Bremen

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Geschrieben von robby 01/03/2009 @ 09:39

Tags : bremen, deutschland, sv werder bremen, 1. bundesliga, fussball, sport

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Werder Bremen

Bisher gewann Bremen viermal die Meisterschale

Der SV Werder Bremen ist ein traditionsreicher deutscher Sportverein mit über 34.000 Mitgliedern, dessen Lizenzspielerabteilung in den letzten Jahren national wie international zu den erfolgreichsten Mannschaften der Fußball-Bundesliga gehörte: Neben vier Deutschen Meisterschaften und fünf DFB-Pokal-Siegen steht ein Gewinn des Europapokals der Pokalsieger 1992 zu Buche. Der Club ist Gründungsmitglied der Bundesliga und gehörte dieser mit Ausnahme der Spielzeit 1980/81 durchgehend an.

Am 4. Februar 1899 als Fußballverein Werder von 1899 gegründet, bietet er heute neben Fußball Handball, Leichtathletik, Tischtennis, Turnspiele, Gymnastik und Schach an. Werder Bremen besteht nach der Ausgliederung profitorientierter und leistungssportlicher Abteilungen des Gesamtvereins am 27. Mai 2003 aus dem für den Amateursport zuständigen gemeinnützigen Sport-Verein Werder von 1899 e. V. und der unter anderem für den Profifußball verantwortlichen Werder Bremen GmbH & Co. KGaA.

Der Vereinsname ist vom an der Weser gelegenen Stadtwerder abgeleitet, auf dem sich das erste Trainings- und Spielgelände des Vereins befand. Das Wort Werder bezeichnet eine Flussinsel oder das Land, das von einem Fluss aufgeschwemmt wurde, wie der Peterswerder, auf dem sich das heutige Bremer Weserstadion befindet, in dem Werder Bremens Fußballprofis ihre Heimspiele austragen.

Am 4. Februar 1899 gründeten 16-jährige Schüler aus handelsbürgerlichen Kreisen mit dem Fußballverein Werder von 1899, einem reinen Fußballverein, den Vorläufer des heutigen SV Werder Bremen. Sie hatten bei einem Tauzieh-Wettbewerb einen Fußball gewonnen und mit diesem erstmalig am Stadtwerder gespielt, wodurch der Grundstein für den FV Werder Bremen und dessen Namen gesetzt wurde. Bereits im Dezember 1899 trat der FV Werder dem Verband Bremer Fußball-Vereine bei. In den ersten Jahren durften nur Männer Mitglied werden, die eine höhere Schulbildung nachweisen oder eine Zweidrittelmehrheit im Vorstand für sich gewinnen konnten. 1903 wurde der Verein mit drei Mannschaften erstmals in allen drei existierenden Spielklassen Bremer Meister und war 1905 der erste Bremer Klub, der Eintrittsgelder verlangte und sein Spielfeld einzäunte. Der FV Werder Bremen qualifizierte sich 1912 als einziger Bremer Verein für die neu gegründete Norddeutsche Verbandsliga, an der er ab 1913 teilnahm. Der Verein musste sich in dieser Zeit gegen nationalistische Tendenzen, vor allem aus der Turnerbewegung, zur Wehr setzen, die den Fußball für einen „Unsport“ und wegen seiner englischen Herkunft für „undeutsch“ hielten. Trotzdem wurde während des Ersten Weltkrieges der Spielbetrieb weitergeführt und 1916 erneut die Bremer Meisterschaft gewonnen.

Anders als einige andere Vereine überstand der FV Werder trotz vieler gefallener Mitglieder die Kriegsfolgen, was vor allem dem Engagement des damaligen Vorsitzenden Hans Jarburg zu verdanken war. Nach dem Krieg wurde mit der Neustrukturierung des Vereins begonnen. Ab 1919 durften auch Frauen Mitglieder werden; ein Jahr später erfolgte, dem Trend der damaligen Zeit entsprechend, die Erweiterung vom Fußball- zum Sportverein mit unter anderem einer Tennis-, Leichtathletik- Schach- und damals auch Baseball- und Cricketabteilung. Dem entspricht die im gleichen Jahr durchgeführte Umbenennung in Sportverein Werder Bremen von 1899, wobei Fußball weiterhin die wichtigste Sportart innerhalb des Vereins blieb. Waren die Mitgliederzahlen vor dem Ersten Weltkrieg nicht über die Grenze von 300 hinausgekommen, stieg die Anzahl jetzt zeitweilig auf über 1000.

Als erster Bremer Verein engagierte er 1922 mit dem Ungarn Franz Konya einen professionellen hauptberuflichen Trainer, der aus dem Sportlehrerfond finanziert wurde. Die damalige Hyperinflation und Werders daraus resultierenden Finanzprobleme resultierten in der baldigen Trennung. 1924 kehrte Konya zurück an die Weser. Ab 1921 spielte Werder in der Westkreisliga, der damals höchsten Spielklasse. In der ersten Saison wurde zunächst nur der siebte von acht Plätzen belegt. Als die Liga in der nächsten Spielzeit in die Staffeln Weser und Jade unterteilt wurde, erreichte Werder in letzterer den ersten Rang und wurde nach einem 5:0-Sieg im Entscheidungsspiel gegen den VfB Oldenburg Meister der Westkreisliga. In der Qualifikation zur Endrunde um die inoffizielle Norddeutsche Meisterschaft schied der Verein gegen Arminia Hannover aus. Ab der Saison 1924/25 wechselte Werder in die Staffel Weser, in der er 1926 Erster wurde, aber im Entscheidungsspiel gegen den Bremer SV mit 1:6 verlor. Im nächsten Jahr wurde nach einer Endspielniederlage gegen Komet Bremen erneut die Vizemeisterschaft der Westkreisliga erreicht. Auch 1928 unterlag Werder, nun wieder in der Staffel Jade antretend, diesem Verein im Endspiel. Nachdem die Saison 1928/29 ausgefallen war, konnte Werder im nächsten Jahr die Oberliga Weser/Jade auf Platz vier abschließen. Im Achtelfinale der Endrunde um die Norddeutsche Meisterschaft schied der Verein 1931 gegen Altona 93 nach Verlängerung mit 2:3 aus und belegte zwei Jahre später nur den letzten von vier Plätzen. Da sich eine Professionalisierung des Fußballs andeutete, der bis dato reiner Amateursport gewesen war, verstärkte Werder Anfang der 1930er-Jahre seine Mannschaft mit einigen späteren Nationalspielern: 1933 kam Hans Tibulski nach Bremen und bei der Weltmeisterschaft 1934 im Spiel um Platz drei trug der im Januar des gleichen Jahres verpflichtete Matthias Heidemann als erster Bremer Spieler das Nationaltrikot.

Ein geeigneter Ort für die Spiele und zum Training war auch 1925, also zwei Jahre nach der Westkreisligameisterschaft, noch nicht gefunden, so dass der Verein mit dem Allgemeinen Bremer Turn- und Sportverein (ABTS) um den Bau eines Stadions am Weserufer konkurrierte, wobei sich der ABTS durchsetzte. Wie zu dieser Zeit auch mehrere andere Bremer Vereine trug Werder seit 1930 die meisten, später alle seine Heimspiele in der nun Weserstadion genannten ehemaligen ABTS-Kampfbahn aus, da sich der ABTS beim Bau finanziell übernommen hatte und das Stadion an den Sportverein Werder Bremen von 1899 verpachten musste.

Werders erste überregionale Erfolge fielen in die Zeit der nationalsozialistischen Diktatur, als die Bremer Kampfbahn (Weserstadion) oft für politische Propagandaveranstaltungen der Nationalsozialisten benutzt wurde. Unter Trainer Walter Hollstein wurde die neue Gaumeisterschaft Niedersachsen 1934, 1936, 1937 und 1942 gewonnen. Im Jahr 1935 wurde in der Gauliga Niedersachsen, wie auch 1943 in der Gauliga Weser-Ems die Vizemeisterschaft erreicht. Der machtzentrierte Aufbau des damaligen Staatsapparates spiegelte sich auch in der Vereinsführung wider: In dieser Zeit besaß ein Einzelner alle Machtbefugnisse. Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges musste der Spielbetrieb eingestellt werden. Am 10. November 1945 wurde der Sportverein Werder Bremen von 1899 aufgelöst und nach einer Fusion mit den 1933 verbotenen Vereinen TV Vorwärts Bremen und Freie Schwimmer 1910 Bremen der Turn- und Sportverein TuS Werder 1945 Bremen wiedergegründet. 1946 wurde mit SV Grün-Weiß 1899 Bremen erneut ein anderer Vereinsname angenommen. Die Vorgaben der damaligen amerikanischen Besatzungsmacht verboten das Weiterbestehen oder die Neugründungen von Vereinen, die es bereits während des Dritten Reiches gegeben hatte. Der spätere Vereinspräsident Hansi Wolff und andere trafen sich deshalb heimlich, um den Spielbetrieb möglichst schnell wieder aufzunehmen. Der neue Name wurde dem Verein einen Monat später ebenfalls verboten, da durch die enthaltene Jahreszahl dessen Tradition deutlich wurde, so dass am 28. März 1946 eine weitere Umbenennung, diesmal in SV Werder Bremen erforderlich wurde. Im gleichen Jahr wurden der Spielbetrieb in Bremen wieder aufgenommen und Werder gewann die Bremer Stadtmeisterschaft (siehe: Bezirksmeisterschaftsliga (britische Zone)) sowie ein Jahr später die Niedersachsenmeisterschaft.

Zu den heute noch bekannten Spielern der 1930er- und 1940er-Jahre gehören Vereinsangaben nach neben Heidemann, Ziolkewitz, Tibulski, Scharmann und Hundt.

Nachdem mit den Oberligen Süd und Südwest bereits 1945 erste regional unterteilte Oberligen gegründet worden waren, setzte sich diese Entwicklung bis 1947 in ganz Westdeutschland durch. Werder Bremen gehörte von 1947 bis 1963 der Oberliga Nord an, in der eine inoffizielle norddeutsche Meisterschaft ausgespielt wurde und deren erfolgreichste Mannschaften sich für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft qualifizierten. Dort trat man unter anderem gegen den FC St. Pauli und Hannover 96 an. Werder Bremen stand deutlich im Schatten des Hamburger SV, der die Oberliga in 15 von 16 Jahren gewann, und hatte zunächst Mühe, sich gegen Lokalrivalen wie den Bremer SV oder TuS Bremerhaven 93 zu behaupten. Werders Situation verbesserte sich mit der Verpflichtung des zwischen 1958 und 1963 tätigen Trainers Georg Knöpfle, eines ehemaligen A-Nationalspielers, der sich durch seine Teilnahme an den Olympischen Spielen 1936 in Berlin einen guten Ruf verschafft hatte. Auch die Mannschaft wurde verstärkt: Es gelang Werder 1958 neben Helmut Schimeczek nach einem langen Streit mit dem HSV auch den späteren Nationalspieler und Spielmacher Willi Schröder für sich zu gewinnen. Der Versuch des HSV, diesen mit einem verbotenen Handgeld in Höhe von 15.000 Deutschen Mark zu überzeugen, war aufgeflogen. Auch die 1961 erfolgte Verpflichtung der Schalker Willi Soya und Helmut Jagielski erwies sich als positiv. So gelang es Werder in den letzten fünf Spielzeiten der Oberliga, sich hinter dem HSV als zweiterfolgreichste Mannschaft des Nordens zu etablieren: Von 1959 bis 1963 wurde die Mannschaft durchgehend Vizemeister der Oberliga Nord und konnte sich dadurch neben dem HSV und Eintracht Braunschweig als eine von drei norddeutschen Mannschaften für die neu gegründete Fußball-Bundesliga qualifizieren. Während der Bremer SV aus der Liga abgestiegen war, trennten Werder in der letzten Oberligasaison nur noch zwei Punkte vom Serienmeister HSV. Sportlicher Höhepunkt der Oberligazeit war der Gewinn des DFB-Pokals 1961 mit einem 2:0 im Endspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern durch Tore von Schröder und Jagielski.

Im Europapokal der Pokalsieger konnte im folgenden Jahr zwar der dänische Aarhus GF im Hin- und Rückspiel besiegt werden, aber im Viertelfinale schied Werder Bremen gegen den dritten Gegner Atletico Madrid aus.

Weil der Verein in dieser Zeit oftmals gegen starke Gegner gewann, aber bei schwachen unterlag, wurde er damals auch „die Sphinx des Nordens“ genannt. Das Einkommen von Fußballspielern war damals wegen einer vorgegebenen Höchstgrenze von 320 Deutschen Mark für die Bestreitung des Lebensunterhalts nicht ausreichend. Deshalb arbeiteten viele Bremer Spieler zusätzlich bei einem amerikanischen Unternehmen aus der Tabakbranche, das auch den Verein finanziell unterstützte. Die Mannschaft wurde in dieser Zeit deshalb oft als Texas-Elf bezeichnet.

Namhafte Spielerpersönlichkeiten der Oberligazeit des SV Werder waren nach Vereinsangaben Pico Schütz, Horst Gemhard, Richard Ackerschott, Horst Stange, Max Lorenz, Willi Schröder und Torwart Dragomir Ilic. Zu nennen sind auch Willi Soya und Helmut Jagielski.

Der SV Werder war 1963 einer der Gründungsvereine der Fußball-Bundesliga. In der ersten Saison musste der eigentlich schon nicht mehr aktive ehemalige Stammtorhüter Dragomir Ilic kurzzeitig reaktiviert werden, da sich noch vor Saisonbeginn nacheinander die ersten sechs Torhüter verletzten. Nachdem diese Spielzeit im ungefährdeten Mittelfeld auf Platz zehn abgeschlossen worden war, konnte in der Saison 1964/65, also dem Jahr, in dem sich die Gründung der Stadt Bremen zum 1000. Mal jährte, „völlig überraschend“ erstmals die Deutsche Meisterschaft erreicht werden. Die am 17. Spieltag erklommene Tabellenspitze wurde bis zum Saisonende nicht mehr abgegeben. Dies war der „Mannschaft ohne Stars“ durch gut integrierte Neuzugänge wie Horst-Dieter Höttges, dem Nationalspieler Heinz Steinmann und Klaus Matischak möglich.

Das folgende Jahr konnte auf Platz vier, die Saison 1966/67 nur noch auf Platz 16, vier Punkte vor den Abstiegsrängen, abgeschlossen werden. Obwohl 1967/68 nach einem Marsch von Platz 18 bis auf den zweiten Tabellenplatz die Vize-Meisterschaft errungen werden konnte, gelang es Werder Bremen nicht, sich dauerhaft unter den Spitzenvereinen der Bundesliga zu etablieren. Erfolgreichen Jahren folgten immer wieder enttäuschende Platzierungen im grauen Mittelfeld oder sogar nahe den Abstiegsrängen.

Im Spiel beim Tabellenführer Borussia Mönchengladbach am 3. April 1971 kam es zu einer in der Bundesligageschichte einmaligen Situation: kurz vor Schluss beim Spielstand von 1:1 fielen zwei Spieler bei einer Torszene in das Netz des Bremer Tores, wobei einer der damals noch hölzernen Pfosten durchbrach und das Tor einstürzte. Nachdem die Bremer sich im Gegensatz zu den Mönchengladbachern und deren Ordnern, die aufgrund des Spielstands auf ein Wiederholungsspiel hofften, vergeblich bemüht hatten, das Tor wieder aufzurichten, um den erreichten Spielstand zu retten, brach der Schiedsrichter das Spiel ab. Bremen erhielt nachträglich beide Punkte, da Gladbach kein Ersatztor bereitgehalten hatte.

Die ersten Bundesligajahre wurden neben den bereits genannten durch Spielerpersönlichkeiten wie Pico Schütz, Günter Bernard, Sepp Piontek oder Max Lorenz mitbestimmt.

Nachdem Werder in den drei Jahren zuvor ins Mittelmaß gesunken war, versuchte der Verein in der Saison 1971/72 in einem Kraftakt als so genannte „Millionenelf“ mit der finanziellen Unterstützung der Bremer Wirtschaft und der Stadt Bremen sowie Trikots in den Bremer Landesfarben Rot und Weiß an bessere Zeiten anzuknüpfen. Ohne klares Konzept und ohne Absprache zwischen Trainer und Vereinsführung wurden viele Stars aus der Bundesliga mittels hoher Gehaltsangebote an die Weser beordert. Ein Wechsel Günter Netzers kam nur deshalb nicht zustande, weil dieser zusätzlich die Übernahme der damaligen Stadionzeitschrift Werder-Echo forderte. Hintergrund dieser Käufe, unter denen Werder noch Jahre später finanziell litt und die sich in fast allen Fällen nie auszahlten, war die für die nächste Saison beschlossene Abschaffung der Transferhöchstgrenze von 100.000 Deutschen Mark, die in der Saison 1971/72 noch in den DFB-Statuten verankert war. Der Erfolg, den Werder hatte erzwingen wollen, trat nicht ein. In dieser Saison waren vier Trainer in Bremen tätig und am Ende einer Spielzeit, in der das nicht zueinander passende Starensemble nur in seltenen Ausnahmen glänzen konnte, stand ein enttäuschender elfter Platz.

Danach blieb Werder Bremen im Ligamittelmaß und zählte dauerhaft zu den so genannten „grauen Mäusen“, später auch immer wieder zu den Abstiegskandidaten der Liga. Der Fall in die Zweitklassigkeit konnte in der Saison 1974/75 mit einem Punkt Vorsprung auf Platz 16 noch knapp und in der darauf folgenden Spielzeit nur durch einen späten Trainerwechsel zu Gunsten Otto Rehhagels erreicht werden, nachdem die nun wieder Grün-Weißen am 29. Spieltag auf Platz 16 gerutscht waren. Doch nach der Spielzeit 1979/80 musste schließlich als Vorletzter der Gang in die 2. Bundesliga Nord angetreten werden. War die Heimbilanz mit zehn Siegen und zwei Unentschieden durchaus passabel, wurden neben einem Unentschieden und einem Sieg sämtliche Auswärtspartien verloren, davon zehn mit vier oder mehr Gegentoren. Schon in den kritischen Jahren zuvor hatte der Verein seinen Verbleib in der 1. Liga den im Weserstadion erzielten Punkten zu verdanken, die diesmal jedoch nicht ausreichten. In dieser Periode der ausbleibenden Erfolge kam es bei Werder von 1971 bis zum Abstieg 1980 zu neun Trainerwechseln. Einige Cheftrainer waren nur wenige Wochen oder Monate tätig.

Zu den wenigen bei Werder herausragenden Spielerpersönlichkeiten der Jahre vor dem Abstieg gehörten Per Røntved und Dieter Burdenski, der zum deutschen Aufgebot zur WM 1978 in Argentinien gehörte.

In der Saison 1980/81, der einzigen Zweitligaspielzeit von Werder Bremen, gelang unter Kuno Klötzer und Otto Rehhagel trotz eines Einbruchs bei den Zuschauerzahlen der direkte Wiederaufstieg. Dabei erzielte Werder mit 30 Siegen, acht Unentschieden und nur vier Niederlagen einen Rekord in der Zweitligageschichte. Klötzer musste im März 1981 aus gesundheitlichen Gründen sein Traineramt niederlegen und wurde durch Rehhagel ersetzt. Dieser baute zusammen mit Manager Willi Lemke in den folgenden Jahren kontinuierlich eine starke Mannschaft auf und führte den Club zu dessen Glanzzeit in den 1980er- und frühen 1990er-Jahren. Werder wurde zum Hauptkonkurrenten des FC Bayern München und war zeitweise sogar erfolgreicher als dieser, womit die besondere gegenseitige Rivalität dieser Vereine ihren Anfang nahm. Im Spiel beider Mannschaften am 21. August 1982 gelang dem Werderaner Uwe Reinders das so genannte Einwurftor: Der Bayerntorhüter Jean-Marie Pfaff berührte als einziger Reinders kräftigen Einwurf, bevor der Ball die Torlinie passierte, so dass der Treffer zählte. Im gleichen Jahr verpflichtete Werder Rudi Völler, den Torschützenkönig der vorjährigen Zweitligasaison, als Ersatz für Erwin Kostedde. Der Verein hätte eigentlich die Verpflichtung Dieter Schatzschneiders vorgezogen und nahm Völler nur unter Vertrag, weil der Wunschspieler nicht zu bekommen war. Völler gelang es daraufhin als erstem Spieler in der Geschichte der Bundesliga, den Titel des Torschützenkönigs nach der Zweiten Liga anschließend in der Bundesliga ebenfalls zu erringen.

Zwischen 1982 und 1987 spielte Werder Bremen attraktiven Offensivfußball und erreichte sechsmal hintereinander einen Platz unter den ersten Fünf der Tabelle und damit die Teilnahme am UEFA-Pokal; allerdings blieb diese Zeit ohne bedeutenden Titelgewinn. Die Deutsche Meisterschaft wurde mehrfach knapp, 1982/83 und 1985/86 nur auf Grund des schlechteren Torverhältnisses verpasst, 1986 unter für den Verein „traumatischen“ Umständen: Am vorletzten Spieltag gegen Bayern München vergab Michael Kutzop in der 88. Minute nach „zweiminütigen“ Störmanövern per Pfostenschuss einen Handelfmeter, mit dem der Meistertitel hätte vorzeitig sichergestellt werden können. Die zweite Chance zur Meisterschaft verspielte Werder vier Tage später: Ein Unentschieden hätte dem einunddreißigmaligen Tabellenführer dieser Saison am letzten Spieltag in jedem Fall ausgereicht, doch Werder verlor gegen den in den Hinrunde mit 6:0 besiegten VfB Stuttgart und wurde aufgrund des gleichzeitigen Siegs der Bayern erneut nur Vizemeister. Kutzops Leistungen, der alle anderen seiner vierzig Elfmeter verwandelt hatte, wurden danach trotz der durch die Mannschaft vergebenen zweiten Chance oft auf diesen einen Fehlschuss reduziert.

Geprägt wurde diese Phase vor allem durch Rudi Völler, der bei Werder Bremen Nationalspieler, internationaler Star und 1983 Torschützenkönig wurde, aber auch durch Spieler wie Klaus Fichtel, Bruno Pezzey, Jonny Otten, Thomas Schaaf, Wolfgang Sidka, Benno Möhlmann, Norbert Meier, Frank Ordenewitz und Uwe Reinders.

Nachdem sich Werder in den Jahren zuvor in der Spitzengruppe der Bundesliga etablieren, allerdings keine Titel gewinnen konnte, wurden die nächsten, von Rehhagels „kontrollierter Offensive“ geprägten Jahre zu den titelreichsten der Vereinsgeschichte. Zwischen 1988 und 1995 war Werder Bremen die neben Bayern München erfolgreichste Mannschaft des deutschen Fußballs: In der Saison 1987/88 wurde mit den bis dato wenigsten Gegentoren der Bundesligageschichte* zum zweiten Mal die Deutsche Meisterschaft errungen. Garant hierfür war neben Torwart Oliver Reck die meist aus Rune Bratseth, Uli Borowka, Gunnar Sauer, Jonny Otten und Thomas Schaaf zusammengesetzte Abwehr sowie der Stürmer Karl-Heinz Riedle, der in der Rückrunde 14 Treffer in 17 Spielen erzielt hatte. 27 mal führte Werder die Tabelle an und stand bereits nach dem 31. Spieltag als Meister fest.

