Bonn

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Geschrieben von c3po 03/03/2009 @ 07:11

Tags : bonn, nordrhein-westfalen, deutschland

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Bonn

Wappen der Stadt Bonn

Die Bundesstadt Bonn ist eine Großstadt mit über 300.000 Einwohnern an beiden Ufern des Rheins im Süden Nordrhein-Westfalens.

Die Stadt kann auf eine mehr als 2000-jährige Geschichte zurückblicken. Sie geht auf germanische und römische Siedlungen zurück. Von 1597 bis 1794 war sie Residenz der Kölner Kurfürsten, 1770 kam Ludwig van Beethoven hier zur Welt. Im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Universität Bonn zu einer der bedeutendsten deutschen Hochschulen. Von 1949 bis 1990 war Bonn Hauptstadt und bis 1999 Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland.

Nach dem Umzug von Parlament und Teilen der Bundesregierung nach Berlin haben heute in der „Bundesstadt“ noch der Bundespräsident seinen zweiten Dienstsitz, sechs Bundesministerien ihren ersten Dienstsitz, die anderen einen Zweitsitz. 16 Organisationen der Vereinten Nationen (UN) und drei DAX-Unternehmen sind in Bonn ansässig.

Am Übergang vom Rheinischen Schiefergebirge zur Niederrheinischen Tiefebene liegt im Südwesten des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen die Bundesstadt Bonn. Auf 141,2 km² dehnt sich die ehemalige Bundeshauptstadt zu beiden Seiten des Rheines aus. Dabei bilden die linksrheinischen Stadtteile etwa drei Viertel der Gesamtfläche.

Im Süden und Westen umschließen die Ausläufer der Eifel mit dem zum Naturpark Rheinland gehörenden Kottenforst die Bundesstadt. Nördlich von Bonn öffnet sich das Rheintal in die Kölner Bucht. Die Sieg stellt im Nordosten die natürliche Grenze dar, das Siebengebirge im Osten und Südosten. Jenseits des Siebengebirges erstreckt sich südöstlich von Bonn der Westerwald.

Verwaltungsmäßig gehört Bonn zum Regierungsbezirk Köln sowie dem Landschaftsverband Rheinland und ist eine kreisfreie Stadt mit dem Kraftfahrzeugkennzeichen „BN“.

Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets in Nord-Süd-Richtung beträgt 15 km, in West-Ost-Richtung hingegen 12,5 km. Die Stadtgrenzen haben eine Länge von 61 km.

Auf der rechten Rheinseite liegt der Ennert, der nördlichste Ausläufer des Siebengebirges, auf Bonner Gebiet. Zu ihm gehört der Paffelsberg, mit 194,8 m die höchste Erhebung im Stadtgebiet. Weitere Berge in diesem Höhenzug sind Holtorfer Hardt, Röckesberg, Rabenlay, Kuckstein und Juffernberg, westlich vorgelagert ist noch der Finkenberg. Auf der linken Flussseite sind die dominierenden Erhebungen Venusberg und Kreuzberg, nach Südwesten steigt das Stadtgebiet zum Kottenforst hin an. Der tiefste Bodenpunkt befindet sich mit 45,6 m über NN auf der Landzunge Kemper Werth in der Nähe der Siegmündung.

Niederkassel, Troisdorf, Sankt Augustin, Königswinter, Bad Honnef, Remagen, Wachtberg, Meckenheim, Alfter und Bornheim.

Bonn ist nach § 3 der Hauptsatzung in vier Stadtbezirke unterteilt, die aus insgesamt 51 Ortsteilen bestehen. Jeder Stadtbezirk hat eine eigene Bezirksvertretung mit einem Bezirksbürgermeister. Daneben besteht die Stadt aus 65 Statistischen Bezirken, die teilweise den Ortsteilen im Namen und der Größe ähnlich sind. Zusätzlich wird Bonn von der städtischen Statistikstelle in neun Stadtteile aufgeteilt.

Großräumig betrachtet gehört Bonn zum atlantisch-maritimen Klimabereich, der sich durch schneearme Winter mit durchschnittlich 56 Frosttagen (niedrigste Temperatur unter 0 °C) und nur 10 Eistagen (Tageshöchsttemperatur unter 0 °C) bei einer durchschnittlichen Januartemperatur von 2,0 °C auszeichnet. Die mittlere Temperatur im Juli liegt bei 18,7 °C, die durchschnittliche Jahrestemperatur bei 10,3 °C. Somit zählt Bonn zu den wärmsten Regionen Deutschlands.

Bezüglich der Niederschläge liegt Bonn im Regenschatten der südlich angrenzenden Mittelgebirgslandschaft. Während die Bundesstadt einen mittleren Jahresniederschlag von nur 669 mm aufweist, liegen die jährlichen Niederschläge in der Eifel bei über 800 mm.

Belastend auf die Menschen wirkt sich die immer hohe relative Luftfeuchtigkeit aus. Mit durchschnittlich 35 schwülen Tagen liegt Bonn weit vor anderen deutschen Städten. Im Volksmund spricht man dabei vom „Bonner Reizklima“. Für die übermäßige Schwüle ist unter anderem die unzureichende Luftbewegung im Talkessel verantwortlich, denn die meist aus dem Westen stammende Frischluft wird durch die nördlichen Ausläufer der Eifelberge „abgebremst“.

Diese Tatsache beeinflusst wiederum die innerstädtische Erwärmung, so dass die Temperaturen innerhalb des Stadtgebietes beispielsweise im Juli durchschnittlich 3 °C bis 5 °C höher liegen als im Umland.

In den Wintermonaten und während der Schneeschmelze tritt der Rhein häufig über seine Ufer. Bei Überschwemmungen sind ganz besonders Straßen und Häuser in den Stadtteilen Mehlem und Beuel bedroht.

1989 feierte Bonn seinen 2000. Geburtstag. Die Stadt erinnerte damit an die Errichtung eines ersten befestigten römischen Lagers am Rhein im Jahr 12 v. Chr, nachdem bereits 38 v. Chr der römische Statthalter Agrippa an der Stelle Ubier angesiedelt hatte. Doch lebten im Bereich des heutigen Stadtgebietes schon sehr viel früher Menschen. Davon zeugen das 14.000 Jahre alte Doppelgrab von Oberkassel und ein Graben und Holzpalisaden, die im Bereich des Venusberges nachgewiesen wurden und aus der Zeit um 4080 v. Chr. stammen.

War in der Zeit vor Christi Geburt die römische Präsenz in Bonna noch bescheiden, so sollte sich das nach der Niederlage der Römer in der Varusschlacht im Jahr 9 n. Chr. ändern. In den folgenden Jahrzehnten wurde hier eine Legion stationiert, die im nördlichen Bereich des heutigen Bonn ein Lager errichtete. Um das Lager herum und südlich davon entlang der heutigen Adenauerallee siedelten Händler und Handwerker in einem vicus.

Mit dem Niedergang des römischen Reiches ging der Niedergang Bonns in der Spätantike und im frühen Mittelalter einher. In fränkischer Zeit und endgültig im 9. und 10. Jahrhundert entwickelte sich im Bereich des Bonner Münsters ein geistliches Zentrum, die Villa Basilika und im Bereich des heutigen Marktes eine Marktsiedlung. 1243 gilt als das Jahr der Verleihung vollständiger Stadtrechte.

Große Bedeutung für die weitere Entwicklung der Stadt hatte der Ausgang der Schlacht bei Worringen im Jahr 1288. Die Kölner Kurfürsten machten Bonn – neben Brühl und Poppelsdorf – zu einem ihrer Wohnsitze und schließlich zu ihrer Residenz. Die von den Kurfürsten im 17. und 18. Jahrhundert erbauten prunkvollen Bauten verliehen der Stadt ihren barocken Glanz. Mit der Besetzung durch französische Truppen endete 1794 diese Epoche.

Nach Napoleons Niederlage fiel 1815 Bonn an Preußen. Die Stadt wurde in den nächsten Jahrzehnten geprägt von der 1818 durch die preußische Regierung neugegründeten Universität. Schon Ende des 18. Jahrhunderts hatte es in Bonn eine Universität gegeben, die aber mit der französischen Besatzung 1794 geschlossen wurde. Die preußische Neugründung schloss nicht an die Hochschule aus kurfürstliche Zeit an, sondern war Teil eines Gründungsprogramms, zu dem auch die Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin gehörte. Der Zusatz „Rheinische“ im Namen der Bonner Hochschule sollte sie als „Schwester“ der Berliner Universität ausweisen; tatsächlich wurde sie in den folgenden 100 Jahren der bevorzugte Studienort der Hohenzollern-Prinzen.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Stadt zunächst von Kanadiern, dann von Briten und schließlich bis 1926 von Franzosen besetzt.

Mehr als 1000 Bonner, insbesondere Bonner jüdischen Glaubens, überlebten die Zeit des Nationalsozialismus nicht, weil sie von den Nazis ermordet wurden. Etwa 8000 Personen mussten ihre Heimatstadt verlassen, wurden verhaftet oder in Konzentrationslager gesperrt. Als am 9. März 1945 mit dem Einmarsch amerikanischer Truppen für Bonn der Zweite Weltkrieg beendet war, waren fast 30 % der Häuser vollständig zerstört und 70% der Gebäude beschädigt. Mehr als 4000 Bonner hatten infolge von Bombenangriffen oder als Soldaten bei Kampfhandlungen ihr Leben gelassen. Am 28. Mai 1945 übernahmen britische Truppen als Besatzungsarmee die Stadt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte die Stadt einen rasanten Auf- und Ausbau, besonders nach der Entscheidung für Bonn als vorläufige Hauptstadt der neuen Bundesrepublik Deutschland statt Frankfurt a. M. am 3. November 1949. Infolge des mit dem Berlin/Bonn-Gesetz verbundenen Wegzugs von Parlament, Teilen der Regierung, einem großen Teil der diplomatischen Vertretungen und vieler Lobbyisten sowie der Privatisierung der Bundespost hat die Stadt zum Jahrtausendwechsel erneut einen Wandel durchgemacht. Die verbliebenen Ministerien, hinzugezogene Bundesbehörden, Verwaltungszentralen großer deutscher Unternehmen, internationale Organisationen und Institutionen der Wissenschaft und der Wissenschaftsverwaltung sind die Träger dieses Strukturwandels, der bisher als erfolgreicher Strukturwandel gewertet wird, aber bis heute andauert.

Das Wappen der Stadt Bonn zeigt in der oberen Hälfte ein schwarzes Kreuz auf silbernem Grund. Es ist das Kurkölnische Kreuz des Kurfürstentums Köln, das auch auf anderen Wappen im ehemaligen Herrschaftsgebiet der Kurfürsten von Köln noch zu finden ist. Es symbolisiert die territoriale und politische Verbundenheit zwischen Bonn und den Kölner Kurfürsten.

Die untere Schildhälfte zeigt einen goldenen Löwen auf rotem Grund. Der Löwe – manchmal auch Leopard oder im Volksmund „steinernes Wölfchen“ genannt – ist ein altes Bonner Gerichtssymbol. Die Skulptur des Löwen stand vom Mittelalter bis zum Ende der kurfürstlichen Zeit auf dem Münsterplatz, wo heute das Denkmal von Ludwig van Beethoven steht. Dieser Platz war Versammlungsort der Bonner Gerichtsgemeinde. Die Skulptur hat heute ihren Platz im Vestibül des Bonner Alten Rathauses gefunden.

Historisch ist Bonn wie das gesamte Rheinland katholisch geprägt. In den vergangenen 75 Jahren hat sich allerdings die Konfessionszugehörigkeit der Bonner Bevölkerung erheblich verändert. Waren 1925 noch mehr als 80 % der Bonner Bevölkerung katholisch, so hat sich bis Ende der 1990er-Jahre der Anteil fast halbiert. Etwa 45 % der Einwohner sind heute katholisch und 25 % evangelisch. Fast ein Drittel der in Bonn wohnenden Menschen gehören einer anderen oder keiner Konfession an. In Bonn leben etwa 22.600 Muslime. Das entspricht etwa 7 % der Einwohner.

Daneben ist Bonn das Zentrum der Altkatholischen Kirche Deutschland - Bonn ist ihr Bischofssitz - und der Griechisch-orthodoxen Metropolie von Deutschland - Bonn ist Sitz des Metropoliten.

Um 1900 war Bonn stark gewachsen. In der Folge wurden am 1. Juni 1904 die Orte Poppelsdorf, Endenich, Kessenich und Dottendorf eingemeindet, mit denen Bonn zusammengewachsen war. Durch die mit dem sogenannten Bonn-Gesetz einhergehende Gebietsreform vom 1. August 1969 wurde die Einwohnerzahl der Stadt etwa verdoppelt und Bonn durch Bildung des Rhein-Sieg-Kreises durch Zusammenlegung des Landkreises Bonn mit dem Siegkreis kreisfreie Stadt.

Die einst selbständigen Städte Bad Godesberg und Beuel wurden eigene Stadtbezirke von Bonn. Der auf der „schäl Sick“ gelegene Stadtbezirk Beuel erhielt zusätzlich die Ortschaften Holzlar, Hoholz und das Amt Oberkassel zugeschlagen, die bis dahin zum Siegkreis gehörten. Bonn selbst wurde um die Orte Ippendorf, Röttgen, Lessenich/Meßdorf und Buschdorf des ehemaligen Landkreises Bonn erweitert, Lengsdorf und Duisdorf bildeten zusammen mit einigen Neubaugebieten den Stadtbezirk Hardtberg.

