Balingen

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Geschrieben von bishop 17/04/2009 @ 22:07

Tags : balingen, baden-württemberg, deutschland

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Balingen

Wappen der Stadt Balingen

Balingen ist eine Stadt im Süden Baden-Württembergs, etwa 70 km südlich von Stuttgart. Sie ist die Kreisstadt und nach Albstadt die zweitgrößte Stadt des Zollernalbkreises und bildet ein Mittelzentrum für die umliegenden Gemeinden. Seit 1. Januar 1974 ist Balingen Große Kreisstadt. Mit der Nachbarstadt Geislingen hat die Stadt eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart.

Der Ort ist nicht zu verwechseln mit der Gemeinde Bahlingen am Kaiserstuhl im Landkreis Emmendingen.

Balingen liegt am Rand der Schwäbischen Alb im Tal der Eyach, einem Nebenfluss des Neckars. Die Stadt ist umgeben von den so genannten Balinger Bergen, darunter der Plettenberg, der Schafberg, die Lochen und das (Lochen-)Hörnle. Westlich der Stadt liegt die Liasebene des Kleinen Heubergs. In Balingen gibt es eine 1724 entdeckte Schwefelquelle.

Grosselfingen, Bisingen, Albstadt, Meßstetten, Hausen am Tann, Dotternhausen, Dormettingen, Geislingen und Haigerloch.

Die Stadt besteht aus der Kernstadt und Stadtteilen Dürrwangen, Endingen, Engstlatt, Erzingen, Frommern, Heselwangen, Ostdorf, Roßwangen, Stockenhausen, Streichen, Weilstetten und Zillhausen, wobei die meisten dieser Stadtteile erst im Rahmen der Gemeindereform der 1970er Jahre nach Balingen eingegliedert wurden. Heselwangen war bereits 1934 nach Balingen und Dürrwangen 1937 nach Frommern eingemeindet worden.

Für die Stadtteile wurden insgesamt neun Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung eingerichtet, das heißt, diese haben jeweils einen von den Wahlberechtigten bei jeder Kommunalwahl neu zu wählenden Ortschaftsrat mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzenden. Die Zahl der Mitglieder im Ortschaftsrat richtet sich nach der Einwohnerzahl der Ortschaft und liegt zwischen 7 und 13. In jeder der Ortschaften gibt es eine Ortschaftsverwaltung, quasi ein „Rathaus vor Ort“, dessen Leiter der Ortsvorsteher ist. Die neun Ortschaften sind: Endingen, Engstlatt, Erzingen, Frommern (mit Dürrwangen und Stockenhausen), Heselwangen, Ostdorf, Streichen, Weilstetten (mit Roßwangen) und Zillhausen.

Balingen bildet ein Mittelzentrum innerhalb der Region Neckar-Alb, zu dessen Mittelbereich neben Balingen selbst die Städte und Gemeinden Dautmergen, Dormettingen, Dotternhausen, Geislingen, Hausen am Tann, Ratshausen, Rosenfeld, Schömberg, Weilen unter den Rinnen und Zimmern unter der Burg gehören.

Balingen wurde im Jahr 863 als Balginga erstmals erwähnt. Im 12. Jahrhundert traten verschiedene Adlige als Ortsherren des kleinen Dorfes auf. Vermutlich gab es auch eine Burg. Balingen gehörte zur bis 1162 existierenden Herrschaft Haigerloch. Balingen fiel dann den Grafen von Hohenberg zu. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erfolgte der Übergang an die Grafen von Zollern, diese machten den Ort zum Sitz der Herrschaft Schalksburg. 1255 wurde die Stadt Balingen gegründet, etwa 200 Meter weiter flussaufwärts zur bisherigen Siedlung in einer Landzunge zwischen Eyach und Steinach. Letztere wurde erst später im Zuge der Stadtbefestigung umgeleitet. Der neue Hauptarm bildete den südlichen Wassergraben, der alte Lauf den westlichen Graben. Mit dem Stadtrecht wuchs die Siedlung rasch an und erhielt eine Ummauerung. 1403 gelangte Balingen durch Kauf an Württemberg; die Stadt wurde bald Sitz eines Amtes. Im 15. Jahrhundert war die Stadt mehrfach verpfändet, so unter anderem an Graf Hans von Werdenberg und an die Herren von Bubenhofen. Die für die Stadt zuständigen Vögte und Obervögte residierten im ehemaligen Zollernschloss.

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Balingen Sitz eines Oberamtes, das ab 1810 zur Landvogtei am oberen Neckar und ab 1818 zum Schwarzwaldkreis gehörte. Nach Feuersbrünsten von 1724 und 1809 wurde die Stadt mit regelmäßigem Grundriss neu erbaut. Die Bewohner betrieben seit dem 19. Jahrhundert hauptsächlich Trikotwebereien und waren in der Handschuh- und Schuhfabrikation tätig, andere betrieben Viehhandel.

1934 wurde das Oberamt Balingen in den Landkreis Balingen überführt, der bei der Kreisreform 1973 Bestandteil des neu gebildeten Zollernalbkreises wurde.

