Bud Spencer
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Bud Spencer
Bud Spencer (* 31. Oktober 1929 in Neapel, Kampanien, Italien; bürgerlich Carlo Pedersoli) ist ein italienischer Schriftsteller, Film- und Fernsehschauspieler, ehemaliger Schwimmer, Sänger, Komponist, Fabrikant, Jurist, Drehbuchautor, Modedesigner und Musikproduzent.
Bekannt wurde Carlo Pedersoli vor allem als Bud Spencer an der Seite von Terence Hill in zahlreichen Prügel-Western-Komödien (Italo-Western). Er spielte meist einen dickköpfigen, phlegmatischen, aber gutherzigen Charakter, der schlagkräftig seine Gegner außer Gefecht setzte.
Carlo Pedersoli wurde am 31. Oktober 1929 in Neapel als Sohn eines Industriellen geboren. 1937 begann er in einem örtlichen Schwimmverein mit dem Schwimmsport. 1940 zog die Familie nach Rom, wo Pedersoli 1946 ein Chemiestudium an einer römischen Universität begann. Da die Familie nach Südamerika umzog, musste er dieses jedoch abbrechen. Dort übernahm er mehrere kurze Arbeiten: Er war Fließbandarbeiter in Rio de Janeiro, Bibliothekar in Buenos Aires und Sekretär in der italienischen Botschaft in Uruguay.
Seine Leidenschaft für das Schwimmen ließ ihn nicht los und 1948 kehrte er nach Italien zurück. Er schrieb sich als Student der Rechtswissenschaften ein, konzentrierte sich jedoch hauptsächlich auf das Schwimmen. Er wurde italienischer Meister im Brustschwimmen. Kurz darauf wurde er italienischer Meister über 100m Freistil. Er war der erste Italiener, der die Strecke in einer Zeit unter einer Minute schwamm. Er gewann die italienische Meisterschaft sieben Jahre in Folge.
1950 hatte Carlo Pedersoli seine erste (Statisten-)Rolle als Prätorianer in Kaiser Neros Garde im Monumentalfilm Quo Vadis. Weitere Kleinrollen folgten: Siluri umani (1954), Un Eroe dei nostri tempi (1955), Il Cocco di mamma (1957), A Farewell to Arms (1957).
Neun Monate arbeitete er als Vorarbeiter im Fuhrpark beim Bau der Panamericana. Anschließend arbeitete er in einer Automobilfabrik in Caracas. 1960 kehrte Carlo Pedersoli nach Rom zurück und heiratete die sechs Jahre jüngere Maria Amato. Sie kannten sich zuvor schon 15 Jahre. 1961 wurde ihr Sohn Giuseppe geboren, ein Jahr später Tochter Christiana. 1972 folgte seine zweite Tochter Diamante.
1960 wirkte Pedersoli in einer kleinen Rolle im Monumentalfilm Hannibal mit, in dem auch sein späterer Filmpartner Terence Hill eine Rolle spielte; die beiden lernten sich hierbei allerdings noch nicht kennen. Zwischen 1960 und 1964 arbeitete Pedersoli hauptsächlich als Komponist für die italienische Plattenfirma RCA. Er komponierte u.a. neapolitanische Volksmusiklieder und Lieder für populäre Schlagersänger wie Rita Pavone. Er tourte auch durch verschiedene Nachtclubs mit selbstkomponierten Liedern und begleitete sich dabei auf der Gitarre. 1964 kündigte Pedersoli seinen Vertrag mit RCA, außerdem starb sein Schwiegervater Peppino Amato, einer der größten Filmproduzenten Italiens (u.a. La dolce vita, 1960 von Federico Fellini).
1965 gründete Pedersoli eine Produktionsfirma. Sein Unternehmen produzierte Tierdokumentarfilme für das italienische RAI-Fernsehen.