Die Stadt Bad Godesberg hatte zuvor ihrerseits etliche Orte eingemeindet. Bereits 1899 waren Plittersdorf und Rüngsdorf zu Godesberg gekommen, 1904 kam noch Friesdorf hinzu, womit Bad Godesberg bereits mit Bonn zusammengewachsen war. Im Jahre 1915 war Bad Godesberg nach Südwesten aus dem Tal hinausgewachsen, so dass Muffendorf eingemeindet wurde. Am 1. Juli 1935 schließlich wurden auch Lannesdorf und Mehlem Stadtteile von Bad Godesberg.

Mit mehr als 300.000 Einwohnern gehört Bonn zu den mittleren Großstädten und zu den zehn größten Städten in Nordrhein-Westfalen und ist ein Oberzentrum. Die Einwohnerzahl der Stadt Bonn überschritt 1934 die 100.000-Grenze. Damit wurde sie zur Großstadt. Durch Eingemeindungen wurde die Einwohnerzahl 1969 mehr als verdoppelt. Im Vorfeld des Regierungsumzuges kam es zwischen 1992 und 1995 zu einem leichten Bevölkerungsrückgang, der aber schnell ausgeglichen wurde. Heute gehört Bonn zu den Großstädten in Deutschland mit nach wie vor wachsender Einwohnerzahl – laut Bevölkerungsprognose des Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen wird Bonn im Jahre 2025 schon 341.500 Einwohner haben. Da im Bereich des Stadtgebietes nur noch vergleichsweise wenig bebaubare Flächen vorhanden sind, wird allerdings bezweifelt, dass ein solcher Anstieg der Einwohnerzahlen tatsächlich realisiert werden kann, sodass die Umlandgemeinden das Wachstum aufnehmen müssten.

Sitz der Stadtverwaltung war jahrelang das im 18. Jahrhundert erbaute Rathaus am Markt, bis er aufgrund der 1969 vollzogenen Eingemeindungen 1978 ins Stadthaus in der Nordstadt verlegt wurde. Der Bonner Oberbürgermeister hat seinen offiziellen Sitz aber weiterhin im Rathaus am Markt.

An der Spitze der Stadt Bonn standen im 12. Jahrhundert der Vogt und die zwölf Schöffen des Landesherrn. Seit 1331 sind zwei „burgermeistere“, später auch ein „rat“ bezeugt. In einer Urkunde vom 24. Juli 1550 wurden zum ersten mal die „Zwölfter“ genannt, als „die zwoelf vann der gemeynden“, die eine Kontrollfunktion innehatten. Sie vertraten nicht nur die Zünfte, sondern die ganze Gemeinde. Die Bürgermeister wurden vom Rat gewählt, der Rat von den Zünften und der Zwölfter von den Gemeinden. Im Salentinischen Vertrag von 1569 wurde verordnet, dass die Stadt von zwei Scheffelbürgermeisteren und zwei Ratsbürgermeisteren verwaltet werden soll, von denen jeweils einer als „regierender Bürgermeister“ die Geschäfte führte. Der Rat wurde auf 15 Schöffen vergrößert. Zusammensetzung und Kompetenzen des Rates veränderten sich später mehrmals. In der Zeit der französischen Besetzung seit 1794 wurde für den Bürgermeister die Bezeichnung „Maire“ eingeführt. Nachdem die Franzosen aus der Stadt abgerückt waren, wurde am 25. Februar 1814 die französische Bezeichnung „Maire“ durch den Titel „Oberbürgermeister“ ersetzt. Anton Maria Karl Graf von Belderbusch hatte seit 1804 das Amt des „Maire“ inne und war ab 1814 erster Oberbürgermeister der Stadt. In preußischer Zeit nach 1815 wurde Bonn Sitz eines Landkreises. An der Spitze der Stadt stand seit 1815 ein Oberbürgermeister, weiterhin gab es einen Rat.

Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen von den Bürgern gewählten „Rat der Stadt“. Der wählte aus seiner Mitte den ehrenamtlichen Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt und einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1996 wurde in Nordrhein-Westfalen die Doppelspitze in den Stadtverwaltungen aufgegeben. Der Oberbürgermeister wird nun direkt gewählt. Er ist als hauptamtlicher Oberbürgermeister Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. In der Funktion als Repräsentant der Stadt wird der Oberbürgermeister in Bonn von vier Bürgermeistern vertreten. Die erste Direktwahl 1999 gewann Bärbel Dieckmann in der Stichwahl gegen den CDU-Kandidaten Helmut Stahl, 2004 wurde sie im ersten Wahlgang im Amt bestätigt. Dieckmann wird bei der Wahl 2009 nicht wieder kandidieren.

Dem Bonner Stadtrat gehören 66 Ratsfrauen und Ratsherren an. Die letzte Kommunalwahl fand 2004 statt. Die direkt gewählte Oberbürgermeisterin (Bärbel Dieckmann (SPD)) hat Stimmrecht und leitet die Sitzungen. Die Sitze im Bonner Rat verteilen sich wie folgt: CDU (25 Mitglieder), SPD (18 Mitglieder), Grüne (elf Mitglieder), FDP (sechs Mitglieder), BBB (zwei Mitglieder), Die Linke (ein Mitglied), UWG (ein Mitglied) sowie zwei parteilose Mitglieder. Nachdem der BBB zunächst in Fraktionsstärke (mind. 3 Mitglieder) in den Rat eingezogen war, trat Anfang 2006 ein Mitglied aus der Fraktion unter Beibehaltung seines Mandats aus. Der BBB hat dadurch seinen Fraktionsstatus verloren, so dass dem Rat gegenwärtig sechs fraktionslose Mitglieder angehören.

Bei den Abstimmungen im Rat kam es seit der Neuwahl im September 2004 zu wechselnden Mehrheiten, nachdem Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann erklärt hatte, sie wolle eine „projektbezogene Zusammenarbeit“. Von dieser Absage an eine Koalition rückte die SPD Mitte Dezember 2005 ab. Seitdem fanden zwischen SPD, Grünen und FDP Gespräche über eine Koalition statt. In der Nacht vom 13. auf den 14. Januar 2006 einigten sich Vertreter dieser drei Parteien auf die Bildung einer Bonner Ampelkoalition. Grundlage des Bündnisses war ein „Koalitionsvertrag zur Bildung einer gemeinsamen Koalition für den Rat der Stadt Bonn 2006–2009“.

Nach mehreren Ratssitzungen, in denen die Ampelkoalition unterschiedlich abstimmte oder wichtige Abstimmungen vertagte, beendete die SPD im September 2006 die Koalition. Die Grünen erklärten daraufhin, dass sie nicht mehr für eine Politik der „wechselnden Mehrheiten“, wie sie vor der Ampelkoalition praktiziert wurde, zur Verfügung stehen werden. Seitdem fanden zwischen CDU und SPD Gespräche über eine schwarz-rote Kooperation im Rat statt. Im Januar 2007 einigten sich die beiden Parteien auf gemeinsame Positionen „über die Fortentwicklung der Innenstadt, die Modernisierung der Bonner Bäderlandschaft und die Stärkung der Weiterbildung“, die Grundlage für ihre Entscheidungen im Stadtrat sein sollen.

Neben Städtepartnerschaften pflegt Bonn „Themen-Projektpartnerschaften“. Neben Jugend- und Kulturaustausch besteht teilweise auch ein Erfahrungsaustausch in den Bereichen Ökologie, Stadtentwicklung und Katastrophenprävention. Projektpartnerschaften bestehen zur Zeit mit den Städten Buchara in Usbekistan, Chengdu in China, La Paz in Bolivien, Minsk in Weißrussland, Salzburg in Österreich und Ulaanbaatar in der Mongolei.

Am 26. Oktober 1955 beschloss der damalige Landkreis Bonn die Übernahme der Patenschaft über die ehemalige kreisfreie Stadt Stolp und den ehemaligen Landkreis Stolp. Am 1. Juli 1956 begann die Patenschaft während des Stolper Bundestreffens in der Stadthalle Bad Godesberg. Nach der Neuordnung des Bonner Raumes beschloss am 21. Mai 1970 der Rat der Stadt Bonn dessen Fortführung.

Bonn bildet den Bundestagswahlkreis Bonn (097), derzeitige Abgeordnete aus diesem sind direkt gewählt Ulrich Kelber (SPD), und über die Parteilisten Stephan Eisel (CDU) und Guido Westerwelle (FDP).

Bonn, der Rhein-Sieg-Kreis und der Landkreis Ahrweiler kooperieren insbesondere seit dem Bonn/Berlin-Beschluss von 1991 eng miteinander, auf politischer Ebene durch den Regionalen Arbeitskreis Entwicklung, Planung und Verkehr Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler (:rak). Die etwa eine Million Einwohner umfassende Region wird häufig „Bonn/Rhein-Sieg“ oder „Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler“ genannt. Auch der nördliche Teil des Landkreises Neuwied zählt geographisch zum Raum Bonn. Innerhalb der Region bestehen enge wirtschaftliche Verflechtungen, weshalb sich auch viele in Bonn und den umgebenden Kreisen gemeinsam tätige Verbände gebildet haben.

Am Marktplatz liegt das ab 1737 im Stil des Rokoko erbaute Alte Rathaus, eines der Wahrzeichen der Stadt. In direkter Nachbarschaft des Rathauses befindet sich die ehemalige Hauptresidenz der Kölner Kurfürsten, das Kurfürstliche Schloss – heute das Hauptgebäude der Bonner Universität.

Die Poppelsdorfer Allee, eine Kastanienallee, verbindet das Kurfürstliche Schloss mit dem Poppelsdorfer Schloss, das in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts als Erholungsort der Kurfürsten erbaut wurde. Unterbrochen wird diese Achse durch die Bahnstrecke mit dem Hauptbahnhof, dessen 1883/84 errichtetes Empfangsgebäude heute unter Denkmalschutz steht. Auf dem Bahnhofsvorplatz befindet sich das umstrittene „Bonner Loch“.

Die drei höchsten Bauwerke der Stadt sind der weithin sichtbare Funkmast des WDR auf dem Venusberg (180 m), der Post Tower (162,5 m) und das ehemalige Abgeordnetenhochhaus „Langer Eugen“ (114,7 m). Der Vierungsturm des Bonner Münsters liegt mit 81,4 m auf Platz sieben der höchsten Gebäude.

Bonn verfügt über eine Reihe von Kirchenbauten. Ein Wahrzeichen der Stadt ist das im 11. Jahrhundert erbaute Bonner Münster. Zu den ältesten Kirchenbauten in Bonn gehört die Doppelkirche in Schwarzrheindorf. In der Remigiuskirche in der Brüdergasse, der früheren Brüderkirche, befindet sich das Becken, in dem Beethoven getauft wurde. Die Namen-Jesu-Kirche in der Bonngasse wurde im Stil der sogenannten „Jesuiten-Gotik“ errichtet. Oberhalb von Poppelsdorf, am Platz einer vorchristlichen Kultstätte und eines christlichen Wallfahrtsorts, erbaute Christoph Wamser 1627/28 die Kreuzbergkirche. Erzbischof und Kurfürst Clemens August ließ die Kirche in der Mitte des 18. Jahrhunderts von Balthasar Neumann durch den Anbau der „Heiligen Stiege“ erweitern. Die 1957 wieder geweihte Altkatholische Kirche St. Cyprian befindet sich in der Adenauerallee.

Zahlreiche Prominentengräber und Grab- und Denkmäler bedeutender Bildhauer machen den Alten Friedhof zu einem der berühmtesten Friedhöfe in Deutschland. Dort befindet sich zum Beispiel das Grab von Beethovens Mutter und das Denkmal für Robert und Clara Schumann. Im 19. Jahrhundert wurde die Georgskapelle auf den Friedhof transloziert. Sie gehörte seit dem 13. Jahrhundert zu den Gebäuden der Kommende Ramersdorf. Ebenfalls eine Vielzahl an architektonisch interessanten Grabmälern und Prominentengrabstätten findet sich auf dem Poppelsdorfer Friedhof.

Zwischen dem Kurfürstlichen Schloss und dem Rhein liegt der „Alte Zoll“, eine Bastion des ehemaligen Festungsrings. Das Sterntor, das ursprünglich an der Mündung der Sternstraße auf den Friedensplatz stand, wurde wegen des Baus der Straßenbahn durch die Sternstraße um 1900 abgebaut und in stark abgewandelter Form unter Einbeziehung eines Rests der Stadtmauer einige Meter versetzt am Bottlerplatz wieder aufgebaut.

Oberhalb von Bad Godesberg liegt die Ruine der vermutlich in ihrem Ursprung zuerst als Fluchtburg von den Franken erbaute Godesburg. Das Godesberger Rathaus besteht aus sechs verbundenen Gebäuden, die 1790 bis 1792 durch Kurfürst Max Franz als Logierhäuser für Kurgäste erbaut wurden. Das 1790 bis 1830 erbaute ehemalige kurfürstliche Kammertheater „Haus an der Redoute“ ist heute Außenstelle des Kunstmuseums.

