Attendorn
- Kreis Olpe landesweit auf Platz 6 - Derwesten.de
- Auch die Stadtsportverbände Olpe und Attendorn erreichten einen 20. bzw. 31. Platz von insgesamt 367 Verbänden. Der Sportabzeichenbeauftragte des Kreissportbundes Olpe, Gerhard Opitz, nahm mit den Vertretern der beiden Schulen die Ehrungen entgegen....
- Ein Attendorner in Olpe: das war einmal - Derwesten.de
- Aber ganz so schlimm war es für mich in den letzten 25 Jahren als „Außerirdischer” aus Attendorn in Olpe gar nicht. Auch wenn ich als überzeugter Schützenbruder und Karnevalist aus der Hansestadt immer meine Mühe hatte, den Kollegen aus Olpe zu...
- Olpe beim Städteturnier vorne - Derwesten.de
- Am Start waren Teilnehmer aus Attendorn, Lennestadt, Plettenberg und Olpe. Bei dem vorgabewirksamen Stablefordturnier, ausgelobt mit einem Wanderpokal, den die Attendorner Crew schon zwei Mal mit in die Hansestadt nehmen konnte,...
- Sonne auf der Schattenseite des Lebens - Derwesten.de
- Die Gefangenen des Justiz-Filialbetriebes, der Ende des nächsten Jahres schließen und der Hauptstelle in Attendorn angegliedert werden soll, beklagten die gegenwärtige Situation des Siegener Knastes als Auslaufmodell, in dem kaum noch angemessene...
- Heftige Kritik an Bürgermeisterkandidat Uwe Beul - Derwesten.de
- Attendorn. Bei der Mitgliederversammlung des Stadtsportverbandes Attendorn ließ Vorsitzender Rüdiger König am Mittwochabend erst einmal seinen Ärger über Bürgermeisterkandidat Uwe Beul raus. „Ein Mann, der so dilettantisch mit Beweis- und...
- Fünfmal Gold für den TV Attendorn 'Neptun' - Derwesten.de
- Attendorn. Mit 1500 Einzel- und 63 Staffelstarts bei 459 Teilnehmern verzeichnete der SV Plettenberg 51 als Gastgeber im „AquaMagis Bad” ein Rekordteilnehmerfeld. Der TV Attendorn „Neptun" kämpfte mit zehn Schwimmern und Schwimmerinnen in der...
- Ennepetaler Minigolfer bei Turnier siegreich - Derwesten.de
- Beim Pokalturnier des Verbandes in Attendorn-Neulisternohl, was auch sechstes Ranglistenturnier zur Einzelqualifikation der Westdeutschen gewertet, holten Florian Hensel (98 Schläge), Tobias Hensel (111 Schläge) und Sven Barth (114 Schläge) in der...
- Höchstleistungen in Attendorn am laufenden Band - Derwesten.de
- Attendorn. Gute äußere Bedingungen sowie 251 Teilnehmer aus 15 Vereinen bildeten den Rahmen des „10. Attendorner Leichtathletik-Sportfestes” am Samstag im Hansastadion. Die Rekordteilnahme von 32 Sprintstaffeln werten die heimischen Vereine zudem als...
- Als Jazzgröße zurück nach Attendorn - Derwesten.de
- Nach dem Abi verließ er Attendorn, nun kehrt er als anerkannte Jazzgröße zurück: Ulrich Elbracht. Attendorn. (wp) Das Attendorner Kulturbüro präsentiert am 15. August ab 19 Uhr im oberen Burghof der Burg Schnellenberg einen Jazzabend mit dem Ulrich...
- Noch eine Chance für den TV Attendorn 2 - Derwesten.de
- Attendorn. In der Relegation zum Verbleib in der Tischtennis-Landesliga darf die „Zweite” des TV Attendorn weiter hoffen. Bei der am Samstag in Querenburg ausgetragenen ersten Relegationsrunde belegte die 2. Mannschaft in ihrer Gruppe den zweiten Platz...
Attendorn
Attendorn ist eine deutsche Stadt im Kreis Olpe in Nordrhein-Westfalen.
Die Stadt Attendorn liegt im Nordwesten des Kreises Olpe im südlichen Sauerland. Sie befindet sich im Naturpark Ebbegebirge wenige Hundert Meter nördlich des Biggesees. Der Stausee wird vom Lenne-Zufluss Bigge durchflossen, die unterhalb des Biggestaudamms die Stadt durchfließt.
Der höchste Punkt des Stadtgebiets ist die Rüenhardt (636 m ü. NN), am Ahauser Stausee, der sich nordöstlich der Kernstadt befindet, sind es nur 248 m ü. NN. Das Stadtgebiet umfasst 97 km², wovon etwa die Hälfte von Wald bedeckt ist.
Die Lage der Stadt wird durch das in der Attendorn-Elsper Kalkdoppelmulde gute Klima, den ertragreichen Boden und die günstigen Verkehrsmöglichkeiten begünstigt und zog schon in vorgeschichtlicher Zeit Menschen an. Eine stärkere Besiedlung ist aber erst seit dem Mittelalter nachzuweisen.
Die Stadt liegt an dem Schnittpunkt zweier Fernverkehrsstraßen, der Heidenstraße und der so genannten „Königsstraße“. In der Zeit Karls des Großen entstand dort eine Urpfarrei. Unter dem Boden der St.-Johannes-Kirche sind die Fundamente einer Missionskirche vorhanden. 1072 stiftete der Erzbischof Anno von Köln das Kloster Grafschaft und stattete es u. a. mit Rechten an einem Hof in Attendorn aus. Die Stiftungsurkunde des Klosters Grafschaft stellt die erste urkundliche Erwähnung von Attendorn dar.
Im Jahre 1222 wurden unter Engelbert I. von Berg der Stadt durch Verleihung des Soester Rechts die Stadtrechte zugesprochen. Die um 1200 errichtete Burg Schnellenberg und die Erwerbung der Waldenburg im Jahre 1248 dienten der Sicherung der Interessen der Stadt Köln in der Region.
Attendorn verdankt seine Bedeutung neben den neun Zünften hauptsächlich den Woll- und Leinewebern. Weiterhin brachte die politische und kirchliche Stellung der Stadt als Grenzfeste gegen die Grafschaft Mark und als Sitz einer Dekanate im alten Erzbistum Köln Reichtum und Wohlstand in die Stadt. Als einzige Stadt des Sauerlandes trat Attendorn 1255 dem Rheinischen Städtebund bei. Attendorn war nur mittelbares Mitglied der deutschen Hanse und wurde deshalb auf den großen Hansetagen durch die Stadt Soest vertreten.
Um 1200 war Attendorn bereits erzbischöfliche Münzstätte. Mittelalterliche Münzen aus Attendorn lassen sich von Brüssel bis Lubnice in Polen und zur Insel Gotland nachweisen.
Vom Anfang des 14. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit bestand ein Hospital mit Kirche und Friedhof vor den Mauern der Stadt. 1420 stiftete Heinrich Weke das Kloster Ewig. 1429 schloss er ein Armenhospital an. Zeitweilig war die Stadt so wohlhabend, dass sie selbst dem Kölner Erzbischof Kredite gewähren konnte. Darüber hinaus erhielt er Unterstützung während seiner Auseinandersetzung mit der Stadt Soest. 1444–1445 halfen sie in der sogenannten Soester Fehde bei der Eroberung der Burg und des Landes Bilstein.
1464, 1597, 1598 und 1613 kam viermal die Pest über die Stadt. 1613, 1623, 1656, 1710, 1732, 1742 und 1783 wüteten Großfeuer in der Stadt. 1656 wurde dabei die halbe Stadt vernichtet. Auch litt die Stadt unter Kriegen, Schatzungen und Einquartierungen. Beispielsweise im Limburger Erbfolge-Krieg 1280, in der Soester Fehde 1444–1449, bei den Truchsessischen Wirren 1583–1584 und im Dreißigjährigen Krieg 1618–1648. Zur Zeit Napoleons erreichte Attendorn seinen tiefsten wirtschaftlichen Stand. Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts hatte sie sich davon wieder erholt. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die jüdischen Bewohner der Stadt entweder vertrieben oder ermordet. Im Zweiten Weltkrieg wurde Attendorn am 28. März durch Bomben und am 15. Juni 1945 durch eine große Munitionsexplosion stark zerstört.
Attendorn wird am 1. Januar 2010 Mittlere kreisangehörige Stadt. Das hat das Kabinett am 11. November 2008 beschlossen. Mit der neuen Bezeichnung kann sie für ihr Gebiet u. a. neue Aufgaben als Bauaufsichtsbehörde, die Trägerschaft für eine hauptamtlich besetzte Feuerwache oder die Pflicht zur Unterhaltung von Einrichtungen der Weiterbildung übernehmen. Vor allem aber kann die Stadt selbst Trägerin der Jugendpflege werden. Hierfür ist bis dahin der Kreis Olpe zuständig.
Bürgermeister ist Alfons Stumpf (SPD). Er ist bereits seit 1994 und somit seit drei Wahlperioden im Amt, wobei er zunächst ehrenamtlicher Bürgermeister war, während die Stadtverwaltung vom Stadtdirektor geleitet wurde. Nach Abschaffung der kommunalen Doppelspitze wurde Stumpf hauptamtlicher Bürgermeister und damit Chef von Rat und Verwaltung.
Da die Stadt 1783 abgebrannt ist, sind von der Zeit davor keine Informationen erhalten.
Das Wappen der Stadt zeigt in Silber ein schwarzes Balkenkreuz (Wappen des Erzbistums Köln), begleitet von einem nach rechts gewendeten roten Halbmond in der rechten oberen Ecke. Das älteste erhaltene Stadtsiegel aus dem Jahr 1243 zeigt den heiligen Petrus, Patron des Erzbistums Köln, mit seinem Schlüssel und einem Halbmond neben seinem Kopf, in späteren Siegeln thronend auf dem kurkölnischen Schild. 1910 wurde das Wappen in seiner heutigen Form amtlich genehmigt, und nach der kommunalen Neuordnung wurde 1970 für Fortführung genehmigt. Der Halbmond wird als Symbol für Johannes den Täufer gedeutet, der als Schutzheiliger der Pfarrgemeinde auch in frühen Sekretsiegeln zu finden war.
