Bamberg

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Geschrieben von robby 28/02/2009 @ 09:00

Tags : bamberg, bayern, deutschland

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Bamberg

Wappen der Stadt Bamberg

Bamberg (mittelalterlich: Babenberg, fränkisch: Bambärch) ist eine kreisfreie Stadt im bayerischen Regierungsbezirk Oberfranken und gleichzeitig Standort des Landratsamtes Bamberg. Bamberg ist Universitäts-, Schul- und Verwaltungsstadt, wichtiges Wirtschaftszentrum Oberfrankens, sowie Sitz des gleichnamigen Erzbistums. Die Stadt ist in der Landesplanung als Oberzentrum des westlichen Oberfrankens ausgewiesen und ist Mitglied in der Metropolregion Nürnberg. Bamberg ist Mittelpunkt eines Ballungsraums von über 200.000 Einwohnern und gilt als wichtigstes Zentrum im oberfränkischen Raum.

Die sehenswerte Altstadt besitzt den größten unversehrt erhaltenen historischen Stadtkern in Deutschland und ist seit 1993 als Weltkulturerbe in die Liste der UNESCO eingetragen. Darüber hinaus ist Bamberg überregional bekannt für seine vielfältige und eigenständige Biertradition.

Die alte fränkische Kaiser- und Bischofsstadt erstreckt sich über eine Talsenke, durch die die Regnitz fließt. Sie verlässt Bamberg in nordwestlicher Richtung und mündet sieben Kilometer vom Stadtzentrum entfernt bei Bischberg in den Main. Nach Süden erstreckt sich das Regnitztal bis nach Nürnberg, im Osten liegt die Fränkische Schweiz, im Nordosten und Westen das Maintal, im Nordwesten die Haßberge und im Westen der Steigerwald. Das Stadtgebiet grenzt an die umliegenden Gemeinden (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn) Gundelsheim, Memmelsdorf, Litzendorf, Strullendorf, Pettstadt, Stegaurach, Bischberg, Oberhaid und Hallstadt.

Das Stadtgebiet hat eine Fläche von 54,58 Quadratkilometern. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 9,6 Kilometer, die Ost-West-Ausdehnung 9,7 Kilometer. Die Altstadt liegt auf der Insel zwischen den beiden Regnitzarmen sowie westlich des linken Regnitzarmes (Domberg). Später dehnte sich die Stadt vor allem nach Osten aus.

Bamberg gliedert sich in die Stadtteile: Berggebiet, Mitte (Inselstadt), Theuerstadt (Gärtnerstadt, St. Gangolf), Wunderburg, Gereuth, Nord (St. Otto), Ost (St. Heinrich), Gartenstadt (St. Kunigunda).

Bamberg hat ca. 650 Straßen, Plätze und Gassen.

Die ältesten Relikte Bamberger Vorgeschichte sind vermutlich die im 19. Jahrhundert gefundenen Bamberger Götzen. Im Jahre 902 wurde zum ersten Mal ein „Castrum Babenberch“ auf dem heutigen Domberg genannt. Es gehörte dem ostfränkischen Geschlecht der älteren Babenberger, die das Lehen 903 in einer blutigen Fehde mit den rheinfränkischen Konradinern verloren. Bei der sogenannten Babenberger Fehde starben drei babenbergische Brüder. Die Besitzungen fielen an den König und blieben bis 973 Königsgut. Kaiser Otto II. schenkte das Castrum seinem Vetter, dem Herzog von Bayern, Heinrich dem Zänker.

1007 erfolgte die Gründung des Bistums durch Kaiser Heinrich II., den Sohn Heinrichs des Zänkers und im gleichen Jahr ließ er den ersten Dom errichten, der aber zweimal abbrannte und durch den heutigen, aus dem 13. Jahrhundert stammenden Bau ersetzt wurde. Im Januar 1430 rückten die Hussiten auf Bamberg vor. (siehe auch Hussitenkriege). Domkapitel samt Domschatz (heute im Diözesanmuseum Bamberg) flohen auf die Giechburg, der Bischof selbst floh nach Kärnten. Die wohlhabenden Bürger flüchteten nach Forchheim und Nürnberg. Die Hussiten nahmen Bamberg jedoch nicht ein. Als die Hussiten Scheßlitz erobert hatten, plünderten die in Bamberg verbliebenen Handwerker, Tagelöhner und Bauern erst die Weinkeller und dann die Bürgerhäuser und Klöster. Kurz darauf handelte Markgraf Friedrich von Brandenburg mit Andreas Prokop, Heerführer der Hussiten, auf Burg Zwernitz einen Waffenstillstand aus und Bamberg zahlte 12.000 Gulden Lösegeld um der Brandschatzung zu entgehen.

Ein Aufstand der Bürger im 16. Jahrhundert gegen die fürstbischöfliche Macht blieb erfolglos. Unter den Fürstbischöfen Lothar Franz und Friedrich Carl von Schönborn erlebte die Stadt in der Barockzeit eine kulturelle Blüte. Im Dreißigjährigen Krieg litt die Stadt sehr unter den schwedischen Truppen, im Siebenjährigen Krieg durch preußische und zu Zeiten Napoleons durch französische Truppen.

Stadt und Stift wurden im Frieden von Lunéville dem Kurfürstentum Bayern als Kompensation für den Verlust der Pfalz an Frankreich in Aussicht gestellt. Noch vor der endgültigen Fixierung im Reichsdeputationshauptschluss begann Bayern am 2. September 1802 das Territorium des Hochstifts militärisch zu besetzen und erklärte das Gebiet am 29. November endgültig zu einer bayerischen Provinz. Fürstbischof Christoph Franz von Buseck trat zurück und besiegelte damit das Ende der Selbständigkeit Bambergs.

