Atlantis

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Geschrieben von robby 03/04/2009 @ 16:09

Tags : atlantis, universum, wissenschaft, archäologie

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Atlantis

Fantasiekarte von Atlantis aus: Athanasius Kircher, Mundus Subterraneus, (1665), (die Karte stellt Süden oben dar, was die Anordnung von Spanien und Afrika links erklärt)

Atlantis (altgriech.: Ἀτλαντὶς νῆσος Atlantìs nēsos „Insel des Atlas“) ist ein mythisches Inselreich, das der antike griechische Philosoph Platon (427 bis 347 v. Chr.) als erster erwähnte und beschrieb. Es war laut Platon eine Seemacht, die ausgehend von ihrer „jenseits der Säulen des Herakles“ gelegenen Hauptinsel große Teile Europas und Afrikas unterworfen hat. Nach einem gescheiterten Angriff auf Athen sei Atlantis schließlich um 9600 v. Chr. in Folge einer Naturkatastrophe innerhalb „eines einzigen Tages und einer unglückseligen Nacht“ untergegangen.

Bei Atlantis handelt es sich um eine in Platons Werk eingebettete Geschichte, die – gleich den übrigen Mythen Platons – eine zuvor aufgestellte Theorie anschaulich darstellen soll. Der Hintergrund dieser Geschichte ist umstritten. Während Althistoriker und Philologen überwiegend von einer Erfindung Platons ausgehen, die durch zeitgenössische Vorbilder inspiriert wurde, vermuten manche Autoren einen realen Hintergrund der Geschichte und unternahmen unzählige Versuche, Atlantis zu lokalisieren (siehe dazu den Artikel Lokalisierungshypothesen zu Atlantis).

Bereits in der Antike wurde eine mögliche Existenz von Atlantis diskutiert. Während Autoren wie Plinius bestritten, dass es das fragliche Inselreich früher gegeben habe, hielten andere, beispielsweise Krantor, Poseidonios oder Strabon, die Existenz für denkbar. Auch die ersten Parodien des Themas entstanden bereits in der Antike. Im Mittelalter geriet der Mythos Atlantis mehr oder weniger in Vergessenheit, bis er schließlich in der Renaissance wiederentdeckt und verbreitet wurde. Platons Schilderungen inspirierten die utopischen Werke verschiedener frühneuzeitlicher Autoren, wie etwa Francis Bacons „Nova Atlantis“. Bis heute wird das literarische Motiv des Atlantis-Mythos in Literatur und Film verarbeitet (siehe dazu den Artikel Atlantis als Sujet).

Platon beschreibt die Insel Atlantis in seinen um 360 v. Chr verfassten Dialogen „Timaios“ und „Kritias“, wobei letzterer nur fragmentarisch erhalten ist. In diesen Werken lässt der Autor die beiden Politiker Kritias und Hermokrates sowie die Philosophen Sokrates und Timaios aufeinandertreffen und diskutieren. Auch wenn es sich dabei um historische Personen handelt (obgleich nur die ersten drei belegt sind), sind die ihnen von Platon zugeschriebenen Gespräche fiktional. Der Sokratische Dialog wird hier als rhetorische Figur eingesetzt und soll Platons Lehraussagen dadurch überzeugend vermitteln, dass die Lehrsätze nicht dogmatisch vorgegeben, sondern vor den Augen des Lesers dialektisch entwickelt werden. Während das Thema Atlantis im „Timaios“ nur kurz angerissen wird, folgt im „Kritias“ eine ausführliche Beschreibung des Inselreichs.

Die beiden Atlantis-Dialoge „Timaios“ und „Kritias“ sind nur Teile eines zunächst offenbar umfangreicheren Plans. Der Dialog „Timaios“ schließt sich unmittelbar an den Dialog „Politeia“ an, dessen Ergebnisse er rekapitulierend aufgreift. Der kurze „Kritias“ bricht unvollendet ab und den im „Timaios“ angekündigten Dialog des Hermokrates fertigte Platon gar nicht erst an. Es ist nicht überliefert, aus welchen Gründen Platon die Arbeit am Komplex Atlantis nicht zu einem Ende führte. Als letzter Dialog in dieser Reihe kann „Nomoi“ gelten, der das Ende der letzten Naturkatastrophe im Sinne von „Timaios“ und „Kritias“ als Anknüpfungspunkt seiner Erörterung wählt.

An die im ersten Teil des „Timaios“ angelegte Darstellung der Grundzüge des platonischen Idealstaates der „Politeia“ knüpft sich im weiteren ein von Sokrates geäußerter Wunsch, die Vorzüge eines sogearteten Stadtstaates in der Realität zu sehen und speziell die Bewährung im Kriegsfall zu prüfen (Tim. 17a-20c). Daraufhin gibt Kritias eine Geschichte wieder, von der er angibt, sein Großvater habe ihm diese in seiner Jugend erzählt (Tim. 20d ff.); dieser habe sie wiederum von seinem Vater Dropides vernommen. Dropides sei ein zeitweiliger Weggefährte Solons gewesen, und jener habe die Kunde von Atlantis aus Ägypten mitgebracht, wo er sie in Sais von einem Priester der Göttin Neith erfahren habe (Tim. 23e). Dieser Priester habe ihm die Mitteilungen aus „geheiligten Schriften“ übersetzt. An mehreren Stellen der Erzählung lässt Platon Kritias betonen, dass seine Geschichte nicht erfunden sei, sondern sich tatsächlich so zugetragen habe (Tim. 20d, 21d, 26e).

Inhalt der von Kritias erinnerten Geschichte ist eine der angeblich „größten Heldentaten Athens“, nämlich die Abwehr eines riesigen Heeres der expansiven Seemacht Atlantis. Jenes Inselreich, das wie Athen bereits 1000 Jahre vor der Gründung Ägyptens existiert habe (Tim. 23d-e), soll ganz Westeuropa bis Tyrrhenien und Nordafrika bis nach Ägypten beherrscht haben und sei im Begriff gewesen, auch Griechenland zu unterwerfen (Tim. 25a-b). Nach der Abwehr des Angriffs durch die tugendhaften Athener sei Atlantis durch eine Naturkatastrophe mit schwerem Erdbeben und darauffolgender Flut zerstört worden und versunken. Auch das Heer der Athener und Athen selbst seien bei dieser Katastrophe zugrunde gegangen. Einzig Ägypten, das schon 8000 Jahre vor Solon gegründet worden sei und woher die Überlieferung der Heldentat Athens stamme (Tim. 23d-e; Kritias 108e, 109d ff., 113a), wurde verschont (Tim. 25c-d).

Im „Kritias“ beschreibt Platon Atlantis detailliert: Es sei ein Reich gewesen größer als Libyen (Λιβύη) und Asien (Ασία) zusammen (Tim. 24e). Zu Platons Zeiten verstand man unter diesen Begriffen Nordafrika ohne Ägypten und die damals bekannten Teile Vorderasiens. Die Hauptinsel lag außerhalb der „Säulen des Herakles“ im Atlantìs thálassa, wie schon Herodot den Atlantik nennt (Hdt. I 202,4). Die „Insel des Atlas“ war laut Platon reich an Rohstoffen aller Art, insbesondere an Gold, Silber und „Oreichalkos“, einem erstmals bei Platon genannten „feurig schimmernden Metall“ (Kritias 114e). Weiter erwähnt Platon verschiedene Bäume, Pflanzen, Früchte und Tiere, darunter auch das „größte und gefräßigste Tier von allen“, den Elefanten (Kritias 115a). Die weiten Ebenen der großen Inseln seien äußerst fruchtbar gewesen, exakt parzelliert und durch künstliche Kanäle mit ausreichend Wasser versorgt. Durch Ausnutzung des Regens im Winter und des Wassers aus den Kanälen im Sommer seien zwei Ernten jährlich möglich gewesen (Kritias 118c-e).

Die Mitte der Hauptinsel bildete eine 3000 mal 2000 Stadien große Ebene, wobei ein „Stadion“ etwa 180 Metern entspricht. Diese Ebene war von breiten, schiffbaren Kanälen durchzogen, sowohl ringförmig wie radial ausstrahlend, woraus eine Vielzahl kleiner Binneninseln resultierte. Im Kern lag eine zentrale Insel mit einer Breite von fünf Stadien, die von einem künstlichen Wassergürtel von einem Stadion Breite umgeben war. Darauf folgen der Beschreibung nach zwei Paare von Land- und Wassergürteln mit zwei und drei Stadien Breite (Kritias 115d-116a).

Im Zentrum von Atlantis erhob sich den Dialogen zufolge neben der Akropolis ein Poseidontempel, den Platon als „ein Stadion lang, drei Plethren breit und von einer entsprechenden Höhe“ und innen wie außen mit Gold, Silber und Oreichalkos überzogen beschrieb. Um den Tempel herum standen goldene Weihestatuen. Ein Kultbild zeigte den Meeresgott als Lenker eines sechsspännigen Streitwagens (Kritias 116d-e). In der Nähe der zentralen Anlage befand sich ein Hippodrom. Auch die Wohnstätten der Herrscher lagen im innersten Bezirk, der von einer Mauer umschlossen wurde. Die ringförmigen Randbezirke der Stadt beherbergten von innen nach außen die Quartiere der Wächter, der Krieger und der Bürger. Die Gesamtanlage war von drei weiteren, konzentrisch angeordneten Ringmauern umfriedet (Kritias 116a-c). Die beiden äußersten Kanäle wurden als Häfen angelegt, wobei der weiter innen liegende Kanal als Kriegshafen und der äußere als Handelshafen diente (Kritias 117d-e).

Die Macht über die Insel hatte Poseidon seinem mit der sterblichen Kleito gezeugten Sohn Atlas übertragen, der der Älteste seiner Nachkommen aus fünf Zwillingspaaren war (Kritias 114a-c). Atlas und seine Nachfahren herrschten über die Hauptstadt, die Linien seiner jüngeren Brüder regierten die anderen Teile des Reiches. Mit der Zeit wandelte sich Atlantis durch immer weiter gehende Baumaßnahmen und Aufrüstungen von einer ursprünglich ländlich geprägten Insel zu einer schlagkräftigen Seemacht. Die Nachfahren des Atlas und seiner Geschwister verfügten über ein einzigartiges Heer und eine starke Marine mit 1200 Kriegsschiffen und 240.000 Mann Besatzung allein für die Flotte der Hauptstadt (Kritias 119a-b). Mit dieser Streitmacht unterwarfen sie ganz Westeuropa und Nordafrika bis Ägypten (Tim. 24e-25b). Erst die zahlenmäßig weit unterlegenen Athener konnten diesen beispiellosen Vormarsch zum Erliegen bringen.

