Bochum

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Geschrieben von bishop 20/03/2009 @ 19:10

Tags : bochum, nordrhein-westfalen, deutschland

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Bochum

Lage der kreisfreien Stadt Bochum in Deutschland

Die Stadt Bochum (westfälisch: Baukem) ist das Zentrum des mittleren Ruhrgebiets im Land Nordrhein-Westfalen.

Die kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Arnsberg ist eines der vier Oberzentren des Ruhrgebiets und ist mit rund 380.000 Einwohnern die sechstgrößte Stadt des Landes, die zweitgrößte Westfalens und unter den 20 größten Städten Deutschlands. Bochum ist Mitglied im Landschaftsverband Westfalen-Lippe und im Regionalverband Ruhr. Die Einwohnerzahl der Stadt überschritt 1905 die 100.000-Grenze und machte Bochum zur Großstadt.

In Bochum befinden sich acht Hochschulen bzw. Dependancen von Hochschulen, darunter die Ruhr-Universität, mit über 30.000 Studierenden eine der größten Universitäten Deutschlands. Überregional bekannt sind das Deutsche Bergbaumuseum, das Schauspielhaus, das Planetarium, das Deutsche Eisenbahnmuseum und das erfolgreichste Musical der Welt, Starlight Express.

Nach dem Niedergang des Bergbaus entwickelte sich Bochum zu einer Dienstleistungsmetropole. Ferner gibt es hier verschiedene Bergbauinstitutionen. Der Bochumer Verein schrieb ab 1842 Industriegeschichte, als es dem Unternehmen gelang, Stahl in Formen zu gießen. Das erste Produkt der Firma waren Glocken aus diesem Werkstoff. Eine 15.000 kg schwere Glocke vor dem Bochumer Rathaus erinnert an diese Epoche.

Bochum liegt auf dem flachhügeligen „Bochumer Landrücken“ als Teil der Ruhrhöhen zwischen den Flüssen Ruhr und Emscher an der Grenze zwischen südlicher und nördlicher Ruhrkohlezone. Der höchste Punkt im Stadtgebiet liegt in der Kemnader Straße und misst 196 m ü. NN, der niedrigste Punkt liegt am Blumenkamp in Hordel und misst 43 m ü. NN.

Flachhügeliger Landrücken bedeutet, dass die Geländeform in Bochum durch gleichmäßige Steigungen und Gefälle, die selten mehr als 3% betragen, geprägt ist. Einzelne steilere Geländeverläufe sind beispielsweise am Harpener Hellweg beim NSG Berghofer Holz (3,4%), auf der Westenfelder Str. im Stadtbezirk Wattenscheid (3,47%) oder auf der Kemnader Str., die vom Ruhrufer in Stiepel (71 m ü. NN) aufwärts zur Ortsmitte von Stiepel (196 m ü. NN; 5,1% Steigung) führt, zu finden. Auch Wegstrecken, die vom tiefer gelegenen Ruhrtal durch die zum Bochumer Süden gehörenden Orte führen, weisen als Ausnahme eine erhöhte Steigung auf (beispielsweise Kassenberger Str. und Dr.-C.-Otto-Str. in Dahlhausen, Blankensteiner Str. in Sundern).

Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt in Nord-Süd-Richtung 13,0 km und in West-Ost-Richtung 17,1 km. Die Länge der Stadtgrenze beträgt 67,2 km.

Prägend sind die Sedimentgesteine aus Karbon und Kreide. Die geologischen Schichten können im ehemaligen Steinbruch der Zeche Klosterbusch und im Geologischen Garten Bochum besichtigt werden.

Zu den Gewässern zählen neben der Ruhr unter anderem Oelbach (mit seinen Zuflüssen Gerther Mühlenbach, Harpener Bach und Langendreer Bach) und der Lottenbach. Weitere Fließgewässer sind Hörsterholzer Bach, Knöselbach und andere. Zum Einzugsbereich der Emscher zählen der Maarbach und der Ostbach.

Bochum besitzt im Süden einige Wälder, darunter das Weitmarer Holz. In der Regel handelt es sich um Eichen-Buchen-Mischwald. Das Vorkommen der Stechpalme weist auf das gemäßigte Klima hin.

Das Stadtgebiet Bochum besteht aus 6 Stadtbezirken. In jedem Stadtbezirk gibt es eine Bezirksvertretung. Vorsitzender der Bezirksvertretung ist der Bezirksvorsteher. Die Stadtbezirke sind in „statistische Bezirke“ unterteilt. Die meisten hiervon waren früher einmal selbständige Gemeinden und verloren ihre Selbständigkeit durch Eingemeindung. Die statistischen Bezirke werden mit einer zweistelligen arabischen Zahl gekennzeichnet.

Archäologische Funde zeugen von einer sesshaften Besiedlung des heutigen Bochumer Stadtgebiets in der späten Jungsteinzeit im Bereich des Oelbachs.

Der 890 erstmals genannte Ort wurde 1041 in einem Dokument der Kölner Erzbischöfe unter dem Namen Cofbuokheim erstmalig urkundlich erwähnt. 1321 verlieh Graf Engelbert II. von der Mark Bochum die Stadtrechte. Bochum blieb – trotz schon für das 14. Jahrhundert beziehungsweise für 1502 belegten Steinkohlenschürfens beziehungsweise -tagebaus – bis ins 19. Jahrhundert hinein ein Ackerbaustädtchen mit einigen überörtlichen Behörden, zu denen 1738 ein Bergamt kam.

Bis 1806 gehörte die Stadt zur preußischen Grafschaft Mark, dann bis 1813 zum Ruhrdepartement des Großherzogtums Berg, anschließend vorübergehend zum preußischen Zivilgouvernement zwischen Weser und Rhein. 1815 kam die Stadt zu Preußen und wurde der Provinz Westfalen zugeordnet. 1817 wurde die Stadt Bochum Sitz eines Landkreises, aus dem sie jedoch 1876 ausschied (kreisfreie Stadt). Der Kreis Bochum bestand noch bis 1929 und wurde dann aufgelöst.

1832 begann mit dem Übergang vom Tagebau zum Untertagebau die Blütezeit des Bochumer Bergbaus. Ab 1837 wurden die Grundlagen für die Schwerindustrie geschaffen (Bochumer Verein, Friedrich Krupp AG). 1860 erhielt Bochum Anschluss an die Bahnstrecke Witten/Dortmund–Oberhausen/Duisburg der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft, 1874 folgte die Bahnstrecke Osterath–Dortmund Süd der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft, beide wurden ab 1880 verstaatlicht. 1905 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt Bochum die Grenze von 100.000 Einwohnern, was sie zur Großstadt machte.

Am 9. November 1938, in der sogenannten Reichspogromnacht, kam es auch in Bochum zu Ausschreitungen gegen die jüdischen Mitbürger, die Synagoge wurde in Brand gesteckt. Die ersten jüdischen Bürger wurden in die Konzentrationslager verschleppt und zahlreiche jüdische Einrichtungen und Wohnungen zerstört. Etwa 500 jüdische Bürger sind namentlich bekannt, die in den folgenden Jahren bei der Shoa umkamen, darunter 19, die jünger als 16 Jahre alt waren. Im Dezember 1938 begann die jüdische Volksschullehrerin Else Hirsch mit der Organisation von insgesamt zehn Kindertransporten in die Niederlande und nach Großbritannien, um jüdische Kinder und Jugendliche zu retten. Auch viele Bochumer Kinder anderer verfolgter Gruppen wurden von niederländischen Familien aufgenommen und so vor Verschleppung und Ermordung geschützt.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt durch Bombenangriffe zu 38 Prozent zerstört.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, 1945, gehörte Bochum zur Britischen Besatzungszone. Von der britischen Militärverwaltung wurden in Bochum zwei DP-Lager eingerichtet zur Unterbringung so genannter Displaced Persons. Die Mehrzahl von ihnen waren ehemalige Zwangsarbeiter aus Polen.

In der Nachkriegszeit entwickelte sich Bochum zu einem Kulturzentrum des Ruhrgebietes. 1962 eröffnete, unter anderem auf dem ehemaligen Zechengelände der Zeche Dannenbaum, die Adam Opel AG, eine Tochter von General Motors, in den Stadtteilen Laer und Langendreer die drei Opelwerke, die zum Symbol für den Strukturwandel im Ruhrgebiet wurden.