Während der Märzrevolution in den Jahren 1848/49 war Bamberg eine Hochburg der radikalen Demokraten, weshalb die Stadt bei der Regierung in München als besonders radikal galt. Bekannteste Persönlichkeiten waren die Anwälte Nikolaus Titus und Ignatz Prell sowie der Arzt Heinrich Heinkelmann und der Journalist Karl Heger. Hier wurden die sogenannten 14 Bamberger Artikel, ein Grundrechtekatalog, verlesen.

Am 25. und 26. Mai 1854 hielten acht deutsche Mittelstaaten (Bayern, Sachsen, Hannover, Württemberg, Baden, Kurhessen, Hessen-Darmstadt und Nassau) in Bamberg die „Bamberger Konferenz“ ab, in der sie sich über ihre Stellung zu den beiden Großmächten Österreich und Preußen in der orientalischen Angelegenheit verständigten.

1909 wurde in Bamberg eine der ersten Pfadfindergruppen in Deutschland gegründet.

Nach dem Ersten Weltkrieg flüchtete am 7. April 1919 die kurz zuvor gewählte Bayerische Staatsregierung (Kabinett Hoffmann) in den Auseinandersetzungen um die Münchner Räterepublik nach Bamberg, von wo aus sie militärische Unterstützung zur Niederschlagung der Räterepublik anforderte. Nachdem die Räterepublik von Reichswehr und Freikorps gewaltsam beendet worden war, wurde am 14. August 1919 die Bamberger Verfassung als erste demokratische Verfassung für Bayern unterzeichnet.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehörte Bamberg zur Amerikanischen Besatzungszone. Von der Militärverwaltung wurde ein DP-Lager für sogenannte Displaced Persons angelegt. Bamberg ist seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges Standort einer Garnison der US Army.

Die wechselnde Wasserführung der Regnitz stellt seit Jahrhunderten eine Bedrohung für die Stadt dar. Im Juli 1342 riss das Magdalenenhochwasser eine Brücke mit sich. Wohl das größte Hochwasser war am 2. Februar 1784, dem die Häuser am Ufer im Mühlenviertel zum Opfer fielen. Auch die Brücken wurden stark beschädigt. Insbesondere die erst 1756 fertiggestelte Seesbrücke, die heutige Kettenbrücke, mit ihrer barocken Ausstattung wurde durch Eisschollen und mitgerissene Baumstämme zerstört.

Im Stadtgebiet sind Hochwassermarken u. a. in der Langen Straße, am Hochzeitshaus, in der Fischerei und an der Walkmühle zu finden. Dort sind auch die Vergleichswerte des letzten großen Hochwassers von 2004 verzeichnet. Weitgehenden Hochwasserschutz bieten seit 1964 das Jahnwehr und das Hochwassersperrtor bei Bug.

Das ehemalige Hochstift Bamberg bildet gemeinsam mit dem Hochstift Würzburg und Mainz, der benachbarten - protestantischen - Markgrafschaft Bayreuth und der kleinen schwäbischen Grafschaft Wiesensteig eines der Hauptzentren der frühneuzeitlichen Hexen- und Zaubererverfolgung in Süddeutschland. Die erste bekannte Hinrichtung aufgrund des Vorwurfs der Hexerei fand im Gebiet des Hochstiftes bereits am 24. August 1421 durch die Verbrennung des angeblichen "Schadenszauberers" Jakob Vogler auf dem 20 Meilen vor der Stadt gelegenen Pleydenstein statt. In Folge lang anhaltender, teils gewalttätiger Machtauseinandersetzungen, zwischen Bürgern und dem jeweiligen regierenden Fürstbischof Bambergs, einer durch Missernten und Kriegseinwirkungen ausgelösten Hungersnot und eines starken persönlichen Hexenglaubens des regierenden Bamberger Fürstbischofs Johann Georg II. Fuchs von Dornheim, genannt der "Hexenbrenner" (1623–1633), erreichten die Verfolgung und Hinrichtung von Personen und ganzer Familien unter dem Vorwand der Hexerei in Bamberg in den 1620er und frühen 1630er Jahren ihren Höhepunkt. Johann Georg II. Fuchs von Dornheim errichtete speziell für die Inhaftierung von der Hexerei Beschuldigten im Jahr 1627 das einst im Bereich der heutigen Promenade gelegene sog. Drudenhaus . Neben zahlreichen anderen Bamberger Bürgern und Mitgliedern des Domkapitels wurde im August 1628 unter dem Vorwand der Hexerei auch der Bürgermeister der Stadt Bamberg Johannes Junius im Drudenhaus festgesetzt. Dieser schrieb hier vor seiner Hinrichtung in seinem Abschiedsbrief an seine Tochter: „Unschuldig bin ich in das gefengnus kommen, unschuldig bin ich gemarttert worden, unschuldig muß ich sterben …“ Bis 1632 wurden weit über 300 Menschen in Bamberg als Hexen oder Hexer hingerichtet. Erst der Einmarsch Schwedischer Truppen setzte dem Treiben des Bischofs und seiner Häscher ein Ende. Die Hochzeit der Bamberger Hexenverfolgung ist durch die um 1830 im Antiquariatshandel in mehreren Konvoluten aufgetauchten umfangreichen Prozessakten gut dokumentiert. Diese wurden für das Archiv der Stadt erworben und befinden sich heute in der Handschriftensammlung der Staatsbibliothek Bamberg. Ob diese Akten allerdings den Gesamtbestand der Bamberger "Hexenakten" darstellen, darf aufgrund ihrer Erwerbsumstände bezweifelt werden. Dennoch wird aus dem der Hexerei beschuldigten Personenkreis, und den Prozessumständen mehr als deutlich, dass es bei den Bamberger Hexenprozessen in erster Linie um machtpolitische Auseinandersetzungen ging. Fürstbischof Johan Georg II. Furchs von Dornheim nutzte den Vorwurf der Hexerei gezielt zur Ausschaltung machtpolitischer Gegner im Domkapitel sowie im städtischen Bürgertum Bambergs.