Neben Atlantis beschreibt Platon im „Kritias“ das „Ur-Athen“, wenn auch deutlich kürzer. Das alte Athen ist im Gegensatz zum realen Athen aus Platons Lebzeiten eine reine Landmacht, die Attika bis zum Isthmus von Korinth beherrscht habe (Kritias 110e). Obgleich in der Nähe der Küste gelegen, verfügte es über keine Häfen und betrieb aus bewusst gefasstem Entschluss keine Seefahrt. Platons Polis Athen wird als ein äußerst fruchtbarer Landstrich beschrieben, bedeckt von Feldern und Wäldern, und „imstande, ein großes Heer von den Geschäften des Ackerbaues Befreiter zu unterhalten“  (Kritias 110e-111d). Die Göttin Athene selbst habe die politischen Strukturen und Institutionen im nach ihr benannten Stadtstaat gestiftet, die Platon als nahezu identisch mit jenen seines im „Politeia“ beschriebenen Idealstaates darstellt. Als Athen von Atlantis angegriffen worden sei, habe es die Angreifer zurückschlagen können und habe dabei sogar einige bereits unterworfene griechische Stämme befreit. Als Grund, warum im antiken Griechenland keine Aufzeichnungen, Geschichten oder Sagen vom glorreichen Sieg über die Atlanter existieren, nennt Platon Erdbeben und Überschwemmungen, die immer wieder die alten hellenischen Stämme heimsuchten. Platon erwähnt aber auch eine sehr große und besonders verheerende Flut, die den Untergang der herrschenden Oberschicht an den Küsten zur Folge hatte. Sie ließ nur einen kleinen Teil des Lesens und Schreibens unkundiger Bauern zurück, die in den Bergregionen lebten. Dadurch sei das komplette Wissen, das sich die Griechen bis dahin angeeignet hatten verloren gegangen.

Über die möglichen historischen Anknüpfungstatbestände, z. B. der Untergang der Ägäisinsel Santorin im 17. Jhd. v.Chr., lässt sich zur Zeit kaum wissenschaftliche Übereinstimmung erzielen. Über den philologisch fiktionalen Charakter des Inselreiches Atlantis besteht in der Wissenschaft dagegen weitgehend Einigkeit. Auf die Frage, was die Botschaft dieser Erzählung gewesen sei, gibt es jedoch sehr unterschiedliche Antworten. Die Dialoge „Timaios“ und „Kritias“ sind als Ergänzung und Fortsetzung der „Politeia“ geschrieben. Die Atlantis-Erzählung diente dabei als Demonstration der praktischen Bewährung des idealen Staates. Es handelt sich um einen platonischen Mythos und somit nur um eine von vielen fiktionalen und mythischen Darstellungen in Platons Werken.

Der Zweck dieses Mythos ist nach herrschender Auffassung, eine zuvor diskutierte Theorie auf eine praktische und anschauliche Ebene zu heben, um so ihre Funktionalität und Richtigkeit zu bestätigen. In diesem Sinne wird am Ende der „Politeia“, nachdem die Frage ‚Was ist Gerechtigkeit?‘ diskutiert wurde, von Sokrates die (scheinbare) Bestätigung seiner Thesen dadurch beigebracht, dass die „wahre“ Geschichte des Pamphyliers Er erzählt wird (Pol. 614b). Dieser habe in einer Art Nahtoderfahrung die Unterwelt gesehen und dabei die Erkenntnis erlangt, dass gerechte Menschen nach dem Tod zehnfach belohnt würden, ungerechte Menschen jedoch zehnfach bestraft. An späterer Stelle, zu Ende des neunten Buches der „Politeia“, wird ferner die Frage erörtert, ob sich ein gerechter Mensch am politischen Leben seines Stadtstaates beteiligen solle. Auf Sokrates' Antwort, der Gerechte könne sich engagieren, vielleicht jedoch nicht in seiner irdischen Polis, entgegnet Glaukon, dass ein solcher Idealstaat nur als ein „Muster“ (παράδειγμα) im „Himmel“ der Ideen zu finden sei, woran man sich halten könne (Pol. 592a-b). Es bleibt jedoch umstritten, inwieweit diese Anspielung einen Hinweis auf eine späte Praxisnähe der platonischen Staatsphilosophie und damit die Grundlage des Atlantis-Mythos darstellen könne.

Im Fall der Atlantis-Erzählung ist es die Theorie vom Idealstaat, die einer realen Bestätigung bedurfte. Am Anfang steht der Wunsch des Sokrates, den Idealstaat einmal in der „Bewegung“ eines Gedankenexperiments zu sehen. Zu diesem Zweck wird der Mythos vom einst in Athen existierenden Idealstaat und dem mächtigen Gegner Atlantis erfunden und dem Erzähler Kritias in den Mund gelegt, dem diese Überlieferung „auf eine geheimnisvolle Weise durch eine Art Zufall“ am Heimweg von einem früheren philosophischen Gespräch eingefallen wäre (Tim. 25 e). In dieser Passage betont Kritias, dass man den Atlantis-Stoff günstig an den theoretischen Inhalt der „Politeia“ angleichen könne: „Wir wollen aber die Bürger und den Staat, den du uns gestern wie erdichtet (ὡς ἐν μύθῳ) darstelltest, jetzt in die Wirklichkeit (ἐπὶ τἀληθὲς) übertragen und hier ansiedeln, als sei jener Staat der hiesige, und von den Bürgern, die du dir dachtest, werden wir sagen, sie seien jene reale Vorfahren von uns, von denen der Priester erzählte.“ (Tim. 26c-d). Die scheinhistorische Überlieferungsgeschichte soll die mehrfach behauptete Realität unterstreichen. Wie jeder platonische Mythos erhebt auch die Atlantis-Erzählung den Anspruch auf Wahrheit, jedoch nicht im Sinne von „historisch wahr oder unwahr“, sondern im Sinne einer philosophischen Wesenswahrheit.

Die Gegner Athen und Atlantis sind idealtypisch als einander diametral gegenüberstehende Gemeinwesen konstruiert: Auf der einen Seite die kleine, stabile und wehrfähige Landmacht, auf der anderen Seite die an ihrem Expansionsdrang zerbrechende Seemacht. Dieser bewusste Gegensatz wird in der Forschung als eine politische Allegorie auf die expansive Seemachtspolitik des realen Athen verstanden. Platon hatte 404 v. Chr. die Niederlage seiner Heimatstadt im Peloponnesischen Krieg miterleben müssen, der einst durch das Hegemoniestreben der Athener in der Ägäis ausgelöst worden war. Wenige Jahrzehnte später, als Athen wieder einen Teil seiner ehemaligen Macht zurückgewonnen hatte, wurde der einst in Folge der Niederlage aufgelöste Attische Seebund – wenn auch nicht in gleicher Dimension – neu gegründet. Platon könnte befürchtet haben, dass Athen diese Fehler wiederholen und auf eine vergleichbare Katastrophe zusteuern könnte. Um dem entgegenzuwirken und die Mitbürger zu belehren, dürfte Platon die Geschichte von der an Expansionismus zugrunde gegangenen Seemacht Atlantis und der siegreichen Landmacht Ur-Athen erfunden oder benutzt haben: „Er zeigte die Gefahren auf, die eine solche imperialistische Seemacht erwarten , und er versuchte sozusagen den quasi-historischen Beweis zu erbringen, dass ein Staat, der wie sein Idealstaat eingerichtet war, sich in einer solchen Lage überzeugend bewähren würde“, wie Nesselrath resümiert.

Die Umstände, dass im Atlantis-Mythos das Ur-Athen als über tausend Jahre älter als Ägypten dargestellt wird und zudem die Göttin Athene-Neith beide Gesellschaftsordnungen begründet haben soll, wird als Reaktion Platons auf mögliche Plagiatsvorwürfe gedeutet. Dies hängt mit Platons Werk über den Idealstaat – „Politeia“ – zusammen: Ein Kritiker Platons, Isokrates, hatte als unmittelbare Reaktion auf die „Politeia“ eine Schrift mit dem Titel „Busiris“ verfasst, nach der der gleichnamige – nur in der griechischen Mythologie existierende – ägyptische König in seinem Land eine Gesellschaftsordnung eingerichtet hatte, die diejenige des platonischen Idealstaats vorwegzunehmen scheint. Platon, so die Theorie, habe nun darauf mit einem Mythos geantwortet, laut dem nicht in Ägypten, sondern in Athen zuerst der Idealstaat existierte. Zudem sind es bei Platon gerade ägyptische Priester, die den Griechen diese Erkenntnis bringen.

Als Grund für die fingierte Überlieferungsgeschichte kann Platons „Konkurrenz“ zu Homer gesehen werden. Schon in der „Politeia“ schrieb Platon von dem „alten Streit zwischen Dichtung und Philosophie“ (Politeia 607b). In seinem Anspruch, die mythisch-poetischen Werke Homers durch seine eigenen, philosophisch durchdachten Mythen wie Atlantis zu „ersetzen“, beruft sich Platon eben nicht wie der Dichter auf Musen, sondern auf historische Überlieferungen (deren Ursprung jedoch absichtlich so weit im Dunkeln liegt, dass sie unmöglich überprüft werden können). Im „Timaios“ spricht Kritias davon, dass Solon ursprünglich geplant habe, den Stoff „Atlantis“, den er in Ägypten vernahm, künstlerisch zu verarbeiten. Er sei jedoch davon abgehalten worden, weil man ihn in Athen als Politiker gebraucht habe (dies ist allerdings chronologisch nicht möglich, da Solon erst nach seiner „politischen Karriere“ Ägypten besuchte). Hätte er den Atlantis-Mythos in Poesie verwandelt, so ist sich Kritias sicher, hätte dieses Werk die Homerischen Epen Ilias und Odyssee weit überstrahlt (Tim. 21d).

Das Vorbild für „Ur-Athen“ war der Idealstaat, den Platon in seinem bedeutenden Werk „Politeia“ entworfen hatte. Schon daran ist der fiktionale Charakter der gesamten Erzählung erkennbar, zumal nach heutigem Kenntnisstand in Athen zu keinem Zeitpunkt – von der Frühzeit bis in die Klassische Zeit – die geschilderte Kombination von politischen, sozialen und militärischen Elementen bestanden hat. „Ur-Athen“ ist offensichtlich eine Schöpfung Platons. Eine gewisse Orientierung der Landmacht „Ur-Athen“ an der realen Landmacht Sparta scheint denkbar, obgleich Platons Idealstaat ohnehin keine Seemachtspolitik betreibt. Die Beschreibung der fruchtbaren Böden Attikas zu Zeiten „Ur-Athens“ basiert auf der zu Platons Zeiten gängigen Annahme, dass isolierte Felsmassive wie Akropolis und Lykabettos Überreste einer einstigen Hochebene seien, deren „weiche“ Anteile an fruchtbarer Erde seither durch Regen und Fluten fortgespült worden seien. Eine vergleichbare Theorie liegt der Lokalisierung Atlantis' jenseits der „Säulen des Herakles“ zugrunde; so wurde zu Platons Zeiten – entsprechend den Berichten bei Herodot (Hdt. II 102,1–2; Hdt. IV 43) und möglicherweise auf eine Bekanntschaft mit atlantischen Tangwäldern wie dem der Sargassosee zurückzuführen – angenommen, das Meer sei jenseits der Säulen schlammig, zähflüssig und unbefahrbar. Platon erklärt diesen vermeintlichen Umstand mit dem Untergang einer Landmasse.

