Börse München

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Geschrieben von robby 09/04/2009 @ 10:12

Tags : börse münchen, börse, finanzen

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Börse München

Struktur der Börse München

Die Börse München (bis 2003 Bayerische Börse) ist eine Regionalbörse mit Sitz in München. Gehandelt werden Aktien, Investmentfonds, Renten, Exchange Traded Funds und Exchange Traded Commodities. Die Börse München ist Heimatbörse u. a. für die DAX-Aktiengesellschaften BMW, Allianz, Münchener Rück, Infineon, MAN, Siemens, und Linde.

Die Börse München ist eine öffentlich-rechtliche Institution, welche als Marktplatz für den Wertpapierhandel fungiert. Die Bayerische Börse AG dient seit 2001 als privatrechtlicher Träger und stellt den Betrieb der Börse sicher. Alleiniger Aktionär der Bayerischen Börse AG ist der Münchener Handelsverein. In diesem sind Emittenten, Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute sowie Skontroführer engagiert. Als Folge können sowohl Marktteilnehmer als auch Kunden Einfluss auf strategische Entscheidungen nehmen.

Durch die Orientierung am Heimatmarkt der Aktien (Referenzmarkt) bekommt der Käufer in München immer den besten am Markt verfügbaren Preis. Als Referenzmarkt dient der Börse München jener Markt im In- und Ausland, an dem der höchste Umsatz in einem Wert getätigt wird. Für die Aktien der Deutschen Bank zum Beispiel ist das Xetra, für Telefonica die Börse Madrid oder die NASDAQ für Dell. Dieser Markt gilt grundsätzlich als der liquideste Markt – mit den engsten Geld-Brief-Spannen. Der Kurs dieses Referenzmarktes ist maßgeblich für die Preisfeststellung in München. Welcher Referenzmarkt für welchen Wert gilt, wird auf den Kursseiten der Börse München veröffentlicht. Die Börse München stellt sicher, dass die Order mindestens so gut ausgeführt wird wie am Referenzmarkt selbst.

Der Handel an der Börse München läuft über das System MAX-ONE, welches 2003 eingeführt wurde. MAX-ONE ist ein vollelektronisches Handelssystem, welches alle Orderaufträge automatisch gegeneinander ausführt. Zugleich können sog. Spezialisten (auch Skontroführer) korrigierend in das vollelektronische Matching-Verfahren eingreifen, falls dies zum Vorteil des Anlegers ist. Die Verbindung von vollautomatischen System und klassisch-menschlichen Handel ist das Eigentümliche an MAX-ONE.

Bereits vor Einführung der EU-Richtlinie MiFID (2007) wurden das sog. „Best Execution“ (Bestausführungsprinzip) von MAX-ONE gewährleistet.

Je weniger Umsatz eines Wertpapiers getätigt wird, also je weniger liquide es ist, desto mehr Bedeutung kommt den Spezialisten zu. Diese stellen verbindliche An- und Verkaufskurse und garantieren so die kontinuierliche und sofortige Handelbarkeit von Wertpapieren. Da sie immer als Gegenpartei eintreten, werden kurzfristige Marktungleichgewichte ausgeglichen.

M:access ist das Marktsegment der Börse München für mittelständische Unternehmen. Es ist als segmentübergreifender, börsenregulierter Markt konzipiert.

Der Einstieg erfolgt per IPO, Listing oder Wechsel aus einem anderen Segment. Die Zulassungsvoraussetzungen und -folgepflichten sind dabei auf die Bedürfnisse des Mittelstandes abgestimmt.

Die in M:access notierten Unternehmen sorgen ihren Anlegern gegenüber für ein erhöhtes Maß an Transparenz und Sicherheit durch die Übernahme der von der Börse in diesem Segment vorgegebenen Folgepflichten.

Die Ursprünge der Börse München reichen zurück ins Jahr 1830, als man im Rahmen der Münchener „Kaufmannsstube“ den geregelten Handel mit Wertpapieren aufnahm. Das anbrechende Industriezeitalter bringt Mobilität – neue Technologien öffnen neue Märkte. Bayern nimmt dabei eine führende Rolle ein: Am 7. Dezember 1835 fährt die erste deutsche Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth; das Bahnnetz wird bald landesweit ausgebaut. Den Boom dieser Jahre ermöglicht auch die Münchener Börse. Die jungen Unternehmen benötigten Kapital für neue Investitionen – und gründen Aktiengesellschaften, die an der Börse notieren. Damals konnte jeder Anleger noch selbst Orders an der Börse platzieren. Ab 1840 verpflichtet man zunehmend Banken als „Intermediär” zwischen Börse und Anleger.

