Athen

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Geschrieben von c3po 21/04/2009 @ 06:11

Tags : athen, griechenland, europa, ausland, aek athen, international, fussball, sport

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Athen

Athen (Griechenland)

Die Stadt Athen (neugr. Αθήνα (f. sg.), Athína; altgr. Ἀθῆναι (f. pl.), Athēnai) ist die Hauptstadt Griechenlands. Sie wurde vor etwa 5000 Jahren besiedelt. Athen ist die bevölkerungsreichste und flächengrößte Stadt des Landes. Hierbei wird unter Athen die Metropolregion Athen verstanden und nicht nur die relativ kleine Gemeinde Athen im Stadtzentrum des Ballungsraumes.

Wegen ihres kulturellen Erbes und auch weil sie – über den Hafen Piräus und über den neuerrichteten, internationalen Flughafen – ein Dreh- und Angelpunkt für den Verkehr zu den zahllosen griechischen Inseln ist, nimmt Athen einen der oberen Ränge unter den meistbesuchten Metropolen Europas ein. Darüber hinaus ist Athen das mit Abstand wichtigste Wirtschafts-, Kultur- und Bildungszentrum Griechenlands.

Der Sage nach buhlten die Göttin Athene und der Meeresgott Poseidon um die Gunst der Bewohner der damals noch namenlosen Stadt. Beide sollten den Einwohnern je ein Geschenk machen – wer der Stadt das schönste Geschenk macht, sollte zum Namenspatron auserkoren werden. Poseidon schenkte der Stadt einen Brunnen. Dieser spuckte jedoch nur Salzwasser. Athenes Geschenk war ein Olivenbaum. Dieser spendete Nahrung, Olivenöl und Holz. Somit gewann Athene das Duell, und die Stadt wurde folgerichtig nach ihr benannt. Mit diesem sagenhaften Gründungsmythos wollten die antiken Stadtväter schon damals ihren späteren Hang zum pragmatischen Handeln historisch begründen.

Der Überlieferung nach wurde Athen von König Kekrops I. gegründet. Die Stadt ist seit etwa 5000 Jahren kontinuierlich besiedelt und damit sicher eine der ältesten Siedlungen und Städte Europas. 1985 wurde Athen erste Kulturhauptstadt Europas. In die Liste des Weltkulturerbe der UNESCO wurde 1987 die Akropolis und 1990 das Kloster Daphni aufgenommen.

Athen liegt in der weiträumigsten Ebene der Landschaft Attika mit den Flüssen Ilisos und Kifisos und ist an drei Seiten von Gebirgszügen umgeben, vom Hymettos (1026 m), vom Pentelikon (1107 m), vom Parnes (1413 m) und Ägaleo (468 m), die vierte Seite öffnet sich zum Meer, dem Saronischen Golf.

Das Stadtklima Athens ist ein ganz besonderes in Griechenland und auch in Europa und galt vor der Entwicklung der Stadt zum fast das gesamte attische Becken überwuchernden „Wasserkopf“ als eines der besten der Welt. Durch die Lage Athens, umringt im Westen, Norden und Osten von Bergen, und die vorherrschenden Winde in Griechenland, ist das Klima in Athen noch trockener und wärmer als in anderen Regionen des Landes. Sommertemperaturen erreichen während Hitzeperioden, die drei, vier Tage andauern und von Juni bis September auftreten können, zwischen 40 °C und 45 °C im Schatten. Durch die dichte Besiedlung und den Mangel an innerstädtischen Grünflächen kühlt es in der Nacht kaum ab. Temperaturen von 25 °C um Mitternacht sind die Norm im Sommer, 30 °C keine Seltenheit. Erst gegen Morgen fällt das Thermometer kurzzeitig unter 25 °C. Im Winter dagegen kommt es häufiger zu Kaltlufteinbrüchen aus dem Norden, die dann vor allem in den nördlichen Stadtbezirken auch in regelmäßigen Abständen zu einer Schneedecke führen können. Für mitteleuropäische Verhältnisse sind vor allem die Novembertage noch erstaunlich warm. Während es in anderen südeuropäischen Städten schon „Wintertemperaturen“ hat, sind es in Athen oftmals bis Mitte November noch 20–25 °C am Tag. Dafür fängt das Frühjahr später an, und März und April sind noch erstaunlich kühl. Die Temperaturmittelwerte liegen in der kalten Jahreszeit (Dezember bis Februar) zwischen 9,6 °C und 11,4 °C. Vereinzelt gibt es auch Frosttage mit Tiefsttemperaturen bis −5 °C. In der warmen Jahreszeit (Mai bis September) bewegen sich die Temperaturmittelwerte zwischen 20,5 °C und 28 °C. In Athen werden pro Jahr ca. 2.700 Sonnenstunden gezählt. Insgesamt bleibt die Jahresniederschlagsmenge mit 402 mm pro Jahr in Athen auf einem sehr niedrigen Niveau. Die meisten Niederschläge fallen dabei von Ende Oktober bis Anfang Februar. Als besonders niederschlagsarm erweisen sich die Sommermonate Juni bis September.