Für den Antagonisten zu seinem Idealstaat „Ur-Athen“ bediente sich Platon realer Vorbilder aus seiner Zeit. Allgemein wird angenommen, dass Atlantis von ihm zur Erzielung seiner politischen Aussageabsicht wie ein Mosaik aus verschiedenen Elementen von verschiedenen Vorbildern „zusammengesetzt“ wurde. Platons Intention war es dabei, ein Bild von Atlantis zu zeichnen, das der Leser mit zeitgenössischen Feinden Griechenlands assoziieren würde. So mag Platon bewusst das Perserreich als Muster für die politische Struktur von Atlantis genommen haben. Die Organisation der Königsmacht in Atlantis, mit einem „Oberkönig“ und neun „Unterkönigen“, erinnert stark an die persische Hierarchie von Großkönig und ihm untergeordneten Satrapen. Ebenso scheint die persische Sommerresidenz Ekbatana gemäß ihrer Beschreibung bei Herodot eine Vorlage für die Beschreibung der Hauptstadt von Atlantis zu sein; während bei Platon von drei konzentrischen Wasserringen um die Akropolis die Rede ist, beschreibt Herodot die Stadtbefestigung von Ekbatana mit „insgesamt sieben Mauerringen“, und zwar „jeweils einen Mauerring im anderen“ (Hdt. I 98,3–6). Für die Hafenanlage könnte unterdessen Karthago als Modell benutzt worden sein. Dem Handlungskern der Atlantis-Geschichte, nämlich dem gescheiterten Angriff Atlantis' auf Athen, dürften die Perserkriege und dabei insbesondere die Konstellation der Schlacht von Marathon (490 v. Chr.) als Vorbild gedient haben. In beiden Fällen schlug das relativ kleine Athen, ganz auf sich gestellt, eine angreifende Übermacht und bewahrte so ganz Griechenland vor der Unterwerfung. Der fehlgeschlagene Eroberungszug der Seemacht Atlantis könnte aber auch als Reflexion der Sizilienexpedition verstanden werden, in welcher die übermütigen Pläne der Seemacht Athen, ganz Sizilien und anschließend Karthago zu unterwerfen, grandios scheiterten.

Für den charakteristischen und bis heute faszinierendsten Bestandteil der Atlantislegende – den Untergang des Inselreichs in Folge einer Naturkatastrophe – könnte die Stadt Helike als Inspiration gedient haben. Diese einst sehr reiche Stadt an der Nordküste der Peloponnes versank im Winter des Jahres 373 v. Chr. in einer Flutwelle, die durch ein schweres Erdbeben im Golf von Korinth ausgelöst worden war. Diese Katastrophe, bei der nahezu alle Bewohner Helikes ihr Leben verloren, fand in der Antike einen starken Nachhall (bspw. bei Diod. XV 48,1–3). Wie auf Atlantis wurde in Helike ein Poseidonkult betrieben; vor dem großen Tempel des Poseidon Helikonios stand einst eine monumentale Weihestatue des Meeresgottes, die selbst nach dem Untergang der Stadt noch von der Wasseroberfläche aus zu sehen gewesen sein soll. Wie Atlantis schien auch Helike durch die „Macht“ desjenigen Gottes untergegangen zu sein, den sie eigentlich verehrte. Neben der Helikeflut ereignete sich zu Platons Lebzeiten eine weitere schwere Flutkatastrophe. Diese folgte 426 v. Chr. einem Erdbeben im Golf von Euböa und zerstörte die Stadt Orobiai sowie eine Insel namens Atalante (Thuc. III 89). Aufgrund der Namensähnlichkeit wurde diese Insel Atalante von manchen Forschern als Vorbild für das Untergangsszenario von Atlantis betrachtet. Jedoch wird aufgrund der verheerenderen Folgen sowie der zeitlichen Nähe zur Niederschrift von „Timaios“ und des „Kritias“ eher Helike als Vorbild angesehen.

Der französische Historiker Pierre Vidal-Naquet sieht Atlantis als Analogie zu Ur-Athen und somit zur Kosmologie des Timaios-Dialoges, Ur-Athen entspräche in diesem Sinne dem „Seienden“, Atlantis hingegen dem „Werdenden“. Vidal-Naquet kommentiert: „Wir sehen uns also einer Sequenz gegenüber, die deutlich nach einer Spiegelung aussieht: 5 (3+2), 1, 2, 2, 3, 3. Wer die in der Mitte liegende Insel verläßt, tritt sehr schnell in die Welt der Verdopplung ein“. Die Bedeutung von doppelten und dreifachen Abständen in der „Struktur der Weltseele“ findet sich bereits im „Timaios“ beschrieben (Tim. 36d). Zugleich spiegele Atlantis das dekadente Athen seiner Zeit wider. Ähnlichkeiten zu Herodots Persien und zu Homers Scheria spielen laut Vidal-Naquet nur am Rande eine Rolle, eine Analogie zu den Perserkriegen schließt er aus. Vidal-Naquet glaubt in Atlantis die Stadtanlagen von Ekbatana, Babylon, Scheria, Athen und Susa wiederzuerkennen.

Der deutsche Altphilologe Nesselrath dagegen sieht in Atlantis Parallelen zu den Stadt- bzw. Hafenanlagen von Ekbatana, Babylon und Karthago. Weiter meint er, Analogien zu Herodots Beschreibung der Perserkriege und Homer identifizieren zu können.

Umstritten ist in der Forschung, ob und inwiefern es eine substantielle Inspiration des Atlantis-Mythos durch ägyptische Quellen gegeben haben könnte. Einige, wie etwa William Heidel, deuteten gerade die behauptete Herkunft des Berichts aus Ägypten als offenen Hinweis auf den fiktionalen Charakter der Atlantis-Geschichte. Sie konnten dafür auf die Worte im „Phaidros“ verweisen: „O Sokrates, mit Leichtigkeit erdichtest du Geschichten aus Ägypten oder sonst einem Land, woher auch immer du willst“ (Phaidros 275 B). Andere Historiker, wie etwa Thomas Henri Martin und Alexander von Humboldt, hielten eine ägyptische Tradition als Kern des Mythos für wahrscheinlich und darüber hinaus auch die Überlieferung vom Ägyptenreisenden Solon zum Erzähler Kritias für möglich. Einen ägyptischen Ursprung für Teile oder Aspekte des Atlantis-Mythos für möglich zu halten, zwingt jedoch nicht dazu, auch zu glauben, dass der Atlantisbericht - wie von Platon behauptet – auf eine 9000 Jahre alte Überlieferung in Ägypten zurückgeht. Es scheint zudem auch unwahrscheinlich, dass Solon († um 560 v. Chr.) die Quelle für Platons Darstellung war, da in den mehr als 150 Jahren zwischen Solon und Platon bei keinem einzigen griechischen Schriftsteller eine Spur eines solchen Berichts zu finden ist. Auch die Athener wußten nichts von ihrem angeblichen Sieg über Atlantis. Hätte es sich bei diesem wirklich um eine der „größten Heldentaten Athens“ gehandelt, müsste diese zumindest in einer der zahlreichen „Leichenreden“, in denen zu Ehren Verstorbener die große Geschichte Athens resümiert wurde, Erwähnung finden. Doch in keiner der bis heute überlieferten Ansprachen findet sich eine Erwähnung von Atlantis. Nicht einmal in der von Platon geschriebenen Leichenrede im „Menexenos“ wird Atlantis genannt; was bedeuten könnte, dass auch Platon die Atlantis-Erzählung vor der Niederschrift seiner Spätwerke „Timaios“ und „Kritias“ nicht kannte, sondern sie erst zu jenem Zeitpunkt erfand.

Kritik an der Deutung der Atlantis-Erzählung als einer Erfindung Platons gibt es in verschiedener Hinsicht. Teils wird die philologische Argumentation direkt angegriffen, teils wird eine ägyptische Überlieferung vermutet, teils werden konkrete Lokalisierungen von Atlantis vorgeschlagen.

Da auffallende Ähnlichkeiten zwischen der Schilderung eines atlantischen Königsrituals – Stiere „ohne Waffen, aber mit Stäben und Schlingen zu jagen“ (Kritias 119d-e) – und der Darstellung minoischer Stierkämpfe bestünden, hält John V. Luce es für wahrscheinlich, dass eine ägyptische Überlieferung über die Minoer Eingang in Platons Atlantis-Bild gefunden habe. Er geht dabei davon aus, dass Platon selbst in Ägypten von dieser Überlieferung Kenntnis genommen habe. Abgesehen davon, dass Platons Ägyptenreise an sich umstritten ist, konnte er jedoch keine ägyptischen Hieroglyphen lesen. Er wäre somit auf einen ägyptischen Übersetzer angewiesen gewesen. Falls er tatsächlich in Ägypten war, bliebe dennoch unklar, ob und wie ihm die mutmaßliche Überlieferung übersetzt wurde und was Platon seinerseits für seine Erzählung daraus übernommen hat.

Eine vergleichbare Theorie eines vorplatonischen Atlantis liefert der Philologe Herwig Görgemanns. Er behauptet, die von Platon erwähnte Verbrüderung der Ägypter mit den „Ur-Athenern“ sei von einem ägyptischen Bericht beeinflusst. Dieser Bericht basiere auf der Überlieferung der Seevölkerinvasion des 13./12. Jahrhunderts v. Chr. und sei durch eine angeblich schon damals existierende Verbrüderung der Ägypter und Athener gegen die „Feinde aus dem Westen“ ergänzt worden. Als sich Ägypten im 4. Jahrhundert v. Chr. von der persischen Herrschaft zu lösen begann, bekam es zunächst 386 bis 380 v. Chr. Unterstützung aus Athen durch den Athener Feldherrn Chabrias. Dies fand in Athen nicht nur Zustimmung, und so wurde 362/61 v. Chr. (unmittelbar vor der Entstehung des „Timaios“) eine Gesandtschaft nach Athen geschickt, die für eine Athenisch-Ägyptische Allianz werben sollte und dabei laut Görgemanns die veränderte Überlieferung des Seevölkersturms in Athen verbreitete. Und eben dieses Element habe Platon dann im Atlantis-Mythos verarbeitet. Jedoch ist auch diese Argumentation insofern lückenhaft, als Platon vermutlich nicht der einzige gewesen wäre, der diese Geschichte vernommen hätte. Insofern ließe sich schwer erklären, warum nur er von Atlantis berichtet.

Neben diesen eher ergänzenden Theorien zu Platons Erfindung von Atlantis gibt es zahlreiche Lokalisierungshypothesen, die Atlantis an einem konkreten Ort vermuten und dessen Untergang als ein konkretes Ereignis annehmen. Ihnen liegt die gemeinsame Auffassung zugrunde, dass Platons Erzählung auf einer tatsächlichen Überlieferung beruhe oder zumindest einen historischen Kern enthalte. Gleichzeitig setzen die meisten Theorien voraus, dass Platons örtliche und zeitliche Angaben zu Atlantis falsch bzw. in der mutmaßlichen Überlieferung verzerrt worden sind.

Bislang blieben diese Lokalisierungsversuche jedoch immer Hypothesen einzelner Personen. Die frühen Theorien – die Atlantis auf Helgoland, den Kanarischen Inseln oder Kreta vermuteten – werden heute von keinem Wissenschaftler mehr vertreten. Zu den jüngeren Theorien gehört die Hypothese des Geoarchäologen Eberhard Zangger, dass es sich bei Atlantis um eine verzerrte Darstellung von Troja handele, sowie die Vermutung von Siegfried Schoppe und Christian Schoppe, dass eine Verbindung zwischen Atlantis und der Flutung des Schwarzmeerbeckens um 5600 v. Chr. bestünde; dieser Hypothese zufolge gehe die Atlantis-Erzählung auf den Untergang einer hypothetischen Kultur im Nordwesten des Schwarzen Meeres zurück.

Althistoriker und Philologen kritisieren bis heute sämtliche Lokalisierungsversuche als Fehlinterpretationen, denen eine falsche Vorstellung von Platons Intentionen zugrundeliege. Atlantis sei eine reine Fiktion, der keinerlei geschichtliche oder naturwissenschaftliche Kenntnisse zugrunde liegen.