1964 wurde im Stadtteil Harpen der Ruhr-Park fertiggestellt, das zweite Einkaufszentrum „auf der grünen Wiese“ in der Bundesrepublik und heute das größte seiner Art in Deutschland. 1973 schloss die letzte Bochumer Zeche (Zeche Hannover). Neben ausgedehnten industriellen Zonen entstanden große durchgrünte, zum Teil fast ländlich wirkende Bereiche, die unter anderem bis zur Ruhr und zum Kemnader Stausee (Freigabe 1980) reichen. 1979 fand die Eröffnung der ersten Stadtbahn-Strecke und des Ruhrstadions statt.

Seit 1919 ist Bochum Theater- und seit 1965 Universitätsstadt (Ruhr-Universität mit rund 33.000 Studierenden), seit 1988 auch Musical-Stadt. Am 12. Juni 1988 eröffnete die deutschsprachige Musicalproduktion „Starlight Express“ von Andrew Lloyd Webber am Stadionring in Bochum.

1989 nahm die Stadtbahnlinie U 35 von Bochum Hauptbahnhof nach Herne Schloss Strünkede den Betrieb auf. 1993 schlossen sich die Städte Bochum, Hattingen, Herne und Witten zur Region Mittleres Ruhrgebiet zusammen. Im Jahre 2003 wurde das Veranstaltungszentrum RuhrCongress eingeweiht. 2004 kam es bei den Werken der Adam Opel AG zu Arbeitsniederlegungen. Im Jahre 2005 erfolgte die Grundsteinlegung für die neue Synagoge der jüdischen Gemeinde Bochum – Herne – Hattingen.

1904 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt Bochum die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Bis 1926 verdoppelte sich diese Zahl auf 200.000. Am 1. Januar 1975 erreichte die Bevölkerungszahl durch die Eingemeindung der Stadt Wattenscheid (81.469 Einwohner 1974) mit 417.336 ihren historischen Höchststand. Am 31. Dezember 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Bochum nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 385.626 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern), bis 2025 wird sie laut Prognose des Landesamtes auf 359.300 zurückgehen.

Bochum gehörte seit der Gründung zum Erzbistum Köln und war dem Archidiakonat des Kölner Dompropstes unterstellt. Um 1570 fasste die Reformation Fuß. Doch dauerte es noch bis 1613, als sich die lutherische Gemeinde von der katholischen Gemeinde trennte. Ab 1634 entstand auch eine reformierte Gemeinde. Die Stadt war danach überwiegend protestantisch, doch gab es stets auch Katholiken, die weiterhin zum Erzbistum Köln gehörten. 1821 wurde sie dem Bistum beziehungsweise Erzbistum Paderborn zugeordnet. Bochum wurde Sitz eines Dekanats, das später in die Dekanate Bochum-Mitte, Bochum-Süd und Bochum-Ost unterteilt wurde. Vom 31. August bis zum 4. September 1949 fand in Bochum der 73. Deutsche Katholikentag unter dem Motto „Gerechtigkeit schafft Frieden“ statt. 1958 wurde Bochum dem neu gegründeten Bistum Essen angegliedert. Zu den ältesten Gründungen des Ruhrgebietes gehört die Kirchengemeinde im Stadtteil Bochum-Stiepel (885 n. Chr. erstmals urkundlich erwähnt) mit ihrem weithin bekannten und einzigen Marien-Wallfahrtsort des Bistums Essen. Stiepel entwickelte sich zu einem vielbesuchten Wallfahrtsort, der 1294 durch ein Dekret des Papstes Bonifaz VIII. bestätigt wurde. Jährlich besuchen etwa 70.000 Pilger die Stiepeler Wallfahrtskirche St. Marien mit dem Gnadenbild der „Schmerzhaften Mutter“, die zum Arial des von den Zisterziensern errichteten „Kloster Stiepel“ gehört. Die Pfarrgemeinden Bochums gehören heute zum Stadtdekanat Bochum bzw. Wattenscheid.

Für die Gesamtübersicht der Gemeindekirchen, Filialkirchen und weiteren Kirchen: → siehe auch Bistum Essen.

Die Zisterzienser-Klosterpfarrei St. Marien in Stiepel bleibt als eigenständige Gemeinde bestehen und wird nicht in die neue Struktur des Bistums Essen eingegliedert.

Die protestantischen Gemeinden Bochums kamen mit dem Übergang der Stadt an Preußen zur Evangelischen Kirche in Preußen beziehungsweise dessen westfälischer Provinzialkirche. Bochum wurde Sitz einer Superintendentur, aus welcher der heutige Kirchenkreis Bochum innerhalb der Evangelischen Kirche von Westfalen hervorging. Dieser umfasst insgesamt 22 evangelische Kirchengemeinden innerhalb der Stadt Bochum.

Neben den evangelischen und römisch-katholischen Gemeinden in Bochum gibt es auch noch verschiedene Freikirchen, darunter die Gemeinde der Christen Ecclesia, die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden (Baptisten), Freie Evangelische Gemeinden, die Siebenten-Tags-Adventisten, die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK) – zwei Gemeinden –, den Freikirchlichen Bund der Gemeinde Gottes und die Jesus Freaks. Auch die Neuapostolische Kirche und die Christengemeinschaft, sowie die Jehovas Zeugen sind in Bochum vertreten.

Am 14. November 2005 wurde im Beisein des Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, der Grundstein für die neue Synagoge der Jüdischen Gemeinde Bochum – Herne – Hattingen an der Castroper Straße neben dem Zeiss Planetarium Bochum gelegt. In den offiziellen Grundstein legte Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz neben einer aktuellen Tageszeitung einen silbernen Stadtbarren als Erinnerung an den Tag. Die Einweihung der Synagoge erfolgte am 16. Dezember 2007.

Infolge der vorwiegend türkischen Einwanderung im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts entstanden fünf islamische Gemeinden in Bochum. Gebetshäuser finden sich an der Schmidtstraße und Maximilian-Kolbe-Straße, sowie an der Humboldtstraße, der Essener und der Dibergstraße.

An der Spitze der Stadt stand zunächst der gräfliche Stadtschultheiß der Grafschaft Mark. Doch ist bereits seit 1321 ein Rat nachweisbar, dem 2 Bürgermeister und 6 Ratsmänner („Ratsfreunde“) angehörten. Die Bürgermeister wurden bis 1744 jährlich gewählt. Ab 1731 gab es einen „worthaltenden Bürgermeister“, der die Gesamtleitung der Stadt hatte und einen 2. Bürgermeister, der für Polizeiangelegenheiten und das Marktwesen zuständig war. Daneben gab es 3 Senatoren, für Bau- und Wohnungswesen, für Feuerwesen und für die Kämmerei. Zwischen 1714 und 1765 wurde der Rat von der preußischen Regierung ernannt. Danach wurde er wieder gewählt. In französischer Zeit stand ein Maire, ab 1815 ein Bürgermeister an der Spitze der Stadt. 1843 wurde die Landbürgermeisterei Bochum abgetrennt und in der Stadt die revidierte Städteordnung eingeführt.

Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Bochum wurde Verwaltungssitz des NS-Gaus Westfalen-Süd. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein, und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten „Rat der Stadt“, dessen Mitglieder man als „Stadtverordnete“ bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1994 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wurde 1999 erstmals direkt vom Volk gewählt.

Das Wappen der Stadt Bochum zeigt in Blau einen in drei Reihen weiß-rot geschachteten Balken, belegt mit einem stehenden schwarzen Buch mit goldenem Schnitt, silberner Deckelprägung und zwei silbern verzierten schwarzen Schließen. Die Stadtfarben sind blau-weiß. Das heutige Wappen wurde nach der jüngsten Vergrößerung des Stadtgebiets 1975 angenommen, wobei der rot-weiße Balken aus dem alten Wattenscheider Wappen entnommen wurde. Das alte Bochumer Wappen zeigte lediglich das Buch ohne den weiß-roten Balken. Es wurde von einer Stadtmauer gekrönt. Dieses Wappen war 1913 amtlich festgelegt und 1953 durch die Hauptsatzung der Stadt bestätigt worden, wobei es bereits in den Siegelabdrucken aus dem 14. Jahrhundert zu sehen ist. Die Herkunft des Buches als Wappensymbol ist jedoch nicht bekannt. Es wurde gelegentlich auch als „redendes Wappen“ bezeichnet, weil man annahm, der Stadtname Bochum komme vom Wort Buch. Dies konnte jedoch nicht bestätigt werden.