Die Geschichte der Stadt Athen reicht etwa 7500 Jahre zurück, bis in die Jungsteinzeit. Um 1300 v. Chr. wurde auf der Akropolis ein mykenischer Palast errichtet. Die älteste Stadtanlage beschränkte sich auf die obere Fläche eines steilen, nur von Westen her zugänglichen Felshügels, der später als Burg (Akropolis) den militärischen und religiösen Mittelpunkt Athens bildete. Die Fläche wurde bereits sehr frühzeitig eingeebnet und mit einer starken Mauer umgeben, die mit neun hintereinander angeordneten Toren gesichert wurde (Enneapylai). Diese Anlage hieß nach den Pelasgern, denen man den Bau zuschrieb, Pelargikon. Innerhalb dieser Burg wohnten die alten Könige dieses Teils von Attika. Athen stand für seine Bewohner seit jeher unter dem besonderen Schutz des Zeus, dem ein früh erbauter Altar gewidmet war, sowie der stadtschützenden Athene (Athene Polias), der auch der älteste Tempel der Stadt, der Hekatompedos, geweiht war. Dem äußeren Stadttor gegenüber lag der älteste Markt der Stadt, die Agora.

Dem sagenhaften König Theseus wird zugeschrieben, die verschiedenen Teile der Landschaft Attika zu einer Polis vereinigt zu haben. Athen war fortan der Fläche nach der größte griechische Stadtstaat (vom Sonderfall Sparta abgesehen). Den Höhepunkt seines politischen und kulturellen Einflusses erreichte Athen als Attische Demokratie und Führungsmacht im attischen Seebund während des 5. und 4. Jahrhunderts v. Chr. (klassische Zeit). Auch als die Stadt 86 v. Chr. dem Römischen Reich einverleibt wurde, behielt sie ihren Status als intellektuelles Zentrum. Dies änderte sich erst im Jahre 529 n. Chr., als die letzten Philosophenschulen auf Anweisung des oströmischen Kaisers Justinian I. geschlossen wurden. Die Einfälle der Slawen beendeten im späten 6. Jahrhundert dann die antike Phase der Stadtgeschichte.

Erst im 9. Jahrhundert wurde die Stadt Bischofssitz mit dem Parthenon als Bischofskirche. Athen wurde im Vierten Kreuzzug (1204) nach der Einnahme Konstantinopels fränkisches Herzogtum, nach dem Einfall der Katalanischen Kompanie folgte die Herrschaft der Florentiner (1388 und 1402), der Türken (1392), der Venezianer (1395). Nach dem Fall Konstantinopels 1453 wurde 1456 Athen von den Osmanen unter Sultan Mehmed II. erobert, der Parthenon wurde zur Moschee und das Erechtheion zum Harem. Die Stadt verlor nun immer weiter an Bedeutung. Aufgrund mehrerer Zerstörungen zwischen dem 17. Jahrhundert und dem 19. Jahrhundert sank die Stadt zu einem unbedeutenden Provinzort herab und hatte 1834, als sie zur Hauptstadt des neu gegründeten Griechischen Königreichs erhoben wurde, kaum mehr als 4.000 Einwohner. Durch den Freiheitskrieg war die Stadt, die zuvor noch rund die doppelte Bevölkerung hatte, weitgehend zerstört. Die türkische Garnison auf der Akropolis verließ die Stadt übrigens erst 1833, drei Jahre nach der offiziellen Unabhängigkeit Griechenlands.

Das Zentrum Athens um die Plätze Syntagma und Omonia ist bis heute durch die unter dem König Otto I. (ein Wittelsbacher) initiierte urbanistische Entwicklung und repräsentative öffentliche Gebäude im Stil des Neoklassizismus geprägt. Der von wittelsbachischen Hofgärtnern ausgestaltete, erst seit 1923 öffentlich zugängliche Nationalgarten (ursprünglich Schlossgarten), der anschließende, schon seit 1888 durch Schenkung öffentliche Park des Zappeion und die unter dem Patronat von Königin Sofie (einer gebürtigen Hohenzollern) von der „Gesellschaft der Waldfreunde“ zwischen 1908 und 1918 vorgenommene Aufforstung des Akropolis-Felsens, des Philopappos- oder Musenhügels und des Lykavittos schienen zunächst eine für Südeuropa ungewöhnlich ausgewogene urbanistische Entwicklung zu garantieren. 1920 zählte das Gebiet des heutigen Groß-Athen etwa 453.000 Einwohner. Ein ungeregelter Wachstumsschub (mit zahlreichen dichtest besiedelten Elendsvierteln) ergab sich aber zu Beginn der 1920er Jahre als Resultat des Griechisch-Türkischen Krieges und der Massenvertreibungen der Griechen aus Kleinasien.