Das Südsauerlandmuseum befindet sich direkt am Marktplatz im Zentrum der Stadt. Es zeigt neben kulturgeschichtlichen Exponaten aus dem Kreis Olpe auch das Westfälische Zinnfigurenkabinett und gibt Informationen über die Stadtgeschichte. Nach einer mehrere Jahre andauernden Sanierung ist es im Juni 2008 mit einem überarbeiteten Ausstellungskonzept wieder eröffnet worden. Das Museum liegt in gemeinsamer Trägerschaft der Stadt Attendorn und des Kreises Olpe. Viele Jahre hieß es "Kreisheimatmuseum".
Auf dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr befindet sich seit 1986 das Feuerwehrmuseum Attendorn. Von April bis Oktober ist es an jedem ersten und dritten Wochenende im Monat geöffnet und zeigt historische Exponate wie Löschfahrzeuge, Uniformen und Gerätschaften.
Das traditionelle Schützenfest wird jedes Jahr am ersten Juli-Wochenende gefeiert. Zum Festauftakt am Freitag findet im Festzelt die so genannte „Bierprobe“ statt. Am Montag wird das Königsschießen begangen, bei dem es - anders als bei den meisten anderen Schützenfesten - zwei Schützenkönige gibt: einen Vogelkönig und zusätzlich einen Scheibenkönig.
Die Schützengesellschaft Attendorn 1222 führt ihre Ursprünge auf die Verleihung der Stadtrechte an die Stadt Attendorn im Jahre 1222 zurück. Den Schützen, Bürgern von Attendorn, oblag damals die Verteidigung der Stadt und die Unterhaltung der Wehranlage um die Stadt.
Attendorn ist eine Karnevalshochburg in Südwestfalen. Es gibt mehrere Karnevalsvereine im Stadtgebiet, die teils eigene Karnevalssitzungen veranstalten. Höhepunkt des närrischen Treibens ist jedes Jahr der Veilchendienstags-Umzug, der sich um 11.11 Uhr an der Atta-Höhle in Gang setzt. Mit mehr als 2000 aktiven Teilnehmern und bis zu 30.000 Besuchern gehört er zu den größten im Sauerland, weswegen die Stadt sich in der „fünften Jahreszeit“ „Klein-Kölle“ nennt. Der gebräuchliche Narrenruf ist „Kattfiller“. Dieser hat seinen Ursprung in der Historie. Bei der Eroberung der in der Nähe gelegenen Burg Bilstein soll nach einer Sage von den belagernden Attendornern versehentlich eine Katze mit der Armbrust erschossen worden sein.
Im Sommer findet seit 1988 alljährlich das Gauklerfest statt. Es ist ein Familienfest, das mit einem bunten Programm aus Comedy, Musik, Kunst und Spiel mehr als 20000 Besucher anlockt. Auf der Musikbühne treten jedes Jahr populäre Künstler wie beispielsweise Seeed, MIA, Culcha Candela, Tito & Tarantula, Gentleman oder Cultured Pearls, aber auch weniger bekannte Szenegrößen wie The Busters, Kid Alex oder The Pioneers, auf. Außerdem spielen teils unbekannte Bands aus der näheren Umgebung.
Die Attendorner pflegen zahlreiche, spezifische Osterbräuche, unter anderem das Semmelsegnen am Karsamstag und das Schlagen, Aufstellen und Abbrennen der Osterkreuze am Karsamstag und Ostersonntag.
Das Attendorner Osterbrot, Ostersemmel genannt, ist ein Mischbrot mit Kümmel, das in der Woche vor Ostern in den örtlichen Bäckereien gebacken wird. Besonders auffällig sind die Einkerbungen an den Enden der Brote, die ihnen das Aussehen von Fischflossen verleihen. Der Fisch ist ein altes christliches Symbol. Am Karsamstag versammeln die Attendorner sich um 14 Uhr vor der Pfarrkirche, um ihre Semmeln vom Pfarrer segnen zu lassen. Dieser Brauch ist bereits seit 1658 urkundlich belegt, geht aber wahrscheinlich weiter in die Vergangenheit zurück.
In den Wochen vor Ostern treffen sich die (männlichen) Angehörigen des Osterfeuervereins (die sogenannten „Poskebrüder“) in den umliegenden Wäldern zum „Holzstellen“. Dort werden Reisigbündel vorbereitet, die sogenannten „Bürden“, die am Ostersonntag zum Abbrennen der Osterkreuze dienen. Der Osterfeuerverein teilt sich in vier „Porten“ ein, die sich von den ehemaligen Stadtvierteln herleiten, die durch je ein Stadttor zu erreichen waren. Das bedeutet, dass der Attendorner „mit der Porte geht“, in der er geboren ist, oder in der seine Familie wohnt. Dabei kommt es selbstverständlich zu einer nicht immer ganz ernst gemeinten Konkurrenz, auch während des Jahres.
Nach dem Semmelsegnen am Karsamstag ziehen die Mitglieder der vier Porten in den Stadtwald und schlagen je eine große Fichte, die anschließend in die Stadt transportiert und auf dem Marktplatz vermessen werden. Auch da gibt es einen Wettbewerb: Man versucht, die längste Fichte mit dem größten Durchmesser zu bekommen. Danach geht es auf die „Osterköpfe“. Das sind hoch gelegene Plätze am Stadtrand oder außerhalb der Stadt, auf denen am nächsten Tag (Ostersonntag) die Osterkreuze aufgestellt werden.
Am Ostersonntag trifft man sich auf den „Köpfen“ und bereitet die Fichten zum Abbrennen am Abend vor. Die Fichten werden mit einem Querbalken versehen, mit Stroh umwickelt und nur durch Muskelkraft aufgerichtet. Anschließend werden die vorbereiteten Bürden um den Fuß des Osterkreuzes geschichtet und ebenfalls mit Stroh bedeckt.
Gegen 20.40 Uhr beginnen die Poskebrüder mit dem „Fackelschwenken“. Aus Fichtenholz geschnittene Fackeln werden an einem Fackelfeuer entzündet, das wiederum vorher am Feuer der Osterkerze entzündet worden ist. Man stellt sich um das Osterkreuz und schwenkt die Fackeln senkrecht vor oder neben dem Körper. Um 21 Uhr, wenn die Beleuchtung des Kreuzes auf dem Turm der Pfarrkirche eingeschaltet wird, werden die Fackeln auf die Bürden geworfen und das Kreuz geht in Flammen auf.
Um 21.30 Uhr setzen sich an den vier ehemaligen Stadttoren, von vier erleuchteten Vortragekreuzen angeführt, die vier Säulen der Osterprozession in Richtung Kirche in Bewegung. Dort wird, als Abschluss der Osterfeierlichkeiten, eine feierliche Andacht gehalten.
Die Pfarrkirche St. Johannes Baptist wird auch Sauerländer Dom genannt. Sie besitzt einen romanischen Turm aus der Zeit um 1200 und ein gotisches Langhaus aus dem 14. Jahrhundert. Auffallend ist die barocke Haube des Turms, die seit 1634 die Kirche ziert.
Im Stadtgebiet existieren neben der Pfarrkirche St. Johannes Baptist weitere Kirchen, die historische Hospitalkirche am Bahnübergang, die moderne St.-Josefs-Kirche, die evangelische Erlöserkirche sowie, am Ufer des Biggesees gelegen, die Waldenburger Kapelle.
Das alte Rathaus wurde wohl nach der Mitte des 14. Jahrhunderts erbaut und im 18. und 19. Jahrhundert stark verändert. 1962–64 wurde das Äußere in Anlehnung an einige Befunde und einer in der Pfarrkirche aufbewahrten Darstellung in der ursprünglichen Gestalt wiederhergestellt. Es ist ein mächtiger traufständiger Bau mit rekonstruierten Staffelgiebeln. Das in Arkaden geöffnete Erdgeschoss diente ehemals als Kaufhalle. Heute ist in dem Gebäude das Südsauerlandmuseum untergebracht.
Auf einem Hügel der Stadt befindet sich die Burg Schnellenberg. Sie ist seit 1594 im Eigentum der Familie der Freiherrn v. Fürstenberg. Im Jahre 1594 kaufte der spätere Landdroste des Herzogtums Westfalen, Kaspar von Fürstenberg, diese reichsunmittelbare Burganlage. Sie gilt heute als die größte und mächtigste Burganlage in Südwestfalen. Sie beherbergt ein Hotel und ein Restaurant.
Das ehemalige Augustiner-Kloster Ewig vor den Toren Attendorns beherbergt heute einen Teil der JVA Attendorn.
Von der 1812 abgebrochenen Stadtbefestigung sind der Pulverturm und der Bieketurm aus dem 13. Jahrhundert erhalten. Der Bieketurm wird heute von der Schützengesellschaft Attendorn 1222 e. V. als Zeughaus genutzt. Fahnen, Königsketten, Panzer etc. können von Mai bis Oktober jeweils samstags von 10 bis 12 Uhr besichtigt werden. An der Turmseite zum Feuerteich ist noch die Höhe der ehemaligen Stadtmauer im Maueransatz abzulesen.
Die berühmteste Sehenswürdigkeit der im Südsauerland gelegenen Stadt ist die Atta-Höhle, die 1907 beim Kalkabbau freigelegt wurde und eines der größten zusammenhängenden Höhlensysteme Deutschlands darstellt. Ihre Genese beruht im Wesentlichen auf den Kalkvorkommen in der Attendorn-Elsper-Doppelmulde.
Im Süden des Stadtgebietes befindet sich der Staudamm der Biggetalsperre. Zusammen mit der Listertalsperre und dem Ahauser Stausee bildet sie ein großes Naherholungsgebiet für die Stadt und deren Umgebung.
Die Stadt Attendorn verfügt über zahlreiche Sportvereine verschiedener Art. Die meisten Mitglieder hat der TV Attendorn, der als klassischer Breitensport-Verein viele Sportarten anbietet, jedoch im Tischtennis, im Radfahren und Triathlon die größten Erfolge feiern kann. Fußball wird in der Kernstadt in drei Vereinen angeboten, von denen der SV 04 Attendorn der erfolgreichste ist. Dieser spielt als ehemaliger Landesligist seit der Saison 2007/08 in der Bezirksliga. Des Weiteren gibt es die Tennis-Vereine TC Blau-Weiß und TC Milstenau, den Handballverein SG Attendorn-Ennest, die Bogensportfreunde, den Leichtathletik-Club, den Schwimmverein Schwarz-Weiß, den Golfclub Repetal, den Motorsportclub Lennetal-Bamenohl-Attendorn sowie weitere Vereine, die nahezu sämtliche Sportarten anbieten.
