Brandenburg

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Geschrieben von daneel 26/02/2009 @ 02:14

Tags : brandenburg, deutschland, brandenburg an der havel, regionalsport, sport

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Brandenburg

Fünf-Seen-Blick in der Uckermarkim Nordosten des Landes Brandenburg

Das Land Brandenburg (niedersorbisch Kraj Bramborska, plattdeutsch: Bramborg/Brannenborg), ist ein Land im Nordosten Deutschlands. Die Landeshauptstadt ist Potsdam. Brandenburg grenzt im Osten an Polen, im Süden an Sachsen, im Westen an Sachsen-Anhalt, im äußersten Westen an Niedersachsen (ein kurzes Stück an der Elbe) und im Norden an Mecklenburg-Vorpommern. Außerdem umschließt Brandenburg die zentral gelegene Bundeshauptstadt Berlin vollständig, die ein eigenes Bundesland darstellt.

Als Gründungsdatum der historischen Mark Brandenburg gilt der 11. Juni 1157, als sich der Askanier Albrecht der Bär mit der Rückeroberung der Brandenburg das Gebiet endgültig aneignete und zum Bestandteil des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation machte. Von 1415 bis 1918 unterstand die Region dem Fürstengeschlecht der Hohenzollern. Von 1701 bis 1946 teilte die Mark Brandenburg die Geschichte des preußischen Gesamtstaates als dessen Kernland. Die 1815 geschaffene preußische Provinz Brandenburg (ohne die Altmark) wurde nach dem Kriegsende 1945 zum Land Brandenburg (ohne die Neumark östlich der Oder). In der DDR wurde die Region in drei Bezirke geteilt. 1990 wurde das Land Brandenburg als Land der Bundesrepublik Deutschland neu gegründet.

Das Land Brandenburg ist mit einer Gesamtfläche von 29.476 km² und einer maximalen Nord-Süd-Ausdehnung von 291 km und einer Ost-West-Ausdehnung von 244 km das nach der Fläche fünftgrößte Land Deutschlands und gleichzeitig das größte der neuen Bundesländer. Das Kerngebiet Brandenburgs wird auch heute noch mit dem historischen Namen Mark Brandenburg bezeichnet. Südöstlich schließt sich die Niederlausitz an. Teile des welligen Flämings im Südwesten gehören erst seit dem Wiener Kongress zu Brandenburg.

Die Länder Berlin und Brandenburg bilden gemeinsam die europäische Metropolregion Berlin/Brandenburg unter dem Namen Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg, deren engerer Verflechtungsraum um Berlin als „Speckgürtel“ bekannt ist. Dies entspricht auch der für Brandenburg typischen Ausrichtung sämtlicher Infrastruktur auf das inselförmig im Land gelegene Berlin.

Außerhalb der größeren Städte wie Brandenburg an der Havel im Westen oder Frankfurt (Oder) im Osten ist das Land dünn besiedelt. Den Süden des Landes bilden die Niederlausitz, Teile der Oberlausitz und das Elbe-Elster-Land. Zum Land Brandenburg gehören weiterhin das Havelland westlich von Berlin, südlich von Berlin der Teltow und nordöstlich der Barnim. An den Grenzen liegen im Nordwesten die Prignitz, im Nordosten die Uckermark, im Osten das Oderbruch und im Südwesten der Fläming.

Das Land Brandenburg liegt im Norddeutschen Tiefland und wurde entscheidend durch die wiederholten Vorstöße des skandinavischen Inlandeises während des Eiszeitalters geprägt. An der Erdoberfläche stehen daher fast ausschließlich eiszeitliche und nacheiszeitliche Ablagerungen an. Am weitesten verbreitet sind Geschiebemergel und Schmelzwassersande. Typisch für die Oberflächenformung sind die Elemente der Glazialen Serie.

Auf Grund der Vielgestaltigkeit der eiszeitlichen Ablagerungen in Brandenburg sind die daraus entstandenen Bodengesellschaften sehr heterogen. Ihre Ertragsfähigkeit reicht von extrem nährstoffarm und unfruchtbar bis hin zu sehr fruchtbar. Dennoch überwiegen flächenmäßig, vor allem im mittleren und südlichen Brandenburg, die nährstoffarmen Sandböden, die dem Land sein charakteristisches Gepräge geben.

Die wesentlichen Großlandschaften Brandenburgs sind von Nord nach Süd der Baltische bzw. Nördliche Landrücken, die Zone der Platten und Urstromtäler sowie der Südliche Landrücken.

Auf beiden Landrücken sind Höhen über 100 m recht häufig. Dem Südlichen Landrücken, der von den Harburger Bergen bis nach Polen reicht (Katzengebirge), werden in Brandenburg der Fläming und seine östliche Fortsetzung, der Lausitzer Grenzwall mit dem Muskauer Faltenbogen zugerechnet. Er ist hier im Durchschnitt höher als der Baltische Landrücken. Jener erstreckt sich von Jütland bis zum Baltikum. Zu ihm gehört die Mecklenburgische Seenplatte, die bis nach Brandenburg hineinragt. In dieser Seenplatte entspringen auch die Flüsse Havel, Rhin und Dosse. Im Südosten und Nordosten reicht Brandenburg über die erwähnten Höhenzüge hinaus. Das betrifft das Lausitzer Urstromtal im äußersten Süden und tief liegende Teile der Uckermark im Nordosten des Landes.

Zwischen den Landrücken liegt das ausgedehnte Gebiet der mittelbrandenburgischen Platten und Urstromtäler. Ausgedehnte Niederungen wie das Rhinluch, das Havelländisches Luch und die Seenkette der mittleren Havel grenzen dabei die inselartig daraus aufragenden Platten wie Barnim, Nauener Platte und die Ländchen mehr oder weniger deutlich voneinander ab. Das Niveau der großen Urstromtäler und der zugehörigen Nebentäler zeigt ein geringes Gefälle von Südost nach Nordwest. Es reicht von etwas über 60 m an der Neiße auf unter 20 m an der Havelmündung. Auch die durchschnittliche Höhe der Platten nimmt von Ost nach West von über 100 m an der Oder auf 40 bis 50 m im Westen ab. Besonders tief liegt das sich östlich anschließende Odertal, welches im Nordosten fast das Niveau des Meeresspiegels erreicht.

Landschaftlich fällt allgemein vor allem der Unterschied zwischen dem Altmoränen- und dem Jungmoränenland auf. Während es im Süden und in der Prignitz nahezu keine natürlichen Seen gibt, ist das jung vergletscherte Gebiet seenreich. Es gibt aber auch dort regionale Unterschiede. Viele hoch gelegene Grundmoränengebiete (wie der Barnim oder das Land Lebus) sind seenarm. Andererseits sind Gebiete, in denen es zu großflächiger Verschüttung und Konservierung von Toteisblöcken kam, durch den Austau des Eises ausgesprochen seenreich, z. B. Teile der westlichen Uckermark.

Das Land Brandenburg befindet sich im Übergangsbereich zwischen ozeanischem Klima in Westeuropa und kontinentalem Klima im Osten. Aufgrund der relativ geringen Höhendifferenzen sind die klimatischen Unterschiede innerhalb des Landes eher gering, jedoch bei bestimmten Wetterlagen deutlich zu spüren.

Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt um 9 °C. Der kälteste Monat ist für gewöhnlich der Januar, welcher im Mittel eine Temperatur von −1 °C hat. Wärmster Monat ist normalerweise der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 18 °C. Bei der Lufttemperatur macht sich bereits von der im Nordwesten gelegenen Prignitz zur im Südosten befindlichen Niederlausitz eine geringe Zunahme der Kontinentalität bemerkbar. Vor allem in den Wintermonaten ist bei windarmen Strahlungswetterlagen die Lausitz meistens deutlich kälter als die Prignitz.

Mit einer durchschnittlichen Jahresniederschlagssumme von unter 600 mm ist Brandenburg eines der trockensten, vielleicht sogar das niederschlagsärmste Bundesland. Über weite Strecken liegt der durchschnittliche Jahresniederschlag um 550 mm. Lediglich die im Nordwesten (und damit relativ nahe an der Nordsee) gelegene Prignitz erhält Niederschlagssummen, die höher als 600 mm im Jahr liegen. In den anderen brandenburgischen Regionen erreichen bzw. übertreffen nur einige Hochgebiete (z. B. der Hohe Fläming und der Hohe Barnim) die 600-mm-Marke. Östlich der Hochgebiete macht sich ein vergleichsweise geringer Regenschatten bemerkbar, der im extrem tief liegenden Oderbruch sogar etwas deutlicher zu spüren ist. Mit unter 500 mm Jahresniederschlag ist das Oderbruch eine der trockensten Regionen Deutschlands. Aber auch in den anderen Niederungen liegen die durchschnittlichen Niederschlagessummen unter 550 mm im Jahr. Der Niederschlag fällt landesweit vor allem in den Sommermonaten; Winter und Frühjahr gelten als vergleichsweise trocken. Dennoch sind gerade für die Sommermonate lange Abschnitte ohne Niederschläge häufig, in denen die Waldbrandgefahr stark ansteigt.

Die Sonne scheint im Jahr durchschnittlich ca. 1600 Stunden. Damit gilt Brandenburg als vergleichsweise sonnenscheinreiches Bundesland.

Brandenburg gilt als das gewässerreichste Bundesland Deutschlands. Es gibt über 3.000 natürlich entstandene Seen, dazu zahlreiche künstlich angelegte Teiche, Baggerseen und ähnliche Gewässer. Weiterhin existieren über 33.000 km Fließgewässer, deren größter Teil künstlich angelegte Entwässerungsgräben und andere Kanäle sind. Andererseits wird in Brandenburg auf Grund der Niederschlagsarmut das Grundwasser nur sehr langsam erneuert. Die Verweildauer des Wassers in den Gewässern ist daher recht lang und die Selbstreinigung funktioniert nur bedingt.

Größere Flüsse berühren Brandenburg nur an den Rändern. Die Elbe (Gesamtlänge 1091 km) bildet im äußersten Südwesten und Nordwesten die Westgrenze des Landes, die Oder (Gesamtlänge 866 km) auf langer Strecke die Ostgrenze. Weiter südlich ist die Lausitzer Neiße (Gesamtlänge: 256 km) die Ostgrenze des Landes. Lediglich von der 325 km langen Havel liegt der größte Teil in Brandenburg. Ihr größter Nebenfluss, die Spree (400 km), ist länger und wasserreicher als die Oberhavel (165 km). So bilden Spree und Unterhavel zusammen einen 560 km langen Flusslauf.

Die zu Mühlberg gehörende ca. 0,5 km² große Gemarkung um die Fähranlegestelle an der Mündung der Dahle westlich der Elbe einschließlich einem Teilstück der Bundesstraße 182 ist das einzige linkselbische Gebiet Brandenburgs.

Alle anderen Fließgewässer in Brandenburg sind kleine Flüsse und Bäche mit regionaler Bedeutung. In Nordbrandenburg sind die Stepenitz, die Dosse, der Rhin, die Ucker und die Finow zu nennen. Im mittleren Teil haben die Plane, die (Jüterboger) Nuthe und die Dahme eine gewisse Bedeutung. Der größte Fluss in Südbrandenburg ist die Schwarze Elster.

Auf Grund seiner eiszeitlichen Entstehungsgeschichte ist Brandenburg extrem reich an natürlich entstandenen Seen. Es existieren mehr als 800 Gewässer mit einer Fläche von mehr als 1 ha. Der größte natürliche See Brandenburgs ist mit einer Fläche von 13,3 km² der Schwielochsee. Es folgen der Scharmützelsee (12,0 km²), der Unteruckersee (10,4 km²), der Parsteiner See (10,0 km²), der Schwielowsee (7,9 km²), der Werbellinsee (7,8 km²) und der Grimnitzsee (7,8 km²). Mit fast 70 m tiefster See des Landes und gleichzeitig der mit der besten Wasserqualität ist der Stechlin.

Zu den zahlreichen natürlichen Seengebieten Brandenburgs kommt zurzeit ein künstliches hinzu: Durch die Flutung nicht mehr genutzter Tagebaurestlöcher entsteht das Lausitzer Seenland. Mit 13,0 km² ist der Senftenberger See darin momentan das größte Gewässer. 2025 wird es Europas größte künstliche Wasserlandschaft und Deutschlands viertgrößtes Seengebiet sein. Der größte See wird dann der Sedlitzer See (13,3 km²) sein, der damit dann auch der größte See in Brandenburg ist. Die Talsperre Spremberg bildet mit 6,7 km² den größten Stausee in Brandenburg.

Im Land Brandenburg leben 2.542.400 Menschen (Juni 2007), davon sind 1.266.932 männlich (49,5 %) und 1.292.551 weiblich (50,5 %) (Stand Ende 2005). Es ist damit das zehntgrößte Bundesland, gemessen an der Bevölkerung. Mit einer Bevölkerungsdichte von 86 Einwohnern je km² ist es nach Mecklenburg-Vorpommern das am dünnsten besiedelte deutsche Land. Brandenburg verfügt mit Potsdam und Cottbus über zwei Großstädte.

Der Anteil der nichtdeutschen Bevölkerung beträgt 2,6 % (1990: 0,7 %). Insgesamt haben rund 5 % der Bürger einem Migrationshintergrund, deutschlandweit beträgt die Zahl rund 19 %. In einigen, südlichen Landkreisen und in Cottbus leben 20.000 Sorben (0,8 % der Gesamtbevölkerung) mit eigener Sprache und Kulturgeschichte.

Die Entwicklung der Einwohnerzahl war in den letzten Jahren relativ ausgeglichen; dabei gibt es allerdings starke regionale Unterschiede. Der Brandenburger Verflechtungsraum in der Metropolregion Berlin/Brandenburg wuchs von 1994 bis 2005 um ca. 50 % auf 1 Mio. Einwohner, während weiter abgelegene Städte und Gemeinden viele Einwohner verloren. Brandenburg konnte in den meisten Jahren Wanderungsgewinne verzeichnen, während stärkere Geburtenrückgänge (Wendeknick) dies kompensierten. Historisch war die Region lange ein Zuwanderungsraum, unter anderem durch das Edikt von Potsdam.

In Brandenburg werden sowohl Hochdeutsch als auch Dialekte des Mark-Brandenburgischen und des Berlin-Brandenburgischen gesprochen. Im Grenzgebiet zu Sachsen wird ferner Osterländisch – ein Dialekt des Thüringisch-Obersächsischen gesprochen, das nah mit dem Hochdeutschen verwandt ist. In der brandenburgischen Niederlausitz spricht man Lausitzische Dialekte. Jener Dialekt und die in Berlin und seinem Umland verwendete Mundart sind dem Ostmitteldeutschen zuzurechnen. Im Barnim ist die Mundart Eberswalder Kanaldeutsch gebräuchlich. Im östlichen Teil der Niederlausitz in der Umgebung von Cottbus wird außerdem Niedersorbisch, eine westslawische Sprache, von etwa 20.000 Menschen als Muttersprache gesprochen (zweisprachiges Gebiet). Sie ist vom Aussterben bedroht.

Der Wortschatz der Dialekte in Brandenburg ist erfasst und beschrieben im Brandenburg-Berlinischen Wörterbuch.

Der größte Teil der Einwohner ist kirchlich ungebunden.

Die meisten kirchlich gebundenen Einwohner gehören der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz an. Da Grenzen der Kirchenprovinzen von denen der heutigen Bundesländern abweichen, sind einzelne Gemeinden im Westen und Südwesten Brandenburgs der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen zugeordnet. Für römisch-katholische Christen besteht das Erzbistum Berlin, für Teile der Lausitz das Bistum Görlitz sowie im südwestlichen Brandenburg das Bistum Magdeburg. In einigen Teilen Brandenburgs ist auch die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche mit Kirchengemeinden vertreten. Diese gehörten vorher zur Evangelisch-Lutherischen (altlutherischen) Kirche und sind bis heute unter der Bezeichnung "Altlutheraner" in der Region bekannt. Die konfessionell lutherischen Kirchengemeinden gehören zum Kirchenbezirk Berlin-Brandenburg der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche.

Durch den Zuzug jüdischer Kontingentflüchtlinge aus der ehemaligen Sowjetunion verzeichnen die jüdischen Gemeinden wieder ein verstärktes Wachstum.