Die Periode des Wohlstands und des gewaltigen wirtschaftlichen Florierens begann 1952 unter einer konservativen Regierung. Ausgelöst wurde sie durch ein großangelegtes Straßenbauprogramm. Zwischen 1950 und 1960 veränderte sich auch die demographische Situation Griechenlands radikal: Die Bevölkerung wanderte auf der Suche nach Arbeit und Wohlstand vom Land in die Stadt. Diese Migrationswelle verschlechterte die Wohnungssituation in den Städten dramatisch, besonders in Athen. Doch die Regierung war vor allem mit dem Wiederaufbau der im Bürgerkrieg zerstörten ländlichen und eher konservativen Regionen beschäftigt sowie mit der Bausubstanz der ägäischen Inseln, die von einem schweren Erdbeben 1950 weitgehend zerstört worden war. Das Wohnungsproblem überließ man privaten Investoren. Diese entwickelten das System der „Antiparochí“ (etwa: Gegenleistung). Dabei übernahmen sie Grundstücke und entschädigten den früheren Eigentümer nicht mit Geld, sondern mit einer bestimmten Zahl fertig gestellter Wohnungen. Umgekehrt bezahlten viele Baufirmen und Bauherren ihre Arbeiter mit Wohnungen.

Nach Jahren hoher Verkehrsbelastung aufgrund der vernachlässigten Infrastruktur zeigen die Baumaßnahmen (Athener Metro, S-Bahn-Netz und Athener-Spangenautobahn u. a.) Wirkungen. Smog und typisches Verkehrschaos sind selten geworden. Trotzdem ist eine Abwanderung in andere Städte Griechenlands zu verzeichnen. Ein Grund dafür sind die hohen Immobilienpreise. Gleichzeitig ziehen viele Ausländer nach Griechenland, die sich vor allem in Athen niederlassen.

Athen wuchs in den vergangenen 150 Jahren extrem schnell zu seiner jetzigen Größe heran. Während es 1832 bei der Gründung des modernen Griechenlands kaum 4000 Einwohner hatte, sind es heute im Großraum Athens etwa 4 Millionen Einwohner. Wichtige Eckdaten sind der Griechisch-Türkische Krieg von 1920/1921, als Griechenland im Vertrag von Lausanne das östliche Thrakien und die Provinz Smyrna (heute İzmir) an die Türkei abgeben musste. Über eine Million Griechen mussten daraufhin ihre Heimat verlassen. Viele fanden eine neue Heimat in Athen.

Schon wenige Tage nach der deutschen Besetzung Athens am 26. April 1941 riss Manolis Glezos am 31.Mai 1941 als Zeichen des Widerstands die Hakenkreuzfahne von der Akropolis. Die Hungersnot infolge der Ausplünderung durch die Besatzungsmacht traf die städtische Bevölkerung Athens besonders hart: im Winter 1941/1942 und 1942–1943) starben im Athener Ballungsgebiet über 100.000 Menschen den Hungertod.

Der Bürgerkrieg in Griechenland 1944–1949 erschütterte auch die Hauptstadt. Am 3. Dezember 1944 wurden bei einer Massendemonstration der EAM auf dem Syntagma-Platz 15 Demonstranten von der Polizei erschossen. ELAS-Einheiten griffen Polizeistationen an und lieferten sich Straßenkämpfe mit britischen Streitkräften.

Auch die erbitterten Auseinandersetzungen der Jahre 1961 bis 1967 zwischen Links und Rechts wurden auf den Plätzen und in den Straßen der Hauptstadt mit – auch gewalttätigen – Demonstrationen ausgetragen.

Am 21. April 1967 war Athen mit dem Auffahren von Panzern, der Verhängung eines Ausgehverbots und Massenverhaftungen Schauplatz des Staatsstreichs der Obristen, der den Beginn der siebenjährigen Griechische Militärdiktatur markierte. In Athen manifestierte sich aber trotz aller Unterdrückungsmaßnahmen auch der Widerstand: So nahmen im November 1968 viele Tausende Athener an der Beerdigung von Georgios Papandreou teil. Am 17. November 1973 wurde der Aufstand am Polytechnikum blutig niedergeschlagen. Nach dem Zusammenbruch des Regimes landete in der Nacht zum 24. Juli 1974 Konstantinos Karamanlis in Athen, wurde von einer jubelnden Bevölkerung begrüßt und noch in der Nacht als Premierminister vereidigt.

Seit den späten 1980er Jahren haben viele Ausländer in Athen eine neue Heimat gefunden; von ihnen stellen die größte Gemeinde die Albaner. Weitere sind Russen, Polen, Phillipinos, Bangladescher und Nigerianer. In der Sophokleousstraße/Plateia Theatrou entstand ein kleines „Chinatown“-Viertel.

Die Architektur des 19. Jahrhunderts war in Athen weitestgehend vom Klassizismus und der Restauration des griechischen Staates geprägt. Umso radikaler war die frühe griechische Moderne. Getrieben von der Wohnungsnot nach der Vertreibung von Griechen aus der Türkei 1921 setzte eine erneute rege Bautätigkeit ein. Die Charta von Athen, das Manifest der modernen Architektur, wurde 1933 unterzeichnet. Man bedauerte später den Verlust klassizistischer Häuser, in den letzten Jahren beginnt man aber die zentral gelegenen Apartmenthäuser der frühen Moderne in Athen zu schätzen.