Die Stadt Attendorn verfügt über ein Hallen-Schwimmbad, ein Lehrschwimmbecken, ein Naturrasen-Leichtathletik-Stadion, Kunstrasen-Fußballplätze in allen Stadtteilen sowie mehrere Sporthallen, Tennisplätze, einen Segelflugplatz, einen Golfplatz und weitere Sportstätten.
In Attendorn gibt es zahlreiche Musikvereine sowie eine Zweigstelle der Musikschule Attendorn-Finnentrop, die sich in gemeinsamer Trägerschaft der Stadt Attendorn und der Gemeinde Finnentrop befindet. Außerdem stellt das Jugendzentrum einen Proberaum für junge Bands zur Verfügung.
Attendorn ist mit 11.788 sozialversicherungpflichtig Beschäftigten (Stand 6/2007) das Arbeitsplatzzentrum im Kreis Olpe. Die Arbeitslosenquote beträgt nur ca. 4,2 %. Fast die Hälfte der Einwohner, genau 47,5 Prozent, ist sozialversicherungspflichtig beschäftigt.
Attendorn ist nicht direkt ans Autobahnnetz angeschlossen. Die nächstgelegene Autobahn ist die A 45, die westlich des Stadtgebiets liegt. Die Anschlussstelle Olpe ist ca. 14 Kilometer entfernt und über die L 512 zu erreichen. Die Anschlussstelle Meinerzhagen ist über die L 539 zu erreichen und liegt ca. 20 Kilometer entfernt. Die nächstgelegene Bundesstraße ist die B 54 bei Olpe bzw. bei Lennestadt.
Die Stadt liegt an der Biggetalbahn, die mehrere Haltepunkte und Bahnhöfe auf dem Stadtgebiet anfährt. Eine weitere Anbindung an den ÖPNV ist durch den gegenüber liegenden Busbahnhof gegeben. Der Güterverkehr auf der Eisenbahnstrecke wurde Ende der 90er-Jahre eingestellt. Der Attendorner Bahnhof soll im Jahr 2012 für rund 2,4 Millionen Euro modernisiert werden.
Bei Attendorn liegt der Flugplatz Attendorn-Finnentrop, der hauptsächlich für den Segelflugsport verwendet wird, jedoch auch den Status eines Sonderlandeplatzes innehat.
Sämtliche kommunale Behörden sind im Zentrum der Stadt im Rathaus untergebracht, welches u. a. auch das Bürgerbüro, den städtschen Kinderclub sowie die Verwaltung der Musikschule Attendorn-Finnentrop beherbergt. Lokaler Energieversorger sind die Stadtwerke Attendorn. Die Post wurde im Jahr 2008 geschlossen. Ihre Aufgaben wurden von einer Postagentur übernommen. Im Stadtteil Neu-Listernohl befindet sich eine Außenstelle des Regionalforstamtes Märkisches Sauerland. Im Stadtteil Ewig befindet sich seit 1968 eine Justizvollzugsanstalt des Landes NRW.
Bis 1979 besaß Attendorn ein eigenes Amtsgericht, dessen Gebäude jedoch seit vielen Jahren anderweitig genutzt wird. Seitdem ist Attendorn dem Amtsgericht Olpe zugewiesen.
Die Stadthalle Attendorn hat ein Fassungsvermögen von 1.074 Sitzplätzen oder 1.597 Stehplätzen. Es finden hauptsächlich lokale Veranstaltungen (z. B. Schützenfest, Karneval) Comedy-/Kabarett-Veranstaltungen und Konzerte statt. In der Innenstadt liegt das Hallenbad, das sich in Trägerschaft der Stadtwerke Attendorn befindet, das kostenlose Strandbad Waldenburger Bucht wird von der Biggesee GmbH betrieben. Außerdem stellt die Stadt mehrere Sporthallen, Sportplätze und einen Skaterplatz zur Verfügung.
Das einzige Krankenhaus im Stadtgebiet ist das ehemals stadteigene Krankenhaus St. Barbara, das seit 1999 eine 100-prozentige Tochter der Rhön-Klinikum AG, Bad Neustadt/Saale ist. Das Krankenhaus verfügt über 286 Betten sowie über 12 Plätze für tagesklinische Behandlung. .
Als Schulstandort hat Attendorn regionale Bedeutung.
Die Stadt Attendorn verfügt über 13 Kindergärten, 3 Kindertagesstätten und 1 Schulkinderhort, von denen sich 10 Einrichtungen in der Kernstadt befinden. Jeweils ein Kindergarten liegt in Windhausen, Listerscheid, Helden, Röllecken und Ennest, während in Neu-Listernohl zwei Kindergärten sind.
Insgesamt sieben Grundschulen sind für die Bildung der Kinder in der Primarstufe zuständig. Drei davon liegen im Gebiet der Kernstadt, jeweils eine in Ennest, Helden, Lichtringhausen und Neu-Listernohl.
Darüber hinaus gibt es zwei Hauptschulen, welche ebenfalls in Attendorn liegen und sich in direkter Nachbarschaft zueinander befinden. Es handelt sich hierbei um die Gemeinschaftshauptschule und die Katholische Kardinal-von-Galen-Schule. Die Zusammenlegung der beiden Schulen ist beschlossen. Die Katholische Hauptschule nimmt keine neuen Schüler mehr an und geht sukzessive in der Gemeinschaftshauptschule, einer Ganztagsschule, auf.
Die einzige Realschule auf Attendorner Gebiet, die St.-Ursula-Realschule, befindet sich in privater Trägerschaft der katholischen Kirche. Da sie nicht alle Schüler, die diese Schulform besuchen möchten, aufnehmen kann, nutzen einige Schüler das Angebot in Finnentrop.
In Attendorn existieren außerdem zwei Gymnasien, von denen eines in städtscher Trägerschaft steht: das Rivius-Gymnasium. Die Vorläufer dieser Schule wurden bereits 1515 gegründet. Momentan werden hier 655 Schüler unterrichtet. Das zweite Gymnasium, das St.-Ursula-Gymnasium, befindet sich genau wie die Realschule in der Trägerschaft des Erzbistums Paderborn. Den Ursprung hat diese Schule in einem Kloster des Ursulinen-Ordens, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Attendorn kam. Aktuell besuchen ca. 800 Schüler dieses Gymnasium. Die Attendorner Gymnasien werden ebenfalls von Schülern aus der Gemeinde Finnentrop sowie aus der Nachbarstadt Plettenberg stark genutzt. In der Oberstufe existiert eine Kooperation zwischen beiden Gymnasien, die die Durchführung von Leistungskursen in Nebenfächern ermöglicht.
Für berufliche Schulen ist der Kreis Olpe Schulträger der Zweigstelle Attendorn des Berufskollegs des Kreises Olpe. An diesem Standort werden hauptsächlich Auszubildende aus gewerblichen Berufen im Rahmen des dualen Ausbildungssystems schulisch unterrichtet. Allerdings werden auch vollzeitschulische Bildungsgänge vor oder nach einer Berufsausbildung, die vollzeitschulische Berufsausbildung und Weiterbildungsmaßnahmen angeboten.
Zudem gibt es die Förderschule St. Laurentius, die speziell Kinder und Jugendliche mit geistigen Behinderungen betreut, und die Albert-Schweitzer-Schule, die den Förderschwerpunkt Lernen gesetzt hat. In der Martinus-Schule werden sprachbehinderte Kinder der Primarstufe unterrichtet.
Die Musikschule Attendorn-Finnentrop befindet sich in gemeinsamer Trägerschaft der Stadt Attendorn und der Gemeinde Finnentrop und hat an beiden Orten Standorte. Das Abendgymnasium Attendorn befindet sich im Gebäude des Rivius-Gymnasiums und ermöglicht berufstätigen Menschen die Erlangung des Abiturs. Außerdem dient die Akademie Biggesee in Neu-Listernohl der Erwachsenenbildung und bietet verschiedene Seminare an. Des Weiteren finden in Attendorn verschiedene Kurse der Volkshochschule Olpe statt. Die nächstgelegene Hochschule ist die Universität Siegen.
Turmhügelburg Attendorn
Die Turmhügelburg Attendorn war eine kleine Burganlage vom Typ einer Motte, deren Reste sich nahe Attendorn-Bürberg in Nordrhein-Westfalen befinden. Ihre Entstehungszeit wird etwa im 13. Jahrhundert vermutet.
Die Überreste der kleinen Turmhügelanlage befinden sich etwa 450 Meter südöstlich von Attendorn-Bürberg und etwa einen Kilometer unterhalb von Berlinghausen an der Nordseite des Bremgebaches, eines seitlichen Zulaufs der Biggetalsperre.
Die Anlage bestand aus einem Hügel, der heute noch etwa zwei m Höhe aufweist und einen Durchmesser von etwa 20 m hat. Dem Turmhügel vorgelagert ist im Abstand von etwa 35 m ein Damm, der parallel zum Bremgebachtal verläuft und nach 40 m rechtwinklig zum Abhang hin abknickt. Nach Norden war die Anlage durch eine steile Felswand, nach Westen durch einen tief einschneidenden Bachlauf mit steiler Böschung zum Berg „Keschott“ hin abgesichert. Mit diesem Damm wurde der Bachlauf und der Bremgebach um den Turmhügel herum aufgestaut, so dass der Hügel schwer einnehmbar und nur über die Wasserfläche erreichbar war. Der Zugang erfolgte vermutlich über einen von Norden führenden Weg bis zur Wasserfläche und von hier vermutlich über eine hölzerne einziehbare Brücke.
Auf dem Areal wurden bisher Rand- und Wandscherben verschiedener Gefäße des 11. bis 13. Jahrhunderts sowie vier rötlich-weiße Wandscherben von Ofenkacheln und von einem Krug mit Halsriefen des 13. bis 14. Jahrhunderts gefunden, des weiteren ein eiserner Schlüssel. Bei Anlage einer Teichanlage im Jahre 1969 wurden noch Reste einer Umfassungsmauer mit geringen Mörtelspuren am Hügelfuß festgestellt. In neuerer Zeit wurde der Damm zum Bremkebach einplaniert und zerstört. Anlagen gleicher Bauart befinden sich in Altfinnentrop und Frielentrop.
