Bielefeld

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Geschrieben von goldorak 03/03/2009 @ 21:07

Tags : bielefeld, nordrhein-westfalen, deutschland, dsc arminia bielefeld, 1. bundesliga, fussball, sport

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Arminia Bielefeld

Die Geschäftsstelle des DSC Arminia Bielefeld in der SchücoArena.

Der DSC Arminia Bielefeld (vollständiger Name: Deutscher Sportclub Arminia Bielefeld e.V.) ist ein Bielefelder Sportverein. Neben Fußball werden die Sportarten Hockey, Eiskunstlauf und Billard angeboten. Derzeit hat Arminia Bielefeld 11.394 Mitglieder. Die Vereinsfarben sind Schwarz, Weiß und Blau. Der Vereinsname leitet sich vom Cheruskerfürsten Arminius ab, der den Römern im Jahre 9 n. Chr. in der Varusschlacht eine verheerende Niederlage beibrachte.

Bundesweit bekannt ist der Verein durch seine Fußballabteilung, die als bedeutendste Ostwestfalens gilt. Die erste Herrenmannschaft spielt seit dem letzten Aufstieg im Jahre 2004 in der Bundesliga. Aufgrund vieler Auf- und Abstiege in der Vergangenheit gilt der DSC Arminia als „Fahrstuhlmannschaft“. Mit sieben Bundesliga-Aufstiegen trägt er den inoffiziellen Titel des „Rekordaufsteigers“. 1971 war der Verein in den Bundesliga-Skandal verwickelt, der zum Zwangsabstieg in die Regionalliga führte. Die Verantwortlichen hatten gegnerische Spieler bestochen, um sich im Abstiegskampf einen Vorteil zu verschaffen.

Heimspielstätte der ersten Herrenmannschaft ist die SchücoArena mit einer Kapazität von 27.300 Plätzen. Traditionell ist das Stadion unter dem Namen (Bielefelder) Alm bekannt. Die Spieler werden von Fans Die Blauen und Die Arminen genannt.

Anfang des 20. Jahrhunderts existierten in Bielefeld die Gesellschaftsvereine Teutonia und Terpsichore. Die Aktivitäten dieser Vereine beschränkten sich auf das gesellige Beisammensein bürgerlicher junger Leute bei Tanztees und Ähnlichem. Sport im Allgemeinen und Fußball im Besonderen waren in dieser gesellschaftlichen Schicht verpönt. Zwei zugezogene Mitglieder des Vereins Terpsichore, der Niederländer Alwin Bohlen und der Bremerhavener Jonny Henningsen versuchten im Dezember 1904 bei der Hauptversammlung, dem Verein eine Fußballabteilung anzugliedern. Der Antrag wurde allerdings abgelehnt.

Der Vereinsvorsitzende Emil Schröder hatte jedoch mittlerweile Gefallen am Fußball gefunden. Gemeinsam mit Bohlen und Henningsen gab er Zeitungsanzeigen auf, um nach Gleichgesinnten zu suchen. Am 14. April 1905 versammelten sich vierzehn Männer im Restaurant Modersohn und beschlossen, einen Fußballverein zu gründen. Am 3. Mai 1905 wurde an gleicher Stelle der 1. Bielefelder Fußballclub Arminia gegründet. Schröder wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt. Die Vereinsfarben waren Blau-Weiß-Schwarz und der Monatsbeitrag betrug eine Mark.

Zwei Wochen später fand auf dem Kaiser-Wilhelm-Platz in der Stadtmitte das erste Spiel der Vereinsgeschichte statt. Gegner war eine Mannschaft aus Osnabrück. Entgegen den eigenen Vereinsfarben trugen die Spieler der Arminia orange Trikots. Das Ergebnis der Partie ist nicht überliefert. Der Club fand schnell neue Mitglieder und im Herbst 1905 nahm der Verein Kontakt zum Deutschen Fußball-Bund auf. Wegen der geographischen Lage war zunächst fraglich, ob der 1. BFC West- oder Norddeutschland zugeordnet werden sollte. Der Westdeutsche Spiel-Verband gründete daraufhin seinen siebten Fußballbezirk Westfalen und nahm die Arminia auf.

In der Saison 1906/07 nahmen die Bielefelder zum ersten Mal am Ligenspielbetrieb teil und trafen dabei auf die Osnabrücker Vereine Teutonia, Olympia 1903 und FC 1899. Nach mehreren Fusionen entstand 1924 aus diesen Vereinen der VfL Osnabrück. Arminia belegte mit 7:7 Toren und 6:6 Punkten den dritten Platz. In Bielefeld gründeten sich weitere Vereine, so dass 1907 auf Initiative der Arminia der Bielefelder Ballsportverband gegründet wurde. Im gleichen Jahr schloss sich der FC Siegfried der Arminia an, die einen neuen Platz an der Kaiserstraße (heute: August-Bebel-Straße) bezog.

Mit dem neuen Platz wurde der Verein jedoch nicht glücklich und nach nur fünf Monaten beschlagnahmte die Stadt das Gelände. Gleichzeitig plagten die Arminia finanzielle Probleme. Mit Julius Hesse wurde ein neuer Präsident gewählt, der den Club ins Vereinsregister eintragen ließ und durch geschickte Verhandlungen mit den Gläubigern die Schuldenlast minderte. 1910 bezog die Arminia einen neuen Platz an der Pottenau. Das erste Spiel auf dem neuen Gelände ging mit 1:4 gegen den Essener Turnerbund verloren.

In der Saison 1912/13 feierte der Verein seinen ersten großen Erfolg. Zum ersten Mal gewann die Arminia die Runde in der A-Klasse Westfalen, Gruppe Ost und besiegte anschließend den Meister der Westgruppe, den BV Dortmund 04, mit 5:1. Als Westfalenmeister nahm die Arminia an der westdeutschen Meisterschaft teil. Nach der Halbfinalniederlage gegen den Düsseldorfer SC Union stellte sich heraus, dass beide Mannschaften im Viertelfinale gegen einen falschen Gegner gespielt hatten. Der westdeutsche Verband meldete aus Zeitnot den Duisburger Spielverein als Vertreter zur deutschen Meisterschaft.

Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges stoppte den Höhenflug der Arminen. In den folgenden vier Jahren spielte der Verein nur noch auf Bezirksebene. Die Arminia gewann 1916 und 1917 die Meisterschaft im Bezirk Ravensberg-Lippe.

Nachdem die erste Nachkriegsspielzeit abgebrochen werden musste, gestaltete sich ebenfalls die Saison 1919/20 in der eingleisigen Bezirksklasse Westfalen als schwierig. Aufgrund eines von den Alliierten verhängten Reiseverbotes konnte die Meisterschaft nur teilweise ausgetragen werden. Während die Arminen 17 der 18 Spiele austragen konnten trug der FC Osnabrück 99 beispielsweise nur acht Partien aus. Mit dem Ziel, einen Großverein mit vielen Abteilungen zu schaffen, ging die Arminia eine Fusion mit der Bielefelder Turngemeinde 1848 ein. Fortan nannte sich der Verein TG Arminia Bielefeld.

Ein Jahr später wurde der DSC zwar Meister der Ostgruppe der Kreisliga Westfalen, durfte jedoch nicht zum Finale der Westfalenmeisterschaft gegen Preußen Münster antreten. Die Bielefelder hatten mit illegalen Mitteln den Spieler Friemauth von der Hammer SpVg abgeworben und wurden für drei Monate gesperrt. Keine zwölf Monate später sollte die Arminia von einer Entscheidung am grünen Tisch profitieren. In der Bezirksklasse gewann die Mannschaft alle Spiele und beendete die Endrunde um die Westdeutsche Meisterschaft punktgleich mit dem Kölner BC 01 auf dem ersten Platz. Das Entscheidungsspiel in München-Gladbach entschieden die Rheinländer mit 2:1 für sich.

Wenige Tage nach dieser Partie setzte der Verband das Endrundenspiel der Kölner gegen den Essener Turnerbund neu an. Grund war eine fehlende Spielberechtigung für Kölns schottischen Verteidiger Gregor Smith. Köln trat nicht an und das Spiel wurde für Essen als gewonnen gewertet. Dadurch hatte die Arminia in der korrigierten Endrundentabelle einen Punkt Vorsprung und erlangte somit die Meisterschaft. Damit nahm die Arminia erstmals an der Endrunde zur deutschen Meisterschaft teil. Hier kam jedoch im Viertelfinale das Aus. Gegen den FC Wacker München gab es in Karlsruhe eine 0:5-Niederlage.

Überschattet wurde die Saison vom Konkurs der TG Arminia Bielefeld am 20. Oktober 1922. Am 6. November 1922 wurde der 1. Bielefelder FC Arminia wieder gegründet und auch die Bielefelder Turngemeinde 1848 wurde wieder ins Leben gerufen. Aber auch ohne den Konkurs blieben sich Fußballer und Turner fremd. Durch die Neugründung der Stammvereine kam die Vereinsführung der reinlichen Scheidung zuvor, die 1924 reichsweit unzählige Vereine spalten sollte.

In der Saison 1922/23 blieben die Blauen in der Bezirksklasse ohne Punktverlust. Über die Stationen Preußen Münster und Jahn Siegen drang die Mannschaft in das Finale der westdeutschen Meisterschaft vor. Gegner im Essener Uhlenkrugstadion war TuRU Düsseldorf. Die Rheinländer führten zur Halbzeit mit 3:1 und die Düsseldorfer Anhänger schickten bereits Brieftauben mit der Siegesnachricht nach Hause. Doch die Arminen gaben nicht auf und konnten eine Verlängerung erzwingen. In dieser fiel der Siegtreffer und Arminia errang zum zweiten Mal die westdeutsche Meisterschaft.

Im Viertelfinale der deutschen Meisterschaft trafen die Bielefelder auf den SC Union 06 Oberschöneweide aus Berlin. Die in Bochum ausgetragene Partie wurde nach zweieinhalb Stunden Spielzeit torlos abgebrochen. Das Rückspiel in Berlin verlief dramatisch. Pohl brachte die Bielefelder nach 85 Minuten in Führung. Kurz vor Abpfiff fiel der Ausgleich. In der Verlängerung sorgte Lux für den Berliner Siegtreffer.

Arminias Spielmacher Walter Claus-Oehler wurde als erster Armine – und als erster Westfale überhaupt – in die deutsche Fußballnationalmannschaft berufen. Er debütierte am 10. Mai 1923 gegen die Niederlande. Insgesamt absolvierte er zwei Länderspiele und erzielte ein Tor. Es sollten mehr als 75 Jahre vergehen, bis wieder ein Bielefelder das Trikot der deutschen Nationalmannschaft trug.

Ab dem Jahr 1923 war der sportliche Höhenflug auf nationaler Ebene zunächst vorbei. Zwar konnten die Blauen noch vier weitere westfälische Meisterschaften feiern, bei den westdeutschen Meisterschaften hatten die Bielefelder jedoch nichts mehr zu bestellen. In diese Zeit fiel jedoch ein Ereignis mit Bielefelder Beteiligung, das Geschichte schreiben sollte. Das Auswärtsspiel der Arminia bei Preußen Münster am 1. November 1925 war die erste Liveübertragung eines Fußballspiels im deutschen Rundfunk. Auch vereinsintern brachte die zweite Hälfte der 20er Jahre zwei bedeutsame Änderungen. Am 30. Januar 1926 wurde auf Initiative des Tierarztes Mennerich die Umbenennung des Vereins in „Deutscher Sportclub Arminia Bielefeld“ beschlossen. Mennerich hatte zwar auch patriotische Beweggründe, allerdings bewegte ihn vornehmlich die Vision eines Vereins, unter dessen Dach viele Sportarten ein Zuhause finden sollten. Im gleichen Jahr fand die Arminia, mit dem Umzug auf die Alm, nach fast genau 21 Jahren wechselnder Spielstätten, ihre endgültige Heimat. Eröffnet wurde die neue Sportstätte am 1. Mai 1926 mit einem Freundschaftsspiel gegen den SC Victoria Hamburg.

1928 stand zum ersten Mal der Lokalrivale VfB 03 Bielefeld in der Abschlusstabelle vor der Arminia. Auch in den folgenden Jahren blieben die Erfolge aus und dementsprechend gingen die Zuschauerzahlen zurück. Aus finanziellen Gründen musste die Geschäftsstelle aufgelöst werden. Der DSC bekam jedoch durch lukrative Freundschaftsspiele gegen den Hamburger SV und den 1. FC Nürnberg seine Probleme in den Griff. Erst 1932 gab es nach einem 3:1-Sieg über den VfL Osnabrück mit dem Gewinn des Westfalenpokals wieder einen sportlichen Grund zur Freude. Ein Jahr später stand die Arminia wieder im Finale um die Westfalenmeisterschaft. Beide Spiele gegen die SpVgg Herten endeten mit einem 2:2, so dass ein Entscheidungsspiel notwendig war. Mit 4:2 gewannen die Bielefelder in Münster und qualifizierten sich für die westdeutsche Meisterschaft. Hier kam im Viertelfinale gegen die SuS Hüsten das Aus.

Dass die Arminia gegen Ende der 1920er-Jahre nicht mehr an frühere Erfolge anknüpfen konnte hatte mehrere Gründe. Die Leistungsträger kamen in die Jahre und unter den Spielern machte sich eine gewisse Selbstzufriedenheit breit. Dazu kam, dass Mitte der 1920er-Jahre die Arbeitervereine nach vorne drängten. Diese „Proletenclubs“ betrachteten die bürgerlichen Vereine anfänglich mit Misstrauen. 1922 wollte einer dieser Arbeitervereine aus dem Ruhrgebiet ein Freundschaftsspiel mit der Arminia vereinbaren. Aus Bielefeld kam die Antwort, dass dieser Verein doch „erst einmal Fußball spielen lernen sollte“. Lange Zeit hing das Bielefelder Antwortschreiben in der Geschäftsstelle des FC Schalke 04 hinter Glas.

Die Machtergreifung der Nationalsozialisten hatte auch Auswirkungen auf den Fußball. Statt über 30 höchsten Spielklassen wurden 16 Gauligen installiert, deren territorialer Zuschnitt sich nach den Gauen der Partei richtete. Die Arminia gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Gauliga Westfalen und war eine der Mannschaften, die sich sportlich für diese Klasse qualifizierten. Die Dortmunder Zwangsfusion Sportfreunde 95 wurde beispielsweise mit der Begründung aufgenommen, dass die Stadt Dortmund einen Gauligisten bräuchte. Dabei war keiner der Stammvereine in der Saison 1932/33 erstklassig gewesen.

Die erste Saison in der neuen Liga verlief aus Bielefelder Sicht nicht sonderlich erfolgreich. Mit nur sechs Pluspunkten wurde der DSC Tabellenletzter und stieg in die Bezirksliga Ostwestfalen ab. Nachdem die Arminen 1937 in der Aufstiegsrunde scheiterten, gelang 1938 der Wiederaufstieg in die Gauliga Westfalen. Zur Aufstiegsmannschaft gehörte auch Helmut Kronsbein, der 1954 Hannover 96 als Trainer zur deutschen Meisterschaft führen sollte.

Sportlich konnte die Bielefelder Mannschaft besser mithalten und sorgte für einige Überraschungen. Schon in der Aufstiegssaison rang die Arminia dem „Abonnementmeister“ Schalke 04 auf dessen Platz ein 1:1 ab. In der Saison 1939/40 wurde der DSC gar Vizemeister, obwohl die Mannschaft im Februar noch Vorletzter war. In dieser Saison gelang ein 8:2-Sieg über Borussia Dortmund, für den sich die Dortmunder in der Saison 1940/41 allerdings mit einem 10:2-Sieg auf der „Alm“ revanchierten. Das torreichste Spiel in Arminias Gauligageschichte stellte ein 13:4-Sieg beim damaligen Aufsteiger VfL Altenbögge in der Spielzeit 1941/42 dar. Im gleichen Jahr gelang den Bielefeldern ebenfalls ein sensationeller 2:1-Sieg in Schalke.

Je länger der Zweite Weltkrieg dauerte desto größer wurden seine Auswirkungen auf die Mannschaft. Immer öfter musste die Mannschaft aus Jugendlichen, Fronturlaubern und Veteranen zusammengestellt werden. Am 25. Juli 1943 ging die Arminia mit dem VfB 03 eine Kriegsspielgemeinschaft ein. Der „Bielefelder Fußballrest“ beendete die letzte Gauligasaison 1943/44 auf dem letzten Platz. Nach der Saison wurde die Gauliga aufgelöst und durch drei Kriegs-Gauklassen ersetzt. Die KSG VfB/Arminia trug jedoch nur noch ein Spiel gegen die SpVgg Union Herford aus, das 1:1 endete.

Der DSC stand in Bielefeld mit der Unterstützung des Regimes alleine da. Andere Vereine wie der VfB 03 hielten sich gegenüber den Nazis zurück. Mit dem neuen Präsidenten Karl Demberg wurde ab 1934 das Führerprinzip beim DSC Arminia umgesetzt. Jüdische Mitglieder wurden ausgeschlossen und erhielten Hausverbot auf der Alm. Das ehemalige Vorstandsmitglied Fritz Grünewald musste seine goldene Ehrennadel abgeben. Erst 2003 wurde ihm, der im Warschauer Ghetto starb, die Ehrung wieder zuerkannt.

Die Stadt Bielefeld wurde im Zweiten Weltkrieg weniger stark zerstört als andere Städte in Deutschland. Schon kurz nach Kriegsende wurde die Arminia neugegründet. Zeitweise wurde auch über eine Fusion mit dem Lokalrivalen VfB 03 nachgedacht, jedoch wollten beide Vereine ihre Tradition fortführen. Im Spätsommer 1945 versammelten sich Vertreter aller 18 Vereine, die zwischen 1933 und 1944 in der Gauliga Westfalen spielten, in Bönen und gründeten als Provisorium die Landesliga Westfalen. Am 17. Februar 1946 nahm die Liga ihren Spielbetrieb auf. Der DSC beendete die Saison als Vorletzter der Gruppe 2 und stieg in die Bezirksklasse ab.

Der angepeilte direkte Wiederaufstieg wurde verpasst. In der Bezirksklasse belegte die Mannschaft nur Platz fünf und blieb hinter Vereinen wie Grün-Weiß Bielefeld (heute: SC Bielefeld 04/26) oder dem TBV Lemgo zurück. Durch die Einführung der Oberliga West war die Arminia zum ersten Mal drittklassig. Mit dem neuen Trainer Karl Wunderlich aus Chemnitz sollte alles besser werden. Der DSC dominierte die Bezirksklasse nach Belieben und beendete die Saison als Meister mit 41:3 Punkten und 112:29 Toren. Doch die Freude über die Meisterschaft währte nur kurz. Es stellte sich heraus, dass der ebenfalls aus Chemnitz gekommene Helmut Ullmann verschwiegen hatte, dass er zwischenzeitlich noch in Hannover aktiv war. Nach den damaligen Bestimmungen zog ein Wechsel von einer Besatzungszone zur anderen eine sechsmonatige Sperre nach sich. Der Arminia wurden 14 Punkte abgezogen, wodurch der SC Oelde aufstieg.

Kurios verlief die folgende Saison 1948/49. Die Mannschaft hatte bereits einige Spiele in der Bezirksklasse absolviert, als der Verband nachträglich eine Aufstockung der Landesliga um zwei Mannschaften beschloss. Kurzerhand wurde die Arminia in die Landesliga befördert. Beflügelt vom Nachrücken wurde die Mannschaft Gruppensieger und traf in der folgenden Aufstiegsrunde zur Oberliga auf die SpVgg Herten und den VfL Witten. Nach Abschluss der Runde waren alle drei Mannschaften punktgleich. Es wurde eine Wiederholung der Runde auf neutralen Plätzen angesetzt. Nach einem 3:1 gegen Herten in Gladbeck musste die Arminia in Münster gegen Witten antreten. Durch ein Kopfballtor von Helmut Hasse gewann der DSC mit 1:0 und stieg in die Oberliga auf.

Die Oberligaspielzeit brachte schnelle Ernüchterung, da die Mannschaft zu schwach für die westdeutsche Eliteliga war. Trotz eines umjubelten 4:2-Sieges über Schalke blieb am Ende nur Platz 15 und Abstieg in die 1949 neu eingeführte II. Division. Die Versuche, wieder in die Oberliga aufzusteigen, misslangen. Durch den Standortnachteil hatte es die Arminia schwer, gute Spieler zu verpflichten oder ihre eigenen guten Spieler zu halten. Da die Verdienstmöglichkeiten der Spieler zur damaligen Zeit festgeschrieben waren, unterschreiben viele Spieler bei den Vereinen, die mehr Handgeld als andere zahlten. Zwar qualifizierte sich der DSC 1952 für die eingleisige II. Division, jedoch musste 1954 der Abstieg in die Landesliga hingenommen werden. Eine 1:4-Niederlage am letzten Spieltag der Saison 1953/54 gegen die SG Wattenscheid 09 besiegelte den Abstieg endgültig.

Nach dem Abstieg wurden erneut Fusionsverhandlungen mit dem VfB 03 durchgeführt. Allerdings machte der VfB im letzten Moment einen Rückzieher. Es folgten triste Jahre in der drittklassigen Landesliga, die 1956 in Verbandsliga umbenannt wurde. Auch wenn die Arminia immer unter die ersten Fünf kam, hatte die Mannschaft keine reellen Aufstiegschancen. Dies änderte sich erst 1962, als die Mannschaft mit einem Punkt vor Germania Datteln Sieger der Nordoststaffel wurde. Als nächstes setzte sich die Arminia gegen den Sieger der Parallelstaffel, den BV Brambauer mit 2:1 und 0:0 durch und feierte erneut die Westfalenmeisterschaft.

Zum Abschluss der Saison traf der DSC in der Aufstiegsrunde zur II. Division auf den Duisburger FV 08 und TuRa Bonn. Arminia verlor mit 0:1 in Bonn und schlug danach Duisburg mit 2:0. Da Bonn letztendlich auf den Aufstieg verzichtete, kehrten die Bielefelder in die Zweitklassigkeit zurück. In der Zwischenzeit beschloss der DFB die Gründung der Bundesliga zur Saison 1963/64. Als Unterbau sollte es fünf Regionalligen geben. Für diese Liga qualifizierten sich die ersten Acht der II. Division West.

Nach 20 Spieltagen stand die Arminia mit 14:26 Punkten auf dem vorletzten Rang und nichts deutete auf eine Regionalligaqualifikation hin. Trainer Jakob Wimmer musste gehen und wurde durch Hellmut Meidt ersetzt. Unter seiner Führung gewann Bielefeld acht der nächsten neun Partien. Am letzten Spieltag schaffte die Mannschaft durch einen 4:1-Sieg über den Dortmunder SC 95 noch der Sprung auf Rang sieben. Wie wichtig die Qualifikation für die Arminia war zeigt sich daran, dass von den acht Mannschaften, die die Qualifikation zur Regionalliga verpassten, lediglich der VfL Bochum die Rückkehr in den Profifußball schaffte.

Mit der Zielsetzung Klassenerhalt startete die Arminia in die erste Regionalligasaison. Die junge Mannschaft – der Altersdurchschnitt lag bei 23 Jahren – begann furios mit einem 6:1-Sieg über Hamborn 07. Einer erfolgreichen Vorrunde folgten Rückschläge in der Rückrunde, unter anderem ein 0:8 beim späteren Meister Alemannia Aachen. Die Saison wurde auf dem elften Platz beendet, im Jahr darauf verbesserte sich die Mannschaft sich auf Platz fünf. Aus finanziellen Gründen konnte sich der Verein immer nur mit jungen, talentierten Spielern verstärken. So musste sich der Verein 1966 mit Platz zehn zufrieden geben. Immerhin konnte die Mannschaft durch einen 3:2-Sieg gegen Alemannia Aachen den Westdeutschen Pokal gewinnen.

Die darauf folgende Saison 1966/67 brachte einen Leistungsschub mit sich. Einer der Verantwortlichen dafür war der von KSV Hessen Kassel verpflichtete Stürmer Ernst „Jonny“ Kuster, der zum erfolgreichsten Torjäger der Vereinsgeschichte avancieren sollte. Nach einem 2:1-Sieg über Westfalia Herne gewann die Arminia die Herbstmeisterschaft. Bis zuletzt hatte die Mannschaft Chancen auf einen der ersten zwei Plätze, die zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur Bundesliga berechtigt hätten. Doch am letzten Spieltag verlor die Mannschaft mit 0:1 beim Wuppertaler SV und wurde Dritter.

Mit dem Erfolg wuchs auch die Erwartungshaltung der Fans. Nach einem vierten und einem siebten Platz dümpelte die Mannschaft zu Beginn der Saison 1969/70 nur im Mittelfeld herum. Im November 1969 übernahm der Pole Egon Piechaczek das Traineramt. Unter seiner Führung arbeitete sich die Mannschaft in der Tabelle nach oben und war Mitte April nach einem 2:0-Sieg über den VfL Bochum Tabellenführer. Am letzten Spieltag verlor die Arminia bei Bayer 04 Leverkusen. Mit dieser taktischen Niederlage wollte der DSC dem stark eingeschätzten Südmeister Kickers Offenbach aus dem Weg gehen.

In der Aufstiegsrunde begann die Arminia mit einem 1:0-Sieg beim „Dorfverein“ SV Alsenborn. Die Mannschaft lieferte sich ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Karlsruher SC. Am letzten Spieltag benötigten die Bielefelder einen Sieg bei Tennis Borussia Berlin. Obwohl es für die „Veilchen“ um Nichts mehr ging, tat sich die Arminia lange schwer. Durch Tore von Kuster und Horst Stockhausen schafften die Bielefelder schließlich den Aufstieg.

In seiner ersten Bundesligasaison hatte der DSC große Probleme. Trotz großer Begeisterung in der Stadt und im Umland, die mit durchschnittlich 23.946 Zuschauern2 zum zweitbesten Schnitt der Liga führte, konnte die Arminia erst am sechsten Spieltag durch ein 3:1 gegen Hannover 96 den ersten Sieg feiern. Selbst ein späterer 1:0-Sieg gegen Bayern München änderte nichts an Arminias Stammpositionen im Keller der Liga. Es war offensichtlich, dass die späte Qualifikation und die damit verbundenen Nachteile auf dem Transfermarkt Spuren hinterlassen hatten. Positiv an der Spielzeit 1970/71 war der Überraschungssieg gegen die „Fohlenelf“ von Borussia Mönchengladbach. Eine 0:5-Niederlage gegen Kickers Offenbach brachte den DSC kurze Zeit später in eine fast ausweglose Situation, auf die eine fatale Reaktion folgte: Die Beteiligung am Bundesligaskandal durch Bestechung gegnerischer Mannschaften.

