Bern

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Geschrieben von daneel 13/03/2009 @ 07:16

Tags : bern, kanton bern, schweiz, ausland

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Bern

Wappen von Bern

Bern (franz. Berne, ital. Berna, rätoromanisch Berna, berndeutsch Bärn) ist die Bundesstadt der Schweiz und Hauptort des Kantons Bern. Mit über 129'000 Einwohnern ist Bern nach Zürich, Genf, Basel und vor Lausanne die viertgrösste Schweizer Stadt. In der Agglomeration Bern leben ungefähr 350'000 Menschen, die Metropolregion hat rund 660'000 Einwohner. Bern zählt überdies zur Grossregion „Espace Mittelland“.

Die 1191 gegründete Zähringerstadt ist seit 1218 eine Freie Reichsstadt und trat 1353 als achter Ort der Eidgenossenschaft bei. Nach dem grossen Brand von 1405, der fast die ganze Stadt zerstörte, wurde die Altstadt neu in Sandstein im Stil der Renaissance errichtet. Dieses Stadtensemble mit den stiltypischen Arkaden – in Bern „Lauben“ genannt – ist weitgehend in seiner ursprünglichen Form erhalten und seit 1983 UNESCO-Welterbe. Bern gilt heute vom äusseren wie vom inneren Ortsbild her als eines der grossartigsten Beispiele mittelalterlichen Städtebaus in Europa.

In seiner Blütezeit im 16. und 17. Jahrhundert entwickelte sich Bern zum grössten Stadtstaat nördlich der Alpen. Seit 1848 ist Bern de facto, jedoch nicht de jure Hauptstadt der Schweiz.

Viele national und international tätige Organisationen haben ihren Sitz in Bern, beispielsweise der Weltpostverein. 1886 wurde in Bern die Berner Übereinkunft zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst, ein völkerrechtlicher Vertrag, angenommen. 1902 erhielt Albert Einstein eine feste Anstellung beim Schweizer Patentamt in Bern. 1954 wurde das Finalspiel der Fussballweltmeisterschaft im Berner Wankdorfstadion ausgetragen, das als „Wunder von Bern“ bekannt wurde. Die Berner Konvention, ein „Übereinkommen über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume“, wurde 1979 vereinbart.

Bern wurde zum Austragungsort der Eishockey-Weltmeisterschaft 2009 sowie der Eiskunstlauf-Europameisterschaft 2011 erkoren.

Die Stadt Bern liegt auf 542 Metern über Meer im schweizerischen Mittelland an der Aare. Die Aare umfliesst die Altstadt von Bern schleifenartig auf der Ostseite der Stadt und fliesst nördlich weiter. Durch diese spezielle Lage ist die Altstadt von Bern auf natürliche Art sehr gut geschützt und von Osten, Norden und Süden nur über Brücken direkt zu erreichen; daher wurden einzig im Westen richtige Stadtmauern gebaut, welche heute jedoch nur noch stückweise existieren.

Um die Altstadt herum breitet sich Bern bis zu zwölf Kilometern in alle vier Himmelsrichtungen aus. Im Norden stossen die Quartiere Breitenrain, Wankdorf und Lorraine ans Zentrum, im Osten die Schosshalde und im Süden das Kirchenfeld. Diese sind über Hochbrücken (Lorrainebrücke, Kornhausbrücke, Nydeggbrücke, Kirchenfeldbrücke, Monbijoubrücke) erreichbar. Im Westen grenzen die Quartiere Bümpliz und Bethlehem an das Zentrum. Im Süden befinden sich ausserdem die Gemeinde Köniz und der Hausberg Gurten.

Das Siedlungsgebiet ist von Hügeln und grösseren Waldgebieten umgeben, wie dem Ausflugsberg Gurten im Süden und dem Bremgartenwald im Nordwesten der Stadt. Um die Kernstadt Bern gruppieren sich eine Vielzahl von Agglomerationsgemeinden. Die gesamte Agglomeration zählt etwa 350'000 Einwohner, wobei sich die Einwohnerzahl für das geschlossene Siedlungsgebiet (die Kernagglomeration: Bern, Bremgarten, Köniz, Muri, Ostermundigen, Ittigen, Bolligen, Zollikofen) aktuell auf gut 200'000 beschränkt.

Die alte Sternwarte (heute abgerissen und durch das Institut für exakte Wissenschaften ersetzt) bildet das historische Zentrum der Landesvermessung der Schweiz und trägt die Schweizer Landeskoordinaten 600'000 / 200'000.

Die Stadt befindet sich in der warmgemässigten Klimazone mit Laubwäldern (effektive Klimaklassifikation Cfb). Die Jahresmitteltemperatur beträgt circa 8 °C. Durchschnittlich regnet es etwa 85 mm pro Monat (1000 mm pro Jahr). Im Sommer beträgt die Tagesmitteltemperatur durchschnittlich 15–20 °C. Dies ist auch die Jahreszeit, in der es am meisten regnet: mit rund 120 mm pro Monat fast doppelt so viel wie im Winter, wo die durchschnittlichen Tagesmittelemperaturen um den Gefrierpunkt liegen. In besonders heissen Sommern kann es aber auch über 30 °C warm werden. Die einzelnen Jahreszeiten sind wie in der ganzen Nordschweiz (nördlich der Alpen) stark ausgeprägt. Oft kommt es vor, dass es im April wieder kalt wird und für kurze Zeit der Winter zurückkehrt.

Die älteste auf dem heutigen Stadtgebiet Berns gelegene Siedlung war ein keltisches Oppidum auf der Rossfeld-Halbinsel. 58 vor Christus wurde es von einem gallo-römischen Vicus abgelöst. In der Zeit des hochburgundischen Königreichs entstanden im 9. Jahrhundert ein burgundischer Königshof im heutigen Bümpliz sowie später einfache Grundherrschaften mit zugehörigen Befestigungsanlagen und Weilern.

Ende des 12. Jahrhunderts erfolgte die Gründung der heutigen Stadt Bern im Knie der Aarehalbinsel durch Herzog Berchthold V. von Zähringen, Rektor Burgunds, nachdem er oder sein Vorgänger an der Spitze der Halbinsel bereits die Burg Nydegg zum Schutz des dortigen Aareübergangs errichtet hatten. Konrad Justinger gibt das Jahr in seiner Chronica de Berno mit 1191 an; die erste Erwähnung des Stadtnamens Bern findet sich 1208. Diese erste Stadt reichte vermutlich vom Graben der Nydegg-Burg bis zur Kreuzgasse, möglicherweise auch schon bis zur Zyglogge. Als Zentralachse diente eine damals noch 26,4 Meter breite Gasse, die später durch den Bau der Lauben (Arkaden) eingeengt wurde; parallel dazu verliefen Nebengassen. Zwischen den Gassen wurden einzelne Parzellen verpachtet und nach und nach bebaut. Die Trinkwasserversorgung wurde durch Brunnen gewährleistet, die ihr Wasser aus Quellen bezogen und ab dem 14. Jahrhundert durch druckwasserbetriebene Brunnen in der Gassenmitte ersetzt wurden; der heute kanalisierte Stadtbach stellte das Wasser für den täglichen Gebrauch zur Verfügung und spülte periodisch die Abwassergräben der Parzellen. In Ermangelung von Plätzen in der Stadtplanung diente die Hauptgasse als Stadtzentrum und auch als Gerichts- und Marktplatz, als Konsequenz wurden öffentliche Bauten eher an den Flanken des Stadtkörpers errichtet.