Die 1647 gegründete Universität wurde 1803 aufgehoben, bestand aber weiter als „Philosophisch-Theologische Hochschule“. Erweitert durch alle universitären Fakultäten nahm sie im Wintersemester 1946/1947 in der Hoffnung, sich zur vierten bayerischen Landesuniversität entwickeln zu können, den Lehrbetrieb auf. Energischer Initiator war der damalige Rektor Benedikt Kraft. Er berief namhafte Professoren, die bisher in Königsberg oder Breslau gelehrt hatten, sowie Richter vom Reichsgericht in Leipzig. Viele aus dem Krieg zurückgekehrte ehemalige Soldaten begannen hier ihr Studium, das von Semester zu Semester erweitert wurde. Die Ausbaupläne zerschlugen sich dann, Regensburg wurde die vierte bayerische Landesuniversität. 1972 wurde die Bamberger Hochschule als Gesamthochschule wiedergegründet und 1979 zur Universität erhoben. Die nach ihren Gründern benannte Otto-Friedrich-Universität Bamberg beherbergt geistes- und sozialwissenschaftliche Fakultäten sowie eine Fakultät für „Wirtschaftsinformatik und Angewandte Informatik“. Derzeit (2007) wird der Fachbereich Sozialwesen aufgelöst und in die Hochschule Coburg integriert.

Das in Dillingen und danach in Augsburg kasernierte Ulanenregiment Kaiser Wilhelm II., König von Preußen, welches den Spitznamen Sekt-Ulanen hatte, wurde nach Bamberg verlegt und war im Ersten Weltkrieg (1914-1918) am letzten großen Lanzengefecht, an der Reiterattacke von Lagarde, beteiligt.

Im Mittelalter und der frühen Neuzeit wuchs die Bevölkerung von Bamberg nur langsam und ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. Während des Dreißigjährigen Krieges sank die Bevölkerung Bambergs auf 7.000 Einwohner im Jahre 1648. Vor dem Krieg waren es noch 12.000. Mit dem Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Lebten 1811 erst 17.000 Menschen in der Stadt, so waren es 1900 bereits 42.000.

Bis 1939 stieg die Bevölkerungszahl auf 59.000. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg brachten die vielen Flüchtlinge und Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten der Stadt innerhalb weniger Monate einen Zuwachs um 16.000 Personen auf 75.000 Einwohner im Dezember 1945. Im Jahre 1953 stieg die Bevölkerungszahl auf den historischen Höchststand von 77.000. Bis Juni 1972 sank die Bevölkerung der Stadt auf 69.000. Eingemeindungen am 1. Juli 1972 brachten einen Zugewinn von 7.207 Personen auf über 76.000 Einwohner. Am 30. Juni 2006 betrug die Amtliche Einwohnerzahl für Bamberg nach Fortschreibung des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung 70.063 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1811 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die Ortsanwesende Bevölkerung, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Bürgermeister und Stellvertreter ist Werner Hipelius (CSU).

1958 hat die Stadt Bamberg für die auf Grund der Beneš-Dekrete aus ihrer Heimat vertriebenen Sudetendeutschen aus dem Gebiet um die tschechische Stadt Troppau die Patenschaft übernommen.

Bamberg wurde wie Rom auf sieben Hügeln (Stephansberg, Kaulberg, Domberg, Michaelsberg, Jakobsberg, Altenburg, Abtsberg) erbaut und deshalb auch manchmal als Fränkisches Rom bezeichnet. Da Bamberg im Zweiten Weltkrieg weitgehend von Bombardierungen verschont blieb, bietet die Altstadt bis heute das nahezu unveränderte Bild der ursprünglichen Dreigliederung in geistliche Bergstadt (im Umfeld des Kaiserdoms, bürgerliche Inselstadt (zwischen den beiden Flussarmen der Regnitz) und der Gärtnerstadt. Überragt vom Dom stellt die Stadt ein denkmalgeschütztes Ensemble zwischen mittelalterlicher und barocker Baukunst dar.

1993 wurde die Altstadt in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen. In der Begründung heißt es, Bamberg repräsentiere in einzigartiger Weise die auf einer Grundstruktur des Frühmittelalters entwickelte mitteleuropäische Stadt. Das in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommene Areal umfasst die drei historischen Stadtzentren, Berg-, Insel-, und Gärtnerstadt mit einer Gesamtfläche von etwa 140 Hektar.

Die 100-Euro-Gedenkmünze aus Gold des Jahres 2004 aus der Reihe UNESCO-Welterbe zeigt eine historische Stadtansicht Bambergs.

Umfangreiche Aktivitäten im Bereich der Denkmalpflege haben zu einem guten Restaurierungszustand geführt. Im Juli 2005 hat die Stadt Bamberg ein eigenes Dokumentationszentrum Welterbe als Koordinierungs- und Anlaufstelle zu allen Belangen des UNESCO-Welterbes eingerichtet.

Bamberger Kirchen bilden ein imaginäres Kreuz. Der Längsbalken besteht aus den Kirchen St. Jakob, Dom, St. Martin und St. Gangolf, der Querbalken aus St. Stephan, Obere Pfarre, Dom und St. Michael. Diese vier Kirchen sind auch als der sogenannte Vierkirchenblick bekannt. Wobei der Mittelpunkt dieses Kreuzes nicht, wie anzunehmen ist, der Dom wäre, es handelt sich hierbei um eine 1777 eingelegte Säule, welche den Namen „Tattermannsäule“ trug. An ihre Stelle trat zum 1000-jährigen Jubiläum des Bistums Bamberg ein „unterirdisches“ Denkmal. Ein Denkmal, das ein Künstler aus Israel - mit familiären Wurzeln in Bamberg - schuf.

Die etwas außerhalb des Querbalkens stehende Kirche St. Jakob wird als das gesenkte Haupt Christi gedeutet.

