Bundeskanzleramt

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Geschrieben von bishop 14/03/2009 @ 17:09

Tags : bundeskanzleramt, politik

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Bundeskanzleramt (Bonn)

Kanzleramt in Bonn

Das Bundeskanzleramtsgebäude in Bonn war von 1976 bis 1999 Sitz des Bundeskanzleramtes der Bundesrepublik Deutschland und beherbergt seit 2006 das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Als erstes Gebäude für das Kanzleramt der Bundesrepublik diente ab 1949 das Palais Schaumburg in Bonn. 1969 wurde das Aufgabenspektrum der Behörde um verschiedene Aspekte der Bildungs-, Sozial- und Technologiepolitik erweitert. Um den gewachsenen Anforderungen gerecht werden zu können, für die das Palais zu klein geworden war, beschloss das Bundeskabinett noch im Dezember 1969, unmittelbar südlich des alten ein neues Gebäude zu errichten. Mit der Planung wurde die Planungsgruppe Stieldorf beauftragt, die aus einem bundesweit offen ausgeschriebenen Wettbewerb als Sieger hervorging. Für die künstlerische Ausgestaltung der Gebäude und des Außenbereichs fand ein eigener Wettbewerb statt. 1974 begannen die Bauarbeiten, 1976 wurde der architektonisch schlichte Neubau eingeweiht. Das Palais Schaumburg wurde aber weiterhin, vorwiegend zu Repräsentationszwecken, genutzt.

Das Bundeskanzleramtsgebäude besteht aus einem dreigeschossigen Komplex mit zwei teils atombombensicheren Untergeschossen, der sich in zwei Bauteile gliedert: den sogenannten „Abteilungsbau“ und den „Kanzler- und Kabinettsbau“. Der Abteilungsbau fußt auf einem Grundriss mit jeweils 100 m² stützenfreien Rasterflächen und enthält als Hauptgebäude auch den auf der Rheinseite (im Osten) gelegenen Haupteingang an der Görresstraße. Nördlich des Abteilungsbaus liegt versetzt der wesentlich kleinere Kanzler- und Kabinettsbau.Die Erdgeschossfassaden sind weitgehend zurückgesetzt und vollverglast, um einen größtmöglichen Durchblick in die vorhandene Parklandschaft zu ermöglichen (zur Planungszeit sollte das Gelände noch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden).

Die freie Stahlskelettkonstruktion (mit nur sechs Betonkernen als Festpunkte) erlaubt durch veränderbare Wände die Anpassung an alle organisatorischen Anforderungen. Die geringe Höhenentwicklung (unterhalb der Baumkronen des Parks und dem First des Palais Schaumburgs) – und das bei einem Neubauvolumen von über 200.000 m³ Kubatur, 30.000 m² Nutzflächen und 13.000 m² Fassade – begründete die Entscheidung der Jury für Preis und Ausführung.

Die architektonische Qualität des Bauwerkes ist dennoch umstritten. Kritiker bemängeln eine unentschlossene und zurückhaltende städtebauliche Stellung und umschreiben die Außenansicht des Kanzleramtes als „Sparkassenarchitektur“. Die in der Wettbewerbsausschreibung geforderte geringe städtebauliche Dominanz, gewisse puristische ästethische Qualitäten und auch die für funktional befundene Binnengliederung (vollflexibel-gestaltbare Grundrisse) werden jedoch als sehr positiv hervorgehoben.

Der damalige Hausherr Helmut Schmidt ließ 1979 den Vorplatz des neuen Gebäudes umgestalten und dort die Skulptur Large Two Forms von Henry Moore aufstellen. Im Mai 1982 wurde auf dem außerhalb gelegenen Bundeskanzlerplatz eine Kopfplastik von Konrad Adenauer aufgestellt, die zum Symbol der Bonner Republik wurde. 1999 wurde das Gebäude dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung übergeben, als das Bundeskanzleramt nach Berlin zog. Dort residierten Kanzler und Kanzleramt zunächst im ehemaligen Staatsratsgebäude der DDR am Berliner Schloßplatz, bevor beide 2001 das neugebaute Berliner Kanzleramtsgebäude im Band des Bundes bezogen.

Hierzu wurde im Zeitraum von 1999 bis 2006 eine umfangreiche Generalinstandsetzung durchgeführt, in deren Gesamtumfang eine der in Deutschland größten Spritzasbest-Sanierungsmaßnahmen erfolgreich umgesetzt wurde. Seither ist der Bonner Dienstsitz des Bundeskanzlers wieder das Palais Schaumburg, in dem sich verschiedene Abteilungen befinden.