Im nächsten Jahr qualifizierte sich die Mannschaft als Tabellendritter für den UEFA-Pokal. In der dritten Runde traf Werder Bremen auf den SSC Neapel, der seinerzeit zu den besten Vereinen Europas gehörte und mit Nationalspielern wie Gianfranco Zola (Italien), Careca, Alemão und Diego Maradona hochkarätig besetzt war. Das Auswärtsspiel, das mit 3:2 gewonnen wurde und das anschließende Heimspiel, das Werder 5:1 gewann, gehören zu den besten Spielen Werders überhaupt. 1989, 1990 und 1991 wurde das Finale des DFB-Pokals erreicht, das aber nur 1991 im Elfmeterschießen gegen den 1. FC Köln gewonnen werden konnte.

Ein Jahr später wurde der neunte Platz in der erstmals durch ostdeutsche Teams aufgestockten Bundesliga durch den Gewinn des Europapokals der Pokalsieger in Lissabon und damit dem bedeutendsten internationalen Erfolg positiv überlagert. Dabei konnten unter anderem mit Galatasaray Istanbul, dem FC Brügge und schließlich im Finale dem AS Monaco mehrere renommierte Mannschaften besiegt werden. Klaus Allofs, Werders heutiger Geschäftsführer des Bereichs Fußball, schoss dabei kurz vor der Pause das 1:0.

In der Saison 1992/93 übernahm Werder erst am 33. Spieltag die Tabellenführung und konnte mit einem Punkt Vorsprung die Meisterschaft gewinnen. Vor allem Wynton Rufer im Sturm sowie der neu erworbene Spielmacher und spätere österreichische Rekordnationalspieler Andreas Herzog stachen positiv hervor. Für die folgende Saison qualifizierte sich Werder als erster deutscher Verein für die Gruppenphase der UEFA Champions League und schied dort hinter dem FC Porto und dem späteren Sieger AC Mailand aus.

Ein erneuter Gewinn des DFB-Pokals gelang 1994 mit einem ungefährdeten Finalsieg über den Zweitligisten Rot-Weiss Essen, wobei in diesem Jahr drei der vier Viertelfinalspiele durch Elfmeterschießen beendet und viele Bundesligisten von niederklassigen Mannschaften aus dem Wettbewerb geworfen worden waren.

Im letzten Jahr unter der Regie Rehhagels wurde die Meisterschaft durch ein 2:4 beim FC Schalke 04 am 32. und ein 1:3 beim FC Bayern München am letzten Spieltag verpasst.

Geprägt war diese Zeit neben den bereits erwähnten Spielern durch Dieter Eilts, Thomas Wolter, Mirko Votava, Günter Hermann, Frank Neubarth, und Marco Bode.

Nachdem Werder Bremen 1995 noch einmal Vizemeister geworden war und Rehhagel nach 14-jähriger Amtszeit den Verein verlassen hatte, waren die Zeiten der Titelgewinne und Erfolge in der Bundesliga zunächst vorbei. Es folgten mittelmäßige Platzierungen und mehrere Trainerwechsel (Aad de Mos, Dixie Dörner, Wolfgang Sidka). Die Saison 1998/99 markierte den Tiefpunkt: Nach einem missratenen Saisonbeginn lag Werder Bremen ebenso am Tabellenende wie kurz vor Saisonende, nachdem unter dem neuen Trainer Felix Magath nur vorübergehend eine Besserung eingetreten war.

Konsequenz dieser Situation war jedoch ein Früchte tragender Neuanfang: Das Vereinspräsidium mit Präsident Franz Böhmert, Vizepräsident Klaus-Dieter Fischer und Schatzmeister Manfred Müller, das seit vielen Jahren, im Falle Böhmerts fast 30, amtiert hatte, trat unter dem Eindruck der krisenhaften Entwicklung 1999 geschlossen zurück. Es machte damit den Weg für die spätere Umgestaltung des Vereins frei. Auch Manager Willi Lemke beendete vorerst seine Tätigkeit bei Werder, wobei sich die gesamte Führungsmannschaft Werders anschließend in neuen Funktionen des Vereins oder der GmbH und Co KGaA im Aufsichtsrat, im Vorstand oder in der Geschäftsführung wiederfand. Neuer Präsident und späterer Vorsitzender der Geschäftsführung wurde Jürgen L. Born. Vor den Rücktritten war die Trennung von Felix Magath beschlossen worden, nachdem das Heimspiel gegen den direkten Abstiegskonkurrenten Eintracht Frankfurt verloren worden war. In akuter Abstiegsgefahr wurde in der Trainerfrage auf eine vereinsinterne Kraft gesetzt und der als Coach der Amateure erfolgreiche Thomas Schaaf zunächst bis zum Saisonende zum Cheftrainer der Profis befördert. Seit 1972 im Verein war Schaaf Spieler in Werders titelreichster Zeit unter Rehhagel und hatte vorher noch keine Profimannschaft trainiert. Er, in dem die Medien und wohl auch der Verein zunächst nur eine Übergangslösung sahen, vermied mit drei Siegen in den letzten vier Spielen den Fall in die Zweitklassigkeit, der Werder in arge finanzielle Nöte gebracht hätte. Kurz nach der Rettung gelang Werder im DFB-Pokal-Finale gegen den FC Bayern München der Sieg im Elfmeterschießen. Schon durch den Finaleinzug qualifizierten sich die Grün-Weißen für den UEFA-Cup, da der FC Bayern München als Meister in die Champions League einzog.

Die nach diesen Erfolgen langfristig angelegte Verpflichtung Schaafs sollte der Grundstein für die Rückkehr in obere Tabellenregionen und das Erreichen weiterer Titel sein.

Auch in dieser Zeit verfügte Werder über gute Spieler, die aufgrund der Umstände jedoch meist nicht ihr Potenzial ausschöpfen konnten. Neben langjährigen Stammspielern wie Herzog, Eilts, Votava oder Bode sowie jungen Talenten, die später eine gute Entwicklung nehmen sollten, wie Frank Rost, Raphaël Wicky oder Torsten Frings sind hier Nationalspieler wie Hany Ramzy (Ägypten), Jurij Maximow (Ukraine), Mario Basler (Deutschland), Wladimir Bestschastnych (Russland) oder Rade Bogdanović (Serbien und Montenegro) zu nennen.

Seit der Verpflichtung des Trainer/Manager-Duos Thomas Schaaf und Klaus Allofs 1999 etablierte sich der Verein wieder nach und nach unter den deutschen Spitzenteams. Die Jahre 1999 bis 2003 waren vom gezielten Aufbau einer spielstarken, auf Offensive ausgerichteten Mannschaft geprägt. Sie spielte einen anspruchsvollen und attraktiven, auf direkten Ballstafetten basierenden Fußball. Phasenweise deutete Werder das Potenzial für eine Spitzenmannschaft an, etwa durch das Erreichen des DFB-Pokalfinals 2000 und der meisten Punkte aller Bundesligisten im Kalenderjahr 2001.

Nachhaltige Erfolge blieben aber, mit Ausnahme der UEFA-Cup-Qualifikation 2002, vorerst aus. Denn die Phase bis 2003 war zugleich von einem eklatanten Mangel an Kontinuität gekennzeichnet, was dazu führte, dass Werder Bremen nach einigen herausragenden Spielen und Ergebnissen meist gegen Saisonende einbrach und seine Chancen verspielte. Daraus resultierend konnten junge und vielversprechende Spieler oft nicht lange gehalten werden, nachdem sie erfolgreichere und finanzstärkere Vereine auf sich aufmerksam gemacht hatten. Andererseits profitierte Werder von den Erlösen aus den Verkäufen Wickys 2000, Rosts 2001 sowie Frings` und Pizarros 2002. Nach den Wechseln von Herzog und Wiedener 2001 verabschiedeten die Bremer mit Bode 2002 altersbedingt den letzten Verbliebenen der goldenen Ära unter Otto Rehhagel. In der Saison 2002/03 verfehlte Werder zwar als Tabellensechster die Teilnahme am UEFA-Cup, hatte sich aber durch den französischen Nationalspieler und Spielmacher Micoud verstärkt, der zu einer Schlüsselfigur werden sollte. Im Ligaspiel gegen Hansa Rostock am 31. März 2002 gelang es dem Bremer Rost mit dem 3:3 kurz vor Spielende als einziger Bundesligatorhüter neben Jens Lehmann ein Tor aus dem Spiel heraus zu erzielen. Am 27. Mai 2003 erfolgte die Ausgliederung der Profifußballmannschaft und der anderen leistungssportlich orientierten Mannschaften aus dem nun gemeinnützigen eingetragenen Verein in die Werder Bremen GmbH & Co. KGaA.

Die Saison 2003/04 begann zwar mit dem blamablen Ausscheiden gegen den ASKÖ Pasching im UI-Cup-Halbfinale denkbar ungünstig, wurde aber zur erfolgreichsten in der Vereinsgeschichte: Die punktuelle Ergänzung der talentierten und attraktiv spielenden Mannschaft mit erfahrenen und erfolgsorientierten Spielern wie Reinke, Davala und Ismaël führte überraschend dazu, dass sich Werder von Beginn an in der Spitzengruppe der Bundesliga hielt. Die am 16. Spieltag übernommene Tabellenführung wurde bis zum Saisonende nicht mehr abgegeben, der Vorsprung in der Rückrunde auf bis zu elf Punkte ausgebaut; 23 Spiele in Folge wurden nicht verloren. Mit dem 3:1-Sieg beim schärfsten Verfolger FC Bayern München sicherte sich das Team schon am 32. Spieltag mit der besten Auswärtsbilanz, die je ein Bundesligist erzielt hat, die Meisterschaft. Zudem wurde Werders brasilianischer Stürmer Aílton mit 28 Treffern Torschützenkönig der Liga.

Darüber hinaus gewann Werder mit einem 3:2 gegen Alemannia Aachen den DFB-Pokal und damit zum ersten Mal das Double, was in der Bundesligazeit bislang nur dem 1. FC Köln und dem FC Bayern München geglückt war.

In der Saison 2004/05 verpflichtete Werder nach dem Weggang von Aílton Miroslav Klose als dessen Nachfolger. Mit dem Erreichen des DFB-Pokal-Halbfinales sowie des dritten Platzes in der Bundesliga etablierte sich der Verein in der nationalen Spitze. In der Champions League setzte sich Werder in der Vorrunde als Gruppenzweiter unter anderem gegen den damals amtierenden UEFA-Cup-Sieger FC Valencia durch, verlor jedoch im Achtelfinale zweimal hoch gegen den französischen Serienmeister Olympique Lyon.

Diese insgesamt positive Entwicklung setzte sich in der darauffolgenden Saison 2005/06 fort, zu deren Auftakt Frings zu Werder zurückkehrte sowie mit Naldo ein neuer Innenverteidiger verpflichtet wurde. Der Verein wurde Vizemeister und stellte mit Klose den Torschützenkönig (25 Tore) sowie Top-Scorer. Im DFB-Pokal schied Bremen beim FC St. Pauli in einem wegen winterlicher Platzverhältnisse umstrittenen Viertelfinale aus. Die Champions League endete für Werder im Achtelfinale gegen Juventus Turin. Das Heimspiel hatte Werder durch späte Tore noch mit 3:2 gewonnen, doch ließ Bremens Torhüter Wiese im Rückspiel in der 88. Minute einen schon abgefangenen Ball wieder fallen, als er zur Zeitgewinnung eine Rolle vollführte, was im Tor zum 1:2 resultierte.

Nach dem Weggang des Spielmachers Micoud wurde dieser 2006/07 durch Diego ersetzt und die Mannschaft außerdem durch Almeida, Fritz, Mertesacker, Womé und Rosenberg verstärkt, womit Werder Bremen mehr als je zuvor investierte. Zum Saisonauftakt gewann Werder den Ligapokal und wurde Herbstmeister. Nach einer Schwächeperiode zu Beginn der Rückrunde, Verunsicherungen durch Wechselgerüchte um und eine Formkrise von Klose sowie Verletzungsproblemen endete die Saison nur auf Rang drei. In der „Todesgruppe“ der Champions League mit dem FC Chelsea und dem FC Barcelona schied Werder mit zehn Punkten aus sechs Spielen als bester Dritter aller Zeiten aus. Im UEFA-Cup-Wettbewerb kam das Aus erst im Halbfinale gegen Espanyol Barcelona.

Vor der Saison 2007/08 verließ Klose den Verein Richtung München. Neben dem Stürmer Boubacar Sanogo wurde nach einem monatelangen Transferpoker Carlos Alberto, der mit 7,8 Millionen Euro teuerste Einkauf der Vereinsgeschichte, verpflichtet, der die Erwartungen jedoch nicht erfüllen konnte. Trotz einer Verletzungsmisere war Bremen zum Ende der Hinrunde punktgleich mit Herbstmeister Bayern München. Am 8. Spieltag landete Werder dabei einen historischen 8:1-Heimsieg gegen Arminia Bielefeld. Eine sportliche Krise zu Beginn der Rückrunde kostete Werders Meisterchance, doch wurde Bremen durch eine Serie von acht Spielen ohne Niederlage zum Saisonende noch Vizemeister. Mit insgesamt zwanzig verschiedenen Spielern, die ein Tor erzielten, stellte das Team dabei einen neuen Bundesligarekord auf. In der Champions League erreichte Werder den dritten Vorrundenrang, schied aber im UEFA-Cup wie auch im DFB-Pokal schon im Achtelfinale aus.

Auch die Spiele gegen SK Brann (1998, Hinspiel 0:2, Rückspiel 4:0 n. V.) und Antalyaspor (2000, Hinspiel 0:2, Rückspiel 6:0) folgten diesem Muster.

Werders zweite Mannschaft spielt in der dritten Liga. Trainiert werden die Amateure seit 2002 vom langjährigen ehemaligen Werderprofi Thomas Wolter. Die größten Erfolge sind das Erreichen der Amateurmeisterschaften in den Jahren 1966, 1985 und 1991. Werder ist damit zusammen mit Hannover 96 und dem SC Jülich 1910 am häufigsten Amateurmeister geworden. Insgesamt 20 mal gewann Werders U-23 seit 1969 den Landespokal und qualifizierte sich damit für die erste DFB-Pokalhauptrunde. In dieser besiegte die Mannschaft 2007/08 überraschend den Aufstiegsanwärter 1. FC Köln nach einem Rückstand von 0:2 noch mit 4:2 nach Verlängerung. In der Saison 2006/07 spielte die U-23 lange gegen den Fall in die Viertklassigkeit und erreichte schließlich mit vier Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge den achten von neunzehn Tabellenplätzen. Während der Spielzeit 2007/08 wurde der 5. Platz erreicht, womit man sich als eine von drei 2. Mannschaften (neben Bayern München II und dem VfB Stuttgart II) für die neue dritte Liga qualifiziert hat. Die Spielstätte, Weserstadion Platz 11, soll dafür mit zusätzlichen Flutlichtmasten ausgerüstet werden. Ein Zweitligaaufstieg blieb trotz mehrmaligen Erreichens der dafür notwendigen Platzierungen in der Vergangenheit verwehrt, da nur eine Mannschaft pro Verein im bezahlten Fußball spielen darf.

Immer wieder schaffen Spieler aus der Jugend und der Amateurmannschaft den Sprung in die Profimannschaft. Der vereinsinterne Rekordtorschütze Marco Bode kam ebenso aus der Amateurmannschaft wie der spätere Europameister Dieter Eilts oder Thomas Schaaf. Von den heute aktiven Werderprofis kommt Hunt aus der eigenen Jugend. Darüber hinaus haben Martin Harnik, Kevin Artmann und der an Hansa Rostock ausgeliehene Kevin Schindler Profiverträge erhalten. Harnik und Artmann stehen aber gleichzeitig noch im Kader der Amateure und werden primär dort eingesetzt.

Werders dritte Mannschaft, die U-21, spielt in der Verbandsliga und erreichte in den Jahren von 2004 bis 2007 Platzierungen zwischen dem dritten und fünften Rang. Nachdem im Jahr 2007 den beiden an Rang eins und zwei liegenden Vereinen Bremer SV und FC Bremerhaven die Lizenz für die Oberliga Nord im Gegensatz zu Werders dritter Mannschaft verwehrt worden war, hätte diese statt dessen aufsteigen können, verzichtete aber darauf. Trotz dessen ist Werder Bremen III die am höchsten spielende aller dritten Mannschaften in Deutschland.

Daneben gibt es im Amateurbereich neben weiteren Jugendmannschaften mit den „4. Herren“, den „5. Herren“ und der „Ü 32 - Alte Herren“ drei weitere Männermannschaften.

Im Jugendbereich stellt Werder bei den männlichen Junioren für die Altersklassen A- bis G-Jugend Mannschaften.

Die A-Junioren spielten 2007/08 in der U19-Bundesliga und treten die Saison als Vorjahresstaffelsieger in der Gruppe Nord/Nordost an. 1999 wurde mit dem Gewinn der Deutschen Jugendmeisterschaft der bisher größte Erfolg erzielt. 1994 unterlag die Mannschaft den Junioren Borussia Dortmunds, die zwischen 1994 und 1998 die Meisterschaft gewannen, im Endspiel mit 3:2. Spielklasse der B-Junioren war 2007/08 die U17-Bundesliga.

Anfang des Jahres 2007 gründete der SV Werder erneut eine Frauenfußballabteilung. Bereits Anfang der 1970er Jahre bestand eine Frauenmannschaft, die 1974 in der Endrunde zur ersten deutschen Meisterschaft mitspielte. Sie wurde jedoch nach wenigen Jahren aufgelöst, und in der Folgezeit hat es der Verein immer wieder abgelehnt, eine neue Frauenmannschaft zu gründen. Begründet wurde dies mit Platzmangel auf dem Gelände der Pauliner Marsch. Im Herbst 2006 bat der Bremer Fußballverband den Verein, eine Frauenabteilung zu gründen, um die Abwanderung von talentierten Spielerinnen ins niedersächsische Umland einzudämmen.

In der Saison 2007/08 haben eine Frauen- und eine B-Juniorinnen-Mannschaft den Spielbetrieb aufgenommen. Beide Mannschaften wurden in Zusammenarbeit mit dem Bremer Fußballverband aus den leistungsstärksten Spielerinnen aus Bremen und Umgebung gebildet. Verantwortlich für die Frauenfußballabteilung ist Birte Brüggemann. Trainiert wird die Frauenmannschaft von Frank Schwalenberg, der bereits beim FSV Frankfurt eine Bundesligamannschaft trainiert hat. Die Mannschaften spielen auf dem Gelände der Universität Bremen. Die Mannschaft startete in der Verbandsliga Bremen an, der Verein hat sich das Ziel gesetzt, binnen vier Jahren in die 2. Bundesliga aufzusteigen.

Über 300 Spielerinnen hatten sich um einen Platz im Kader der Mannschaft beworben. Am 8. Mai 2007 wurden die zwei Teams der Presse vorgestellt. Zur Frauenmannschaft gehören Britta und Lara Möhlmann sowie Eva-Marlen Votava, die Töchter der ehemaligen Werder-Profis Benno Möhlmann und Mirko Votava. In der ersten Saison konnte die Mannschaft alle Saisonspiele gewinnen und wies ein Torverhältnis von 162:0 auf. In der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord traf man auf den Niendorfer TSV (Hamburg) (2:1) sowie den Ratzeburger SV (Schleswig-Holstein) (1:1) und qualifizierte sich, begünstigt durch einen Sieg des Ratzeburger SVs über den Niendorfer TSV, für die höhere Liga.

Ab der Saison 2008/09 wurde eine zweite zweite Frauenmannschaft gemeldet. Diese startete wie die erste Mannschaft in der Verbandliga Bremen und soll als Ausbildungsteam für die Regionalliga die Jugendarbeit weiter stärken.

Die Trainerin Birte Brüggemann(36) betreut zur Zeit rund 21 Spiellerinnen. Zuletzt kamen rund 10 neue Spielerinnen zu Werders weiblichen U17, darunter Franziska Nagel vom FC Oberneuland und Claudia Reller vom FC Huchting. Die weibliche U17 wird in einer C-Junioren-Staffel ausschließlich gegen Jungenmannschaften antreten, da es in der Altersklasse nur 7er-Staffeln gibt.

Der Gesamtverein untergliedert sich seit dem Beschluss der Mitgliederversammlung vom 27. Mai 2003 in den gemeinnützigen Sportverein „Werder“ von 1899 e. V., der den Amateursportbereich leitet, und das Wirtschaftsunternehmen Werder Bremen GmbH & Co. KGaA, zu dem die Profimannschaften aller Abteilungen und Sportarten, soweit vorhanden, gehören. Einziger und damit Komplementärgesellschafter der GmbH ist der e. V., der das gesamte Vermögen einbringt und 100 % Anteilseigner der Kommanditgesellschaft auf Aktien ist. Der Umsatz des Unternehmens belief sich 2006 auf die interne Rekordsumme von 85 Millionen Euro und stellt damit eine Steigerung von gut zehn Prozent gegenüber dem bis dahin umsatzstärksten Vorjahr mit 77 Millionen Euro dar. In der zweiten Hälfte der Saison 2006/07 kam es zu einer weiteren Steigerung, so dass während dieser Spielzeit erstmals die Grenze von 100 Millionen Euro übersprungen werden konnte. Die Kosten des Fußball-Lizenzspielerkaders haben nach 25 Millionen Euro drei Jahre zuvor für die Saison 2007/08 mit 35 Millionen Euro ihren bisherigen Höchststand erreicht.

Der Sportverein besteht aus den Organen Präsidium, Ältestenrat, Wahlausschuss und Vereinsjugendvertretung. Der e. V. setzt sich aus den amateursportlichen Abteilungen Schach, Handball, Turnspiele und Gymnastik, Fußball, Tischtennis und Leichtathletik zusammen.

Das geschäftsführende Präsidium, also der Vorstand des Vereins, besteht aus dem Präsidenten (Klaus-Dieter Fischer), dem Vizepräsidenten (Hubertus Hess-Grunewald) sowie dem Schatzmeister (Axel Plaat). Es wird auf Vorschlag des Wahlausschusses von der Mitgliederversammlung gewählt. Mitglieder des Präsidiums sind neben den sechs Leitern der einzelnen Abteilungen auch der Jugend- und der Sportreferent. In den Sitzungen des Gesamtpräsidiums sind außerdem die beiden vom Präsidium in den identischen Aufsichtsrat der GmbH und der KGaA Entsandten sowie ein Mitglied des Ältestenrates anwesend. Zu den durch das Präsidium ausgeführten Gesellschafterrechten des Vereins gehört die Benennung und Delegierung eines Mitgliedes des Vorstandes zum Geschäftsführer des Bereiches „Leistungszentrum Fußball/ andere Sportarten“ (Fischer), die Benennung und Entsendung von zwei der sechs Aufsichtsratmitglieder sowie die formelle Ernennung der anderen Aufsichtsratmitglieder, die auf der Hauptversammlung der GmbH & Co. KGaA gewählt werden.

