Aschermittwoch

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Geschrieben von daneel 25/02/2009 @ 12:25

Tags : aschermittwoch, karneval, traditionen, gesellschaft

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Aschermittwoch

gespendetes Aschenkreuz

Der Aschermittwoch (lat.: Dies Cinerum) stellt im Christentum der Westkirche den Beginn des 40-tägigen Fastens dar und soll an die 40 Tage erinnern, die Jesus fastend und betend in der Wüste verbrachte (Mt 4,2 EU). Die Fastenzeit umfasst 46 Kalendertage und dauert bis Karsamstag, die sechs fastenfreien Sonntage (1.–5. Fastensonntag und Palmsonntag) sind abzuziehen. Die Ostkirche kennt dagegen keinen Aschermittwoch, weil ihre Fastenzeit bereits am Sonntagabend der siebten Woche vor Ostern beginnt.

Da der Aschermittwoch in Deutschland kein Feiertag ist, müssen nach überwiegender Ansicht Arbeitgeber ihren Angestellten den Besuch eines Gottesdienstes ermöglichen und sie deshalb für diese Zeit von der Arbeit freistellen. Hierdurch soll den Gläubigen der Empfang dieser Sakramentalie ermöglicht werden, ohne dass dafür ein zusätzlicher freier Tag eingeführt werden müsste.

Die Bezeichnung Aschermittwoch kommt von dem Brauch, in der Heiligen Messe am Aschermittwoch die Asche vom Verbrennen der Palmzweige des Vorjahres zu segnen und die Gläubigen mit einem Kreuz aus dieser Asche zu bezeichnen.

In der Kirche Galliens wurden – in Anlehnung an die Vertreibung aus dem Paradies (Gen 3 EU) – Menschen, die sich einer schweren Sünde schuldig gemacht hatten, am Anfang der Bußzeit dramatisch gestaltet aus der Kirche vertrieben. Dafür zogen sie ein Bußgewand an und wurden mit Asche bestreut. Während dieser Brauch um das Ende des 10. Jahrhunderts verlorenging, setzte sich die allgemeine Aschenbestreuung durch, nachdem zunächst einzelne aus Solidarität mit den Büßern die Aschenbestreuung auf sich genommen hatten. Das erste Gebet zur Aschensegnung stammt aus dem 11. Jahrhundert, die Vorschrift, für die Gewinnung der Asche die Palmzweige des Vorjahres zu verwenden, stammt aus dem 12. Jahrhundert. Das Aschenkreuz wird meist durch Bezeichnung auf die Stirn gespendet, alternativ wird die Asche auch in Kreuzform oder einfach formlos auf den Kopf gestreut.

Mit diesem Ritual soll der Mensch an seine Vergänglichkeit erinnert und zur Umkehr aufgerufen werden. Der Priester oder Diakon spricht bei der Bezeichnung mit dem Aschenkreuz die Worte: „Gedenke Mensch, dass du Staub bist, und zum Staub zurückkehrst“ (Gen 3,19 EU) (bzw. lateinisch: „Memento homo, quia pulvis es, et in pulverem reverteris“) oder: „Kehrt um und glaubt an das Evangelium“ (Mk 1,15 EU). In der katholischen Kirche ist der Aschermittwoch ein strenger Fast- und Abstinenztag.

Der Aschermittwoch stellt zugleich auch das Ende der Karnevals-, Fastnachts- und Faschingszeit dar. In der Bibel wird der „fleischlich“ gesinnte dem geistlich gesinnten Menschen entgegengestellt (z. B. Röm 8,5 EU). Der auch symbolisch durch Fasten vollzogene Abschied vom Fleisch in der Fastenzeit soll helfen, sich auf das geistliche Leben und somit auf Gott zu besinnen.

Das Datum des Aschermittwoches wird, wie bei vielen Festen des Kirchenjahres, nach der Osterformel des beweglichen Osterfestes berechnet. Der frühestmögliche Termin ist der 4. Februar, der spätestmögliche ist der 10. März.

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Aschermittwoch der Künstler

Der Aschermittwoch der Künstler ist eine von dem katholischen Schriftsteller und Diplomaten Paul Claudel nach dem Zweiten Weltkrieg in Paris begründete Veranstaltung der Begegnung von Kirche und Kunst, die jährlich am Aschermittwoch in über 100 Städten stattfindet.

Dem ersten Künstleraschermittwoch Claudels war zu diesem Termin schon früher ein Treffen französischer Künstler zu einer religiösen Besinnung vorangegangen, welches im Jahre 1914 von dem französischen Karikaturisten und Theatermaler Adolphe Willette, einem Freund von Henri de Toulouse-Lautrec, einberufen wurde. Nach dem Tode Willettes 1926 wurde noch im gleichen Jahr in der Pariser Künstlerkirche St. Germain-l’Auxerrois eine Messe für alle verstorbenen Künstler gefeiert.