Im Vergleich zu anderen Bundesländern ist der Anteil der Angehörigen des Islam in Brandenburg sehr niedrig.

Sitz des Brandenburgischen Parlaments ist die Landeshauptstadt Potsdam. Zurzeit befindet sich der Landtag noch in dem Gebäude der ehemaligen Königlich-Preußischen Kriegsschule auf dem Brauhausberg. Nach der Fertigstellung des Stadtschlosses (geplant 2011) wird der Landtag in dieses umziehen. Es ist so konzipiert, dass es ein Parlament der möglicherweise eines Tages fusionierten Länder Berlin und Brandenburg aufnehmen könnte.

Im Landtag Brandenburgs, welcher für fünf Jahre gewählt wird, sind derzeit vier Parteien vertreten. Die letzte Wahl fand am 19. September 2004 statt. Die Wahlbeteiligung stieg erstmals leicht auf 56,4 %. Es ergab sich folgendes Ergebnis: SPD (31,91 % – 33 Abgeordnete), Die Linke: (27,96 % – 29 Abgeordnete), CDU: (19,43 % – 20 Abgeordnete), DVU: (6,08 % – 6 Abgeordnete), Grüne: (3,60 %) und FDP: (3,33 %). Es bildete sich erneut ein Regierungsbündnis zwischen der SPD und der CDU unter der Führung des Ministerpräsidenten Matthias Platzeck. Sein Stellvertreter ist Ulrich Junghanns (CDU), der gleichzeitig Wirtschaftsminister ist.

Als drittes Verfassungsorgan besteht ein Verfassungsgericht des Landes Brandenburg.

Die Brandenburgische Verfassung wurde am 14. April 1992 vom Landtag als Entwurf verabschiedet. Per Volksentscheid wurde der Entwurf von der Brandenburgischen Bevölkerung am 14. Juni 1992 angenommen. Sie trat daraufhin mit der Verkündung am 20. August 1992 in Kraft.

Nach der Brandenburgischen Verfassung (Artikel 4) ist der rote märkische Adler auf weißem Feld das Wappen des Landes Brandenburg. Die Landesflagge ist Rot-Weiß mit zentriertem Landeswappen. Er ist zudem Bestandteil der Wappen vieler Gemeinden und Städte auf dem Gebiet der ehemaligen Mark Brandenburg. Der märkische Adler zeigt sich freischwebend von vorn mit ausgebreiteten Schwingen und nach links blickend. Er ist in der Farbe Rot gehalten, golden bewehrt und rot gezungt. Die Fänge sind geöffnet und seine Schwingen sind je mit einen goldenen Kleestängel belegt. Das Schild des Wappens ist Weiß.

Der märkische Adler und das Wappen stammen aus dem 12. Jahrhundert, er tritt erstmals in dem Standbildsiegel des Askanier Ottos I., dem Sohn Albrechts des Bären, von 1170 auf.

Nach der Wiedervereinigung wurden dem Wappen seine früheren Beigaben (Kurhut, silbernes Schwert, blaues Herzschild mit aufrecht gestelltem goldenem Zepter) entfernt, die noch bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs Teil des Wappens waren.

Die inoffizielle Landeshymne ist das Lied Märkische Heide, märkischer Sand („Steige hoch, du roter Adler“), 1923 von Gustav Büchsenschütz verfasst, das, obwohl im Text unpolitisch, wegen der Nähe des Autors zum NS-Regime heute nicht mehr bei offiziellen Anlässen gesungen wird.

Im Gebiet des heutigen Landes Brandenburg erfolgte – nach ursprünglicher Besiedlung durch die germanischen Semnonen – seit der Zeit der Völkerwanderung eine Landnahme durch westslawische Stämme. Während der ersten Phase der deutschen Ostexpansion (Ostsiedlung) eroberte 929 ein ostfränkisches Heer unter König Heinrich I. das Gebiet der Heveller mit der Brandenburg. Sie wurden deutscher Lehensherrschaft unterworfen und tributpflichtig. Zur Christianisierung der Slawen wurden die Bistümer Havelberg und Brandenburg gegründet und dem Erzbistum Magdeburg unterstellt. Da die Spannungen in der Mark stetig zunahmen, bildeten die slawischen Stämme den Liutizenbund. Im Großen Slawenaufstand wurde 983 das Gebiet Brandenburgs zurückerobert. Für über hundert Jahre wurde die deutsche Herrschaft östlich der Elbe abgeschüttelt. Aber der Expansionsdrang der großen Nachbarn Heiliges Römisches Reich und Polen sorgte für einen fast ununterbrochenen Kriegszustand.

Als der Hevellerfürst Pribislaw 1150 kinderlos starb, hatte er sein Land Albrecht dem Bären vermacht. Damit waren aber Erbansprüche des Spreewanenfürsten Jaxos übergangen worden. Dieser eroberte 1153 die Brandenburg kurzzeitig zurück, welche aber 1157 diesmal endgültig von Albrecht zurückerobert werden konnte. Dieser Tag gilt im Allgemeinen als der Gründungstag der Mark Brandenburg. Vor der nun in großem Maße einsetzenden deutschen und flämischen Besiedelung zogen sich die Heveller großenteils in Fischerdörfer (Kietze) zurück. Noch bis ins 15. Jahrhundert lebten Deutsche und Wenden nebeneinander, vielerorts in getrennten Siedlungen. Nach dem Aussterben des Askanischen Herrschergeschlechts in Brandenburg 1320, folgte bis 1415 eine Zeit schwacher Herrscher (Wittelsbacher, Luxemburger), in der die Mark Brandenburg in chaotische Verhältnissen geriet und sich ein ausgeprägtes Raubrittertum entwickelte.

Ab 1411 unterstand die Region dem Fürstengeschlecht der Hohenzollern, dem durch Kaiser Sigismund 1415 auch die Kurwürde übertragen wurde. Die Hohenzollern konnten das Land erfolgreich befrieden und die Zentralmacht wiederherstellen. Die durch den Dreißigjährigen Krieg zerstörte und verarmte Mark Brandenburg wurde seit 1640 durch den Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm schrittweise wieder aufgebaut. Unterbrochen wurde dieser Prozess in Brandenburg kurzzeitig durch den Einfall der Schweden von 1674 bis 1675. Von 1701 bis 1946 teilte die Mark Brandenburg die politische Geschichte des preußischen Gesamtstaats. Historisch bildete Brandenburg (zusammen mit Berlin, das Teil Brandenburgs war) das Kernland Preußens – Brandenburg war nach 1815 die größte preußische Provinz. Berlin schied erst mit dem Groß-Berlin-Gesetz von 1920 aus der damaligen Provinz Brandenburg aus.

In der Endphase des Zweiten Weltkriegs besetzte nach schweren Abwehrkämpfen die Rote Armee das Territorium. Die Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie fielen an Polen (siehe auch Deutsch-Polnischer Grenzvertrag 1990).

Noch 1945 wurde die Provinz Brandenburg innerhalb der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) gebildet. Diese bestand aus den Regierungsbezirken Potsdam und Frankfurt (Oder) der ehemaligen preußischen Provinz Brandenburg, allerdings ohne die gesamte Neumark östlich der Oder. Im Herbst 1946 trat erstmals der brandenburgische Landtag zusammen. Im Gegensatz zu den übrigen Provinzen der SBZ konnte sich Brandenburg beim politischen Neuanfang auf keine Tradition eigener Parlamente oder Regierungen berufen, da die alte Provinz Brandenburg unmittelbar der preußischen Regierung unterstanden hatte. Im Juli 1947 erfolgte nach der Auflösung von Preußen die Umbenennung in Land Brandenburg mit einer Größe von 27.612 Quadratkilometern. Bereits 1949 verloren die Institutionen des Landes mit der Gründung der DDR weitgehend ihre Funktionen. 1952 wurde das Land im Rahmen der Verwaltungsreform in der DDR gänzlich aufgelöst und in die drei Bezirke Cottbus, Frankfurt (Oder) und Potsdam aufgeteilt. Der Landkreis Perleberg fiel an den Bezirk Schwerin, die Landkreise Prenzlau und Templin an den Bezirk Neubrandenburg.

Am 3. Oktober 1990 wurde das Land Brandenburg neu gegründet durch Zusammenlegung der Bezirke Cottbus (ohne die Kreise Hoyerswerda, Jessen (Elster) und Weißwasser), Frankfurt (Oder) und Potsdam zuzüglich der Kreise Perleberg, Prenzlau und Templin. Am 26. Oktober 1990 trat der neue Brandenburgische Landtag zu seiner ersten Sitzung zusammen. Das Partnerland Brandenburgs zum Aufbau der neuen Strukturen war Nordrhein-Westfalen. Von 1990 bis 2002 prägte Ministerpräsident Manfred Stolpe die politische Entwicklung Brandenburgs. Im Mai 1996 entschieden sich die Brandenburger bei einer Volksabstimmung mit Mehrheit gegen eine Vereinigung der Länder Berlin und Brandenburg.

Nach 1990 gab es einige Gebietsänderungen, gemäß dem Staatsvertrag vom 9. Mai 1992, welcher am 1. Juli 1992 in Kraft trat. Die Gemeinden Bagemühl, Grünberg, Nechlin, Woddow, Wollschow-Menkin und die Stadt Brüssow des Landkreises Pasewalk sowie die Gemeinden Fahrenholz, Güterberg, Jagow, Lemmersdorf, Lübbenow, Milow, Trebenow, Wilsickow, Wismar und Wolfshagen des Landkreises Strasburg wurden in den bestehenden Gemeinde- und Gemarkungsgrenzen aus dem Land Mecklenburg-Vorpommern ausgegliedert und in das Land Brandenburg eingegliedert. Zudem wurden die Gemeinden Besandten, Eldenburg, Lanz, Lenzen, Mellen und Wootz in den bestehenden Gemeinde- und Gemarkungsgrenzen aus Mecklenburg-Vorpommern ausgegliedert und in das Land Brandenburg eingegliedert. Die Gemeinden Dambeck und Brunow sowie die Ortsteile Pampin und Platschow der Gemeinde Berge wurden in den bestehenden Gemeinde- und Gemarkungsgrenzen aus dem Land Brandenburg ausgegliedert und in das Land Mecklenburg-Vorpommern eingegliedert.

1996 fand ein Volksentscheid über einen Staatsvertrag zur Fusion von Brandenburg und Berlin statt. In Brandenburg gab es eine Mehrheit von Nein-Stimmen. Zudem wurde die erforderliche Mindestzustimmung (Quorum) von 25 % der Wahlberechtigten nicht erreicht. Als Hauptargument gegen die Fusion wurden in Brandenburg die befürchtete Nichtbeachtung Brandenburger Interessen auf Grund der zahlenmäßige Unterlegenheit genannt.

Die vom heutigen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck lange befürwortete Alternative eines Nord-Ost-Landes inkl. Mecklenburg-Vorpommern und der Sachsen-Anhaltischen Altmark und damit einer ländlichen Mehrheit wurde nie ernsthaft verfolgt. Auch den Vorschlag eines Länderrates, einer Art Mini-Bundesrat, besetzt nach einem Flächenschlüssel, hat die Brandenburger Landesregierung nie in die Verhandlungen mit Berlin eingeführt.

Jedoch gibt es bereits jetzt eine Vielzahl von Bestrebungen, die letztlich auf eine Fusion der beiden Länder hinauslaufen, zu der sich grundsätzlich die Regierungschefs beider Länder bekannt haben. Viele Landeseinrichtungen bekamen eine gemeinsame Berlin-Brandenburger Leitung. So wurden der SFB und der ORB zum RBB sowie die Deutsche Rentenversicherung Berlin und die Deutsche Rentenversicherung Brandenburg zum 1. Mai 2006 zur Deutschen Rentenversicherung Berlin-Brandenburg fusioniert. Des Weiteren wurden die Obergerichte beider Länder zusammengelegt.

Brandenburgs Industrie hat ihren Schwerpunkt entlang der A 10 rund um die Stadt Berlin sowie in den gesicherten industriellen Kernen. Bei Eisenhüttenstadt an der Oder, in Hennigsdorf und in Brandenburg an der Havel befinden sich Stahlwerke. Außerdem gibt es in Brandenburg an der Havel ein Druckmaschinenwerk der Heidelberger Druckmaschinen AG und ein Getriebewerk der ZF Friedrichshafen. Eine Triebwerk-Produktionsfabrik der Firma Rolls-Royce befindet sich in Dahlewitz im Landkreis Teltow-Fläming. Weiterhin befindet sich südlich von Berlin viele Logistikfirmen sowie im Industriegebiet Ludwigsfelde ein Mercedes-Benz Autowerk, der Flugmotorenhersteller MTU Aero Engines und ein VW-Ersatzteilewerk.

In Schwedt/Oder im Nordosten Brandenburgs befindet sich ein industrieller Schwerpunkt mit einer Erdölraffinerie (PCK Raffinerie GmbH) und zwei Papierfabriken. In Frankfurt (Oder) befinden sich mehrere Solarfabriken, die Region will sich als Solarstadt profilieren. Im Süden Brandenburgs befinden sich mehrere Braunkohlegruben, die in Form des offenen Tagebaues genutzt werden, um die Großkraftwerke (Gesamtleistung: ca. 5.000 MW) der Vattenfall Europe AG zu versorgen.

Jenseits der gesicherten industriellen Kerne sind die Berlin-fernen Teilräume des Landes von der Ernährungsindustrie, dem Holzgewerbe sowie der Landwirtschaft geprägt. Künftig wird ein Schwerpunkt der Landesentwicklung verstärkt auf den Tourismus gelegt, da hier in den letzten Jahren hohe Wachstumsraten erzielt wurden.

Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt der Europäischen Union ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht Brandenburg einen Index von 81.4 (EU-27:100) (2004). Der Vergleich der Bundesländer ergab 2006 gemäß einer Studie der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft folgende Stärken und Schwächen in Brandenburg: Zu den Stärken zählen geringe Hebesätze der Gewerbesteuer, ein hoher Anteil an Unternehmungsgründungen und eine hohe Investitionsquote der öffentlichen Haushalte. Zudem war der Zuwachs der öffentlichen Schulden geringer als im Bundesschnitt und die Wissenschaftsausgaben wurden erhöht, während sie im Bundesschnitt sanken. Zu den Schwächen zählen unter anderem das relativ geringe Ausbildungsplatzangebot, die Rolle der Bürokratie und die geringere Arbeitsproduktivität. Trotz der seit 2006 einsetzenden Entspannung auf dem Arbeitsmarkt weist Brandenburg noch immer eine bundesweit überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit auf. Innerhalb des Bundeslandes bestehen zum Teil erhebliche regionale Unterschiede. Während der Landkreis Potsdam-Mittelmark mit einer Quote von 7,6 % und die kreisfreie Stadt Potsdam mit 7,9 % annähernd den Bundesdurchschnitt erreichen, beträgt die Arbeitslosenquote im Landkreis Uckermark 18,0 % und ist damit die höchste Quote bundesweit (im September 2007 aber noch 21,1 %).

Brandenburgs Hauptverkehrswege laufen sternförmig auf Berlin zu. Dies gilt sowohl für Eisenbahnstrecken, als auch für Straßen und Wasserstraßen.

Im Schienenverkehr sind die Eisenbahnstrecken durch den Berliner Außenring verbunden, der sich zum größten Teil in Brandenburg befindet.

Die Binnenschifffahrt und der Wasserverkehr durch zahlreiche Kanäle sind ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für Teile des Landes und haben überregionalen Charakter. Die Wasserstraßen werden sowohl für den Warentransport als auch für Personenbeförderung im Tourismus genutzt.

Der bedeutendste Flughafen des Bundeslandes ist der Flughafen Berlin-Schönefeld. Dieser soll bis 2011 zum Flughafen Berlin Brandenburg International ausgebaut werden. Daneben gibt es unter anderem die Flugplätze Cottbus-Drewitz und Neuhardenberg.

Im Öffentlichen Personennahverkehr haben sich die Verkehrsunternehmen in Brandenburg und Berlin zum Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) zusammengeschlossen, um eine einheitliche Verkehrsstruktur im öffentlichen Personennahverkehr und einheitliche Tarife in der Region zu gewährleisten. Es wurden im Jahr 2004 insgesamt 141.697.000 Personen mit dem Öffentlichen Personennahverkehr befördert.