Die Aufgabe des Ältestenrates ist neben der „Wahrung und Förderung der Tradition und des Ansehens des Vereins“ die Annahme von und die Entscheidung über Vereinsausschlüsse, wenn Widerspruch eingelegt worden ist. Der aus den sechs Abteilungsleitern und sieben Mitgliedern des Ältestenrates bestehende Wahlausschuss schlägt auf der Mitgliederversammlung die Kandidaten für den Vereinsvorstand oder dessen Wiederwahl sowie Bewerber für den Aufsichtsrat der GmbH & Co. KGaA vor. Die Vereinsjugendvertretung besteht neben dem Jugendreferenten aus jeweils einem Jugendwart und Jugendsprecher pro Abteilung. Ihre Aufgabe ist die „Wahrnehmung der Interessen der jugendlichen Vereinsmitglieder“.

Zum sportlichen Aufgabenbereich gehören die Profi-Fußballmannschaft, die 1. Herrenmannschaften im Tischtennis und Schach sowie die erste Damenmannschaft im Handball. Außerdem wird das Nachwuchsleistungszentrum Fußball betrieben.

Der Aufsichtsrat für die GmbH und die KGaA ist identisch besetzt und besteht aus sechs Personen, von denen zwei vom Präsidium bestimmt und vier auf der Hauptversammlung der KGaA gewählt werden. Vorsitzender ist der frühere Werder-Manager und Bremer Bildungs- und Innensenator und heutige UN-Sonderbeauftragte für Sport und Entwicklung Willi Lemke (SPD), Schatzmeister Hubertus Hess-Grunewald sein Stellvertreter. Die weiteren Mitglieder sind Werner Brinker, Gunnar Lübben-Rathjen, Hans Schulz und Günter Schulze. Da der e. V. in den Haupt- und Gesellschafterversammlungen die alleinige Mehrheit hat, befinden dessen Mitglieder über den Vorschlag ihres Wahlausschusses. Diese Entscheidung ist für das Präsidium bindend. An eventuelle zukünftige Teilhaber und Investoren dürfen bis zu zwei Sitze im Aufsichtsrat übertragen werden.

Die Geschäftsführung besteht aus vier Mitgliedern, von denen einer vom Präsidium, die restlichen vom Aufsichtsrat benannt werden. Einer der vom Aufsichtsrat Benannten wird leitender Geschäftsführer; dies ist seit 2004 Jürgen L. Born, der für die Finanzen und die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich ist. Geschäftsführer im Bereich des Profifußballs ist Klaus Allofs, Manfred Müller im Bereich Marketing und Management sowie Klaus-Dieter Fischer, als vom Präsidium bestelltes Mitglied, „Geschäftsführer Leistungszentrum Fußball und andere Sportarten“.

Seit 1930 tragen die Fußballer Werder Bremens und dessen Vereinsvorläufer ihre Heimspiele im 1909 erbauten Bremer Weserstadion aus. Es wurde 1926, nach dem ersten Umbau, vorübergehend nach seinem Erbauer, dem Allgemeinen Bremer Turn- und Sportverein, in ABTS-Kampfbahn umbenannt und trägt seit 1930 wieder den heutigen Namen, der sich vom Standpunkt des Stadions am Weserufer ableitet. Nach mehreren Erweiterungen und dem Absenken des Spielfeldes liegt das Fassungsvermögen bei insgesamt 43.087 Zuschauern. 25.800 der 32.187 Sitz- und 8.700 der 10.900 Stehplätze sind überdacht. Das nahe dem Stadtzentrum gelegene Stadion ist über die A 1 und die A 27, letztlich aber nur über eine einzige Straße, den Osterdeich, zu erreichen. Wegen zahlreicher Anwohnerproteste werden sowohl der Osterdeich als auch alle angrenzenden Straßen im benachbarten Wohngebiet an Spieltagen für den Autoverkehr gesperrt. Auch die zum Weserstadion gehörenden Parkplätze können nur von Inhabern spezieller Parkberechtigungen angefahren werden. Dafür wird ein ausgedehnter Shuttleservice mit zahlreichen Straßenbahnen und Bussen angeboten, der für Inhaber von Eintrittskarten kostenlos ist. Diese von vielen, unter anderem mit Franz Beckenbauer dem Präsidenten des FC Bayern München, als unzureichend kritisierte Stadionanbindung wird oftmals als Begründung dafür angegeben, warum das hochmoderne Stadion bei Länderspielen der Fußball-Nationalmannschaft übergangen wird und bei der WM 2006 nicht als Austragungsort ausgewählt wurde.

Auf dem Gelände des Weserstadions liegen außer den Trainingsbereichen der Profis die Plätze, die von der Amateurmannschaft genutzt werden, sowie das direkt im Schatten der Zuschauertribüne gelegene Stadionbad. Bei starkem Publikumsinteresse, zumeist bei Partien gegen ehemalige Bundesligisten, verlegt diese ihre Spiele vom sonst genutzten 5500 Zuschauer fassenden Weserstadion Platz 11 ebenfalls ins Weserstadion. Die Geschäftsstelle und Verwaltung Werder Bremens befinden sich ebenso im Weserstadion, wie das SportHep, eine Arztpraxis und ein Fanshop.

Im Dezember 2004 wurde innerhalb des Stadions das Werder-Bremen-Museum (kurz: Wuseum) eröffnet. Dort sind Replikate der Meisterschale und des DFB-Pokals sowie seltene Plakate, Fotos und andere Ausstellungsstücke zu besichtigen.

Ein weiterer Umbau des Stadions in ein reines Fußballstadion ohne Leichtathletikbahn, dessen Kosten anfangs bei 40 bis 50 Millionen Euro angesetzt wurden, sollte die Kapazität auf ungefähr 50.000 Plätze erhöhen. Dafür sollten die Nord- und Südgeraden näher an das Spielfeld herangeführt und die Ost- und Westkurve von Innen gesehen direkt am Spielfeld enden, wodurch das Stadion von innen wie ein Rechteck erscheint. Von Außen jedoch sollte die derzeitige Oval-Form beibehalten werden. Zusätzlich sollte ein dritter Rang auf das Stadion gesetzt werden und die Flutlichtmasten im Dach integriert werden. Nach dem Ausbau sollte die gesamte Tribüne überdacht sein. Auf diesem Dach sollten Solarzellen in der Größenordnung von 17.000–20.000 m² angebracht werden. Die Baudeputation Bremens stimmte am 12. April 2007, wie der Bremer Senat fünf Tage später, für den Umbau. Nachdem im Juli 2007 deutlich wurde, dass die Kosten dieser Maßnahmen unter anderem wegen gestiegener Stahlpreise bei über 75 Millionen statt wie angenommen 50 Millionen Euro liegen würden und die logistische Machbarkeit von Manfred Müller in Abrede gestellt wurde, beschlossen die Bremer Weserstadion Gesellschaft und Werder Bremen, den Ausbau in zwei Schritten zu vollziehen. Damit wird vorerst die ovale Innenform beibehalten und es werden zunächst keine VIP-Logen in der Westkurve gebaut, um 15 bis 20 Millionen Euro zu sparen. Zur Finanzierung hält Müller auch einen Verkauf des Stadionnamens für möglich.

Der Bauantrag für die erste Stufe der Umbaumaßnahmen soll im September 2007 gestellt werden; die Maßnahmen sollen im August 2008 und aufgrund der durch die Europameisterschaft verursachten langen Pause rechtzeitig zur Saison 2008/09 abgeschlossen sein.

Seit der Saison 1999/2000 ist ein stetiger Zuwachs der Zuschauerzahlen Werder Bremens bei Heimspielen zu verzeichnen, der lediglich vom Jahr 2005/06 unterbrochen wurde, als Umbaumaßnahmen durchgeführt wurden. Lag der Schnitt 1999/2000 noch bei 29.834 Besuchern, waren es in der Doublesaison 2003/04 bereits 37.666 und 2006/07 39.715. Auch die Zahl der verkauften Dauerkarten stieg deutlich an: Waren es 2003/04 noch 20.000, stoppte der Verein in den folgenden vier Jahren den Absatz vor Ligabeginn bei 25.000 Stück, um die Spiele „nicht zu geschlossenen Veranstaltungen werden“ zu lassen, wie von Geschäftsführer Manfred Müller ansonsten befürchtet. Die Mitgliederzahlen, welche vorher jahrzehntelang zwischen 2.000 und 3.000 lagen, stiegen mit der Rückkehr des Erfolgs unter Trainer Thomas Schaaf deutlich an und verzehnfachten sich von 2.980 Mitgliedern vor der Saison 1999/2000 über 15.000 im Jahr der Meisterschaft auf 30.266 im Jahr 2007. Dazu trug auch eine seit 2003 in den öffentlichen Verkehrsmitteln Bremens dauerhaft betriebene Werbekampagne mit den Slogans „Ich will Dich!“ und „Werde Mitglied!“ bei, auf deren Plakaten unter anderem Thomas Schaaf abgebildet ist. Es existieren viele meist kleine Fangruppen mit oftmals zweistelliger Mitgliederzahl, von denen sich einige als der Ultrà-Bewegung zugehörig bezeichnen und für viele Fan-Choreographien innerhalb des Stadions verantwortlich sind. Diese Fans nutzen meist die Stehplätze in der Ostkurve. Es gab und gibt aber auch in Bremen Probleme mit Hooligans, wie zum Beispiel denen der Standarte, deren Mitglieder dem ehemaligen Bremer Innensenators Röwekamp (CDU) nach teilweise einen rechtsextremistischen Hintergrund aufweisen. Bei den Tätern, die am 20. Januar 2007 eine Feier zum einjährigen Bestehen der sich selbst als „anti-rassistisch“ und ansonsten unpolitisch bezeichnenden Ultra-Gruppe Racaille Verte („Grüner Abschaum“) im Ostkurvensaal überfielen, soll es sich nach Augenzeugenberichten um Mitglieder dieser Gruppierung gehandelt haben.

Ihr organisatorisches Talent bewiesen motivierte Werderfans bei zwei Gelegenheiten: Sie wählten die anlässlich der Meisterschaftsfeier 2004 von den Original Deutschmachern veröffentlichte Vereinshymne „Lebenslang Grün-Weiß“ in der ZDF-Sendung „Unsere Besten – Jahrhundert-Hits“ auf Platz 29 der Rangliste. Damit ließ das Lied, das auf Platz 51 in die deutschen Single-Charts eingestiegen war, unter anderem die HSV-Hymne „Hamburg, meine Perle“, aber auch Lieder wie „Stille Nacht, heilige Nacht“ oder „Zehn kleine Jägermeister“ von den Toten Hosen hinter sich. Als am Ende der Saison 2005/06 auf der Homepage des HSV deren „Spieler der Saison“ gewählt wurde, gelang es Anhängern des Nordrivalen Werder Bremen mit Aufrufen und Ketten-E-Mails diese zu torpedieren und zum Abbruch zu bringen: Sie sorgten dafür, dass der ehemalige Werderaner Aílton an der Spitze stand. Er war erst zur Rückrunde ausgeliehen worden und hatte wenig überzeugt: Im letzten, über die direkte Qualifikation zur Champions League entscheidenden Saisonspiel der beiden Vereine gegeneinander, traf er kurz vor Schluss das leere Tor nicht, was für den HSV den Fall auf Rang drei zur Folge hatte.

Seit langer Zeit besteht eine über den Wettkampf zweier beliebiger Bundesligisten hinausgehende Konkurrenzsituation zwischen Werder Bremen und dem FC Bayern München. Dies ist nur zum Teil auf die geographische Lage der beiden Vereine in Nord- und Süddeutschland und die damit verbundenen Vorurteile zurückzuführen. Die Hälfte seiner sechs Vizemeisterschaften erreichte Werder hinter den Bayern, die bei drei der vier Bremer Meisterschaften Zweiter wurden. Während der 1980er und frühen 1990er Jahre, in denen beide Vereine regelmäßig miteinander um den deutschen Meistertitel rangen, wurde dieses Verhältnis zusätzlich durch die starken Antipathien zwischen den Verantwortlichen, Uli Hoeneß auf Münchener Seite, Willi Lemke auf Seiten der Bremer, verstärkt. So bezeichnete Lemke Hoeneß als „Totengräber des Deutschen Fußballs“ und sagte im Rückblick, es gäbe „keinen Menschen auf der Welt, der sich immer so negativ über“ ihn „geäußert hat“. Der Anfang der Rivalitäten ist für manche der 23. November 1985 als der Tabellenerste Bremen beim direkten Konkurrenten in München spielte: Der Werderaner Rudi Völler hatte den danach „nur“ mit gelb bestraften Klaus Augenthaler umspielt und sich den Ball weit vorgelegt und wurde von diesem daraufhin „ohne Erbarmen“, „bösartig“ oder durch ein „Allerweltsfoul“ (Hoeneß) zu Fall gebracht. Nachdem sich Bayerns damaliger Trainer Udo Lattek über Werders Verletzungsmisere lustig gemacht und der Kommentator des Bayerischen Rundfunks erklärt hatte, der fünf Monate ausfallende Völler sei „dumm gefallen“, folgten die ersten medial ausgetragenen Auseinandersetzungen zwischen Hoeneß und Lemke. Hinzu kommt, dass immer wieder Führungsfiguren Werder Bremens, die sich dort sehr gut entwickelt hatten, von der Weser an die Isar zu den finanziell deutlich potenteren Münchnern wechselten (z.B. Herzog, Basler, Pizarro, Ismael und zuletzt Klose). Auch der Wechsel des Bremer Erfolgstrainers Otto Rehhagel 1995 nach München verstärkte die Abneigung. Als Bayern während der Daum-Affäre im Jahr 2000 in Bremen spielte, wurde Hoeneß, der die Affäre durch Anspielungen ausgelöst hatte, von Teilen der Bremer Anhänger während des gesamten Spieles wüst beschimpft. Nach erneuten gegenseitigen Provokationen 2004 sind die Verantwortlichen wieder an einer professionellen Beziehung der Vereine interessiert.

Eine traditionelle Rivalität besteht zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV, da beide Vereine um die Rolle des erfolgreichsten Fußballvereins Norddeutschlands streiten. In der Oberliga Nord behielten die Spieler von der Elbe durchgehend die Oberhand, und Werder konnte sich erst in den letzten Jahren vor der Bundesligagründung als dauerhafte Nummer zwei dahinter positionieren. Die Auseinandersetzungen gipfelten am 17. Oktober 1982, als beide Vereine unmittelbar um die Meisterschaft konkurrierten, in dem Tod des Bremer Fans Adrian Maleika, der auf dem Weg zum Auswärtsspiel seines Vereins in der Nähe des Volksparkstadions war, von Mitgliedern der durch ihr militantes Auftreten berüchtigten Hamburger „Löwen“ durch einen Backsteinwurf auf den Hinterkopf getötet wurde. Vorher war die Gruppe, in der sich der Sechzehnjährige befand, bereits mit Gaspistolen und Leuchtmunition beschossen worden. Im Dezember 1982 wurde daraufhin von 200 Fangruppenmitgliedern beider Vereine in Scheeßel, geographisch von beiden Städten gleich weit entfernt, der Frieden von Scheeßel geschlossen, wobei auch die damaligen Vereinsverantwortlichen Günter Netzer und Willi Lemke anwesend waren..

In der Folge entspannte sich die katastrophale Atmosphäre, wenn auch im normaleren Rahmen eine besondere Beziehung zwischen den beiden benachbarten Hansestädten bestehen bleibt. Der Slogan „Die Nummer 1 im Norden“ ist beispielsweise fester Bestandteil in Werders Marketingkonzept.

Eine noch junge und weniger intensive Rivalität besteht zwischen Werder Bremen und dem FC Schalke 04. Sie ist darauf zurückzuführen, dass unter dem ehemaligen Werder-Spieler und -Manager Rudi Assauer während dessen Amtszeit als Manager bei Schalke 04 zahlreiche Spieler nach Gelsenkirchen wechselten. Den Bremer Stammtorhütern Oliver Reck (1998) und Frank Rost (2002) folgten nach der Bremer Double-Saison 2004 jeweils ablösefrei der Verteidiger und Nationalspieler Mladen Krstajić sowie der Torschützenkönig und Publikumsliebling Aílton. Bei diesen Wechseln spielten auch die Verdienstmöglichkeiten eine Rolle: So erklärte Aílton wörtlich, er könne dort „doppelt soviel verdienen“. Ein Jahr später ging der damalige A-Nationalspieler Fabian Ernst ebenfalls zu den „Knappen“.

In der Saison 1971/72 trat Werder erstmals mit einem Trikotsponsor auf. Dabei handelte es sich um das Land Bremen, das dem Verein für dessen landesfarbene Speckflaggentrikots, den Schriftzug Bremen auf dem Rücken sowie den Bremer Schlüssel auf der Brust die Vergnügungssteuer und Steuerschulden erließ und ihn an den Werbeeinnahmen des Stadions beteiligte. Nachdem dieses Verhältnis 1974 endete, war der Fischkonservenhersteller Norda zwei Jahre später der erste Sponsor aus der privaten Wirtschaft.

Einzig in der Saison 2001/02 liefen die Spieler danach ohne Haupt- und Trikotsponsor auf, da sich mit keinem Unternehmen geeinigt werden konnte und der Verein sich nicht auf der Basis unterdurchschnittlicher sportlicher Ergebnisse jahrelang binden wollte. Da die Sponsoringrechte zudem der Sportmarketingagentur ISPR übertragen waren, ergab sich hieraus kein finanzieller Verlust.

Mit Beginn der Saison 2006/07 gab es für Werder Bremen Probleme mit dem damals neu eingestiegenen Trikot- und Hauptsponsor bwin. Grund dafür war dessen privatwirtschaftliche Natur, da durch die Landesministerkonferenz beschlossen worden war, mit Hilfe der Ordnungsbehörden ein Werbeverbot privater Sportwettenanbieter durchzusetzen. Zudem stammt die Lizenz von bwin noch aus DDR-Zeiten, weshalb ihre Gültigkeit umstritten ist. Nachdem die Mannschaft beim Ligapokalfinale noch unbeanstandet mit dem bwin.de-Schriftzug aufgelaufen war, folgte eine Zeit der Unklarheit: Am 7. Juli 2006 untersagte das Stadtamt Bremen dem Verein mittels Untersagungsverfügung, mit dem Schriftzug bwin.de aufzulaufen. Das Verwaltungsgericht Bremen hob diese allerdings nach Widerspruch des Vereins im Juli 2006 wieder auf. Das daraufhin vom Stadtamt angerufene Oberverwaltungsgericht Bremen (OVG) bestätigte am 13. September 2006 das Verbot des Schriftzuges. Der Verein beschloss, gegen das Werbeverbot vor dem Europäischen Gerichtshof zu klagen und lief zunächst mit dem Schriftzug we win oder blanken Trikots auf, da das OVG eine aufschiebende Wirkung des Widerspruchs verneint hatte und der Schriftzug bwin.de in den meisten anderen Bundesländern ebenfalls verboten worden war. Das Verwaltungsgericht lehnte einen Eilantrag des Vereins, der das Antreten mit dem Originalschriftzug während der drei letzten Saisonspiele zum Ziel hatte, ab. In dem im März 2007 erfolgten Urteil des Europäischen Gerichtshofes zu privaten Wettanbietern, sah das Gericht, anders als die Vereinsführung, keinen Grund das Urteil des Oberverwaltungsgerichtes zu korrigieren. Auf Grund dieser Umstände wurde das Sponsorenverhältnis im Mai 2007 vorzeitig gekündigt.

Seit 1. Juli 2007 ist das Finanzdienstleistungsunternehmen Citibank Werders Haupt- und Trikotsponsor. Der bis zum 30. Juni 2010 geltende Vertrag bringt erfolgsabhängig einen jährlichen Betrag zwischen acht und zehn Millionen Euro und liegt damit deutlich über dem Ligaschnitt von ungefähr 5,75 Millionen Euro. Ausrüsterverträge bestehen mit dem Textilien- und Sportartikelhersteller Kappa sowie dem Ballhersteller Derbystar. Im Sommer 2009 wird Nike Kappa als Ausrüster ablösen. Weitere Verträge mit weniger Finanzvolumen bestehen unter anderem mit der ortsansässigen, das „Fanbier“ Haake-Beck 12 herstellenden Brauerei Haake-Beck, Beluga Shipping, EWE TEL der Schuhhandelskette und ehemaligem Hauptsponsor Reno und dem lokalen Energieversorger swb AG.

1920 erfolgte die Erweiterung vom Fußball- zum Sportverein mit unter anderem auch einer Leichtathletikabteilung und dementsprechend die Umbenennung in Sportverein Werder Bremen von 1899. Lediglich in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg konnte diese Abteilung einen ähnlich hohen Status wie die Fußballabteilung verzeichnen. Die erfolgreichste Leichtathletin aller Zeiten des Vereins war Marga Petersen: Sie gewann 1946 die Zonenmeisterschaft im 100-Meter-Lauf und wurde 1947, 1948, 1949 sowie 1951 ebenfalls Deutsche Meisterin in dieser Disziplin. Mit ihr stellte der Verein 1947 die Sportlerin des Jahres. Die 4 x 100-Meter-Staffel der Damen, neben ihr aus Helga Kluge, Hannelore Mikos und Lena Stumpf bestehend, gewann bei den Deutschen Meisterschaften 1949 mit damals neuer deutscher Rekordzeit, 1951 konnte der Erfolg wiederholt werden. Lena Stumpf gewann die Deutsche Meisterschaft im Fünfkampf für den Verein 1949, als sie auch zur Sportlerin des Jahres gewählt wurde, und 1951 sowie im Jahr 1950 im Weitsprung. Bei den Olympischen Sommerspielen 1952 gewann Petersen als Teil der 4 x 100-Meter-Staffel die Silbermedaille. Die weniger erfolgreiche Mannschaft der Herren setzte sich in dieser Zeit unter anderem aus Karl Kluge, Fritz Wever und Kurt Bonah zusammen. Weitere große Erfolge blieben in der späteren Geschichte dieser Abteilung aus. Heute setzt die von Christian Schwartin geleitete Abteilung Leichtathletik ihren Fokus größtenteils auf Nachwuchsförderung, wobei im neuen Jahrtausend auch immer wieder Vereinsmitglieder an nationalen und internationalen Endläufen teilgenommen haben. So wurde 2007 der in der Altersklasse der B-Jugendlichen startende Michael Kass erstmals in die Deutsche Nationalmannschaft seiner Altersklasse berufen und Stefan Schink gewann 2007 bei den Sperrwerfern den Titel des Norddeutschen Seniorenmeisters. Darüber hinaus organisiert der Verein jedes Jahr gemeinnützige Veranstaltungen, etwa den Run for Help.

Die Handballabteilung wird seit 1999 von der ehemaligen Olympiateilnehmerin, Nationalspielerin und mehrmaligen Deutschen Meisterin im Handball Dagmar Stelberg geleitet. Die erste Damenmannschaft ist Bestandteil der Werder Bremen GmbH & Co. KGaA und spielt in der Regionalliga. Außerdem gibt es 15 Jugend- und fünf Senioren-Mannschaften.

