Berlin

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Geschrieben von goldorak 28/02/2009 @ 16:04

Tags : berlin, deutschland

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Eisbären Berlin

Eisbären Berlin

Die Eisbären Berlin sind ein Berliner Eishockeyclub, der seit 1994 und damit als Gründungsmitglied in der Deutschen Eishockey Liga spielt. 1994 wurde die Profimannschaft vom EHC Dynamo Berlin in eine GmbH ausgegliedert. Der Stammverein für den Spielbetrieb der Nachwuchsmannschaften und der unterklassig spielenden Mannschaft ist seit 2000 der Verein Eisbären Juniors Berlin.

Alleiniger Inhaber der Profiabteilung, die den Namen EHC Eisbären Management GmbH trägt, ist seit 1999 die US-amerikanische Anschutz-Gruppe, zu der weltweit noch weitere Vereine wie der Ligakonkurrent Hamburg Freezers sowie der Fußball-Club Los Angeles Galaxy gehören. Die Eisbären, die ihre Heimspiele seit der Saison 2008/09 in der O2 World am Berliner Ostbahnhof austragen, wurden 2005, 2006 und 2008 Deutscher Meister. Die Vereinsfarben des Clubs sind dunkelblau und weiß.

Die Wurzeln des Vereins gehen auf die 1950 gegründete Sportgemeinschaft Deutsche Volkspolizei zurück. Auf Befehl des Vorsitzenden der Institution – Karl Maron – wurde aus dieser Sportgemeinschaft eine Sektion Eishockey eingerichtet, welche am 9. Juni 1951 ihr erstes Eishockeyspiel in der Werner-Seelenbinder-Halle gegen die BSG Einheit Berliner Bär bestritt. Neben dem bereits etablierten Berliner Eishockeyclub gelang es dem Verein in der Folge, an Popularität zu gewinnen und den Berliner Meistertitel zu gewinnen. Da mangels Beteiligung die Qualifikationsrunde zum Aufstieg in die DDR-Oberliga ausfiel, konnte die SG DVP im darauf folgenden Jahr erstmals an der höchsten Spielklasse teilnehmen. Nach dem sportlichen Abstieg 1952 wurde die Mannschaft in SG Dynamo Berlin umbenannt und hatte nach einer ungeschlagenen Folge-Saison das Recht, wieder in der Oberliga anzutreten. Dies wurde jedoch durch einen Befehl „von oben“ verhindert, der Verein musste sich auflösen und die besten Spieler wie Hans „Hanne“ Frenzel und Wolfgang Nickel zum Konkurrenten BSG Chemie Weißwasser abgeben. Durch den Beschluss des Deutschen Sportausschusses, durch Finanzierung der Betriebe oder staatlichen Trägern Sportclubs zu gründen, entstand im Jahr darauf der Vorgänger der heutigen Eisbären, der SC Dynamo Berlin.

Ab 1954 gab es auf Beschluss der Parteiführung der DDR keine so genannten Betriebs- und Sportgemeinschaften – kurz BSG/SG – mehr und so entstand nur ein Jahr nach der Auflösung der SG Dynamo Berlin der Sportclub Dynamo Berlin, aus dem eine Eishockeymannschaft organisiert wurde. Obwohl dem Club als Sportstätte das Sportforum zugewiesen wurde, spielte und trainierte die Mannschaft nach wie vor in der Werner-Seelenbinder-Halle in Prenzlauer Berg. Nach einem Sieg gegen die BSG Chemie Weißwasser wurden die Voraussetzungen für einen Spielbetrieb in der zweithöchsten DDR-Spielklasse geschaffen, welcher der Staffelsieg am Saisonende folgte. Damit war der SC Dynamo sportlich für die DDR-Oberliga qualifiziert, doch die Entscheidung des DELV, nur noch vier Mannschaften in der Oberliga zuzulassen, verhinderte den Aufstieg.

Durch die Auflösung des HSG Wissenschaft HU Berlin aus der ersten DDR-Liga gelang es dem SC Dynamo, ab der Spielzeit 1956/57 am regulären Spielbetrieb der DDR-Oberliga teilzunehmen, musste sich jedoch in den Folgejahren der Übermacht der SG Dynamo Weißwasser, der SC Einheit Berlin sowie dem SC Wismut Karl-Marx-Stadt beugen. Zur Saison 1957/58 konnte erstmals die Kunsteisbahn im Sportforum in Betrieb genommen werden und die Mannschaft verfügte nun über eine eigene Heimspiel- und Trainingsstätte.

Die Saison 1959/60 wurde in zwei Staffeln à vier Mannschaften und einer anschließenden Finalrunde ausgespielt. Trotz der Sturmreihe Ziesche–Klügel–Frenzel, welche 72 der insgesamt 116 Tore schossen, stand am Ende nach dem Vizemeistertitel des Vorjahres erneut der zweite Rang hinter dem ewigen Rivalen Weißwasser zu Buche. Diverse Modusänderungen – immer im Sinne der internationalen Wettbewerbsfähigkeit – brachten die kommenden Saisons mit sich, in denen ebenfalls stets der Dauerkonkurrent aus der Lausitz die Oberhand im Rennen um die Meisterschaft behielt. Dabei wurde bei den Berlinern eine mangelhafte Jugendarbeit kritisiert, die ein Agieren mit lediglich zwei Sturmreihen und dem daraus resultierendem Kräfteverschleiß erforderte. Dies änderte sich erstmals in der Saison 1965/66. Die Meisterschaft wurde in dieser Saison durch vier Mannschaften – Teilnehmer waren der ASK Vorwärts Crimmitschau, der TSC Berlin, die SG Dynamo Weißwasser sowie der SC Dynamo Berlin – in vier Turnieren ausgespielt. Durch einen 2:1-Erfolg gegen die SG Dynamo Weißwasser wurde am letzten Turnierwochenende gegen die Lausitzer im entscheidenden Spiel die erste Deutsche Meisterschaft der DDR eingefahren.

Im darauf folgenden Jahr spielten erstmal nach zehn Jahren wieder „gesamtdeutsche“ Teams gegeneinander, so wurde ein Spiel gegen den amtierenden Deutschen Meister EC Bad Tölz ausgetragen, aus dem die Dynamos siegreich hervor gingen und sich damit informell „gesamtdeutscher Meister“ nennen durften. Die reguläre Meisterschaft wurde 1966/67 im Zeitraum von 31 Tagen in diesmal fünf Turnieren ausgespielt. Nach 15 Spielen stand der SC Dynamo Berlin zum zweiten Mal an der Spitze und verteidigte seinen Titel erfolgreich. Der Vorsprung zum Verfolger aus Weißwasser betrug wie im Vorjahr lediglich einen Zähler. In der Saison 1967/68 nahmen acht Mannschaften an der DDR-Meisterschaft teil. Diese wurde in einer Einfachrunde ausgespielt. Neben den vier Teams aus der Vorsaison nahmen der SC Karl-Marx-Stadt, der TSC Berlin, Einheit Dresden sowie Turbine Erfurt teil. Am Ende gewann der SC Dynamo Berlin mit drei Punkten Vorsprung auf den Vizemeister Weißwasser zum dritten Mal die DDR-Meisterschaft und schaffte den Titel-Hattrick. Im darauf folgenden Jahr, wieder starteten acht Teams in der DDR-Oberliga, sollten nach der Einfachrunde unter den besten vier Mannschaften in vier Turnieren der Meister ausgespielt werden. Nach schlechten Ergebnissen im dritten Turnier in Weißwasser musste der Titel jedoch wieder nach Ost-Sachsen gegeben werden. Der dritte Platz nach der Saison 1969/70 bedeutete aus Vereinssicht den vorläufigen Tiefpunkt, relativierte sich allerdings in der darauf folgenden Saison.

Die erste Europacupteilnahme gelang dem SC Dynamo 1966 auf Grund des im Vorjahr erstmals gewonnenen Meistertitels in der DDR-Oberliga. Dies war gleichzeitig auch die erste Teilnahme einer Eishockeymannschaft aus der DDR, da es dem Kontrahenten aus Weißwasser die Jahre zuvor an Unterstützung seitens des nationalen Verbandes mangelte. Am 14. Dezember 1966 kam es somit zur ersten Partie auf internationalem Parkett gegen den finnischen Meister Ilves Tampere. Es wurde ein Regularium beschlossen, welches jedem Verein zwei Heimspiele garantieren sollte. Nach diesen vier Spielen, in der die Hohenschönhausener lediglich ein Unentschieden gegen die Finnen herausholen konnten, war diese Europacupsaison zu Ende und die Mannschaft aus Tampere konnte in die nächste Runde einziehen. In der Folgesaison zogen die Dynamos – wie ein Jahr zuvor schon – ein Freilos und standen damit in Runde Zwei dem schwedischen Meister Brynäs Gävle gegenüber. Der Favorit wurde im entscheidenden Spiel durch Penaltyschießen bezwungen und nachdem im anschließenden Viertelfinale Ässät Pori ausgeschaltet wurde, stand im Halbfinale mit dem tschechische Vertreter Dukla Jihlava die nächste Hürde an, an dem die Berliner jedoch scheiterten.

Als Halbfinalist des Vorjahres wurde der SC Dynamo automatisch erst für die zweite Runde der Europacuprunde 1968/69 gesetzt. Dort wurde der GKS Katowice geschlagen und nach einem Rückzug des Vorjahresgegners Brynäs Gävle stand im Halbfinale der „Übergegner“ ZSKA Moskau auf dem Programm. Gegen diese damals das europäische Eishockey dominierende Mannschaft aus Russland war jedoch nach einem 1:11 und einem 0:13 nach der Runde der letzten Vier Schluss.

Im September 1970 beschloss die Staatsführung der DDR, alle Eishockeyclubs bis auf die Mannschaften aus Weißwasser und Berlin aufzulösen. Alle bisher am Regelbetrieb teilnehmenden Mannschaften wurden zu Hobbymannschaften degradiert und durften nicht an einem Ligenbetrieb mitwirken. Darüber hinaus wurden jegliche finanzielle Zuwendungen gestrichen. Offiziell wurde verlautbart, dass der Eishockeysport zu teuer und devisenaufwenig sei und die vorhandene Infrastruktur für zukünftige Spitzenleistungen nicht ausreichend ist. Nach dem für mehrere Sportarten folgenschweren Beschluss der DDR-Sportführung, nur medaillenträchtige Sportarten zu fördern, wurde – auf Bestreben des Vorsitzenden des Innenministeriums und Fan des Eishockey-Sports Erich Mielke – die DDR-Oberliga auf zwei Teams reduziert. Diese Mannschaften waren die SG Dynamo Weisswasser und der SC Dynamo Berlin. Die Möglichkeit, auch in Crimmitschau den Sport weiterzuführen, wurde von der Armee als Träger des dortigen ASK Vorwärts Crimmitschau abgelehnt. So spielten die beiden Dynamo-Mannschaften aus Berlin und Weißwasser die DDR-Meisterschaft bis 1990 in der „kleinsten Liga der Welt“ aus. Dabei gewann der SC Dynamo Berlin weitere zwölf Titel und brachte zahlreiche Nationalspieler und jetzige Mitglieder der Hockey Hall of Fame Deutschland wie Dietmar Peters, Rainer Patschinski oder den IIHF-Referee Gerhard Müller hervor. Aus dieser Zeit spielten sich ebenfalls die ehemaligen Eishockey-Größen Dieter Frenzel, Guido Hiller oder René Bielke ins Rampenlicht. Als größten Erfolg dieser Jahre kann der 1984 errungene dritte Platz im Europa-Cup der Landesmeister gewertet werden. Trotz der Erfolge stand der Eishockey-Sport immer im Schatten der traditionsreichen und geförderten Fußballclubs BFC Dynamo und 1. FC Union Berlin und es kamen zu den Heimspielen – ganz im Gegensatz zum Konkurrenten aus Weißwasser – lediglich um die 500 Zuschauer. Mit der 42. DDR-Meisterschaft im November 1989 sollte die letzte Runde in der „kleinsten Liga der Welt“ eingeläutet werden und die beiden Vorsitzenden Dieter Waschitowitz und Rüdiger Noack nahmen frühzeitig Kontakt mit den Oberen des Deutschen Eishockeybundes auf, um die Zukunft des Vereins auch nach der politischen Wende zu sichern. Mit einem 5:3-Erfolg für Weißwasser fiel am 18. Februar 1990 auch die Entscheidung über den letzten DDR-Meister. Am 21. März 1990 gliederte sich die Eishockey-Abteilung aus dem SC Dynamo heraus und gab sich den Namen EHC Dynamo Berlin e.V. – im Logo war zu dieser Zeit bereits der Eisbärenkopf enthalten.

Neben den Europacupauftritten stand ab dem Jahr 1970 das so genannte „Internationale Sommerturnier“ auf dem Spielplan der Hauptstädter. Dieses diente der Vorbereitung auf die Saison und war gleichzeitig die zusätzliche Möglichkeit, sich mit Mannschaften aus dem Ausland zu messen. Bis 1976 nahmen ausschließlich Mannschaften aus den Ostblockstaaten teil, erst danach wurden auch Partien gegen schwedische oder schweizerische Vereine ausgetragen. Hierbei konnten die Berliner lediglich 1975 das Turnier für sich entscheiden, während zwischen 1970 und 1990 acht zweite Plätze und sieben dritte Plätze erzielt wurden. Rekordsieger war Dynamo Moskau, die das Turnier insgesamt 18 Mal gewannen.

In das internationale Geschehen konnte der SC Dynamo 1976 wieder eingreifen, nachdem nach acht Jahren wieder die nationale Meisterschaft gefeiert wurde und damit die Qualifikation für den Europacup 1976/77 erreicht war. In der ersten Runde kam es gleich zu einer brisanten Begegnung gegen den amtierenden Meister der Bundesrepublik, den Berliner Schlittschuhclub. Beide Partien konnten die Westberliner für sich entscheiden und die Hohenschönhausener schieden aus dem Wettbewerb aus. Als Erstrundengegner der folgenden Europacupsaison 1977/78 wurde der polnische Meister Podhale Nowy Targ zugelost, welche erfolgreich bezwungen wurden. Im Viertelfinale kam es dann erneut zu einem Duell zwischen den beiden deutschen Meistern, diesmal war der Gegner der Kölner EC. Nach einem 5:1 im Sportforum gelang den Dynamos im Rückspiel ein 6:2-Erfolg gegen die Domstädter und der Einzug ins Halbfinale war perfekt, aus der der tschechische Vertreter Poldi Kladno letztendlich siegreich hervor ging. Der im Vorjahr bezwungene polnische Vertreter Podhale Nowy Targ war 1978 erneut Gegner in der ersten Runde, konnte sich aber diesmal gegen die Mannen um Dietmar Peters durchsetzen. Zur Europacup-Saison 1979/80 war schließlich im Viertelfinale gegen MoDo AIK Alfredshem aus Schweden Schluss, nachdem der IKV Vojens und der SC Bern in den Runden davor besiegt werden konnte. Ebenfalls im Viertelfinale geschlagen geben musste sich 1980/81, diesmal gegen den IFK Helsinki.

Da in der Folgesaison der Rivale aus Weißwasser die DDR-Meisterschaft erringen konnte, griffen die Berlin erst wieder 1982 in das Geschehen des Wettbewerbes der europäischen Landesmeister ein. Trotz eines 9:5-Sieges im Rückspiel musste dem AIK Stockholm der Einzug in das Halbfinale gewährt werden, da das Hinspiel mit fünf Toren Unterschied verloren wurde. Die folgende Europacup-Saison 1983/84 war die erfolgreichste für das Team um Joachim Ziesche. Durch einen Sieg im Halbfinale gegen den IFK Helsinki zog der SC Dynamo Berlin in die Endrunde des Europacups ein und traf dort auf die eruopäischen Spitzenmannschaften ZSKA Moskau, Dukla Jihlava und Djugårdens IF Stockholm. In dieser Runde konnte lediglich ein Sieg gegen den schwedischen Vertreter eingefahren werden und am Ende stand ein dritter Platz zu Buche.

Der bis dato größte Erfolg der Vereinsgeschichte hatte zur Folge, dass die Mannschaft für die kommende Runde bereits für das Halbfinale gesetzt wurde, wo gegen Polonia Bytom jedoch das Aus kam. In den Folgejahren war jeweils in der zweiten Runde die Saison zu Ende, als sich gegen den SB Rosenheim beziehungsweise gegen den HC Lugano nicht durchgesetzt werden konnte. Ab der Saison 1987/88 wurde der Europacup in Turnierform ausgetragen. Einem vierten Platz 1988 folgte im letzten Meisterjahr – zur Europacup-Saison 1988/89 – ein zweiter Platz in der Abschlusstabelle.