1944 wurden im Rahmen des Unternehmen Wüste in den Ortsteilen Frommern und Erzingen Ölschieferwerke und Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof errichtet. Unter unmenschlichen Bedingungen wurde weitgehend erfolglos versucht, Öl zu gewinnen (siehe auch KZ Bisingen).

Durch die Eingliederung verschiedener Umlandgemeinden überschritt die Einwohnerzahl Balingens 1973 die Grenze von 20.000. Danach stellte die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was die Landesregierung von Baden-Württemberg mit Wirkung vom 1. Januar 1974 beschloss.

Die Balinger Stadtteile haben eine unterschiedliche Geschichte, kamen jedoch nahezu alle über die Grafen von Zollern 1403 an Württemberg. Hier gehörten sie zum Amt bzw. Oberamt Balingen, aus dem 1934 der Landkreis Balingen hervorging. Lediglich Roßwangen kam erst 1938 zum Landkreis Balingen, zuvor gehörte der Ort zum Oberamt Rottweil.

Dürrwangen wurde 1064 als Durniwach erstmals erwähnt. Ab 1306 sind Herren von Dürrwangen erwähnt. Die Oberhoheit und Ortsherrschaft war schon früh geteilt und kam an die Grafen von Zollern und Herren von Bubenhofen. Die Rechtsnachfolger derer von Bubenhofen waren die Herren von Stotzingen. Diese verkauften 1533 ihren Teil an Württemberg, dem der zollerische Teil Dürrwangens bereits seit 1403 gehörte.

Endingen wurde 793 als Eindinga erstmals erwähnt. Die ursprünglichen Ortsherren zogen schon um 1250 nach Rottweil. Im 14. Jahrhundert tauchen Söller von Endingen auf, deren längst abgegangene Burg in der Nähe der Kirche vermutet wird.

Engstlatt wurde in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts als Ingislatt erstmals erwähnt. Seit dem 13. Jahrhundert gehörte der Ort zur Herrschaft Schalksburg und unterstand damit den Grafen von Zollern.

Erzingen wurde 1225 als Arcingin erstmals erwähnt. Vermutlich entstand der Ort aus zwei Siedlungen mit den Namen Erzingen und Böllingen. Bis 1396 sind Herren von Erzingen erwähnt, von diesen stammen wohl die Erzinger in Rottweil ab.

Frommern wurde 793 als Frumara erstmals erwähnt. Im 9. Jahrhundert gehörte der Ort zur Scherragrafschaft, die Oberhoheit lag jedoch spätestens seit dem 13. Jahrhundert bei der Herrschaft Schalksburg und unterstand damit den Grafen von Zollern.

Heselwangen wurde 793 als Hesiliuuane erstmals erwähnt. Da der Ort wohl schon von Anfang an auf Balinger Gemarkung lag, teilte er die Geschicke der Stadt. Bis 1934 war Heselwangen eine selbständige Gemeinde im Amt bzw. Oberamt Balingen und wurde dann in die Stadt Balingen eingemeindet.

Ostdorf wurde um 1200 als Osdorf erstmals erwähnt. Über die Ortsherren gelangte der Ort an die Herzöge von Teck und Anfang des 14. Jahrhunderts an Württemberg.

Roßwangen wurde 1094 als Rossiwane erstmals erwähnt. Über verschiedene kleinere Herrschaften gelangte der Ort an die Herren von Thierberg, dann über die von Bubenhofen an das Rittergut Dotternhausen. Dort verblieb es bis 1805, als es unter württembergische Herrschaft kam. Dort gehörte der Ort zunächst zum Oberamt Balingen, 1807 zum Oberamt Spaichingen und ab 1842 zum Oberamt Rottweil, bei dem es bis 1938 verblieb.

Stockenhausen wurde 1094 als Stokinhusen erstmals erwähnt. Über die Herren von Winzeln kam der Ort an das Kloster St. Gallen und schließlich an die Grafen von Zollern.

Streichen wurde um 1130 als Striche erstmals erwähnt. Es gibt jedoch Anzeichen, dass diese Erwähnung nicht mit dem heutigen Ort in Verbindung steht. Der heutige Ort und das nicht mehr vorhandene Niederhofen dürften jüngere Siedlungen sein. Im 13. Jahrhundert gab es möglicherweise eine Burg und ein Adelsgeschlecht. Im 14. Jahrhundert gehörte der Ort zur Herrschaft Schalksburg der Grafen von Zollern.

Weilstetten bestand ursprünglich aus zwei Siedlungen. Waldstetten wurde 793 als Walahstetti, das benachbarte Weilheim 838 als Wilon erstmals erwähnt. Beide Orte gehörten zur Scherragrafschaft und gelangten schließlich an die Grafen von Zollern. Beide Dörfer waren bis 1936 selbständige Gemeinden, bis sie unter dem Namen Weilstetten (von Weilheim und Waldstetten) zusammen mit dem Weiler Ziegelwasen zu einer Gemeinde vereinigt wurden.