Ein weiteres imaginäres Kreuz bildet der Grundriss des Doms; das gesenkte Haupt Christi wird durch einen außerhalb der Linie angeordneten Scheitelstein im Westchor des Domes dargestellt.

Die im Jahr 1993 in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit aufgenommene Stadt Bamberg besitzt in der Kernstadt über 1200 Baudenkmale.

Die Immunitäten waren geistliche Frei- oder Sonderbezirke der Stifte mit Ummauerung und eigener niederer Gerichtsbarkeit, in denen ab dem 12. Jahrhundert fast die Hälfte der Bamberger Bevölkerung lebte.

Der Basketballverein Brose Baskets wurde 2005 (als GHP Bamberg) und 2007 Deutscher Basketball-Meister, in den Jahren 1993 (als TTL Bamberg), 2003 (als TSK uniVersa Bamberg) und 2004 (als GHP Bamberg) Vizemeister und 1992 (als TTL Bamberg) Deutscher Pokalsieger. Aufgrund der fanatischen Anhänger des Vereins und der breiten Begeisterung innerhalb der relativ kleinen Stadt ist Bamberg bei den deutschen Basketball-Fans unter der Bezeichnung „Freak-City“ bekannt.

Der SKC Victoria ist achtfacher deutscher Meister im Kegeln der Männer, fünfmal Pokalsieger des DKBC, viermal Weltpokalsieger, dreimal Europapokalsieger und zweimal Champions-League-Sieger. Die Damen der SKC Victoria sind viermal deutscher Meister, zweimal Pokalsieger, einmal Europapokalsieger, zweimal Weltpokalsieger und zweimal Champions-League-Sieger.

Die Schachspieler vom SC 1868 Bamberg waren dreimal Deutscher Meister (1966, 1976, 1977) und einmal Deutscher Pokalsieger (1983/84).

Der Tauchclub war 2004 Deutscher Vize-Meister, 2007 Deutscher Meister und ist 2008 amtierender Deutscher Meister und Vize-Champions-Cup-Sieger Unterwasserrugby.

Der Bridgeclub Bamberger Reiter ist, nach 1994, 1998, 2003, 2006 und 2007 amtierender Bundesligameister 2008. Weitere Erfolge: Deutscher Teammeister 2005, 2006 und 2008, Gewinner des Europäischen Championscup der Landesmeister 2006 (Sieg am 15. Oktober 2006 in Rom). 2007 wurde der 3. Platz beim Europäischen Championscup der Landesmeister erreicht. Bamberg stellt 2008 mit Wilhelm Gromöller den deutschen Meister der Senioren. Michael Gromöller ist amtierender deutscher Meister (2008) im Mixed Team. Durch den 3. Platz bei den Europameisterschaften 2008, bei denen Bamberg die deutsche Nationalmannschaft stellte, ist die Mannschaft auch für die Weltmeisterschaften 2009 qualifiziert. Sabine Auken (geb. Zenkel) ist dreifache Weltmeisterin, amtierende Vizeweltmeisterin und bei den Damen aktuelle (Februar 2009) Nr. 1 der Weltrangliste. Der Bamberger Club ist damit der erfolgreichste deutsche Bridgeclub der letzten Jahre.

Erfolgreichster Fußballverein ist der 1. FC Eintracht Bamberg, welcher 2006 aus der Fusion des 1. FC 01 Bamberg und dem TSV Eintracht Bamberg entstand. Nach zwei Jahren in der Bayernliga stieg der Verein 2008 in die Regionalliga Süd auf. Die erfolgreichste Zeit des Vorgängervereins 1. FC 01 Bamberg lag jedoch in den 1950er-Jahren. Zwischen 1990 und 1993 errang auch der zweitälteste Fußballverein SC 08 Bamberg einige bemerkenswerte Erfolge (Bayernliga und Achtelfinale im DFB-Pokal 1991).

In der Bierstadt Bamberg gibt es heute noch neun traditionelle, eigenständige Privatbrauereien und eine Gasthausbrauerei (Ambräusianum), die für eine einzigartige Biervielfalt sorgen (siehe auch oberfränkische Brauereien). Eine besondere Spezialität ist dabei das Bamberger Rauchbier, das von den beiden Brauereien Brauerei Spezial und Schlenkerla gebraut wird und seinen rauchigen Geschmack durch die Verwendung von geräuchertem Malz erhält. Darüber hinaus existieren in Bamberg zwei große Handelsmälzereien und eine Brauereimaschinenfabrik. Somit zählt das Braugewerbe zu einem wichtigen Standbein der lokalen Wirtschaftsstruktur.

Eine weitere Spezialität Bambergs sind die Bamberger Hörnla einerseits als Croissant-artiges Gebäck und andererseits als Kartoffelsorte.

Im Jahr 2006 gab es in Bamberg etwa 47.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Wichtigste Industriebranche ist die Kfz-Zulieferindustrie (51 % der Industriebeschäftigten 2004), gefolgt von der Elektrotechnik und dem Ernährungsgewerbe. Der traditionelle Wirtschaftszweig der Gemüsegärtner, der die Stadt seit ihren Anfängen über Jahrhunderte prägte, ist noch immer lebendig. Daneben spielt der Tourismus für die Wirtschaft der Stadt eine wichtige Rolle.

Die Wasserversorgung der Stadt war früher durch Brunnen gesichert. Es handelte sich hierbei überwiegend um Brunnen auf Privatgrund, von denen es ca. 300 gab. Des Weiteren versorgten öffentliche Brunnen, gebaut und unterhalten durch die öffentliche Hand, die Stadt mit Wasser. Daneben gab es bereits eine Art Fernwasserversorgung mit Leitungen aus Brunnen in der Umgebung, die vor allem von kirchlichen und klösterlichen Einrichtungen genutzt wurde.