Bochum ist auch Patenstadt des ehemaligen Landkreises Neidenburg im früheren Ostpreußen. Seit 1990 trägt die Boeing 747-400 der Lufthansa mit der Registrierung D-ABVD den Taufnamen Bochum in alle Welt.

Die Stadt Bochum beherbergt über zwölf Museen: Bauernhausmuseum bei Haus Kemnade, Deutsches Bergbaumuseum, Eisenbahnmuseum Dahlhausen, Heimatmuseum Helfs Hof, Kunstsammlungen und Antikenmuseum der Ruhr-Universität, Medizinhistorische Sammlung der Ruhr-Universität Bochum, Museum Bochum – Kunstsammlung, Schulmuseum, Situation Kunst, Telefonmuseum, Zeche Hannover (mit Zeche Knirps) Westfälisches Industriemuseum, Brauereimuseum Fiege, Heimatmuseum Eppendorf.

Museum Bochum – Kunstsammlung: Das Museum Bochum wurde 1960 in der Villa Marckhoff eröffnet. 1983 fand mit einem Neubau der dänischen Architekten Bo und Wohlert eine Erweiterung statt. Die Sammlung umfasst zum einem deutsche Kunst nach 1945 und zum anderen internationale Kunst des 20. Jahrhunderts. Das Museum liegt gegenüber dem südlichen Hauptzugang zum Stadtpark Bochum.

Deutsches Bergbaumuseum: Das Deutsche Bergbau-Museum wurde im Jahre 1930 von der Westfälischen Berggewerkschaftskasse und der Stadt Bochum gegründet. Es ist zudem das Zentrum der Montangeschichtsforschung in Deutschland. Das 1974 von der Dortmunder Zeche „Germania“ hierher translozierte Fördergerüst über dem Museum ist mittlerweile zum weithin sichtbaren Wahrzeichen der Stadt geworden. Es besteht für Besucher die Möglichkeit, von zwei Aussichtsplattformen in 50 m und in 62 m Höhe einen Blick über die Stadt zu werfen. In 20 Hallen werden zahlreiche Objekte aus der Bergbaugeschichte ausgestellt. Unter dem Museum befindet sich in einer Tiefe zwischen 17 und 22 das Anschauungsbergwerk. Auf einer Strecke von 2,5 km wird die Technik des Steinkohlen- und Eisenerzbergbaus bis in die neueste Zeit dargestellt.

Heimatstube Langendreer: diese informative Sammlung zur Geschichte dieses östlichen Bochumer Stadtteils befindet sich im Untergeschoss des Amtshauses in Bochum−Langendreer. Die Sammlungsgründer Friedhelm Vielstich und Heinz-Richard Gräfe geben mit einer Vielzahl von Fotos, Dokumenten, Fahnen, Uniformen und weiteren Exponaten aus verschiedenen Epochen einen aufschlussreichen Überblick über die historische Entwicklung „ihres“ Stadtteils.

Das Schlieker-Haus würdigt das Leben und Wirken des Informel-Künstlers Hans-Jürgen Schlieker (1924–2004).

Das 1919 gegründete Orchester der Stadt Bochum hat sich im Laufe seiner Geschichte zu einem der wichtigsten Konzertklangkörper im Westen Deutschlands entwickelt. Seit 1994 wirkt Steven Sloane als Generalmusikdirektor der Bochumer Symphoniker. In einer der Spielstätten, dem Audimax der Ruhr-Universität Bochum, befindet sich auch eine der modernsten Orgeln aus der Orgelmanufaktur Klais mit 82 Registern.

Seit 1986 findet in der Bochumer Innenstadt das Rockfestival Bochum Total statt. Mittlerweile ist es mit 900.000 Zuschauern eine der größten Musikveranstaltungen Europas.

Die für 2009 geplante Durchführung der Loveparade in Bochum wurde am 14. Januar 2009 vom Veranstalter Lopavent abgesagt. Als Hauptgrund wurde die mangelnde Kapazität des Bochumer Hauptbahnhofes angegeben. Bis zuletzt gab es in Bochum außerdem keine passende Strecke für das Großereignis.

Überregionale Bedeutung im Sport hält Bochum durch die Fußballmannschaften des VfL Bochum und der SG Wattenscheid 09. Während aber der VfL seit 1971 relativ konstant in der ersten oder zweiten Bundesliga spielt, befindet sich die Sportgemeinschaft im Niedergang, der in der Saison 2006/07 im Abstieg aus der Oberliga gipfelte. Dies gilt jedoch nur für die erste Männer-Mannschaft, wohingehend die Damen in derselben Saison den Aufstieg in die 1. Bundesliga erreichten.

Darüber hinaus ist Bochum durch den deutschen Meister im Steeldart DSC Bochum, den vielfachen deutschen Meister im Billard DBC Bochum, die Handballerinnen des SV Teutonia Riemke, die Basketballer von BG Südpark, die deutschen Meister im Wasserball von SV Blau-Weiß Bochum, die Leichtathleten und Sportgymnastinnen des TV Wattenscheid 01 sowie die Bochum Cadets (Herren) und Bochum Miners (Frauen) bekannt, die im American Football erfolgreich sind.

Das Bermudadreieck ist mit 60 gastronomischen Betrieben das wichtigste Kneipenzentrum des Ruhrgebiets. Über drei Millionen Gäste besuchen die Kneipenmeile pro Jahr. Im Sommer kommen bis zu 30.000 Gäste pro Tag, bei großen Ereignissen wie dem Festival Bochum Total, das jährlich am ersten Wochenende der nordrhein-westfälischen Sommerferien stattfindet, kommen bis zu 400.000 Besucher pro Tag. Bochum ist Standort vieler Diskotheken und Kultureinrichtungen, zum Beispiel dem Kulturzentrum Bahnhof-Langendreer und der Zeche Bochum.

Das Rotlichtviertel der Stadt befindet sich am westlichen Rand der Innenstadt in der Nähe der Fertigungsstätten des Bochumer Vereins. Die dortigen Einrichtungen tragen im Volksmund die Bezeichnungen „Gurke“, „Eierberg“ oder auch derbe „Riemenwalzwerk“.

Im Stadtgebiet von Bochum verlaufen die drei Bundesautobahnen A 40 (Dortmund – Venlo), A 43 (Münster – Wuppertal) und A 44 (Aachen – Kassel) sowie eine autobahnähnliche Schnellstraße, der Bochumer Ring bzw. die ehemalige NS 7. Zudem durchqueren drei Bundesstraßen die Stadt: die Bundesstraße 51 (Osnabrück – Bochum – Bitburg), die B 226 (Hagen – Bochum – Gelsenkirchen) und die B 235 (Datteln – Bochum – Witten).

Derzeit ist eine Verbindung von A44 und A40 über die ehemalige NS 7 geplant, die sogenannte Opel-Spange. Nach derzeitiger Planung wird der entsprechende Abschnitt des Bochumer Rings zur Autobahn A441 hochgestuft werden. Darüber hinaus soll die A 40 bis Essen sechsspurig ausgebaut werden. Diese Pläne sind bereits seit den 1990er Jahren beschlossen, ursprünglich, um eine bessere Anbindung des Opel-Werks 1 im Stadtteil Laer an das Verkehrsnetz zu gewährleisten. Heute steht die Verbesserung des Ost-West-Transits durch das Ruhrgebiet im Vordergrund.

Als eine der wenigen Städte des Ruhrgebiets ist Bochum nicht direkt an das deutsche Bundeswasserstraßennetz angebunden; die nächste Anbindung befindet sich im nördlich gelegenen Herne an den Rhein-Herne-Kanal. Im Süden bildet die Ruhr die Bochumer Stadtgrenze. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war sie einer der am stärksten befahrenen Flüsse Europas und diente im wesentlichen der Kohleabfuhr. Abgesehen von Ausflugschiffen auf dem Kemnader Stausee ist die Schifffahrt jedoch längst eingestellt worden.

Die nächstgelegenen, per Autobahn an das Stadtzentrum Bochum angebundenen, Flughäfen befinden sich in Dortmund (31 km), Essen/Mülheim (27 km) und Düsseldorf (47 km). Zum Flughafen in Düsseldorf besteht über ICE-, IC-, RE- und S-Bahnlinien eine direkte Verbindung. Weitere erreichbare Luftverkehrsanbindungen sind der Konrad-Adenauer-Flughafen in Köln, der Airport Weeze, der Flughafen Münster-Osnabrück sowie der Flughafen Paderborn/Lippstadt.

Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) und die Ruhr Nachrichten (RN) erscheinen mit eigenen Lokalausgaben, die Zukunft der Bochumer Redaktion der Ruhr-Nachrichten über 2007 hinaus ist jedoch ungewiss. Außerdem erscheint mittwochs und samstags das kostenlose Lokalblatt „Stadtspiegel“. Eine Alleinstellung hat die kostenlose „Langendreerer Dorfpostille“, die 1981 im Zuge soziokultureller Zeitschriftengründungen (1976 „Guckloch“ später in „Prinz“ umbenannt, 1978 „Marabo“, 1982 „Terminal“, 1983 „coolibri“) ins Leben gerufen wurde. Sie realisiert noch heute ihr ursprüngliches Konzept einer politischen Gegenöffentlichkeit bezogen auf einen begrenzten lokalen Raum. An der Ruhr-Universität Bochum erscheint die älteste, kontinuierlich erscheinende Studierendenzeitung im deutschprachigen Raum, die Bochumer Stadt- & Studierendenzeitung (BSZ).

Seit 1990 sendet „98.5 Radio Bochum“, ehemals „Ruhrwelle Bochum“, ein lokales Radioprogramm in Kooperation mit Radio NRW in Oberhausen. Chefredakteurin ist Andrea Donat. Für den Bereich Sport zuständig ist Michael Ragsch. Moderatoren der Frühsendung „Hallo Wach“ sind Alexander Brauer und Ansgar Borgmann. Kultcharakter hat Fußball-Reporter Günther Pohl („Tooor im Ruhrstadion“) erlangt. Unter dem Namen Ruhrwelle ist der Sender gestartet, später wurde er in Radio 98.5 umbenannt. 98.5 Radio Bochum heißt er seit dem 24. Februar 2006.

Seit 1997 sendet „CT das radio“ (erstes Campusradio auf eigener Frequenz in NRW) ein lokales Radioprogramm auf der Frequenz 90 MHz. Zuvor war „Radio c.t.“ ein Programmelement im Bürgerfunk der Ruhrwelle.

Mein-Bochum beschäftigt sich fast ausschließlich mit Lokalpolitik, während Bo-Alternativ auch kulturelle Themen aufgreift und verschiedene Serviceseiten anbietet. Ferner existiert mit ja-zu-bochum.de ein weiteres "City-Portal", welches hauptsächlich auf studentisches Publikum ausgerichtet ist.

Seit 2006 sendet Bochum TV Dokumentationen über die Geschichte der Stadt Bochum. Der Sender wurde im Rahmen eines Projektes gegründet und sendet Material des Stadtarchivs Bochum. Der Stream kann nur über das Internet empfangen werden.

Einige von ihnen sind im Rahmen des Bochumer Modells auch Universitätsklinikum der Ruhr-Universität.

An der Musikschule Bochum werden derzeit ungefähr 7.000 Schüler unterrichtet.

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VfL Bochum

rewirpowerStadion Bochum

Der Verein für Leibesübungen Bochum 1848 – Fußballgemeinschaft e.V. (kurz: VfL Bochum) ist ein 1938 entstandener Sportverein aus Bochum, dessen Ursprünge bis auf das Jahr 1848 zurückreichen. Dem Gesamtverein gehören ca. 5000 Mitglieder an. Davon sind ca. 2300 Fußballer, wobei diese inzwischen offiziell als VfL Bochum 1848 Fußballgemeinschaft e.V. einen eigenen Verein bilden.

Die Fußball-Abteilung des Vereins spielt in der Bundesliga. Außer Fußball betreibt der VfL Bochum folgende Sportarten: Badminton, Basketball, Fechten, Handball, Hockey, Leichtathletik, Schwimmen, Tanzsport, Tennis, Tischtennis, Turnen und Volleyball.

Der VfL Bochum besteht in seiner heutigen Form erst seit dem 15. April 1938. Damals wurden auf Anordnung des nationalsozialistischen Fachamts Fußball in etlichen Städten des Deutschen Reichs die konkurrierenden Vereine in einem zentralen Großverein konzentriert, so auch in Bochum der Turnverein 1848, TuS 08 und Germania 1906 zum VfL Bochum 1848.

Der Sportverein Germania 1906 e.V. Bochum zählte zu den ältesten Fußballvereinen Bochums. Dem 1908 gegründeten Verein schlossen sich 1924 der FC 1906 Bochum (von diesem wurde die Jahreszahl „1906“ übernommen) und Vorwärts Bochum an. Von der Ligagründung 1933 an bis zur Fusion gehörte der SV Germania der Gauliga Westfalen an, wo er 1936 Vizemeister hinter dem Serienmeister FC Schalke 04 wurde, der jede Gauligasaison gewann. Das Fusionsprodukt VfL Bochum übernahm das Ligamandat des SV Germania.

Die anderen beiden Vorgänger des VfL haben gemeinsame Wurzeln: Der TuS entstand 1924 durch den Vereinsaustritt der Fußballabteilung des TV.

Abweichend von der Jahreszahl im Namen wurde der Bochumer Turnverein erst am 18. Februar 1849 gegründet. Im Dezember 1852 wurde der Verein verboten, 1860 unter dem gleichen Namen erneut gegründet. Erst im Mai 1904 wurde die Zahl 1848 in den Vereinsnamen eingefügt. Sie bezieht sich auf einen an 26. Juli 1848 im „Märkischen Sprecher – Kreisblatt für den Kreis Bochum“ veröffentlichten Zeitungsartikel, der zur Vereinsgründung im folgenden Jahr führte.

Am 31. Januar 1911 entstand die Fußballabteilung des TV, der sich 1919 der Nachbarverein SuS 08 Bochum anschloss. Der Verein hieß von nun an TuS 1848 Bochum. Im Zuge der Reinlichen Scheidung, dem Konflikt zwischen Turn- und Spielverbänden, spaltete sich dieser Verein 1924 in den Turnverein TV 1848 Bochum und den Spielverein TuS 08 Bochum auf.

Letzterer stieg 1935 in die Gauliga Westfalen auf und 1937 als Vorletzter wieder ab.

Der VfL hat die Zahl 1848 vom TV 1848 Bochum abgeleitet, aber der Verein wurde erst 1938 gegründet.

Sportlich war die Schaffung des Großvereins zunächst ein Gewinn. Der VfL blieb bis zur kriegsbedingten Einstellung des Spielbetriebs Gauligist, wurde in der Saison 1938/39 erneut Vizemeister Westfalens und belegte 1939/40 und 1941/42 den dritten Platz. Ab 1943 bildete der VfL mit Preußen 07 Bochum eine so genannte Kriegsspielgemeinschaft (KSG), die 1944/45 aber nur noch zwei Spiele austrug.

Anders als die meisten 1938 durch Fusion entstandenen Vereine, wurde der VfL Bochum nach dem Krieg nicht wieder getrennt. In den ersten Nachkriegsjahren spielte der Verein kaum eine Rolle. Erst nach acht Jahren in der Landesliga Westfalen, Amateurliga Westfalen und 2. Liga West gelang 1953 der Aufstieg in die erstklassige Oberliga West. Hier konnte sich der Verein gegenüber den klassischen Bergarbeitervereinen nicht behaupten. Meist beendete er die Saison in der unteren Tabellenhälfte, 1955 und 1961 stieg er jeweils als Tabellenletzter ab. 1956 stiegen die Bochumer direkt wieder auf, zwei Jahre nach dem zweiten Abstieg mussten sie sogar in die mittlerweile drittklassige Amateurliga Westfalen.

1965 stiegen die Bochumer tatsächlich durch Zufall in die zwei Jahre zuvor gegründete zweitklassige Regionalliga West auf: In den Qualifikationsspielen zwischen den beiden Staffelsiegern der Amateurliga gab es gegen die SpVgg Erkenschwick ein 4:1 und ein 2:3. Das notwendig gewordene Entscheidungsspiel endete nach Verlängerung 1:1. Das Los entschied für den VfL.

Nachdem der VfL Bochum im ersten Jahr nur auf Rang zwölf abschnitt, gehörte die Mannschaft ab 1966 zur Spitzengruppe der Regionalliga. 1971 schaffte das Team unter Trainer Hermann Eppenhoff nach der zweiten Westmeisterschaft in Folge durch eine souveräne Aufstiegsrunde mit sieben Siegen aus acht Spielen den Sprung in die Bundesliga (Fußball). Bereits 1968 hatte der VfL im Endspiel um den DFB-Pokal gestanden, das er im Südweststadion zu Ludwigshafen gegen den 1. FC Köln 1:4 verlor.