Zillhausen wurde 793 als Zillinhusir erstmals erwähnt. Vermutlich gab es auch hier eine Burg und einen Ortsadel, doch gelangte der Ort schließlich an die Herrschaft Schalksburg und damit an die Grafen von Zollern.

Bronnhaupten wurde 1140 als Brunnohoubiton erstmals erwähnt. Die Oberhoheit lag bei der Herrschaft Kallenberg, mit der die Siedlung 1381 an Österreich gelangte. Im 15. Jahrhundert war das Dorf verödet. Die Güter wurden vom Rittergut Geislingen erworben. Die Herrschaftsrecht wurden 1591 von den Truchsessen von Waldburg erworben. Ab 1598 war Bronnhaupten vorübergehend Herrschaftssitz. Im 17. Jahrhundert erwarb Württemberg alle Rechte. Ab 1703 war es Rentkammergut und unterstand der Verwaltung in Balingen. 1852 wurde es nach Erzingen eingegliedert.

Das Gebiet der heutigen Stadt Balingen gehörte anfangs zum Bistum Konstanz und war dem Archidiakonat ante nemus sive nigrae silvae unterstellt. Infolge der Zugehörigkeit zu Württemberg wurde in den meisten Stadtteilen 1534 die Reformation eingeführt, so dass diese über viele Jahrhunderte überwiegend protestantisch waren. Lediglich Roßwangen blieb katholisch, weil dieser Ort ritterschaftlich verwaltet wurde und die Ortsherren keine Reformation durchführten. In allen evangelischen Orten gibt es daher jeweils eine evangelische Kirchengemeinde und eine meist alte evangelische Kirche. Die erste Balinger Kirche wurde 1255 erwähnt und war Unserer Lieben Frau geweiht. Sie war die Pfarrkirche des alten Dorfes Balingen und blieb zunächst auch die Pfarrkirche der Stadt nach deren Gründung. Doch lag sie außerhalb der Stadtmauer. Aus der 1343 erwähnten Kapelle St. Nikolaus im heutigen Stadtzentrum wurde dann im 15./16. Jahrhundert die heutige Stadtkirche erbaut und 1516 zur Pfarrkirche erhoben. Dadurch wurde die bisherige Kirche als Friedhofskirche genutzt. 1547 wurde Balingen Sitz eines Superintendentur, aus der später der Kirchenbezirk Balingen hervorging. Die Superintendentur war zunächst der Generalsuperintendentur (heute Prälatur) Tübingen, später Bebenhausen, 1810 erneut Tübingen, 1823 Reutlingen, 1913 Ulm und seit 1956 wieder Reutlingen unterstellt. Infolge des starken Wachstums der Gemeinde Balingen wurden im 20. Jahrhundert weitere Pfarreien errichtet. So wurde die alte Friedhofskirche 1954 wieder Pfarrkirche (Kirchengemeinde Balingen Ost, zu der heute auch die Gemeindeglieder in Heselwangen gehören) und im Wohngebiet Schmiden entstand 1968 ein neues Gemeindezentrum mit einer weiteren Pfarrei. Die drei Kirchengemeinden bilden heute die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Balingen im Dekanat Balingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Auch die evangelischen Kirchengemeinden in den Stadtteilen Dürrwangen (mit Stockenhausen), Endingen, Engstlatt, Erzingen, Frommern, Heselwangen, Ostdorf, Streichen, Weilstetten und Zillhausen gehören zum Dekanat Balingen.

Im 19. Jahrhundert zogen auch wieder Katholiken nach Balingen, später auch in die anderen evangelischen Stadtteile. 1899 konnte sich die Gemeinde ihre eigene Kirche Hl. Geist erbauen, die 1918 zur Pfarrei erhoben wurde. Zur Kirchengemeinde Balingen gehören auch die Katholiken der Stadtteile Engstlatt und Ostdorf, doch gibt es in Engstlatt seit 1966 eine eigene Kirche, St. Johannes Apostel. In Frommern wurde 1965 die Kirche St. Paulus erbaut, die 1970 zur Pfarrei erhoben wurde. Zur dortigen Gemeinde gehören auch die Katholiken in Endingen, Stockenhausen, Streichen, Weilstetten und Zillhausen. Die Gemeindeglieder von Erzingen gehören zur Kirchengemeinde Dotternhausen. Die katholische Kirche in Roßwangen wurde 1948 unter Einbeziehung von Teilen der Vorgängerkirche von 1668 erbaut, doch ist dort bereits 1275 eine Kirche erwähnt, die den Heiligen St. Johannes Baptist und St. Dionysius geweiht war. Alle katholischen Kirchengemeinden im Stadtgebiet Balingens gehören heute zur Seelsorgeeinheit 3 des Dekanats Balingen des Bistums Rottenburg-Stuttgart.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Balingen auch Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter die Evangelisch-methodistische Kirche, Baptisten und die Gemeinde Gottes KdöR. Auch die Neuapostolische Kirche ist in Balingen vertreten.

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze). Zu beachten ist, dass zwischen dem 1. Juli 1971 und dem 1. Januar 1975 umfangreiche Eingemeindungen stattfanden, woraus der große Sprung in der Einwohnerzahlentwicklung resultiert.