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Bundeskanzleramt (Deutschland)

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Das Bundeskanzleramt (Abkürzung BK) ist eine Oberste Bundesbehörde, die den Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland in seinen Aufgaben unterstützt und in der sich auch sein Büro befindet. Es hat seinen Hauptsitz in der Bundeshauptstadt Berlin und einen Zweitsitz in der Bundesstadt Bonn.

Das Bundeskanzleramt hat die Aufgabe, die für die Arbeit des Bundeskanzlers erforderlichen Informationen zu beschaffen und bereitzuhalten. Dies geschieht vor allem durch engen Kontakt zu den Bundesministerien, die ihrerseits über die ressortspezifischen Informationen verfügen. Die innere Struktur des Bundeskanzleramts entspricht daher auch den jeweiligen Ministerien – man spricht hier auch von „Spiegelreferaten“. Dem Auswärtigen Amt entspricht beispielsweise die Abteilung 2.

Das Bundeskanzleramt koordiniert die Bundesministerien, zum Beispiel bei Großen Anfragen. Des Weiteren nimmt es die administrativen Aufgaben der Bundesregierung wahr.

Diese sind weiter in Gruppen aufgeteilt, die sich wiederum in Referate gliedern. Ein genauer Organisationsplan findet sich hier.

Zum Leitungsbereich des Kanzleramtes, dem auch der Stab Politische Planung; Grundsatzanfragen; Sonderaufgaben zugeordnet ist, gehören der Bundeskanzler, der Chef des Bundeskanzleramtes sowie die im Geschäftsbereich des Bundeskanzlers und des Kanzleramtschefs angesiedelten Staatssekretäre und Staatsminister. Ihnen unterstehen die Abteilungsleiter im Range von Ministerialdirektoren.

Die Behörde wird nicht vom Bundeskanzler direkt, sondern vom Chef des Bundeskanzleramtes (abgekürzt ChefBK) geleitet, der gemäß § 7 Abs. 1 GOBReg zugleich die Geschäfte eines Staatssekretärs der Bundesregierung wahrnimmt.

Zum ChefBK ernennt der Bundeskanzler entweder einen Staatssekretär – in diesem Falle unterliegt der Amtsinhaber dem Bundesbeamtengesetz und kann vom Bundeskanzler als sogenannter „politischer Beamter“ gemäß §§ 31 ff. BRRG in Verbindung mit § 36 Abs. 1 Nr. 1 BBG auch jederzeit in den einstweiligen Ruhestand versetzt werden – oder er bestellt einen Bundesminister für besondere Aufgaben zum ChefBK, dessen Stellung jedoch einem öffentlich-rechtlichen Amtsverhältnis entspricht und der alle Rechte eines Mitglieds der Bundesregierung genießt, wobei ihn der Bundeskanzler jedoch weiterhin ohne Weiteres entlassen kann (Art. 64 Abs. 1 GG). In den Medien und der Öffentlichkeit ist daher auch die inoffizielle Bezeichnung Kanzleramtsminister gebräuchlich.

Der ChefBK fungiert als zentrale Koordinierungsstelle für das Zusammenwirken der Bundesministerien, die ihn jederzeit über ihre Arbeit und dadurch über das gesamte Regierungshandeln des Bundes informieren. Er holt zudem im Umlaufverfahren die Entscheidungen der Bundesminister ein, wenn zwar eine Zustimmung der ganzen Bundesregierung erforderlich, eine mündliche Beratung jedoch nicht notwendig ist und informiert sie wiederum über das Ergebnis sowie Entscheidungen des Bundeskanzlers. Außerdem obliegt ihm die langfristige Planung politischer Vorhaben der Bundesregierung und er ist zudem eine wichtige Verbindungsstelle zu den parlamentarischen Organen des Bundes, den Bundesländern, gesellschaftlichen Gruppen und Einzelpersönlichkeiten sowie (gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt) zu Repräsentanten ausländischer Staaten. Gemäß § 7 Abs. 2 GOBReg kann er an den Bundeskanzler gerichtete oder ihm vom Bundespräsidenten überwiesene Schreiben unmittelbar an den zuständigen Bundesminister weiterleiten.