Im März 1869 gründen unabhängige Kaufleute den Münchener Handelsverein e.V., der als selbst verwaltete Einrichtung Träger der Münchener Börse wurde. Er stellt den öffentlich-rechtlichen Betrieb der Börse sicher.

Im Jahr 1901 werden die Räumlichkeiten in der Theatinerstraße/Ecke Maffeistraße zu klein und die Börse zieht in den eigens gebauten Jugendstil-Prachtbau am Maximiliansplatz um. Heute befindet sich dort die Industrie- und Handelskammer München. Während des Ersten Weltkriegs (1914-1918) bleibt die Börse geschlossen.

Im Zuge der Gleichschaltung wird die Münchener Börse 1935 mit der Augsburger Börse zur Bayerischen Börse zwangsfusioniert. In den Kriegsjahren 1939-1945 wird der Börsenbetriebs nur vom 27. April bis 10. August 1945 unterbrochen. Die Bayerische Börse nimmt nach dem Krieg als erste Börse den Handel wieder auf.

1963 erfolgt ein erneuter Umzug der Börse in den 1898 errichteten Neurenaissance-Bau am Lenbachplatz, der bis Oktober 2007 ihr Sitz ist. Seit 5. November 2007 befindet sich die Börse München vorübergehend in den Räumen der Alten Hopfenpost.

Im Jahr 2000 wird die Börse neu organisiert und umstrukturiert. Träger der Bayerischen Börse wird die Bayerische Börse AG, deren alleiniger Aktionär der Münchener Handelsverein bleibt.

Am 16. Dezember 2005 feiert die Börse München ihr 175-jähriges Bestehen. Am 2. Mai 2006 startet in MAX-ONE der Handel in 2600 gelisteten Fonds; Anleger können nun auch in München Investmentfonds ohne Ausgabeaufschlag kaufen. Im November 2007 bezieht die Börse München neue Räume. Das Gebäude am Lenbachplatz wird modernisiert. Die neue Adresse lautet: Hopfenstraße 4, 80335 München.

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Börsensegment

Ein Börsensegment ist ein durch bestimmte Kriterien definierter Teil des börslichen Marktes für Wertpapiere einer bestimmten Art, zum Beispiel für Aktien oder Anleihen.

Welche Wertpapiere zu einem bestimmten Börsensegment gehören bzw. dafür zugelassen sind, ist jeweils in einem gesetzlichen oder einem privatrechtlichen Regelwerk festgelegt. Dieses enthält meist auch Vorschriften für den Ablauf des Handels mit diesen Wertpapieren, zum Beispiel über die Kursstellung und über die Rechte und Pflichten der Handelsteilnehmer. An jeder öffentlich-rechtlichen Börse gibt es eine Handelsüberwachungsstelle (HÜSt), die darauf achtet, dass die Börsenmakler sich an die Regelwerke der einzelnen Börsensegmente halten. Über die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften wacht außerdem die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Darüber hinaus kann die Mitgliedschaft in einem Börsensegment für den Emittenten der Wertpapiere mit bestimmten Zulassungskriterien und Verpflichtungen verbunden sein. Diese betreffen vor allem Publizitätsvorschriften (Ad-hoc-Publizität, Finanzberichte), unter Umständen auch die Unternehmensgröße sowie die Mindesthöhe von Streubesitz und Marktkapitalisierung. An welcher Börse und in welchem Börsensegment ein Emission stattfindet kann das Unternehmen frei entscheiden.

Solche regulierten Börsensegmente dienen der Qualitätssicherung im Börsenhandel. Anleger können sich darauf verlassen, dass der Handel mit den Wertpapieren eines bestimmten Segments und ggf. auch die Finanzberichte des Emittenten bestimmten Qualitätsansprüchen genügen. Über die betriebswirtschaftliche Qualität eines Unternehmens und dessen Zukunftsaussichten sagt die Mitgliedschaft in einem Börsensegment jedoch nichts aus.

Bis zum 1. November 2007 gab es in Deutschland drei Börsensegmente, den Amtlichen Markt, den Geregelten Markt und den Freiverkehr. Dabei hatte der amtliche Markt die höchsten und der Freiverkehr die niedrigsten Zulassungsbeschränkungen und Auflagen.