Kaum ein antiker Bericht hatte eine ähnlich intensive Nachwirkung wie Platons Schilderungen von „Atlantis“. Seit vielen Jahrhunderten dient das fabelhafte Inselreich Utopisten als Inspiration und wird von Archäologen gesucht. Auch die Unterhaltungsindustrie entdeckte den Stoff als zugkräftiges Sujet.

Von Platons Zeitgenossen ist keine Veröffentlichung bekannt, die die Atlantis-Geschichte für „wahre Historie“ hielt, auch nach dem Erscheinen von „Timaios“ und „Kritias“ wurde die Abwehr des atlantischen Angriffs in keiner heute bekannten Aufzählung der Heldentaten der Athener erwähnt. Manche sehen in Aristoteles, Platons bekanntestem Schüler, den ersten Kritiker der Atlantis-Erzählung; die Urheberschaft der durch Strabon (II 3,6) überlieferten Worte „Ihr Erfinder ließ sie verschwinden, wie der Dichter die Mauer der Achaier“ ist jedoch nicht eindeutig zu klären und wird verschieden gedeutet.

Der Philosoph Krantor von Soloi, der den ersten Kommentar zu Platons „Timaios“ verfasste, war der erste, von dem wir wissen, dass er Atlantis für einen geschichtlichen Sachverhalt hielt. Er soll der erste gewesen sein, der die ägyptische Tradition der Atlantis-Überlieferung nachweisen konnte. In seinem nur fragmentarisch bei Proklos erhaltenen Werk berichtet er, die Stelen mit der ägyptischen Version des Atlantis-Berichts in Sais vorgefunden zu haben (FGrHist 665, F 31). Dies wurde bis heute von einigen Forschern als ein Beweis für die ägyptische Tradition der Atlantis-Geschichte eingeschätzt. Krantors Bericht gilt der Mehrheitsmeinung jedoch insofern als unglaubhaft, als er von Inschriften auf Stelen (στῆλαι) spricht, während im „Timaios“ von schriftlichen Darstellungen die Rede ist, die man „zur Hand nehmen“ (τὰ γράμματα λαβόντες – Tim. 24a) könne, also beispielsweise Papyrusrollen.

Die Frage, ob es sich bei Atlantis um eine reale Geschichte handelt, wird auch von späteren Autoren diskutiert, etwa von Poseidonios, der von Strabon mit den Worten „Da aber die Erde sich zuweilen hebe und senke, und durch Erdbeben und andere ähnliche Ereignisse, die auch wir aufgezählt haben, Veränderungen erleide, ..., lasse es sich annehmen, dass auch die Sage von der Insel Atlantis keine Erdichtung sei...“ zitiert wird (Strab. II 3,6). Während Plinius noch Zweifel an der Authentizität der Geschichte insgesamt äußert (nat. II 92,205), hält Plutarch zumindest die ägyptische Tradition für möglich, will sich aber ansonsten nicht festlegen, ob es sich um Mythos oder Wahrheit handele (Plut. Solon 31). Weitere Autoren, wie etwa der Kirchenvater Tertullian, nutzen Atlantis ohne Vorbehalt als historisches Paradigma. Nachdem jedoch noch im 6. Jahrhundert der Byzantiner Kosmas Indikopleustes den fiktionalen Charakter des Atlantis-Berichts festhielt, geriet er schließlich im europäischen Mittelalter in Vergessenheit.

Als Vorlage für Utopien fand Atlantis vermutlich bereits in der Antike Verwendung. So etwa bei Euhemeros von Messene, dessen fiktionale Insel Panchaia sowohl Ähnlichkeiten zu Atlantis wie zu „Ur-Athen“ aufweist (Diod. 5,41–46). Panchaia wird als eine außergewöhnlich fruchtbare Insel dargestellt, auf der die Gesellschaft – wie auf Atlantis – in drei Klassen eingeteilt sei. In der Mitte der Insel fände sich ein großer, Zeus geweihter Tempel. Ein anderer antiker Autor, Theopompos von Chios, persiflierte Platons Atlantis-Erzählung in seinem Werk „Philippika“. In ihm wird von einem Land namens Meropis jenseits des Atlantischen Ozeans berichtet, von dem aus ein Heer mit zehn Millionen Soldaten aus der „Stadt der Krieger“ („Machimos“) ausrückte, um die Hyperboreer auf der anderen Seite des Ozeans zu unterwerfen (FGrHist 115, F 75). An die Stelle von Solon und dem Priester von Sais traten bei Theopompos der mythische König Midas und ein Mischwesen aus Mensch und Pferd.

In der frühen Neuzeit wurden die alten römischen und griechischen Manuskripte von den Gelehrten wiederentdeckt, und so verbreitete sich auch die Geschichte von Atlantis erneut. Besonders mit der Entdeckung Amerikas 1492 bekam die Atlantis-Legende eine gewisse Plausibilität, da man annahm, Amerika sei zumindest der Überrest des versunkenen Kontinents. Bartolomé de Las Casas schrieb in seinem Werk „Historia general de las Indias“ dazu: „Kolumbus konnte vernünftigerweise glauben und hoffen, dass, obgleich jene große Insel verloren und versunken war, andere zurückgeblieben sein würden oder wenigstens das Festland und dass, wenn man sie suchte, man sie finden würde.“ Auch Girolamo Fracastoro, bekannt für seine Beschreibung der Syphilis, setzte Amerika und Atlantis gleich.

Eine Reihe von Philosophen der frühen Neuzeit nahm die platonische Methode der Sozialkritik durch eine Scheingeschichte auf. Als erster tat dies 1516 der Engländer Thomas Morus mit seinem Werk „Utopia“. Während sich bei Morus lediglich Anlehnungen an Platons „Politeia“ finden, bezogen sich die Utopisten der Folgezeit explizit auf den platonischen Mythos von Atlantis. So nahm etwa ein Jahrhundert nach Morus' Utopia der italienische Dominikanermönch Tommaso Campanella Atlantis sowie die Beschreibung des Iambulos zum Vorbild, um eine eigene Staatsutopie zu erschaffen. Diese heißt in der italienischen Fassung „La città del Sole“ und benutzt ebenfalls die Form des Dialoges, in diesem Fall zwischen einem weitgereisten genuesischen Admiral und einem Hospitaliter. Campanellas fiktionaler Sonnenstaat ist auf der realen Insel Taprobane (heute Sri Lanka) angesiedelt. Insbesondere bei der Beschreibung der Stadt orientiert sich Campanella an Platons Beschreibung von Atlantis im „Kritias“: „In einer weiten Ebene erhebt sich ein gewaltiger Hügel, über den hin der größere Teil der Stadt erbaut ist. Ihre vielfachen Ringe aber erstrecken sich in eine beträchtliche Entfernung vom Fuße des Berges. Sie ist in sieben riesige Kreise oder Ringe eingeteilt, die nach den sieben Planeten benannt sind“.

Beinahe zeitgleich zu Campanella, um 1624, schrieb Francis Bacon in England an seiner Utopie „Nova Atlantis“, die sich schon im Titel auf Platon bezog. Er benutzte Platons Atlantis dabei als historisches Faktum und identifizierte es mit Amerika, um somit seiner eigenen Utopie eine scheinbare Glaubwürdigkeit zu verleihen. Eine Sintflut habe einst das „alte Atlantis“ bis auf wenige Überlebende vernichtet. Bacons „neues Atlantis“ ist eine Südsee-Insel namens Bensalem, auf welcher – Platon sehr ähnlich – eine hierarchische, monarchistische Staatsordnung, patriarchalische Familienstruktur und christliche Sittenstrenge zu finden sind. Herrschaftszentrum sei das „Haus Salomon“, in welchem ein gotterwählter, „ehrwürdiger Vater“ thront. Bacons Werk blieb unvollendet und wurde erst nach seinem Tod durch William Rawley veröffentlicht. Laut Rawley ist der frühe Tod Bacons der Grund dafür, warum darin keine Sozialkritik zu finden ist.

Im Laufe des 16. und 17. Jahrhunderts wurde Atlantis zunehmend von Gelehrten zum Ursprung der menschlichen Zivilisation erklärt und damit auch für das „Einflechten“ in eigene nationale Mythen interessant.

Nachdem die Überreste der versunkenen Insel zunächst in Amerika gesehen wurden – womit sich der Anspruch der spanischen Conquista rechtfertigen ließ – erklärte Ende des 17. Jahrhunderts der Universalgelehrte und Rektor der Universität Uppsala Olof Rudbeck in seinem vierbändigen Werk Atlantica sive Manheim, vera Japheti posterorum sedes ac patria (1679 bis 1702, schwedisch „Atland eller Manheim“), Schweden zu Atlantis und Uppsala zu dessen Hauptstadt. In seinen Schriften vermengte Rudbeck Platons Atlantis mit Versatzstücken aus der Edda sowie Legenden über Noachs angeblichen Enkel Atlas, der sich im Norden niedergelassen habe. Mit diesem Eklektizismus versuchte er, dem Volk Israel den Anspruch auf seine Auserwähltheit streitig zu machen und Schweden zum Geburts- und Stammland sämtlicher Völker Asiens und Europas zu erheben; darüber hinaus postulierte er, dass die Runen die Vorläufer der phönizischen und griechischen Buchstaben seien. Platon nannte er einen Lügner, dem es gelungen sei, die Auffindung des wahren nordischen Atlantis zu verhindern. Rudbeck war somit einer der Ersten, die Atlantis und dessen mutmaßliche Lokalisierung zu politisch-ideologischen Zwecken vereinnahmten.

Die Nationalsozialisten favorisierten wiederum die Theorie von Alfred Rosenberg, wonach sich Atlantis einst im Nordseeraum befunden oder gar dem sagenhaften Thule entsprochen habe. Nach diesen Vorstellungen lag dort auch der Ursprung der „nordischen“ bzw. „arischen“ Rasse. Jürgen Spanuth griff diese Thesen in der Nachkriegszeit auf. Auch er war der Ansicht, dass die Atlanter mit den „Protogermanen“ gleichzusetzen seien. In rechtsextremen Kreisen und unter Neonazis wurde diese Theorie noch jahrzehntelang diskutiert.

Auch in Esoterik und Okkultismus wurde die Geschichte von Atlantis lebhaft rezipiert. In Theosophie, Anthroposophie und Ariosophie wurden die „Atlantier“ als Repräsentanten einer von sieben Menschheitsepochen angesehen, und in der hermetischen Kosmischen Philosophie sind sie Ursprung okkulter Lehren. Bei aller Differenz zieht der Historiker Franz Wegener eine Verbindungslinie zwischen diesen Strömungen, Vertretern der Konservativen Revolution, Welteislehre-Anhängern, Nationalsozialisten und Neuen Rechten und stellt die Hypothese eines „atlantidischen Zielbildes“ auf, „ein Zielbild, das seine Träger unbewußt in sich beschleunigender Bewegung der Selbstzerstörung entgegeneilen läßt“.

Mitunter wird Atlantis als Synonym für eine reiche und mächtige Kultur gebraucht, die plötzlich und unerwartet unterging. So sprach beispielsweise Thomas Edward Lawrence von der einst prachtvollen, jedoch später versandeten südarabischen Metropole Ubar als „Atlantis der Wüste“ (engl. „Atlantis of the Sands“). Auch der sagenhafte, untergegangene Ostseehafen Vineta wird gelegentlich als „Atlantis des Nordens“ bezeichnet. In der Belletristik ist kaum mehr als diese Versinnbildlichung Atlantis geblieben, die seit etwa 1850 von Schriftstellern verstärkt aufgegriffen wird. In Jules Vernes 20.000 Meilen unter dem Meer etwa besuchen Kapitän Nemo und Professor Aronnax die Ruinen von Atlantis am Meeresgrund.