Sofern der Bundeskanzler nicht selbst entscheidet, legt der ChefBK die Sitzungstermine des Bundeskabinetts und die jeweilige Tagesordnung fest und veranlasst die Einladung zu diesen Sitzungen. Außerdem leitet er die Runde der beamteten Staatssekretäre aller Bundesministerien, die regelmäßig zwei Tage vor jeder Kabinettssitzung stattfindet. An den Sitzungen des Bundeskabinetts und aller seiner Ausschüsse, einschließlich des Bundessicherheitsrates sowie den zuvor vorbereitend stattfindenden interministeriellen Besprechungen, nimmt der ChefBK gemäß § 23 Abs. 1 GOBReg ebenfalls teil – hat er den Rang eines Bundesministers, so besitzt er auch Stimmrecht. Die Vorlagen der Sitzungen müssen dem ChefBK mindestens eine Woche vor den Sitzungen zugeleitet werden. Die Einzelheiten von Übertragungen, die sich aus Organisationserlassen des Bundeskanzlers bezüglich der Verlagerung von Geschäftsbereichen zwischen Bundesministerien ergeben, sind dem ChefBK mitzuteilen.

Er bereitet zudem die zweimal jährlich stattfindenden Zusammenkünfte der Minister- und Senatspräsidenten der deutschen Länder mit dem Bundeskanzler vor, indem er sich im Vorfeld unter seinem Vorsitz mit den Chefs der Staatskanzleien der Länder trifft.

Der ChefBK leitet auch die wöchentlichen Besprechungen der nationalen Sicherheitslage, die so genannte Nachrichtendienstliche Lage und die ihr folgende Präsidentenlage. Zudem ist ihm der Bundesnachrichtendienst unterstellt – bestimmt ihn der Bundeskanzler auch zum Beauftragten der Bundesregierung für die Nachrichtendienste, so wirkt er auch direkt bei der Koordinierung der anderen beiden Geheimdienste des Bundes mit.

Der Nationale Normenkontrollrat untersteht seiner Rechtsaufsicht.

Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration gehören zu seinem Geschäftsbereich.

Seine Bedeutung in der Bundesregierung ist dementsprechend herausragend, findet jedoch meist im Hintergrund und ohne öffentliche Aufmerksamkeit statt.

Zur Unterstützung des Bundeskanzlers und des ChefBKs können weitere (beamtete) Staatssekretäre ins Bundeskanzleramt bestellt werden. Diese erhalten entweder als Beauftragte der Bundesregierung eigene Geschäftsbereiche oder wirken bei der Leitung der allgemeinen Verwaltung des Kanzleramtes mit. Außerdem hat der Bundeskanzler das Recht, sich selbst Parlamentarische Staatssekretäre beizugeben, denen er ebenfalls eigene Aufgabenbereiche (so z. B. seit 1998/1999 als Kulturstaatsminister und seit 2005 als Integrationsbeauftragte) zuweisen kann und die ihn bei seiner politischen Arbeit (im Besonderen als seine Vertreter in Bundestag und Bundesrat sowie deren Ausschüssen) unterstützen. Als einzigem Mitglied der Bundesregierung wird dabei dem Bundeskanzler seit 1999 das Privileg zugestanden, dass seine Parlamentarischen Staatssekretäre nicht Mitglieder des Deutschen Bundestages sein müssen. Seit Ende der 1970er-Jahre ist es zudem allgemein üblich, dass der Bundeskanzler seine Parlamentarischen Staatssekretäre zu Staatsministern (gem. § 8 ParlStG) ernennt. Der Bundeskanzler kann sie jederzeit entlassen (§ 4 ParlStG).

Der Chef des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung und Sprecher der Bundesregierung untersteht zwar dem Bundeskanzler, ist aber eigenständiger Leiter einer Obersten Bundesbehörde im Range eines Staatssekretärs und nicht dem Bundeskanzleramt zugeordnet.

Der Bundeskanzler bestellt zudem einen Staatsminister oder Bundesminister bzw. Staatssekretär im Geschäftsbereich des Bundeskanzlers und des Bundeskanzleramtes, meist den ChefBK selbst, zum Beauftragten der Bundesregierung für die Nachrichtendienste. Diesem ist zur Erfüllung seiner Aufgaben eine eigene Abteilung im Bundeskanzleramt (derzeit Abteilung 6), die neben der Koordination der Nachrichtendienste auch für den dem Bundeskanzleramt nachgeordneten BND zuständig ist, fachaufsichtlich unterstellt. Der eigentliche administrative Leiter dieser Abteilung, der sogenannte „Geheimdienstkoordinator“, ist gleichzeitig der Vertreter des Beauftragten.