Der DSC beendete die Saison auf Platz 14. Einen Tag nach dem Saisonende feierte Offenbachs Präsident Horst-Gregorio Canellas seinen Geburtstag. Während dieser Feier deckte er die gezielten Spielmanipulationen in der Endphase der Saison auf. Während sich die Öffentlichkeit geschockt zeigte, leugnete die Bielefelder Seite die Beteiligung an den Schiebereien. Als die Beweislast immer bedrohlicher wurde trat das Präsidium des DSC die Flucht nach vorne an. Am 24. Oktober 1971 legte Präsident Wilhelm Stute ein umfassendes Geständnis ab.

Für 40.000 Mark hatte sich die Arminia den 1:0-Sieg bei Schalke 04 am 28. Spieltag erkauft. Außerdem wurden am 33. Spieltag der VfB Stuttgart und am letzten Spieltag Hertha BSC bestochen. Für den 1:0-Sieg gegen Hertha flossen 200.000 Mark. Gleichzeitig bot der DSC Eintracht Braunschweig 40.000 Mark für einen Sieg gegen Rot-Weiß Oberhausen. Lediglich beim MSV Duisburg scheiterte der Bestechungsversuch. Der DFB verurteilte die Arminia wegen erwiesener Bestechung in fünf Fällen zum Zwangsabstieg in die höchste Amateurliga. Die Bundesligasaison 1971/72 durfte die Mannschaft zwar noch zu Ende spielen, jedoch wurden alle Spiele nur für die Gegner gewertet.

Nach einer Berufungsverhandlung wurde das Urteil abgeschwächt. Der DSC musste nur in die Regionalliga absteigen. Dazu kam ein Abzug von zehn Punkten am Saisonende. Ein finanzieller Kollaps konnte nur durch Transfers von Dieter Burdenski oder Gerd Roggensack verhindert werden. Die Bielefelder Wirtschaft versagte dem mit etwa einer Millionen Mark verschuldetem Verein vorerst Unterstützung. Und so waren es die Fans, die den Verein durch Spenden retteten..

Die Regionalligasaison 1972/73 geriet zu einer nervlichen Belastungsprobe für die junge Mannschaft. Lange Zeit mussten die Arminen um den Klassenerhalt bangen, ehe eine Serie von sieben Spielen ohne Niederlage die Bielefelder ans rettende Ufer brachte. Am Ende hatte die Mannschaft elf Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Der DFB wandelte den Punktabzug kurze Zeit später in eine Geldstrafe um.

Im folgenden Jahr ging es um die Qualifikation für die 2. Bundesliga, die ab 1974 die fünf Regionalligen als Bundesligaunterbau ablösen sollte. Der DFB erstellte einen Fünf-Jahres-Schlüssel, nach dem die Teilnehmer ermittelt wurden. Durch die zwei Bundesligajahre hatte die Arminia bereits einige Punkte gesammelt. Dennoch wurde die Qualifikation nicht zu einem Selbstläufer. Nach dem 20. Spieltag war der DSC mit 9:31 Punkten Vorletzter. Nach der DFB-Regelung würden die drei letztplatzierten Mannschaften unabhängig von der Punktzahl nicht für die zweite Liga zugelassen werden. Nach der Winterpause übernahm Rudi Fassnacht das Training. Mit Volker Graul und Jonny Hey verpflichtete der Verein noch zwei weitere Spieler. Die letzten zehn Spiele blieb die Arminia ungeschlagen und qualifizierte sich trotz Platz 14 für die zweite Bundesliga.

Mit 13 Spielen ohne Niederlage startete der DSC in die erste Zweitligasaison. Die erträumte Rückkehr in die Bundesliga sollte nicht klappen, da die Arminia im Saisonverlauf 14 Mal Unentschieden spielte und dabei wertvolle Punkte vergab. Volker Graul wurde mit 30 Toren Torschützenkönig. Im Heimspiel gegen den HSV Barmbek-Uhlenhorst traf er alleine fünf Mal. Höhepunkt der Saison war das Freundschaftsspiel gegen Real Madrid am 2. Februar 1975. Der DSC unterlag nur knapp mit 2:4 gegen die spanische Spitzenmannschaft, für die seinerzeit Paul Breitner und Günter Netzer spielten.

Enttäuschender verlief die Saison 1975/76. Nachdem die Mannschaft zeitweise die Tabelle anführte, fiel sie in ein Leistungsloch und beendete die Spielzeit als Neunter. Mit Karl-Heinz Feldkamp kam ein neuer Trainer, der der Mannschaft eine offensivere Ausrichtung verschrieb. Mit Uli Stein, Norbert Eilenfeldt und Christian Sackewitz kamen neue Spieler, die in den folgenden Jahren zu Leistungsträgern avancierten. Nach einem 2:0 über Schwarz-Weiß Essen sicherten sich die Bielefelder die Herbstmeisterschaft. Nach einem schwachen Start in die Rückrunde zog der FC St. Pauli an der Arminia vorbei und wurde Meister, während sich der DSC Platz zwei sicherte.

Nun mussten die Arminen in der Relegation gegen den TSV 1860 München antreten. Die Spiele sollten zu einem der größten Dramen der Vereinsgeschichte werden. Mit 4:0 gewann die Arminia das Hinspiel und sah wie der sicherer Aufsteiger aus. Doch die Münchener „Löwen“ gaben nicht auf und konnten das Rückspiel ebenfalls mit 4:0 für sich entscheiden. Das Entscheidungsspiel, welches im Frankfurter Waldstadion ausgetragen wurde, gewannen die Münchener und schafften damit den Aufstieg.

Der Schock saß tief und entsprechend verunsichert startete die Mannschaft in die Saison 1977/78. Mit 22:16 Punkten war die Arminia zur Saisonhalbzeit nur Fünfter. In der Rückrunde steigerte sich die Mannschaft jedoch und sicherte sich mit einem Schlussspurt – von den letzten neun Partien gewann die Mannschaft acht – die Meisterschaft und die Rückkehr in die Bundesliga. Der Start in die Saison verlief gut: Einem Unentschieden in Duisburg folgte ein Sieg gegen Schalke. Zudem warf die Arminia im Pokal den Hamburger SV mit 2:1 nach Verlängerung aus dem Wettbewerb. Die nächsten sechs Spiele blieb die Mannschaft allerdings ohne Sieg. Als Konsequenz musste Trainer Milovan Beljin gehen.

Als Nachfolger verpflichtete die Arminia Otto Rehhagel, der die Mannschaft bis zur Winterpause auf Rang zehn führte. Am 10. März 1979 gewann der DSC bei Bayern München mit 4:0. „Das waren Fußballgrüße aus Bielefeld!“ kommentierte Rehhagel die vielleicht größte Sensation der Vereinsgeschichte. Der Klassenerhalt erschien bei bis dato 19:19 Punkten in greifbarer Nähe. Doch der Triumph von München sollte zum Stolperstein werden. Aus den restlichen 15 Partien holte die Mannschaft nur noch zwei Siege und stieg als Drittletzter erneut ab. Jahre später erklärte Uli Stein, dass der überraschende Sieg der Grund für den Abstieg gewesen sei.

Obwohl die Mannschaft nach dem Abstieg zusammengehalten werden konnte, verlief der Start in die Zweitligasaison 1979/80 etwas holprig. Erst als Otto Rehhagel im Oktober 1979 zu Fortuna Düsseldorf wechselte und durch seinen dortigen Vorgänger Hans-Dieter Tippenhauer ersetzt wurde verbesserten sich die sportlichen Leistungen. Bereits fünf Spieltage vor Saisonschluss wurde der direkte Wiederaufstieg unter Dach und Fach gebracht und die Mannschaft stellte einige neue Ligarekorde auf, die teilweise noch heute gültig sind.

So erzielte die Mannschaft 120 Tore bei einer Tordifferenz von +89. Während der Saison blieben die Arminen 28 Spiele ohne Niederlage, darunter eine Serie von zwölf Siegen in Folge. Einen großen Anteil an der Rekordsaison hatte der so genannte „100-Tore-Sturm“. Christian Sackewitz wurde mit 35 Toren Torschützenkönig. Norbert Eilenfeldt traf 30 Mal, während Rückkehrer Gerd-Volker Schock 22 Treffer beisteuerte. Am vorletzten Spieltag schlug der DSC Arminia Hannover mit 11:0. Dies ist bis heute der höchste Sieg aller Zeiten in der 2. Bundesliga.

Angesichts der souveränen Zweitligasaison ging der Verein optimistisch in die Bundesligasaison 1980/81. Aus den ersten sechs Spielen holte die Mannschaft jedoch nur einen Punkt und belegte seit Oktober den letzten Tabellenplatz. Anfang Dezember 1979 trat Tippenhauer zurück und wurde durch Horst Franz ersetzt. In der Rückrunde keimte wieder Hoffnung auf, als der DSC vier Heimspiele in Folge gewinnen konnte. Am 30. Spieltag trat der ebenfalls abstiegsgefährdete TSV München 1860 auf der Alm an und führte bis zur 88. Minute mit 2:1. Durch zwei Tore in den letzten Minuten konnten die Arminen das Spiel noch drehen und retteten sich am Saisonende auf Platz 15.

Auch in der folgenden Saison musste die Arminia lange um den Klassenerhalt kämpfen. Am 2. Spieltag trat der DSC bei Werder Bremen an. Eine Grätsche des Bremer Verteidigers Norbert Siegmann schlitzte den Oberschenkel des Bielefelders Ewald Lienen auf einer Länge von 30 Zentimetern auf. Der noch unter Schock stehende Lienen stürmte daraufhin auf Bremens Trainer Otto Rehhagel los und warf ihm vor, Siegmann zu diesem Foul animiert zu haben. Die Wende gelang wieder erst im Frühjahr, als der DSC sechs Heimspiele in Folge gewann und schließlich Zwölfter wurde.

Nach der Saison wurde mit Norbert Müller erstmals ein hauptamtlicher Manager engagiert. Mit dem von ihm entworfenen Konzept, auf talentierte Spieler zu setzen, wollte er den Verein in der Bundesliga etablieren und in Richtung UEFA-Pokal führen. Als Müller den bei den Fans beliebten Trainer Horst Franz entließ, zog der neue Manager den Zorn der Anhängerschaft auf sich. Später sollte Müller auch noch die gesamte Mannschaft gegen sich aufbringen. Als sich die Spieler weigerten, überhaupt mit Müller zu reden wurde der Manager entlassen..

Horst Köppel wurde als neuer Trainer verpflichtet. Unter dem jungen Trainer spielte die Mannschaft attraktiven Offensivfußball und erwischte damit den besten Start der Vereinsgeschichte. Drei Siege in Folge brachten der Mannschaft nach dem zweiten und dritten Spieltag die Tabellenführung. Am 6. November 1982 sorgte die immer noch auf Platz sechs stehende Arminia für ein Liganovum. Nach einem 1:1-Halbzeitstand bei Borussia Dortmund verloren die Ostwestfalen noch mit 1:11 und kassierte als bislang einzige Mannschaft der Bundesligageschichte zehn Gegentore in einer Halbzeit. Bielefelds Torwart Olli Isoaho ging als „Pannen-Olli“ in die Vereinsgeschichte ein.

Der DSC geriet während der Saison zu keinem Zeitpunkt in ernste Abstiegsgefahr und belegte am Ende Platz acht. Zu den Leistungsträgern der Saison gehörten die Neuzugänge Gregor Grillemeier und der Finne Pasi Rautiainen. Trainer Köppel verließ die Arminia am Saisonende und wechselte zum DFB. Sein Nachfolger wurde Karl-Heinz Feldkamp, der im Gegensatz zu seiner ersten Amtszeit auf eine defensivere Taktik setzte. Das Abwehrbollwerk um Dirk Hupe, Karl-Heinz Geils und Horst Wohlers waren der Garant für Platz acht. Mit 33:35 Punkten war die Saison 1983/84 die erfolgreichste Spielzeit der Vereinsgeschichte in der Bundesliga. Trotz des sportlichen Erfolges musste der Verein einen starken Rückgang der Zuschauerzahlen hinnehmen. Während in der Saison 1980/81 noch knapp 23.000 Zuschauer im Schnitt ins Stadion kamen, sanken die Besucherzahlen zur Saison 1983/84 auf 14.000.

Aus finanziellen Gründen mussten Leistungsträger wie Gregor Grillemeier, Frank Pagelsdorf und Karl-Heinz Geils verkauft werden. Die Ablösesummen von zusammengerechnet 1,7 Millionen Mark linderten die größten Probleme. Dennoch waren Verein und Umfeld optimistisch und hofften auf eine Platzierung in der erweiterten Spitzengruppe. Die Neuzugänge blieben jedoch weitestgehend hinter den Erwartungen zurück. Lediglich Siegfried Reich schlug ein und stellte mit 18 Saisontoren einen bis heute gültigen Vereinsrekord auf. Durch Verletzungen geschwächt und von den ständigen Querelen mit Manager Müller entnervt steckte die Mannschaft während der gesamten Saison im Tabellenkeller. Am Ende wurde der DSC Drittletzter und musste in der Relegation gegen den Dritten der 2. Bundesliga, den 1. FC Saarbrücken, antreten.

Mit großem Optimismus fuhr die Mannschaft zum Hinspiel in die saarländische Hauptstadt, doch die Gastgeber konnten die zu harmlos agierenden Arminen mit 2:0 schlagen. Im Rückspiel keimte noch einmal Hoffnung auf, als Matthias Westerwinter den DSC in Führung brachte. Doch den Saarbrückern gelang der Ausgleich und die Arminia musste nach fünf Jahren wieder aus der Bundesliga absteigen.

Der überraschende Abstieg traf den Verein hart. Während der fünf Bundesligajahre gab der Verein sechs Millionen Mark mehr aus als er einnahm und häufte einen Schuldenberg von drei Millionen Mark an. In der Not mussten zahlreiche Leistungsträger wie Dirk Hupe verkauft werden. Dennoch hielt sich die Mannschaft bis zur Mitte der Rückrunde im Aufstiegsrennen. Eine Serie von fünf Spielen ohne Sieg brachte die Mannschaft aus dem Konzept, so dass am Ende Platz vier heraussprang.

Die sportliche und finanzielle Talfahrt setzte sich fort. Darüber hinaus konnte die Mannschaft durch eine Vielzahl von Verletzungen nie in Bestbesetzung antreten. Am 18. Oktober 1986 spielte die Arminia gegen den 1. FC Saarbrücken. Die Bielefelder hatten nur noch sieben gesunde Profis, erhielten aber vom DFB keine Sondergenehmigung um mehr als die damals erlaubten drei Amateure einsetzten zu dürfen. So musste der DSC mit zehn Spielern beginnen, ehe sich nach 10 Minuten der Profi Thomas Ostermann verletzte und nicht ersetzt werden durfte. Es entwickelte sich ein groteskes Spiel, bei dem die Gastgeber bis zur 79. Minute ein 1:1 halten konnten. Dann erzielte Saarbrücken noch zwei Tore. Zwei Wochen später lief der etatmäßige Torhüter Wolfgang Kneib beim Spiel gegen den VfL Osnabrück als Stürmer auf.

Am Ende der Spielzeit erreichte die Arminia noch Platz neun, jedoch sorgten während der gesamten Saison die bedenklichen finanziellen Verhältnisse des Vereins für größere Schlagzeilen. Ein Wirtschaftsprüfer ermittelte im September 1987 einen Schuldenstand von 4,5 Millionen Mark. Der Vorstand erwog kurzzeitig eine freiwillige Rückgabe der Lizenz, entschied sich dann aber für einen gerichtlichen Vergleich. Nach langen Verhandlungen verzichteten die Gläubiger auf den Großteil ihrer Forderungen. Um die Restschulden zu begleichen trug der Verein Benefizspiele gegen Bayern München, den 1. FC Köln und eine Zweitligaauswahl aus, deren Einnahmen komplett an die Bielefelder gingen.

Unter diesen finanziellen Voraussetzungen konnte der Verein in der Saison 1987/88 keine konkurrenzfähige Mannschaft auf die Beine stellen. Mit 20:54 Punkten wurde der DSC Letzter und stieg damit nach 26 Jahren wieder aus dem „bezahlten Fußball“ ab. Nach zwei Trainerwechseln wurde die Saison unter der Leitung des damals 29-jährigen Ernst Middendorp, eines Lehrers aus Rheine beendet. Dieser sollte sich in den folgenden Jahren als Glücksfall für den Verein erweisen.

Ernst Middendorp tauschte vor der Saison 1988/89 fast die gesamte Mannschaft aus. Um erfahrene Spieler wie Wolfgang Kneib herum baute er eine Mannschaft aus zahlreichen junge Talente aus der Region wie z.B. Jörg Bode, Frank Geideck oder Thomas Stratos auf. Der Erfolg stellte sich ein und die Mannschaft führte lange die Tabelle der Oberliga Westfalen an. Erst gegen Saisonende ließ die Middendorp-Elf Federn und Konkurrent Preußen Münster kam immer näher heran. Am letzten Spieltag hätten die Arminen mit einem Unentschieden beim VfB Rheine die Meisterschaft perfekt machen können. Doch die junge Mannschaft hielt dem Druck nicht stand und verlor mit 1:2.

In der folgenden Saison dominierten die Bielefelder die Oberliga und konnten mit sechs Punkten Vorsprung auf den TuS Paderborn-Neuhaus die Meisterschaft feiern. Nach einem guten Start in die Aufstiegsrunde folgte am 3. Spieltag eine 2:3-Niederlage beim Außenseiter TSV Havelse. Danach verlor die Mannschaft den Faden und verpasste als Dritter den Aufstieg. Für den Verein stellte das Scheitern ein Desaster dar. Zahlreiche Leistungsträger konnten nicht gehalten werden und wechselten zu Erst- oder Zweitligaclubs.

In den nächsten vier Jahren wurde die Leidensfähigkeit der Fans auf eine harte Belastungsprobe gestellt. Vier Jahre lang startete die Mannschaft ambitioniert in die neue Saison und absolvierte die ersten Partien erfolgreich, nur um dann im Herbst oder Frühjahr einzubrechen. Zwischen 1990 und 1994 belegte die Arminia zwar immer Plätze unter den ersten Fünf, allerdings mit deutlichem Abstand zum jeweiligen Meister. Nach der Entlassung von Ernst Middendorp im Herbst 1990 versuchten sich Franz Raschid, Fritz Grösche und Ingo Peter vergeblich daran, die Mannschaft wieder nach vorne zu bringen.

Tiefpunkte dieser Entwicklung waren die Saison 1990/91, als mit 2.320 der niedrigste Zuschauerschnitt aller Zeiten verzeichnet wurde, sowie ein Spiel beim DSC Wanne-Eickel, bei dem einige Spieler von aufgebrachten Fans wegen der schlechten Leistungen bespuckt wurden. In der Saison 1993/94 wurde der DSC Dritter und qualifizierte sich für die Regionalliga West/Südwest. In der Endphase der Saison machte Arminia weniger durch das Geschehen auf dem Platz als vielmehr durch die Verpflichtung der erfahrenden Bundesligaspieler Thomas von Heesen, Armin Eck, Jörg Bode und Fritz Walter bundesweit von sich reden. Verantwortlich für diese Neuzugänge zeichnete der seit Anfang 1994 als hauptamtlicher Manager tätige Rüdiger Lamm.

Aufgrund der hochkarätigen Neuzugänge, die am 20. April 1994 vorgestellt wurden, ging „Arminia Vielegeld“, wie der Verein in der Boulevardpresse nun genannt wurde, als Topfavorit in die Saison. Zu einem Flop wurde die Verpflichtung des Trainers Wolfgang Sidka, der innerhalb kürzester Zeit die Mannschaft gegen sich aufbrachte und schon nach vier Spieltagen gehen musste. Sein Nachfolger wurde Ernst Middendorp, der die Mannschaft zu einer Einheit formte.

Die Arminen starteten eine Aufholjagd, deren Höhepunkt ein 4:0-Sieg über den Tabellenführer Rot-Weiss Essen darstellte. Am letzten Spieltag machte die Mannschaft durch einen 4:0-Sieg bei Borussia Neunkirchen den Aufstieg perfekt. Ohne spektakuläre Neuverpflichtungen, vom Rückkehrer Uli Stein abgesehen, startete der DSC in die erste Zweitligasaison seit sieben Jahren. Nachdem die Mannschaft zeitweise die Tabelle anführte gab es im Herbst drei Niederlagen in Folge. Da auch die direkte Konkurrenz regelmäßig Spiele verlor, blieben die Arminen in der Spitzengruppe. Am vorletzten Spieltag ging das Spiel in Bochum zwar mit 0:2 verloren, die Bielefelder konnten jedoch aufgrund der gleichzeitigen Niederlagen der SpVgg Unterhaching und des FSV Zwickau den „Durchmarsch“ in die Bundesliga perfekt machen.

Namhaftester Neuzugang für die Saison 1996/97 war der frisch gebackene Europameister Stefan Kuntz. Er wurde für 2,5 Millionen Mark von Besiktas Istanbul verpflichtet und wurde zum ersten Bielefelder Nationalspieler seit 73 Jahren. Nach einem schwachen Start konnte sich die Mannschaft vor der Winterpause durch eine Serie von drei Heimsiegen in Folge etwas Luft verschaffen. Der Klassenerhalt wurde frühzeitig geschafft. Neben Torjäger Kuntz wurde Giuseppe Reina zu einer der Entdeckungen des Jahres.

Im Vorfeld der nächsten Saison sorgte die Arminia für Aufsehen, als mit Ali Daei und Karim Bagheri die ersten Iraner der Bundesligageschichte verpflichtet wurden. Zur Saisonhalbzeit stand die Mannschaft auf Platz 14 und konnte durch zahlreiche Heimsiege die eklatante Auswärtsschwäche kompensieren. Nach der Winterpause führte eine Serie von zwölf Spielen ohne Sieg die Mannschaft auf den letzten Platz. Ein Grund für den Absturz war das zerrüttete Verhältnis zwischen Kuntz und Trainer Middendorp, welches das Klima innerhalb der Mannschaft stark belastete. Auf der Rückfahrt vom Auswärtsspiel beim Hamburger SV verfolgte Middendorp ein TV-Interview mit Stefan Kuntz, das Middendorp so in Rage brachte, dass er 70 Kilometer vor Bielefeld den Mannschaftsbus verließ und mit einem Taxi nach Hause fuhr.

Der Abstieg bedeutete auch das Ende der Ära Lamm, der kurz nach dem Rücktritt von Ernst Middendorp ebenfalls seinen Hut nahm. Thomas von Heesen übernahm daraufhin für den Rest der Saison das Traineramt und sorgte für eine offensive Ausrichtung der Mannschaft. Hiervon profitierte insbesondere Neuzugang Bruno Labbadia, der mit 28 Toren Torschützenkönig wurde. In der Rückrunde verlor die Mannschaft nur drei Spiele und errang souverän die Meisterschaft. Trotz des sportlichen Erfolges konnte die Liquidität nur unter großen Anstrengungen gewährleistet werden. Zur Konsolidierung musste der Verein sparen, was zu der kuriosen Situation führte, dass der Verein für die neue Saison mit einem geringeren Etat plante.

Mit Hermann Gerland als neuem Trainer startete die Arminia in die neue Saison. Die ersten vier Spiele blieb der DSC ohne Niederlage, bevor es bergab ging. Zwischen dem 21. November 1999 und dem 28. Februar 2000 unterlag die Mannschaft zehn Mal in Folge und stellte den Negativrekord von Tasmania Berlin und dem 1. FC Nürnberg ein. Neben Gerland wurde auch Bruno Labbadia heftig kritisiert, nachdem der Torjäger im Saisonverlauf drei Elfmeter verschoss und damit einen Bundesligarekord aufstellte.

Um sich finanziell zu konsolidieren musste der Verein zahlreiche Leistungsträger wie Silvio Meißner oder Jörg Böhme abgeben. Sehr zum Unmut der Fans hielt der Verein am Trainer Gerland fest. Trotz vier Siegen zu Saisonbeginn forderten die Anhänger mehrfach lautstark seine Entlassung. Eine Serie von elf Spielen ohne Sieg ließ die Mannschaft in die Abstiegszone rutschen. Nachdem Gerland gehen musste, sorgte Torwart Goran Curko für einen Eklat, als er mitten im Spiel seine Handschuhe auszog, den Zuschauern den Mittelfinger zeigte und in die Kabine verschwand. Benno Möhlmann hieß der neue Trainer und er brachte mit Mathias Hain gleich noch den Torwart seines Ex-Vereins SpVgg Greuther Fürth mit. Die völlig verunsicherte Mannschaft konnte sich erst gegen Saisonende auf Platz 13 retten. Einen großen Anteil daran hatte der im Vorjahr für drei Millionen Mark verpflichtete Pole Artur Wichniarek. Der schon als Fehleinkauf abgestempelte Stürmer erzielte 18 Toren und wurde zusammen mit dem Reutlinger Olivier Djappa Torschützenkönig.

Besser lief die Saison 2001/02, für die sich der Verein mit Spielern wie Rüdiger Kauf oder Ansgar Brinkmann gezielt verstärkte. Zwölf Heimsiege und 20 Saisontore vom erneuten Torschützenkönig Wichniarek bildeten den Grundstein für den sechsten Bundesligaaufstieg. Damit wurden die Bielefelder zum Rekordaufsteiger. Hinter den Kulissen wurde die Lizenzspielerabteilung in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien ausgelagert.

Mit einem 3:0-Sieg über Werder Bremen startete die Arminia in die Saison 2002/03 und übernahm zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte die Tabellenführung. Zwischen dem 14. und 19. Spieltag blieb die Mannschaft sechs Spiele in Folge ungeschlagen. Nach 28 Spieltagen hatte das Team bereits 34 Punkte gesammelt und der Klassenerhalt war in greifbarer Nähe. Doch aus den letzten Sechs spielen holte die Mannschaft nur noch zwei Punkte und stieg ab. Insbesondere ein Prozess gegen Ansgar Brinkmann nach einer Prügelei in einem Schnellrestaurant brachte Unruhe in die Mannschaft.

Die Zweitligasaison 2003/04 wurde zu einer Achterbahnfahrt. Nach einem schwachen Start und einer zwischenzeitlichen Tabellenführung rutschte die Mannschaft gegen Jahresende auf Platz Acht zurück. Als die Mannschaft aus den ersten drei Spielen nach der Winterpause keinen Sieg holte, musste Benno Möhlmann gehen. Sein Nachfolger wurde Uwe Rapolder, unter dessen Führung die Mannschaft eine Aufholjagd startete. Mit sechs Siegen in Folge legten die Arminen den Grundstein für den siebten Bundesligaaufstieg, der am vorletzten Spieltag mit einem torlosen Remis beim VfL Osnabrück perfekt gemacht wurde. Abseits des Platzes sorgten erneut Liquiditätsprobleme für Unruhe. Den Spielern wurden die Gehälter teilweise mit Verspätung ausgezahlt.