An der Spitze der Stadt Balingen stand seit dem 14. Jahrhundert ein herrschaftlicher Schultheiß. Daneben gab es der herrschaftliche Vogt als Leiter des Amtes Balingen. Im 16. Jahrhundert übernahm ein Untervogt als Vertreter des Vogtes das Leiter der städtischen Verwaltung. Dieser trug später die Amtsbezeichnung Oberamtmann. Daneben gab es seit 1441 auch einen Bürgermeister, seit dem 17. Jahrhundert zwei Bürgermeister. Sie gehörten zum Rat, der erstmals 1382 genannt wurde. Im 17. Jahrhundert war ein Stadtschultheiß Vorsitzender des Rates. Die Hauptaufgabe des Rates bestand in der Aufsicht über die Flur.

Seit 1935 wurde aus dem Stadtschultheiß der Bürgermeister, der seit der Erhebung zur Großen Kreisstadt 1974 die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister trägt. Heute wird der Oberbürgermeister für eine Amtszeit von 8 Jahren gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats und Leiter der Stadtverwaltung. Sein allgemeiner Stellvertreter ist der 1. Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung „Bürgermeister“.

Das Wappen Balingens zeigt unter goldenem Schildhaupt, darin eine liegende schwarze Hirschstange, einen von Silber und Schwarz gevierten Schild. Die Balinger Stadtfarben sind Schwarz-Weiß-Gelb.

Der gevierte Schild ist das alte Stadtsymbol, als Balingen noch zur Herrschaft der Zollern gehörte. Nachdem die Stadt württembergisch wurde fügte man deren Symbol, die Hirschstange in das Wappen ein. Die heutige Form des Wappens setzte sich ab 1535 allmählich durch. Die Flagge wurde 1922 angenommen. Auch die im Rahmen der Gemeindereform vergrößerte Stadt übernahm ihre alten Hoheitssymbole. Sie wurden am 18. Juni 1975 vom Innenministerium Baden-Württemberg neu verliehen.

Seit 1980 unterhält Balingen eine Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Royan (Département Charente-Maritime).

Balingen liegt an der Hohenzollernstraße.

In der Stadthalle Balingen finden regelmäßig Theatergastspiele sowie Opern-, Operetten und Musical-Aufführungen statt. Die Halle dient auch für Konzerte und Kongresse unterschiedlichster Art.

In Balingen befindet sich ein Museum für Waagen und Gewichte, ein Heimatmuseum, die Friedrich-Eckenfelder-Galerie und im Ortsteil Ostdorf ein Bauernmuseum.

Ein Blick wert ist das Zollernschloss, das Wahrzeichen der Stadt, mit dem Klein Venedig. In ihm befindet sich das weltweit einzige Museum für Waagen und Gewichte.

Die spätgotische evangelische Stadtkirche beherbergt unter anderem das Grabmal Friedrichs von Zollern. Sie wurde im 15./16. Jahrhundert aus einer alten Kapelle St. Nikolaus erbaut. Älter ist jedoch die Friedhofskirche. Diese wurde bereits 1255 erwähnt und war Unserer Lieben Frau geweiht. Weitere Kirchen in der Kernstadt sind die katholische Heilig-Geist-Kirche von 1899 und das evangelische Gemeindezentrum Schmiden von 1968.

In den Stadtteilen gibt es folgende Kirchen: Evangelische Kirche Dürrwangen (erbaut 1912/14, nachdem die Vorgängerkirche nach einem Erdbeben abgebrochen werden musste), evangelische Kirche Endingen (spätgotischer Bau mit Turm von 1866), evangelische Kirche Engstlatt (gotischer Bau), katholische Kirche St. Johannes Engstlatt (1966), evangelische Kirche Erzingen (spätgotischer Chor mit Langhaus von 1833), evangelische Kirche Frommern (teilweise frühgotisch, Turm wohl aus dem 17. Jahrhundert), katholische Kirche St. Paulus Frommern (1965), evangelische Kirche Heselwangen (erbaut 1830 als flachgedeckter Saalbau mit eingezogenem Turm), evangelische Kirche Ostdorf (gotischer Bau mit Langhaus von 1832), katholische Kirche Roßwangen (erbaut 1948 unter Einbeziehung von Teilen der Vorgängerkirche von 1668), evangelische Kirche Streichen (erbaut 1911, nachdem die Vorgängerkirche nach einem Erdbeben abgebrochen werden musste), evangelische Kirche Weilstetten (teilweise noch gotische Kirche mit Umbaumaßnahmen von 1934) und evangelische Kirche Zillhausen (erbaut 1838 anstelle einer älteren Vorgängerkirche).

Im Zillhausener Wasserfall stürzt der Büttenbach insgesamt 26 Meter tief in eine Schlucht, davon 17 Meter in freiem Fall. Der Wasserfall ist von einem Parkplatz unterhalb von Zillhausen über eine Treppenanlage zugänglich. Ein kleinerer Wasserfall liegt zwei Kilometer südlich im Wannental oberhalb von Stockenhausen.