Die geschützte Lage ermöglichte ein rasches Wachstum der Stadt in Richtung Westen. Nach dem Aussterben der Zähringer 1218 wurde Bern Freie Reichsstadt; die Stadtfläche wurde bis zur Zyglogge erweitert und damit verdoppelt. Zur gleichen Zeit entstanden Befestigungen wie Mauern, Wehrtürme und äussere Gräben. 1224 entstand dort, wo heute das Münster steht, eine erste Holzkirche. Nach einem ersten Bündnis mit der ebenfalls von den Zähringern gegründeten Stadt Freiburg im Üechtland erfolgte von 1255 bis 1265 unter dem Schutz der Savoyer eine weitere Erweiterung des Stadtgebiets bis zum Käfigturm. Wenig später wude die Nydeggburg geschleift, um dem Nydeggquartier Platz zu machen. 1294 fanden in Bern Judenverfolgungen statt, nachdem ein Knabe ermordet worden war. Die Juden wurden aus der Stadt vertrieben; der Knabe wurde später unter dem Namen Rudolf von Bern als Märtyrer verehrt. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde zu seinem Andenken im Stadtzentrum der Kindlifresserbrunnen errichtet, der noch heute zu den Sehenswürdigkeiten Berns gehört.

1339 fand der Laupenkrieg statt, in dessen Verlauf die Stadtberner einen wichtigen Sieg gegen die umliegenden Adelshäuser erreichten und damit den Grundstein für den Aufstieg zum Stadtstaat setzten. 1340 wurde das kyburgische Städtchen Huttwil erobert, das man 1414 endgültig kaufte. Die dritte mittelalterliche Stadterweiterung von 1344 bis 1346 war eine Folge der militärischen Erfolge. Bern wurde bis zum 1865 abgerissenen Christoffelturm beim heutigen Hauptbahnhof erweitert. Das bereits seit 1323 bestehende Bündnis mit den Innerschweizer Waldstätten wurde 1353 mit einem definitiven Beitritt zur Eidgenossenschaft erneuert. 1368 kaufte Bern die Stadt Aarberg und fiel nach Auseinandersetzungen mit dem Bischof von Basel im St. Immertal ein. Am 14. Mai 1405 brach in der Brunnengasse ein Grossbrand aus, der 600 Häuser zerstörte und mehrere hundert Opfer forderte. Die zuvor aus Holz gebauten Häuser wurden fortan aus Ostermundiger Sandstein gebaut, darunter das neue Rathaus (1406–1415) und das Münster (ab 1421). Zu Ostern 1439 brach die Pest aus, pro Tag starben 24 Menschen. 1565 wütete die Pest erneut; während fast 2 Jahren starben 5'000 Menschen in Bern und 30'000 im Umland.

Das Hoheitsgebiet des sich ab dem 15. Jahrhundert als Staat verstehenden Berns wuchs nach dem Beitritt zur Eidgenossenschaft beträchtlich durch Kauf, Erbschaft und Eroberung; die Stadt wurde so zum wichtigsten Machtfaktor im westlichen Mittelland und dem grössten Stadtstaat nördlich der Alpen. Neben den bereits erwähnten Erwebungen wurde unter anderem Erlach eingenommen und der Burgunder Karl der Kühne vor Murten geschlagen. Auch am Schwabenkrieg 1499 hatte Bern Teil. Am 28. April 1528 setzte sich die Reformation in Bern nach Disputationen durch. Trotz des Aufstieges blieb die mittelalterliche Regierungsform bis Ende des 18. Jahrhunderts bestehen: Der Grosse Rat hatte als höchste Entscheidungsinstanz stets zwischen 200 und 300 Mitgliedern, die an Ostern aufgefüllt wurden, sobald die Zahl durch Tod der Mitglieder auf unter 200 sank. Mitglieder des grossen Rates bildeten den Kleinen Rat, die eigentliche Regierung. An der Spitze des Gemeinwesens wechselten sich zwei Schultheissen jeweils nach einem Jahr ab. Zu politischen Spannungen wie der Henzi-Verschwörung von 1749 führte die Tatsache, dass immer weniger Familien Zugang zu politischen Ämtern erhielten und auch der Erwerb des Bürgerrechts stark erschwert wurde.

Im 17. und 18. Jahrhundert fanden in Bern zahlreiche Neu- und Umbauten statt, was sich auf den gesteigerten Wohlstand des Staats und der Patrizierfamilien zurückführen lässt. Die Stadt sollte zum Monument der Republik werden; die ursprüngliche Struktur der Stadtplanung wurde allerdings beibehalten. So wurden 1622 bis 1634 als weitere Befestigungsanlagen die Kleine und die Grosse Schanze errichtet, doch der entstehende Raumgewinn wurde baulich kaum genutzt, da sich die Besiedelung des bestehenden Stadtgebiets ständig verdichtete. 1641 bis 1644 wurde zudem der Käfigturm neu errichtet, 1682 die Hochschule. 1711 bis 1715 entstand das Kornhaus, das die Versorgung der Bevölkerung in schlechten Zeiten sichern sollte. Der Grundstein für das Inselspital wurde 1718 gelegt, 1740 wurde ein Gesetz über den Strassenbau erlassen, was bis 1764 zu verbesserten Strassen im ganzen Kanton führte.

Am 27. Januar 1798 marschierten französische Truppen nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime ins Berner Waadtland ein und drangen in der Folge immer weiter in die Schweiz vor. Bern musste sich trotz heftigen Widerstandes nach der Schlacht am Grauholz Anfang März geschlagen geben. Die folgende Besatzung und die Zeit der Helvetischen Republik resultierte für Bern einerseits in der Einführung der bis heute geltenden Verwaltungsgliederung in der Altstadt, andererseits aber auch zur Überführung der Berner Bären (die in der Stadt seit 1480 sporadisch und seit 1764 dauerhaft gehalten worden waren) und der Berner Staatskasse nach Paris. Beide konnten später durch Bestechung zurückgeholt werden. Ausserdem verlor Bern die vorher abhängigen Gebiete Waadtland und Aargau, die mit der Mediationsakte 1803 unabhängige Kantone wurden, sowie zeitweise das Berner Oberland.

1815 erhielt Bern im Zuge der Restauration gemeinsam mit Zürich und Luzern den Status eines Vorortes, der im Zweijahresrhythmus wechselte. Die Restauration führte auch mit sich, dass das alte Herrschaftssystem in seinen Grundzügen wieder eingeführt wurde – die Berner Patrizier stellten 200 der 299 Grossräte, während die übrigen 99 aus dem etwa zehn Mal bevölkerungsreicheren Rest des Kantons kamen. Dieses System wurde am 1831 mit der Regeneration bereits wieder aufgegeben, nachdem hunderte Petitionen aus dem ganzen Kanton und eine Volksversammlung Neuerungen namentlich in der Kantonsverfassung gefordert hatten. Am 14. Januar 1831 dankte die Patrizierregierung freiwillig ab und machte den Weg zu Wahlen frei, die von den Liberalen deutlich gewonnen wurden.

Während des 19. Jahrhunderts begann die Besiedlung auch über die Aarehalbinsel hinauszuwachsen; die Bautätigkeit im Westen begann, vom Monbijou im Süden bis zur Länggass im Norden. Die auf der anderen Seite der Aare höhergelegenen Gebiete wurden erst später nach dem Bau von Hochbrücken städtebaulich erschlossen. 1843 wurde jedoch die Nydeggbrücke fertiggestellt, die die Hauptebene der Altstadt mit dem gegenüberliegenden Aareufer verbindet. 1845 erfolgte eine weitere Revision der Kantonsverfassung, nachdem den Radikal-Liberalen der Sieg in den Grossratswahlen gelungen war.