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Lokalisierungshypothesen zu Atlantis

Fantasiekarte von Atlantis aus: Athanasius Kircher, Mundus Subterraneus, (1665), (die Karte stellt Süden oben dar, was die Anordnung von Spanien und Afrika links erklärt)

Als Lokalisierungshypothese zu Atlantis bezeichnet man eine begründete Vermutung für den Ort an dem Atlantis gelegen haben soll. Ausgehend von der Annahme, dass es sich um eine real existente Stadt gehandelt hat, wird an Hand der von Platon gegebenen Beschreibung versucht, den ursprünglichen Standort zu ermitteln. Erste Hypothesen wurden bereits in der Antike erstellt. In zunehmendem Maße werden solche Hypothesen seit der Renaissance aufgestellt, nachdem das Atlantis-Motiv im Zuge der Entdeckung Amerikas wieder verstärkt aufgegriffen und diskutiert wurde. Die akademische Fachwelt beteiligt sich heutzutage an diesen Versuchen in der Regel nicht oder nur abwehrend, da sie Atlantis mehrheitlich für eine literarische Erfindung Platons hält. Neben wenigen Wissenschaftlern sind es deshalb überwiegend interessierte Laien und Hobby-Forscher, die den derzeitigen Stand der Wissenschaft in Frage stellen und nach Platons Atlantis suchen.

Platon hat in seinen um 360 v. Chr verfassten Dialogen „Timaios“ und „Kritias" die Stadt genau beschrieben und liefert somit viele Anhaltspunkte für eine Lokalisierung. Es sei ein Inselreich gewesen, größer als Libyen (Λιβύη) und Asien (Ασία) zusammen (Tim. 24e)und soll wie Athen schon 1000 Jahre vor der Gründung Ägytens existiert haben. Die Hauptinsel lag außerhalb der „Säulen des Herakles“ im Atlantìs thálassa, wie schon Herodot den Atlantik nennt (Hdt. I 202,4). Die „Insel des Atlas“ war laut Platon reich an Rohstoffen aller Art, insbesondere an Gold, Silber und „Oreichalkos“, einem erstmals bei Platon genannten „feurig schimmernden Metall“ (Kritias 114e). Weiter erwähnt Platon verschiedene Bäume, Pflanzen, Früchte und Tiere, darunter auch das „größte und gefräßigste Tier von allen“, den Elefanten (Kritias 115a). Die weiten Ebenen der großen Inseln seien äußerst fruchtbar gewesen, exakt parzelliert und durch künstliche Kanäle mit ausreichend Wasser versorgt. Durch Ausnutzung des Regens im Winter und des Wassers aus den Kanälen im Sommer seien zwei Ernten jährlich möglich gewesen (Kritias 118c-e). Die Mitte der Hauptinsel bildete eine 3000 mal 2000 Stadien große Ebene, wobei ein „Stadion“ etwa 180 Metern entspricht. Diese Ebene war von breiten, schiffbaren Kanälen durchzogen, sowohl ringförmig wie radial ausstrahlend, woraus eine Vielzahl kleiner Binneninseln resultierte. Im Kern lag eine zentrale Insel mit einer Breite von fünf Stadien, die von einem künstlichen Wassergürtel von einem Stadion Breite umgeben war. Darauf folgen der Beschreibung nach zwei Paare von Land- und Wassergürteln mit zwei und drei Stadien Breite (Kritias 115d-116a). Bisher konnte noch kein Ort gefunden werden, der allen Kriterien entspricht. Somit wird in nahezu allen Hypothesen, das eine oder andere von Platon angegebene Merkmal ignoriert oder uminterpretiert, um so eine stimmige Argumentationskette zu erhalten.

Kurz nachdem Arthur Evans um die Jahrhundertwende die minoischen Ruinen auf Kreta ausgrub, wurde eine Theorie aufgestellt, nach der das minoische Kreta das von Platon beschriebene Atlantis sei. Auch hierfür mussten die Angaben Platons zur Ort, Zeit und Größe uminterpretiert werden.

Schon 1951 identifizierte der österreichische Sprachwissenschaftler und Historiker Wilhelm Brandenstein die minoische Kultur mit Platons Atlantis. Als der griechische Archäologe Spyridon Marinatos in den 1960ern die verschütteten Überreste einer minoischen Siedlung auf Thera (Santorin) freilegte, bekam die Atlantis-Kreta-Theorie einen neuen Aufschwung. Der Vulkanausbruch auf Thera habe um 1600 v. Chr. eine Flutwelle ausgelöst, die die minoischen Zentren auf Kreta vernichtete.

Spätere Autoren wie zum Beispiel John V. Luce übernahmen diese Theorie und komplettierten sie. Einige seit Mitte der 1990er erfolgte naturwissenschaftliche Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass der Ausbruch des Thera-Vulkans offenbar nicht genau mit dem Untergang der Minoer zusammenfällt. Während der Ausbruch nach neuesten dendrochronologischen Untersuchungen in das Jahr 1628 v.Chr. datiert wird, existierte die minoische Kultur nach stilistischen Vergleichen von Kultur-und Exportgütern aber etwa bis ins 15. Jahrhundert vor Christus. Daher ist die wichtige Parallele zwischen Atlantis und Santorin/Kreta fragwürdig geworden, da der Niedergang der minoischen Kultur eines längeren Zeitraumes als angenommen bedurfte.

In den 1990ern erregte eine neue Atlantis-Hypothese des Geoarchäologen Eberhard Zangger große öffentliche Aufmerksamkeit. Zangger erkennt in Atlantis eine verzerrte Beschreibung des bronzezeitlichen Troja. Entsprechend sei der von Platon beschriebene Untergang von Atlantis eine verzerrte Beschreibung der Zerstörung Trojas; dies wiederum setzt freilich voraus, dass es diese Zerstörung – wie sie in der Ilias und der Odyssee überliefert ist – wirklich gab. Zangger sieht diese Zerstörung Trojas im Kontext überregionaler politischer Umwälzungen am Ende der Bronzezeit (ca. 1200 v. Chr.).

Die US-amerikanischen Geologen William Ryan und Walter Pitman konnten Mitte der Neunziger die Flutung des Schwarzmeerbeckens um 5600 v. Chr. nachweisen. Diese möglicherweise sturmflutartige Überschwemmung der vormaligen Küstengebiete am Schwarzen Meer ist ihrer Theorie nach Ursprung der Sintflutmythen im vorderen Orient. Ergänzend zu dieser Theorie stellten Siegfried und Christian Schoppe eine Verbindung zu Platons Atlantis her. Es sei demnach eine (noch nachzuweisende) jungsteinzeitliche Kultur an der früheren nord- und nordwestlichen Küste des Schwarzen Meeres, deren Überreste beziehungsweise Ableger in der Vinca-Kultur gesehen werden könnten. Zugleich sei diese Region identisch mit dem Ursprungsgebiet der Indogermanen (wobei die Autoren ausdrücklich von Indoeuropäern schreiben).

Als einer der ersten rückte Olof Rudbeck der Ältere von der Idee ab, dass Atlantis im oder jenseits des Atlantik zu finden sein müsse. Rudbeck lokalisierte Atlantis in Schweden. Sein Werk wurde in ganz Europa gelesen und diskutiert, geriet aber bald nach seinem Tod in Vergessenheit. Olof Rudbeck wandte für seine Atlantisforschung zahlreiche neuartige wissenschaftliche Methoden an, darunter die experimentelle Archäologie.

James Churchward, der in seinen Büchern von Begegnungen mit alten indischen Priestern berichtet, die ihm die wahre Vorgeschichte der Menschheit berichtet haben sollen, legte die Fundamente für eine rassistische Auslegung der Atlantis-Legende, als er beispielsweise schrieb, „die vorherrschende Rasse im Lande Mu war eine weiße Rasse“, die so lange „glücklich lebte, wie die Rassenreinheit gewährt habe“. Diese wurde unter anderem von Alfred Rosenberg, einem der „Chefideologen“ des Nationalsozialismus, aufgegriffen und erweitert. Atlantis wurde als Urheimat der Arier gedeutet, die mit Thule gleichzusetzen sei und ohne Zweifel im Norden gelegen haben müsse.

In den 1950er Jahren wurde es von dem norddeutschen Pastor Jürgen Spanuth erneut aufgegriffen. In seinem Buch „Das enträtselte Atlantis“ (1953) lokalisiert er den untergegangen Kontinent in der Nordsee; eine versunkene Insel östlich von Helgoland deutete Spanuth dabei als Hauptstadt von Atlantis. Für Spanuth war die Kultur der Atlantier mit der Nordischen Bronzezeit und der Seevölkerwanderung zu identifizieren. Da dies aber nicht mit Platons Zeitangabe von 9000 Jahren übereinstimmt, behauptet Spanuth, die Ägypter hätten statt „echter“ Jahre (Erdumläufe um die Sonne) vielmehr Mondjahre (Mondumläufe um die Erde) gemeint. In der Tat rechneten die Ägypter in sehr früher Zeit in Mondjahren, allerdings bestand für sie ein Mondjahr aus 13 Mondumläufen, womit es nur unwesentlich kürzer als ein Sonnenjahr war.

Als eine der wenigen Atlantis-Theorien wurde Spanuths Version bereits damals von Wissenschaftlern intensiv geprüft und verworfen .

Die Erwähnung der Säulen des Herakles, d. h. der Straße von Gibraltar, und der Region von Gadeira durch Platon führte zu einer ganzen Reihe von Hypothesen, die Atlantis in Spanien vermuten. Teilweise verknüpfen sie ihre Hypothesen mit den Überlieferungen von Tartessos.

Die Vertreter der Hypothesengruppe Straße von Sizilien sind der Auffassung, dass sich der Begriff Säulen des Herakles tausende von Jahren vor der Zeit Solons und Platons gebildet habe. Damals sei der Wasserstand im Mittelmeer so niedrig gewesen, dass es zwischen Sizilien und Tunesien nur eine schmale Wasserstraße gab, die Straße von Sizilien. Die Vertreter dieser Hypothesengruppe glauben, dass der Atlantis-Bericht mit den „Säulen des Herakles“ diesen Kanal meine. Sergio Frau glaubt, dass erst Eratosthenes um 250 v.Chr. die Säulen des Herakles von dort nach Gibraltar umlokalisiert habe.

Im 17. Jahrhundert forschte Athanasius Kircher, ein Universalgelehrter und einer der Vorläufer der ägyptologischen Wissenschaft, über Vulkanismus, Meere und die Entstehung und das Untergehen von Land. Seine Forschungsergebnisse fasste er in dem Werk „Mundus Subterraneus“ zusammen. Als ein Beispiel nahm er das von Platon beschriebene Atlantis im Atlantik an.