Im Jahre 1967 bekam Pedersoli ein Filmangebot von dem Regisseur und Bekannten seiner Frau, Giuseppe Colizzi für den Italo-Western Gott vergibt – wir beide nie (OT: Dio perdona... Io no!). In diesem Film sollte er auf Mario Girotti treffen – der Beginn des Duos Bud Spencer und Terence Hill. Bei diesem Film handelt es sich allerdings noch nicht um eine Komödie, sondern um einen „ernsten“ Western. Er wurde aber, nachdem die ersten Westernkomödien der beiden später erfolgreich waren, „recycelt“, indem man ihn in Zwei vom Affen gebissen umbenannte und neu synchronisierte, wobei die Dialoge entsprechend mit lockeren Sprüchen aufgepeppt wurden. Da diese Version teilweise immer noch zu brutal war, wurde der Film um rund 13 Minuten gekürzt und bekam eine FSK-16-Freigabe. Auf diese Weise wurde der Film noch einmal ins Kino gebracht. Dasselbe Schicksal ereilte auch ihren Folgewestern Hügel der blutigen Stiefel, der später, um die Erwartungen des Publikums zu erfüllen, ebenfalls aufgepeppt wurde und als Zwei hau'n auf den Putz noch einmal gezeigt wurde.
Die 70er Jahre sollten sich zum Siegeszug für das erfolgreichste europäische Filmteam entwickeln. Der endgültige Durchbruch kam mit Die rechte und die linke Hand des Teufels (OT: Lo chiamavano Trinità, 1969) und besonders mit der Kassenschlager-Fortsetzung Vier Fäuste für ein Halleluja (...continuavano a chiamarlo Trinità, 1971). Das neue Genre der „Hau-Drauf-Komödie“ war geboren. Die Komödien mit ihren Sprüchen und den lustig inszenierten Schlägereien machten das Duo weltbekannt. Berüchtigt sind hierbei die „beidhändige Doppelbackpfeife“ und der senkrechte Schlag mit der Faust auf den Kopf (der „5-Sekunden-Narkose-Hammer“), mit denen Bud Spencer seine Gegner Sterne sehen ließ.
Bud Spencer drehte in den 70er Jahren insgesamt acht Filme zusammen mit Terence Hill; ohne Terence Hill war er in dreizehn Filmen zu sehen, unter anderem in der erfolgreichen „Plattfuß“-Reihe, die nach seiner eigenen Idee gedreht wurde. Für einige seiner Filme wie beispielsweise Sie nannten ihn Mücke (Lo chiamavano Bulldozer, 1978) und Das Krokodil und sein Nilpferd (Io sto con gli ippopotami, 1979) schrieb Bud Spencer einige Musiktitel. 1979 erhielt Bud Spencer den Cinema-Jupiter-Preis als Deutschlands beliebtester Star.
Die Beliebtheit des Duos führte Mitte der 1970er Jahre zu einigen Filmen, die versuchten, das Erfolgsmuster in anderer Besetzung zu wiederholen. Diese Filme wurden mit ähnlich aussehenden Schauspielern besetzt, wie etwa Paul L. Smith als Bud-Spencer-Äquivalent in italienischen Produktionen. Auch die deutsche Titelgebung folgt dem Vorbild, beispielsweise 1975 in Zwei irre Typen mit ihrem tollen Brummi.
Inspiriert durch einige seiner Filme entdeckte Pedersoli seine Leidenschaft für die Fliegerei und machte 1975 seinen Helikopter-Pilotenschein und 1977 seinen Flugzeug-Pilotenschein (Brevetto e licenza di pilota civile 2° grado (Turismo internazionale)). Später erwarb er auch Fluglizenzen für die Schweiz und die USA. 1981 gründete er die Fluggesellschaft Mistral Air, welche er später verkaufte.
In den 1980er Jahren drehte Bud Spencer weitere Filme, unter anderem Banana Joe (1982), für den er auch das Drehbuch schrieb. Auch mit Terence Hill stand er wieder vor der Kamera, wie z. B. in Zwei Asse trumpfen auf (Chi trova un amico, trova un tesoro, 1981), Zwei bärenstarke Typen (Nati con la camicia, 1983), Vier Fäuste gegen Rio (Double Trouble, 1984) und Die Miami Cops (Miami Supercops, 1985). 1988 war Bud Spencer zum ersten Mal in einer Fernsehserie zu sehen: Jack Clementi – Anruf genügt (Il Professore, 1988-1989), auch hierfür arbeitete er wieder am Drehbuch mit.