1848 wurde Bern zur Bundesstadt und damit zum Sitz der Bundesbehörden gewählt. Die Regierung tagte zunächst im Casino, das heutige Bundeshaus wurde von 1851 bis 1857, 1888 bis 1892 und 1894 bis 1902 gebaut. Die Bundesversammlung gab Bern den Vorzug vor Luzern und Zürich, als Vorteile wurden neben militärischen und finanziellen Aspekten auch die Nähe zur Romandie gewertet. Siehe dazu auch Hauptstadtfrage der Schweiz. Der Hauptpunkt, der gegen Bern sprach, war die zu diesem Zeitpunkt noch ungeeignete Infrastruktur. Durch den Bau der Roten Brücke wurde Bern jedoch 1858 ans Eisenbahnnetz angeschlossen; zu dieser Zeit begann auch eine weitere Phase der Stadtausdehnung, die bis heute anhält. Unter anderem wurde nach dem Bau der Kirchenfeldbrücke 1881–1883 das Kirchenfeldquartier bebaut, die Kornhausbrücke (1895–1898) ermöglichte die Bebauung der Quartiere nördlich der Altstadt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Stadt Sitz zahlreicher internationaler Organisationen wie etwa des Weltpostvereins (1874). Zudem fand mit Industrialisierung und Eisenbahnzeitalter ein rascher Wirtschaftsaufschwung statt, in dessen Zuge Handel und Kleingewerbe von Industrie und Dienstleistung abgelöst wurden, besonders von Bau- und Metallgewerbe sowie Textilindustrie bzw. Handel, Bank- und Versicherungswesen. Einhergehend mit der Industrialisierung, dem Wirtschaftswachstum und dem Bevölkerungswachstum Berns verliessen wohlhabende Bewohner die Altstadt zugunsten Aussenvierteln, während in der Matte, am Nydeggstalden, in der Lorraine und an der Länggass Arbeiterviertel entstanden. Durch steigende Mieten, Wohnungsnot, Obdachlosigkeit und zunehmende Arbeitslosigkeit kam es zu Zwischenfällen wie dem Käfigturmkrawall 1893, bei denen es zu Auseinandersetzungen zwischen Arbeitern und Polizei kam. 1895 wurde mit Gustav Müller der erste sozialdemokratische Gemeinderat gewählt. Gleichzeitig versuchte die Stadt, durch soziale Wohnungsbauprojekte und Schaffung von Arbeitslosenversicherung und Arbeitsvermittlung einer weiteren Radikalisierung der Arbeiter entgegenzuwirken. 1919 wurde Bümpliz eingemeindet. Heute ist Bern Zentrum einer grossen Agglomeration.

Die Statistikdienste der Stadt Bern erarbeiten ausführliche Statistiken über die Bevölkerung der Stadt Bern. Im Jahr 2007 ist die Bevölkerungszahl zum dritten Mal in Folge leicht gestiegen. Lebten Ende 2006 noch 127'882 Menschen in Bern, waren es Ende 2007 128'345. Dies entspricht einem Zuwachs von 463 Personen. Da im Jahr 2007 mehr Bernerinnen und Berner starben als geboren wurden, geht die Steigerung der Bevölkerung auf die Zuwanderung aus anderen Gemeinden zurück. Am markantesten ist dabei der Anstieg der 20–29-Jährigen (plus 1'817). Im Gegenzug leben immer weniger Familien und ältere Menschen in Bern. Bern hat einen Frauenüberschuss: 67'739 (52.8 %) Frauen, 60'606 (47.2 %) Männer. 101'090 (78.8 %) Einwohner sind Schweizer, 27'255 (21.2 %) Einwohner sind Ausländer. Die Mehrheit davon stammen aus Deutschland (5'304 Einwohner), Italien (4'262 Einwohner), Spanien (1'948 Einwohner), Portugal (1'294 Einwohner), Sri Lanka (1'175 Einwohner), Kosovo (1'090 Einwohner), Türkei (1'084 Einwohner) und aus Mazedonien (1'065 Einwohner).

Die Stadt Bern dürfte bei ihrer Gründung zwischen 400 und 600 Einwohner gehabt haben. 100 Jahre später, um 1300, zählte die Stadt schätzungsweise 3'000 Bewohner. In den folgenden Jahrhunderten nahm die Bevölkerung trotz Pest stetig zu. Als Ausnahme sei die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts erwähnt. Wie auch in anderen Schweizer Städten schrumpfte Bern in dieser Zeit. Im 17., vor allem aber im 18. Jahrhundert wuchs die Bevölkerung der Stadt wieder weiter. Die erste Bevölkerungszählung erfolgte 1764. Trotz hoher Geburtenrate blieben die Geburtenüberschüsse gering. Das Wachstum der Stadtbevölkerung beruhte bis ins 19. Jahrhundert auf der Zuwanderung vom Land. Bis zu dieser Zeit war der Stadtausbau auf das Gebiet der Aare-Schlaufe beschränkt.

Die Amts- und Schriftsprache ist Deutsch. Gesprochen wird Berndeutsch, ein hochalemannischer Dialekt, eine lokale Variante der schweizerdeutschen Mundart.

Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts zeichnete sich Bern durch eine starke soziale Sprachgliederung aus: Die patrizische Oberschicht sprach das gehobene Patrizier-Berndeutsch, die alteingesessene Bürgerschaft das altertümliche Stadtberndeutsch, die Unterschicht im Mattequartier das sogenannte Mattenenglisch und die Zugewanderten sprachen Landberndeutsch.

41 Prozent der Berner sind evangelisch-reformiert, 25 Prozent römisch-katholisch (2005), etwa 3,8 Prozent sind Muslime und etwa 1,5 Prozent christlich-orthodox (2000). Bern ist Sitz des christkatholischen Bischofs der Schweiz. Neben den grossen Kirchen finden sich in Bern auch eine Vielzahl von freikirchlichen Gemeinden. Das Evangelisches Gemeinschaftswerk wurde im Jahr 1831 in Bern, damals noch als Evangelische Gesellschaft gegründet und ist nach wie vor eine der grössten freikirchlichen Gemeinden der Stadt. Daneben sind als Mitglieder der Evangelischen Allianz eine Ausländergemeinde, die Baptisten, die BewegungPlus, die Evangelisch-methodistische Kirche, eine Evangelische Täufergemeinde, eine Freie Evangelische Gemeinde, eine Freie Christengemeinde, eine Freie Missionsgemeinde, die GvC, die Heilsarmee, die Schweizerische Pfingstmission und die Vineyard vertreten. Im Weiteren gibt es in Bern die Siebenten-Tags-Adventisten und zwei Gemeinden der Neuapostolischen Kirche. Bern besitzt auch eine öffentlich rechtlich anerkannte jüdische Gemeinde mit rund 340 Mitgliedern. Die Synagoge und das jüdische Gemeindehaus befinden sich an der Kapellenstrasse.

Im Unterschied zu anderen Exekutiven wird der Berner Gemeinderat nach dem Proporzprinzip gewählt.

Die grösste Fraktion bilden, wie bisher, die Sozialdemokraten mit 20 Mitgliedern. Daneben gibt es fünf Fraktionen mit etwa 10 Mitgliedern und eine halb so grosse. Links von der SP-Fraktion steht die gemeinsame Fraktion von Grünen Bündnis und Junger Alternative (10 Mitglieder), rechts die gemeinsame Fraktion von Grüner Freier Liste und Evangelischer Volkspartei (11 Mitglieder). Die Freisinnigen bilden eine eigene Fraktion mit 10 Mitgliedern. Links von der FDP-Fraktion steht die gemeinsame Fraktion von CVP und BDP und einem Abgeordneten der Hofer-Liste (10 Mitgliedern), rechts von ihr die um einen Schweizer Demokraten und den anderen Abgeordneten der Hofer-Liste erweiterte SVP-Fraktion (10 Mitglieder). Die Grünliberalen bilden zusammen mit dem Stadtrat des Bürgerforums eine Fraktion mit 5 Mitgliedern. Die vier Abgeordneten der Grünen Partei Bern, der Partei der Arbeit und der Eidgenössisch-Demokratischen Union bleiben fraktionslos.

Im Gegensatz zu vielen anderen Städten verzichtet die Stadt Bern bewusst auf Städtepartnerschaften. Der Gemeinderat, der 1979 diese Haltung ausformulierte, hat bisher auf dieser Strategie beharrt und Anfragen für Städtepartnerschaften stets abgelehnt. In einer Mitteilung heisst es, dass die Stadt Bern aktive Beziehungen zu anderen Städten pflegt, diese jedoch fast ausschliesslich organisationsbezogen oder projektspezifisch sind, wie dies beispielsweise an der Fussball-Europameisterschaft 2008 mit Salzburg, Basel, Genf und Zürich der Fall war.

Die offizielle Blasonierung des Wappens lautet: In Rot ein goldener Schrägbalken, belegt mit einem rotbewehrten, schwarzen Bären mit roter Zunge.