Die Hauptverwaltung der Deutschen Post befindet sich im Post Tower, dem höchsten Bürogebäude in Nordrhein-Westfalen. Das Gebäude steht in direkter Nachbarschaft zum ehemaligen Abgeordnetenhochhaus und Wahrzeichen der damaligen Bundeshauptstadt, dem „Langen Eugen“, der heute durch die Vereinten Nationen genutzt wird. Zwischen den beiden Hochhäusern befindet sich der Schürmann-Bau, die Zentrale der Deutschen Welle. Dieses ursprünglich als Abgeordnetenbüro geplante Gebäude wurde während der Bauphase durch das Rheinhochwasser 1993 schwer beschädigt. Das Bundeshaus war ursprünglich eine pädagogische Akademie, die ab 1948 vom Parlamentarischen Rat und später von Bundestag und Bundesrat genutzt wurde. Ende der 1980er-Jahre wurde der Plenarsaal durch einen Neubau ersetzt. Seit dem Parlamentsumzug wird es heute als World Conference Center Bonn (WCCB) genutzt. Ein weiterer Teil des WCCB ist das historische Wasserwerk, dessen Pumpenhaus während des Umbaus des Bundeshauses von 1986 bis 1992 als Plenarsaal des Bundestags genutzt wurde. An der Grenze der Stadtbezirke Bonn und Bad Godesberg befindet sich die Kreuzung A562/B9, die zu besonderen Anlässen mit den 191 Flaggen der UN-Staaten beflaggt ist.

Auf der rechten Rheinseite sind auf dem Gelände der ehemaligen Oberkasseler Zementfabrik moderne Bürogebäude entstanden, in die der Bonner Architekt Karl-Heinz Schommer denkmalgeschützte Teile der Fabrikanlage integriert hat. Eine weitere umgenutzte alte Industrieanlage ist die Auermühle in Graurheindorf.

Bonn verfügt über eine große Zahl bedeutender Museen. Die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland („Bundeskunsthalle“) (erbaut 1986 bis 1992 vom Wiener Architekten Gustav Peichl) und das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland gehören seit ihrer Eröffnung zu den zehn meistbesuchten Museen Deutschlands – sie locken jedes Jahr jeweils über 500.000 Besucher an, bei einzelnen Wechselausstellungen übertrifft die Bundeskunsthalle diese Zahl sogar deutlich. Beide Museen entstanden Anfang der 1990er-Jahre gemeinsam mit dem städtischen Kunstmuseum Bonn und bilden zusammen mit der 1995 eröffneten und sich auf deutsche Forschung und Technik seit 1945 konzentrierenden Bonner Zweigstelle des Deutschen Museums im Wissenschaftszentrum, der ifa-Galerie und dem traditionsreichen Museum Koenig die Museumsmeile.

In Geburts-, Wohn - und Sterbehäusern bekannter Persönlichkeiten wurden Museen eingerichtet. Das gilt für das Beethoven-Haus, für das August-Macke-Haus, das Ernst-Moritz-Arndt-Haus und das Robert-Schumann-Haus. In den Boden der Bonngasse, in der sich das Beethoven-Haus befindet, sind seit 2005 die Porträts von Persönlichkeiten eingelassen, deren Lebensläufe eng mit der Stadt verbunden sind. Im Beethoven-Haus befindet sich weiterhin als Weltdokumentenerbe ein Teil des Autographen der Symphonie Nr. 9, d-Moll, op. 125 von Ludwig van Beethoven.

Die Universität verfügt über zahlreiche Museen und Sammlungen. Bekannt sind vor allem das Ägyptische Museum, eine Sammlung mit circa 3000 Originalobjekten, das Akademischen Kunstmuseum, das die archäologische Sammlung der Universität beherbergt, und das Arithmeum, eine umfangreiche Sammlung von Rechenmaschinen. Auch der Botanische Garten, der unter anderem in den Jahren 2003 bis 2005 die größte Blume der Welt, den Titanenwurz, pflegte und zeigte, gehört zur Universität. Weiterhin zu nennen sind das Goldfuß-Museum, eine Schausammlung von Fossilien, das Mineralogische Museum, eine Edelstein - und Meteoritensammlung, und schließlich das Horst-Stoeckel-Museum, das die Geschichte der Anästhesiologie von der Entdeckung der Äthernarkose im Jahre 1846 bis zur Gegenwart darstellt.

Mittlerweile mehr als 20 Jahre alt ist das 1981 gegründete Frauenmuseum. Weltweit war es die erste Institution gleichen Namens oder vergleichbarer Zielsetzung. Heute kann das Frauenmuseum auf über 400 Ausstellungen zurückschauen und ist mit seinen umfangreichen Begleitprogrammen zu einer auch international anerkannten Institution geworden.

Das zwischen 1995 und 2003 komplett umgebaute Rheinische Landesmuseum zeigt bedeutende archäologische Denkmäler zur Kulturgeschichte des Rheinlandes und besitzt eine weniger bedeutende Sammlung zeitgenössischer Kunst aus der Region.

In der an der Poppelsdorfer Allee gelegenen Volkssternwarte Bonn werden regelmäßig öffentliche Beobachtungen des Sternhimmels und der Sonne durchgeführt.

Auf Initiative und unter Leitung der Bertolt-Brecht-Gesamtschule wurde mit Hilfe des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Bonn und weiteren Sponsoren in zweijähriger Arbeit im September 2002 entlang des Rheins der Bonner Planetenlehrpfad im Maßstab von 1:1 Mrd. eröffnet. Die Sonne (Durchmesser 1,40 m) ist Startpunkt des 5946 m langen Lehrpfades und steht unterhalb des Wasserwerks. In relativ kurzen Abständen zwischen 50 m und 100 m stehen Merkur, Venus, Erde und Mars. Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun folgen mit Abständen zwischen 700 m und 1,5 km. Pluto schließt den Weg am nördlichen Ende des Bonner Hafens in Graurheindorf ab. An jedem Planetenstandort sind auf Informationstafeln der Name, eine maßstabsgetreue Halbkugel, das Symbol, Durchmesser sowie alle Informationen in Brailleschrift hinterlegt.

In der Franziskanerstraße 9 befindet sich die Gedenkstätte für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus – An der Synagoge e. V. Die informative Dauerausstellung wurde 2005 grundlegend überarbeitet und ergänzt. Sie dokumentiert Verfolgung, Leid und Ermordung der Bonner Opfer des Nationalsozialismus. Zur Gedenkstätte gehören eine Präsenzbibliothek, eine Mediothek mit Zeitzeugengesprächen sowie ein umfangreiches Archiv.

Im gesamten Bereich der Stadt gibt es eine Fülle von Kunstwerken zeitgenössischer deutscher und internationaler Künstler. Dazu gehören Victor Vasarely mit seiner Fassadengestaltung des Juridicums, Henry Moores „Large Two Forms“ vor dem ehemaligen Bundeskanzleramt, dem heutigen Bundesministerium für Entwicklung, und Eduardo Chillida mit „De Musica IV“ vor dem Münster. Das jüngste Kunstwerk – „Standortmitte“ – stammt von Lutz Fritsch. Die Stele hat ihren Platz auf dem Rondell des Verteilerkreises.

Begünstigt wurde diese Fülle von Kunstwerken durch die Bautätigkeit der öffentlichen Hand im Zusammenhang mit dem Ausbau Bonns zur Hauptstadt. Arbeiten, die im Zusammenhang mit der „Kunst am Bau“-Regelung entstanden sind, aber auch Skulpturen vor öffentlichen Einrichtungen wie der Universität und den Museen und nicht zuletzt Spenden privater Mäzene machen es möglich, dass ein Besucher beim Gang durch die Stadt auch einen Gang durch die Geschichte der bildenden Kunst der letzten 50 bis 60 Jahre unternehmen kann.

Denkmäler zu Ehren einzelner Personen beschreibt die Liste der Personen-Denkmäler in Bonn.

Für die Bundesgartenschau 1979 wurden die Rheinwiesen und landwirtschaftlich genutzten Flächen südlich des damaligen Regierungsviertels in einen 160 ha großen Landschaftspark, die Rheinaue, umgestaltet. Heute dient sie als Naherholungsgebiet und wird für Großveranstaltungen wie Freiluftkonzerte, Feste und Flohmärkte genutzt.

Daneben gibt es in der Stadt einige kleinere Parkanlagen, deren größte der Kurpark in Bad Godesberg ist. Er wurde ursprünglich für den Kurbetrieb angelegt und beherbergt einige seltene Pflanzenarten. Für Bonn-Oberkassel ist das aus Privatbesitz hervorgegangene Arboretum Park Härle erwähnenswert.

Die Rheinaue, das Arboretum, der Alte Friedhof und die Botanischen Gärten wurden als besonders beispielhaft in die Straße der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas aufgenommen.

Die größte Freifläche innerhalb Bonns ist das Meßdorfer Feld zwischen Endenich, Dransdorf, Lessenich und Duisdorf. Es hat als Freifläche in Windrichtung Bedeutung für das Klima der Bonner Innenstadt und ist die einzige landwirtschaftlich genutzte Fläche im Stadtgebiet.

Weitere Erholungsgebiete sind der westlich und südlich von Bonn gelegene Kottenforst im Naturpark Rheinland mit der Waldau und das südöstlich von Bonn gelegene Siebengebirge. In beiden Naturparks laden weitläufige Wanderwege mit attraktiven Aussichten auf die Stadt zu Wanderungen ein. Der Fernwanderweg Rheinsteig beginnt in Bonn und durchquert im weiteren Verlauf das Siebengebirge.

Im Norden des rechtsrheinischen Bezirks Beuel grenzt Bonn an die Mündung der Sieg in den Rhein und das umgebende „Naturschutzgebiet Siegaue“, das als eine der letzten naturbelassenen Rheinmündungen Schutzstatus nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie genießt.

In Bonn gibt es insgesamt 47 Bäche, die meisten davon münden in den Rhein.

Das „Beethoven Orchester Bonn“ veranstaltet regelmäßig Konzerte in der Beethovenhalle und kommt auch in der Oper zum Einsatz. Es wurde 1897 als „Philharmonisches Orchester Koblenz“ gegründet und 1907 von der Stadt Bonn als „Städtisches Orchester Bonn“ übernommen.

Neben dem städtischen Theater Bonn mit der Oper Bonn, Schauspiel und Choreografischem Theater gibt es diverse kleinere Privattheater in Bonn. Dazu gehören das in der Innenstadt gelegene Contra-Kreis-Theater, das „Euro Theater Central“, das in Beuel gelegene Junge Theater Bonn, das „Theater DIE RABEN“, das „Kleine Theater Bad Godesberg“, das Theater „Die Pathologie“ in der Südstadt und die Bonn University Shakespeare Company.

Im Sommer finden Konzerte mit deutschen und internationalen Künstlern auf dem Museumsplatz an der Bundeskunsthalle als Freiluftkonzerte unter einem Zeltdach statt, kleinere Auftritte in der Bad Godesberger Klangstation und der Endenicher Harmonie. Mit dem Open-Air-Festival Rheinkultur verfügt das Kulturangebot der Stadt über eines der wichtigsten Festivals Deutschlands, auf dem praktisch alle modernen Stilrichtungen vertreten sind.

Das traditionsreiche Kino „Metropol“ am Marktplatz wurde im März 2006 geschlossen, nachdem das Gebäude Ende 2005 in die Hand eines neuen Besitzers gewechselt ist. Nicht erst seitdem gibt es in Bonn eine scharf geführte Auseinandersetzung um Abriss, Umnutzung oder Weiternutzung der denkmalgeschützten Spielstätte. Die ebenfalls am Markt gelegenen „Stern Lichtspiele“ werden von CineStar betrieben. In dem 1956 am Bertha-von-Suttner-Platz erbauten Gebäude der „Universum-Lichtspiele“ ist seit 1998 das „Woki“ ansässig. Im Zentrum von Bad Godesberg befindet sich das Multiplex-Kino „Kinopolis“. In Bonn gibt es drei Programmkinos: das 1952 in Endenich eröffnete „Rex Lichtspieltheater“ (das unter Denkmalschutz steht), die 1933 in Beuel erbaute „Neue Filmbühne“ und die im Kulturzentrum „Brotfabrik Bonn“ gelegene „Bonner Kinemathek“.

Das „Beethovenfest“ ist ein jährlich im Herbst stattfindendes fast vierwöchiges Musikfestival mit über 50 Konzerten in Bonn und der Umgebung. 2005 wurde zum ersten Mal der Beethoven Competition durchgeführt, ein Wettbewerb für junge Pianisten aus der ganzen Welt. Im Arkadenhof der Universität werden jedes Jahr im Sommer während der Internationalen Stummfilmtage restaurierte Stummfilme gezeigt. Auf dem Münsterplatz findet seit 2005 jährlich im Herbst die Wasserorgel-Veranstaltung Klangwelle Bonn statt.

In der Rheinaue findet an jedem dritten Samstag im Monat von April bis Oktober der „Große Rheinauen“-Flohmarkt statt. Jährliche Veranstaltungen in der Rheinaue sind das Großfeuerwerk „Rhein in Flammen“ am ersten Mai-Wochenende, das „Umsonst und draußen“-Musikfestival „Rheinkultur“ am ersten Juli-Wochenende sowie die „Bierbörse“ am letzten Wochenende im Juli und das „Internationale Begegnungsfest“ im Herbst.

Der größte jährliche Jahrmarkt in Bonn, Pützchens Markt, findet jedes Jahr am zweiten Wochenende im September in Beuel statt.

Der Bonn-Marathon ist ein Marathonlauf, der jährlich durch das Stadtgebiet führt.