Die erste Mannschaft der Schachabteilung Werder Bremens ist Bestandteil der 2003 gegründeten Werder Bremen GmbH & Co. KGaA und spielt in der Bundesliga. Ihr größter Erfolg war neben dem Pokalsieg 1996 die Deutsche Meisterschaft 2005. Nachdem Werder Bremen die Saison 2004/05 punktgleich mit der SG Porz abgeschlossen hatte, musste ein Stichkampf zwischen den beiden erstplatzierten Schachmannschaften ausgetragen werden. Dieser fand am 8. Mai 2005, also genau ein Jahr nach dem Sieg der Profifußballmannschaft von Werder bei Bayern München, der den vorzeitigen Gewinn der Deutschen Meisterschaft 2004 sichergestellt hatte, in den Logen des Weserstadions statt. Obwohl deutlich schwächer besetzt, gewann Werder Bremen mit Luke McShane am Spitzenbrett mit 4,5:3,5 gegen den Favoriten. Das beste Ergebnis der Meistersaison erzielte Tomi Nybäck mit 10 Punkten aus 13 Partien und Gennadij Fish mit 11,5 aus 13. Die zweite Schachmannschaft der von Dr. Till Schelz Brandenburg geleiteten Abteilung spielt in der zweiten Bundesliga.

Mit dem Umbau von einem reinen Fußball- in einen Sportverein wurde 1920 im Sportverein Werder Bremen von 1899, dem ehemaligen FV Werder Bremen, eine Abteilung für Tischtennis eröffnet, die heute von Werner Meyer geführt wird.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Werder viele Jahre zu den spielstärksten Klubs in Norddeutschland. Bis zum ersten Abstieg 1975 gehörten die Bremer der Oberliga Nord an. Im Jahr der Einführung Tischtennis-Bundesliga 1966 wurde die Mannschaft Vierter der Oberliga und konnte damit an der Bundesliga-Qualifikation teilnehmen, dort erreichte man jedoch nur den dritten und letzten Platz in der Gruppe hinter dem TSV Milbertshofen und dem PPC Neu-Isenburg. Noch zweimal kamen die Werderaner in die Nähe der Bundesliga: 1968 (hinter dem Kieler TTK Grün-Weiß und 1973 (hinter dem VfL Osnabrück) wurde jeweils die Vizemeisterschaft errungen. Nach drei unterklassigen Jahren gelang schließlich 1978 die Rückkehr in das zweitklassige norddeutsche Oberhaus, bevor man 1982 aus der nunmehr "Zweite Bundesliga Nord" genannten Klasse erneut absteigen musste. In den 1980er Jahren pendelten die Bremer dann zwischen Zweit- und Drittklassigkeit.

Mit der Integration der 1. Herrenmannschaft in die Werder Bremen GmbH & Co. KGaA 2003 wurde die organisatorische Voraussetzung für eine Professionalisierung des Spielbetriebes geschaffen. Die Tischtennis-Mannschaft der Herren schaffte 2005 nach vielen Jahren in der zweiten Liga den Aufstieg in die Bundesliga, stieg aber nach nur einem Jahr wieder in die Zweite Bundesliga ab. 2007 gelang der direkte Wiederaufstieg in die erste Liga. Die zweite Herren-Mannschaft spielt in der Oberliga, die Damen-Abteilung ist in der Landesliga aktiv.

Die Abteilung Turnspiele und Gymnastik beinhaltet heute die Sparten Korbball, Prellball, Gymnastik und Seniorengymnastik. Als erste der genannten Sportarten wurde 1949 die Abteilung Korbball gegründet, nachdem ein Antrag 1946 zunächst abgelehnt worden war. Ab 1951 spielten zwei Frauenmannschaften in der damaligen Hallenliga. Die Frauenmannschaft wurde 1960 Norddeutscher Meister und in den Jahren 1961, 1962, 1964 und 1967 in der Halle Vizemeister. Im Bereich Korbball sollte der SV Werder Bremen später vor allem im Jugendbereich erfolgreich sein, so wurden zwischen 1981 und 1990 in verschiedenen Klassen fünf Meisterschaften gewonnen. Im Laufe der Zeit kamen weitere ähnliche Sportarten hinzu: Bereits 1968 war der Versuch eine Abteilung für Prellball ins Leben zu rufen offiziell am Fehlen einer geeigneten Spielanlage gescheitert. Acht Jahre später war ein erneuter Antrag erfolgreich, da mit dem heutigen Vereinspräsidenten Klaus-Dieter Fischer ein Prellballspieler Mitglied des Vereinspräsidiums geworden war. Daraufhin wurde die Abteilung Turnspiele und Gymnastik gegründet, in der neben Prell- und Korbball auch Gymnastik und Seniorengymnastik ausgeübt werden. Seit ihrer Gründung wird diese Abteilung von Meta Finke geführt. Mit dem Bau der noch im gleichen Jahr fertiggestellten Spielstätte SV Werder Halle wurde 1978 begonnen. 1985/86 und 1987/88 gelang der ersten Prellballmannschaft der Herren der Aufstieg in die erste Bundesliga, dem jeweils ein sofortiger Abstieg folgte. Die Frauen 30 wurden in der Saison 1989/90 Bremer und Norddeutscher Meister. Darüber hinaus engagiert sich diese Abteilung hauptsächlich im Freizeitsport für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Von allen Vereinsabteilungen hat sie heute am meisten sportlich aktive Mitglieder.

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Bremen zur Zeit des Nationalsozialismus

Bremen im Jahre 1938: Blick durch die mit Hakenkreuzflaggen behangene Obernstraße gen Südosten zum Bremer Dom

In der Bremer Geschichte konsolidierte sich der Nationalsozialismus mit dem Regierungsantritt der NSDAP im Land Bremen am 6. März 1933, einen Tag nach den Reichstagswahlen. Ihre zwölfjährige Herrschaft war geprägt durch Unterdrückung und Verfolgung von Minderheiten. Es wurden mehrere Arbeitslager errichtet, in denen Kriegsgefangene und Regimegegner unter schwersten Bedingungen Zwangsarbeit leisten mussten und dabei zu hunderten ihr Leben verloren.

Die Jahre der NS-Diktatur waren neben der Besetzung durch Napoléon (1810–1813) die einzige Zeit seit dem Mittelalter, während der die Hansestadt nicht als freies (Bundes-)Land oder freie Stadt existierte, sondern in ein Territorium, einen Partei-Gau, eingegliedert war.

Im Zweiten Weltkrieg zerstörten die Luftangriffe der Alliierten Bremen zu großen Teilen, wobei Tausende von Einwohnern starben. Beendet wurde die nationalsozialistische Herrschaft in Bremen am 27. April 1945 durch den Einmarsch britischer Truppen.

Am 2. Dezember 1922 wurde die erste Bremer Ortsgruppe der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) im Haus Vor dem Steintor 181 gegründet. Ihre Mitgliederzahl betrug in den Jahren 1925 bis 1927 zwischen 80 und 100. Die Stadt wurde dem Gau Hannover unter dem Vorsitz von Bernhard Rust zugeteilt.

Um das Jahr 1928 erhielt die NSDAP bei Bürgerschaftswahlen nur 1,1 Prozent der Stimmen. Die Ortsgruppe war zerstritten, und ihre Vorsitzenden wechselten häufig. Ab September 1928 unterstand sie dem Gau Weser-Ems mit Sitz in Oldenburg. Dessen Leiter Carl Röver löste die Bremer Ortsgruppe auf und gründete sie neu. Es wurden drei Parteibezirke in der Stadt gebildet: Neustadt, Ost und West.

Röver ernannte am 11. Dezember 1929 Kurt Thiele zum neuen Ortsgruppenleiter. Unter Thiele, der mehr Organisationstalent als Ausstrahlung besessen haben soll, wuchs die Bedeutung der Partei in Bremen, wohl auch bedingt durch die Weltwirtschaftskrise. Anfang des Jahres 1930 richtete man zehn neue Bezirke in der Stadt ein.

Im Vorfeld der Reichstagswahlen am 14. September 1930 besuchte Adolf Hitler zum ersten Mal die Hansestadt. Er hielt am 30. Juli eine Wahlkampfrede im Weserstadion. Bei der Wahl stimmten in Bremen ungefähr zwölf Prozent der Wähler für die NSDAP. Die nächste Bürgerschaftswahl folgte am 30. November des gleichen Jahres. Im Wahlkampf folgte am 28. November ein weiterer Kurzbesuch Hitlers mit einer Rede im Veranstaltungszentrum Casino. Die NSDAP hatte in Bremen mittlerweile 1.000 Mitglieder, erhielt 25,4 % der Stimmen und konnte mit 32 Abgeordneten in die Bremische Bürgerschaft einziehen.

Auf den Straßen Bremens kam es nun vermehrt zu Schlägereien zwischen rechten und linken Gruppen. Dabei starben 1931 zwei Nationalsozialisten. Am 2. Mai 1932 wurde Otto Bernhard zum neuen Ortsgruppenleiter ernannt. Dieser setzte durch, dass die Ortsgruppe Bremen am 1. Juli zu einer Kreisgruppe aufgewertet wurde. Die Kreisleitung hatte ihren Sitz zunächst in der Rembertistraße 32, dann im Breitenweg 8 und zuletzt in der Hollerallee 79, dem heutigen Standesamt. Bei den Reichstagswahlen im Juli 1932 entfielen 31 % der Bremer Stimmen auf die NSDAP, womit sie in der Stadt erneut unter ihrem reichsweiten Ergebnis lag. In den folgenden Wochen wurde überlegt, einen eigenen Parteigau Bremen einzurichten, worüber es zu schweren Auseinandersetzungen mit dem Weser-Ems-Gauleiter Röver kam. Bei den nächsten Reichstagswahlen am 6. November, die wegen der instabilen politischen Situation nur vier Monate später stattfanden, erlitt die NSDAP in Bremen einen herben Stimmenverlust und erreichte nur noch 21,2 Prozent, während sie im Reich mit 33,6 % stärkste politische Kraft wurde.

Als Reichspräsident Paul von Hindenburg Adolf Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler ernannte, reagierte die Mehrheit der Bremer Bürger zunächst mit Zurückhaltung. Im Zuge der bald danach einsetzenden Propaganda und gleichzeitigen systematischen Verfolgung ihrer politischen Gegner erlebte die NSDAP in Bremen dann aber einen gewaltigen Aufschwung.

Die am 5. März 1933 abgehaltene Reichstagswahl machte dies deutlich. Die NSDAP erreichte mit einem Ergebnis von 32,6 Prozent wieder das Niveau vom Juli des Vorjahres. Trotzdem blieb die Partei in Bremen ein weiteres Mal deutlich unter ihrem Ergebnis im Gesamtreich, wo sie 44,5 % der Stimmen erhielt.

Schon am Tag vor den Wahlen forderte der Kreisleiter Otto Bernhard eine Umbildung des Senats und die Auflösung der Bürgerschaft. Einen Tag nach den Wahlen versammelte sich am Vormittag eine große Menschenmenge auf dem Marktplatz, die mit Sprechchören den Rücktritt des Senats verlangte. Demonstranten hängten einige kleine Hakenkreuzfahnen an die Rathausfassade. Nach Absprache mit dem Senator Wilhelm Kaisen beschloss Bürgermeister Martin Donandt, den Marktplatz von der Polizei räumen zu lassen. Der Polizeioberst Walter Caspari äußerte jedoch Zweifel dahingehend, dass die Polizisten sich weigern könnten, gegen die Demonstranten vorzugehen. Die Frage erübrigte sich jedoch, da sich die Menge zunächst zerstreut hatte.

In den Nachmittagsstunden fanden sich erneut hunderte Personen ein. Um 15 Uhr zog man eine Hakenkreuzflagge über den Schild des Rolands. Eine Stunde später betrat eine Abordnung der Nationalsozialisten, angeführt von Gauleiter Röver und Kreisleiter Bernhard, das Rathaus und wiederholte ihre Forderungen nach Umbildung des Senats und Auflösung der Bürgerschaft. Für den Fall, dass diese nicht erfüllt werden konnten, trugen sie eine Alternativbedingung vor: Die drei sozialdemokratischen Senatoren sollten ihr Amt aufgeben, und die Polizeigewalt sollte in die Hände der NSDAP gelegt werden. Der Senat gab zunächst nicht nach, verständigte sich aber darauf, die alte, vorrepublikanische schwarz-weiß-rote deutsche Flagge zu hissen. Daraufhin traten die Senatoren der SPD (Kaisen, Kleemann und Sommer) zurück. Da sich der Senat jedoch weigerte, auf weitere Forderungen einzugehen, ernannte der Reichsminister des Innern Wilhelm Frick am Abend Richard Markert zum neuen Bremer Polizeisenator. Daraufhin erklärte sich der Senat umgehend einverstanden, sich aufzulösen, sobald die Bremische Bürgerschaft die verfassungsrechtliche Grundlage dafür geschaffen hätte. Diese Nachricht wurde um 20 Uhr der wartenden Menschenmenge mitgeteilt, und eine Stunde später wehte die Hakenkreuzfahne vom Bremer Rathaus.

Nachdem die Abgeordneten der SPD und KPD bald nach dem Reichstagsbrand am 27. Februar in Gefängnisse und Konzentrationslager verschleppt worden waren oder untertauchen mussten, verfügten NSDAP und DNVP über eine absolute Mehrheit in der Bremischen Bürgerschaft.

Im Zuge der Machtergreifung der Nationalsozialisten musste am 10. April auch der Polizeioberst Caspari zurücktreten, obwohl er sich bei der Demonstration vier Tage zuvor gegen einen Polizeieinsatz ausgesprochen hatte. Als Entschädigung erhob man ihn nachträglich zum Polizeigeneral. Die Absetzung Casparis stieß weithin auf Unverständnis. Auch der Schriftsteller und preußische Generalmajor Paul von Lettow-Vorbeck äußerte offene Kritik. Im Mai 1933 ernannte Innenminister Frick Gauleiter Carl Röver schließlich zum Reichsstatthalter für Bremen und Oldenburg. Damit hatte das Land Bremen zum ersten Mal seit napoleonischer Zeit seine Unabhängigkeit verloren.

Anfang März 1933 wurde die Kreisleiterstelle neu besetzt. An die Position Bernhards, der zum Senator ernannt worden war, trat Paul Wegener. Er wurde etwas mehr als ein Jahr später im Juli 1934 durch Bernhard Blanke abgelöst. Dieser legte fest, dass eine Ortsgruppe mindestens 50 Mitglieder zählen sollte. Tat sie dies nicht, sei sie als Stützpunkt zu bezeichnen. Die Einteilung in Ortsgruppen und Stützpunkte war bereits zwei Jahre zuvor beschlossen worden. Die Zahl der Ortsgruppen und Stützpunkte sollte sich von 29 Ende 1933 auf 56 im Jahre 1939 erhöhen. Jede Ortsgruppe bestand aus einzelnen Zellen, die jeweils vier bis acht Blocks umfassten. Diese Blocks gliederten sich in je 40 bis 60 Hausgemeinschaften.

Am 14. Dezember 1934 erfolgte der dritte größere Besuch Hitlers in Bremen. Es war sein erster offizieller Besuch als „Führer und Reichskanzler“ in der Stadt. Er wohnte dem Stapellauf des Ostasiendampfers Scharnhorst auf der AG Weser bei. Knapp fünf Monate später, am 4. Mai 1935, erfolgte Hitlers letzter Besuch in Bremen, bei dem er an einer Probefahrt der Scharnhorst teilnahm. Ein weiterer Besuch in der Hansestadt war für den 1. Juli 1939 geplant. Vorgesehen waren die Einweihung der zwischen Neustadt und Stephaniviertel erbauten Westbrücke, seine Anwesenheit beim Stapellauf des Schweren Kreuzers Lützow sowie eine Rede im Weserstadion. Die kritische außenpolitische Lage verhinderte den Besuch jedoch.

Bei der Gebietsreform im Jahre 1939 wurden die nördlichen Ortsgruppen Bremens (Grambke, Burg und Vegesack) zu einem neuen Kreis Bremen-Lesum zusammengefasst, der schließlich 14 Ortsgruppen enthalten sollte. Kreisleiter wurde dort Otto Denker.

Der Leiter des Gaus Weser-Ems, Carl Röver, starb am 13. Mai 1942. Zu seinem Nachfolger wurde Paul Wegener ernannt, der in Bremen von März 1933 bis Juli 1934 Kreisleiter gewesen war. Wegener setzte den Bremer Kreisleiter Blanke, seinen eigenen Nachfolger, ab und vergab das Amt stattdessen an Max Schümann (der am 25. April 1945 flüchtete). Der Lesumer Kreisleiter Denker wurde am 1. November 1942 durch Karl Busch abgelöst. Die Kreisleitung hatte sich mittlerweile zum Schutz vor Luftangriffen in einen Bunker im Bürgerpark zurückgezogen.

Wie im gesamten Deutschen Reich gab es auch in Bremen zahlreiche nationalsozialistische Organisationen. Die meisten von ihnen unterstanden als Mittel zur Gleichschaltung der Bevölkerung der NSDAP. Während der Großteil dieser Gruppen bereits vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahre 1933 als kleine unbedeutende Gruppierungen existiert hatten, wurden einige erst nach der Machtergreifung ins Leben gerufen.

Die erste nationalsozialistische Gruppe in Bremen war die Sturmabteilung (SA). Sie trat 1926 zum ersten Mal in der Hansestadt in Erscheinung und besaß am Ende des Jahres knapp 40 Mitglieder. Geführt wurde die Gruppe bis 1927 von Friedrich Gravemann, der dann zur KPD wechselte. Sein Nachfolger wurde Hans Haltermann aus Berlin. Unter seiner Führung wuchs die Bremer SA im Jahre 1927 auf 60 Mann an. Ihre Hauptaufgaben waren der so genannte Saal- und Demonstrationsschutz, den sie oftmals auch mit Gewalt durchsetzte. Ende des Jahres 1930 übernahm Werner Wegener die Führung der Gruppe, die im Februar des gleichen Jahres um eine 44-köpfige Reservetruppe aufgestockt worden war. Die Mitgliederzahl verdoppelte sich in den folgenden Monaten, und im Jahre 1931 zählte die Organisation in Bremen schon 700 Mitglieder.

Dem Zuwachs tat auch das Verbot der SA vom 18. April bis zum 18. Juni 1930 keinen Abbruch. Im Gegenteil: Wenige Wochen nach Aufhebung des Verbotes zählte man 1.500 Mitglieder. Die Gruppe war jetzt zahlreich genug, um einen Ableger, die Standarte 73 einrichten zu können. Die Bremer SA unterstand der SA-Gruppe „Nordsee“ unter Leitung von Wilhelm Freiherr von Schorlemer, die ihren Sitz ursprünglich in Hannover und seit Anfang 1933 in Bremen (Rembertistraße 32) hatte. Es folgten Umzüge in die Delbrückstraße 18 und anschließend in die Hollerallee 75. Die SA-Gruppe „Nordsee“ führte noch andere Zweige in Bremen, die nicht zur dortigen Ortsgruppe gehörten, wie etwa die Brigade 62 „Unterweser“ in der Kohlhökerstraße 61 (später verlegt in die Holleralle 81), die Marinebrigade 2 sowie die Reiter-SA. In den Jahren nach dem Röhm-Putsch 1934 verlor die SA in Bremen zusehends ihre Macht gegenüber der SS. Sie blieb zwar eine starke und große Gruppe, hatte sich aber der SS unterzuordnen.

Zu Beginn des Jahres 1930 bildete sich in Bremen eine Gruppe der Hitler-Jugend (HJ). Im Jahre 1932 stieg die Mitgliederzahl von 150 auf 300 an. Während die Bremer HJ-Gruppe in ihren Anfangsjahren ein Unterbann gewesen war, wurde sie im Oktober 1932 ein Bann und 1933 ein Oberbann, der dem Gebiet „Nordsee“ in Oldenburg unterstand. Nach der Machtergreifung erhöhte sich die Mitgliederzahl erheblich durch Neueintritte und die Zwangseingliederung der Bündischen Jugend sowie der Stahlhelmjugend im April 1933. In Bremen befand sich außerdem die HJ-Leitung des NSDAP-Gaus Weser-Ems. Der Bremer Oberbann hatte die Nummer 75 erhalten.

Der Nationalsozialistische Lehrerbund (NSLB) hatte bereits 1930 eine kleine Ortsgruppe in Bremen gebildet, die allerdings vorerst bedeutungslos blieb. Ihr Vorsitzender war Walther Kreikemeyer. Ab 1933 wuchs der Einfluss des NSLB auf das Bremer Schulleben. Die Mitglieder vertraten die NS-Ideologie an den Schulen und sorgten dafür, dass Lehrer, die das System möglicherweise nicht unterstützten, entlassen wurden. Das „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ vom 11. April 1933 schloss zudem alle sogenannten „Nichtarier“ vom Staatsdienst aus. Außerdem betrieb der NSLB später in Kooperation mit der NSV die Kinderlandverschickung. Kreikemeyer wurde noch 1933 zum Gauobmann und ein Jahr später zum Kreisamtsleiter ernannt. Der Hauptsitz der Vereinigung, die Kreisverwaltung, befand sich am Domshof, bevor man 1942 aufgrund von Zerstörungen durch alliierte Luftangriffe dazu gezwungen war, in das Haus Schüsselkorb 3 umzuziehen.

Auch in Bremen bildete sich, wie überall im Reich, zu Beginn der 1930er Jahre die Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation (NSBO). Die Gründung in der Hansestadt erfolgte im Januar 1931. Sie fungierte in den Betrieben als Gewerkschaft. Bereits ein Jahr später zählte die Bremer NSBO knapp 1.500 Mitglieder. Einen Aufschwung erlebte die NSBO durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933. So konnte sie etwa bei den Bremer Betriebsratwahlen im März des gleichen Jahres bereits 25 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Die Feiern zum Tag der Arbeit (1. Mai) wurden von ihr organisiert, nachdem einige ihrer Mitglieder bereits am 18. April für kurze Zeit das Gewerkschaftshaus besetzt hatten. Eine erneute Besetzung erfolgte am 2. Mai. Dabei wurden die Gewerkschaftsführer durch NSBO-Funktionäre ersetzt und die einzelnen Gewerkschaften zur Deutschen Arbeitsfront (DAF) gleichgeschaltet. Die DAF besaß im Juni 1933 in Bremen bereits gut 12.000 Mitglieder und hatte im Mai 1934 27 Ortsgruppen, die in Betriebszellen, Straßenzellen und Straßenblockzellen unterteilt waren. Im Herbst 1934 wurde die Berufsschule der DAF mit Sitz Am Wall 179 gegründet, die zwei Jahre später in Reinhold Muchow-Schule umbenannt wurde. Die Organisation, der 1938 bereits 53 Bremer Ortsverwaltungen angehörten, besaß ein großes Netz an Untergruppen, mit denen sie versuchte, sämtliche Betriebe zu kontrollieren. In den Kriegsjahren oblag der DAF sowohl die Aufsicht über die Arbeitslager der Kriegsgefangenen in Bremen als auch über die Arbeit der Frauen in den Fabriken. Die letzte Propagandaveranstaltung der Deutschen Arbeitsfront in Bremen fand am 18. Januar 1945 in der Glocke statt.

