Bangladesch

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Geschrieben von bishop 01/03/2009 @ 21:00

Tags : bangladesch, asien, ausland

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Konzert für Bangladesch

Konzert für Bangladesch (engl.: Concert for Bangladesh) ist die Bezeichnung für zwei Konzerte, die am Nachmittag und Abend des 1. August 1971 im Madison Square Garden in New York vor 40.000 Zuschauern stattfanden.

Der im indischen Varanasi geborene Ravi Shankar, dessen Familie aber aus dem heutigen Upazila Kalia im Distrikt Narail, nahe Jessore in Bangladesch stammte, organisierte das Konzert mit seinem Freund George Harrison, um Gelder für Hilfsmittel für Bangladesch-Flüchtlinge, deren Anzahl in Folge des Bangladesch-Krieges auf 10 Millionen Menschen angewachsen war, aufzutreiben. Harrison nahm als Werbung für das geplante Konzert die Single "Bangla Desh" auf. Er veranlasste außerdem Apple Records, Ravi Shankars Single "Joi Bangla" herauszubringen.

Ravi Shankar eröffnete das Konzert mit einem 25-minütigen Reigen indischer Musik, die für viele Zuhörer immer noch eine neue Erfahrung war. Legendär sein Kommentar zum Beifall nach dem Stimmen der Instrumente: „Thank you. If you appreciate the tuning so much, I hope you will enjoy the playing more“. Eric Clapton trat nach einer 5-monatigen Tournee mit Derek and the Dominos auf. Er war zu dieser Zeit heroinabhängig und brauchte die Droge, bevor er seinen Auftritt beginnen konnte. Dennoch hatte er einen Zusammenbruch und musste mit Methadon wieder auf die Beine gebracht werden.

Es gab musikalische Unterstützung von Ringo Starr, Billy Preston, Leon Russell, Klaus Voormann und Badfinger (zusammen mit Jim Horn, Carl Radle, Jesse Ed Davis, Don Preston sowie einer Menge Background-Sänger).

Bob Dylan trat erstmals seit dem Isle of Wight Festival im August 1969 auf. Abgesehen von einem kurzen Auftritt mit The Band an Neujahr 1972 spielte er erst wieder im Januar 1974 live.

Das Konzert wurde aufgenommen und als Box mit 3 LPs (später auf 2 CDs) herausgegeben, produziert von George Harrison und Phil Spector. Auch ein Film des Konzerts wurde produziert, der als Video und DVD erhältlich ist.

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Bangladesch

Flagge Bangladeschs

Bangladesch (Bengalisch: বাংলাদেশ, Bāṃlādeś) ist ein Staat in Südasien. Er grenzt im Süden an den Golf von Bengalen, im Südosten an Myanmar und wird sonst von Indien umschlossen. Er nimmt den östlichen Teil der historischen Region Bengalen ein, der 1947 aufgrund der muslimischen Bevölkerungsmehrheit von Indien abgespalten und unter der Bezeichnung „Ostpakistan“ zum Bestandteil Pakistans wurde. 1971 erlangte Ostpakistan infolge des Bangladesch-Kriegs unter dem Namen Bangladesch seine Unabhängigkeit. Bangladesch bedeutet in der Landessprache „Land der Bengalen“.

Bangladesch grenzt an die indischen Bundesstaaten Westbengalen, Assam, Meghalaya, Tripura und Mizoram (im Uhrzeigersinn, beginnend im Westen), sowie an Myanmar und den Golf von Bengalen (Teil des Indischen Ozeans). Die Gesamtlänge der Grenze beträgt 4.246 km, davon mit Myanmar 193 km und mit Indien 4.053 km. Die Küstenlänge beträgt 580 km.