Aufgrund der immer noch angespannten finanziellen Situation fehlten dem Verein die Mittel für spektakuläre Neuverpflichtungen. Nach einem verpatzten Start gelang es den Arminen zum ersten Mal, drei Auswärtsspiele in Folge zu gewinnen. Insbesondere Neuzugang Delron Buckley erwies sich als gute Verpflichtung und führte zeitweise die Torjägerliste an. Patrick Owomoyela wurde zum Nationalspieler und zum Beginn der Winterpause hatte die Mannschaft 24 Punkte geholt. Zwar gewann die Mannschaft in der Rückrunde nur noch vier Spiele, darunter ein 3:1-Sieg gegen Bayern München, dennoch konnte der Ligaerhalt vier Spieltage vor Schluss durch einen 3:1-Sieg über den SC Freiburg sichergestellt werden. Im DFB-Pokal erreichte die Mannschaft zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte das Halbfinale, welches zu Hause mit 0:2 gegen Bayern München verloren wurde. Trotz der sportlich erfolgreichen Saison gab Uwe Rapolder zum Ende der Saison bekannt, sein Traineramt beim DSC nicht fortsetzen zu wollen und zur neuen Saison zum 1.FC Köln zu wechseln. Daraufhin beendete die Vereinsführung umgehend die Zusammenarbeit mit dem Fußballlehrer. Seine Nachfolge trat der bis dahin als sportlicher Geschäftsführer tätige Thomas von Heesen an.

Eine eklatante Offensivschwäche kennzeichnete die Saison 2005/06. In 15 Spielen blieb der DSC ohne eigenen Torerfolg. Ein Hauptgrund für die Harmlosigkeit im Angriff war der Wechsel von Delron Buckley zu Borussia Dortmund. Der Südafrikaner, der im Vorjahr 15 Tore erzielte, konnte nicht adäquat ersetzt werden. Trotz einer desolaten Rückrunde wurden die Arminen am Ende erneut Dreizehnter, was auch auf die Schwäche der Konkurrenz im Abstiegskampf zurückzuführen war. Besser lief es im DFB-Pokal, wo die Mannschaft erneut das Halbfinale erreichte. Eintracht Frankfurt gewann auf eigenem Platz jedoch mit 1:0. Ein Sieg über die Eintracht hätte für den DSC die erstmalige Teilnahme am UEFA-Pokal bedeutet, da der andere Finalist Bayern München die Teilnahme an der Champions League bereits so gut wie sicher hatte.

Nach dem obligatorischen schwachen Saisonbeginn stellte die Mannschaft in der ersten Hälfte der Saison 2006/07 einen neuen Vereinsrekord auf, als acht Spiele in Folge nicht verloren wurden. Im weiteren Verlauf der Saison kam es jedoch zu internen Querelen zwischen dem Vorstand und Trainer Thomas von Heesen, die bei der Mannschaft für Verunsicherung sorgten. Nachdem aus 14 Spielen nur ein Sieg resultierte, wurde das Arbeitsverhältnis mit von Heesen beendet. Co-Trainer Frank Geideck übernahm die Mannschaft als Cheftrainer und rutschte auf einen Abstiegsplatz. Neun Spieltage vor Schluss kam es zu einem erneuten Trainerwechsel. Mit Ernst Middendorp wurde ein alter Bekannter verpflichtet. Ihm gelang die Rettung, vier Siege in Folge sorgten für den Klassenerhalt.

Drei Siege bei einem Remis und einer Niederlage standen nach den ersten fünf Spielen der Saison 2007/08 zu Buche und Trainer Middendorp bezeichnete seine Mannschaft als „Bayernjäger“. Danach folgte jedoch eine rasante Talfahrt, die mit der 1:8-Niederlage bei Werder Bremen ihren absoluten Tiefpunkt fand. Nach einer 1:6-Auswärtsniederlage in Dortmund musste Middendorp Anfang Dezember gehen und wurde vorübergehend durch Detlev Dammeier ersetzt, der mit einem 2:0-Heimsieg über den amtierenden Meister VfB Stuttgart für einen halbwegs versöhnlichen Jahresausklang sorgte. Ab dem 1. Januar 2008 übernahm Michael Frontzeck das Traineramt bei der Arminia, konnte aber das zwischenzeitliche Abrutschen auf einen Abstiegsrang nicht verhindern. Als eine weitere personelle Konsequenz aus der sportlichen Misere wurde der sportliche Geschäftsführer Reinhard Saftig entlassen, ihm folgte Detlev Dammeier. Schlussendlich gelang der Klassenerhalt am letzten Spieltag durch ein 2:2 beim VfB Stuttgart, wobei die Arminia von einer Nürnberger Niederlage gegen Schalke profitierte.

Insgesamt vier Spieler der Arminia trugen das Trikot der deutschen Nationalmannschaft. Walter Claus-Oehler war 1923 der erste und für Jahrzehnte der einzige Bielefelder Nationalspieler. 1996 wurde Stefan Kuntz der zweite und 1999 Ronald Maul der dritte Nationalspieler. Deutscher Rekordnationalspieler der Arminia ist Patrick Owomoyela, der insgesamt fünf Länderspiele während seiner Zeit beim DSC absolvierte. Karl-Heinz Geils trug zwischen 1981 und 1983 je sechs Mal das Trikot der deutschen B- und Olympiaauswahl. International ist Karim Bagheri Arminias Rekordspieler. Zwischen 1997 und 2000 spielte er 28 Mal für den Iran.

Der Torwart Wolfgang Kneib hält den Rekord für die meisten Ligaspiele. Zwischen 1980 und 1993 spielte er 370 Mal in der Bundesliga, 2. Bundesliga und Oberliga. Während seiner 13 Jahre erzielte er drei Tore per Elfmeter. Ebenfalls auf über 300 Ligaspiele können Wolfgang Pohl (331) und Helmut Schröder (313) zurückblicken. Die meisten Ligatore erzielte Ernst Kuster mit 111 vor Norbert Eilenfeldt mit 81 Toren.

Zahlreiche Spieler des DSC wurden bei anderen Vereinen zu Nationalspielern. Beispiele hierfür sind Dieter Burdenski, Arne Friedrich, Thomas Helmer, Ulrich Stein oder zuletzt Heiko Westermann.

Zum hundertsten Vereinsjubiläum im Jahre 2005 wurde von den Fans die „Arminia-Elf des Jahrhunderts“ gewählt. Dabei wählten über 5.000 Fans nicht nur eine Mannschaft (Torwart, drei Abwehrspieler, vier Mittelfeldspieler, drei Stürmer), sondern auch die dazugehörige Ersatzbank und den Trainer.

Insgesamt 48 Trainer beschäftigte die Arminia in ihrer bisherigen Vereinsgeschichte. Erster Trainer wurde 1922 der Tscheche Frantisek Zoubec, der mit der Mannschaft einmal westdeutscher und viermal Westfalenmeister wurde. Zoubec ist neben Ernst Middendorp der einzige Trainer, der es bei der Arminia auf drei Amtszeiten brachte. Middendorp schaffte mit dem DSC den Durchmarsch von der Regional- in die Bundesliga und wurde 2005 von den Fans zum Trainer der „Jahrhundertmannschaft“ gewählt. Neben Middendorp (1996) gelang Egon Piechaczek (1970), Karl-Heinz Feldkamp (1978), Hans-Dieter Tippenhauer (1980), Thomas von Heesen (1999), Benno Möhlmann (2002) und Uwe Rapolder (2004) der Aufstieg in die Bundesliga.

Zu den prominentesten Trainern der Vereinsgeschichte zählen Otto Rehhagel und Karl-Heinz Feldkamp. Rehhagel arbeitete nach seiner Zeit auf der Alm erfolgreich bei Werder Bremen und wurde 2004 mit der griechischen Nationalmannschaft Europameister. Feldkamp holte in den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren Meisterschaften mit dem 1. FC Kaiserslautern und Galatasaray Istanbul. Eine Sonderstellung unter den Trainern nimmt Willi Nolting ein, der insgesamt viermal als Interimstrainer auf der Bank Platz nahm.

Die zweite Herrenmannschaft der Arminia spielt seit 2008 in der neu eingeführten NRW-Liga. Trainiert wird die Mannschaft von Armin Perrey. Co-Trainer ist Ex-Profi Jörg Böhme.

Über lange Jahre spielte die zweite Mannschaft nur in regionalen Ligen und pendelte zumeist zwischen Landes- und Bezirksliga. 1984 gelang der damals noch als „Arminia Bielefeld Amateure“ spielende Mannschaft erstmals der Aufstieg in die Verbandsliga. Nun wurde die Reserve zur Fahrstuhlmannschaft zwischen Verbands- und Landesliga. Erst zwischen 1992 und 1997 konnte sich die Mannschaft über einen längeren Zeitraum in der Verbandsliga halten. In der Saison 1999/2000 wurde die Mannschaft ungeschlagen Meister der Landesliga. Nach zwei Jahren in der Verbandsliga wurde der Sprung in die Oberliga geschafft. Die Saison 2003/04 schloss die zweite Mannschaft als Meister ab und stieg in die Regionalliga auf. Der Sprung erwies sich jedoch als zu groß und so musste die Mannschaft nach einem Jahr sofort wieder absteigen. In der Saison 2007/08 qualifizierte sich das Team als Elfter für die NRW-Liga.

Die dritte Herrenmannschaft spielt in der Landesliga. Die heute von Miron Tadic trainierte Mannschaft ist bundesweit, zusammen mit dem Hamburger SV und Hertha BSC, nach Werder Bremen die am höchsten spielende dritte Mannschaft.

Arminia Bielefeld verfügt über 16 Jugendmannschaften, darunter fünf Mädchenteams. A- und B-Jugend spielen in den jeweils höchsten Spielklassen, der U19- bzw. U17-Bundesliga. In den jüngeren Altersklassen spielen die Mannschaften, bis auf eine Ausnahme, in den jeweils höchstmöglichen Spielklassen. Eine Sonderstellung nimmt die D-Jugend ein, die in der C-Jugend-Kreisliga A gegen bis zu zwei Jahre ältere Konkurrenz antritt. Die B-Juniorinnen mussten 2008 aus der höchsten Spielklasse, der Westfalenliga, absteigen.

Zu den Erfolgen im Jugendbereich zählen westdeutsche Meisterschaft der A-Jugend im Jahr 1961. Eine deutsche Meisterschaft in dieser Altersklasse wird erst seit 1969 ausgespielt. 1996 wurde die A-Jugend Westfalenpokalsieger und erreichte das Halbfinale im DFB-Junioren-Vereinspokal. Dort unterlag das Juniorenteam jedoch dem späteren Finalisten Energie Cottbus mit 0:3. Fünf Jahre später gewann die A-Jugend den Westdeutschen Pokal, schied auf Bundesebene aber erneut im Halbfinale aus. Beim FK Pirmasens unterlagen die Bielefelder mit 1:2.

Aus dem Nachwuchs des DSC Arminia stammen Spieler wie Thomas Helmer, der 1996 mit der deutschen Nationalmannschaft Europameister wurde oder Yves Eigenrauch, der zwischen 1990 und 2001 236 Bundesligaspiele für Schalke 04 absolvierte.

Die erste Frauenmannschaft des DSC Arminia spielt in der viertklassigen Westfalenliga. Trainer der Mannschaft ist Markus Wuckel.

1975 wurde eine Abteilung für Frauen- und Mädchenfußball gegründet. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, genügend Spielerinnen für die Mannschaften zu finden, gelang 1980 der Aufstieg in die Bezirksliga. 1982 folgte der Abstieg, als es durch einen „Babyboom“ zu personellen Engpässen kam. Dennoch gelang der sofortige Wiederaufstieg, der von einem Durchmarsch in die Landesliga gefolgt wurde. Seit 1990 spielt die erste Mannschaft in der Verbandsliga, die seit 2008 Westfalenliga genannt wird. Die zweite Mannschaft stieg 2007 in die Bezirksliga auf.

Neunmal stellte Arminia Bielefeld einen Torschützenkönig. Ernst Kuster wurde zwischen 1967 und 1969 dreimal in Folge Torschützenkönig der Regionalliga West. In der 2. Bundesliga waren Volker Graul, Christian Sackewitz, Fritz Walter, Bruno Labbadia sowie zweimal Artur Wichniarek bester Torschütze einer Saison. Sieben Mal wurde ein Tor eines Arminiaspielers von den Zuschauern der ARD-Sportschau zum Tor des Monats gewählt. 1986 wurde Stefan Kohns Fallrückziehertor im Spiel bei Tennis Borussia Berlin zum Tor des Jahres gekürt.

Bisher gewannen mit Patrick Owomoyela (Dezember 2004) und Artur Wichniarek (August 2008) zwei Spieler die Wahl zum Fußballer des Monats. Insgesamt waren seit August 2003 vier Spieler des DSC für die Wahl nominiert (Owomoyela, Buckley, Boakye, Wichniarek), wobei Buckley und Boakye jeweils den dritten Platz belegten.

In der ewigen Tabelle der Fußball-Bundesliga belegt die Arminia den 21. Platz. Von 510 Spielen gewann der DSC 149, verlor 238 und spielte 123 Mal unentschieden. Das Torverhältnis beträgt 616:827. In der ewigen Tabelle der 2. Fußball-Bundesliga ist die Arminia auf Platz 16 zu finden. Aus 474 Spielen holte der Verein 221 Siege, 127 Unentschieden und 126 Niederlagen bei einem Torverhältnis von 818:570.

Seit dem 1. Juli 2001 ist die Lizenzspielerabteilung des Vereins in die „DSC Arminia Bielefeld GmbH & Co. KGaA“ ausgegliedert. Der DSC Arminia Bielefeld e.V. ist der hundertprozentige Kommanditist dieser Gesellschaft. Komplementär ist die DSC Arminia Bielefeld Management GmbH, deren alleiniger Gesellschafter der Hauptverein ist.

Der GmbH & Co. KGaA stehen zwei Geschäftsführer vor. Roland Kentsch ist für den finanziellen, Detlev Dammeier für die sportlichen Belange zuständig. Kontrolliert werden die Geschäftsführer von einem neunköpfigen Aufsichtsrat, dem mit Hans-Hermann Schwick der Präsident des Hauptvereins vorsteht.

Der Hauptverein umfasst insgesamt neun Abteilungen. Vereinsvorsitzender ist Hans-Hermann Schwick, der dieses Amt seit 1991 bekleidet und damit der Präsident mit der längsten Amtszeit ist. Vizepräsident ist Andreas Mamerow. Der Verein verfügt neben dem Präsidium über einen fünfköpfigen Verwaltungsrat und einen gleich großen Ehrenrat. Die Geschäftsstelle des Vereins befindet sich in der SchücoArena zwischen der Ost- und Südtribüne.

Zu Beginn der Bundesligasaison 2005/06 startete der Verein eine Mitgliederoffensive mit dem Ziel, die Anzahl der Vereinsmitglieder auf 5.000 zu steigern („Aktion 5000“). Im Mittelpunkt der Kampagne standen Plakate und Postkarten, die mit verschiedenen Motiven rund um den Verein aufwarteten. Das Kampagnenziel wurde bereits im Dezember 2005 erreicht. Die Aktion wurde nun unter dem Namen „Aktion 5000 Plus“ fortgesetzt. Im Oktober 2007 konnte das 10.000. Mitglied im Verein begrüßt werden. Damit konnte die Zahl der Mitglieder seit dem 100-jährigen Vereinsjubiläum am 3. Mai 2005 verdreifacht werden.

Seit der Gründung des 1. Bielefelder FC „Arminia“ am 3. Mai 1905 hatte der Verein 25 Präsidenten. Erster Vorsitzender war Emil Schröder. Karl Demberg setzte ab März 1934 das Führerprinzip im Verein durch und läutete damit eine der dunkelsten Kapitel der Vereinsgeschichte ein. Wilhelm Stute hatte 1971 den Bundesliga-Skandal mit zu verantworten. Dass der Verein nach diesen Ereignissen wieder in ruhiges Fahrwasser gelang war ein Verdienst von Dr. Jörg Auf der Heyde, der knapp 13 Jahre lang Vorsitzender war und damit die zweitlängste Amtszeit aller Präsidenten hatte. Mit der Lokalpolitikerin Gisela Schwerdt hatte die Arminia 1986 als erster deutscher Verein im Profifußball eine Präsidentin. Ihre Amtszeit war mit neun Monaten allerdings nur von kurzer Dauer.

Die Arminia stellt derzeit drei Altherrenteams. In der Alterklasse Ü32 ist eine Mannschaft sowohl auf dem Feld als auch in der Halle aktiv. Die Mannschaften Ü43 und Ü50 spielen ausschließlich in der Halle. Geleitet wird die Abteilung von Dirk Hempel.

Nach der Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung des DSC Arminia in eine Kapitalgesellschaft, gründete der Verein am 6. Dezember 2003 eine Fan- und Förderabteilung unter dem Namen „Arminia Supporters Club“ (ASC). Der ASC soll als Schnittstelle zwischen dem Verein und den Fans dienen. Innerhalb kürzester Zeit wurde aus dem ASC die mitgliederstärkste Abteilung im Verein mit etwa 4.500 Mitgliedern Der Abteilungsleiter ist Hans-Jürgen Laufer.

Im September 2005 wurde mit den „Arminis“ eine Fanorganisation für Kinder ins Leben gerufen. Der Verein kooperiert mit der von-Laer-Stiftung, die im Bereich Bielefeld und Umgebung im Rahmen der Jugendhilfe aktiv ist. Ziel der Abteilung ist es, möglichst viele junge Familien, insbesondere aber Kinder für den Fußball und den DSC Arminia zu begeistern. Neben kindgerechten Veranstaltungen bieten die „Arminis“ ihren Mitgliedern eine Kinderbetreuung während der Heimspiele und Rabatte auf Fanartikel an. Des Weiteren organisieren die Arminis auch Fahrten zu Auswärtsspielen der Arminia.

Maskottchen der Arminis ist seit dem Sommer 2006 der Stier „Lohmann“. Der Name geht auf den Bauern Lohmann zurück, der dem Verein im Jahre 1926 das Gelände der heutigen SchücoArena verpachtete. Zum Andenken an dieses Ereignis trägt Lohmann ein Trikot mit der Rückennummer 26.

Jüngste Abteilung des Vereins ist die Billardabteilung. Am 7. August 2007 wurde die 2003 gegründete Abteilung „BVO Interpool“ in den DSC Arminia integriert. Mit insgesamt vier Mannschaften tritt die Abteilung in den Ligen des Billardverbandes Ostwestfalen-Lippe an. Spielstätte ist das Billardcafé Interpool in der Feilenstraße. Abteilungsleiter ist Michael Wosch, der ebenfalls Vorsitzender des Billardverbandes Ostwestfalen Lippe e.V. (BVOWL) ist.

Am 31. März 1979 schloss sich eine Gruppe des Bielefelder Roll- und Schlittschuhclubs dem DSC Arminia an. In den 1980er-Jahren errang die Abteilung zahlreiche nationale und internationale Titel. Höhepunkt war der Gewinn des Nationen-Cup 1988 in Budapest. Zu dieser Zeit lief die Vize-Europameisterin Krisztina Czakó für die Arminia. Seit 1979 veranstaltet die Abteilung jedes Jahr das „Winterfest auf dem Eis“. Trainings- und Wettkampfstätte ist die Oetker-Eisbahn in Bielefeld-Brackwede. Abteilungsleiterin ist Sabine Esser.

Bereits 1925 versuchte der damalige Vereinsvorsitzende Dr. Mennerich eine Hockeyabteilung zu gründen. Da sich jedoch zu wenig Interessenten fanden, wurde nichts aus diesen Plänen. Erst 1946 kam es zur Gründung der Abteilung und die ersten Erfolge stellten sich schnell ein. Die Herrenmannschaft stieg bereits 1948 in die Oberliga auf. Zwischen 1979 und 1988 spielten die Herren ununterbrochen in der damals zweithöchsten Spielklasse, der Oberliga. Mittlerweile spielt die Mannschaft in der Verbandsliga. Die Damenmannschaft gehörte in den späten 1980er-Jahren der Hallen-Oberliga an und pendelt seitdem auf dem Feld zwischen Ober- und Verbandsliga.

In den frühen Jahren der Abteilung hatte die Abteilung große Probleme, eine geeignete Spielstätte zu finden. Zeitweise mussten die Mannschaften ihre Heimspiele im benachbarten Gütersloh austragen, dann innerhalb der Queller Rennbahn, die allerdings auch von britischen Sportflugzeugen genutzt wurden. So kam es, dass Spiele wegen Starts und Landungen unterbrochen werden mussten. 1971 fand die Abteilung auf der Anlage neben dem Heimat-Tierpark Olderdissen eine Heimat. Im April 1972 wurde auf der Anlage ein Länderspiel der deutschen Damen-Nationalmannschaft gegen Argentinien (Endstand 1:1) ausgetragen. Abteilungsleiter ist Alexander Doht, der gleichzeitig als Spieler für die erste Mannschaft aktiv ist.

19 Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter sind für den DSC Arminia aktiv. Allerdings pfeifen alle Unparteiischen nur in regionalen und lokalen Ligen. Geleitet wird die Abteilung von Vlado Radmann.

In den 1930er-Jahren unterhielt der Verein kurzzeitig eine Boxabteilung. Über Erfolge und Gründe für die Auflösung ist jedoch nichts bekannt.

Die Handballabteilung wurde 1923 gegründet. Mitte der 1930er-Jahre hatten die Handballer ihre erfolgreichste Zeit. Die erste Mannschaft spielte in der Feldhandball-Gauliga regelmäßig vor mehreren tausend Zuschauern. Franz Dierkes gehörte zu dieser Zeit zu den Leistungsträgern und verpasste die Nominierung für den Olympiakader 1936 nur knapp. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Handballer der Arminia immer mehr von den Vereinen aus den umliegenden Bielefelder Stadtteilen überrundet und rutschten bin in die Kreisliga hinab. Im Mai 1987 wurde die Abteilung schließlich aufgelöst.

Mit dem Olympischen Sportclub Bielefeld gab es zwischen 1952 und 1956 einen dem DSC Arminia angeschlossenen Leichtathletikverein. Zu den bekanntesten Athleten gehörte Paul Schmidt, der mehrfach deutscher Meister im 800-Meter-Lauf war und bei den Olympischen Sommerspielen 1960 Vierter wurde.

Das kurze Fortbestehen von nur vier Jahren ist darin begründet, dass die Betreuung der Abteilung mit mehr als hundert Aktiven finanziell und logistisch zu aufwändig war. Auch war die Unterstützung durch Sponsoren nicht gegeben, so dass die finanzielle Grundlage lediglich auf Zuwendungen des damaligen Arminia-Präsidenten und Industriellen Kurt Wolff beruhte.

Neben der einzig aktiven Zeit der Leichtathletik-Abteilung wurde bereits 1907 und später noch einmal 1964 versucht, eine solche ins Leben zu rufen. Dies misslang jedoch und seit 1973 besteht seitens des DSC Arminia kein Interesse an einer eigenen Leichtathletik-Abteilung mehr.

Die Anhängerschaft des Vereins kommt in erster Linie aus Bielefeld sowie der Region Ostwestfalen-Lippe. Das Einzugsgebiet entspricht in etwa einem Umkreis von 100 Kilometern um Bielefeld herum. Der „harte Kern“ der Fans befindet sich bei den Heimspielen in den Blöcken 1 und 3 der Südtribüne. Zu den prominentesten Arminiafans gehören der N24-Nachrichtensprecher Hans-Hermann Gockel, 11 Freunde-Chefredakteur Philipp Köster und der Entertainer Ingolf Lück.

Seit dem letzten Bundesligaaufstieg im Jahre 2004 lag der Zuschauerschnitt konstant knapp über 20.000. Damit belegt der Verein allerdings nur die hinteren Ränge der Zuschauertabelle. Die höchste Zuschauerzahl wurde am 19. August 1978 erzielt, als 34.882 Zuschauer die Partie gegen Schalke 04 sahen. Am 11. November des gleichen Jahres sollen über 35.000 Zuschauer das Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern verfolgt haben.

Wie groß der Einfluss der Fans auf die Vereinsarbeit ist zeigte sich zuletzt im Frühjahr 2008. Anfang März wurde ein modernisiertes Logo veröffentlicht, welches das bisherige um den Schriftzug „Arminia“ ergänzt, zeigte. Von Seiten der Fans regte sich Unmut, da die Buchstaben „DSC“ in diesem neuen Logo fehlten, welche die Fans als einen elementaren Bestandteil der Vereinskultur ansahen. Zudem stieß auch die neue Gestaltung des Schriftzugs „Arminia“ auf Ablehung. Es gründeten sich daraufhin mehrere Initiativen darunter die Gruppierung „Unser DSC“, die unter dem Motto „Tradition lässt sich nicht erfinden“, innerhalb kürzester Zeit, über 2.000 Unterschriften gegen das neue Logo sammelte. Nach mehreren Gesprächsrunden mit der Vereinsführung wurde ein Kompromiss erzielt, nachdem die neue Gestaltung des Logos erhalten blieb, die Buchstaben DSC jedoch wieder in das Vereinslogo aufgenommen wurden.

Die Fans der Arminia wählen seit der Saison 2002/03 den „Arminen der Saison“. Erster Preisträger war Rüdiger Kauf, zuletzt wurde Mathias Hain gewählt.

Die Bielefelder Fanszene pflegt eine Vielzahl unterschiedlicher Gesänge. Die offizielle Vereinshymne, die kurz vor Beginn eines jeden Heimspiels gesungen wird, ist „Arminia, unser Herz schlägt nur für Dich“ von Willy d´Villa. Eines der populärsten Lieder, die vor und während der Spiele auf den Rängen gesungen werden, ist „Arminia, wie schön sind Deine Tore“ von Werner Tennberg. Bis Ende der 1980er Jahre wurde nach jedem Tor für die Arminia „La Bostella“ gespielt. Seit 1988 wurde dann der Cancan zur Torhymne. Dies änderte sich kurzzeitig in der Hinrunde der Saison 2008/09, als der Cancan durch Seven Nation Army ersetzt wurde. Durch den Sieg bei einer Abstimmung auf der Vereinshomepage im Februar 2009, bei der neben dem Cancan und Seven Nation Army noch vier weitere Stücke zur Auswahl standen, wurde der Cancan wieder zur offiziellen Torhymne der Arminia.

