Binz

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Geschrieben von bishop 21/04/2009 @ 18:13

Tags : binz, mecklenburg-vorpommern, deutschland

Inhaltsverzeichnis
  1. Binz
  2. Franz Binz
  3. Kurhaus Binz
  4. Carl Binz
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Binz

Wappen der Gemeinde Binz

Binz ist eine amtsfreie Gemeinde im Landkreis Rügen in Mecklenburg-Vorpommern.

Binz liegt an der Ostküste der Insel Rügen zwischen der Bucht Prorer Wiek und dem Schmachter See. Nördlich von Binz erstreckt sich die Schmale Heide, eine Landzunge, die das Muttland Rügens mit der Halbinsel Jasmund verbindet. Östlich und südlich der Gemeinde ist das Gebiet hügelig, im Südosten werden in der Granitz Höhen knapp über 100 m ü. NN erreicht. Zu Binz gehört der Ortsteil Prora.

1318 wurde der Ort erstmals als Byntze in einer Steuererhebung der Grafschaft Streu erwähnt. Siedlungskern war die heutige mittlere Bahnhofstraße und die Rabenstraße, daneben existierten die Einzelgehöfte Granitz-Hof und Aalbeck. Kirchdorf und Zentrum des Kirchspiels war Zirkow.

Eine erste Andeutung der späteren Bedeutung als Ostseebad ergab sich bereits um 1830, als Gäste des Fürsten zu Putbus an der Mündung der Ahlbeck (Abfluss des Schmachter Sees) badeten. 1835 wurde eine einklassige Schule eingerichtet. Um 1850 durften Binzer Bauern das bis dahin vom Fürsten zu Putbus gepachtete Land kaufen.

Um das Jahr 1875 kommt das Baden im Meer in Mode. Die ersten Gäste kamen in den kleinen Ort Binz, fanden Gefallen an ihm, empfahlen ihn weiter. Im gleichen Jahr entstand die erste Verbindungsstraße vom Dorf zum Strand (Putbuser Straße). Zehn Jahre später wird Binz offiziell Badeort, was zur Folge hat, dass mächtig gebaut wird: die Strandpromenade, die Seebrücke, das Kurhaus, ein neues Wegenetz und der Kleinbahnanschluss. Um 1870 wurden schon 80 Badegäste im Jahr gezählt. In Binz und in anderen Badeorten an der Ostseeküste entstanden Ende des 19. Jahrhunderts keine großen Hotels, sondern Logierhäuser im Villenstil der sogenannten Bäderarchitektur. Sie erhielten vom Zeitgeist geprägte Namen: nationalistische wie „Germania“ oder Namen von Familienangehörigen – oft zum Beispiel der Vorname der Frau des Erbauers. 1876 wurde das erste Hotel gebaut. 1880 ließ Wilhelm Klünder das Strandhotel als erstes Hotel in Strandnähe errichten.

1888 wurde die „Aktiengesellschaft Ostseebad Binz“ gegründet, die 1890 das erste Kurhaus Binz eröffnete und 1891 in Konkurs ging. 1892 erlangte Binz die Stellung einer selbständigen Landgemeinde.

Gegen 1896 verband die Reederei „Bräunlich“ die Orte Stettin-Binz-Sassnitz miteinander. Es folgte eine rege Bautätigkeit. 1893 wurde das erste Kurhaus und der Kaiserhof gebaut. 1895 folgte der Bau der Kleinbahnstrecke Putbus-Binz und die Anlage der Strandpromenade, 1898 schließlich der Bau der ersten Post (Haus Kliesow, Hauptstraße). Am Strand wurden getrennte Damen- und Herrenbäder angelegt. Im Jahr 1902 wurde eine 600 Meter lange Seebrücke erbaut. Weitere Infrastrukturmaßnahmen waren die Errichtung einer Trinkwasserversorgung und Kanalisation (1903) und der Bau eines Elektrizitätswerkes (Jasmunder Straße).