Balingen mit seinen Ortsteilen hat über 70 Sportvereine. Größter Sportverein der Stadt ist die TSG Balingen mit einem sehr breit angelegten Sportangebot. Erfolgreichster Sportverein ist die HBW Balingen-Weilstetten, die seit 2006 in der 1. Handball-Bundesliga spielt.

In der Stadthalle finden regelmäßig Kunstausstellungen mit überregionaler Bedeutung statt. Die Ausstellungen haben wechselnde Schwerpunkte, in der Vergangenheit zum Beispiel Marc Chagall, Pablo Picasso, Joan Miró oder Paul Klee.

Das alljährlich Ende Juni stattfindende Metal-Festival Bang Your Head auf dem Balinger Messegelände hat internationale Bekanntheit erreicht und bringt bis zu 20.000 Besucher aus aller Welt nach Balingen.

Seit 1995 wird von der evangelischen Kirchengemeinde Erzingen-Schömberg jährlich das Balinger Rockfestival organisiert. Dies findet in Erzingen statt und verzeichnet jährlich rund 1.000 Besucher. Aus ganz Deutschland und dem nahen Ausland reisen Fans der christlichen Rockmusik an.

Durch Balingen führt die Bundesstraße 27, die sich nördlich des Stadtteiles Engstlatt bis südlich von Balingen auf einer Länge von etwa 10 km mit der Bundesstraße 463 vereint. Die B 27 verbindet die Stadt nach Norden mit dem Großraum Stuttgart und nach Süden mit Schaffhausen in der Schweiz. Die B 463 verläuft in Richtung Nordwesten über Haigerloch zur Bundesautobahn 81 (Anschlussstelle Empfingen) und in Richtung Südosten über Albstadt bis nach Sigmaringen.

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Stadt befindet sich in der Wabe 331. Für die Stadt selbst gilt der Stadttarif 31.

Die wichtigsten lokalen Zeitungen sind der Zollern-Alb-Kurier und der Schwarzwälder Bote. Über Kabel ist der regionale TV-Sender RTF.1 zu empfangen.

In Balingen ist der Sitz des Landratsamts Zollernalbkreis. Ferner gibt es ein Finanzamt, eine Agentur für Arbeit, ein Notariat und ein Amtsgericht, das zum Landgerichtsbezirk Hechingen und Oberlandesgerichtsbezirk Stuttgart gehört.

Balingen ist Sitz auch des Kirchenbezirks Balingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und des Dekanats Balingen des Bistums Rottenburg-Stuttgart.

Die Stadt Balingen ist Schulträger des Gymnasiums Balingen, der Realschule Balingen und der Realschule Frommern und der Lauwasenschule (Förderschule). Ferner unterhält sie sechs Grund- und Hauptschulen (GHS Weilstetten, GHS Frommern, Langwiesen-GHS Engstlatt, Längenfeld-Schule und Sichel-Schule) und drei selbständige Grundschulen (Endingen, Schmiden und Streichen-Zillhausen).

Der Zollernalbkreis ist Träger der Beruflichen Schulen (Gewerbliche Schule) sowie der Schule für Sprachbehinderte mit Schulkindergarten Balingen und der Krankenpflegeschule der Kreisklinik Balingen.

Die private Abendrealschule, die Freie Waldorfschule Balingen und die Plettenbergschule Ausbildungszentrum für Physiotherapie Zollernalbkreis in Engstlatt runden das schulische Angebot Balingens ab.

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Landkreis Balingen

Wappen des Landkreises Balingen

Der Landkreis Balingen war ein Landkreis in Baden-Württemberg, der im Zuge der Kreisreform am 1. Januar 1973 aufgelöst wurde.

Der Landkreis Balingen lag im Süden Baden-Württembergs. Seine Nachbarkreise waren im Uhrzeigersinn beginnend im Norden Hechingen, Sigmaringen, Stockach, Tuttlingen, Rottweil und Horb.

Geographisch hatte er hauptsächlich Anteil an der Schwäbischen Alb.

Das Gebiet des Landkreises Balingen gehörte schon vor 1800 überwiegend zum Herzogtum Württemberg. Daher gab es schon vor 1800 ein Oberamt Balingen. Dieses wurde 1806 neu umschrieben und gehörte ab 1810 zur Landvogtei Am Oberen Neckar und ab 1818 zum Schwarzwaldkreis, der 1924 aufgelöst wurde. 1934 wurde das Oberamt in Landkreis Balingen umbenannt, 1938 wurde dieser um einige Gemeinden der aufgelösten Landkreise Ebingen, Sulz und Spaichingen sowie einiger Gemeinden des Landkreises Rottweil erheblich vergrößert. Nach dem zweiten Weltkrieg kam der Landkreis Balingen zum neuen Bundesland Württemberg-Hohenzollern und nach der Länderneugliederung 1952 im Südwesten zu Baden-Württemberg. Danach gehörte er zum Regierungsbezirk Südwürttemberg-Hohenzollern.