Zunächst sollten die beiden DDR-Vereine Dynamo Weißwasser und der SC Dynamo Berlin in der 2. Bundesliga Nord eine Heimat finden, dies wurde allerdings durch Unstimmigkeiten der Funktionäre immer wieder aufgeschoben. Auf Entscheid der Vertreter der 1. Bundesliga wurde schließlich einstimmig beschlossen, die beiden Clubs in der Folgespielzeit am Spielbetrieb der obersten Eishockeyklasse antreten zu lassen.

Nach lediglich vier Monaten der Vorbereitung absolvierte ab 14. September 1990 der EHC Dynamo Berlin seine ersten Spiele in der gesamtdeutschen Liga, unter anderem kam es dabei auch zum ersten innerstädtischen Duell gegen den ewigen Rivalen aus dem Westteil der Stadt – die Preussen Berlin. Unter anderem durch den für die Spieler ungewohnten Rhythmus, zwei Mal an einem Wochenende antreten zu müssen, kam es im Laufe der Saison zu zahlreichen Niederlagen, in deren Folge Trainer Hartmut Nickel im Januar 1991 sein Amt an Lorenz Funk senior übergab. Mit der Trainerlegende Gerhard Kießling sollte gegen Saisonende die erhoffte Rettung verpflichtet werden, jedoch blieb am Ende nur der Abstieg in die 2. Bundesliga. Trotz des Gangs eine Liga tiefer konnten in der Premierensaison ein Plus von 200.000 D-Mark erwirtschaftet und so gut wie alle Spieler gehalten werden. Auf Grund der Kontakte von dem mittlerweile ins Management der Eisbären gewechselten Lorenz Funk sr. wurden zur Spielzeit 1991/92 hochkarätige Spieler verpflichtet, die nach Platz Sieben in der Vorrunde und dem ersten Platz in der Aufstiegsrunde unter dem Trainer Hartmut Nickel wieder in das Oberhaus aufstiegen. Aus Sorge, der Name „Dynamo“ würde Sponsoren verschrecken, nannte sich der Verein ab 1992 offiziell „EHC Eisbären Berlin e.V.“ – das „Dynamo“ verschwand aus allem Offiziellen, wurde jedoch von den Fans weiter gerufen. Seit 2002 finden jedoch die früheren sportlichen Erfolge und Traditionen auch bei den Verantwortlichen wieder Anerkennung. So war zum Beispiel das alte Dynamo-Logo in den Umkleidekabinen präsent. Auch Spieler sowie die DDR-Meisterschaften werden durch Banner gewürdigt.

Sportlich verlief die Spielzeit 1992/93 durchwachsen, was sich in einem zwölften Platz nach der Vorrunde zeigte. Durch das Engagement eines finanzkräftigen Sponsors, der unter anderem den ehemaligen Publikumsliebling und Top-Scorer Mark Jooris an die Spree zurück holte und der Verpflichtung Andy Murrays konnte zum Ende der Saison jedoch die Klasse gehalten werden. Auch die darauf folgende Saison 1993/94 führte die Eisbären nach einem elften Platz in die Abstiegsrunde, welche sie allerdings mit 4:0-Siegen gegen den Schwenninger ERC gewinnen konnte. Neben des Eises kam es durch den Rückzug des Hauptsponsors zu finanziellen Engpässen, die unter anderem in der Vertragsauflösung von Trainer Andy Murray endeten. Insgesamt standen bei den Hauptstädtern in dieser Spielzeit fünf Trainer hinter der Bande – Andy Murray, kurzzeitig Walter Köberle und Dietmar Peters, Marshall Kennedy und Jaroslav Walter.

Nach der Gründung der Deutschen Eishockey Liga im Jahr 1994 sollte es für die Eisbären sportlich aufwärts gehen. Die Regelung, dass es keinen Absteiger aus der Liga geben würde, kam den Berlinern zugute, da auf diesem Wege der bisher erfolgreiche Nachwuchs – die Junioren wurden jeweils 1992 und 1993 Deutscher Meister – in die Profimannschaft eingegliedert werden konnte. Darüber hinaus konnten die in der Vorsaison aufgetürmten Verbindlichkeiten durch Finanzspritzen des Präsidenten Helmut Berg abgebaut werden. Sportlich lief es allerdings für die Hohenschönhausener schlecht. Nach einer anhaltenden Niederlagenserie musste Trainer Jaroslav Walter gehen und der Dynamo-Legende Joachim Ziesche Platz machen, der mit seinem Team jedoch auch nicht die Playoffs erreichen konnte. Auf Grund der anhaltenden finanziellen Problemen im Stammverein wurde die Profiabteilung in die „EHC Management GmbH & Co. Sportwerbung und Profisport KG“ ausgegliedert, der erfolgreiche Nachwuchs blieb im Verein.

In der Saison 1995/96 wurde mit Billy Flynn ein Sportdirektor verpflichtet, der die Berliner mit zahlreichen Neuverpflichtungen ausstattete und die Mannschaft in die Playoff-Ränge führen sollte. Dieses Ziel wurde allerdings mit einem erneuten 17. Platz wieder verfehlt.

In Folge des Bosman-Urteils wechselten die bisher meist im unteren Bereich der Liga spielenden Eisbären fast ihren kompletten Kader aus und füllten ihn mit EU-Ausländern aus – mit Erfolg: nach Platz 17 in der Vorsaison erreichten die Eisbären 1996/97 das Halbfinale, schlugen den Lokalrivalen Preussen Berlin und beendeten die Saison mit einem dritten Platz. Im Jahr 1997 erreichte der Club beim Finalturnier des IIHF Continental Cup in Tampere den zweiten Platz. Dieser Erfolg konnte 1999 in Berlin wiederholt werden. 1998/99 erreichten die Eisbären das Finalturnier der European Hockey League in Moskau und belegten dort einen dritten Rang. Diese Erfolge hatten jedoch auch die Kehrseite einer finanziellen Schieflage. So mussten zahlreiche Insolvenzanträge abgewehrt werden.

1999 stieg die Anschutz Entertainment Group mit ihrer Tochterfirma United Sports Management AG bei den Eisbären Berlin als Alleingesellschafter ein und musste zunächst aufgehäufte Schulden in Höhe von insgesamt 16 Millionen D-Mark tilgen. Dadurch kam der Verein finanziell in ruhiges Fahrwasser, konnte aber auf Grund der Konsolidierungsmaßnahmen keinen konkurrenzfähigen Kader für die Spielzeit aufstellen und musste sich mit dem 13. Platz zufrieden geben. Dies wiederholte sich in der folgenden Saison, als die Eisbären ebenfalls die Playoffs verpassten. Bereits ein Jahr später konnte nach einem siebten Rang im Endklassement der Hauptrunde in die Playoffs eingezogen werden, dort verlor die Mannschaft allerdings nach 3:1 Spielen gegen den späteren Vizemeister Adler Mannheim.

In der Spielzeit 2002/03 wurden mit Offensiv-Verteidiger Ricard Persson und John Gruden zwei NHL-Veteranen verpflichtet, die das Offensivkonzept des Trainers Pierre Pagé bereichern sollten. Das seit Jahren erfolgreiche Nachwuchskonzept ergänzte mit zahlreichen Juniorenspielern den Kader und somit belegten die Eisbären nach der Vorrunde souverän den ersten Platz und ließen damit die Favoriten aus Köln, Düsseldorf und Mannheim hinter sich. Das anschließende Playoff-Viertelfinale musste wegen der Eisschnelllauf-Weltmeisterschaft in die ungebliebte Deutschlandhalle verlegt werden, doch die Serie konnte gegen die Hamburg Freezers gewonnen werden. Im Halbfinale behielt der spätere Meister – die Krefeld Pinguine – die Oberhand und beendete die Saison für die Berliner vorzeitig.

Ein Jahr später schien die Ausgangslage die gleiche wie nach der vorjährigen Hauptrunde: Die Eisbären belegten den ersten Platz und gingen als Favorit in die Playoffs. Trotz zweier Sweeps gegen die DEG Metro Stars und den ERC Ingolstadt musste sich die Mannschaft im Finale den Frankfurt Lions geschlagen geben und konnte somit lediglich die Vizemeisterschaft feiern.

Da die Erfolge der Eisbären nach der Eingliederung in die gesamtdeutsche Liga zunächst ausblieben, waren regelmäßige Vergleiche mit internationalen Mannschaften nur im Rahmen des traditionellen „Internationalen Sommerturniers“ möglich. Dieses Turnier wurde bis zur Saison 1996/97 ausgetragen, ehe die European Hockey League gegründet wurde. Ausschlaggebend für die Teilnahme war neben des Meistertitels die Platzierung vor den Playoffs. Gleichzeitig wurde mit dem IIHF Continental Cup ein weiterer Pokalwettbewerb geschaffen, bei dem die Eisbären im November 1997 das erste Halbfinalturnier im Sportforum ausrichten durften. Nach einem Sieg in der eigenen Gruppe wurde sich für die Finalrunde in Tampere qualifiziert, bei der die Berliner einen zweiten Platz belegten.

Nach der Vizemeisterschaft in der DEL im Jahr 1997/98 war der Verein sportlich für die EHL qualifiziert und schloss die Vorrunde als Gruppenerster ab. Die Qualifikation für die nächste Runde war in den beiden Vorjahren noch keinem anderen deutschen Team gelungen. Nach einem Sieg über Färjestads BK kam es im Halbfinalturnier in Berlin zum Aufeinandertreffen mit dem weiteren deutschen Vertreter Adler Mannheim und dem früheren Konkurrenten aus den Sommerturnieren, dem HK Dynamo Moskau. Dort konnten die Spreestädter in das Finalturnier einziehen und nach einem Sieg im „kleinen Finale“ gegen Ilves Tampere den dritten Platz feiern. Der erneute zweite Platz, den die Eisbären in der Saison 1998/99 erzielten, reichte im europäischen Vergleich jedoch nicht mehr, nochmals in der EHL teil zu nehmen. Auf Grund der guten Leistungen, die die Berliner durch die Auftritte in den Jahren zuvor auf der europäischen Bühne erzielten, durfte in der Saison 1999/2000 jedoch der Continental Cup in der Heimstätte ausgetragen werden. Dort wurde sich mit dem HC Ambrì-Piotta, Ak Bars Kasan und dem HKm Zvolen gemessen. Aus diesem Turnier ging die Mannschaft mit dem zweiten Platz hervor und Torwart Udo Döhler wurde als bester Torhüter des Turniers ausgezeichnet.

Die Saison 2004/05 war vom Ausfall der NHL geprägt, als sich viele Mannschaften mit Veteranen aus der nordamerikanischen Eishockeyliga verstärken konnten. Auf Seiten der Eisbären wurde mit Olaf Kölzig, Erik Cole sowie Nathan Dempsey drei Spieler verpflichtet, die die Meisterschaft nach Berlin holen sollten. Nach einem zweiten Platz nach der Vorrunde konnte erneut in die Play-off eingezogen werden. Im Viertelfinale wurden die Augsburger Panther bezwungen und im Halbfinale wartete der ERC Ingolstadt, den man wie im Vorjahr besiegen konnte. Das Play-off-Finale wurde gegen die Adler Mannheim bestritten, welche in der Best-of-Five-Serie mit 3:0 geschlagen wurden. Damit waren die Eisbären zum ersten Mal in der Geschichte der Deutschen Eishockey Liga Deutscher Meister.

In der darauffolgenden Spielzeit konnte der Titel verteidigt werden. Wie bereits im vorigen Jahr gewannen die Berliner die Final-Serie durch einen Sweep. Die DEG Metro Stars, die im Halbfinale den Rivalen aus Köln ausschalteten, wurden mit einem 3:0 besiegt.

Das Spieljahr 2006/07 gestaltete sich schwieriger als die beiden Jahre zuvor. Der als Favorit in die Saison gestartete Hauptstadtklub belegte nach der Vorrunde nur den neunten Rang und qualifizierte sich damit nur für die Play-off-Qualifikation, in der gegen die Frankfurt Lions nach einem 1:2 in der Best-of-Three-Serie die Saison beendet war. Daraufhin wurde der Vertrag mit dem langjährigen Head Coach Pierre Pagé aufgrund der sportlichen Misserfolge nicht verlängert. Pagé unterschrieb anschließend einen Vertrag beim österreichischen Klub EC Red Bull Salzburg.

Die Zielsetzung der Saison 2007/08 war das Finale und der mögliche Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Die Mannschaft wurde zusammengehalten und vor der Saison nur punktuell verstärkt. Bereits zu Beginn der Spielzeit setzten sich die Eisbären an die Spitze der Tabelle und blieben dort auch vorerst. Der größte Konkurrent kam aus Nürnberg. Die Sinupret Ice Tigers verdrängten die Berliner nach einer Niederlagenserie zum Ende der Saison von der Tabellenspitze. Überragender Spieler der Hauptrunde war einmal mehr der Kanadier Steve Walker, der mit 85 Scorerpunkten in 53 Spielen der punktbeste Spieler seines Teams und zweitbester Scorer der DEL war. Des Weiteren hatten die Berliner mit ihrem US-amerikanischen Defender Deron Quint den besten Verteidiger der Hauptrunde 2007/08 in ihren Reihen. In den anschließenden Play-offs wurden zunächst im Viertefinale die Hamburg Freezers besiegt. Das Halbfinale gegen die DEG Metro Stars war umkämpft, aber mit einem Sieg im entscheidenen fünften Spiel mit dem besseren Ende für den Hauptstadtklub. Das Finale wurde im vierten Spiel erst in der Verlängerung entschieden. Der wegen seiner verweigerten Dopingkontrolle umstrittene Florian Busch erzielte hierbei den 2:1-Siegtreffer für die Eisbären, die damit zum dritten Mal nach 2005 und 2006 die Deutsche Meisterschaft gewinnen konnten.

Am 14. September 2008 bestritten die Eisbären Berlin ihr erstes Spiel in der neu gebauten Heimspielstätte O2 World. Die Arena war frühzeitig mit 14.000 abgesetzten Tickets ausverkauft und die größte Kulisse, vor der in Berlin je ein Eishockeyspiel ausgetragen wurde. Die Berliner Mannschaft empfing die Augsburger Panther, die mit einer historischen 11:0 Niederlage die Heimreise antreten mussten. Der Sieg war der höchste der Eisbären in der DEL und der zweithöchste der DEL-Geschichte überhaupt.

Durch den Finalsieg 2008 waren die Eisbären Berlin als Deutscher Meister für die neu gegründete Champions Hockey League qualifiziert, schieden allerdings trotz zweier Siege in der Vorrunde aus dem Turnier aus. Darüber hinaus nahm die Mannschaft an zwei Austragungen des Spengler Cups teil und erzielten dort 2005 den dritten Platz, während ein Jahr später nur mit dem fünften und damit letzten Platz Vorlieb genommen werden musste.

Den Mannschaften in der höchsten deutschen Spielklasse stehen zwölf Ausländerlizenzen zur Verfügung. Jeder Spieler ohne deutsche Staatsangehörigkeit besetzt eine dieser Lizenzen, von denen pro Pflichtspiel zehn eingesetzt werden dürfen. Bei den Eisbären Berlin fallen zehn Spieler unter diese Regelung.

Des Weiteren haben die Verantwortlichen der Eisbären 16 Spieler mit einer Förderlizenz ausgestattet, diese Spieler dürfen somit auch für die Eisbären Juniors Berlin aufs Eis gehen.

Die Eisbären spielen traditionell in den Farben blau und weiß. Hinzu kommt Orange als Kontrastfarbe. Im Brustbereich ziert das Logo – ein Eisbär – die Trikots.

Wie alle anderen Mannschaften werden zu den Spielen zwei unterschiedliche Trikotdesigns verwendet. Nach dem Vorbild der National Hockey League kommen hierbei die dunkleren zu Heim- und die helleren Trikots zu Auswärtsspielen zum Einsatz. Im Falle der Eisbären ist das bei Heimspielen ein Dunkelblau als Grundfarbe, welches sich auch in den Vereinsfarben wiederfindet. Zu den Auswärtsspielen tritt die Mannschaft in der helleren – vorwiegend weiß gehaltenen – Sportkleidung an. Die Unterarme und Seiten sind jeweils orange respektive dunkelblau abgesetzt sowie die Brust- Lenden- und Schulterpartien mit den Sponsoren bestückt. Als Ausweichtrikot ist ein als Grundfarbe orange konzipiertes Trikot verfügbar.