Am 15. Mai 1931 wurden 30 Bremer SA-Mitglieder vom Oldenburger SA-Brigadegeneral Herzog zur ersten Bremer Schutzstaffel (SS) ernannt. 1931 übernahm Otto Löblich die Führung des neuen SS-Sturms. Die Stadt wurde 1932 Sitz des Sturmbanns II/24, der seinen Sitz im Herdentorsteinweg 37 hatte. Allerdings wurde dieser später ausgelagert. 1933 zählte die SS in Bremen bereits 200 Mitglieder. Bremen war Hauptstützpunkt des Abschnitts XIV. Die Abschnittszentrale lag zunächst in der Lothringer Straße, dann in der Rembertistraße 18 und seit 1936 im Haus Riensberg, dem heutigen Focke-Museum. Die Bremer SS hatte die Kontrolle über die Standarte 88. Im Zweiten Weltkrieg waren viele SS-Mitglieder zum Militär eingezogen, weshalb der Einfluss der Organisation in diesen Jahren schwand.

Die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV) hatte, nachdem sie 1933 als Fürsorgeorganisation der NSDAP gegründet worden war, ihren Bremer Hauptsitz im Haus Schüsselkorb drei. Im Wesentlichen übernahm sie Wohlfahrtsaufgaben, die vorher kirchliche Organisationen ausgeführt hatten. Im Krieg sammelte sie Spenden, organisierte die Kinderlandverschickung, kümmerte sich um Flüchtlinge und Ausgebombte und richtete Volksküchen ein. Im Jahre 1940 zog die Hauptdienststelle in die Rockwinkler Landstraße 69, den sogenannten Hartmannshof, um.

In der Delbrückstraße Nummer 18 befand sich der Sitz der „Motorgruppe Nordsee“ des 1934 aus der Motor-SA ausgegliederten Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK). Ihr Einflussgebiet war der NSDAP-Gau Weser-Ems. Die Gruppe verfügte über die Motorbrigade 62 in der General-Ludendorff-Straße Nummer 132. Im Bremer Ortsteil Strom führte der NSKK eine Motorsportschule.

Die Deutsche Wehrmacht war nach der Remilitarisierung im Jahre 1935 auch in Bremen vertreten. Der Stab der 22. Division befand sich in der Rembertistraße 28. Die Kaserne an der Stader Straße beherbergte das Infanterieregiment 65 sowie das III. Bataillon. Darüber hinaus war dort die Nebelabteilung 2 ansässig. Ein weiteres Bataillon, die Panzerabwehr, das Artillerieregiment 58 und die Nachrichtenabteilung waren in der Kaserne am Niedersachsendamm links der Weser untergebracht. Die einzelnen Standorte waren vor dem Krieg relativ festgelegt, wurden in den Jahren 1939 bis 1945 allerdings in regelmäßigen Abständen verändert und gewechselt. Die Kriegsmarine hatte ihren Bremer Sitz in der Bahnhofsstraße 32, und der Luftwaffe stand ein Areal am Bremer Flughafen zu.

Wie im gesamten Deutschen Reich zu jener Zeit wurde die Gerichtsbarkeit auch in Bremen stark vereinfacht und vereinheitlicht. Dadurch fielen ab 1939 mehrere Gerichte zum Teil oder auch vollständig weg.

Mit einem Gesetz vom 14. September des Jahres 1933 wurde ein Oberverwaltungsgericht in der Stadt eingerichtet. Die Justizkontrolle der Nationalsozialisten führte zu einem Bruch mit einer bremischen Tradition. Bis dato waren die Präsidenten des Landgerichts Bremen in der Selbstverwaltung der Richterschaft durch das Vertrauen der Mitrichter ins Amt gewählt worden. Nachdem allerdings Dr. Adolf Meyer am 31. März 1936 in den Ruhestand getreten war, wurde sein Nachfolger Dr. Karl Rüther direkt von Roland Freisler, dem damaligen Staatssekretär des Reichsjustizministeriums und späteren Präsidenten des Volksgerichtshofs, ernannt.

Am 28. August 1939 kam es zur Verabschiedung des Erlasses über die Vereinfachung der Verwaltung. Dieser hatte für Bremen nennenswerte Folgen. Zum einen wurde in der Folge das Finanzgericht Bremen, welches mit Beamten der Finanzämter besetzt war, aufgelöst und zum anderen besagte Abschnitt IV Absatz 2 der Verordnung, dass es im Ermessen der zuständigen Verwaltung läge, ob ein verwaltungsgerichtliches Verfahren stattfinden sollte. Da die Verwaltung dies oftmals nicht für nötig hielt, gingen beim Verwaltungsgericht kaum noch Einträge oder Klagen ein. Es blieb zwar bestehen, es gab jedoch nur noch sehr selten Verhandlungen. Das Amtsgericht Bremen wurde 1943 aufgelöst und aufgeteilt.

Am 15. März 1940 richtete man beim Landgericht Bremen ein Sondergericht ein. Dessen nominellen Vorsitz übernahm der Landgerichtspräsident Dr. Karl Rüther. Sein Vertreter war der Landgerichtsdirektor Dr. Emil Warnken, der in der Regel die Sitzungen des Gerichts leitete. Bei den Verhandlungen, die in der Regel gut zwei Monate dauerten und öffentlich gehalten wurden, waren ein Vorsitzender, zwei richterliche Beisitzer und ein Anklagevertreter anwesend. Die Anklagebehörde führte Dr. Eduard Loose. Dem Sondergericht war eine spezielle Abteilung der Staatsanwaltschaft unter Leitung des Ersten Staatsanwaltes Dr. Waldemar Seidel zugeordnet.

Dem Sondergericht Bremen oblag die Klärung bestimmter Gesetzeszuwiderhandlungen in den Zeiten des Krieges, wie etwa das Hören ausländischer Radiosender und kritische Äußerungen gegen den Staat oder seine Führung („Heimtücke“), Straftaten unter Ausnutzung der Verdunklungspflicht, Plünderungen nach Luftangriffen, Verstöße gegen die Lebensmittelrationierung und Diebstahl bei der Post und der Eisenbahn („Volksschädigung“) sowie der verbotene Umgang mit beispielsweise Kriegsgefangenen.

Zwar stand den Angeklagten ein Verteidiger zu, trotzdem wurde meist gegen sie entschieden. Eine Wiederaufnahme der Verfahren war durchaus möglich, sie wurde aber äußerst selten angewendet; auch zugelassene Begnadigungsgesuche der Verurteilten hatten kaum Erfolg.

Von 1940 bis 1945 wurden vor dem Sondergericht 911 Personen in 536 Verfahren angeklagt. 108 Freisprüchen, 83 Geldstrafen, 700 Freiheitsstrafen und vier Begnadigungen standen 55 Todesurteile gegenüber, von denen 43 vollstreckt wurden – zumeist im Gefängnis des Oberlandesgerichts Hamburg und in Bemen angekündigt durch rote Plakate. Für Gewöhnlich wurden Todesurteile nur gegen „Volksschädlinge“ ausgesprochen. Ab 1943 waren die Strafgesetze mit Blick auf den sich intensivierenden Bombenkrieg und die schlechte Allgemeinlage massiv verschärft worden, um abschreckende Beispiele zu schaffen.

Die letzte Gerichtsverhandlung fand am 24. April 1945, also drei Tage vor dem Einmarsch der Alliierten, statt. Drei Tage später lösten die Briten alle deutschen Gerichte auf.

Knapp elf Monate nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde am 25. November 1933 mit dem Bau einer Autobahn in Bremen begonnen. Der erste Spatenstich wurde mit viel Propagandaaufwand begangen und der Bau als gelungene Arbeitsbeschaffungsmaßnahme dargestellt. Tatsächlich setzte man zum Bau in der Mehrheit Notstandsarbeiter ein. Derartige Maßnahmen wurden gemäß dem Gesetz über die Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung vom Juli 1927 von der Reichsanstalt mit Darlehen und Zuschüssen gefördert, wenn die Arbeiten im öffentlichen Interesse lagen. Gab es im April 1931 im Arbeitsamtbezirk Bremen noch 467 Notstandsarbeiter, sank ihre Zahl bis zum 31. März 1932 auf vier. Die Nationalsozialisten brauchten sie jedoch, um ihre ehrgeizigen Bauvorhaben verwirklichen zu können, und so waren am 31. Januar 1934 bereits 2.588 registriert.

Während der Bauphase, die für die Anwohner wegen des Lärms und des Schmutzes sehr anstrengend war, fand vom 9. bis 24. Juni 1934 auf der Bürgerweide nördlich der Altstadt die Leistungsschau der bremischen Wirtschaft statt. Die politische Führung der Stadt wollte sie als Entschädigung für die Unannehmlichkeiten verstanden wissen. Diese im Bremen der Nachkriegszeit auch als Braune Hansamesse bezeichnete Veranstaltung wurde vom Institut für deutsche Wirtschaftspropaganda geplant und organisiert. Aussteller waren unter anderem Industrie- und Landwirtschaftsbetriebe, kulturelle Einrichtungen, verschiedene nationalsozialistische Organisationen und die öffentlichen Verkehrs- und Entsorgungsbetriebe der Stadt, die über ihre Arbeit informierten oder neue Produkte vorstellten.

Kurz darauf übernahm die Stadt das Weserstadion von Werder Bremen und änderte den Namen in Bremer Kampfbahn. Von da an spielte Sport dort nur noch eine untergeordnete Rolle. Vorrangig wurde die Grasfläche für Parteiversammlungen der NSDAP oder Propagandaveranstaltungen wie etwa den Tag der Wehrmacht genutzt. Auch fanden hier ab Sommer 1934 Luftschutzübungen statt.

Am 25. Juli 1936 gab man die Autobahn von Bremen nach Hamburg für den Verkehr frei. Gut drei Wochen darauf, am 17. August, einen Tag nach der Schlussfeier der Olympischen Sommerspiele in Berlin war Bremen Schauplatz der sogenannten NachOlympischen Spiele. Bei dieser Veranstaltung traten japanische Schwimmer gegen die deutsche Olympiamannschaft an, und es fanden auf der Kampfbahn internationale Leichtathletikwettkämpfe sowie Vorführungen deutscher und finnischer Turner statt. Zudem wurde ein Handballspiel der US-amerikanischen Männer-Handballnationalmannschaft gegen eine niedersächsische Auswahl ausgetragen.

Etwas mehr als ein Jahr später, am 27. November 1937, erfolgte mit der Eröffnung der sogenannten Blocklandautobahn eine Verlängerung des Bremer Abschnitts. Das neue Stück besaß zwei Abfahrten (Bremen-Mitte und Lesum) und wurde im Beisein von Fritz Todt, dem Generalinspekteur des deutschen Straßenwesens, eingeweiht.

Im Jahr 1938 folgte vom 25. Mai bis zum 19. Juni eine weitere große Ausstellung. Sie trug den Namen Bremen – Schlüssel zur Welt und fand in 18 Hallen auf der Bürgerweide statt. 1939 richtete man in der Georgstraße ein Ledigenheim ein. Das Haus war ursprünglich eine Herberge zur Heimat, in welcher wandernde Handwerksgesellen, Obdachlose und Ortsfremde eine Unterkunft für die Nacht finden konnten. Bereits 1936 war es in ein Volksgasthaus umgewandelt worden. Am 1. Juli 1939 feierte man die Einweihung der Westbrücke. Für ihre Errichtung, die drei Jahre dauerte, musste ein Teil des Stephaniviertels abgerissen werden. Bei der offiziellen Übergabe taufte man die Konstruktion auf den Namen Adolf-Hitler-Brücke. Dafür musste die Große Weserbrücke diesen Namen abgeben, den sie bereits seit dem 1. April 1933 trug, und hieß von nun an Lüderitz-Brücke.

Das offizielle Nachrichtenblatt der NSDAP in Bremen war bis 1945 die Bremer Zeitung (BZ), die seit dem 10. Januar 1931 zwei Mal wöchentlich unter dem Namen Bremer Nationalsozialistische Zeitung erschien. Sie kostete im Einzelpreis 15 Reichspfennige und im Monatsbezug 2,30 Reichsmark. Gedruckt wurde die Zeitung anfangs in Oldenburg, danach bis zum 21. April 1945 in Bremen und bis zum 28. April in Saade bei Osterholz-Scharmbeck. Ab dem 1. August 1931 erschien sie werktäglich, später an allen sieben Wochentagen. Durch mehrmalige Verbote in der Weimarer Republik und eine anfangs geringe Auflage von lediglich 3.000 Exemplaren war die Finanzierung häufig gefährdet. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten änderte sich dies trotz stark ansteigender Auflage von 18.000 Exemplaren im Juni 1933 auf 32.000 im Folgemonat nicht. Die Zeitung musste vom Staat gefördert werden. Am 1. November 1933 erfolgte die Umbenennung in Bremer Zeitung, und im Mai 1934 übernahm der NS-Gauverlag Weser-Ems GmbH Bremen den Druck und erhöhte die Auflage bis 1937 auf 35.000 Exemplare. Die Zeitung diente hauptsächlich der Parteipropaganda und im Krieg der Verbreitung von Durchhalteparolen.

Wie im gesamten Deutschen Reich versuchte die NSDAP auch in Bremen von Anfang an jeglichen Widerstand zu unterdrücken. Allein im ersten Jahr der nationalsozialistischen Herrschaft wurden in der Hansestadt 1.400 Personen in Schutzhaft genommen, 450 wegen „Hochverrats“ verhaftet und 26 vor Gericht gestellt. Im Polizeihaus Am Wall wurden die aus politischen Gründen Festgenommenen verhört und danach in Gefängnisse bzw. Zuchthäuser verbracht, woran heute eine Gedenktafel erinnert. Eine sogenannte "Sonderbehandlung" erfuhren die Häftlinge im "Gossel-Haus", dem vormaligen Roten Haus der KPD am Buntentorsteinweg 95. In der Ostertorwache saßen die Häftlinge der Gestapo ein. In den Wallanlagen wurde 1984 eine von dem DDR-Bildhauer Fritz Cremer gestiftete Skulptur "Der Freiheitskämpfer" aufgestellt, die Cremer seinen ermordeten Freunden aus der Schulze-Boysen/Harnack-Gruppe widmete.

Im Gebäude des Landgerichts Domsheide 16 tagte von 1940 bis 1945 ein sogenanntes "Sondergericht", das politische Gegner, aber auch unzufriedene "Meckerer", ebenso zahlreiche ausländische Zwangsarbeiter verfolgte. 54 Todesurteile wurden verhängt, darunter über einen 17jährigen Polen, woran eine Gedenktafel erinnert.

Die jüdische Gemeinde in Bremen zählte anfangs 1933 1.438 Mitglieder . und stellte damit 0,2 Prozent der städtischen Bevölkerung. Die Hauptsynagoge befand sich in der Kolpingstraße 6. Sie war 1876 nach Plänen von J. D. Dunkel gestaltet worden. Eine weitere kleinere, gut 100 Besucher fassende Synagoge stand im Ortsteil Aumund in der Kirchenstraße. Die Gemeinde besaß mit dem jüdischen Friedhof in der Hastedter Deichbruchstraße auch eine eigene Begräbnisstätte.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden der jüdische Friedhof verwüstet und viele jüdische Gräber geschändet. Geschäfte und Privathäuser jüdischer Eigentümer wurden geplündert, zum Teil auch zerstört. Beide Bremer Synagogen fielen der Zerstörungswut der SA zum Opfer. Am Standort der ehemaligen Synagoge in der Kolpingstraße 4-6 erinnert seit 1982 am Kolpinghaus eine Gedenktafel an dieses Geschehen.

In dieser „Reichskristallnacht“ wurden fünf jüdische Bremer ermordet. An sie erinnert seit 1982 ein von Hans D. Voss geschaffenes Mahnmal in der Nähe des Landherrnamtes. Zweien der Opfer zu Ehren, einem Ehepaar, wurde 1985 auf Initiative von Schülern in "Goldbergplatz" (Burglesum) benannt.

In den darauffolgenden Tagen wurde die überwiegende Mehrheit der männlichen Juden - u.a. 160 von ihnen ins Zuchthaus Oslebshausen - zusammengetrieben und in verschiedene Konzentrationslager abtransportiert, wo sie jedoch nur kurze Zeit bleiben mussten, bevor sie nach Bremen zurückkehren durften. Hier wurde ihnen nahegelegt, so bald wie möglich mit ihren Familien ins Ausland zu emigrieren. Nachdem die Reichszentrale für jüdische Auswanderung zunächst die Auswanderung der deutschen Juden in die Wege leitete, wurde sie seit ihrer Zwangsvereinigung mit der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland am 4. Juli 1939 völlig abhängig von den Behörden und verlor im Laufe der nächsten drei Jahre immer mehr an eigenen Handlungsmöglichkeiten. Spätestens seit Kriegsbeginn im September 1939 wurde es deutschen Juden nahezu unmöglich, Deutschland zu verlassen. Bis 1941 gelang etwa 930 Bremer Juden die Auswanderung.

Wegen der politischen Situation und der antisemitischen Stimmung in der Bevölkerung dienten seit der „Reichskristallnacht“ Privathäuser als provisorische Synagogen, wie etwa das Haus in der Kohlhökerstraße 6. Bekannt ist, dass bis mindestens 1941 auch die Häuser in der Parkstraße 7 und in der Löningstraße 3 von Juden bewohnt waren. Aus diesem Grunde wurden sie als Judenhäuser bezeichnet. Auch der jüdische Friedhof wurde nachweislich bis zum Jahre 1941 – vermutlich sogar bis 1945 – weiter genutzt.

Jüdische Kinder wurden nach der Reichskristallnacht vom Schulunterricht „dispensiert“. Ersatzweise wurden Schüler der ersten und zweiten Klasse seit Sommer 1939 in der Kohlhöckerstraße 6 unterrichtet. Im Herbst 1941 mussten die Kinder zu einem sogenannten „Schulausflug“. Dieser „Schulausflug“, auf den sich die ca. 50 Kinder sehr freuten, führte sie und ihre Lehrer in ein Konzentrationslager. Keines der Kinder überlebte diese Tragödie.

Seit September 1941 war Juden im gesamten Deutschen Reich vorgeschrieben, auf der Brust einen deutlich sichtbaren gelben Judenstern zu tragen. Dadurch sollte jeder, der laut Gesetz als „Rassejude“ galt, schon von weitem erkennbar sein. Nur knapp zwei Monate später, am 18. November 1941, mussten 440 Juden vor der Schule Am Barkhof antreten. Gemeinsam mit Gefangenen aus dem Regierungsbezirk Stade marschierten sie anschließend zum Lloydbahnhof und wurden von dort mit Zügen ins Ghetto Minsk deportiert. Dort mussten sie knapp acht Monate lang Zwangsarbeit verrichten, bevor sie am 28. oder 29. Juli 1942 umgebracht wurden; nur sechs dieser aus Bremen deportierten Juden überlebten. Seit 1991 erinnert eine Tafel am Hauptbahnhof links des Haupteingangs an den Überfall auf die Sowjetunion und die danach erfolgte Deportation Bremer Juden in die Todeslager von Minsk.

Zu Opfern wurden auch die Bewohner des jüdischen Altenheimes in der Gröpelinger Heerstraße Nummer 167. Damals lebten noch 254 Juden in Bremen. 114 von ihnen wurden am 23. Juli 1942 ins Ghetto Theresienstadt gebracht. Einige überlebten und kehrten nach dem Ende des Krieges zurück, doch viele wurden in das KZ Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet.

In Bremen überlebten neben denjenigen, die rechtzeitig hatten fliehen können, fast ausschließlich Juden den Nationalsozialismus, die in so genannten Mischehen, also zusammen mit einem nichtjüdischen Ehepartner lebten. Ein Beispiel dafür ist der letzte kommissarische Verwalter der Gemeinde und Vertreter der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland, Karl Buck.

Seit 1934 wurden politische Häftlinge, die in Bremen erfasst wurden, in das KZ Sachsenhausen oder das KZ Oranienburg transportiert. Während des Krieges befanden sich verschiedene Konzentrations- und Arbeitslager in Bremen. Alle waren Außenlager des KZ Neuengamme. Die Insassen aller Bremer Lager mussten Zwangsarbeit in der Stadt verrichten. Sie dienten unter anderem in Fabriken und Werften. Durch Hunger, Kälte und Seuchen kamen hunderte von ihnen ums Leben.

Das Lager Mißler war das erste Arbeitslager in Bremen. Es wurde bereits am 31. März 1933 auf dem Gelände der Firma Mißler an der Walsroder Straße errichtet. Die etwa 170 Häftlinge waren vorwiegend Sozialdemokraten und Kommunisten. Die Insassen wurden durch die Lageraufsicht, eine von der SS gestellte Hilfspolizei, schwer misshandelt, weshalb anschließend SA-Mitglieder die Bewachung übernahmen. Die Zustände änderten sich jedoch nicht. Am 11. September 1933 räumte man das Lager. Die Insassen wurden anschließend entweder nach Langlütjen gebracht oder mussten auf dem Spülfeld Ochtumsand Zwangsarbeit leisten.

Im Oktober 1943 wurden 3.000 polnische, französische und sowjetische Häftlinge aus unterschiedlichen Lagern ins neue KZ Farge verlegt. Dort sollte der U-Bootbunker „Valentin“ entstehen. Für den Bau wurden insgesamt etwa 13.000 Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge in die Nähe Farges deportiert, von denen die meisten außerhalb Bremens gefangen gehalten wurden. Die Lager lagen etwa drei bis vier Kilometer von der Baustelle entfernt und bestanden unter anderem aus einem unterirdischen Treibstoffbunker mit provisorischem Dach und einigen Baracken. Lagerleiter des KZ Farge war der Hauptsturmführer der Reserve der Waffen-SS Ulrich Wahl. Die Bewachung der Lager und der Bunkerbaustelle erfolgte durch 600 Marinesoldaten aus dem Marinegemeinschaftslager I. Insgesamt befanden sich sieben Lager in dem Heidegebiet zwischen Farge und Schwanewede. Die Lebens- und Arbeitsbedingungen waren sehr schlecht, und mindestens 553 der Insassen kamen ums Leben. Vermutlich starben mehr als 6.000 Menschen während der Bauarbeiten.

Nachdem die Lager Bahrsplate und Schützenhof geräumt und ihre Gefangenen ins Lager Farge verlegt worden waren, befanden sich dort zeitweise über 5.000 Personen. Am 10. April 1945 wurde auch das Lager Farge geräumt. Die gesundheitlich angeschlagenen Häftlinge wurden mit einem Zug zu einem Lager in Sandbostel transportiert, die anderen mussten dorthin marschieren. Eine letzte Gruppe brachte man mit dem Zug zurück ins KZ Neuengamme.