Zwei Rückschläge waren die Zerstörung der Seebrücke durch einen Sturm in der Neujahrsnacht 1905 und der Brand des Kurhauses 1906. Nach dem Wiederaufbau der Seebrücke wurde 1908 auch ein neues Kurhaus erbaut. Zugleich entstand ein Familienbad. 1912 stürzte ein Brückenteil der Seebrücke ein, wobei 17 Menschen ums Leben kamen. Daraufhin wurde die DLRG gegründet.

1913 wurde die evangelische Kirche eingeweiht, 1928 das neue Postgebäude eingeweiht (Zeppelinstraße). Nach und nach verschwanden die am Strand errichteten Badeanstalten. 1922 wurde das Herrenbad, 1932 als letztes das Familienbad abgerissen.

Im Jahr 1937 begannen die umfangreichen Arbeiten am KdF-Seebad Prora, das zum größten und modernsten Seebad Europas ausgebaut werden sollte. Im gleichen Jahr wurde der Kurplatz neu angelegt. 1938 wurde das Bahnhofsgebäude Binz (heute DB) erbaut, 1939 erfolgte die Eröffnung der Bahnlinie Lietzow-Binz.

Durch Eisgang wurde 1942 die Seebrücke wieder zerstört. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden 1945 in Hotels, Pensionen und Villen Flüchtlinge und Umsiedler untergebracht.

1950 wurde Binz Bad der SDAG Wismut. Die unterbrochenen Arbeiten an den Gebäuden des KdF-Bades werden nach 1950 fortgesetzt, um Kasernen für die Volkspolizei zu schaffen, die später durch die Nationale Volksarmee genutzt wurden.

1952 wurde die Bahnstrecke Lietzow–Binz wieder in Betrieb genommen.

Im Jahr 1953 fand auch in Binz die „Aktion Rose“ statt. Besitzer von Hotels, Pensionen und Häusern wurden willkürlich kriminalisiert, verhaftet und enteignet. Der FDGB übernahm 1956 mit dem Seeschloß das erste Ferienheim in Binz. Ab 1972 wurden für den FDGB noch weitere Ferienheime (z. B. Haus Arkona, Haus Rügen, Haus Rugard) errichtet. Es entstand nördlich des bisherigen Ortes ein Wohngebiet in Plattenbauweise, welches das gewachsene Ortsbild beeinträchtigt. Die Ahlbeck, die das Wasser des Schmachter Sees in die Ostsee abführt, wurde in den 1950er Jahren verrohrt. Die "Mündung" der Rohrstrecke befindet sich am Binzer Strand und ist heute mit einem Hinweisschild versehen. Von 1970 bis 1985 entstand ein großes Wohngebiet West mit 736 Wohnungen in Plattenbauweise.

Mit den gesellschaftlichen Veränderungen in der DDR und der deutschen Wiedervereinigung ergaben sich auch für Binz deutliche Veränderungen. Viele der alten Villen an der Strandpromenade und im gesamten Ort wurden an die früheren Eigentümer zurückübertragen. Es setzte eine Welle von Sanierungen, Rekonstruktionen und Neubauten ein. Auch die ehemaligen Ferienheime des FDGB wurden privatisiert und völlig modernisiert. Daneben entstanden zahlreiche neue Gebäude, sowohl an der Peripherie als auch im Ortszentrum. Die Straßen und Bürgersteige wurden umfangreich instand gesetzt, die Strandpromenade in Richtung Prora verlängert. Der Kurplatz erhielt eine neue Gestaltung.

1990 wurde der Fremdenverkehrsverein Binz e. V. gegründet, 1994 die neue, 370 Meter lange, Seebrücke eingeweiht, die die 1942 zerstörte Brücke ersetzt.