Darüber hinaus wird zur Erwärmung ein eigenes Dress verwendet, welches vorwiegend in weiß gehalten ist und sich nicht am vorhandenen Layout orientiert. Die Hosen der Spieler sind traditionell dunkelblau, sowohl bei Heim- als auch Auswärtsspielen. Die Stutzen sind in der Grundfarbe des jeweilig getragenen Trikots gehalten. Als Besonderheit treten die Spieler – ähnlich den DEG Metro Stars – mit chromfarbenen Helmen auf.

Im Zuge von 50 Jahren Eishockey in Hohenschönhausen würdigten die Eisbären 2004 die herausragenden sportlichen Leistungen von vier Spielern mit einem Banner im Wellblechpalast.

Aufgrund ihrer Leistungen und Verdienste im deutschen Eishockey und innerhalb des Vereins wurden zahlreiche ehemalige Spieler und Funktionäre des SC Dynamo und der Eisbären Berlin in der Hockey Hall of Fame Deutschland aufgenommen.

Im Zeiten des Deutschen Eislauf-Verbandes der DDR standen zahlreiche Akteure für den SC Dynamo Berlin auf dem Eis und sorgten dabei für nennenswerte Teamrekorde.

Neben den nationalen Erfolgen, darunter die drei Meisterschaften in den Jahren 2005, 2006 und 2008, haben auch die Spieler für teaminterne Rekorde gesorgt. Zu den überragenden Akteuren gehören unter anderem das Berliner Urgestein Sven Felski und der Kanadier Steve Walker.

Einige Spieler und Trainer der Eisbären Berlin wurden während ihrer Teamzugehörigkeit für das DEL All-Star Game nominiert. Dies ist ein Freundschaftsspiel, welches seit 1998 jährlich stattfindet und in dem die herausragendsten Spieler der Deutschen Eishockey Liga gegeneinander antreten. Im Jahr 2009 waren die Eisbären selbst Ausrichter des All-Star Games.

In der über 50-jährigen Geschichte des Vereins standen zahlreiche Spielleiter hinter der Bande. Die frühen Jahre des SC Dynamo trainierte zunächst Hans Frenzel als so genannter Spielertrainer und später Wolfgang Nickel als Chef-Trainer die Auswahl. Dieser wurde zur Saison 1972/73 durch das Gespann Joachim Ziesche (Cheftrainer) und Bernd Hiller (Trainer) ersetzt. 1974/75 übernahm Günther Schischewski die Rolle des Chef-Trainers und konnte 1976 zusammen mit Ziesche und Hartmut Nickel nach sieben Jahren die Vorherrschaft der SG Dynamo Weißwasser stoppen und den insgesamt vierten Meistertitel erringen. Das Trainergespann Ziesche/Nickel sollte ab 1976 gemeinsam bis 1989 insgesamt zwölf Deutsche Meisterschaften feiern.

Nach der politischen Wende stand bis Februar 1991 weiterhin Hartmut Nickel – diesmal mit Lorenz Funk an seiner Seite – hinter der Bande. Diese wurden kurzzeitig von Gerhard Kießling abgelöst, welcher allerdings nach zwei Niederlagen in den Play-Downs in die 2. Liga abstieg und daraufhin seinen Hut nehmen musste. Zur Saison 1991/92 wechselte Funk in das Management des damaligen EHC Dynamo Berlin und Nickel bekam erneut den Posten des Chef-Trainers. Im Zuge der Umstrukturierung innerhalb des Vereins und der neu geschaffenen deutschlandweiten Liga hatten die Hauptstädter mit einigen sportlichen Mißerfolgen zu kämpfen, was sich ebenfalls in der Anzahl der eingesetzten Trainer widerspiegelte. So wurden beispielsweise zwischen der Spielzeit 1992/93 und 1995/96 zehn unterschiedliche Trainer eingesetzt, die allesamt nicht den erwünschten Erfolg an die Spree bringen konnten. So legte Andy Murray sein Amt im Sommer 1993 nieder und kehrte in sein Heimatland Kanada zurück, sein Nachfolger Walter Köberle musste aufgrund gesundheitlicher Probleme wieder zurücktreten und nur das Gespann Jaroslav Walter/Klaus Schröder konnte mit einem 4:0 Sieg in den Play-Downs gegen die Schwenninger Wild Wings den Abstieg gerade noch verhindern. Auch der frühere Meistertrainer aus der DDR-Oberliga – Joachim Ziesche – belegte 1994/95 mit den Eisbären nur den 17. Rang und musste für Helmut Bauer nach der Saison seinen Platz räumen. Unrühmlichen Höhepunkt stellte jedoch der Kanadier Cliff Stewart dar, der für acht Stunden Trainer der Eisbären war, ehe er sich zu einer Rückkehr entschloss und den Verein wieder verließ. An seine Stelle trat als Nachfolger Billy Flynn, der allerdings auch nur den vorletzten Platz in der Spielzeit 1995/96 erreichen konnte.

Mit dem Bosman-Urteil kehrte der Erfolg nach Berlin zurück. Nachdem Andy Murray – der schon Januar-Juli 1993 die Mannschaft trainierte – im Mai 1996 bei den Eisbären einen Vertrag unterschrieb, nahm er ein Angebot des kanadischen Verbandes für die Nationalmannschaft an und kehrte in sein Heimatland zurück. Die Geschicke übernahm anschließend Ron Kennedy, der mit der neu formierten Mannschaft auf Anhieb ins Halbfinale gelang. Am 17. Dezember 1997 wurde er durch Peter John Lee ersetzt und die Eisbären konnten unter seiner Federführung zwei Mal den zweiten Platz beim IIHF Continental Cup (1997 und 1999) sowie die Vizemeisterschaft und den Einzug ins Halbfinale der Deutschen Eishockey Liga erreichen.

Nach einer enttäuschenden Vorrunde übernahm Kent Forsberg am 29. Januar 2000 die sportliche Leitung, konnte allerdings nach einem Platz 13 nach der Hauptrunde und Platz 5 in der Abstiegsrunde nicht überzeugen und wurde von Glen Williamson für die Saison 2000/01 abgelöst. Nach 31 Niederlagen in 60 Spielen musste er im November 2000 jedoch auch gehen und Uli Egen das Zepter überlassen. Dieser erreichte zwar das Playoff-Viertelfinale, wurde aber im Januar 2002 durch Pierre Pagé ersetzt, welcher die bisher größten Erfolge für die Eisbären erreichen sollte.

Als zweifacher Deutscher Meister im Jahr 2005 und 2006 gaben die Eisbären Berlin und Pagé in einer gemeinsamen Presseerklärungen vom 28. Februar 2007 bekannt, dass der Eishockeylehrer seine Tätigkeit zum Ende der Saison 2006/07 beenden wird. Als Nachfolger wurde Don Jackson präsentiert, der an die Erfolge Pagés anknüpfen konnte und mit dem Verein 2008 Deutscher Meister und Pokalsieger wurde.

Der Stammverein Eisbären Juniors e.V. zeichnet sich verantwortlich für die Nachwuchsmannschaften des Clubs und bildet junge Spieler für den Einsatz in der Männermannschaft aus. Dabei stehen die Eisbären Juniors Berlin für den Amateur- und Nachwuchsbereich der Eisbären Berlin und gelten als wirtschaftlich eigenständig. Durch die enge Verknüpfung des Stammvereins mit der Profimannschaft werden hierbei viele Förderlizenzen vergeben.

Im Nachwuchsbereich sind die Eisbären erfolgreich tätig und stellen in den Nachwuchsabteilungen mehrfach Deutsche und Regionale Meister. Der Verein besitzt Nachwuchsmannschaften in der Deutschen Nachwuchsliga (DNL) sowie den Nachwuchsbundesligen des Deutschen Eishockey-Bundes. Seit einigen Jahren wird verstärkt auf die Einbeziehung junger talentierter Spieler hingearbeitet. Dazu bemüht man sich Talente aus ganz Deutschland an die Organisation zu binden und über das Oberliga-Team der Eisbären Juniors und Einsätze in der DEL Erfahrung im Seniorenbereich sammeln zu lassen. Durch diese verstärkte Arbeit und die bessere Verknüpfung zwischen Nachwuchs- und Seniorenbereich konnten mehrere Spieler an die Nationalmannschaft herangeführt werden.

Der Wellblechpalast ist seit dem 6. Oktober 2001 der offizielle Name der Halle 1 des Kunsteisstadions im Sportforum Hohenschönhausen, in der die Eisbären bis zum Ende der Saison 2007/08 spielten. In dem 1963 fertiggestellten Stadion – welches insgesamt 4.695 Zuschauern, davon 1.600 Sitzplätze, Platz bietet – konnten zahlreiche Erfolge wie drei Deutsche Meisterschaften gefeiert werden. Die Eishockeymannschaften des SC Dynamo Berlin und später der Eisbären Berlin veranstalteten im Wellblechpalast verschiedene Turniere mit internationaler Beteiligung. Darüber hinaus fand hier vom 9. bis zum 16. April 1995 die IIHF-U18-Europameisterschaft statt, bei der das deutsche Team überraschend Vize-Europameister wurde.

Nach Fertigstellung der Multifunktionshalle O2 World am Berliner Ostbahnhof werden die Heimspiele der Eisbären ab der Saison 2008/09 dort ausgetragen. Mit 14.500 Zuschauern ist sie nach der Kölner Lanxess Arena das zweitgrößte Eishockeystadion Deutschlands. Als Premieren-Torschütze konnte sich Deron Quint im Auftaktspiel gegen die Augsburger Panther einschreiben lassen.

Der Wellblechpalast fungiert weiterhin als Trainingsstätte der Profimannschaft sowie als Spielstätte der Eisbären Juniors Berlin.

Die Fans der Eisbären sind in zahlreichen Fanclubs organisiert, welche ein allgemeiner Fanbeirat vernetzt. Dieser setzt sich für die Bedürfnisse der Fans ein und organisiert unter anderem Auswärtsfahrten oder Choreografien. Bei den Heimspielen im Wellblechpalast herrschte fast immer eine sehr gute Stimmung und mit einer durchschnittlichen Besucherzahl von 4.682 Zuschauern in ihrer letzten Saison war die Arena nahezu bei jedem Heimspiel ausverkauft. Die Fans gelten als besonders vereinstreu, was nicht zuletzt an der DDR-Vergangenheit des Vereins liegt.

Diese Stimmung und die Emotionen sollten nach dem Umzug zur Saison 2008/09 in die O2 World übertragen werden, indem unter anderem eine extra für die Fans gebaute Stehplatztribüne, die etwa 2.000 Zuschauern Platz bietet, errichtet wurde. Kurz vor dem ersten Heimspiel in der neuen Arena am 14. September 2008 veranstalteten einige EHC-Fans einen gemeinsamen 4 Kilometer langen Marsch vom alten Wellblechpalast bis hin zur O2 World. Mehrere hundert Fans, sowie ein Umzugswagen, der die Trikots der letzten Jahre präsentierte, verabschiedeten sich von ihrer alten Heimspielstätte.

Trotz der Namensänderung des Vereins von „SC Dynamo Berlin“ über „EHC Dynamo Berlin e.V.“ in „EHC Eisbären Berlin e.V.“ ist der Begriff „Dynamo“ aus den Köpfen der Fans bis heute nicht verschwunden. Auf vielen Fanartikeln und in den Anfeuerungsrufen blieb die Tradition erhalten. In den 90er Jahren wurden den Fans der Eisbären Berlin desöfteren Rechtsradikalismus unterstellt. Allerdings kam es nie zu nennenswerten Zwischenfällen, sodass schnell erkannt werden musste, dass diese Vorwürfe wohl mehr auf falsche Eindrücke von außerhalb zurückzuführen waren.

Die Lokalderbys gegen den BSC Preussen bzw. Preussen Devils zeugten durch die geografische Herkunft der beiden Mannschaften und dem „Konflikt“ Ost gegen West stets von einer besonderen Brisanz. Durch die Insolvenz der späteren Berlin Capitals und deren Verbleib in niederklassigeren Ligen ebbte diese Rivalität jedoch ab und zeigt sich heutzutage nur noch in vereinzelten Fangesängen. Gegenwärtig kommt es mit den Fans der Augsburger Panther zu (friedlichen) Auseinandersetzungen, welche aus dem traditionellen und nicht ganz ernst gemeinten Nord-Süd-Konflikt zwischen Berlin und Bayern begründet sind. Ein Teil der Fans des EHC unterhalten eine Club- und Fanfreundschaft mit dem HC Ambrì-Piotta aus der National League A. Weitere gute Beziehungen gibt es noch zu den Fans der Kölner Haie, den Krefeld Pinguinen und des ETC Crimmitschau.

Die eingängigste und bereits seit 1996 bestehende Vereinshymne heißt „Hey, wir woll'n die Eisbärn sehn!“ und wird von der Band „Die Puhdys“ gesungen. Diese wurde in der Saison 2000/2001 nur kurze Zeit durch den Song „Der EHC ist wieder da“ von den Künstlern Space Kelly feat. Tim & Spencer abgelöst.

Bekanntheit erlangte der Dokumentarfilm „Heimspiel“ über die Eisbären von Oscarpreisträger Pepe Danquart. Der Film hatte 1999 bei der Berlinale Premiere.

Seit der Gründung des EHC Dynamo Berlin im Jahr 1990 ziert ein Eisbär das Logo der Berliner. Neben der Namensgebung präsentieren seit 2001 zwei Maskottchen namens Bully und Bully Bambini den Verein nach außen. Sie sind zwei gelbe Eisbären, die von einem Sponsor gestiftet wurden. Beide treten vor den Heimspielen und während der Drittelpausen auf das Eis und stimmen die Fans auf das Spiel ein. Darüber hinaus fungieren sie als Werbeträger für den Verein auf Messen und Veranstaltungen.

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Staatsbibliothek zu Berlin

Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Unter den Linden

Die Staatsbibliothek zu Berlin (früher auch Preußische Staatsbibliothek) ist eine Einrichtung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, einer durch Bundesgesetz errichteten rechtsfähigen Stiftung des öffentlichen Rechts mit Sitz in Berlin. Die Bibliothek sammelt für den Spitzenbedarf der Forschung wissenschaftlich relevante Literatur aus allen Zeiten, allen Ländern und allen Sprachen.

Die Staatsbibliothek zu Berlin ist die größte wissenschaftliche Universalbibliothek im deutschsprachigen Raum. Zu den bedeutendsten Unterstützern der Bibliothek gehört die Deutsche Forschungsgemeinschaft.

Gegründet wurde die Bibliothek 1661 von Friedrich Wilhelm von Brandenburg als „Churfürstliche Bibliothek zu Cölln an der Spree“. 1701 wurde sie durch Friedrich I. in Preußen in „Königliche Bibliothek zu Berlin“ umbenannt. Die Ablösung der Monarchie in Deutschland nach dem Ende des Ersten Weltkrieges machte eine erneute Umbenennung erforderlich, und so trug die Bibliothek nach 1918 den Namen „Preußische Staatsbibliothek“.

Im Zweiten Weltkrieg wurden die damals bereits auf rund drei Millionen Bände und bedeutende Sondersammlungen angewachsenen Bestände nahezu vollständig im damaligen Deutschen Reich ausgelagert. Überwiegend in 30 Bergwerke, Klöster und Schlösser in Ost und West. Nach 1945 manifestierte die Teilung Deutschlands auch die Teilung der Bibliotheksbestände und ihrer Nachweisinstrumente. In Ost- und Westdeutschland wurden zwei Institutionen weitergeführt, die sich beide auf die Preußische Staatsbibliothek bezogen. In Ost-Berlin die Deutsche Staatsbibliothek, in West-Berlin die Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurden zum 1. Januar 1992 unter dem Namen „Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz“ in Trägerschaft der Stiftung Preußischer Kulturbesitz beide Standorte zu einer Bibliothek in zwei Häusern zusammengeführt.

Die Bibliothek war bis 1780 im Apothekerflügel des Berliner Stadtschlosses untergebracht.

Das 1780 fertiggestellte Gebäude befindet sich auf der Westseite des Bebelplatzes, früher Opernplatz. Errichtet wurde das Gebäude für die Königliche Bibliothek, die damals über rund 150.000 Bände verfügte. Aufgrund ihrer geschwungenen Form wird die Alte Bibliothek seit nahezu zweihundert Jahren von den Berlinern liebevoll „Kommode“ genannt. Das an der Straße Unter den Linden gelegene Gebäude wurde nach den Plänen von Georg Christian Unger gebaut. Diesen Plänen lag ein Entwurf des österreichischen Architekten Joseph Emanuel Fischer von Erlach zugrunde, weshalb die Alte Bibliothek stark an den Michaelertrakt der Wiener Hofburg (1889) erinnert.