Mit Wirkung vom 1. Januar 1973 wurde der Landkreis Balingen aufgelöst. Sein Gebiet wurde mit dem ebenfalls aufgelösten ehemals preußischen Landkreis Hechingen sowie zwei Gemeinden des aufgelösten Landkreises Stockach zum neuen Zollernalbkreis vereinigt, der damit Rechtsnachfolger des Landkreises Balingen wurde. Kreisstadt des neuen Landkreises wurde Balingen.

Alle Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse.

Das Wappen des Landkreises Balingen zeigte unter goldenem Schildhaupt, darin eine liegende schwarze Hirschstange, in Rot eine zweitürmige, silberne Burg mit offenem Tor und einem goldenen Fallgitter. Das Wappen wurde vom württembergischen Innenministerium am 25. Mai 1928 genehmigt. Schon seit 1926 wurde es vom damaligen Oberamt Balingen inoffiziell geführt und gilt damit als eines der ältesten Kreiswappen Deutschlands.

Die Hirschstangen weisen auf Württemberg hin, zu dem der Hauptteil des Landkreises gehörte. Die Burg symbolisiert die Schalksburg, welche auch im Wappen derer von Rosenfeld zu finden ist. Die Herren von Rosenfeld hatten ebenfalls einige Gebiete im Landkreis inne. Die Blasonierung rot-weiß (bzw. silber) soll auf die Farben Österreichs hinweisen, zu dem ebenfalls einige Orte bis 1806 gehörten.

Durch das Kreisgebiet führte keine Bundesautobahn (Die A 81 gab es damals noch nicht). Daher wurde er nur durch die Bundesstraßen B 27 und B 463 sowie durch mehrere Landes- und Kreisstraßen erschlossen.

Zum Landkreis Balingen gehörten ab 1938 zunächst 6 Städte und 39 Gemeinden. Bereits 1934 waren Truchtelfingen nach Tailingen und Heselwangen nach Balingen sowie 1937 Dürrwangen nach Frommern eingemeindet worden.

Am 7. März 1968 stellte der Landtag von Baden-Württemberg die Weichen für eine Gemeindereform. Mit dem Gesetz zur Stärkung der Verwaltungskraft kleinerer Gemeinden war es möglich, dass sich kleinere Gemeinden freiwillig zu größeren Gemeinden vereinigen konnten. Den Anfang im Landkreis Balingen machten am 1. Januar 1971 die Gemeinden Stockenhausen und Streichen, die sich mit der Stadt Balingen vereinigten. In der Folgezeit reduzierte sich die Zahl der Gemeinden stetig, bis der Landkreis Balingen schließlich 1973 aufgelöst wurde.

Größte Gemeinde des Landkreises war die Stadt Ebingen, die seit 1. April 1956 Große Kreisstadt war, kleinste Gemeinde war Burgfelden.

Die Gemeinden des Landkreises Balingen vor der Gemeindereform. Heute gehören alle Gemeinden zum Zollernalbkreis.

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TSG Balingen

TSG Balingen.gif

Die TSG Balingen (offiziell TSG Balingen von 1848 e.V., TSG von Turn- und Sportgemeinschaft) ist ein Sportverein in Balingen in Baden-Württemberg. Die TSG ist mit über 1.800 Mitgliedern der größte Sportverein der Stadt und hat zahlreiche Abteilungen (wie Fußball, Judo, Handball, Faustball, Leichtathletik, Basketball und Turnen).

Die 1. Handball-Männermannschaft fusionierte 2002 mit der Mannschaft des TV Weilstetten zur HBW Balingen-Weilstetten, die seit 2006 in der Handball-Bundesliga spielt.

Die Fußball-Mannschaft der TSG Balingen spielt in der Saison 2008/2009 in der Oberliga Baden-Württemberg.

Das Au-Stadion ist für Leichtathletik- und Fußballveranstaltungen konzipiert. Es fasst rund 8500 Zuschauer und bietet unter anderem 600 überdachte Sitzplätze in vier Blöcken.

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Zollernschloss Balingen

Zollernschloss (Baden-Württemberg)

Das Balinger Zollernschloss ist eine spätmittelalterliche Stadtburg der Grafen von Zollern-Schalksburg an der südwestlichen Ecke der Stadtbefestigung von Balingen im Zollernalbkreis in Baden-Württemberg. Das ursprüngliche Residenzschloss war im Laufe seiner Geschichte Sitz des württembergischen Obervogts, wurde im 18. Jahrhundert als Gaststätte und Brauerei genutzt, verfiel immer mehr und wurde nur noch als Stall und Scheune genutzt. In den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde es total abgerissen und unter Verwendung originaler Bauteile wieder aufgebaut. Heute beherbergt es das Museum für Waage und Gewicht und im dazugehörigen Reiterhaus eine Jugendherberge. Das Ensemble ist ein beliebtes Kalenderblattmotiv.

Das Schloss liegt am südlichen Ende des Stadtzentrums an der Einmündung der Steinlach in die Eyach, integriert in die alte Stadtbefestigung. Deren südöstlicher Wehrturm ist mit einer überdachten Brücke mit dem Schloss verbunden. Die Anlage befindet sich bei rund 515 Meter über Normalnull. Unterhalb von ihr befindet sich ein Stauwehr der Eyach zur Ableitung des an der Stadtmauer entlangfließenden Mühlkanals.