Die Hindenburgkaserne befand sich an der Boßdorfstraße. Am 2. August 1944 trafen mit dem Zug 500 jüdische Ungarinnen aus dem KZ Auschwitz-Birkenau in Bremen ein und wurden zur Kaserne geführt. Schlafen mussten sie in den Pferdeställen. Ende des gleichen Monats folgte ein weiterer Transport mit 300 polnischen Jüdinnen, die ebenfalls aus Auschwitz kamen. Die 800 Frauen mussten in der Stadt Zwangsarbeit leisten und unter anderem bei den Aufräumarbeiten nach Luftangriffen helfen. Lagerführer war in den Anfangswochen der SS-Unterscharführer Peter Pittmann und ab Mitte September der SS-Hauptscharführer Johann Hille. Am 26. September starben zwei der Frauen, die wegen Krankheit im Lager geblieben waren, bei einem Bombenabwurf. Noch am selben Tag wurden die übrigen Insassinnen ins neue Lager Obernheide verlegt.

Das Lager Neuenland auf dem Gelände der Stahlwerke bestand als Außenlager Neuengammes vom 16. August bis zum 28. November 1944. (Die Bezeichnung ist irreführend, da Neuenland normalerweise die Gegend um den Bremer Flughafen beschreibt.) Lagerleiter war der SS-Obersturmführer Hugo Benedict. Die etwa 1.000 französischen und sowjetischen Kriegsgefangenen mussten hauptsächlich auf der AG Weser Luftschutzarbeiten verrichten. So sollte etwa ein Dock mit Beton geschützt und zum U-Bootbunker „Hornisse“ umgebaut werden. Für diese Arbeiten wurden auch Häftlinge aus den Lagern Blumenthal und Schützenhof herangezogen. Im fertigen Zustand sollte der Bunker eine Länge von 360 Metern und eine Breite von 60 Metern besitzen; er wurde jedoch nie vollendet.

Nachdem wegen Treibstoffmangels auf den Transport mit LKW verzichtet wurde, mussten die Zwangsarbeiter den knapp fünf Kilometer langen Weg zu den Arbeitsstätten zunächst zu Fuß zurück legen. Weil dies zu zeitaufwändig war, wurde das Lager Neuenland geräumt. Die Gefangenen wurden in das neue Lager Osterort verlegt.

In der Bremer Automobilfabrik Borgward arbeiteten ungefähr 3.000 Zwangsarbeiter. Damit stellten sie fast die Hälfte aller Arbeiter. Die Firma besaß auch ein eigenes kleines Arbeits- und Konzentrationslager. Es wurde am 25. August 1944 von der SS für 1.000 männliche Gefangene errichtet. Das Lager bestand gute zwei Monate, bevor man es am 12. Oktober wieder schloss. Die Häftlinge wurden zum Teil ins Stammlager zurücktransportiert oder aber ins Außenlager Lerbeck.

Das am 6. September 1944 von der SS übergebene Lager in Blumenthal diente als Außenlager des KZ Neuengamme und befand sich auf der Bahrsplate, einer großen Wiese direkt an der Weser. Lagerleiter war der SS Oberscharführer Richard-Johann von Endt. Anfangs waren etwa 800 männliche Gefangene inhaftiert. Ein Teil von ihnen, etwa 650 Juden, musste auf der AG Weser arbeiten. Dazu wurden sie mit dem Schiff weseraufwärts transportiert. Als die zunehmende Gefahr von Luftangriffen dies unmöglich machte, verlegte man dieses Arbeitskommando im Dezember ins Lager Schützenhof. Die anderen Insassen arbeiteten ebenfalls für die AG Weser, allerdings auf dem nahen Gelände der Bremer Woll-Kämmerei, wo sie Turbinen für U-Boote zusammensetzten. Inzwischen hatte man das Lager nach der Verlegung des einen Kommandos mit neuen Häftlingen aus dem KZ Neuengamme auf 929 Insassen vergrößert. Diese stammten aus vielen verschiedenen Nationen, darunter die Sowjetunion, Frankreich, Belgien und Polen. Am 9. April 1945 löste die SS das Lager Blumenthal auf. Während die jüdischen Gefangenen ins KZ Bergen-Belsen transportiert wurden, kamen die übrigen in das Lager Farge. Von dort aus mussten sie nach Bremervörde marschieren, von wo aus sie per Zug zurück ins KZ Neuengamme gebracht wurden. Einige wenige brachte man auch ins Auffanglager Sandbostel.

Nach der Räumung der Hindenburgkaserne verlegte man die 800 Insassinnen in das neue Lager Obernheide in Stuhr, das aus drei Baracken bestand. Lagerführer war der SS-Hauptscharführer Johann Hille und Oberaufseherin Gertrud Heise. Die Frauen mussten wie zuvor Aufräumarbeiten leisten. Einige von ihnen waren jedoch als Zwangsarbeiter auch den Firmen Lüning & Sohn sowie Rodiek zugeteilt. Für Rodiek wurde eigens das Zweiglager Uphusen errichtet. Zunächst erfolgte der Transport zu den Arbeitsstellen mit dem Zug, nach der Zerstörung des Stuhrer Bahnhofes mit einem LKW. Als der Treibstoff knapp wurde, mussten die Frauen den mehr als 20 Kilometer weiten Weg zu Fuß zurücklegen. Mindestens zehn Inhaftierte des Lagers Obernheide kamen ums Leben. Schließlich wurden die Baracken am 4. April 1945 geräumt. Nach einem langen Fußmarsch trafen die Gefangenen in Uesen mit den Insassen des Lagers Uphusen zusammen und mussten weiter nach Verden laufen, von wo aus sie ein Güterzug ins KZ Bergen-Belsen brachte.

Das Lager Osterort war der Nachfolger des Lagers Neuenland und übernahm alle Gefangenen. Seine Baracken befanden sich auf dem Firmengelände der Norddeutsche Hütte AG. Lagerleiter war wie in Neuenland Hugo Benedict. Wie zuvor im alten Lager mussten die meisten Häftlinge beim Bau des U-Bootbunkers „Hornisse“ mithelfen. 50 der 1.000 Insassen wurden jedoch einem eigenen Arbeitskommando zugeordnet. Sie wurden am Hochofen der Norddeutsche Hütte AG eingesetzt. Die Räumung des Lagers erfolgte am 6. April 1945. Die Gefangenen wurden zunächst ins Lager Farge verlegt. Von dort aus wurde ein Teil zum KZ Neuengamme und ein anderer Teil zum Auffanglager Sandbostel bei Bremervörde transportiert.

Im Lager Schützenhof unweit der AG Weser wurden ab Dezember 1944 etwa 650 Juden gefangen gehalten, die aus dem Lager Blumenthal dorthin verlegt worden waren. Ihre Hauptaufgabe war der Bau des Bunkers „Hornisse“. In den letzten Kriegswochen sank wegen Materialmangels der Bedarf an Arbeitskräften, und ein Teil der Zwangsarbeiter musste Aufräumarbeiten in der Stadt leisten. Am 25. März 1945 lebten noch 582 Insassen, nachdem über 200 Gefangene durch Erschöpfung und Unterernährung ums Leben gekommen waren. Am 8. April verlegte man die Häftlinge ins Lager Farge, von wo aus sie zwei Tage später entweder zurück ins KZ Neuengamme, ins KZ Bergen-Belsen oder ins Lager Sandbostel transportiert wurden.

Im Oktober 1944 genehmigte die SS den Bau eines Arbeitslagers in Uphusen, unweit der bremischen Grenze. Es sollte als Zweiglager des Lagers Obernheide fungieren. Am 7. Februar 1945 wurden etwa 100 ungarische Jüdinnen nach Uphusen verlegt. Das Lager bestand aus einer Baracke auf dem Gelände der Firma Rodiek. Dort wurden die Frauen hauptsächlich zur Zwangsarbeit in der Betonherstellung herangezogen. Ein kleinerer Teil der Insassinnen musste in Uesen für die Firma Diedrich Rohlfs arbeiteten, die Behelfsheime fertigte. Am 4. April wurde das kleine Lager geräumt, und die Gefangenen wurden nach einem Fußmarsch bis Verden von dort aus zusammen mit den Insassinnen des Lagers Obernheide, die in Uesen zu ihnen gestoßen waren, ins KZ Bergen-Belsen transportiert.

Der Krieg berührte Bremen zunächst nur am Rande. Allerdings war die Stadt ein bedeutender industrieller Standort. Hier befanden sich mehrere Werften, die der Kriegsschiffproduktion dienten, und einige Flugzeugfabriken. Deshalb herrschte permanent Alarmbereitschaft, da man wegen der großen Bedeutung Bremens für die Rüstungswirtschaft damit rechnete, schon bald zum Ziel alliierter Luftangriffe zu werden.

Ab etwa 1942 wurde begonnen, für die Waffenproduktion sogenannte „Metallspenden“ zu sammeln. Zu diesem Zweck wurden auch zahlreiche Bronzefiguren von Bremer Denkmälern, Standbildern und Brunnen abmontiert und eingeschmolzen. Auf diese Weise vernichtet wurden beispielsweise das Gustav-Adolf-Denkmal, der Wilhadibrunnen, das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges (6. Juni), das Kaiser Wilhelm I.-Denkmal (6. Juni) und die erste Franzius-Büste.

Am 24. März 1940 warfen britische Flugzeuge über der Stadt, die zu diesem Zeitpunkt etwa 425.000 Einwohner zählte, mehrere zehntausend Flugblätter ab, die vor einem nahen Luftangriff warnten. Dieser erfolgte knapp zwei Monate später am 18. Mai 1940. 16 Menschen kamen dabei ums Leben. Am 4. Juni erließen die Briten die erste Bremen betreffende Bomberdirektive, in der Ölraffinerien und Flugzeugwerke als primäre Ziele festgelegt wurden. Im Juli setzte die zweite Bomberdirektive für Bremen Werften an die erste Position. Die dritte Bomberdirektive vom 30. Oktober sah die Demoralisierung der Bevölkerung durch nächtliche Flächenbombardements vor. Ab September flogen die Briten regelmäßig Nachtangriffe. Durch diese großflächigen Bombardierungen intensivierten sich die Schäden, die zuvor recht gering geblieben waren. Die nächste Bomberdirektive für Bremen verlegte das Hauptaugenmerk der Royal Air Force auf die Fabriken für Jagdflugzeuge und U-Boote. Die Lage änderte sich, als der Großteil der deutschen Jagdflugzeuge aus Bremen für den Krieg gegen die Sowjetunion abgezogen wurde. In der Nacht vom 12. auf den 13. Februar 1941 erfolgte ein gezielter Bombenabwurf auf die Focke-Wulf Flugzeugwerke. In den frühen Morgenstunden des 21. Oktobers warfen 92 britische Flugzeuge rund 140 Tonnen Bomben über Bremen ab.

Im darauffolgenden Jahr setzten die Briten beim ersten größeren Angriff am 26. Januar 1942 1.000 Maschinen ein. 49 von ihnen konnten abgeschossen werden. In der Stadt wurden jedoch 600 Häuser zerstört, und 86 Menschen kamen ums Leben. Die folgenden Angriffe wurden von einer geringeren Zahl an Flugzeugen ausgeführt, brachten aber erheblich mehr Schaden. Das nächste größere Bombardement wurde in der Nacht vom 3. auf den 4. Juni geflogen. Dabei fielen 246 Tonnen Bomben auf Bremen. Ende Juni, in der Nacht vom 25. auf den 26. erfolgte ein Großangriff mit 713 britischen Flugzeugen, die 1.450 Tonnen Bomben abwarfen.

Seit 1943 ließen auch die USA Angriffe gegen Bremen fliegen. So griff Anfang des Jahres die 8. United States Air Force, die so genannte Mighty Eighth, am Tage Industrieanlagen an. Die Briten beschränkten sich weiterhin auf Nachtangriffe. Die Hauptziele der amerikanischen Flüge waren der Bremer Vulkan (18. März), Focke-Wulf (17. April) sowie die AG Weser und die Atlas-Werke (13. Juni). Berichten zufolge sollen die Amerikaner bei diesen Angriffen trotz der inzwischen stark geschwächten Verteidigungslinien in Bremen erhebliche Verluste erlitten haben. Die schweren Nachtangriffe der Briten häuften sich wieder ab dem 8. Oktober. Nach und nach glich Bremen immer mehr einem großen Trümmerfeld. Die restlichen Industrieanlagen wurden vorsorglich evakuiert. Zahlreiche Kinder mussten zu ihrem eigenen Schutz im Zuge der Kinderlandverschickung Bremen verlassen. Während des Angriffes am 20. Dezember brannte unter anderem die Neue Börse am Marktplatz ab.

Der schwerste Luftangriff des ganzen Krieges traf die Stadt in der Nacht vom 18. auf den 19. August 1944. 273 Bomber entriegelten Bomben mit einem Gesamtgewicht von 1.120 Tonnen über dem dichtbebauten Westen der Stadt. 1.053 Personen starben dabei. Am 30. August warfen amerikanische Bomber noch einmal 917 Tonnen Sprengkörper ab. 246 Britische Flugzeuge bombardierten am 6. Oktober ein weiteres Mal die Bremer Altstadt. Dabei wurde auch das Ledigenheim getroffen. Neben den Wohnhäusern wurden in diesem Jahr 1944 mehr Kulturdenkmäler in der Bremer Innenstadt zerstört als in jedem anderen Kriegsjahr. Den Luftangriffen fielen unter anderem das nach Plänen von Lüder von Bentheim im Stile der Renaissance gebaute Kornhaus, die St. Stephani Kirche, das Portal der Kleinen Weserbrücke, die Sonnenapotheke in der Sögestraße 18 (ebenfalls ein Entwurf Bentheims) und das Pflügersche Haus an der Schlachte 31 B zum Opfer. Am 1. September brach der 118 Meter hohe Turm der St. Ansgarii Kirche in der Altstadt, der damals höchste der Stadt, in sich zusammen und stürzte auf das Mittelschiff. Die Kirche wurde schwerst beschädigt, allerdings blieben die Seitenwände und die Zütphen-Kapelle größtenteils erhalten. Grund für den Einsturz war eine Sprengbombe, die bereits ein Jahr zuvor das Fundament getroffen hatte.

Im Februar des letzten Kriegsjahres 1945 fielen nochmals Bomben auf die AG Weser. Durch einen Angriff am 24. Februar wurde unter anderem das Staatsarchiv an der Tiefer zerstört. Die Amerikaner griffen am 11. März die Weserbrücken an und versuchten, sie zu zerstören, wozu sie 861 Tonnen Bomben einsetzten. In der Nacht vom 21. auf den 22. März wurde die Adolf-Hitler-Brücke (Westbrücke) stark beschädigt und am 30. März vollständig zerstört. Bei einem Luftangriff am 20. April wurde ein Teil des jüdischen Friedhofes zerstört. Der letzte Luftangriff der Alliierten traf Bremen am 22. April, als der Ortsteil Hastedt das Ziel war. Unter anderem wurden dabei über 100 Sprengbomben auf das Weserwehr abgeworfen, von denen 12 das Wehrbauwerk voll trafen. Durch die Explosionen sackten die einzelnen Sektoren ab und gaben den Durchflussquerschnitt über dem festen Grundbau frei. Dadurch stieg der Wasserabfluss stark an, und der Wasserstand in der Oberweser sank rasch. Bei diesem Angriff kamen 61 Menschen ums Leben, und 76 wurden verletzt.

In etwas mehr als fünf Jahren flogen die Alliierten insgesamt 173 Luftangriffe auf Bremen und warfen dabei 5.513 Tonnen an Sprengkörpern ab, wobei mehr als 4.000 Einwohner starben. Neben der Innenstadt wurden knapp 65.000 Wohnungen zerstört, was damals etwa 62 Prozent des Wohnraumes entsprach. Besonders stark betroffen war der Bremer Westen mit den Stadtteilen Walle und Gröpelingen.

Dem Führererlass Adolf Hitlers vom 25. September 1944 Folge leistend, wurden auch in Bremen ab November Mitglieder für den so genannten Deutschen Volkssturm rekrutiert, der die Wehrmacht unterstützen und den „Endsieg“ herbeiführen sollte. Herangezogen wurden alle bislang noch nicht kämpfenden „waffenfähigen Männer im Alter von 16 bis 60 Jahren“. Damit auch die Jugendlichen verpflichtet werden konnten, erhielten sie nach Abschluss der siebten Klasse ein Reifevermerk ins Zeugnis, mit welchem sie zum Arbeitsdienst eingezogen werden konnten. In Bremen organisierte sich der Volkssturm in Kompanien. Die Kompanie- und Unterführer waren meistens mittelrangige SA-Mitglieder. Die Leitung der Aktion oblag in Bremen dem Kreisleiter Max Schümann. Insgesamt wurden in der Stadt zirka 25.000 Männer und Jungen für den Volkssturm registriert. Unter ihnen waren 500 Hitlerjungen. Die Vereidigung der Volkssturmpflichtigen erfolgte in Bremen am 12. November. Unmittelbar daran schloss sich die militärische Ausbildung an. Hauptsächlich wurde der Umgang mit der Panzerfaust gelehrt. Die Einsatzbereitschaft für den Volkssturm war in Bremen allerdings wegen der offensichtlichen Ausweglosigkeit der Kämpfe nicht sonderlich hoch. Im April 1945 waren nur noch etwa 3.000 Volksstürmer in der Hansestadt im Einsatz.

Die Schrift sorgte in der Bevölkerung für lebhafte Diskussionen. Der Gauleiter Paul Wegener, Kreisleiter Schümann, der Bürgermeister Dr. Richard Duckwitz sowie der Polizeipräsident Schroers trafen sich daraufhin und beschlossen, nicht auf das Ultimatum zu reagieren, was Wegener den Bremern über eine Rundfunkansprache und durch die Zeitung mitteilte. Unmittelbar nach dem Ablauf der Forderungen folgte der erwähnte Luftangriff auf Hastedt.

Die Briten konnten die Überflutungen (siehe Abschnitt Verteidigung) ohne große Schwierigkeiten überwinden. Auch über den kleinen Fluss Ochtum gelangten sie, da die Sprengung der Brücke über das Gewässer durch die Wehrmacht nur sehr unzureichend gewesen war. Die Einnahme der Neustadt durch das XXX. Korps der 2. Britischen Armee unter der Führung des Lieutenant-Generals Brian Gwynne Horrocks am 25. April kam für die verantwortlichen Nationalsozialisten so überraschend, dass sie in Eile befahlen, die Innenstadtbrücken über die Weser zu sprengen, damit die alliierten Bodentruppen den Fluss nicht überqueren konnten. So wurden der Mittelteil der großen Lüderitz-Brücke (Große Weserbrücke) und der über die Weser führende Teil der Kaiserbrücke zerstört.

Nach zwei Tage andauernden Häuserkämpfen marschierten die Briten in die Bremischen Häfen und in die Altstadt ein. Damit war die Diktatur der Nationalsozialisten in der Hansestadt beendet, während der Krieg im übrigen Reich noch neun Tage andauern sollte.

Dem Luftschutz in Bremen wurde von der nationalsozialistischen Führung schon früh große Bedeutung beigemessen, sodass schon Jahre vor Kriegsbeginn regelmäßig für den Ernstfall eines Luftangriffes geübt wurde.

Bereits am 31. März 1933 wurde in der Stadt ein Kommissariat für Flugwachen, Luft- und Gasschutz eingerichtet, das eine Zweigstelle des Reichsluftschutzbundes war.

Ein Jahr später folgte eine Bremer Behörde für Luftschutz, in der alle für den Luftschutz zuständigen Dienstorgane (beispielsweise die Polizei, die Luftschutzschule, der Werkschutz und die Technische Nothilfe) zusammgengefaßt wurden. Seit 1934 fanden im Weserstadion regelmäßig Luftschutzübungen statt. Im folgenden Jahr 1935 erließ die Landesregierung ein Gesetz, demzufolge sich jeder Bürger am Luftschutz beteiligen musste. Außerdem enthielt der Gesetzestext Aufforderungen zum Verdunkeln. Die Behörde für Luftschutz bestand nur zwei Jahre lang; 1936 wurde sie aufgelöst. An ihrer Stelle diente nun die Polizei als Zentralverwaltung des zivilen Luftschutzes. Weil Bremen 1937 als Luftschutzort I. Ordnung klassifiziert wurde, wurde der Bau von Schutzräumen rasant beschleunigt.

Bei Ausbruch des Krieges und den ersten Luftangriffen der Alliierten waren jedoch noch immer nicht genügend Bunker für die Bevölkerung fertiggestellt, so dass auch Erdbunker und Splittergräben angelegt wurden. Erst im Oktober 1940 wurde – dem Führerbauprogramm entsprechend – der Bau von etwa 150 Luftschutzbunkern geplant. Dazu gründete die Polizei einen Sicherheits- und Hilfsdienst, den SHD. Dieser umfasste den Instandsetzungsdienst (die Nachfolgeorganisation der Technischen Nothilfe) und die Feuerwehr. Am 6. November 1940 wurde schließlich mit dem Bau des ersten Hochbunkers begonnen, der an der Zwickauer Straße entstand. Bis Kriegsende entstanden 116 Hochbunker in der Stadt. Im Jahr darauf konnten mehrere Tiefbunker, unter anderem unter dem Bahnhofsvorplatz und dem Domshof, fertiggestellt werden. Wegen des erheblichen Materialbedarfs für die Bunker wurde oftmals der Wiederaufbau der Wohnhäuser vernachlässigt. Zum Bau der Schutzbunker wurden auch Zwangsarbeiter eingesetzt. Im Jahre 1942 ging der SHD in der Luftschutzpolizei auf.

In Bremen wurden während des Zweiten Weltkrieges aber auch schon in den Jahren davor zahlreiche Flugabwehrkanonen (Flak) aufgestellt.

Die ersten Batterien wurden schon am 5. April 1937 im nördlichen Ortsteil Grohn errichtet. Dort hatte ab dem 1. Januar des darauffolgenden Jahres die Flakabteilung I. Flakregiment 27 ihren Sitz, die im November 1938 in Flakabteilung I. Flakregiment 26 umbenannt wurde. Die Grohner Flak setzten sich aus leichten Geschützen mit 2,2 Zentimetern Kaliber, mittleren Geschützen mit 3,7 Zentimetern Kaliber und schweren Geschützen mit 8,8 Zentimetern Kaliber zusammen. Alle Bremer Flakeinheiten unterstanden dem Luftgau XI mit Sitz in Hannover, der später nach Hamburg verlegt wurde.

Zu Kriegsbeginn wurden die schweren Geschütze etwas außerhalb der Stadtgrenzen positioniert, während die leichten und mittleren Flak die Häuser Bremens schützen sollten. Das Grohner Flakregiment hatte sechs Flakuntergruppen. Ab Mitte 1940 wurde der Name in Flakabwehrkommando Ostfriesland geändert, und der Generalmajor Hans-Jürgen von Witzendorff-Rehdiger übernahm die Leitung. Der Stab zog an den Osterdeich 27 um. Insgesamt gehörten dem Flakabwehrkommando Ostfriesland in Bremen 45 Flakbatterien an, 29 schwere und 16 leichte. Viele größere Fabriken hatten zusätzlich einen eigenen Werkschutz mit leichten Flak.