Der größte Teil Bangladeschs wird vom Deltabereich der Flüsse Brahmaputra, Ganges und Meghna gebildet; ein von vielen Wasserläufen durchzogenes ebenes Gebiet, das häufig von Überschwemmungen bedroht ist, da die großen Flüsse aufgrund der Abholzungen im Himalaya immer öfter große Wassermassen führen müssen. Die Hauptstadt Dhaka liegt nur sechs Meter über NN. Bei einem Meeresspiegelanstieg um einen Meter würden ohne Küstenschutzmaßnahmen 25.000 km² Landfläche (17 Prozent der gesamten Fläche von Bangladesch) überschwemmt werden. Nach den gängigen Szenarien ist jedoch ein wesentlich geringerer Meeresspiegelanstieg zwischen 18 und 59 cm wahrscheinlich, dessen Folgen sich mit effektiven Küstenschutzmaßnahmen, deren Kosten etwa 0,1% des BIP betragen, vermeiden lassen. Im Mündungsbereich des Ganges und Brahmaputra erstrecken sich über weite Teile entlang der Küste die Mangrovengebiete der Sundarbans. Aufgrund des flachen, breiten Küstenstreifens vor Bangladesch verlief sich die Wucht des Tsunamis infolge des Erdbebens im Indischen Ozean 2004 fast vollständig vor der Küste.

Das Klima Bangladeschs ist tropisch mit zunehmenden Niederschlägen von West nach Ost. Bangladesch liegt im Einflussbereich des Südwest-Monsuns, so dass durchschnittlich 1.500 bis 2.250 mm Jahresniederschlagssumme erreicht werden. Im Osten, am Fuß der Tripura-Lushai-Berge, fallen 3.000 bis 4.000 mm (siehe Klimadiagramm Chittagong). Dort befindet sich mit dem Mowdok Mual die höchste Erhebung Bangladeschs (1003 m). Mehr als die Hälfte der Jahresniederschläge entfällt auf die Monate Juni bis August. Im März/April und im Oktober kommt es häufig zu tropischen Wirbelstürmen über dem Golf von Bengalen, die oft katastrophale Folgen haben, da die damit verbundenen Fluten weite Teile des Landes überschwemmen. Die ursprüngliche Waldvegetation ist weitgehend vernichtet, die außerordentlich hohe Bevölkerungsdichte von 1.023 Einwohner/km² (die höchste aller Flächenländer) hat zu einer umfassenden Umwandlung in Ackerland geführt, auf dem überwiegend Reis angebaut wird.

Bezogen auf die Zahl der betroffenen Menschen ist die Küstenregion Bangladeschs die weltweit am stärksten von der globalen Erwärmung betroffene Region. 15 Millionen Bewohner im flachen Schwemmland von Bangladesch am Ganges-Delta sind vom Meeresspiegel-Anstieg betroffen. Wirbelstürme wie der Sidr im November 2007 fordern immer mehr Opfer. Verschärfend wirkt sich für die Mangrovenwälder des Sundarbarns-Nationalpark aus, dass durch Staudämme am Oberlauf des Ganges nicht mehr genügend Süßwasser ankommt. Der steigende Salzgehalt schädigt die Mangroven.

Mit 153 Millionen Einwohnern (Stand: 2008) steht Bangladesch in der Liste der Landesbevölkerungen an siebter Stelle und ist mit einer Bevölkerungsdichte von mehr als 1000 Menschen je Quadratkilometer der am dichtesten besiedelte Flächenstaat der Welt. Lediglich 26 Prozent der Einwohner leben in Städten. Die Bevölkerung stieg in den letzten 18 Jahren um rund 25 Millionen. Dies liegt unter anderem an der hohen Geburtenrate. Sie lag 2006 bei 2,98 Prozent, während die Sterberate 0,83 Prozent betrug. Die Bevölkerung nimmt jedes Jahr um etwa 2,1 Prozent zu, und die durchschnittliche Kinderzahl liegt bei 3,11.

In fast allen Landesteilen liegt die Bevölkerungsdichte über 500 Einwohner/km². Nur in den Distrikten um Chittagong (außer Cox's Bazar) liegt sie zwischen 75 Einwohner/km² und 500 Einwohner/km². Zu den Gebieten mit der höchsten Bevölkerungsdichte zählen Narsingdi und Narayanganj mit über 2.000 Einwohner/km² und die Hauptstadt Dhaka mit mehr als 7.000 Einwohner/km².