Als Metropole hat Athen ein reiches Kulturangebot, das seine Fortsetzung in dem für Griechenland typischen Nachtleben findet. Athen verfügt neben dem staatlichen Nationaltheater über eine große Anzahl von Theatern, die privat betrieben werden und sich ausschließlich über Sponsoren und Eintrittsgeldern finanzieren.

Während die Haupteinnahmequellen der griechischen Wirtschaft die Schifffahrt und der Tourismus sind, so sind es in Athen vor allem die Dienstleistungen. Die Bedeutung als Industriestadt hat Athen weitestgehend eingebüßt, zum einen durch eine Verlagerung in andere Städte, zum anderen durch die komplette Abwanderung ins Ausland (Textilindustrie). An Bedeutung nimmt die Pharmaindustrie zu. Nach wie vor haben 50 Prozent der griechischen Industrieunternehmen ihren Sitz im Großraum Athen.

Vom Anstieg des Handelsvolumens zwischen China und der EU profitierten griechische Reedereien, die im Großraum Athen (allem voran in Piräus) ansässig sind, außerordentlich. Die meisten chinesischen Waren kommen auf griechischen Containerschiffen nach Europa.

Athen ist die Heimat von unzähligen Sportvereinen die in Griechenland in nahezu allen Sportarten das nationale Geschehen dominieren. Sportliches Aushängeschild der Stadt ist der mit 500 nationalen und internationalen Titeln erfolgreichste und mit über 20 Sportabteilungen größte Verein Griechenlands Panathinaikos Athen. Weitere bedeutende Großvereine sind AEK, Panionios oder Panellinios. Zu den populärsten Sportarten gehören Fußball, Basketball und Volleyball.

Im Jahr 1983 war das Athener Olympiastadion Austragungsstätte für das Finale im Europapokal der Landesmeister im Fußball. 1994 sowie 2007 fand in Athen das Finale der UEFA Champions League statt.

In Athen fanden 1896 die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit, 10 Jahre später die für die olympische Bewegung wichtigen Olympischen Zwischenspiele statt. Athen kandidierte für die Olympischen Spiele 1996, erreichte aber nur den zweiten Platz hinter Atlanta (USA). Eine erneute Kandidatur für die übernächsten Spiele war erfolgreich. 2004 wurden hier die Spiele der XXVIII. Olympiade ausgetragen. Diese waren von den Fernsehzuschauern die bisher erfolgreichsten Spiele, nicht zuletzt auch wegen der vielen historischen Schauplätze. Der Marathonlauf begann in Marathon, das Stadion von 1896 wurde genutzt, in Olympia fanden auch Veranstaltungen statt.

Athen wird von zwei Autobahnen geschnitten: der Attiki Odos und der A1, die nach Norden, Süden und Westen führen. Der Athener Hafen in Piräus ist einer der wichtigen Häfen des Mittelmeers, und am 27. März 2001 wurde der internationale Flughafen Athen Elefthérios Venizélos eröffnet.

Athen verfügt über eine U-Bahn, die Metro Athen. Eine S-und Nahverkehrsbahn, genannt Proastiakos, und eine Straßenbahn. Das Streckennetz der Proastiakos-S-Bahn befindet sich derzeit noch im Ausbau. Gegenwärtig sind lediglich die Linien auf die Peloponnes und zum Flughafen in Betrieb. Fernzüge erreicht man am neuen Athener Hauptbahnhof (ehemals Larissa Bahnhof). Der ehemalige Peloponnisos Bahnhof, auf dem bis vor wenigen Jahren die Züge auf die Peloponnes abfuhren, wurde stillgelegt. Die Bahnstrecke in den Norden Griechenlands bis Thessaloniki wird derzeit modernisiert mit stellenweisen Trassenverlegungen und soll für einen Hochgeschwindigkeitsbetrieb ausgebaut werden. Von Athen aus gibt es direkte Züge bis nach Sofia, Istanbul ist mit Umsteigen in Thessaloniki erreichbar. Die Metro Athen fährt halbstündlich, die S-Bahn Proastiakos alle 20 Minuten bis zum Flughafen.

Neben dem normalen Busnetz existiert seit 1949 ein Obus-Netz (Trolleybus). Es ist mit 366 Bussen auf 22 Linien das größte Netz in der EU. Bis 2005 wurde der gesamte Fuhrpark ersetzt. Es gibt vier große Depots (Stand 2006). Das Athener Busnetz erschließt nahezu alle Viertel der Stadt. Eine Besonderheit ist, dass die Fahrpläne lediglich die Abfahrtszeit an der ersten Haltestelle angeben. Abfahrtszeiten für alle weiteren Haltestellen gibt es nicht, da ein verlässlicher Fahrplan aufgrund des enormen Individualverkehrs mit vielen Staus in Athen nicht realistisch wäre. An den Haltestellen ist lediglich der Takt, in dem die Busse fahren, angegeben so dass man weiß, wie lange man maximal auf den nächsten Bus warten muss. Es existiert ein Nachtbusnetz, allerdings mit lediglich drei Linien.