Auch in den 90er Jahren war er weiterhin im Fernsehen mit der in Italien sehr erfolgreichen Serie Zwei Supertypen in Miami (Extralarge, 1990–1993) an der Seite von Philip Michael Thomas aus Miami Vice und später Michael Winslow aus Police Academy zu sehen. Das Drehbuch hierfür schrieb sein Sohn Giuseppe. Mit Terence Hill zusammen stand er nach zehnjähriger Pause 1994 wieder für Die Troublemaker (Botte di Natale) vor der Kamera. Bud Spencer und Philip Michael Thomas drehten auch die sechsteilige Serie 2 Engel mit 4 Fäusten.
Danach übernahm er hauptsächlich kleinere Rollen, die mit dem Prügelgenre nichts zu tun hatten. Es wurde ruhiger um Bud Spencer. Nach weiteren kleinen und ernsten Rollen war seine bislang letzte Filmrolle im Autorenfilm Father Hope (Padre Speranza, 2005).
Im März 2003 brachte Carlo Pedersoli seine erste eigene CD mit neapolitanischen Liedern heraus, die er selbst komponiert und gesungen hat.
Im April 2005 kandidierte Pedersoli bei den italienischen Regionalwahlen für ein Regierungsamt im Latium, der zentralen Region um Rom. Wie viele andere Kandidaten der Forza Italia wurde er aufgrund des unerwartet schlechten Abschneidens der Partei von Silvio Berlusconi nicht gewählt.
Anfang 2006 hat Terence Hill erwähnt, mit seinem Langzeitpartner Bud Spencer noch einen Film drehen zu wollen. Anfang 2008 bestätigte Pedersoli in einem Exklusiv-Interview mit dem Fernsehsender Tele5, dass ein Film mit seinem langjährigen Filmpartner Terence Hill geplant sei. Bei dem neuen Film soll es sich um eine Variante von Dr. Jekyll und Mr. Hyde handeln. „Die Grundidee ist, dass Terence Hill und ich als Jekyll und Hyde im Gefängnis sitzen. Ein Arzt erfindet eine Pille für das Gute und eine für das Schlechte. Doch dem Arzt kommen die Pillen abhanden und unsere Charaktere vermischen sich ...“, verrät Spencer.
Nach fünfjähriger Drehpause kehrt Bud Spencer, aus finanziellen Gründen, an seinem 78. Geburtstag ins Filmgeschäft zurück. In dem deutschen Agentenparodie Mord ist mein Geschäft, Liebling übernahm er an der Seite mit Nora Tschirner, Rick Kavanian und Christian Tramitz eine Rolle. Der Kinofilm wurde sowohl in Berlin, als auch in Italien gedreht. Bei einem Interview zur Filmpremiere in München gab er an, dass er zwar mit seinen Filmen in den 70er und 80er Jahren viel Geld verdient habe, aber aufgrund privater Probleme sei davon nichts mehr übrig.
Um die Person Bud Spencer gibt es viele Gerüchte und Moderne Sagen: So soll er mit 22 Jahren an den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki teilgenommen und eine Silbermedaille im Freistil errungen haben. Bud Spencer hatte zwar in der Disziplin 100 m Freistil teilgenommen, schied aber im Halbfinale als Fünfter aus. Des Weiteren berichten einige Quellen, dass er bei Olympischen Spielen und bei Europameisterschaften Teil des italienischen Wasserballteams gewesen sei, was sich allerdings durch die Teilnehmerlisten der Teams widerlegen lässt.
Ein weiteres Gerücht ist auch, dass Bud Spencer sein Jurastudium nicht beendet haben soll und somit nicht den Titel des Doktors der Rechtswissenschaften tragen dürfe. Die meisten Quellen geben aber an, er habe erfolgreich zum Doktor promoviert. Dies bestätigte Spencer 2005 in einem Interview mit dem deutschen Nachrichtensender n-tv.
Deutscher Synchronsprecher von Bud Spencer in vielen Filmen war Wolfgang Hess, der neben Arnold Marquis wohl die meisten Bud-Spencer-Filme synchronisiert haben dürfte. Einige jüngere Filmtitel (ab 1997) wurden bisher nicht übersetzt bzw. synchronisiert.