Die Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes Brandenburg wurde 1992 mit dem Ziel gegründet, die historischen Stadtkerne mit ihrer Bausubstanz vor dem weitergehenden Verfall zu bewahren und mit neuem Leben zu füllen. Derzeit (Stand: Januar 2007) gehören 31 Städte der Arbeitsgemeinschaft an. Zu den ältesten Städten zählen unter anderem Brandenburg an der Havel (948 erstmals erwähnt), Potsdam (993), Beelitz oder Belzig (997) und Jüterbog (1007).

Es gibt zahlreiche Persönlichkeiten, die mit Brandenburg verbunden sind. Zu ihnen zählt der Schriftsteller Theodor Fontane, der mit den Wanderungen durch die Mark Brandenburg eine bedeutende literarische Hommage an seine Heimat geschaffen hat. Ebenfalls in Brandenburg geboren und dort tätig waren unter anderem Karl Friedrich Schinkel, Wilhelm von Humboldt, zahlreiche Könige wie Friedrich Wilhelm III. und Heinrich von Kleist. Der Architekt Konrad Wachsmann begann in Jüterbog mit dem Haus für Dr. Estrich und in Caputh mit dem Haus für Albert Einstein sein Karriere.

Der Naturschutz hat im Land Brandenburg eine hohe Priorität, im Jahre 2002 sind im Land 15 so genannte Großschutzgebiete ausgewiesen, darunter eines als Nationalpark, drei als Biosphärenreservate der UNESCO und 11 als Naturparks. Insgesamt nehmen die Großschutzgebiete rund ein Drittel der Landesfläche ein.

Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg setzt sich für die Bewahrung der Brandenburgischen Naturlandschaften ein.

Die Schlösser, Gärten und Parks der Potsdamer Kulturlandschaft, zu denen auch das Schloss Sanssouci gehört, wurden 1990 in die Liste der UNESCO-Welterbe aufgenommen . Insgesamt erstreckt sich das Welterbe auf rund 500 ha Parkanlagen mit 150 Gebäuden aus der Zeit von 1730 bis 1916. Die Berlin-Potsdamer Kulturlandschaft ist damit die größte der deutschen Welterbestätten.

Der Tourismus in Brandenburg wird bestimmt durch die vielseitige Landschaft, die historischen Stadtkerne, die wald- und wasserreichen Großschutzgebiete und die Sehenswürdigkeiten wie die Schlösser und Burgen. Da der Tourismus in den letzten Jahren hohe Wachstumsraten hatte, wird aus dem Kulturangebot auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.

Zu den größten und bekanntesten Veranstaltungen im Land Brandenburg gehört das Baumblütenfest in Werder. Es zieht jedes Jahr über 500.000 Besucher an und zählt damit zu den größten Volksfesten in Deutschland. Das erste Fest fand bereits im März 1879 statt und wird seitdem regelmäßig zur Zeit der Baumblüte begangen. Das Fest ist bekannt für seine zahlreichen Obstweine.

Ebenfalls weit bekannt ist die Potsdamer Schlössernacht, die jährlich im Park Sanssouci stattfindet. Die Veranstaltung wird begleitet von barocken Kostümen, klassischen Musikfestspielen und einem Feuerwerk zum Abschluss. Die Karten sind stark limitiert.

Zudem finden zahlreiche weitere regionale Veranstaltungen statt, wie das Havelfest in der Stadt Brandenburg an der Havel mit 200.000 Besuchern, die Kleistfesttage in Frankfurt (Oder) sowie das Bassewitzfest Kyritz.

Seit 1998 werden unter der Dachmarke „Kulturland Brandenburg" verschiedene Projekte innerhalb des Bundeslandes zu einem Thema gefördert. Diese waren in der Vergangenheit unter anderem Landschaft und Gärten (2004), 1000 Jahre Christentum (2005), Baukultur (2006), Fokus Wasser (2007), sowie Provinz und Metropole (2008).

Die Brandenburger Küche ist überwiegend bodenständig geprägt. Da die Landwirtschaft traditionell verbreitet ist, werden bevorzugt frische, regionale Produkte verarbeitet. Die Brandenburger Küche ist wegen der zahlreichen größeren und kleinen Gewässer sehr reich an Fisch, vor allem Hecht, Zander, Aal und Karpfen. Auch die Kartoffel ist ein unverzichtbarer Bestandteil seit Friedrich der Große der Kartoffel in Brandenburg per Kartoffelbefehl zum Durchbruch verholfen hat. Eine Spezialität der Niederlausitz sind Plinse, eine Form von Eierkuchen.

Überregional bekannt ist das Fürst-Pückler-Eis, es besteht heute meistens aus den drei Eissorten Erdbeere, Vanille und Schokolade, die in einer gemeinsamen Verpackung aufbewahrt werden. Es ist nach Fürst Hermann von Pückler-Muskau benannt, stammt aber nicht vom Selben. Ebenfalls weit bekannt ist der Beelitzer Spargel aus dem größten Spargelanbaugebiet in Brandenburg und die Spreewälder Gurken. Außerdem gilt noch Quark mit Leinöl als eine Spezialität der Niederlausitz, wozu man meistens Pellkartoffeln serviert. Zudem gewinnen die Eberswalder Würstchen, die allerdings in Britz hergestellt werden, überregional große Anerkennung.

Es gibt 977 Schulen (ohne Hochschulen) in Brandenburg, welche im Schuljahr 2006/07 von 313.000 Schülern besucht werden. Im Jahr 2004/05 waren es 327.157 Schüler. Es waren 19.000 Lehrer 2006/07 im Land eingestellt. Für alle Schulformen gilt, dass für das Arbeits- und Sozialverhalten von der zweiten bis zur zehnten Klasse Kopfnoten vergeben werden. In allen Schulen des Land Brandenburgs besteht ein generelles Rauchverbot. Zur Kontrolle der Unterrichtsqualität, werden regelmäßig Visitationsteams in die Schulen geschickt. Für die Sekundarbereiche I und II gilt, dass die Prüfungsaufgaben für die meisten Fächer zentral gestellt werden.

Die Schulpflicht beginnt in Brandenburg für Kinder, die am 30. September das sechste Lebensjahr vollendet haben bzw. werden, am 1. August desselben Jahres. Brandenburger Schüler besuchen (ebenso wie in Berlin) die Grundschule von der ersten bis zur sechsten Klasse. Für begabte Kinder gibt es die Möglichkeit, bereits mit der fünften Klasse ins Gymnasium überzuwechseln. In den Klassenstufen 1 und 2 erfolgt anstelle einer Notenvergabe eine schriftliche Informationen zur Lernentwicklung, auf Beschluss der Schulkonferenz können allerdings bereits ab der 2. Klasse Noten vergeben werden. Das Erlernen einer Fremdsprache beginnt regulär in der dritten Klasse. Am Ende der sechsten Klasse wird ein Grundschulgutachten erstellt.

Die Oberschule ist die Nachfolgerin der Realschule sowie aller Gesamtschulen ohne gymnasiale Oberstufe. Der Unterricht erfolgt im Klassenverband. Am Ende der Klasse 10 ist eine zentrale Abschlussprüfung abzulegen. Je nach Notendurchschnitt erhält man die Erweiterte Berufsbildungsreife (Erweiterter Hauptschulabschluss), die Fachoberschulreife (Realschulabschluss) oder die Fachoberschulreife mit der Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe. Letztere ermöglicht es regulär an einem Oberstufenstufenzentrum, sowie als Quereinstieg an einem Gymnasium oder einer Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe, das Abitur zu erlangen.

Nach dem Besuch der Grundschule kann man direkt ein Gymnasium besuchen. In der Sekundarstufe I (Jahrgangsstufen 7-10) erfolgt der Unterricht im Klassenverband mit Ausnahme einiger Fächer. In der Sekundarstufe II (Jahrgangsstufen 11-13, künftig nur noch bis 12 durch die Umstellung auf das Abitur nach zwölf Jahren) wird der Unterricht im Kurssystem erteilt. Jeder Schüler und jede Schülerin muss am Anfang der Sekundarstufe II zwei Leistungskurse festlegen. In den Leistungskursen sowie in zwei weiteren Grundkursen, müssen am Ende der Sekundarstufe II zentrale Abiturabschlussprüfungen geschrieben werden. Für das Abitur (allgemeine Hochschulreife) ist ein Notendurchschnitt von mindestens 4,0 (nach den Prüfungen) erforderlich. Sollte man dies nicht erreichen, so besteht die Möglichkeit, die 13. bzw. künftig 12. Klasse zu wiederholen oder man absolviert ein sechsmonatiges Praktikum und erhält die Fachhochschulreife.

Bei der Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe (GOST) handelt es sich um eine integrierte Gesamtschule. Ebenso wie am Gymnasium – nicht aber an der Oberschule – ist es nach der zehnten Klasse möglich, ohne einen Schulwechsel sein Abitur zu erlangen. Ein weiterer Unterschied zur Oberschule ist, dass die Klassen in einigen Fächern geteilt werden. Mit dem erlangten Abschluss der zehnten Klasse steht es jedem frei, weiter zur Schule zu gehen oder eine Berufsausbildung zu beginnen. An den Gesamtschulen mit GOST wird, im Gegensatz zu den Gymnasien, kein "Abitur nach zwölf Jahren" eingeführt.

Die Bildungsgänge der Fachschule, Fachoberschule, Berufsschule, Berufsfachschule werden in Brandenburg (ebenso wie in Berlin) ausschließlich an den Oberstufenzentren angeboten. Des Weiteren können an den Oberstufenzentren mit Beruflichem Gymnasium die Allgemeine Fachhochschulreife oder Allgemeine Hochschulreife erworben werden.

Zu den bekanntesten Sportvereinen im Land Brandenburg zählt der 1. FFC Turbine Potsdam in der Fußball-Bundesliga der Frauen. Zu den Erfolgen zählen unter anderem die mehrfache deutsche Meisterschaft, der Sieg beim UEFA Women’s Cup und der mehrfache DFB-Pokal Sieg. Der Verein Energie Cottbus ist der bekannteste Herrenfußballverein, er spielte abwechselnd in der ersten und zweiten Bundesliga. Zu den größten Erfolgen zählt das Erreichen des DFB-Pokal Finales im Jahr 1997.

Im Handball ist der Frankfurter Handball Club ein bekannter Verein. Er war mehrfach DDR-Meister, Pokalsieger und Deutscher Meister.

Zu den bekannteren Sportlern aus Brandenburg zählen die Boxer Henry Maske und Axel Schulz, die Schwimmerin und Olympiasiegerin Britta Steffen, die Kanurennsportlerin und erfolgreichste deutsche Olympionikin der Sportgeschichte Birgit Fischer, die Judoka Yvonne Bönisch, die Judoka und Sumokämpferin Sandra Köppen und der Kugelstoßer Udo Beyer.

Es befinden sich zwei Olympiastützpunkte im Land Brandenburg, einer in Potsdam, der andere in Frankfurt (Oder). Es gibt mehrere Eliteschulen des Sports, unter anderem in Potsdam, Frankfurt (Oder) und Cottbus.

Neben den bundesweit gültigen Feiertagen Neujahr, Karfreitag, Ostern, Tag der Arbeit, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, Tag der Deutschen Einheit und Weihnachten ist in Brandenburg der Reformationstag ein gesetzlicher Feiertag.

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Brandenburg (Spezialeinheit)

Truppenerkennungszeichen Sonderverband „Brandenburg“ (1942/43)

Noch vor Beginn des Krieges gegen Polen 1939 stellte die Abwehrabteilung II (und die Abwehrgruppen der Wehrkreise VIII und XVII), also der deutsche Militärgeheimdienst, mehrere „K-Trupps“ (K = Kampf) auf, die aus polnisch sprechenden Schlesiern und Volksdeutschen bestanden, und deren Aufgabe es war, wichtige Schlüsselpositionen zu besetzen und bis zum Eintreffen regulärer Wehrmachtsverbände zu halten. So besetzte z. B. der 500 Mann starke „Kampfverband Ebbinghaus“ Industrieanlagen in Ostoberschlesien. Fast alle dieser Aktionen wurden mit Erfolg durchgeführt. Bekanntheit erlangte jedoch später das Unternehmen des „K-Trupp Herzner“, welcher am 26. August, also fünf Tage vor Kriegsausbruch, den operativ wichtigen Tunnel am Jablunka-Pass einnahm und mehrere Stunden besetzt hielt, weil er nicht von der Verschiebung des Angriffstermins benachrichtigt werden konnte.

Die Angehörigen der „K-Trupps“ im Polenfeldzug waren zum überwiegenden Teil Zivilisten, die von der Abwehr extra für diese spezielle Verwendung ausgebildet wurden. Die Erfahrungen aus diesen Einsätzen gaben dann jedoch Anlass dazu, eine reguläre Truppe für Kommandounternehmen aufzustellen. So entstand am 15. Oktober 1939 auf dem Truppenübungsplatz Bruck an der Leitha unter der Tarnbezeichnung Baulehrkompanie (D.K.) z. b. V. (D.K. = „Deutsche Kompanie“) die erste reguläre deutsche Kommandoeinheit, der bereits am 25. Oktober die Baulehrkompanie z. b. V. 800 in Brandenburg an der Havel folgte. Nachdem in zwei verschiedenen Standorten am 1. und 23. November 1939 zwei weitere Kompanien entstanden waren, wurden sie alle am 10. Januar 1940 im Baulehrbataillon z. b. V. 800 zusammengefasst. Dies war allerdings nur eine rein administrative Maßnahme, da die Einheiten auch weiterhin in verschiedenen Garnisonen untergebracht waren (siehe: Tabelle rechts unten). Die Organisation und Koordination aller Teileinheiten erfolgte durch den Stab des Bataillons, welcher ebenso wie die 2. Kompanie in Brandenburg an der Havel lag, weswegen der Verband innerhalb der deutschen Streitkräfte bald nur noch kurz als „Brandenburger“ bezeichnet wurde. Am 1. Juni 1940 erreichte die Größe des Verbandes einen Umfang, der eine Umbenennung in Lehrregiment Brandenburg z. b. V. 800 sinnvoll machte. Nun erst, nach zahlreichen Einsätzen, wurde die Bezeichnung „Brandenburger“ auch zum Synonym für deutsche Kommandoeinheiten.

Als dann im weiteren Kriegsverlauf fast ganz Europa und Teile Afrikas zum Kriegsschauplatz wurden, stiegen auch die Anforderungen an die Kommandoverbände, so dass es für sie nötig wurde zahlreiche neue Spezialeinheiten, wie z. B. eine Fallschirmspringerkompanie, aufzustellen. Am 20. November 1942 erhielt der stark angewachsene Verband deshalb die Bezeichnung Sonderverband Brandenburg. Diese administrative Einheit umfasste fünf Verbände in Regimentsstärke (drei Bataillone), eine Küstenjäger-Abteilung sowie eine Nachrichtenabteilung. Bereits am 1. April 1943 wurde der Sonderverband wiederum umbenannt und erhielt diesmal die Bezeichnung Division Brandenburg, was allerdings keinen wesentlichen Einfluss auf die Gliederung hatte.

Die ersten Angehörigen der „K-Trupps“ waren Volksdeutsche. Sie meldeten sich freiwillig oder wurden wegen ihrer Sprachfertigkeiten gezielt angeworben. In der Regel hatten diese Männer überhaupt nicht oder zumindest nicht in der Wehrmacht gedient und waren nur kurz von der Abwehr II ausgebildet worden. Sie waren deswegen selbst keine Soldaten, sondern Zivilisten, obwohl sie von Wehrmachtoffizieren angeführt wurden. Dies änderte sich erst nach dem Polenfeldzug, als die Mitglieder der neu aufgestellten Kommandotruppen den Status von Wehrmachtsangehörigen erhielten, um zum einen die Möglichkeit zu disziplinarrechtlichen Maßnahmen zu eröffnen und zum anderen die Versorgung der Hinterbliebenen sicherzustellen.