Bonn zählt zu den rheinischen Karnevalshochburgen, wenngleich es immer etwas im Schatten des größeren Kölner Karnevals stand. Im Beueler Rathaus übernimmt an Weiberfastnacht die Wäscherprinzessin die Regentschaft. Das Alte Rathaus in Bonn wird seit Beginn des 20. Jahrhunderts am Karnevalssonntag von den Stadtsoldaten in historischen Uniformen belagert und erobert. Die größte Karnevalssitzung ist die „Alternative Karnevalssitzung“ Pink Punk Pantheon mit alljährlich über 10.000 Besuchern.

Der Bonner Dialekt ist das ripuarische Bönnsch, das sich vom eng verwandten Kölsch neben einigen Vokabeln durch den ausgeprägteren „Singsang“ und die gemächlichere Sprechgeschwindigkeit unterscheidet. Im Gegensatz zum selbstbewussten Köln der Handwerker war es in „vornehmen“ Kreisen der Residenz- und Universitätsstadt Bonn jedoch verpönt, Dialekt zu sprechen, daher ist das Bönnsch im Alltagsleben nicht mehr so präsent wie das Kölsch in Köln. Der hohe Anteil Zugezogener („Immis“) tat sein übriges. Bekannt für seine Behandlung des bönnschen Dialekts ist der Kabarettist Konrad Beikircher, der zwar nicht in Bonn, sondern in Südtirol geboren wurde, aber seit seiner Studienzeit in Bonn lebt.

Der bekannteste Sportverein in Bonn ist der Basketball-Bundesligist „Telekom Baskets Bonn“. Die früher erfolgreiche Fußball-Mannschaft des „Bonner Sport-Club“ spielt nach dem Zweitliga-Lizenzentzug 1977 seit Jahren nur noch in der Oberliga Nordrhein (seit 2008 NRW-Liga). Bonn ist die größte deutsche Stadt, aus der noch nie ein Verein in der Fußball-Bundesliga spielte.

Weitere Sportvereine sind der „1. Badminton Club Beuel“ (Deutscher Badminton-Meister 1981, 1982 und 2005), der Damen-Basketball-Bundesligist „BG Rentrop Bonn“, der „Bonner Tennis- und Hockey Verein“ (Hockey-Regionalligist, Tennis-Oberligist), der „Hockey- und Tennis Club Schwarz-Weiß Bonn“ sowie Bonns größter Sportverein, die „Schwimm- und Sportfreunde Bonn 1905 – SSF Bonn“. Bester Bonner Handballverein ist der TSV Bonn, der in der Verbandsliga Mittelrhein spielt.

Über das Stadtgebiet verteilt sind über 100 städtische Turn- und Sporthallen. Davon sind 81 Einfach-Turnhallen, neun Großturnhallen, neun Dreifachhallen und eine Vierfach-Halle. Des Weiteren gibt es 24 Gymnastikräume und 46 Freiluftsportplätze, darunter 13 Rasenplätze. Außerhalb der städtischen Verfügung stehen 25 privat geführte Sport- und Turnhallen. Die Telekom Baskets tragen ihre Spiele derzeit in der Hardtberghalle aus, werden aber bis Anfang 2008 in die im Bau befindliche „Basketshalle“ im Stadtbezirk Hardtberg umziehen. Dann wird der Basketball-Verein der erste mit einer eigenen Halle sein. Das Heimatstadion des Bonner SC ist im Sportpark Nord.

Die direkte Nähe des Rheins zeigt sich in mehreren Rudervereinen und vier Ruder-AGs der Bonner Schulen, welche sich in der AG-Bonner-Schülerrudervereine (kurz: AGBS) organisieren. Mit der Eurega hat Bonn eine weit über die Bonner Grenzen hinaus bekannte Ruderregatta, die jährlich am ersten Wochenende im Mai durch den Bonner Ruder Verein ausgerichtet wird.

Das Schwimmstättenangebot in Bonn umfasst vier Schwimmhallen, fünf Freibäder, davon eines im Sommer 2008 außer Betrieb, und ein kombiniertes Hallen-/Freibad. Außerdem wurde den „Schwimm- und Sportfreunden Bonn“ ein schwimmsportliches Trainingszentrum im Sportpark Nord überlassen.

Politiker und Studenten sind es, die die Bonner Gastronomie-Szene ganz besonders prägen. Während die studentischen Kneipen und Szene-Treffs – somit das recht überschaubare Bonner Nachtleben – sich in der Bonner Altstadt konzentrieren, teilweise auch in der Südstadt, sind die eher feinen Speiselokalitäten für Gutbetuchte über das ganze Stadtgebiet verstreut – mit einer ausgeprägt starken Präsenz an beiden Ufern des Rheines. Den Blick auf das Siebengebirge während des Mittag- oder Abendessens lassen sich viele Wirte teuer bezahlen. Doch es gibt diesen Blick, besonders im Sommer auf Terrassenplätzen, auch für die Besitzer schmalerer Geldbörsen.

Das Angebot von Kneipen und Restaurants zwischen Mehlem im Bonner Süden und Schwarzrheindorf im Norden differenziert nicht nur hinsichtlich der Preise, sondern auch hinsichtlich der Atmosphäre. Wer Rheinromantik erleben möchte, unter Linden, unter denen schon Heinrich Heine und Karl Schurz auf der einen und Kaiser Friedrich III und Königin Victoria auf der anderen Seite getafelt haben, der sollte sich auf den Weg nach Bad Godesberg machen, genauer nach Plittersdorf zum „Schaumburger Hof“. Wer demgegenüber eher modernes Styling bevorzugt, ohne dabei den Blick auf den Rhein zu missen, der kann auf der Terrasse des Restaurants „Rohmühle“ in einem der erhaltenen alten Gebäude der ehemaligen Zementfabrik einen Kaffee oder an der Bar einen Cocktail trinken. Vergeblich wird der Besucher auf den Karten dort oder in anderen Lokalen „Bönnsch“ suchen. Diese Bonner Spezialität gibt es nur im gleichnamigen Brauhaus in der Innenstadt, direkt in der Nähe des Friedensplatzes.

Seit 1775 gibt es in Bonn Freimaurerlogen. Ihnen gehörten unter anderem auch lokale Prominenz an, wie Karl Otto Freiherr von Gymnich, Anton von Belderbusch oder Nikolaus Simrock. Zweimal wurden die Bonner Logen zwangsweise aufgelöst, von 1814 bis 1840 durch den preußischen Kreisdirektor und Freimaurer-Gegner Rehfues und 1935 bis 1945 durch die NSDAP. Die Loge Beethoven zur ewigen Harmonie ist eine der wenigen deutschen Logen, die sich der Zwangsauflösung widersetzte und heimlich in einem Privathaus weiter arbeitete. Zur Zeit gibt es in Bonn sechs Freimaurerlogen aus den verschiedenen regulären Großlogen. Es existiert außerdem noch eine Loge für Frauen und Männer unter dem Grand Orient de Luxembourg.

Der nach Konrad Adenauer benannte Flughafen Köln/Bonn liegt circa 15 Kilometer nordöstlich der Stadt und ist über die A 59, eine Schnellbuslinie und die rechtsrheinische Bahnstrecke mit Bonn verbunden. Eine weitere Anbindung an den Luftverkehr existiert durch den Flugplatz Bonn-Hangelar, der in Sankt Augustin unmittelbar an der Grenze zum Stadtbezirk Beuel liegt. Der Flugplatz wird vorwiegend von Geschäftsreisenden und Sportfliegern genutzt.

Der Bonner Hauptbahnhof ist Fernverkehrshalt der Deutschen Bahn an der Linken Rheinstrecke Köln–Bonn–Koblenz (Kursbuchstrecke 470), der Bahnhof Siegburg/Bonn an der ICE-Strecke Köln–Rhein/Main (Kursbuchstrecke 472) ist von der Bonner Innenstadt mit der Stadtbahnlinie 66 in 20 bis 30 Minuten zu erreichen. An den Bonner Bahnstrecken sind insgesamt 14 niveaugleiche Bahnübergänge vorhanden.

Für die nächsten Jahre ist ein Ausbau des Schienennetzes in Bonn vorgesehen. So soll 2009 mit dem Bau der S-Bahnlinie 13 begonnen werden, die bisher Köln und Troisdorf über die 2004 eröffnete „Flughafenschleife“ in dichtem Takt an den Köln/Bonner Flughafen anbindet. Mit der Verlängerung durch das rechtsrheinische Bonn bis Oberkassel soll sie auch für Bonn diese Funktion übernehmen. Das 250 Millionen Euro teure Projekt der im 20-Minuten-Takt verkehrenden Bahn soll voraussichtlich 2011 vollendet werden und geht mit dem Neubau von zwei S-Bahnhöfen einher. Für später ist geplant, eine Direktanbindung des Flughafens über die Südbrücke auch an das linksrheinische Bonn mit dem Hauptbahnhof zu schaffen.

Des Weiteren ist ab 2007 ein Ausbau der Voreifelbahn auf durchgängig zwei Gleise vorgesehen, der ebenfalls den Neubau von zwei Bahnhöfen zur Folge haben wird. Ziel ist neben der besseren Erschließung durch den Neubau der Bahnhöfe ein dichterer Takt auf der stark nachgefragten Linie. Darüber hinaus soll 2009 ein Bahnhof Bundesviertel an der Museumsmeile entstehen, um diesen Arbeitsplatzschwerpunkt besser zu erschließen.

Im Straßenpersonennahverkehr besitzt Bonn ein Stadtbahn-/Straßenbahnnetz mit etwa sechs Linien (je nach Zählweise), das mit der Einweihung der U-Straßenbahn im Frühjahr 1975 stark gewachsen ist, und tagsüber im 10-Minuten-Takt bedient wird, die abendlichen Taktzeiten wurden 2002 stark ausgedünnt. Neben innerstädtischen Verbindungen bedient die Stadtbahn Bonn auch Siegburg, Sankt Augustin, Königswinter und Bad Honnef. Zwei Linien verkehren auf Eisenbahnstrecken der ehemaligen Köln-Bonner Eisenbahnen (KBE) nach Köln über Brühl, Hürth, Bornheim und Wesseling im 20-Minuten-Takt. Da das Stadtbahnnetz insbesondere im Bonner Westen noch große Lücken aufweist, ist eine neue Strecke vom Hauptbahnhof zum Stadtbezirk Hardtberg geplant.

Bonn verfügt ebenfalls über ein sehr dichtes Stadtbusnetz mit etwa 30 Linien, das weitestgehend im 20-Minuten-Takt bedient wird. Teilweise entstehen durch Linienbündelung Taktzeiten von fünf Minuten. Der Spätverkehr wurde 2002 auf Beschluss der Ratsmehrheit stark ausgedünnt. Im Zuge des neuen Busnetzes wurde der Spätverkehr Ende 2008 bis zum Beginn des Nachtverkehrs wieder gestärkt. Daneben existiert ein Nachtbusnetz mit neun Linien, die stündlich untereinander Anschlüsse herstellen. Das Nachtbus-Netz wird zum Teil durch Sponsoring finanziert, d.h. jede Sponsorlinie trägt den Namen eines Sponsors, der Bus (tagsüber im normalen Linienverkehr) trägt passende Ganzreklame.

Bonn ist über die Bundesautobahnen A 59, A 555, A 562, und A 565 sowie die Bundesstraßen B 9, B 42 und B 56 an das Fernstraßennetz angebunden.

Da das Stadtgebiet vom Rhein durchtrennt wird, haben die drei Rheinbrücken der A 562 (Südbrücke, „Konrad Adenauer-Brücke“), A 565 (Nordbrücke, „Friedrich Ebert-Brücke“) und B 56 (Kennedybrücke) sowie die Rheinfähren Mehlem–Königswinter, Bad Godesberg–Niederdollendorf und Graurheindorf–Mondorf besondere Bedeutung für den innerstädtischen Verkehr. Dasselbe gilt für die Bahnunterführungen und die Viktoriabrücke, die Norden und Süden des linksrheinischen Stadtgebietes verbinden.

Das Radwegenetz der Stadt Bonn wurde zwischen 1994 und 1999 stark ausgebaut, einige Radwege wurden jedoch inzwischen wieder zurückgebaut. Bonn ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen.

Im Norden, im Ortsteil Graurheindorf, liegt der Binnenhafen der Stadt Bonn. Vorher war er am „Alten Zoll“ beheimatet, in der Nähe der Kennedybrücke. Nachdem dieser Platz für die Umschlagskapazitäten nicht mehr ausreichte, wurde er in den 1920er-Jahren an einen damals noch siedlungsfreien Standort verlegt. Vorgesehen war damit auch die Schaffung einer größeren Industrieansiedlung sowie eines Hafenbeckens. Beides wurde nicht umgesetzt. Bis in die 1960er-Jahre war der Hafen mit der Hafeneisenbahn an das Schienennetz der KBE angebunden. Mittlerweile ist der Hafen Bonn vom Ortsteil Graurheindorf landseitig komplett umschlossen. An diesem Stromhafen werden heute überwiegend Container für den Überseetransport umgeschlagen. Die Jahresumschlagsleistung liegt über alle Güter bei circa 0,5 Mio. t.

Personenschifffahrt wird von Bonn aus von den Flotten der Köln-Düsseldorfer und der Bonner Personen Schiffahrt betrieben, zu letzterer gehört das auffällige walförmige Schiff Moby Dick.