Der Beauftragte führt zudem den Vorsitz im Staatssekretärausschuss für das geheime Nachrichtenwesen und die Sicherheit.

Ihm obliegt die Koordinierung und Intensivierung der Zusammenarbeit der Nachrichtendienste des Bundes, also des Bundesnachrichtendienstes, des Bundesamtes für Verfassungsschutz und des Militärischen Abschirmdienstes, untereinander und ihre ressortübergreifende Zusammenarbeit mit anderen Behörden und Dienststellen. Zudem wirkt er bei der parlamentarischen Behandlung der Haushaltsangelegenheiten aller drei Geheimdienste sowie an der Vorbereitung von Sitzungen des Parlamentarischen Kontrollgremiums mit. Er hat zudem das Recht, von den Ressorts und von den Nachrichtendiensten des Bundes Auskünfte über nachrichtendienstliche Verdachtsfälle und andere besondere Vorkommnisse sowie die Arbeitsmethodik, das Informations- und Karteiwesen, die Organisation, die Haushaltsplanung und Personalstrukturplanung zu verlangen; er kann des Weiteren für den Bereich der Zusammenarbeit der Dienste Maßnahmen vorzuschlagen; ist an Gesetzesvorhaben und an der Ausarbeitung von Vorschriften, die einen der Nachrichtendienste des Bundes oder die drei Dienste oder ihre Zusammenarbeit mit anderen Stellen betreffen, beteiligt. Außerdem kann er jederzeit unmittelbare Besprechungen mit den Leitern der Dienste und deren Vertretern führen.

Als erstes Bundeskanzleramt dienten 1949 zunächst einige Räume des Museum Koenig. Am 3. November 1949 übergab das belgische Militär das Palais Schaumburg in Bonn an die Bundesregierung. Von 1976 bis 1999 dann ein von der Planungsgruppe Stieldorf geplanter Neubau in Bonn.

Von 1999 bis zum Einzug in ein neues Gebäude saß das Bundeskanzleramt übergangsweise in dem ehemaligen Staatsratsgebäude der DDR am Berliner Schloßplatz (heute Hertie School of Governance). Seit 2001 dient ein von Axel Schultes entworfener Neubau im Berliner Spreebogen, durch den Platz der Republik vom Reichstagsgebäude getrennt, als Behördensitz. Das Gebäude öffnet sich zu einem zentralen Platz gegenüber dem Paul-Löbe-Haus, der als Bürgerforum gestaltet werden soll. Es ist Teil der „Band des Bundes“ genannten Gebäudegruppe am Spreebogenpark. In dem Gebäude arbeiten zurzeit auch Mitarbeiter des Kulturstaatsministers.

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Bundeskanzleramt (Berlin)

Im Bundeskanzleramt ausgestelltes Faksimile von Willy Brandts Urkunde für den Friedensnobelpreis 1971

Im Rahmen des Umzugs der deutschen Bundesregierung von Bonn nach Berlin zog das Bundeskanzleramt der Bundesrepublik Deutschland 2001 in einen Neubau in der „Band des Bundes“ genannten Gebäudegruppe im Spreebogen, Willy-Brandt-Straße 1, 10557 Berlin.

Das gleichermaßen spektakuläre wie umstrittene monumentale Gebäudeensemble des neuen Bundeskanzleramtes wurde von den Berliner Architekten Axel Schultes und Charlotte Frank in der Amtszeit von Kanzler Helmut Kohl (1982–1998) entworfen. Nach dem ersten Spatenstich am 4. Februar 1997 und knapp vierjähriger Bauzeit konnte das Gebäude am 2. Mai 2001 vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder bezogen werden, wodurch der Regierungsumzug nach Berlin abgeschlossen wurde. Das bebaute Grundstück ist mit Hubschrauberlandeplatz und Kanzlerpark 73.000 m² groß. Mit einer Gesamtfläche von 12.000 m² und einer Höhe von 36 m übertrifft das Gebäude die Berliner Traufhöhe von 22 m und ist eines der größten Regierungshauptquartiere der Welt (achtmal so groß wie das Weiße Haus in Washington D.C.).

Das exotisch anmutende Gebäude hat eine moderne, weitgehend verglaste Außenfläche, bedient sich jedoch auch ausgiebig Stilelementen der Postmoderne. Die großflächig benutzten Farben sollen jeweils eine eigene, genau festgelegte Symbolwirkung haben. Absichtlich arbeiten die politischen Beamten und der Stab des Bundeskanzlers räumlich über der Verwaltung.