Für die Rekrutierung der neuen Mannschaften stellte die Abwehr II hohe Anforderungen. „Die erste Voraussetzung war Freiwilligkeit, dann Wendigkeit und schnelle Reaktionsfähigkeit, die Gabe zu improvisieren, ein hohes Maß an Eigeninitiative auch beim letzten Schützen, gepaart mit ausgesprochenem Teamgeist; außerdem eine gewisse, wenn auch gebremste Abenteuerlust, Takt im Umgang mit Fremdvölkern und natürlich körperliche Leistungsfähigkeit. Dringend erwünscht waren weiter gediegene Auslands- und Sprachkenntnisse, die so weit gehen sollten, dass der Betreffende überzeugend als britischer Offizier oder Rotarmist auftreten konnte.“ Den ersten Grundstock der Baulehrkompanien bildeten die Angehörigen der „K-Trupps“ (Schlesier, Volks- und Sudetendeutsche). Mit der Ausweitung der Kriegsschauplätze kamen auch Deutsche aus anderen Regionen, wie dem Baltikum, dem Balkan oder Südafrika hinzu. Als sich die Nachricht von der neuen Elite-Einheit in der Wehrmacht herumsprach, meldeten sich zusätzlich eine große Zahl Soldaten aus den regulären Heeresteilen. Erst als der Personalbedarf mehr und mehr wuchs, begannen Werbeoffiziere auch mit Anwerbungen in Truppenschulen der Wehrmacht. Bei der Auswahl von Rekruten wurden der Sprachbegabung und Zuverlässigkeit größere Aufmerksamkeit gewidmet. Die Abwehr-Spezialausbildungen wurde dann in der Ausbildungsschule der Abwehr II („Quenzgut“) nahe Brandenburg an der Havel vorgenommen. Da mit zunehmenden Umfang der Sonderverbände der Bedarf an sprachversierten Kommandosoldaten nicht mehr gedeckt werden konnte, ging man bald dazu über den militärischen Spezialisten sogenannte Kampfdolmetscher zur Seite zu stellen.

Kampfdolmetscher waren Muttersprachler aus dem Einsatzgebiet, die meist in ihren Heimatländern eine militärische Ausbildung durchlaufen hatten und teilweise hochqualifiziert waren. Bei Einsätzen hinter gegnerischen Linien fiel ihnen die Aufgabe zu für die Tarnung zu sorgen, zum Beispiel für den Fall, dass das Kommando von Militärpolizisten oder an gegnerischen Kontrollposten angesprochen wurde. Da in solchen Situationen keine Rücksprache zwischen Kampfdolmetscher und deutschen Kommandotruppführer möglich war, lag bei den Dolmetschern oft eine große Verantwortung für die gesamte Einheit. Besonders an der Ostfront war die Zahl der Kampfdolmetscher mit zunehmender Kriegsdauer oft größer als die Zahl der eigentlichen Kommandosoldaten.

Die Mitglieder der neu aufgestellten Kommandotruppen waren meist ungedient und verfügten, abgesehen von den Angehörigen der ehemaligen „K-Trupps“, über keinerlei Einsatzerfahrung. Aus diesem Grund mussten 1939/1940 für die Besetzung der höheren Ränge zunächst Unteroffiziere von regulären Wehrmachtsverbänden und ältere Offiziere der Reserve, die über Kenntnisse über den Einsatzraum aus dem I. (Weltkrieg) oder Fachkenntnisse (Slawistik, Ethnologie) verfügten, herangezogen werden. Das Dienstverhältnis selbst entsprach dabei nicht immer dem sturen Prinzip von Befehl und Gehorsam, da es oft vorkam, dass bei Einsätzen auch einfache Mannschaften schnell Entscheidungen für die ganze Gruppe treffen mussten, wenn sie z. B. als Einzige in der Gruppe die Landessprache beherrschten. Dies änderte sich allerdings mit der zunehmenden Vertruppung der Kommandoverbände und ihrem Einsatz als reguläre Grenadierdivision.

Nicht nur die Zugehörigkeit zur Kommandoeinheit, sondern selbst die Ausführung eines Kommandoauftrages beruhte auf absoluter Freiwilligkeit. So hieß es in einem internen Schreiben des Amtes Ausland/Abwehr vom 28. Juli 1943: „a) Die Beteiligung des deutschen Abwehrpersonals an einem Einsatz in Tarnkleidung zusammen mit russischen V-Leuten kann nicht befohlen werden. b) Freiwillige Teilnahme an Einsätzen in Tarnkleidung ist zulässig Zu der Entscheidung zu a) haben folgende Erwägungen geführt: Kommandierungen zu Einsätzen in russischer Uniform zusammen mit russischen V-Leuten sind nicht angängig, da einem deutschen Soldaten wegen der möglichen Folge, als Spion behandelt zu werden, nicht befohlen werden kann, sich außerhalb des geltenden Kriegsrechts zu stellen, auch wenn dieses von der Sowjetunion nicht anerkannt wird.“ Dass dies in der Praxis auch tatsächlich so gehandhabt wurde, zeigt das Beispiel von zwei Unteroffizieren, die ausgebildet worden waren, über Irland abzuspringen und Verbindung zur IRA aufzunehmen und kurz vor Einsatzbeginn von diesem Auftrag zurücktraten. Der direkte Vorgesetzte der beiden Unteroffiziere bei der 14. Armee klagte sie wegen Feigheit vor dem Feind an. Die Klage wurde jedoch mit dem Verweis auf das Prinzip der Freiwilligkeit abgewiesen und keinem der Angeklagten entstanden im weiteren Verlauf des Krieges Karrierenachteile. Dieses Prinzip der Freiwilligkeit endete jedoch mit der zunehmenden Vertruppung der Einheit.

Kommandoeinsätze im Zweiten Weltkrieg waren zeitlich eng begrenzte und von kleinen Trupps ausgeführte Aktionen im gegnerischen Hinterland, also in einem Gebiet, das für reguläre Einheiten nicht zugänglich war. Zu den Kommandoeinsätzen zählten zum einen K-Einsätze (K = Kampf) zur Sicherung operativ oder wirtschaftlich wichtiger Objekte wie Brücken oder Industrieanlagen und zum anderen S-Einsätze (S = Sabotage) zur Störung und Lähmung gegnerischer Bewegungen. Von wesentlicher Bedeutung waren auch die I- und Z-Operationen (I = Insurrektion; Z = Zersetzung), deren Ziel es war, im gegnerischen Hinterland oppositionelle Bewegungen zu unterstützen und sogar Aufstände zu entfachen. Was diese Unternehmen von gewöhnlichen Stoßtrupps unterschied, war die Tatsache, dass sie sich auch geheimdienstlicher Methoden, wie z. B. falscher Identitäten, bedienten. Nicht zum Aufgabenbereich zählte die gezielte Ermordung einzelner Persönlichkeiten, beispielsweise durch Attentate.

Die Unternehmen erfolgten sehr oft in Kooperation mit einheimischen, je nach Sichtweise, Widerstandskämpfern oder Kollaborateuren. Dabei näherte man sich dem Zielobjekt in der Regel in Halb-, Voll- oder Mischtarnung. Bei der Halbtarnung wurden bei der Annäherung an das Objekt über der deutschen Uniform gegnerischer Uniformteile oder Zivil getragen. Diese Tarnung wurde jedoch vor dem eigentlichen Kampf abgelegt. Von einer Volltarnung sprach man, wenn vollständige gegnerische Uniform auch während des Kampfes getragen wurde. Bei einer Mischtarnung traten nur einige der Soldaten in gegnerischer Uniform auf, während der größere Teil in deutscher Uniform von den ersteren als angebliche deutsche Gefangene oder Deserteure durch die feindlichen Linien eskortiert wurde. Waffen und Munition hatten die Abgeführten dann in oder unter ihrer Uniform versteckt. Zu Tarnzwecken wurden auch gegnerische Waffen und Fahrzeuge verwendet. Wie diese Mittel eingesetzt wurden, war den jeweiligen Einsatzführern überlassen, die allein für die Planung eines Unternehmens zuständig waren. Wenn ein Unternehmen direkt im Frontgebiet oder im unmittelbaren Hinterland erfolgte, unterstanden die Kommandoeinheiten den im jeweiligen Bereich zuständigen Kommandobehörden, wie Heeresgruppe, Armee oder Korps. Einsätze über größere Distanzen steuerte die Abwehr II in der Regel selbst. Bei der konkreten Planung der Kommandounternehmen ließ man dem verantwortlichen Offizier im Sinne der Auftragstaktik volle Handlungsfreiheit, so dass es ihm überlassen blieb, auf welche Art der Auftrag erfüllt wurde.

Die Soldaten der „Brandenburg“-Verbände agierten oft in kleinsten Gruppen, deren Tätigkeiten ein breites Aufgabenspektrum umfassten. Über viele dieser Einsätze liegen heute kaum mehr vollständige Akten vor und falls Dokumente überliefert sind, ist eine Zuordnung meist wegen der Verwendung von Decknamen kaum mehr möglich. Nur in den seltensten Fällen sind solche Einsätze überhaupt in seriösen Untersuchungen analysiert und veröffentlicht worden. Aufgrund dessen ist es kaum möglich, eine vollständige Auflistung aller Einsätze zu erstellen und nur die Wichtigsten und Bekanntesten sind deshalb hier stellvertretend angeführt.

Nach ihrer Aufstellung verwendete die Abwehr II die Soldaten der neuen Spezialeinheit zunächst zum Schutz der rumänischen Ölfelder und später auch der Chromerz-Zufuhren aus der Türkei. Erst während des Unternehmens Weserübung (Angriff auf Dänemark und Norwegen) im April 1940 gelangten kleinere Kommandotrupps zur Sicherung strategischer Objekte in Dänemark und Norwegen zum Einsatz. Die ersten Einsätze in größerem Umfang fanden im Rahmen des Westfeldzuges statt. In der Nacht vom 9. zum 10. Mai 1940 eroberten Kommandos des Baulehrbataillons z. b. V. 800 im Tarneinsatz strategisch wichtige Brücken bei Maaseik (Belgien), Gennep, Berg, Uromon, Obicht und Stein in den Niederlanden. Am 27. Mai nahm ein weiteres Kommando die Meeresschleusen und Straßenbrücken bei Nieuwpoort in Belgien ein und verhinderte damit, dass der deutsche Vormarsch, wie bereits 1914, durch geplante Überschwemmungen aufgehalten wurde.

Während des Unternehmens Marita (Angriff auf Jugoslawien und Griechenland) gelang dem II. Bataillon des Lehrregiment Brandenburg z. b. V. 800 am 6. April 1941 die Einnahme einer strategisch wichtigen Brücke über den Vardar und des Eisernen Tores. Kurz darauf eroberte diese Einheit die Insel Euböa. Weitere Einsätze zur Sicherung von strategischen Objekten fanden 1941 in der Eröffnungsphase des Krieges gegen die Sowjetunion statt. Am bekanntesten wurde die Einnahme der Düna-Brücken bei Dünaburg am 28. Juni 1941, bei dem Angehörige der 8. Kompanie die Brücke auf sowjetischen Beute-LKW überquerten, die Wachmannschaft überrumpelten und diese Stellung anschließend zwei Stunden lang gegen sowjetische Gegenangriffe hielten. Im Herbst 1942 lösten Angehörige des Lehrregiments als NKWD-Offiziere getarnt Verwirrung und Zersetzungserscheinungen hinter den Linien der Roten Armee im Raum Maikop (Kaukasus) aus. Von Juni 1942 bis Februar 1943 wurden auch auf dem Kriegsschauplatz Nordafrika Kommandoeinsätze gegen die alliierten Nachschublinien in Ägypten, Libyen und Tunesien durchgeführt.

Wie ein typisches Kommandounternehmen durchgeführt wurde, lässt sich gut an dem Einsatz bei Gennep 1940 verdeutlichen: Für den geplanten Westfeldzug war die Einnahme verschiedener Brücken über die Maas erforderlich. Schon Ende Januar 1940 wurde Ltn.d.R. Witzel (22 Jahre, Tarnname Wolf), von der 1. Kompanie des Baulehrbataillons z. b. V. 800 in die Zentrale der Abwehr II nach Berlin beordert. Dort wurde er mit Luftaufnahmen von fünf Brücken vertraut gemacht, welche im Kommandoeinsatz eingenommen werden sollten. Witzel erhielt den Auftrag, Pläne zu erarbeiten, eine passende Mannschaft aus dem Bataillon zusammenzustellen und eventuell Materialanforderungen bei der Abwehr II zu stellen. Zu diesem Zeitpunkt standen fast ausschließlich osteuropäische Freiwillige, aber keine holländisch-sprachigen Kommandosoldaten zur Verfügung. Wolf plante deshalb die Einsätze in „Mischtarnung“ durchzuführen. Bei drei Brücken sollten die Kommandos sich, als deutsche Deserteure in Begleitung von niederländischen Gendarmen getarnt, nähern. Die vierte Brücke sollte durch einen Trupp getarnt als Streckenarbeiter und die fünfte Brücke durch einen Trupp in Zivil eingenommen werden. Um die Tarnung zu vervollständigen, warb die Abwehr II gezielt „Kampfdolmetscher“ unter den Anhängern der Mussert-Bewegung (rechte holländische Oppositionsgruppe) in Deutschland an. Mitte Februar erfolgte die Aufstellung von Wolfs neuem Verband als 4. Kompanie des Baulehrbataillons z. b. V. 800. Ende des gleichen Monats wurden Abstimmungen zwischen der Kommandoeinheit und dem XXVI. Armeekorps getroffen, dem das Kommando für den Einsatz direkt unterstellt werden sollte. Im März 1940 wurde die Kompanie in ein Übungslager zwischen Kleve und Goch verlegt, wo man sich intensiv auf die Einsätze vorbereitete. Schwerpunkte der Ausbildung waren Nachtmärsche, Sprengstoffbeseitigung und Nahkampf. Da eine Aufklärung der Zielobjekte vor Ort nicht gestattet war, wurden die Truppführer anhand von „Sandkastenmodellen“ in ihren Auftrag eingewiesen. Die Leitung der Kompanie wurde mit dessen Ankunft Mitte April an Oberleutnant Walther übergeben.

Am 9. Mai traf der Einsatzbefehl des XXVI. Armeekorps ein, woraufhin Tarnkleidung, Waffen und Ausrüstung an die Einsatzkräfte ausgegeben wurden. Um 23 Uhr traten alle fünf Trupps den Marsch zu ihren jeweiligen Zielobjekten an. Oberleutnant Walther führte persönlich den Einsatz gegen die Eisenbahnbrücke bei Gennep. Der Trupp bestand aus sechs Kommandosoldaten und drei „Kampfdolmetschern“. Einer der Dolmetscher verweigerte an der Grenze jedoch den Weitermarsch und musste unter der Bewachung durch einen Deutschen zurückgelassen werden. An der Brücke traf der Trupp demnach mit nur noch sieben Mann ein, fünf deutschen „Deserteuren“ und zwei niederländischen „Gendarmen“. Auf dem Brückendamm wurden vier niederländische Wachposten erst getäuscht und dann lautlos überwältigt. Einer der Dolmetscher und zwei Kommandosoldaten (davon einer verwundet) blieben am Brückenaufgang zurück, während die übrigen vier über die 150 Meter lange Brücke gingen. Ein Wachposten ließ sie passieren, doch auf dem jenseitigen Ufer wurden sie von alarmierten niederländischen Soldaten empfangen und mit neun Mann Bewachung abgeführt. Kurz darauf tauchten jedoch deutsche Tiefflieger auf und im Durcheinander gelang es den Soldaten, die niederländische Wachmannschaft zu überwältigen. Die vier Kommandosoldaten griffen dann die Brücke von Westen aus erneut an. Dabei eroberten sie drei Bunker und nahmen einige niederländische Soldaten gefangen. Kurz darauf erschien ein deutscher Panzerzug, um die Brücke endgültig zu sichern.

Die Einnahme der Brücke bei Gennep war von großer operativer Bedeutung. Die 9. Panzerdivision konnte auf ihr die Maas überschreiten und einige Tage später Verbindung zu den bei Moerdjik gelandeten deutschen Fallschirmjägern herstellen. Drei weitere Kommandounternehmen gegen die Maasbrücken gelangen ebenfalls. In einem Fall rückten die deutschen Heeresverbände jedoch nicht schnell genug nach, sodass die Niederländer Zeit fanden, die Brücke zurückzuerobern und doch noch zu sprengen.