Neben den Gesängen gibt es noch eine Vielzahl an Liedern unterschiedlicher Interpreten und Stilrichtungen, die sich mit der Arminia befassen. So gab der Verein im März 2005 zum Vereinsjubiläum einen Sampler mit 20 Titeln heraus. Zudem produziert das Fan-Projekt regelmäßig Fansampler, auf denen Lieder von Fans rund um das Thema Arminia zu finden sind. Zuletzt erschien im Jahr 2007 die CD „Block Party“.

Mit dem ersten Bundesligaaufstieg 1970 bildeten sich die ersten Fanclubs. Am Ende des Jahrzehnts tauchten mit dem „Alm-Adlern“ und der „Blue Army - Ostwestfalenterror“ die ersten gewaltbereiten Gruppierungen auf. Insbesondere die Blue Army zeigte dabei eine Nähe zu rechtsextremen Kreisen. Um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten gründete die Stadt Bielefeld 1984 das Bielefelder Fan-Projekt, das nach dem Abstieg der Arminia in die 2. Bundesliga 1985 jedoch wieder aufgelöst wurde, da es die Stadt nun für unnötig erachtete. In der Folgezeit erlebte die Bielefelder Hooliganszene ihre Blütezeit. Heutzutage spielen Hooligangruppen kaum noch eine Bedeutung in der Bielefelder Szene, was sicherlich auch dem 1996 neu gegründeten Fan-Projekt Bielefeld e.V. geschuldet ist, das mit zwei hauptamtlichen Mitarbeitern die Fanszene betreut.

Fast zeitgleich zu der Wiederbelebung des Fan-Projektes gründete sich am 1. Oktober 1996 die Fanorganisation Schwarz-Weiß-Blaues Dach, die seitdem als Dachverband der Arminiafanclubs die Faninteressen gegenüber dem Verein vertritt und bei der Organisation von Auswärtsfahrten sehr aktiv ist. Zur Zeit hat der Dachverband in etwa 900 Mitglieder.

Zwar sind das Fan-Projekt und das Schwarz-Weiß-Blaue Dach unabhängig voneinander, jedoch arbeiten sie intensiv zusammen. So teilen sich beide Organisationen ein Büro in der Ellerstraße 39. In diesen Räumlichkeiten befindet sich ebenfalls der Fantreff Block 39 des Fan-Projektes.

Seit Mitte der 1990er-Jahre hielt auch die Ultrà-Bewegung ihren Einzug in die Bielefelder Fanszene, insbesondere durch die Gründung der „Boys Bielefeld“ im Jahre 1995. Nachdem die Bezeichnung „Ultras“ zunächst keine Verwendung fand, gründeten einige Bielefelder Fangruppierungen im Jahr 2001 die Bielefelder Ultras. Nach knapp drei Jahren löste sich die Vereinigung wieder auf. Begründet wurde dieser Schritt unter anderem damit, dass der Begriff „Ultras“ in Deutschland zunehmend mit gewalttätigen Aktionen in Verbindung gebracht werde. Trotzdem gibt es in Bielefeld einige Gruppierungen die als ultraorientiert gelten und szenetypische Aktionen wie z.B. Choreographien durchführen.

Seit 1999 ist Christian Venghaus hauptamtlich als Fanbeauftragter des Vereins angestellt. Im Dezember 2003 gründete der Verein den „Arminia Supporters Club“ als eigenständige Abteilung. Mittlerweile existieren über 100 Fanclubs der Arminia, die neben der Region Ostwestfalen-Lippe auch in Köln, Hamburg, Berlin, Münster und Stuttgart beheimatet sind. Im Ausland sind die Fanclubs „Dutch Arminia Team“ (Niederlande) und „BFC Tirol“ (Österreich) aktiv.

Fanfreundschaften pflegen die Fans des DSC insbesondere zu Gruppierungen des Hamburger SV. Hierbei sind die gemeinsamen Farben ein verbindendes Element. Ausdruck findet die Verbundenheit unter anderem in dem Schlachtruf „Schwarz-Weiß-Blau, Arminia und der HSV“, der regelmäßig in den Bielefelder Fanblocks zu hören ist. In den letzten Jahren veranstalteten die Supporter Clubs beider Vereine, bei den jeweiligen Gastspielen, gemeinsame Partys für die Fans beider Vereine. Freundschaftliche Bande gibt es ebenfalls zu Teilen der Fanszene von Hannover 96. Von Seiten der Jugendabteilung der Arminia, den „Arminis“, gibt es Freundschaften zu Jugendabteilungen anderer Vereine, so etwa zu den „Wölfis“ vom VfL Wolfsburg.

Im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen hat der DSC Arminia keinen Hauptrivalen. Eine Erzfeindschaft, wie sie zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 besteht, gibt es nicht. Ein Grund hierfür ist das ständige Auf und Ab des Vereins im deutschen Ligensystem, weswegen die Rivalitäten zu anderen Vereinen nur einen zeitlich befristeten Charakter entwickeln konnten.

Erster großer Rivale war der VfB 03 Bielefeld. Neben dem Kampf um die Vorherrschaft in der Stadt spielte der gesellschaftliche Hintergrund der Vereine eine entscheidende Rolle. Während die Arminia bürgerliche Wurzeln hatte, galt der VfB 03 als Arbeiterclub. In den frühen 1930er-Jahren lief der VfB für einige Jahre der Arminia den Rang ab. Zuletzt spielte der VfB in der Saison 1955/56 eine Klasse über der Arminia. Nachdem der DSC 1962 in die II. Division West aufstieg, trennten sich die Wege der Vereine. Heute tritt der mittlerweile VfB Fichte heißende Club in der Landesliga gegen Arminias dritte Mannschaft an.

Die seit Anfang der 1970er-Jahre latent vorhandene Rivalität zum VfL Bochum verschärfte sich 1996/97 unter anderem, nachdem der Bochumer Spieler Dariusz Wosz in einem Spiel mehrfach obszöne Gesten an das Bielefelder Publikum richtete.

Heimspielstätte des Vereins ist seit 1926 die „Bielefelder Alm“. Das Stadion hat eine Kapazität von 27.300 Plätzen, davon sind ca 20.000 Sitzplätze. Alle Tribünen sind überdacht. Seit 2004 trägt das Stadion den Namen SchücoArena, nachdem der gleichnamige Bauzulieferer die Namensrechte am Stadion erwarb. Neben dem Stadion gibt es einen Kunstrasenplatz („Hartalm“) sowie einen Ascheplatz („Westplatz“).

Nachdem Arminia Bielefeld seine Spiele zunächst auf dem Kesselbrink, einem innerstädtischen Park, später kurzzeitig an der Kaiserstraße (heute: August-Bebel-Straße) und einem Sportgelände an der Pottenau nördlich der Innenstadt ausgetragen hatte, wechselte der Verein 1926 an die heutige Spielstätte am westlichen Rand der Innenstadt.

Die Alm glich ursprünglich einem Acker. Die Spielfläche war uneben und bei Regen sammelte sich das Wasser in zahlreichen Furchen. Aufgeschüttete Erdwälle dienten als Zuschauertribünen. 1954 wurden die Erdwälle durch Betonstufen ersetzt. Nach dem Bundesligaaufstieg 1970 wurde eine Haupttribüne gebaut. Auf der Nord- und Ostseite wurden Stahlrohrtribünen hochgezogen. Die Kapazität des Stadions wuchs auf etwa 30.000. Dazu wurden Flutlichtmasten installiert.

Nach dem zweiten Bundesligaaufstieg wurde die Haupttribüne überdacht und die anderen Tribünen noch einmal erweitert. Mit etwa 35.000 Plätzen erreichte die Alm das größte Fassungsvermögen ihrer Geschichte. Nachdem die Arminia in den späten 1980er-Jahren in die Oberliga abstieg wurden die ursprünglich als Provisorium gedachten Stahlrohrtribünen demontiert. Die Südtribüne musste wegen Einsturzgefahr abgerissen werden. Die Osttribüne wurde dafür überdacht. Die Kapazität sank so auf 18.500, später auf 15.000.

Nachdem erneuten Bundesligaaufstieg 1996 erfolgte ein Neubau der Haupt- und Nordtribüne. 1999 folgte der Neubau der Südtribüne. Zwei Jahre später wurde zwischen Süd- und Osttribüne die neue Geschäftsstelle des Vereins errichtet. In der letzten Ausbaustufe entstand zwischen 2007 und 2008 die als neue Haupttribüne konzipierte Osttribüne.

Die zweite Mannschaft trägt ihre Heimspiele im "Stadion Rußheide“ aus. Die Rußheide ist ebenfalls die Heimstätte des VfB Fichte Bielefeld und liegt in der Nähe des Bielefelder Ostbahnhofs. Das 1970 eröffnete Stadion hat eine Kapazität von 12.000 Plätzen, davon sind etwa 1.400 überdachte Sitzplätze. Aufgrund der Sicherheitsbestimmungen der NRW-Liga dürfen jedoch nicht mehr als 1.000 Zuschauer in das Stadion hereingelassen werden. Bei größerem Publikumsandrang weicht die Mannschaft in die SchücoArena aus.

Die Frauenmannschaft spielt auf der Hartalm. Die A-Junioren nutzen das Stadion im Bielefelder Stadtteil Brackwede, während die B-Junioren das „Waldstadion“ in Quelle nutzen. Das Trainingsgelände der Profis befindet sich im Osten Bielefelds zwischen dem Stadtzentrum und Bielefeld-Heepen an der Friedrich-Hagemann-Straße. Es soll weiter ausgebaut und sukzessive erweitert werden, um den Profis bessere Bedingungen zu bieten und die Zusammenarbeit zwischen Profi- und Jugendabteilung verbessern zu können.

Die erste vereinseigene Zeitung waren die sogenannten Monatsblätter im Jahr 1925. Sie sollten der besseren Einbindung der Mitglieder in das Vereinsleben dienen. Mitte der 1960er Jahre gab der Verein dann mit den Vereinsnachrichten Arminia Bielefeld e.V. die erste Clubzeitung im engeren Sinne heraus. Im Laufe der 1970er-Jahre etablierte sich für die Vereinsnachrichten der eingängigere Name Almpost. Zunächst produzierte der Verein die Zeitung noch selbst, ab dem Jahr 1983 übernahm dies das Westfalen-Blatt, welches die Almpost als Zeitungsbeilage auf eine Rekordauflage von 60.000 Exemplaren brachte. Nach Aussage des damaligen Managers Norbert Müller war die Almpost somit die auflagenstärkste Stadionzeitung aller Bundesligisten. Ab dem Jahr 2003 übernahm der Verein wieder die Federführung bei der Produktion. Im Jahr 2004 wurde die Almpost im Zuge der Umbenennung des Stadions in HALBVIER umbenannt. Der Name HALBVIER bezieht sich dabei auf die Anstoßzeit der Fußballbundesliga an Samstagen um 15:30 Uhr.

Die HALBVIER erscheint regelmäßig zu jedem Heimspiel der Arminia sowie mit einer Sonderausgabe zum Saisonende. Sie beinhaltet dabei in der Regel Themen rund um den aktuellen Gegner, Rückblicke auf Auswärtsspiele, Interviews mit Spielern aus dem Profi- und Nachwuchsbereich, Neuigkeiten aus dem Verein sowie Statistiken. Die HALBVIER wird von der DSC Arminia GmbH & Co KGaA herausgegeben, wobei die Gesamtherstellung durch das Medienbüro 24/7 erfolgt. Neben der HALBVIER erscheint von Vereinsseite aus vierteljährllich das Magazin Arminia Supporter des Arminia Supporter Clubs. Bis Ende 2008 trug diese Zeitschrift den Namen ASC Aktuell.

Das vom Verein unabhängige Fanprojekt Bielefeld e.V. gibt ebenfalls zu jedem Heimspiel die Zeitung Fan-Post mit aktuellen Informationen zum Spieltag und kommenden Auswärtsfahrten heraus.

Im Laufe der Jahre betätigten sich auch unterschiedliche Fanclubs und Einzelpersonen als Zeitungsmacher. So hatte in den 1960er-Jahren die vereinseigene Zeitung Almpost starke Konkurrenz durch das privat herausgegebene Magazin Alm-Kurier, mit einer Auflage von 5000 Exemplaren pro Spieltag, sowie in den 1970er Jahren durch Sport-Aktuell. Aktuell sind es vor allem Fanclubs, die Zeitungen produzieren. So geben beispielsweise die Boys Bielefeld das Magazin Mit Schirm, Charme & Melone heraus.

Auch im Internet gibt es verschiedene Fanzines und Blogs, die sich mit der Arminia befassen. So setzt sich beispielsweise das Blog5 auf teils satirische Weise mit dem Geschehen rund um den Verein auseinander.

Zwei Jahre nachdem Eintracht Braunschweig als erster deutscher Fußballverein mit Trikotwerbung auflief, wurde die Fruchtsaftmarke Granini erster Trikotsponsor der Arminia. Nach vier Jahren löste die Firma Seidensticker, Europas größter Hemdenhersteller, Granini ab. Diese Liaison dauerte sechs Jahre an, bis heute die längste Partnerschaft der Vereinsgeschichte. Bis 1996 hatten alle Trikotsponsoren ihren Sitz in Bielefeld, ehe mit Gerry Weber aus Halle (Westfalen) die erste auswärtige Firma Trikotsponsor wurde. Seit 2004 ist die Krombacher Brauerei Trikotsponsor. Ausrüster ist die Firma Sport Saller.

Nachdem im Jahre 1987 die Existenz des Vereines nur durch ein Vergleichsverfahren gerettet werden konnte, ging der Verein im Bereich der Sponsorenaquise neue Wege. Mit Hilfe von Rüdiger Lamm, der die Tischtennisabteilung der Spvg Steinhagen an die europäische Spitze führte, wurde ein Sponsorenpool aufgebaut, der innerhalb eines Jahres bereits 100 Unternehmen umfasste. In den ersten Jahren arbeitete Lamm auf Provisionsbasis, ab 1994 war er als hauptamtlicher Manager tätig. Lamms Nachfolger Heribert Bruchhagen schloss im Jahre 2001 einen auf zehn Jahre laufenden Vertrag mit der Vermarktungsfirma Sportfive ab.

Die wohl bekannteste Bielefelder Firma, die Dr. August Oetker KG, hat sich gegenüber der Arminia in Sachen Sponsoring bisher immer zurückgehalten und war nur hin und wieder mit einer Bandenwerbung im Stadion vertreten. Seit Jahrzehnten hält sich im Umfeld des Vereins das Gerücht, dass sich der Verein und Oetker Anfang der 1970er-Jahre im Zuge einer Diskussion über ein neues Stadionprojekt zerstritten hätten. Ungeachtet dieses angeblichen Zerwürfnisses übernahm der Syndikus von Oetker, Dr. Jörg Auf der Heyde, zwischen 1973 und 1986 das Präsidentenamt der Arminia.

Mit einer spektakulären Public Relations-Aktion machten Arminia Bielefeld und der damalige Trioktsponsor, die Herforder Brauerei, im Sommer 1999 von sich reden. Sie kleideten die Statue des Namenspatron der Arminia, das Hermannsdenkmal, in ein überdimensionales Trikot aus 130 m² Stoff. Das Trikot trug die Rückennummer Neun, eine Reminiszenz an den Sieg des Arminius über die Römer im Jahre 9 n. Chr.. Als „größtes Fußballtrikot der Welt“ erhielt das Kleidungsstück einen Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde. Auch touristisch war das Spektakel ein großer Erfolg, eine halbe Million Besucher fanden den Weg zum Herrmansdenkmal während der Zeit der Verhüllung. Die Kosten der Aktion beliefen sich auf etwa 10.000 Mark.

Im August 2008 vergab Arminia als erster Bundesligist eine Lizenz an den Q1 Tankstellenvertrieb, der eine Tankstelle in der Nähe der Alm betreibt. Die nun unter dem Namen „Der 12. Mann“ firmierende Tankstelle bietet Mitgliedern des DSC verschiedene Vergünstigungen an.

Zur Finanzierung des Stadionausbaus und anderer infrastruktureller Projekte präsentierte der Verein zusammen mit der Bank SEB AG am 14. September 2006 eine Fananleihe unter dem Motto „Bau auf Blau“. Der Nennwert pro Schuldverschreibung lag bei 100 Euro. Zurückgezahlt werden die Einlagen nach fünf Jahren, wobei die Einlage mit 6,5% pro Jahr verzinst wird.

Nach mehreren Fristverlängerungen endete die Aktion am 28. Februar 2007. Nach Vereinsangaben wurde die Anleihe vollständig an etwa 2300 Zeichner verteilt. Insgesamt erbrachte die Aktion drei Millionen Euro.

Zu Ehren der Zeichner wurde am 15. November 2008 die Blaue Wand enthüllt. Dabei handelt es sich um zwei Tafeln im Erdgeschoss der neuen Haupttribüne, auf der alle Zeichner der Fananleihe namentlich aufgeführt sind.

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Kreis Bielefeld

Wappen des Kreises Bielefeld

Der Kreis Bielefeld war ein von 1816 bis 1972 bestehender Kreis, zunächst im zur preußischen Provinz Westfalen gehörenden Regierungsbezirk Minden, ab 1946/47 schließlich im nordrhein-westfälischen Regierungsbezirk Detmold. Er umfasste zuletzt das unmittelbare Umland der Stadt Bielefeld. Die Stadt selber hatte bis 1878 zum Kreis gehört und war dann als eigener Stadtkreis ausgegliedert worden, beherbergte aber nach wie vor die Kreisverwaltungsbehörden. Von 1878 bis 1969 lief der Kreis unter der Bezeichnung Landkreis Bielefeld. 1973 fiel das Kreisgebiet größtenteils an die Stadt Bielefeld, ansonsten an den Kreis Gütersloh.

Der Kreis Bielefeld lag zu beiden Seiten des Teutoburger Waldes und hatte mit seiner Nordosthälfte Anteil an der Ravensberger Mulde und im Südwesten an der Emssandebene.

Er grenzte zunächst an die westfälischen Kreise Herford im Norden, Halle im Westen, Warendorf im Südwesten (nur bis 31. Dezember 1969), Wiedenbrück im Süden sowie an das Land Lippe bzw. ab 1932 an den lippischen Kreis Lemgo im Osten. Ab 1. Januar 1970 berührte der Kreis im Süden außerdem den Kreis Paderborn und im Südwesten den Kreis Detmold.

Das Gebiet des Kreises Bielefeld gehörte bis 1806 zum preußischen Verwaltungsgebiet Minden-Ravensberg und bildete den größeren Teil des Amtes Sparrenberg (Amtsvogteien Heepen, Schildesche und die östliche Hälfte der Amtsvogtei Brackwede) in der Grafschaft Ravensberg, die seit 1648 zu Brandenburg-Preußen gehörte. 1806 fiel das Gebiet an das napoleonische Frankreich. Zwischen 1807 und 1810 war das spätere Kreisgebiet Teil des de facto französischen Königreichs Westphalen (Weser-Departement, Distrikt Bielefeld). 1811 wurde das spätere Kreisgebiet dem Departement der Fulda (weiterhin Distrikt Bielefeld) eingegliedert. Das Gebiet erhielt eine Verwaltung nach französischem Vorbild und gliederte sich in Kantone. Nach der Rückeroberung durch Preußen gehörte es ab 1813 bis zur Gründung der preußischen Provinz Westfalen provisorisch zum Zivilgouvernement zwischen Weser und Rhein.

Am 20. April 1817 wurde die Ortschaft Deppendorf aus dem Kreis Halle in den Kreis Bielefeld umgegliedert. 1821 ist das Gut Niedermühlen als eigenständige Ortschaft genannt, 1828 wurde es dann in die Stadt (Feldmark) Bielefeld eingegliedert. Das Kirchspiel Jöllenbeck, bestehend aus den Ortschaften Niederjöllenbeck und Oberjöllenbeck, wurde zum 1. Januar 1832 vom Kreis Herford in den Kreis Bielefeld umgegliedert, ebenso ein 2,00 km² großes Gebiet von Elverdissen nach Brake.

Die Ämter Schildesche und Jöllenbeck wurden teilweise in Personalunion als Amt Schildesche-Jöllenbeck von einem Amtmann verwaltet. Zwischen 1858 und 1871 schlossen sich Hoberge und Uerentrup zur Gemeinde Hoberge-Uerentrup zusammen sowie Niederdornberg und Deppendorf zur Gemeinde Niederdornberg-Deppendorf. Sandhagen wurde in Gadderbaum eingegliedert.

Gellershagen, Bauerschaft Schildesche, Dorf Schildesche, Sieker und Stieghorst waren damit als selbständige Gemeinde nicht mehr existent. Aufgrund der Eingemeindung des größeren Teils des Amts Schildesche in die Stadt Bielefeld wurde das Amt aufgelöst; Brake und Milse kamen zum Amt Heepen, Theesen und Vilsendorf zum Amt Jöllenbeck. 1934 verlor Gadderbaum seinen Status als Amt und wurde Ortspolizeibezirk.

Mit der offiziellen Auflösung Preußens und damit auch der Provinz Westfalen durch den Alliierten Kontrollrat 1947 und der vorhergehenden Gründung des Landes Nordrhein-Westfalen im Jahr 1946 wurde der Regierungsbezirk Minden und damit der Landkreis Bielefeld Teil des neuen Landes Nordrhein-Westfalen. Durch den Beitritt des Landes Lippe zum Land Nordrhein-Westfalen im Jahr 1947 (1948 formal vollzogen) wurde der Regierungsbezirk Minden 1947 um die lippischen Gebiete vergrößert. Dem nun nach dem neuen Verwaltungssitz als Regierungsbezirk Detmold bezeichneten Bezirk (kurzzeitig und anfänglich als „Regierungsbezirk Minden-Lippe“ bezeichnet) gehörte der Kreis Bielefeld bis zu seiner Auflösung an. Mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde 1949 auch der Landkreis Bielefeld Teil der Bundesrepublik.

Nieder- und Oberjöllenbeck wurden am 10. August 1952 zur Gemeinde Jöllenbeck zusammengeschlossen. Brackwede erhielt 1956 Stadtrechte und wurde in dieser Zeit auch amtsfrei, der Sitz des Amts Brackwede verblieb in Brackwede. 1965 wurde Senne II amtsfrei und in „Sennestadt“ umbenannt. Ab 1969 trug der Landkreis die Bezeichnung „Kreis Bielefeld“.

Das am 23. August 1961 genehmigte Wappen des Kreises zeigte in Silber drei rote Sparren, die beiden unteren belegt mit einem Zahnrad, zwischen den beiden oberen drei Flachsblüten. Die Sparren sind dem Wappen der Grafschaft Ravensberg entlehnt und sind eines der häufigsten Symbole in den Kommunal- und Kreiswappen in Minden-Ravensberg. Die Flachsblüten spielen auf die Bedeutung der Leineweberindustrie im Ravensberger Land und darüber hinaus an. Insbesondere Bielefeld war Standort der großen Spinnereien wie die Ravensberger Spinnerei. Das Zahnrad symbolisiert die Industrie im Landkreis, da der Kreis einer der industriellen Zentren Ostwestfalens war.

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Flugplatz Bielefeld

Flugplatz Bielefeld Luftaufnahme 2.jpg

Der Flugplatz Bielefeld liegt in der Stadt gleichnamigen Bielefeld in Ostwestfalen-Lippe. Er liegt rund 7 Kilometer südlich der Innenstadt im Stadtteil Senne.

Offiziell heißt der Flugplatz „Verkehrslandeplatz Bielefeld (EDLI)“ und wird von der Flughafen Bielefeld GmbH betrieben. Gesellschafter der Flughafen Bielefeld GmbH sind unter anderem die Stadt Bielefeld, die IHK Bielefeld und 14 Unternehmen aus der Region. Er verfügt über eine knapp 1.300 Meter lange, befeuerte und asphaltierte Start-/Landebahn. Genutzt wird der Flugplatz vor allem von regionalen Unternehmen, Privatpersonen und örtlichen Luftsportvereinen.

Im heimischen Raum ist der Flugplatz aufgrund des gleichnamigen Ortsteils auch unter dem Namen Flugplatz Windelsbleiche bekannt.

Aufgrund der zunehmenden Bedeutung der Luftfahrt nach dem Ersten Weltkrieg, gediehen auch in der aufstrebenden Stadt Bielefeld Pläne, welche die Errichtung eines Luftlandeplatzes vorsahen. Nach einer monatelangen Diskussion über den Standort entschied man sich schließlich für ein Gebiet in der Senne, welches 1929 von der Stadtverwaltung, als Standort für die Trinkwassergewinnung, aufgekauft worden war. Am 31. August des Jahres 1930 wurde der Flugplatz Bielefeld mit der Landung des Luftschiffes "Graf Zeppelin" im Beisein von 100.000 Zuschauern eingeweiht. Ab 1932 wurde auch Motorfliegerei auf dem Flugplatz betrieben. Für diesen Zweck wurde eine Halle errichtet, in der zwei Motorflugzeuge Platz fanden. Im Jahr 1936, passend zu den Olympischen Spielen in Berlin, wurde eine Reichssportfliegerschule eingeweiht. Im darauffolgenden Jahr fiel der Bielefelder Luftfahrtverein der Gleichschaltung zum Opfer. Während des Zweiten Weltkriegs wurden in Windelsbleiche Lehrlinge und Schüler zur vormilitärischen Ausbildung im Segelflug geschult. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb der Flugplatz bis 1955 unter Kontrolle der britischen Besatzungstruppen, doch schon ab 1952 startete die Bielefelder Segelfluggruppe wieder vom Windelsbleicher Flugfeld. Als Deutschland im Jahr 1956 die Lufthoheit wiedererlangte, ging der Flugplatzunterhalt vom Bielefelder Luftfahrtverein an die neugegründete Flughafen GmbH über. Im Jahr 1971 wurde der Flugplatz um ein Vereinsheim für den Luftfahrtverein erweitert. Seit den sechziger Jahren wird der Flugplatz Bielefeld intensiv von der heimischen Wirtschaft für Flüge mit zweimotorigen Geschäftsreiseflugzeugen genutzt.

Anfang der 1990er Jahre stand die Verlängerung der Betriebserlaubnis für den Flugplatz zur Diskussion. Unter anderem mit Hilfe einer Bürgerinitiative, die über 8000 Unterschriften zum Erhalt des Flugplatzes sammelte, konnte der Erhalt des Flugplatzes gesichert werden. Im Jahr 1994 wurde dann durch die zuständige Luftfahrtbehörde die erste unbefristete Genehmigung des Flugplatzes erteilt. 1997 übernahmen dann weitere Unternehmen Anteil an der Gesellschaft und schafften damit die Voraussetzung für die weitere Modernisierung des Flugplatzes. Die Stadt Bielefeld ist seitdem weiterhin mit einem Anteil von rd. 25 % größter Einzelgesellschafter. Die schrittweise Modernisierung des Flugplatzes erfolgte durch die Errichtung eines neuen Tower, mehrerer neuer Hangars, einer PAPI Anflughilfe und einer modernen Landebahnbefeuerung. Den vorläufigen Abschluss der Bautätigkeiten stellte 2005 die Verlängerung der Landebahn und die Befestigung der Rollwege dar. Seit 2006 wird der Flugplatz Bielefeld regelmäßig auch von düsengetriebenen Geschäftsreiseflugzeugen genutzt. Eine Cessna Citation CJ2+ ist bereits fest stationiert und wird als Charterflugzeug genutzt.

