Dalai Lama

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Geschrieben von robby 28/02/2009 @ 13:38

Tags : dalai lama, tibet, asien, ausland

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Dalai Lama

Tenzin Gyatso, 14. Dalai Lama

Dalai Lama (aus dem Mongolischen: Ozeangleicher Lehrer, von Dalai – mong. Ozean; auch: Gyalwa Rinpoche; wylie: rgyal ba rin po che) ist seit 1578 der Titel einer der höchsten kultisch-religiösen Autoritäten des Vajrayana-Buddhismus, der traditionell besonders in Tibet, aber auch in der Mongolei Verbreitung gefunden hat. Zwischen 1642 und 1959, dem Jahr der Flucht ins Exil, hatte der Dalai Lama zeitweise die Führung des tibetischen Staatswesens inne, das sich meist auf die zentraltibetische Doppelprovinz Ü-Tsang beschränkte.

Die Dalai Lamas, die in religiöser Hinsicht in enger Beziehung zu den Panchen Lamas stehen, sind wie diese traditionell Mönche der Gelug-Schule des tibetischen Buddhismus, deren Oberhaupt der Ganden Tripa ist. Eine Ausnahme war der sechste Dalai Lama Tsangyang Gyatso, der seine Mönchsgelübde zurückgab.

Der gegenwärtige 14. Dalai Lama ist der Mönch Tenzin Gyatso.

Der Dalai Lama wird im tibetischen Buddhismus als Mensch (Nirmanakaya) angesehen, der sich aus Mitgefühl entschlossen hat, durch Reinkarnation wieder in das Leben oder „in die gewöhnliche menschliche Existenz“ einzutreten, um anderen Wesen dienen zu können, obwohl er als erleuchtetes Wesen (Bodhisattva) den Kreislauf der Wiedergeburt hätte verlassen können. Die Dalai Lamas gelten als Emanation Avalokiteshvaras (tib. Chen rezig) des Bodhisattva des Mitgefühls. Er gilt als Gestalt, die das Elixier der Barmherzigkeit und Weisheit den Menschen guten Willens bringt.

Ein Dalai Lama ist gemäß der Tradition in Tibet ein Tulku: Es wird angenommen, dass der vorherige verstorbene Dalai Lama erneut eine Wiedergeburt als Mensch annimmt und dieser dann aufgefunden werden kann. Dies geschieht durch eine hochrangige, von der Ordensführung autorisierte Findungskommission. Beispielsweise wurde der vierzehnte Dalai Lama von mehreren Mönchen gefunden, die Familien mit Kleinkindern im Land aufsuchten, bei deren Geburt sich besondere Zeichen gezeigt haben sollen (als besondere Zeichen gelten etwa ungewöhnliche Träume der Eltern, ungewöhnliche Fähigkeiten des Kindes oder Regenbögen). Die Mönche stellten den Kleinkindern mehrere Aufgaben, um herauszufinden, welches von ihnen der wiedergeborene Dalai Lama sei. Eine dieser Aufgaben war die Wiedererkennung von persönlichen Ritualgegenständen des Verstorbenen (vgl. Reinkarnationsforschung).

Nachdem die Entscheidung für einen der Kandidaten gefallen ist, wird das Kind offiziell zur Reinkarnation des vorherigen Dalai Lama erklärt und erhält eine klösterliche Ausbildung in tibetischem Buddhismus sowie in tibetischer Kultur, unter anderem Sprache, Schrift, Kalligrafie und Allgemeinwissen. Bei dieser spielt der Panchen Lama eine Rolle, der zum Dalai Lama in einem Lehrer-Schüler-Verhältnis der Gelug-Schule steht.

Der Ehrentitel Dalai Lama wurde erstmals im Jahre 1578 an Sonam Gyatso verliehen, als dieser sich auf Einladung des Fürsten der Tümed-Mongolen Altan Khan zu einer Missionsreise für einige Monate an dessen Hof begab. Er revanchierte sich und verlieh seinerseits dem Mongolenfürsten einen Ehrentitel. Auf diese Weise unterstellte er das Reich des Altan Khan seinem geistlichen Schutz und sicherte sich im Gegenzug dessen Unterstützung im Kampf seines Ordens um die Vorherrschaft gegen die rivalisierenden lamaistischen Schulen. Da die beiden Vorgänger Sonam Gyatsos nachträglich als Dalai Lama anerkannt wurden, zählt er selbst als der dritte Dalai Lama.

Als der westmongolische Fürst Gushri Khan, der sich als Schutzherr des Dalai Lama sah (damals war dies Ngawang Lobsang Gyatso, der 5. Dalai Lama) in einem mehrjährigen Krieg Zentraltibet eroberte und am 7. Februar 1642 nach Einnahme der Stadt Shigatse den letzten König von Tsang Tenkyong Wangpo (1606–1642) gefangen nahm, proklamierte er sich zunächst selbst zum Herrscher über Tibet. Am 3. Mai 1642 erklärte er sodann in einer feierlichen Zeremonie den Dalai Lama zur obersten Autorität ganz Tibets, „von Dajianlu (s.a. Garzê) im Osten bis nach Ladakh im Westen“. Die politische Gewalt der Regierung Ganden Podrang (tib.: dga' ldan pho brang) sollte von einem Desi (Regenten) ausgeübt werden, der mit den Befugnissen eines Premierministers ausgestattet war.

Als der 5. Dalai Lama am 2. April 1682 starb, entstand für die Regierung Tibets eine schwierige Lage. Sie musste sich auf die Suche nach seiner Reinkarnation machen, einem neugeborenen Kind, musste diesem Kind eine erstklassige Erziehung und Ausbildung angedeihen lassen und auf seine Volljährigkeit warten, bis er als 6. Dalai Lama die Herrschaft über das Land antreten konnte. So lange, eine ganze Generation lang, würde Tibet und seine Regierung ohne Staatsoberhaupt auskommen müssen. Man durfte annehmen, dass benachbarte Völker, aber auch Kräfte im Inneren diese Zeit eines gewissen Machtvakuums zu ihrem Vorteil und zum Nachteil Tibets nutzen würden. Um dem vorzubeugen, habe der 5. Dalai Lama den Desi Sangye Gyatso (1653–1705) noch auf dem Sterbelager instruiert, seinen Tod so lange geheim zu halten, bis die Arbeiten am Potala-Palast vollendet wären. So geschah es auch, offenbar mit Billigung und Unterstützung aller wichtigen Hofbeamten und Geistlichen. Um den Anschein aufrecht zu erhalten, musste von Zeit zu Zeit ein öffentlicher Auftritt oder eine Audienz für mongolische Würdenträger inszeniert werden. Je nachdem wurde mitunter seine Zeremonialrobe in der Audienzhalle auf den Thron gesetzt oder ein geeigneter Mönch musste den Souverän doubeln. Auch die Ausbildung des 6. Dalai Lama litt unter der Notwendigkeit zur Geheimhaltung. Es durften nur Geheimnisträger wissen, wer er war. Erst 1696, ein Jahr nach der Vollendung des Potala-Palastes, gab der Desi bekannt, dass der Dalai Lama schon 1682 verstorben sei und präsentierte einen 13-jährigen Jungen als seine Reinkarnation. Sowohl die verbündeten Mongolen als auch der chinesische Kaiser (Kangxi), der den Dalai Lama und seine Lehre zu schätzen wusste, die tibetische Politik der letzten Jahre aber als chinafeindlich erlebte, fühlten sich hintergangen. Das Vertrauen in die Institution des Dalai Lama wurde schwer erschüttert.

Ein solcher Versuch, den Tod des Dalai Lama geheim zu halten, wurde nach diesen Erfahrungen nicht mehr unternommen. Allerdings wurde es in den folgenden zwei Jahrhunderten Normalzustand, wie ein Blick in die nachstehende Liste zeigt, dass in Tibet die Staatsgeschäfte von Regenten geführt wurden, weil der Dalai Lama noch minderjährig war. Viele von ihnen starben in jungen Jahren.

Berichtenswert sind die Wirren, die zunächst zur Absetzung des 6. Dalai Lama Tsangyang Gyatso führten und im weiteren Verlauf dazu, dass Tibet dauerhaft unter chinesischen Einfluss kam.

Seit dem geheim gehaltenen Tod des 5. Dalai Lama und auch nach der Inthronisierung von Tsangyang Gyatso betrieb der Desi tibetische Machtpolitik, indem er verschiedene mongolische Stämme gegeneinander und gegen China ausspielte. Zu seinem Unglück wurde 1696 der mongolische Stamm der Dsungaren, auf den er sich stützte, von den Truppen des Kaisers entscheidend besiegt. Nun spielten die Chinesen wiederum andere mongolische Stämme gegen den Desi aus. Angesichts der gerade eben enthüllten Täuschungsmanöver über den Tod des 5. Dalai Lama fiel das nicht schwer.

Der 6. Dalai Lama wurde den in ihn gesetzten religiösen Erwartungen nicht gerecht. Er pflegte einen sehr freizügigen Lebenswandel. Als der Desi versuchte, den Freund Tsangyang Gyatsos zu ermorden, der ihn bei seinen Ausschweifungen begleitete, führte dies zum Bruch mit dem Regenten und letztlich dazu, dass er sich im Kloster Tashilhunpo 1702 durch den 5. Panchen Lama Lobsang Yeshe von allen Gelübden entbinden und in den Laienstand zurückversetzen ließ. Die Würde des Dalai Lama verblieb ihm. Wenn auch die Geistlichkeit mit ihm unzufrieden war, so wurde er doch beim einfachen Volk mit jeder weiteren Eskapade nur noch populärer. Die Spannungen mit den religiös auf den Dalai Lama ausgerichteten Mongolen, die die Zustände an seinem Hof als unwürdig ansahen, wuchsen nach der Laisierung des Dalai Lama dramatisch. Sie führten zum Rücktritt des Desi, schließlich, als er im Hintergrund weiterhin die Fäden zog, zu seiner Enthauptung und zur Besetzung Tibets durch die mit dem Kaiser verbündeten mongolischen Stämme im Jahre 1705. Der Dalai Lama war sowohl dem Kaiser als auch den Mongolen unantastbar, und dennoch war er ihnen im Weg. Sie ließen verbreiten, er sei nicht die wirkliche Reinkarnation und habe die Stellung des Dalai Lama zu Unrecht usurpiert. Um ihn zu stürzen, setzte man den Hebel jedoch nicht bei seinem leichtfertigen Lebenswandel an, sondern bezichtigte ihn der Häresie. Er gefährde die Lehre der herrschenden Gelugpa-Schule. Im Juni 1706 ließ der Khan ihn aus dem Potala-Palast holen und erklärte ihn förmlich für abgesetzt. Mit einem Sondergesandten des Kaisers wurde er auf den Weg zum kaiserlichen Hof nach Peking gebracht. Er starb unterwegs am 14. November 1706.

Seit 1706 fungierte der Mongole Lajang Khan offiziell als Regent in Lhasa und erklärte, da der Dalai Lama nicht echt gewesen sei, müsse der echte erst noch gefunden werden. Im Jahr darauf präsentierte er einen 1686 geborenen Mönch, der vom 5. Panchen Lama unter dem Namen Yeshe Gyatso als 7. Dalai Lama inthronisiert wurde. An dessen Echtheit kamen jedoch bald Zweifel auf. Dennoch wurde dieser Dalai Lama 1710 auch vom Kaiser offiziell anerkannt. Er befahl allen Tibetern, Lajang Khan und dem Dalai Lama zu gehorchen. Als Gegenleistung verpflichtete sich der Khan zu jährlichem Tribut.

Ein neuer Konflikt brach aus, als bekannt wurde, dass man in Osttibet, in der Gegend von Lithang (Kham), eine Inkarnation Tsangyang Gyatsos gefunden habe. Nach Anerkennung durch die Mönche von Lithang als 7. Dalai Lama wuchs der Zuspruch, den das Kind fand, immer mehr, so dass es 1714 vor dem Zugriff des Khans, der sich weiter auf Yeshe Gyatso stützte, nach Osten in das Kloster Derge in Sicherheit gebracht wurde. Der Kaiser wurde mit der verworrenen Lage befasst. Er entschied schließlich, dass der Junge im August 1716 in das große Kloster Kumbum gebracht wurde.

Im Jahr 1717 nutzte der Dsungaren-Herrscher die Chance, Lajang Khan und die mit dem Kaiser verbündeten Mongolenstämme aus Tibet zu verdrängen. Er rückte mit einem starken Heer nach Tibet ein, gab gegenüber Lajang Khan vor, er komme als Verbündeter im Krieg gegen Bhutan, verbreitete gegenüber den Tibetern jedoch während des Marsches, er kämpfe nur für die Einsetzung des rechtmäßigen, des 7. Dalai Lama. Damit zog er viele Tibeter auf seine Seite. Doch der von den Dsungaren zum Kloster Kumbum entsandte Trupp, der den 7. Dalai Lama holen sollte, wurde vernichtend geschlagen. Gleichwohl wurde Lhasa noch vor Jahresende erobert, wobei Lajang Khan im Kampf fiel. Der von ihm protegierte Dalai Lama Yeshe Gyatso wurde abgesetzt und später nach China deportiert. Da in Teilen Tibets noch Gefolgsleute Lajang Khans herrschten, war die Einheit des Landes zerfallen. Es machte sich Enttäuschung breit, dass der 7. Dalai Lama entgegen den Versprechungen nicht aus Kumbum befreit worden war, und die Dsungaren konnten sich nur mit einer Gewaltherrschaft in Lhasa halten.