Heute beherbergt die „Kommode“ die Juristische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin. Die Königliche Bibliothek zog in den Jahren 1913/1914 in das schräg gegenüber gelegene, für die Bibliothek und ihre Bestände seinerzeit neu errichtete Gebäude Unter den Linden 8. Bis heute einer der beiden großen Standorte der Staatsbibliothek zu Berlin.

Seit 1914: Haus Unter den Linden. Dieser Standort der Bibliothek entwickelte sich in den nächsten Jahren zur historischen Forschungsbibliothek. Das mit 170 Metern Länge und 107 Metern Breite größte historische Gebäude in Berlin-Mitte wurde von 1903 bis 1914 für die Königliche Bibliothek nach den Entwürfen des Architekten und Hofbaumeisters Ernst von Ihne errichtet. Durch Kriegseinwirkungen verlor das Gebäude 1944 sein funktionales und architektonisches Zentrum, den Kuppellesesaal. Seit dem Jahr 2000 wird das Gebäude saniert und wieder mit Neubauten ergänzt – zentraler Lesesaal, Freihandmagazin, Tresormagazine, Rara-Lesesaal und Öffentlichkeitsbereiche. Die Fertigstellung der Neubauten nach den Plänen von HG Merz ist für das Jahr 2009 vorgesehen. Mit der parallelen Generalsanierung des Altbaus und der Verbindung von Alt- und Neubau wird das gesamte Gebäude bis zum Jahr 2012 für einen modernen Bibliotheksbetrieb technisch instand gesetzt.

Seit 1978: Haus in der Potsdamer Straße. Dieser Standort entwickelte sich in den nächsten Jahren zur Bibliothek der Moderne. Das mächtige „Bücherschiff“ gehört zum Kulturforum Berlin, es wurde von 1967 bis 1978 nach Plänen des Architekten Hans Scharoun errichtet. Nach Scharouns Tod im Jahr 1972 wurde das Gebäude von seinem Schüler Edgar Wisniewski vollendet. Die Raumkomposition des Gebäudes steht mit seiner beeindruckenden Leselandschaft für Offenheit und Gemeinschaft. Einem breiten Publikum ist das Gebäude der Staatsbibliothek auch durch den preisgekrönten Film Himmel über Berlin von Wim Wenders bekannt geworden.

Im Jahr 2010 wird ein weiterer Magazinstandort als Zentraldepot in Betrieb genommen. Allerdings ohne Benutzungsbetrieb. Das neue Zentraldepot der Staatsbibliothek entsteht derzeit im Stadtteil Friedrichshagen.

Die Staatsbibliothek zu Berlin besitzt Dokumente aus allen Wissenschaftsdisziplinen, Sprachen, Zeiten und Ländern mit Schwerpunkt Geistes- und Sozialwissenschaften. Die Staatsbibliothek zu Berlin verfügt über den umfangreichsten Zeitungsbestand aller deutschen Bibliotheken; 1993 gründete sie zu dessen Pflege, Erschließung und Erhaltung eine Zeitungsabteilung.

Die Bestände werden überwiegend in Magazinen aufbewahrt. Sie können im elektronischen Katalog recherchiert und bestellt werden. Die Benutzung und Ausleihe von Beständen der Staatsbibliothek steht jeder Person ab 18 Jahren frei.

Zum Bestand der Bibliothek gehören 320.000 Autographen unter anderem von Gotthold Ephraim Lessing, Goethe und Kleist, 200.000 seltene Drucke unter anderem Blockdrucke der frühen Ming-Zeit und ältestes Druckwerk der Welt aus Japan 764 und 770, 41.600 orientalische und 18.000 abendländische Handschriften unter anderem aus Mittelalter und Früher Neuzeit, 1.400 Nachlässe, unter anderem von Herder, Eichendorff, Hauptmann, Bonhoeffer und Gründgens; Sammlung Deutscher Drucke von 1871 bis 1912, 66.000 Musikautographen, 4.400 Frühdrucke, Einbandsammlung, Mendelssohn-Archiv und rund eine Million Karten und Pläne.

Große Schätze der Weltkultur und des nationalen Kulturerbes werden von den Wissenschaftlern und Bibliothekaren verwahrt – darunter die größte Mozart-Sammlung der Welt, 80 % aller Autographen Johann Sebastian Bachs, die 5. und 9. Sinfonie Ludwig van Beethovens, Boccaccios Decamerone, der Text der deutschen Nationalhymne in der Handschrift Hoffmann von Fallerslebens, einer der äußerst seltenen Drucke der 95 Thesen Martin Luthers, Autographen und Nachlässe berühmter Wissenschaftler und historische Zeitungen aus aller Welt. Teile der im Zweiten Weltkrieg ausgelagerten Bestände gerieten am Kriegsende in polnischen Besitz. Die als Berlinka bezeichnete Sammlung umfasst zirka 300.000 Bände aus wertvollen mittelalterlichen Handschriften, Autographen unter anderem Martin Luthers und Goethes, Schillers Doktorarbeit und nicht zuletzt eine einzigartige Musikaliensammlung mit Originalpartituren der meisten Beethoven- und Mozartwerke.

Sondersammelgebiete sind die Rechtswissenschaften, Orientalistik bis 2005 als Sondersammelgebiet geführt, Ost- und Südostasien, slawische Sprachen und Literatur, Veröffentlichungen zur Kartografie, ausländische Zeitungen, Parlamentsschriften und topografische Karten.

Generaldirektion, Zentralabteilung/Verwaltung, Informations- und Datenmanagement, Bestandsaufbau, Wissenschaftliche Dienste und Katalogsystem, Benutzung, Bestandspflege und Reprographie und Überregionale Dienste.

Historische Drucke, Handschriftenabteilung, Musikabteilung, Kartenabteilung, Osteuropaabteilung, Ostasienabteilung, Orientabteilung, Kinder- und Jugendbuchabteilung, Zeitungsabteilung, Bildarchiv und Preußischer Kulturbesitz.

Der jährliche Etat für Bestandserhaltung der Sondersammlungen beträgt rund eine Million Euro. Herausragende Projekte der letzten Jahre waren die Restaurierung der größten hebräischen Pergamentbibel Erfurt 1 sowie der Musikhandschriften Johann Sebastian Bachs. Die Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e.V. unterstützen die Bibliothek dauerhaft bei der Bestandserhaltung, u. a. durch Vergabe von Buchpatenschaften, siehe unten.

Die Einführung eines modernen Zahlungs- und Zugangsverfahrens mit Benutzerchipkarten, Verbundkatalog mittelalterlicher Handschriften, Portal zu europäischen Angelegenheiten für Bibliotheken, Archive, Museen und Denkmalpflege EUBAM und die Zentralkartei der Autographen / Kalliope und Kalliope II.

Die Digitalisierung aller Miniaturen der Shahnama-Handschriften der Orientabteilung, der Berliner Turfansammlung - Alttürkisch, Mitteliranisch, der Berliner Turfansammlung - Tocharisch, der 9. Sinfonie von Beethoven, der Preußischen Amtspresse, des Archivs des Aufbauverlags, und Erschließung der Sammlungen an Einbanddurchreibungen der Staatsbibliothek zu Berlin – Einbanddatenbank, von orientalischen wissenschaftshistorisch bedeutsamen Handschriften in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, von Preußischen Rechtsquellen und die Mitarbeit an DigiZeitschriften und Zeitungsdigitalisierung Digital-on-Demand.

Beschreibende Kataloge der Manuscripta theologica latina in octavo der Staatsbibliothek zu Berlin, Datenbank der Einblattmaterialien (DEM), Erschließung der Bilderbögen der Kinder- und Jugendbuchabteilung im Rahmen der Datenbank der Einblattmaterialen, Erschließung der Briefsammlung im Nachlass Busoni (abgeschlossen), Gesamtkatalog der Wiegendrucke (GW), IKAR Landkartendrucke vor 1850, Integration des Alten Realkatalogs in den StaBiKat und Inventarisierung der Manuscripta germanica der Staatsbibliothek zu Berlin.

Katalogisierung der juristischen Handschriften des Historischen Archivs der Stadt Köln (abgeschlossen), der mittelalterlichen Handschriften der Signaturengruppe B der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf, der mittelalterlichen Handschriften französischer Sprache (abgeschlossen), der Orientalischen Handschriften in Deutschland, des Musikarchivs der Sing-Akademie zu Berlin (Depositum) und von Handschriften Greifswalder Bestände.

Mitarbeit am English-Short-Title Catalogue (ESTC), Mitarbeit am Verzeichnis der im deutschen Sprachbereich erschienenen Drucke des 16. Jahrhunderts (VD 16), Mitarbeit am Verzeichnis der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 17. Jahrhunderts (VD 17), Mitarbeit an der Europäischen Bibliographie zur Osteuropa-Forschung (EB), Nachlasserschließung Jean Paul, Nachlasserschließung Leopold von Ranke, ew Contents Slavistics (NCS), etrospektive Konversion und hort Title Catalogue der Drucke des 16. Jahrhunderts im Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz (ST16).

Übernahme der Zeitschriften des Hauses Unter den Linden (Haus 1) der Staatsbibliothek in die Zeitschriftendatenbank und Verfilmungsprotokolle historischer Zeitungen.

Betreuung verschiedener Zeitsegmente in der Arbeitsgemeinschaft Sammlung Deutscher Drucke, VolkswagenStiftung 1990 bis 1995 und das ETA-Hoffmann-Archiv.

Virtuelle Fachbibliotheken: Rechtswissenschaften, Ost- und Südostasien, Slavistik und Zeitgeschichte-online als Modul von Clio-online.

Bis heute wurden die Kriegsverluste nicht in den Bestandskatalog eingearbeitet, sodass viele Einträge lediglich den Hinweis „Kriegsverlust möglich“ ausweisen. Mit den im Ausleihsystem ausgewiesenen Signaturen kann im Katalog gelegentlich nicht unbedingt der eindeutige Titel herausgefunden werden, sondern gegebenenfalls lediglich der Titel einer Reihe. Das Ausleihsystem ist daher im Vergleich zu Systemen vergleichbarer Institutionen nicht benutzerfreundlich gestaltet, was wiederum viele Rückfragen erforderlich macht. In seltenen Fällen ist auch weiterhin für den regulären Bestand eine Bestellung mit manuell auszufüllenden Leihscheinen erforderlich. Ist ein Titel zurückgegeben, so kann er durch eine lange Sperr- bzw. Rücklaufzeit mehr als eine Woche weder reserviert, noch bestellt werden. Oft gibt das Ausleihsystem keine zuverlässige Information über die Verfügbarkeit eines Titels, sodass statt des bestellten Titels eine handgeschriebene Notiz aus dem Magazin geliefert wird.

Über das Wochenende und über Feiertage können aufgrund von Überlastungen keine Bestellungen vorgenommen werden. Für Fernleihen sind mit Schreibmaschine beschriftete Bestellscheine auszufüllen. was Ressourcen bindet. Zu Stoßzeiten sind zudem die Lesesäle regelmäßig überfüllt, nur ein Teil der Leseplätze in beiden Häusern ist zudem mit einer Steckdose ausgestattet.

Der Verein wurde 1997 gegründet. Er steht in der Tradition des Vereins der Freunde der Königlichen Bibliothek in Berlin, der 1914 gegründet wurde. Schwerpunktmäßig unterstützt der Verein die Bibliothek durch die Vergabe von Buchpatenschaften, durch einzelne Projekte wie die Restaurierung von Original-Notenhandschriften Johann Sebastian Bachs und der Erfurter Bibel sowie durch Publikationen und die Verleihung des Max-Herrmann-Preises.

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Berlin

Binnenwasserstraßen in Berlin

Berlin ist Bundeshauptstadt und Regierungssitz Deutschlands. Als Stadtstaat ist Berlin ein eigenständiges Land und bildet das Zentrum der Metropolregion Berlin/Brandenburg. Berlin ist mit 3,4 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste und flächengrößte Stadt Deutschlands sowie nach Einwohnern die zweitgrößte und nach Fläche die fünftgrößte Stadt der Europäischen Union.

Berlin wurde während seiner Geschichte mehrfach Hauptstadt deutscher Staaten wie die des Markgrafentums/Kurfürstentums Brandenburg, des Königreichs Preußen, des Deutschen Reiches oder der DDR (nur der Ostteil der Stadt). Seit der Wiedervereinigung im Jahr 1990 ist Berlin gesamtdeutsche Hauptstadt.

Berlin ist ein bedeutendes Zentrum der Politik, Medien, Kultur und Wissenschaft in Europa. Die Metropole ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und eine der meistbesuchten Städte des Kontinents. Herausragende Institutionen wie die Universitäten, Forschungseinrichtungen, Theater und Museen genießen internationale Anerkennung. Die Stadt ist Anziehungspunkt für Kunst- und Kulturschaffende aus aller Welt. Berlins historisches Vermächtnis, Nachtleben, und vielfältige Architektur sind über die Grenzen hinaus bekannt.

Die geographische Lage des Berliner Rathauses ist 52° 31′ 6″ nördlicher Breite und 13° 24′ 30″ östlicher Länge. Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets in Ost-West-Richtung beträgt etwa 45 km, in Nord-Süd-Richtung etwa 38 km. Es hat eine Fläche von 892 km². Berlin ist gänzlich vom Land Brandenburg umgeben und liegt im Osten Deutschlands, etwa 70 km westlich der Grenze zu Polen. Die Metropolregion Berlin/Brandenburg ist eines der Verdichtungsgebiete Deutschlands.

Berlin befindet sich in einer glazial geprägten Landschaft. Das historische Zentrum Berlins liegt an der schmalsten und damit verkehrsgünstigsten Stelle des Warschau-Berliner Urstromtals, welches Berlin vom Südosten zum Nordwesten hin durchquert und von der Spree in Ost-West-Richtung durchflossen wird. Der nordöstliche Teil Berlins liegt auf der Hochebene des Barnim, knapp die Hälfte der Stadtfläche im südwestlichen Bereich liegt auf der Hochebene des Teltow. Der westlichste Bezirk, Spandau, liegt sowohl innerhalb des Berliner Urstromtals als auch auf der vor allem westlich von Berlin gelegenen Nauener Platte. Die Landschaft Berlins entstand im Eiszeitalter während der jüngsten Vereisungsphase, der Weichseleiszeit. Vor etwa 20.000 Jahren war das Gebiet Berlins noch vom mehrere 100 Meter mächtigen skandinavischen Eisschild bedeckt. Beim Rückschmelzen des Gletschers entstand vor etwa 18.000 Jahren das Berliner Urstromtal.

Im Bezirk Spandau mündet die Spree in die Havel, die den Westen Berlins in Nord-Süd-Richtung durchfließt. Der Flusslauf der Havel, eigentlich eine Glaziale Rinne, ähnelt dabei oft einer Seenlandschaft; die größten Ausbuchtungen bilden der Tegeler See und der Große Wannsee.

Die höchsten Erhebungen Berlins sind als höchste natürliche Bodenerhebung der Große Müggelberg (115,4 m ü. NN) im Bezirk Treptow-Köpenick, der aus Trümmerschutt des Zweiten Weltkriegs künstlich aufgeschüttete Teufelsberg (114,7 m) im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und die Ahrensfelder Berge (112,1 m) im Landschaftspark Wuhletal im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Die tiefsten Bereiche Berlins sind die Havelseen im Südwesten. Sie liegen 32 m über NN.

Die Stadt befindet sich in der gemäßigten Klimazone am Übergang vom maritimen zum kontinentalen Klima. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Berlin-Dahlem beträgt 8,9 °C und die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 581 mm. Die wärmsten Monate sind Juli und August mit durchschnittlich 18,5 beziehungsweise 17,7 °C und die kältesten Januar und Februar mit −0,6 beziehungsweise −0,3 °C im Mittel. Der meiste Niederschlag fällt im Juli mit durchschnittlich 70 mm, der geringste im März mit durchschnittlich 31 mm. Hinsichtlich der Windgeschwindigkeiten und der Windrichtungsverteilung ist ein zweigeteiltes Maximum zu verzeichnen. Demnach wird in Berlin am häufigsten Nordwest- und Südwestwind beobachtet, der besonders im Winter mit höheren Geschwindigkeiten verbunden ist und meist maritime, gut durchmischte und saubere Meeresluft herantransportiert. Das zweite Maximum aus Südost und Ost ist oft kennzeichnend für Hochdruckwetterlagen kontinentaler Luftmassen, was je nach Jahreszeit zu sehr heißen bzw. sehr kalten Tagen führen kann. Letztere Wetterlagen waren früher kennzeichnend für die sogenannten Smog-Situationen, da sie schadstoffreiche Luft von den südöstlich Berlins gelegenen Braunkohlekraftwerken heranführte.