Die Infrastruktur der Versorgungsnetze (Wasser, Gas, Strom, Kabel) ist insgesamt deutlich langsamer gewachsen als das Stadtgebiet. So wird Bad Godesberg im Gegensatz zu den anderen Stadtbezirken erst seit 1986 mit Wasser aus der Wahnbachtalsperre versorgt; die Stromlieferung liegt bis heute nicht im Versorgungsbereich der Bonner Stadtwerke. Zudem hat der Stadtbezirk noch eine eigene Kläranlage.

In den letzten 15 Jahren sind umfangreiche Investitionen in die Abwasserbeseitigung erfolgt. Alle Kläranlagen wurden für über 200 Millionen Euro modernisiert und ausgebaut.

Nachdem Bonn Bundeshauptstadt geworden war, wurde das Stromversorgungsnetz zum Ring- und Maschennetz umgebaut. Die gewachsenen Strukturen dieser Netze gewährleisten eine höhere Ausfallsicherheit als vergleichbare in anderen Städten.

Von Mitte 1991, dem Zeitpunkt des Bonn/Berlin-Beschlusses des Bundestages, bis Mitte 2002 ist die Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer in der Stadt Bonn um annähernd 11.400 Personen und somit 8,5 % auf 145.558 angestiegen. Für 2003 gibt die Stadt noch einmal einen Zuwachs um 3118 Arbeitsplätze auf dann 149.016 an. Umzugsbedingte Arbeitsplatzverluste konnten also ähnlich wie im benachbarten Rhein-Sieg-Kreis ausgeglichen und neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

In den meisten Städterankings zur zukünftigen Entwicklung belegen Bonn und die Region Plätze mindestens im oberen Drittel. Dass die Region ein prosperierender Wirtschaftsstandort ist, zeigt sich auch daran, dass die Einwohnerentwicklung in der Vergangenheit stark positiv war, für die Stadt Bonn wird sogar ein weiteres Ansteigen des Bevölkerungswachstums prognostiziert.

Ermöglicht wurde die positive Entwicklung unter anderem durch die Ausgleichszahlungen des Bundes an die Region, die sich insgesamt auf etwa 1,4 Milliarden Euro belaufen. Gefördert wurden im Speziellen Wissenschaftsprojekte und Baumaßnahmen. Zudem zogen zahlreiche Bundesbehörden nach Bonn um, außerdem siedelten sich in der Bundesstadt viele internationale Institutionen und Nicht-Regierungsorganisationen an, unter anderem auch zwölf der Vereinten Nationen. Auch die Konzentration der Deutschen Post und Deutschen Telekom in Bonn trug dazu bei. Große Erwartungen gibt es an das erweiterte Internationale Kongresszentrum Bundeshaus Bonn, das nach Angaben des Investors das größte seiner Art in Deutschland werden soll und die Anzahl der Kongressteilnehmer in Bonn vervielfachen wird.

Gewonnen haben in Bonn vor allem die Dienstleistungen (ohne Öffentliche Verwaltung) mit einem Zuwachs von 27,1 %, also circa 22.400 Beschäftigten, von Juni 1991 bis Juni 2002. Mit 105.171 Beschäftigten und einem Anteil von 72,3 % an allen Beschäftigten hat dieser zukunftsträchtige Bereich seine dominierende Stellung in Bonn ausgebaut. Dagegen hat die öffentliche Verwaltung in diesem Zeitraum fast ein Drittel ihrer Beschäftigten verloren.

Wirtschaftsforschungsinstitute gehen davon aus, dass in Bonn auch in den nächsten Jahren die Zahl der Arbeitsplätze weiter steigt.

Der Tourismus in Bonn wurde während der Zeit als Regierungssitz überwiegend durch Polittourismus geprägt. Seit den 1990er-Jahren weist dieser Wirtschaftszweig hohe Wachstumsraten auf, so sind die Zahl der Übernachtungen seit 1993 um 40 % und die Ankünfte von Besuchern um 58 % gestiegen. Entscheidend für den Zuwachs ist unter anderem, dass sich der Fremdenverkehr und die dort tätigen Betriebe an die neuen Gegebenheiten – im Speziellen den Regierungsumzug – angepasst haben. Der Erfolg des Bonner Tourismus wird heute neben der landschaftlich günstigen Lage an Rhein und Siebengebirge auch wesentlich durch den Anstieg des Passagieraufkommens am Flughafen und das Kongresswesen begründet. So entfielen von den 1,16 Millionen Hotelübernachtungen im Jahr 2005 mit 300.000 über ein Viertel auf Kongressbesucher.

Die Anzahl der Tagestouristen liegt mit 9 Millionen noch wesentlich höher. Insgesamt werden durch die Touristen 176 Millionen Euro jährlich in Bonn ausgegeben. In Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis sind – mit steigender Tendenz – 10.475 Personen im Tourismus beschäftigt. Durch die Eröffnung des neuen Kongresszentrums im Bundesviertel (WCCB) wird ab 2009 ein weiterer Schub erwartet. Nach einer Studie werden dadurch sowohl 200.000 zusätzliche Übernachtungsgäste als auch 200.000 Teilnehmer von Tageskongressen in die Bundesstadt kommen.

Bonn hat seit Jahren eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten in Nordrhein-Westfalen. Im Oktober 2006 betrug sie 7,7 %. Ein großer Teil der in Bonn Beschäftigten kommt als Pendler aus dem umliegenden Rhein-Sieg-Kreis. Täglich fahren 80.000 Menschen nach Bonn zur Arbeit, während 30.000 Bonner außerhalb der Stadtgrenze ihrer Beschäftigung nachgehen. Damit hat Bonn nach Köln und Düsseldorf den dritthöchsten Pendlerüberschuss in Nordrhein-Westfalen.

Geprägt wird der Arbeitsmarkt der Region unter anderem von den zahlreichen Bundesministerien und -behörden verbunden mit mehreren Bundesverbänden und -organisationen – der Bund ist der größte Arbeitgeber in der Region – sowie den Schwergewichten Deutsche Post und Deutsche Telekom mit ihren Tochterunternehmen. Neben den Arbeitsplätzen im Bereich der Funktionen „Bundesstadt“ und „UN-Stadt“ mit den internationalen Organisationen gibt es in Bonn vergleichsweise viele im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie sowie der Wissenschaft mit mehreren Forschungseinrichtungen.

Bonn liegt nach München und Düsseldorf an dritter Stelle der sogenannten „Börsenliga“, gemessen am Börsenwert der dort vertretenen Unternehmen. Bei der Anzahl der im DAX vertretenen Unternehmen steht Bonn mit drei in diesem Index notierten Unternehmen ebenfalls an dritter Stelle.

Die bedeutenden Firmen in Bonn lassen sich in zwei Gruppen unterteilen. Zum einen haben mehrere privatisierte Staatsunternehmen in Bonn ihren Sitz. Bekannteste Beispiele sind die Deutsche Telekom zusammen mit dem Tochterunternehmen T-Mobile und die Deutsche Post zusammen mit ihrer Tochter Postbank. Auch die „Tank & Rast“ hat ihren Sitz in Bonn. Im weiteren Sinne ebenfalls in diese Kategorie gehören die Stadtwerke Bonn.

Zum anderen sitzen in Bonn auch einige traditionsreiche Privatunternehmen. Neben den Nahrungsmittelproduzenten Haribo und Verpoorten ist hier die Orgelbau Klais zu nennen.

Weitere Firmen von überregionaler Bedeutung sind Fairtrade, die IVG Immobilien AG und SolarWorld.

Der mit Abstand größte Medienbetrieb in Bonn ist die Deutsche Welle. Sie hat ihre Zentrale im Schürmann-Bau und produziert dort Hörfunk- und Online-Sendungen, die in die ganze Welt ausgestrahlt werden. Auch der Fernsehsender Phoenix hat seine Zentrale in der Bundesstadt, im ehemaligen Hauptstadtstudio des ZDF.

Der WDR unterhält in Bonn ein Bundesstudio und ein Regionalbüro. Am 1. Februar 2007 startete die lokale Berichterstattung in Bonn/Rhein-Sieg mit einer eigenen „Lokalzeit aus Bonn“.

In Bonn senden außerdem der Lokalradiosender „Radio Bonn/Rhein-Sieg“ mit Rahmenprogramm von Radio NRW und das Radio 96,8, betrieben von einem Uniradio-Dachverband verschiedener studentischer Gruppen an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

Mit Abstand größte Tageszeitung in Bonn ist der General-Anzeiger. Lokale Berichterstattung findet der Leser außerdem in der Bonner Rundschau, im Rhein-Sieg-Anzeiger und in dem Boulevardblatt Express. Diese drei Zeitungen gehören alle zu der Kölner Mediengruppe „Gruppe M. DuMont Schauberg“. 2004 untersagte das Bundeskartellamt der Mediengruppe, auch am Bonner General-Anzeiger einen Aktienanteil zu erwerben. Nach Ansicht der Kartellbehörde hätte das Geschäft zu einer Verstärkung der marktbeherrschenden Stellung auf den Leser- und Anzeigenmärkten geführt. Am 6. Juli 2005 hob das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf das Veto des Bundeskartellamts auf. DuMont Schauberg durfte daraufhin 9,015 Prozent am Verlag des Bonner «General-Anzeigers» übernehmen. Ursprünglich waren 18,03 Prozent geplant. Im Gegenzug konnte der Bonner Verlag sich mit 1,5455 Prozent am Kölner Medienhaus beteiligen.

Eine starke Stellung im Printbereich haben auch die „Verlagsgruppe Rentrop“ (unter anderem mit dem „Verlag für die Deutsche Wirtschaft“) und der „Stollfuß-Verlag“ in den Bereichen Steuer, Wirtschaft und Recht. Beide gehören zu den einhundert größten deutschen Verlagen. Mit der Herausgabe von musikalischer Fachliteratur, Noten und Lehrbüchern zu Musikinstrumenten gehört der „Voggenreiter Verlag“ zu den bekanntesten Unternehmen dieser Sparte.

Monatlich erscheint in Bonn das Stadtmagazin „Schnüss“ (rheinisch für „Schnauze“). Die überregionale Wochenzeitung Rheinischer Merkur stammt ebenfalls aus Bonn.

Seit dem 1. Oktober 2006 gibt es das Nachrichten- und Kommunikationsportal „rhein:raum“. Es wendet sich nach eigenem Selbstverständnis an die Bürger, „die sich nicht länger mit der Berichterstattung der bestehenden Bonner Medienlandschaft zufrieden geben wollen“. Online-Angebote mit lokalen Nachrichten produzieren zudem die Bonner Tageszeitungen, der WDR und „Radio Bonn/Rhein-Sieg“. Als reines Online-Angebot gibt es seit über 7 Jahren das Onlinemagazin bonnaparte.de, welches sich primär den Themen Veranstaltungstipps, Konzerte, Termine und lokalen News im Bonn-Rhein-Sieg Kreis verschrieben hat.

Die Bundespressekonferenz hat ihre einzige Außenstelle im Tulpenfeld. Hier befindet sich auch eine Dependance der Deutsche Presse-Agentur (DPA). Außerdem arbeiten in der „UN-Stadt“ eine Reihe von Nachrichtenagenturen im Umfeld der hier angesiedelten internationalen Organisationen, wie zum Beispiel die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA).

Die Rundfunkversorgung erfolgt unter anderem über die Sendemasten auf dem Venusberg und dem Großen Ölberg. Über den Sendemast auf dem Venusberg wird die Region Bonn seit 2004 mit dem digitalen Antennenfernsehen DVB-T versorgt, das die analoge Ausstrahlung ersetzte.

Die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn wurde 1777 als Akademie gegründet und 1798 geschlossen. 1818 wurde sie neu gegründet und gehört seitdem zu den größten Universitäten Deutschlands. Zusammen mit ihrer Universitätsklinik gehört sie zu den größten Arbeitgebern in Bonn.

Die ehemalige Sternwarte der Universität beherbergt heute das Institut für Kommunikationswissenschaften sowie die Volkssternwarte Bonn.

Die Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg wurde 1995 gegründet. Obwohl sie Bonn in ihrem Namen trägt, befindet sich innerhalb der Stadt kein Studienstandort. Sitz der Fachhochschule ist Sankt Augustin, weitere Standorte befinden sich in Rheinbach und Hennef (Sieg).

Außerdem befinden sich in Bonn die Max-Planck-Institute für Mathematik, Radioastronomie und zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern. Als Ausgleichsmaßnahme für den Umzug nach Berlin wurde 1998 das Forschungszentrum caesar gegründet. Das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik, das 1964 in Berlin gegründet worden war, zog 2000 nach Bonn um.

Auf dem UN-Campus ist ein Institut der Universität der Vereinten Nationen (UNU) – das „Institute for Environment and Human Security (UNU-EHS)“ – angesiedelt.

Bis 2004 beherbergte Bonn auch die „Fachhochschule für das öffentliche Bibliothekswesen Bonn“. Diese Fachhochschule war 1921 vom Borromäusverein gegründet und 1947 vom Land Nordrhein-Westfalen staatlich anerkannt worden. Seit 1982 trug sie ihren zuletzt bekannten Namen. Im Jahre 2004 wurde die Fachhochschule jedoch aufgelöst.