Der Kaiser entsandte ein starkes Heer nach Tibet. Dieses geleitete den 12-jährigen 7. Dalai Lama Kelsang Gyatso am 16. Oktober 1720 nach Lhasa. Am 24. April 1721 überbrachte eine Gesandtschaft des Kaisers die offizielle Anerkennung des Dalai Lama und ließ bei dieser Gelegenheit das große Staatssiegel überreichen, auf dem dreisprachig in Mandschu, Mongolisch und Tibetisch zu lesen war: „Siegel des Sechsten“ (!) „Dalai Lama, Führer der Lebewesen, Verbreiter der Lehre“. Als Regierungsinstanz schafften sie das Amt des Desi ab und errichteten einen Ministerrat (Kashag; tib.: bka' shag). Der Vorsitzende und sein Stellvertreter wurden vom Kaiser berufen. Nunmehr stand Tibet unter der direkten Oberhoheit des Kaiserreiches. Zwar zog die kaiserliche Armee bald ab, jedoch blieb eine Garnison von 3000 Mann in Lhasa zurück.

Als 1727 der Vorsitzende des Ministerrates von den Ministern (tib.: bka' blon) ermordet wurde und sein Stellvertreter ihnen entkam, brachen neue Unruhen aus. Wiederum schickte der Kaiser (Yongzheng) eine Armee und stellte Ruhe und Ordnung wieder her. In einem Schauprozess ließ der Kaiser die Verschwörer, zu denen auch der Vater des Dalai Lama zählte, verurteilen. Der Dalai Lama wurde mit seinem Vater für sieben Jahre nach Garthar nahe ihrer Heimat Lithang verbannt. Um neuen Unruhen vorzubeugen, stärkte der Kaiser die Position des Vorsitzenden des Ministerrates (Premierminister), zu dem der bisherige Stellvertreter ernannt wurde. Allerdings wurden ihm zwei Ambane zur Seite gestellt, chinesische Residenten, die direkt dem Kaiser unterstellt waren. Auf Geheiß des Kaisers wurde der 7. Dalai Lama nach Ablauf der Verbannung von einer chinesischen Eskorte nach Lhasa gebracht und konnte am 3. September 1735 wieder in den Potala-Palast einziehen. Seine Befugnisse blieben auf den geistlichen Bereich beschränkt.

Der Premierminister starb am 12. März 1747. Sein Sohn beerbte ihn in diesem Amt, begann aber bald, gegen Peking zu konspirieren, nahm insgeheim Kontakte zu den Dsungaren auf und wurde daraufhin am 11. November 1750 von den Ambanen eigenhändig erstochen, woraufhin sie vom wütenden Mob ermordet wurden. In den danach ausbrechenden Unruhen übernahm der Dalai Lama die Position der Ambane und erklärte, sie hätten recht gehandelt. Er ernannte einen neuen Premier und kerkerte den Anführer der Unruhen ein. Anschließend berichtete er dem Kaiser über die Ereignisse. Dieser übertrug dem Dalai Lama am 7. Februar 1751 neben der geistlichen auch wieder die politische Herrschaft über Tibet. Als Regierungsorgan wurde ihm der vierköpfige „Kashag“ unterstellt. Die Stellung der kaiserlichen Ambane wurde weiter gestärkt. Sie konnten unmittelbar in die tibetische Politik eingreifen, da wichtige Entscheidungen von ihrer Zustimmung abhängig waren.

Unmittelbar nach dem Tod des 7. Dalai Lama am 22. März 1757 beschlossen der Kashag und andere hohe Würdenträger, einen Gyaltshab (Vizekönig; tib.: rgyal tshab) als Regenten zu ernennen, der die weltliche Herrschaft ausüben sollte, bis der 8. Dalai Lama aufgefunden war und die Volljährigkeit erreicht hatte. Der so ernannte Regent wurde vom Kaiser bestätigt. Als der 8. Dalai Lama Jamphel Gyatso volljährig wurde, dankte der Gyaltshab ab und übergab ihm mit den kaiserlichen Siegeln am 21. Juli 1781 die weltliche Macht. Allerdings bewies er 1788 beim erfolgreichen Einfall der Gurkhas, die in Nepal die Herrschaft erlangt hatten, so wenig Geschick, dass der Kaiser ihm die Regierungsbefugnisse entzog und wieder einen Regenten ernannte. Die militärische Situation bereinigte der Kaiser mit einem Feldzug.

Im kaiserlichen Palast hegte man den Verdacht, dass das Findungs-Ritual der großen Inkarnationen, besonders des Dalai Lama und des Panchen Lama, von Missbrauch bedroht war. So ordnete der Kaiser an, dass das tibetische Staatsorakel des Klosters Nechung zu allen in Betracht gezogenen Knaben zu befragen sei. Unter der Aufsicht eines kaiserlichen Ambans sollte das Orakel drei Jungen auswählen. Die Auswahl aus diesen drei Namen sollte der Regent in Anwesenheit des Ambans durch Ziehung von Losen aus einer Goldenen Urne treffen. Ferner wurde jenen, denen das Recht zustand, den Ort einer Reinkarnation bekannt zu geben, verboten, auf Kinder aus der nächsten Verwandtschaft des Verstorbenen, eines mongolischen Khans, von hoch stehenden Fürsten, Adligen oder militärischen Oberbefehlshabern hinzuweisen. In der Folgezeit gab es immer wieder Versuche, diese ungeliebten kaiserlichen Regeln zu umgehen, besonders das Losverfahren, jedoch ging der kaiserliche Hof nicht hiervon ab und rügte alle Verstöße. Mit List oder Glück ist jedoch im Losverfahren immer ein Dalai Lama bestimmt worden, den auch das althergebrachte Ritual identifiziert hätte. Dadurch, dass der 9. bis 12. Dalai Lama, teilweise unter nie geklärten Umständen, in noch jugendlichem Alter starben, gab es häufig genug Gelegenheit, die Goldene Urne anzuwenden. Auch wenn ihnen teilweise noch kurz vor ihrem Tod die Regierung übertragen wurde, so kann man doch sagen, dass Tibet ab 1788 für mehr als hundert Jahre nur von Regenten geführt wurde.

Erst dem 13. Dalai Lama Thubten Gyatso sollte es in der Zeit vom 26. September 1895 bis zum 17. Dezember 1933 wieder vergönnt sein, die weltliche Macht in Tibet auszuüben. Vor seiner Amtsübernahme stürzten die großen Lamas und der Kashag den Regenten, dessen Kaisertreue zuletzt die wichtigste Stütze kaiserlicher Macht in Tibet war.

Seit dem Feldzug gegen die nepalesischen Gurkhas 1792 war der Kaiser nicht mehr in der Lage gewesen, Tibet tatkräftig gegen Bedrohungen von außen zu schützen. Das Reich der Mitte verfiel von einem Schwächezustand in den nächsten, nach dem 1. Opiumkrieg gegen die Briten (1839–1842) kam die Taiping-Rebellion und eine britisch-französische Militärexpedition (1851–1864) und dann der Japanisch-Chinesische Krieg (1894–1895). In dieser Zeit ereignete sich in Tibet vieles: Es brachen Unruhen aus, die mit Zugeständnissen Pekings beendet wurden, namentlich mit einer starken Reduzierung der kaiserlichen Garnison (1806), die Sikh eroberten das buddhistische Fürstentum Ladakh und fielen in Tibet ein (1834–1842), eine Invasion der nepalesischen Gurkhas konnte nicht zurückgeschlagen werden (1854–1856), in Osttibet lösten Unruhen eine Fluchtbewegung nach Zentraltibet aus (1863), es gab einen Grenzkonflikt mit britisch-indischen Gurkhatruppen (1888–1890).

Die Mächtigen in Tibet stellten sich, wie auch die in anderen Randprovinzen des Reiches, in dieser Situation die Frage nach einer besseren Schutzmacht. Besonders das Britische Empire vom indischen Subkontinent aus und das damalige russische Zarenreich von Norden her waren an Zentralasien interessiert.

Im russischen Vielvölkerstaat lebten auch zahlreiche Anhänger des Vajrayana-Buddhismus. Für sie war es nicht ungewöhnlich, nach Lhasa als ihrem religiösen Zentrum zu pilgern um sich dort nach entsprechender Vorbereitung als Mönch weihen zu lassen. Für den Zar Alexander III. wiederum war es von Interesse, Einfluss auf den Dalai Lama als den religiösen Führer vieler seiner Untertanen zu erlangen. Es ergab sich, dass ein burjät-mongolischer Mönch aus dem Transbaikalgebiet mit Namen Ngawang Dorje (Agvan Dorzhejev) 1888 nach Lhasa pilgerte um im Kloster Drepung zu studieren. Er avancierte zu einem der Hilfstutoren des jungen 13. Dalai Lama Thubten Gyatso und fungierte ab 1897 inoffiziell als Sekretär für auswärtige Angelegenheiten. Im Jahr 1900 – der kaiserliche Hof in Peking war gerade mit dem Boxeraufstand beschäftigt – entsandte ihn Thubten Gyatso nach Russland, um dem Zaren ein Schreiben zu überbringen. Zar Nikolaj II. empfing Ngawang Dorje in Jalta.

Lord George Curzon, der britische Vizekönig von Indien, versuchte mit diplomatischen Mitteln, den russischen Einfluss auf Tibet einzudämmen. Er sandte 1900 einen Brief an den 13. Dalai Lama, dessen Annahme dieser verweigerte mit der Begründung, er dürfe die Ambane nicht übergehen. Auch einen zweiten Brief 1901 ließ er mit der gleichen Begründung ungeöffnet zurückgehen. Dementgegen traf im Juni 1901 eine tibetische Gesandtschaft unter der Führung Dorzhejevs in Sankt Petersburg bei Zar Nikolaj II. ein mit Briefen und Geschenken des Dalai Lama. Man wurde sich einig in dem Ziel, Tibet dem russischen Reich anzugliedern.

Im Jahr 1902 drohte Lord Curzon nach seinen diplomatischen Fehlschlägen mit der Besetzung des für den Handel wichtigen Chumbi-Tales an der Grenze zu Sikkim. Schließlich begannen im tibetischen Grenzort Khampadzong im Juni 1903 tibetisch-britische Verhandlungen, die aber von tibetischer Seite bald abgebrochen wurden. Die britische Seite wollte die Fortführung der Verhandlungen ab November 1903 mit einem Tibetfeldzug unter Francis Younghusband erzwingen und rückte etappenweise gegen Lhasa vor. Da Russland ab Februar 1904 durch den Russisch-Japanischen Krieg militärisch gebunden war, war es außerstande, seine geplante Rolle als neue Schutzmacht Tibets wahrzunehmen. Als die Militärexpedition am 29. Juli 1904 den Tsangpo erreichte, erkannte der Dalai Lama den Ernst der Lage, aber jetzt lehnte Younghusband Verhandlungen ab. Daraufhin verließ Thubten Gyatso am nächsten Morgen Lhasa und floh mit großem Gefolge in die Mongolei.

Nach der Besetzung von Lhasa am 3. August 1904 begannen Verhandlungen der Briten mit dem Amban und dem vom Dalai Lama vor der Flucht ernannten Regenten. Im Vertrag vom 7. September 1904 wurde zunächst geklärt, dass Tibet weiterhin unter der Oberhoheit des Kaiserreiches stehe und keine eigenständigen Beziehungen mit fremden Staaten anknüpfen dürfe. Lediglich den britischen Handelsinteressen wurde Rechnung getragen. Noch im September erfolgte der Rückzug der Briten. Die Integration von Tibet in das britische Empire war gescheitert. Zudem wies die Kaiserinwitwe Cixi (Tzu-Hsi) den Amban an, den ausgehandelten Vertrag nicht zu unterschreiben.

Noch in Anwesenheit der Briten musste der Amban am 13. September 1904 ein kaiserliches Dekret über die Absetzung von Thubten Gyatso und die vorläufige Abschaffung der Würde des Dalai Lama verkünden. Die Tibeter jedoch ignorierten diese Absetzung, und auch die chinesischen Behörden empfingen den Dalai Lama im November 1904 mit allen Ehren in Urga. Um ihn zu sehen, strömten während seines Aufenthalts in der Mongolei auch große Pilgerscharen aus dem Russischen Reich herbei. Im Frühjahr 1905 ließ er abermals eine Gesandtschaft nach Sankt Petersburg an den Hof des Zaren reisen.

Obwohl ihn chinesische Behörden dazu drängten, nach Tibet zurückzukehren, hatte er damit keine Eile. Bis 1908 blieb er im Norden, denn die schwere Niederlage des Russischen Reiches gegen Japan und die Wirren der anschließenden Russischen Revolution beunruhigten ihn.