Die kleine Burganlage dürfte als Sitz der Herren von Bruchhausen oder „Brokhusen“ angesehen werden, die seit 1338 den Haupthof Bürberg als arnsbergisches Lehen inne hatten. Sie wurden ebenfalls mit dem Haupthof in „Berynchusen“ im Jahre 1371 von dem Kölner Erzbischof Friedrich von Saarwerden belehnt. Nach der Überlieferung soll die Burg von Attendorner Bürgern zerstört worden sein. Die zur Burg gehörigen Güter kamen im 15. Jahrhundert an die Herren von Hanxleden zu Fredeburg. Im 16. Jahrhundert gehörten die Güter zeitweise dem Kloster Ewig.
St. Johannes Baptist (Attendorn)
Beim Kollegiatstift St. Johannes in Attendorn handelte es sich um eine Stiftung des 14. Jahrhunderts. Seine Aufgabe bestand in der Abhaltung gemeinsamer Stundengebete in der Pfarrkirche. 1825 wurde der Chordienst durch den Paderborner Generalvikar aufgehoben. Der Chorfonds besteht heute noch.
Der Attendorner Kaufmann Johann von der Becke stiftete das Chorkapitel, das 1396 vom Kölner Erzbischof Friedrich III. bestätigt wurde. Der Stiftung gehörten sämtliche Priester aus Attendorn an. Ihre Aufgabe bestand darin, dreimal am Tag gemeinsam die kirchlichen Stundengebete zu singen. Zu diesem Zweck versammelten sie sich in der Pfarrkirche von Attendorn, dem so genannten Sauerländer Dom. Der Chorfonds speiste sich aus Einkünften verschiedener Ländereien und Kapitaleinkünften und sicherte so die wirtschaftliche Grundlage des Chorkapitels.
Das Chorkapitel hatte durchschnittlich fünf bis sieben Mitglieder. Es bestand aus dem Pastor und den Vikaren der verschiedenen ortsansässigen Benefizien. Der Senior war der jeweils älteste ortsansässige Priester. Er verwaltete das Vermögen und leitete die Organisation.
1825 beendete der Paderborner Generalvikar Richard Dammers den Chordienst in Attendorn, mit der Begründung, die Geistlichen könnten sonst ihren wesentlichen Amtspflichten nicht mehr nachkommen.
Auf einem Pfarrsiegel wird das Kollegiatstift „Capitulum Attendorniensis St. Joan. Bapt.“ genannt. Überliefert sind ebenfalls die Bezeichnungen „Capitulum Attendorniensis“ (1396) und „Chorkapitel zu Attendorn“ (1825). Leiter des Kollegialstifts war der „Senior“.
Die Archivalien kamen nach der Auflösung des Chorkapitels ins Pfarrarchiv Attendorn. Von der Bibliothek gelangten knapp 300 Bücher in die Erzbischöflich-Akademische Bibliothek nach Paderborn.
Die Kirche wird auch Sauerländer Dom genannt. Sie besitzt einen romanischen Turm aus der Zeit um 1200 und ein gotisches Langhaus aus dem 14. Jahrhundert. Auffallend ist die barocke Haube des Turms, die seit 1634 die Kirche ziert.
Helden (Attendorn)
Helden ist ein Ortsteil der Stadt Attendorn. Er zählt 1.147 Einwohner, davon 584 männlich und 563 weiblich (Stand 31. Dez. 2005). Durch den Ort fließt die Repe. Die Gründung Heldens geht auf das 11. Jahrhundert zurück. Die Gemeinde wurde 1969 an Attendorn angegliedert.
Waldenburg (Attendorn)
Die Waldenburg ist eine Burgruine in der Nähe der Stadt Attendorn im Kreis Olpe in Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Im 17. Jahrhundert entstand dort die nur kurze Zeit bestehende Kommende Waldenburg des Deutschen Ordens.
Von Attendorn kommend über die Biggebrücke in Richtung Helden und nach 50m rechts zur Waldenburger Bucht. Die Ruine befindet sich auf einer Anhöhe unmittelbar an der Biggetalsperre im Sauerland. Eine Parkmöglichkeit gibt es in der Waldenburger Bucht in der Nähe der Waldenburger Kapelle.
Zur Burg gelangt man über die asphaltierte Straße in Richtung Bürberg. Nach 300m führt ein Waldweg über die Burggräben zur Ruine. Ein weiterer Waldweg, der in der Nähe der Kapelle beginnt und zuerst parallel zur Talsperre verläuft, später sich aber zur Ruine verzweigt.
Die Burgruine liegt auf einem nach drei Seiten steil abfallenden Bergsporn auf 370m üNN. Östlich der Burganlage verläuft das ansteigendes Seitental welches im Bereich der Burg von Nordost in Südwestliche Richtung, später in südliche Richtung abknickt. An der Nordwestseite verläuft von Westen kommend, dann in einer Schleife nordöstlich verlaufend, um danach in nordwestliche Richtung um den Dünekenberg herum führende Tal der Bigge. Die Zuwegung zur Burg erfolgte früher aus dem Bremgetal über Bürberg oder durch einen Hohlweg welcher aus dem Biggetal (265müNN) herauf und durch das Seitental von Südwesten in die Burg führte. Über drei tiefe Abschnittsgräben im Abstand von je 100m, welche den Bergkamm in Querrichtung abriegelten gelangte man vermutlich über Zugbrücken in die eigentliche Burg. Nach den alten Beschreibungen und Urkunden müssen zwischen diesen Gräben noch Wirtschafts- und oder Wohngebäude gestanden haben. Von der Burg aus konnte man weit in das obere Biggetal und Listertal sowie auf den Worbscheid, Erbscheid , den Höhenzug des Ebbegebirges und insbesondere die von Meinerzhagen kommende und über Elspe in Richtung Wormbach führende Heidenstraße in Teilstücken überblicken. Der direkte Blick in die damals mauerumwehrte Stadt Attendorn wird durch den Dünnekenberg versperrt. Auch zur 3 Km entfernten Burg Schnellenberg besteht wegen des dazwischenliegenden Rappelsberg keine Sichtverbindung. Möglicherweise hat diese beim Anlegen der Stadt und der Burg aus strategischen Gründen eine Rolle gespielt. Zu Füssen der Burg lag die später erbaute Waldenburger Kapelle und das Forsthaus Waldenburg.
In unmittelbarer Nähe der Waldenburg führte die mit doppelten Graben und Wall gesicherte Grenze des Herrschaft Bilstein vorbei. Nach einem Protokoll vom 13. Juni 1778 führten „die Richter, Scheffen und Vorsteher auf dem Höhenweg bei dem Ausschuß sich fanden, wurde der Zug obig Bürberg über den Windhagen hinaus bis auf den Dahl an die Waldenburger Waldung, woselbst dem Ausschuß der Branntwein zur Labung gereicht wurde, continuiert und so fort längst die Waldenburger Berge herauf bis auf den sogenannten Keller, von dort durch den Rappelsberg ohnweit des Galgens, also daß dieser Galgen etwa 40 Schritt linker Hand blieben, woselbst ein Marquetender aus Attendorn, Franz Zeppenfeld, mit Weck stunde, und ihme solche zum Wahrzeichen abgekaufet wurde, weiter die Legelmicke herunter, woselbst 3 Bäume geplacket, demnächst längs den Thiergarten obig den Baumhoff heraus bis an das Leimer Seiffen, dieses Seiffen herunter bis an den Biggefluß, fort diesen Biggefluß nach längst die Dähmer Felder und längst das Haus Ahausen bis auf die Ahauser Brücke, allwohe mitten auf der Brücke die Amts Bilsteinische Fahne geschwenket und von dem Ausschuß das Gewehr losgeschossen wurde. Wie nun durch die Tageshitze und Ersteigung der Berge der Zug abgemattet war wurde von der Ahauser Brücke marschieret nach Kirchhelden, woselbst zu übernachten, und, weilen morgen Sonntag, der Messe beizuwohnen, Rasttag gemacht wurde“.
Die Burg selber bestand aus einem Wohngebäude neben dem großen Turm, welches Nordwestlich zur Seite des Biggetals lag. Auf der gegenüberliegenden Seite lagen die Stallungen und Scheunen und zwischen den vorgenannten Gebäuden den nordöstlichen Abschluss bildend das Back- und Brauhaus. Zwischen Turm und Stall gab es das Torhaus, was den Innenhof mit den anderen Gebäuden umschloss.
Bei einer Inventarisierung im Jahre 1638 sind nachstehende Räumlichkeiten aufgelistet worden.
Die Grafschaft Waldenburg wurde vermutlich von Kaiser Otto II. an seinen Schwiegersohn Graf Ezzo von Lothringen , der seine Tochter Mathilde heiratete, als Eigengut der Ezzonen verliehen. Erst durch umfangreiche Schenkungen durch Otto III. konnte der angemessene Lebensstandard des Pfalzgrafen mit der Kaisertochter sichergestellt werden. Seine Machtstellung beruhte auf der Verbindung zum Ottonischen Herrscherhaus. Nach dem Tode seines Schwagers Kaiser Ottos III. scheiterten seine Ansprüche auf die Nachfolge im Königtum an der Wahl des Bayernherzogs Heinrich (II., 1002–1024) zum König.
Erst nach dem Gefecht bei Odersheim (1011) welchem Jahre des Widerstandes vorangegangen waren, kam es zu einer Verständigung zwischen Pfalzgraf und König. Bei diesem Übereinkommen sind Duisburg, Kaiserswerth, und das umliegende Reichsgut an Ezzo verschenkt worden (nach 1016).
Beim Wechsel der Dynastie von den Ottonen zu den Saliern (1024) sind die Ezzonen ausgelassen worden, doch wird es wohl zu einer Einigung zwischen Pfalzgraf Ezzo (Lothringen) und Konrad II. (1024–1039) gekommen sein.