Einzelne Soldaten oder Einheiten der Brandenburg-Verbände kamen auch im Rahmen eher politischer Missionen im Ausland zum Einsatz. Besonders geschah dies, um in Teilen des britischen Kolonialreiches Unruhen zu verursachen, welche die britische Regierung dazu zwangen, Truppen in diese Regionen zu verlegen. Ein bekanntes Beispiel für einen derartigen Einsatz bildete das Unternehmen Tiger in Afghanistan. Im April des Jahres 1941 entsandte das Amt Ausland/Abwehr des OKW den Offizier Dietrich Witzel mit zwei Funkern nach Kabul, um dort in der deutschen Gesandtschaft einen Stützpunkt der Abwehr einzurichten, der als Basis für geheimdienstliche Operationen gegen Britisch-Indien dienen sollte. Die Einreise nach Afghanistan erfolgte getarnt als Kurier des Auswärtigen Amtes über Moskau und Termez. Besonders der als „Fakir von Ipi“ bekannte paschtunische Stammesführer Mirza Ali Khan, der zum Dschihad gegen die britischen Kolonialherren aufgerufen hatte, sollte unterstützt werden. Doch zwei weitere „Brandenburger“, Dr. Manfred Oberdörfer und Fred Brandt, die getarnt als Lepra-Studiengruppe zu Mirza Khan unterwegs waren, gerieten im Juli 1941 in einen Hinterhalt, bevor sie ihren Auftrag erfüllen konnten. Dr. Oberdörfer fiel dabei und wurde auf dem europäischen Friedhof in Kabul beigesetzt, wo sein Grab heute vom deutschen ISAF-Kontingent gepflegt wird.

Für den Abwehrstützpunkt in Kabul, dem auch die Rolle der Vorhut eines - allerdings nie realisierten - Vorstoßes der Wehrmacht über den Kaukasus nach Indien zugedacht war, wurde jedoch eine ursprünglich gar nicht vorgesehene Aufgabe bald zur wichtigsten Aufgabe, nämlich die abwehrmäßige Verbindung zum antibritischen Untergrund in Indien. Der indische Nationalistenführer Subhash Chandra Bose war den Engländern entkommen. Über Kabul, wo er sich vergeblich um die Unterstützung Moskaus für seine Pläne bemüht hatte, gelangte er Ende April 1941 nach Berlin. Von dort aus setzte er seinen Kampf um die Befreiung Indiens von der britischen Herrschaft mit Unterstützung der Achsenmächte fort. Die Gesandtschaft und der Abwehrstützpunkt in Kabul wurden nun zum konspirativen Scharnier zwischen Bose in Deutschland und seinen Vertrauten im antibritischen Untergrund in Indien. Sie erhielten in Kabul auch Sabotage-, Funk- und Chiffrier-Ausbildung und gemeinsam mit ihnen wurden weitreichende Sabotagepläne erarbeitet. Wie aus heute zugänglichen alliierten Geheimakten zu entnehmen ist, gelang es ihnen allerdings doch noch, auch von sowjetischer Seite Unterstützung zu erhalten. Parallel zur Verbindung zur deutschen Seite hatten sie dann auch Kontakt zur sowjetischen Botschaft in Kabul.

Die Bedingungen für die konspirative Arbeit in Kabul verschlechterten sich jedoch angesichts des für die Achsenmächte negativen Kriegsverlaufs. Afghanistan blieb zwar bis zum Kriegsende neutral und die Gesandtschaft behielt ihren exterritorialen Status bis zum 8. Mai 1945. Im September 1943 mussten aber Witzel und einer seiner Abwehrfunker auf Druck der Alliierten, die in der Präsenz der „Brandenburger“ noch immer eine Bedrohung sahen, Afghanistan verlassen. Die Verbindung zu den indischen Bose-Anhängern wurde vorher an die japanische Botschaft in Kabul übergeben, nicht zuletzt auch weil Bose sich seit Frühjahr 1943 in Ostasien aufhielt.

Die Einsätze der „Brandenburger“ erfolgten oft in Halb-, Voll- oder Mischtarnung. Die „Brandenburger“ (und ebenso die ähnlich operierenden Kommandosoldaten anderer Nationen) verzichteten damit auf den Schutz, den die Haager Landkriegsordnung (HLKO) Kombattanten gewährt. Nach der HLKO gilt der Kombattantenstatus nur für die Personen, die a) zentraler Befehlsgewalt unterstehen, b) zur Erkennung ein Abzeichen oder eine Uniform tragen, c) die Waffen offen tragen, und d) selbst die Gesetze und Gebräuche des Krieges beachten (HLKO, Artikel 1). Falls ein Kommandosoldat also während eines Tarn-Einsatzes in Gefangenschaft geriet, hatte er als Nichtkombattant keinen Anspruch auf den durch die HLKO geschützten Status als Kriegsgefangener und wurde in der Mehrzahl der Fälle nach Artikel 29 und 30 der HLKO als Spion behandelt und infolgedessen in Übereinstimmung mit dem Kriegsvölkergewohnheitsrecht standrechtlich erschossen. Kehrte der Kommandosoldat jedoch wieder zum eigenen Heer zurück und wurde erst später gefangen genommen, so war er nach Artikel 31 als Kriegsgefangener zu behandeln und konnte wegen früherer Spionageaktionen nicht belangt werden. Aufgrund dieser Argumentationslinie wurden zahlreiche Kommandosoldaten nach dem Krieg auch vor alliierten Militärgerichten freigesprochen; so unter anderem in einem aufsehenerregenden Prozess gegen Otto Skorzeny und acht weitere Angeklagte der Panzerbrigade 150 z. b. V., die während der Ardennenoffensive hinter den alliierten Linien operiert und dabei amerikanische Uniformen getragen hatten (→ siehe: Unternehmen Greif). Fünf Angehörige dieses Kommandounternehmens waren bereits 1944 gefangen genommen und standrechtlich erschossen worden. Das Gericht erklärte weiterhin, dass es sich bei einer Halbtarnung (nur Annäherung in gegnerischer Uniform) nicht um einen Missbrauch der gegnerischen Uniform (HLKO, Artikel 23) handelte, sondern um eine Form der Kriegslist, die in Artikel 24 der HLKO ausdrücklich erlaubt war. Dagegen ist der Einsatz der Volltarnung (Annäherung und Kampf in gegnerischer Uniform) nach wie vor als unvereinbar mit dem von der HLKO geschützten Kombattanten-Status angesehen worden.

Das Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 steigerte dessen Misstrauen gegenüber der Wehrmacht und besonders auch gegen die Division Brandenburg, da diese eine Schaffung des denunzierten Widerstandsangehörigen Admiral Wilhelm Canaris war. Außerdem rückte die Rote Armee Anfang September 1944 in Bulgarien ein und drohte bald die deutsche Heeresgruppen auf dem Balkan anzugreifen. Unter diesen Umständen entschloss sich die Wehrmachtführung am 13. September 1944 die Regimenter der Division Brandenburg im Raum Belgrad zusammenzuziehen und zu einer regulären Panzergrenadierdivision umzuwandeln. So wurde die Kommandoeinheit im Zuge dieser Entwicklung zunächst in eine motorisierte Infanteriedivision umgegliedert und erhielt am 15. September 1944 den Namen Panzer-Grenadier-Division Brandenburg. Dazu wurde das 3. Regiment, das gerade in Italien stand, herausgelöst und als M.G.-Bataillon Generalfeldmarschall Kesselring verselbständigt. Das Personal des 4. Regimentes wurde auf die Regimenter 1 und 2 aufgeteilt, die nunmehr als Jäger-Regiment 1 Brandenburg bzw. Jäger-Regiment 2 Brandenburg den Kern der neuen Division bildeten. Dabei wurden Mitte Oktober 1944 auch Teile der Sturm-Division Rhodos eingegliedert. Am 20. Dezember 1944 folgte der Zusammenschluss der Panzer-Grenadier-Division Brandenburg mit der Division Großdeutschland zum Panzerkorps „Großdeutschland“. Da die Division innerhalb weniger Monate schwere Verluste erlitt, wurde im Februar 1945 eine Umgliederung und Auffrischung erforderlich. Am 10. März 1945 kam der Verband deshalb als Panzer-Grenadier-Regiment Brandenburg wieder zum Einsatz.

Nachdem einige Einheiten des Verbandes bereits in den besetzten Gebieten der UdSSR zur Partisanenbekämpfung eingesetzt worden waren, erhielten ab dem Frühjahr 1943 sämtliche Einheiten diesen Auftrag auf dem Balkan. Das 1., 2. und 4. Regiment waren dabei in verlustreiche Kämpfe gegen Partisanen in Kroatien, Serbien und Griechenland verwickelt, während das 3. Regiment ähnliche Aufgaben in Südfrankreich und Italien wahrnahm. Ab dem August 1944 erfolgte der Einsatz des Fallschirm-Jäger-Bataillon „Brandenburg“ in Rumänien, wo dieses an der Besetzung Bukarests teilnahmen. Die Einheit wurde jedoch von Verbänden der Roten Armee eingeschlossen und innerhalb weniger Tage vollständig aufgerieben.

Ab Ende September 1944 standen die Regimenter der Division an der Theiß und Donau in Abwehrkämpfen gegen die Rote Armee noch bevor sie sich in Belgrad zur geplanten Umgliederung eingefunden hatten. Während der sowjetischen Offensive auf die jugoslawische Hauptstadt (→ Belgrader Operation) wurden Teile dieser Einheiten eingeschlossen und erlitten erhebliche Verluste bevor sie zu den deutschen Linien durchbrechen konnten. Danach folgte der langsame Rückzug nach Südungarn im Verband der Heeresgruppe E. Zu diesem Zeitpunkt betrug die Gefechtsstärke der Division nur noch die eines halben Regimentes, weshalb sie taktisch der 71. Infanterie-Division unterstellt wurde. Zur Auffrischung verlegte man die Reste der Division zwischen dem 12. und 20. Dezember 1944 nach Ostpreußen, wo gleichzeitig der Zusammenschluss der Division mit der Division Großdeutschland zum Panzerkorps „Großdeutschland“ erfolgte. Nach Beginn der sowjetischen Offensive am 15. Januar 1945 schlug sich der Großverband dann durch den Warthegau bis in die Schlesische Lausitz durch, wo er der Heeresgruppe Mitte unterstellt wurde. Von Anfang März bis Mitte April 1945 stand die Division im Raum Weißwasser an der Lausitzer Neiße. Bei dem erneuten sowjetischen Großangriff der Roten Armee am 16. April wurde die Division schließlich im Raum Rothenburg-Penzig (nördlich Görlitz) eingekesselt, konnte jedoch schon am 20. April nach Löbau ausbrechen. Nachdem sich die Reste der Division bei Bautzen gesammelt hatten, erhielt sie den Befehl, sich nach Süden in das Reichsprotektorat Böhmen und Mähren zu begeben. Anfang Mai 1945 kämpften dort immer noch Einheiten der Division bei Olmütz. Nach der Kapitulation der Wehrmacht marschierte ein Teil der Division nach Westen, während andere Teile sich einfach auflösten. Vielfach wurden Angehörige der Division von der tschechischen Bevölkerung ermordet.

Ein weiteres Kriegsverbrechen begingen Angehörige des Lehrregimentes z.b.V. 800 im syrmischen Dorf Grgurevci (heute Serbien) im Rahmen des Partisanenkrieges im Unabhängigen Staat Kroatien. Am 6. Juni 1942 erschossen Soldaten der Einheit mit Hilfe einiger Angehöriger der deutschen Volksgruppe insgesamt mindestens 257 serbische Männer als Vergeltung für eigene Verluste, die die Einheit am Vortag hatte erleiden müssen.

Eindeutig belegt sind auch die Erschießung eines gefangenen italienischen Offiziers (am 16. November 1943, also nach der Kapitulation Italiens) und dreier weiterer Gefangener (19. November 1943) durch Angehörige des 2. Regiments der Division „Brandenburg“. Im März 1990 wurde zudem der Bericht eines Obergefreiten eines Regiments der Division Brandenburg bekannt, dessen Kompanie Mitte November 1943 den Befehl erhalten hatte, italienische Offiziere gefangenzunehmen, die sich, an Malaria erkrankt, beim Kriegsaustritt Italiens in einer nordalbanischen Stadt aufhielten und zu schwach oder zu gutgläubig waren, um fliehen zu können. Heftige Regenfälle machten die Wege unpassierbar, woraufhin die Kompanie den Befehl erhielt, „die Italiener zu liquidieren“. Insgesamt 41 Menschen wurden daraufhin am 22. November und weitere 18 am 24. November 1943 am Steilhang eines Flusses durch Genickschuss exekutiert, und die Leichen durch Fußtritte in den Fluss befördert.

Im Zusammenhang mit dem Einsatz gegen Partisanen, besonders im Balkangebiet, ist auf den oft völkerrechtswidrigen Charakter dieser Kriegsführung zu verweisen. Kriegsverbrechen gegenüber Kombattanten waren hier auf beiden Seiten häufig. Erwiesen ist ferner, dass deutsche Einheiten bei der Partisanenbekämpfung zahlreiche Kriegsverbrechen auch gegenüber Zivilisten verübt haben. So sind beispielsweise Geiselerschießungen und rechtswidrige Vergeltungsaktionen zahlreich nachgewiesen. Es ist demnach wahrscheinlich, dass auch von Seiten der „Brandenburg“-Verbände Kriegsverbrechen verübt wurden, zumal diese in besonderem Maße in der Partisanenbekämpfung tätig waren. Bislang fehlen in diesem Kontext jedoch konkrete Belege, was sicherlich auch auf die schlechte Quellenlage zurückgeführt werden kann. Auch wenn einzelne Akten eine Beteiligung von „Brandenburg“-Verbänden nahelegen, steht eine umfassende Untersuchung zu diesem Thema noch aus.

Die kurz nach der Deutschen Wiedervereinigung neuaufgestellte Reserveformation der Bundeswehr in Potsdam war als „Heimatschutzbrigade Brandenburg“ benannt worden (ähnlich der Heimatschutzbrigaden „Freistaat Sachsen“ oder „Mecklenburg“.) Dies führte im Juni 1991 zu einer Debatte im Landtag Brandenburg, in der Prof. Dr. Gonnermann von der PDS forderte, die Landesregierung müsse sich von dieser Benennung distanzieren und eine Umbenennung forcieren, weil es „politisch instinktlos und menschlich geschmacklos“ wäre den Name einer Wehrmachtdivision zu verleihen, deren „faschistischen Gehalt und Verbrechenscharakter“ er für erwiesen ansah (dabei rechnete er fälschlicherweise den Sonderverband Bergmann und das Bataillon Nachtigall zur Einheit „Brandenburg“ hinzu.) Die Redner der Fraktionen der SPD und der Landesregierung stellten sich dem Antrag entgegen. Trotz ausländischer Beteiligung bei der Vereidigung der Einheit hätte es keinerlei Proteste gegeben und der Name der Einheiten solle in erster Linie deren Heimatverbundenheit unterstreichen. Ein Vergleich der jeweiligen Einheiten sei „unakzeptabel“. Der Antrag wurde schließlich mit 10 zu 38 Stimmen (16 Enthaltungen) abgelehnt.

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Brandenburg an der Havel

Wappen der Stadt Brandenburg an der Havel

Brandenburg an der Havel ist eine kreisfreie Stadt und eines der vier Oberzentren im Land Brandenburg der Bundesrepublik Deutschland. Sie ist gemessen nach der Einwohnerzahl die drittgrößte, und nach der Fläche die größte kreisfreie Stadt im Land Brandenburg. Zudem ist sie mit einer über 1000-jährigen Geschichte eine der ältesten Städte im gleichnamigen Bundesland.