Die Schwächung Russlands gab der Politik des Kaiserreichs China in Tibet wieder Auftrieb. Der Vertrag von Lhasa wurde noch im April 1906 von der chinesischen Regierung bestätigt und sie kam anstelle der Tibeter für die Kriegsentschädigung an das britische Empire auf. Damit gab die chinesischen Regierung unmissverständlich ihren unveränderten Hoheitsanspruch über Tibet zu verstehen. Großbritannien und Russland verständigten sich am 31. August 1907 im Vertrag von Sankt Petersburg über ihre Interessensphären in Zentralasien und beendeten die Konfrontation. Sie vereinbarten, dass Tibet zur britischen, die Mongolei und Turkestan zur russischen Einflusssphäre gehören sollten.

Die Kaiserinwitwe Cixi sah nun den Zeitpunkt gekommen den Dalai Lama nach Peking einzuladen. Gegen den dringenden Rat Großbritanniens und Russlands entschloss sich der 13. Dalai Lama, mit Blick auf die geänderten Machtverhältnisse, dieser Einladung Folge zu leisten, wenn auch ganz ohne Eile. Ganze fünf Monate hielt er sich zum Gebet und zur Meditation am Wutai Shan auf, empfing dort aber auch Diplomaten aus aller Welt. Nach wiederholten Aufforderungen aus Peking reiste er schließlich weiter und wurde Ende September 1908 in Peking mit protokollarischen Ehren, jedoch nicht wie das Oberhaupt eines souveränen Staates empfangen. Bei der kaiserlichen Audienz sollte er vielmehr als Vasall des Kaiserreichs China den als Unterwerfungsgeste üblichen Kotau vollziehen. Da er diesen verweigerte, musste vor der Audienz erst ein Kompromiss gefunden werden. Es wurde vereinbart, er solle sich zur Begrüßung nur auf ein Knie niederlassen, und zudem den Boden mit der rechten Hand nur leicht berühren. Jetzt stand der Audienz am 14. Oktober nichts mehr im Wege.

Am 3. November 1908 erließ die Kaiserinwitwe Cixi ein Edikt, in dem die Verleihung eines neuen Titels an den Dalai Lama vorgesehen war, der an Stelle des an den 5. Dalai Lama Ngawang Lobsang Gyatso verliehenen Titels treten und die gehorsame Unterordnung des Dalai Lama unter den Kaiser festschreiben sollte: „Aufrichtig gehorsamer, durch Wiederverkörperung hilfreicher, hervorragender, aus sich selbst existierender Buddha des Westens“. Der Titel sollte mit einer jährlichen Zuwendung des Sichuan-Schatzamtes verbunden sein und den Dalai Lama dazu verpflichten, in Tibet den Gesetzen des Reiches in gebührender Weise Geltung zu verschaffen. Ihm blieb kein Weg, der Verleihung des Titels auszuweichen, und so begnügte er sich damit, gegen das in dem Edikt enthaltene Verbot zu protestieren, sich unmittelbar unter Umgehung der Ambane an den Kaiser wenden zu dürfen.

Die Planungen für den feierlichen Staatsakt zur Verleihung des Titels mussten durch den Tod des Kaisers Guangxu am 14. November 1908 und den der Kaiserinwitwe am Tag danach geändert werden. Ohne Entscheidung über seinen Protest wurde der Dalai Lama ersucht, nach Tibet zurückzukehren. Unterwegs im Kumbum-Kloster werde man ihm den neuen Titel verleihen. Vor seiner Abreise bekundeten Vertreter der kaiserlichen Regierung ihm gegenüber die Absicht, Tibet in eine chinesische Provinz umzuwandeln, mehr Beamte und Soldaten dorthin zu schicken und Volksschulen mit obligatorischem Unterricht in chinesischer Sprache einzurichten.

Am 4. März 1909 fand im Kumbum-Kloster die Verleihung des kaiserlichen Titels an den Dalai Lama statt. Danach hatte er ersichtlich keine Eile mit der Weiterreise. Erst im Herbst 1909 brach er nach Lhasa auf. Im Dezember 1909 traf er dort ein.

Bald nach der Flucht des Dalai Lama im Jahre 1904 kamen aus Tibet beunruhigende Nachrichten über das chinesische Vorgehen. 1905 hatte der Versuch eines Ambans, in Osttibet in die Autonomie der Klöster einzugreifen und aus dem Kloster Bathang die meisten Mönche zu vertreiben, zu blutigen Unruhen geführt. Im Jahr 1906 ließ der General Zhao Erfeng Truppen gegen weitere Klöster marschieren, plünderte sie, schlachtete Mönche teilweise regelrecht ab und wurde so zum meistgehassten Mann in Tibet. 1907 besetzte er das südliche Kham militärisch und requirierte von der dortigen Bevölkerung entschädigungslos den Großteil der Getreidevorräte. 1908 verstärkte er seine Truppen und schickte sich zum Einmarsch in Zentraltibet an. Ein Protest der tibetischen Regierung gegen dieses militärische Vorgehen scheiterte an der Weigerung des Ambans, diesen Protest an die kaiserliche Regierung weiter zu leiten. Vielmehr wurden die Truppen weiter verstärkt und rückten auf Lhasa vor. Der Einmarsch in die Stadt am 12. Februar 1910 glich einem feindlichen Sturmangriff. Polizeieinheiten und Regierungsgebäude wurden beschossen.

Der Dalai Lama verließ die Hauptstadt nur zwei Monate nach seiner Rückkehr fluchtartig in Richtung Sikkim, wo er am 21 Februar 1910 eintraf. Am 25. Februar 1910 erklärte die chinesische Regierung ihn für abgesetzt. Er richtete ein Hilfeersuchen an die britische Regierung und traf im März 1910 in Kalkutta mit dem Vizekönig von Indien Lord Minto zusammen. Diplomatische Interventionen der britischen und der russischen Regierung zugunsten eines Rückzuges der chinesischen Truppen blieben ergebnislos.

Nach Ausbruch der chinesischen Revolution im Oktober 1911 wurden die Soldaten jedoch sehr schnell abgezogen. Im Frühjahr 1912 gab es nur noch eine kleine chinesische Garnison in Lhasa. Am 12. Juni 1912 kehrte der Dalai Lama aus Indien zurück und hielt feierlich Einzug in Lhasa.

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Tibet

Das Hochland von Tibet und seine angrenzenden Regionen und Länder

Tibet (tibetisch བོད་ Bod, sprich: „Pö“; chin. 西藏, Xīzàng) ist ein ausgedehntes Hochland in Zentralasien.

Die Bezeichnung Tibet wird heute sowohl für das gesamte tibetische Hochland verwendet als auch für das Autonome Gebiet Tibet, ein in den fünfziger Jahren annektiertes Verwaltungsgebiet der Volksrepublik China. Das Autonome Gebiet Tibet umfasst etwa die Hälfte des tibetischen Kulturraums und liegt im Süden Tibets. Die nördlichen und östlichen Teile des tibetischen Kulturraums sind Teil der chinesischen Provinzen Qinghai, Gansu, Sichuan und Yunnan. Im offiziellen chinesischen Sprachgebrauch steht der englische Begriff Tibet (d.h. das chinesische Xizang 西藏) immer für das Autonome Gebiet Tibet; allerdings schließt auch der tibetische Begriff bod bzw. bod yul die osttibetischen Regionen Amdo und Kham, also überwiegend außerhalb des Autonomen Gebiets Tibet gelegenen Gebiete, üblicherweise nicht mit ein. Um mitgerechnet zu werden, muss im Tibetischen bod chen (Böchen) = „Groß-Tibet“ gebraucht werden.

Die Zugehörigkeit Tibets zur Volksrepublik China ist in der breiten Öffentlichkeit umstritten (siehe dazu: Tibets Status), obwohl es weltweit keinen Staat gibt, der dies auf diplomatischer und politischer Ebene offiziell in Frage stellt.

Das Hochland von Tibet, das in seinem äußersten Süden einen großen Teil des Himalaya-Gebirges umfasst und sich auf einer durchschnittlichen Höhe von 4500 Metern erstreckt, wird häufig als „Dach der Welt“ bezeichnet und gilt als die höchstgelegene Region der Welt.

Das Hochplateau Tibets ist wüstenhaft, der trockenste Teil ist der westliche Bereich, der als Changthang (tibetisch für „nördliche Ebene(n)“) bezeichneten alpinen Steppen. Der Grund für die Trockenheit liegt vor allem darin, dass der Himalaya das Hochland nach Süden hin von den indischen Monsunregen abschirmt und im Inneren kontinentales Klima vorherrscht.

Umschlossen wird Tibet von den Gebirgen des Himalaya im Süden, den osttibetisch-chinesischen Randketten im Osten (Min Shan, Minya Konka, Hengduan Shan), dem Karakorum im Westen und dem Kunlun Shan im Norden, aber auch im Inneren wird es von zahlreichen Gebirgsriegeln durchzogen. Tibet grenzt von Westen nach Osten an die indischen Bundesstaaten Jammu und Kashmir, Himachal Pradesh, Uttarakhand, Sikkim und Assam (nach chinesischer Auffassung) bzw. Arunachal Pradesh (nach indischer Auffassung und aktueller politischer Grenzen), sowie an die Länder Nepal, Bhutan und Myanmar (Birma), mit einer Gesamtlänge der Grenze zu diesen drei Ländern von knapp 4000 km.

In all diesen tibetischen Kulturregionen finden sich Tibeter bzw. tibetisch sprechende Gruppen, wobei in den Randgebieten häufig auch andere Völkerschaften zu finden sind, die nicht immer mit den Tibetern sprachlich verwandt oder kulturell eng verbunden sind (Muslime in Amdo und Ladakh). Aus diesem Grunde zeichnet sich der tibetische Kulturraum trotz aller Gemeinsamkeiten auch durch eine gewisse kulturelle Vielfalt aus.

Das Autonome Gebiet Tibet ist eine Verwaltungseinheit der Volksrepublik China. Es umfasst ein Gebiet von 1,2 Millionen km² – die ehemaligen zentraltibetischen Provinzen Ü (dBus) und Tsang, Ngari, weite Teile des Changthang sowie den westlichen Teil der Kulturregion Kham.

In Tibet herrscht Hochlandklima mit großen Tagestemperaturschwankungen und viel Sonnenschein. Auch sind die Temperaturunterschiede zwischen dem Süden Tibets und dem Norden beträchtlich.

Das angenehmste Klima ist in den tieferen Lagen des Südostens Tibets. Dort liegen auch die Städte Lhasa, Gyangzê und Xigazê. Lhasa hat eine Durchschnittstemperatur von 8 Grad Celsius, Xigazê von 6,5 Grad während nach Norden hin das tibetische Plateau auf über 4500 Meter Höhe ansteigt und in der nördlichen Hälfte Tibets ist die jährliche Durchschnittstemperatur unter 0 Grad (Permafrostgebiet).

Die meisten Bewohner Tibets leben im Gebiet zwischen Lhasa und Xigazê sowie am Ostrand des tibetischen Hochlands während der Norden, der Zentralbereich wie auch der Westen Tibets weitestgehend unbewohnbar sind.

Nach einer chinesischen Volkszählung im Jahr 2000 ergeben sich für die verschieden Provinzen des Hochlands von Tibet folgende Bevölkerungsanteile.

Diese Liste beinhaltet alle tibetischen autonomen Gebiete der Volksrepublik China und zusätzlich Xining sowie Haidong. Die beiden letzten wurden berücksichtigt, um die Liste für die Provinz Qinghai zu vervollständigen und auch, weil die tibetische Exilregierung diese beiden Gebiete als Teil von Großtibet beansprucht.

Diese Zahlen schließen jene Tibeter nicht mit ein, die als Selbständige, Angestellte oder auch als Schüler in chinesischen Städten in Chinas Osthälfte leben. Allein in Peking leben rund 2000 Tibeter, wie auch Lanzhou, die Hauptstadt der nordwestchinesischen Provinz Gansu, und Chengdu, die Hauptstadt der chinesischen Provinz Sichuan, einen beträchtlichen tibetischen Bevölkerungsanteil aufweisen. Nichtoffiziellen Schätzungen zufolge liegt die Zahl der Tibeter, die in Chengdu leben, zwischen 10.000 und 100.000. Aufgrund des inzwischen wieder großen Zuspruchs, dessen sich der tibetische Buddhismus auch unter Han-Chinesen erfreut, lassen sich auch manche hohe Lamas in ost- und südchinesischen Städten wie Shanghai, Hangzhou oder Shenzhen nieder.

Zwischen dem 7. und 10. Jahrhundert war Tibet ein starkes Reich. Nach der Schwächung der Position der tibetischen Könige im 10. Jahrhundert bildete sich die prägende Form der tibetischen Gesellschaft aus. Das Land war in drei unterschiedliche Besitzformen unterteilt: freier Grundbesitz, Ländereien der adligen Familien und Ländereien unter der Verwaltung verschiedener buddhistischer Klöster. Diese Form bestand bis in die 1950er Jahre.

Im Jahre 1240 wurde Tibet durch den mongolischen Khan Güyük Khan erobert und in das Reich eingegliedert. Köden, der jüngere Bruder Güyük Khans wurde 1247 zum vorübergehenden Gouverneur der eroberten Tibet-Region ernannt. Mitte des 13. bis Mitte des 14. Jahrhunderts wurden Angehörige der Sakya-Schule des tibetischen Buddhismus von den mongolischen Khans als Vizekönige eingesetzt. Es folgten Zwischenregierungen, mit drei Herrschafts-Dynastien. Während der letzten Invasion der Mongolen am Anfang des 17. Jahrhunderts wurde die Regierungsgewalt auf höchste kultisch-religiöse Repräsentanten der jüngsten der vier religiösen Linien, der Gelugpa-Schule, übertragen. Zur obersten Autorität des tibetischen Staatswesens wurde im Jahr 1642 mit Ngawang Lobsang Gyatso der damalige 5. Dalai Lama erklärt. Des Weiteren wurde die Regierung Ganden Podrang (tib.: dga' ldan pho brang) geschaffen, die von 1642-1959 regierte.