Der Schlosskomplex besteht aus drei Hauptteilen: erster Teil ist der so genannte Wasserturm an der Südost-Ecke der Anlage, er ist der einzig erhaltene der vier ehemaligen Ecktürme der Balinger Stadtbefestigung. Die im Turm erhaltenen alten Gefängniszellen sind zur Besichtigung freigegeben. Zweiter Teil ist der Hauptbau, oft im engeren Sinne als das Zollernschloss bezeichnet. Dieser ist über eine gedeckte hölzerne Brücke mit dem Wasserturm verbunden. Auf drei gemauerten Geschossen ist ein Fachwerkgeschoss mit Krüppelwalmdach aufgesetzt. Der dritte Teil ist das so genannten Reiterhaus. In diesem ist heute die in den Wintermonaten geschlossene Jugendherberge untergebracht. Die Anlage war früher mit Mauer und Tor zur Stadt hin gesichert, sowie einem L-förmigen Graben von Stadtmauerschenkel zu Stadtmauerschenkel. Am Hauptbau führt ein gedeckter Treppenaufgang auf die Mauer. Neben der alten Schlossanlage steht die ehemalige Zehntscheuer, darin untergebracht ist das Heimatmuseum mit geologischer Abteilung der Stadt Balingen. Zusammen bilden sie das Ensemble des vom Stadtbrand von 1809 verschonten historischen Balingen.

Untersuchungen beim Abbruch des Schlosses 1934 ergaben, dass dessen Grundmauern aus dem 13. Jahrhundert stammen, also im Zusammenhang mit der Stadtgründung Balingens stehen. Es handelte sich um eine typische spätmittelalterliche Stadtburg, die hauptsächlich zu Wohnzwecken genutzt wurde. Weitere Untersuchungen 1934 ergaben, dass die Obergeschosse im Jahr 1372 erneuert wurde.

Das Schloss kam im Jahr 1403 mit der gesamten Herrschaft Schalksburg durch Kauf an Württemberg. Es war von da an Sitz des für die Ämter Balingen, Ebingen, Tuttlingen und später auch Rosenfeld zuständigen Obervogts. Die Aufgabe eines Obervogtes lag insbesondere im Bereich des Wehrwesens und der Gerichtsbarkeit und wurde von einem Adeligen ausgeübt, der mit einer Haushaltung von 20 - 30 Personen im Schloss residierte.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg war das Schloss dermaßen baufällig, dass der von 1649 - 1675 regierende neue Obervogt Graf von Kandel es nicht beziehen konnte. Der Untervogt schilderte es folgendermaßen: Das Reiterhaus sei „übel zergangen, meistentheils eingefallen und unmöglich…auszuflicken“. Es müsse von Grund auf neu aufgerichtet werden. Das Hauptgebäude sei ebenfalls nicht bewohnbar. Es bestünde aus einem kleinen Keller, einem Stall für zehn Pferde, fünf Stuben und sechs Kammern. Lagerplatz für Getreide sei nicht vorhanden. Ohne Reparatur sei es nicht bewohnbar. Auch die zwei übereinanderliegenden Verbindungsgänge zwischen Schloss und Reiterhaus an der inneren Stadtmauer, sowie die Brücke zum Turm seien am Zusammenfallen. Die Mauer zur Stadt hin sei rissig, die Brücke über den Graben am Zusammenfallen und die Mauer um den Schlossgraben eingefallen. Erst im Frühjahr 1651 konnte der Einzug erfolgen. Die Renovierung war wohl zunächst zufriedenstellend, doch bereits der von 1675 bis 1697 regierende Nachfolger Georg Ehrenreich von Closen musste kurz nach seiner Amtsübernahme wieder ausziehen. Die gesamte Giebelseite zur Eyach hin drohte einzustürzen und musste abgerissen werden. Abriss und Wiederaufbau, nun aber mit einfachem spitzen Giebel, erfolgte in den Jahren 1681 und 1682.

Im 17. Jahrhundert wurden die Obervogteien aufgelöst, das Schloss also nicht mehr gebraucht. Es wurde zum Verkauf ausgeschrieben. Dieser gestaltete sich aber schwierig, da der Komplex nicht den üblichen bürgerlichen Anforderungen entsprach, der Hof auch weiterhin als öffentliche Beschälplatte durch die vom herzöglichen Gestüt kommenden Deckhengste genutzt werden sollte und der Stall im Schloss dafür zur Verfügung stehen sollte. Die damalige Zustandsbeschreibung war auch nicht sehr vertrauenerweckend: Es befände sich seit vielen Jahren in schlechtem baulichen Zustand. Die Grund- und Strebemauern wichen auseinander und das Gebälk des Dachstuhls sei größtenteils verfault. Da sich die Verkaufsbemühungen fast 16 Jahre hinzogen, konnten die Erwerber, der Bäcker und Biersieder Johannes Pfeiffer und der Rotgerber Johannes Hassis, den Komplex um 1800 Gulden, unter Wegfall der Nutzung als Beschälplatte und mit kostenloser Wirtschaftskonzession im Mai 1753 erwerben.. Das Reiterhaus wurde von nun an als Brauerei und Wirtschaft mit Gästezimmern genutzt. Das eigentliche Schlossgebäude wurde nur noch als Stall und Scheune genutzt.