Brandenburg an der Havel liegt im Westen des Landes Brandenburg etwa 70 km westlich von Berlin am für die Binnenschifffahrt wichtigen Fluss Havel zwischen Potsdam und Magdeburg. Im Stadtgebiet zweigt sich die Havel in einige Seitenarme auf, sodass sich einige Inseln bilden, die das Stadtbild mitprägen. Daneben gibt es zehn natürliche Seen, die vornehmlich durch die Havel gespeist werden. Einzig der Görden- und der Bohnenländersee besitzen keinen natürlichen Zu- und Abfluss zur Havel. Größte Seen im Stadtgebiet sind der Plauer See mit einer Fläche von ca. 640 ha und der Beetzsee. Die Havel trennt zwischen Alt- und Neustadt das Havelland von der Zauche. Weitere natürliche Fließgewässer neben der Havel sind die im Fläming entspringenden Flüsse Plane und die Buckau die jeweils in den Breitlingsee münden. Daneben gibt es einige Kanäle, die zu unterschiedlichen Zeiten angelegt wurde. Höchste Erhebung im Stadtgebiet ist der eiszeitliche Marienberg mit einer Höhe von 67,7 m über NHN. Die Böden sind gemeinhin eher sandig und wenig fruchtbar. Etwa 75 Prozent der zu Brandenburg gehörenden Fläche sind landwirtschaftliche Nutzfläche, Sumpfgebiete oder Wasserfläche. Zu den landwirtschaftlich genutzten Flächen der Stadt sind auch die Forste Gördenwald, Neustädter Heide und Neu-Plauer Forst zu rechnen, die mit kleineren Waldgebieten etwa 20 Prozent der kommunalen Fläche ausmachen. Bestimmende Bepflanzung in diesen Gebieten ist monokulturell die Kiefer, wobei in letzter Zeit verstärkt davon abgerückt und zum pflanzen einer Mischvegatation übergegangen wird.

Die kreisfreie Stadt Brandenburg an der Havel ist fast vollständig vom Landkreis Potsdam-Mittelmark umgeben und grenzt außerdem noch an den Landkreis Havelland (HVL). Sie grenzt im Uhrzeigersinn an folgende Gemeinden: im Norden an die Gemeinde Milower Land (HVL), die Stadt Havelsee und die Gemeinden Beetzsee, Beetzseeheide und Roskow, im Osten an die Gemeinde Groß Kreutz (Havel), im Süden an die Gemeinden Kloster Lehnin, Wollin und Wenzlow und im Westen an die Gemeinden Rosenau, Wusterwitz und Bensdorf. Im Nordosten gehören auch der Beetzsee und der Riewendsee, die an die Gemeinde Päwesin und die Stadt Nauen (HVL) grenzen, zum Stadtgebiet.

Das Stadtgebiet gliedert sich in die Stadt Brandenburg und acht Ortsteile Gollwitz, Göttin, Kirchmöser, Klein Kreutz/Saaringen, Mahlenzien, Plaue, Schmerzke und Wust. Der Gemeindeteil Brandenburg hat nicht den Status eines Ortsteils.

Von 1950 bis 1957 gehörte Mötzow (heute Gemeindeteil der Gemeinde Beetzseeheide) als Wohnplatz zur Stadt Brandenburg.

Im Detail gliedert sich Brandenburg in die Stadtteile Altstadt mit den Wohnplätzen Bohnenland, Brielower Ausbau, Butterlake, Heidekrug, Klingenbergsiedlung, Neuendorf und Quenzsiedlung, in den Stadtteil Neustadt mit den Wohnplätzen Buhnenhaus, Görisgräben, Malge, Neue Mühle, Neuschmerzke, Siedlung Eigene Scholle, Wendgräben und Wilhelmsdorf, den Stadtteil Dom, dem Stadtteil Görden (Anlage seit 1920er Jahre in der Gemarkung der Altstadt), dem Stadtteil Nord (Neubaugebiet 1959–1970 in der Gemarkung der Altstadt) und dem Stadtteil Hohenstücken (Neubaugebiet 1972–1988 in der Gemarkung der Altstadt). Der Ortsteil Kirchmöser umfasst die Wohngebiete Bergenhof, Gränert, Kirchmöser Dorf, Kirchmöser Ost und Kirchmöser West, der Ortsteil Klein Kreutz/Saaringen den Fuchsbruch, Klein Kreutz und das 1957 eingemeindete Saaringen. Die ehemals selbstständige Stadt Plaue lässt sich neben dem alten Stadtkerngebiet in Charlottenhof, Gartenstadt, Margaretenhof, Neu Plaue, Plauerhof, Plauer Schleuse und Roberdam einteilen. Zu Schmerzke gehört der Wohnplatz Paterdamm.

Die hier dargestellte Namensgeschichte bezieht sich auf die Stadt Brandenburg an der Havel und davon abgeleitete Gebiets- und Dynastiebezeichnungen, nicht aber unbedingt auf alle Örtlichkeiten namens Brandenburg (vgl. Brandenburg (Begriffsklärung)).

Die älteste schriftlich Erwähnung des Namens Brandenburg befindet sich in der Stiftungsurkunde des Bistums Brandenburg. Hierbei ist von der Gründung des Bischofssitzes in der civitate Brendanburg die Rede. Datiert ist sie auf das Jahr 948 (Historikerstreit dazu siehe Mittelalter). Die chronikalische Ersterwähnung des Namens befindet sich in den Chroniken von Widukind von Corvey aus dem Jahre 967. Hier wird von der Eroberung der Brennaburg gesprochen. Mögliche Deutungen des Namens könnten nun sein: Slawische Herkunft des Namens von bran – "Sumpf", "Morast" oder die germanische Herkunft von branda – "Brand". Gegen eine Ableitung des Namens vom Heiligen Brendan spricht der fehlende Kult um diesen Heiligen im Brandenburger Bereich. Jedoch könnte sich der Name dennoch von ihm ableiten, würde er aus dem westdeutschen Bereich im Zuge der Frankonisierung der deutschen Ortsnamen zur karolingischen Zeit übertragen worden sein. Jüngere Deutungsversuche beziehen sich auch auf ein Wort indogermanischen Ursprungs: brendh für "quellen" oder "schwellen". Die Deutung geht in diesem Fall von einer Gewässerbezeichnung aus, unter Hinzufügung der Endung -burg.

Die Bezeichnung der Stadt selbst schwankte in ihrer Geschichte zwischen Brandenburg (Brendanburg), Brandenburg a./Havel, Brandenburg (Havel) und – so die heutige Bezeichnung – Brandenburg an der Havel.

Der Name Brennabor ist höchstwahrscheinlich frei erfunden. Der böhmische Jesuitenpater Bohuslaus Balbinus versuchte 1677 die Namen der Orte in den früheren slawischen Siedlungsgebieten zu rekonstruieren um ihre slawische Herkunft nachzuweisen: "Brandenburg wurde in jener Zeit von den Slawen: Branny Bor, d. h. silvae custodia, Wache des Waldes, genannt". . Hintergrund: Aus ethnisch-politischen Gründen ersetzte der böhmische Slawe das missliebige deutsche „burg“ durch das slawische, ähnlich klingende, aber urkundlich nicht belegte „bor“. Wegen der „Burg“ im Ortsnamen ist mit Sicherheit davon auszugehen, dass die slawischen Bewohner Brandenburgs ihren Burgwall anders genannt haben, aber wie: Das ist unbekannt. Das frei erfundene „Brennabor“ konnte sich nur deswegen so hartnäckig festsetzen, weil seit 1892 das gleichnamige Unternehmen Brennabor in der Stadt Brandenburg an der Havel mit großem Erfolg u.a. seine Fahrräder unter diesem Namen produzierte.

Die Altsteinzeitliche Befundlage ist als äußerst dünn anzusprechen, da die glaziale Überformung des Geländes während der Weichseleiszeit sämtliche vorhandenen Artefakte in unzugänglich tiefe Bodenschichten exportiert hat. Aus der germanischen Besiedlungsphase sind nur spärliche archäologische Befunde zu verzeichnen. So werden Schädelbestattungen, "...deren Fundumstände zum Teil Kult oder Opfer (?) vermuten lassen..." in der Gemarkung Brandenburg-Neuendorf erwähnt. Im 4. bis 3. vorchristlichen Jahrhundert bildet das Areal der heutigen Stadt Brandenburg an der Havel "...die Grenze des massenhaften Auftretens sowohl späthallstädtischer als auch keltischer Importgüter." Daraus kann man die berechtigte Schlussfolgerung ziehen, dass der Havelübergang nördlich des Marienberges schon sehr lange Zeit Kreuzungspunkt bedeutender Handelsrouten war. Tacitus siedelt in seiner Schrift De origine et situ Germanorum (Germania) im Elbe-Havel-Raum den suebischen Stamm der Semnonen an, deren Bevölkerungsmehrheit jedoch bereits zum Ende des zweiten nachchristlichen Jahrhunderts während der frühen Völkerwanderungsperiode die alte Heimat verlassen haben dürfte. Vermutungen, die das Vorhandensein eines Frigga- oder Freyja-Heiligtums auf dem Marienberge suggerieren, sind rein spekulativer Natur und können sich seit der Anlage des Wasserkessels auf der Spitze des Marienberges in den 1960er Jahren archäologisch nicht mehr belegen oder ausschließen lassen. Für die Zeit zwischen der Abwanderung der germanischen Bevölkerung und dem massiven Zuzug der Slawen aus dem Süden und Osten wird für etwa 150 Jahre ein siedlungsfreier Raum angenommen. Zwischen dem 5. und dem 7. Jahrhundert ist durch Grabungsbefunde unter anderem im Brandenburger Raum allerdings noch germanische Besiedlung, wenn auch in bescheidenem Umfang, nachgewiesen, was der Theorie einer völligen Siedlungsleere widerspricht. Ab dem 6. Jahrhundert n. Chr. kommt es dann zur Landnahme durch slawische Stämme aus dem schlesischen und böhmischen Raum. Die verbliebenen Reste der germanischen Bevölkerung werden von den Slawen überschichtet, assimiliert und gehen letztendlich in den Zuzüglern auf. Es erhalten sich vor allem Gewässernamen wie der der Havel, Spree, Elbe u. a. aus der germanischen Sprachschicht, während Flur- und Siedlungsanmen von den Slawen neu vergeben werden.

Auf der Dominsel lag die zentrale Burg der slawischen Heveller, die 928/929 von König Heinrich I. erobert wurde. Otto I. errichtete hier 948 das Bistum Brandenburg. (Seit dem Ende der 1990er Jahre gibt es einzelne Historiker wie Dietrich Kurze oder Helmut Assing, die bezweifeln, dass das Bistum tatsächlich bereits 948 gegründet wurde, und vermuten, dass das Bistum erst im Jahr 949 oder sogar erst 965 gestiftet wurde.) Im Slawenaufstand 983 wurde die Burg wieder zurückerobert. Das Bistum bestand formal mit kontinuierlicher Bischofsbesetzung im Exil in Magdeburg weiter und kehrte nach der Wiedereroberung zurück.

Der letzte Hevellerfürst Pribislaw-Heinrich herrschte von der auf der Dominsel gelegenen Burg mit Petrikirche. Nach seinem Tode 1150 fiel das Land an Markgraf Albrecht den Bären, der 1157 die Burg erstürmte und die Markgrafschaft Brandenburg begründete. Die beiden Domkietze, der Altstädter und der Neustädter Kietz, dürften bald darauf entstanden sein. Bei der Siedlung Parduin mit der St.-Gotthardt-Kirche ließen sich vor 1147 Prämonstratenser nieder, die 1165 auf die Dominsel übersiedelten, wo nun das Domstift und ab 1165 der Dom errichtet wurde.

Die Siedlung um die Gotthardtkirche weitete sich nach 1160 zur Altstadt an der Straße von Magdeburg nach Berlin aus. 1170 wurde Brandenburg in einer von Markgraf Otto I. ausgestellten Urkunde als Stadt erwähnt. Westlich vor der Altstadt deutet die vor 1173 entstandene Nikolaikirche im Dorf Luckenberg auf eine alte Kaufmannssiedlung hin. Südlich der Altstadt wurde am Ende des 12. Jahrhunderts die Neustadt mit der Katharinenkirche planmäßig angelegt (erstmalige urkundliche Erwähnung 1196). Beide Städte wurden getrennt mit Mauern versehen und bildeten zwei völlig eigenständige Kommunen.

In der Altstadt gründeten die Franziskaner nach 1234 ein Kloster, in der Neustadt wurde der markgräfliche Hof 1286 den Dominikanern zum Klosterbau überlassen. Ein wohl in der Mitte des 12. Jahrhunderts eingesetztes Burggrafengeschlecht verschwindet seit 1243 aus der Überlieferung. Als Hauptstadt der Markgrafschaft Brandenburg, als Bischofssitz, als Ort eines von weither angerufenen, seit 1326 bezeugten Schöppenstuhls und als Fernhandelsstadt bildeten die beiden Städte Brandenburg im Mittelalter zusammen das unbestrittene Zentrum zwischen Elbe und Oder.

Die auf Fernhandel hinweisende Judengemeinde wurde um 1350, 1446 und 1510 auf das schwerste verfolgt. Der 1402 erwähnte erste Roland auf dem Neustädtischen Markt drückte die städtischen Freiheiten aus, seit 1230 lagen die Obergerichte in der Hand bürgerlicher Schulzen und Schöppen. Gegen Beeinträchtigen durch die neuen hohenzollerschen Landesherren schlossen beide Brandenburg-Städte 1431 einen Städtebund mit Berlin, Cölln und Frankfurt (Oder), bis 1518 gehörten sie der Hanse an.

Im Anschluss an das Domkapitel und die bürgerliche Führungsschicht von Brandenburg Neustadt entfaltete sich im späten Mittelalter ein reges geistiges Leben.

1521 bestätigt Kurfürst Joachim I. offiziell den Titel Chur- und Hauptstadt für Brandenburg an der Havel. Außerdem legte er die Reihenfolge der märkischen Städte bei Huldigungen und im Felde fest. Die Reihenfolge hierbei war: Brandenburg Alt- und Neustadt, Berlin, Cölln, Stendal, Prenzlau, Perleberg, Ruppin, Frankfurt (Oder) und Cüstrin. In der Folge kam es später bei Erbhuldigungen deshalb noch bis ins 19. Jahrhundert zu Rangstreitigkeiten mit Berlin.

Zwischen 1536 und 1555 setzte sich die Reformation in Stadt und Domkapitel durch, das Bistum wurde 1598 säkularisiert und dem Kurfürstentum Brandenburg eingegliedert. Gleichzeitig verloren die Städte infolge des Aufstiegs Berlins als kurfürstlicher Residenzstadt ihre führende Stellung.

1619 wurde die freie Ratswahl abgeschafft, die Münzverschlechterung führte 1622 Tumulte der städtischen Bevölkerung herbei. Die Zerstörungen und der Niedergang im Dreißigjährigen Krieg konnten erst nach 1800 aufgeholt werden. Von den 10.000 Einwohnern vor dem Krieg lebten 1648 nur noch 3.000. Die Ansiedlung von Hugenotten 1685 brachte die Bildung einer reformierten Gemeinde und mit der Gerberei und Lederverarbeitung eine wirtschaftliche Belebung. Der Aufbau des brandenburgischen Heeres seit dem späten 17. Jahrhunderts machte beide Brandenburgs zu Garnisonstädten. 1717 wurde die Ritterakademie als Ausbildungsstätte des Adels für den Staats- und Militärdienst gegründet. Auf Befehl des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. wurde die Stadtverwaltung beider Städte zusammengelegt, wobei jede Stadt ihre Ratsmannen behielt. Das Zusammenwachsen beider vorher eigenständiger Städte war ein langwieriger Prozess.

Von 1806 bis 1808 war die Stadt von französischen Truppen besetzt. Dies und weitere Kriegskosten führten zu einer schweren Verschuldung der Stadt und nach der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat nach dem Wiener Kongress zur Eingliederung ab 1816 in den Landkreis Westhavelland, Regierungsbezirk Potsdam, preußische Provinz Brandenburg, seit 1939 Mark Brandenburg. Erst mit der Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts konnten die Schulden getilgt werden und am 1. April 1881 schied die Stadt Brandenburg aus dem Kreis Westhavelland aus und bildete fortan einen eigenen Stadtkreis.

Während der Revolution 1848 tagte vom 8. November bis zu ihrer Auflösung am 5. Dezember 1848 die vom König aus Berlin vertriebene preußische Nationalversammlung im Dom zu Brandenburg.

1830 hatte Brandenburg 13.538 Einwohner, 1846 erhielt es Bahnverbindung nach Berlin und Magdeburg, 1904 nach Rathenow und Belzig, drei weitere Kleinbahnen entstanden 1901/1912. Die erste Pferdestraßenbahn fuhr 1897. Die Industrialisierung setzte nach 1870 ein, die Brennabor-Werke (Gründung 1871 durch die Gebrüder Reichstein) erzeugten Fahrräder, Kinderwagen und Autos, um 1900 folgten zwei weitere Fahrradwerke, eine Schiffswerft, eine Eisengießerei, Fabriken für Blechspielwaren, Textilien und Möbel. 1913 entstand ein Stahl- und Walzwerk, während die alte Tuch- und Seidenweberei einging.