Am Anfang der Entwicklung irrationaler Atlantis-Hypothesen steht der Hobby-Archäologe Augustus Le Plongeon, der mit populären Schriften wie „Archaeological Communication on Yucatán“ (1879) oder „Queen Moo and the Egyptian Sphinx“ (1900) die spekulative und irrationale Form der Atlantis-Forschung begründete, die es bis heute gibt. Le Plongeon vermengt Atlantis mit eigenen Phantasiegeschichten vom Lande Mu, die er aus Maya-Inschriften gedeutet haben will. Vor 11500 Jahren seien Maya-Kolonisten nach Indien, Ägypten und ins Zweistromland aufgebrochen, um dort Kultur und Religion zu verbreiten. Ein Drittel der Maya-Sprache, so behauptet Le Plongeon weiter, sei reines Griechisch, der Rest identisch mit dem Assyrischen. Auch Palästina habe Kultur und Sprache von den Maya bekommen, und so habe selbst Jesus von Nazaret Maya gesprochen. Beinahe alle diese Ideen sind frei erfunden, dennoch beriefen sich zahlreiche spätere Autoren auf Le Plongeon als handle es sich um feststehende Tatsachen.

Wie Athanasius Kircher vermutete der US-amerikanische Politiker und Hobby-Historiker Ignatius Donnelly Atlantis im Atlantik. Sein Buch „Atlantis, the Antediluvian World“ (1882) wurde ein Bestseller. Donnelly verbindet Platons Bericht und die biblische Sintflutgeschichte, und beschreibt Atlantis als untergegangenen Kontinent im Nordatlantik, der – wie von Platon beschrieben – innerhalb eines Tages und einer Nacht absank. Während zu Donnellys Zeit noch kontrovers über die Entstehung der Ozeane diskutiert wurde, und sich Donnelly zumindest teilweise auf die Theorien des österreichischen Geologen Eduard Suess berufen konnte, gilt die plötzliche Absenkung eines Kontinents heute – nach Alfred Wegeners Theorie der Plattentektonik – jedoch als widerlegt. Ebenso wie Le Plongeon sieht Donnelly in den Atlantern die Kulturbringer der Alten und Neuen Welt. Auch diese Theorie hat die moderne Wissenschaft widerlegt, in dem sie eigenständige Kulturentwicklungen in allen Erdteilen nachwies. Doch wie Le Plongeon wird auch Donnelly von zahlreichen heutigen Atlantis-Autoren in diesen Punkten zitiert. Donnellys Theorie wurde in den 1920er Jahren von Lewis Spence aufgegriffen und erweitert. Laut Spence gab es in Atlantis eine Sonnenreligion wie in Ägypten, und zum Kreis der Götter gehörte Atlan, der mit dem aztekischen Gott Quetzalcoatl gleichzusetzen sei. Die Donnelly'sche Version der antiken „Superzivilisation“ fand derweil begeisterte Aufnahme in esoterischen und theosophischen Kreisen. Auch Rudolf Steiner, Helena Petrovna Blavatsky und andere der Theosophie nahestehende Autoren und Vortragende griffen das Motiv auf.

1968 und 1969 wurden knapp vor der Insel Bimini (Bahamas) in 5 Meter Meerestiefe rätselhafte Steinblöcke entdeckt. Es sind nahezu rechteckige Formationen in einer sehr geraden Linie aneinandergereiht, abschließend eine Kurve. Die Presse sprach bald von der „Straße von Bimini“. Die Steinquader wären demnach von Menschen verarbeitet worden und Teil der verlorenen Stadt Atlantis. Umfangreiche Untersuchungen kamen zu keinem Ergebnis. Es konnte nicht erklärt werden, ob diese Formation überhaupt menschlich sei und zu welchen Zweck sie erbaut worden waren. Es fanden sich keine weiteren Spuren einer Stadt oder Festung. Zudem liegt das Ganze auf einem veränderlichen Korallenriff und kann höchstens einige hundert Jahre alt sein, also lange nach Platon entstanden.

Wegen seiner westlichen Lage und wegen des Atlasgebirges haben sich im Laufe der Zeit immer wieder Hypothesen gebildet, dass Atlantis in Nordafrika, das in der Antike Libyen hieß, gelegen haben könnte. Ein Vertreter dieser Hypothesengruppe ist Paul Borchardt.

Der deutsche Physiker Ulrich Hofmann ist der Ansicht, dass sich Atlantis in Algerien im Schott el Hodna, einer großen Steppen- und Wüstenlandschaft, befunden haben muss. Er belegt seine Ansicht damit, dass er auf einem Satellitenbild in dieser Region Ringstrukturen entdeckte.

Griechische Wissenschaftler initiieren seit 2005 internationale Konferenzen zur Atlantis-Thematik. Die erste tagte im Juli 2005 auf der griechischen Insel Milos. Knapp 50 mehr oder weniger neue Theorien zur Lage von Atlantis wurden dort von hauptsächlich Hobby-Forschern einem Publikum vorgetragen, dem auch anerkannte Archäologen wie Christos Doumas angehörten. Keine der dort vorgebrachten Theorien vermochte zu überzeugen und einer Überprüfung stand halten. Am Ende stellte ein Teil der Konferenzteilnehmer durch Zuruf eine Liste von Kriterien auf, die ein möglicher Atlantis-Fundort erfüllen müsse, um auch wirklich „Atlantis“ genannt werden zu dürfen. Die zweite Konferenz fand im November 2008 in Athen statt. Die dritte ist bereits für Juni 2010 angekündigt.

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Stargate Atlantis

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Stargate Atlantis ist ein Ableger der Fernsehserie Stargate SG-1, die auf dem Kinofilm Stargate aus dem Jahr 1994 basiert. Die Serie spielt in einer Stadt namens Atlantis, die sich an das von Platon beschriebene Atlantis anlehnt, der Stadt der Erbauer der Stargates in der Pegasus-Galaxie. Produziert wird die Serie von MGM.

Die Idee eines Ablegers entstand, nachdem der US-amerikanische Fernsehsender Showtime ankündigte, die ursprüngliche Serie Stargate – Kommando SG-1 nach der fünften Staffel nicht mehr fortsetzen zu wollen. Damals noch in der Form eines Spielfilms, der jedoch mit dem Wechsel des Senders und darin resultierenden Fortsetzung der Serie verworfen wurde. Nachdem die Quoten auf dem neuen Sender Sci Fi überaus gut waren, wurden Gespräche während der sechsten und siebten Staffel der Originalserie ausgesetzt.

Ursprünglich war es auch geplant, dass Atlantis selbst bereits im Finale der siebten Staffel entdeckt werden sollte, nicht aber der Stützpunkt in der Antarktis, doch wurde das Drehbuch entsprechend umgeschrieben, um das Szenario der neuen Serie realistischer zu gestalten: Atlantis wurde in die Pegasus-Galaxie versetzt, um zu verdeutlichen, dass die Serie ein neuer Anfang ist.

Die Serie wurde am 17. November 2003 von MGM genehmigt, und die Ausstrahlungsrechte anschließend erneut an Sci Fi verkauft. Die Dreharbeiten des Pilotfilms starteten im Februar 2004, der daraufhin am 16. Juli während der Gatecon in Vancouver uraufgeführt wurde, nur wenige Stunden vor der Fernsehpremiere im US-amerikanischen Fernsehen.

Im Finale der siebten Staffel von Stargate − Kommando SG1 wurde ein Außenposten der Antiker entdeckt, welcher nun erkundet wird. Daniel Jackson findet überraschend heraus, dass diese Station jedoch nicht wie erhofft die sagenumwobene Stadt Atlantis ist, sondern nur eine kleine Basis. Er entdeckt schließlich Hinweise auf eine Antiker-Stadt in einer Galaxie namens Pegasus und entziffert die Stargateadresse des Planeten.

Mit der Hoffnung, Atlantis nun endlich zu finden, begibt sich ein internationales Expeditionsteam, bestehend aus Wissenschaftlern und Soldaten unterschiedlicher Nationen, durch das Stargate in die Pegasus-Galaxie, wo sie in der versunkenen Antiker-Stadt Atlantis einen neuen Stützpunkt errichten. Das Atlantis-Team trifft in der Pegasus-Galaxie auf viele verschiedene menschliche Völker, aber auch auf einen neuen Feind, der einst sogar die Antiker zum Rückzug zwang: die Wraith.

Die Atlantis-Expedition erkundet die von den Antikern zurückgelassene Stadt und beginnt mit ihren Erkundungsgängen durch das Stargate. Allerdings mangelt es noch immer an einer geeigneten Energiequelle, um die Stadt ausreichend mit Energie versorgen zu können. In erster Linie fehlt ein ZPM (Zero Point Modul), eine Energiequelle der Antiker, das für mehrere Antiker-Technologien benötigt wird. Wegen der fehlenden Energie ist es auch nicht möglich, eine Stargateverbindung zwischen Atlantis und der Erde aufzubauen. So beginnt die Suche nach ZPMs, vor allem mit dem Hintergrund, die Verteidigungssysteme von Atlantis in Betrieb zu nehmen, um einen drohenden Angriff der Wraith abwehren zu können.

Die erste Staffel ist im Stargate-Universum zeitlich parallel zur achten Staffel von Stargate SG-1. Die Erstausstrahlungen dieser Staffel begann in den Vereinigten Staaten 2004 auf dem US-amerikanischen SciFi-Channel, in Kanada auf The Movie Network (TMN) und 2005 in Deutschland bei Premiere, danach auf RTL2 am 23. Februar 2005.

In der zweiten Staffel agiert die Atlantis-Expedition verdeckt, um den Wraith gegenüber die Illusion aufrecht zu erhalten, die Stadt sei zerstört. Hilfreich bei diesen Operationen ist ein ZPM, das SG-1 durch eine Zeitreise in der parallel laufenden Vorgängerserie dem vor 5.000 Jahren noch immer im Ägypten herrschenden Goa’uld Ra gestohlen hat. Außerdem wird die Atlantis-Expedition nunmehr von dem irdischen Schiff Daedalus unterstützt.

Die Handlung der zweiten Staffel verläuft grob parallel zur neunten Staffel von Stargate SG-1. Ausstrahlungsbeginn der Folgen dieser Staffel war in den Vereinigten Staaten am 15. Juli 2005 und in Deutschland ein Jahr später, am 19. Juli 2006, auf RTL 2.

Die Atlantis-Expedition entdeckt in einer von den Antikern geschaffenen Waffe – die ursprünglich gegen die Wraith eingesetzt werden sollte, aber menschenähnliche Gestalt annahm und daraufhin aufgegeben wurde – einen neuen, übermächtigen Gegner, der an die menschenähnlichen Replikatoren-Modelle der Vorgängerserie erinnert. Auch die Wraith sind noch immer ein gefährlicher Gegner, jedoch stellt sich immer mehr heraus, dass sie vielschichtiger sind, als angenommen. Zudem wird die Intergalaktische Gatebrücke gebaut, die aus einer Reihe zwischen den Galaxien platzierten Stargates besteht und eine Verbindung zwischen Erde und Atlantis ohne ZPM möglich macht.

Die dritte Staffel, deren Handlung zeitlich parallel zur zehnten Staffel von Stargate SG-1 abläuft, wurde am 24. Oktober 2005 offiziell bestätigt. Drehbeginn war der 20. Februar 2006 in Vancouver. Die ersten 10 Folgen strahlte der SciFi-Channel ab dem 14. Juli 2006 aus. Die weltweite Erstausstrahlung ab der 11. Folge nahm der kanadische Sender Movie Central am 20. November 2006 auf. Die deutsche Erstausstrahlung erfolgte ab dem 17. Oktober 2007 auf RTL 2.