Die „Fortbildungsakademie des Innenministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen“ ist eine landesweite Fortbildungsstelle für die Beschäftigten der Kommunen sowie der Landesverwaltung. Ihren Sitz hat sie in Herne, innerhalb Bonns befindet sich der Fachbereich Finanzen mit der „Fortbildungsakademie der Finanzverwaltung NRW (FortAFin)“.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die Alexander von Humboldt-Stiftung, die Studienstiftung des deutschen Volkes, die Friedrich-Ebert-Stiftung sowie der Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute (AsKI) haben ihre Geschäftsstellen in Bonn.

Des Weiteren haben im politischen Bereich das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das Sekretariat der Kultusministerkonferenz (KMK), die Hochschulrektorenkonferenz (HRK), das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK) und das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE) ihren Sitz in Bonn.

Die über 15 Krankenhäuser sind über die ganze Stadt verteilt. Den bedeutendsten Betrieb stellt das Universitätsklinikum Bonn dar, das über 30 Kliniken in 12 Abteilungen betreibt. Fast alle sind auf dem Venusberg untergebracht, im restlichen Stadtgebiet bestehen drei weitere Standorte. Ein weiteres Großklinikum sind die „Rheinischen Kliniken Bonn“ (auch „Rheinische Landeskliniken“) des Landschaftsverbandes Rheinland in Bonn-Castell.

Seit 1996 nennt Bonn sich „die UN-Stadt am Rhein“. Für 18 Organisationen, Büros und Programme der Vereinten Nationen arbeiten hier inzwischen mehr als 600 Mitarbeiter, langfristig sollen 1000 UN-Beschäftigte ihren Arbeitsplatz in der Bundesstadt haben. Die meisten Organisationen verbindet der Einsatz für eine nachhaltige Entwicklung der Erde. Sie waren bisher hauptsächlich im Bad Godesberger Haus Carstanjen ansässig, das aber den wachsenden Sekretariaten auf Dauer zu wenig Platz bot. Deshalb hat die Bundesregierung 2003 entschieden, den Langen Eugen und das Bundeshaus als ehemalige Parlamentsgebäude den Vereinten Nationen zur dauerhaften Nutzung zu überlassen und dort einen „UN-Campus“ zu bilden. In den vollständig sanierten und umgebauten Langen Eugen sind die meisten Organisationen eingezogen, er bildet den ersten Baustein und das Zentrum des UN-Campus, der im Juli 2006 eröffnet wurde. 2008/2009 werden dort alle Institutionen gebündelt sein, wenn das 200 Mitarbeiter umfassende Klimasekretariat den umgebauten Südflügel des Bundeshauses bezogen hat.

Die Ansiedlung der UN-Organisationen führte zu einem Anstieg der in Bonn tätigen internationalen Institutionen und Nicht-Regierungsorganisationen, von denen sich in Bonn inzwischen ungefähr 170 niedergelassen haben. Darunter befinden sich unter anderem der Deutsche Entwicklungsdienst, das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik und InWEnt, bedeutende Institute der Entwicklungshilfe, die in der Wahrnehmung ihrer Aufgaben vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit Hauptsitz in Bonn unterstützt werden.

Auch nach dem Regierungsumzug nach Berlin haben, geregelt durch das Berlin/Bonn-Gesetz, sechs Bundesministerien weiterhin ihren ersten Dienstsitz in Bonn, zudem dürfen in den Berliner Ministerien nicht mehr Mitarbeiter beschäftigt werden als in den Bonner Ministerien, in denen etwa 10.000 Personen arbeiten. Ebenfalls durch das Gesetz geregelt wurde der Umzug von 22 Bundesbehörden aus Berlin und dem Rhein-Main-Gebiet in die Bundesstadt. Außerdem legte der Bund die Ansiedlung der Deutschen Telekom, der Deutschen Post und der Postbank per Gesetz fest.

Ihren ersten Dienstsitz in Bonn haben das Bundesministerium der Verteidigung sowie die Bundesministerien für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, für Gesundheit und für Bildung und Forschung. Die Ministerien mit erstem Dienstsitz in Berlin haben in Bonn einen Zweitsitz.

Viele weitere Bundesbehörden wie beispielsweise das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, das Bundeskartellamt, der Bundesrechnungshof, die Bundesnetzagentur, das Bundesamt für Wehrverwaltung, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und das Eisenbahn-Bundesamt sind ebenfalls in Bonn angesiedelt.

Mit dem Bundesrat und dem Bundespräsidenten haben in der Bundesstadt zudem zwei Verfassungsorgane ihren zweiten Dienstsitz.

Bonn ist Standort des Landgerichtes Bonn, dem sechs Amtsgerichte unterstehen, eins davon mit Sitz in Bonn. Daneben sind in der Bundesstadt ein Arbeitsgericht und die „Staatsanwaltschaft Bonn“ ansässig. Das in Bonn beheimatete Bundeszentralregister ist zum 1. Januar 2007 mit der Außenstelle des Bundesjustizministerium im neugebildeten Bundesamt für Justiz mit Sitz in Bonn aufgegangen. Dort wird unter anderem das Bundesgesetzblatt herausgegeben. Gemäß dem Berlin/Bonn-Gesetz behält das Justizministerium aber weiterhin eine Außenstelle mit etwa 30 Mitarbeitern in Bonn.

Ludwig van Beethoven ist es, der unangefochten die Bonner Prominentenliste anführt. Sein Geburtshaus in der Bonngasse besuchen Jahr für Jahr viele Tausend Touristen aus der ganzen Welt. Neben Beethoven wurden weitere Musiker in Bonn geboren oder haben dort ihre Heimat gefunden. Dazu zählen Andrea Luchesi und Johanna Kinkel. Der Komponist Robert Schumann verbrachte seine letzten Lebensjahre in der Nervenheilanstalt im heutigen Bonner Stadtteil Endenich und ist auf dem Bonner Hauptfriedhof begraben. Wohnort war und ist Bonn auch für andere Künstler. Dazu zählte in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg August Macke und heute leben und arbeiten in der Stadt Autoren wie Lars Brandt und Akif Pirinçci.

Seit mehr als 200 Jahren hat die Bonner Universität dazu beigetragen, dass eine große Zahl von Forschern und Lehrern am Rhein ansässig geworden ist. Dazu gehören Ernst Moritz Arndt, August Wilhelm Schlegel, Heinrich Hertz und – in neuerer Zeit – die Nobelpreisträger Wolfgang Paul und Reinhard Selten.

Neben berühmten Musikern und Wissenschaftlern wurden eine ganze Reihe politischer Prominenter in den vergangenen Jahrzehnten am Rhein geboren oder wurden zu (Wahl-)Bonnern. Gebürtige Bonnerin ist Heide Simonis, „Wahlbonner“ sind unter anderem der langjährige Arbeitsminister Norbert Blüm, der derzeitige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück sowie der ehemalige Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit, Wolfgang Clement, und der Partei- und Fraktionsvorsitzende der FDP, Guido Westerwelle.

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Geschichte der Stadt Bonn

Bonn mit römischem Siedlungsgebiet (orange eingefärbt)

Bonns Stadtgeschichte hat ihre Ursprünge in einer germanischen Siedlung. Nach der Errichtung eines römischen Erkundungslagers in der Zeit des Kaisers Augustus auf der linken Seite des Rheines entstand nach der Varusschlacht ein Legionslager. Nach einem Bedeutungsverlust in fränkischer Zeit gewann Bonn als Stadt im Mittelalter zunehmend an Bedeutung und wurde im 16. Jahrhundert die Residenz der Kölner Kurfürsten. Nach dem 2. Weltkrieg war Bonn bis 1990 Hauptstadt und bis 1999 Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland.

Lange vor dem Beginn der Zeitrechnung lebten in der Bonner Region Menschen. Die leicht erhöhte Lage am Rhein begünstigte diese Ansiedlungen. Davon zeugen Funde im gesamten Stadtgebiet Bonns, die für fast alle vorgeschichtlichen Zeiten – von der Altsteinzeit bis zur Zeit der Germanen – Siedlungsaktivitäten belegen. Zwei gut erhaltene Skelette des Doppelgrabes von Oberkassel sind neben dem Neandertaler die einzigen menschlichen Überreste der Alt- bzw. beginnenden Mittelsteinzeit im Rheinland. Sie sind nach heutigem Wissensstand rund 14.000 Jahre alt. Neben dem weiblichen und dem männlichen Skelett wurden in dem Oberkasseler Basaltsteinbruch Skelettreste eines Hundes sowie Schmuck gefunden.

Ein Graben und Holzpalisaden, die im Bereich des Venusberges nachgewiesen wurden und aus der Zeit um 4080 v. Chr. stammen, gehören zu den Funden, die Siedlungsaktivitäten im linksrheinischen Gebiet von Bonn belegen. Ob es sich bei dieser Anlage um eine „Fluchtburg“ oder um eine befestigte Siedlung handelte, lässt sich erst nach weiteren Grabungen innerhalb des Gebietes klären.

Im letzten Jahrhundert v. Chr. siedelten auf dem rechtsrheinischen Gebiet Sugambrer, auf der linken Seite des Rheins Eburonen. Nachdem Gaius Julius Caesar diesen Stamm bei seinen Feldzügen geschlagen und völlig aus dem Gebiet des Mittel- und Niederrheins verdrängt hatte, folgten ihnen Ubier. In der Zeit zwischen 40 v. Chr. und 20 v. Chr. siedelten sie sich auch im Bereich des heutigen Bonn an.

13 v. Chr. gab Kaiser Augustus seinem Sohn, dem Feldherrn Drusus, den Befehl, 50 Kastelle entlang des Rheins zu errichten. Im Jahr 12 v. Chr. begann dieser einen Krieg gegen die Germanen, der die römischen Truppen weit über den Rhein bis an die Elbe führte. Im Zusammenhang mit diesen Feldzügen kamen römische Soldaten auch in die ubische Siedlung am Rhein und errichteten hier ein Erkundungslager.

Neben archäologischen Funden im Bonner Stadtgebiet gibt es eine literarische Quelle, die zitiert wird, um die Anwesenheit römischer Soldaten in der Zeit von Drusus zu belegen. Es handelt sich um das zweibändige Werk Epitoma de Tito Livio bellorum omnium annorum DCC libri duo des römischen Schriftstellers Florus. Darin erwähnt der Autor einen Ortsnamen, der in den zugrundeliegenden Handschriften allerdings unterschiedlich gelesen wird. Eine Lesart lautet „Bonna“. Bei ihm heißt es dann entsprechend dieser Lesart: „Bonna et Gesoriacum pontibus iunxit classibusque firmavit.“ Übersetzt: „Bonna und Gesoriacum verband er (Drusus) durch Brücken und verstärkte sie mit einer Flotte.“ Nicht erst seit der 2000-Jahr-Feier Bonns wurde diese Stelle als Beleg dafür heran gezogen, dass es in Bonn eine römische Brücke gegeben habe. Mittlerweile geht die Forschung davon aus, dass es diese Brücke nie gegeben hat.

Mit dem Bau eines befestigten Lagers begannen die Römer nach der Niederlage gegen die Germanen in der Varusschlacht 9 n. Chr. Um 17 n. Chr. schufen sie im nördlichen Teil der Ubiersiedlung ein Auxiliarlager. 43 n. Chr. kam es zur Errichtung eines neuen Lagers, das nun weiter nördlich lag als das schon bestehende. Es befand sich gegenüber der Mündung der Sieg in den Rhein an der römischen Rheintalstraße. In dem Holz-Erde Lager wurde in Folge der Umwandlung der nahegelegenen Colonia Claudia Ara Agrippinensium (dem späteren Köln) in eine zivile Siedlung die Legio I und zwei weitere Auxiliareinheiten stationiert. Diese etwa 7000 Mann starke Truppe baute das Lager in den folgenden Jahren als Bestandteil der römischen Verteidigungslinie am Rhein weiter aus. Die fast quadratische Festung hatte eine Ausdehnung von 528 mal 524 Metern mit einer Hafenanlage, die im Osten vom Rhein natürlich begrenzt wurde und noch heute bei Niedrigwasser in ihren Grundrissen zu erkennen ist.

Im Umfeld der Lagers, den „canabae legionis“, und in einer weiter südlich gelegenen Siedlung, dem „vicus bonnensis“, ließen sich Handwerker und Händler nieder. Schätzungen gehen davon aus, dass im Raum Bonn bis zu 10.000 Menschen lebten.

Vom Mai bis Oktober 2006 untersuchten Archäologen das vier Fußballfelder große Gebiet westlich des Bundeshauses, auf dem das neue Kongresszentrum entstehen soll. Sie fanden dabei Reste des vicus bonnensis. Jürgen Kunow, der Leiter des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege, äußerte sich, während er die Funde präsentierte: „Wir haben weit mehr gefunden, als wir überhaupt erwartet hatten. So hat sich für uns noch nie das Leben der römischen Bürger am Rhein präsentiert.“ Neben den etwa 60.000 Scherben wurde auch eine kostbare Haarnadel aus Gebein mit einem stilisierten Menschköpfchen gefunden, ein bisher einmaliger Fund in Deutschland. Die Reste monumentaler Steinbauten gehören ebenso dazu wie eine mit Fußbodenheizung ausgestattete Badeanlage, ein Ziegelbrennofen, ein quadratischer gallo-römischer Tempel. Insgesamt geht man nun von einer imposanten städtischen Siedlung aus, nicht nur von einer dorfähnlichen Anlage. Töpfer und Glasbläser hatten hier ihre Werkstätten, das zeigen mit Ton gefüllte Gruben und Glasfluss. Zur Siedlung gehörten auch so genannte Streifenhäuser aus Holzfachwerk, deren Reste man ebenso fand, wie riesige Lehm- u. Abfallgruben. In der Nähe wird eine eigene Rheinanlegestelle vermutet.