Obwohl die Bremer Flakeinheiten im Sommer 1940 Ortungsgeräte erhielten, blieben die Abschusszahlen gering. Die Folge war eine erneute Umorganisation, in der Hoffnung, die Effektivität steigern zu können: Am 10. Februar 1941 wurde Bremen die Flakbrigade VIII zugeteilt, die ihr Hauptquartier am Osterdeich 29 hatte und aus den drei Flakgruppen Nord, Süd und Mitte bestand. Jede einzelne dieser Gruppen zählte vier oder fünf Untergruppen.

Im Oktober 1941 kam es zur Gründung der 8. Flakdivision mit Sitz am Osterdeich 29, die aber schon bald in einen Bunker an der Parkallee umzog. Bis zum 12. Dezember 1941 führte der Generalleutnant Kurt Wagner das Kommando über die Division, danach der Generalmajor Max Schaller. Es gab also drei Flakverbände in der Hansestadt Bremen: Das Flakabwehrkommando Ostfriesland, die Flakbrigade VIII sowie die 8. Flakdivision. Jede dieser Gruppen besaß zahlreiche Untergruppen, und alle unterstanden dem Luftgau XI.

Bekannte Standorte von Flak in Bremen waren beispielsweise Grohn, das Weserstadion (drei Flaktürme), Lankenau sowie das Firmengelände von Focke-Wulf. Ab dem Jahr 1942 wurden auch Flak mit 10,5 Zentimeter Kaliber aufgestellt. Im Jahre 1943 bildete man drei neue Abschnitte zur Stadtverteidigung. Der Stab des Abschnitts A saß in Schwanewede, der des Abschnitts B in Bremen (in der Scharnhorststraße) und der des Abschnitts C im damals noch nicht eingemeindeten Dorf Habenhausen.

Gegen Mittag des 20. April 1945 flüchtete der Stab der 8. Flakdivision aus seinem Bunker nach Worpswede. Die Division verlor im Krieg insgesamt 330 Geschütze, 180 schwere und 150 leichte.

Mehrheitlich bedient wurden die bremischen Flakbatterien von russischen „Hilfswilligen“ (Hiwis) und vor allem jugendlichen Flakhelfern, die verstärkt ab 1943 eingesetzt wurden. Auslöser für die Verpflichtung waren Erlasse und Verordnungen verschiedener Reichsministerien, welche die Altersgrenze für den Einsatz an den Flaks auf die Geburtenjahrgänge 1926 bis 1928 senkten. Die Organisation und Verteilung der Jugendlichen war dem damaligen Direktor der Lüderitzschule in der Dechanatstraße, Dr. Friedrich Hackenberg, zugeteilt worden. Zwar schickten einige Bremer Schulen ihre Schüler als Flakhelfer auch nach Schlesien und Pommern, die Mehrzahl blieb aber in der Hansestadt. Im Mai des Jahres 1944 dienten 1.150 Flakhelfer in Bremen. 644 von ihnen stammten aus Bremen, der Rest aus dem Umland.

Überlegungen Bremen durch kontrollierte Überflutungen gegen die alliierte Infanterie zu verteidigen lassen sich ab 1944 nachweisen. Im Oktober jenes Jahres erreichte ein Erkundungsstab im Auftrage der Wehrmacht die Stadt. Dieser wandte sich am 10. November mit der Frage an die Wasserstraßendirektion, ob die Möglichkeit bestehe, gezielte Überschwemmungen zur Verteidigung auszulösen. Im darauffolgenden Jahr 1945 fand am 7. Februar unter dem Vorsitz des Senators Fischer eine Besprechung statt, an der auch der Erkundungsstab teilnahm. Bei diesem Treffen erörterte man die so genannte „Rundum-Verteidigung“. Zehn Tage darauf tagte der Stab erneut, und am 21. Februar schließlich schickte man eine Karte mit den vorgesehenen Überschwemmungsgebieten an den Reichsverteidigungskommissar. Der Plan sah vor, die Weserniederung oberhalb des Weserwehres außerhalb der Winterdeiche bis hinauf zur Achimer Ortschaft Bollen zu fluten, wie es in den Wintermonaten durchaus schon einige Male praktiziert worden war. Hierzu sollte der Oberweserstau auf 6,00 Meter über NN erhöht werden. Zudem plante man, auch die linksseitige Ochtumniederung mit ihren weitläufigen Feldern und Wiesen südlich von Bremen zu überschwemmen. Erreicht werden sollte dies durch die Einleitung von Weserwasser durch den Leeste-Brinkumer-Zuwässerungskanal in die für Hochwasser vorgesehenen Rückhaltegebiete und in die Ochtum selber. Dadurch sollte eine geschlossene Wasserfläche von knapp neun Kilometern Länge und bis zu 1,7 Kilometern Breite entstehen, die sich von Huchting im Nordwesten bis Arsten im Südosten erstrecken sollte.

Ende März 1945 gab der NSDAP-Kreisleiter Max Schümann den Befehl, mit den erforderlichen Arbeiten zu beginnen. Zu diesem Zweck wurden die Technische Nothilfe, das Wasserstraßenamt und das Wasserwirtschaftsamt Bremen zusammengezogen. Noch am selben Abend widerrief der Hamburger Gauleiter Karl Kaufmann, der in Personalunion auch Reichsverteidigungskommissar Nord-West war, die Anweisung Schümanns. Es bedurfte erst der Anreise eines Generalleutnants am 2. April und dessen Befehl um 16.55 Uhr, um die Arbeiten wiederaufzunehmen. Begonnen wurde mit den Überflutungen entlang der sogenannten „Ochtum-Front“, wobei man im flussabwärts gelegenen Gebiet das durch eine kleine Sturmflut in die Weser gepresste Wasser nur noch durch die Siele fließen lassen musste. Die Flutung der Ochtumwiesen war bis zum 8. April abgeschlossen. Einige Bauern hatten sich zunächst zwar geweigert, ihre Felder unter Wasser setzen zu lassen, da sie ihr Vieh bald auf die Wiesen lassen wollten, doch sie wurden mit Propagandaargumenten überzeugt. Zur Vertuschung der Herkunft des Flutwassers staute man die Oberweser bis zur bordvollen Füllung. In der Nacht vom 19. auf den 20. April folgte dann auch die Überflutung der Weserniederung durch die Stauung auf 6,00 Meter über NN.

Auch die Wümmewiesen nordöstlich der Stadt wurden überschwemmt. Gleiches war mit dem daran anschließenden St. Jürgens-Land geplant. Es stellte sich jedoch heraus, dass es wegen der Feuchtigkeit und des Sumpfes auch ohne künstliche Überflutung panzeruntauglich war.

Verursacht durch den Luftangriff vom 22. April 1945 auf Hastedt und die damit einhergehende Zerstörung des Weserwehres, sank der Wasserspiegel an der Oberweser sehr schnell auf Normalniveau zurück, sodass die Überschwemmungen der Weserniederung nicht mehr gespeist werden konnten. Um die Überflutungen zu erhalten, schloss man mehrere Siele und Deichscharte.

Insgesamt hatten die Überschwemmungen kaum Nutzen. Mehrere in die Stadt führende Straßen blieben trocken, und auch der Dünenkamm in Richtung Achim war, da er nicht unter Wasser gesetzt werden konnte, ohne Verteidigung.

Das Hauptaugenmerk des Zivilschutzes lag auf der Brandbekämpfung und dem Schutz der Gebäude vor Trümmer- oder Bombensplittern.

Der durch den Reichsluftschutzbund verwaltete und vorangetriebene Selbstschutz war für die Bevölkerung in den Kriegsjahren zwingend vorgeschrieben. Die Bürger organisierten sich in Haus- und Blockgemeinschaften, Revieren und Ortsgruppen. Man richtete Brandwachen ein und stellte in nahezu jeder Straße Brandmelder auf. Einige potenzielle Angriffsziele wurden auch so getarnt, dass sie aus der Luft nicht zu erkennen waren. Überall in der Stadt wurden Löschwasserteiche angelegt, sodass die Wasserversorgung der Feuerwehr zu jeder Zeit gewährleistet werden konnte. Archive und Museen lagerten ihre wertvollen Akten und Kunstgegenstände aus, während die Bremer derweil versuchten, ihre eigenen Habseligkeiten zu retten und sie vielerorts vorsichtshalber aus den Häusern zu entfernen. Auch die berühmtesten Sehenswürdigkeiten Bremens wurden geschützt. Am Rathaus wurde die Arkade verstärkt, und die Rolandstatue auf dem Marktplatz erhielt einen Splitterschutz.

Ein wichtiger Aspekt des Schutzes zumindest eines Teils der Bevölkerung war auch die Kinderlandverschickung (KLV). Zwar sträubte sich die Bremer HJ gegen die KLV, da sie ihren Einfluss auf die Kinder schwinden sah, doch ein Führererlass vom 28. September 1940 drängte zum Handeln. Er sah vor, dass möglichst ganze Klassen verschickt werden sollten, wobei die Sechs- bis Zehnjährigen Pflegefamilien zugeteilt werden und ältere Kinder an HJ-Lagern teilnehmen sollten. Ein wichtiger Hintergedanke dabei war auch, dass die Mütter ihre Kinder nicht mehr selbst betreuen sollten und zur Fabrikarbeit eingesetzt werden konnten. Am 29. Januar 1941 verließ der erste Sonderzug mit etwa 500 Kindern Bremen. Die jeweiligen Verschickungen sollten sechs Monate dauern. Ab August 1943 wurden auch ganze Schulen verschickt, mit Ausnahme der sechsten bis achten Klassen, deren Schüler als Flakhelfer verpflichtet wurden. Bis März 1945 waren die meisten Kinder der bremischen Familien wieder in der Hansestadt.

Erst gegen Ende der siebziger Jahre begannen private Initiativen in Bremen, Denkmale und Gedenksteine zur Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur zu errichten.

Auf dem Osterholzer Friedhof findet man eine Gedenktafel für KZ-Opfer und Zwangsarbeiter, die in Bremen dienen mussten. Ein besonderes Projekt sind die so genannten Stolpersteine, die auf eine Idee des Kölner Bildhauers Gunter Demnig zurückgehen. Es handelt sich um kleine Betonquader mit einer Messingtafel. Darauf sind der Name einer vom NS-Regime verfolgten und getöteten Person sowie ihre Lebensdaten eingraviert. Diese Steine sind dort im Fußweg eingelassen, wo die Opfer früher gelebt haben. Bundesweit gibt es etwa 12.000 solcher Steine, in Bremen sind es 162 (Stand: September 2007). Am 29. August 2007, dem 65. Jahrestag der Hinrichtung des durch das Sondergericht Bremen zum Tode verurteilten Walerian Wróbel, wurde der Deichweg im Werderland am südlichen Ufer der Lesum in einer Zeremonie am Lesumsperrwerk in Walerian-Wróbel-Weg umbenannt. Vor dem Strafkammersaal des Landgerichts Bremen befindet sich zudem eine Tafel, welche an alle 54 vom Sondergericht zum Tode verurteilten Personen erinnert.

Auch der Zwangsarbeiter wird durch mehrere Denkmale gedacht. 1983 wurde am U-Bootbunker Valentin ein vom Bremer Künstler Friedrich Stein geschaffenes Mahnmal mit dem Titel „Vernichtung durch Arbeit“ aufgestellt, das an die Zwangsarbeiter erinnern soll, die beim Bau des Bunkers gequält und umgebracht wurden. Für die Aufstellung setzten sich verschiedene Initiativen, wie zum Beispiel Blumen für Farge ein. Anfang des Jahres 2002 markierte man den Weg, auf dem die Gefangenen des Lagers Farge täglich zur Zwangsarbeit am U-Bootbunker getrieben wurden, mit Stelen, die als Stationen für einen Geschichtslehrpfad dienen.

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Bremen (1929)

TS Bremen (1931)

Die TS Bremen (TS = Turbinenschiff) war ein 4-Schrauben-Schnelldampfer der Reederei Norddeutscher Lloyd. Sie trug nach der Bremen (I), Bremen (II) und der Bremen (III) als viertes Schiff des Lloyds den Namen Bremen (Bremen IV) und gewann 1929 das Blaue Band als schnellstes Schiff auf der Transatlantik-Route Europa–New York.

Die Bremen wurde am 18. Juni 1927 auf der DeSchiMAG-Werft AG „Weser“ in Bremen auf Kiel gelegt. Am 16. August 1928 wurde das Schiff von Reichspräsident Paul von Hindenburg getauft und lief vom Stapel. Die Innenausstattung wurde teilweise von namhaften Architekten entworfen, z. B. stammte der größte Teil der 1. Klasse von Fritz August Breuhaus de Groot. Nach einigen Probefahrten wurde sie am 5. Juli 1929 an den Norddeutschen Lloyd (NDL) übergeben und startete am 16. Juli 1929 ihre Jungfernfahrt von Bremerhaven nach New York. Insgesamt kostete der Bau der Bremen ca. 65 Mio. Reichsmark. Schon auf der Probefahrt am 27. Juni 1929 erreichte die Bremen eine maximale Geschwindigkeit von 28,8 Knoten.

Im Gegensatz zu früheren Bauten wurde der Rumpf der SS Bremen aus 7000 t hochfestem Stahl mit 52 kg/mm² (500 N/mm²) gefertigt, mit dem 800 t Gewicht eingespart werden konnten. Die Konstruktion wies erstmals den bereits bei amerikanischen Kriegsschiffen verwendeten Taylorschen Bugwulst auf.

Die SS Bremen und ihr Schwesterschiff SS Europa galten zu ihrer Zeit als die modernsten Schnelldampfer der Welt. Die erzielbaren hohen Geschwindigkeiten, aber auch der Komfort und Luxus an Bord stellten hohe Anforderungen an das technische Personal. Auf beiden Schiffen waren im Maschinenbereich etwa 170 Mann tätig, davon rund 30 Schiffsingenieure.

Wie das Schwesterschiff Europa hatte auch die Bremen auf dem oberen Deck zwischen den beiden Schornsteinen ein Katapult mit einem kleinen Wasserflugzeug, das der schnelleren Postbeförderung diente. Das Flugzeug wurde einige Stunden vor dem Zielhafen von Bord gestartet und landete eine Zeit lang am Wasserflughafen in Blexen.

Die Kessel- und Maschinenanlage wurde von Prof. Dr. Gustav Bauer geplant, der nicht zuletzt durch die „Bauer-Wach“-Abdampfturbine bekannt wurde. Die SS Bremen hatte vier atmosphärisch geschlossene Kesselräume. Das bedeutet, dass die Verbrennungsluft für die Ölbrenner der Kessel durch acht dampfturbinengetriebene Gebläse in die Kesselräume geblasen wurde, die folglich unter Überdruck standen und nur durch Druckschleusen zugänglich waren. Zur Dampfbereitung waren 20 ölgefeuerte Wasserrohr-Dampfkessel, darunter elf Doppelender und neun Einender in vier Gruppen mit insgesamt 227 Ölbrennern installiert. Die Dampfspannung betrug 23 atü = 24 bar bei einer Dampftemperatur am Überhitzeraustritt von 370° C. Die maximale Dampfleistung war 500 t/h. Für den Hafenbetrieb standen drei Kessel mit eigenem Gebläse zur Verfügung, so dass die Schleusen für anfallende Arbeiten in den Kesselräumen offen bleiben konnten. Die Gesamtheizfläche betrug 17.050 m², die Überhitzerfläche 3.875 m² und die Luftvorwärmerfläche 8.786 m². Das Speisewasser wurde auf 130° C, vorgewärmt. Der Heizölbedarf betrug etwa 33 t/h bzw. 380 g/PS/h oder 800 t/Tag. gebunkert werden konnten 7.552 t Öl.

Die SS Bremen verfügte über vier Satz Getriebeturbinen mit insgesamt max. 135.000 PSw (an den Wellen gemessene Leistung). Jeder Satz verfügte über eine Hochdruck-, eine Mitteldruck-, eine Niederdruck- und eine Rückwärtsturbine. Für die Rückwärtsfahrt standen 65 % der Leistung der Vorwärtsfahrt zur Verfügung. Bei Normalfahrt drehten die Turbinen mit 1.800 U/min., die Propeller mit 180 U/min. Dabei betrug die Leistung 84.000 PSw. Die vier Propeller bestanden aus Bronze, hatten einen Durchmesser von 5.000 mm, eine Steigung von 5.200 mm und ein Gewicht von jeweils 17 t.

Der Strombedarf wurde mit vier Dieselgeneratoren mit 230 V Betriebsspannung und je 520 kW Leistung gedeckt. An Bord gab es insgesamt 420 Elektromotoren, rund 21.000 Glühlampen, elektrische Kochherde und 20 Aufzüge.

Bereits bei ihrer Jungfernfahrt errang die Bremen unter dem Kommando von Kommodore Leopold Ziegenbein mit einer Überfahrt von 4 Tagen, 17 Stunden und 42 Minuten mit einer Geschwindigkeit von 27,83 kn das Blaue Band, das 20 Jahre lang von der RMS Mauretania gehalten worden war. Auf der Rückfahrt erreichte die TS Bremen sogar eine Geschwindigkeit von 27,91 kn. Im Jahr 1933 gelang es ihr, ihre Geschwindigkeit mit 28,51 kn noch einmal zu überbieten. Das Schiff war bei den Passagieren sehr beliebt, da es einen gewissen Luxus und Geschwindigkeit bot. Die Bremen begann am 11. Februar 1939 eine Südamerikaumrundung, bei der sie als erstes Schiff dieser Größe den Panamakanal durchfuhr. Am 22. August 1939 trat die Bremen ihre letzte Reise nach New York an. In zehn Betriebsjahren hatte sie nahezu 190 Rundreisen über den Ozean absolviert.

Ein Chronist der zahlreichen Reisen der Bremen und ihrer prominenten Passagiere aus Europa und den USA war der langjährige Bordfotograf Richard Fleischhut, der bis 1937 auf der Bremen tätig war.

Während der Überfahrt nach New York Ende August 1939 wurde der Bremen vom NDL befohlen, den Funkverkehr einzustellen. Als die Bremen ihr Ziel New York erreicht hatte, ordnete der NDL an, dass sie so schnell wie möglich und ohne Passagiere nach Deutschland zurückkehren solle. Doch wurde sie zuerst 36 Stunden festgehalten, wo sie nach Waffen durchsucht wurde, wie es ein amerikanisches Gesetz verlangte. Am 30. August 1939 trat sie dann die Rückreise nach Deutschland an. Am folgenden 1. September begann mit dem deutschen Einmarsch in Polen der Zweite Weltkrieg und das Schiff erhielt den Befehl, den russischen Hafen Murmansk anzulaufen. Während der Fahrt strichen die Besatzungsmitglieder das Schiff grau, um es zu tarnen. Die Bremen lag rund drei Monate in Murmansk, bis zwischen Finnland und Russland der Krieg ausbrach. Das Schiff lichtete am 10. Dezember 1939 die Anker und nahm Kurs auf Bremerhaven. Das Wetter auf der Fahrt war sehr nebelig, so dass die Bremen dank ihres grauen Tarnanstriches nicht von britischen Schiffen gesichtet werden konnte. Kapitän Adolf Ahrens hat über diese Vorgänge ein Buch mit dem Titel Die Siegesfahrt der Bremen verfasst. In Bremerhaven dockte das Schiff an der Columbuskaje an und sollte eigentlich als Kriegsschiff eingesetzt werden, doch dazu kam es nicht mehr.

Am 16. März 1941 brach an Bord der Bremen ein Feuer aus, das trotz aller Bemühungen der Bremerhavener Feuerwehr nicht gelöscht werden konnte. Das Schiff brannte fast völlig aus und wurde daraufhin verschrottet. Der 17-jährige Schiffsjunge Gustav Schmidt gab später an, das Feuer gelegt zu haben. Dafür ist er zum Tode verurteilt und hingerichtet worden. Es bestehen aber bis heute Zweifel daran, ob Schmidt tatsächlich alleiniger Urheber des Brandes war. Einige Spanten und Bodenplanken der Bremen kann man noch heute bei starker Ebbe auf einer Sandbank bei Blexen sehen.

Im Jahr 2004 wurde eine Briefmarke herausgegeben, die die Bremen vor der Skyline Manhattans zeigt.

2003 produzierte Radio Bremen das einstündige Radiofeature Königin der Meere – Die Geschichte des Schnelldampfers „Bremen“ von Detlef Michelers, in dem u. a. ehemalige Seeleute über ihre Fahrenzeit auf der Bremen erzählen.

Im Treppenhaus im Bremer Überseemuseum gibt es ein Modell im Maßstab 1:100 der Bremen zu sehen, ebenso in der Schifffahrtsabteilung desselben Museums ein Modell des Vorgängerschiffs im gleichen Maßstab, was bedeutend kleiner ist.

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Neustadt (Bremen)

Merian: Bremen 1641

Die Neustadt ist ein links der Weser gelegener Stadtteil von Bremen und gehört zum Bremer Stadtbezirk Süd.

Die Bremer Neustadt liegt im Zentrum von Bremen an der linken Seite der Weser, direkt gegenüber dem Stadtteil Mitte.

Benachbarte Stadtteile sind im Norden das Zentrum, im Osten Obervieland, im Süden Huchting und im Westen Woltmershausen.

Die jetzige alte Neustadt wurde als planmäßige Stadterweiterung im 17. Jahrhundert auf der linken Weserseite angelegt und mit Befestigungsanlagen umgeben, den heutigen Neustädter Wallanlagen. Hier befinden sich der Hauptstandort der Hochschule Bremen, das Hallenbad Süd, das Ortsamt Neustadt/Woltmershausen, das Polizeirevier Neustadt sowie die Schule am Leibnizplatz, in deren Gebäude auch die Spielstätte der bremer shakespeare company, das Theater am Leibnizplatz, untergebracht ist. Am Franziuseck befindet sich das Haus der Kirche, der Verwaltungssitz der bremischen evangelischen Kirche. Außerdem sind das Rote-Kreuz-Krankenhaus Bremen und das Zollamt Hohentor sowie die Unternehmen Hachez, Kraft Foods und InBev (Beck & Co.) in der Alten Neustadt ansässig.

Zur alten Neustadt zählt auch der Teerhof, die Halbinsel zwischen der Weser und der Kleinen Weser. Von dessen ursprünglicher Bebauung ist nach fast vollständiger Zerstörung im Zweiten Weltkrieg außer der jetzt als Museum für Gegenwartskunst genutzten Weserburg (Neues Museum Weserburg Bremen) nichts erhalten geblieben. Der Teerhof wurde in den 1990er Jahren neu überwiegend mit Wohnhäusern bebaut und durch eine zusätzliche Fußgängerbrücke mit der Altstadt verbunden. Ende 2007 wird auch das noch letzte unbebaute Stück an der Stirn des Teerhofs dem Firmensitz der Beluga Group, einer in Bremen ansässigen Reederei, weichen.

Östlich der jetzigen Wilhelm-Kaisen-Brücke erstreckt sich zwischen der Weser und der zum Werdersee aufgeweiteten Kleinen Weser der Stadtwerder (Werder = Insel). Dieser war Namensgeber für den Fußballverein Werder Bremen, welcher hier gegründet wurde. Das markanteste Gebäude auf dem Stadtwerder ist das unter Denkmalschutz stehende ehemalige Wasserwerk, erbaut 1871–73 im historistischen Stil. Für das aufgrund seiner äußeren Form umgangssprachlich als Umgedrehte Kommode bezeichnete Bauwerk wird derzeit eine neue Nutzung gesucht.