In den folgenden gut 20 Jahren hielt sich der Verein im Oberhaus, ohne je eine bessere Platzierung als den achten Tabellenplatz (1978/79) zu erreichen. Dieses brachte dem VfL den Spitznamen „Graue Maus“ der Liga ein. Zumeist war der VfL im Mittelfeld beheimatet, nicht selten auch nahe der Abstiegszone platziert und musste sich aus finanziellen Gründen oft am Saisonende von seinen größten Leistungsträgern trennen. Oft befand die Mannschaft sich im Abstiegskampf, konnte jedoch dabei immer die Klasse halten und bekam so später den Beinamen „Die Unabsteigbaren“ verliehen. Im Mai 1990 schloss der VfL die Saison zwar als 16. ab, durfte aber dennoch in der 1. Bundesliga bleiben, da er sich in zwei Relegationsspielen gegen den 1.FC Saarbrücken durchsetzte. Der VfL gewann das Hinspiel in Saarbrücken durch ein Elfmetertor von Thorsten Legat mit 1:0, im Rückspiel reichte dann daheim ein 1:1, Bochumer Torschütze war Uwe Leifeld.

Im Sommer 1993 stieg der VfL nach 22 Spielzeiten erstmals aus der 1. Bundesliga ab. Hatte man sich im Sommer 1990 noch in den Relegationsspielen als 16. retten können, gab nun ein einziger Punkt, den die Mannschaft weniger verbuchte als Dynamo Dresden, den Ausschlag. Nach nur acht Punkten in der Hinrunde – trotz der damaligen 2-Punkte-Regelung eine katastrophale Bilanz – wurde die Aufholjagd der Rückserie unter Trainer Jürgen Gelsdorf am Ende nicht mehr belohnt. Da der Kontrollausschuss des DFB die Lizenzvergehen des 1.FC Dynamo Dresden erst zur nächsten Spielzeit mit Punktabzug bestrafte, hielt der Abstieg auch am Grünen Tisch stand.

Es begann ein Auf und Ab, das den VfL in den folgenden vier Jahren zwischen der ersten und zweiten Liga pendeln ließ. In seiner ersten Zweitligasaison feierten die Bochumer einen souveränen Start-Ziel-Sieg, ab dem zweiten Spieltag führte das Team die Tabelle an und gab diesen ersten Platz bis zum Ende der Spielzeit nicht mehr aus der Hand. Doch 1995 stand schon der zweite Abstieg zu Buche. Jürgen Gelsdorf trat während der Saison zurück und Klaus Toppmöller wurde als neuer Trainer verpflichtet. Am drittletzten Spieltag verlor der VfL jedoch das vorentscheidende Spiel in Uerdingen mit 1:2. Unter Toppmöller gelang der erneute direkte Wiederaufstieg, mit 17 Punkten Vorsprung vor einem Nichtaufstiegsplatz und 12 Punkten Vorsprung auf die zweitplatzierten Bielefelder wurde auch nach einem Umbruch in der Mannschaft abermals die Zweitligameisterschaft gefeiert.

Sogar eine Konsolidierung im Oberhaus gelang Toppmöller, der das Team als Aufsteiger in der Saison 1996/97 zu einem ersten größeren Erfolg führte: Zum ersten Mal in seiner Geschichte erreichte das Team einen UEFA-Pokal-Platz. Im folgenden Wettbewerb erreichte die Mannschaft trotz der Hinspielniederlagen bei Trabzonspor und FC Brügge durch hohe Heimsiege in den Rückspielen das Achtelfinale. Hier setzte sich der hohe Favorit Ajax Amsterdam durch, nachdem der VfL im Hinspiel in Amsterdam bereits mit 2:0 in Führung gehen konnte.

In der Bundesliga folgte schon ab 1999 eine erneute Phase der Auf- und Abstiege, an dessen Ende im Sommer 2002 der vierte direkte Wiederaufstieg des VfL in die Bundesliga stand. Der Aufstieg wurde erst am letzten Spieltag durch einen 3:1-Sieg in Aachen gesichert.

Unter Trainer Peter Neururer spielte die Mannschaft in der Bundesligasaison 2002/03 zunächst sehr erfolgreich und stand zwischenzeitlich an der Tabellenspitze. Am Ende schloss das Team auf dem neunten Tabellenplatz ab.

Am 22. Mai 2004 beendete der VfL Bochum die für ihn erfolgreichste Saison seiner Vereinsgeschichte mit dem 5. Platz vor Borussia Dortmund und FC Schalke 04. Damit durfte der Verein zum zweiten Mal am UEFA-Pokal teilnehmen. In der Saison holte die Mannschaft insgesamt 56 Punkte, so viele wie nie zuvor, und stellte mehrere Rekorde auf: In 13 Heimspielen blieb der VfL ohne Gegentor, und sein Torwart Rein van Duijnhoven blieb 911 Minuten ohne jeglichen Gegentreffer in Heimspielen – bis heute Bundesliga-Rekord.

Die Dienstzeit von Peter Neururer endete mit dem 34. Spieltag der Saison 2004/05, als der VfL trotz eines 1:0-Siegs beim Hamburger SV erneut absteigen musste.

Neuer Cheftrainer zur Saison 2005/06 wurde der Schweizer Marcel Koller; zum 1. April 2006 wurde Stefan Kuntz Manager beim VfL. Mit Abschluss der Saison 2005/06 schaffte Bochum als Zweitligameister erneut den Wiederaufstieg. Mit fünf direkten Wiederaufstiegen ist der VfL nun „Rekordwiederaufsteiger“ der Bundesliga.

Verpflichtet wurden im Sommer 2006 der Rechtsverteidiger Benjamin Lense vom 1. FC Nürnberg, Christoph Dabrowski von Hannover 96, Oliver Schröder von Hertha BSC Berlin, Ivo Iličević vom Regionalligisten Darmstadt 98 sowie Torhüter Alexander Bade vom 1. FC Köln und Stürmer Benjamin Auer vom 1. FSV Mainz 05. Nach Saisonbeginn wurde noch als Ersatz für Edu der griechische Nationalspieler Theofanis Gekas für ein Jahr auf Leihbasis (mit Kaufoption bei Klassenerhalt) geholt. In der Winterpause wurde der Kader durch den tschechischen Torhüter Jaroslav Drobný, den algerischen Verteidiger Anthar Yahia, sowie den kameruner Offensivspieler Joël Epalle verstärkt.

Zum Jahreswechsel 2007 konnte der VfL auf einem Nichtabstiegsplatz überwintern. Am 5. Mai 2007 schafften die Bochumer durch einen 3:0-Auswärtssieg in Hamburg – dem fünften Sieg in sechs Spielen – den Klassenerhalt und können so, wenn auch ohne Gekas (Wechsel zu Leverkusen) und Misimovic (Wechsel nach Nürnberg), für die neue Saison im Oberhaus planen.

Mit einem Sieg in Mönchengladbach schloss Bochum die Saison 2006/2007 auf dem 8. Platz ab. Theofanis Gekas wurde mit 20 Treffern Torschützenkönig 2007 und mit vier aufeinanderfolgenden Auswärtssiegen konnte ein neuer Vereinsrekord aufgestellt werden.

Nationale Titel konnte der VfL Bochum nie erringen, so dass heute neben knapp dreißig Jahren Zugehörigkeit zur Fußball-Bundesliga und zwei Teilnahmen am UEFA-Pokal nur die beiden Teilnahmen am Endspiel des DFB-Pokals zu Buche stehen. Bis jetzt stellte der VfL Bochum in drei Spielzeiten den Torschützenkönig der Bundesliga: Zuerst erzielte Stefan Kuntz 1985/86 22 Saisontore, dann war Thomas Christiansen in der Saison 2002/03 21 mal erfolgreich, und zuletzt gewann Theofanis Gekas in der Saison 2006/07 mit 20 Treffern die Torjägerkanone.

Seit dem 1. April 2003 wird das operative Geschäft des VfL von einem hauptamtlichen Vorstand, den derzeit Ansgar Schwenken (kaufmännischer Bereich, Organisation) und Thomas Ernst (sportliche Leitung) bilden, geführt. Dieter Meinhold (Marketing, Öffentlichkeitsarbeit) trat am 30. Juni 2006 aus dem Vorstand zurück.