Zum Ende der Staffel hin verabschieden sich zwei Hauptcharaktere: Dr. Carson Beckett stirbt in der Episode „Ein freier Tag“ (im Original „Sunday“), womit Paul McGillion aus der Serie ausscheidet. Dr. Elizabeth Weir, die Leiterin von Atlantis, wird bei der Flucht des Stadtschiffs Atlantis im abschließenden Cliffhanger der Staffel mit dem Titel „Der Angriff“ (im Original „First Strike“) schwer verletzt. Es wurde bereits angekündigt, dass die Rolle in der ab 2007 produzierten vierten Staffel lediglich Gastauftritte haben wird.

Atlantis wird nach dem Angriff der Replikatoren nicht nur auf einen anderen Planeten versetzt, sondern erhält auch eine neue Führung: Samantha Carter ersetzt die nicht mehr zur Verfügung stehende Dr. Weir und leitet fortan die Geschicke der Antiker-Stadt.

Am 21. August 2006 bestätigte der US-amerikanische SciFi-Channel die Absetzung von Stargate SG-1, gab aber im gleichen Zug bekannt, eine vierte Staffel zu Stargate Atlantis bestellt zu haben. Ausstrahlungsstart in den Vereinigten Staaten war der 28. September 2007.

Die 4. Staffel war zuerst auf DVD in Holland mit deutscher Tonspur im Oktober 2008 erhältlich. Der Ausstrahlungsbeginn der 4. Staffel im Fernsehen war der 16. Februar 2009 am deutschen SciFi Kanal, Montag bis Donnerstag jeweils ab 20:15 Uhr, und endete am 19. März 2009. RTL II sendet sie seit dem 25.Februar 2009 immer mittwochs um 20:15 Uhr.

Der Auftritt von Samantha Carter in einer wiederkehrenden und wichtigen Rolle der Serie ist mitunter darin begründet, dass die Darstellerin Amanda Tapping aufgrund ihrer Babypause in der neunten Staffel der Serie Stargate SG-1 bereits vorzeitig eine Vertragsverlängerung für eine elfte Staffel unterzeichnete. Da die Serie jedoch nicht fortgesetzt wurde, brachte man den Charakter nach Atlantis.

Weitere Änderungen in der Besetzung betreffen Torri Higginson (Dr. Elizabeth Weir). Sie wird nur noch durch Gastauftritte in Stargate Atlantis zu sehen sein. Des weiteren wird Jewel Staite (Dr. Jennifer Keller) den Platz von Paul McGillion (Dr. Carson Beckett) als neue leitende Medizinerin auf Atlantis übernehmen.

Am Ende der fünften Staffel starten die Wraith einen Angriff auf die Erde. Atlantis wird in die Milchstraße gebracht um dort den Angriff abzuwehren, was auch gelingt. Die letzte Szene der gesamten Serie zeigt die Stadt relativ unbeschadet vor der amerikanischen Küste schwimmend.

Am 24. Oktober 2007 wurde bekannt gegeben, dass der US-amerikanische SciFi-Channel den Ableger der Stargate-Serie um eine weitere Staffel verlängert. Damit wird bis zur 100. Folge gedreht. Staffelpremiere war am 11. Juli 2008 auf dem SCI FI Channel; Das Staffel- und Serienfinale wurde am 9. Januar 2009 ausgestrahlt. Die Serie wird keine weitere sechste Staffel erhalten.

Wie offiziell verkündet, endet die Serie mit der fünften Staffel und wird nicht um eine weitere Staffel verlängert. Die Autoren streben an, die Geschichte um die Serie ähnlich wie bei Stargate SG-1 als Direct-to-DVD-Film weiter zu führen. Damit endet die Serie nach 100 Episoden.

Lieutenant Colonel John Sheppard ist Pilot der US Air Force und mathematisch sowie fliegerisch äußerst begabt. Sheppard hat einen IQ von über 135, einen schrägen Sinn für Humor und gibt oft vor, nicht so schlau zu sein, wie er es in Wirklichkeit ist. Dies erinnert stark an Jack O’Neill aus Stargate SG-1. Er ist meist freundlich, hat aber keine Angst, seine Meinung zu äußern. Er misstraut Autoritäten und lässt sich von seinem Gefühl und seinem stark ausgeprägten Sinn für Moral leiten. Sheppard lässt sich gern von Frauen ablenken und war bereits einmal verheiratet. Nach eigener Aussage glaubt Lt. Colonel Sheppard an das, was er sehen kann.

Sheppard wurde ranghöchster militärischer Offizier auf Atlantis, nachdem Colonel Marshall Sumner kurz nach Beginn der Mission getötet wurde. Als das Atlantis-Team wieder Kontakt mit der Erde hergestellt hatte, sollte Sheppard den Posten verlieren, konnte ihn aber dank der Intervention Dr. Weirs behalten. Aufgrund der selben Intervention wurde er auch zum Lieutenant Colonel befördert.

Sheppard wurde nur durch Zufall Mitglied der Atlantis-Mission. Er war als Major auf dem Luftwaffenstützpunkt McMurdo stationiert und flog General O’Neill zum Außenposten der Antiker in der Antarktis. Dort wurde entdeckt, dass Sheppard das Antiker-Gen besitzt, das es ermöglicht, Antiker-Technologie zu bedienen, und er erfuhr erstmals von der Existenz des Stargate-Projekts. Dr. Weir bedrängte General O’Neill, Sheppard zu überzeugen, sich ihrer Expedition anzuschließen.

Dr. Meredith Rodney McKay ist kanadischer Staatsbürger. Er ist ein brillanter, manchmal aber auch arroganter und herablassender Astrophysiker, der eine besondere Art von Galgenhumor besitzt. Er arbeitete bereits mit Lieutenant Colonel Samantha Carter von SG-1 zusammen. Dr. McKay gilt (wie Lieutenant Colonel Carter auch) als herausragender Experte auf dem Gebiet der Stargate-Technologie.

Als Kind wollte McKay immer Pianist werden, aber sein Lehrer war der Meinung, dass er keinen Sinn für Kunst habe. McKay wandte sich also der Wissenschaft zu, die – so dachte er – am weitesten von der Kunst entfernt ist wie irgend möglich.

Er beschreibt seine Kindheit als wenig fröhlich. Seine Eltern stritten viel und gaben ihm die Schuld dafür. Er hat eine Schwester namens Jeannie Miller, das Verhältnis der beiden ist aber nicht sehr eng (seine Schwester war früher auch im wissenschaftlichen Bereich tätig, hat sich aber für ihre Familie entschieden, was auch der Grund für das distanzierte Verhältnis der beiden ist). McKay leidet an einer schweren Allergie gegen Zitrusfrüchte aller Art. Wegen Rodneys nerviger Art fällt es einigen Menschen schwer, mit ihm zu arbeiten. Oftmals bewirken seine zynischen, manchmal auch sarkastischen Sprüche, dass er sich bei seiner Umwelt unbeliebt macht.

Während seiner Zeit in Area 51 beschäftigte sich Dr. McKay mit dem Computer-Modell des Stargate und bekam während einiger Krisen im SGC auch die Möglichkeit, das echte Tor in Augenschein zu nehmen. Später wurde er dem Antiker-Außenposten in der Antarktis zugeteilt, wo er schnell zu einem Experten für die Technologie der Antiker wurde. Es störte ihn sehr, dass er nicht das äußerst seltene Gen besaß, das es ermöglicht, die Antiker-Technologie zu bedienen. Hier half ihm später Dr. Carson Becketts Gentherapie, durch die er nun in der Lage ist, Geräte der Antiker zu bedienen.

McKay gehört auf Atlantis Lieutenant Colonel Sheppards Erkundungsteam an.

Colonel Dr. Samantha Carter arbeitete vor der Errichtung der McKay-Carter-Gatebrücke für Kommando SG-1.

Zu Beginn der vierten Staffel arbeitet Carter an der Fertigstellung der Midway Station, welche die Verbindung zwischen dem Milchstraßen- und dem Pegasus-Torsystem in der McKay-Carter-Gatebrücke bildet. Nach der Fertigstellung der Station und dem Verlust von Dr. Elizabeth Weir an die Asuraner-Replikatoren übernimmt sie die Leitung der Pegasus-Expedition.

Ab der fünften Staffel gehört sie wieder zum Gast-Cast.

Lieutenant Aiden Ford ist 25 Jahre alt und enthusiastisch. Es ist wenig über seine Vergangenheit bekannt, seine Erfahrung mit Reisen durch das Stargate lässt aber vermuten, dass er zu einem früheren Zeitpunkt dem Stargate-Kommando unterstellt war. Er ließ seine Familie zurück, als er sich der Atlantis-Mission anschloss.

Bevor sich Ford der Atlantis-Expedition anschloss, war er auf dem Antiker-Außenposten in der Antarktis stationiert. Er ist während der ersten Staffel, zusammen mit Dr. Rodney McKay und Teyla Emmagan, ein Mitglied von Major Sheppards Erkundungsteam.

In der zweiten Staffel wird er abhängig von einem „Wraith-Enzym“, das ihn sehr viel stärker, aber auch leichtsinniger und irrationaler macht. Er desertiert vom Atlantis-Team und baut sich selbst ein Team auf, mit dem er die Wraith bekämpft. Eines Tages entführt er Sheppards Team, um mit ihnen ein Wraith-Basisschiff anzugreifen. Sein Verbleib ist unbekannt.

Teyla Emmagan ist die Anführerin der Athosianer vom Planeten Athos und eine starke und fähige Kämpferin. Im SG-Team von John Sheppard übernimmt sie eine sehr wichtige Rolle als Botschafterin. Sie ist vorsichtig und muss jemanden erst kennen lernen, bevor sie ihm vertraut. Zu John Sheppard hat sie eine besondere Verbindung, seit sie ihn das erste Mal getroffen hat.

Teyla kehrte mit Sheppard nach Atlantis zurück, wo sie wenig später eine Kolonie für ihr Volk errichtete. Sie schloss sich, obwohl es ihr sehr schwer fiel, sich von ihrem Volk zu trennen, dem Erkundungsteam von Lieutenant Colonel Sheppard an, wo ihre Fähigkeit, die Nähe der Wraith zu spüren, von großer Hilfe ist. Diese Fähigkeit hat sie, da einem ihrer Vorfahren bei Experimenten der telepathisch begabten Wraith Wraith-Gene eingepflanzt wurden. Eigentliches Ziel dieser Versuche war es die Nahrungsaufnahme für die Wraith ergiebiger zu machen. Es stellte sich aber heraus, dass diese Versuchsobjekte die Fähigkeit hatten, die telepathischen Kräfte der Wraith zu teilen. In der Annahme, dass sich durch die Vermischung mit unverändertem Genmaterial dieses Merkmal wieder verlieren würde, wurden die Versuchspersonen freigelassen. Dies trat aber nicht ein.

Teyla Emmagan kennt außerdem viele Völker und Planeten durch langjährige Handelsbeziehungen ihres Volkes.

In der vierten Staffel wird sie schwanger, doch der Vater Kanan wird in einen Menschen-Wraith-Hybrid verwandelt, nachdem er und die anderen Athosianer von Michael entführt wurden.

Ronon Dex wurde von den Wraith auf seinem Heimatplaneten (Sateda) gefangengenommen und gefoltert. Er ist körperlich stark, verfügt über eine hohe Schmerzgrenze und weiß seine körperliche Überlegenheit im Nah- und Fernkampf bestens einzusetzen.