Eine Seilbahn führt auf den Lykavittos im Zentrum der Stadt.

Eine weitere führt auf den Parnes, die Bergstation war einst ein Kurhotel, deren Casino ist bis heute in Betrieb.

Die dynamische und planlose Urbanisierung des Großraums Athen, in dem sich der größte Teil der griechischen Industrie ansiedelte (vor allem im Westen der Hauptstadt) führte zu einer immer stärkeren Belastung der Luft vor allem durch Rauch und Schwefeldioxid. Immer öfter kam es bei der für die Region typischen Hochdruckwetterlage mit hoher Inversionsgefährdung (Sommersmog) zur Bildung von Smog; er wurde in Athen „die Wolke“ (griechisch το νέφος, to nefos) genannt. Obwohl schon in den 1970er Jahren Maßnahmen zur Reduzierung der Luftverschmutzung getroffen wurden, nahm sie wegen der steigenden Massenmotorisierung infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs in den 1970er und 1980er Jahren zu. Die Situation spitzte sich 1987 zu, als durch Smog zahlreiche Menschen zu Tode kamen und die internationale Öffentlichkeit durch Berichte über eine zunehmende Zerstörung der antiken Baudenkmäler alarmiert wurde. Die Behörden reagierten mit teils drastischen Maßnahmen. Um das Verkehrsvolumen drastisch zu reduzieren, bestand bereits seit 1981 im tageweisen Wechsel für Pkws mit geraden bzw. ungeraden Autonummern an Wochentagen ein von 6.30 bis 16.00 Uhr geltendes Einfahrverbot in die Innenstadt mit engen Ausnahmen etwa für Ärzte, Journalisten und Touristen. Weitreichende Maßnahmen der griechischen Behörden haben seit den 1990er Jahren Erfolge gezeigt und die Luftverschmutzung zurückgeführt. Dennoch bleibt Luftverschmutzung insbesondere an den heißesten Sommertagen in Athen ein Thema. Das griechische Umweltministerium veröffentlicht täglich auf seiner Webseite die aktuellen Luftmesswerte von Athen.

Im Juni 2007 gab es in Attika eine Reihe von Waldbränden, darunter einen, der einen wesentlichen Teil eines großen Nationalparks am Berg Parnitha, etwa 20 km nordwestlich des Stadtzentrums, niederbrannte. Wegen der Bedeutung dieser Grünflächen für die Klimatisierung Athens (der Parnithos wurde „Lunge Athens“ genannt) wurden Besorgnisse um die Luftqualität laut.

Das Abwasser aus Haushalten und Industrie wurde lange ungeklärt in den Saronischen Golf abgeleitet, was zu gravierenden chemischen und bakteriellen Belastungen führte. Ab 1990 wurde auf der kleinen Insel Psyttalia eine Kläranlage – die zweitgrößte in Europa – errichtet, die jetzt mit einer Kapazität von einer Million Kubikmeter Abwasser pro Tag, also ca. 12 Kubikmeter in der Sekunde, die Abwässer des Großraums Athen auf verträgliche Weise entsorgt. Der überwiegende Teil des Abwassers fließt zu einer Pumpstation an der Küste, wo es von neun gigantischen archimedischen Schraubenpumpen auf die Insel gepumpt wird. Dort besorgt die Anlage eine Erstbehandlung (Filterung, Entsandung, Vorklärung, anaerobe Aufbereitung und mechanische Entwässerung des Klärschlamms), eine sekundäre biologische Stufe, durch die organische umweltschädliche Kohlenstoff-, Stickstoff- und Phosphorverbindungen entfernt werden, und seit Sommer 2004 eine tertiäre Behandlung, sodass die Schadstoffbelastung um 93 Prozent und die Stickstoffmenge um 80 Prozent reduziert werden konnte. Die Kläranlage hat damit die Wasserqualität und die Umweltbedingungen im Saronischen Golf ganz wesentlich verbessert. Sie soll bis 2026 weiter ausgebaut werden.

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Akademie von Athen

Akademie von Athen, Frontalansicht

Die Akademie von Athen (gr.: Ακαδημία Αθηνών; en.: Academy of Athens) ist die führende Trägerin außeruniversitärer akademischer Forschung und zentrale wissenschaftliche Einrichtung in Griechenland. Sie hat ihren Sitz in der griechischen Hauptstadt Athen.

Die Akademie von Athen ist Gründungsmitglied der International Union of Academies und des Internationalen Wissenschaftsrats (International Council for Science, ICSU) sowie Mitglied von ALLEA, EASAC, IAC und IAMP.

Bereits 1824, während der Griechischen Revolution bemühten sich griechische Akademiker für die Schaffung der Akademie im „Zentrum der Bildung in Griechenland“ (Thukydides) und als moderne Nachfolge der antiken Platonischen Akademie.

