiltach.

Zwischen 1624 und 1871 wurde Sunthausen als Filialgemeinde von Tuningen mit betreut. In der Zeit von 1635 bis 1649 hatte Tuningen keinen eigenen Pfarrer. Die Kirchengemeinde wurde damals von Aldingen aus mit versorgt. Die Kirchengemeinde Tuningen ist Träger eine Kindergartens („Hegenest“), der auf eine Kleinkinderschule von 1862 zurückgeht. Es gibt auch einen Kirchenchor (gegründet 1908) und einen Posaunenchor (gegründet 1954).

Als besondere Gruppierungen, die in Verbindung mit der Kirchengemeinde Tuningen stehen, sind die Michael Hahn’sche Gemeinschaft (seit 1860) und die Altpietistische Gemeinschaft (seit ca. 1899) sowie das Blaue Kreuz (ab 1901) zu nennen.

Die Gesamtkirchengemeinde Tuttlingen (ca. ) umfasst die Kernstadt von Tuttlingen und die Gemeinde Wurmlingen. Sie wurde mit Wirkung vom 12. November 1989 gebildet, als die bis dahin alleinige Kirchengemeinde Tuttlingen in die fünf Teilkirchengemeinden Stadtkirchengemeinde Tuttlingen, Martinskirchengemeinde Tuttlingen, Auferstehungskirchengemeinde Tuttlingen, Versöhnungskirchengemeinde Tuttlingen und Erlöserkirchengemeinde Wurmlingen aufgeteilt wurde. Die Gesamtkirchengemeinde sowie die Teilkirchengemeinden sind seit 1990 eigenständige Körperschaften des öffentlichen Rechts. Der Tuttlinger Stadtteil Möhringen bildet eine eigene Kirchengemeinde. Die evangelischen Bewohner aus dem Stadtteil Eßlingen gehören zur Kirchengemeinde Talheim, die Evangelischen aus Nendingen (ohne Altental, das seit 1968 zur Kirchengemeinde Tuttlingen gehört) zur Kirchengemeinde Mühlheim an der Donau. Diese drei Kirchengemeinden gehören nicht zur Gesamtkirchengemeinde Tuttlingen.

Die Stadtkirchengemeinde Tuttlingen (ca. 3.400) umfasst Teile der Kernstadt von Tuttlingen. Der Abt des Klosters Reichenau war Pleban der Pfarrei in Tuttlingen mit der Frauenkapelle und der St. Martinskaplanei. Pfarrkirche war zunächst die außerhalb der Stadt gelegene Martinskirche. Württemberg führte ab 1535 durch Ambrosius Blarer die Reformation ein. Tuttlingen wurde auch bald Sitz eines Dekanats. Dir Martinskirche wurde bei der Schlacht von Tuttlingen 1643 zerstört. Danach wurde die Kirche St. Peter und Paul, heute Stadtkirche genannt, zur Pfarrkirche erhoben. Sie war ursprünglich eine kleine Kapelle, die mehrmals erweitert wurde. Die Ruine der alten Martinskirche wurde 1862 durch eine kleine Kapelle ersetzt. Die Stadtkirche St. Peter und Paul brannte 1803 ab und wurde danach wieder aufgebaut.

Als die Gemeinde durch Zuzug stark anwuchs, wurden 1958 die (neue) Martinskirche, 1966 die Auferstehungskirche und später noch die Versöhnungskirche im Wohngebiet Lohmehlen gebaut. Mit Wirkung vom 12. November 1989 wurde dann die Kirchengemeinde Tuttlingen in fünf eigenständige Teilkirchengemeinden (vier Kirchengemeinden im Stadtgebiet und zusätzlich die Erlöserkirchengemeinde Wurmlingen) aufgeteilt und gleichzeitig die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Tuttlingen gebildet, die aus den fünf Teilkirchengemeinden besteht.

Heute gibt es drei Pfarrämter in der Kirchengemeinde Tuttlingen Stadtkirche. Sie tragen die Bezeichnungen I, II und III.

Zwischen 1951 und 1963 gehörten auch Bärenthal und Beuron zur Kirchengemeinde Tuttlingen. Diese ehemals hohenzollerischen Orte gehörten bis 1. April 1951 zur Kirchengemeinde Sigmaringen, welche seinerzeit mit anderen Kirchengemeinden von der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union in die württembergische Landeskirche umgegliedert wurde. Dabei wurden u.a. die Orte Bärenthal und Beuron von der Kirchengemeinde Sigmaringen abgetrennt und der Kirchengemeinde Tuttlingen zugeordnet. Nach Bildung der neuen Kirchengemeinde Mühlheim an der Donau 1963 wurden beide Orte wieder von Tuttlingen getrennt und der neuen Kirchengemeinde Mühlheim an der Donau zugeordnet.

Die Auferstehungskirchengemeinde Tuttlingen (ca. 2.050) umfasst Teile der Kernstadt von Tuttlingen. Bis ins 20. Jahrhundert war die Stadtkirche Tuttlingen die alleinige evangelische Kirche der Stadt. Durch Zuzug wuchs die Kirchengemeinde stark an. So wurde nach der 1958 erbauten Martinskirche, 1966 die Auferstehungskirche erbaut und mit Wirkung vom 12. November 1989 dort die eigenständige Auferstehungskirchengemeinde Tuttlingen innerhalb der ebenfalls 1989 gegründeten Gesamtkirchengemeinde Tuttlingen errichtet.