Der Ortsteil grenzt im Nordosten, durch die Weser getrennt, an die Stadtteile Mitte, Altstadt und Ostertor. Im Südosten verläuft die Grenze zum Ortsteil Huckelriede von der Weser über das Gebiet der Sportvereine entlang des Geländes des Wasserwerks an die Böschung der Kleinen Weser. Hier läuft sie gut 200 Meter das Ufer entlang, um dann auf der Grenze zwischen Werdersee und Kleiner Weser das Ufer zu wechseln und somit am Deichschart zu enden. Im Süden verläuft die Grenze zum Ortsteil Buntentor dann entlang des Ufers der kleinen Weser bis zur Piepe und dort den Piepebogen entlang. Der letzte, gerade Teil der Piepe bildet mit dem ersten Stück der Neustadtscontrescarpe bis zur Kreuzung mit der Friedrich-Ebert-Straße die Grenze zum Ortsteil Südervorstadt. Im Südwesten bildet die Neustadtscontrescarpe zusammen mit den Hohentorsplatz die Grenze zu den Ortsteilen Neustadt und Hohentor. Im Nordwesten bildet die Bahnstrecke Bremen–Oldenburg die Grenze zum Ortsteil Hohentorshafen (Stadtteil Häfen) und schließt so wieder an der Weser an.

Das Gebiet des Hohentor umfasst eine Fläche von etwa 500 mal 800 Metern. An seiner Nordostseite grenzt das Quartier an die Alte Neustadt. Die Langemarckstraße bildet im Südosten die Grenze zur Neustadt. Im Südwesten bildet die Neuenlander Straße die Grenze zum Ortsteil Neuenlande. Im Nordwesten bildet die Bahnlinie Bremen–Oldenburg mit dem Bahnhof Bremen-Neustadt die sichelförmige Grenze zum Stadtteil Woltmershausen.

Durch den Ortsteil Hohentor verläuft in Nordost-Südwest-Richtung die als Schnellstraße ausgebaute Hochstraße B 75 nach Oldenburg, während die Hohentorsheerstraße als ehemalige Hauptstraße in eine verkehrsberuhigte Wohnstraße umgewandelt wurde. Hier verkehrten bis zu ihrer Stilllegung in den 1960er Jahren die Straßenbahnlinie 7 nach Rablinghausen und zeitweise auch die Linie 6. Heute ist das Hohentor nur noch an seinen Grenzen an den ÖPNV angeschlossen.

Zwischen der Hochstraße und der Eisenbahnlinie Bremen–Oldenburg liegt das schmale Gewerbegebiet Neustädter Güterbahnhof.

Auch bekannt als Flüsseviertel, da die meisten Straßen in dem Gebiet mit Namen von Flüssen, wie beispielsweise Donau, Lahn, Oder, Main, Mosel und Rhein, aufwarten.

Die älteste Straße ist die Bachstraße, welche in der Frühzeit Bremens einer der wichtigsten Verbindungswege aus der Stadt in Richtung Süden war.

Die Südervorstadt grenzt östlich an den Ortsteil Neustadt (Friedrich-Ebert-Straße). Im Ortsteil stehen überwiegend Wohnhäuser, die als Bremer Häuser bekannt sind. Sie wurden um 1900 bis 1930 gebaut. Viele Straßen sind nach Philosophen benannt. Die Hauptstraßen in West-Ost-Richtung führen von der Neustadt zu den Ortsteilen Gartenstadt Süd und Buntentor. Es sind der Buntentorsteinweg, die Kornstraße, die Gastfeldstraße und die Thedinghauser Straße.

Die Gartenstadt Süd wurde in 1950/60er Jahren - zeitgleich wie die Gartenstadt Vahr - durch die GEWOBA um ein großes Neubaugebiet erheblich vergrößert. Im Zuge dieses Ausbaus entstanden die im Juni 2008 wieder abgerissene Grund- und Hauptschule an der Gottfried-Menken-Straße sowie die Schule an der Karl-Lerbs-Straße.

Die Silberwarenmanufaktur Koch & Bergfeld am Kirchweg residiert teilweise noch in historischen Gebäuden, die den Zweiten Weltkrieg überstanden haben.

Das Buntentor ist ein Stadtviertel entlang der Kleinen Weser, das durch die drei Parallelstraßen Buntentorsteinweg, Kornstraße und Gastfeldstraße erschlossen wird. Durch die Gastfeldstraße fuhr bis zu ihrer Stilllegung in den 1960er Jahren die Straßenbahnlinie 6, die am Kirchweg begann und zur Hemmstraße in Findorff führte, heute Buslinie 26/27. Die Straßenbahnlinien 4 und 5 fahren durch den Buntentorsteinweg. Auf einem ehemaligen Gewerbegelände am Anfang des Buntentorsteinweges befindet sich die Städtische Galerie Buntentor, dort wird auch der Kunstbesitz des Landes Bremen verwaltet und archiviert. Am Kirchweg ist auf dem ehemaligen Gelände der Coca-Cola-Produktion ein Beginenhof gebaut worden.

Dieser Ortsteil besteht im wesentlichen aus einem neuerdings als Airportstadt bezeichneten Gebiet, welches Standort des Flughafens Bremen ist. Außerdem beherbergt der Ortsteil den zweitgrößten Airbus-Standort in Deutschland sowie die EADS-Zentrale für alle Bereiche der bemannten Raumfahrt.

Erschlossen wird er durch die Neuenlander Straße und die neue, größtenteils als Hochstraße angelegte Bundesautobahn 281 mit der Abfahrt „Airportstadt“.

Die Airportstadt Ost ist Standort der Luft- und Raumfahrtindustrie und wird durch die hier endende Straßenbahnlinie 6 erschlossen. Die Hauptstraße wird Airbusallee heißen und die anderen neuen Straßen werden nach Flugpionieren benannt. Der Flughafen, Verwaltungsgebäude (unter anderem die Hauptverwaltung der Nordmilch AG) und logistiknahe Unternehmen befinden sich in der Flughafenstadt Mitte. In diesem Gebiet war früher auch der Großmarkt, der sich heute in der Überseestadt befindet.

In der Flughafenstadt Ost befinden sich die Kaffeerösterei Melitta, ehemals Karl Ronning, sowie um die Bochumer Straße noch Wohnbebauung.

Huckelriede ist auf der einen Seite (südlich der Kornstraße) durch eine alte Bausubstanz geprägt, auf der anderen Seite sind am Werdersee neue Wohnviertel (seit 1999) entstanden, die den Stadtteil sehr verändert haben, wie zum Beispiel die neuen Wohngebiete Am Dammacker und Buntentorsdeich am Werdersee, die früher Gewerbegebiete waren.

Am Niedersachsendamm befinden sich die Gebäude der Rolandklinik und der Bereitschaftspolizei Bremen sowie die von der Bundeswehr genutzte Scharnhorst-Kaserne.

Der Ortsteil Huckelriede ist überregional durch das Gladbecker Geiseldrama von 1988 bekannt geworden. Damals flohen zwei Bankräuber von einer Filiale der Deutschen Bank in Gladbeck nach Bremen-Huckelriede, wo sie einen Linienbus entführten und dessen Fahrgäste sowie den Busfahrer als Geiseln nahmen.

Der Beirat Neustadt tagt regelmäßig und in der Regel öffentlich im Ortsamt oder in anderen Einrichtungen wie z. B. Schulen. Der Beirat setzt sich aus den auf Stadtteilebene gewählten Vertretern der politischen Parteien zusammen. Die Beiratswahlen finden alle 4 Jahre statt, zeitgleich mit den Wahlen zur Bremischen Bürgerschaft. Der Beirat diskutieren über alle Belange des Stadtteils, die von öffentlichem Interesse sind und fast hierzu Beschlüsse, die an die Verwaltung, die Landesregierung und die Stadtbürgerschaft weitergeleitet werden. Für seine Arbeit bildet er Fachauschüsse.

Das Ortsamt Neustadt/Woltmershausen ist seit 1946 eine örtliche Verwaltungsbehörde. Es unterstützt den Beirat bei seiner politischen Arbeit. Es soll bei allen örtlichen Aufgaben, die von öffentlichen Interesse sind, mitwirken. Es wird vom Beirat vorgeschlagenen und vom Senat bestätigten Ortsamtsleiter geführt.

Ortsamtsleiter ist Klaus-Peter Fischer.

Im 17. Jahrhundert wurde auf der linken Weserseite um die heutige Alte Neustadt die Festungsanlage ausgebaut. Das Gebiet wurde planmäßig erschlossen. In Ergänzung zur Altstadt entstand eine Neustadt. Huckelriede wurde 1489 als Huckelryde erwähnt. Der Name setzt sich zusammen aus höckerig und riede und bedeutet soviel wie huckelige, sumpfige Niederung. Die Namen der Ortsteile Buntentor und Hohentor kommen von den beiden früheren Stadttoren Bunte Tor und Hohe Tor. Neuenlande war die Bezeichnung für eine alte Flur und dem dortigen Straßendorf aus dem 13. Jahrhundert. Die Gartenstadt Süd und die Gartenstadt Vahr sind die beiden begrünten Ortsteile in Bremen, die nach dem Zweiten Weltkrieg entsprechend englischen und deutschen Vorbildern städtebaulich als Gartenstädte konzipiert wurden.

Im 9.Jahrhundert fand ein Dorf mit dem Namen Ledense Erwähnung, das auf dem Gebiet der späteren Neustadt lag und im 17. Jahrhundert rund 100 Einwohner hatte. Eine erste Weserbrücke an der Stelle der heutigen Wilhelm-Kaisen-Brücke wurde 1244 genannt. Als Süderort wurde das Gebiet am linken Weserufer südlich der Altstadt bezeichnet. 1303 fand eine vorgelagerte Insel als Herrn Alands Werder Erwähnung. Sie gehörte dann dem Fischeramt und war Anlegestelle und Trockenplatz für die Fischer mit der Bezeichnung Fischerschlachte. Das Gebiet der Neustadt war teils im Besitz des Erzstifts Bremen und der Grafschaft Hoya. Eine kleine Wallbefestigung - der Borchwall oder 1303 Borgwall - gab es schon im 14. Jahrhundert.

1489 wurden die Bürger verpflichtet, die Huckelryde als Straße zu finanzieren und 1563/64 konnte dann die neue Heerstraße gepflastert werden als Verbindung zur Straße Am Steinwege, heute Buntentorsteinweg.

1522 wurde zwischen der Kleinen und der Großen Weser vor der Weserbrücke eine Wallbastion gebaut mit einem Zwingturm. Der Wehrturm Herrlichkeitzwinger oder auch Braut genannt fand später als Pulverturm eine Nutzung.

Die Bremer Stadtmauer entsprach im 17. Jahrhundert nicht mehr den den neuesten wehrtechnischen Bedingungen. Der Bereich der Schlachte, jenseits der Neustadt, war unbefestigt, also eine Schwachstelle im Befestigungssystem. Für die Belagerungskriege dieser Zeit, mit stärker werdenden Kanonen, war es erforderlich, die Bremer Befestigung vollkommen umzubauen. Es erfolgte ab 1601 ein Ausbau des Befestigungssystems nach Plänen von Johan van Rijswijck, der sich für eine Befestigungsanlage „mitt sieben Bollwerken“ auf der Neustadtseite aussprach. Erst 1623 – der Dreißigjährige Krieg hatte begonnen – wurden die Anlagen links der Weser auf der Basis der Pläne von Rijswijck und Johan van Valckenburgh in Angriff genommen und 1627 mit zunächst sieben Bastionen vollendet. Es folgte 1664 ein achtes Bollwerk auf dem Tanzwerder, dem heutigen Stadtwerder. In der Neustadt gab es nur zwei Durchlässe von 1630 durch den Wall, das prächtige Hohe Tor und das schmucklose Süder-Tor, später als das Bunte Tor bezeichnet. Die Fuhrleute konnten in den Wirtshäusern am Hohen Tor Wappen von Osnabrück oder Stadt Hannover sowie im Goldenen Löwen am Bunten Tor übernachten. Heute erinnern Hohentorsplatz, Hohentorsstraße Hohentorskirche sowie der Ortsteil Buntentor und der Buntentorsteinweg an die beiden Tore und die Bastionsstraße an eine der Bastionen.

Die Bremer Neustadt wurde weniger aus Platzbedarf angelegt, vielmehr um Bremen und seinen Hafen ringsherum durch Befestigungsanlagen zu schützen. Diese Befestigungsanlage hatte nur eine Bewährungsprobe zu bestehen, als 1666 die Schweden die Stadt erfolglos auf der linken Weserseite belagerten.

Das Gebiet der heutigen Alten Neustadt war zunächst nur sehr dünn besiedelt. Da die Neustadt nur schleppend besiedelt wurde, erlässt der Bremer Rat 1642 Privilegien für die Neustadt, u.a ein unentgeltliches aber eingeschränktes Bürgerrecht. Die St.-Pauli-Gemeinde residierte seit 1635 zunächst nur in einem Wohnhaus. 1679/82 erfolgte der Bau der St.-Pauli-Kirche. Schon ab 1640 gab es nahe der Kirche die St. Pauli-Kirchspielschule. Sie erhielt 1648 ein Schulhaus. Die Besiedlung erfolgte zuerst im Bereich der Oster-, Wester- und Brautstraße Durch einen Blitzschlag explodierte 1739 der Herrlichkeitzwinger (Braut). Er wurde vollständig zerstört und nicht wieder aufgebaut. Brautstraße und die kleine Brautbrücke erinnern jedoch an den Turm. Noch waren große Gebiete der Alten Neustadt lediglich Gartenland.

Um 1760 begann Am Steinwege, dem heutigen Buntentorsteinweg, eine Bebauung für die Zigarrenmacher, Fuhrleute und Arbeiter.

Die Befestigungsanlagen war um 1800 nicht mehr zeitgemäß. Sie wurde ab 1802 abgetragen und es entstanden vielfach Gemüsegärten. Ab ca. 1819 standen neben den zwei Toren jeweils die 1944 zerstörten klassizistischen Säulengebäude als Wacht- und Akzise-Häuser. Das Hohe-Tor wurde 1823 und das Bunte-Tor 1861 abgerissen. 1812 hatte die Neustadt 7.521 Einwohner. 1822 entstand der noch private Buntentorsfriedhof, der 1940 von Bremen übernommen wurde.

Schulen: Die St. Pauli-Kirchspielschule erhielt 1804 einen Neubau an der Osterstraße. 1857 und 1868 folgten Erweiterungsbauten. 1909 wurde die schule von Bremen übernommen. Als Nebenschule entstanden die Bulthauptschule am Neustadtswall und die Schule am Buntentorsteinweg. Die Bulthauptschule befand sich Mitte des 19.Jh. in der Großen Johannisstraße 182, Weserstraße 77, und Westerstraße. 1862 eröffnete unter Leitung von Friedrich Heinrich Bulthaupt die Volksschule am Neustadtswall für 532 Schüler den Unterricht. Schulerweiterungen folgten 1864, 1869, 1887 und 1891. Die Schule ist 1944 zerstört worden.

Am Buntentorsteinweg wurde ab 1807 in einem angekauften Haus unterrichtet. 1825 wurde ein erstes Schulgebäude errichtet und 1862 ein 6-klassiger Neubau für 482 Schüler der ständig erweitert werden musste. Der erhaltene dreigeschossige Neubau stammt von 1909, die Turnhalle von 1890. Die öffentliche, erhaltene Schule an der Kantstraße entstand 1892 zur Entlastung der vorgenannten Freischulen.

Der Bau der Eisenbahnbrücke erfolgte 1866. Dann folgte 1872 der Bau der Kaiserbrücke an der Stelle der heutigen Bürgermeister-Smidt-Brücke. Ein Wasserwerk - die Umgedrehte Kommode - entstand 1873 auf dem Stadtwerder. 1875 fand die Eingemeindung von Buntentor statt. Der Neustadtsgraben wurde 1891 bis auf die Piepe und dem Hohentorshafen zugeschüttet und stattdessen darauf Grünanlagen, Exerzierplätze und Kasernen angelegt.

Friedrich Ebert, der spätere Reichspräsident, eröffnete 1894 in der Brautstraße eine Kneipe, die ein Zentrum gewerkschaftlicher und politischer Aktivitäten war. Das Technikum, die heutige Hochschule Bremen, entwickelte sich zunächst im Schulgebäude an der Kleinen Allee. 1906 konnte das noch bestehende Gebäude an der Langemarckstraße bezogen werden.

1905 hatte die Neustadt 13.708 und die südliche Vorstadt 28.461 Einwohner. Das Gebiet zwischen Buntentorsteinweg und Woltmershausen wurde mit Reihenhäusern unterschiedlicher Größe für die Kleinbürger und Arbeiter bebaut. Die erhaltene Schule an der Oderstraße wurde 1909 als Volksschule und die Schule an der Mainstraße 1913 als Hilfsschule (heute Förderzentrum) eingeweiht.

Nach dem Ersten Weltkrieg entstanden auf dem Stadtwerder Kleingärten und der sozialen Wohnungsbaus, an der Friedrich-Ebert-Straße und der Kornstraße minderte bis 1933 die dringenste Wohnungsnot. Das Neuenland wurde 1921 in die Stadt Bremen eingemeindet. Die Industrieansiedlung und der Bau des Flughafens begann. 1923 war die Gründung der Focke-Wulf-Werke auf dem Neuenlander Feld.

Während der NS-Zeit entwickelt sich das Focke-Wulf-Werk zum Großbetrieb der Rüstungsproduktion. Der jüdische Metallwarenhändler Heinrich Rosenblum (Thedinghauser Straße) und die Fahrradhändlerin Selma Zwienicki (Hohentorstraße) wurden bei den Novemberpogrome 1938 in der sogenannten Reichskristallnacht von der SA ermordet.

Ab 1935 entstand ein Wohngebiet an der Huckelrieder Straße. Das Gebiet wurde danach bald Huckelriede genannt. Hier entstanden 1935/36 auch die Hindenburg-Kasernen. Der Bau der dritten Straßenbrücke war von 1936 bis 1939 an der Stelle der heutigen Stephanibrücke. Die Luftangriffe 1944/45 zerstörten den überwiegenden Teil der Alten Neustadt. Alle Weserbrücken wurden von der Wehrmacht in den letzten Kriegstagen gesprengt.

Wie im Bremer Westen begann in der Neustadt in den 1950er Jahren der Wiederaufbau. An der Weser dehnten sich Industrie- und Gewerbebetriebe aus, z.B. Haake-Beck, Beck & Co., Hachez, Jacobs. Ab 1956 erfolgte der Bau der Gartenstadt Süd. In Huckelriede entstand 1949 die private Roland-Klinik und ab 1952 belegte die Bereitschaftspolizei die daneben liegenden Kasernen. Der Werdersee - als Flutrinne für die Weser - wurde 1953–56 angelegt. Der dabei ausgebaggerte Sand war das Basismaterial für den neuen Huckelrieder Friedhof von 1956. Das Gymnasium und Schulzentrum Huckelriede wird in Abschnitten von 1961 bis 1967 gebaut.

Die Focke-Wulf-Werke durften ab 1956 wieder Flugzeuge produzieren. 1961 fusionierten die beiden Bremer Flugzeughersteller Focke-Wulf-Flugzeugbau GmbH und Weser-Flugzeugbau GmbH. Sie gliederten die Raumfahrtabteilungen aus und gründete die Firma ERNO.

1960 hatte die Neustadt 74.231 Einwohner.

Ab 1999 erfolgte der Umbau des Flughafens Bremen und der Ausbau des Wirtschaftsstandortes Airport City. Durch die Verlängerung der Stadtbahnlinie und dem Bau der Autobahn A 281 (2008) wurde das Gebiet besser erschlossen.

Der Teerhof - im Krieg fast vollständig zerstört - wurde von 1990 bis 2008/09 mit Wohn- und Geschäftshäusern bebaut. Eine Fußgängerbrücke verbindet seit den 1990er Jahren die Halbinsel mit der Altstadt.

Durch verschiedene neue Gebietseinteilungen besteht keine genaue Folge der Einwohnerentwicklung.

Am Parkplatz beim Restaurant "Zum Kuhhirten" nahe dem Werdersee erinnert seit 1985 ein von der IG Metall Jugend errichtetes Mahnmal an die Opfer von Faschismus und Krieg, die u.a. in den 200 Lagern rund um Bremen Zwangsarbeit verrichten mussten.

Der Ortsteil Alte Neustadt ist zu Weserseite geprägt durch die Industrie- und Gewerbebetriebe, zu denen u.a. die Brauerei Becks und Haake-Beck gehören. Außerdem sind das Zollamt Hohentor und die Unternehmen Hachez und Kraft Foods hier ansässig. Im Ortsteil Neuenland befindet sich der Flughafen Bremen mit den Großbetrieben der Flugzeug- und Raumfahrtindustrie wie Airbus und ERNO. Am Flughafen hat sich seit den 1990er Jahren eine "Flughafenstadt" mit vielen Dienstleistungsunternehmen entwickelt. Zwischen der Bundesstraße B 75/Duckwitzstraße und dem Flughafen befindet sich das große Gewerbegebiet Ochtum. Das Gewerbegebiet zwischen Warturmer Damm und Duckwitzstraße ist Standort eines großen Einkaufszentrums. An der Neuenlander Straße (Bundesstraße B 6) haben sich u.a. verschiedene Einkaufsmärkte angesiedelt.

Weiterhin sind das Rote-Kreuz-Krankenhaus an der Kleinen Weser, die Roland-Klinik in Huckelriede sowie die Bremer Straßenbahn AG am Flughafendamm größere Arbeitgeber.

Der Stadtteil Neustadt ist ansonsten ein durchmischter Wohnstadtteil mit mehreren Einkaufszonen an der Langemarckstraße, Pappelstraße, Friedrich-Ebert-Straße, Kornstraße und am vorderen Buntentorsteinweg. Viele Dienstleistungs- und kleine Handwerksbetrieben sowie Gaststätten und einige kulturellen Einrichtungen ergänzen das Stadtbild. Die Ortsteile Gartenstadt Süd, Huckelriede und der stadtfernere Bereich vom Buntentor sind Wohnquartiere.

Die Neustadt wird durch die Autobahn A 281 durchquert. Die Neustadt kann erreicht werden über die Autobahn A 1, Abfahrten HB-Arsten und Brinkum und über die Autobahn A 28 von Oldenburg via Bundesstraße 75 von Huchting über Mitte Richtung Autobahn A 27, Abfahrt HB-Überseestadt, nach Bremen-Nord und Bremerhaven. Die Haupterschließungstraßen sind neben der B 75 in der Nord-Süd-Richtung die Langemarckstraße und die Friedrich-Ebert-Straße und in der Ost-West-Richtung die Westerstraße und der Buntentorsteinweg, die Korn-/Lahnstraße sowie die Neuenlander Straße (Bundesstraße 6).

An der Kleinen Weser und vorbei am Werdesee führt auf dem Deich ein durchgehender Weg von der Neustadt via Huckelriede nach Habenhausen.

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Source : Wikipedia