Aus der Ehe mit Mathilde gingen zehn Kinder hervor, wobei Hermann Erzbischof von Köln von 1035 bis 1056 wurde, Richeza sich mit Mieszko II., König von Polen vermählte, Ludolf Vogt von Brauweiler und der Herrschaft Waldenburg und durch seine Ehe Herr von Zütphen, Otto, Pfalzgraf von Lothringen und Herzog von Schwaben, Adelheid, Stiftsdame, möglicherweise Äbtissin von Nijvel, Ida, Äbtissin von Maria im Capitol in Köln und von Gandersheim, Theopanu, Äbtissin von Essen und Gerresheim, Heylwig/Heilwig, Äbtissin von Neuss, Dietkirchen und Villich, Sophia/Sophie († vor 1031), Mathilde, Äbtissin von Dietkirchen und Vilich.
Ezzo starb am 21. Mai 1034 in Saalfeld / Thüringen.
Ludolf (†1031) Graf von Zütphen war kaiserlicher Feldherr Bannerträger und Vogt der Stadt Köln, und galt als Inhaber der Grafengewalt in der Vorgeschichte der Herrschaft Bilstein im südlichen Sauerland.
Weit länger als die meisten Herzogtümer und Grafschafen hat die Rheinische Pfalzgrafschaft den Charakter eines vom König verliehenen Amtes bewahrt, den noch bis ins 12. Jahrhundert ist sie mehrfach von den Königen an neue Familien verliehen worden. Die zahlreichen Grafschaften, welche die Pfalzgrafschaften um die Jahrtausendwende in ihrer Hand vereinigt hatten, galten als Zubehör der Pfalzgrafschaft und waren deshalb noch im 14. Jahrhundert pfälzische Lehen. Dagegen sind die Grundherrschaften, die Pfalzgraf Ezzo eigentümlich besaß, im Besitz seiner Nachkommen geblieben, auch als ihnen die pfalzgrafschaftliche Würde nicht mehr zustand. Die Herrschaft Waldenburg ist um die Mitte des 11. Jahrhunderts aus der Grafschaft im südlichen Sauerland ausgeschieden und gelangte als Eigengut der Ezzonen an die Grafen von Zütphen.
Aus der Ehe mit Mathilde von Zütphen gingen als Kinder, Heinrich, † nach 31. Oktober 1031, Konrad(Kuno), Vogt der Abtei Brauweiler und Herzog von Bayern, und Adelheid, hervor.
Da Konrad 1053 verstarb wurde seine Schwester Adelheid Erbin ihres Bruders, und somit Besitzerin der Waldenburg. Sie heiratete Gottschalk von Zutphen, († 1063), Graf im Agradingau, Emsgau, Hettergau, von Twente in Westfalen, sowie ab 1046 Graf im nördlichen Hamaland mit der Hauptstadt Zutphen. Er ist ein Sohn von Hermann von Nifterlake .
Dieser Ehe entsprangen Gebhard Graf von Twente - Vogt von Corvey, Otto II. von Zutphen (*1050), der Reiche, und Gumbert- Mönch in Corvey. Otto der Reiche (†1113), Graf von Zutphen, Vogt von Corvey heiratete in zweiter Ehe Judith († 1118), Tochter von Ludwig I., Graf von Arnstein. Nachdem sein Vater verstarb, erhielt sein Bruder das väterliche Erbe, ihm fiel das Erbe seiner Mutter zu.
Der erste Sohn Ottos, Heinrich I. Graf von Zütphen, Vogt von Corvey (*1080), war 1114 am Aufstand gegen Kaiser Heinrich V. beteiligt, er starb um 1120 und mit ihm die männliche Linie der Grafen von Zütphen.
Das Erbe fiel an seine Schwester Emmengard, die Burg Waldenburg mit der Grafschaft kam als mütterliches Erbe der Großmutter an ihre Schwester Judith von Zütphen.
Wegen Missachtung der kaiserlichen Majestät nahm Kaiser Friedrich Barbarossa dem sächsischem Herzog Heinrich dem Löwenim Jahre 1180 seine Reichslehen weg, und das Herzogtum wurde aufgelöst. Das Territorium wurde dem Kölner Erzbischof als neues Herzogtum Westfalen übertragen. Der Herzogtitel war zunächst ein formeller Titel, welchem keine exakten Grenzen eines Herzogtums unterstanden. Sogar das märkische Gebiet unterstand ab 1180 zunächst dem Erzbischof von Köln. Die Hoheits-, Lehns- und Besitzrechte besaß der Erzbischof fast nur im südlichen und südöstlichen Gebiet des Sauerlandes, welche heute etwa mit den Landkreisen Arnsberg, Meschede und Olpe identisch sind.
Judith von Zütphen heiratete Hermann I. von Ravensburg und Calvelage. Aus dieser Verbindung ging Otto I. von Ravensberg († 1170) hervor, welcher sich als erster Graf von Ravensberg nannte. Er war des Öfteren bei Hofe des Königs Heinrich des Löwen. Otto I. von Ravensberg heiratete Oda von Züpthen, Tochter des Grafen Otto II, welche Erbin der Vogtei Corvey war.
Der Sohn aus der Verbindung Otto I. und Oda von Züpthen war Hermann II. (Ravensberg) Graf zu Ravensberg. Dieser Hermann wurde 1176 in einer Urkunde, in der Abt Uffo von Grafschaft den Einwohnern von Attendorn das Recht auf eine eigene Wahl ihres Pfarrers verleiht, genannt. Die Urkunde wurde bezeugt von dem Grafen Hermann von Ravensberg und sechs Ministerialen, welche in der Umgebung von Attendorn, Ewich, Hespecke, Ennest usw. wohnten und als Burgmann auf der Waldenburg dienten.
Dieser ging zu den Gegnern Heinrichs des Löwen über und geriet damit besonders gegen Lippe. 1198 stand er im Thronkrieg als einziger westfälischer Graf fest zu den Staufern. Um 1215 gewann er das Amt Vlotho vom Erzbischof von Köln dazu. Er (oder Otto I.?) gründete das Kloster Flaesheim. Um 1214 machte er Bielefeld zur Stadt. Er setzte die verheerenden Fehden gegen Tecklenburg fort, erlitt eine schwere Niederlage und verlor dadurch viele bischöfliche Lehen und Rechte.
Hermann II heiratete Jutta von Thüringen, Tochter des Landgrafen Ludwig II. Die beiden hatten vier Kinder, Hermann, Domherr zu Münster, Gottfried Prost zu Köln, Otto II. Graf zu Vlotho und Vechtal sowie Ludwig. Ludwig († 1249) wurde Graf von Ravensberg-Bielefeld nach der Erbteilung von 1226 mit seinem Bruder Otto II. (der damit Otto II. von Vlotho wurde). Diese Teilung schwächte die Grafschaft Ravensberg auf immer und warf sie auf den Raum Osning-Teutoburger Wald zurück. Ludwig zog mit gegen die Stedinger. 1234 machte er die Schlacht bei Altenesch mit und befehdete traditionell Lippe, Tecklenburg und Werl-Arnsberg und die geistlichen Gewalten Osnabrück, Münster und Herford.
Nachdem 1244 sein Bruder Otto II. starb, verlangten die Tecklenburger die Herausgabe der Herrschaft Vlothos als Erbteil Juttas. Ludwig führte damit gleichzeitig Fehden gegen die Tecklenburger um die Burg Vlotho und gegen den Grafen von Waldeck, zwei Brüder von der Lippe und den Bischof von Münster um die Burg Rheda. 1245 wurde Ludwig von den Tecklenburgern und ihren Verbündeten, den Bentheimern, Oldenburgern und Simon von der Lippe besiegt und eingesperrt. 1246 erfolgte der Friedensschluss am Freistuhl zu Süntelbeck: Ludwig musste Lösegeld zahlen und verliert die Herrschaft Vlotho an die Tecklenburger. Der Paderborner Bischof Wilbrand beurkundet am 1. Mai 1226 in Herford die Aufteilung der Grafschaft Ravensberg (sog. Herforder Teilung).
Ludwig erhält die Burg Ravensberg, bestimmte Vogteien, zwei an die Burg Ravensberg angrenzende Freigrafschaften, von denen eine nördlich, die andere südlich des Osning (Teutoburger Wald) liegt.
Otto verbleiben Emsland, Vechta und Anteile an der Burg Vlotho. Er verzichtet zugunsten des Mitbesitzers, des Grafen von Sayn, auf die linksrheinischen Gebiete. Weitere Besitzungen sind durch Vergleich an den Grafen von Tecklenburg verpfändet worden und gelangen 1231 in den Besitz der Grafen von Ravensberg. Darunter die Güter in Drolshagen, Kappeln, Barmen, Bersenbrück, und verschiedene andere Lehen. Darauf wird die Anerkennung des Grafen von Tecklenburg als Lehnsherr der Grafen von Ravensberg aufgehoben. Miterben von Attendorn, Drolshagen und Waldenburg sind auch hier die Grafen von Sayn, gegen die sich Graf Ludwig von Ravensberg, dem die Gebiete offenbar zugesprochen waren, nicht durchsetzen konnte.
Die Ravensberger waren noch 1231 im Besitz des Haupthofes Drolshagen und somit der Waldenburg, was aus einer Sühne mit den Grafen von Tecklenburg hervorgeht, jedoch bereits 1235 wurde Graf Heinrich von Sayn genannt, der das Kloster Drolshagen in ein Zisterzienserkloster umwandelte.
Heinrich von Sayn (* 1202, † 1247) war mit Mechthild von Landsberg, der einzigen Tochter des Diederich von Landsberg und der Landgräfin Jutta von Thüringen verheiratet, welche ihr mütterliches Erbe, den Besitz der Thüringer Landgrafen am Mittelrhein mit in die Ehe brachte. Die Ehe blieb kinderlos und in Erfüllung des letzten Willens von Heinrich stiftete Gräfin Mechthild nach seinem Tode 1247 das Zisterzienserinnenkloster Herchen und 1247 Blankenberg, welches später nach Zissendorf verlegt wurde.
Nach dem Tode des Grafen Heinrich von Sayn im Jahre 1247 fiel die Herrschaft Waldenburg als einst von den Grafen erworbenes Gut an seine Witwe, die Gräfin Mechtild, welche die Herrschaft und das „castrum“ Waldenburg mit den zugehörigen Gütern Drolshagen mit Ausnahme des dort von ihr und ihrem verstorbenen Manne gestifteten Klosters, Meinerzhagen mit Ausnahme dessen, was der Abt und Convent zu Deutz an dem Walde Grisim hat und den Wald Ebbegebirge, mit Vorbehalt der Rechte Anderer in demselben, am 13. Januar 1248 an den Erzbischof Konrad von Hochstaden verkaufte.