Die Martinskirchengemeinde Tuttlingen (ca. 1.700) umfasst Teile der Kernstadt von Tuttlingen. Bis ins 20. Jahrhundert war die Stadtkirche Tuttlingen die alleinige evangelische Kirche der Stadt. Durch Zuzug wuchs die Kirchengemeinde stark an. So wurde 1958 die Martinskirche erbaut und mit Wirkung vom 12. November 1989 dort die eigenständige Martinskirchengemeinde Tuttlingen innerhalb der ebenfalls 1989 gegründeten Gesamtkirchengemeinde Tuttlingen errichtet.

Die Versöhnungskirchengemeinde Tuttlingen (ca. 1.600) umfasst Teile der Kernstadt von Tuttlingen. Bis ins 20. Jahrhundert war die Stadtkirche Tuttlingen die alleinige evangelische Kirche der Stadt. Durch Zuzug wuchs die Kirchengemeinde stark an. So wurde nach der 1958 erbauten Martinskirche, 1966 die Auferstehungskirche und später die Versöhnungskirche erbaut und mit Wirkung vom 12. November 1989 dort die eigenständige Versöhnungskirchengemeinde Tuttlingen innerhalb der ebenfalls 1989 gegründeten Gesamtkirchengemeinde Tuttlingen errichtet.

Die Erlöserkirchengemeinde Wurmlingen (ca. 1.100) umfasst die Gemeinde Wurmlingen. Der Ort blieb nach der Reformation katholisch. Seit dem 19. Jahrhundert zogen auch evangelische Bewohner zu. 1936 waren es siebzig Evangelische. Sie gehörten zur Kirchengemeinde Tuttlingen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Gemeinde stark an. 1954 konnte sich die Gemeinde eine eigene Kirche, die Erlöserkirche erbauen. 1980 wurde Wurmlingen eigene Pfarrei und mit Wirkung vom 12. November 1989 wurde dort die eigenständige Erlöserkirchengemeinde Wurmlingen innerhalb der ebenfalls 1989 gegründeten Gesamtkirchengemeinde Tuttlingen errichtet.

Die Kirchengemeinde Wehingen (ca. 2.300) umfasst die Gemeinden Wehingen, Deilingen, Egesheim, Gosheim und Reichenbach am Heuberg. Alle Gemeinden blieben nach der Reformation katholisch. Evangelische Bewohner zogen überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg zu. Sie gehörten dann zur Kirchengemeinde Aldingen bzw. im Falle von Egesheim, Königsheim und Reichenbach am Heuberg zur Kirchengemeinde Oberdigisheim (Kirchenbezirk Balingen). Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 18. März 1949 wurden Egesheim, Königsheim und Reichenbach am Heuberg ebenfalls der Kirchengemeinde Aldingen zugeordnet und durch weitere Bekanntmachung vom 14. April 1953 wurde schließlich für alle genannten Gemeinden unter Einbeziehung der bisher zur Kirchengemeinde Rietheim gehörigen Gemeinde Bubsheim die selbständige Kirchengemeinde Wehingen gebildet, nachdem das Kultusministerium mit Schreiben von 21. Januar 1953 die neue Kirchengemeinde als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt hatte. 1961 wurde in Wehingen dann auch eine eigene evangelische Kirche erbaut und eine Pfarrei errichtet. Die evangelischen Bewohner aus Bubsheim und Königsheim wurden schließlich mit Wirkung vom 1. Januar 2007 von der Kirchengemeinde Wehingen gelöst und der Kirchengemeinde Rietheim zugeordnet.

Gustav Bossert: Die Reformation in Tuttlingen und Umgegend. BWKG 15 (1911), 19-52.

Zum Seitenanfang



Region der 10 Tausender

Lemberg (Deutschland)

Die Region der 10 Tausender ist eine Region in Baden-Württemberg.

Fast alle der höchsten Berge der Schwäbischen Alb (jeder über 1.000 m ü. NN) befinden sich in dieser, mit nur 20 km² relativ kleinen Region zwischen Deilingen, Gosheim, Denkingen und dem Dreifaltigkeitsberg auf der Südwestalb.

Der Name „Region der 10 Tausender“ geht zurück auf eine Aktionsgemeinschaft, die von diversen Gastronomiebetrieben und Gemeinden des Heubergs zur Förderung des regionalen Tourismus initiiert wurde.

Die beiden anderen Tausender der Schwäbischen Alb, der 1002 m hohe und sehr markante Plettenberg und der 1000 m hohe Schafberg, Beide bei Balingen gelegen, liegen ein Stück weit entfernt und werden nicht zu den Zehn Tausendern gezählt.

Zum Seitenanfang



Burg Freudenberg (Ochsenbach)

Die Burg Freudenberg ist eine abgegangene Burg rund einen Kilometer nördlich des Hofes Freudenberg bei Ochsenbach, einem Ortsteil von Ostrach im Landkreis Sigmaringen in Baden-Württemberg.

Reste der hochmittelalterlichen Burg sind aufgrund der unbekannten Lage nicht zu lokalisieren.

Am 29. September 1455 zündete ein Konrad Schorpp von Freudenberg den Ort Denkingen aufgrund vorheriger Streitereien zwischen ihm und der Reichsstadt Überlingen um Weide- und Hüterechte in Feldern und Wäldern an. Der selbige taucht am 11. November 1461 im Zusammenhang mit Freiherr Hans von Gefeldseck, der sich für eine Gült von zehn Malter Roggen bei Konrad Schorpp von Freudenberg (Conrad Schorpp von Frödenberg) verschrieb und 1474 mit der Forderung des Klosters Sießen über das bischöfliche Ordinariat Konstanz an Konrad Schorpp von Freudenberg auf.

Zum Seitenanfang



Source : Wikipedia