Nach der Luftverkehrskonzeption des Landes Nordrhein-Westfalen erfüllt der Flugplatz Bielefeld die Aufgabe eines Schwerpunktflugplatzes für den Geschäftsreiseverkehr. Genutzt wird der Flugplatz Bielefeld überwiegend von Flugzeugen bis 5,7 Tonnen Abfluggewicht, Hubschraubern, Segelflugzeugen und Ballonen. Der Verkehr teilt sich im Wesentlichen auf zwischen privaten Flügen, Geschäftsreiseflügen und Ausbildungsflügen. Der Flugplatz Bielefeld ist an 365 Tagen im Jahr geöffnet. Starts sind zugelassen ab 06 Uhr und Landungen bis 22 Uhr.

Im Jahr 2002 beschloss die Flughafengesellschaft die Landebahn des Flugplatzes auszubauen. Grund hierfür war eine neue Sicherheitsverordnung der Europäischen Union, nach der die damalige Landebahnlänge von 750 Metern für einen Geschäftsflugbetrieb nicht mehr ausgereicht hätte. Gegen den Ausbau der Landebahn formierte sich eine Bürgerinitiative, da Bürger einen starken Anstieg der Flugbewegungen und damit einhergehende Lärmbelästigung befürchteten. Da gleichzeitig die Betriebsgenehmigung angepasst wurde, standen Befürchtungen im Raum, dass eine Verlagerung des Geschäftsflugverkehrs von Paderborn-Lippstadt auf diesen Verkehrslandeplatz stattfinden würde. Im Mai 2005 wurde der Ausbau der Landebahn schlussendlich genehmigt. Die Arbeiten begannen kurz darauf. Seit Oktober 2005 ist die neue Landebahn in Betrieb. Die Finanzierung des rund 2 Mio. teuren Ausbaus teilten sich das Land Nordrhein-Westfalen und die Flughafenbetreibergesellschaft jeweils in etwa zur Hälfte.

Seit 1996 findet jedes Jahr am vorletzten Augustwochenende ein zweitägiges Flugplatzfest statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung werden neben verschiedenen Kunstflugdarbietungen auch historische Flugzeuge präsentiert. Alljährlich ist dabei u.a. der größte Doppeldecker der Welt, die Antonow An-2, zu sehen. Neben Rundflügen in der Antonow, bieten die Piloten der ansässigen Vereine, Rundflüge mit ihren Flugzeugen über ganz Ostwestfalen an.

Seit mehreren Jahren findet am Sonntag nach dem Nikolaustag ein Nikolausfliegen statt. An diesem Nachmittag landet der Nikolaus und verteilt Geschenke an die Kinder aus der Nachbarschaft.

Am Flugplatz gibt es einen gastronomischen Betrieb, zwei Flugschulen und mehrere Firmen für den Lufttransport und für Luftaufnahmen.

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Bielefeld

Lage der kreisfreien Stadt Bielefeld in Deutschland

Bielefeld ist eine kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Detmold im Nordosten Nordrhein-Westfalens. Mit knapp 325.000 Einwohnern ist sie die größte Stadt der Region Ostwestfalen-Lippe und gilt als deren wirtschaftliches Zentrum.

Die erste Erwähnung als Stadt stammt aus dem Jahr 1214. Die Bewohner der am gleichnamigen Gebirgspass des Teutoburger Waldes gelegenen Stadt hatten die Aufgabe, die Herrschaft in der Grafschaft Ravensberg und über die hier verlaufenden Handelswege zu sichern. Gleichzeitig sollte sie als Kaufmannsstadt die Wirtschafts- und Finanzkraft der Grafschaft erhöhen, deren Hauptort sie wurde. Die Universitätsstadt ist überregional durch die diakonische Einrichtung Bethel und durch ihre Fußballbundesligamannschaft Arminia Bielefeld bekannt. Bielefeld war lange Zeit das Zentrum der Leinenindustrie. Heute ist die Stadt vor allem Standort der Nahrungsmittelindustrie, von Handels- und Dienstleistungsunternehmen, der Druck- und Bekleidungsindustrie und des Maschinenbaus.

Bielefeld besitzt eine ausgeprägte landschaftliche Vielfalt, die in drei unterschiedliche Naturräume zu unterteilen ist. Der Norden und Nordosten einschließlich des Stadtzentrums ist in die Hügellandschaft der Ravensberger Mulde eingebettet. Unmittelbar südlich schließt sich der Gebirgszug des Teutoburger Waldes an, der Bielefeld von Westnordwest nach Ostsüdost durchzieht. Eine wichtige Verkehrsader war seit jeher der Bielefelder Pass, von dem aus sich der Stadtbezirk Gadderbaum mit Bethel in die Seitentäler hinein erstreckt. Weiter im Süden und Südosten bildet die Senne den dritten Naturraum mit den Stadtbezirken Brackwede, Senne und Sennestadt.

Die nördlichen Stadtteile Bielefelds liegen in einer sanft welligen Landschaft des Ravensberger Hügellandes mit Feldern, Wiesen, Bächen sowie kleinen Flüssen. Hier befindet sich der künstlich angelegte Obersee, der die größte Wasserfläche der Stadt darstellt und zur Regulierung des Johannisbaches angelegt wurde. Der nordöstliche Teil der Stadt entwässert über die Aa in die Weser, während das Wasser aus dem südwestlichen Teil der Ems zufließt. Die Wasserscheide bildet der fast völlig bewaldeten Höhenzug des Teutoburger Waldes. Er dient als Naherholungsgebiet für die Bevölkerung der Großstadt. Durch den Teutoburger Wald führen zahlreiche Wanderwege inmitten des Bielefelder Stadtgebiets. Der bekannteste unter ihnen ist der Hermannsweg, der vom Hermannsdenkmal bei Detmold zur Sparrenburg führt. Die südlich des Teutoburger Waldes liegende Senne ist aus eiszeitlichen Sandablagerungen entstanden, von deren Heideflächen nur noch Reste im Stadtgebiet von Bielefeld erhalten sind. Heute wird dieses Gebiet von Äckern, Grünland und kleinen Wäldern, jedoch auch von Trockenrasen, Bruchwäldern und Feuchtwiesen geprägt.

Der höchste Punkt im Stadtgebiet befindet sich auf der Bergkuppe Auf dem Polle in Lämershagen auf 320 m ü. NN, der niedrigste in Brake an der Aa zur Grenze nach Herford mit 71 m ü. NN. Das Rathaus liegt auf einer Höhe von 114 m. Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt in Nord-Süd-Richtung 22 und in West-Ost-Richtung 19 km. Das Höhenprofil von Bielefeld weist somit zwei grundsätzliche Gebiete aus, das hügelige Gebiet des Ravensberger Berglandes im Norden und die flacheren Gebiete der Westfälischen Bucht im Süden.

Die nächstgelegenen weiteren Großstädte sind Hannover (100 km nordöstlich), Osnabrück (45 km nordwestlich), Münster (65 km westlich), Hamm (60 km südwestlich) und Paderborn (40 km südöstlich). Bielefeld liegt in einem Verdichtungsgebiet, das sich entlang der heutigen Autobahn A2 von Gütersloh über Bielefeld und Herford bis Minden erstreckt.

In geologischer Hinsicht ist das Stadtgebiet dreigeteilt in einen südlichen Teil, der in der Westfälischen Bucht liegt, das Gebiet des Teutoburger Waldes und einen nördlichen Teil, der im Ravensberger Hügelland liegt.

Das Hügelland besteht im Wesentlichen aus 1000 bis 2000 Meter mächtigen Schichten von Tonmergel-, Kalk- und Sandsteinen des Erdmittelalters (Trias, Jura und Kreide). Charakteristisch für das Hügelland sind die zahlreichen Sättel, Mulden (zum Teil auch von Menschenhand ausgebaut, siehe Siek), Horste und Gräben. Im Teutoburger Wald wurden diese Gesteine in geomorphologischen Prozessen besonders deutlich herausgehoben und dann wie auch im Ravensberger Hügelland in die bereits genannten zahlreiche Sättel, Mulden, Horste und Gräben zerlegt. Der Osning wird daher auch als Bruchfaltengebirge charakterisiert. Die ehemals ungestört übereinander folgenden Gesteinsschichten sind im Osning daher heute nebeneinander oder gar in überkippter Lagerung anzutreffen. Von diesen Prozessen unbeeinflusst lagern im tieferen Untergrund die Gesteine des Erdaltertums (Devon, Karbon, Zechstein).

Die Oberfläche des gesamten flacheren Stadtgebiets ist durch Lockergesteine des Eiszeitalters (Sand, Kies, Löss, Geschiebemergel) bestimmt. Während allerdings im verglichen mit dem nördlichen Hügelland eher flachen Süden (insbesondere in der Senne) die Sande und Kiese dominieren und nur am Rand des Teutoburger Waldes Löß zu finden ist, findet sich im Ravensberger Hügelland insbesondere in den Tälern eine fast durchgehende Bedeckung mit einer fruchtbaren, etwa 1 Meter mächtigen Lößschicht. Dieser Löß wurde im Quartär angelagert und verwitterte im Laufe der Zeit zu fruchtbaren Parabraunerden. Da sich unter dem Löß wasserundurchlässige Schichten befinden, sind insbesondere die Täler des Hügellandes feucht. Die hier vorherrschenden staunassen Pseudogleyen, die oft in den charakteristischen Sieken zu finden sind, eignen sich vielfach nur als Grünland.

An der Grenze zum Münsterland haben sich aus den Schmelzwassersanden des Eiszeitalters Podsole entwickelt. Wie auch im Ravensberger Hügelland mit seinen Sieken und Plaggeneschen, hat die historische Landbautechnik Einfluss auf die Böden im südlichen Stadtgebiet. Durch landwirtschaftliche Nutzung (teilweise auch Plaggenauftrag) haben sich teilweise tiefreichenden Humusböden gebildet.

In den Hanglagen des Osnings konnte sich eine tiefgründige Bodenbedeckung nicht halten. Hier dominieren die Festgesteine, die vielfach direkt an die Oberfläche treten. Eine Bedeckung dieser Gesteine ist im Kammbereich nur flachgründig. Im nordöstlichen Kammbereich und in einigen dem Kamm südwestlich vorgelagerten Kuppen, wie dem Käseberg und dem Bokelberg, finden sich vorwiegend flachgründige, steinige, tonig-lehmigen Kalkstein-Verwitterungsböden (Rendzinen). Im Bereich des südwestlichen Kammes finden sich eher flachgründige nährstoffarme, saure und steinige Heideböden (Podsole), die durch Verwitterung der Sandsteine des Erdmittelalters entstanden sind.

Bielefeld ist als „Kleine Großstadt“ klassifiziert und bedeckt eine Fläche von 257,91 km². Die größte Ausdehnung beträgt in Nord-Süd-Richtung etwa 22 km und in Ost-West-Richtung etwa 19 km. Die Flächennutzung in Bielefeld ist der folgenden Tabelle zu entnehmen. Der Anteil an der Landwirtschaftsfläche ist um etwa fünf Prozentpunkte höher als bei vergleichbaren Städten in NRW. Rund 7,5 % der Stadtfläche sind als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Bielefeld grenzt an folgende Städte und Gemeinden (im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden): Spenge, Enger und Herford (alle Kreis Herford), Bad Salzuflen, Leopoldshöhe und Oerlinghausen (alle Kreis Lippe) sowie Schloß Holte-Stukenbrock, Verl, Gütersloh, Steinhagen, Halle (Westf.) und Werther (Westf.) (alle Kreis Gütersloh).

Das Stadtgebiet Bielefelds ist in zehn Stadtbezirke eingeteilt. Jeder Stadtbezirk hat eine von der Bevölkerung gewählte Bezirksvertretung, die aus 19 Mitgliedern besteht. Vorsitzender der Bezirksvertretung ist der Bezirksvorsteher. Die Stadtbezirke sind wiederum amtlich in 92 Statistische Bezirke gegliedert. Im alltäglichen Sprachgebrauch wird für Ortsangaben in Bielefeld üblicherweise eine informelle Einteilung in Stadtteile verwendet. Diese Stadtteile entsprechen oftmals den ehemals selbständigen Gemeinden, die bei den Gebietsreformen von 1930 und 1973 nach Bielefeld eingemeindet wurden.

Das Klima in Bielefeld wird durch die Lage im ozeanisch-kontinentalen Übergangsbereich Mitteleuropas und durch seine Lage am Teutoburger Wald bestimmt. Das Gebiet liegt überwiegend im Bereich des subatlantischen Seeklimas, weist aber teils temporäre kontinentale Einflüsse auf. Die Winter sind unter atlantischem Einfluss meist mild, die Sommer mäßig-warm, die Niederschläge relativ gleichmäßig verteilt. Die Jahresmitteltemperatur in Mitte liegt bei etwa 8,5 °Celsius, im in der Westfälischen Bucht liegenden Süden des Stadtgebiets bei etwa 9 °Celsius. In den Höhenlagen des Osnings ist die Jahresmitteltemperatur deutlich kühler und liegt bei etwa 7,5 bis 8 °Celsius.

Die Niederschläge sind maßgeblich durch die Lage am Teutoburger Wald beeinflusst. Insgesamt ist Bielefeld neben den Städten im Bergischen- und Siegerland eine der niederschlagsreichsten Großstädte Nordrhein-Westfalens. Die Jahresniederschläge liegen in allen Monaten deutlich über dem Landesschnitt. Die Niederschlagsmengen schwanken jedoch je nach Lage meist zwischen etwa 800 und 1000 mm Jahresniederschlag. Im Bereich des Stadtzentrums liegt der Jahresniederschlag bei etwa 890 mm. Da die vorherrschenden Winde meist aus Richtung Südwesten wehen und dabei feuchte Luft vom Atlantik mitbringen, kommt es an der Luvseite des Teutoburger Waldes, der die erste Barriere am Rand des Weserberglandes darstellt, zu ausgeprägtem Steigungsregen. Daher erreichen die Jahresniederschläge im und am Südrand des Osning Werte bis deutlich über 1000 mm. Die weiter in der Westfälischen Bucht gelegenen Orte im südlichen Stadtgebiet sind deutlich regenärmer. Hier liegt der Jahresniederschlag bei nur noch 750 mm. Auch die geschützten Lagen im Aatal im Ravensberger Hügelland und im Lee des Osning wiesen niedrigere Jahresniederschläge um 800 mm auf.

Für weitere konkrete monatliche Werte insbesondere für die Monatstemperaturen wird auf die in vergleichbarer naturräumlicher Lage liegenden und nahen Städte Herford (vergleichbar mit dem Norden Bielefelds) und Gütersloh (vergleichbar mit den südlichen Stadtbezirken) verwiesen.

Bereits zur Mitte des 9. Jahrhunderts wurde der Ort Bylanuelde erwähnt. Zu der Zeit wurde dem Kloster Corvey ein Mansus übertragen. Die erste Erwähnung der Stadt Bielefeld stammt aus dem Jahr 1214 und ist in einer Vertragsurkunde des Grafen Hermann II. von Ravensberg und des Klosters Marienfeld zu finden. Bielefeld gehörte zu den zahlreichen Stadtgründungen des Mittelalters und entstand mit der Absicht, die Herrschaft des Landesherrn zu sichern, da sie an der Südgrenze der Grafschaft Ravensberg lag. Außerdem plante Hermann II., den Ort als Kaufmannsstadt und Hauptstadt der Grafschaft auszubauen, um so seine finanzielle Situation zu verbessern. Aufgrund ihrer Lage an der Kreuzung mehrerer alter Handelswege und an einem wichtigen Pass über den Teutoburger Wald entwickelte sich Bielefeld schnell zum Wirtschafts- und Finanzzentrum der Grafschaft Ravensberg und zog viele Kaufleute aus dem Umland und dem nahe gelegenen Münster an. Wie in der damaligen Zeit üblich, war Bielefeld durch Wassergräben und Mauern vom Umland abgetrennt. Nur tagsüber waren die Stadttore geöffnet. Das mittelalterliche Stadtbild wurde durch das damals wichtigste Handelszentrum der Stadt geprägt, den heutigen Alten Markt, sowie durch das Rathaus und die Altstädter Nicolaikirche.

Um 1240 begann der Bau der Sparrenburg am westlichen Hang des Sparrenberges, die urkundlich erstmals 1256 erwähnt wird und nach ihrer Fertigstellung als Wohnsitz des Landesherrn und seines Gefolges diente. Außerdem sollte die Burg die Stadt und den Pass über die Berge des Teutoburger Waldes schützen. Allerdings hatte die Burg damals ein völlig anderes Aussehen als heute und bestand nur aus einer rechteckigen 45 mal 85 Meter großen Schildmauer, in deren Inneren sich ein Turm sowie Wohngebäude, Lagerräume und Stallungen befanden. 1287 wurde das schon früher eingeführte münsterische Stadtrecht bestätigt.

Ab 1293 entstand die Neustadt, als die zum Bau der Burg benötigten Handwerker am Fuße des Sparrenberges vor den Toren der Stadt siedelten. Die Neustadt wuchs ungeplant, hatte jedoch mit der Neustädter Marienkirche eine eigene Kirche, die später zur Familienkirche des Ravensberger Grafen Otto III. und seiner Gemahlin Hedwig umgebaut wurde. In dieser Zeit entstanden drei von einer Stadtmauer gesicherte Siedlungskerne: Das Marienstift, die Handwerkersiedlung an der heutigen Breiten Straße und die Adelshöfe nahe der heutigen Kreuzstraße. Altstadt und Neustadt hatten jeweils eine eigene Verwaltung, waren bis ins 16. Jahrhundert voneinander unabhängig und wurden erst 1520 zu einer Stadt vereinigt. In dieser Zeit hatten beide Städte zusammen rund 3.000 Einwohner.

Nachdem die männliche Linie der Ravensberger Grafen ausgestorben war, fiel die Grafschaft und damit die Stadt Bielefeld im Jahr 1346 an die Grafschaft Berg, ab 1423 Herzogtum Jülich-Berg. Bielefeld lag räumlich weit entfernt vom Sitz des neuen Landesherrn und konnte sich relativ frei entfalten. Außerdem blieb die Stadt von den zahlreichen Kriegen des späten Mittelalters weitgehend verschont. Bei den Bewohnern, überwiegend Kaufleute und Handwerker, wuchs der Wohlstand, nicht zuletzt durch den Beitritt zur Hanse im 15. Jahrhundert.

1498 wurde am Jostberg ein Franziskanerkloster gegründet, das jedoch schon 1511 aufgrund von Schwierigkeiten bei der Wasserversorgung, besonders jedoch wegen der zu großen Entfernung zur Stadt an den heutigen Klosterplatz in die Altstadt verlegt wurde. Das Gebäude am Jostberg, von dem heute nur noch die Grundmauern erhalten sind, war bereits in der Mitte des 16. Jahrhunderts verfallen. Das Kloster wurde 1829 säkularisiert. Im Jahr 1542 wurde in der Grafschaft Ravensberg und damit auch in Bielefeld die Reformation eingeführt.

Als Folge des Jülich-Klevischen Erbfolgestreites fiel die Grafschaft Ravensberg mit Bielefeld 1609 vorläufig durch einen in Bielefeld unterzeichneten Rezess an die Mark Brandenburg. Am 30. Oktober 1612 ereignete sich ein schweres Erdbeben in der Stadt, das große Schäden anrichtete. Im Vorfeld und im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) wurde die Sparrenburg nacheinander von holländischen, spanischen, schwedischen und französischen Truppen besetzt. Während der spanischen Besetzung um 1623 wurde die Stadt mit Kanonen von der Sparrenburg aus beschossen. 1636 belagerten Schweden und Hessen fast ein Jahr lang die spanischen Besatzungstruppen in der Burg, bevor diese 1637 die Festung übergaben. Ebenfalls in den Jahren 1636 und 1637 wütete die Pest in Bielefeld und forderte rund 350 Opfer. Durch den Westfälische Frieden, der 1648 in Münster geschlossen wurde, fiel die Grafschaft Ravensberg mit Bielefeld, Minden und Kleve an die Mark Brandenburg und damit an das Haus Hohenzollern, endgültig allerdings erst 1666. Seit dieser Zeit bis zum Jahr 1947 gehörte Bielefeld zu Brandenburg-Preußen.

Im 17. Jahrhunderts begann die Entwicklung Bielefelds zur „Leinenstadt“, was in der damaligen Zeit vor allem Leinenhandel bedeutete. Die Bauern des Ravensberger Landes bauten auf ihren Ackerflächen anstatt Korn vorzugsweise den staatlich subventionierten Flachs an und verarbeiteten diesen in Heimindustrie zu Linnen oder Leinen. Dieses Leinen wurde in der Legge, einer Art Leinenbörse gesammelt und gehandelt. Die Legge war zudem eine Prüfanstalt, in der das Leinen vermessen, auf einwandfreie Verarbeitung geprüft und mit einem Gütesiegel versehen wurde. Der Leinenhandel führte zu einem gewissen Wohlstand in der Stadt, von dem noch heute die Patrizierhäuser am Alten Markt zeugen.

Im Jahr 1717 wurde in Bielefeld die erste Straßenbeleuchtung eingeführt. Ab 1722 verlor die Stadt durch die Gründung von Minden-Ravensberg wichtige Verwaltungsfunktionen an Minden. 1775 ließ Friedrich der Große aus den Steinen der teilweise abgerissenen Sparrenburg, die nur noch als Gefängnis benutzt wurde, Kasernen für die Bielefelder Garnison errichten. In der Regierungszeit Napoleons gehörte Bielefeld zum französischen Vasallenstaat Königreich Westphalen und der Schwarzbach, Johannisbach und die Aa bildeten von 1810 bis 1813 die Grenze zum Kaiserreich Frankreich, das damals auch die nordwestdeutsche Küstenregion umfasste. Von 1813 bis 1815 gehörte Bielefeld provisorisch zum Zivilgouvernement zwischen Weser und Rhein. Im Jahr 1815 wurde die Provinz Westfalen gegründet und bildete einen Teil des Königreichs Preußen. Zu dieser Zeit war das Stadtgebiet wesentlich kleiner als heute und das Umland gehörte zum Kreis Bielefeld.

Um 1830 geriet das Bielefelder Leinenhandwerk in eine schwere Krise, da in Irland, England und Belgien mit der Produktion maschinell gewebter Stoffe begonnen wurde. Das handgewebte und -gesponnene Leinen konnte weder qualitativ noch quantitativ konkurrieren. Verschärft wurde die Situation der Einwohner Bielefelds durch eine Ernährungskrise im Jahr 1844. Die wirtschaftliche Not vieler Bielefelder führte zu Unruhen während der Revolution von 1848. Darüber hinaus verließen viele Menschen ihre Heimat in Ostwestfalen und wanderten nach Amerika aus.

Um 1860 entwickelte sich die Tabakproduktion im Ravensberger Land. Die Tabakfabrik Crüwell in Bielefeld, eine der bedeutendsten ihrer Art in Deutschland, vergab bestimmte Arbeiten in Heimproduktion, so dass die Landbevölkerung neue Verdienstquellen fand. Das Zentrum der Tabakproduktion war allerdings in Bünde.

Als 1847 die Anbindung an die Cöln-Mindener Eisenbahn fertiggestellt wurde, entwickelten sich alsbald Fabriken, da nun die Anlieferung und der Abtransport von Rohstoffen beziehungsweise Fertigwaren in großen Mengen erfolgen konnte. Mit der Ravensberger Spinnerei entstand ein Unternehmen, das sich zur größten Flachsspinnerei Europas entwickelte. Schon im Jahr 1870 war Bielefeld das Zentrum der Textilindustrie in Deutschland, in dem sich etwa elf Prozent aller Spindeln und Webstühle im gesamten Staatsgebiet befanden. Die Verbindung von Industrialisierung mit ländlicher Heimproduktion und die Herkunft der meisten Industriearbeiter aus bäuerlicher Nebenerwerbswirtschaft spiegelte sich in der Stadtstruktur wider. Die Bevölkerung wohnte, anders als in vielen Industriestädten, weder in Mietskasernen noch in planmäßig angelegten gleichförmigen Siedlungen, sondern vorzugsweise in freistehenden Häusern, die ähnlich dem Westfalenhaus aus Wohnung, Stallraum und Erntelager bestanden. So begann die Zersiedlung in und um Bielefeld schon lange vor der Massenmotorisierung.

1867 wurden die Von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel im heutigen Stadtteil Gadderbaum gegründet. Neben der Textilindustrie entwickelte sich der Maschinenbau, wodurch zum Ende des 19. Jahrhunderts kaum noch Maschinen mehr importiert werden mussten. Heute ist Bielefeld der fünftgrößte Maschinenbaustandort Deutschlands. Zum Ende des 19. Jahrhundert wurde die Nahrungsmittelindustrie für Bielefeld bedeutsam. Mit dem Oetker-Konzern entstand einer der größten Nahrungsmittelhersteller Europas. Begonnen hatte August Oetker 1891 in seiner Apotheke in der Niedernstraße mit dem Verkauf und der Weiterentwicklung von Backpulver.

Am 1. Oktober 1878 wurde die Stadtgemeinde Bielefeld aus dem Kreis Bielefeld ausgegliedert und zur kreisfreien Stadt. Die Infrastruktur wurde weiter ausgebaut. Im Jahr 1900 fuhr die erste elektrische Straßenbahn und 1901 wurden die Bielefelder Kreisbahnen nach Schildesche, Werther und Enger eröffnet und im Februar 1954 wieder stillgelegt.

Dank der prosperierenden Industrie stieg die Einwohnerzahl stark an, daran konnte auch der Erste Weltkrieg nichts ändern. Die Einwohnerzahl wuchs von 8.150 im Jahr 1848 nach Eingemeindungen von Teilen von Quelle und Gadderbaum auf 82.580 im Jahr 1914. Im August 1914 meldeten sich viele Kriegsfreiwillige für den Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg (1914–1918) und Ende 1914 standen rund 10.000 Bielefelder unter Waffen, vozugsweise im Infanterieregiment 55, das an der Westfront eingesetzt wurde. Nach dem Kriegsende im November 1918 traten Volks- und Soldatenräte unter der Führung von Carl Severing zusammen, um die eben entstandene parlamentarische Regierung zu unterstützen und eine Selbstverwaltung aufzubauen.