Seit 1720, als ein kaiserliches Heer den jungen 7. Dalai Lama nach Lhasa geleitete, war eine Garnison kaiserlicher Soldaten in Lhasa stationiert. Auch erwirkte China das Recht, durch Ambane, die seit 1727 als kaiserliche Gesandte an den Hof des Dalai Lama, den Potala-Palast, entsandt waren, in langsam steigendem Maße an der tibetischen Politik mitzuwirken. Auch auf das Findungs-Ritual eines neuen Dalai Lama nahmen sie Einfluss.

Während des 19. Jahrhunderts lebten die Menschen in einem feudalen System unter den Lamas. Die großen Klöster besaßen den Hauptanteil des Landes, monopolisierten das Bildungssystem sowie die meisten wirtschaftlichen Aktivitäten und zogen Abgaben ein. Einen Handel mit dem Ausland gab es bis auf ein paar Ausnahmen mit Indien, Turkmenistan und China nicht.

Der Dalai Lama wurde als das Oberhaupt angesehen, aber sein Einfluss schwankte mit seinen persönlichen Fähigkeiten. Sein Machtbereich reichte insbesondere zur Zeit des 5. Dalai Lamas bis weit nach Osttibet hinein (insbesondere Kham), umfasste jedoch nie mehr den gesamten tibetisch besiedelten Raum wie zur Zeit der Yarlung-Dynastie. Vor allem Amdo unterstand keiner Lhasa-Regierung eines Dalai Lamas, auch wenn der Gelugpa-Orden dort manches mächtige Klosterzentrum errichten konnte. Durch das Tulku-System der Reinkarnation gab es lange Phasen, in denen der Dalai Lama zu jung war, um sein Amt auszuführen. In dieser Zeit wurde neben einem System von Regenten der Panchen Lama als effektive Führung des Landes angesehen.

Während der Phase des Great Game gewann Russland starken diplomatischen Einfluss auf Tibet. Versuche von Lord George Curzon, dem britischen Vizekönig von Indien, mit diplomatischen Mitteln diesen Einfluss einzudämmen, wurden von der tibetischen Regierung ignoriert. Als Antwort auf diese als Affront betrachtete Haltung begann im November 1903 der Britische Tibetfeldzug unter der Leitung von Francis Younghusband, um durch etappenweises Vorgehen gegen die schlecht ausgestattete tibetische Armee Verhandlungsdruck aufzubauen.

Erst nach der Besetzung von Lhasa und nach der Flucht des 13. Dalai Lama in die Mongolei erwirkten die Briten mit den verbleibenden tibetischen Vertretern und dem kaiserlichen Amban im September 1904 ein Abkommen zur Öffnung der Grenze für den Handel mit Britisch-Indien. Weiterhin wurde festgelegt, dass Tibet nicht ohne Einverständnis der Briten in Verhandlungen mit anderen Ländern treten durfte. Erst 1906 wurde dieser Vertrag von der chinesischen Regierung bestätigt.

Im Vertrag von Sankt Petersburg von 1907 einigten sich England und Russland über ihre Interessensphären in Zentralasien und stellten die Suzeränität Chinas über Tibet fest. 1910 schickten die Chinesen eine eigene militärische Expedition, um diesen Anspruch zu festigen. Der Dalai Lama, kaum aus dem Exil heimgekehrt, floh erneut, diesmal nach Indien. Aufgrund der chinesischen Revolution im Oktober 1911, des Sturzes der Qing-Dynastie und des damit einhergehenden Endes des Kaisertums in China verließen die chinesischen Truppen Tibet. Im Frühjahr 1912 gab es nur noch eine kleine chinesische Garnison in Lhasa. Der Dalai Lama kehrte zurück und zog im Juni 1912 in Lhasa ein. Nach Vertreibung der letzten chinesischen Truppen aus Lhasa Anfang Januar 1913 proklamierte der Dalai Lama am 14. Februar 1913 feierlich die staatliche Unabhängigkeit Tibets. Hierbei wurden auch die äußeren Symbole wie Flagge und Hymne festgelegt. Zur gleichen Zeit wurde ein (später angezweifelter) Freundschaftsvertrag mit der Mongolei unterzeichnet, welche ebenfalls gerade die Unabhängigkeit erklärt hatte.

Während der 1920er und 1930er Jahre war China durch Bürgerkriege gespalten und durch den Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg abgelenkt, gab aber nie den Anspruch auf Tibet auf und unternahm gelegentliche Versuche, diesen durchzusetzen. In der Regierungszeit des 13. Dalai Lama hatte Peking zwar keine Repräsentanten in dessen Territorien, schickte aber nach dessen Tod eine Kondolenz-Mission nach Lhasa, angeführt von General Huang Musong.

Der nach der Kapitulation Japans 1945 in China ausgebrochene Bürgerkrieg sorgte in Tibet für Besorgnis. Als Reaktion wurden alle chinesischen Beamten des Landes verwiesen und die eigene Armee aufgerüstet. Ein Appell an die Regierungen Großbritanniens, Indiens und der USA im Jahr 1949 blieb ohne Erfolg, so dass Tibet politisch isoliert blieb.

Nach der Machtübernahme der Kommunistischen Partei und Gründung der Volksrepublik China unter Führung von Mao Zedong im Oktober 1949 erwachte der Anspruch auf Tibet und dessen Anschluss an das chinesische „Mutterland“ erneut. Die Absicht der Befreiung Tibets vom „britischen, imperialistischen Joch“ durch Chinas Volksbefreiungsarmee wurde im Januar 1950 durch Radio Peking verkündet. Am 7. Oktober 1950 erreichte die Volksbefreiungsarmee die tibetische Stadt Chamdo, wo sie nur auf minimalen Widerstand durch die schlecht ausgerüstete tibetische Armee traf. Einen Monat nach der Kapitulation der Armee in Osttibet durch den Gouverneur von Kham, Ngabo Ngawang Jigme, übernahm in Lhasa im Alter von 15 Jahren, drei Jahre früher als üblich, der 14. Dalai Lama die Regierung Tibets. Ein anschließender Appell an die Vereinten Nationen blieb durch die Ablehnung von Großbritannien und Indien wegen des „ungeklärten Rechtsstatus Tibets“ erfolglos.

Nach der Aufnahme von Verhandlungen mit China unterzeichneten Repräsentanten der tibetischen Regierung am 23. Mai 1951 unter politischem Druck in Peking das 17-Punkte-Abkommen, ohne jedoch die Vollmacht durch ihre Regierung hierfür zu besitzen. In dem Abkommen wurde die Integration Tibets in China festgelegt, wobei Tibet neben der regionalen Autonomie und Religionsfreiheit auch eine Garantie zugesichert wurde, dass das existierende politische System in Tibet unverändert bleibt. Weiter sollen Reformprozesse ohne Druck durch chinesische Zentralbehörden nur durch die tibetische Regierung eingeleitet werden.

Drei Tage später erfuhr die tibetische Regierung über das Radio von der Unterzeichnung und dem Inhalt des Abkommens. Da hierin das religiös-politische System Tibets und die Stellung des Dalai Lama unverändert bleiben sollten, stimmte die Regierung in Lhasa am 24. Oktober 1951 dem Abkommen zu. Wenige Tage darauf brach die Volksbefreiungsarmee in Richtung Zentraltibet auf und errichtete in wenigen Monaten eine starke Militärpräsenz in Lhasa, die zahlenmäßig fast der Bevölkerungszahl entsprach.

Zu diesem Zeitpunkt unternahm die chinesische Regierung keine Versuche, das soziale oder religiöse System in dem neu geschaffenen Autonomen Gebiet Tibet zu verändern, jedoch wurden das östliche Kham und Amdo wie jede andere chinesische Provinz behandelt. Der Versuch der Kommunistischen Partei, dort die Landreform durch Errichtung von Volkskommunen und Sesshaftmachung der Nomaden durchzusetzen, erzeugte erste Unzufriedenheit in der Bevölkerung. In den 1950ern kamen in diesen Gebieten größere Unruhen auf, die sich letztendlich bis ins westliche Kham und Ü-Tsang ausweiteten. 1955 kam es zu einem spontanen Aufstand, der blutig niedergeschlagen wurde. Anschließend kam es durch den Zusammenschluss verschiedener Stammesgruppen zu einer landesweiten Rebellion, die sich im Khampa-Widerstand „Chushi Gangdruk“ organisierte.

1959, zur Zeit des Großen Sprungs nach vorn in China, behandelte die chinesische Führung den mittlerweile erwachsenen Dalai Lama mit offener Pietätlosigkeit. Am 10. März 1959 brach daraufhin in Lhasa der Tibetaufstand aus. Nach dem Beschuss des Norbulingka durch chinesische Truppen am 17. März 1959 floh der dort verweilende Dalai Lama nach Indien. Zwei Tage später brachen Kämpfe in der Stadt aus, der Volksaufstand wurde am 21. März brutal niedergeschlagen. Bei den Kämpfen starben laut exiltibetischer Angaben zehntausende Tibeter. Die roten Garden zerstörten in der Zeit der chinesischen Kulturrevolution von 1966 bis 1976 mehrere tausend Klöster und andere Kulturdenkmäler. Von 6000 Tempeln blieben nur sieben übrig. Zu Unruhen in Lhasa kam es auch zwischen 1987 und 1989, was zur Ausrufung des Ausnahmezustandes durch die Behörden führte, sowie im März 2008.

Bis Anfang des 18. Jahrhunderts war Tibet eine Region ohne festgelegte Grenzen, bei innerer Autonomie unter mongolischer Schirmherrschaft. Mit dem Niedergang der mongolischen Macht brachen auf tibetischem Gebiet „Nachfolgeunruhen“ aus.

Aufgrund dieser Unruhen erklärte China um 1720 das Gebiet Tibets zu seinem Protektorat bei voller innerer Autonomie Tibets. Diese Konstruktion hielt fast 200 Jahre lang und hatte Vorteile für beide Seiten.

Chinesischen Einfluss gab es nur in den östlichen Randlagen Tibets zu der chinesischen Tiefebene. Dies sind bis heute die Gebiete mit einem größeren Bevölkerungsanteil von Han-Chinesen. Darüber hinaus hatte kaum ein Chinese aus dem Flachland die Motivation, das unerschlossene Gebiet Tibets, viele hundert Kilometer zu durchqueren, da diese Gebiete häufig auch nur sehr dünn besiedelt waren. Jede Reise in Tibet war beschwerlich und ohne ortskundige Begleitung nicht zu machen. Es gab in Tibet zudem fast nichts, mit dem die Chinesen den Handel hätten treiben können und was eine derart aufwändige Reise hätte rechtfertigen können. So verweilten zur Zeit des Einmarsches Chinas in das damals de facto unabhängige Tibet (dies umfasste ungefähr das Gebiet des heutigen Autonomen Gebiets Tibets) im Jahr 1950 dort nur sechs Ausländer, darunter auch die Österreicher Heinrich Harrer und Peter Aufschnaiter.

Für die Chinesen hatte das Protektorat über Tibet den Vorteil der Klarstellung, dass China bis zum Gebirgskamm des Himalaya Gebietsansprüche hatte. Es war eindeutig, ab wann fremde Mächte chinesisches Hoheitsgebiet betraten, und einen Krieg mit China wollte keiner der kleineren umgebenden Staaten beginnen.

Für die Bevölkerung Tibets garantierte die Stellung als chinesisches Protektorat den Schutz gegen äußere Feinde und damit den äußeren Frieden.

Aufgrund dieser Konstellation wird in den alten Atlanten Tibet meist als Teil Chinas dargestellt.

Die Lage änderte sich mit dem Auftauchen der englischen Invasionsarmee, welche die Außengrenzen Chinas nicht respektierte.

Aus Sicht der festland-chinesischen Regierung ist Tibet seit mehreren hundert Jahren ein fester Bestandteil Chinas. Nach dieser Ansicht hätte der 13. Dalai Lama Thubten Gyatso im Jahr 1894 mit Hilfe der britischen Imperialisten versucht, Tibet von China abzuspalten. In diesem Jahr wurde der Statthalter des chinesischen Kaisers vom Dalai Lama aus Tibet vertrieben. Die Kolonialmacht Großbritannien war in China militärisch präsent und unterstützte die Abspaltung Tibets politisch, was die chinesische Regierung zum Stillhalten zwang. Die Unabhängigkeitserklärung von 1913 ist aus chinesischer Sicht völkerrechtlich nie wirksam geworden, da sie weder von China noch von irgendeinem anderen Staat je anerkannt wurde. Mit dem Zurückdrängen der ausländischen Beeinflussung Tibets (1950) und dem Abschluss des 17-Punkte-Abkommens (1951) sei der traditionelle Zustand wiederhergestellt worden.