Die geringen Höhenunterschiede innerhalb der Stadt bewirken an sich ein eher homogenes Stadtklima, jedoch führt die dichte Bebauung in der City und den Bezirkszentren zu teilweise deutlichen Temperaturunterschieden im Vergleich zu großen innerstädtischen Freiflächen, insbesondere aber den ausgedehnten Landwirtschaftsflächen im Umland. Vor allem in Sommernächten werden Temperaturunterschiede von bis zu 10°C gemessen Insgesamt jedoch profitiert Berlin auch in diesem Zusammenhang von seinem großen Grünflächenanteil, mehr als 40 % des Stadtgebietes sind grünbestanden, die Straßen säumen gut 400.000 Straßenbäume. Die große Anzahl kleinerer Freiflächen, besonders aber auch die großen innerstädtischen Grünflächen wie der Große Tiergarten, der Grunewald und der ehemalige Flughafen Tempelhof mit der Hasenheide, die von Klimatologen auch als „Kälteinseln“ bezeichnet werden, bewirken zumindest in ihrer Umgebung ein zumeist als weitgehend angenehm empfundenes Klima.

Berlin besteht aus 12 Bezirken, die ihrerseits in insgesamt 95 Ortsteile unterteilt sind. Die Ortsteile sind für die Verwaltungsgliederung ohne Bedeutung, spielen aber im alltäglichen Sprachgebrauch eine größere Rolle, da sie im Gegensatz zu den Bezirken historisch gewachsene Stadtteile darstellen. Im Gebietsreformgesetz vom 10. Juni 1998 ist die Zahl der Bezirke zum 1. Januar 2001 von 23 auf 12 reduziert worden. West-Berlin war zuletzt in 12 Bezirke, Ost-Berlin zuletzt in 11 Stadtbezirke unterteilt.

Die Stadt Cölln, Teil der auf der Spreeinsel gelegenen Doppelstadt Berlin-Cölln, wurde 1237 erstmals urkundlich erwähnt. 1244 folgte dann die Erwähnung Berlins, das sich am nördlichen Ufer der Spree befand. Die beiden Städte bekamen 1307 ein gemeinsames Rathaus. Der Name Berlin hat nichts mit dem Bären im heutigen Stadtwappen zu tun, vielmehr geht er vermutlich auf die slawische Silbe berl (Sumpf) zurück. Die heutigen Ortsteile Spandau und Köpenick bestanden als slawische Siedlungen bereits vor der Gründung der Mark Brandenburg, die 1157 durch den Askanier Albrecht den Bären erfolgte.

1415 wurde Friedrich I. Kurfürst der Mark Brandenburg und blieb dies bis 1440. Mitglieder der Familie Hohenzollern regierten bis 1918 in Berlin, erst als Markgrafen von Brandenburg, dann als Könige von Preußen und schließlich als Deutsche Kaiser. Die Einwohner von Berlin haben diese Veränderungen nicht immer begrüßt.

1448 revoltierten sie im „Berliner Unwillen“ gegen den Schlossneubau des Kurfürsten Friedrich II. Eisenzahn. Dieser Protest war jedoch nicht von Erfolg gekrönt, und die Bevölkerung büßte viele ihrer politischen und ökonomischen Freiheiten ein. 1451 wurde Berlin Residenzstadt der brandenburgischen Markgrafen und Kurfürsten und musste seinen Status als freie Hansestadt aufgeben.

Der Dreißigjährige Krieg zwischen 1618 und 1648 hatte für Berlin verheerende Folgen: Ein Drittel der Häuser wurde beschädigt, die Bevölkerungszahl halbierte sich. Friedrich Wilhelm, bekannt als der Große Kurfürst, übernahm 1640 die Regierungsgeschäfte von seinem Vater. Er begann eine Politik der Immigration und der religiösen Toleranz. Vom darauffolgenden Jahr an kam es zur Gründung der Vorstädte Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt.

1671 wurde 50 jüdischen Familien aus Österreich ein Zuhause in Berlin gegeben. Mit dem Edikt von Potsdam 1685 lud Friedrich Wilhelm die französischen Hugenotten nach Brandenburg ein. Über 15.000 Franzosen kamen, von denen sich 6.000 in Berlin niederließen. Um 1700 waren 20 Prozent der Berliner Einwohner Franzosen, und ihr kultureller Einfluss war groß. Viele Einwanderer kamen außerdem aus Böhmen, Polen und Salzburg.

1701 erlangte Berlin durch die Krönung Friedrich I. zum König in Preußen den Status der Hauptstadt. Zum 1. Januar 1710 erfolgte die Vereinigung der Städte Berlin, Cölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt zur Königlichen Haupt- und Residenzstadt Berlin. Aber schon bald entstanden neue Vorstädte, die Berlin vergrößerten.

1861 kam es zur Eingemeindung von Wedding und Moabit sowie der Tempelhofer, der Schöneberger, der Spandauer und weiterer Vorstädte.

1871 wurde Berlin Reichshauptstadt des neu gegründeten Deutschen Reiches.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde 1918 in Berlin die Republik ausgerufen. 1920 folgte mit dem Groß-Berlin-Gesetz erneut eine umfassende Eingemeindung mehrerer Städte, Landgemeinden und Gutsbezirke rund um Berlin. Die Hauptstadt hatte damit rund vier Millionen Einwohner.

Infolge der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde Berlin die Hauptstadt des Dritten Reiches. Die Nationalsozialisten nutzten die 1936 in Berlin stattfindenden Olympischen Sommerspiele für Propagandazwecke. Anschließend entwickelten Adolf Hitler und Generalbauinspektor Albert Speer gigantomanische architektonische Konzepte für den Umbau Berlins nach römischem Vorbild zur „Welthauptstadt Germania“.

Die Nationalsozialisten zerstörten Berlins jüdische Gemeinde, die vor 1933 rund 160.000 Mitglieder zählte. Nach den Novemberpogromen von 1938 wurden tausende Berliner Juden ins nahe gelegene KZ Sachsenhausen deportiert. Abgesehen von einigen wenigen Juden, die mit nichtjüdischen Deutschen verheiratet waren, mussten die letzten Berliner Juden ab Februar 1943 während mehrerer Wochen zum Bahnhof Grunewald marschieren, um in Viehwaggons in Vernichtungslager wie Auschwitz deportiert zu werden.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden große Teile Berlins durch Bomben und durch den Häuserkampf zerstört.

Nach der Einnahme der Stadt durch die Rote Armee und der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945 wurde Berlin gemäß der Londoner Protokolle – der Gliederung ganz Deutschlands in Besatzungszonen entsprechend – in vier Sektoren aufgeteilt. Die Sektoren der Westalliierten (USA, Vereinigtes Königreich und Frankreich) bildeten den westlichen Teil der Stadt, während der Sektor der Sowjetunion den Ostteil bildete.

Für Groß-Berlin blieb allerdings eine Gesamtverantwortung aller vier Alliierten bestehen. Die zunehmenden politischen Differenzen zwischen den Westalliierten und der Sowjetunion führten 1948/49 zu einer wirtschaftlichen Blockade West-Berlins, die die Westalliierten mit der sogenannten Luftbrücke überwanden.

Mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Westen Deutschlands und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) im Osten Deutschlands im Jahr 1949 verfestigte sich der Kalte Krieg auch in Berlin. Während die Bundesrepublik ihren Regierungssitz nach Bonn verlegte, was zunächst als Provisorium gedacht war, ernannte die DDR Ost-Berlin zur Hauptstadt der DDR. Der Ost-West-Konflikt gipfelte in der Berlin-Krise und führte zum Bau der Berliner Mauer durch die DDR am 13. August 1961.

West-Berlin war nun de facto ein Teil der Bundesrepublik Deutschland – allerdings mit rechtlicher Sonderstellung – und Ost-Berlin de facto ein Teil der DDR. Berlins Osten und Westen waren völlig voneinander getrennt; der Übergang war nur noch an bestimmten Kontrollpunkten möglich, allerdings nicht mehr für die Bewohner der DDR und Ost-Berlins, Rentnerinnen und Rentner ausgenommen. 1971 wurde das Viermächteabkommen über Berlin unterzeichnet. Während die Sowjetunion den Vier-Mächte-Status nur auf West-Berlin bezog, unterstrichen die Westmächte 1975 in einer Note an die Vereinten Nationen ihre Auffassung vom Vier-Mächte-Status über Gesamt-Berlin. Die Problematik um den umstrittenen Status Berlins wird auch als Berlin-Frage bezeichnet.

1989 kam es zur Wende, die Mauer fiel. Bereits 1990 wurden die beiden deutschen Staaten als Bundesrepublik Deutschland wiedervereinigt und Berlin per Einigungsvertrag deutsche Hauptstadt. 1991 beschloss der Bundestag mit dem Hauptstadtbeschluss nach kontroverser öffentlicher Diskussion, dass die Stadt auch wieder Sitz der deutschen Bundesregierung sein sollte. Am 1. September 1999 nahmen Regierung und Parlament ihre Arbeit in Berlin auf.

Berlin hat heute 3,4 Millionen Einwohner und ist damit die mit Abstand bevölkerungsreichste Stadt Deutschlands, größer als die Nummern zwei und drei (Hamburg und München) zusammen. Der urbanisierte Raum reicht über die Berliner Landesgrenzen hinaus und umfasst etwa 3,7 Millionen, die Metropolregion Berlin/Brandenburg über 4,4 Millionen Einwohner. Bis Mitte des 17. Jahrhunderts war die Berliner Gegend nur spärlich bevölkert, der Dreißigjährige Krieg hatte die Bevölkerung Berlins noch einmal etwa halbiert. Doch nachdem Kurfürst Friedrich Wilhelm 1640 die Regierungsgeschäfte von seinem Vater übernommen hatte, holte er unter anderem viele Hugenotten aus Frankreich in die Region. So stieg die Bevölkerung von rund 6.000 um 1648 auf rund 57.000 im Jahre 1709. Die Bevölkerung wuchs nun stetig, so dass Berlin 1740 zur Großstadt und um 1875 zur Millionenstadt wurde.

Mit dem Groß-Berlin-Gesetz von 1920 stieg die Bevölkerungszahl durch Eingemeindung bisher unabhängiger Städte und Dörfer auf fast vier Millionen an. Diese Grenze war bereits wenige Jahre später überschritten und erreichte 1942 mit 4,48 Millionen ihren Höhepunkt. Durch den Zweiten Weltkrieg fiel die Zahl wieder und liegt seitdem recht konstant zwischen 3,1 und 3,5 Millionen Einwohnern. 1,7 Millionen Berliner haben die Stadt nach der Wiedervereinigung (seit 1991) verlassen, 1,8 Millionen Menschen sind zugezogen und haben damit für einen umfangreichen Bevölkerungsaustausch gesorgt. Auch heute noch hat Berlin eine in Deutschland weit überdurchschnittliche räumliche Bevölkerungsbewegung. Allein im Jahr 2004 zogen 115.267 Menschen nach Berlin, darunter 42.063 aus dem Ausland. Gleichzeitig verließen 113.581 Berliner die Stadt, davon 31.244 in Richtung Ausland.

Berlin war schon immer eine Einwanderungsregion. Nach den Hugenotten im 17. Jahrhundert folgten seit Mitte des 19. Jahrhunderts viele Slawen. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen viele Gastarbeiter aus Südeuropa und der Türkei nach West- und Vertragsarbeiter vor allem aus Vietnam nach Ost-Berlin. Seit den 1980er Jahren machten sich viele russlanddeutsche (Spät-)Aussiedler und seit der Wiedervereinigung schließlich Juden aus der Ukraine und Russland hierher auf den Weg. Außerdem war und ist Berlin aufgrund der politischen und kulturellen Bedeutung ein Zuzugsgebiet für viele Deutsche aus anderen Regionen; West-Berlin war darüber hinaus zur Zeit der Teilung durch die Freiheit von der Wehrpflicht ein Anziehungspunkt für junge Männer − nicht nur der 68er-Bewegung – die der Wehrpflicht entgehen wollten. Kreuzberg bildet aufgrund der dichten Besiedlung und niedrigen Mieten einen Schwerpunkt sowohl der türkischen als auch der alternativen Kultur. In Berlin lebt mit zirka 200.000 Personen die weltweit größte türkische Gemeinde außerhalb der Türkei.

Berlinisch oder Berlinerisch wird im allgemeinen als eine Varianz des mitteldeutschen Berlin-Brandenburgischen gesehen, die in Berlin und im Berliner Umland gesprochen wird und auch nur in Berlin übliche (Sprich-)Worte oder dort geprägte Redewendungen enthält. Sprachwissenschaftlich handelt es sich bei dem sogenannten Dialekt um einen Metrolekt, eine städtische Sprachmischung, die nicht regionalen Ursprungs ist, sondern durch Mischung von Dialekten unterschiedlicher Herkunft entstanden ist. Tatsächlich ist das heutige Brandenburgische eine Varianz des Berliner Metrolekts. Das Berlinerische nahm durch den Zuzug vieler Bevölkerungsgruppen etliche Wörter und Redewendungen aus anderen Sprachen und Dialekten wie dem Flämischen, Französischen und dem Jiddischen auf. Das Berlinische war in der Geschichte überwiegend Sprache der einfachen Leute, die Bildungsschicht bemühte sich stets um einwandfreies Hochdeutsch. Viele Neuberliner nahmen zwar Teile des Berlinischen an, aber die ständige Verwendung wurde als „unfein“, „proletarisch“ oder „dumm“ betrachtet. In der DDR änderte sich diese Einstellung teilweise, so dass Berlinisch auch in gebildeten Kreisen teilweise gepflegt wurde. Dadurch finden sich die Zentren der verstärkten Verwendung heute vor allem in den Ostbezirken, den alten westlichen Arbeiterbezirken und dem Umland. Unverändert wird die Sprache in Berlin von Zuwandererwellen geprägt, wodurch die verwendete Umgangs­sprache unbeständig bleibt.

In einem großen Teil der heutigen Vorortbezirke Berlins wurden wie im umliegenden Brandenburg bis ins 20. Jahrhundert Dialekte des Niederdeutschen, genauer des Märkisch-Brandenburgischen, gesprochen, die allerdings im Zuge der Verstädterung der Vororte und durch die auch linguistische Ausstrahlung der Metropole Berlin heute weitgehend verdrängt und durch mitteldeutsche Dialekte bzw. einen berlinisch geprägten Regiolekt des Standarddeutschen ersetzt sind.

Von den 3,4 Millionen Einwohnern Berlins sind etwa 59 % konfessionslos, 21,5 % evangelisch, 9,3 % katholisch, 2,7 % bekennen sich zu einer anderen christlichen Konfession, 6,3 % zum Islam, 0,6 % gehören einer weiteren Religion an.

Berlin ist der Sitz des katholischen Bischofs des Erzbistums Berlin sowie des evangelischen Bischofs der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Wolfgang Huber, der zurzeit auch Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland ist. Als Reaktion auf die Zwangsvereinigung (Union) zwischen der lutherischen Kirche und der reformierten Tradition entstand im 19. Jahrhundert die altlutherische Kirche, die heute im Stadtgebiet mit acht Kirchengemeinden unterschiedlicher Größe vertreten ist.

Ebenfalls in Berlin ansässig sind ein russisch-orthodoxer und ein bulgarisch-orthodoxer Bischof, die meisten anderen orthodoxen und altorientalischen Nationalkirchen sind ebenfalls mit Gemeinden vertreten. Mit mindestens fünf regelmäßigen Messorten haben auch die katholischen Altritualisten in Berlin ihre stärkste Präsenz im deutschsprachigen Raum. Ferner existiert in Berlin-Wilmersdorf eine alt-katholische Gemeinde, die auch in der Alt-Schöneberger Dorfkirche zu Gast ist.

Baptisten gibt es in Berlin seit der Mitte des 19. Jahr­hun­derts, mit ihren 36 Gemeinden bilden sie heute die größte Freikirche der Bundeshauptstadt. Unter anderem gibt es auch 29 Gemeinden der Neuapostolischen Kirche. Es gibt sechs Gemeinden der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Die Berliner Mennonitengemeinde besteht seit 1887. In Berlin befindet sich der Sitz der Religions­gemeinschaft der Zeugen Jehovas.

Darüber hinaus befinden sich heute über elf Synagogen, zwei buddhistische Tempel und 76 Mo­scheen in der Stadt. Als erste Moschee im Ostteil der Stadt wurde in Heinersdorf die Khadija-Moschee errichtet.

In Berlin sind viele humanistische und atheistische Vereinigungen vertreten. So haben der Humanistische Verband Deutschlands und die Humanistische Akademie Deutschland ihren Sitz in Berlin.