Angesichts der wirtschaftlichen Not breiter Bevölkerungskreise kam es 1919 zu Unruhen und zur Erstürmung des Bielefelder Wochenmarktes durch hungrige Menschen, die zum Schußwechsel zwischen Reichswehr und Demonstranten führte. 1920 wurde zeitweilig der Belagerungszustand über Bielefeld verhängt und auf einer Großdemonstration protestierten 10.000 Bürger gegen die kritische soziale Lage.

Bielefelds Oberbürgermeister Rudolf Stapenhorst führte Verhandlungen mit den angrenzenden selbständigen Gemeinden, die schließlich einer Eingemeindung zustimmten, so dass die Stadt am 1. Oktober 1930 mit rund 130.000 Einwohnern die 50. deutsche Großstadt wurde. Als 1933 die Nationalsozialisten an die Macht kamen, wurden in Bielefeld alle anderen Parteien im Rahmen der sogenannten Gleichschaltung zwangsweise aufgelöst. Den Widerstand von Kommunisten und Sozialdemokraten beantworteten die Nazis mit der Verhaftung von 260 Menschen wegen politischer Delikte und ließen sie zu langen Haftstrafen verurteilen. Das Amt des Oberbürgermeisters übernahm 1935 mit Friedrich Budde ein Mitglied der NSDAP.

1938 wohnten in Bielefeld rund 900 Bürger jüdischen Glaubens. Die jüdische Gemeinde verfügte über eine prächtige im Jahr 1905 eingeweihte Synagoge in der Turnerstraße, die am 9. November 1938 in der Reichspogromnacht von den Nazis niedergebrannt wurde. Erst nach vier Stunden traf die Feuerwehr ein, die jedoch weisungsgemäß lediglich die Nachbarhäuser vor dem Übergreifen der Flammen schützte. Während die Privatwohnungen der Juden weitgehend verschont blieben, wurden die überwiegend in der Bielefelder Innenstadt gelegenen Geschäfte verwüstet und teilweise geplündert. Viele Juden flohen ins Ausland, als ihnen die Führung von Geschäften und Handwerksbetrieben von den Nazis untersagt und ihr Vermögen beschlagnahmt wurde. Der ersten Deportation Bielefelder Juden am 13. Dezember 1941 nach Riga folgten acht weitere nach Auschwitz, Warschau und Theresienstadt. Von den insgesamt 460 deportierten Juden überlebten nur rund 60 den Holocaust.

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges stellte sich die Industrie der Stadt auf die Herstellung von Rüstungsgütern um. Da immer mehr Männer zur Wehrmacht eingezogen wurden, mangelte es bald an Arbeitskräften. Das führte zum Einsatz von insgesamt 14.721 Zwangsarbeitern, überwiegend Ukrainerinnen und Polen, die in die Region Bielefeld verschleppt und zur Zwangsarbeit verpflichtet wurden.

Die ersten Bombenangriffe auf Bielefeld fanden im Juni 1940 statt, richteten jedoch keinen größeren Schaden an. Der schwerste Luftangriff auf die Stadt erfolgte am 30. September 1944, der 649 Menschen das Leben kostete und den größten Teil der Altstadt und viele historische Bauten zerstörte. Während des Krieges kamen in Bielefeld mehr als 1.300 Menschen durch Bomben ums Leben, etwa 15.600 Wohnungen wurden zerstört oder stark beschädigt.

Am 4. April 1945 näherte sich die 3. US-Panzerdivision der Stadt vom Süden her und konnte Bielefeld nahezu kampflos einnehmen. Den Amerikanern folgten knapp eine Woche später die Engländer und richteten eine Militärregierung ein.

Die Zeit nach dem Krieg war durch eine beispiellose Aufbruchstimmung geprägt. Viel zerstörte historische Bausubstanz wurde durch moderne Bauten ersetzt, die der Stadt ein völlig neues Gesicht gaben. Die am Boden liegende Industrie wurde binnen weniger Jahre wieder aufgebaut und es begann ein Wirtschaftsaufschwung ohnegleichen. Die Textilindustrie verlor jedoch immer mehr an Bedeutung, während sich die Stadt, wie viele andere Großstädte, zu einem Dienstleistungszentrum entwickelte. Bielefeld wurde außerdem eine Garnisonstadt der Britischen Rheinarmee.

Die Einwohnerzahl stieg durch den Zustrom von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen sprunghaft an und betrug 1955 bereits 155.000.

Eine städtebauliche Besonderheit bildet die Sennestadt. Die Wohnungsnot der Nachkriegsjahre zwang die Stadtplaner zu einer raschen Lösung. So entstand ab 1956 auf dem Gebiet der Gemeinde Senne II eine auf dem Reissbrett geplante Wohnstadt ohne Kreuzungen, die zunächst vornehmlich von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen bezogen wurde und heute rund 21.500 Einwohner zählt.

Ab den 1960er Jahren plante der Rat der Stadt eine großflächige Stadtsanierung vor allem im westlichen Stadtgebiet. Hier sollten vorzugsweise Verkehrswege entstehen, wie zum Beispiel der Ostwestfalendamm. Viele alte Häuser waren davon bedroht abgerissen zu werden. Bürger der Stadt hielten dagegen und konnten mit demokratischem Engagement einige Veränderungen verhindern.

Im Jahr 1969 wurde die Universität Bielefeld gegründet. Im Westen der Stadt am Fuß des Teutoburger Waldes entstand das Gebäude für eine Campus-Universität. Sie ist eine der wenigen Hochschulen, die nahezu alle Fakultäten unter einem Dach vereint, und genießt heute mit mehr als 20.000 Studierenden einen ausgezeichneten Ruf unter den deutschen Hochschulen.

1973 wurde Bielefeld im Rahmen des Bielefeld-Gesetzes mit den Städten und Gemeinden des Kreises Bielefeld mit Ausnahme weniger Gebiete zu einer neuen kreisfreien Stadt Bielefeld zusammengeschlossen. Gleichzeitig wurde der Kreis Bielefeld aufgelöst. Die Einwohnerzahl der Stadt stieg damit auf über 300.000 Bürger an. 1991 wurde die Stadtbahn Bielefeld nach über zwanzigjähriger Bauzeit mit ihren Innenstadttunneln in Betrieb genommen.

Zum 1. April 1900 wurden Teile der Gemeinde Gadderbaum sowie das Gebiet der Sparrenburg nach Bielefeld eingegliedert. 1907 folgten Teile der Gemeinde Quelle sowie der Hof Meyer zu Olderdissen und der Schildhof. Am 1. Oktober 1930 kamen die Gemeinden Schildesche Dorf, Sieker und Stieghorst sowie Teile der Gemeinden Gellershagen, Großdornberg, Heepen, Hoberge-Uerentrup, Oldentrup, Schildesche Bauerschaft und Theesen aus dem Kreis Bielefeld zur Stadt Bielefeld.

Die bislang umfangreichste Gebietsreform, geregelt im Gesetz zu Neugliederung des Raums Bielefeld, trat zum 1. Januar 1973 in Kraft. Aus dem Kreis Bielefeld kamen die Städte Brackwede und Sennestadt sowie die Gemeinden Gadderbaum, Senne I, Babenhausen, Großdornberg, Hoberge-Uerentrup, Kirchdornberg, Niederdornberg-Deppendorf, Altenhagen, Brake, Brönninghausen, Heepen, Hillegossen, Lämershagen-Gräfinghagen, Milse, Oldentrup, Ubbedissen, Jöllenbeck, Theesen und Vilsendorf zu Bielefeld; außerdem aus dem Kreis Halle die Gemeinde Schröttinghausen. Der Kreis Bielefeld wurde aufgelöst.

Die Bevölkerungszahl Bielefelds überschritt 1930 in den damaligen Grenzen die Marke von 100.000 und machte die Stadt damit zur Großstadt. In der Nachkriegszeit stieg die Bevölkerungszahl bis 1961 auf über 175.000. Nach einem leichten Rückgang bis 1972 wuchs die Einwohnerzahl 1973 durch die Eingemeindung fast aller zum Kreis Bielefeld gehörenden Orte, darunter Brackwede mit 39.856, Sennestadt mit 20.187 und Senne I mit 17.421 Einwohnern (Bevölkerungszahlen von 1970), auf mehr als 320.000. Ihren bisherigen Höchststand mit über 328.000 erreichte die Einwohnerzahl im Jahre 2003. Am 31. Dezember 2007 betrug die amtliche Einwohnerzahl nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 324.912 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern). Damit steht Bielefeld unter den deutschen Großstädten an 18. und innerhalb Nordrhein-Westfalens an achter Stelle.

1994 wurde in Bielefeld die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist oberster Repräsentant der Stadt, Vorsitzender des Rates und Leiter der Stadtverwaltung. Er wird seit 1999 direkt von der Bevölkerung gewählt.

In der Stichwahl zum Oberbürgermeisteramt am 10. Oktober 2004 erhielt Eberhard David (CDU) 50,06 % der abgegebenen Stimmen und damit 137 Stimmen mehr als SPD-Kandidat Pit Clausen, für den 49,94 % stimmten. Eberhard David wird zur Kommunalwahl 2009 nicht mehr kandidieren.

Blasonierung: Das Stadtwappen zeigt im goldenen Feld unter einem roten, zinnenbewehrten und mit zwei Mauertürmchen bestandenen offenen Mauerbogen einen silbernen Schild mit drei roten Sparren.

In der Grundform gibt es dieses Wappen seit 1263; damals galt es als Wappen der Altstadt. Als 1520 die Alt- mit der Neustadt vereinigt wurde, wurde das Wappen offizielles Wappen der nun vereinigten Stadt. Bis ins 19. Jahrhundert hat sich daran nichts geändert, doch dann kamen Löwen innerhalb von Wappen immer mehr in Mode, so dass das Wappen von da an von zwei Löwen getragen wurde. Seit 1973 ist das Wappen in Schildform und ohne Löwen das offizielle Wappen der Stadt Bielefeld. Das Schild mit den Sparren entspricht dem Wappen der Grafschaft Ravensberg, deren Hauptstadt Bielefeld einst war.

Bei einem Besuch von Bildungsfachleuten aus dem englischen Rochdale bei Gewerkschaftsvertretern in Bielefeld kam den Beteiligten die Idee einer Städtepartnerschaft, die 1953 eingegangen wurde. Als Symbole der Partnerschaft ist in Rochdale eine Brücke und in Bielefeld der Park vor der Ravensberger Spinnerei nach der jeweiligen Partnerstadt benannt. An der Nicolaikirche in Bielefeld steht darüber hinaus eine englische Telefonzelle.

Der Stadtbezirk Brackwede unterhält seit 1958 eine Partnerschaft mit Enniskillen in Nordirland. Ausgangspunkt der Partnerschaft war der Auftritt der Royal-Inniskilling-Dragoon-Guards auf dem Brackweder Schützenfest 1957. Zum Zeichen der Freundschaft wurde eine Straße in Brackwede nach der Partnerstadt benannt. Regelmäßige Schüleraustausche des Brackweder Gymnasiums mit der Portora Royal School gehören zum Partnerschaftsprogramm.

Die Folklore Gruppe Cercle Celtic aus dem französischen Concarneau hatte 1967 einen Auftritt in der damals noch eigenständigen Gemeinde Senne. 1973 entwickelten sich die geschlossenen Freundschaften zu einer festen Partnerschaft mit dem heutigen Stadtbezirk. In den Städten sind heute Straßen nach der jeweiligen Partnerstadt benannt.

Der Bielefelder Gerhard Hoepner pflegte privat Kontakt zu Andreas Meyer, der ins israelische Nahariya ausgewandert war. Hieraus entwickelte sich 1980 eine Städtepartnerschaft. Heute gibt es in Bielefeld ein Fenster zwischen den beiden Rathäusern und eine Straße, die nach der Partnerstadt benannt sind. In Nahariya konnte eine Kirche aus dem 6. Jahrhundert mit Spenden aus Bielefeld restauriert werden. Daher wird sie heute Bielefelder Kirche genannt. Das Gymnasium in Heepen und die Amalschule in Nahariya pflegen ebenfalls eine gute Partnerschaft.

Als Folge eines Beschlusses des Bundestages zur militärischen Nachrüstung im Winter 1983/84 nahm Bielefeld Kontakt zur russischen Stadt Weliki Nowgorod auf. Aus dem Briefkontakt entwickelte sich eine Städtepartnerschaft, die 1987 eingegangen wurde. Eine Straße im neuen Bahnhofsviertel und eine Eiche an der Sparrenburg wurden nach der Partnerstadt benannt. In den 1990er Jahren wurden viele Hilfstransporte in die russische Partnerstadt unternommen. Noch heute werden soziale Projekte in Weliki Nowgorod finanziell unterstützt. Regelmäßig tauschen sich Schulen und Universitäten aus.

Die Deutsch-Polnische Gesellschaft in Bielefeld initiierte 1991 eine Partnerschaft mit der polnischen Stadt Rzeszów. Schulen und Universitäten der Städte tauschen sich regelmäßig aus.

Seit 1984 pflegt Bielefeld Kontakte zu Estelí in Nicaragua, die 1995 zu einer festen Städtepartnerschaft ausgebaut wurden. Die Stadt wurde 1998 durch einen Hurrikan verwüstet und konnte mithilfe von Spendengeldern aus Bielefeld und anderen Partnerstädten wieder aufgebaut werden. Die Partnerschaft wird von den Bielefelder Schulen gestützt, die mit den Schulen in Estelí gemeinsame Projekte durchführen.

Bielefeld hat Patenschaften für die ehemals ostdeutschen Städte Gusew (früher Gumbinnen/Ostpreußen) in Russland sowie Wiazów (früher Wansen/Schlesien) und Ziebice (früher Münsterberg/Schlesien) in Polen übernommen. Für die heimatvertriebenen Bewohner dieser Städte gewährte Bielefeld nach dem Zweiten Weltkrieg Hilfestellung bei der sozialen und wirtschaftlichen Eingliederung.

Bielefeld bildet zusammen mit der Stadt Werther den Bundestagswahlkreis 133 Bielefeld. Bei der Bundestagswahl 2005 konnte Rainer Wend (SPD) mit 47,2 % der Erststimmen das Direktmandat gewinnen. Über die Landeslisten ihrer Parteien zogen außerdem aus Bielefeld Lena Strothmann (CDU) und Britta Haßelmann (Bündnis 90/Die Grünen) in den Bundestag ein.

Bei Wahlen zum Landtag von Nordrhein-Westfalen bilden die Stadtbezirke Mitte, Schildesche und Gadderbaum den Wahlkreis 92 Bielefeld I sowie die Stadtbezirke Heepen, Brackwede, Stieghorst, Sennestadt und Senne den Wahlkreis 93 Bielefeld II. Die Stadtbezirke Dornberg und Jöllenbeck gehören zusammen mit Borgholzhausen, Halle, Steinhagen, Versmold und Werther zum Wahlkreis 94 Gütersloh I – Bielefeld III. Die Direktmandate bei der Landtagswahl 2005 gewannen Günter Garbrecht (SPD) im Wahlkreis 92, Rainer Lux (CDU) im Wahlkreis 93 und Günter Kozlowski (CDU) im Wahlkreis 94. Außerdem zog aus Bielefeld Helga Gießelmann (SPD) über die Landesliste ihrer Partei in den Landtag ein.

Die Altstädter Nicolaikirche ist die älteste der Bielefelder Stadtkirchen. Sie war ursprünglich eine dreischiffige gotische Hallenkirche, die Anfang des 14. Jahrhunderts vergrößert und zur Bürger-/Kaufmannskirche ausgebaut wurde. Zuvor wurde sie 1236 vom Paderborner Bischof Bernard zur eigenständigen Pfarrkirche erhoben. Dreimal täglich (um 9.00, 12.30 und 18.00 Uhr) erklingt ein Glockenspiel. Der wertvollste Besitz dieser Kirche ist ein Antwerpener Retabel, das mit neun geschnitzten Szenen und über 250 Schnitzfiguren verziert ist. In ihrer heutigen Form ist die Kirche bis auf den unteren Teil des Turmes ein Neubau, der in Anlehnung an die am 30. September 1944 zerstörte Vorgängerkirche entstanden ist. Die Kirche verfügt über ein kleines Museum, in dem unter anderem Überbleibsel aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg sowie alte Fotografien gezeigt werden.

Die Neustädter Marienkirche ist eine hochgotische Hallenkirche mit zwei Türmen aus dem Jahr 1293. Die Türme wurden jedoch erst Anfang des 16. Jahrhunderts mit gotischen Turmhelmen ergänzt und damit vollendet. Die gotischen Turmhelme wurden später bei einem Sturm zerstört und durch barocke Hauben ersetzt. Diese Kirche ist aus kunsthistorischer Sicht wertvollste Baudenkmal Bielefelds und hat eine Länge von 52 m sowie eine Höhe von 78 m. Im Jahr 1553 war sie Ausgangspunkt der Reformation in Bielefeld. Im Gotteshaus befindet sich ein wertvoller Flügelaltar mit 13 verschiedenen Bildern, den so genannten Marienaltar. Die Bilder wurden von einem anonymen Maler im Jahr 1400 geschaffen. Auf ihnen sind Situationen, die Himmel und Erde, Gott und Mensch, Christus und Maria, zu sehen. Die Kirche diente eine Zeit lang als Grablege der Grafen von Ravensberg. An der Nordseite des Chores befindet sich die Tumba des Grafen Otto III. von Ravensberg und seiner Gemahlin Hedwig zur Lippe, die wohl kurz nach 1320 entstanden ist. Auf der Südseite ist die Tumba des Grafen Wilhelm II. († 1428) und seiner Gemahlin Adelheid von Tecklenburg († 1429). Zur weiteren Ausstattung gehören ein spätgotischer Kruzifixus vom Anfang des 16. Jahrhundert und eine geschnitzte Kanzel, die von 1681 bis 1683 vom Bielefelder Meister Bernd Christoph Hattenkerl geschaffen wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche schwer beschädigt. Unter anderem wurden bei einem Luftangriff die bis dato barocken Turmhelme zerstört. Nach dem Krieg wurden diese 1965 in gotischer Form neu errichtet und erhielten ihre extrem spitze Form.

Mitten in der Altstadt steht die im 16. Jahrhundert entstandene Süsterkirche. An dieser Stelle wurde es im Jahr 1491 zwölf Augustinerinnen gestattet, ein eigenes Kloster zu gründen. Sie widmeten sich der Kranken- und Armenversorgung. Im Jahr 1616 wurde das Kloster jedoch aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit aufgegeben und an die Stadt übergeben. Heute ist sie die Kirche der einzigen evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Bielefelds. Von den sich anschließenden Gebäuden des ehemaligen Klosters zum Marienthal blieb nur Süsterplatz 2 erhalten. Der quadratische zweigeschossige Bau mit Satteldach entstand im Kern bereits zwischen 1500 und 1600 und dient heute als Pfarrhaus. Im 18./19. Jahrhundert wurde er unter Veränderung der Geschosshöhen durchgreifend umgebaut. Der Vordergiebel zum Süsterplatz wurde dabei in neugotischen Formen dekoriert.

Die katholische Pfarrkirche St. Jodokus war ursprünglich die Kirche eines Franziskanerklosters und wurde 1511 erbaut. Zunächst (ab 1498) befand sich dieses Kloster am Jostberg, wurde dort jedoch schon 1507 aufgrund von Schwierigkeiten bei der Wasserversorgung wieder aufgegeben und an den heutigen Klosterplatz verlegt. Von diesem alten Kloster am Jostberg sind noch Ruinen erhalten. Das Kloster in der Altstadt wurde 1829 aufgelöst. Im Innern der Kirche befinden sich die „Schwarze Madonna“ von 1220, eine Holzplastik des heiligen Jodokus von 1480 sowie die Ikonenwand von Saweljew aus dem Jahr 1962.

Die Kirche Heilig Geist an der Spandauer Allee im Bielefelder Ortsteil Dornberg gilt als ein Kleinod unter den modernen Kirchen im ostwestfälischen Raum. Sie wurde Anfang der 1990er Jahre in Bielefeld-Dornberg als Nachfolgekirche für die beiden für die wachsende Gemeinde zu klein gewordenen Kirchen Heilig Geist im Wellensiek und Heilige Familie, Bielefeld-Uerentrup, erbaut.

Der Alte Markt bildet das Herzstück der Bielefelder Altstadt. An seiner Nordseite befindet sich das Theater am Alten Markt. Der äußerlich unscheinbare Bau lässt kaum erahnen, dass in ihm noch umfangreiche Reste des mittelalterlichen Rathauses stecken. Das Altstädter Rathaus wurde 1424 erstmals urkundlich erwähnt. Der erste Rathausbau ist an dieser Stelle vermutlich wohl bereits im 13. Jahrhundert entstanden. Von diesem dürften noch Teile im jetzigen Kellergeschoss vorhanden sein. Ab 1538 wurde mit einem Neu- bzw. Erweiterungsbau begonnen, der spätestens 1569 vollendet war. Hierbei handelte es sich um einen zweigeschossigen Bruchsteinbau über hohem Sockelgeschoss mit zwei in Werkstein aufgeführten Schaugiebeln. Der auf einer Zeichnung des 19. Jahrhundert überlieferte westliche Staffelgiebel war in Anlehnung an das Münsteraner Rathaus und das nahe gelegene Crüwellhaus noch in spätgotischen Formen gestaltet. Über dem schon Renaissanceformen aufweisenden Hauptportal an der Niedernstraße war ein 1562 bezeichnetes Adam-und-Eva-Relief (jetzt im Foyer des Neuen Rathauses) angebracht. 1820–1821 erfolgte ein durchgreifender Umbau und die Erhöhung des Wandkastens, um das Innere besser nutzen zu können. Dabei wurde der Abbruch der beiden Giebel vorgenommen. Anschließend kam es zu einer Dekorierung des Außenbaus in klassizistischen Formen und zur Verlegung des Haupteingangs mit Freitreppe an die Marktseite. Das hohe Satteldach wurde außerdem durch ein niedriges Krüppelwalmdach ersetzt. Nach der Erbauung des Neuen (heute: Alten) Rathauses am Niedernwall im Jahre 1904 diente es nur noch als Sitz untergeordneter Behörden und der Stadtbibliothek. 1906 wurde ein Arkadengang an der Niedernstraße (so genannter Hochzeitsbogen) für den Fußgängerverkehr eingebaut. Am 30. September 1944 wurde der Bau mehrfach von Brandbomben getroffen. Nach dem völligen Ausbrennen des Alten Rathauses erfolgte ab 1949 der Wiederaufbau durch Hanns Dustmann unter weitgehender Verwendung des spätmittelalterlichen Wandkastens. Seitdem wird es als „Theater am Alten Markt“ und als Volkshochschule „Die Brücke“ genutzt. Um beiden Einrichtungen unterbringen zu können, wurde im Norden ein niedrigerer Erweiterungsbau angefügt. Bei der Wiederherstellung der Fassaden kam es zu einer Entfernung des klassizistischen Dekors und der Gestaltung des Äußeren in schlichten Formen, so dass das noch weitgehend aus dem Spätmittelalter stammende Gebäude heute wie ein Nachkriegs-Neubau erscheint, der noch deutliche Anklänge an die so genannte Heimatschutzarchitektur zeigt. Der jetzige Bau ist ein zweigeschossiger Putzbau von sieben Achsen mit hohem, von zahlreichen Gauben belebten Walmdach. An der zur Niedernstraße hin orientierten Schmalseite befindet sich der als Laubengang gestaltete Hochzeitsbogen, an der Marktseite ein schlichtes Portal mit doppelläufiger Freitreppe. Die östlichen drei Joche des Kellergewölbes wurden 1995 saniert und dienen seitdem als Weinstube. Die Kreuzgratgewölbe sind noch zum Teil mit den Schlusssteinen von 1538 versehen, die sich allerdings nicht mehr an ursprünglicher Stelle befinden.

Das derzeit älteste bekannte Bürgerhaus ist Obernstraße 51. Es wurde nach dendrochronologischer Datierung 1485 errichtet. 1592 kam es zu einem umfassenden Umbau, bei dem es unter anderem mit einem neuen reich beschnitzten Fachwerk-Giebel versehen wurde. Von 1991 bis 1993 wurde das Gebäude durchgreifend erneuert und durch einen modernen Anbau ergänzt. Obwohl auch historische Befunde beseitigt wurden, ist die ursprüngliche Aufteilung des Inneren mit Diele, den seitlichen Stubeneinbauten und dem unterkellertem Saal bis heute nachvollziehbar geblieben.

Ebenfalls noch aus dem Spätmittelalter stammt Obernstraße 32. Das schlichte zweigeschossige Giebelhaus mit Krüppelwalmdach wird im Äußeren wesentlich durch einen Umbau geprägt, der zur Mitte des 19. Jahrhunderts durchgeführt wurde. Die ältesten Teile entstanden bereits im frühen 16. Jahrhundert.

Einer der bekanntesten Wohnbauten ist das ab 1530 errichtete Crüwell-Haus (Obernstraße 1). Der spätgotische Stufengiebel entstand nach dem Vorbild Münsteraner Bauten. Ähnliche, jedoch später entstandene Beispiele gibt es in Herford (Bürgermeisterhaus, bezeichnet 1538) und Lemgo (Haus Wippermann 1576). Die Front wurde 1901 Jahrhundert überarbeitet und im Erdgeschoss durch Ladeneinbauten verändert. Im Zweiten Weltkrieg ausgebrannt, wurde das Haus 1948/1949 von Paul Griesser unter Erhaltung der historischen Fassade neu errichtet. Beim Wiederaufbau wurden anstelle der großen Schaufenster kleinere Kreuzstockfenster eingesetzt. Im Treppenhaus befinden sich ca. 7000 historische Delfter Kacheln aus dem 16. bis 18. Jahrhundert Es handelt sich wohl um die größte Sammlung dieser Art in Nordwestdeutschland.

Vom Battig-Haus (Alter Markt 3) blieb nach schwerer Kriegszerstörung nur der 1680 bezeichnete Volutengiebel erhalten, der in den von Paul Griesser errichteten Komplex der Lampe-Bank einbezogen wurde. Die Schaufront ist noch stark von der so genannten „Weserrenaissance“ beeinflusst, die Art der Staffelfüllungen ist jedoch schon dem Barock verpflichtet. Der nach 1945 durchgeführte Wiederaufbau erfolgte unter Erhaltung der Fassade, wobei die Schaufenster durch kleinere Öffnungen ersetzt wurden.

An der Obernstraße 38 befindet sich ein Fachwerkbau mit klassizistischer Fassade, die dem älteren Hauskörper in der 1. Hälfte des 19. Jahrhundert vorgeblendet wurde. Die Erdgeschosszone ist in jüngerer Zeit durch Ladeneinbauten verändert worden.