Auf dem Ehrenhof, der vom Leitungsbau und den zwei Bürotrakten gebildet wird, befindet sich die Skulptur „Berlin“ des baskischen Bildhauers und Zeichners Eduardo Chillida, vier Säulen, die mit Bäumen bepflanzt sind, Fahnenmasten und ein den Haupteingang überspannendes Zeltdach. Der Ehrenhof wird unter anderem zum Empfang von Staatsgästen genutzt.

In den Seitenflügeln befinden sich 300 Büros von je 20 m² und 13 Wintergärten. Im südlichen Bürotrakt gibt es eine Kantine mit Fenstern zur Spree. Im nördlichen Bürotrakt findet sich der Presse- und Personaleingang neben der separaten Hauptwache.

Kritisiert werden im neuen Bundeskanzleramt die zum Teil langen Wege. Es gibt jedoch nicht nur eine sehr gute elektronische Kommunikation, sondern auch ein Rohrpostsystem für den Aktenversand. Es werden Besuchergruppen zugelassen, wenngleich unter äußerst hohen Sicherheitsstandards (Eingangskontrolle wie am Flughafen, Ausweiskontrolle, zuvor angefertigte Namenslisten, Begleitung jeder Besuchergruppe durch BKA-Beamte).

Im rückwärtigen Teil des Bundeskanzleramtgeländes jenseits der Spree befindet sich ein Hubschrauberlandeplatz für Regierungsgäste, der über eine doppelstöckige Brücke (Fußgänger und Fahrzeuge) erreichbar ist.

Das Kanzleramt beherbergt nicht nur bedeutende Kunstwerke der Klassischen Moderne, sondern auch Werke zeitgenössischer deutscher und internationaler Künstler.

Das Hauptwerk im Kanzleramt bildet die monumentale Eisenskulptur Berlin des baskischen Bildhauers Eduardo Chillida. Die 5,5 m hohe und 87,5 Tonnen schwere Skulptur weckt mit ihren zwei sich beinahe berührenden Armen Assoziationen wie Annäherung, Teilung und Vereinigung, was als beabsichtigte politische Symbolik verstanden werden kann. Die Skulptur nimmt eine ähnliche Stellung wie Henry Moores Large Two Forms des Bonner Kanzleramtes ein und ist von ähnlicher Symbolik.

Der innere Eingangsbereich wurde künstlerisch durch den Maler Markus Lüpertz mitgestaltet, der das zentrale Treppenhaus in sechs verschiedene „Farbräume“ verwandelte, deren Farben bestimmte klassische Tugenden symbolisieren sollen: Blau (Weisheit), Umbra (als Löwenfarbe für Kraft und Stärke), Rot (Tapferkeit), Ocker-Gold (Gerechtigkeit) und Grün/Weiß (Klugheit). Außerdem schuf Lüpertz die ebenfalls im Eingangsbereich stehende Skulptur Die Philosophin als Inbegriff des nachdenklichen Menschen. Als weitere große Skulptur im Innenbereich kann das Große weiße Kopfzeichen des Künstlers Rainer Kriester genannt werden.

Im Kanzleramt befinden sich darüber hinaus zahlreiche bedeutende Gemälde, zum Teil als Ankäufe oder Leihgaben. Aus dem Bonner Kanzleramt stammen das Orientalische Märchen von August Macke und der für den Kabinettssaal ausgewählte Sonntag des Bergbauern von Ernst Ludwig Kirchner. Im Pressesaal befindet sich die dreiteilige Arbeit Augenbilder von Ernst Wilhelm Nay, die auf der Kasseler Documenta III im Jahre 1964 für Aufsehen sorgten.

Das Gebäude verfügt neben den Arbeitsräumen auch über 200 m² große Wohnräume für den Bundeskanzler, wobei der größte Teil der Fläche von zwei Repräsentationsräumen eingenommen wird, während für die tatsächliche Wohnnutzung nur ca. 28 m² zur Verfügung stehen. Wie aber auch schon beim Kanzlerbungalow in Bonn ist die Nutzung durch den aktuellen Kanzler nicht festgelegt. So zieht es Kanzlerin Angela Merkel vor, weiter in ihrer privaten Wohnung gegenüber der Museumsinsel zu wohnen. Ihr Vorgänger Gerhard Schröder (1998–2005), der das neue Kanzleramt als erster Bundeskanzler bezog, benutzte die Räumlichkeiten auch nur während der Arbeitswochen, während seine Familie weiterhin in Hannover wohnte.