Der VfL hat im Laufe der Vereinsgeschichte Nationalspieler verschiedener Nationen im Kader gehabt. Der deutschen Fußballnationalmannschaft gehört mit Paul Freier derzeit nur ein ehemaliger Bochumer an. Während ihrer Bochumer Zeit wurden neben Paul Freier nur Franz-Josef Tenhagen und Dariusz Wosz in der deutschen A-Nationalmannschaft eingesetzt.

Derzeit gehören dem Bochumer Kader einige Spieler an, die bereits Nationalmannschaftserfahrung gesammelt haben.

Der VfL Bochum spielte erstmals im März 1976 mit einem Werbeaufdruck auf dem vereinseigenen Trikot. Als erstes befand sich ein stilierter Osborne-Stier, das Zeichen des Spirituosenherstellers Osborne, auf den Bochumer Trikots. Darstellung und Größe dieser Werbung verstießen gegen die damals strengen DFB-Regularien, weshalb ab 1977 nur noch mit dem Schriftzug „Osborne“ geworben werden durfte.

Bereits seit 1911 spielen Germania Bochum und SuS Bochum als Vorläufervereine des heutigen VfL Bochum auf einem Gelände an der Castroper Straße nördlich der Innenstadt. Damit verfügt der VfL über eine der traditionsreichsten Heimstätten des deutschen Profifußballs.

Das erste dokumentierte Fußballspiel an der Castroper Straße fand am 8. Oktober 1911 zwischen SuS Bochum und dem VfB Hamm statt. In den 20er Jahren baute der Verein das Gelände zu einem der modernsten Stadien in Westdeutschland aus. Bei einem Fassungsvermögen von rund 50.000 Zuschauern fanden hier jährliche Leichtathletikfestivals statt, bei denen unter anderem Jesse Owens und Paavo Nurmi nach Bochum kamen. Am 2. Juli 1922 fand in Bochum erstmals ein Fußball-Länderspiel statt: Deutschland und Ungarn trennten sich 0:0-Unentschieden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging das Stadion an der Castroper Straße, wie es nun offiziell hieß, in städtischen Besitz über. Der VfL trug hier weiter seine Heimspiele aus, bis Mitte der 70er Jahre durch Mittel des Landes Nordrhein-Westfalen ein Neubau finanziert werden konnte. Während der Bauarbeiten an der Castroper Straße zog der VfL für sechs Bundesliga-Heimspiele ins benachbarte Herne um. Im Stadion Schloss Strünkede von Westfalia Herne siegte Bochum fünfmal und rettete sich damit im Abstiegskampf.

Seit der offiziellen Einweihung am 30. Juli 1979 spielt der VfL im Ruhrstadion, das zur Zeit nach einem Sponsor rewirpowerStadion benannt ist. Geplant für 42.000 Zuschauer, verfügt das Stadion heute aufgrund der Umwandlung von Steh- in Sitzplätze und des Einbaus großer Videoleinwände diesertage nurmehr über ein Fassungsvermögen von 31.328 überdachten Zuschauerplätzen; davon sind 15.689 Sitzplätze. Obwohl das 27 Jahre alte Stadion mittlerweile eine der ältesten Arenen im deutschen Erstligafußball ist, erfreut sich das Ruhrstadion bei Fans ob seiner Kompaktheit und geringer Distanz zwischen Spielfeld und Rängen besonderer Beliebtheit. Bei einer Umfrage des Fanmagazins Stadionwelt wurde das Ruhrstadion 2004 als beliebtestes Ziel für Auswärtsfahrten in der Bundesliga gewählt. In der 80er und 90er Jahren war das Ruhrstadion Schauplatz einiger Länderspiele der A-Nationalmannschaft, gegen Finnland, Jugoslawien und Ghana.

Direkt neben dem Stadion befindet sich seit Mitte 2003 das VfL-Stadioncenter. In ihm sind neben einem Fanshop und einer Fangastronomie auch die Geschäftsstelle und VIP-Räume des Klubs untergebracht. Über eine Brücke sind die VIP-Räume und die Haupttribüne des Ruhrstadions direkt miteinander verbunden.

Nach dem Verkauf der Namensrechte an seinem Stadioncenter entschloss sich der VfL Bochum im Sommer 2006 auch für den Verkauf der Namensrechte am Ruhrstadion. Beide Rechte haben die Stadtwerke Bochum erworben, weshalb der VfL Bochum ab der Saison 2006/07 im rewirpowerSTADION spielt.

In direkter Nachbarschaft zum Ruhrstadion liegt die Starlighthalle (Starlight Express) und der neu erbaute RuhrCongress. Das Stadion ist mit den Straßenbahnlinien 308 und 318 der BOGESTRA zu erreichen. Außerdem verfügt es an der A 40 über eine eigene Autobahnausfahrt.

Der älteste eingetragene Fanclub des VfL Bochum, die Bochumer Jungen, wurde am 15. Mai 1972 gegründet und ist damit der älteste Fanclub Deutschlands. Mitglieder der Ultrà-Bewegung gründeten 1999 die übergreifende Gruppierung Ultras Bochum. Die Fans des VfL stehen bei Heimspielen traditionell in der Ostkurve des Ruhrstadions, oder sitzen im angrenzenden Block A. Gästefans stehen gegenüber in der Westkurve.

Unter älteren Fans besteht eine Fanfreundschaft zu Fans des FC Bayern München. Rivalitäten herrschen gegenüber den Lokalrivalen aus Dortmund und Schalke, sowie Arminia Bielefeld. In den 90er Jahren herrschte eine besondere Rivalität gegenüber der SG Wattenscheid 09, was mit der lokalpolitischen Geschichte – der Eingliederung Wattenscheids in die Stadt Bochum – zu erklären ist.

Neben dem Musiker Herbert Grönemeyer, der auch Mitglied des Vereins ist, sind noch Politiker Wolfgang Clement, Schriftsteller Frank Goosen, Journalist Christoph Biermann, die Schauspieler Hans Werner Olm, Uwe Fellensiek und Armin Rohde, sowie die Fernsehpolizisten Toto & Harry als Sympathisanten des VfL bekannt.

Am 18. September 1976 verlor der VfL Bochum sein Heimspiel gegen Bayern München nach zwischenzeitlicher 4:0-Führung noch mit 5:6. In Reihen der Münchner standen mit Maier, Schwarzenbeck, Beckenbauer, Hoeneß und Müller gleich fünf Spieler, die 1974 Weltmeister wurden. Nicht nur deshalb war schon die 3:0 Halbzeitführung des Gastgebers eine Überraschung. Vor weniger als 20.000 Zuschauern erzielte Uli Hoeneß schließlich in der 89. Minute den 6:5 Siegtreffer für die Bayern. Wegen der Dramatik und des Torreigens wurde das Spiel in Bochumer Kreisen oft als Jahrhundertspiel bezeichnet.

In der Saison 1995/96 ließen sich die Spieler Peter Peschel, Thomas Ernst, Thomas Reis und Peter Közle eine Glatze schneiden. Eine weitere Rasur erfolgte nach dem Erreichen des UEFA-Cups am Ende der Saison 2003/2004. Trainer Peter Neururer wurde der Schnauzbart nach dem entscheidenden Spiel gegen Hannover 96 noch im Ruhrstadion abrasiert.

Theofanis Gekas ist der dritte Torschützenkönig im Trikot des VfL Bochum. Alle drei Torschützenkönige verließen nach dem Erringen dieses Titels den VfL.

Zur Saison 2007/08 hat der VfL Torwart Philipp Heerwagen von der SpVgg Unterhaching und Mittelfeldspieler Danny Fuchs (SpVgg Greuther Fürth) ablösefrei verpflichtet. Der bisher nur ausgeliehene algerische Nationalspieler Anthar Yahia wechselt vom französischen Erstligisten OGC Nizza nach Bochum. Außerdem kommt der slowakische Nationalstürmer Stanislav Šesták vom amtierenden slowakischen Meister MŠK Žilina zum VfL. Auch der schwedische Nationalspieler Matías Concha (Djurgårdens IF) wurde vom VfL unter Vertrag genommen. Weiterhin wurden der Abwehrspieler Mergim Mavraj (Darmstadt 98), der Franzose Marc Pfertzel (AS Livorno) und Heinrich Schmitgal (SC Verl) verpflichtet. Als weiteren Stürmer verpflichtete der VfL den österreichischen U-19 Nationalspieler Marc Sand vom FC Kärnten. Als weiteren Torhüter leiht sich der VfL den Tschechen Jan Laštůvka aus. Nach dem Trainingsauftakt gab Stefan Kuntz die Verpflichtung des 31-jährigen polnischen Stürmers Marcin Mięciel bekannt. Der ausgeliehene Benjamin Auer wird wieder zum Kader stoßen.