Der Ausbau eines städtischen Rohrnetzes begann im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts. Seit den 1970er Jahren ist Bamberg – neben seinen eigenen Wasserbrunnen – an die Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO) angeschlossen. Diese speist seit Frühjahr 1975 Wasser aus der Ködeltalsperre in das städtische Wasserversorgungsnetz ein.

Die Stadt ist Teil der Bierregion Franken an der Grenze zwischen Wein- und Bierfranken. Von ehemals 68 historischen Braustätten gibt es derzeit (2008) noch acht Brauereien mit alter Tradition in Bamberg: Brauerei Mahr, Brauerei Fässla, Brauerei Schlenkerla, Brauerei Spezial, Klosterbräu Bamberg, Brauerei Greifenklau, Brauerei Keesmann und die Brauerei Kaiserdom im ehemals selbständigen Stadtteil Gaustadt. Eine Gasthaus-Brauerei, das Ambräusianum, die Röstmalzbierbrauerei und die Versuchsbrauerei der Mälzerei Weyermann eröffneten 2004. Bis 2008 existierte noch die Maisel-Bräu. In der Stadt Bamberg bestehen daher derzeit elf Brauereien, die Bier verkaufen. Daneben gibt es noch die kleine, zollrechtlich zugelassene Brauerei Robesbierre, die aber kein Bier verkauft.

Im Jahre 1907 gab es den so genannten Bamberger Bierkrieg, bei dem ein Boykott der Bevölkerung die Brauereien zwang, die Bierpreiserhöhung von zehn auf elf Pfennig wieder rückgängig zu machen.

Bamberg ist mit einem Binnenhafen am Main-Donau-Kanal (Regnitz), zwei Autobahnen (A 70/E48 und A 73) und einem ICE-Bahnhof ins Verkehrsnetz eingebunden.

Von 1897 bis 1922 bediente die Elektrische Straßenbahn Bamberg AG den Stadtverkehr. Heute gibt es über 22 Buslinien, die das Stadtgebiet nahezu lückenlos bedienen. Auch angrenzende Gemeinden (Bischberg, Gundelsheim, Hallstadt, Memmelsdorf und Stegaurach) deckt das Liniennetz ab. Zum 1. Januar 2010 tritt die Stadt dem Verkehrsverbund Großraum Nürnberg bei.

Im Fernverkehr liegt Bamberg an der Nord-Süd-Strecke Leipzig–Nürnberg und wird im Zweistunden-Takt von ICE-Zügen angefahren. Während die Verbindung in Richtung Berlin aktuell über Saalfeld und Jena verläuft, wird sie nach Fertigstellung der Schnellfahrstrecke Nürnberg–Erfurt voraussichtlich ab 2015 über Erfurt geführt. Bamberg ist der Ausgangspunkt der Bahnstrecken nach Nürnberg, Hof, Würzburg und Ebern. Die Bahnstrecke nach Scheßlitz wurde 1988 stillgelegt, nachdem bereits 1985 der Personenverkehr eingestellt worden war.

Derzeit wird ein Anschluss an das S-Bahn-Netz des Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) geprüft. Es ist geplant, dass stündlich eine S-Bahn zwischen Nürnberg und Bamberg verkehrt. Die Bauarbeiten hierfür begannen im August 2006.

Der Flugplatz Breitenau ist einer der ältesten noch in Betrieb befindlichen Landeplätze Deutschlands. Bereits 1912 landete dort das erste Motorflugzeug. Das Jahr 1909 wird als tatsächlicher Beginn der Luftfahrt in Bamberg angesehen. Zu diesem Zeitpunkt begann Willy Messerschmitt zusammen mit dem Stadtbaumeister Friedrich Harth mit der Entwicklung von Fluggeräten.

Als Sitz eines Oberlandesgerichts, eines Landgerichts, eines Amtsgerichts, eines Arbeitsgerichts und einer Justizvollzugsanstalt ist Bamberg ein überregional bedeutsamer Gerichtsstandort.

Die Otto-Friedrich-Universität Bamberg gehört mit rund 10.000 Studierenden (2008) zu den kleineren Universitäten Bayerns. Die Gebäude der Universität sind über das gesamte Bamberger Stadtgebiet verteilt. Ein großer Teil liegt aber im Kern der Bamberger Altstadt. Sprach- und Literaturwissenschaften nehmen zum Teil Gebäude ein, die vorher zum Kaiser-Heinrich-Gymnasium gehörten. Einige Studiengänge sind seit Jahren in Rankings als „Studientipp für Zielstrebige“ ausgewiesen, da Betreuung und gute Organisation hier groß geschrieben werden und man in Bamberg zügig studieren kann.

Zwei Realschulen, eine Wirtschaftschule, Volks- und Förderschulen, fünf Berufliche Schulen, zehn Privatschulen, Volkshochschule Bamberg, Bildungszentrum der Industrie- und Handelskammer, Berufliche Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz), Erzbischöfliches Abendgymnasium für Berufstätige, KEB – Katholische Erwachsenenbildung in der Stadt Bamberg e. V., neun Berufliche Weiterbildungs- und Qualifizierungsstellen und Städtische Musikschule; Taubstummem-Anstalt mit Internat.

Das Aufseesianum wurde 1738 von Domkapitular Jodocus Bernhard Freiherr von Aufseß gestiftet. Hier wurde 1973 der Roman Das fliegende Klassenzimmer von Erich Kästner verfilmt.

Ebenfalls in Betrieb ist das Maria-Ward-Internat in Trägerschaft der Englischen Fräulein (seit 1717).

Zwei weitere kirchliche Internate wurden Ende des 20. Jahrhunderts geschlossen: das Ottonianum (1866–1999, in diözesaner Trägerschaft) und das Marianum (1918–1988, in Trägerschaft der Karmeliten).