Mit dem industriellen Aufstieg verdoppelte sich in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts die Bevölkerungszahl durch Zuzug aus der Umgebung der Stadt, aber auch aus dem Ruhrgebiet, aus Ost- und Westpreußen, aus Danzig, Pommern und Schlesien. 1905 hatte die Stadt 51.000 Einwohner. Am Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Brandenburg durch Stahl-, Metall-, Textil- und Spielwarenindustrie geprägt, die jedoch während der Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er Jahre einen schnellen Niedergang fand. Nach 1933 wurde Brandenburg durch die verkehrsgünstige Lage und die Stahlproduktion zu einem wichtigen Standort der Flugzeug- und Lkw-Produktion: Das Arado-Zweigwerk wurde ab 1934 errichtet - 1935 folgte das Lkw-Werk von Opel.

Nach der nationalsozialistischen „Machtergreifung“ bestand 1933 und 1934 in Brandenburg eines der ersten Konzentrationslager. Das Zuchthaus Brandenburg-Görden war bis zur Befreiung durch sowjetische Truppen am 27. April 1945 ein Gefängnis und Hinrichtungsort für zahlreiche Widerstandskämpfer. Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden im Zuchthaus zwischen 1940 und 1945 1.772 Menschen hingerichtet. Es beherbergt heute eine Dokumentationsstelle für die Opfer der NS-Justiz. Das alte Zuchthaus wurde im Rahmen des Euthanasie-Programms als Tötungsanstalt genutzt. Hier wurden 9.772 Patienten ermordet. In Brandenburg befindet sich an der Anton-Saefkow-Allee eine Landesklinik für Psychiatrie (ehemals „Landesirrenanstalt“ dann „Brandenburgische Psychiatrische Landesanstalt Görden", später nur noch kurz Landesanstalt Görden). Ihr damaliger Direktor, Professor Hans Heinze, war einer der zentralen Handelnden der verschiedenen Formen des nationalsozialistischen Krankenmordes. Die Klinik war Herkunfts- und Zwischenanstalt der so genannten „Euthanasie-Aktion T4". Die Morde wurden zum größten Teil in der nahe gelegenen NS-Tötungsanstalt Brandenburg, dem ehemaligen Gefängnis und vorübergehendem KZ, ausgeführt, zum Teil in der Nachfolgeeinrichtung in Bernburg. Aber auch in der in der Landesanstalt Görden eingerichteten Kinderfachabteilung wurde systematisch gemordet. Gegen Ende des 2. Weltkriegs richteten Luftangriffe 1944/45 und die Bodenkämpfe im April 1945 erhebliche Zerstörungen im Stadtgebiet Brandenburgs an. Rund 70 Prozent der Industriebetriebe wurden zerstört. Allerdings kam Brandenburg mit einem Verlust von rund 15 Prozent der Wohnfläche im Vergleich zu vielen anderen deutschen mittelgroßen Städten relativ glimpflich davon. Das liegt daran, dass Brandenburg keine flächendeckenden Bombardements ertragen musste, die auf die Innen- und die Altstadt zielten.

Die 1950er Jahre waren Jahre des Neuanfangs. Der Bau des Walzwerkes in Kirchmöser ab 1949 und des Stahl- und Walzwerkes Brandenburg ab 1950 gab der Stadt ihre Schwerindustrie wieder. Stahl-, Maschinenbau- und Bauindustrie sowie Betriebe der Deutschen Reichsbahn in Kirchmöser wurden Symbole der Stadt. Die Einwohnerzahl stieg mit dem Aufbau der Industrie bis zum Jahr 1989 kontinuierlich. Nach der Wiedervereinigung wurde die Industrie privatisiert, zahlreiche Betriebe stillgelegt oder deutlich verkleinert. Die Strukturveränderungen führten bis heute zu einer hohen Arbeitslosigkeit und einem Sinken der Einwohnerzahl.

Es gibt insgesamt acht evangelische Kirchengemeinden in der Stadt, die zur Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und ihrem Kirchenkreis Brandenburg gehören, von der jedoch eine ihr Pfarramt außerhalb der Stadtgrenzen besitzt. Diese Gemeinden sind die Domgemeinde (Brandenburger Dom), die St. Gotthardtgemeinde in der Altstadt, die St. Katharinengemeinde in der Neustadt, sowie die Gemeinden in den Ortsteilen Gollwitz, Plaue, Kirchmöser und für Göttin die Gemeinde Krahne. Weiterhin besitzt die evangelische Kirche ein Kreisjugendpfarramt. Auf Initiative des Domstifts Brandenburg wurde eine evangelischen Grundschule, die in Gebäuden des Domstifts untergebracht ist, und ein evangelisches Gymnasium eingerichtet. Träger dieser Einrichtungen ist die Schulstiftung der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Das Domstift besitzt einen Forst mit zugehörigem Forstamt in Seelensdorf und ein Domstiftsgut in Mötzow. Ebenfalls in einem Gebäude des Domstifts befindet sich auch ein evangelisches Jugendhaus.

Zur römisch-katholischen Kirche gehören zwei Gemeinden in Brandenburg an der Havel. Hier ist die Besonderheit zu beachten, dass durch die Stadt die Bistumsgrenze zwischen Magdeburg und Berlin verläuft. Der Ortsteil Kirchmöser gehört zum Bistum Magdeburg. Hier befindet sich die Familienferienstätte St. Ursula und die Kirche der Gemeinde Hl. Geist, welche zum Dekanat Magdeburg gehört. Die weiteren Gebiete der Stadt gehören zum Erzbistum Berlin und dem Dekanat Brandenburg. Dort befindet sich die Gemeinde Hl. Dreifaltigkeit, welche neben der Pfarrkirche weitere Kirchen im Stadtgebiet und außerhalb besitzt. In katholischer Trägerschaft sind außerdem ein Seniorenzentrum, ein Jugendhaus und ein Krankenhaus.

Zur deutschen Eparchie der Russisch-orthodoxen Kirche gehört in Brandenburg an der Havel die Gemeinde Gottesmutter-Freude aller Betrübten. Mangels eigenem Gotteshaus wird die St.-Bernhard-Kirche in der Thüringer Straße genutzt.

In der Stadt gibt es außerdem zwei Gemeinden des Bundes der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden, eine Adventgemeinde, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage; die Zeugen Jehovas und weitere.

Seit einigen Jahren gibt es in Brandenburg an der Havel wieder eine jüdische Gemeinde. Ihre Mitglieder stammen überwiegend aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion. Die Stadt besitzt zwei jüdische Friedhöfe. Der 1747 angelegte Friedhof befindet sich in der Nähe des Hauptbahnhofes in der Geschwister-Scholl-Straße. Die Nationalsozialisten verwüsteten diesen jedoch im Jahre 1938. Die Brennabor-Werke planten auf dem Gelände des Friedhofes eine Betriebssportstätte zu errichten. Zu dieser Entweihung kam es des Kriegsendes wegen dann nicht mehr. Auf diesem Friedhof befinden sich heute Gedenktafeln umgekommener Juden aus Brandenburg an der Havel, sowie die Namen der auf dem Friedhof bestatteten Personen. Der zweite, kleinere jüdische Friedhof befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Landesirrenanstalt Brandenburg Görden, dem heutigen Askleipios-Klinikum. Durch die Reichspogromnacht am 9. November 1938 wurde die jüdische Synagoge total zerstört. Den Juden blieb nur das der Synagoge vorgelagerte Gemeindehaus in der Großen Münzenstraße. Die Zahl der Gemeindemitglieder vor dem Zweiten Weltkrieg betrug etwa 200. In annähernd gleicher Stärke ist das Judentum wieder in der Stadt vertreten.

Die beiden Städte Brandenburg (Altstadt und Neustadt) hatten im Mittelalter nur einige tausend Einwohner. Die Bevölkerungszahl wuchs nur langsam und ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. Bis 1600 stieg sie auf rund 10.000, sank durch die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges bis 1648 auf nur noch 3.000. Erst 1715 wurde der Vorkriegsstand wieder erreicht. Mit dem Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert wuchs die Bevölkerung der Stadt sehr schnell. Lebten 1818 erst 12.800 Menschen in der Stadt, so waren es 1900 bereits 50.000. Deutlich sichtbar sind die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges. Die Stadt verlor 18 Prozent ihrer Bewohner (15.000 Personen). Die Einwohnerzahl sank von 84.000 im Jahre 1939 auf 69.000 im Dezember 1945. Im Jahre 1952 lebten in der Stadt wieder so viele Menschen, wie vor dem Krieg.

Bis 1988 stieg die Bevölkerungszahl der Stadt Brandenburg auf ihren historischen Höchststand von rund 95.000. Inzwischen ist die Einwohnerzahl jedoch wieder stark gesunken. Seit der Wende in der DDR im Jahre 1989 hat die Stadt durch Abwanderung und Geburtenrückgang bis 2005 etwa 20 Prozent ihrer Bewohner (20.000 Personen) verloren. Am 31. Dezember 2006 betrug die Einwohnerzahl von Brandenburg an der Havel 73.475 Einwohner (Quelle ist das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg). Mit einem weiteren Absinken der Bevölkerungszahl wird gerechnet. Aktuelle Studien gehen davon aus, dass die Stadt im Jahre 2025 unter 60.000 Einwohner haben wird.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1830 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der Staatlichen Zentralverwaltung für Statistik der DDR (bis 1990), des Landesamtes (1991-2000) bzw. Landesbetriebes für Statistik und Datenverarbeitung Brandenburg (2001-2006) und des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg (ab 2006). Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1966 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Von 1561 bis 1578 stand Simon Roter als Bürgermeister der Altstadt vor. Er gilt als Gründer und Initiator der Saldria.

Im Jahr 1563 war Simon Carpzov Bürgermeister der Neustadt.

Brandenburg unterhält derzeit drei Städtepartnerschaften. Erste Partnerstadt wurde 1963 das französische Ivry-sur-Seine. Es folgten die Städte Kaiserslautern 1988 und das damals noch sowjetische jetzt russische Magnitogorsk 1989.

Das Wappen der Stadt weist eine Besonderheit auf: Es handelt sich um ein Allianzwappen mit zwei gespaltenen Schilden und soll damit die Vereinigung von Alt- und Neustadt im Jahr 1715 verdeutlichen. 1950 erhielt Brandenburg ein anderes Wappen, das über der vereinfacht dargestellten roten Stadtsilhouette bis zum Schildhaupt zwei Paare roter Schornsteine zeigt, aus denen nach links schwarzer Rauch zieht. Der Schildfuß war blau-weiß-grün gewellt. 1990 wählte die Stadt wieder das frühere Doppelwappen.

Auf der Dominsel befinden sich das Domstift Brandenburg mit der Domkirche St. Peter und Paul, die Domklausur, deren Westflügel die ehemalige Ritterakademie beherbergt. Weiterhin befinden sich auf dem Gelände die Domkurien oder Domherrenhäuser, die St. Petri-Kapelle und die ehemalige, fußläufig nicht mehr erkennbare Burg Brandenburg.

Die St. Katharinenkirche ist die evangelische Pfarrkirche der Neustadt und ein herausragendes Beispiel der Backsteingotik aus dem 15. Jahrhundert. Das Dominikanerkloster und Kirche St. Pauli befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen markgräflichen Hofes im Südwesten der Neustadt (nach abgeschlossener Rekonstruktion der im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigten Klosteranlage beherbergt der Komplex ab November 2007 das Archäologische Landesmuseum). Die evangelische Stadtpfarrkirche St. Gotthardt zählt zu den ältesten Kirchenbauten der Stadt und beherrscht den altstädtischen Siedlungskern Parduin. Sie beinhaltet drei Baustile. Das Portal wurde im romanischen Stil errichtet, das Kirchenschiff ist gotisch, der Turm barock. Die Franziskanerkirche St. Johannis befindet sich am südwestlichen Rand der Altstadt, am Nordufer der Havel, dem sogenannten Salzhof und wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Sie war die Kirche des dazugehörigen Franziskanerklosters und ist heute nur noch als wenn auch erstaunlich gut erhaltende und durchaus restaurierbare Ruine zu bewundern.

Die Nikolaikirche befindet sich etwa 300 m westlich des Plauer Tores der Altstadt. Sie ist die einzige voll romanische Kirche in der Stadt und wurde als Kirche des Dorfs Luckenberg vor den Toren der mittelalterlichen Stadt errichtet. Die noch heute katholische Pfarrkirche „Heilige Dreifaltigkeit“ in der Neustadt wurde mit moderner Glaskunst, dem Zyklus des Londoner Künstlers Graham Jones creation. from dark to light (2005/06) ausgestattet. Die Jakobskapelle, etwa 400 m westlich vor dem Steintor der Neustadt gelegen, wird im Volksmund auch „Verrückte Kapelle“ genannt, weil das ganze Bauwerk im Zuge einer Straßenerweiterung im Jahre 1892 um 11 m nach Westen verschoben wurde. Auf dem Harlunger- oder Marienberg befand sich von 1220 bis zum 20. April 1722 die viertürmige Marienkirche, eine europaweit berühmte Wallfahrtskirche mit angeschlossenem Prämonstratenser-Chorherrenstift.

Die in weiten Teilen noch erhaltenen mittelalterlichen Stadtbefestigungen der Altstadt und der Neustadt beinhalten noch vier Stadttortürme. Der erste und größte ist der Steintorturm in der Neustadt nebst erhaltender Stadttordurchfahrt. Weiterhin blieb der Neustädtischer Mühlentorturm, der den Stadtort des Tores Richtung Dom markierte die Jahrhunderte über erhalten. Von den altstädtischen Türmen existieren noch Rathenower Torturm und Plauer Torturm.

Das Altstädtische Rathaus ist ein herausragendes Beispiel der Backsteingotik des 15. Jahrhunderts. Es blieb im Weltkrieg im Gegensatz zum neustädtischen Gegenstück unbeschädigt und beheimatet heute die Stadtverordnetenversammlung und das Büro der Oberbürgermeisterin. Das sogenannte Ordonnanzhaus am Altstädtischen Rathaus in der Schusterstraße 6 ist ein gotischer Bau, dessen älteste Teile aus dem 14. Jh. stammen. Er gilt als ältester bürgerlicher Profanbau der Mittel- und Neumark Brandenburg. Die Friedenswarte ist ein auf dem Fundament der in der DDR gesprengten Bismarckwarte 1974 errichteter und 32 m hoher Aussichtsturm auf dem Marienberg.

Das Carpzovhaus in der Steinstraße 57 in der Neustadt ist der Stammsitz der Gelehrtenfamilie Carpzov. Das Haus ist ein schöner giebelständiger Renaissancebau aus dem Jahre 1563. Das Portal wurde umgesetzt und befindet sich im Gebäude des ehemaligen altstädtischen Gymnasiums am Kreisgarten. Die von Bruno Möhring für den Fabrikanten Ernst Paul Lehmann entworfene Villa in der Plauer Strasse ist ein besonderes Denkmal für den Jugendstil. Denkmale für im Zusammenhang mit Nationalsozialismus und zweitem Weltkrieg Umgekommene sind der Gedenkstein für Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus (Hermann Friedrich und Karl Miethe) befinden sich im Ortsteil Plaue, der sowjetische Ehrenfriedhof auf der Halbinsel Wusterau, die Gedenkstätte für die Opfer der nationalsozialistischen Euthanasie auf dem Gelände des Alten Zuchthauses, das VVN-Mahnmal von Bildhauer Hans Klakow am Gertrud-Piter-Platz, die Gedenkstätte an die jüdischen Opfer des NS-Regimes am Standort des ehemaligen Jüdischen Friedhofs in der Geschwister-Scholl-Straße, die Gedenkstätte für ermordete evangelische Christen in der Krypta des Doms St. Peter und Paul auf der Dominsel. Weiterhin existiert ein Gedenkstätte für die Opfer der sowjetisch-stalinistischen Geheimpolizei nach dem Entwurf und der Ausführung von T. Fischer in der Neuendorfer Straße.

Die Stadt ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“, sowie Teil der Europäischen Route der Backsteingotik.