Der amtliche Markt sowie der geregelte Markt wurden dann am 1. November 2007 zum Regulierten Markt zusammengeführt, wobei alle Wertpapiere, die einem der beiden Segmente vorher angehörten, automatisch in das neue Segment übernommen wurden. Der Freiverkehr blieb als solcher bestehen.

Inzwischen wurden auch die Wagniskapital-Segmente Neuer Markt in Frankfurt und Prädikatsmarkt in München aufgegeben. Hier zeigte sich, dass die gewählten "Qualitätskriterien" in keinem - oder sogar in einem umgekehrten - Zusammenhang mit der Qualität der entsprechenden Unternehmen standen.

Seitdem sind die Zulassungskriterien der privatrechtlichen Börsensegmente umstritten. Viele Unternehmen verabschiedeten sich enttäuscht aus dem Frankfurter Small-Cap-Segment SMAX, weil sie kein angemessenes Kosten/Nutzen-Verhältnis mehr sahen. Vor allem die dort vorgeschriebene Kursbetreuung (Designated Sponsoring) erwies sich als relativ teuer. Auch der SMAX wurde daraufhin eingestellt.

Das deutsche Börsengesetz definiert und reguliert die zwei Börsensegmente Regulierter Markt und Freiverkehr. Während der Regulierte Markt ein gesetzlich (EU-Gesetz) reguliertes Marktsegment ist, stellt der Freiverkehr ein börsenreguliertes Marktsegment dar. Die Transparenzpflichten sind entsprechend im Regulierten Market wesentlich höher als im Freiverkehr.

Daneben gibt es in beiden Marktsegmenten abhängig vom Börsenplatz jeweils Teilsegmente, im Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) sind das beispielsweise der General Standard und der Prime Standard, im Freiverkehr der Open Market oder der Entry Standard.

An der Stuttgarter Börse gibt es das EUWAX-Segment (EUropean WArrant eXchange) für den Handel mit Optionsscheinen und Zertifikaten, das Segment Bond-X für Anleihen, das Segment IF-X für Investmentfond-Anteile, das Segment Gate-M für Nebenwerte und das Segment 4-X für ausländische Aktien.

Auch an der Börse München gibt es mit M:access ein spezielles Nebenwerte-Segment.

Einzelne Börsensegmente können klar voneinander abgegrenzt sein, zum Beispiel das Derivate-Segment EUWAX und das Anleihen-Segment Bond-X in Stuttgart. Die Segmente können sich aber auch überlappen, zum Beispiel das börsenübergreifende, öffentlich-rechtliche Segment geregelter Markt und das Qualitätssegment Prime Standard in Frankfurt. Eine Aktie kann gleichzeitig Teil des geregelten Markts und des Prime Standards sein.

Wenn für einen Emittenten mehrere Börsensegmente in Frage kommen, liegt es in seinem Ermessen, am welchem davon er teilnehmen möchte. Die Wahl eines qualitativ höheren Segments ist jeweils mit höherem Aufwand und höheren Kosten verbunden.

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Greiffenberger AG

Die Greiffenberger AG mit Sitz in Marktredwitz, Oberfranken, ist eine familiengeführte Industrieholding mit den drei Unternehmensbereichen Antriebstechnik, Metallbandsägeblätter und Präzisionsbandstahl sowie Kanalsanierungstechnologie. Im Geschäftsjahr 2007 lag der Konzernumsatz bei 146,9 Millionen Euro, das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern bei 14,5 Millionen Euro.

Die Greiffenberger AG ist seit 1986 im Regulierten Markt an der Börse München gelistet. Weitere Handelsplätze sind Xetra sowie Frankfurt, Stuttgart und Berlin (Freiverkehr).

Der Grundstein der Greiffenberger AG wurde durch den Unternehmer Heinz Greiffenberger gelegt, der nach einer erfolgreichen Konzernkarriere 1981 seine eigene Unternehmensgruppe startete. 1986 brachte er die mittelständische Unternehmensgruppe an die Börse.

Heute umfasst die Greiffenberger-Gruppe drei Tochterunternehmen mit rund 1.000 Mitarbeitern. Seit 2003 wird die Greiffenberger AG durch den ältesten Sohn des Unternehmensgründers Stefan Greiffenberger als Vorstand geleitet.

Die Geschäftsführer der jeweiligen Führungsgesellschaften haben die volle Ergebnisverantwortung für ihren Unternehmensbereich. Die Muttergesellschaft legt die strategische Ausrichtung der jeweiligen Bereiche mit den Geschäftsführern fest und unterstützt sie auf den Gebieten Finanzierung, Controlling, Recht und Steuern.