In der Jasmunder Straße wurde 1998 das neue Gebäude der Gemeindeverwaltung eingeweiht. Im Jahr 2000 wurde das Haus des Gastes und 2002 der Kurpark Binz eröffnet. 2003 konnten die Promenade am Schmachter See und der Park der Sinne eröffnet werden. Seit Mai 2007 erstrahlen nun auch die komplette Hauptstraße und der prunkvolle Wendeplatz in neuem Glanz.

Der amtierende Bürgermeister von Binz ist Horst Schaumann.

Das Wappen wurde am 25. Januar 1928 von der Gemeinde angenommen und unter der Nr. 79 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Die Flagge besteht aus gelbem Tuch, das in der Mitte mit den Figuren des Gemeindewappens belegt ist. Die Figuren des Wappens nehmen sieben Neuntel der Flaggenhöhe und die Hälfte der Flaggenlänge ein. Die Länge des Flaggentuchs verhält sich zur Höhe wie 5 zu 3.

Die Gemeinde Binz unterhält Partnerschaften mit Białogard in Polen und Cuxhaven in Deutschland.

Sehenswert sind das Jagdschloss Granitz und die Bäderarchitektur entlang der Promenade an der Ostsee, die Seebrücke, das Kurhaus Binz, die Schmachter See-Promenade (wurde 2003 restauriert), der Park der Sinne, der Kurpark und das Binz-Museum.

Von Stralsund über Bergen auf Rügen ist Binz der Endpunkt der Bahnstrecke Bahnstrecke Lietzow–Binz. Des weiteren ist das Ostseebad Binz Endstation mehrerer Fernverkehrslinien der Deutschen Bahn AG. Die IC Linie 20 verbindet Binz über Stralsund - Hamburg - Frankfurt (M) - Karlsruhe mit Konstanz. Die IC Linie 45 verbindet Binz über Stralsund - Berlin - Erfurt - Kassel - Hamm - Düsseldorf mit Köln. Außerdem ist auch Wien mit Binz verbunden. Der EuroCity fährt über Prag - Bad Schandau - Dresden - Berlin - Stralsund nach Binz. In der Gegenrichtung verkehrt der EC noch weiter bis nach Brno hl.n.. Darüber hinhaus liegt Binz an der Dampfschmalspurbahn Rasender Roland von Putbus nach Göhren (auch über Sellin und Baabe).

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Franz Binz

Franz Josef Binz (* 2. November 1896 in Düren; † 22. Juni 1965 in Zülpich) war Reichstagsabgeordneter der NSDAP.

Binz besuchte ab 1902 in Düren die Volksschule und das Realgymnasium, das er im März 1914 mit der Obersekundareife abschloss. Im April 1914 trat er in die Kaiserliche Marine ein und wurde als Kadett an Marineschulen zum Seemann ausgebildet. Ab Oktober 1914 absolvierte er in einer Dampfkessel- und Maschinenfabrik eine Ausbildung im Maschinenbau. Im Juni 1915 kehrte Binz zur Marine zurück und legte nach weiteren Schulungen im Oktober 1916 das ingenieurtechnische Examen ab. Während des Ersten Weltkrieges diente er bei der Minensuchflotte Nordsee und bei der U-Bootgeleitflottille. Nach Kriegsende war er von November 1918 bis Oktober 1919 im Freiwilligen Minenräumdienst beschäftigt; ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz beider Klassen wurde Binz 1920 im Rang eines Leutnant aus der Reichsmarine entlassen. Binz kehrte nach Düren zurück und machte sich 1921 nach einer kurzen Beschäftigung bei der Reichsbahn als Kaufmann in der Papier- und Druckereibranche selbstständig.