Bamberg ist Drehort bekannter Film- und Fernsehproduktionen wie z. B. Endlich Samstag!, Das Sams, Sams in Gefahr, Das fliegende Klassenzimmer (1973) und der Kriminalserien Pfarrer Braun (mit Ottfried Fischer) und Der König mit Günter Strack. 2007 wurde das Märchen Zwerg Nase hier neuverfilmt.

Der hauptamtliche Bürgermeister wurde im Jahr 1818 erstmals von den Bürgern gewählt. Seit 1917 ist die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister.

Die Stadt Bamberg verlieh bisher an 28 verdienstvolle Personen die Ehrenbürgerschaft.

Hier sind die Plaketten und Medaillen aufgeführt, die in Bezug auf Bamberger Persönlichkeiten und Ereignisse geschaffen wurden.

Wegen seiner Lage auf sieben Hügeln wird Bamberg auch als Fränkisches Rom bezeichnet.

Klein Venedig nennt sich außerdem die ehemalige Schiffer- und Fischersiedlung an der Regnitz.

Zudem tragen die Einwohner Bambergs auch den Spitznamen Zwiebeltreter. Er geht zurück auf die Bamberger Gärtner, bei denen das Zwiebeltreten eine wichtige Tätigkeit im Zwiebelanbau war. Sie mussten die Schalotten bei einer bestimmten Größe umtreten, damit das Kraut nicht zu sehr in die Höhe wuchs, sondern die Nährstoffe für das Wachstum der unterirdischen Zwiebel genutzt wurden. Die Bauern banden sich dazu kleine Brettchen an die Schuhe, um nicht versehentlich auf die Zwiebeln zu treten und gingen damit auf die Felder. Ein ähnlicher Spitzname ist Zwiebelfranken.

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Oberlandesgericht Bamberg

Justizgebäude

Das Oberlandesgericht Bamberg ist neben dem Oberlandesgericht München und dem Oberlandesgericht Nürnberg eines von drei bayerischen Oberlandesgerichten.

Das Oberlandesgericht (OLG) hat seinen Sitz in Bamberg. Der Gerichtsbezirk umfasst die Regierungsbezirke Oberfranken und Unterfranken.

Das Gericht nimmt die ihm nach dem Gerichtsverfassungsgesetz (GVG) zugewiesenen Aufgaben wahr. Darüber hinaus besteht beim Oberlandesgericht Bamberg eine im Zusammenhang mit der Abschaffung des Bayerischen Obersten Landesgericht eingeführte Sonderzuständigkeit, derzufolge Rechtsbeschwerden in Bußgeldsachen aus dem gesamten Gebiet des Freistaats Bayern beim Oberlandesgericht Bamberg konzentriert werden.

Das OLG Bamberg ist zusammen mit dem Landgericht Bamberg im Justizgebäude am Wilhelmsplatz untergebracht. Das Gebäude wurde ab 1900 eigens als Gerichtsgebäude errichtet.

Das Oberlandesgericht Bamberg ist mit der Einführung des Reichsgerichtsverfassungsgesetzes im Jahre 1876 aus dem Appellationsgericht Bamberg hervorgegangen, welches seinerseits auf die 1872 erfolgte Zusammenlegung der Appellationsgerichte für Ober- und Unterfranken in Bamberg zurückgeht.

Dem Oberlandesgericht Bamberg ist als einziges Gericht der Bundesgerichtshof in Karlsruhe übergeordnet. Nachgeordnet sind dem Gericht die Landgerichte in Aschaffenburg, Bamberg, Bayreuth, Coburg, Hof, Schweinfurt und Würzburg mit den in ihren Bezirken jeweils gelegenen Amtsgerichten.

An der Spitze des Oberlandesgerichts Bamberg steht dessen Präsident Michael Meisenberg; sein Vorgänge war Prof. Dr. Reinhard Böttcher.

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Hochstift Bamberg

Grab des Heiligen Otto in der Michelskirche in Bamberg

Das Hochstift Bamberg war bis zur Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts der weltliche Herrschaftsbereich des Fürstbischofs von Bamberg. Es war ein geistliches Fürstentum im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation.

Es umfasste vor der Säkularisation ein Gebiet von 3580 Quadratkilomdetern, vorwiegend im fränkischen Raum mit 207.000 Einwohnern, kaum die Hälfte der Bevölkerung, die es vor der Reformation besaß. Bis 1759 hatte das Hochstift auch Besitzungen in Kärnten, unter anderem die Städte Villach, Feldkirchen, Wolfsberg und Tarvis sowie das obere Lavanttal, das Kanaltal und die Gegend um Griffen, die die dortigen Alpenpässe von Nord nach Süd kontrollierten. Ebenso besaß es vom 11. bis 18. Jahrhundert das oberösterreichische Kirchdorf an der Krems.

Von Kaiser Heinrich II. aus Teilen der Bistümer Würzburg und Eichstätt gestiftet, wurde das Bistum Bamberg 1007 von Papst Johannes VIII. bestätigt. In weltlichen Dingen stand es unter dem besondern Schutz des deutschen Königs, in geistlichen unter dem des Papstes. Von den 62 Bischöfen war der erste Heinrichs II. Kanzler Eberhard, 1007–40, der zweite, Suidger, wurde 1046 als Clemens II. Papst. Der sechste, Hermann, förderte die Stiftung der Benediktinerabtei Banz durch die Gräfin Alberada (1071), gründete 1073 das Augustinerstift St. Jakob zu Bamberg, wurde später wegen Simonie und Verschwendung beim Papst angeklagt und 1075 abgesetzt. Sein Nachfolger Rupert († 1102) wurde, weil er sich 1076 aus der Reichsversammlung zu Worms gegen Gregor VII. erklärt hatte, mit dem Bann belegt, später aber losgesprochen und wieder eingesetzt. Der achte Bischof, Otto I. von Mistelbach (1102–1139) wurde der berühmte Apostel der Pommern 1124, starb 1139 und wurde 1189 heilig gesprochen. Von da an wurden die Bischöfe vom Domkapitel gewählt, obgleich die Kaiser bis 1398 das Ernennungsrecht beanspruchten. Der 15. Bischof, Graf Ekbert von Andechs (1203–37), war Gegner König Philipps und kam 1208 in Verdacht, mit Otto von Wittelsbach mit der Ermordung Philipps einverstanden gewesen zu sein. Er flüchtete zu seinem Schwager, König Andreas von Ungarn, wurde seiner bischöflichen Würde entsetzt, geächtet und erst 1214 wieder eingesetzt. Sein zweiter Nachfolger, Poppo, Sohn des Markgrafen Berchtold III. von Istrien, wurde 1242 wegen Vergeudung der Kirchengüter und anderer Vergehen vom Kaiser Friedrich II. entsetzt.