Mehr als 61% der Aktien der Greiffenberger AG werden heute durch die Familie Greiffenberger gehalten, weitere 11,7% gehören Dr. Karl-Gerhard Schmidt und 27,3% sind im Streubesitz (gemäß Definition der Deutschen Börse).

Die Greiffenberger AG legt den Fokus auf die langfristige Weiterentwicklung ihrer drei bestehenden Unternehmensbereiche. Zentrale Themen sind der Ausbau der Umwelttechnologie sowie der effiziente Einsatz von Energie. Auch werden strategische Zukäufe von Unternehmen in den drei Teilmärkten nicht ausgeschlossen.

Schon seit 1999 unterstützt die Greiffenberger AG den u. a. durch Unternehmensgründer Heinz Greiffenberger ins Leben gerufenen Oberfränkischen Innovationspreis mit der Stiftung des Preisgeldes in Höhe von 50.000 €. Der durch Oberfranken Offensiv ausgerichtete Wettbewerb prämiert die besten Innovationen von Industrieunternehmen, Handwerksbetrieben, aber auch Einzelpersonen aus der Region Oberfranken und hatte bislang über 500 Teilnehmer.

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Börse Online

Börse Online ist eine der auflagenstärksten deutschen Börsenzeitschriften.

1987 plante der Markt & Technik Verlag einen elektronischen Börseninformationsdienst, den man Börse Online nannte. Als Ergänzung wurde eine gleichnamige Zeitschrift lanciert. Die erste Ausgabe erschien nach kurzer Verzögerung des Projekts ausgerechnet zwei Wochen nach dem schwarzen Montag, unter dem Titel Chaos an den Börsen - Der Bulle ist tot. Der Onlinedienst der Anfangszeit war aufgrund unzureichender Telefonleitungen und geringerem Interesse von Privatanlegern infolge des Crashs wenig erfolgreich. Später wurde die Zeitschrift im Verlag Moderne Industrie verlegt, nach der Übernahme desselben durch den Süddeutschen Verlag gab sie dieser im Oktober 1994 an Gruner+Jahr ab; die Redaktion verblieb in München. Von in dieser Zeit 50.000 Exemplaren über 150.000 Exemplare nach der Jahrtausendwende und der historischen Börsenhausse hat sich die Auflage heute (Stand: 1. Quartal 2007) auf gut 100.000 Stück eingependelt. Auch der Internetauftritt überflügelt die Anfänge als Datendienst bei weitem. Die Zeitschrift ist Pflichtblatt aller deutschen Börsen. Einzelne Beiträge erhielten Journalistenpreise, so Redakteurin Renate Daum den Helmut Schmidt Journalistenpreis 2002 für die Aufdeckung des Skandals um die Neue Markt-Firma Comroad.

Herausgeber ist seit dem Jahr 2000 Hans G. Linder, der vorher zehn Jahre Chefredakteur war. Bis Juli 2007 war dann Johannes Scherer Chefredakteur, der vorher bereits als stellvertretender Chefredakteur für die Zeitschrift tätig war. Im August 2007 hat ihn Stefanie Burgmaier abgelöst, die vorher Büroleiterin "Unternehmen" der Wirtschaftswoche in Frankfurt war.

Ab März 2009 fasst der Gruner + Jahr Verlag seine Wirtschaftsredaktionen (u.a. auch impulse, Capital, Financial Times Deutschland) in einer Zentralredaktion in Hamburg zusammen. Der bisherige Redaktionsstandort München der Börse Online entfällt.

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Börse

Kurstafel in der Hamburger Börse

Eine Börse ist ein organisierter Markt für vertretbare Sachen nach bestimmten Regeln.

Gehandelt werden kann zum Beispiel mit Wertpapieren (etwa Aktien, Anleihen), Devisen, bestimmten Waren (z. B. Metalle und andere Rohstoffe) oder mit hiervon abgeleiteten Rechten. Die Börse führt Angebot und Nachfrage - vermittelt durch Makler (während definierter Handelszeiten) - marktmäßig zusammen und gleicht sie durch (amtliche) Festsetzung von Preisen (Kurse) aus. Die Feststellung der Kurse oder Preise der gehandelten Objekte richtet sich laufend nach Angebot und Nachfrage.

Eine Börse dient der zeitlichen und örtlichen Konzentration des Handels von fungiblen Gütern unter beaufsichtigter Preisbildung. Ziele sind eine gesteigerte Markttransparenz für Wertpapiere, die Steigerung der Effizienz und der Marktliquidität, die Verringerung der Transaktionskosten sowie der Schutz vor Manipulationen. Anders als im so genannten außerbörslichen Handel „over the counter“ (OTC-Handel) wird börslicher Handel börsenaufsichtsrechtlich durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sowie die Handelsüberwachungsstellen der Börsen kontrolliert.