Ehrenbürger sind in der Liste der Ehrenbürger von Berlin aufgeführt, in der Stadt geborene Persönlichkeiten in der Liste der Söhne und Töchter der Stadt Berlin, Biografien von Menschen mit deutlichem Bezug zu Berlin werden in der Kategorie Person (Berlin) gesammelt. Die Stadtoriginale sind unter Berliner Originale zusammengefasst, wichtige Politiker finden sich in der Auflistung Regierender Bürgermeister von Berlin und in der Liste der Senatoren von Berlin.

Der erste Deutsche Bundestag nach der Wiedervereinigung entschied 1991 im sogenannten Hauptstadtbeschluss, dass Berlin als Bundeshauptstadt auch Sitz des Bundestages und der Bundesregierung werden sollte. Seit 1994 befindet sich der erste Amtssitz des Bundespräsidenten in Berlin, 1999 fand der Umzug des größten Teils der Bundesregierung von Bonn nach Berlin statt. Berlin ist aber keine zentralistische Hauptstadt, da sich ein Teil der Ministerien und anderen Bundesinstitutionen nach wie vor in der früheren Bundeshauptstadt (jetzt Bundesstadt) Bonn oder in anderen Städten befindet.

Berlin ist seit der Wiedervereinigung der ehemals getrennten beiden deutschen Staaten am 3. Oktober 1990 ein Land der Bundesrepublik Deutschland, ein sogenannter Stadtstaat. Die Anzahl der Bezirke, in die Berlin untergliedert ist, wurde zum 1. Januar 2001 von ursprüng­lich 23 auf zwölf reduziert. Das Landesparlament des Landes Berlin, die gesetzgebende Gewalt, ist nach der Verfassung von Berlin das Abgeordnetenhaus von Berlin. In ihm sind zurzeit Abgeordnete aus SPD, CDU, Die Linke, Bündnis 90/Die Grünen und FDP vertreten. SPD und Die Linke bilden in einer Rot-Roten Koalition die aktuelle Regierungskoalition. Die Landesregierung (als Spitze der Exekutive) ist der Senat von Berlin, be­ste­hend aus dem Regierenden Bürgermeister (Klaus Wowereit, SPD) und bis zu acht Senatoren. Der Regierende Bürgermeister ist zugleich Repräsentant des Landes und der Stadt.

Die Verwaltung des Landes Berlin wird vom Senat von Berlin (der Hauptverwaltung) und den Bezirksverwaltungen in Berlin wahrgenommen. Die Hauptverwaltung umfasst die Senatsverwaltungen, die ihnen nachgeordneten Behörden (Sonderbehörden) und nichtrechtsfähigen Anstalten und die unter ihrer Aufsicht stehenden Eigenbetriebe. Die Hauptverwaltung nimmt die Aufgaben von gesamtstädtischer Bedeutung wahr, wobei dieser Begriff weit ausgelegt wird.

Da Berlin eine Einheitsgemeinde ist, stellen die Bezirke keine eigenständigen Gemeinden dar, gemessen an der Einwohnerzahl sind sie mit Landkreisen in Flächenstaaten vergleichbar. Die Bezirke unterliegen der Fachaufsicht der Hauptverwaltung. Dennoch gibt es in jedem Berliner Bezirk eine eigene – allerdings nicht als Parlament, sondern als Teil der Verwaltung ausgestaltete – Volks­ver­tre­tung, die Bezirksverordnetenversammlung (BVV), welche das Bezirksamt, bestehend aus Bezirksbürgermeister und fünf Stadträten, nach Parteienproporz wählt. Bezirksbürgermeister und Stadträte haben daher trotz ihrer quasipolitischen Wahl den Status eines Wahl­beamten inne. Die Bürgermeister der Bezirke bilden unter Vorsitz des Regierenden Bür­ger­mei­sters den Rat der Bürgermeister, der den Senat berät.

Die Gliederung und Aufgaben der Berliner Verwaltung ergeben sich aus dem Allgemeinen Zuständigkeitsgesetz (AZG). Seit der Wiedervereinigung wird in Berlin in vielen Teilschritten eine umfassende Verwaltungsreform vorgenommen.

Das Berliner Wappen zeigt im silbernen (weißen) Schild einen rot bewehrten und rot gezungten, aufrecht schreitenden schwarzen Bären, den sogenannten Berliner Bären. Auf dem Schild ruht eine goldene fünfblättrige Laubkrone, deren Stirnreif als Mauerwerk mit geschlossenem Tor in der Mitte ausgelegt ist. Die Herkunft des Bären als Wappentier ist ungeklärt, Dokument oder Unterlagen fehlen hierzu. Es gibt mehrere Theorien, warum sich die Berliner für den Bären entschieden. Eine davon besagt, dass die Berliner an Albrecht den Bären, den Begründer der Mark Brandenburg dachten. Eine andere geht von der lautmalerischen Interpretation des Stadtnamens aus. Der Bär ist erstmals auf einem Siegel von 1280 zu sehen. Über mehrere Jahrhunderte musste sich der Bär die Siegel- und Wappenbilder mit dem brandenburgischen und preußischen Adler teilen. Erst im 20. Jahrhundert konnte sich der Berliner Bär endgültig gegen die Adler als Hoheitszeichen der Stadt durchsetzen. Die Berliner Landesflagge zeigt den Berliner Bären vor weißem Hintergrund, mit einem roten Streifen am oberen und unteren Rand der Flagge. Sie wird mit geringfügigen stilistischen Änderungen seit 1911 von Berlin geführt und wehte das erste Mal 1913 über dem Roten Rathaus. Vorher führte Berlin eine Flagge in den Farben Schwarz-Rot-Weiß, die durch ständige Verwechslungen mit der später entstandenen Flagge des Deutschen Kaiserreichs, gegen die Bärenflagge getauscht wurde. Das Landessymbol ist der Bärenschild ohne Laubkrone in drei Farbausführungen. Es wird von der Senatsverwaltung für Inneres und Sport bereitgestellt, um Privatpersonen, Firmen und nicht-hoheitlichen Einrichtungen zu ermöglichen, die Verbundenheit zu Berlin mit einem Symbol zu dokumentieren. Die Berliner Bezirke besitzen eigene Wappen. Als verbindendes Element aller Berliner Bezirk mit der Stadt Berlin, aber auch untereinander, ruht auf den Schilden eine dreitürmige Mauerkrone, deren mittleren Turm mit dem Berliner Wappenschild (silber) belegt ist.

Der Jahreshaushalt 2006 des Landes Berlin betrug 20,5 Milliarden Euro. Hierfür erhält das Land etwa 3,2 Milliarden Euro aus dem Länderfinanzausgleich und etwa 2,0 Milli­arden Euro sonstige Bundesergänzungszuweisungen. Für den Jahreshaushalt wurden etwa 1,8 Milliarden Euro Neukredite aufgenommen. Die Gesamtverschuldung des Landes Berlin beträgt etwa 61 Milliarden Euro, für die jährlich 2,4 Milliarden Euro Zinsen anfallen.

Zum Abschluss des Haushaltsjahres 2007 hat das Bundesland Berlin erstmalig in seiner Geschichte einen Überschuss von 80 Mio. € ausgewiesen. Es wurde also, selbst nach Abzug der fälligen Zinszahlungen, mehr Geld durch das Land eingenommen als ausgegeben wurde. Dieser Überschuss wurde sogleich zur Verringerung der Gesamtschuldenlast verwendet. Der Überschuss kam, den Angaben des Finanzsenators Thilo Sarrazin zufolge, vor allem durch verbesserte Steuereinnahmen bei einem harten Sparkurs zustande. Wie andere staatliche Haushalte profitierte der Landesetat von den im Zuge des Aufschwungs massiv gestiegenen Steuereinnahmen, die beim Land Berlin knapp zehn Prozent höher waren als im Vorjahr.

Auch der Haushaltsplan 2008/2009 und die Finanzplanung bis 2011 sehen für jedes Haushaltsjahr Finanzierungsüberschüsse vor.

Die Berliner Bezirke haben weitere Partnerschaften.

Im Jahr 2006 betrug das Bruttoinlandsprodukt des Landes Berlin 80,62 Mrd. €, im Land Brandenburg waren es 49,49 Mrd. € bei rund zwei Dritteln der Berliner Bevölkerung. Für das Land Berlin bedeutet dies ein Wirtschaftswachstum von 2,2 % gegenüber dem Vorjahr, ver­gli­chen mit 3,0 % Wachstum in der Bundesrepublik. Im Vergleich mit dem regionalen BIP (in Kaufkraftstandards) je Einwohner erreicht Berlin in der EU (EU-27: 100) im Jahr 2005 einen Index von 98,5, Brandenburg 79,5 und Deutschland 115,2.

Über 80 % der Unternehmen Berlins gehören dem Tertiärsektor an. Wirtschaftsmotor der Stadt ist schon jetzt der Dienstleistungssektor, in welchem mit rund 591.000 Beschäftigten rund 41 % aller Erwerbstätigen arbeiten. Zukunftsfähigkeit wird den wissens-, technik- beziehungsweise tech­no­lo­gie-, und entwicklungsintensiven Leistungen des Quartärsektors eingeräumt. Berlin verzeichnet eine über­durch­schnitt­liche Arbeits­lo­sen­quote (13,7 % im August 2008) verglichen mit anderen deutschen Bundesländern und vergleichbaren Großstädten. Im Jahresdurchschnitt von 2008 sank die Quote im Vergleich zu 2007 bisher um fast 2 Prozentpunkte. Im August 2006 lag die Arbeitslosenquote sogar noch fast vier Prozentpunkte höher (damals 17,4 %).

Berlin ist der Sitz vieler regional und bundesweit sendender Rundfunkanstalten. Neben Fernsehsendern wie MTV, Nick, VIVA und Comedy Central, Sat.1, N24, TV Berlin oder FAB gibt es in Berlin eine große Anzahl sogenannter Privatradios. Auch die öffentlich-rechtlichen Sender RBB (früher in Berlin der geschichtsträchtige SFB, in Brandenburg ORB), Deutsche Welle TV und Deutschlandradio haben hier ihren Sitz. Der poli­ti­schen Bedeutung als Hauptstadt tragen die meisten überregionalen Sender wie Das Erste, ZDF oder RTL mit einem „Hauptstadtstudio“ Rechnung.

In Berlin haben der Verlag Walter de Gruyter und der Springer-Verlag ihren Sitz. In keiner anderen deutschen Stadt erscheinen mehr Tageszeitungen. Überregionale Tageszeitungen sind die linksliberale taz, die konservative Welt, das Neue Deutschland der Partei Die Linke und die sozia­listi­sche Junge Welt, mit der rechtskonservativen Jungen Freiheit, dem linksbürgerlichen Freitag und der linken Jungle World erscheinen drei kleine überregionale Wochenzeitungen. Die größten Abonnementzeitungen sind die Berliner Zeitung, die Berliner Morgenpost sowie Der Tagesspiegel, die alle drei einen umfangreichen Berlin-Teil aufweisen. Außerdem gibt es in Berlin die Boulevardzeitungen B.Z., Bild Berlin und Berliner Kurier. Neben den Zeitungen gibt es verschiedene Anzeigenblätter wie die Berliner Woche, das Berliner Abendblatt, die Zweite Hand sowie Stadtmagazine wie den Tip, und die Zitty.

Berlin ist eines der meistbesuchten Zentren des nationalen und internationalen Städtetourismus. Seit dem Jahr 2001 steigt die Anzahl der Übernachtungen, Gäste, der neugebauten Hotels und deren Bettenkapazitäten über­durch­schnitt­lich an. Im Jahr 2007 wurden etwa 17,3 Millionen Übernachtungen in Berliner Beherbergungsbetrieben von 7,5 Millionen Gästen und geschätzte 140 Millionen Tagesbesucher gezählt. Bis 2010 werden 20 Millionen Übernachtungen prognostiziert. Die Stadt ist damit nach London und Paris das bevorzugte Reiseziel innerhalb Europas. Internationale Gäste machen etwa 40 % der Besucherzahlen aus. Hierbei liegen Besucher aus Großbritannien, den Vereinigten Staaten, den Niederlanden und Italien in der Spitzengruppe. Hauptanziehungspunkte sind Architektur, historische Stätten, Museen, Festivals, Einkaufsmöglichkeiten, Nachtleben sowie Großveranstaltungen die jährlich mehrere Hunderttausende Besucher zählen. Berlin ist außerdem einer der zwei größten internationalen Kongressveranstalter der Welt. Das ICC ist das größte Konferenzzentrum Europas und trägt zusammen mit der Messe Berlin zum Geschäftstourismus bei.

Berlin ist bekannt für seine zahlreichen Theater- und Kleinkunstbühnen. Die bekanntesten sind das Berliner Ensemble, die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, die Schaubühne am Lehniner Platz, das Theater des Westens, das Renaissance-Theater, das Deutsche Theater Berlin, das Maxim-Gorki-Theater, das Grips-Theater und der Friedrichstadtpalast. Außerdem verfügt Berlin über drei Opernhäuser: die Staatsoper Unter den Linden, die Deutsche Oper und die Komische Oper.

Daneben besitzt Berlin mehrere Orchester und Chöre. Neben den Berliner Philharmonikern (Leitung: Sir Simon Rattle), der Staatskapelle Berlin (Leitung: Daniel Barenboim) und dem Konzerthausorchester Berlin gibt es mehrere Orchester und Chöre der Rundfunk Orchester und Chöre GmbH. Dies sind das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin (Kent Nagano), das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (Marek Janowski), der Rundfunkchor Berlin (Simon Halsey) und der RIAS Kammerchor (Hans-Christoph Rademann). Diese Orchester und Chöre treten oft zusammen (Orchester mit Chor) im Konzerthaus Berlin, der Berliner Philharmonie und in anderen Sälen in Deutschland oder auf Tourneen auf der ganzen Welt auf. Im Chorverband Berlin sind 236 Laienchöre mit über 10.000 Mitgliedern vereinigt. Die Sing-Akademie zu Berlin besteht als Wiege der bürgerlichen Musikpflege in Berlin seit 1791.

Jedes Jahr im Februar finden in Berlin die Internationalen Filmfestspiele statt. Das auch Berlinale genannte Festival der A-Kategorie gilt als das größte Publikumsfestival der Welt und, neben den internationalen Filmfestspielen von Cannes und Venedig, als eines der bedeutendsten internationalen Filmfestspiele. In zahlreichen Kategorien werden Auszeichnungen vergeben. Der Wettbewerb schließt mit der Verleihung des Goldenen und der Silbernen Bären.

Während des gesamten Jahres ist Berlin Spielstätte weiterer internationaler Festivals. Darunter ist das Literaturfestival, das Jazzfest, das Theatertreffen, spielzeiteuropa, das Tanzfest, die Young Euro Classics und die Berlin Biennale. Umzüge, Paraden und Open Air Feste sind ebenfalls etablierte Ereignisse im Veranstaltungskalender der Stadt. Der Karneval der Kulturen, der CSD Berlin, der Berliner Karnevalsumzug und das Berliner Myfest gehören zu den bekanntesten.

Berlin verfügt über eine Vielzahl von Museen. Bereits 1841 wurde die von Spree und Kupfergraben umflossene Museumsinsel im nörd­li­chen Teil der Spreeinsel durch königliche Order zu einem „der Kunst und der Altertumswissenschaft geweihten Bezirk“ bestimmt. In der Folge entstanden dort mehrere Museen, wie das Alte Museum am Lustgarten, das Neue Museum, die Alte Nationalgalerie, das heutige Bode-Museum und das Pergamonmuseum. Diese Museen stellen vor allem Exponate aus der Zeit der Antike aus. 1999 wurde die Muse­ums­insel in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Außerhalb der Museumsinsel befinden sich Museen verschiedenster Themengebiete. Das Naturkundemuseum ist mit über 30 Millionen Objekten und dem höchsten Dinosaurierskelett der Welt eines der bedeutendsten Naturkundemuseen weltweit. Die Gemäldegalerie und Neue Nationalgalerie sind Kunstmuseen, das Bauhaus-Archiv ist ein Architekturmuseum. Das Deutsche Historische Museum im Zeughaus Unter den Linden ver­an­schaulicht deutsche Geschichte aus 2000 Jahren. Einen ebenso langen Zeitraum jüdisch-deutscher Geschichte zeigt das Jü­di­sche Mu­se­um in einer ständigen Ausstellung. Das Jagdschloss Grunewald beherbergt eine erlesene Gemäldesammlung aus dem 15. bis 19. Jahr­hundert. In Dahlem konzentrieren sich im dortigen Museumszentrum zahlreiche ethnologische Museen. In Lichtenberg wurde auf dem Areal des früheren Ministeriums für Staatssicherheit der DDR das Stasi-Museum eingerichtet. Das Museum am Checkpoint Charlie, auch als Mauermuseum bekannt, zeigt Momente aus der Teilungsgeschichte. In der Nähe des Potsdamer Platzes steht seit 2005 das Denkmal für die ermordeten Juden Europas von Peter Eisenman.