Nach der Implantation eines Senders wurde er als „Runner“ – das Ziel einer Jagd der Wraith – wieder frei gelassen. Als er auf Lieutenant Colonel Sheppard und sein Team trifft, ist er bereits seit sieben Jahren auf der Flucht vor den Wraith. Nachdem Dr. Beckett den Sender entfernt hat, steht er dem Atlantis-Team zur Seite und entwickelt sich dank seines militärischen Hintergrunds zu einem wertvollen Verbündeten. Da die Wraith seine Heimatwelt zerstörten, blieb ihm nichts anderes übrig, als entweder auf einen anderen Planeten zu fliehen oder auf Atlantis zu bleiben. Später erfährt er, dass er nicht der einzige Überlebende seines Volkes ist, sondern dass ca. 300 weitere den Wraith-Angriff auf seinem Planeten überlebt haben. Ronon erscheint zunächst humorlos und aggressiv, gilt jedoch als sehr vertrauenswürdig und loyal gegenüber der Atlantis-Crew. Im Verlauf der Serie lockert sich seine Haltung und er zeigt auch häufiger Humor.

Dr. Elizabeth Weir (Torri Higginson, vorher (nur in Stargate SG1 „Die verlorene Stadt“) Jessica Steen), ist 35 Jahre alt und beherrscht fünf Sprachen. Sie begann ihre Karriere als politische Aktivistin und übte Kritik an den Rüstungsausgaben, entschied aber letztendlich, dass sie diese Probleme besser bekämpfen könne, wenn sie sich der Regierung anschließen würde. So arbeitete Dr. Weir einige Jahre für die US-Regierung als hochrangige Vermittlerin.

Nach einer kurzen Zeit als Leiterin des Stargate-Programms (ernannt von Präsident Henry Hayes) wurde sie zur Leiterin des Teams ernannt, das den Antiker-Außenposten in der Antarktis erforschte. Nachdem Daniel Jackson die Stargate-Adresse für Atlantis entdeckte, führte Dr. Weir ein internationales Team durch das Stargate in die Pegasus-Galaxie. Sie ließ auf der Erde ihren Freund Simon zurück, mit dem es später zum Bruch kommt.

Während ihrer Arbeit auf Atlantis musste sie schwere Entscheidungen treffen, u. a. das Nicht-Einhalten der Menschenrechte. Einige hochstehende Generäle und der Präsident der Vereinigten Staaten selbst waren über diese Handlung Seitens Weirs sehr entsetzt. Weir wird in der vierten Staffel von Col. Samantha Carter als Leiterin der Atlantis-Mission abgelöst, nachdem sie auf dem Planeten der Asuraner-Replikatoren verloren geht, wo ihr menschlicher Körper in den eines Replikators transformiert wurde. Sie wurde Teil der Replikatorenrasse, behielt jedoch ihr altes Bewusstsein. Anschließend floh sie zusammen mit einer kleinen Gruppe gleichgesinnter Replikatoren, um ungestört aufzusteigen. Sie gaben ihre physischen Körper auf, um im Subraum weiterzuexistieren, was sie als Vorstufe zum Aufstieg betrachteten. Der Subraum stellte sich jedoch als Sackgasse für sie heraus. Zu Beginn der fünften Staffel erlangte Dr. Weir schließlich mit Hilfe der Technologie in Atlantis wieder einen physischen Replikatorkörper. Um Atlantis zu schützen, begab sie sich jedoch durch das Stargate in den Weltraum, wo sie seit dem völlig machtlos umher treibt.

Dr. Carson Beckett stammt aus Schottland und ist bis zum Ende der dritten Staffel Chefmediziner der Atlantis-Expedition. Neben der Medizin hat er sich auch der Genetik gewidmet und das Antiker-Gen entdeckt. Er trägt das Gen auch selbst auf natürliche Weise und entwickelte eine Gen-Therapie, die es all jenen ermöglicht, die Antiker-Technik zu bedienen, die das benötigte Gen nicht von Natur aus haben.

Er war lange dem Antiker-Außenposten in der Antarktis zugeteilt und ging dort seiner Genforschung nach, bevor er an der Atlantis-Mission teilnahm. Seine Untersuchungen eines Wraith-Armes führten zu den ersten Einblicken in die Physiologie der Wraith. Später konnte er seine Kenntnisse vertiefen, als er half, ein Medikament zu entwickeln, das die Wraith daran hindern sollte, die menschliche Lebensenergie zu „verzehren“, außerdem entwickelte er einen Virus, der die Wraith physiologisch in Menschen verwandelte.

Dr. Carson Beckett stirbt in der dritten Staffel (Folge: Ein freier Tag) durch eine Explosion, als er ohne Rücksicht auf sein eigenes Leben einem Patienten einen Sprengsatz rausoperiert. In der vierten Staffel entdeckt und befreit das Atlantis-Team einen Klon von Dr. Beckett, der lange Zeit Gefangener des Wraith Michael war. Beckets Klon wird ("wieder") Teil der Expedition. Er hat auch in der fünften Staffel mehrere Auftritte. .

Radek Zelenka kommt aus Tschechien und ist neben Dr. McKay einer der klügsten Köpfe von Atlantis, jedoch sind die beiden meist unterschiedlicher Meinung. Er hat eine Abneigung gegen Stargate-Reisen, denn bei jedem seiner Einsätze gerät er in große Schwierigkeiten.

Im englischen Originalton fällt Zelenka durch seinen Akzent und durch sein häufiges tschechisches Fluchen auf. In der deutschen Synchronisation entfällt zum einen der tschechische Akzent des Schauspielers, zum anderen wurden insbesondere in den ersten Folgen einige tschechische Flüche mit ins deutsche Übersetzt.

Steven Caldwell ist Colonel und Kommandant des Erdenraumschiffes Daedalus. Bei seinem Eintreffen strebt er an, die Position als ranghöchster militärischer Offizier der Atlantis-Mission von John Sheppard, zu dem Zeitpunkt noch Major, zu übernehmen. Dies wird ihm jedoch auf Bestreben von Dr. Weir verwehrt. Unter anderem auch deswegen wird Caldwell zu Beginn kaum vom Atlantis-Team akzeptiert. Nach mehreren Krisen und Konfrontationen mit den Wraith wird er jedoch zu einem akzeptierten Mitglied des Teams.

Er war kurzzeitig durch einen Goa’uld besessen, der aber erfolgreich entfernt werden konnte.

Evan Lorne ist als Major Leiter eines SG-Teams in Atlantis. Er besitzt ebenso wie Sheppard und Beckett das Antiker-Gen. Zeitweilig kommandierte er das Antiker-Raumschiff Orion. Da sein Team nicht zum Hauptcast der Serie gehört, sterben seine Mitstreiter häufig auf Missionen mit Col. Sheppards Team.

Colonel Abraham „Abe“ Ellis ist Kommandant des Erdenraumschiffes Apollo. Gegen Ende der dritten Staffel kommt er nach Atlantis und versucht wie Colonel Caldwell die militärische Führung in Atlantis zu übernehmen, wobei er auf Widerstand von Sheppard, Dr. Weir und dem Rest des Teams stößt und schließlich nachgibt. Er ist sehr streng, humorlos, eigensinnig und bringt oft seine Abneigung gegen McKay ins Spiel.

Jennifer Keller wird in der letzten Folge der dritten Staffel als neuer Charakter eingeführt. Sie übernimmt Dr. Becketts Aufgaben nach dessen Tod. Vor allem in der vierten Staffel erhält Keller bedeutend mehr Beachtung, sodass sie z.B. mit Missing eine eigene Folge bekommt. Sie gehört in der fünften Staffel zum Hauptcast.

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MS Atlantis

MS Atlantis 01.jpg

Die Atlantis ist ein deutsches Seebäderschiff, das von der HADAG für den Helgolanddienst zwischen Cuxhaven und Helgoland bei der Bremer Rolandwerft bestellt wurde. Nach dem Konkurs der Werft wurde das Schiff nach Kiel geschleppt und dort von der HDW-Werft fertiggestellt und ausgeliefert.

Die Kiellegung fand am 15. Mai 1971, der Stapellauf am 19. Februar 1972 und die Fertigstellung des Schiffes im Juli 1972 statt.

Nach einem Eignerwechsel und langjährigem Einsatz in der Ostsee verkehrt das Schiff nun in Charter der Förde Reederei Seetouristik (FRS) in Flensburg erneut auf der Route Cuxhaven - Helgoland. Eigner des Schiffes ist die Reederei Cassen Eils in Cuxhaven, bereedert wird es vom Schiffahrtskontor Groß, ebenfalls in Cuxhaven.

Seit 1973 wurde das Schiff von der HADAG unter dem ursprünglichen Namen Helgoland auf der Route Cuxhaven–Helgoland eingesetzt. 1982 verkaufte die HADAG das Schiff an die Reederei Cassen Eils. Es wurde in First Lady umgetauft und wurde als neues Flaggschiff der Reederei ab der Saison 1983 im Sommer auf der Route Kiel–Bagenkop für sogenannte Butterfahrten eingesetzt. Im Winter fand das Schiff wiederholt Einsatz auf der Route Cuxhaven–Helgoland. Angesichts des sich abzeichnenden Wegfalls der Duty-Free-Regelungen wurde das Schiff 1990 aus Kiel abgezogen und bediente die Route Sassnitz–Rønne, welche die deutsche Insel Rügen mit der dänischen Insel Bornholm verband. Dabei fuhr das Schiff unter der Flagge der Arkona-Reederei, einer hundertprozentigen Tochter der Reederei Cassen Eils. Nach nur vier Jahren wurde der Bornholm-Verkehr jedoch wieder eingestellt. 1994 kehrte das Schiff in den Helgolandverkehr zurück und fuhr auf der Route Büsum–Helgoland, im Winter auch auf der Route Cuxhaven–Helgoland.

1998 wurde das Schiff erneut umbenannt und hieß nun wieder Helgoland. Während der Saisons 1998 und 1999 fuhr das Schiff im Charter für die Reederei Warrings auf der Route Bremerhaven–Helgoland. Im Jahr 2000 bekam die Atlantis ihren heutigen Namen und kehrte im Sommer auf die Route Büsum–Helgoland zurück. Auch in diesen Jahren bediente die Atlantis den Winterverkehr zwischen Cuxhaven und Helgoland.

Seit der Sommersaison 2005 ist das Schiff unter Charter der Förde Reederei Seetouristik. Im Sommer 2005 fuhr das Schiff auf der Strecke Bremerhaven–Helgoland, bis im Juli des Jahres die Kurbelwelle des Steuerbord-Hauptmotors brach. Die Hoffnung des Reeders, das Schiff vorläufig mit einem Motor betreiben zu können, was auf der Strecke Büsum–Helgoland versucht wurde, zerschlug sich, da mit einer Maschine nicht genügend Leistung bei Fahrten gegen die Tide erreicht wurde und die Manövriereigenschaften des Schiffes eingeschränkt waren. Das Schiff musste bis zur erfolgten Reparatur aufgelegt werden. Der Verkehr auf der Route Bremerhaven–Helgoland wurde wenige Tage mit der Funny Girl aufrechterhalten, dann jedoch ersatzlos eingestellt. Zur Sommersaison 2006 kehrte die Atlantis auf diese Strecke zurück.

Nach der Außerdienststellung der Wappen von Hamburg zum Ende der Saison 2006 wechselt die Atlantis auf die Strecke Cuxhaven–Helgoland. Auf der Strecke zwischen Bremerhaven und Helgoland wurde die ebenfalls gecharterte Adler Nordica eingesetzt. Damit ist die Atlantis heute das dienstälteste und größte Schiff im Helgolandverkehr.

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Source : Wikipedia