Als Keimzelle der Stadt gilt der an der Welle gelegene Waldhof. Er soll aus einem der Höfe hervorgegangen sein, die bereits vor der Stadtgründung bestanden. Das lang gestreckte Gebäude stammt im Kern sicher noch aus dem Mittelalter und wurde im 16. Jahrhundert umgebaut. Damals entstand die 1585 bezeichnete Utlucht mit Volutengiebel. Der östliche Gebäudeteil besaß bis zum Zweiten Weltkrieg ein Fachwerk-Obergeschoss.

Am Klosterplatz befindet sich der auch als Wörmanns Hof bezeichnete Korff-Schmisinger Hof. Das mit Fächerrosetten versehene und reich beschnitzte Fachwerk-Obergeschoss soll um 1640 entstanden sein. Beim Bau der Klosterplatzschule wurde der ehemals etwa doppelt so lange Bau erheblich verkürzt.

In unmittelbarer Nähe liegt der Wendtsche Hof (Hagenbruchstraße 8). Der zweigeschossige Bau entstand im 16. Jahrhundert und wurde im 19. und frühen 20. Jahrhundert mehrfach verändert. Die rückwärtigen Teile wurden weitgehend in Fachwerk erneuert. Im Innenhof befindet sich ein polygonaler Treppenturm.

Der 1540 bezeichnete Spiegelshof ist ein zweigeschossiger verputzter Bruchsteinbau im Stil der so genannten Weserrenaissance. Die Schmalseiten werden von Radzinnengiebeln geschmückt. Das Treppenhaus wurde 1682 angefügt. Das Innere wurde im Laufe der Zeit immer wieder verändert; im hinteren Teil des Gebäudes blieb dennoch ein unterkellerter Saal mit Balkendecke erhalten. Heute beherbergt Spiegels Hof das Naturkundemuseum.

Eine noch aufwendigere Fassade besitzt der Grestsche Hof. Er wurde vermutlich in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts vielleicht auf den Fundamenten eines Stadtmauerturmes erbaut. Der prachtvolle Renaissancebau bildet seit 1870 den Nordflügel des Ratsgymnasiums. Zu dieser Zeit wurde der Dachbereich verändert.

Als zweigeschossiger Putzbau präsentiert sich Meinders Hof (Obernstraße 40). Das originelle barocke Eingangportal ist mit der Jahreszahl 1669 beschriftet. Weitere Veränderungen erfolgten im 19. Jahrhundert. Im Inneren des Erdgeschosses blieben ein 1670 datierter Kamin und Reste von barocken Stuckdecken erhalten.

Alter Markt 5. Den schlichten Nachkriegsbau ziert ein 1593 bezeichneter Volutengiebel in Formen der Weserrenaissance, der ursprünglich zu Obernstraße 29 (Brünger) gehörte. Der kriegsbeschädigte Ursprungsbau wurde 1962 unter Sicherstellung des Giebels abgebrochen. Zunächst auf den städtischen Bauhof verbracht, fand dieser 1976 an seinem jetzigen Standort Aufstellung. Er ist in Einzelformen mit Markt 32 in Bad Salzuflen verwandt.

Niedernstraße 3. In den schlichten Nachkriegsbau wurde ein mittelalterlicher Keller mit Tonnengewölbe integriert.

Obernstraße 36 (Sparkasse). Dem 1975 entstandenen Gebäude wurde ein Dreiecksgiebel (bezeichnet 1606) vom ehemaligen Haus Obernstraße 9 vorgeblendet.

Die 55er-Kaserne an der Hans-Sachs-Straße wurde 1775/77 auf dem Gelände des Hatzfeldschen Adelshofes errichtet. Dabei wurden Verblendsteine von den Festungsmauern der Sparrenburg verwendet. Es ist ein lang gestreckter Massivbau, dessen Mittelrisalit ein Wappen krönt. Bei der Erweiterung von 1850 wurde der Hauptflügel um ein Mezzaningeschoss erhöht.

Von der im 13. Jahrhundert errichteten Stadtmauer der Altstadt sind Fundamentreste als Inszenierung im so genannten Welle-Haus zu besichtigen. Im ehemaligen Grestschen Hof (siehe dort) sind Teile eines sehr starken viereckigen Mauerturmes verbaut. In der seit dem frühen 14. Jahrhundert befestigten Neustadt ist außerdem der Stumpf eines mittelalterlichen Schalenturmes im Garten eines Hauses an der Kesselstraße und ein längeres, jetzt als Böschungsmauer der Lutter dienendes Mauerstück nahe der 55er-Kaserne vorhanden. Mit dem Aufkommen der Feuerwaffen kam es zur Anlage eines einheitlichen Befestigungssystems um Alt- und Neustadt mit mehreren Rondellen zwischen 1539 und 1545. Hiervon bleib ein mehrere Meter langes Mauerstück hinter dem Haus Kreuzstraße 3 (zurzeit Verwaltungsgebäude des Naturkundemuseums) erhalten, das die Einmündung von Vossbach und Lutter in den Stadtgraben sichern sollte. Auf der Mauerkrone stehen zwei letzte Vertreter der ab 1856 angeschafften Gaslaternen.

Die Sparrenburg ist das bekannteste Baudenkmal und Wahrzeichen der Stadt. Sie wurde neuesten Erkenntnissen zufolge um 1200 erbaut und verfügt über einen 37 m hohen Burgturm sowie über „unterirdische“ Gänge, die im Rahmen einer Führung besichtigt werden können. Der Turm kann von April bis Oktober von 10 bis 18 Uhr bestiegen werden. Am 22. September 2006 belegte die Sparrenburg Platz 17 bei einem vom ZDF ausgelobten Wettbewerb, in dem die beliebtesten deutschen Plätze gewählt wurden.

Das Alte Rathaus wurde 1904 erbaut und ist heute repräsentativer Sitz des Bielefelder Oberbürgermeisters. Der größte Teil der Verwaltung befindet sich heutzutage im Neuen Rathaus, das direkt neben dem alten liegt. An der Fassade des Alten Rathauses finden sich verschiedene Baustile, unter anderem Elemente der Gotik und der Renaissance.

Das Stadttheater bildet baulich eine Einheit mit dem Alten Rathaus. Es wurde ebenfalls im Jahr 1904 eingeweiht und verfügt über eine bemerkenswerte Jugendstilfassade des Architekten Bernhard Sehring. Es ist das größte Theater der Stadt. 2005–2006 wurde es von Grund auf renoviert.

Auf dem Altstädter Kirchplatz befindet sich das 1909 von Hans Perathoner geschaffene Leineweberdenkmal, eine Brunnenanlage, die an Bielefelds wirtschaftliche Anfänge in der Leinenverarbeitung erinnern soll.

An ein Schloss erinnert die Architektur der Ravensberger Spinnerei (von 1855 bis 1857 erbaut), die im 19. Jahrhundert Europas größte Flachsspinnerei war. Heute sind die Volkshochschule, das Historische Museum Bielefeld, ein städtisches Medienzentrum und eine Diskothek in ihr untergebracht. Ihr vorgelagert befinden sich der Rochdale- und der Ravensberger Park, die als Open-Air-Bühne dienen.

Ehem. Werkkunstschule, Am Sparrenberg 2. 1913 von Stadtoberbaurat Friedrich Schultz im Sinne der Reformschulbauten des Henry van de Velde errichtet.

Haus der Technik (Stadtwerke), Jahnplatz 5. Der Stahlskelettbau in Backsteinverblendung wurde 1929 von dem Berliner Architekten Heinrich Tischer als erstes „Hochhaus“ der Stadt im Stil der Neuen Sachlichkeit errichtet. Der flach gedeckte, turmartige Hauptbau wurde ursprünglich von einem gläsernen Aufsatz bekrönt. Bei einem Luftangriff am 24. Februar 1945 wurde das Gebäude stark in Mitleidenschaft gezogen. Die oberen Geschosse des Turmbaus wurden wegen Einsturzgefahr wenige Wochen später gesprengt. Der bis 1950 erfolgte Wiederaufbau geschah in Anlehnung an die ursprüngliche Form unter Verzicht des gläsernen Turmaufsatzes. Der obere Abschluss wurde leicht verändert und um ein Geschoss erhöht.

Gloria-Palast, Niedernstraße 12. Ehemaliges Filmtheater, 1927–1928 von Wilhelm Kreis im Stil der Neuen Sachlichkeit errichtet. Das Gebäude wurde 1944 durch Bombeneinwirkung stark beschädigt. Bei der Wiederherstellung 1948 wurde das große Milchglasfenster über dem Eingang durch drei Fenstertüren mit vorgelegtem Balkon ersetzt. Das Innere wurde später in mehrere Kinosäle unterteilt, dabei ging die qualitätvolle Innenausstattung verloren. Im Jahr 2000 wurde das Kino geschlossen und das Gebäude nochmalig für die anschließende Nutzung als Ladengeschäft umgebaut, wobei die Fassade in den ursprünglichen Zustand zurück versetzt wurde. Der Palast ist einer der wenigen Vertreter der Neuen Sachlichkeit in Bielefeld und zudem der erste Kinobau der Stadt, dessen Zweckbestimmung äußerlich klar erkennbar ist.

Die Kunsthalle wurde von 1966 bis 1968 nach den Plänen des internationalen Stararchitekten Philipp C. Johnson erbaut. Das Gebäude selbst ist ein roter Sandsteinkubus. Ihr Eigenbesitz zeigt die Kunst des 20. Jahrhunderts, daneben finden jedoch regelmäßig Wechselausstellungen zu den verschiedensten Themen statt. Die Kunsthalle verfügt über eine vorgelagerte kleine Parkanlage mit Wasserspiel und verschiedenen Plastiken. Ebenfalls gibt es ein Café mit einer Außenterrasse.

Im oder am Teutoburger Wald liegen der Botanische Garten Bielefeld, mit Alpinum, Bambusgärten, einem Steingarten, einer Rhododendron- und Azaleensammlung, einem Arznei- und Gewürzgarten, einem Heidegarten, Buchenwaldflora, und rund 200 Arten der roten Liste sowie der 1928 gegründete Heimat-Tierpark Olderdissen, der über 430 Tiere aus 100 heimischen Tierarten beherbergt.

Der Obersee ist ein Stausee im Norden (Schildesche) der Stadt. Rund um diesen See befindet sich eine 80 Hektar große Grünanlage. Die aus historischen Gebäuden bestehende Gaststätte Seekrug ist ein beliebtes Ausflugsziel. Geplant war auch ein Untersee auf der östlichen Seite des Eisenbahnviadukts als Freizeitanlage. Diese Planungen werden zurzeit unter anderem aus Kosten- und Naturschutzgründen nicht weiter verfolgt.

Als größere Parks in der Innenstadt sind der Bürgerpark in direkter Nachbarschaft zur Rudolf-Oetker-Halle, der Ravensberger Park und der - der englischen Partnerstadt gewidmete - Rochdale Park rund um die Ravensberger Spinnerei sowie der Nordpark mit altem Baumbestand zu nennen. Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Nordpark als Kartoffelacker genutzt. Nach mehreren Umgestaltungen ist er heute ein großer Landschaftspark. In diesem Park befindet sich ein steinerner Pavillon, der von einem Schüler Schinkels 1830 errichtet wurde.

Der 1912 eröffnete Sennefriedhof gehört mit knapp 100 ha Fläche zu den drei größten Friedhöfen Deutschlands. Nur in Hamburg (Friedhof Ohlsdorf) und München (Waldfriedhof) befinden sich vergleichbare Anlagen. Durch seine besondere Lage in der Naturlandschaft Senne und die außergewöhnliche Größe sind in vielen Bereichen des Sennefriedhofes ökologische Nischen entstanden. So stehen hier 20 der 98 kartierten Moosarten zur Roten Liste des Landes Nordrhein-Westfalen. Grabmäler, die von Künstlern wie Käthe Kollwitz, Georg Kolbe, Peter August Böckstiegel und Hans Perathoner gestaltet wurden, deuten auf den kulturellen Wert der Anlage hin. Der Johannisfriedhof wurde 1874 als Erweiterung des Friedhofes am Jahnplatz angelegt. Hier sind bedeutende Persönlichkeiten aus Bielefeld und Umgebung wie August Oetker und Carl Bertelsmann begraben.

Unter den Naturdenkmälern sind vor allem eine im Jahr 1742 am heutigen Niederwall gepflanzte Platane mit einem Stammumfang von fünfeinhalb Metern und ein Findling mit vier Metern Höhe und einem Gewicht von einhundertsiebzehn Tonne an der Straße Am Wellbach zu nennen.

In Bielefeld waren im Mai 2002 insgesamt 152.092 Personen evangelisch, 52.965 römisch-katholisch, und 117.556 gehörten einer anderen Religionsgemeinschaft an oder waren konfessionslos.

Bielefeld gehörte seit seiner Gründung zum Bistum Paderborn und war dem Archidiakonat in Lemgo unterstellt. Ausgehend von der Neustädter Marienkirche verbreitete sich um 1553 Luthers Reformation in der Stadt und der gesamten Grafschaft.1649 fiel die Grafschaft endgültig an das Haus Brandenburg und nach dem geltendem Gesetz Cuius regio, eius religio mussten die Untertanen die Religion des Landesherrn übernehmen. Der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm I. (1620–1688) war Anhänger des Calvinismus und verfügte durch eine Verordnung, dass in Stadt und Land reformierter Gottesdienst zu halten sei. In den folgenden Jahren nahm die Zahl der Reformierten stark zu. Nachdem in ganz Preußen 1817 die Union der lutherischen und reformierten Gemeinden vollzogen wurde, vereinigten sich auch in Bielefeld beide protestantischen Gemeinden zu einer evangelischen Gemeinde. Die Industrialisierung Bielefelds zog viele Menschen aus dem reformierten Lippe in die Stadt, wo sie eher Arbeit fanden als in ihrer bäuerlichen Heimat.

Die Stadt wurde im 19. Jahrhundert Sitz einer Kreissynode mit einem Superintendenten innerhalb der Evangelischen Kirche in Preußen beziehungsweise dessen westfälischer Provinzialkirche. Hieraus entstand der heutige Kirchenkreis Bielefeld. 1949 wurde die Verwaltung der nunmehr als Evangelische Kirche von Westfalen bezeichneten Landeskirche von Münster (Westfalen) nach Bielefeld verlegt. Heute umfasst der Kirchenkreis Bielefeld 33 evangelische Kirchengemeinden innerhalb der Stadt Bielefeld. Einige Gemeinden im südlichen Stadtgebiet Bielefelds (Brackwede, Senne und Sennestadt) gehören jedoch zum Kirchenkreis Gütersloh.

Im 19. Jahrhundert zogen wieder Angehörige der römisch-katholischen Konfession in die Stadt. Sie gehören bis heute zum Bistum Paderborn, das 1930 zum Erzbistum erhoben wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es einen erneuten Zuwachs an Katholiken, die Mehrzahl davon waren Kriegsflüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten. Bielefeld wurde Sitz eines Dekanats, zu dem bis 2006 alle Pfarrgemeinden der Stadt gehörten. Am 1. Juli 2006 wurden die bisherigen Dekanate Bielefeld und Lippe zum neuen Dekanat Bielefeld-Lippe mit Sitz in Bielefeld zusammengelegt.

Heute gibt es eine Vielfalt weiterer christlicher Konfessionen und Religionsgemeinschaften in der Stadt. Dazu gehören mehrere neuapostolische Kirchengemeinden, eine griechisch-orthodoxe Gemeinde, mehrere mennonitische Gemeinden, mehrere evangelisch freikirchliche Gemeinden, Baptisten, die Zeugen Jehovas und eine Zionsgemeinde.

Der erste dokumentarische Nachweis über die Ansiedlung von Juden in der Stadt stammt von einer Urkunde aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Während der Pestepidemie von 1348 bis 1350 wurden die Juden in Deutschland verfolgt, weil sie angeblich die Brunnen vergiftet hätten und wurden sie wie in zahlreichen anderen Städten aus Bielefeld vertrieben. Der Graf von Ravensberg, Wilhelm von Jülich, gestattete den Juden 1370 die Rückkehr und verbürgte sich für ihre Sicherheit. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde den Juden abermals der Aufenthalt in der gesamten Grafschaft verboten. Erst am Ende des Jahrhunderts durften sich jüdische Kaufleute gegen Zahlung einer Gebühr wieder in Bielefeld niederlassen.

Als 1649 die Hohenzollern, Landesherren in Brandenburg, die Grafschaft Ravenberg in Besitz nahmen, gab es keine Judenverfolgungen mehr. Um 1720 bestand die jüdische Gemeinde der Stadt aus 30 Personen und 1723 wurden alle Juden verpflichtet, vom Land in die Städte ziehen. Für das Wohnrecht in Bielefeld mussten die Juden in jedem Quartal sogenannte Schutz- oder Rekrutengelder bezahlen. Blieb die Zahlung aus oder wurde ein Jude mittellos, so konnte er nach preußischem Recht aus dem Land gewiesen werden. Die Zahlungen waren für die Landesherren so wichtig, dass sie die den Juden gestatteten Handelssparten schützten. Unter Napoleon im Jahr 1808 bekamen die Juden im Königreich Westfalen die gleichen Bürgerrechte wie die Christen, außerdem sollte sie ihrem Namen einen Beinamen zufügen. Die mit dem Bürgerrecht verbundene Freizügigkeit veranlasste viele Juden, in das Ravensberger Land zu ziehen. So wuchs die jüdische Gemeinde bis 1825 auf 134 Personen. Nach dem Ende von Napoleons Herrschaft wurden einige Rechte der Juden wieder eingeschränkt. Erst mit der Reichsgründung 1871 wurden alle Beschränkungen der Juden im Norddeutschen Bund aufgehoben. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts gab es in Bielefeld eine jüdische Volksschule und ab 1876 durften die jüdischen Kinder die öffentlichen städtischen Schulen besuchen.

Die erste Synagoge wurde 1847 am Klosterplatz errichtet, erwies sich aber schon bald als zu klein. Die Gemeinde zählte 1874 rund 350 Mitglieder und um die Jahrhundertwende fast 1000 Personen. Im Herbst 1905 war eine neue Synagoge an der Turnerstraße fertiggestellt, die 450 Männern und 350 Frauen Platz bot. In der Reichspogromnacht 1938 wurde sie von den Nationalsozialisten zerstört. Dem Holocaust fielen insgesamt 460 der rund 900 Juden in Bielefeld zum Opfer. Vom Bielefelder Hauptbahnhof fanden Massendeportationen von insgesamt 1.849 Menschen statt. Mit einem Mahnmal auf dem Platz vor dem Hauptbahnhof werden sie seit 1998 namentlich gewürdigt.

Bielefeld hat heute wieder eine jüdische Gemeinde mit rund 250 Mitgliedern. Seit September 2008 verfügt die Jüdische Kultusgemeinde Bielefeld K.d.ö.R. über eine neue Synagoge, die durch den Umbau der ehemaligen evangelischen Paul-Gerhardt-Kirche an der Detmolder Straße entstanden ist.

Die meisten Muslime in Bielefeld sind türkischer Herkunft. Während der Wirtschaftswunderzeit wurden in Deutschland dringend Arbeiter gesucht. Nach Anwerbevereinbarungen mit Italien (1955), Spanien und Griechenland (1960) schloss die Bundesrepublik 1961 ein entsprechendes Abkommen mit der Türkei. Zunächst war nicht daran gedacht, dass die sogenannten Gastarbeiter dauerhaft in Deutschland bleiben sollten. Inzwischen sind Frauen und Kinder nachgezogen und viele Türken leben hier schon in der dritten oder vierten Generation.

Im Jahr 2004 wurde im Stadtteil Brackwede die Vatan-Moschee fertiggestellt. Der Gemeinde gehören hier rund 350 Mitglieder an. Das Islamische Zentrum befindet sich in der August-Bebel-Straße.

Bielefeld hat 13 Museen, die neben der Kunst und den Historischen Sammlungen auch die Industriekultur zeigen. Das Historische Museum zeigt die Geschichte der Stadt Bielefeld und der Region Ostwestfalen-Lippe, insbesondere die Industriegeschichte. Es ist in einigen Hallen der ehemaligen Ravensberger Spinnerei untergebracht, wodurch es den Besucher in die Zeit der Industrialisierung eintauchen lässt. Es wurde hier 1994 eröffnet, die Sammlung greift auf Vorläuferinstitutionen bist auf die Zeit von 1867 zurück. Die Kunsthalle Bielefeld wurde 1966–1968 durch den Amerikaner Philip Johnson erbaut, da es in Bielefeld kein Gebäude für ein reines Kunstmuseum gab. Die Kunsthalle ist der einzige europäische Museumsbau des bekannten Architekten; sie zeigt vorwiegend moderne Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert. Des weiteren findet sich in Bielefeld das Museum Huelsmann. Es ist ein Museum für Kunstgewerbe, wurde 1995 eröffnet und zeigt unter anderem Porzellan und Schmuck, bis hin zu wissenschaftlichen Geräten, wie Sonnenuhren.

Das Naturkundemuseum ist im Spiegelshof untergebracht und zeigt den Aufbau der Erdkruste, einheimische Minerale, Fossilien und vieles mehr. Das Bauernhausmuseum, westlich der Innenstadt im Teutoburger Wald gelegen, ist das älteste Freilichtmuseum Deutschlands und zeigt einige gut erhaltene Bauernhöfe aus der Region Ostwestfalen-Lippe und anderen Regionen Deutschlands. Das Museum Waldhof zeigt zeitgenössische Kunst in Form von Malerei, Bildhauerkunst, Fotografie oder Zeichnungen. Im Fächerkabinett sind wertvolle Fächer aus allen Epochen zu sehen. Das Museum Wäschefabrik befindet sich in einem Originalgebäude. Es wurde 1913 errichtet und bis 1980 wurde hier Wäsche (Hemden, Blusen, …) produziert.

Der Museumshof Senne besteht aus fünf Fachwerkhäusern, die zusammen eine alte westfälische Hofanlage bilden. Das älteste Gebäude stammt aus dem Jahre 1607, das jüngste aus dem Jahr 1903. Das Pädagogische Museum ist in der Universität untergebracht. Es beinhaltet unter anderem viele historische Schulmöbel, Lehrer-/Schülerarbeitsgeräte und Anschauungsobjekte. Außerdem beinhaltet es eine historische Schulbuchsammlung. Das Museum Osthusschule ist in einer ehemaligen Schule aus dem Jahr 1895 im Stadtbezirk Senne untergebracht. Es verfügt über einen kompletten historischen Klassenraum aus der Zeit um 1900. Die Historische Sammlung gehört zu den von Bodelschwinghschen Anstalten und verdeutlicht die Baugeschichte Bethels.

Das städtische Theater Bielefeld bietet Musiktheater, Tanztheater und Schauspiel. Spielstätten sind das 1904 eingeweihte Stadttheater des Architekten Bernhard Sehring mit einer bemerkenswerten Jugendstilfassade, das Theater am Alten Markt (TAM) und das TAM zwei im 1. Stock des TAM. Im TAM zwei werden hauptsächlich Stücke zeitgenössischer Autoren aufgeführt.

Vorwiegend an Kinder und Jugendliche richten sich das Alarmtheater, das Theaterhaus an der Feilenstraße und das Zentrum Bielefelder Puppenspiele. Das Alarmtheater im westlichen Teils des Zentrums spielt seit 1993 Stücke für Kinder und Jugendliche; es werden aber auch andere Stücke präsentiert. Überregional bekannt geworden ist das Alarmtheater durch seine Aufsehen erregenden Inszenierungen mit großen Gruppen von Jugendlichen zu den Themen Sucht- und Gewaltprävention und Migration. Das Theaterhaus in der Feilenstraße bietet anspruchsvolle Stücke für Kinder und Jugendliche, aber auch Stücke für Erwachsene. Es wird neben Gastauftritten von zwei Theatergruppen bespielt, dem Mobilen Theater und dem Trotz Alledem Theater. Im Zentrum Bielefelder Puppenspiele finden Aufführungen für Kinder statt. Die Bühne wird von zwei Theatergruppen bespielt.

Das Theaterzentrum Tor 6 im ehemaligen Dürkopp-Werk ist seit 2000 Heimat des „Theaterlabors“, das seit 1983 eigenständig Theaterstücke entwirft.

Es gibt drei sinfonische Orchester. Die 1901 gegründeten Bielefelder Philharmoniker mit Sitz im Theater Bielefeld, das Anfang 2003 gegründete unabhängige und selbstverwaltete Freie SinfonieOrchester Bielefeld und die Jungen Sinfoniker, das Jugendsinfonieorchester der Region Ostwestfalen-Lippe. Die 1989 gegründete Cooperative neue Musik organisiert Konzerte mit der Musik des 20. Jahrhunderts.

Überregionale, bis in die USA reichende Bekanntheit besitzt der Bielefelder Kinderchor. Der 1932 gegründete Chor ist besonders für seine Weihnachtskonzerte und -aufnahmen bekannt. Das unter Mitwirkung des Chors entstandene Weihnachtsalbum der Mannheim Steamroller, „Christmas In The Aire“ erzielte Platz 3 der US-Billboardcharts.

Die Musik- und Kunstschule der Stadt Bielefeld zählt mit ihren 6000 Schülern zu den größten ihrer Art in Deutschland. Sie wurde 1956 gegründet und ist heute in dem historischen Gebäude, am Fuße der Sparrenburg beheimatet, das 1907 für die staatlich-städtische Handwerker- und Kunstgewerbeschule erbaut wurde.

Der Musikverein der Stadt Bielefeld wurde 1820 gegründet. Dreimal pro Saison tritt er mit europäischen Oratorien in der Rudolf-Oetker-Halle auf. Der 1890 gegründete Oratorienchor Bielefeld hat 1947 einen Vertrag mit der Stadt Bielefeld über die freie Nutzung der Rudolf-Oetker-Halle und deren Orchester geschlossen. Die angehörige Bielefelder Singschul kümmert sich seit 1991 um den musikalischen Nachwuchs. Der 1977 von Prof. Werner Hümmeke gegründete Universitätschor Bielefeld der Universität Bielefeld inszeniert überwiegend Chor- und Solowerke mit orchestraler Begleitung. Seit einigen Jahren finden etwa zweimal im Jahr Konzerte in der Rudolf-Oetker-Halle statt. Von ehemaligen Mitgliedern des Universitätschors wurde 2006 der Konzertchor Bielefeld gegründet.