Durch Schenkung durch den griechischen Baron Simon Sinas wurde im Jahre 1856 die nach ihm benannte neoklassizischtische "Akademie Sinea" nach Plänen des dänischen Architekten Theophil von Hansen errichtet, die Wandmalereien führte Christian Griepenkerl aus. Jedoch wurde die Akademie von Athen als Istitition erst per Verfassungsdekret am 18. März 1926 als eine Akademie der Wissenschaften und Künste gegründet. Am 24. März 1926 übernahm der damalige Präsidentschaftsrat das Gebäude der „Akademie Sinaea“.

Die Akademie wird durch das Ministerium für Nationale Erziehung und Religion finanziert und durch den Senat der Akademie verwaltet. Letzterer besteht unter anderem aus dem jährlich neu gewählten Präsidenten und dem Vize-Präsidenten, der im jeweils darauffolgenden Jahr Amtsnachfolger des Präsidenten wird.

Die Ioannis Sykoutris Bibliothek ist die Zentralbibliothek der Akademie. Darüber hinaus verwaltet die Akademie derzeit 23 Forschungsinstitute in Griechenland sowie das ihr unterstellte Hellenistische Institut für Byzantinische und Postbyzantische Studien in Venedig.

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Olympia-Sportkomplex Athen

Olympia-Sportkomplex Athen

Der Olympia-Sportkomplex Athen (griech.: Ολυμπιακό Αθλητικό Κέντρο Αθηνών Olympiako Athlitiko Kentro Athinon), auch kurz OAKA, wurde im Hinblick auf die Olympischen Sommerspiele 2004 in Athen nach einem Entwurf des spanischen Architekten Santiago Calatrava teilweise neu errichtet. Er liegt im Vorort Maroussi, zehn Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums. Die Entfernung zum Olympischen Dorf beträgt 14,5 Kilometer. Der Komplex besteht aus fünf verschiedenen Wettkampfstätten.

Das Athener Olympiastadion (im Volksmund OAKA genannt) trägt den Namen von Spyridon Louis, dem Sieger des ersten olympischen Marathonlaufs der Moderne (1896). Die Bauarbeiten begannen am 7. Januar 1980 und dauerten bis zum September 1982 an. Vor den Olympischen Spielen wurde das Stadion vollständig umgebaut und modernisiert; die Kosten dafür beliefen sich auf 156 Millionen Euro. Das Stadion erhielt ein 17.000 Tonnen schweres und vom spanischen Architekten Santiago Calatrava entworfenes Dach aus Polykarbonatscheiben. Dieses mit 25.000 m² größte Polykarbonatdach der Welt wurde kurz vor der offiziellen Wiedereröffnung am 30. Juli 2004 fertiggestellt und bedeckt insgesamt 95 % der Sitzplätze.

Die Bögen der Dachkonstruktion haben eine Länge von jeweils 304 Meter sowie an ihrer Mitte eine Maximalhöhe von 72 Meter. Betrug die Zuschauerkapazität vor den Modernisierungsarbeiten noch 74.767, wird sie heute mit 71.030 Sitzplätzen angegeben.

Darüber hinaus trug im OAKA die griechische Fußballnationalmannschaft einen Großteil ihrer Spiele aus. Zurzeit wird das Stadion vom den Fußballvereinen AEK Athen sowie Panathinaikos Athen genutzt. Zuschauerrekord: 74.473 (Panathinaikos Athen - ΑΕΚ Athen, Halbfinale im griechischen Vereinspokal 1986).

Das 1991 errichtete Wassersportzentrum (Olympic Aquatic Centre) besteht aus drei Becken. Zwei der Becken befinden sich im Freien, eines ist überdacht. Im größeren Außenbecken (Zuschauerkapazität 11.500) fanden die Wettkämpfe im Schwimmen und Wasserball statt. Rund um das kleinere Außenbecken, dem Austragungsort des Synchronschwimmens und der Wasserball-Vorrundenspiele, hatten 5.300 Zuschauer Platz. In der Halle (6.200 Zuschauer) wurden die Wettkämpfe im Wasserspringen und die Vorrunde im Wasserball ausgetragen. Die Gesamtkosten betrugen 21 Millionen Euro.

Vor den Olympischen Spielen sorgte das größere Außenbecken für Negativschlagzeilen. Ursprünglich war der Bau eines Daches vorgesehen, um Athleten und Zuschauer vor der Sonneneinstrahlung zu schützen. Das Dach wurde dann jedoch nicht gebaut, da man bis zum Beginn der Spiele nicht fertig geworden wäre. Das Zentrum wurde Ende 2003 fertiggestellt und am 30. Juli 2004 offiziell eröffnet.