Den Verein verlassen werden Zvjezdan Misimović, der ablösefrei zum 1.FC Nürnberg wechselt, und Theofanis Gekas, der in Leverkusen unterschrieben hat. Bochum besaß zwar eine als „Vorkaufsrecht“ ausgestaltete und für die Bundesliga gültige Option auf Gekas, verzichtete nach einer Einung mit Bayer Leverkusen auf deren Ziehung. Art und Höhe des gezahlten Abstandes wurden nicht bekannt. Die auslaufenden Verträge der Spieler David Pallas, Alexander Bade, Fábio Júnior und Peter Skov-Jensen werden nicht verlängert. Dariusz Wosz beendet seine Karriere, wird dem Verein aber zukünftig als Jugendtrainer zur Verfügung stehen. Des Weiteren verlassen auch Jaroslav Drobny (zu Hertha BSC), Linksverteidiger Heiko Butscher (zum SC Freiburg) und Stürmer Joris Van Hout (zum KVC Westerlo) den Verein. Thomas Rathgeber, der bisher an die SpVgg Unterhaching ausgeliehen war, bleibt ein weiteres Jahr als Leihspieler bei den Münchner Vorstädtern.

Nach der Winterpause wurde Shinji Ono von Urawa Red Diamonds verpflichtet. Im Jahre 2002 war dieser Asiens Fußballer des Jahres. Der Ukrainer Aleksey Belik wurde bis zum Ende der Saison von Schachtjor Donezk geliehen.

Seit Januar 1995 ist Jürgen Heipertz sportlicher Leiter der Amateur- und Jugendabteilung.

Die zweite Fußballmannschaft des VfL Bochum belegte in der Saison 1999/2000 den 15. Platz in der Regionalliga West. Dies reichte nicht, um sich für einen Platz in den ab 2000 nur noch zwei Regionalligen zu qualifizieren. Seit der Saison 2000/2001 spielt die zweite Mannschaft in der Oberliga Westfalen und konnte sich bisher in jeder Spielzeit am Ende in der oberen Tabellenhälfte platzieren. Zwar ging das Finale des Westfalenpokals am 26. Juli 2005 mit 5:4 (n.E.) gegen die Sportfreunde Siegen verloren, doch durch den Aufstieg der Siegener reichte diese Finalteilnahme, um einen Startplatz im DFB-Pokal zu bekommen. Am 19. August 2005 ging das Pokalspiel gegen den Zweitligisten Erzgebirge Aue mit 2:3 verloren.

Der VfL nimmt mit einer U21-Mannschaft an der internationalen E.T.T.-Nachwuchsrunde teil. Die A-Jugendmannschaft gewann 1969 die erste Deutsche Jugendmeisterschaft und erreichte 2004 und 2005 jeweils das Endspiel um selbige. Die B-Jugendmannschaft wurde 1985 Deutscher Jugendmeister.

Lange Zeit nahmen die Leichtathleten, noch vor der Fußballabteilung, eine Vorreiterrolle im Vereinsleben ein. In den 20er Jahren gehörte der TuS Bochum, einer der Voräufervereine des VfL, zu den erfolgreichsten Leichtathletikstützpunkten Deutschlands. Bereits 1904 hatte der spätere 2. Vorsitzende des TuS, Dr. Paul Weinstein, an den Olympischen Spielen teilgenommen und eine Bronzemedaille im Hochsprung erreicht.

Seit ca. 1920 trug der Verein im Stadion an der Castroper Straße so genannte „Internationale Kampfspiele“ aus, zu denen Leichtathleten-Weltstars wie Jesse Owens oder Paavo Nurmi nach Bochum kamen. Der TuS selbst hatte mit Erich Borchmeyer und Arthur Jonath zwei der besten 100m-Sprinter ihrer Zeit in seinen Reihen. Jonath lief am 5. Juni 1932 als erster Europäer die 100m in 10,3 sek und stellte damit einen Weltrekord auf.

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg und der Gründung des VfL gehörten einige Leichtathleten des VfL noch lange Jahre zur nationalen Spitze: Josef Legge wurde Ende der 40er Jahre drei Mal Deutscher Meister im Marathonlauf, Horst Gieseler startete über bei den Olympischen Spielen 1964 über die 400m und Werner Trzmiel war als bester deutscher 110m-Hürdenläufer seiner Zeit bei den Spielen 1964 und 1968 aktiv.

Durch die Eingemeindung Wattenscheids ins Stadtgebiet von Bochum verlor der VfL seine lokale Vorreiterrolle: die besten Athleten wanderten zum nationalen Olympiastützpunkt des TV Wattenscheid 01, aus der bis heute zahlreiche erfolgreiche Leichtathleten hervorgegangen sind.

Die Leichtathletik-Abteilung des VfL entschloss sich deshalb Anfang der 1980er Jahre für einen formellen Zusammenschluss mit der Turnabteilung des VfL. Erst Anfang 2007 lösten die beiden Abteilungen ihre Partnerschaft, so dass die Leichtathleten des VfL fortan wieder als selbstständige Abteilung fungieren. Aktueller Vorsitzender ist Herbert Neuhaus.

Die Leichtathletik-Abteilung des VfL trainiert auf dem Leichtathletik-Platz des VfL Bochum, einem Nebenplatz des rewirpower-Stadions an der Castroper Straße.

Die Basketballgemeinschaft des VfL wurde 1957 gegründet und 1988 als eigenständiger Abteilungsverein eingetragen. Zu den größten Erfolgen der Basketballer gehören im Herrenbereich der Aufstieg in die 2. Bundesliga und der Gewinn des Westdeutschen Pokals 1996 sowie im Damenbereich die Zweitligazugehörigkeit von 1987 bis 1993 und 1995 bis 1997, die Teilnahme am Spielbetrieb der 1. Bundesliga zwischen 1993 und 1995 sowie der Gewinn des WBV-Pokals 2005. In der Saison 2008/09 wird die 1. Herren-Mannschaft voraussichtlich in der Bezirksliga und die 1. Damen-Mannschaft in der Oberliga spielen.

Den größten Erfolg als Team feierte der VfL Bochum im Badminton 1964 mit dem Gewinn der Deutschen Vizemeisterschaft. Der Verein hatte mit Brigitte Pickartz-Steden-Potthoff und Friedhelm Wulff zwei auch international außerordentlich erfolgreiche Badmintonspieler in seinen Reihen.

Die Herrenmannschaft der Tischtennisabteilung wurde 1954 deutscher Vizemeister, nachdem sie im Vorjahr bereits den dritten Rang erreichen konnte.

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Bundestagswahlkreis Bochum I

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Der Bundestagswahlkreis Bochum I (Wahlkreis 141) liegt in Nordrhein-Westfalen und umfasst die Stadtbezirke Mitte, Wattenscheid, Süd und Südwest der kreisfreien Stadt Bochum. Der Wahlkreis, dessen Zuschnitt sich in der Vergangenheit mehrfach änderte, gilt seit den 1960er-Jahren als eine sichere Hochburg der SPD.

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Ruhr-Universität Bochum

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Die Ruhr-Universität Bochum (RUB) in Bochum ist mit über 32.000 Studierenden eine der zehn größten Universitäten in Deutschland.

Die Ruhr-Universität gehört zu den forschungsstärksten Universitäten in Deutschland und befand sich 2007 in der Endrunde der vom Bund geführten Exzellenzinitiative.

Bundesweit belegt sie den zweiten Platz in der Liste der DFG-Sonderforschungsbereiche. Im aktuellen DFG-Ranking unter den 40 deutschen Hochschulen mit dem höchsten Bewilligungsvolumen für Forschungsvorhaben der Jahre 2002 bis 2004 erreichte sie Rang drei in den Lebenswissenschaften, den neunten Platz in den Ingenieurwissenschaften und Platz 12 in den Naturwissenschaften. Im gesamten Vergleich erzielte die RUB den 15. Platz.