Als ehemaliges Eigengut der Ezzonen scheint Mitte des 11. Jahrhunderts die Waldenburg als aus der Grafschaft ausgeschieden zu sein, während sich aus der Grafschaft die Herrschaft Bilstein entwickelte.
In der Schlacht von Worringen 1288 traten die Grafen von Jülich, Berg und Mark unter der Führung von Herzog Johann I. von Brabant dem Erzbischof Siegfried von Westerburg entgegen und konnten die kölnische Vormachtstellung brechen. Die Auswirkungen für Westfalen waren entscheidend, die alten Widersacher hatten nunmehr die Vorherrschaft gewonnen.
Im Jahre 1288 zerstörte Graf Eberhard II. die kölnischen Burgen Isenberg (bei Werden), Burg Volmarstein (bei Hagen) und Raffenberg (bei Hohenlimburg) sowie die Städte Werl und Menden. Im Osten des Sauerlandes zerstörte Graf Otto von Waldeck Burg und Stadt Hallenberg, die Burgen Rodenburg (bei Menden) und Waldenburg wurden übernommen. Der Erzbischof musste das Befestigungsrecht zugestehen und in einer Vereinbarung eingestehen, dass keiner auf dem Gebiet des anderen Befestigungen errichten durfte. Es begann eine gegen das kölnische Erzstift gerichtete Burgenpolitik.
Die Burg Waldenburg wurde im Jahre 1289 von dem Erzbischof Siegfried von Westerburg an den Grafen Adolf von Berg bzw. an den Grafen Eberhard von der Mark verpfändet. Von hier aus wurde in der Folgezeit das umliegende Gebiet, namentlich die Stadt Attendorn und die Burg Schnellenberg, mit Fehden überzogen.
In einem Sühnevertrag 1289 verzichtet der Erzbischof Siegfried von Westerburg auf alle Ansprüche, insbesondere auf Entschädigung für erlittene Verluste. Zudem musste er Burg Waldenburg pfandweise dem Grafen Adolf von Berg überlassen, der die Burg an Eberhard von der Mark weiterverpfändete. Durch diese prekäre Situation ließ der Erzbischof durch seinen Landmarschall Johann von Plettenberg Burg Schnellenberg instandsetzen, um von dort gegebenenfalls Ausfälle in die Mark unternehmen zu können. Daraufhin verstärkte der märkische Drost Rudger von Altena die Waldenburg und setzte dem Schnellenberg und Attendorn hart zu.
Im Bestande des Marschallamts in Westfalen erscheint 1293–1300 bei den Einkünften des Amts Waldenburg Wedekinus Pepersack mit 6 Soester Mark Einkünften als Lehen und Rembold, sein Bruder, mit ebenfalls 6 Mark Einkünften.
Erzbischof Siegfried verspricht den Bürgern von Attendorn am 23. Februar 1295, dass ihnen von seinem Marschall in Westfalen und den anderen Amtsleuten niemals Schaden zugeführt werden solle, weil sie ihm beim Bau des Schlosses Schnellenberg behilflich gewesen seien.
Ritter Herbord von Helden verkauft mit Zustimmung und freiem Einverständnis aller seiner Erben am 8. September 1296 dem Ritter Johannes von Plettenberg und seinen Erben das Gericht in Attendorn, so wie es liegt und steht und so wie es ihm bis jetzt gehörte. Der Erzbischof von Köln verzichtete auf das Gericht und bat den Ritter Johann von Plettenberg mit dem Gericht zu belehenen.
Ritter Johann von Plettenberg genoss wohl das besondere Vertrauen des Landesherren. Die Bedeutung der Burg Schnellenberg als Grenzfeste stieg, seitdem Graf Engelbert von der Mark, der durch Weiterverpfändung die Waldenburg in seine Hand bekommen hatte, versuchte von dort aus Angriffe gegen Amtsleute des Erzbischofs zu unternehmen. Zwischen dem Grafen und dem Erzbischof entstand eine heftige Fehde, die zum Teil in der Gegend von Attendorn ausgetragen wurde. Johann von Plettenberg unternahm von der neuen Grenzfeste Schnellenberg aus, Streifzüge in das märkische Gebiet. Währenddessen verstärkte der Graf von der Mark durch seinen Drosten Rutger von Altena die Burg Waldenburg mit Mann und Verpflegung, verband sich mit den Herren von Bilstein und den Burgmännern von Waldenburg und befehdete alsdann seine Gegner auf Burg Schnellenberg und in Attendorn. Die Fehden dieser Jahre mögen Rutger von Altena veranlasst haben die Grenzfeste Burg Schwarzenberg zu erbauen.
Am 13. September 1296 verpflichtet sich Graf Eberhard von der Mark, dem Grafen Adolf von Berg, wegen des Schlosses Wied eine gleiche Sicherheit zu leisten, als wegen Waldenburg.
Berthold, Edelherr von Büren bekundet am 5. März 1333, dass ihn Erzbischof Walram für ein Darlehn von 1100 kleinen Gulden zum Marschall von Westfalen ernannt und ihm die Ämter Waldenburg, Menden, Werl, Hovestadt, Brilon, Rüden und Medebach versetzt habe.
Heinrich, Edelherr von Grafschaft, macht dem Erzbischof Walram, weil dieser ihm sein Burglehn zu Waldenburg verwehrt hatte, seinen Anteil der Burg Nordenau am 22. Dezember 1338, zum offenen Haus. Am 7. September 1358 reversiert wird Salentin von Sayn dem Erzbischof Wilhelm von Köln wegen der Amtmannstelle zu Waldenburg, Siegen und Ginsburg und den damit ihm befohlenen Burgen zu Waldenburg, Schnellenberg, Siegen und Ginsburg und der Städte derselben Ämter.
Im Jahre 1300 wurde die Burg jedoch vom Erzbischof Wigbold wieder eingelöst und er bestellte Marschall Johann von Plettenberg zum Drosten des weit ausgedehnten Amtes Waldenburg.
Fünf Jahre später bestellte der Erzbischof den Sohn Johann von Plettenberg, Heidenreich von Plettenberg zum Burggrafen von Waldenburg. Dieser überließ dem Erzbischof Heinrich II. von Virneburg 1339 als Gegengabe die Burg Schnellenberg und die Gerichtsbarkeit von Attendorn, die sein Vater angekauft hatte.
Die beiden Hauptburglehen befanden um 1307 im Besitz der Familien von Waldenberg und von Drolshagen, doch später ist das Burglehen der Waldenberger an die Herren von Plettenberg gelangt, gegen 1400 auch das Burglehen der Herren von Drolshagen. Damit waren die Herren von Plettenberg die eigentlichen Herren der Burg.
Nicht weniger als 16 adelige Burgmänner dienten auf der Burg Waldenburg im Jahr 1307, denn sie war für 200 Jahre der Hauptstützpunkt für den Ausbau der kölnischen Landeshoheit im Biggegebiet bis zur Eingliederung der Herrschaft Bilstein-Fredeburg in das Herzogtum Westfalen. In einem Erbteilungsvertrag aus dem Jahr 1362 legen die Brüder Henrich und Arnold von Drolshagen fest, dass beide die Freigrafschaft Hundem gemeinsam besitzen sollen. Als die Freigrafschaft Hundem 1384 von den Brüdern Konrad und Heidenreich von Rüdenberg an Wilhelm Vogt von Elspe und Johann von Plettenberg verkauft wurde, veräußern sie kurz darauf die Hälfte der Freigrafschaft an Heidenricus ab Heiggen und Wilhelms a Peppersack weiter, die bisherigen Lehnsträger Hinrik von Drolshagen und de Pepersäcke werden an die Käufer verwiesen.
Im Jahre 1363 wird Henr. Aduocatus de Elsepe, vom Kölnischen Elekten Adolf II. unter anderem belehnt mit einem Burglehen in Waldenburg, mit zwei Mansus in Hoffkule, mit 12 Morgen Ackers in Helden, ein Jahr später (1364) Hermann de Helden vom Erzbischof Engelbert neben einigen Höfen auch mit einem Burglehen auf Waldenburg, 1371 Theodericus de Heldene mit einem Burglehen in Waldenburg. Letztere verzichtete auf das Burglehen in Waldenburg und sein Enkel Theoderich de Snellenberg wurde 1378 damit belehnt.
Graf Engelbert III. errang 1364-1368 einen weiteren wichtigen Erfolg. Er nutzte die Gelegenheit das Erbe der Edelherren von Bilstein, die schon in der Auseinandersetzung um Burg Waldenburg auf der märkischen Seite gestanden hatten, im Lande Bilstein und Fredeburg an sich zu bringen. Damit umklammerte märkisches Territorium das Amt Waldenburg im Osten und Westen. Das in kölnischer Hand befindliche Biggetal trennte die Herrschaft Bilstein von der Grafschaft Mark, so das Bilstein, als es 1365 in den Besitz Engelberts von der Mark gelangte, nicht einfach mit der Grafschaft Mark vereinigt werden konnte. Schlimmer noch, die Grafen von der Mark mussten über kölnisches Gebiet um nach Bilstein zu gelangen.
Ab Mitte des 14. Jahrhunderts befanden sich mehrere Burghäuser im Besitz der Linie der Herren von Plettenberg, die zugleich das Herforder Amt Schönholthausen zu Lehen trugen.
Nachdem die Bedeutung als Landesfeste durch die Herrschaft Bilstein verloren ging, verließen die Burgmänner mit Ausnahme der Herren von Plettenberg die Burg Waldenburg. Hierdurch verwandelte sich die Burg durch die Wirren des 15. Jahrhunderts in ein Rittergut der Herren von Plettenberg. Die Lehnsabhängigkeit vom Erzstift Köln geriet in Vergessenheit, so dass die Burg und die zugehörigen Güter, soweit sie nicht von der Äbtissin von Herford zu Lehen gingen, als freies Eigentum der Burgherren galten.
Engelbert v. Plettenberg zu Waldenburg, Heidenreichs Sohn, bekennt 1453 dem Hermann Pepersack und dem Johann v. Ödingen für Katharina, Tochter Peters von Werlinchusen (Weringhausen) die den Tilmann von Mullen geheiratet hat, eine Eigenhörige zu schulden.