Die bereits 1995 errichtete Olympiahalle (offiziell als Olympic Indoor Hall bezeichnet) war die größte Sporthalle während der Olympischen Spiele und gehört zu den größten ihrer Art in Europa. Hier fanden die Wettkämpfe im Geräteturnen und Trampolinturnen sowie die Finalbegenungen im Basketball statt. Die Halle kann je nach Sportart unterschiedlich viele Zuschauer aufnehmen (17.500 beim Kunstturnen und Trampolinspringen, 19.250 bei Basketballspielen). Während der Olympischen Spiele war die Zuschauerkapazität jedoch auf 12.000 beschränkt. Die Modernisierungsarbeiten welche fünf Millionen Euro in Anspruch nahmen, wurden am 30. Juli 2004 beendet, die offizielle Neueröffnung erfolgte am 10. August.

Trotz ihres noch jungen Alters, hat die Athener Olympiahalle bereits einige bedeutende Großereignisse vorzuweisen die bereits vor den Olympischen Spielen in ihr ausgetragen wurden. So waren dies unter anderem die Basketball U21-Weltmeisterschaft 1995, die Basketball-Europameisterschaft 1995 sowie die Basketball-Weltmeisterschaft 1998.

Am 20. Mai 2006 wurde der Eurovision Song Contest in der Olympiahalle ausgetragen. 2007 war die Olympiahalle Gastgeber für das Final Four Turnier der ULEB Euroleague. Zur Zeit wird die Olympiahalle von den Basketballmannschaft von Panathinaikos Athen genutzt, welche dort ihre Heimspiele austrägt.

Im Velodrom (Olympic Velodrome) fanden die Wettkämpfe im Bahnradsport statt. Die Zuschauerkapazität beträgt 5.250, wurde jedoch während der Olympischen Spiele auf 3.000 beschränkt. Das Stadion besitzt eine auffällige Dachkonstruktion, die von Santiago Calatrava entworfen wurde. Die aus Afzeliaholz bestehende Radbahn ist 250 Meter lang und 7,5 Meter breit. Abschluss der Bauarbeiten war am 30. Mai 2004, die Eröffnung erfolgte am 30. Juli.

Das Tenniszentrum (Olympic Tennis Centre) ist eine Anlage bestehend aus 16 Tennisplätzen mit Hartbelag. Der Hauptplatz, Main Court genannt, besitzt eine Kapazität von 8.600 Zuschauern (während der Olympischen Spiele auf 6.000 beschränkt). Die zwei Halbfinalplätze bieten Platz für je 4.300 Zuschauer (während der Olympischen Spiele auf 3.200 beschränkt). Daneben gibt es 13 Nebenplätze für je 200 Zuschauer. Das Zentrum wurde im Februar 2004 fertiggestellt und am 2. August 2004 offiziell eröffnet.

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Straßenbahn Athen

Straßenbahn Athen

Die normalspurige Straßenbahn Athen wird von der Tram SA betrieben und ist eine Tochtergesellschaft der Attiko Metro, die in Athen die Metrolinien 2 und 3 betreibt. Im Juli 2004 wurde der reguläre Betrieb der Tram mit 3 Linien gestartet.

Ab 1882 existrierte in Athen eine Pferdebahn, die ab 1908 von der elektrischen Straßenbahn abgelöst wurde. Seine größte Ausdehnung erreichte das Straßenbahnnetz von Athen 1936 mit der Inbetriebnahme der Küstenstraßenbahn nach Perama. Nach dem II. Weltkrieg wurde das Netz etappenweise bis 1960 stillgelegt. Lediglich die Strecke nach Perama, die einen anderen Betreiber hatte (die Elektrobahngesellschaft ISAP) wurde noch bis 1977 betrieben.

Die Einrichtungen wurden von der Elektrobahn ISAP (heute Metro-Linie 1) übernommen, die auch einige Arbeitswagen auf ihrem Netz noch einsetzte. Das Personal wurde auch von dieser übernommen, sofern es nicht in Frührente ging. Einige historische Fahrzeuge wurden vom Museum der OSE übernommen, die zwei Wagen restaurierte (ein weiterer Wagen wurde der neu gegründeten Straßenbahn-Gesellschaft später wieder zurückgegeben und wird an einer Station ausgestellt).

Athen litt Ende der 1980er-Jahre unter einer akuten Verkehrsbelastung, die sich in häufigem Smog und später Fahrverboten äußerte. Es gab heftige Debatten, ob man die U-Bahn ausbauen (damals nur eine Linie) oder die Straßenbahn wieder einführen sollte. Am Ende wurde eine kombinierte Lösung mit zwei separaten Netzen realisiert, die unter einem Dach betrieben werden.

Das System weist ein T-förmiges Netz auf. Aktuell (2008) gibt es drei Linien, wobei jeweils eine Linie zwischen zwei der drei Endhaltestellen des Netzes pendelt. Nördliches Ende von zwei dieser Linien ist der zentrale Syntagma-Platz. Dort besteht eine Umsteigemöglichkeit zur U-Bahn. Weitere sind bei der Haltestelle Syngrou-Fix und SEF (Stadio Irinis kai Philias), letztere zur Metrostation Faliro. SEF ist auch der bisherige zweite Endpunkt des Tramnetzes im Südwesten. Die dritte Endhaltestelle liegt im Küstenvorort Voula, im Südosten des Ballungsraums Athen.