Die Gründung der RUB im Jahr 1962 (Aufnahme des Lehrbetriebs 1965) war die erste Universitätsneugründung in der Bundesrepublik. Die Universität wurde außerhalb der Stadt (auf der grünen Wiese) als Campus-Universität im Bochumer Stadtteil Querenburg angelegt: Bis auf wenige Außenstellen sind alle Fakultäten auf dem Universitätsgelände untergebracht. Die Universität, die für die Studierenden erbaute Wohnstadt „Hustadt“ und das beide versorgende Einkaufszentrum „Uni-Center“ dominieren bis heute den Stadtteil Querenburg.

Die Studierenden der Medizin absolvieren ihre praktische Ausbildung nicht zentral in einem eigenen Klinikum, sondern werden auf verschiedene Krankenhäuser in Bochum und Umgebung verteilt (Bochumer Modell). Im Zuge dieses Konzepts wurde am St. Josef Hospital 2005 ein Hörsaal für die praktische Ausbildung gebaut.

Von jeher ist die RUB eine Reformuniversität. In der Einführung gestufter Studiengänge nach Vorgabe der Bologna-Erklärung nimmt sie eine Vorreiterrolle in Deutschland ein.

Die Geschichte der Universität in Bochum beginnt bereits 1948 in der ersten Wahlperiode des Landtages mit der fraktionsübergreifenden Forderung nach einer zweiten technischen Hochschule in Westfalen. Favorit für den Standort war allerdings die Stadt Dortmund. Im Kulturausschuss wurden am 20. Dezember 1960 – und damit erst knapp zwölf Jahre später – die Mittel für den Kauf eines entsprechenden Geländes in Westfalen genehmigt. Nach weiteren, teilweise erbittert geführten Diskussionen setzte sich der Standort Bochum-Querenburg mit 102 zu 87 Stimmen gegenüber Dortmund im Landtag durch.

Zur schnellen Realisierung wurde nach weiterer Vorplanung der wissenschaftlichen Schwerpunkte 1962 ein Ideenwettbewerb ausgelobt, zu dem bekannte Architekten wie Gropius und Mies van der Rohe direkt eingeladen wurden, bei dem aber auch alle anderen in der BRD niedergelassenen Architekten zugelassen waren. Aus den 85 eingereichten Entwürfen setzte sich der Entwurf des Büros Hentrich, Petschnigg & Partner aus Düsseldorf durch.

Begonnen wurde der Bau der Universität offiziell am 2. Januar 1964 mit den Erdarbeiten für die Gebäude IA, IB und IC der Ingenieurwissenschaften. Durch die Verwendung eines einheitlichen Rastermaßes für die Struktur der Gebäude konnten Betonfertigteile direkt auf der Baustelle in industriellen Gußverfahren hergestellt werden, was dazu führte, dass die Ingenieurwissenschaften bereits am 30. Juni 1965 den Betrieb aufnehmen konnten, während die Bauarbeiten für die Gebäude der Natur- und Geisteswissenschaften sowie der Medizin noch bis August 1969 andauerten. Der zentrale Forumsbereich mit Bibliothek, Verwaltung, Audimax und Mensa wurde erst 1971 begonnen und am 1. August 1974 abgeschlossen.

Im März 2007 wurde von den drei Universitäten Dortmund, Bochum sowie Duisburg-Essen die Universitätsallianz Metropole Ruhr gegründet. Diese soll die Kooperation der Lehr- und Forschungsaktivitäten der beteiligten Universitäten stärken und den Universitäten eine bessere Ausgangsposition als exzellentem Standort in der nationalen und internationalen Wissenschafts- und Studienlandschaft geben.

Der Campus liegt am Rand einer Anhöhe über dem Kemnader See. 13 Hauptgebäude gruppieren sich in vier symmetrischen Komplexen aus je drei bis vier Hochhäusern um die Mensa, das Audimax, die Universitätsbibliothek und dem Forum der Universität.

Das architektonische Konzept stammt von Helmut Hentrich (Architekturbüro Hentrich, Petschnigg & Partner). Er sieht die Universität als einen Hafen im Meer des Wissens. Die Gebäude selbst symbolisieren Schiffe, die an ihren Zugängen „angelegt“ haben, das Dach des Audimax erinnert an eine Muschel. Dazu passend wurde auch Anfang der 1990er Jahre die Station „Ruhr-Universität“ der Stadtbahnlinie U35 gestaltet, deren Dach Wellen darstellen soll.

Ursprünglich war die RUB noch deutlich größer geplant. Mehrere Gebäude wurden nicht gebaut, unter anderem das geplante Universitätsklinikum. Zwei der drei für die medizinische Fakultät vorgesehenen Gebäude (MB und MC) wurden zwar fertiggestellt, aber nie bezogen. Sie standen jahrelang leer, bis sie schließlich an private Unternehmen verpachtet wurden. Die daraus erzielten Einnahmen wurden für den Bau des Wohnheims „Europahaus“ verwendet.

Im Audimax, das auch als Spielstätte der Bochumer Symphoniker dient, befindet sich eine der modernsten und größten Orgeln der berühmten Orgelmanufaktur Klais. Die Orgel aus dem Jahr 1998 verfügt über 6146 Pfeifen, zusammengefasst in 82 Register.

Die Architektur der Ruhr-Universität ist bis heute ein kontrovers diskutiertes Thema. Der fast alleinige Baustoff Beton erzeugt bei schlechtem Wetter einen tristen Gesamteindruck. Bei gutem Wetter dagegen kontrastiert der helle Beton mit dem blauen Himmel, so dass ein offener sonnendurchfluteter Gesamteindruck entsteht. Anfang der 1990er Jahre wurde die harte Betonarchitektur durch farblich abgesetzte Außenanstriche, Umgestaltungen der Hauptgebäude und durch die Anlage von Grünflächen abgemildert. Auch im Zuge der Exzellenzinitiative wird die Universität seit Anfang 2007 renoviert.

Trist und schlecht beleuchtet sind die großen mehrstöckigen Parkhäuser, die sich unter dem gesamten Zentralbereich des Campus herziehen. Wie anderswo auch, sollen Frauenparkplätze die geschlechtsspezifischen Risiken mindern.

Auf dem steil zur Ruhr hin abfallenden Hang befindet sich der Botanische Garten der Universität.

Der Campus soll in den nächsten Jahrzehnten grundlegend saniert werden. Die Hauptmensa wurde bereits zwischen 2003 und 2006 entkernt und grundlegend umgestaltet, für die Sanierung der Bürogebäude wird momentan in der I-Reihe ein neues Gebäude errichtet. Dieses wird nach Fertigstellung als Ausweichfläche dienen, um die anderen Gebäude nacheinander komplett sanieren zu können. Die Gesamtkosten werden mit knapp 1,2 Mrd. € veranschlagt.

Im Zuge der Sanierungen wurde und wird der Campus deutlich umgestaltet. Unter anderem werden nach und nach fast alle verbliebenen Grünflächen zwischen und neben den Gebäuden bebaut. Diese Gebäude werden z.T. kommerziell genutzt. Im Ausgleich dazu beginnt man allerdings, die Flachdächer zu begrünen.

Die Universität unterhält einen Botanischen Garten, der als Ausflugsziel weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt ist.

Die Interessen der Studierenden werden durch einen Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA) vertreten, der vom Studierendenparlament gewählt wird. Die Zusammensetzung des Parlaments mit 35 Sitzen wird in jährlichen Wahlen festgelegt, die Wahlbeteiligung betrug im Jahr 2008 17,66 %. Der AStA vergibt unter anderem Mittel an die Fachschaftsräte.

Im Dezember 2007 geriet der von Jusos, RCDS und Liberalen geführte AStA der Ruhr-Universität Bochum in den Blickpunkt der Presse, weil er aufgrund einer fehlgeplanten Musikveranstaltung mit prominenten Bands hohe Verluste erwirtschaftete.

Am 18. September 2006 verabschiedete der Senat der Ruhr-Universität eine Satzung, in der die Erhebung von Studiengebühren geregelt ist. Gemäß dieser Gebührensatzung haben die Studierenden der Ruhr-Universität ab dem Sommersemester 2007 Studiengebühren in Höhe von 500,-- Euro pro Semester zu zahlen. Diese wurden für das Wintersemester 2008/2009 und das Sommersemester 2009 gesenkt und betragen nun 480,-- Euro pro Semester . Die Gebührenordnung sieht einige Ausnahmen z.B. für studierende Eltern, Spitzensportler oder einkommensschwache Studierende vor.

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Source : Wikipedia