Die tibetische Exilregierung vertritt die Auffassung, dass Tibet zum Zeitpunkt der Invasion durch die chinesische Volksbefreiungsarmee ein unabhängiger Staat gewesen sei und dass die militärische Invasion und die andauernde Besetzung ein Verstoß gegen internationales Recht und gegen das Recht auf Selbstbestimmung seien. Ferner sei Tibet nicht, wie es die Volksrepublik darstellt, seit 700 Jahren fester Bestandteil Chinas, sondern habe nur für kurze Zeiten unter dem Einfluss der Mongolen oder der Mandschus gestanden, jedoch nie unter dem Einfluss der Han-Chinesen.

Das 17-Punkte-Abkommen ist nach tibetischer Auffassung ungültig, da die Unterzeichnung durch tibetische Delegierte aufgrund militärischen Drucks Chinas erfolgte. Des Weiteren wird China vorgeworfen, die in dem Abkommen zugesicherte innenpolitische Autonomie und Religionsfreiheit missachtet zu haben.

Am 21. September 1987 machte der Dalai Lama einen Vorschlag zur Annäherung an China in Form eines Fünf-Punkte-Friedensplans.

Die chinesische Regierung wies den Plan am 17. Oktober 1987 zurück und beschuldigte den Dalai Lama die Kluft zwischen ihm und der chinesischen Regierung zu vergrößern. Sie wirft ihm darüber hinaus vor, ein politischer Exilant zu sein, der sich seit langem im Ausland um Chinas Spaltung bemüht. Ein Dialog mit dem Dalai Lama kommt für sie nur in Betracht, sobald dieser auf das Streben nach einer so genannten Unabhängigkeit Tibets verzichtet. Hierzu müsse er in einer öffentlichen und eindeutigen Erklärung Tibet und Taiwan als untrennbare Teile des chinesischen Territoriums und die Volksrepublik China als die einzige legitime Regierung anerkennen, sowie sich zur Einstellung aller Aktivitäten zur Spaltung des Vaterlandes verpflichten.

Die völkerrechtlichen Argumente, die vorgebracht werden, variieren auch bei anderen Ländern. Die Internationale Juristenkommission erklärte im ICJ Report 1960, Tibet sei jedenfalls 1951 de facto ein unabhängiger Staat gewesen und habe schon in den Jahren 1913 - 1950 die anerkannten Kriterien für einen Staat erfüllt. Verschiedene Staaten haben jedoch ihre jeweils eigene offizielle Sicht.

Der völkerrechtliche Status Tibets ist umstritten. So betrachtet auf politischer Ebene die deutsche Bundesregierung in Übereinstimmung mit der internationalen Staatengemeinschaft Tibet als Teil des chinesischen Staatsverbandes, selbst wenn Tibet in der wechselvollen Geschichte die Voraussetzung eines unabhängigen Staates erfüllt haben sollte. Sie unterstützt aber den tibetischen Anspruch auf Autonomie, insbesondere im kulturellen und religiösen Bereich, als adäquaten Ausdruck des Selbstbestimmungsrechts des tibetischen Volkes. Kontakte zum Dalai Lama bestehen nur in dessen Eigenschaft als religiöser Führer.

Seit Mai 1995 gibt es im Deutschen Bundestag mit dem Tibet-Gesprächskreis auch ein interfraktionelles Gremium, das sich laufend mit der Tibetproblematik beschäftigt.

Im Jahr 1998 bekräftigte der damalige Außenminister Joschka Fischer jedoch die Zugehörigkeit Tibets zur Volksrepublik China. Er erklärte, die rot-grüne Bundesregierung stehe mit ihrer Chinapolitik in der Kontinuität der alten Regierung. Tibet werde als ein integraler Bestandteil Chinas betrachtet, alle Unabhängigkeitsbestrebungen würden als Separatismus angesehen und nicht unterstützt. An der Einbringung der Bundestagsresolution zu Tibet im Jahr 1996 wirkte Fischer (damals noch in der Opposition) ebenfalls mit.

Das Europäische Parlament veröffentlichte seit 1987 verschiedene Tibet betreffende Resolutionen. Hierbei verurteilte es wiederholt die Verletzungen der Menschenrechte und Religionsfreiheit durch die chinesischen Behörden.

In der Resolution vom 15. Dezember 1992 stellte es fest, dass das tibetische Volk ein Volk im Sinne des Völkerrechts ist und ihm das Recht auf Selbstbestimmung zustehe. Weiterhin verurteilte es die militärische Besetzung Tibets durch chinesische Truppen und drückte angesichts der Bedrohung der „nationalen Identität“ des tibetischen Volkes seine Besorgnis aus.

Der US-Senat verabschiedete am 23. Mai 1991 eine Resolution, nach der Tibet, einschließlich derjenigen Regionen, die den chinesischen Provinzen einverleibt wurden, nach gängigen Richtlinien internationalen Rechtes ein besetztes Land bildet, dessen wahre Repräsentanten der Dalai Lama und die tibetische Exilregierung bilden. Die chinesische Regierung wurde daraufhin aufgefordert ihre Streitkräfte aus Tibet zurückzuziehen.

Am 13. April 2005 haben Indien und China eine Reihe von Zusammenarbeitsverträgen vereinbart, die unter anderem auch eine gemeinsame Deklaration über die gegenseitig anerkannte Grenze umfassen. Grundsätzlich wird die gegenwärtige aktuelle Waffenstillstandslinie aus dem Grenzkrieg von 1962 als gemeinsame Grenze anerkannt. Dabei verzichtet China ausdrücklich auf Ansprüche südlich der McMahon-Linie (Bundesstaat Arunachal Pradesh) und insbesondere im Gebiet Tawang, in Sikkim und in Ladakh. Indien auf der anderen Seite erkennt die Hoheit Chinas im Gebiet nördlich der McMahon-Linie, in der chinesischen autonomen Region Tibet und auf dem Aksai Chin-Plateau an.

Darüber hinaus sprach er seine Unterstützung für jegliche Lösungsvorschläge des Dalai Lama in der Tibetfrage aus.

Tibet ist der Mittelpunkt des tibetischen Buddhismus, der als Vajrayana bekannt ist. Der Buddhismus in Tibet hatte sich zunächst seit dem 8. Jahrhundert und später ab dem 11. Jahrhundert in vier großen buddhistischen Schulen (Nyingma, Kagyü, Sakya und Gelugpa) entwickelt. Der international bekannteste Lama des tibetischen Buddhismus ist der im indischen Exil lebende 14. Dalai Lama. Er ist zugleich bedeutender Repräsentant einer Mahayana-Schule (Gelugpa) und wird von der tibetischen Exilregierung als Staatsoberhaupt anerkannt. Die vorbuddhistische tibetische Religion ist der Bön, die von buddhistischen Einflüssen stark durchdrungen ist – ebenso wie der tibetische Buddhismus wiederum vom Bön beeinflusst wurde.

Neben der mündlichen Tradition des Gesar Epos' entwickelte sich in Tibet spätestens mit der Einführung der tibetischen Schrift im 7. Jh. eine zutiefst religiös geprägte Literatur. Ab dem 13. Jh. wurde der Spiegel der Poesie (tib. snyan ngags me long), die Poetik des indischen Gelehrten Dandin, zur Norm für literarische Komposition. Erst mit der Annexion Tibets durch die Volksrepublik wurde die seit über 800 Jahren statisch festgeschrieben Tradition aufgebrochen und moderne wissenschaftliche, politische und literarische Genres konnten sich etablieren. Während unter dem Stichwort „Tibetische Literatur“ meist der große Schatz religiöser Texte verstanden wird, treten Drama, Lyrik, erzählende Literatur sowie die reiche mündliche Überlieferung oft in den Hintergrund. Berühmte Beispiele der tibetischen Literatur sind das Tibetische Totenbuch und das Gesar Epos.

Die typische Ernährung ist geprägt von den Produkten des Landes, welches mit seinen rauhen klimatischen Bedingungen die Möglichkeiten der Landwirtschaft einschränkt (z.B. mit der Gerste als dominierendem Getreide) und an seine Bewohner konkrete ernährungsphysiologische Ansprüche stellt. Der allgegenwärtige salzige Buttertee deckt etwa den Flüssigkeitsbedarf auf physiologisch vernünftige Weise. Üblicherweise wird dazu Yakbutter genommen, die ebenso in den Butterlampen Verwendung findet – auch für rituelle Zwecke.

Eine bekannte tibetische Mahlzeit ist Tsampa, ein Vollkornmehl aus gerösteter Gerste, das nur mehr mit heißem Buttertee angerührt werden muss. Sie wird auch meist zum Frühstück, als Zwischenmahlzeit oder während Pilgerfahrten und auf längeren Reisen gegessen. Die Hauptsächlichen Produkte bzw Lebensmittel stammen aus der Landwirtschaft und aus eigenem Anbau.

Außerhalb Asiens beherbergen vor allem das Jacques Marchais Museum of Tibetan Art in Staten Island, das Rubin Museum of Art in Manhattan, das Field Museum in Chicago, das Asian Art Museum in San Francisco und das Musée Guimet in Paris eine große Kollektion tibetischer Kunst. Im deutschen Sprachraum sind vor allem das Museum für Asiatische Kunst in Berlin und das Heinrich-Harrer-Museum in Hüttenberg (Kärnten) von Bedeutung.

Der überwiegende Teil der tibetischen Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft. Bauern und Hirten machen über 85 % der tibetischen Bevölkerung aus. Durch die Politik der 70er und 80er Jahre und das Bevölkerungswachstum bei den Tibetischen Viehhirten und den dadurch ausgeweiteten Bestand an Tieren werden die Steppen, die flächenmäßig nicht ausgedehnt werden können, schwer belastet und die Qualität der Steppen sinkt bedenklich. Um die Steppen zu entlasten, wird nach alternativen Arbeitsplätzen für einen Teil der Viehzüchter gesucht. Im Rahmen dieses Programms wurde im September 2007 beschlossen, dass bis zum Jahr 2010 von den Nomaden, die die Berghänge am Oberlauf der großen Flüsse in der nördlichen Provinz Qinghai bewohnen, 100.000 Menschen ihre Heimat verlassen müssen, um in den Städten neu angesiedelt zu werden.

Der Wirtschaftszweig des Tourismus wird derzeit stark entwickelt. Im Jahr 2004 besuchten über 1,2 Millionen Touristen Tibet, davon knapp 100.000 Ausländer.

Wesentliche Impulse für den Tourismus steuert inzwischen die im Jahr 2006 eröffnete Lhasa-Bahn bei. Die Lhasa-Bahn hat Wagen mit Panoramafenstern und hält an Stellen mit besonderer Aussicht. Durch die Lhasa-Bahn gibt es nun eine tägliche, meist ausverkaufte, Zugverbindung zwischen Peking und Lhasa mit einer Reisezeit von 48 Stunden. Im Jahr 2007 stieg die Anzahl der Touristen im Autonomen Gebiet Tibets um 60,4 % auf 4,02 Millionen. Die Einnahmen stiegen um 75,1 % auf 4,8 Mrd. Yuan (658 Mio. US-Dollar). Im Jahr 2008 wird eine weitere Steigerung um 25 % erwartet. Die wichtigste Touristenattraktion Lhasas, der Potala, kann bereits heute nur noch von einem kleinen Teil der Touristen Lhasas besucht werden. Um die Lehm- und Holzkonstruktion des Potalas zu schützen, ist die Anzahl der Besucher auf 2300 täglich beschränkt. Es gibt aber auch die Befürchtung, dass selbst diese Zahl schon zu hoch für die Bausubstanz des Potala sein könnte. Zum Ausbau des Tourismus wird deshalb versucht, andere Ziele in Tibet für den Tourismus zu fördern.

Im Autonomen Gebiet Tibets leben laut offiziellen Stellen heute bereits über 30.000 Tibeter vom Tourismus.

Kritische Stellen bezweifeln jedoch, dass der wirtschaftliche Fortschritt des Tourismus auch bei der tibetischen Bevölkerung ankommt. So wurden z.B. im Jahr 2003 einhundert tibetische Reiseführer entlassen und durch chinesische ersetzt. Durch fehlende Bildung bleiben die meisten Arbeitsplätze im touristischen Sektor für Tibeter unerreichbar. Tibetern, die im Exil ihre Ausbildung erhalten haben, bleiben Jobs als Reiseführer versagt. Laut einer Schätzung waren im Jahr 1995 75% der Geschäfte in Lhasa in chinesischem Besitz, sowie über 90% der Händler auf dem Gemüsemarkt chinesisch.

Der Bergbau soll zum dritten Standbein in der Tibetischen Wirtschaft werden. Bisher steckt er zwar noch in den Kinderschuhen, er wird aber inzwischen zielstrebig entwickelt. Tibet hat Lagerstätten von Bodenschätzen wie: Chrom, Kupfer, Magnesit, Bor, Blei, Gold, Erdöl, Eisen, Lithium, Kaliumchlorid, Aluminium, Zink und anderes. Noch wird wenig gefördert, aber die Entwicklung des Abbaus ist ein Schwerpunkt des gegenwärtigen Fünfjahrplans der Regierung in Peking. Im Januar 2007 meldete die Chinesische Regierung die Entdeckung von großen mineralischen Lagerstätten unter dem Tibetischen Hochland. Die Lagerstätten sind nicht sehr weit von der Lhasa-Bahn entfernt und könnten die Vorkommen in China von Zink, Kupfer und Blei verdoppeln. Kritiker befürchten jedoch, dass der Abbau dieser Vorkommen das Ökosystem in Tibet schädigen könnte.