Tram SA plant, das Streckennetz bis 2010 nach Piräus zu erweitern (Phase 1). Zwei weitere Linien durch die Innenstadt von Piräus sollen bis 2013 folgen (Phase 2). Dadurch sollen der Hafen und die notrorisch überbelastete Innenstadt von Piräus erschlossen werden.

Es gibt weitere Projekte, die sich in der Planung und in der Prüfung befinden. So soll in Phase 3 sdas Streckennetz vom Hafen Piräus aus nach Norden zum Ortsteil Kaminia und nach Westen zur Nachbargemeinde Keratsini mit den Athener Industriehäfen erweitert werden. In Phase 4 soll von dort aus wieder die alte Küstenbahn nach Perama rollen.

Es werden Straßenbahnwagen der Firma AnsaldoBreda eingesetzt, die vom italienischen Designer Pininfarina gestaltet wurden. Das Depot befindet sich auf dem Gelände des früheren Flughafens Hellenikon. Ein historischer, ebenfalls aus italienischer Produktion stammender Strassenbahnwagen des ehemaligen Athener Strassenbahnbetriebes ist restauriert an einer Strassenbahnhaltestelle als Erinnerungsstück aufgestellt.

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Herzogtum Athen

Wappen der Herzöge aus dem Haus de la Roche

Das Herzogtum Athen war einer der Kreuzfahrerstaaten in Griechenland, die nach der Eroberung Konstantinopels während des Vierten Kreuzzugs gegründet wurden. In seinem Umfang entsprach das Herzogtum weitestgehend den heutigen Verwaltungsregionen Attika und Böotien, später auch bis nach Thessalien hinein.

Der erste Herr von Theben und Athen war Otto de la Roche, ein burgundischer Ritter und Teilnehmer des Vierten Kreuzzugs. Er erhielt diese Städte ab Ende 1204 als Lehen des Königreichs Thessaloniki. Als dieses aber 1224 von Theodoros I. Angelos, dem Despoten von Epirus, erobert wurde, erhob der Fürst von Achaia einen Oberherrschaftsanspruch auf Athen. Durch ein Schiedsurteil König Ludwigs IX. von Frankreich wurde die Herrschaft von Theben und Athen 1260 zu einem Herzogtum erhoben.

Das Herzogtum bestand aus der Halbinsel Attika, erstreckte sich bis nach Makedonien hinein, und hatte eine nicht festgelegte Grenze mit Thessaloniki und Epirus. Die Inseln der Ägäis gehörten nicht dazu, die venezianisches Gebiet waren. Die Gebäude der Akropolis in Athen und der Kadmeia in Theben dienten den Herzögen als Palast.

Die Familie de la Roche hatte den Herzogstitel bis 1308 inne, ihnen folgte Walter V. von Brienne, der die Katalanische Kompanie, eine Söldnertruppe unter Roger de Flor, unter Vertrag nahm, um gegen die byzantinischen Nachfolgestaaten Epirus und Nicäa zu kämpfen. Als Walter 1311 versuchte, die Kompanie wieder loszuwerden, siegten die Katalanen in der Schlacht am Kephissos über ihn und übernahmen die Herrschaft in Athen. Sie machten Katalanisch zu offiziellen Landessprache und ersetzten die aus Frankreich und Achaia übernommenen Gesetze durch katalanische Gesetze. Das Herzogtum wurde zu einer Sekundogenitur des aragonesischen Königshauses von Sizilien. Der Sohn Walters behielt lediglich Argos und Nauplia unter seine Kontrolle, wo er weiterhin als Herzog tituliert wurde.

1318/1319 eroberten die Katalanen Siderokastron und den Süden Thessaliens und schufen das Herzogtum Neopatria, das mit Athen vereint wurde. Teile Thessaliens gingen 1337 an die Serben verloren. 1379 eroberte die Navarresische Kompanie im Dienst des Lateinischen Prätendenten Jacques des Baux Theben und Teile Neopatrias. Die Herrschaft der Katalanen zerfiel jedoch nachdem Tod König Friedrichs III. von Sizilien 1377, da sie sich untereinander um die rechtmäßige Nachfolge, zwischen Maria von Sizilien und Peter IV. von Aragón, einigen konnten. 1388 wurde die katalanische Herrschaft durch den Florentiner Nerio I. Acciaiuoli beendet, der mit einer Soldbande Athen einnehmen konnte.

Unter der Familie Acciaiuoli konnten erstmals seit dem vierten Kreuzzug wieder Griechen am politischen Leben des Landes teilhaben. Auch wurde erstmals wieder ein orthodoxes Bistum, neben dem lateinischen, toleriert. Neopatria wurde 1394 von den Osmanen besetzt. Von 1395 bis 1402 beherrschten die Venezianer das Herzogtum, 1444 wurde es Konstantin Paläologos tributpflichtig, dem Despot von Morea und Erbe des byzantinischen Throns. 1456, drei Jahre nach dem Fall Konstantinopels durch die Türken, eroberte Sultan Mehmed II. die letzten Reste des Herzogtums.

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Source : Wikipedia