Der 18. Bischof, Heinrich von Schmiedefeld (1242-58), erlangte zuerst besondere Hoheitsrechte und von Kaiser Friedrich II. den Titel eines Fürstbischofs. Der 30. Bischof, Lambert von Brunn (1374 bis 1398), Kanzler Kaiser Karls IV., führte neue Abgaben ein, namentlich den Bierpfennig, der noch nach Jahrhunderten der Lambertiner hieß. Friedrich III. von Aufseß (1421–31) legte teils wegen des Hussitenkriegs, teils wegen der Begünstigung der bambergischen Bürger durch Kaiser Siegismund 1431 die Regierung nieder und starb 1440. Philipp von Henneberg (1475–1487) vertrieb die Juden aus Bamberg und sammelte große Schätze, die seinem Nachfolger Heinrich III. Groß von Trockau (1487–1501), in seinen Kämpfen gegen den Markgrafen Kasimir von Brandenburg sehr zustatten kamen.

Das 1260 durch die Edelherrn von Schlüsselberg gestiftete Hauskloster, das adelige Zisterzienserinnenkloster Schlüsselau wurde von der Stifterfamilie neben umfangreichen Grundbesitz auch mit eigener Hochgerichtsbarkeit ausgestattet. Nachdem ein Teil - der Ort Schnaid - vom Schlüsselbergischen Eigen in den 1330er Jahren in bambergischen Besitz überging, übertrug sich die Halsgerichtsbarkeit auf das Kloster. Nach dem zweiten Markgrafenkrieg überließ die letzte Äbtissin des Klosters gegen eine Leibrente diesen Besitz dem Hochstift Bamberg, welches dann dort das Amt Schlüsselau einrichtete.

Im Jahr 1728 starb das Geschlecht der Marschalk von Ebneth aus, das ihnen gehörende Rittergut Frensdorf fiel mit seinen Appertinenzen an das Hochstift Bamberg. Daraus entstand die Verwaltung Frensdorf und wurde mit dem Amt Schlüsselau zusammengelegt. Bis zum Aufgang des Hochstifts Bamberg in das Kurfürstentum Baiern besaß das Amt je ein eigenes Vogtei- und Steueramt , beide mit Sitz in Frensdorf. Mit der Centgerichtsbarkeit unterstand das Amt Schlüsselau überwiegend dem Centamt Zentbechhofen, jedoch auch den Centen von Burgebrach, Memmelsdorf und der Fronveste Bamberg. Im Bereich der Ortsmarkung des Amtsortes Schlüsselau besaß das Amt das Vorrecht die Delinquenten in Zentfällen direkt an die Fronveste in Bamberg auszuliefern. Das Amt Schlüsselau war besetzt mit einem Verwalter, welcher auch Steuereinnehmer und Ungelder in einer Person war. Des Weiteren war ein Förster und ein Jäger neben dem weiteren Verwaltungspersonal aufgestellt.

Der 39. Bischof, Georg III. Schenk von Limpurg (1505–1522), ließ 1507 durch Johann von Schwarzenberg die berühmte Bamberger Halsgerichtsordnung herausgeben. Sie gab der kirchlichen und staatlichen Gerichtsbarkeit ein verbindliches Regelwerk vor, wie die peinliche Befragung (= Folter) der Angeklagten durchgeführt werden sollte. Da es dadurch möglich wurde, auch die Willkür der Gerichtsorgane zu bestrafen, war die Halsgerichtsordnung ein wesentlicher Fortschritt eines weiterhin die Folter tolerierenden Prozessrechts. Georg III. war außerdem vertrauter Ratgeber des Kaisers Maximilian I., besonders 1518 auf dem Reichstag zu Augsburg, korrespondierte mit berühmten Gelehrten und selbst mit Martin Luther und verbot die Bekanntmachung der päpstlichen Bulle gegen ihn in seinem Gebiet.