Der Berner Hauptbahnhof ist ein bedeutender Eisenbahn- und Busknotenpunkt. Er erzielt nach Zürich Hauptbahnhof mit 150'000 Bahnreisenden pro Tag die schweizweit zweithöchste Benutzerfrequenz. Auf vierzehn Haupt- und vier S-Bahn-Gleisen werden die Züge aus den Regionen der Schweiz und viele internationale Züge wie EuroCity, Cisalpino, TGV, Talgo, ICE und CityNightLine abgefertigt. Auf Berner Gemeindegebiet befinden sich neben dem Hauptbahnhof neun weitere S-Bahn-Haltestellen: Felsenau (RBS), Tiefenau (RBS), Wankdorf, Stöckacker, Bümpliz Nord, Bümpliz Süd, Brünnen (direkt neben dem Westside-Einkaufszentrum), Riedbach (Bern), und Weissenbühl.

Das Verkehrsnetz von Bernmobil umfasst drei Tram-Linien sowie mehrere Trolleybus- und Buslinien, wobei die meisten das Stadtzentrum mit den Aussenbezirken und Vororten verbinden. Der Grossteil des zentrumnahen Verkehrs wird von Bernmobil abgewickelt. Der Busverkehr in die weitere Agglomeration wird von Postautolinien und vom Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) abgedeckt. Dazu kommen noch die Marzilibahn und die Gurtenbahn.

Die S-Bahn Bern verbindet die Stadt mit der weiteren Agglomeration. Das S-Bahnnetz umfasst dreizehn Linien, welche die Stadt mit Thun, dem Emmental, Biel, Solothurn, Neuenburg, Freiburg und Schwarzenburg verbinden. Die S-Bahn wird von der BLS AG und dem Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) betrieben.

Die Stadt Bern besitzt Anschlüsse an alle wichtigen Schweizer Autobahnen. Über die A1 gelangt man direkt nach Genf oder Zürich, mit der A12 hat man Anschluss nach Freiburg und Lausanne und die A6 verbindet Biel via Bern mit Thun.

Der internationale Flughafen Bern-Belp befindet sich in der circa zehn Kilometer südlich gelegenen Gemeinde Belp. Der Flughafen ist mit einem Bus, und zwei S-Bahnlinien vom Hauptbahnhof Bern oder von der A6 aus erreichbar.

Im Norden von Bern gibt es zwei privat betriebene Fähren, die die Aare überqueren: die Fähre Zehndermätteli von Bremgarten zur Engehalbinsel und die Fähre Reichenbach von Unterzollikofen zur Engehalbinsel.

Die Wasserversorgung wird in Bern durch den Wasserverbund Region Bern AG gewährleistet. Der Wasserverbund wurde 1974 von mehreren Berner Gemeinden gegründet und 2007 grundlegend neu strukturiert. Seitdem sind die Wassergewinnungs- und Transportanlagen nicht mehr im Besitz der jeweiligen Gemeinden, sondern gehören dem Wasserverbund. Das öffentliche Unternehmen Energie Wasser Bern (EWB), das die Stadt Bern mit Elektrizität, Wasser, Erdgas und Wärme versorgt, gehört als Aktionär dem Wasserverbund an. Energie Wasser Bern versorgt die Stadt über sein 388 Kilometer langes Versorgungsnetz mit rund vierzehn Millionen Kubikmeter Trinkwasser. Das Wasser stammt zu 18,6 % von Quellen aus dem Emmental, dem Aaretal, aus Kiesen und aus Schwarzenburg und zu 81,4 % aus Grundwasser.

Die Energieversorgung in der Stadt Bern wird durch die Kraftwerkgesellschaft BKW FMB Energie AG (BKW, ehemals Bernische Kraftwerke AG) gewährleistet. Die BKW versorgt in rund 400 Gemeinden über eine Million Einwohner. Die Stadt Bern versorgt sie über zwei 220-kV-Zuleitungen. 84 % des Energieverbrauchs der Stadt Bern wird durch Erdöl, Erdgas und Uran gedeckt.

Das weltweit grösste in ein Stadion integrierte Sonnenkraftwerk auf dem Dach des Stade de Suisse wird von der BKW betrieben. Es wurde 2005, gleichzeitig mit der Eröffnung des Stadions, in Betrieb genommen.

Der Verein «Energiestadt» hat im Jahr 2006 die Stadt Bern mit dem gleichnamigen Label ausgezeichnet.

Die Stadt Bern ist eines der Zentren des Wirtschaftsraums Espace Mittelland, der eine Region, bestehend aus den Kantonen Bern, Solothurn, Freiburg, Neuenburg, Jura, Waadt und Wallis, umfasst (ca. 2,5 Millionen Einwohner und ca. 900'000 Arbeitsplätze). Zudem ist Bern das wichtigste und grösste Verwaltungszentrum der Schweiz, da hier wesentliche Teile der Verwaltungen der Eidgenossenschaft, des Kantons und der Stadt angesiedelt sind. So befinden sich viele diplomatische Vertretungen, Bundesbehörden, die Nationalbank und der Weltpostverein in Bern. Zu den wichtigsten Wirtschaftszweige von Bern zählt der Energiemarkt (die BKW FMB Energie AG ist alleinige Betreiberin des Kernkraftwerks Mühleberg), das Druck- und Verlagswesen, die Textilindustrie, der Maschinenbau, die Elektrotechnik, die Telekommunikation, sowie die Produktion von Präzisionsinstrumenten, Messgeräten und chemischen und pharmazeutischen Erzeugnissen (Berna Biotech, Galenica, CSL Behring). Früher war Bern zudem bekannt für die Schokoladenherstellung (vor allem die Toblerone) der Chocolat Tobler AG die im Berner Länggassquartier produzierte. 1984 wurde die Fabrik im Berner Länggassquartier stillgelegt und die Produktion nach Bern-Brünnen verlegt. Das ehemalige Fabrikgebäude («Unitobler») beherbergt nun Teile der Universität Bern. Ebenfalls ursprünglich ein Berner Unternehmen war die Wander AG (unter anderem Hersteller von Ovomaltine), welche ihren Sitz seit 2004 in Neuenegg hat.

Die Post, mit einem breit gefächerten Angebot im Bereich Brief- und Paketpost, Finanzdienstleistungen und Transportwesen (Postauto) hat als grösster öffentlicher Dienstleister in der Schweiz ihren Hauptsitz in Bern. Zudem haben mit den Schweizerischen Bundesbahnen und der BLS AG die beiden grössten Eisenbahngesellschaften der Schweiz ihren Hauptsitz in Bern.

Die Berner Kantonalbank ist die erste Schweizer Kantonalbank und wurde 1834 gegründet.

In Bern befinden sich die Radiostudios von DRS 4 News, sowie des Swiss Satellite Radio. Ausserdem wird hier das DRS 1 Regionaljournal für die Region Bern-Freiburg-Wallis produziert. Es existieren drei regionale Radiosender (Radio BE1, Capital FM und Radio RaBe). Der Regionalfernsehsender der Stadt und Region heisst TeleBärn. In Bern erscheinen die beiden Tageszeitungen Berner Zeitung und Der Bund und das Gratis-Anzeigenblatt Berner Bär.

Ein besonderes Merkmal der Altstadt sind die durchgehenden Laubengänge. Diese sind in dieser Form einzigartig. Auf den breiten Altstadtstrassen befindet sich etwa zahlreichen historischen Brunnen mit diversen Motiven aus dem 16. Jahrhundert. Vor allem deswegen wurde die Stadt zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Der Zytglogge-Turm (Zeitglockenturm), das Westtor der Stadt von 1191 bis 1256 mit seinem Figurenspiel und der astronomischen Uhr, gilt ebenfalls als Meisterwerk. Es gibt eine ganze Reihe an weiteren Türmen wie den Käfigturm und den Holländerturm, welche die Stadt ausmachen. Der Käfigturm bildete von 1256 bis 1344 das zweite Westtor, der Holländerturm seit 1256 einen Teil des dritten Wehrgürtel.