Im Gegensatz zu den anderen Staaten Südasiens ist Bangladesch ethnisch relativ einheitlich. Etwa 98 Prozent der Bevölkerung sind Bengalen mit Muttersprache Bengali. Unter der Mittel- und Oberschicht ist Englisch als Bildungssprache weit verbreitet. Zu den wenigen Minderheiten gehören die Bihari (1 Prozent), die aufgrund religiöser Konflikte infolge der Teilung Britisch-Indiens bei dessen Unabhängigkeit aus Bihar in das damalige Ostpakistan kamen. Sie sprechen zumeist Urdu. Daneben gibt es in den Chittagong Hill Tracts im Südosten und im Norden des Landes matriarchalische Minderheiten, meist tibetobirmanischer Abstammung und Sprache.

Der Großteil der Bevölkerung, rund 90 Prozent, bekennt sich zum Islam, gefolgt vom Hinduismus mit etwa neun Prozent und dem Buddhismus mit weniger als einem Prozent. Der Islam ist Staatsreligion. Dem Christentum gehören etwa 0,3 Prozent der Bevölkerung an.

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts, als noch 33,9 Prozent der Bevölkerung Hindus waren, und besonders seit der Unabhängigkeit von Indien ist der Anteil der Hindus dramatisch zurückgegangen und beträgt heute nur noch etwa 40 Prozent des Anteils von 1951 und 30 Prozent von 1941. Grund dafür sind vor allem Flucht und Vertreibung der Hindus. Im Jahre 1971 gab es schwere Massaker an Hindus, Maximalschätzungen sprechen von bis zu drei Millionen Toten. Im Jahre 1941, bevor fast vier Millionen Hindus nach Indien flohen, betrug der Anteil der Hindus noch 28 Prozent.

Bangladesch (Land der Bengalen, bangla = bengalisch + desh = Land) bildete bis 1947 einen Teil Britisch-Indiens. Nach der Teilung des Landes in einen mehrheitlich hinduistischen, säkularen Staat (Indien) und einen muslimischen Staat (Pakistan) wurde das ebenfalls überwiegend islamische Ost-Bengalen Pakistan zugeschlagen, von dem es geographisch durch Indien getrennt war. Trotz der gemeinsamen islamischen Religion trennten Westpakistan und Ostpakistan aber nicht nur sprachliche und kulturelle Verschiedenheiten. Der fruchtbare Osten erzielte mit seinen Jute- und Reisexporten Überschüsse, die fast ausschließlich dem Westflügel zugute kamen, wo sie wiederum vorrangig für das Militär ausgegeben wurden. Insbesondere im pakistanisch-indischen Kaschmirkrieg im Jahr 1965 wurde deutlich, dass einerseits Westpakistan keinerlei Anstrengungen zur militärischen Sicherung Ostpakistans unternahm, andererseits die Kaschmirfrage in Ostpakistan kaum auf Interesse stieß. Zudem waren Bengalen sowohl im Militär als auch in der Staatsverwaltung stark unterrepräsentiert. Scheich Mujibur Rahman, der charismatische Führer der ostpakistanischen Awami-Liga, forderte deshalb weitestgehende Autonomie für Bengalen (Ostpakistan). Nach dem Rücktritt von Präsident Mohammed Ayub Khan 1968 sah sein Nachfolger General Yahya Khan keine Alternative zur Ausschreibung der ersten freien Wahlen in Gesamtpakistan seit der Staatsgründung. Angesichts des Erdrutschsieges der Awami-Liga im Osten, der durch die Unzufriedenheit mit der Zentralregierung nach dem verheerenden Zyklon im November 1970 mit beeinflusst wurde, und der Bevölkerungsverhältnisse in beiden Landesteilen hätte dies zu einer Awami-Regierung für den Gesamtstaat führen müssen. Die stieß in Westpakistan vor allem beim dortigen Wahlsieger Zulfikar Ali Bhutto und der pakistanische Armee auf Widerstand. Sie entschlossen sich zu einer blutigen Unterdrückung der separatistischen Bestrebung, die vor allem auf eine Eliminierung der bengalischen Eliten hinauslief. Nur einen Tag nach der Machtübernahme der Armee proklamierte Mujibur Rahman die Unabhängigkeit des Landes. Eine endgültige Entscheidung konnte aber erst durch ein Eingreifen Indiens in Ostpakistan, das sich für den Freiheitskampf der Bengalen stark gemacht hatte, herbeigeführt werden (3. – 16. Dezember 1971). Am 17. Dezember 1971 erlangte Ost-Pakistan schließlich auch völkerrechtlich die Unabhängigkeit, und gab sich den Namen Bangladesch. Nach Darstellung der Regierung von Bangladesch kostete der Unabhängigkeitskrieg drei Millionen Bengalen das Leben und mehr als 20 Millionen Flüchtlinge flohen nach Indien. Viele Inder sehen die unermessliche Zahl an Flüchtlingen nach Nordostindien als eigentlichen Grund für das indische Eingreifen in den Konflikt. Ab dem Frühjahr 1972 wurde Bangladesch nach und nach von der Mehrheit der Staatengemeinschaft anerkannt; Pakistan erkannte das Land im Februar 1974 an.