Die Grundstoff- und Baustoffindustrie gehören auch zu den derzeit besonders geförderten Industrien. Ein kleinerer Wirtschaftszweig sind traditionelle handwerkliche Produkte wie Teppiche, Pulu (Manuell gewebter Wollstoff) und Kunsthandwerk.

Seit 1999 wird die wirtschaftliche Entwicklung Tibets im Rahmen des "Great Western Development Plan" unterstützt. Dieses Programm wurde geschaffen, um, nach den wirtschaftlichen Erfolgen der Küstenprovinzen, die wirtschaftlich zurückgebliebenen Gebiete im Westen Chinas in ihrer wirtschaftlich Entwicklung zu unterstützen. Ein wesentliches Element dieses Planes ist der Aufbau einer verbesserten Infrastruktur.

Im Autonomen Gebiet Tibets gibt es inzwischen über 20000 km an Landstraßen. Trotzdem sind noch über ein Drittel aller Dörfer nicht an eine Straße angeschlossen. Im Fernverkehr Tibets gibt es in Nord-Süd-Richtung zwei Fernstraßen, darunter die Qinghai-Tibet-Straße. In Ost-West-Richtung gibt es drei Fernstraßen, darunter die Sichuan-Tibet-Straße.

Ab 2001 wurde von Golmud an der Nordgrenze Tibets nach Lhasa eine Eisenbahn, die Lhasa-Bahn gebaut, die am 1. Juli 2006 ihre Jungfernfahrt hatte. Sie ist die bisher (Stand 2007) höchste Eisenbahn der Welt mit Fahrt über einen Pass von 5.072 m über NN, wurde teilweise auf Permafrostboden gebaut und führt durch Erdbebengebiete. Die Bahn erschließt erstmalig Tibet durch Schienenverkehr.

Internationale Flughäfen sind der Flughafen Bangda, der Flughafen Linzhi und der Flughafen Lhasa.

In den 1950er-Jahren begann ein großer Kahlschlag in Tibets Wäldern vor allem im Osten des Landes. Unzählige Transporte mit tibetischem Holz verließen die Regionen meist in Richtung Zentralchina. Die Folgen sind in Tibet, wie auch in anderen vergleichbaren Regionen weltweit, eine hohe Erosion im Hochgebirge einhergehend mit Erdrutschen und erhöhtem Steinschlag, sowie einem Ansteigen der Wasserstände der Flüsse, was zu Überschwemmungen führt. Um weitere Umweltschäden zu vermeiden wurde im Autonomen Gebiet Tibet von 1990 bis 2002 die Einschlagsmenge von Holz von 210.000m³ auf 50.000m³ reduziert. Gleichzeitig wurde und wird weiterhin ein großangelegtes Aufforstprogramm durchgeführt.

Ein weiteres Problem ergibt sich aus der Bevölkerungsentwicklung Tibets. Die Bevölkerung hat sich im letzten halben Jahrhundert mehr als verdoppelt und im Rahmen eines aufkommenden Wohlstands hat sich, nach offiziellen chinesischen Quellen, die Fleischproduktion Tibets von 1978 bis 2003 vervierfacht. Damit hat sich aber auch die Anzahl der Tiere der Nomaden auf den Steppen vervierfacht. Grundlage einer ökologisch verträglichen Viehwirtschaft der tibetischen Nomaden ist aber ausreichend Weidefläche, die in Tibet räumlich jedoch nicht weiter ausgedehnt werden kann. Es entsteht Weidekonkurrenz und Überweidung. Ohne die falsche Politik der 1970er- und 1980er-Jahre der Überweidung und teilweisen Verwüstung wären die Probleme etwas kleiner, dies löst die aktuellen Probleme aber auch nicht.

Verschärft wird die Weidekonkurrenz noch dadurch, dass, nach klassischer nomadischer Handlungsweise, die Haushalte Wert darauf legen, möglichst große Herden zu besitzen. Sie glauben nicht, dass es so etwas wie „zu viele Tiere“ gibt. Viele Tiere bezeugen Wohlstand und gelten als Absicherung für schlechte Jahre – die sich inzwischen häufen.

All dies verschärft den Druck auf die Steppenlandschaft, deren Qualität in den letzten Jahrzehnten bereits teilweise schwer gelitten hat. Für Nomaden müssen unbedingt neue Lebenschancen in den größeren Gemeinden und Städten geschaffen werden, um Menschen aus den Steppen abzuziehen und dadurch die Steppen zu entlasten.

Durch den Druck auf die Steppenlandschaft hat sich auch die Vegetation an den Oberläufen vieler Flüsse in großem Maß reduziert. Bodenerosion und Umweltzerstörung werden immer kritischer. Aus diesem Grund beschloss die Zentralregierung Chinas, von 2000 an 103,5 Milliarden Yuan zu investieren, um die natürlichen Wälder im Gebiet am Oberlauf des Yangtse und am Ober- und Mittellauf des Gelben Flusses, das 13 Provinzen und 770 Kreise umfasst, zu schützen.

Im folgenden wird die Anzahl der Arbeitsplätze im Autonomen Gebiet Tibet, aufgeschlüsselt in die verschiedenen Wirtschaftsbereiche, aufgelistet. Man erkennt die ungebrochene Dominanz der Landwirtschaft und Viehzucht und das weitgehende Fehlen von Arbeitsplätzen in Industrie und Handwerk.

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Kelsang Gyatso (Dalai Lama)

Kelsang Gyatso

Kelsang Gyatso (Wylie: skal bzang rgya mtsho; * 1708 in Lithang; † 1757) war der siebte Dalai Lama.

Er stammte aus einer Aristokratenfamilie in Lithang (Provinz Kham). Seine Eltern Sonam Dargye und Phuntsok Wangmo waren Verwandte der Eltern des sechsten Panchen Lama.

Anders als bei dem sechsten Dalai Lama waren hochqualifizierte Meister für seine Ausbildung verantwortlich und keine weltlichen Tätigkeiten hielten ihn vom Studium ab. Kelsang Gyatso legte sein Mönchsgelübde bei dem Panchen Lama Lobsang Yeshi ab, von dem er auch intensiv in den religiösen Schriften unterwiesen wurde.

Im Oktober 1720 wurde Kelsang Gyatso nach einer militärischen Intervention der Mandschu bzw. Chinas mit Unterstützung der Tibeter im Potala-Palast inthronisiert. Vier tibetische Minister unter dem Vorsitz des Premiers Sonam Gyalpo (der schon unter Lhabzang Khan Minister war) übernahmen die zivile Regierung. Diese vier Minister erhielten chinesische Titel, um sie den Ministern in Peking gleichzustellen. Zur militärischen Absicherung dienten chinesische Truppen, die zwischen Chengdu und Lhasa, sowie in Lhasa selbst stationiert wurden und einem Militärgouverneur in Lhasa unterstellt waren. Diese Truppen wurden von den Tibetern bezahlt, was Grund für Unzufriedenheit war. Das ganze Konstrukt wurde auch nie durch einen Vertrag oder einen Briefwechsel Kaiser Kangxis mit dem Dalai Lama oder seiner Regierung legitimiert. Man betrachtete es anscheinend nur als vorübergehende Maßnahme, denn 1723 zog Kangxis Nachfolger seine Truppen zurück.

Im August 1727 kam es jedoch zu einem neuen Umsturz in Tibet: der Premier Sonam Gyalpo wurde ermordet und der zweite Minister, Sonam Topgyal besetzte mit seinen Truppen Lhasa. Der Grund für die Gewalttat waren Spannungen innerhalb der tibetischen Regierung gewesen, die sich um persönliche Machtansprüche ihrer Mitglieder und um geplante Sparmaßnahmen drehten. In diesen Intrigen soll auch Sonam Dargye, der leibliche Vater des Dalai Lama eine gewisse Rolle gespielt haben. Sonam Topgyal bat China um die Entsendung einer neuen Armee zur Wiederherstellung der Ordnung und Durchführung von Reformen, die dann 1728 auch eintraf, als der Bürgerkrieg schon entschieden war. Diesmal wurde der Sieger als (chin.) Phola Tedji bzw. (tibet.) Gyalpo Miwang zum Regenten ernannt. Ihm wurden zwei ständige Vertreter Chinas -als "Amban" betitelt- beigegeben, die seine Anordnungen genehmigen mussten.

Nun mischte sich Peking in die zivile und militärische Verwaltung Tibets ein. Dem Panchen Lama Lobsang Yeshe wurden größere Kompetenzen angeboten, die Verwaltung wurde durch Anweisungen aus Peking neu organisiert, die Grenzen in Osttibet wurden verschoben und Lhasa dauerhaft durch chinesische Truppen besetzt. Der Dalai Lama sollte auf eine Reise nach Peking gehen, wurde aber stattdessen für sechs Jahre nach Kahdag ins Exil gebracht. Im Laufe der Zeit agierte Phola Tedji immer unabhängiger und stellte so für einige Zeit eine Art König (1740 Ehrentitel vom Kaiser) dar, der das Protektorat Mandschu-Chinas zu einer Formalität verkommen ließ. Da Phola Tedji aber weder einer großen Adelsfamilie noch dem Klerus angehörte, musste er all sein Geschick aufbringen um sich nicht in Schwierigkeiten zu bringen. Als der Dalai Lama aus dem Exil zurückkehrte kümmerte er sich um religiöse Belange, pflegte enge persönliche Beziehungen zum greisen Panchen Lama Lobsang Yeshe († 1737) und beließ die Regierung bei Phola Tedji. Sein politisches Wirken ging hier den Umweg über die Religion (Besuche von Klöstern usw.).

Nach dem Tod des Regenten/Königs Phola Tedji bzw. (tibet.) Gyalpo Miwang 1747 ernannte der chinesische Kaiser dessen Sohn Gyurme Namgyal zum Nachfolger. Nach einiger Zeit bemühte sich Gyurme Namgyal jedoch, die Oberherrschaft Chinas loszuwerden. Er ersuchte Kaiser Qianlong (reg. 1735-96) um den Rückzug seiner Truppen und der beiden "Ambane" und schloss -als Qianlong nur die Truppen reduzierte- ein Bündnis mit den Dschungaren. Gyurme Namgyal war jedoch in seinem Vorgehen so brutal, arrogant und ungeschickt, dass ihn die Ambane im November 1750 ermordeten und dabei annahmen, dass sich die Tibeter ruhig verhalten würden. Es war ein Irrtum, sie wurden in einem Volksaufstand zum Selbstmord gezwungen. Der Dalai Lama und die Minister versuchten zwar den Volksaufstand zu besänftigen, hatten aber keinen Erfolg.

Der Dalai Lama übernahm nun selbst die Regierung und versuchte einer neuen Intervention Chinas zuvorzukommen. Aber die überlebenden Vertreter Chinas reagierten schneller als er und Kaiser Qianlong sandte eine neue Armee, welche 1751 Lhasa besetzte. Diesmal wurde dem Dalai Lama die Regierung überantwortet und somit die weltliche Herrschaft der religiösen Führung erneuert. Dem Dalai Lama wurden vier Minister -als "Kalön" betitelt- beigegeben, allerdings wurde auch den beiden Ambanen ein gewisses Recht zur Regierungsbeteiligung gegeben, das vor allem auf die Kontrolle der Außenpolitik Tibets abzielte. So führte Kelsang Gyatso zwischen 1751 und 1756 juristisch wie praktisch die Regierung. Dann zog er sich nach Chökhorgyal zurück, um dort neue religiöse Inspiration zu suchen.

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Dalai Lama Renaissance

Dalai Lama Renaissance ist ein Dokumentarfilm, gedreht im Jahr 2000 zu einer Konferenz mit dem Dalai Lama in Dharamsala, Indien.

Der Film begleitet 40 führende und innovative Denker unserer Zeit auf ihrem Weg in die Berge des Himalaya. Dort trafen sie sich mit dem Dalai Lama, in seiner Residenz in Nordindien, zu einer Art Gipfeltreffen, um die aktuellen Probleme dieser Welt zu diskutieren und nach möglichen Lösungsansätzen zu suchen. Regisseur und Produzent Khashyar Darvich hielt das einwöchige Ereignis mit einem 18-Mann-Filmteam fest. Als Erzähler spricht der Schauspieler Harrison Ford.

Dalai Lama Renaissance begleitet dokumentarisch vierzig auf ihrem Gebiet weltweit führende Experten, die sich als „Synthesis Group“ zusammengefunden haben, zu einem Workshop mit dem Dalai Lama. Die Reise beginnt in Indien mit dem Aufeinandertreffen von engagierten Buddhisten, Katholiken, Philosophen und Physikern, die die Annäherung zwischen Quantenphysik und ultimativer Wirklichkeit aufzeigen wollen. Das Ziel aller ist es dabei eine Methodik zu entwickeln, um einen gesellschaftlichen Wandel herbeizuführen und auf neuem Weg die Welt in Ordnung zu bringen. Die aus dem Workshop gewonnenen Einsichten und Ideen sollen dem 14. Dalai Lama präsentiert werden.