Weltweit einzigartig ist der Bärengraben am Ostende. In diesem befinden sich zwei bis vier Braunbären. Sie sind Wappentier der Stadt und des Kantons. Bis ins Jahr 2009 soll er zu einem Bärenpark ausgebaut werden. In der Nähe des Bärengrabens befindet sich der Rosengarten. Von diesem hat man freie Sicht über die komplette Berner Altstadt.

Auch die Regierungsgebäude, der Erlacherhof, das Béatrice-von-Wattenwyl-Haus, das Rathaus zum Äusseren Stand und das Bundeshaus prägen das Stadtbild.

Für besondere Verdienste um den Ortsbildschutz erhielt Bern vom Schweizer Heimatschutz im Jahre 1997 den Wakkerpreis.

In der Berner Altstadt steht die grösste und wichtigste spätmittelalterliche Kirche der Schweiz, das Berner Münster. Es wurde im Stil der Gotik erbaut und gehört zu jenen gotischen Kirchen, die erst im 19. Jahrhundert nach Aufkommen der Romantik vollendet werden konnten.

Einige der bekanntesten Schweizer Bands und Orchester stammen aus Bern, so zum Beispiel Züri West, Patent Ochsner und die Camerata Bern.

Der Fussballclub BSC Young Boys spielt in der Axpo Super League, der höchsten schweizerischen Liga. Der eigentliche Stadtclub und Traditionsverein, der FC Bern, war Anfang des letzten Jahrhunderts erfolgreich! Die Berner besitzen eine U12-, U13-, U14-, U15-, U16-, U18- und eine U21-Mannschaft. Die U21 der Young Boys spielt in der für sie höchstmöglichen 1. Liga. Trainiert wird sie vom Ex-Spieler Joël Magnin.

Bern gilt als Eishockey-Mekka der Schweiz. Der Stadtberner Eishockeyclub SC Bern spielt in der höchsten Eishockeyliga der Schweiz, der National League A, mit und ist seit 1959 elf mal Schweizer Meister geworden, zuletzt in der Saison 2003/2004. Europaweit hat der SCB bei Heimspielen den höchsten Zuschauerdurchschnitt!

In der Stadt Bern gibt es 4 Leichtathletikvereine.

Der Neubau des Wankdorfstadions wurde im Sommer 2005 nach vierjähriger Bauzeit als multifunktionelle Arena mit unterirdischem Einkaufscenter als Stade de Suisse Wankdorf eröffnet und bietet Platz für 32'000 Zuschauer.

Das alte Wankdorfstadion war Austragungsort des Finales der Fussball-Weltmeisterschaft 1954 am 4. Juli 1954, das die Deutsche Fussballnationalmannschaft mit 3 : 2 gegen die Ungarische Fussballnationalmannschaft gewann. Der unerwartete deutsche Sieg wurde als „Wunder von Bern“ bekannt.

In der Stadt Bern gibt es 13 Sportplätze.

Bern war einer von sechs Spielorten der Fussball-Weltmeisterschaft 1954 und einer von acht Spielorten der Fussball-Europameisterschaft 2008. Bern wurde zum Austragungsort der Eishockey-Weltmeisterschaft 2009 sowie der Eiskunstlauf-Europameisterschaft 2011 erkoren.

Jährlich findet in Bern der Sponsorenlauf «Die schönsten 10 Meilen von Bern» statt, dessen Strecke durch die ganze Altstadt verläuft. Der Erlös des Laufes geht an Menschen mit einer Behinderung.

Der ebenfalls in Bern stattfindende Schweizer Frauenlauf steht nur Frauen offen und ist mit knapp 13'000 Teilnehmerinnen der grösste Frauenlauf in Europa und der grösste Frauensportanlass in der Schweiz. Der 5-km-Hauptlauf lockt als Teil des Post-Cups auch Eliteläuferinnen an. Seit 2005 gibt es zusätzlich eine 10-km-Strecke. Ausserdem gibt es eine 15-km-Strecke für Walking und Nordic Walking. Der Frauenlauf führt seit 2005 durch die Berner Innenstadt und endet auf dem Bundesplatz.

Das Turnier Bern Open ist heute das bestbesetzte Curlingturnier Europas und zählt im internationalen Curlingzirkus als eines der bedeutendsten Turniere ausserhalb der Curling-Hochburg Kanada.

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Katholische Kirche im Kanton Bern

Turm der katholischen Dreifaltigkeitskirche in Bern

Die römisch-katholische Kirche im Kanton Bern zählt 153'357 Mitglieder (16% der Kantonsbevölkerung), wovon rund ein Drittel Ausländer sind. Zur katholischen Kirche lassen sich auch die 1'064 Christkatholiken rechnen. Die Mehrheit der Kantonsbewohner ist evangelisch-reformiert (67%). Der Kanton Bern gehört zusammen mit den Kantonen Solothurn und Jura zur Bistumsregion St. Verena des Bistums Basel und umfasst vier Dekanate, zu denen insgesamt 46 römisch-katholische Pfarreien gerechnet werden. Auf der staatskirchenrechtlichen, von der Kantonsverfassung öffentlich-rechtlich anerkannten Ebene bilden 33 Kirchgemeinden die römisch-katholische Landeskirche des Kantons Bern.

1799: Seit der Kanton Bern 1528 reformiert wurde, sind katholische Kultushandlungen verboten. Auf Begehren der katholischen Mitglieder der Behörden der Helvetischen Republik wird am 9. Juni - nach einem Unterbruch von 271 Jahren - im Berner Münster erstmals wieder eine Messe gefeiert. P. Gregor Girard wirkt dort als einer der ersten Diasporapfarrer der Schweiz. In der Stadt Bern leben etwa 1000 Katholiken.

1803: Nachdem die helvetische Regierung abgetreten ist, wird im Kanton Bern wieder nur die reformierte Kirche anerkannt. Die Katholiken werden lediglich geduldet. Die Konversion von Reformierten gilt als Störung des Religionsfriedens und ist strafbar. In der Stadt Bern sinkt die Zahl der Katholiken auf rund 300.

1804: Der Berner Kleine Rat erlaubt "in der Hauptstadt allein" die Fortsetzung des katholischen Gottesdienstes unter Aufsicht des Kirchenrates, der sich aus reformierten Geistlichen und Regierungsmitgliedern zusammensetzt. Während 60 Jahren haben die Katholiken Gastrecht in der Predigerkirche.

1815: Der Wiener Kongress verbindet den Jura als Teil des ehemaligen Fürstbistums Basel mit dem Kanton Bern. Die Vereinigungsurkunde vom 23. November gestattet die Ausübung der römisch-katholischen Religion in den katholischen Gemeinden des Juras. Die Pfarreien des Juras sind somit staatlich anerkannt, die Pfarrei der Stadt Bern weiterhin nur geduldet. Der Kanton Bern zählt mit dem überwiegend katholischen Jura insgesamt 50 000 Katholiken, wovon nur ca. 2000-3000 im alten Kantonsteil leben.

1828: Das Bistum Basel wird aufgrund eines Konkordats zwischen dem Heiligen Stuhl und den Kantonen Luzern, Bern, Solothurn und Zug wiederhergestellt und neu umschrieben. Dem Bistum Basel wird nicht der ganze Kanton Bern, sondern nur der ihm im Wiener Kongress abgetretene Gebietsteil angeschlossen.

1831: Die liberale Verfassung des Kantons Bern gewährleistet die Glaubensfreiheit, aber auch "die Rechte der bestehenden evangelisch-reformierten Landeskirche sowie der römisch-katholischen Kirche in den sich zu ihnen bekennenden Gemeinden".

1846: Die neue Staatsverfassung des Kantons Bern wiederholt die Genehmigungen ihrer Vorgängerin und spricht einer aus Katholiken zusammengesetzten Kirchenkommission das Antrags- und Vorberatungsrecht in römisch-katholischen Kirchensachen zu, soweit diese in den Bereich der Staatsbehörden fallen. Eine solche Kommission bestand zwar schon seit 1832.

1850: Die Zahl der Katholiken in der Stadt Bern steigt auf etwa 1500, im Kanton Bern (ohne Berner Jura und Biel) auf rund 3700, was einem Katholikenanteil von 1,0% an der Gesamtbevölkerung entspricht.