Synchronsprecher
Synchronsprecher sind entweder Schauspieler oder sonstige freiberufliche Sprecher, die ihre Stimme einsetzen, um fremdsprachige Filme in die Zielsprache zu übertragen oder Filme, die naturgemäß keine Stimmen enthalten (wie zum Beispiel Zeichentrickfilme) mit Sprache zu versehen. Gelegentlich ist es auch in der Originalsprache nötig, einzelne Szenen nachzusynchronisieren, wenn beispielsweise in einer Supertotalen keine Möglichkeit besteht, die Tontechnik optimal zu postieren (siehe Automatic Dialogue Recording (ADR) oder Additional Dialogue Recording). Auch nicht-fremdsprachige Werbespots werden zumeist synchronisiert.
In Einzelfällen wurde es für notwendig erachtet, Schauspieler auch in ihrer Muttersprache durch Kollegen nachsynchronisieren zu lassen. Udo Kier beispielsweise wurde seines starken rheinischen Dialektes wegen in zahlreichen deutschen Filmproduktionen synchronisiert. Andere Schauspieler - etwa Christopher Lee - nahmen mitunter große Mühen auf sich, um fremdsprachliche Barrieren zu überbrücken und ihre Rollen auch in ihnen fremden Sprachen zu synchronisieren.
Bei Übersetzungen ist die Zuordnung von Schauspielern und Synchronsprechern häufig fest und hat einen hohen Wiedererkennungswert. Die Synchronsprecher selbst sind dagegen meistens unbekannt (und werden auch im Abspann von Serien und Filmen nur selten genannt).
Im Gegensatz dazu genießen etwa in Japan viele Seiyū von Anime (japanischer Zeichentrick) Kultstatus.
Durch die Synchronisation in einer anderen Sprache können Menschen, denen das Verständnis der jeweiligen Originalsprache fehlt, auf natürliche Weise dem Geschehen folgen. Für Leseschwache, die der Originalsprache nicht mächtig sind, ist die Synchronfassung unumgänglich.
Bei der Arbeit haben die Synchronsprecher sowohl auf Lippensynchronität als auch auf den wirkungsvollen Ausdruck zu achten. Das Dialogbuch, das als Grundlage der Synchronfassung dient, orientiert sich in aller Regel an der Originalfassung, kann aber auch davon abweichen. Die Synchronsprecher haben dann die Aufgabe, die untergeschobene Aussage mit der filmischen Vorlage zu verbinden. Seltene Beispiele für eine (absichtlich) stark vom Original abweichende Synchronisation sind die Serie Die Zwei (Roger Moore und Tony Curtis) oder einige Filme des Schauspielerduos Bud Spencer und Terence Hill, die erst in der deutschen Fassung durch den Sprachwitz zu großen Erfolgen wurden - aus diesem Grund allerdings auch nur im deutschsprachigen Raum.
Die Arbeit der Synchronsprecher ist kaum vergleichbar mit der Arbeit am Set. Die Sprecher müssen die Authentizität des stimmlichen Ausdrucks bewahren, ohne ihren Körper einsetzen zu können. Starke Bewegungen sind vor dem Mikrofon zum Beispiel kaum möglich, weil sie zu Tonproblemen und Nebengeräuschen führen können. Schauspielerisches Können ist jedoch eine Grundvoraussetzung, deswegen sind auch viele deutschsprachige Schauspieler gleichzeitig vielbeschäftigte Synchronsprecher.
In bestimmten Fällen, z. B. bei Dokumentarfilmen, ist eine Synchronfassung zu teuer oder führt zu nicht authentischen Ergebnissen. Bei Filmen mit einem kleineren Zielpublikum lohnt sich eine Synchronisation oft finanziell nicht. In diesen Fällen wird mit Untertiteln in der Zielsprache gearbeitet, die eine verkürzte Textfassung am unteren Rand einblendet (OmU - Originalfassung mit Untertitel). Mitunter werden auch beide Varianten gemischt, so dass synchronisierte Szenen sich mit untertitelten abwechseln.