Nach seiner Unabhängigkeit wurde Bangladesch eine parlamentarische Demokratie mit Mujib als Premierminister. 1973 gewann die Awami-Liga die absolute Mehrheit. 1973, 1974 und Anfang 1975 traten landesweit Hungersnöte auf. Mujib führte ein Ein-Parteien-Regime ein und benannte die Awami-Liga in BAKSAL um. Am 15. August 1975 wurden Mujib und seine Familie bei einem Militärputsch umgebracht. In den nächsten drei Monaten folgten eine Reihe von Putschen und Gegenputschen, bis General Ziaur Rahman an die Macht kam. Er führte wieder ein Mehr-Parteien-System ein und gründete die BNP (Bangladesh Nationalist Party). Zia wurde 1981 von Militärs umgebracht. Etwas später kam General Hossain Mohammad Ershad bei einem unblutigen Staatsstreich an die Macht. Er regierte bis zu einem Volksaufstand 1990. Seit diesem Zeitpunkt ist Bangladesch zur parlamentarischen Demokratie zurückgekehrt. Zias Witwe Khaleda Zia errang mit der BNP 1991 und 2001 Wahlsiege und war von 1991 bis 1996 und von 2001 bis 2006 Regierungschefin. Von 1996 bis 2001 war Hasina Wajed, eine überlebende Tochter von Mujib und Führerin der Awami-Liga, Regierungschefin.

In Bangladesch gibt es massive Korruption, Unordnung und politische Gewalt. In jüngster Vergangenheit macht Bangladesch wegen einer umstrittenen Parlamentswahl von sich reden, die im Januar 2007 stattfinden sollte. Anfang Januar kam es zu so schweren Unruhen unter Führung der oppositionellen Awami-Liga, dass Staatspräsident Iajuddin Ahmed am 11. Februar den Ausnahmezustand über das Land verhängte. Eine Übergangsregierung unter dem Ökonomen Fakhruddin Ahmed hat die Amtsgeschäfte seither übernommen. Ein neuer Wahltermin wurde bisher noch nicht festgesetzt. Aus Regierungskreisen hieß es, dass die Übergangsregierung zunächst Reformen durchführen wolle, um freie und faire Wahlen zu garantieren. Außerdem solle die Korruption bekämpft werden. Seit dem 11. Februar wurden in ganz Bangladesch fast 100.000 Menschen verhaftet. Unter den Verhafteten sind viele Spitzenpolitiker, wie der Sohn der ehemaligen Premierministerin Khaleda Zia (BNP). Er gilt als einer der korruptesten Politiker des Landes.

Obwohl die Notstandsregierung in der Bevölkerung gewisse Popularität erlangen konnte, formierten sich im August 2007 Studentenproteste, die bald auf das ganze Land übergriffen. Ende August sah sich die Regierung daher gezwungen, eine Ausgangssperre zu verhängen.