Von 1921 bis 1924 war Binz Mitglied der SPD. Am 1. April 1927 trat er in die NSDAP (Mitglieds.-Nr. 60.530) und in die SA ein. Von 1927 leitete Binz die Dürener Ortsgruppe der NSDAP, gleichzeitig war er der dortige Kreispropagandaleiter. 1929 und 1930 gab Binz die „Dürener Nationalzeitung“ heraus; von 1930 bis 1933 war er der Schriftleiter des „Westdeutschen Beobachters“. Ab 1929 trat Binz als Gauredner im Gau Rheinland-Nord auf, ab 1931 war er Reichsredner der NSDAP. Mit einer kurzen Unterbrechung war Binz von Oktober 1930 bis Juni 1939 Bezirks- oder Kreisleiter der NSDAP im Kreis Schleiden in der Eifel. Zwischen Mai 1932 und April 1933 leitete er zusätzlich die NSDAP im Kreis Bergheim (Erft).

1931 wurde Binz wegen der Beleidigung eines Landrates zu 500 RM Geldstrafe oder 50 Tagen Gefängnis verurteilt. Im gleichen Jahr erhielt er eine dreimonatige Gefängnisstrafe wegen der Teilnahme an einem SA-Aufmarsch in Braunschweig. Ein wegen dieses Verstoßes gegen das Republikschutzgesetz erlassener Haftbefehl gegen Binz wurde am 8. Januar 1932 vollstreckt. In seinen biographischen Angaben im Reichstagshandbuch bezeichnete Binz sich später als „steckbrieflich politisch verfolgt“ und gab an, er habe „hohe Gefängnisstrafen verbüßt“.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde Binz im November 1933 Mitglied des Reichstages. Als Kreisleiter für Schleiden setzte sich Binz 1934 für die Errichtung eines großen Partei-Schulungslagers ein, dessen Kommandant er dann wurde. Aus dem Lager entstand die „Ordensburg Vogelsang“, eine Schulungsstätte der NSDAP für die Ausbildung ihres Führungsnachwuchses. Binz war in Bauphase der „Ordensburg“ zwischen 22. September 1934 und 1. Juli 1935 der „Burgkommandant“. Von 1934 bis 1938 war Binz Vertragsangestellter der Deutschen Arbeitsfront (DAF). Von 1935 bis 1938 war er Gaubeauftragter und stellvertretender Gauobmann dieser Einheitsorganisation von Arbeitgebern und Arbeitnehmern und unterstand damit direkt dem Gauleiter für Köln-Aachen, Joseph Grohé. Am 11. Januar 1939 wurde Binz „Reichstreuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Rheinland“ als regionaler Vertreter des Reichsleiters der DAF, Robert Ley, am 1. September 1943 zudem Präsident des Gauarbeitsamtes für Köln-Aachen.

Bereits am 30. Januar 1939 zum SA-Obersturmführer befördert, trat Binz am 1. Juli 1941 von der SA zur Reiter-SS (Mitglieds-Nr. 393.392) über. Von Juni bis August 1943 war Binz vorübergehend mit der Führung des SS-Grenadier-Ausbildungs- und Ersatz-Regiments 14 beauftragt; am 25. August 1944 wurde er zum Generalkommando des XII. SS-Armeekorps versetzt.

Bei Kriegsende wurde Binz am 8. April 1945 von alliierten Truppen gefangengenommen und bis zum 12. April 1948 im Lager Paderborn-Staumühle interniert. In der Entnazifizierung wurde Binz als „Belasteter“ eingestuft, seine hiergegen eingelegte Berufung blieb erfolglos. Binz wohnte später in Heimbach im Kreis Schleiden und vermietete dort Ferienhäuser.

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Kurhaus Binz

Binz auf Rügen, Kurhaus 2003

Das Kurhaus Binz liegt an der Strandpromenade, am Kurplatz und unweit der Seebrücke des Ostseebad Binz auf der Insel Rügen in Mecklenburg-Vorpommern. Heute ist es ein Luxushotel der Hotelgruppe Travel Charme.