Im Bereich des vicus bonnensis sind Gräber gefunden worden. Auch aus dem Bereich zwischen Vicus und Militärlager sind Bestattungen bekannt. Im Umfeld des Lagers wurden mehrfach Gräberfeldausschnitte mit Brand- und Körpergräbern entdeckt. Zum Militärlager gehört auch ein größerer Gräberfeldausschnitt an der Irmintrudisstraße mit ungefähr 300 spätantiken Bestattungen.

Eine sehr viel zuverlässigere Quelle für den Namen „Bonna“ als der Text von Florus sind die „Historien“ von Tacitus. In seiner Darstellung des Bataveraufstandes im Jahr 69/70 erwähnt er „Bonna“ an mehreren Stellen. Das gilt auch für das Legionslager („castra Bonnensia“). Ob „Bonna“ in dieser Zeit – möglicherweise auch noch früher – schon der Name des Ortes war, lässt sich durch die „Historien“ nicht endgültig klären, denn sie erschienen erst 40 Jahre nach dem Aufstand. Umbenennungen von Orten waren nicht selten.

Im Anschluss an den von Tacitus berichteten Bataveraufstand und die damit verbundene Zerstörung des Bonner Lagers entstand an derselben Stelle ein neues, nun aus Stein gebautes Lager. Die hier stationierte Legio XXI Rapax wurde 83 n. Chr. von der Legio I Minervia abgelöst. Zur Trinkwasserversorgung der Castra Bonnensia wurde der Bonner Aquädukt errichtet. Der Frankeneinfall im Jahr 274 n. Chr. führte heutigen Erkenntnissen nach nicht zur Zerstörung des Lagers. Allerdings wurden die Wohngebiete außerhalb des Lagers aufgegeben und die verbliebene Zivilbevölkerung lebte zusammen mit der auf 1000 Mann reduzierten militärischen Einheit im Lager selbst. Bestattungen konzentrierten sich auf den Umkreis des Lagers und den Bereich des Münsterplatzes. Dort entstand in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts eine „kleine Nekropole“.

Es gibt Hinweise darauf, dass das Lager 353 durch die Franken zerstört wurde. Seitdem gibt es keine Berichte über die Legio I mehr. Julianus ließ das Lager danach neu aufbauen, befestigen und mit Speicherbauten ausstatten. Ob es dieselbe Größe hatte wie das vorherige, ist unter Historikern umstritten. Eine frühe Kirchenanlage, die spätere „Dietkirche“ (=Volkskirche), wurde wahrscheinlich um 795 in fränkisch-merowingischer Zeit als erste Pfarrkirche im Bereich des Lagers gebaut. Sie ging dem heutigen Münster als christlicher Gebets- und Versammlungsort von Bonn voraus.

Die römische Verwaltung der Provinz Germania II funktionierte in manchen Bereichen wohl noch bis in die Mitte des 5. Jahrhunderts. Das lässt sich möglicherweise auch für das Bonner Lager annehmen und darauf weist zudem der Grabfund eines germanischen Kriegers in römischen Diensten aus der Zeit des ersten Drittels des 5. Jahrhunderts hin, der vor der östlichen Lagermauer bestattet worden ist. Über den Zustand des Lagers in den folgenden Jahrzehnten und Jahrhunderten ist kaum etwas bekannt. Es firmierte unter dem Namen „Bonnburg“, von einer strategischen Bedeutung ist nicht auszugehen.

Ab dem 7. Jahrhundert und dann vollends im 9./10. Jahrhundert verlagerte sich der Siedlungsschwerpunkt Bonns in die Gebiete der heutigen Innenstadt. Dorthin, wo heute der Markt ist und in den Bereich des heutigen Münsters.

An dem Ort, an dem in der Mitte des 11. Jahrhunderts das Münster errichtet wurde, war in merowingischer Zeit, Mitte des 6. Jahrhunderts, ein Saalbau entstanden. Er erhob sich über dem Ort, an dem sich in spätantiker Zeit eine römische Totengedenkstätte, eine cella memoriae, befunden hatte. Bei dem Saalbau handelte sich um einen Steinbau, der auf mächtigen Fundamenten aus zweitverwendeten Matronenaltären und anderen antiken Spolien stand. In dem Gebäude und im Außenbereich wurden Gräber angelegt und Tote bis Ende des 8. Jahrhunderts bestattet.

Spätestens am Ende des 7. Jahrhunderts siedelten sich Kleriker an dem Ort an und das Aussehen des Saalbaus wurde durch An- und Umbauten immer wieder verändert. So wurden zwei Grabkapellen und mehrere Wohn- und Wirtschaftsräume angefügt. Das Gebäude galt in den folgenden Jahrhunderten als Grabkirche der beiden christlichen Märtyrer Cassius und Florentius. Mit der Gründung eines Stiftes in karolingischer Zeit wurde sie zur Stiftskirche „St. Cassius und Florentius“ („Basilica sancta Cassii et Florentii“). Diese alte Stiftskirche wurde im 11. Jahrhundert abgerissen und an ihrer Stelle entstand das Münster.

Im Verlauf des 11. und 12. Jahrhunderts vergrößerten sich diese beiden neuen Siedlungskerne. Wohlhabende Geistliche und Kanoniker – die Bewohner des Stiftes, der „Villa Basilica“ – waren eine Käuferschicht für hochwertige Produkte. Sie sorgten dafür, dass sich auch die Marktsiedlung vergrößerte und die Zahl der Händler, Kaufleute und Handwerker zunahm. Um diese Siedlungsbereiche zu sichern, ordnete Erzbischof Konrad von Hochstaden an, dass der besiedelte Raum zwischen Münster und Rhein mit einer Stadtmauer umgeben werden sollte. Als die Bauarbeiten für die Mauer 1244 begannen, wurde damit auch ein Zeichen dafür gesetzt, dass der Prozess der Stadtwerdung Bonns beendet war.

Nach der Schlacht bei Worringen im Jahr 1288 wurde Bonn zu einem der bevorzugten Wohnsitze der Kölner Kurfürsten und im Jahr 1597 schließlich offiziell die Residenzstadt. Zehn Jahre zuvor, 1587, hatten Truppen des abgesetzten Kurfürsten Gebhard I. von Waldburg die Stadt während des Truchsessischen Krieges erobert und verwüstet. Aus der Auseinandersetzung mit Gebhard ging Herzog Ernst von Bayern aus dem Haus Wittelsbach als Sieger hervor. Mit ihm begann die Epoche der kurkölnischen Herrscher aus dem Hause Wittelsbach. Auf Ernst von Bayern folgte 1612 Ferdinand von Bayern, dann Maximilian Heinrich. Joseph Clemens und – als letzter Wittelsbacher – Clemens August. Am Schluss der kurfürstlichen Epoche war es ein Habsburger – Maximilian Franz, jüngster Sohn Maria Theresias – der in Bonn residierte.

Erzbischof Salentin von Isenburg begann im 16. Jahrhundert mit dem Ausbau der Stadt zur Residenz der Kölner Kurfürsten. Er sorgte für den Neubau des Residenzschlosses. An der Südseite der Stadt errichtet er neben dem heutigen Alten Zoll einen Renaissancebau. Unterbrochen wurde der Ausbau schon im nächsten Jahrzehnt durch den Truchsessischen Krieg. 1584 wurde die Stadt durch den Gegner des abgesetzten Gebhard Truchsess, den Herzog Ernst von Bayern, nach einmonatlicher winterlicher Belagerung eingenommen. Vier Jahre darauf überfiel sie in einer Dezembernacht der Parteigänger Gebhards, Martin Schenk von Nideggen, und besetzte sie. Erst im folgenden Jahr konnten spanische und deutsche Truppen nach heftiger Beschießung die Stadt wieder erobern.

Belagerungen musste Bonn 1673,1689 und 1703 über sich ergehen lassen. Die schlimmsten Folgen für die Stadt brachte die Belagerung des Jahres 1689. Die von dem kurkölnischen Minister Wilhelm Egon von Fürstenberg, einem Parteigänger Ludwigs XIV., ins Land gerufenen französischen Truppen besetzten Bonn, woraufhin die verbündeten brandenburgischen, kaiserlichen, münsterschen und holländischen Truppen unter dem Befehl von Friedrich III. - Kurfürst und Herzog von Brandenburg-Preußen die Stadt im Sommer 1689 einschlossen. Vom 24. Juli 1689 ab dauerte das Bombardement, bis die Besatzung am 15. Oktober 1689 kapitulierte. Die neuen Festungswerke, die Bastionen und Schanzen waren zum größten Teil demoliert, und mit den meisten Häusern waren das kurfürstliche Schloss, das Rathaus und viele kirchliche Gebäude zerstört worden. Die kaum notdürftig wiederhergestellte und zur Ruhe gekommene Stadt hatte im Jahre 1703 im spanischen Erbfolgekrieg eine neue Beschießung auszuhalten. Wieder lag eine französische Besatzung in der Stadt und holländische und kaiserliche Truppen standen vor den Toren. Am 6. Mai 1703 erfolgte die Übergabe, nachdem die Stadt durch Hunderte von Kanonen und Mörsern beschossen worden war.

Mit dem Anfang des 18. Jahrhunderts begann eine neue Zeit für Bonn, eine Zeit voll höfischer Pracht und fürstlicher Baufreudigkeit. Die Stadt war hintereinander die Residenz zweier der mächtigsten und unternehmungslustigsten Bauherren unter den absolutistisch herrschenden Fürsten. Kurfürst Joseph Clemens gab 1697 das Startsignal gegeben, an der Stelle des im Jahre 1689 zerstörten Schlosses einen gewaltigen Neubau des Schlosses zu errichten. Der italienische Baumeister Enrico Zuccalli hatte den Hauptbau schon aufgeführt, als 1702 der Kurfürst aus Bonn flüchten musste. Deshalb blieb der Bau erst einmal liegen. Als der Kurfürst 1714 nach dem Frieden von Baden zurückkehren durfte, entfaltete er sofort die lebhafteste Bautätigkeit. Der alte Bauplan für das Schloss wurde durch den französischen Architekten Robert de Cotte überarbeitet und erweitert, nach dem Rhein zu der lange Galerieflügel angefügt. Als eine der originellsten Schöpfungen des ersten Rokoko entstand der Bau des Schlosses Clemensruhe in Poppelsdorf.

1786 erhob der – aufgeklärte – Kurfürst Maximilian Franz die 1777 gegründete Bonner Akademie zur Universität. Sie errang sehr schnell den Ruf einer Einrichtung, deren Lehrer mit den Ideen der Aufklärung sympathisierten. So finden sich in der Liste der Bonner Illuminaten und der 1787 gegründeten Lesegesellschaft neben anderen prominenten Bürgern auch zahlreiche Lehrer und Professoren; darunter auch die musikalischen Lehrer Ludwig van Beethovens, Christian Gottlob Neefe und Franz Anton Ries.

1794 wurde die Stadt von französischen Truppen besetzt. Max Franz floh nach Wien und überließ sein Kurfürstentum kampflos den Revolutionstruppen. Im Frieden von Lunéville wurden 1801 alle linksrheinischen Gebiete Kurkölns an das napoleonische Frankreich abgetreten. Bonn und der dazugehörige Kanton gehörten in den nächsten Jahren zum Département de Rhin-et-Moselle, die Hauptstadt des Départements war Koblenz.

Die französische Besatzung brachte für Bonn gravierende Veränderungen. Mit dem Ende der kurfürstlichen Epoche im Rheinland endete für die Stadt die Zeit, in der sie die Funktion einer Residenz inne gehabt hatte. Mit dem Kurfürsten verließen die meisten Angehörigen des Hofes und mit ihnen eine große Zahl von Bewohnern die Stadt. Außerdem wurde die noch junge Universität geschlossen. Die Bevölkerungszahl fiel rapide und die Bürger hatten in den folgenden Jahren mit großen wirtschaftlichen Problemen zu tun.

Von weitreichender Bedeutung war die von den Franzosen eingeführte neue Rechtsordnung. Am 1. Mai 1798 erließ der französische Regierungskommissar François Joseph Rudler‎ eine Verordnung, die dafür sorgte, dass die 1792 in Frankreich in Kraft getretenen Gesetze über den Zivilstand auch für das rheinische Departement Geltung bekamen. Vier Jahre später, am 8. April 1802, wurden die Organischen Artikel verkündet, die für Protestanten und Juden Kultusfreiheit und volle Bürgerrechte bedeuteten. Am 21. März 1804 erhielten die Bemühungen um eine neue Rechtsordnung durch die Einführung des Code Napoleon ihren krönenden Abschluss.

In der Folge des Wiener Kongresses fiel Bonn 1815 an Preußen. Es wurde Kreisstadt im Regierungsbezirk Köln in der Rheinprovinz. Zum 1. Oktober 1887 schied Bonn aus dem Kreis Bonn aus, um eine kreisfreie Stadt zu werden.

1818 wurde die heutige Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität neugegründet - als Gegenstück zur ebenfalls neugegründeten Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin (die preußische Neugründung war ausdrücklich keine Fortsetzung der 1794 untergegangenen ersten Universität Bonn). Sie prägte in den nächsten Jahrzehnten das Leben der Stadt.