In Berlin hat die vom Bund und allen Bundesländern gemeinsam getragene Stiftung Preußischer Kulturbesitz ihren Hauptsitz. Auch die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg unterhält hier wichtige Standorte. Beide verwalten, bewahren, pflegen und ergänzen in ihren international bedeutenden Einrichtungen die Kulturgüter des ehemaligen Staates Preußen. Die Stiftung Stadtmuseum Berlin vereinigt weitere traditionsreiche Museen Berlins. Die am 23. Juni 1995 gegründete Stiftung ist das größte stadthistorische Museum Deutschlands. Als Landesmuseum für Kultur und Geschichte Berlins ist es in seinem Kern aus der Vereinigung von Märkischem Museum –, 1874 gegründet – und Berlin Museum –, 1962 gegründet – entstanden. Die breite Palette der verschiedenen, zum Teil schon im 19. Jahrhundert begründeten Sammlungen do­ku­men­tieren in großer Vielfalt alle Bereiche der Entwicklung Berlins von den ersten Spuren menschlicher Besiedlung in der Steinzeit bis zur Gegenwart.

Das zwischen 1788 und 1791 errichtete Brandenburger Tor ist Berlins Wahrzeichen und Symbol der überwundenen Teilung. Es ist den Propyläen auf der Akropolis in Athen nachempfunden und wird von einer Quadriga mit der Siegesgöttin Victoria gekrönt. Bis zur Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 verlief dort die Grenze zwischen beiden Stadthälften. Das Tor ist das westliche Ende des Boulevards Unter den Linden, der sich bis zur Museumsinsel in der Spree und dem Berliner Dom hinzieht.

In diesem Areal liegen die im Jahre 1743 im Rokokostil erbaute Deutsche Staatsoper, die zwischen 1774 und 1780 errichtete Staats­bib­li­o­thek, das von 1695 bis 1706 nach Plänen von Andreas Schlüter gebaute barocke ehemalige Zeughaus und die zwischen 1747 und 1773 errichtete Hedwigs-Kathedrale, die Hauptkirche des katholischen Bistums Berlin. Der Französische Dom am Gendarmenmarkt war im 17. Jahrhundert Mittelpunkt des französischen Viertels. Die im Zuge der Preußischen Reformen durch Wilhelm von Humboldt gegründete und im Jahre 1809 eröffnete Berliner Universität brachte 27 Nobelpreisträger hervor.

Der Potsdamer Platz ist eine Verkehrsdrehscheibe im Zentrum Berlins, von der mehrere große Straßen ausgehen. Er wurde 1741 auf Erlass von Friedrich Wilhelm I., König in Preußen angelegt. 1923 begann von dem in der Nähe gelegenen Vox-Haus aus die Geschichte des Rundfunks in Deutschland. Bis 1940 war der Potsdamer Platz der verkehrsreichste Platz Europas. Nach dem starken Bombardement durch die Alliierten im Zweiten Weltkrieg lag er in Trümmern.

1961 wurde er durch die Berliner Mauer geteilt und die Gegend verfiel. Der frühere Verlauf der Berliner Mauer wird seit einigen Jahren durch in den Boden eingelassene Pflastersteine gekennzeichnet. Durch die Neubebauung des Potsdamer Platzes, die einer großen Anzahl an Geschäften und Restaurants Raum gibt, ist dieser zu einem Bindeglied zwischen den bis zur Wende getrennten Stadthälften geworden.

In der Nähe des Brandenburger Tores befindet sich das zwischen 1884 und 1894 gebaute Reichs­tags­gebäude. Es wurde am 27. Februar 1933 durch einen Brand schwer beschädigt und im Zweiten Weltkrieg erneut erheblich in Mitlei­denschaft gezogen. Seit dem Jahre 1999 ist das Gebäude Sitz des Deutschen Bundestages. Jährlich wandeln zwei Millionen Menschen durch seine gläserne Kuppel. Der Reichstag ist inzwischen der zweitstärkste Touristenmagnet der Republik, nach dem Kölner Dom und weit vor Schloss Neuschwanstein. Einen Besuch wert ist auch das 1785 errichtete Schloss Bellevue, einst Sommerwohnung von Prinz August Ferdinand, des Bruders Friedrichs des Großen, heute Amtssitz des Bundespräsidenten.

Eine beliebte Einkaufspromenade in Berlin ist der Kurfürstendamm mit seinen zahlreichen Hotels, Geschäften und Restaurants. Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche wurde zwischen 1891 und 1895 erbaut. Sie markiert das östliche Ende des Boulevards. Ihre Turmruine blieb als Mahnmal erhalten. Gleich daneben entstand nach Plänen Egon Eiermanns von 1959 bis 1961 eine neue Kirche auf achteckigem Grundriss mit einem sechseckigen frei stehenden Kirchturm.

Die östliche Verlängerung des Kurfürstendammes bildet die Tauentzienstraße, wo sich mit dem KaDeWe (Kaufhaus des Westens) das größte Kaufhaus des europäischen Kontinents und das zwischen 1963 und 1965 erbaute Europa-Center befinden. Das 22-stöckige Ge­bäu­de beher­bergt viele Geschäfte, Restaurants, Büros und eine Aussichtsplattform. Dieser Teil der Stadt um Tauentzienstraße und Kurfür­sten­damm wird als Neuer Westen bezeichnet. In nordöstlicher Richtung erstreckt sich mit über drei Kilometern Länge die größte Parkanlage Berlins, der Tiergarten.

Östlich der beiden Spreearme, die die Spreeinsel umfließen, liegt der Alexanderplatz mit vielen Geschäften und Restaurants, ganz in der Nähe davon der 368 Meter hohe Fernsehturm – das höchste Bauwerk Deutschlands –, die gotische Marienkirche und das Rote Rathaus. Zwei Statuen, eine männliche und eine weibliche, mit Blick auf den Eingang des Rathauses sollen an die Beseitigung der vielen Trümmer nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erinnern. Sehenswert im östlichen Zentrum Berlins sind der alte Stadtteil Prenzlauer Berg und die Einkaufsstraßen Schönhauser Allee und Kastanienallee. Von 2006 bis Dezember 2008 wurde der Palast der Republik abgerissen. An seiner Stelle soll bis 2015 hinter den rekonstruierten Fassaden des Berliner Stadtschlosses das Humboldt-Forum entstehen.

Die Oranienburger Straße war vor dem Zweiten Weltkrieg das Zentrum des jüdischen Viertels. Mit ihrem Wiederaufbau verbunden war unter anderem die Restaurierung der 1866 fertig gestellten Neuen Synagoge. Sie war durch Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt worden. 1995 wieder eröffnet, dient sie heute als Mittelpunkt für das Studium und die Erhaltung jüdischer Kultur. In nördlicher Richtung liegt der älteste jüdische Friedhof der Stadt. Der weitaus bekanntere Jüdische Friedhof in Berlin-Weißensee ist der größte jüdische Friedhof Europas.

In Charlottenburg befindet sich das Olympiastadion, das für die Olympischen Sommerspiele von 1936 errichtet wurde, sowie der 150 Meter hohe Funkturm, der zwischen 1924 und 1926 anlässlich der 3. Deutschen Funkausstellung entstand und sehr schnell zu einem der Wahrzeichen Berlins avancierte. Weitere Sehenswürdigkeiten der Stadt sind das Schloss Charlottenburg (Baubeginn 1695), ein barocker Repräsentationsbau der Hohenzollern mit bedeutender Gemäldesammlung, die Zitadelle Spandau sowie das an Havel und Glienicker Brücke gelegene Schloss Glienicke. In dem ebenfalls im Stil des Klassizismus durch Karl Friedrich Schinkel umgebaute Schloss Tegel (auch Humboldt-Schloss) sind die Brüder Wilhelm und Alexander von Humboldt aufgewachsen.

Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurden im geteilten Berlin ambitionierte Bauprojekte vorangetrieben. Im Ostteil der Stadt entstand die heutige Karl-Marx-Allee (ehemals Stalinallee) im repräsentativen Stil des sozialistischen Klassizismus. Sie verläuft vom Alexanderplatz über den Strausberger Platz bis zum Frankfurter Tor. Die Zwillingstürme entstanden in Anlehnung an die doppelten Kuppeln des Gendarmenmarktes unter dem deutschen Architekten Hermann Henselmann. Anlässlich der 750 Jahr-Feier der Stadt Berlin wurde das zerstörte Nikolaiviertel in Anlehnung an seine historische Gestalt wiedererrichtet. Die Nikolaikirche im Zentrum ist die älteste Kirche Berlins.

Im Westteil der Stadt wurde die moderne Architektur vorangetrieben. Auf der internationalen Bauausstellung Interbau im Jahr 1957 präsentierten namhafte Architekten wie Walter Gropius, Le Corbusier und Oscar Niemeyer ihre Vorstellungen von der Stadt der Zukunft. Realisiert wurden die Bauvorhaben im Hansaviertel, welche das zerstörte Gründerzeitviertel durch moderne Wohnblöcke und Hochhäuser ersetzten. Die Kongresshalle mit der freitragenden Dachkonstruktion wurde 1957 als Beitrag der USA zur Interbau errichtet und als Geschenk an Berlin übergeben.

Eine Besonderheit Berlins, sind auch die bis heute noch in weiten Teilen der Stadt erhaltenen Gaslaternen zur Straßenbeleuchtung. Insgesamt befinden, sich noch über 44.000 Gaslaternen in Berlin in Betrieb, mehr als in jeder anderen Stadt der Welt. In der Nähe des Tiergarten ist ein Gaslaternen-Freilichtmuseum zu finden.

In der Bundesallee 215 befindet sich der Shaolin Tempel Deutschland. Er ist der einzige offizielle Ableger des weltberühmten Shaolin-Klosters aus der Provinz Henan, China. Der Deutsche Shaolin Tempel wurde im Auftrag vom Abt des Muttertempels in China, Shi Yongxin, 2001 gegründet und persönlich eingeweiht.

Berlin besitzt neben ausgedehnten Waldgebieten im Westen und Südosten des Stadtgebietes (Berliner Forsten) viele große Parkanlagen. Da auch fast alle Straßen von Bäumen gesäumt sind, gilt Berlin als besonders grüne Stadt.

In Berlin gibt es insgesamt 425.000 Straßenbäume, darunter 153.000 Linden, 82.000 Ahornbäume, 36.000 Eichen, 25.000 Platanen und 21.000 Kastanien. Die über 2500 öffentlichen Grün-, Erholungs- und Parkanlagen haben eine Gesamtfläche von über 5500 Hektar und bieten vielfältige Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten.

Im Zentrum der Stadt liegt der Große Tiergarten. Er ist die älteste und mit 210 Hektar größte und bedeutendste Parkanlage Berlins und wurde im Verlauf von mehr als 500 Jahren gestaltet. Ursprünglich ein ausgedehntes Waldareal vor den Toren der Stadt, genutzt von den preußischen Adeligen als Jagd- und Ausrittgebiet, wurde dieses nach und nach von der Stadtentwicklung umschlossen. Heute erstreckt sich der Park vom Bahnhof Zoo bis zum Brandenburger Tor und liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Parlaments- und Regierungsviertel. Einige große Straßen durchschneiden den Tiergarten, darunter die Ost-West-Achse Straße des 17. Juni. Sie kreuzen sich am Großen Stern, in dessen Mitte seit 1939 die Siegessäule steht. Die Gestaltung des Großen Tiergartens zeigt sich als naturnahe Parklandschaft: Charakteristisch sind die weiten, von kleinen Wasserläufen durchzogenen und mit Baumgruppen bestandenen Rasenflächen sowie die Seen mit kleinen Inseln und zahlreichen Brücken und Alleen. Anlagen wie der Englische Garten, die Luiseninsel und der Rosengarten setzen an einigen Stellen schmuckgärtnerische Akzente.

Neben dem Tiergarten gehört der Treptower Park im Südosten Berlins zu den bedeutendsten Parks der Stadt. Er wurde von 1876 bis 1882 vom ersten Berliner Gartenbaudirektor Gustav Meyer angelegt und war 1896 Schauplatz der Großen Berliner Gewerbeausstellung. Die weite an der Spree sich hinziehende Gartenlandschaft ist eines der beliebtesten Ausflugsziele der Berliner, nicht zuletzt auch wegen der bereits 1821/1822 von Carl Ferdinand Langhans als Gasthaus an der Spree erbauten heutigen Gaststätte Zenner.

Eine Besonderheit unter den Parks ist der Botanische Garten Berlin. Im Südwesten der Stadt gelegen, wird er neben seiner wissenschaftlichen Bestimmung (er gehört zur Freien Universität Berlin) auch als Erholungspark genutzt. Die Vorgängereinrichtung existierte bereits seit 1697 auf dem Gelände des heutigen Heinrich-von-Kleist-Parks in Schöneberg, ab 1897 folgte der Bau der neuen Parkanlage in Dahlem. Mit einer Fläche von über 43 Hektar und etwa 22.000 verschiedenen Pflanzenarten ist er der drittgrößte Botanische Garten der Welt. Das 25 Meter hohe, 30 Meter breite, und 60 Meter lange Große Tropenhaus ist das höchste Gewächshaus der Welt.

Außerdem verfügt Berlin über mehrere Zooeinrichtungen: den Zoologischen Garten Berlin nebst Aquarium Berlin und den Tierpark Berlin. Der bereits 1844 in Charlottenburg eröffnete Zoologische Garten ist der älteste Zoo Deutschlands und zugleich der artenreichste der Welt (zirka 14.000 Tiere in 1.500 Arten). Der wesentlich jüngere Tierpark verdankt seine Entstehung der Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg: Weil der Zoologische Garten im britischen Sektor der Stadt lag, fehlte der Hauptstadt der DDR eine eigene tiergärtnerische Einrichtung. 1954 wurde daher in Friedrichsfelde ein Tierpark gegründet. Er ist mit 160 Hektar Fläche der größte Landschaftstiergarten Europas.

Viele weitere Parkanlagen prägen das grüne Gesicht Berlins: Neben den Schlossgärten in Charlottenburg, Glienicke und auf der Pfaueninsel (die letzten beiden gehören zum UNESCO-Welterbe) sind dies auch die historischen Parkanlagen Lustgarten, Viktoriapark, Rudolph-Wilde-Park und Schillerpark, aber auch die zahlreichen großen Volksgärten. Im Süden der Stadt befindet sich außerdem der Britzer Garten, auf dessen Gelände 1985 die Bundesgartenschau stattfand. Das östliche Gegenstück dazu ist der 20 Hektar große Erholungspark Marzahn, der 1987 als Berliner Gartenschau eröffnet wurde. Neu angelegte Parkanlagen sind der Mauerpark auf dem ehemaligen Todesstreifen der Berliner Mauer, der Natur-Park Südgelände, der Görlitzer Park und der Spreebogenpark in der Nähe von Hauptbahnhof und Regierungsviertel.

In Berlin sind etwa 18 Prozent der Stadtfläche bewaldet. Die Stadtforstverwaltung Berliner Forsten verwaltet mit zirka 29.000 Hektar die größte Stadtwaldfläche Deutschlands. Zu den größten Wäldern gehört der Grunewald, der von der Grunewaldseenkette durchzogen und im Westen von der Havel begrenzt wird, sowie der Spandauer Forst im äußersten Nordwesten der Stadt. Der 273 Hektar große Wannsee ist eine Ausbuchtung der Havel. Mit ihm besitzt Zehlendorf ein viel besuchtes Naherholungsgebiet, welches vor allem durch das Strandbad Wannsee bekannt ist.

Im Südosten Berlins bildet der Müggelsee mit den Müggelbergen und dem Strandbad Rahnsdorf ein großes Naherholungsgebiet. Der Müggelsee ist der größte Berliner See, er dehnt sich über 7,4 km² aus (maximal 4,3 km lang; 2,6 km breit) und ist bis zu 8 m tief. Die Müggelberge sind mit 114,7 m über NHN die höchsten Berliner Erhebungen, sie entstanden während des Pleistozäns. Am Westhang des Kleinen Müggelbergs wurde von 1959 bis 1961 der neue Müggelturm errichtet, nachdem der alte im Mai 1958 abgebrannt war. Er bietet einen weitreichenden Ausblick über die Seen und Wälder der Umgebung bis hin zur Stadtsilhouette Berlins.

In den urbaneren Bereichen der Stadt haben sich an den Fluss- und Seenlandschaften der Spree und Havel zahlreiche Strandbars gegründet.