Berliner Bankiers investierten mit der "Ostseebad Binz AG" in den Ausbau des Seebades und ließen ein Kurhaus bauen, das am 22. Juli 1890 eröffnet wurde. Zu den ersten Gästen gehörte Kaiserin Auguste Viktoria. Das aus Fachwerk gebaute Haus brannte am 1. Mai 1906 ab. Im Sommer 1907 beschloss der Gemeinderat, den Neubau des Kurhauses aus Stein nach den Plänen des Berliner Baumeisters Otto Spalding Das Gebäude wurde zu einem Wahrzeichen des Seebades.

In den 1920er Jahren verkaufte die Gemeinde das Kurhaus zusammen mit dem Hotel Kaiserhof für 165.000.000 Reichsmark an Adalbert Kaba-Klein. Das Kurhaus mit Varieté, Kasino und Kakadu-Bar besuchten zu dieser Zeit wohlhabende Gäste wie Industrielle, Ärzte, Juristen und Künstler.

Die Nationalsozialisten betrieben die Enteignung von Kurhaus-Inhaber Kaba-Klein. Im Zuge Arisierung wurde 1938 das Kurhaus an deutsche Zwangstreuhänder übergeben und später verkauft. Mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 nahm die Zahl der Urlauber ab, später suchten auch Bombenopfer und Flüchtlinge Zuflucht in Binz. Das Kurhaus hatte den Krieg unbeschädigt überstanden und russische Soldaten und Flüchtlinge wurden einquartiert. Der vertriebene Besitzer Kaba-Klein kehrte zurück, das Landgericht Greifswald sprach ihm das Kurhaus wieder zu. Weil Kaba-Klein angeblich Verpflegungsrationen der Bergleute an Schweine verfütterte, wurde er im Rahmen der Aktion Rose 1953 enteignet und zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. 1955 übernahm die NVA das Kurhaus als Erholungsheim für Offiziere und länger dienende Soldaten.

In den 1960er Jahren übernahm das Reisebüro der DDR das Kurhaus. Damit stand es auch für alle Binzer Gäste wieder offen. Die Terrasse wurde wieder mit Gastronomie bewirtschaftet und ein Intershop entstand. Im Kurhaus-Saal fanden Großveranstaltungen wie SED-Konferenzen und die Eröffnung der Fährverbindung Mukran-Klaipeda statt.

Nach der Wende gehörte das Kurhaus zur "Travel Gruppe" in Berlin, die aus den ehemaligen Reisebürohotels entstanden ist. Die Resort Hotel GmbH kaufte später die Hotels von der Treuhand, die Travel Charme GmbH übernahm den Betrieb. Nach den ursprünglichen Plänen des Baumeisters Spalding wurde das Kurhaus rekonstruiert und modernisiert. Zugleich wurde der Kaiserhof neu gebaut und durch Lobby und Café Glashaus mit dem Kurhaus verbunden. Als erstes Hotel Mecklenburg-Vorpommerns erhielt es die Auszeichnung „Fünf- Sterne-Superior“.

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Carl Binz

Carl Binz (* 1. Juli 1832 in Bernkastel-Kues; † 11. Januar 1913 in Bonn) war ein deutscher Pharmakologe und Medizinhistoriker.

Er habilitierte im Jahr 1862 in Bonn und gründete 1869 als Professor der Pharmakologie das Pharmakologische Institut, wo er lehrte und forschte. Carl Binz entwickelte maßgeblich die experimentelle Forschungsmethodik in der Pharmakologie weiter und legte grundlegende Untersuchungen, etwa zur Bekämpfung der Malaria, vor.

Binz machte sich als Medizinhistoriker besonders als Biograph Johann Weyers einen Namen.

In seiner Heimatstadt Bernkastel-Kues ist eine Straße nach ihm benannt.

Er war verheiratet mit Harriet Emily Schwabe, die wiederum verwandt war mit William Makepeace Thackeray, einem der bedeutendsten englischsprachigen Erzähler des Viktorianischen Zeitalters neben Charles Dickens. Mit Harriet Emily Schwabe hatte er einen Sohn, Arthur Binz.

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Source : Wikipedia