Am 21. Januar 1456 werden Rabyn u. Hedenrich Gebr. van Plettenberg zu Waldenburg genannt, in dem sie dem Johann van Bonslede gt. Draume, Dyuist? zu Attendorn, den Heyneman Vrmmen mit Frau und Kindern überlassen.
Die Ritter und Städte des Amtes Waldenburg schließen am 30.September 1462 ein Schutzbündnis (Waldenburger Bündnis) ab, mit dem Zweck zusammen bei dem Erzstift Köln zu bleiben und sich gegenseitig beizustehen. Zu Vertretern zählte auch Cord vagel von Elspe und sein Sohn.
Engelbert von Plettenberg zu Waldenburg und Barbara, seine Frau, verkaufen im Jahre 1469 eine jährliche Rente von 2 Gulden aus ihren Gütern zu Meinkenbracht im Kirchspiel Hellefeld dem Rektor und Vikar des Liebfrauenaltares zu Eslohe und seinen Nachfolgern. Es siegeln die Urkunde Engelbert von Plettenberg, dessen Bruder Wilhelm von Plettenberg und dessen Vetter Heinrich von Plettenberg.
Im selben Jahr (1469) verpfändet Erzbischof Ruprecht dem Ruprecht von Hatzfeld zu Wildenburg für 14.200 oberländische rheinische Gulden die Ämter und Schlösser Bilstein, Waldenburg und Schnellenberg.
Das Waldenburger Bündnis der Ritter und Städte des Amtes Waldenburg wird am 3. Mai 1480 erneuert. Hierzu gehören die Städte Olpe, Attendorn nebst Kirchspiele, die Freiheit und nachmalige Stadt Drolshagen. Die Kölnischen Anteile am Kirchspiel Valbert sowie die Kirchspiele Wenden, Lenhausen, Babenohl, Ahausen, Schnellenberg, Ewig sowie angeschlossene Ritterschaften. An dieser Urkunde hängen 14 Siegel, die contrhirten Ritter waren: Henrich Hoberg Amtmann zu Waldenburg, Guntermann und Alderich Gebrüder von Plettenberg zu Babenohl, Christoff und Christian von Plettenberg zu Lenhausen, Johan und Herman Gebrüder von Schnellenberg zu Schönholthausen, Jaspar Schüngel zu Schnellenberg, Henrich und Bernd Gebrüder die Vögte von Elspe. Diese sollen sich wechselseitig ihre Häuser öffnen zu Schutz und Trutz, ihre Streitigkeiten unter sich durch Schiedsrichter ausmachen, weil sie alle untereinander verwandt und da der Ritterschaft „eigen Lude mankeinander sitten“ so sollen auch die unter diesen entstehenden Mängel durch die Ritterschaft gebessert werden. Der Amtsbezirk Waldenburg bildete nun ein Ganzes für sich. Fast mit denselben Worten erneuern Ritterschaft und Städte des Amtes Waldenburg 1530 die alten Bünde von 1462 und 1480.
Zum Ende des 14 Jahrhunderts wurde die kölnische Übermacht durch die Burgen Waldenburg und Schnellenberg sowie die Stadt Attendorn zu groß so das die südliche Grenze der Grafschaft Mark befestigt und gesichert werden musste.
Nach dem Aussterben der Herren von Plettenberg zu Waldenburg im Jahre 1488 folgte seit 1495 die Familie Hoberg, die Burg hatte inzwischen ihre militärische Bedeutung fast ganz verloren und galt nicht einmal mehr als Lehen.
Oft wurde das Amt und die Burg für gewährte Darlehn verpfändet. So wurde am 5. März 1333 das Amt und die Burg an Berthold, Edelherr von Büren, am 8. Mai 1346 an Johann Herrn zu Reiferscheidt, am 14. November 1356 an die Gebrüder Friedrich und Gerhard von Seelbach gen. Zeppenfeld, am 7. September 1358 an Valentin von Sayn, Herr zu Hoyberg und Valendar, am 4. September 1359 an Ritter Johann von Grafschaft, 1371 an Heinrich von Spiegel, Bischof zu Paderborn, 1378 an Engelbert von der Mark, der es eingelöst hatte, 1404 an Salentin den Alten, Herr zu Isenburg, am 2. Januar 1428 an den Grafen Heinrich von Nassau, Domprobst zu Münster, am 1. Januar 1443 an Dietrich, Graf zu Sayn. Am 15. August 1454 entbindet Graf Gerhard von Sayn den bisherigen Pfandinhaber der Schlösser Schnellenberg, Bilstein und Waldenburg, ebenso Attendorn und Olpe und die Untertanen vom geleisteten Eid. Am 4. Juli 1454 an Ritter Wilhelm von Nesselrode, Herr zum Stein, am 4. Juni 1458 an die Gebrüder Johann von Hatzfeld und am 20. Januar 1469 an den Ritter Johann von Hatzfeld.
Johann Hoberg hatte die Güter des Kloster Herforder Amtes Schönholthausen von Plettenberg in Waldenburg geerbt und war 1495 mit den diesen Gütern belehnt worden.
Noch am 4.Dezember 1529 wird in der Testamentsänderung des Wilhelm Vogt von Elspe zu Schnellenberg Heinrich Hoberg, Herr zu Waldenburg als Testamentsvollstrecker genannt. Johann Hoberg war scheinbar der letzte Bewohner der Waldenburg, die danach schnell verfiel. Nur wenige Trümmer sind von ihr vorhanden geblieben.
Nach dem Tode des Amtmannes Heinrich Hoberg zu Waldenburg im Jahre 1542 erbte seine Schwester Anno Hoberg, Witwe des Statthalters Franz von Hörde zu Boke bei Paderborn und Klara Hoberg, Frau des Drosten Goswin Ketteler zu Hovestadt die Waldenburg.
Der erste Sohn des Phillipp zu Boke wurde 1543 für seine Familie und die des Dietrich Ketteler zu Hovestadt mit dem Kloster Herforder Amt Schönholthausen belehnt und starb am 30. August 1572.
Am 22. Januar 1547 stellt die Ritterschaft des Amtes Waldenburg eine Vollmacht auf ihre Brüder, Vettern und Schwäger Johann von Schnellenberg, Eulrich und Christian von Plettenberg und Bernhard Voigt (von Elspe) dahin aus, dass diese sie am 24. desselben Monats auf einem Tage im Capitelshause zu Cöln vertreten sollen, zu welchem sie auf ausgegangene kaiserliche Mandate vom Domkapitel in Cöln geladen waren. Die Vollmacht wurde Namens aller von Guntermann von Plettenberg, Hermann von Schnellenberg, Wilhelm Voigt (von Elspe) und Johan von Oel besiegelt.
In einer Urkunde vom 3. März 1554 werden Anna Hoberg, Witwe von Hörde zu Boke, und Dietrich Ketteler, Droste zu Hovestatt, Erben des verstorbenen Heinrich Hoberg zu Waldenburg, genannt in einem Schreiben an ihren Vetter von Plettenberg, daß sich der Schulte vom Hause Waldenburg gern mit Anna, Hans Veltmanns Tochter zu Ennest, verheiraten würde. Sie bitten um Wechselung der Braut.
Da sich das Feldmanns Gut in Ennest im Besitz des Grafen von Plettenberg befand, musste dieser die Braut, die seine Leibeigene war, freigeben und in die Leibeigenschaft des Hauses Waldenburg übertragen.
Anno 1556 hat Dietrich Kettleler, Drost zu Hovestadt, mit Bewilligung des Phillipp von Hörde ein Lehngericht zu Schönholthausen gehalten in Beisein des Jörgen von Eslohe, Richter zu Ödingen als Lehenrichter, der Beisitzer Johan von Schnellenbergh, Dieterich von Plettenberg, Berendt Vogt (von Elspe), Hermann von Schnellenberg, Christian von Plettenberg, Johann von Heygen, und Johan von Oell.
Erzbischof Adolf von Köln ernennt Friedrich von Fürstenberg zu Waterlappe am 14. März 1556 zum neuen Amtmann von Bilstein und Waldenburg. Er beschreibt die Rechte des Amtmanns und spezifiziert dessen Einkünfte sowie Fischerei- und Jagdrecht, Zehnt von allen Brüchten in den Ämtern Bilstein, Waldenburg und Fredeburg, dafür hat er das Recht des Erzstifts in den drei Ämtern zu vertreten, Hand- und Spanndienste zum Haus Bilstein, so viel erforderlich ist, sowie bekommt der Amtmann alle Einkünfte aus den Immobilien, wovon er die Bauten bezahlen soll. Sein Nachfolger im Amte war sein Sohn Kaspar von Fürstenberg, welcher auch die Burg Schnellenberg errichtetete. Später erhielt er noch das Amt Fredeburg; somit waren die drei Amter in einer Hand, was sie bis zur Aufhebung des Herzogtums Westfalen im Jahr 1801 blieben.
Am 25. Oktober 1564 wird Friedrich von Fürstenberg zu Waterlappe vom Erzbischof Friedrich von Köln zum kurkölnischen Rat und zum Amtmann der Ämter Bilstein und Waldenburg ernannt und befiehlt ihm, die vorgenannten Ämter zu verwalten. Fürstenberg hat die erzbischöflichen Rechte und Gerechtigkeiten zu bewahren, keine Grenzverletzungen durch die Nachbarn zu dulden und die Rechte der Untertanen zu vertreten und zu verteidigen. Er ist dem Erzbischof und dem Domkapitel bis zur Wahl eines Nachfolgers zum Gehorsam verpflichtet, vom Erzstift hat er jeglichen Schaden abzuwenden und bis zum Tode verschwiegen zu sein. Dies alles hat Fürstenberg dem Erzbischof in die Hand versprochen und „mit uffgereckten Fingern gelobt“. Damit er aus der Verwaltung der Ämter auch einen Nutzen zieht, darf Fürstenberg für die Dauer seiner Tätigkeit als Amtmann sämtliche Einkünfte der Ämter Bilstein und Waldenburg genießen mit Ausnahme der Schweine- und Hammelabgabe. Dafür hat Fürstenberg jährlich 400 Goldgulden an den Erzbischof zu zahlen. Außerdem erhält er für sich und die Dienerschaft die erforderliche Kleidung. Aus der Schuldverschreibung der verstorbenen Eheleute Schungel über 10.000 Gulden, die Fürstenberg an sich gebracht hat, sollen ebenfalls 400 Gulden Pension gezahlt werden. Darüber hat sich Fürstenberg mit dem Erzbischof verglichen und dahingehend geeinigt, dass Fürstenberg eine jährliche Pension von 100 Goldgulden erhält, solange er Amtmann der Ämter Bilstein und Waldenburg ist. Außerdem erhält er weitere 50 Taler in seiner Eigenschaft als kurkölnischer Rat. Außerdem erhält er die Sommer-Hofkleidung, so, wie diese alle anderen Räte auch erhalten. Der Brüchtenmeister zu Werl, Wilhelm Brandis, wird angewiesen, dem Fürstenberg ab sofort für die Dauer seines Dienstes jährlich 100 Goldgulden auszuzahlen.