1864: In Bern wird die erste katholische Kirche der nachreformatorischen Zeit St. Peter und Paul neben dem Berner Rathaus eingeweiht. Im gleichen Jahr wird durch eine Übereinkunft zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Kanton Bern der alte Kantonsteil (Berner Jura und Biel) ebenfalls dem Bistum Basel zugeteilt.

1873: Im Zuge der französischen Revolution (1789), insbesondere im Anschluss an die Dogmatisierung der päpstlichen Unfehlbarkeit im I. Vatikanischen Konzil (1870) tobt der so genannte Kulturkampf, die Auseinandersetzung mit der katholischen Kirche, im Kanton Bern besonders heftig. Die Bistumskantone setzen Bischof Lachat ab, die Berner Regierung enthebt die zu Lachat haltenden jurassischen Pfarrer ihres Amtes und weist sie aus dem Kanton.

1874: Die romtreuen Katholiken verlieren die staatliche Anerkennung sowie ihre Kirchen in Bern und Biel an die Christkatholiken. Das Gesetz über die Organisation des Kirchenwesens sieht für die katholische Landeskirche die gleiche Organisation wie für die reformierte vor. Durch das Dekret vom 2. Dezember organisiert der Grosse Rat eine katholische Synode, die als Ausgestaltung der in der 1846-er Verfassung vorgesehenen Katholischen Kirchenkommission bezeichnet wird.

1878: Rom erlaubt es den Katholiken, sich an den Wahlen der Kirchgemeinderäte zu beteiligen. Die Katholiken im Jura machen davon Gebrauch und erlangen in den meisten Kirchgemeinden die Mehrheit. Sie holen die abgesetzten, inzwischen vom Staat amnestierten Pfarrer zurück.

1880: Die katholische Synode, in der die Christkatholiken inzwischen ebenfalls in die Minderheit versetzt worden sind, hebt verschiedene in den Jahren 1875 bis 1877 gefasste Beschlüsse wieder auf, welche der römisch-katholischen Glaubenslehre zuwiderliefen. Nachher wird die Synode nicht mehr einberufen.

1893: Nach Artikel 84 der Staatsverfassung sind die Evangelisch-reformierte, die Römisch-katholische und die Christkatholische Kirche die anerkannten Landeskirchen in den sich zu ihnen bekennenden Gemeinden. Nach diesem 'Friedensschluss' lassen sich die Pfarreien Biel und St. Imier (1898), Tramelan (1905) und Tavannes (1922) durch Grossratsdekret als Kirchgemeinden anerkennen. Im alten Kantonsteil wirkt die Angst vor einer Wiederholung der im Kulturkampf erlittenen Verluste noch länger nach, so dass die massgebenden Kreise an der privatrechtlichen Organisation festhalten.

1895: Der Grosse Rat regelt mit dem Dekret vom 27. November die Organisation der römisch-katholischen Kommission.

1898: Der Grosse Rat erlässt am 23. Februar ein Dekret über die Ausscheidung der katholischen Kirchgemeinden des Kantons Bern nach ihrer Zugehörigkeit zur römisch-katholischen oder zur christkatholischen Landeskirche.

1899: Die römisch-katholische Bevölkerung der Stadt Bern bezieht mit Pfarrer Jakobus Stammler nach 30 Jahren der Wiederaufbauarbeit die neue Dreifaltigkeitskirche.

1900: Im Zusammenhang mit der Ausländerzuwanderung ist die Katholikenzahl in der Stadt Bern von rund 4100 im Jahr 1888 auf über 7000 angestiegen, was rund 9 Prozent der Wohnbevölkerung entspricht. Davon bekennen sich rund zwei Drittel zur römisch-katholischen, ein Drittel zur christkatholischen Kirche.

1910: Am 5. November erscheint erstmals das Korrespondenzblatt für die römisch-katholische Pfarrei Bern. 1964 kommt die Zusammenarbeit mit dem Langenthaler Pfarrblatt. 1974 schliessen sich alle Pfarreien des alten Kantonteils zusammen zur Herausgabe eines gemeinsamen Pfarrblattes.

1921: Der Kanton Bern nimmt die seit dem Kulturkampf unterbrochenen Beziehungen zum Bistum Basel wieder auf.

1925: Am 3. Oktober erscheint die erste Nummer der Neuen Berner Nachrichten, der Tageszeitung der Berner Katholiken. Obschon die Zeitung in kleiner Auflage (max. 1000) erscheint und sie 1971 wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten eingestellt werden muss, spielt sie eine bedeutende Rolle als Sprachrohr der katholischen Minderheit sowie als Beobachterin und Gestalterin eines Stücks Katholisch Berns.

1927: Die Katholische Buchhandlung in Bern wird eröffnet. Zwei Jahre später wird sie von Paul Voirol unter seinem Namen übernommen, ab 1994 wird sie zur Ökumenischen Buchhandlung Voirol. Im Zuge der italienischen Zuwanderung wird die Missione Cattolica Italiana di Berna gegründet. Mit dem Erwerb der Prairie durch die Dreifaltigkeitspfarrei in Bern werden wichtige seelsorgerliche Unternehmen ins Leben gerufen. Dank der Mithilfe von Freiwilligen bietet das offene Haus bis heute Gastfreundschaft für sozial Schwächere.

1935: Mit dem Dekret vom 13. Mai, das die Umschreibung und Organisation der römisch-katholischen Kirchgemeinden im Kanton Bern regelt, werden im Jura zusätzlich 15 Kirchgemeinden errichtet. Damit sind alle 1874 aufgehobenen wiederhergestellt und ihre Zahl erhöht sich auf 81.

1939: Im Kanton Bern (ohne Berner Jura und Biel) werden mit dem Dekret vom 8. März des Grossen Rates acht römisch-katholische Kirchgemeinden errichtet und anerkannt: Bern Dreifaltigkeit, Bern St. Marien, Bern St. Antonius, welche sich zur römisch-katholischen Gesamtkirchgemeinde Bern zusammenschliessen, sowie Burgdorf, Langenthal, Interlaken, Spiez und Thun. Mit der staatlichen Anerkennung erfolgt die offizielle Gleichbehandlung der fortan drei Landeskirchen.

1942: In allen Pfarreien des Kantons Bern entstanden seit der Jahrhundertwende Frauen- und Müttergemeinschaften. Sie vernetzen sich und gründen am 8. Februar den Dachverband Katholischer Frauenbund Bern (KFB).

1945: Am 6. Mai wird das neue, heute noch geltende Gesetz über die Organisation des Kirchenwesens (seit dem 1. Juli 1996 heisst es: Gesetz über die bernischen Landeskirchen) erlassen. Art. 71 sieht weiterhin eine Römisch-katholische Kommission, bestehend aus elf Mitgliedern vor. Vier von ihnen müssen geistlichen und sieben weltlichen Standes sein; sie werden auf eine Amtsdauer von vier Jahren durch die stimmberechtigten Bürger der römisch-katholischen Konfession gewählt.

1947: Die Jesuiten, welche sich seit 1927 um die Studentenseelsorge kümmern, beziehen das aki (Kürzel für 'Akademikerhaus') in Bern.

1952: Die römisch-katholischen Kirchgemeinden gründen den Verband der Römisch-katholischen Kirchgemeinden des alten Kantonsteils. Dieser Zweckverband ermöglicht eine überregionale freiwillige Selbsthilfe.

1963: Mit der gleichen Absicht schliessen sich die Kirchgemeinden des französischsprachigen Kantonsteils zum Verein Caisse de compensation des paroisses catholiques romaines du Jura et de Bienne zusammen.

1969: Die Ökumene wird mit der Gründung der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen im Kanton Bern (AKB) unterstützt. 1972 folgt die Gründung der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Stadt Bern (AKiB).