Da untertitelte Filme in Deutschland sehr wenig Zustimmung bekommen, werden Filme für ein kleineres Publikum oft mit einer einfacheren Synchronisation belegt. Dabei wird nicht so viel Wert auf genaue Lippensynchronität gelegt. Zudem wird der Text oft nur abgelesen, ohne den Text schauspielerisch passend zur Szene vorzutragen. Dadurch kann die Synchronisation wesentlich schneller und kostengünstiger erfolgen, die Qualität des Endergebnisses ist dafür schlechter.
Synchronsprecher und -studios sind in Deutschland überwiegend in Berlin und München ansässig, in deutlich geringerer Zahl auch in Hamburg, in Köln und in Stuttgart.
In Hong Kong, Japan und anderen asiatischen Ländern gibt es auch englische Synchronsprecher, die meistens für die internationale Vermarktung eines Filmes genutzt werden. Auch in den USA, Frankreich, Italien, Spanien und anderen Ländern gibt es Synchronsprecher, in den USA jedoch meistens für Anime und Cartoons.
Auch Werbespots für Kino und Fernsehen werden meistens synchronisiert, selbst wenn sie nicht fremdsprachig sind. Häufig haben die Darsteller keine Sprechausbildung oder eine Stimme, die aus Sicht der Produzenten nicht zur Person oder zum beworbenen Produkt passt. Aber selbst professionelle Schauspieler und Prominente synchronisieren sich für Werbespots häufig selbst, weil eine später separat aufgenommene Stimme häufig direkter und klangvoller wirkt. Zudem kann man sich bei den Filmaufnahmen ausschließlich auf das Bild und bei der Synchronisierung voll und ganz auf die Stimme konzentrieren und gelangt schneller zu akzeptablen Ergebnissen. Gelegentlich steht auch zum Zeitpunkt der Filmaufnahme der endgültige Text noch nicht fest bzw. werden Textänderungen erst im Synchronstudio erarbeitet.
Vier Fäuste für ein Halleluja
Vier Fäuste für ein Halleluja (Originaltitel: …continuavano a chiamarlo Trinità) ist eine Westernparodie mit Bud Spencer und Terence Hill und eine Fortsetzung von Die rechte und die linke Hand des Teufels (Lo chiamavano Trinità). Er gilt als einer der besten Filme des Duos und wurde 1972 gedreht. In der DDR trug der Film den Titel Der Kleine und der müde Joe.
Bambi ist ein Pferdedieb, der von seinem Vater den Auftrag bekommt, seinen ungeliebten Bruder Trinity ebenfalls zum Pferdedieb auszubilden. Trinity allerdings soll nur auf seinen Bruder aufpassen und versucht, wann immer möglich, die Bestrebungen Bambis zu durchkreuzen.
Der erste „Überfall“ auf einen Planwagen einer Familie endet daher auch damit, dass die Siedlerfamilie Geld dafür erhält, ihr krankes Baby zu einem Arzt zu bringen. Diese Familie erscheint im Laufe des Films immer wieder. Stets erhalten sie (finanzielle) Hilfe von den beiden Brüdern.
Während des ersten Besuches in der Stadt machen Bambi und Trinity Bekanntschaft mit dem fiesen Verbrecher Parker. Dabei zeigt Trinity im Saloon seine Falschspieler- und Revolvertricks. Da man sie zunächst für Geheimagenten der Regierung hält, versucht Parker sie zu bestechen, worauf sie zum Schein eingehen. Nach einem edlen Mahl im teuersten Restaurant der Stadt will Bambi seinem Bruder beibringen, wie man eine Postkutsche ausraubt. Dafür muss Trinity das Ziel der Postkutsche auskundschaften und ist einen Tag lang unterwegs. Statt jedoch den Raub vorzubereiten, trifft er sich mit der Tochter der Siedlerfamilie in einer Mission, wo er zufällig Zeuge seltsamer Vorgänge wird: Die Missionare müssen eine große Menge Geld für Parker verstecken, dessen Männer sich zudem als Missionare verkleidet haben.
Am Tag des geplanten Überfalls fährt Bambi zum Schein mit der Kutsche mit, um als Verfolger glänzen zu können, während Trinity die Kutsche als maskierter Dieb ausrauben soll. Trinity denkt jedoch nicht daran und raubt stattdessen nur Bambi aus, während er die anderen Fahrgäste in Ruhe lässt.