1552/53 okkupierte Markgraf Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach einen erheblichen Teil des Hochstifts Bamberg, darunter Niesten, Burgkunstadt und später auch Lichtenfels und setzte hier evangelische Geistliche ein. Der 46. Bischof, Ernst von Mengersdorf (1583–1591), gründete 1586 das ernestinische Priesterhaus und das Gymnasium illustre und erbaute das Residenzschloss Geyerswörth. Fürstbischof Neidhardt von Thüngen (1591–1598), vorher Dompropst in Würzburg, versuchte in Übereinstimmung mit dem dortigen Fürstbischof Julius Echter die teilweise gewaltsame Rekatholisierung seiner Gebiete. Unter dem duldsameren Fürstbischof Johann Philipp von Gebsattel verliefen diese Bemühungen allerdings wieder im Sande. Johann Gottfried I. von Aschhausen (1609–22) rief 1610 die Jesuiten nach Bamberg und setzte unter Einsatz militärischer Gewalt die Gegenreformation durch. Er wurde 1617 auch Fürstbischof von Würzburg. Johann Georg II. Fuchs von Dornheim (1623–1633) verfolgte gleichfalls die Protestanten. Unter seiner Herrschaft kam es zu einer Welle der Hexenverfolgung in Bamberg. Zwischen 1626 und 1630 wurde so der gesamte Stadtrat Bambergs hingerichtet. Auf dem Kurfürstentag in Regensburg 1630 wurde daraufhin die Herausgabe der Akten und die Einhaltung der reichsüblichen Rechtsregeln verlangt. Dornheim floh 1631 vor den Schweden nach Kärnten, wo er an einem Schlaganfall starb. Auch sein Nachfolger Franz von Hatzfeld (1633–1642), zugleich Fürstbischof von Würzburg, musste fliehen; Herzog Bernhard von Weimar bemächtigte sich des Landes und wollte aus den beiden Fürstentümern Bamberg und Würzburg ein Herzogtum Franken bilden, was sein früher Tod vereitelte. Bamberg und Würzburg fielen 1634 wieder Bischof Franz von Hatzfeld zu. Die Reformation hinterließ trotzdem tiefe Spuren im Land: So fielen damals beispielsweise von 190 Pfarrkirchen im Laufe des 16. Jahrhunderts 105 mit den meisten Filialkirchen dem Protestantismus zu, und 1648 standen für 110 Pfarreien noch 64 Priester zur Verfügung. Zur Hebung der Bildung verwandelte Hatzfelds Nachfolger Melchior Otto Voit von Salzburg (1642–1653) 1648 das Gymnasium illustre in eine Universität.

Bamberg war ein Kerngebiet der Hexenverfolgungen. In der Zeit der Hexenprozesse nahmen unter der Regentschaft der Fürstbischöfe von Bamberg Johann Gottfried I. von Aschhausen (1609-1622) und seinem Nachfolger Johann Georg II. Fuchs von Dornheim (1623-1633) die Hexenverfolgungen in Bamberg große Ausmaße an.

Ähnliche massive Verfolgungen lassen sich in Süddeutschland nur in den Hexenprozessserien der Hochstifte Würzburg und Eichstätt sowie in Kurmainz und Ellwangen nachweisen.

1612/1613 und 1617/1618 starben im Hochstift Bamberg 300 Personen in den Flammen der Scheiterhaufen. Allein 1617 wurden 102 Menschen im Hochstift in Hexenprozessen hingerichtet. Bekanntestes Opfer war der Bürgermeister Johannes Junius, der im August 1628 im Hexengefängnis Drudenhaus gefoltert wurde.

Ob Bamberg wirklich ein Kerngebiet der Hexenverfolgung war, da die Zeit historisch gesehen bereits um 1500 begann und nach 1700 endete und die Zeit der nach dem Leben trachtenden Hexenverfolgung im Hochstift Bamberg sich von 1595-1633 bewegt. Im Hochstift Würzburg fand die letzte Hexenhinrichung 1749 statt, die letzte im Territorium der Fürstabtei Kempten 1775 hier musste Anna Maria Schwagel ihren Gang zum Scheiterhaufen antreten. In Posen fand die letzte Hexenhinrichtung 1793 statt. Belegte Zahlen: 1617 im Hochstift Würzburg 300 Hexenverbrennungen und unter Bischof Philipp Adolf von Ehrenberg (1623-1631) fanden 219 Hexen den Tod. Im Bistum Straßburg fanden von 1615-1635 mindestens 5000 Hexenverbrennungen statt. Im Hochstift Bamberg zwischen 1625 und 1630 zweihundertsechsunddreißig Verbrennungen statt.

Lothar Franz von Schönborn (1693–1729), zugleich Koadjutor und Erzbischof von Mainz, leistete in den Kriegen jener Zeit Österreich wichtige Dienste gegen Frankreich, erbaute von 1702 an die jetzige Residenz in Bamberg, 1711–1719 die Schlösser Pommersfelden und Gaibach und versah sie mit Gemäldegalerien. Friedrich Karl von Schönborn (1729–46), zugleich Fürstbischof von Würzburg, gab der Universität 1735 eine medizinische und juristische Fakultät. 1759 wurden die ausgedehnten Besitzungen in Kärnten (siehe oben Abschnitt Geographie) für eine Million Gulden an die Habsburger verkauft. Grund hierfür waren enorme Kriegslasten aus dem Siebenjährigen Krieg, in dem sich das Bamberger Bistum mit Österreich gegen Preußen verbündet hatte. In diesem Krieg wurde Bamberg dreimal von plündernden preußischen Soldaten heimgesucht mit der Erpressung ungeheuer hoher Geldsummen. Der letzte Fürstbischof von Bamberg, Christoph Franz von Buseck (1795–1805), floh 1796 vor den Franzosen nach Prag und 1799 nach Saalfeld. Nach seiner zweiten Rückkehr ließ er (1800) seinen Neffen, den Fürstbischof Georg Karl von Fechenbach zu Würzburg, zum Koadjutor und Nachfolger bestellen. Aber schon 1802 wurde das Fürstbistums durch bayerische Truppen besetzt. Diese erzwangen am 29. September 1802 den Rücktritt des letzten Fürstbischofs. Das Hochstift wurde säkularisiert und dem Kurfürsten von Bayern übergeben.

Nachfolger Buseks als Bischof wurde nach dessen Tod 1805 Georg Karl von Fechenbach. Im Jahr 1818, bei der Neueinteilung der kirchlichen Sprengel nach der Säkularisation wurde Bamberg Sitz eines Erzbischofs mit den Suffraganbistümern Eichstätt, Speyer und Würzburg.

Von da an wurden die Bischöfe vom Domkapitel gewählt, obgleich die Kaiser bis 1398 das Ernennungsrecht beanspruchten.

Infolge des Konkordats von 1817 trat später an die Stelle des Bischofs von Bamberg ein Erzbischof, dessen Diözese den nördlichen Teil von Bayern umfasst, und welchem die Bischöfe von Würzburg, Eichstätt und Speyer untergeordnet sind.

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Source : Wikipedia