1565 war Simon Schulte, Kellner zu Arnsberg, Befehlshaber der Ämter Bilstein und Waldenburg.
Am 14. Februar 1570 wird Fürstenberg Amtmann von Waldenburg. In der Urkunde, übergibt der Kurfürst Salentin von Köln dem Landdrosten Hennecke Schüngel die vom Erzbischof Adolf gemachte Pfandverschreibung auf die Ämter Bilstein und Waldenburg über 10.000 Goldgulden dem jetzigen Besitzer derselben Caspar von Fürstenberg und übergibt ihm und seinen Erben obige Ämter zur weiteren Verwaltung.
Die Familie von Heiden, ein altes westfälische Rittergeschlecht war im Erbgang 1576 Besitzer der Burg geworden. Ab 1579 sind die Familie von Heiden zu Bruch bei Hattingen die neuen Burgherren. Diese wohnten nicht mehr selber auf der Waldenburg, sondern ließen die Burg und die zugehörigen Güter durch Verwalter beaufsichtigen. Als neuer Verwalter auf Waldenburg wird am 1. Juli 1611 Johannes Frenkhus zu Olpe, der als Nachfolger des alten Johannes Berve. Dieses geht aus einem Schreiben des Notars Franz Reinhardts zu Werl an seinen Herrn Bernhard von Heiden zu Bruch hervor. Frenkhus sei von guten, ehrlichen und habseligen Leuten in Olpe geboren, habe sich auf unterschiedlichen Schulen und Universitäten gebildet, habe sich auch in der Praxis bewährt, so dass er für das Amt eines Verwalters auf Waldenburg geeignet sei. Falls also Berve abziehen sollte, möge man Frenkhus das Amt übertragen.
Caspar von Fürstenberg teilt Bernhard von Heiden am 27. Juli 1611 mit, dass der waldenburgische Verwalter Johannes de Berven verstorben sei. Er empfiehlt als Nachfolger Adolf Franz von Oell zu Langenei.
Nach dem Aussterben der von Heiden zu Bruch folgte im Jahre 1618 eine Nebenlinie vertreten durch Georg von Heiden zu Schönrath und sein Bruder Johann Dietrich von Heiden, der als Deutsch-Ordens-Ritter die Kommende Ootmarsum verwaltete.
Erzbischofs Ferdinand von Köln stellt am 22. Mai 1622 eine Quittung über erhaltene 20.000 Rtl. aus, welche die Gebrüder Friedrich von Fürstenberg, Droste zu Bilstein und Fredeburg, und Johann Gottfried von Fürstenberg zu Waterlappe und Schnellenberg als Gegenleistung für die erfolgte Belehnung (Manlehen) mit den Ämtern Bilstein und Waldenburg zu zahlen hatten. Die Belehnung mit den Ämtern Bilstein und Waldenburg sowie mit dem Lenneamt durch den Erzbischof und Kurfürst Ferdinand von Köln erfolgt noch am selben Tage.
Bernhard von Heyden starb 1628 gestorben. Sein Bruder Johann Dietrich, Landkommtur des Deutschen Ordens und zum reformierten Glauben übergetreten, beantragte seinen Besitz, die Waldenburg, gegen die Deutsch Ordens Kommende Ootmarsum zu tauschen.
Nach einer Schatzungsliste des Jahres 1629 umfasste das ehemalige Amt Waldenburg die heutigen Amtsbezirke Kirchhundem und Bilstein nebst Teilen des heutigen Amtsbezirkes Attendorn, ferner das Biggeamt; das waren die damaligen Gerichte, heutigen Ämter Olpe, Wenden und Drolshagen mit der Stadt Olpe, auch das Amt Waldenburg genannt. Stadt und Gogericht Attendorn standen außerhalb der Verwaltung und der Gerichtsbarkeit des Amtes Waldenburg.
Johann Dietrich von Heyden bekam am 20. April 1635 vom Deutschen Orden die Erlaubnis für den Tausch der Waldenburg, wenn er gleichzeitig sein Amt als Komtur niederlegen und aus dem Orden austreten würde. Durch den Tausch mit dem Deutschen Orden ging Johann Dietrich von Heyden als begünstigter hervor, wodurch sich der anschließende Rechtsstreit mit dem Deutschen Orden begründen lasst.
Im Mai 1638 ergriff der Deutsche Ritterorden Besitz von der Waldenburg.
Auf Veranlassung des Landkomturs der Balley Westfalen des Deutschen Ritterordens Rab Luther Schilder wurde am 29. September 1638 auf der Waldenburg in Gegenwart des Christoph von Heyden, Sohn des verstorbenen Bernhard von Heyden vom Attendorner Gografen Dietrich Burghoff eine Schätzung und Inventarisierung des Nachlasses vorgenommen. Hierin wurden die Räume der Burg mit allen Möbeln beschrieben.
Johann Dietrich von Heyden starb am 29. August 1669 in Ootmarsum.
Der Deutsche Orden war zu dieser Zeit völlig verweltlicht. Seine Kommenden dienten lediglich dazu, einer kleinen Anzahl jüngerer Söhne des Adels ein sorgenfreies müßiges Leben zu ermöglichen, in dem die Jagd naturgemäß einen breiten Raum einnahm. Jagdstreitigkeiten zwischen den Ordensrittern und ihren adeligen Nachbarn waren deshalb gang und gäbe, so auch hier in Waldenburg.
Nach seinem Tod Johann Dietrich von Heyden strebten seine Erben, wohl auf Betreiben ihrer von Fürstenbergischen Verwandtschaft, über einen richterlichen Beschluss, die Räumung der Burg an. Wieder wurde eine Inventarisierung der Burg vorgenommen. Dabei fiel auf, dass in den vergangenen Jahren die Größe des landwirtschaftlichen Betriebes zugenommen hatte. Der Rechtsstreit über die Burg ging jedoch in den nächsten Jahren weiter.
Erst im September des Jahres 1656 wird der endgültige Tauschvertrag über die Waldenburg zwischen dem Deutschen Ritterorden und Johann Dietrich von Heiden zu Bruch abgeschlossen, mit allen Zubehör als Allod und das Amt Schönholthausen als Herforder Lehen, dazu zwei Höfe im Kirchspiel Körbecke und 5000 Rtlr. in bar.
Zum neuern Drosten zu Waldenburg wird am 14. August 1662 von Kurfürst Maximilian Heinrich von Köln der Johann Adolf von Fürstenberg bis zur Großjährigkeit des Maximilian Heinrich von Fürstenberg zum Drosten der Ämter Bilstein, Waldenburg und Fredeburg eingesetzt.
Wilhelm von Fürstenberg, Domdechant zu Salzburg und zur Zeit Gast in Rom, gratuliert 1662 Johann Adolf von Fürstenberg zu seiner Bestallung als Droste der Ämter Bilstein, Waldenburg und Fredeburg. Er soll sich von der Arnsberger Regierung nicht in die Karten schauen lassen; andererseits soll er stets ein reines Gewissen bewahren, damit er seinem Gegenüber stets klar ins Gesicht sehen kann.
Im Jahr 1665 wird Johann Adolf von Fürstenberg von Kurfürst Maximilian Heinrich von Köln zum Drosten der Ämter Bilstein, Waldenburg und Fredeburg eingesetzt.
Hermann Otto de Baer wird am 21. Oktober 1670 neuer Komtur in Waldenburg. Er teilt der Abtei Herford mit, dass der bisherige Komtur Eberhard von Dalwig nach Wallheim versetzt worden sei und er als Nachfolger sein Amt in Waldenburg angetreten habe. Er bittet die Reichsabtei Herford um die Belehnung mit dem zur Waldenburg gehörenden Amt Schönholthausen und die Kollation über die Pfarrkirche Schönholthausen. Gleichzeitig teilt er mit, dass er den Attendorner Bürger Heinrich von der Horst beauftragt habe, für ihn in Herford den Lehnseid zu schwören.
Durch ein Gerichtsurteil vom 13. Juni 1673 wurden die Freiherren von Fürstenberg als Erben der Goda von Fürstenberg, Gemahlin des Bernhard von Heiden zu Bruch endgültig in den Besitz der Waldenburger Güter imitiert. Durch allerlei Prozesse der vergangenen Jahre zwischen der Familien von Heiden zu Bruch und von Heiden zu Schönrath wurde heftigst um die Waldenburg gestritten. Nach langwierigen Auseinandersetzungen verkaufte der Deutsche Orden endlich die strittigen Güter am 8. Dezember 1691 für 31.800 Rtlr. an den Reichsfreiherrn von Fürstenberg zu Schnellenberg, Erbdrosten der Ämter Bilstein, Waldenburg und Fredeburg. Die Äbtissin der Reichsabtei Herford belehnt am 26. September 1690 den westfälischen Verwalter Simon Johann Reesen zu Herford als Bevollmächtigten des Heinrich von Boeselager, Komtur zu Waldenburg, mit dem Amt Schönholthausen nebst Zubehör und der Kollation der Pastorat. Zeugen: Johann Henrich von Wahden und Arnold Gravius.
Im Jahre 1802 wurde das Kloster Herford säkularisiert, nachdem es in der Reformation protestantisch geworden war. Das Herzogtum Westfalen ging in diesem Jahr in den Besitz des Großherzogs von Hessen über und fiel 1816 an Preußen. Friedrich Leopold von Fürstenberg erhielt am 29. Januar 1824 von König Friedrich Wilhelm III. von Preußen zu Lehen. 1824 erreichte er die Allodifikation des Lehens und bewirkte die Ablösung der grundherrlichen Lasten und die endgültige Auflösung des Amtes Schönholthausen.