Trinity reitet danach zur Mission, wohin ihm Bambi später folgt. Aus früheren Berichten einiger Mexikaner wissen sie, dass die Absolution der Mönche nach der Beichte auch schon mal mit Fäusten erteilt wird. Daher legt Bambi eine Beichte ab und erfährt so von Parkers Machenschaften. Da Bambi sich das Geld von Parker unter den Nagel reißen will, verteidigt er die Mission zusammen mit Trinity vor Parkers Leuten und besiegt sie schließlich. Allerdings muss er seinen neuen Besitz wieder abgeben, da nun echte Regierungsbeamte Parker festnehmen und er nicht als Dieb erkannt werden will.
Der Film kam 1972 zunächst in einer anderen Fassung ins Kino, als man den Film heute kennt. Diese Fassung wurde vom gleichen Team wie Die rechte und die linke Hand des Teufels (Hartmut Reck für Terence Hill und Wolfgang Hess für Bud Spencer) gesprochen und enthielt auch die aus dem Vorgänger bekannten Namen Der müde Joe und Der Kleine für die beiden Protagonisten. Diese Version wurde als Bonus-DVD einer Compilation veröffentlicht, da die Mutterkopie dieser Film-Fassung verschollen ist, musste der Verleiher auf eine Kino-Kopie zurückgreifen, die unter anderem Laufspuren aufweist.
Anfang der 80er wurde der Film im Zuge des großen Bekanntheitsgrads des Duos Spencer/Hill neu synchronisiert. Diese – uns heute bekannte – Fassung bietet mehr Klamauk und wurde deutlich gekürzt. Zudem wurden die Namen der Hauptfiguren denen aus dem italienischen Original angenähert: Trinity (Original: Trinità) und Bambi (Bambino).
Wie Bud Spencer in einem Interview erzählte, gibt es von den Italo-Western von Terence Hill/Bud Spencer keine Originalsprache. Grund war, dass es meist keine gemeinsame Sprache am Set gab, einige Schauspieler konnten nur italienisch, andere nur spanisch oder englisch. Die eigentlich italienischen Filme mussten also selbst für das italienische Publikum extra neu synchronisiert werden.
Die Nebenrollen von Vier Fäuste für ein Halleluja sind überwiegend mit den gleichen Schauspielern besetzt wie alle anderen Filme des Duos.
Der Film erschien bei e-m-s new media auf DVD.
Terence Hill
Terence Hill (* 29. März 1939 in Venedig; bürgerlich Mario Girotti) ist ein italienischer Schauspieler, Filmproduzent, Drehbuchautor und Regisseur italienisch-deutscher Abstammung. Zusammen mit seinem Partner Bud Spencer bildete er jahrelang eines der erfolgreichsten Filmkomiker-Duos.
Terence Hill wurde am 29. März 1939 als Mario Girotti in Venedig als Sohn eines Italieners und einer Deutschen geboren. 1943 zog die Familie nach Lommatzsch bei Dresden, wo er den restlichen Teil seiner Vorschulzeit (1943–1945) verbrachte. Dort erlebte der damals fünfjährige Mario mit seiner Familie die Luftangriffe auf Dresden mit. Er und seine Familie kamen dabei nicht zu Schaden. Nach Kriegsende zog die Familie endgültig in die italienische Heimat des Vaters, eines Chemikers. 1995 besuchte er nach der deutschen Wiedervereinigung erstmals seit fünfzig Jahren wieder die Stätten seiner Kindheit in Lommatzsch. Bis zu seinem sechsten Lebensjahr sprach Hill ausschließlich deutsch und bezeichnet Deutsch als seine Muttersprache. Noch heute spricht er die Sprache fließend.
Seinen ersten Filmauftritt absolvierte Hill 1951 in Vacanze col gangster mit zwölf Jahren und ging mit 15 Jahren für zwei Jahre zur Schauspielschule.
Bis in die späten 1980er Jahre trat er regelmäßig als Filmschauspieler auf und ist seit den 1990er Jahren vorwiegend im Fernsehen tätig.