1970: In einer Zeit des Aufbruchs entsteht die regionale Jugendseelsorge. Seit 1941 hat die katholische Bevölkerung im Kanton Bern die grösste Zuwachsrate erfahren, da viele Bundesbeamte aus katholischen Kantonen sowie Migranten aus Italien und Spanien zugewandert sind. Im Kanton Bern ist die Zahl der Katholiken von 19'000 auf 65'500 gestiegen, der relative Anteil stieg von 9 auf 21 Prozent an.

1971: Die Delegierten aller Kirchgemeinden erteilen der Römisch-katholischen Kommission den Auftrag, eine Synode zu schaffen. In der Region Bern findet die traditionelle Volksmission im Zuge der Progressio 71 in völlig neuer Form statt. Im Rückblick auf das 2. Vatikanische Konzil und im Hinblick auf die Synode 72 soll das Volk Gottes eine fortschreitende Kirche werden. Ein von Laien geprägter Gruppengottesdienst und die Thesen von Stephan Pfürtner zu Moral - was gilt heute noch? führen zur Polarisierung und zu Schlagzeilen.

1974: Alle Pfarreien des Kantons Bern (ohne Berner Jura und Biel) schliessen sich zusammen zur Herausgabe eines gemeinsamen Pfarrblattes. Das Berner pfarrblatt erscheint bis heute wöchentlich. Das Dekanat Bern-Stadt entsteht. Obschon es weit ins Bernbiet hinausreicht, ist es von der modernen, urbanen Kultur geprägt. Die Territorialpfarrei hat ausgedient und wird durch eine Stadtpastoral ersetzt.

1976: Nachdem bereits seit 1899 die ersten französischsprachigen Vikare und Priester in Bern wirkten, wird die Paroisse de langue française gegründet.

1978: Die römisch-katholischen Kirchgemeinden im Gebiet des neuen Kantons Jura wechseln ihre Staatszugehörigkeit vom Kanton Bern zum Kanton Jura. Die römisch-katholische Kirche wird auch im neuen Kanton als öffentlich-rechtliche Körperschaft anerkannt. Sie organisiert sich gemäss Verfassung und Kirchengesetz als Collectivité ecclésiastique cantonale catholique romaine.

1979: Der revidierte Artikel 84 der Staatsverfassung des Kantons Bern, der die Römisch-katholische Kommission nicht mehr erwähnt, ermöglicht die Schaffung einer römisch-katholischen Synode.

1981: Die römisch-katholischen Kirchgemeinden stimmen mehrheitlich der von der Römisch-katholischen Kommission ausgearbeiteten Kirchenverfassung zu; drei Kirchgemeinden lehnen sie ab. Die Kirchenverfassung wird auf den 1. August in Kraft gesetzt.

1982: Die Synode tritt am 12. Juni in Anwesenheit von Bischof Anton Hänggi zur konstituierenden Sitzung in Bern zusammen und bildet die römisch-katholische Landeskirche Bern.

1983: Die Kirchen sind beim Start der Berner Lokalradios mit der ökumenischen Sendung chrüz u quer von Anfang an dabei.

1984: Papst Johannes Paul II. macht auf seinem Pastoralbesuch in der Schweiz vom 12. bis 17. Juni auch Station in Bern und im ökumenischen Zentrum Kehrsatz, wo er seine Unterstützung für die ökumenische Bewegung zu erkennen gibt und die Bischöfe dazu auffordert, selbst nach verantwortbaren ökumenischen Lösungen zu suchen, die der besonderen Situation der Schweiz entsprechen.

1985: Die Caritas-Regionalstelle Bern nimmt als Arbeitsstelle der Landeskirche Bern ihre Tätigkeit auf.

1987: Zur vertieften Behandlung grundsätzlicher Fragen hält die Synode in Gwatt erstmals eine zweitägige Klausurtagung ab. Weitere Klausurtagungen folgen 1992 in Gwatt und 1996 im Rüttihubelbad.

1993: Auf Ende des Jahres schliesst sich der Amtsbezirk Laufen dem Kanton Baselland an, wodurch die Landeskirche Bern eine ihrer fünf Regionen verliert.

1994: Die Synode der Landeskirche Bern nimmt am 19. November eine Vorlage zur Revision der Kirchenverfassung an. Die wichtigsten Änderungen sind: Das Ausländerstimmrecht wird eingeführt, wie es die neue Kantonsverfassung ermöglicht. Die Beschäftigung der Landeskirche mit pastoralen, also innerkirchlichen Fragen erhält eine deutlichere rechtliche Grundlage als bisher. Die Zahl der Synoden-Abgeordneten ist nicht mehr auf 90 fixiert, sondern variabel (1-5 je nach Grösse der Kirchgemeinde). Statt regional werden die Synodalen jetzt direkt von den Kirchgemeinden gewählt. Die zehn Dekanatsvertretungen in der Synode wie auch die Regionaldekane und Dekane, die dem Synodalrat angehören, erhalten das volle Stimmrecht. Die rechtliche Stellung der Regionalkommissionen wird der tatsächlichen Entwicklung angepasst.

1995: Die Verfassungsrevision wird von den stimmberechtigten Katholiken angenommen. Caritas Bern verselbständigt sich als Verein, der durch die Landeskirche subventioniert wird.

1996: Eine Arbeitsgruppe liefert dem Synodalrat der Landeskirche Bern einen Bericht zum Thema Unterwegs zu einer synodalen Kirche ab. Am 21. Juni 1997 und am 21. März 1998 schaffen zwei von der Arbeitsgruppe einberufene Versammlungen ein forum katholische kirche kanton bern. Diese offene "Gesprächs- und Vernetzungsplattform" tagt erstmals am 7. November 1998 in Ostermundigen. Die Streitkultur in der Kirche und die Ökumenische Konsultation sind die Hauptthemen.

1998: Nachdem das Berner Stimmvolk noch 1973 mehrheitlich für die Beibehaltung des Jesuitenverbots stimmte, werden in Bern zwei Jesuiten zu Priestern gewählt.

1999: 1999 ist ein dreifaches Jubiläumsjahr für die katholische Kirche im Kanton Bern: 1000 Jahre Donation der Abtei Moutier-Grandval (999 Schenkung des Juras und eines Teiles des Mittellandes von Burgunderkönig Rudolf III., was zur historischen Wiederherstellung des Fürstbistums Basel führte), 200 Jahre Katholische Kirche Bern (1799 erster katholischer Gottesdienst im Berner Münster nach der Reformation) und 100 Jahre Dreifaltigkeitskirche Bern.

2000: Auf Antrag der Regionalkommission Bern wird zur Verlautbarung Dominus Jesus eine Stellungnahme verabschiedet, in der sich die Landeskirche Bern zur Ökumene bekennt. Der zweisprachige Internetauftritt der römisch-katholischen Kirche im Kanton Bern www.kathbern.ch und www.cathberne.ch geht online - mit dem Ziel, gemeinsame Kräfte zu nutzen, als Kirche einheitlich im Internet präsent zu sein und eine Plattform für die vielen Standpunkte der römisch-katholischen Konfession zu schaffen.

2001: Das Konzept Grossräumigere Regionalisierung des Bistums Basel wird vorgelegt. Die Landeskirche Bern bezieht Position zur Kirchenbesetzung der Sans-papiers.

2003: Bischof Kurt Koch ernennt die Mitglieder der Leitung der Bistumsregion Bern-Jura-Solothurn.

2004: Am 5. und 6. Juni findet in Bern das Nationale Jugendtreffen statt, das aufgrund des Besuchs von Papst Johannes Paul II. zu einem Medienereignis wird. In Biel, Christ-König, werden die Verantwortlichen des neu errichteten Bischofsvikariates St. Verena vom Bischof installiert. Die Erklärung der Synode Luzern zu drängenden seelsorglichen Fragen führt zur Bildung einer Arbeitsgruppe, die eine eigene Erklärung zum Thema erstellen soll.

2005: Berner Seelsorgende und die Landeskirche Bern setzen sich vor der Volksabstimmung zur Sonntagsarbeit am 27. November für den Sonntag als Tag der Ruhe ein.