Was sich währenddessen entfaltet, liegt jedoch jenseits aller Erwartungen. Bereits am ersten Tag des Workshops treten Konflikte auf. Die sehr gebildete Gruppe verliert sich in impulsiven Diskussionen über die Umsetzung des Treffens und revoltiert sich gegenseitig. Was ein harmonisches Zusammenspiel von vielseitigen Intelligenzen hätte werden sollen führt zu einem lauten Kampf des Egos.

Inmitten des Chaos ergreift der Dalai Lama das Wort. Und was er sagt und wie er es sagt, klingt wie glasklare Glockenschläge, die alle miteinander in Konflikt stehenden mentalen Verwirrungen zerschmettert und die Aufmerksamkeit zurück auf die Menschenebene bringt. Dann beginnt die Transformation der Teilnehmer. Was immer ihr inneres Leuchten beschattete, fällt wegen Mitgefühl, Freude, Glück breitet sich stattdessen aus und eröffnet einen Raum, um das gemeinsam gesetzte Ziel zu erreichen.

Fred Alan Wolf ist ein Physiker, Schriftsteller, und Vortragender, der seinen Dr. in der theoretischen Physik an UCLA 1963 erwarb. Er schreibt weiterhin Bücher und reist zu Vorträgen über Verhaltens-Forschung um die Welt, und forscht über die Beziehung der Quanten-Physik zum Bewusstsein. Er gewann den „National Book Award“ für sein Werk „Der Quantensprung ist keine Hexerei. Die neue Physik für Einsteiger“. Er ist ein Mitglied des „Martin Luther King, Jr. Collegium von Gelehrten“. Dr Wolf hat an der Universität Londons, der Universität Paris, dem Hahn-Meitner-Institut für die Kernphysik in Berlin, der „Hebrew University of Jerusalem und an San Diego State University in den USA unterrichtet. Seine Arbeit in der Quanten-Physik und der Bewusstseinsforschung ist durch sein populär-wissenschaftliches Schreiben weithin bekannt. Er ist der Autor von bis dato elf Büchern. Die Faszination von Dr Wolf mit der Welt der Physik begann eines Nachmittags als er als Kind die Wochenschau im Fernsehen sah, wo die schreckliche Macht der ersten Atomexplosion offenbart wurde. Diese Faszination hielt an und brachte Wolf dazu, Mathematik und Physik zu studieren. 1963 erhielt er seinen Dr. in der theoretischen Physik von der UCLA und begann, das Feld des „hoch atmosphärischen Partikel-Verhaltens im Anschluss an eine Kernexplosion“ zu erforschen. Sein forschender Geist richtete sich auf die Beziehung zwischen dem menschlichen Bewusstsein, der Psychologie, der Physiologie, dem mystischen, und dem Geistigen. Seine Untersuchungen führten ihn von vertrauten Diskussionen mit dem Physiker David Bohm, in den magischen und mysteriösen Dschungeln Perus, in Master-Klassen mit dem Nobelpreisträger Richard Feynman und in die hohen Wüsten Mexikos, von einem entscheidenden Treffen mit Werner Heisenberg auf die heißen Kohlen beim Feuerlaufen. Wolf ist für seine Vereinfachung der Neuen Physik weithin bekannt. Er war zwölf Jahren Professor der Physik an der San Diego Staatsuniversität und forscht, reist und hält nun Vorträge auf der ganzen Welt. Dr Wolf ist auch der Stamm-Physiker auf Discovery Channel’s „The Know Zone“ und zu Gast in vielen Radiotalk-Shows und TV-Shows. Auch ist er in den Filmen „What the Bleep Do We Know“ und „The Secret“ zu sehen.

Amit Goswami ist ein theoretischer Kernphysiker und seit 1968 Mitglied der University of Oregon Institute for Theoretical Physics. Physik unterrichtet er seit 32 Jahren. Nach einer qualvollen Periode der Frustration in seinem privaten und beruflichen Leben, begann er mit 38 Jahren seine Forschungsinteressen auf die Quanten-Kosmologie, die Quanten-Maß-Theorie und die Anwendungen der Quanten-Mechanik im Körper-Geist Zusammenhang zu richten. Er wurde weithin bekannt als einer der interviewten Wissenschaftler in „What the Bleep Do We Know!?“. Er hat sechs Bücher veröffentlicht, darunter die sehr erfolgreichen Werke „Das bewusste Universum. Wie Bewusstsein die materielle Welt erschafft“ und „Gottes geheime Gedanken. Was uns westliche Physik und östliche Mystik über Gott und Geist, Urknall und Universum, Sinn und Sein sagen können. Ein philosophischer Exkurs an die Grenzen von Wissenschaft und Verstand“. Amit ist ein Pionier der Bewusstseinserweiternden Wissenschaften – Wissenschaft, die auf das Primat des Bewusstseins setzt. Dieses Konzept entwickelt er in allen seinen Büchern: „The Self-Aware Universe: „How Consciousness Creates the Material World“ und „Science and Spirituality“ Er hat auch „Quantum Creativity“ und „A Quantum Physicist's Guide to Enlightenment“, „The Visionary Window“ und „Physics of the Soul“ und das bald erscheinde Buch „Integral Medicine“ verfasst. Amit gibt Seminare in den USA, Brasilien, Schweden, und Indien zu den Themen Quanten Kreativität, Quanten-Heilung, Physik der Seele, und Wissenschaft & Spiritualität.

Dr. Michael Bernard Beckwith ist der Gründer und der Geistige Direktor des 8000 Mitglieder starken „Agape International Spiritual Center“ in Los Angeles, einer überkonfessionellen spirituellen Gemeinschaft. Als ein Mitbegründer und Präsident der Vereinigung „Association for Global New Thought“ ist Dr Beckwith der Begründer des „Life Visioning Process“, zudem Buchautor und Komponist. Er teilt mit Dr Arun Gandhi und Mary Manin Morrissey das Direktorat der gesellschaft „A Season for Nonviolence“ und ist Abgeordneter des „Parlaments der Weltreligionen”. Dr. Beckwith ist ein gefragter Referent und Sprecher auf Kongressen in den ganzen USA. Sein Engagement zum Weltfrieden hat ihm öffentliche Anerkennung gebracht und Auszeichnungen wie den „Gandhi-King-Ikeda-Preis“ der Morehouse Universität, den Humanitarian Award of the National Council for Community and Justice, Stained Glass Window Award von Howard Thurman und viele andere. Er ist auch im Dokumentarfilm „The Secret“ zu sehen.

Thom Hartmann ist ein preisgekrönter, Bestseller-Autor, internationaler Vortragender, Lehrer, Radiotalk-Show-Gastgeber, und Psychotherapeut. Er ist der Schöpfer des „Hunter in a Farmer’s World“ Metapher, um die Erfahrung von Kindern und Erwachsenen mit ADHS auszudrücken, und schlug als Erster vor, dass ADHS ein neurologischer Unterschied ist, der einen verwendbaren Wert haben kann. Seine Bücher sind im TIME Magazin besprochen worden, er ist auf der Titelseite des Wall Street Journals gewesen, und Gast in zahlreichen Radio und den TV-Shows, einschließlich „All Things Considered“ von NPR, CNN und BBC gewesen. Sein Buch „The Prophet’s Way“ führte 1998 zu einer Privataudienz mit Papst John Paul II. Sein Buch „The Last Hours of Ancient Sunlight“ verhalf ihm im September 1999 zu einer Einladung, eine Woche mit SH dem Dalai-Lama in seinem Haus in Dharamsala, Indien zu verbringen. Auf Deutsch erschienen: „Das größte spirituelle Geheimnis des Jahrhunderts“ und zahlreiche Titel zu ADHS. Als ehemaliger Journalist, Redakteur und verantwortlicher Leiter einer Einrichtung für verhaltensgestörte und missbrauchte Kinder lebt er mit seiner Frau Louise in Vermont und hat eine Radiosendung auf Air America.

Dr. Jean Houston ist eine Leitfigur in der interkulturellen Studie der Spiritualität und Ritualprozesse gewesen. Sie ist ein fruchtbarer Autor von Büchern, und einer der Gründer der Humanistischen Bewegung. Ihr Sendung auf PBS „A Passion for the Possible“ hatte eine hohe Sehbeteiligung. Als Jean 13 war, stieß sie mit einem alten Mann auf der Park-Allee in New York City auf ihrem Weg zur Schule zusammen. Nach diesem Missgeschick wurden sie Freunde, und sie genoss es, ihm bei verschiedenen Gelegenheiten zuzuhören. Damals sprach sie seinen Namen „Herr Thayer“ aus. In einer viel späteren Zeit erfuhr sie, dass ihr Gesprächspartner kein geringerer als Pierre Teilhard de Chardin gewesen war. Houston machte ihren Universitätsabschluss an der Barnard Universität, und ihren Dr. in Psychologie an der Union Graduate School, und einen Dr. in Religionswissenschaften an der Graduate Theological Foundation. Sie hat auch als Beraterin der ehemaligen First Lady und der gegenwärtigen Senatorin Hillary Clinton, während der Präsidentschaft ihres Mannes, gewirkt. Sie ist wesentlich beeinflusst von der Arbeit von Joseph Campbell, besonders durch sein Buch „Der Heros in tausend Gestalten“. Aber vielleicht war ihr bedeutendster Mentor Margaret Mead, die auch eine persönliche Freundin war. Mit ihrem Ehemann Dr Robert Masters gründete Dr Houston die Stiftung „Foundation for Mind Research“. Sie ist auch der Gründer und Hauptlehrer der Mystery School, eines Programms für die interkulturelle Erforschung von Spiritualität und Ritualprozessen. Sie hat die Mystery School sowohl auf der US Ost- als auch auf Westküsten seit mehr als zwei Jahrzehnten geführt. 1984 rief sie die gemeinnützige Gesellschaft „The Possible Society“ ins Leben um neue Wege für Menschen zu finden, die sich in sozialen Brennpunkten engagieren. Erst vor Kurzem hat sie das „International Institute for Social Artistry“ gegründet. Sie arbeitet zurzeit mit dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen im neuen Feld des sozialen Künstlertums, welches Lehrpersonals der Vereinten Nationen in bestimmten Entwicklungsländern ausbildet. Sie hat in mehr als 100 Ländern Vorträge gehalten und intensiv in 40 Kulturen gearbeitet. Für ihr Engagement ist sie mehrfach ausgezeichnet worden.

Brother Wayne Teasdale ist ein Freund des 14. Dalai-Lama, und war im Organisieren der Reise nach Indien behilflich, als „Dalai-Lama-Renaissance“ gefilmt wurde. Er war ein ehemaliger Mönch, der die Traditionen des Christentums und Hinduismus im Weg eines christlichen Suchers verband. Ein Aktivist und Lehrer, engagiert im Brückenschlagen zwischen den Religionen. Teasdale diente im Vorstand des Parlaments der Weltreligionen. Er war Mitglied des Monastic Interreligious Dialogue und half mit bei deren Entwurf einer „Universellen Verpflichtung zur Gewaltfreiheit“. Er war ein beigeordneter Professor an der DePaul Universität, der Universität von Columbia, und der Katholischen Theologischen Vereinigung in Chicago, wo er auch lebte. Zudem war er Koordinator des Bede Griffiths International Trust. Er war Mitherausgeber von „The Community of Religions“, mit George Cairns, und ist Autor von zwei Büchern: „A Monk in the World“ und „The Mystic Heart“, sowie Verfasser von Dutzenden von Artikeln über Mystik und Religion. Er hält einen Philosophie M. A. vom „St. Joseph College“ und eine Dr. der Theologie der Fordham University. Er verstarb 2004.

Elisabet Sahtouris, Ph. D. ist eine international bekannte Evolutionsbiologin, Futuristin, Autorin und Beraterin des “Living Systems Design“. Dr. Sahtouris zeigt die Relevanz von biologischen Systemen zum organisatorischen Design in Unternehmen, der Regierung und im Welthandel. Sie hat unter anderem folgende Bücher verfasst: „Gaia. Vergangenheit und Zukunft der Erde„ (1998), „A Walk Through Time: from Stardust to Us“ „Biology Revisioned”, zusammen mit Willis Harman, and EarthDance: Living Systems in Evolution“ mit James Lovelock. Sie bereist als gefragte Sprecherin Nord-, Zentral und Südamerika, Europa, Asien, Afrika, Australien und Neuseeland. Zusätzlich zu ihren Vorträgen und Seminaren tritt sie im Fernseh- und Radio auf. Dr Sahtouris ist ein Bürger der Vereinigten Staaten und Griechenlands mit einem kanadischen Doktortitel. Nach Erhalt ihres Doktors arbeitete sie am Amerikanischen Museum der Naturgeschichte in New York, unterrichtet an der Universität Massachusetts und am MIT, war Wissenschaftsschriftstellerin für die HORIZONT/NOVA-Fernsehreihe. Sie wurde nach China von der chinesischen Nationalen Wissenschaftsvereinigung eingeladen, organisierte die „Earth Celebrations 2000“ in Athen und ist Berater der Vereinten Nationen für Ureinwohner gewesen. Sie ist Teilnehmerin der „Menschheit 3000 Dialoge“ der „Foundation for the Future“, die die Synthese-Dialoge mit dem Dalai Lame in Dharamsala durchführt und berät Unternehmen und Regierungsstellen in Australien, Brasilien und in den USA.