Bielefeld verfügt über mehrere moderne Hallen. Diese werden vielfältig genutzt, zum Beispiel für Konzerte, Messen, Ausstellungen oder Opern. Die größte Halle ist die Seidensticker Halle mit einem Fassungsvermögen von 7.500 Zuschauern. Sie wurde 1993 als moderne Großsporthalle eröffnet und bietet neben diversen Sportveranstaltungen (Hallenfußball, Handball etc.) auch Platz für Konzerte internationaler Stars.

Eine der modernsten Hallen ihrer Art ist die Stadthalle Bielefeld mit Platz für bis zu 4.500 Zuschauer. Sie bietet sich durch ihre Multifunktionalität für Veranstaltungen jeglicher Art an. Von Konferenzen über Messen und Kabarettveranstaltungen bis hin zu Konzerten findet hier fast jede Veranstaltungsart statt.

Im Westen Bielefelds liegt die Rudolf-Oetker-Halle. Sie gilt als eines der schönsten Konzerthäuser der Welt für klassische Musik und wird für ihre Akustik gerühmt. Die Halle wurde 1930 eröffnet und verfügt über 1.561 Plätze im Großen Saal und 300 Plätze im Kleinen Saal.

Der Ringlokschuppen ist in seiner heutigen Nutzungsform noch recht neu. Er wurde 2003 als Halle für Konzerte und viele andere Veranstaltungen eröffnet. An Wochenenden fungiert er als Diskothek. Das 1905 errichtete Gebäude diente ursprünglich als Wartungsschuppen für Dampf- und später auch Diesellokomotiven. Gerade dies macht das Flair der Halle aus, denn sie verbindet alte mit moderner Baukunst. Die Zuschauerkapazität beträgt 2.500.

Bielefeld besitzt außer den zwei Multiplex-Kinos CinemaxX, mit 2648 Plätzen das größte Kino in der Region Ostwestfalen-Lippe, und Cinestar mit 2315 Plätzen nur noch wenige kleinere Kinos. Die „traditionellen“ Filmtheater haben inzwischen allesamt geschlossen, so z. B. das Movie im Leineweberhaus am Bahnhofsvorplatz, in dem sich heute eine Diskothek mit demselben Namen befindet. Die Kamera, die 1950 von Carl Aul im „Haus der Technik“ gegründet wurde und 1957 in die Feilenstraße umzog, besitzt drei Säle und ist eines der höchstdekorierten Programmkinos der Republik. Ein weiteres Programmkino ist das Lichtwerk im Ravensberger Park mit drei Sälen und Freilichtkino-Veranstaltungen im Sommer. In der Aula der Realschule Brackwede finden an zwei Tagen der Woche Filmvorführungen des Melodie-Filmtheaters statt. Das kleinste Kino ist das AJZ-Kino im selbstverwalteten ArbeiterInnen-Jugend-Zentrum.

Das sportliche Aushängeschild der Stadt ist der DSC Arminia Bielefeld. Die Fußballer des 1905 gegründeten Vereins stiegen 1970 erstmals in die Bundesliga auf und gehören der höchsten deutschen Spielklasse nach mehreren Ab- und Aufstiegen wieder seit der Saison 2004/05 an. Der DSC Arminia trägt seine Heimspiele in der SchücoArena aus. Bis 2004 offiziell und im Volksmund auch weiterhin „Alm“ genannt, verfügt das am westlichen Rand der Innenstadt gelegene reine Fußballstadion seit dem Abschluss der Umbauarbeiten im Jahre 2008 über 27.300 Plätze. Ein weiterer traditionsreicher Fußballverein ist der VfB Fichte Bielefeld, dessen Stammverein VfB 03 bis in die 1950er-Jahre ein ebenbürtiger Lokalrivale des DSC Arminia war. Der VfB Fichte spielt in der Landesliga und trägt seine Heimspiele im Stadion Rußheide aus. Dieses Multifunktionsstadion mit 12.000 Plätzen wird auch für die Leichtathletik und von den Bielefeld Bulldogs, einem American-Football-Regionalligaklub genutzt.

Jedes Jahr im Januar veranstaltet der TuS Jöllenbeck unter dem Motto „Weltklasse in Jöllenbeck“ eines der bestbesetzten Hallenfußballturniere Europas, an dem nationale und internationale Spitzenvereine des Frauenfußballs teilnehmen. Der VfL Theesen im Bielefelder Norden sorgt mit der größten Fußball-Jugendabteilung im Kreis für den Nachwuchs. Beachtenswert ist dort das regelmäßige internationale Pfingst-Jugendturnier, zu dem Jugendmannschaften aus Bundesligavereinen und sogar Jugend-Nationalmannschaften aus der ganzen Welt anreisen.

Der Radsport hat in Bielefeld eine lange Tradition, dies zeigt unter anderem die häufige Rolle als Etappen- (elfmal), Start- (einmal) oder Zielort (zehnmal) der Deutschland Tour. Auf der Bielefelder Radrennbahn, an der Heeper Straße im Stadtbezirk Mitte gelegen, werden unter anderem regelmäßig Steherrennen veranstaltet.

In der Handball-Oberliga ist Bielefeld in der Saison 2008/09 mit den Herrenmannschaften der TSG Altenhagen-Heepen und des TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck vertreten. Die TSG trägt die Heimspiele in der Seidensticker Halle aus und der TuS 97 in der Sporthalle der Realschule Jöllenbeck.

Die Damen der TSVE Dolphins Bielefeld spielen in der Saison 2008/09 in der 2. Basketball-Bundesliga. Die TSVE-Herren spielen Basketball in der Regionalliga West. Beide Teams tragen ihre Heimspiele in der Sporthalle I der Carl-Severing-Schulen an der Heeper Straße aus.

Die Herren des Telekom Post SV Bielefeld spielen in der Saison 2008/09 in der Volleyball-Regionalliga. Die Heimspiele finden in der Almhalle an der Melanchtonstraße statt.

Der bedeutendste Schachverein der Stadt ist der Bielefelder SK, der in den 1990er-Jahren der Schachbundesliga angehörte. In der Saison 2008/09 spielt der Verein in der NRW-Klasse.

Die Eishockey-Damen des SV Brackwede spielen in der 2.  Liga Nord und tragen ihre Heimspiele auf der Oetker-Eisbahn an der Duisburger Straße in Brackwede aus. Dort trainiert auch die Eiskunstlaufabteilung des DSC Arminia.

An der Eckendorfer Straße im Stadtbezirk Heepen befindet sich der Leineweberring, hier veranstaltet der DMSC Bielefeld internationale Motorrad-Grasbahnrennen.

Bielefeld besitzt mehrere Schwimmsportstätten, so u. a. das Freibad Jöllenbeck, das Freibad Schröttinghausen, das Ishara, das AquaWede, das Freibad Hillegossen, das Freibad Brackwede, das Freibad Dornberg und das Senner Waldbad.

Im Mai findet in der Altstadt der Leinewebermarkt statt, ein großes mehrtägiges Volksfest mit umfangreichem kulturellen Programm auf mehreren Bühnen. Jedes Jahr im Juli ist auf der Sparrenburg das mittelalterliche Sparrenburgfest. Im weiteren Jahresverlauf folgt im Juli/August der Christopher Street Day und im September der Weinmarkt in der Altstadt. Seit 1995 findet jedes Jahr im November die Spielewelt in Bielefeld, eine der größten deutschen Messen für Brett- und Gesellschaftsspiele zum Mitmachen und Ausprobieren, statt. Traditionell wird das Jahr mit dem Weihnachtsmarkt beschlossen. Dieser befindet sich in der Altstadt und bietet über 100 geschmückte Fachwerkhäuschen. Erst seit 2005 gibt es in Bielefeld das Honky Tonk Festival, das jährlich im März oder April stattfindet.

Der Hermannslauf ist ein traditioneller Volkslauf vom Hermannsdenkmal in Detmold über die Höhen des Teutoburger Waldes bis zur Sparrenburg in Bielefeld. Eine weitere jährliche und noch jüngere Veranstaltung ist der Stadtwerke Run & Roll Day, eine Laufveranstaltung für Läufer und Rollerskater auf der Stadtautobahn Ostwestfalendamm. Die Nachtansichten ist die Nacht der Museen, Kirchen und Galerien. In dieser einen Nacht im Sommer haben diverse Kirchen, Museen und Galerien geöffnet. Dazu gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm. Der Carnival der Kulturen findet in mehreren deutschen und ausländischen Großstädten statt, so auch in Bielefeld. Es ist eine Art rheinischer Karneval, der den Flair von Rio de Janeiro imitieren soll. Viele in- und ausländische Künstlergruppen studieren Choreographien ein und ziehen durch die Straßen der Stadt.

In Bielefeld gibt es traditionell die westfälischen Spezialitäten. Dazu gehört zum Beispiel Pumpernickel, ein Roggenbrot, das nicht gebacken, sondern im Dampf gegart wird. Weitere typisch westfälische Spezialitäten sind der westfälische Pickert, westfälischer Schinken und der Weizenkorn. Eine Bielefelder Spezialität ist die Bielefelder Luft, ein Schnaps aus Korn und Pfefferminz.

Der Informatiker Achim Held veröffentlichte im Jahr 1994 im Usenet einen Beitrag mit dem Titel Die Bielefeld-Verschwörung, in dem er die Existenz Bielefelds anzweifelte und ihre Vortäuschung als Verschwörung bezeichnete. Trotz der bestätigten Tatsache, dass es sich bei dem Text um eine Satire handelte, hält sich bis heute im Internet und darüber hinaus der Scherz, Bielefeld gebe es nicht.

Mit dem Eisenbahnanschluss im Jahr 1847 begann die Industrialisierung Bielefelds. Der Hauptgrund war die jetzt mögliche preisgünstige Lieferung von Kohle aus dem Ruhrgebiet, die für den Betrieb der Dampfmaschinen benötigt wurde. Die erste Fabrik gründeten 1851 die Gebrüder Bozi mit der Spinnerei Vorwärts direkt an der Linie der Köln-Mindener-Eisenbahn. 1854 wurde die Ravensberger Spinnerei von Hermann Delius gegründet, die danach eine Zeit lang zur größten Maschinenspinnerei Europas aufstieg. Das Unternehmen hat sich später vom Markt zurückgezogen, der stadtbildprägende Bau steht heute unter Denkmalschutz. 1862 entstand die Mechanische Weberei, in der die erzeugten Garne zu hochwertigen Stoffen weiterverarbeitet wurden. 1870 liefen rund 11 Prozent aller Spindeln und Webstühle Deutschlands in Bielefeld.

Der nächste Schritt war um 1900 die industrielle Fertigung von Tisch- und Bettwäsche, Oberhemden und Blusen. Inzwischen waren metallverarbeitende Firmen entstanden, in denen die benötigten Maschinen entwickelt und gefertigt wurden, dazu gehören unter anderen die Dürkopp-Werke und die Kochs Adler Nähmaschinen Werke. Bei Dürkopp wurden zunächst Nähmaschinen und später Fahrräder, Motorräder, Autos, Lastwagen und Autobusse hergestellt.

Der Apotheker August Oetker hatte Ende des 19. Jahrhunderts die Idee, abgepacktes Backpulver industriell herzustellen. Sein Konzept war so erfolgreich, dass aus seiner Apotheke im Laufe der Zeit ein Unternehmen von Weltruf entstand. Im Jahr 1900 baute Oetker die erste Fabrik und verkaufte 1906 bereits 50 Millionen Päckchen Backin.

Heute wird die Wirtschaft der Stadt durch das verarbeitende Gewerbe mit den Sparten Nahrungs- und Genussmittel, Metallverarbeitung, Maschinenbau, Chemie und Bekleidung bestimmt. Die wichtigsten Firmen sind August Oetker, Dürkopp-Adler, Gildemeister, ThyssenKrupp, Schüco und Seidensticker. Der Handel ist unter anderen mit Marktkauf Holding, JAB Anstoetz und EK/Servicegroup vertreten und im Dienstleistungssektor ist die Fa. Gebr. Mönkemöller zu nennen. Bedeutende Arbeitgeber sind darüber hinaus die Bereiche Bildung und Erziehung, die Universität, Fachhochschulen und Schulen, sowie das Gesundheits- und das Sozialwesen, hier vor allem die Von Bodelschwinghsche Anstalten Bethel.

Von den rund 126.000 sozialversicherten Beschäftigten in der Stadt pendeln rund 40 Prozent aus dem Umland nach Bielefeld ein.

Bielefeld liegt an der elektrifizierten zwei- bis viergleisigen Hauptbahn Köln–Dortmund–Hannover (KBS 370 und KBS 400, siehe auch Bahnstrecke Hamm–Minden), der historischen Köln-Mindener Eisenbahn. Im Stadtteil Schildesche überquert die Strecke auf dem Schildescher Viadukt, dem nördlichsten Viadukt Deutschlands, das Tal des Johannisbaches. Am Hauptbahnhof zweigt die Begatalbahn nach Lemgo über Oerlinghausen (Leopoldshöhe/Asemissen) und Lage ab. Am Bahnhof Brackwede zweigen die eingleisigen Nebenbahnen Haller Willem nach Osnabrück über Halle (Westf) und die Senne-Bahn nach Paderborn über Sennestadt ab. Im Stadtgebiet gibt es elf Bahnhöfe beziehungsweise Haltepunkte.

Den öffentlichen Personennahverkehr bedienen vier Stadtbahnlinien, Regionalbahnen und Stadtbusse. Die Stadtbahn Bielefeld fährt im Innenstadtbereich unterirdisch. Alle Stadtbahnen halten an den U-Bahnhöfen Hauptbahnhof und Jahnplatz sowie am Rathaus. Am Wochenende (Fr/Sa, Sa/So) und vor Feiertagen fahren Nachtbusse auf einem besonderen Nacht- und Frühverkehrsnetz (sonntags bis 8:30 Uhr). In allen Stadtbahnen, Regionalbahnen und Bussen (ausgenommen Nachtbusse und NachtExpress) gilt der Sechser-Tarif des Verkehrsverbundes OstWestfalenLippe.

Durch das Stadtgebiet Bielefelds führen die Bundesautobahnen A 2 und A 33 sowie die Bundesstraßen B 61, B 66 und B 68, wobei letztere voraussichtlich mit der Fertigstellung der A 33 im Bereich Bielefeld nicht mehr als Bundesstraße gewidmet sein wird.

In den 1950er-Jahren wurden für die Hauptverbindungen in Richtung Gütersloh, Herford, Lippe und Werther leistungsfähige Straßen geplant, die zum Teil bestehende Straßenzüge verwenden und zum Teil über neue Trassen verlaufen sollten. Die Neubaustücke waren weitgehend anbaufrei vorgesehen.

Etwa ein Jahrzehnt später wurden die geplanten Straßenzüge als Autobahn vorgesehen. Bislang wurde davon lediglich der Ostwestfalendamm im Zuge der B 61 zwischen den Stadtbezirken Brackwede und Mitte verwirklicht (B 61n). Nach Fertigstellung der A 33 wird dieser ebenso als Autobahnzubringer genutzt werden können. Immer noch vorgesehen, aber durchaus umstritten, sind Schnellstraßen im Zuge der B 66 im Osten und der L 712 (Ostwestfalenstraße) im Nordosten der Stadt. Weitergehende Planungen wurden verworfen und sollen in der nächsten Zeit aus dem Flächennutzungsplan gestrichen werden.

Der nächstgelegene internationale Flughafen ist der Flughafen Paderborn/Lippstadt, der in 45 km Entfernung südwestlich von Bielefeld liegt und über die A 33 zu erreichen ist.

Im Süden der Stadt im Stadtbezirk Senne liegt in unmittelbarer Nähe der B 68 und der A 2 der Flugplatz Bielefeld. Er verfügt über eine 1256 m lange, befestigte Start- und Landebahn sowie über eine Startstrecke für den Segelflug. Der Flughafen wird für den Geschäftsflugverkehr sowie von mehreren Luftsportvereinen genutzt.

Bielefeld ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen. Am Hauptbahnhof befinden sich eine Fahrradstation mit Parkhaus, ein Rad-Center mit Werkstatt und Verkauf sowie eine Geschäftsstelle des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs.

In der Stadt befinden sich die Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe und die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld.

Zu den elf Krankenhäusern der Stadt gehören unter anderem die Städtischen Kliniken Mitte einschließlich den dazugehörigen Kliniken an der Rosenhöhe, das Evangelische Krankenhaus Bielefeld, das aus dem Johanneskrankenhaus und den Kliniken Gilead und Mara besteht sowie in katholischer Trägerschaft das Franziskushospital Bielefeld. Weitere kirchliche Einrichtungen sind die Von Bodelschwinghschen Anstalten im Stadtteil Bethel und das Evangelische Johanneswerk.

In Bielefeld befinden sich das Amtsgericht Bielefeld, das Arbeitsgericht Bielefeld und das Landgericht Bielefeld. Als Verkehrsbehörde des Landes Nordrhein-Westfalen verwaltet die Straßen.NRW die Verkehrswege in Ostwestfalen und Lippe.

In Bielefeld hat der WDR sein Studio Bielefeld eingerichtet. Hier werden die Regionalprogramme in Radio und Fernsehen für Ostwestfalen-Lippe produziert und ausgestrahlt. Im Gebäudezentrum finden wechselnde Kunstausstellungen statt.

Als Tageszeitungen erscheinen in Bielefeld die Neue Westfälische und das Westfalen-Blatt. Seit dem 2. Juni 1991 ist das Lokalradio Radio Bielefeld in der ganzen Stadt auf 98,3 MHz und 97,6 MHz zu empfangen. Mit 50 Watt sendet außerdem das Campusradio Hertz 87,9 in weite Teile der Stadt, und das nichtkommerzielle Einrichtungsradio Antenne Bethel ist im Stadtteil Gadderbaum werktäglich von 18 bis 19 Uhr auf 94,3 MHz zu hören. Am 17. November 2005 startete der lokale Fernsehsender Kanal 21. Das „Bielefelder Bürgerfernsehen“ kann mit einer Lizenz als so genannter Offener Kanal mehr als 80.000 Kabelhaushalte erreichen. Im Ortsteil Brackwede befindet sich das „Medienarchiv Bielefeld“, das sich zum Ziel gesetzt hat, Spiel- und Dokumentarfilme sowie Tondokumente für spätere Generationen zu erhalten. Der Bestand des Archivs umfasst 2008 etwa 7.700 Filme auf über 40.000 Rollen und mehrere tausend Magnetbänder.

Seit 1998 hat die Redaktion der wöchentlich erscheinenden Zeitung Sixth Sense der Britische Streitkräfte in Deutschland ihren Sitz in Bielefeld. Die etwa 80 Seiten starke Zeitung hat eine Auflage von 9.000 bis 12.000 Exemplaren.

Seit 1989 erscheint alle 14 Tage die Stadtillustrierte ULTIMO, seit 1996 auch in Form einer Internetausgabe. Im Jahr 2000 startet das Internetangebot WebWecker, das ebenfalls Themen rund um das Bielefelder Stadtleben behandelt. Auch einige Blogs befassen sich mit dem Bielefelder Stadtgeschehen, etwa das hauptsächlich auf Themen rund um den Bundesligisten Arminia Bielefeld spezialisierte blog5.

In der Stadt gibt es 47 Grundschulen, elf Hauptschulen, 16 Förderschulen, zehn Realschulen, vier Gesamtschulen, zehn Gymnasien, eine Waldorfschule, sieben Berufsbildende Schulen, neun Privatschulen, eine Musikschule, eine Kunstschule, zwei staatliche Versuchsschulen (Oberstufen-Kolleg und Laborschule), das staatliche Westfalen-Kolleg Bielefeld als Institut zur Erlangung der Hochschulreife und zwei Fachschulen (Diätlehranstalt, Fachschule für Altenpflege).

An der 1969 gegründeten Universität Bielefeld sind circa 18.000 Studenten eingeschrieben.

Die Fachhochschule Bielefeld besitzt Abteilungen in Bielefeld und Minden. Am Standort Bielefeld werden zahlreiche Studiengänge aus den Feldern Ingenieurwissenschaften, Gestaltung, Soziales/Pflege/Gesundheit und Wirtschaft angeboten. An der 1971 gegründeten Fachhochschule sind circa 6.600 Studenten eingeschrieben. Die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen hat seit 1976 in Bielefeld eine Abteilung für die Studiengänge Kommunaler Verwaltungsdienst, Staatlicher Verwaltungsdienst und Polizeivollzugsdienst.

Die 2007 gegründete Kirchliche Hochschule Wuppertal/Bethel hat einen ihrer Standorte in Bielefeld und bietet dort den Studiengang Evangelische Theologie an. Vorgängereinrichtung war die 1905 gegründete Kirchliche Hochschule Bethel, die auf die Ideen Friedrich von Bodelschwinghs zurückging. Die Fachhochschule der Diakonie wurde 2006 von den v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel, dem Johanneswerk sowie weiteren diakonischen Trägern gegründet. Sie bietet Studiengänge im Sozial- und Gesundheitsbereich sowie eine Ausbildung zum Diakon an.

Die Fachhochschule des Mittelstands Bielefeld wurde im Jahr 2000 in privater Trägerschaft gegründet und bietet speziell auf den Mittelstand ausgerichtete, staatlich anerkannte Studiengänge aus den Bereichen Medien, Informatik und Wirtschaft an. Die private und staatlich anerkannte Fachhochschule der Wirtschaft hat seit 2001 einen Standort mit dem Fachbereich Wirtschaft in Bielefeld. Das staatlich nicht anerkannte Euro Business College bietet seit 2001 in Bielefeld Studiengänge aus den Bereichen Wirtschaft, Tourismus, Marketing und Logistik an.

Die Stadt Bielefeld hat seit 1856 neun Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen. Darunter ist der Unternehmer Rudolf-August Oetker, Besitzer der Oetker-Gruppe und Stifter der Kunsthalle der Stadt Bielefeld. Hermann Delius war ein Vertreter der technologischen Entwicklung in der Leinenweberindustrie. Er führte den mechanisierten Webstuhl und Verarbeitungsmaschinen ein, war lange Jahre der größte Arbeitgeber und begründete damit den Ruf Bielefelds als Leineweberstadt. Gerhard Bunnemann war Bürgermeister der Stadt und prägte diese durch zahlreiche Neubauten und einen wirtschaftlichen Aufschwung. Alexander Funke war lange Jahre Leiter der Von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel.

In Bielefeld geborene Personen sind der 1877 geborene Friedrich von Bodelschwingh der Jüngere, lange Jahre Leiter der v. Bodelschwinghschen Anstalten. 1907 wurde Horst Wessel, der Verfasser des sogenannten Horst-Wessel-Lieds in Bielefeld geboren, 1916 der Unternehmer Rudolf-August Oetker, Enkel des Firmengründers August Oetker. Rüdiger Nehberg, Menschenrechtsaktivist und Überlebenskünstler ist 1935 in Bielefeld geboren, ebenso wie der 1942 geborene Liedermacher Hannes Wader. Irmgard Möller, ehemaliges Mitglied der Rote Armee Fraktion wurde 1947 geboren, 1958 der Schauspieler und Moderator Ingolf Lück.

Weitere Persönlichkeiten sind zwar nicht in der Stadt geboren, aber durch ihr Leben, ihre Arbeit und ihr Wirken eng mit Bielefeld verbunden. Altbundeskanzler Gerhard Schröder legte 1966 am Westfalen-Kolleg Bielefeld sein Abitur ab. Der Soziologe Norbert Elias lehrte an der Universität Bielefeld und ist ihr Ehrendoktor. Sowohl der Rechtswissenschaftler und ehemalige Bundesinnenminister Werner Maihofer als auch Hans-Jürgen Papier, der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, lehrten an der Universität Bielefeld. Der Fernsehjournalist Friedrich Nowottny arbeitete als Lokalreporter in Bielefeld ebenso wie der ehemalige WDR-Intendant Fritz Pleitgen, der bei der Freien Presse, einer Vorgängerzeitung der Neuen Westfälischen, volontierte. Kai Diekmann, Chefredakteur der Bild-Zeitung, wuchs in Bielefeld auf.

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WDR Studio Bielefeld

Das WDR Studio Bielfeld

Das WDR Studio Bielefeld ist eins von elf Regionalstudios des Westdeutschen Rundfunks im Land Nordrhein-Westfalen und übernimmt damit eine Aufgabe der Landesrundfunkanstalt, regional aus Ostwestfalen-Lippe (OWL) zu berichten. Es war eins der ersten lokalen Studios des WDR. Von Bielefeld aus werden die Regionalbüros des WDR in Paderborn und Detmold geleitet.

Nachdem 1954 das WDR-Gesetz beschlossen worden war, das den Rundfunk in Nordrhein-Westfalen regelt und zu einer Trennung des NWDR in die Landesrundfunkanstalten führen sollte, wurde 1955 das Studio Bielefeld des WDR als Büro Bielefeld gegründet. In der Lessingstraße nahm der Korrespondent Werner Höcker den Betrieb auf. Er sollte das Studio bis 1989 führen und galt als die Stimme Ostwestfalens. Am 1. Januar 1956 existierte nach der Auflösung des NWDR der eigenständige WDR und damit auch ein eigenständiges WDR Studio Bielefeld.

Zunächst noch auf technisch einfachem Niveau wurde aus dem Büro am 15. Januar 1962 das technisch erweiterte Studio Bielefeld in Betrieb genommen. 1966 wurde das Studio dann den neuen technischen Möglichkeiten angepasst. 1981 zog das Studio in ein größeres Gebäude in der Lortzingstraße um. 1982 zog die Fernsehtechnik mit der Stationierung eines Kamerateams und der Einrichtung eines Schnittplatzes ein. 1984 wurde das Bielefelder Studio in den Reigen der Landesstudios aufgenommen. Seitdem kann es eigene Hörfunk- und Fernsehbeiträge verantworten. 1985 wurde das regionale Fenster für OWL im Fernsehen geöffnet, erstmalig sendete das Studio Bielefeld aus der Region für die Region, zunächst täglich 15 Minuten, später dann infolge von Programmreformen mehr. 2006 beschloss der WDR-Rundfunkrat eine Dezentralisierung des Senders. Das WDR Studio Bielefeld übernahm im Fernsehprogramm die Produktion der WDR Sendung „Freizeit NRW“.

1989 ging Werner Höcker mit 65 Jahren in den Ruhestand, sein Nachfolger als Leiter des Studios wurde Claus-Werner Koch. 1991 wurde er von Dr. Werner Zeppenfeld abgelöst. Dieser fand einen Nachfolger 2001 in Michael Thamm, dem langjährigen stellvertretenden Studioleiter.

Das WDR Studio Bielefeld ist für die Berichterstattung aus den 70 Städten und Gemeinden der Region Ostwestfalen-Lippe zuständig. Dabei entstehen pro Jahr rund 2.000 Filmbeiträge und rund 10.000 Radio-Nachrichten und -Beiträge.

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Source : Wikipedia