2006: Verschiedene katholische Institutionen im Kanton Bern kämpfen gegen das neue, verschärfte Asyl- und Ausländergesetz, das vom Schweizer Stimmvolk am 24. September angenommen wird. Das Familienzulagengesetz wird von den katholischen Dekanaten Region Bern und Bern-Oberland unterstützt und am 26. November von den Abstimmenden angenommen. Am 26. November beginnt mit der Überreichung der Kerndokumente durch Bischof Kurt Koch der Umsetzungsprozess des Pastoralen Entwicklungsplanes im Bistum Basel, der auch im Kanton Bern Orientierung für das seelsorgerliche Handeln bieten soll.

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Kanton Bern

Städte und Orte des Kantons Bern

Der Kanton Bern (französisch Canton de Berne) ist ein Kanton im Westen der Schweiz. Bern ist flächenmässig (nach Graubünden) und bevölkerungsmässig (nach Zürich) jeweils der zweitgrösste Kanton der Schweiz.

Der Kanton Bern ist zweisprachig. Deutsch und Französisch sind die bernischen Landes- und Amtssprachen.

Die inoffizielle Hymne ist der Berner Marsch.

Der Kanton Bern hat die grösste Nord-Süd-Ausdehnung aller Kantone. Er erstreckt sich vom Jura über das Schweizerische Mittelland bis in die Alpen. Im Norden grenzt er an den Kanton Jura, Solothurn und Aargau, im Westen an die Kantone Neuenburg, Waadt und Freiburg, im Osten an die Kantone Luzern, Nidwalden, Obwalden und Uri und im Süden an den Kanton Wallis.

Auf Karten mit kleinem Massstab entsteht der Eindruck, dass der Kanton Bern bei La Ferrière an Frankreich grenzt und somit ein Grenzkanton ist. Detaillierte Karten zeigen jedoch, dass Gemeinde- und Landesgrenze einige hundert Meter voneinander entfernt sind. Bern ist somit seit dem Verlust des Laufentals 1994 ein Binnenkanton.

Der französischsprachige Berner Jura gehört zum Faltenjura, die Hauptstadt ist Moutier.

Südlich davon erstreckt sich zwischen dem Bielersee, Murtensee und der Stadt Bern im Aaretal das Berner Seeland, das durch die Juragewässerkorrektion von Sumpfland zum Gemüsegarten der Schweiz wurde.

Im Nordosten der Stadt Bern liegt die Region Oberaargau (die nicht zum Kanton Aargau gehört).

Östlich der Stadt Bern liegt das zu den Voralpen gehörende Emmental, aus dem der berühmte Emmentaler kommt, das im Osten vom Bergland des Napf abgeschlossen wird.

Im Süden des Kantons liegt das Berner Oberland, im Osten mit dem Haslital, Brienzersee, Thunersee und dem Jungfraugebiet, im Westen mit den Regionen Saanenland, Simmental, Frutigland (Adelboden) und Lötschberg.

Daneben gibt es im Kanton Bern vergleichsweise viele Mitglieder protestantischer Freikirchen, besonders im Emmental und im Berner Oberland. Nach der Reformation des Kantons Bern im Jahr 1528 fasste ab 1799 auch die katholische Kirche wieder Fuss im Kanton.

Die geltende Kantonsverfassung datiert von 1993.

Der 160-köpfige Grosse Rat ist die Legislative des Kantons. Zwölf Sitze sind für den Berner Jura garantiert und 3 Sitze für die französischsprachige Minderheit des zweisprachigen Amtsbezirks Biel/Bienne. Er wird vom Volk für eine Amtsdauer von jeweils vier Jahren gewählt. Über Volksabstimmungen – obligatorisches Referendum bei Verfassungsänderungen, fakultatives Referendum bei Gesetzesänderungen (wenn von mindestens 10'000 Stimmberechtigten verlangt), sodann Volksinitiative (von mindestens 15'000 Stimmberechtigten unterstützt) – nimmt auch das Volk an der Gesetzgebung direkten Anteil. Das Volk kann auf dem Wege einer Volksabstimmung den Grossen Rat auch vor Ablauf der ordentlichen Amtsdauer abberufen, wenn es von mindestens 30'000 Stimmberechtigten beantragt wird.

Der Berner Grosse Rat trifft sich nicht wöchentlich, wie bei einigen anderen Kantonsparlamenten üblich, sondern fünf Mal pro Jahr zu einer zweiwöchigen Session.

Die Exekutive ist der siebenköpfige Regierungsrat (3 SP/JUSO, 1 SVP, 1 FDP, 1 BDP, 1 GFL), der vom Volk ebenfalls auf vier Jahre gewählt wird. Mindestens 30'000 Stimmberechtigte können dessen Abberufung schon vor Ablauf dieser Periode beantragen, worüber dann eine Volksabstimmung anzuordnen ist (Art. 57 KV). Das Regierungspräsidium wechselt wie auf Bundesebene und in den anderen Kantonen üblich jährlich im Turnus. Dem französischsprachigen Berner Jura ist ein Sitz in der Regierung garantiert (Art. 84 KV).

Oberstes kantonales Gericht ist das Obergericht; ihm untergeordnet sind die Amts- und Kreisgerichte. Weitere Gerichte sind das Verwaltungsgericht, das Wirtschaftsgericht und die Jugendgerichte.

Der Kanton Bern ist ein traditionell bürgerlicher Kanton, wobei die SVP eine dominierende Rolle spielt. Im Juni 2008 hat sich der liberale SVP-Flügel der ehemaligen Bürger- und Gewerbepartei zur Bürgerlich-Demokratischen Partei abgespaltet. Die evangelischen Parteien EVP (Mitte) und EDU (rechts) sind im reformiert geprägten Bern sehr stark, während die (als katholische wahrgenommene) Bundesratspartei CVP im Kanton Bern eine Kleinpartei ist. Der Kanton Bern hat eines der fragmentiertesten Parteiensysteme der Schweiz.

Der Kanton Bern liegt an den Bahnverkehrsachsen Zürich–Freiburg–Lausanne–Genf (Ost/West) und Basel–Lötschberg–Simplon–Italien (Nord/Süd), die sich in der Stadt Bern kreuzen. Im Norden quert die Jurasüdfusslinie (Zürich–Biel–Neuchâtel–Lausanne) das Kantonsgebiet.

Im Südosten verläuft die Schmalspurbahn Luzern–Brünigpass–Interlaken der Zentralbahn, die BLS betreibt die Normalspurstrecke zwischen Interlaken, Spiez und Zweisimmen. In Zweisimmen beginnt die Schmalspurbahn der MOB nach Gstaad und Montreux. Die drei Strecken werden zusammen als Golden Pass in Konkurrenz zum Glacier-Express vermarktet. Weitere Täler sind durch diverse Schmalspurbahnen erschlossen: Berner Oberland-Bahnen, Wengernalpbahn, Jungfraubahn, Meiringen-Innertkirchen-Bahn.

Bekannte Bergbahnen im Kanton sind u.a. die Bergbahn Lauterbrunnen-Mürren und die Schynige Platte-Bahn.

Neben der Bahn spielt das Postauto eine grosse Rolle, einmal bei der Erschliessung der Seitentäler, dann aber auch für die berühmten touristischen Linien über Grimselpass, Sustenpass oder Grosse Scheidegg.

Die A1 St. Gallen–Genf führt durch das Mittelland und die Stadt Bern. In nord-südlicher Richtung führt die Autobahn A6 bis nach Meiringen östlich des Brienzersees. Von dort starten die Passrouten Brünig (nach Luzern), Susten (nach Uri) und Grimsel (nach dem Wallis, Graubünden und dem Tessin). Bei Spiez zweigt die Lötschbergroute ab, die mittels Autoverlad durch den Lötschbergtunnel mit dem Wallis und via Simplonpass mit Italien verbindet. Seit Dezember 2007 verbindet der neue Lötschberg-Eisenbahntunnel das Wallis mit dem Rest der Schweiz. Die Fahrzeit verringert sich durchschnittlich um 1 Stunde.

Bern gehört seit 1353 zur Eidgenossenschaft und somit zu deren Acht Alten Orten.

Siehe auch: Geschichte des Kantons Bern.

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Source : Wikipedia