Das Gebäude soll eine hocheffiziente Energieversorgung haben, durch die das Gebäude bei Bedarf autark versorgt werden kann. Im Keller des Bundeskanzleramtes ist ein modernes Blockheizkraftwerk installiert, das mit Biodiesel betrieben wird und die meiste Zeit auf Grund einer Fehlkonstruktion defekt ist. Zudem verfügt das Blockheizkraftwerk über eine Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung, sodass damit im Sommer auch das Kanzleramt klimatisiert werden kann. Überschüssige Wärme des Blockheizkraftwerkes wird in einem Salzstock in 300 Metern Tiefe unterhalb des Reichstags zwischengespeichert.

Auf dem Dach des Kanzleramtes ist eine Photovoltaikanlage mit circa 1300 m² Solarmodulfläche installiert. Die Module haben eine elektrische Nennleistung von etwa 150 kWpeak. Die erzeugte Energie wird von insgesamt 90 Wechselrichtern in Wechselstrom umgewandelt und dezentral in das Hausnetz des Bundeskanzleramtes eingespeist. Zusätzlich bezogener Strom ist ausschließlich Ökostrom von Vattenfall Europe und wird aus einem Mix von Wasserkraft, Biomasse und Solarenergie hergestellt.

Grundsätzliches Ziel der Wärmerückgewinnung ist die Minimierung des Primärenergieverbrauchs. Dabei stehen neben den energiewirtschaftlichen Bedürfnissen auch ökologische Forderungen im Vordergrund. Besonders im Hinblick auf das Kyoto-Protokoll werden zum Schutz des Klimas durch das Bundeskanzleramt im Rahmen dieser Maßnahmen jährlich 1400 Tonnen CO2-Emissionen vermieden.

Vorwiegend von Touristenführern und Journalisten wird das Bundeskanzleramt auch als „Elefantenklo“ oder als „Kohllosseum“ bezeichnet; „Waschmaschine“, „Bundeswaschmaschine“ und seltener „Kanzlerwaschmaschine“ kommen aber auch im Berliner Volksmund vor.

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Bundeskanzleramt (Österreich)

Bundeskanzleramtsgebäude in Wien

Das österreichische Bundeskanzleramt (BKA) nimmt verschiedene regierungspolitische Aufgaben wahr und dient dem Bundeskanzler als Amtssitz. Es hat seinen Hauptsitz im 1. Wiener Gemeindebezirk Innere Stadt am Ballhausplatz 2.

Das Bundeskanzleramt ist für die Koordination der allgemeinen Regierungspolitik, die Informationstätigkeit der Bundesregierung und die staatliche Verfassung zuständig. Darüber hinaus nimmt es die Vertretung der Republik Österreich vor dem Verfassungsgerichtshof, dem Verwaltungsgerichtshof und internationalen Gerichtshöfen wahr.

Das Gebäude des Bundeskanzleramts ist der Amtssitz sowohl der Behörde als auch des Bundeskanzlers und befindet sich gegenüber der Wiener Hofburg. Es liegt am Ballhausplatz gegenüber der Bundespräsidentschaftskanzlei.

Das repräsentative Gebäude, die Geheime Hofkanzlei, wurde 1717 bis 1719 über Auftrag Kaiser Karls VI. nach Plänen des Architekten Johann Lukas von Hildebrandt von Baumeister Christian Alexander Oedtl erbaut. Die von den Ständen bewilligten Geldmittel reichten allerdings nicht aus. 1720 musste der Obersthofkanzler Graf von Sinzendorf die niederösterreichischen Stände neuerlich ersuchen, wenigstens 10.000 Gulden zu gewähren. Noch 1725 waren weitere Geldaufnahmen notwendig, um die Handwerker, welche „täglich um ihre Bezahlung lauffen, bitten und schreyen…“ zu befriedigen. Die Kaisersteinbrucher Steinmetzmeister lieferten für die Prunktreppe große Stufen aus hartem, weißem Kaiserstein.

1764 bis 1767 erfolgten im Auftrage Kaiserin Maria Theresias durch ihren Hofarchitekten Nikolaus Pacassi bauliche Veränderungen und Erweiterungen. Die Fassade entspricht aber noch im wesentlichen dem Bau Hildebrandts.

Das Bundeskanzleramt war Tagungsort des Wiener Kongresses 1814/15. Bis zur Ausrufung der Republik 1918 diente das Gebäude als Sitz des Außenministeriums.

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Source : Wikipedia