Seit mehr als einem Viertel-Jahrhundert ist Michael Toms im Dialog mit den Spitzendenkern aus aller Welt, sozialen Architekten, kreativen Künstlern, Wissenschaftlern und geistigen Lehrern. Genannt „der Sokrates vom Radio“, wird er von Gästen und Zuhörern gleichermaßen als einer der besten Interviewer anerkannt. Seine legendären Dialoge mit solchen Koryphäen wie dem Mystiker Joseph Campbell, visionärer Erfinder Buckminster Fuller, dem weltberühmten Physiker David Bohm, der Schriftstellerin/Aktivistin Alice Walker, den Nobelpreisträgern Linus Pauling, S. H. Dalai Lama, Adolfo Perez Esquivel, Betty Williams und Jose Ramos Horta, den Pulitzer Preis Gewinnern Gary Snyder und E. O. Wilson, dem Arzt/Bestsellerautor Andrew Weil, der Künstlerin/Autorin Natalie Goldberg, dem Poeten/Schriftsteller Robert Bly, dem Architekt/Designer William McDonough, dem religiösen Gelehrten Huston Smith, dem spirituellen Lehrer/Philosophen J. Krishnamurti, der Dichterin/Autorin Maya Angelou und vielen anderen mehr, haben breite Zustimmung für die „Neuen Dimensionen“ Radioreihe gebracht und haben geholfen, innovative Ideen in die Massenkultur zu bringen. Er arbeitet nun als Produzent und Hauptinterviewer der über Satellit international empfangbaren Radioreihe „New Dimensions“. Zudem ist er Produzent und Co-Gastgeber der Sendung „Classic New Dimensions“ des Wisdom-Radios und über das Internet sechsmal pro Woche zu hören. Er wirkte als Produzent/Gastgeber der preisgekrönten Serien „Deep Ecology for the 21st Century“ und „The Bioneers/Revolution from the Heart of Nature I, II and III”, welche mit den renommierten NY International Radio Festival Silber und Bronze Medaillen ausgezeichnet wurden. Sein Buch „An Open Life: Joseph Campbell in Conversation with Michael Toms“ wurde begeistert aufgenommen und verkaufte sich mehr als 200.000 mal. Siebzehn weitere, auf seine Interviews beruhende, Bücher sind seitdem veröffentlicht worden, einschließlich „The Well of Creativity”, „The Soul of Business”, „The Power of Meditation and Prayer”, „Buddhism in the West” und „At the Leading Edge”. Mehr als eine Million seiner verschiedenen Dialoge sind an Zuhörer als Kassette und CD weltweit verkauft worden. Er hat zahlreiche Preise für seine Sendungen erhalten, einschließlich zwei Ehrendoktorate für seine Bahnbrechende Arbeit in den Medien und einen Doktortitel der Theologie vom St Basil Priesterseminar in Sydney, Australien für seinen „Beitrag zum geistigen Vorteil der Menschheit auf dem Planeten“. Er ist ein Gast-Professor in der Union Graduate School und der Marylhurst Graduate School of Business und Vorstandsmitglied des California Institute of Integral Studies.

Vandana Shiva ist eine weltbekannte Umweltaktivistin, sie ist Physikerin, Feministin, wissenschaftliche Philosophin, Autorin und Anwalt für eine wissenschaftliche Politik, sowie Direktorin der Research Foundation for Science, Technology and Natural Resource Policy. Sie arbeitet als ökologische Beraterin für verschiedene Organisationen, darunter das Third World Network und das Asia Pacific People's Environment Network. 1993 wurde sie mit dem alternativen Nobelpreis, dem sogenannten „Right Livelihood Award“ ausgezeichnet. Sie arbeitet als Mitherausgeberin für das People-Centered Development Forum und hat auch verschiedene Werke veröffentlicht, u. a. „Staying Alive“, „The Violence of the Green Revolution“, „Biopiracy: The Plunder of Nature and Knowledge“, „Monoculutures of the Mind“ and „Der Kampf um das blaue Gold. Ursachen und Folgen der Wasserverknappung“(2003), „Geraubte Ernte. Biodiversität und Ernährungspolitik“ (2004) und „Erd-Demokratie. Alternativen zur neoliberalen Globalisierung“ (2006) sowie über 300 Veröffentlichungen in führenden wissenschaftlichen und technischen Zeitschriften. Shiva nahm an der gewaltfreien Chipko-Bewegung in den 70er Jahren teil, die hauptsächlich aus Frauen bestand. Sie ist eine der Leiterinnen des International Forum on Globalization und eine Figur der globalen Solidaritätsbewegung, die als Anti-Globalisierungs-Bewegung bekannt ist. Sie ist für die Weisheit zahlreicher traditioneller Praktiken eingetreten, was sich auch in ihrem Buch „Vedic Ecology“ zeigt, das sich auf das vedische Erbe Indiens beruft. Shiva hat sich für einen Paradigmenwechsel in der Land- und Nahrungsmittelwirtschaft eingesetzt. Intellektuelle Eigentumsrechte, Biodiversität, Biotechnologie, Bioethik, Genmanipulation gehören zu den Gebieten, auf denen Shiva intellektuell sowie durch Kampagnen ihren Beitrag geleistet hat. Sie hat Basisorganisationen der grünen Bewegung in Afrika, Asien, Lateinamerika, Irland, der Schweiz und Österreich mit Kampagnen gegen Genmanipulation unterstützt. 1982 gründete sie die Forschungsstiftung für Wissenschaft, Technologie und Ökologie. Ihr Buch „Staying Alive“ zeigt ein neues Bild von Frauen in der dritten Welt. Shiva arbeitete auch als Beraterin in Indien als auch international für Regierungen und nicht staatliche Organisationen. Dazu gehören das International Forum on Globalisation, Women’s Environment & Development Organization und das Third World Network.

Sie ist Geschäftsführerin des Positive Futures Network. In dieser Position arbeitet sie daran, in den USA einen Impuls für Aktionen, Verfahrensweisen und ein öffentliches Bewusstsein zu schaffen, das auf den Werten der Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und des Mitgefühls aufbaut. Sie hat für mehr Sichtbarkeit und eine größere Verbreitung des YES! Magazine gesorgt, die State of the Possible retreat series entwickelt und PFN-Partnerschaften und Netzwerke zusammen mit vielen anderen Organisationen unterstützt, die einen gesellschaftlichen Wandel anstreben. Bevor sie die Leitung von PFN übernahm, verbrachte sie zwanzig Jahre als Programmleiterin der Ford-Stiftung in den Büros in Manila, Jakarta und New York. Auf jedem dieser Posten trug sie zu wesentlichen Reformen bei und erstellte allgemeine Agenden für die visionären Führungskräfte aus staatlichen, nichtstaatlichen und akademischen Bereichen. Sie ist Herausgeberin mehrerer Bücher, u. a. „Transforming Bureaucracy“ und ist Autorin verschiedener Artikel über Gemeindemanagement für Wasserversorgung und Forstwirtschaft sowie organisatorischen Wandel. Sie hat an der Universität Harvard und an der nationalen Universität in Äthiopien unterrichtet und war Mitarbeiterin in der Forschung für das Central American Management Institute (INCAE). Fran Korten machte ihren Abschluss in Sozialpsychologie an der Universität Stanford.

Sulak Sivaraksa, der am 27. März 1933 in Thailand geboren wurde, ist der Gründer und Direktor der thailändischen NGO „Sathirakoses-Nagapradeepa Stiftung“. Er ist nicht nur der Initiator einiger sozialer, humanitärer, ökologischer und spiritueller Bewegungen und Organisationen in Thailand (z. B. dem College SEM – Spirit in Education Movement), sondern gilt im Westen auch als einer der Väter des INEB (International Network of Engaged Buddhists), das 1987 von führenden Buddhisten wie dem 14. Dalai Lama, dem vietnamesischen Mönch und Friedensaktivisten Thich Nhat Hanh sowie dem Theravada Bhikkhu Maha Ghosa gegründet wurde. Als Sulak Sivaraksa 1995 den Alternativen Nobelpreis (Right Livelihood Award) erhielt, erreichte er in Europa und den USA einen höheren Bekanntheitsgrad. Als Enkel eines chinesischen Immigranten erhielt Sulak Sivaraksa seine Ausbildung in Bangkok und an der Universität von Wales, wo er jetzt „Honorary Fellow in Buddhism“ ist. Als er nach Hause zurückkehrte, wurde er der Herausgeber eines Intellektuellenmagazins („Social Science Review“). Bald lenkte er seine Energien auf die Entwicklung von Nachhaltigkeits-Modellen für eine im schnellen Wandel befindlichen wirtschaftliche und soziale Welt. Der Militärputsch 1976 zwang ihn zwei Jahre lang zum Exil. In dieser Zeit reiste er durch Kanada, Amerika und Europa und war referierte vor akademischen Kreisen. Diese Kontakte erwiesen sich als günstig, als Sivaraksa 1984 wegen Majestätsbeleidigung verhaftet wurde. Internationalen Proteste bewirkten, dass ihn die Regierung freiließ. Sivaraksa wurde 1991 erneut wegen Majestätsbeleidigung beschuldigt, nachdem er an der Universität von Thammasat einen Vortrag über die Unterdrückung der Demokratie in Thailand gegeben hatte. Sivaraksa floh und ging ins Exil, bis er die Gerichtshöfe 1995 von seiner Unschuld überzeugen konnte. Im gleichen Jahr erhielt er den alternativen Nobelpreis. Sulak war ein starker Kritiker des abgesetzten thailändischen Premierministers Thaksin Shinawatra. Er klagte Thaksin bei Kundgebungen der People's Alliance for Democracy öffentlich wegen Ehebruchs an, wofür er jedoch nie Beweise erbracht hat. Während eines Protests am 26. Februar 2006 bezeichnete Sulak Thaksin als bemitleidenswerten Hund. Sulaks Kommentare wurden von Somsri Hananantasuk, dem Vorsitzenden von Amnesty International Thailand verurteilt, der sagte, dass solche Worte zu Gewalttätigkeiten führen könnten.

Vicki Robin ist zusammen mit Joe Dominguez Mitverfasserin des US-Bestellers „Your Your Money Or Your Life: Transforming Your Relationship With Money & Achieving Financial Independence“, das bereits in zehn Sprachen übersetzt wurde. Robin ist Präsidentin der Stiftung New Road Map Foundation in Seattle, einer Bildungs- und Wohltätigkeitsstiftung, die Menschen Möglichkeiten an die Hand gibt, um einen nachhaltigen Lebensstil zu praktizieren. Vicki Robin ist eine aktive Referentin, die bei hunderten von Radio- und TV-Shows aufgetreten ist, u. a. bei „The Oprah Winfrey Show“, „Good Morning America“ sowie National Public Radio’s „Weekend Edition”. Artikel über sie sind im People Magazine, The Wall Street Journal, Mirabella, Woman’s Day, Newsweek, Utne Reader und der New York Times. Vicki ist die Mitbegründerin der international beliebten „Conversation Cafés“ (spontane öffentliche Gespräche) und Let’s Talk America, bei der bei jeweils einem Gespräch die heilende politische Polarisierung im Vordergrund steht.

Produzent und Regisseur Khashyar Darvich hat für seine Dokumentarfilme und andere Projekte zahlreiche Preise erhalten. Diese wurden innerhalb der USA ausgestrahlt, unter anderem auf dem History Channel, CBS, NBC und PBS. Khashyar ist bestrebt, positive Projekte zu produzieren, die künstlerisch befriedigend sind und beim Zuschauer zugleich einen positiven und erfüllenden Eindruck hinterlassen. Im Jahr 2000 wurde er Gründer und Präsident einer gemeinnützigen Stiftung – der „Wakan Foundation for the Arts“, die sich die Aufgabe gestellt hat, „der Menschheit durch die Künste zu dienen und sie zu inspirieren. „Khashyar engagierte sich dafür, „Dalai Lama Renaissance“ zu produzieren, da während dieses besonderen Ereignisses eine einzigartige Transformation stattfand und es offensichtlich wurde, dass das, was von den Kameras aufgezeichnet wurde, alle Elemente eines außergewöhnlichen Films in sich trug. Einige von Khashyars zuvor veröffentlichte Werke sind: „Black Hawk Waltz: Tales of a Rocky Mountain Town“, in dem es um eine exzentrische Stadt in den Bergen von Colorado geht. Der Dokumentarfilm „Coach Parks“ beschreibt einen Highschool-Coach, der sich für die Armen einsetzt und zu dem viele professionelle Athleten wie Joe Montana kommen, um ein körperliches, persönliches und spirituelles Training zu genießen. Bei „Saving the Redwood Forests“ geht es um einen Fernsehfilm über die Rettung der Redwood-Wälder, der bisher 15 Preise gewonnen hat. Nach „Dalai Lama Renaissance“ produziert er einen Dokumentarfilm über „gewöhnliche Menschen, die ungewöhnliche Dinge für den Frieden tun“. Dazu gehören die bemerkenswerten Geschichten einiger prominenter und inspirierender Menschen, die ihren Teil dazu beitragen, etwas positiv zu verändern.

Der offizielle Filmstart in Deutschland ist am 30. Oktober 2008.

Lizenzträger der Aufführungsrechte ist die HORIZON FILM Distribution GmbH.

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Source : Wikipedia