Zu seinen Hobbys zählte u. a. das Schwimmen. Terence gewann mit seiner Mannschaft Lazio, zu der auch sein späterer Schauspielpartner Bud Spencer zählte, eine Bronzemedaille bei den italienischen Jugendmeisterschaften. Später gewann er auch noch eine Silbermedaille im Rudern mit seinem Verein Tevere Roma. Terence Hill wurde im Alter von zwölf Jahren beim Schwimmen vom Regisseur Dino Risi entdeckt, der ihn in Vacanze col gangster (Holiday for Gangsters, 1951) einsetzte. Hill drehte weiter in kleineren Filmen, um sich sein Studium und sein Motorrad-Hobby leisten zu können. Nach drei Jahren eines Studiums der Literatur an der Universität in Rom beschloss Hill, sich ganz auf das Schauspielern zu verlegen.
Nach verschiedenen Monumentalfilmen, unter anderem in Luchino Viscontis Der Leopard (an der Seite von Claudia Cardinale und Burt Lancaster), wurde der blauäugige Hill dann, noch als Mario Girotti, für die deutschen Karl-May-Filme verpflichtet. In Winnetou II durfte er als Lt. Robert Merril Winnetous Liebe Ribanna heiraten. Drei weitere Karl-May-Filme folgten. Nachdem er dann 1966 auch in Die Nibelungen mitspielte, fand ab 1967 ein Genrewechsel zum Italo-Western statt. Seine Ähnlichkeit mit dem populären Django-Darsteller Franco Nero verschaffte ihm 1968 die Hauptrolle in einem Django-Film.
Während der Dreharbeiten zu „Gott vergibt … wir beide nie“ (Dio perdona... Io no!) (1967) in Almería, Spanien heiratete Girotti zwei Monate nach dem ersten Kennenlernen die bayerischstämmige Amerikanerin Lori Zwicklbauer, die die Dialogtrainerin für diesen Film war. Gleichzeitig sollte er seinen Namen für diesen Film ändern: „Ich bekam eine Liste mit 20 Namen und 24 Stunden Zeit, einen davon auszuwählen. Ich entschied mich für Terence Hill, weil mir der Name gefiel und er die selben Initialen wie der Name meiner Mutter hat“, nämlich Hildegard Thieme; um sich den aufkommenden Feminismus zunutze zu machen, wurde behauptet, er habe ungewöhnlicherweise den Namen seiner Frau angenommen, was nicht der Fall war (ihr Name lautet bis heute Zwicklbauer-Hill).
Auch seine außergewöhnlich stahlblauen Augen halfen Terence Hill bei seiner Schauspielkarriere. Oft wurde sogar vermutet, er habe Kontaktlinsen getragen (und seine Augen seien braun), was er in seinen Interviews oft verneint hat.
1967 war Hill in Gott vergibt … wir beide nie erstmals an der Seite seines langjährigen Schauspielpartners Bud Spencer zu sehen. Giuseppe Colizzi, der Regisseur des Films, setzte das Duo auch in Vier für ein Ave Maria (1968) und Hügel der blutigen Stiefel (1969) ein. Diese ersten Filme mit Spencer und Hill waren noch harte, zeittypische Italo-Western mit wenig Humor. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass die beiden Darsteller als Komödiantenduo sehr effektiv waren. Der drahtige, trickreiche Hill und der korpulente, bärbeißige Spencer ergänzten sich hier in optischer wie charakterlicher Hinsicht perfekt. Nachdem das Duo in lustigen Filmen populär geworden war, wurden ihre frühen Italo-Western teils mit neuen, komödiantischen Synchronisationen wieder im Kino verwertet.