In der Weimarer Republik war Bonn eine Hochburg der katholischen Deutschen Zentrumspartei. Obwohl die NSDAP eine deutliche Zunahme an Stimmen erreichte, gelang es ihr trotz Behinderungs- und Einschüchterungsmaßnahmen gegenüber den anderen Parteien nicht, das Zentrum als stärkste Partei zu überflügeln. Dieses errang bei der Kommunalwahl am 12. März 1933 36 % der Stimmen, die NSDAP 34 %, die SPD 10 % und die KPD 7 %. Das hinderte die Nazis trotzdem nicht daran, in Bonn die Macht zu übernehmen. Einen Tag nach der Wahl, am 13. März, hissten sie über dem Rathaus die Hakenkreuzfahne. Am Abend desselben Tages wurde NSDAP-Mann Ludwig Rickert nach der „Beurlaubung“ des amtierenden Oberbürgermeisters Wilhelm Lürken zum „Staatskommissar“ ernannt. Im Juni 1933 wurde Rickert dann auch formell Oberbürgermeister.

Zu den Opfern der Verfolgung gehörten eine Reihe prominente Bonner Bürger und deren Familien; so der Mathematiker Felix Hausdorff und der Geograph Alfred Philippson.

Die Stadt und ihre Bewohner blieben bis Herbst 1944 weitgehend von alliierten Bombenangriffen verschont. Bis zum Ende der Kampfhandlungen am 9. März 1945 wurde Bonn zu etwa 30 Prozent zerstört. Unter anderem fielen die Rheinviertel dem Krieg komplett zum Opfer. Mehr als 1.500 Bewohner verloren infolge der Bombenangriffe ihr Leben. 2.732 Bonner, die als Soldaten am Krieg teilnahmen, fielen zwischen 1939 und 1945. Bei Kampfhandlungen um Bonn starben 56 deutsche Soldaten, 1.700 gingen in Gefangenschaft.

Am Abend des 7. März 1945 befahl Ortskommandant von Bothmer den Rückzug seiner Verbände über den Rhein und die Sprengung der Rheinbrücke. Am nächsten Morgen setzte er sich selbst ab. Stadtrechtsrat Dr. Horster übergab am 9. März die Stadt den einrückenden alliierten Truppen. Diese erbauten als Ersatz auf Godesberger Höhe die Hodges-Brücke.

Mit Ende des Zweiten Weltkrieges war Bonn Teil der britischen Besatzungszone und wurde dann dem Land Nordrhein-Westfalen eingegliedert. Im Herbst 1948 trat in der fast vollständig wiederaufgebauten Stadt der Parlamentarische Rat zusammen. Im folgenden Jahr gewann Bonn vor allem auf Initiative von Konrad Adenauer die Hauptstadtfrage gegen Frankfurt und damit den Titel der (provisorischen) Bundeshauptstadt. Auch die unzerstörten repräsentativen Räumlichkeiten in und außerhalb der Stadt hatten den Ausschlag dafür gegeben. Die Troilo- und Gallwitzkaserne boten sich als Standort für die Ministerien an, am Rhein sah die Hauptstadtplanung beispielsweise die Villa Hammerschmidt und das Palais Schaumburg als künftige Regierungsgebäude vor. Am 9. Juli 1949 wurde Bonn Teil der Besatzungsfreien Zone, die in der Region um die vorläufige Hauptstadt den Aufbau der Bundesorgane gewährleisten sollte.

Am 3. November 1949 bestätigte der Deutsche Bundestag das Votum des Parlamentarischen Rates, Bonn zur vorläufigen Bundeshauptstadt zu machen. Danach wurden zunächst die Grundlagen für die Arbeit des Bundestages und der Bundesregierung geschaffen. Dabei entstanden zunächst wenige neue Gebäude, unter anderem wurde die ehemalige Pädagogische Akademie zum Bundeshaus als Sitz des Bundestages umgebaut und erweitert. Die ersten Ministeriumsneubauten entstanden 1953 bis 1955 für das Auswärtige Amt und das Postministerium.

Dem durch die Bundesregierung entstandenen Siedlungsdruck begegneten die Stadtplaner in der Region mit dem Neubau mehrerer Trabantenstädte wie der bis 1952 errichteten Reutersiedlung. Auch die 1956 errichtete Stadthalle in Bad Godesberg ist das Ergebnis des Hauptstadtausbaus. Dabei wurde jedoch lange Zeit stark darauf geachtet, die Maßnahmen nur auf einen provisorischen Verbleib in Bonn auszurichten. 1956 entschied der Deutsche Bundestag, in Bonn keine weiteren bundeseigenen Gebäude zu errichten. Der dennoch weiter steigende Bedarf an Verwaltungsgebäuden wurde beispielsweise durch die privat durchgeführte Bebauung des Tulpenfelds gedeckt. Dort entstandene Gebäude wurden von Ministerien angemietet.

Ab Mitte der 1960er Jahre begann der Bund, sich auf eine längere Anwesenheit in der provisorischen Hauptstadt einzurichten. In dieser Zeit entstanden viele Ministeriumsneubauten und der Lange Eugen. Die Verkehrsinfrastruktur wurde durch mehrere Autobahnen und einen Stadtbahntunnel erweitert, im Bereich der Kultur unterstützte der Bund die Stadt, wie zum Beispiel das 1965 erbaute Opernhaus bezeugt. 1969 erfolgte die Eingemeindung der Städte Bad Godesberg und Beuel, sowie von neun Gemeinden des Amtes Duisdorf. Bonn war endgültig vom „Bundesdorf“ zur Großstadt geworden. Gleichzeitig wurde der Kreis Bonn im Rahmen der nordrhein-westfälischen Kreisreform aufgelöst und Bestandteil des Rhein-Sieg-Kreises. Bad Godesberg wurde danach als „Diplomatenviertel“ der Stadt bekannt.

Der Wille zu dieser Entwicklung wurde durch die Regierungserklärung von Willy Brandt am 18. Januar 1973 unterstrichen, in der er ein deutliches Bekenntnis zum Ausbau der Bundeshauptstadt Bonn abgab. Bereits 1970 war ein Vertrag zwischen dem Bund, dem Land Nordrhein-Westfalen und der Stadt Bonn über den Ausbau Bonns zur Bundeshauptstadt geschlossen worden, dem 1980 ein zweiter folgte. Um die Ministerien und Behörden an einem zentralen Ort um den bisherigen Standort des Bundestages und des Bundeskanzleramtes zusammenzufassen, wurde 1975 ein 672 ha großer Bereich zwischen den Stadtbezirken Bonn und Bad Godesberg in eine Entwicklungsmaßnahme nach dem Städtebauförderungsgesetz überführt. So bildete sich auf dem Grund der vormals weitgehend unbebauten Stadtteile Gronau und Hochkreuz das damalige Regierungsviertel.

Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde Berlin durch den Einigungsvertrag am 3. Oktober 1990 zur Bundeshauptstadt, die Frage des künftigen Regierungssitzes musste aber noch geklärt werden. Nach einer hitzigen Debatte beschloss der Deutsche Bundestag am 20. Juni 1991 mit 338 gegen 320 Stimmen im so genannten Hauptstadtbeschluss, dass Berlin Sitz des Bundestages und der Bundesregierung werden sollte. In der darauffolgenden Zeit einigten sich Stadt und Bund darauf, dass Bonn auch weiterhin eine bundespolitisch bedeutende Rolle einnehmen soll und dass dauerhaft schädliche Folgen des Teilumzugs durch Ausgleichsmaßnahmen verhindert werden sollten.

Dies führte schließlich zum Berlin/Bonn-Gesetz vom 28. April 1994, in dem der Hauptstadtbeschluss bekräftigt wurde und die künftige Organisation der Bundesregierung festgelegt wurde. Danach soll es eine dauerhafte faire Arbeitsteilung zwischen den Städten am Rhein und der Spree geben und in Bonn die politischen Funktionen in den Politikbereichen Bildung und Wissenschaft, Umwelt und Gesundheit, Ernährung und Landwirtschaft sowie Verteidigung erhalten und gefördert werden. Des Weiteren soll nach dem Beschluss Bonn als Standort der Entwicklungspolitik mit nationalen, internationalen und supranationalen Einrichtungen ausgebaut werden. Zur Sicherung des Standortes der Bundesministerien ist vorgesehen, dass insgesamt der größte Teil der ministeriellen Arbeitsplätze in der ehemaligen Hauptstadt verbleibt. Die ihren ersten Dienstsitz in Bonn nehmenden Ministerien richten eine Außenstelle in Berlin ein, im Gegenzug belassen die nach Berlin ziehenden Ministerien einen Zweitsitz in Bonn. Zum Ausgleich war festgelegt worden, über 20 Bundesbehörden aus Berlin und dem Rhein-Main-Gebiet nach Bonn zu verlegen.

Ein Teil des Gesetzes war Grundlage für die „Vereinbarung über die Ausgleichsmaßnahmen für die Region Bonn“ vom 29. Juni 1994, die ein Fördervolumen von 1,437 Milliarden Euro im Zeitraum 1995 bis 2004 vorsah. Damit wurden die im Berlin/Bonn-Gesetz festgelegten Bereiche gefördert, in denen der Ausgleich realisiert werden sollte. Dies waren Wissenschaft, Kultur, internationale Einrichtungen und eine zukunftsträchtige Wirtschafsstruktur.

Mit dem Gesetz erhielt die Stadt am 28. April 1994 – dem Verkündungsdatum des Berlin/Bonn-Gesetzes – nach vier Jahren „titelloser“ Zeit den Titel Bundesstadt, eine in Deutschland einmalige Bezeichnung. Der Titel soll erstens die Bedeutung Bonns für die deutsche Nachkriegsgeschichte würdigen und den weiterhin bleibenden politischen Einfluss anerkennen.

Unabhängig vom Berlin/Bonn-Gesetz verlegte der Bundespräsident 1994 seinen ersten Amtssitz nach Berlin, in Bonn verblieb der zweite Amtssitz. Am 27. September 1996 entschied auch der Bundesrat, seinen Hauptsitz mit dem Bundestag nach Berlin zu verlegen, dabei allerdings einen Zweitsitz in Bonn zu belassen.

Einen politischen Einschnitt in die Stadtgeschichte brachte der Ausgang der Kommunalwahl im Jahr 1994 in mehrfacher Hinsicht mit sich. Die wahlberechtigten Bürger und Bürgerinnen beendeten die jahrzehntelange Vorherrschaft der konservativen Parteien im Rat der Stadt – bis 1933 war das Zentrum unangefochten die dominierende politische Kraft, nach 1945 die CDU. In diesem Jahr sorgten die Bonner für einen Sieg von SPD und Grünen. Mit Bärbel Dieckmann (SPD) als Oberbürgermeisterin und Doro Pass-Weingartz (Grüne) als Bürgermeisterin standen zudem das erste Mal in der Geschichte Bonns Frauen an der Spitze der Stadt.

Im Sommer 1999 wurde der Umzug von Bundestag und Bundesregierung vollzogen, bis kurz nach der Jahrtausendwende wurde die in den Ministerien vorgesehene Personalstärke erreicht; sechs Bundesministerien haben seitdem ihren Erstsitz in Bonn. Am 14. Juli 2000 fand die letzte Plenarsitzung des Bundesrates in Bonn statt, woraufhin dort die Außenstelle belassen wurde. 2005 waren die letzten Umzugs- und Ausgleichsmaßnahmen abgeschlossen.

Der Strukturwandel hat dazu geführt, dass heute neben den in Bonn ansässigen Bundesbehörden Dienstleistungsunternehmen den Wirtschaftsstandort prägen; viele davon haben sich um die multinationalen Konzerne Deutsche Post und Deutsche Telekom angesiedelt, die ihre Zentralen in Bonn installiert haben. Außerdem ist Bonn seit einigen Jahren UN-Stadt, was auch zu einem Anstieg der dort tätigen internationalen Organisation geführt hat, von denen sich in Bonn inzwischen über 170 angesiedelt haben. Fast alle Einrichtungen der Weltorganisation sind mittlerweile in dem im Juli 2006 eröffneten „UN-Campus“ – in einem Bereich um den Langen Eugen herum – untergebracht. Um Bonn als internationalen Standort weiter auszubauen, wird bis 2009 mit der Erweiterung des World Conference Centers Bonn (WCCB) in unmittelbarer Nähe das größte Kongresszentrum in Deutschland entstehen. „UN-Campus“ und WCCB werden dann große Teile des Bundesviertels umfassen.

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Bundestagswahlkreis Bonn

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Der Wahlkreis Bonn (Wahlkreis 97) ist ein Bundestagswahlkreis im südlichen Nordrhein-Westfalen und umfasst das Gebiet der Bundesstadt Bonn. Wahlberechtigt waren bei der letzten Bundestagswahl 212.584 Einwohner.

Von 1949 bis 1961 hatte der Wahlkreis den Namen Bonn-Stadt und -Land. Er umfasste in dieser Zeit die Stadt Bonn und den 1969 aufgelösten Landkreis Bonn. Seit 1965 besteht der Wahlkreis aus der Stadt Bonn. Bei der Bundestagswahl 1949 trug er die Nummer 10, bei den Wahlen 1953 bis 1961 die Nummer 69 und danach bis einschließlich 1998 die Nummer 63. Seit 2002 trägt der Wahlkreis die Nummer 97.

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Source : Wikipedia