In Berlin gibt es zahlreiche Sportvereine, wobei sich die meisten dem Breitensport widmen. Einige Vereine sind zusätzlich im Bereich des professionellen Sports tätig. Dazu zählen insbesondere im Fußball Hertha BSC und der 1. FC Union Berlin, im Eishockey die Eisbären und im Basketball Alba. In der Volleyball-Bundesliga ist die Hauptstadt gleich mit drei Vereinen vertreten. Am bekanntesten ist der SC Charlottenburg. Die Wasserballer der Wasserfreunde Spandau 04 waren von 1979 bis 2007 (Ausnahmen: 1993 und 2006) regelmäßig deutscher Wasserballmeister. 2007 schafften die Handballer der Füchse Berlin den Aufstieg in die Handball-Bundesliga.

Jedes Jahr findet in Berlin der weltbekannte Berlin-Marathon, das alljährliche Finale des DFB-Pokals sowie das ISTAF statt. Für die Bewerbung der Olympischen Sommerspiele 2000, die die Stadt an Sydney, Australien verloren hatte, wurden viele Sportobjekte in und um Berlin errichtet beziehungsweise renoviert, wie zum Beispiel die Max-Schmeling-Halle. Am 9. Juli 2006 fand in Berlin das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft statt. Dazu wurde das Olympiastadion komplett saniert. 2009 werden dort die Leichtathletik-Weltmeisterschaften ausgetragen.

Dem innerstädtischen öffentlichen Personennahverkehr dienen 15 S-Bahn-Linien (betrieben von der S-Bahn Berlin GmbH) sowie neun U-Bahn-, 23 Straßenbahn-, 150 Bus- und sechs Fährlinien (alle betrieben von der BVG). Die Innenstadt wird in Ost-West-Richtung von der als Hochbahn angelegten Stadtbahn durchquert, welche parallel von S-Bahn sowie Regional- und Fernverkehr befahren wird. Sie verbindet das Westkreuz mit dem Ostkreuz, und passiert dabei die Bahnhöfe Charlottenburg, Zoologischer Garten, Hauptbahnhof, Friedrichstraße, Alexanderplatz und Ostbahnhof. Auf der Nord-Süd-Achse übernehmen die U-Bahnlinie 9 und die U6 den größten Teil des Fahrgastaufkommens, ergänzt durch die unterirdische Nord-Süd-Trasse der S-Bahn. Die S-Bahntrasse kreuzt am Bahnhof Friedrichstraße die Stadtbahn. Vervollständigt wird der Bahnverkehr durch die Ringbahn, welche die Innenstadt einschließt. Alle anderen Linien kreuzen diese Trassen. Die Barrierefreiheit der Bahnhöfe wird seit 1992 zunehmend gewährleistet.

Am 28. Mai 2006 wurden der neue Hauptbahnhof als zentraler Berliner Bahnhof und im Zusammenhang damit der Tiergartentunnel, die Fernbahnhöfe Gesundbrunnen und Südkreuz sowie die Regionalbahnhöfe Potsdamer Platz (unterirdisch), Jungfernheide und Lichterfelde Ost in Betrieb genommen. Damit erhielt der Regional- und Fernverkehr der Bahn gemäß dem sogenannten Pilzkonzept zusätzlich zu der in Ost-West-Richtung angelegten Stadtbahn eine unterirdische Regional- und Fernverkehrsverbindung in Nord-Süd-Richtung. Der Umstieg zwischen Nord-Süd-Tiergartentunnel und West-Ost-Stadtbahn erfolgt am Hauptbahnhof. Züge, die Berlin aus nördlichen oder südlichen Richtungen erreichen, fahren seitdem meist über die neue Nord-Süd-Trasse von Lichterfelde Ost über Südkreuz, Potsdamer Platz, Hauptbahnhof über die Überführungen nach Gesundbrunnen oder Richtung Westen über Jungfernheide nach Spandau.

Das Stadtbusnetz gliedert sich in Expressbusse (Buchstabe X), MetroBusse (Buchstabe M) und Stadtbusse (mit dreistelliger Nummer). Ähnlich dazu gibt es die MetroTram (Buchstabe M) und Straßenbahn (zweistellige Nummer). Nachtbusse haben als Linienbezeichnung ein „N“ vor der Liniennummer. In den Nächten vor Sonnabenden, Sonn- und Feiertagen fahren fast alle S- und U-Bahn- sowie Metrolinien durchgehend, bei der S-Bahn teilweise mit veränderter Streckenführung. Der Bus-Fernverkehr zu deutschen und europäischen Zielen wird über den Zentralen Omnibus-Bahnhof am Funkturm (ZOB) abgewickelt. Gegenüber dem Messegelände gelegen, ist er direkt über den Berliner Stadtring (A 100) erreichbar und mit dem ÖPNV durch Bus-, U- und S-Bahnlinien verbunden.

Die Innenstadt wird von Westen her von einem Autobahn-Halbkreis (A 100 – Berliner Stadtring) umgeben, der langfristig zu einem Ring vervollständigt werden soll und eine reine Stadtautobahn darstellt. Rund um Berlin verläuft die Autobahn A 10 (Berliner Ring). Die A 100 beim Dreieck Funkturm ist der meist befahrene Autobahnabschnitt in Deutschland.

Von der A 100 gibt es innerhalb des Stadtgebiets mehrere Autobahnabschnitte in Richtung Berliner Ring. Die A 111 führt in nach Nordwesten in Richtung Hamburg und Rostock. Die A 113 in Richtung Südosten (nach Dresden und Cottbus) beginnt am Dreieck Neukölln und führt zum Schönefelder Kreuz (A 10) und bindet den in Bau befindlichen Flughafen Berlin Brandenburg International an das Autobahnnetz an. Die A 115 erstreckt sich nach Südwesten (Richtung Hannover und Leipzig). Deren gerades Teilstück wird umgangssprachlich auch heute noch AVUS genannt.

Zusätzlich hierzu gibt es im Norden der Stadt noch die A 114 von der Prenzlauer Promenade im Bezirk Pankow zur A 10 in Richtung Stettin. Die nur wenige Kilometer lange ehemalige A 104, die im Südwesten der Stadt den Berliner Stadtring (A 100) nach Süden hin mit Berlin-Steglitz verbindet, wurde inzwischen zur Autostraße herabgestuft. Die A 103 (sogenannte „Westtangente“), auf der die Bundesstraße 1 verläuft, verbindet den Berliner Stadtring – von einem weiter östlich gelegenen Anschluss – nach Südwesten hin mit dem Steglitzer Kreisel in Richtung Potsdam.

Ab dem 1. Januar 2008 gelten in Teilen der Berliner Innenstadt, im Wesentlichen dem Gebiet innerhalb des S-Bahnringes, die Verkehrsbeschränkungen der Umweltzone im Rahmen der Feinstaubverordnung.

In Berlin gibt es neben einer Vielzahl von angelegten Radwegen, Fahrradstreifen und ersten Fahrradstraßen auch überregionale Radfernwege wie den Radweg Berlin–Kopenhagen, den Radfernweg Berlin–Usedom und den Europaradwanderweg R1. Entlang dem früheren Verlauf der Berliner Mauer führt der Berliner Mauerweg. Mehrere tausend Mietfahrräder können im Zentrum kurzfristig per Telefonanruf ausgeliehen werden.

Seit 31. Oktober 2008 verfügt Berlin nur noch über zwei Flughäfen: Tegel (TXL) und Schönefeld (SXF). Letzterer liegt knapp hinter der Berliner Stadtgrenze und befindet sich somit im Land Brandenburg. Der dritte Flughafen Tempelhof (THF) wurde am 30. Oktober 2008 geschlossen. Bis 2011 ist geplant, den Flughafen Schönefeld zu vergrößern, um dann auch den ebenfalls im Innenstadtbereich liegenden Flughafen Tegel zu schließen. Der Bau des Großflughafens Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI) wurde im März 2006 vom Bundesverwaltungsgericht in Leipzig unter Auflagen genehmigt. Baubeginn war zum Jahreswechsel 2006/2007. Die Eröffnung ist für Oktober 2011 vorgesehen. Es sind von den BBI-Gesellschaftern Baukosten in Höhe von rund 2 Milliarden Euro veranschlagt worden. In der ersten Ausbaustufe wird der Flughafen BBI etwa 25 Millionen Passagiere abfertigen können. Bereits im Jahr 2007 betrug das Fluggastaufkommen in Berlin mehr als 20 Millionen Passagiere.

Berlin liegt im Zentrum des Bundeswasserstraßengebietes Ost. Die Stadt wird wasserseitig auf mehreren Wegen erschlossen, der Binnenschifffahrt stehen von und nach Berlin drei Wasserstraßen zur Verfügung. Dabei kommt der Verbindung über Havel, Elbe-Havel-Kanal und Mittellandkanal zu Elbe und Nordsee beziehungsweise Weser und Rhein die größte Bedeutung zu. Außerdem verbindet die Havel-Oder-Wasserstraße Berlin mit der unteren Oder und der Ostsee. Beschränkt ausgebaut und weniger stark frequentiert ist auch die Spree-Oder-Wasserstraße als Verbindung über die Spree zur oberen Oder und nach Schlesien.

Zum Warenumschlag können drei Hafenanlagen genutzt werden: der Hafen Neukölln, der Südhafen Spandau sowie der Westhafen. Letzterer liegt in Moabit am Nordrand der Berliner Innenstadt und ist von allen drei Häfen der größte und bedeutendste. Seine Anlagen umfassen auch ein Fracht- und Logistikzentrum, das den Warenumschlag zwischen Binnenschiff, Eisenbahn und Lastwagen ermöglicht. Betrieben werden die Häfen von der BEHALA. Der frühere Osthafen wird inzwischen als Medienstandort genutzt und hat seine Hafenfunktion verloren.

Die Wasserversorgung Berlins wird durch die neun Wasserwerke Beelitzhof, Friedrichshagen, Kaulsdorf, Kladow, Spandau, Stolpe, Tegel, Tiefwerder und Wuhlheide sichergestellt, die von der Berliner Wasserbetriebe AöR betrieben werden. Pro Tag werden durchschnittlich 585.000 m³ Trinkwasser bereitgestellt.

Die Energieversorgung von Berlin verfügt über einige Besonderheiten. Im Zweiten Weltkrieg wurde geplant, Berlin über eine als Erdkabel ausgeführte Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) vom Kraftwerk Dessau zu speisen. Mit dem Bau dieser Anlage wurde 1943 begonnen, sie konnte aber nicht mehr in Betrieb gehen (Elbe-Projekt).

Während der Zeit der Teilung war West-Berlin vom Stromnetz des Umlandes abgeschnitten. Die Stromversorgung musste über im Stadtgebiet gelegene thermische Kraftwerke wie das Kraftwerk Reuter-West, das Kraftwerk Wilmersdorf und andere erfolgen. Zur Pufferung der Lastspitzen waren in manchen dieser Kraftwerke ab den 1980er Jahren Akkumulatoren installiert, die über Umrichter mit dem Stromnetz verbunden waren und während Schwachlastzeiten geladen und während Starklastzeiten entladen wurden.

Erst 1993 wurde die 1951 unterbrochene Leitungsverbindung mit dem Umland wieder hergestellt. In den Westbezirken Berlins sind fast alle Stromleitungen als Erdkabel ausgeführt, nur eine 380-kV- und eine 110-kV-Leitung, die vom Kraftwerk Reuter zur Stadtautobahn führen, sind als Freileitung ausgeführt. Durch Berlin verläuft das längste 380-kV-Drehstromkabel in Deutschland, die 380-kV-Transversale Berlin. Sie dürfte die teuerste Stromleitung in Deutschland sein.

Berlin besitzt eine hohe Konzentration an Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen. In der Stadt studieren an insgesamt vier Universitäten, vier Kunsthochschulen, sieben Fachhochschulen und zwölf privaten Hochschulen rund 130.000 Studenten. Die vier Berliner Universitäten stellen gemeinsam etwa 100.000 Studenten (Stand: WS 2007/08). Es sind die Humboldt-Universität zu Berlin mit rund 27.000 Studenten (ohne Charité), die Freie Universität Berlin mit rund 31.500 Studenten (ohne Charité), die Technische Universität Berlin mit rund 27.000 Studenten sowie die Universität der Künste Berlin mit etwa 4.500 Studenten. An der Charité studieren rund 7.200 Studenten.

Die Medizinischen Fakultäten der Freien Universität und der Humboldt-Universität wurden 2003 zur Charité – Universitätsmedizin Berlin zusammengefasst. Seitdem ist diese mit ihren vier Standorten die größte medizinische Fakultät Europas.

Im Rahmen der Exzellenzinitiative wurde die Freie Universität Berlin am 19. Oktober 2007 in der dritten Förderlinie ausgezeichnet. Mit dem Erfolg ihres Zukunftkonzepts „International Network University“ zählt sie somit zu den neun deutschen Eliteuniversitäten.

Jährlich werden rund 1,8 Milliarden Euro öffentliche Fördermittel in Wissenschaft und Forschung investiert, über 13 Prozent der Patentanmeldungen der Wissenschaft in Deutschland kommen aus Berlin. Über 50.000 Beschäftigte lehren, forschen und arbeiten an den über 70 außeruniversitären öffentlich finanzierten Forschungseinrichtungen. Auch die großen nationalen Forschungsorganisationen Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Leibniz-Gemeinschaft und Max-Planck-Gesellschaft sind mit mehreren Instituten vertreten, ebenso verschiedene Bundesministerien mit insgesamt acht Forschungsinstituten. Die meisten Einrichtungen der Wissenschaft konzentrieren sich an den Standorten in Buch, Charlottenburg, Dahlem, Mitte sowie am Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof.

Berlin hat eine sechsjährige Grundschule und ein sich anschließendes dreigliedriges Oberschulsystem mit Haupt-, Realschulen und Gymnasien sowie Gesamtschulen. Im Schuljahr 2007/08 gab es in Berlin 744 öffentliche allgemeinbildende Schulen, darunter 396 Grund-, 48 Gesamt-, 54 Haupt-, 62 Realschulen, 97 Gymnasien sowie 87 Sonderschulen. Die Zahl der allgemeinbildenden Privatschulen betrug 101.

Im Februar 2004 wurde ein neues Schulgesetz verabschiedet. Wesentliche Reformen waren die Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur von 13 auf 12 Jahre (siehe Abitur nach zwölf Jahren), die Vorverlegung des Einschulungsalters auf fünfeinhalb Jahre und der in der 10. Klasse stattfindende mittlere Bildungsabschluss, eine schriftliche Prüfung zum Erhalt des Realschulabschlusses. Diese Prüfung wird auch an den Gymnasien abgelegt. Das Zentralabitur wurde in den Fächern Deutsch, Mathematik und den Fremdsprachen eingeführt sowie die Pressefreiheit für Schülerzeitungen garantiert.

Im Rahmen eines seit den 1990er Jahren in Berlin bestehenden Schulversuchs ist es an 13 Gymnasien mit „Schnellläuferprogramm“ möglich, das Abitur ein Jahr schneller abzulegen, das heißt, seit dem Inkrafttreten des neuen Schulgesetzes nach elf Jahren. Ab dem Schuljahr 2008/09 wird im Rahmen einer Pilotphase das Modell der Gemeinschaftsschule erprobt.

Beginnend mit der verstärkten Industrialisierung Berlins um 1900 entstanden in der Populärkultur eine Reihe von Liedern, die Berlin und das Leben in der Stadt, häufig in ihrem historischen Kontext, darstellten. Das bekannteste Lied aus der Frühzeit ist wohl Das ist die Berliner Luft, das Paul Lincke 1904 für die gleichnamige Operette schrieb. Ein weiteres bekanntes Lied ist das 1951 von Conny Froboess gesungene Pack die Badehose ein, das die Nachkriegsstimmung im West-Berlin der Wirtschaftswunderjahre widerspiegelt.

Die Teilung Berlins führte bis 1990 auch zu ganz unterschiedlichen Liedern über die Stadt. Während in West-Berliner Titeln, beispielsweise in Liedern der Einstürzenden Neubauten, auch die Umbrüche in der Stadt in den 1970er und 1980er Jahren zum Ausdruck kamen, wurde bei Ost-Berliner Bands gelegentlich, wenn auch nur implizit, die Teilung der Stadt thematisiert, so zum Beispiel Citys Wand an Wand, das 1987 zum 750-jährigen Stadtjubiläum geschrieben wurde.

Seit der Wiedervereinigung der Stadt und den sich reichlich entwickelnden Szenen entstehen immer wieder neue Lieder, die das jeweilige Lebensgefühl der Interpreten in einer der jeweiligen Szene angepassten Form zum Ausdruck bringen.

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Source : Wikipedia