Im Jahr 1911 wollte die Witwe des letzten Eigentümers das Anwesen versteigern lassen. Der Landesausschuss für Natur- und Heimatschutz, sowie das Königliche Landeskonservatorium machten sich umgehend auf die Suche nach Förderern und auch die Stadt Balingen wurde zum Ankauf aufgefordert. Das Gebäude sollte für ein neues Bezirks-Heimatmuseum genutzt werden. Aber weder private, noch öffentliche Gelder standen zur Verfügung. Erst im April 1920 kaufte die Stadt Balingen Schloss und Reiterhaus für 65.000 Mark mit dem Ziel, eine Gewerbeschule darin einzurichten, was aber laut Sachverständigengutachten nicht möglich war. Stattdessen sollten Wohnungen für kinderreiche Familien eingerichtet werden. Aus Kostengründen wagte man sich aber nicht an das Schlossgebäude, lediglich im Reiterhaus wurden 1921 und 1922 zwei Wohnungen und im alten Wirtshaussaal eine Jugendherberge eingerichtet.

Der Kontrast zwischen dem 1934 renovierten Wasserturm und dem verfallenen Schloss erzeugte erneuten Zugzwang. Im Januar 1935 beschloss der Gemeinderat die Renovierung. Als potentielle Nutzung wurden Räumlichkeiten für die Hitlerjugend und die Einrichtung eines Heimatmuseums genannt. Die Kosten wurden mit 140.000 RM berechnet. Staatliche Zuschüsse wurden in Höhe von 17.000 RM gewährt. Die Stadt konnte das restliche Geld nur aufbringen, indem das Holz des Stadtwaldes veräußert wurde und auf die Teerung und teilweise Asphaltierung wichtiger Ortsstraßen verzichtet wurde. Auch Gelder, die für die städtische Kanalisation eingeplant waren, und Rücklagen für ein neues Altersheim wurden umgewidmet. Im August 1935 wurde mit den Arbeiten begonnen, es stellte sich aber nach kurzer Zeit heraus, dass ein Abriss und eine neue Unterkellerung unumgänglich waren. Die Fundamente wurden vollständig entfernt und der Keller mit einer Gewölbehöhe von drei Metern neu errichtet. Dies sollte eine spätere gastronomische Nutzung ermöglichen.

Es wurden sowohl in den gemauerten Untergeschossen, als auch in der Fachwerkkonstruktion möglichst viele Originalteile verwendet. Auch im Gebäudeinneren wurden zahlreiche Ständerteile, sowie zwei hölzerne Tonnengewölbe wieder eingebaut. Auch der im 17. Jahrhundert als Spitzgiebel ausgeführte Ostgiebel wurde wieder als Krüppelwalmdach ausgeführt. Nicht dem Original entspricht der ins Erdgeschoss verlegte Eingang, sowie die Führung der Treppen. Ein Veranstaltungsraum mit Küche und Toiletten entspricht ebenfalls nicht der ursprünglichen Ausführung.

Nachdem im Juni 1936 Richtfest gefeiert wurde, begann ein erneuter Streit um die Nutzung des Gebäudes. Die Hitlerjugend beanspruchte das gesamte Gebäude, der Gemeinderat bestand auf der Einrichtung des Heimatmuseums. Diesem wurden die oberen beiden Stockwerke eingeräumt, die Hitlerjugend erhielt zwei Säle in den unteren Stockwerken. Die nun gestartete "Zollernschloß-Lotterie" konnte nun neben der Baudenkmalerhaltung zusätzlich mit diesen beiden Zielen werben, was möglicherweise die Zahl der verkauften Lose erhöhte. Der Reinerlös betrug 13.400 RM. Die tatsächlichen Baukosten beliefen sich am Ende auf 160.000 RM.

Nachdem in der benachbarten Zehntscheuer 1992 ein Haus der Museen eingerichtet wurde, beherbergt das Zollernschloss nur noch das Museum für Waage und Gewicht. Im Reiterhaus ist die Jugendherberge untergebracht.

Das Museum für Waage und Gewicht, weltweit wohl eine der größten Sammlungen ihrer Art, zeigt an rund 400 Exponaten die technische Entwicklung der Wägetechnik von der einfachen Balkenwaage bis zur Laden- und Industriewaage des 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung zeigt eine Waage aus der Römerzeit, eine filigrane Münzwaage, das Original einer Wand-Neigungswaage des Mechanikerpfarrers Philipp Matthäus Hahn sowie Dauerleihgaben der Firma Bizerba, des größten Industriebetriebs der Stadt. Eine gigantische Heuwaage aus dem 18. Jahrhundert wird aus Platzgründen in der benachbarten Zehntscheuer präsentiert.

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Source : Wikipedia