Der Roland von Brandenburg wurde 1474 auf dem Marktplatz der Neustadt aufgestellt und hat eine Höhe von 5,35 Meter. 1716 wurde die Sandsteinfigur zum Rathaus umgesetzt, da sie die preußischen Garnisonstruppen beim Exerzieren störte. Da der Roland während des Zweiten Weltkrieges in ein außen gelegenes Gut der Stadt ausgelagert und vergraben war, wurde er nicht von der Zerstörung des Neustädtischen Rathauses bei der Bombardierung 1945 betroffen und fand 1946 seinen jetzigen Platz neben dem Portal des Altstädtischen Rathauses. Neben der Betonung der städtischen Eigenständigkeit galt die Errichtung des Brandenburger Rolands auch als Ausdruck der wirtschaftlichen Prosperität der Stadt. Dieser Roland von 1474 hatte einen vermutlich hölzernen Vorgänger aus dem Jahre 1402. Eine Kopie des Brandenburger Rolands wurde 1905 für das Märkische Museum Berlin hergestellt und vor dem Eingangsportal errichtet.

Der Humboldthain ist ein anlässlich des 100. Geburtstags Alexander von Humboldts von Johannispromenade umbenannter Park, der entlang der mittelalterlichen Stadtmauer vom Plauer Torturm zum Salzhofufer führt. Es handelt sich hierbei um den ehemaligen doppelläufigen Stadtgraben im Südwesten der Altstadt Brandenburg, der auf dem Verlauf des heutigen Humboldthaines beinahe eingeebnet und im Volksmund bis ins 19. Jahrhundert hinein Ratzenwall genannt wurde. Er bietet viele dendrologische Besonderheiten, welche mit Schrifttafeln versehen sind, u.a. den Ginkgo biloba. Der gegenüberliegende Teil des trocken gelegten Doppelbefestigungsgrabens ist zwischen Plauer und Rathenower Torturm als Wallpromenade erhalten geblieben. Der folgende und letzte Abschnitt der die Stadtmauer begleitenden Wehranlage ist bis zum Ausfluss des ehemaligen Doppelgrabens in die Brandenburger Niederhavel etwa einhundert Meter nördlich der Homeyen-Brücke zur Parkanlage Kreisgarten (jetzt Walther-Rathenau-Platz) umgestaltet worden. Der Leue-Park auf dem Marienberg ist ein in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts umgestalteter Volkspark auf der höchsten Erhebung der Stadt. Auf ihm befindet sich der Aussichtsturm Friedenswarte und eine Ausflugsgaststätte aus der Kaiserzeit in ihrer unmittelbaren Nähe. Von der Straße Am Rosenhag führt ein terrassenförmiger Aufgang hinauf, auf dessen Etagen sich Wasserspiele befinden, wie z. B. die Muschelgrotte. Auf dem Berg selbst ist der Park weitläufig. Es befindet sich die 1956 erbaute und 2007 rekonstruierte Freilichtbühne auf ihm. Auf der westlichen Seite befindet sich weiterhin das Marienbad und am Fuße des Berges auf der nördlichen Seite auch das Ehrenmal für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft im Zuchthaus Brandenburg mit einer Bronzeplastik eines gefesselten Kämpfers von Albert Treyne. Der Krugpark ist ein 1825 auf Initiative des Stadtrates Johann Gottfried Bröse angelegter Park im Stadtteil Wilhelmsdorf, benannt nach der nahegelegenen Gaststätte Zum Neuen Krug. Der Park zeichnet sich besonders durch seine Naturnähe aus. Er ähnelt einem Laub-Mischwald. Es befindet sich außerdem ein Naturschutzzentrum auf seinem Gelände.

Die Stadt besitzt mit einer Sumpfzypressenallee am Grillendamm ein botanisches Wahrzeichen, das europaweit eine Besonderheit darstellt. Bereits 1841 wurden die ersten Zypressen gepflanzt. Diese Pflanzenart kommt heutzutage in der Natur nur noch in Nordamerika vor. Durch Stürme erheblich beschädigt, mussten einige der Sumpfzypressen Anfang des Jahrtausends gefällt werden. Durch erheblichen Kostenaufwand konnten aber wieder Bäume nachgepflanzt werden.

Nationale und internationale Wettkampfstätten im Stadtgebiet sind als Leichtathletik- und Fußballstadion das Stahlstadion, das Fußballstadion Werner-Seelenbinder-Stadion, die Mehrzweckhalle an der Anton-Saefkowallee, die Regattastrecke auf dem Beetzsee, die Schwimmhalle Marienbad und der Segelflugplatz Brandenburg-Mühlenfeld. In der geographischen Lage in direkter Nachbarschaft zu vielen Seen und Flüssen ist es begründet, dass in der Stadt eine Reihe von Wassersportvereinen angesiedelt ist. Neben den Wassersportarten Rudern und Kanu sind in Brandenburg vor allem Fußball, Handball, Wasserball und Judo populär. Größter Verein der Stadt ist die SG Stahl Brandenburg.

Das Havelfest ist ein seit über 40 Jahren stattfindendes großes Volksfest mit mehreren Bühnen an beiden Seiten der Havel in der Neustadt inklusive der Wahl zur Havelkönigin. In den letzten Jahren erreichte das Havelfest einen der Höhepunkte mit ca. 200.000 Besuchern in drei Tagen im Jahr 2005. Weitere bedeutende Volksfeste in Brandenburg sind das Rolandfest als mittelalterliches Spektakel zu Pfingsten auf dem Altstädtischen Markt, die Fischerjakobi in Plaue inn der letzten Woche des Juli um den Gedenktag Jakobus des Älteren, das historische Hafenfest im August mit vielen historischen Schiffen zur Erinnerung an die Geschichte des Schiffbaus in Brandenburg an der Havel und der Mitgliedschaft in der Hanse. Weiterhin findet jährlich der Brandenburger Klostersommer in den Monaten Juni und Juli statt. Dabei handelt es sich um ein Theaterfestival im St. Pauli-Kloster und an anderen historischen Spielstätten der Stadt. Die Weihnachtsmannparade im Advent als eine Parade mit einer Vielzahl von weihnachtlich geschmückten Themenwagen rund um den Weihnachtsmann. Dabei ziehen etwa 100 Schaubilder mit 2000 Mitwirkenden durch die Innenstadt. Die jeweils am zweiten Sonnabend im Dezember stattfindende Parade wird jährlich von Zehntausenden Gästen besucht.

Brandenburg an der Havel wird von der Bundesautobahn A 2 südlich tangiert. Die Entfernung zur Autobahn beträgt etwa zehn Kilometer. In der Stadt ist der Schnittpunkt der Bundesstraßen B 1 und B 102. Außerdem führt die Deutsche Alleenstraße durch die Stadt.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgte der Anschluss Brandenburgs an die Potsdam-Magdeburger Eisenbahn, auf der der Verkehr am 7. August bzw. 15. September 1846 aufgenommen worden ist. Die Einweihung der Elbbrücke bei Magdeburg erfolgte allerdings erst zwei Jahre später, am 19. August 1848. Da der Bahnhof südlich der Neustadt seinen Standort erhielt, führte dies zu einer städtebaulichen Ausweitung Brandenburgs in Richtung Süden. Über die Große Gartenstraße wurde vom Steintor aus der Bahnhof erreicht. Fast parallel dazu führte die Bauhofstraße, die bis 1891 als Sackgasse an der Havel endete. Da sich die Stadt auch nach Westen ausgedehnt hatte, war der Bau einer zweiten Havelbrücke notwendig geworden, die den Schleusenkanal und die Havel überspannte und auf der Altstädtischen Seite in die Luckenberger Straße mündet. Dadurch war seit dem Ende des 19. Jahrhunderts der Verkehr über die Lange Brücke, die zunehmend zum Nadelöhr wurde, entlastet worden. Ende der 80er Jahre wurde dann zur weiteren Umgehung des Brandenburger Stadtzentrums der Bau einer neuen Havelbrücke in der Fortsetzung der Zanderstraße beschlossen. Sie führte zur Otto-Sidow-Straße und über diese zum Hauptbahnhof.

Ein Jahr nach der Wende zum 20. Jahrhundert erhielt Brandenburg Anschluss an das Westhavelländische Kleinbahnsystem. Vom Bahnhof Brandenburg Krakauer Tor führte eine Strecke nach Nauen-Röthehof, eine andere von Brandenburg-Altstadt nach Roskow. Letztere Strecke erforderte eine Eisenbahnbrücke über die Unterhavel außerhalb des damaligen Stadtgebietes. Diese Brücke wurde auch von der Brandenburgischen Städtebahn benutzt, die 1904 eröffnet wurde und deren Bahnhof Neustadt sich unmittelbar neben dem Hauptbahnhof befand und heute mit ihm verschmolzen ist. Die Städtebahn führte von Treuenbrietzen über Belzig, Brandenburg, Rathenow nach Neustadt (Dosse). Während die Kleinbahnen nach 1945 abgebaut worden sind, ist letztgenannte Strecke heute noch in Betrieb. Brandenburg wird heute vom Regional-Express der Berlin-Brandenburger Linie 1 auf der Strecke (Eisenhüttenstadt)–Frankfurt (Oder)–Berlin–Potsdam–Brandenburg bedient, der ca. alle 30 Minuten verkehrt, von dem jedoch nur jeder zweite an allen Unterwegsbahnhöfen hält. Jeder zweite Zug fährt über Brandenburg hinaus weiter in Richtung Genthin–Burg–Magdeburg. Einmal täglich hält ein Intercity auf der Strecke Cottbus–Berlin–Potsdam–Magdeburg–Hannover–Emden Außenhafen in Brandenburg. Die Verbindung nach Rathenow wird heute von der Märkischen Regiobahn, einer Marke des Veolia-Tochterunternehmens Ostseelandverkehr GmbH, bedient.

Ehemalige Bahnhöfe im Stadtgebiet waren der Krakauer Bahnhof als Kopfbahnhof der heute stillgelegten Westhavelländischen Eisenbahn, der Bahnhof Bohnenland auf der Strecke nach Rathenow und der Haltepunkt Göttin auf der heute stilgelegten Strecke nach Belzig.

Über die Havel, den Silokanal und den Elbe-Havel-Kanal ist die Stadt für die Berufsschifffahrt an das Europäische Wasserstraßennetz angebunden. Sie verfügt über einige Hafen im Stadtgebiet am Silokanal, sowie über einen weiteren Industriehafen im Ortsteil Kirchmöser (Plauer See (Brandenburg)). Daneben gibt es noch einige Wasserstraßen wie den Stadtkanal, der bis zur Fertigstellung des Silokanals von der Berufsschifffahrt genutzt wurde, die nur dem Freizeit- und Sportverkehr zur Verfügung stehen. Im Stadtgebiet gibt es zwei Schleusen.

Im Nordosten der Stadt, auf der Gemarkung der Wüstung Stenow, östlich der Krakower Vorstadt befindet sich der Sonderlandeplatz Brandenburg-Mühlenfeld EDBE. Er dient vorrangig der Segelfliegerei.

Im Westen zwischen dem Stadtteil Görden und dem Ortsteil Plaue nördlich der Bundesstraße 1 liegt der Sonderlandeplatz Brandenburg-Briest EDUB, der das Potential zum Regionalflughafen hat. Es handelt sich hierbei um einen seit 1914 genutzten Militärflughafen, dessen militärische und damit flugtechnische Nutzung jedoch Anfang der 1990-er Jahre aufgegeben wurde. Eine Revitalisierung ist vorgesehen.

Eine Besonderheit gegenüber anderen märkischen Städten ist die Tatsache, dass es in Brandenburg seit 1897 eine Pferdebahn gab, die 1910 in den elektrischen Betrieb wechselte. Der heutige innerstädtische Straßenbahnverkehr wird mit 10 KTNF6, 6 KT4D und 4 MGT6D auf drei Linien mit einer Gesamtlänge von 18,9 Kilometer in Meterspur betrieben. Für Sonderfahrten stehen noch zahlreiche Museumsbahnen zu Verfügung. Derzeit wird um die Zukunft der Straßenbahn in der Stadt diskutiert. Die Verkehrsbetriebe Brandenburg an der Havel GmbH betreiben neben drei Straßenbahnlinien auch acht Buslinien (zusätzlich eine bei Veranstaltungen). Hierfür kommen Busse des Typs Citaro von Mercedes Benz zum Einsatz.

Die Stadt war bis zur Wende ein Standort der Schwerindustrie. Das Stahl- und Walzwerk war wichtigster und größter Arbeitgeber der Stadt. Weitere große Betriebe waren das Getriebewerk und die Werke der Reichsbahn in Kirchmöser.

Nach der weitgehenden Deindustriealisierung nach der politischen Wende 1989 sind nur ein Elektrostahlwerk und ein Getriebewerk erhalten geblieben. Die Werke der Reichsbahn in Kirchmöser waren der Ursprung der heutigen Unternehmen der Bahntechnik an diesem Standort. Aus dem Stahlwerk wurde der SWB Gewerbe- und Industriepark und das Industriemuseum, das die Stahlerzeugung im Siemens-Martin-Verfahren dokumentiert.

Heute noch wichtige Wirtschaftszweige und Arbeitgeber in der Stadt sind die Stahlindustrie mit dem Brandenburger Elektrostahlwerk des Riva-Konzerns, der Maschinenbau mit der ZF-Getriebe GmbH, der Heidelberger Druckmaschinen AG) und der BSA Brandenburg, die Eisenbahnausrüstungen mit RAIL.ONE GmbH Pfleiderer track systems und der GBM Gleisbaumechanik jeweils in Kirchmöser, der Solartechnologie mit Johanna Solar Technology, Versorgung mit Stadtwerke Brandenburg und e.on, Zeitungsdruck in "Der Ossi-Druck GmbH & Co.KG" und der Geo-Informationsdienstleister RapidEye AG.

Einzige lokale Tageszeitung ist die in Potsdam erscheinende Märkische Allgemeine Zeitung mit einem Lokalteil für Brandenburg, deren Redaktion ihren Sitz in der Stadt hat. Seit 1991 existiert Der PreußenSpiegel, ein Anzeigenblatt, das mittwochs und sonntags erscheint. Weiterhin existiert seit 1995 das Brandenburger Wochenblatt, ein Anzeigenblatt, das ebenfalls auflagengeprüft ist und mittwochs und sonntags erscheint. Vom Stadtmarketing wird vierteljährlich das Stadtmagazin mit Programmheft ZACHARIAS herausgegeben.

Daneben gibt es mit dem SKB Stadtfernsehen einen lokalen Fernsehsender, der über Kabel und Internet verbreitet wird. Dabei handelt es sich um einen unabhängigen, werbefinanzierten Privatsender mit tagesaktueller Berichterstattung.

Die Fachhochschule Brandenburg als erste und einzige Hochschule in der Stadt Brandenburg wurde im Jahr 1992 gegründet. Sie liegt mit ihrem Campus im Westen der Altstadt, auf einem über 100 Jahre alten ehemaligen Kasernenkomplex.

Bibliotheken in der Stadt Brandenburg sind die Domstiftsbibliothek, die Fouqué-Bibliothek als Stadtbibliothek, die Hochschulbibliothek der Fachhochschule Brandenburg, die Bibliothek des Brandenburgischen Oberlandesgerichtes (gegründet 1994), die Bibliothek im Von Saldern-Gymnasium und die Bibliothek des Stadtmuseums im Frey-Haus in der Ritterstraße. Ehemals bedeutende und durch den Zweiten Weltkrieg ausgelagerte Bibliotheken sind die Franziskaner-Bibliothek, die sich jetzt im polnischen Krakau befindet und die Schöppenstuhl-Bibliothek, die nach Berlin verbracht wurde.

Die vier in Brandenburg befindlichen Krankenhäuser sind die Asklepios Klinik (ehemals „Landesirrenanstalt“ dann „Brandenburgische Psychiatrische Landesanstalt Görden", später nur noch kurz Landesanstalt Görden), das Städisches Klinikum Brandenburg als Krankenhaus der Regelversorgung, das katholisch-konfessionelle Sankt Marienkrankenhaus mit einer geriatrischen Ausrichtung und die Helios Klinik Hohenstücken als neurologische Rahabilitationseinrichtung.

Personen, die durch das Zuchthaus Brandenburg in Verbindung mit der Stadt stehen, weil sie dort inhaftiert waren oder hingerichtet worden, sind im gleichnamigen Artikel zu finden.

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Source : Wikipedia