Nach der Verfassung von 1972 (letztmalig geändert 2004) ist Bangladesch eine Republik mit einem Einkammerparlament. Das Parlament (Jatiya Sangsad Bhaban, deutsch: „Haus der Nationalversammlung“) hat 330 Abgeordnete, von denen 300 direkt gewählt werden, 30 Sitze sind für Frauen reserviert. Parlamentswahlen finden alle fünf Jahre statt. Das allgemeine Wahlrecht gilt ab 18 Jahren.

Regierungschef des Landes ist der Premierminister, der vom Parlament gewählt wird. Der Präsident übernimmt als Staatsoberhaupt zeremonielle Aufgaben. Er wird ebenfalls vom Parlament auf fünf Jahre gewählt. Es ist eine einmalige Wiederwahl möglich.

Seit sechs Jahren baut Indien an einem mit Stacheldraht gesicherten Grenzwall, welcher die 4.000 km lange Grenze gegen illegale Migration aus Bangladesch abriegeln soll. In Indien leben nach Schätzungen etwa 20 Millionen Bangladescher.

Die Hauptstadt Dhaka, vor Chittagong und Khulna die größte Stadt des Landes, hatte bei der Volkszählung am 22. Januar 2001 in der eigentlichen Stadt 5.378.023 Einwohner (9.912.908 in der Agglomeration). Heute wird die Zahl der Bewohner auf etwa 12 Millionen geschätzt. Fast die Hälfte von ihnen lebt in Elendsvierteln. Dhaka gehört als eine der am schnellsten wachsenden Städte weltweit zu den Megastädten.

Die Streitkräfte Bangladeschs umfassen rund 125.500 Soldaten. Rund 8.000 Soldaten sind hierbei im Einsatz für Friedensmissionen der Vereinten Nationen.

Bangladeschs Wirtschaft ist, im Gegensatz zu vielen anderen ärmeren Staaten, auf solidem Wachstumskurs. In den letzten Jahren bewegte sich das Wirtschaftswachstum bei 5 %, 2005 erreichte es 6,2 %.

Nach wie vor ist die Bedeutung der Landwirtschaft sehr groß, arbeiten doch 56 % aller Erwerbstätigen in ihr; der Beitrag zum BIP beläuft sich jedoch nur auf 23 %, während die Industrie 25 % und der Dienstleistungssektor 52 % erwirtschaften.

Die international operierende Fluggesellschaft Biman Bangladesh Airlines gehört zu 100 % dem Staat.

Mit einem BIP pro Kopf von etwa 460 US-Dollar im Jahr 2007 gehört Bangladesch zu den ärmsten Ländern der Erde. Beim HDI nimmt es Rang 139 von 175 erfassten Ländern ein.

Ein großes Problem des Staates ist der hohe Grad an Korruption. Bangladesch liegt auf Platz 147 von 180 im Corruption Perceptions Index 2008, der von Transparency International veröffentlicht wird.

Im Jahr 2000 wurden für 8,403 Milliarden US-Dollar Waren importiert und für 5,762 Milliarden US-Dollar exportiert, so dass die Außenhandelsbilanz einen negativen Saldo von 2,641 Milliarden US-Dollar aufwies. Hauptexportgut sind mit einem Anteil von über 75 % Textilien.

Die Infrastruktur Bangladeschs ist in einem unsoliden Zustand, unter anderem durch häufige und starke Überschwemmungen während der Monsunzeit. Das Straßennetz hat eine Länge von 222.990 Kilometern, davon sind 15,7 Prozent (35.038 Kilometer) befestigt. Das Schienennetz des Staates umfasst 2706 Kilometer (Stand: 1995). Es gibt drei internationale Flughäfen (Dhaka, Chittagong und Sylhet) und zwei Seehäfen (Chittagong, Mongla).

Die Filmindustrie Bangladeschs hat ihr Zentrum in der Hauptstadt Dhaka. Vor der Teilung Indiens im Jahre 1947 wurden Filme in bengalischer Sprache meist in Kolkata produziert. Der größte Teil der bangladeschischen Filmproduktion sind Unterhaltungsfilme im typischen südasiatischen Stil mit Tanz- und Gesangseinlagen. Zu den von Kritikern meistbeachteten Filmemachern gehören Zahir Raihan, Alamgir Kabir, Humayun Ahmed, Tanvir Mokammel und Tareque Masud. Seit 2003 reicht das Land Filme für die Wahl zum Oscar für den besten fremdsprachigen Film ein...