Durch den in der ISO 10383 geregelten Market Identifier Code ist jede Börse genau wie jede andere Handelsplattform weltweit eindeutig identifizierbar.

Für An- und Verkäufer von Finanzprodukten übernehmen die Börsen die wichtige Funktion der zentralen Gegenpartei (Central counterparty).

Die erste Börse wurde 1531 in Antwerpen gegründet, die Augsburger Börse entstand 1540 als erste in Deutschland. Das erste offizielle Börsengebäude der Welt wurde 1613 in Amsterdam eröffnet.

Die klassische Form der Börse ist die Präsenzbörse (auch Parketthandel genannt). Dort treffen sich die Makler in persona und schließen durch Gespräche ihre Geschäfte ab. Dies geschieht entweder im Eigenhandel oder im Auftrag ihrer Kunden.

Bei Computerbörsen wie der Handelsplattform XETRA übernimmt ein computergestütztes Handelssystem die Maklerfunktion. Hier werden Eingaben über Computermasken gemacht, das Computersystem wickelt den Handel ab und errechnet die Kurse (z. B. den Tagesdurchschnitt). Der Hauptanteil des Umsatzes wird gegenwärtig weltweit über computergestützte Börsen abgewickelt, wobei teilweise die Makler selbst am Bildschirm sitzen.

Für die Abwicklung von Lieferung und Zahlung haben sich zwischen den Marktteilnehmern teilweise nicht-kodifizierte (festgeschriebene) Usancen gebildet. Daneben wurden in der letzten Zeit in Deutschland auch Anweisungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht über die Mindestanforderungen im Handel mit Wertpapieren veröffentlicht (z. B. Aktien oder Obligationen).

Verschiedene Kapitalmarktregeln verlangen eine Publikation bestimmter Vorgänge, die für das Börsengeschehen relevant sind. Börsennotierte Unternehmen und Wertpapieremittenten müssen alle Bekanntmachungen, die gesetzlich vorgeschriebenen sind, in den Pflichtblättern der entsprechenden Börsen veröffentlichen.

Die Zulassungsstelle einer Börse bestimmt mindestens drei inländische Tageszeitungen mit überregionaler Verbreitung als überregionale Börsenpflichtblätter. Daneben kann sie weitere (regionale) Börsenpflichtblätter benennen.

Bei den Handelszeiten an allen Börsen wird unterschieden zwischen dem Parketthandel und dem Computerhandel (wie z. B. XETRA). Kleinere Börsen verfügen oftmals nur über den Parketthandel. Der Parketthandel beginnt in der Regel an allen Börsen um 09:00 Uhr Ortszeit und endet um 20:00 Uhr Ortszeit, der Handel auf XETRA endet bereits um 17:30 Uhr Ortszeit..

In Mittelosteuropa wird die polnische Warschauer Börse als wichtig angesehen.

Die weltweiten Börsen sind mit einem täglichen Transaktionsvolumen von etwa 2 Billionen US-Dollar ein entscheidender Faktor der Weltwirtschaft.

In Deutschland gibt es acht Wertpapierbörsen, eine Devisenbörse, eine Wertpapierterminbörse sowie eine Warenterminbörse.

Die wichtigste Börse in Deutschland ist die Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) (einschließlich der elektronischen Handelsplattform XETRA und EUREX). Ein Großteil des Aktienhandels in Deutschland wird über die FWB und XETRA abgewickelt (März 2008: Anteil am Handel mit deutschen Aktien rund 98 Prozent, bei ausländischen Aktien rund 84 Prozent). Die FWB hat eine lange Tradition. Sie wurde bereits 1585 gegründet und hat sich seitdem zu einem der führenden internationalen Handelsplätze für Aktien und Anleihen entwickelt. Trägerin der Frankfurter Wertpapierbörse ist die Deutsche Börse AG. Sie ist für den Betrieb der FWB zuständig.

Diese Börsen werden als Regionalbörsen bezeichnet.

Die wichtigsten Börsen in den USA sind die American Stock Exchange (AMEX), die Chicago Mercantile Exchange (CME), die National Association of Securities Dealers Automated Quotations (NASDAQ), die New York Mercantile Exchange (NYMEX) und die New York Stock Exchange (NYSE).

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Source : Wikipedia