Mit dem parodistischen Western Die rechte und die linke Hand des Teufels konnte die beiden Schauspieler unter der Regie von Enzo Barboni (alias E. B. Clucher) 1970 einen großen Erfolg verbuchen, der im Jahr darauf durch Vier Fäuste für ein Halleluja noch übertroffen wurde. Der sensationelle Erfolg dieser Westernparodie (Regie: ebenfalls Enzo Barboni), die allein in Deutschland 12 Millionen Zuschauer anzog, etablierte Spencer und Hill als erfolgreichstes Komikerduo der 1970er Jahre. Während dieser Dekade traten die beiden Darsteller zusammen in neun Filmen auf, die alle nach dem gleichen Erfolgsrezept hergestellt wurden. Die beiden Stars waren als gutmütige, doch schlagkräftige Abenteurertypen zu sehen, die sich durch flapsige Sprüche hervortaten. Die obligatorischen Prügelszenen waren unblutig und parodistisch überzeichnet. In Filmen wie Freibeuter der Meere (1971), Zwei Missionare (1974), Das Krokodil und sein Nilpferd (1979) oder Zwei bärenstarke Typen (1983) konnten Spencer und Hill regelmäßig große Erfolge verbuchen. Erst Mitte der 1980er Jahre hatte sich das Erfolgsrezept verbraucht. Nach einer zehnjährigen Pause waren die beiden Darsteller 1994 in „Die Troublemaker“ wieder gemeinsam auf der Leinwand zu sehen, konnten aber nicht mehr an frühere Erfolge anknüpfen. Im März 2008 bestätigte Hills langjähriger Filmpartner Bud Spencer, dass ein weiterer gemeinsamer Film in Planung ist. Bislang wurde dieses Projekt aber noch nicht realisiert.
Seine wohl bekannteste Rolle spielte Terence Hill als Nobody in Mein Name ist Nobody (Il Mio nome è Nessuno, 1973) neben Hollywood-Altstar Henry Fonda. Zwei Jahre später erschien der Film Nobody ist der Größte (Un Genio, due compari, un pollo). Dieser wird in Deutschland als Fortsetzung zu Mein Name ist Nobody vermarktet, ist allerdings ein völlig eigenständiger Film. 1977 spielte Terence in der Komödie Mr. Billion und dem Kriegsfilm March or Die an der Seite von Gene Hackman und Catherine Deneuve.
Auch hinter der Kamera war Terence Hill aktiv. So führte er Regie in einigen seiner Filme wie Keiner haut wie Don Camillo (Don Camillo, 1983) oder auch Die Troublemaker (Botte di Natale, 1994), dem letzten gemeinsamen Film mit Bud Spencer. Für Renegade schrieb er das Drehbuch.
Seine deutsche Stimme wird ihm von Thomas Danneberg geliehen.
Sein leiblicher Sohn Jess Hill wurde 1969 geboren, als zweites Kind folgte sein 1973 geborener Adoptivsohn Ross Hill, der 1990 ums Leben kam.
Vier Fäuste gegen Rio
Vier Fäuste gegen Rio (Originaltitel: Non c'è due senza quattro) ist eine italienische Komödie aus dem Jahre 1984 mit dem schlagkräftigen Schaupielergespann Bud Spencer und Terence Hill.
Die beiden milliardenschweren Vettern Bastiano (Terence Hill) und Antonio Coimbra (Bud Spencer) sind zwei ausgebuffte Geschäftsleute, jedenfalls in einer Hinsicht: Sie wollen ein Riesengeschäft abschließen, allerdings müssen sie deswegen um ihr Leben fürchten, da ihre Konkurrenz anscheinend auch nicht vor Mord halt macht. Deshalb lassen sie sich von einer Doppelgänger-Agentur zwei Doubles aus den USA suchen: den Stuntman Elliot Vance (Terence Hill) und den Jazz-Saxophonisten Greg Wonder (Bud Spencer). Diese nehmen den Auftrag für je 1,5 Million Dollar an, wissen anfangs aber noch nicht, weshalb sie wirklich engagiert wurden. Dennoch können Elliot und Greg alle Situationen grandios meistern, da sie zwei schlagkräftige Draufgänger sind. Außerdem finden sie schnell Gefallen am Jet-Set-Leben. Dieses rufschädigende Verhalten lässt die peniblen Coimbras vorzeitig nach Rio zurückkehren; dabei geraten sie jedoch gemeinsam mit ihren Vertretern in die Schusslinie der Gangster, was bei mit Terence Hill und Bud Spencer gedrehten Filmen zur üblichen gigantischen Abschlußprügelei mit erfolgreichem Ausgang führt - sogar die wenig kampferprobten Milliardäre haben dabei ihre Erfolgserlebnisse.
Der Film erschien am 24. April 2003 bei e-m-s new media auf DVD.