1 Liegt größtenteils in Afrika.  2 Liegt zum Teil auch in Ozeanien.  3 Liegt zum Teil auch in Europa.

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Liste der Regierungschefs von Bangladesch

Wappen des Ministerpräsidenten Bangladeschs

Diese Liste der Regierungschefs von Bangladesch umfasst alle Leiter der Regierungen des jungen Staates seit der Gründung 1971. Der Status dieser Amtsinhaber war verschieden - verfassungsgemäß gibt es dafür einen Premierminister.

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Liste der Städte in Bangladesch

Die Liste der Städte in Bangladesch bietet einen Überblick über die Entwicklung der Einwohnerzahl der größeren Städte des südasiatischen Staates Bangladesch.

Die mit Abstand größte Agglomeration in Bangladesch ist Dhaka mit einer Einwohnerzahl von 10.403.597 (Volkszählung 2001). Damit konzentriert sich rund zehn Prozent der Bevölkerung des Landes in der Hauptstadtregion.

Die folgende Tabelle enthält alle Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern, deren Namen in deutscher Transkription und in Bengalisch, sowie die Ergebnisse der Volkszählungen (Zensus) vom 1. März 1974, 6. März 1981, 13. März 1991 und 23. Januar 2001. Aufgeführt ist auch die übergeordnete Verwaltungseinheit (Division), zu der die Stadt gehört. Die Einwohnerzahlen beziehen sich auf die jeweilige Gemeinde in ihren politischen Grenzen, ohne politisch selbständige Vororte.

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Distrikt (Bangladesch)

Die 64 Distrikte von Bangladesch sind administrativ den sechs nationalen Divisionen untergeordnet. Die Distrikte, werden auf Bengalisch Jela genannt. Dennoch wird auch die englische Bezeichnung Zila oder Zilla benutzt. Die Distrikte sind abermals unterteilt in so genannte Upazilas. Zumeist ist die Distrikthauptstadt der Namensgeber des jeweiligen Distrikts.

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Olympische Sommerspiele 2008/Teilnehmer (Bangladesch)

Bangladesch nahm bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking zum siebten Mal an einem Olympischen Sommerturnier teil. Die fünf Athleten konnten sich nicht regulär für die Spiele qualifizieren und konnten nur dank Wildcards teilnehmen. Fahnenträger der Eröffnungsfeier war Bubel Rana.

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Sommer-Paralympics 2008/Teilnehmer (Bangladesch)

Bangladesch nahm mit dem Leichtathleten Abdul Quader Sumon an den Sommer-Paralympics 2008 im chinesischen Peking teil, der auch Fahnenträger beim Einzug der Mannschaft war. Ein Medaillensieg Bangladeschs blieb jedoch aus.

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Römisch-katholische Kirche in Bangladesch

Die römisch-katholische Kirche in Bangladesch wurde im 17. Jahrhundert begründet. 1598 siedelte sich der Jesuit Francisco Fernandez in Chittagong im Süden des heutiges Bangladeschs an.

1971 wurde die Bischofskonferenz von Bangladesch (Catholic Bishop's Conference of Bangladesh, CBCB) gegründet.

Neben der Grameen Bank, die von dem Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus gegründet wurde, ist die "Christliche Kooperative für genossenschaftliche Kredite von Dhaka" die älteste gemeinnützige Kreditbank von Bangladesch. Die katholische Einrichtung wurde am 3. Juli 1955 von der Kongregation vom Heiligen Kreuz CSC gegründet. Aus der Genossenschaftsbank von Dhaka sind über 400 weitere Banken entstanden, die sich vor allem im Bereich Mikrokredit engagieren sowie im Kampf gegen AIDS, Rehabilitation von Drogenabhängigen, Sicherstellung der Trinkwasserversorgung und Aquakultur.

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Source : Wikipedia