Kardinal Josef Frings griff die Idee seit 1950 in Köln auf. Kurz danach wurde der Aschermittwoch erstmals in München gefeiert, zu dem alle Künstlerinnen und Künstler der Erzdiözese München und Freising eingeladen werden. Weltweit findet der Aschermittwoch der Künstler heute in über 100 Städten statt.

In einer zuweilen auch ökumenisch gefeierten Liturgie beginnen die Künstler mit ihren Bischöfen und Künstlerseelsorgern die 40-tägige Fastenzeit und lassen sich ein Aschenkreuz auf die Stirn zeichnen. Anschließend findet zumeist eine künstlerische Akademie statt. Mancherorts wird aus diesem Anlass auch für notleidende Künstler gesammelt.

In München wird der jährliche Gottesdienst vom Bayerischen Fernsehen übertragen, dem Gottesdienst steht der dortige Erzbischof vor. Das Buch Die Ungleichen Brüder, erschienen in München im Jahr 2005, dokumentiert den Aschermittwoch der Künstler während der vorangegangenen 20 Jahre.

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Aschermittwoch der Kabarettisten

Der Aschermittwoch der Kabarettisten ist eine Publikumsveranstaltung von bayerischen Kabarettisten sowie Künstlern aus anderen Bundesländern. Die Unterhaltungsveranstaltung lehnt sich dabei an den am selben Tag stattfindenden politischen Aschermittwoch der Parteien an. Deshalb werden auch tagesaktuelle Themen der Politiker aufgegriffen und satirisch kommentiert. Als tagesaktuelle Autoren betätigen sich neben den als Gäste auftretenden Kabarettisten auch Christian Springer, Michael Heinemann und Robert Urban. Der Ablauf des Abends ist angelehnt an traditionelles Nummernkabarett, allerdings mit sehr aktuellen Beiträgen und Orchestereinlagen. Es werden keine offiziellen Gäste geladen.

Zum ersten Male fand die Veranstaltung 2006 in der Philharmonie am Gasteig in München statt, seit 2007 wird die Veranstaltung vom Bayerischen Fernsehen übertragen. Durch den Abend führt der bayerische Kabarettist Christian Springer, der seine Volksfigur Fonsi (von Alfons), einen kleinbürgerlichen Grantler mit sympathischen Zügen, philosophieren lässt. Den musikalischen Teil hat seit 2007 das Pasadena Roof Orchestra aus London inne.

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Politischer Aschermittwoch

Politischer Aschermittwoch der CDU Baden-Württemberg 2008 in der Alten Kelter in Fellbach

Der Politische Aschermittwoch bezeichnet traditionell am Aschermittwoch stattfindende lokale oder regionale Versammlungen der großen deutschen Parteien, bei denen es meist zu einem derben rhetorischen Schlagabtausch kommt. Seinem Ursprung nach ist er eine bayerische Institution, man findet ihn heute aber auch in anderen Bundesländern. Im engeren Sinne versteht man unter dem Begriff die bayerischen Landestreffen von CSU, SPD, FW, FDP, Grünen, ÖDP, Die Linke und Bayernpartei. Nach weitgehend einhelliger Meinung ist das Ziel der in Bierzelt-Atmosphäre stattfindenden politischen Reden, die sich durch farbige Wortwahl und heftige Attacken gegen den politischen Gegner auszeichnen, weniger, neuartige politische Konzepte zu präsentieren oder detaillierte Sachkritik vorzubringen, sondern vielmehr, die eigenen Reihen zu schließen, Parteianhänger zu motivieren und den politischen Gegner zu verunsichern.

Die Wurzeln des politischen Aschermittwochs liegen im 16. Jahrhundert: 1580 trafen sich bayrische Bauern erstmals in Vilshofen an der Donau zum Vieh- und Rossmarkt und feilschten dabei nicht nur über die Preise, sondern diskutierten auch heftig die Themen des Tages, darunter seit dem 19. Jahrhundert auch die königlich-bayerische Politik. Das Jahr 1919, als der Bayerische Bauernbund erstmals zu einer Kundgebung aufrief, gilt aber als eigentliches Geburtsjahr. Von 1919 bis zu Beginn der NS-Diktatur war der Politische Aschermittwoch vor allem das Forum verschiedener Bauernparteien. Dann war der Aschermittwoch ausschließlich das Forum der NSDAP. Erst 1946, als die Bayernpartei die Gründungsveranstaltung des Ortsvereins auf den Aschermittwoch legte, war die Aschermittwochskundgebung wieder "in demokratischer Hand". Bis 1952 war die Bayernpartei die einzige Partei, die einen Politischen Aschermittwoch abhielt.

Als die CSU schließlich 1953 unter der Führung von Franz Josef Strauß ihren ersten politischen Aschermittwoch durchführte, wurde der politische Aschermittwoch endgültig zu einer bundesweit bekannten Institution; die alljährlichen Aschermittwochskundgebungen waren daraufhin vor allem durch die Auseinandersetzung zwischen Bayernpartei und CSU bestimmt. Der Niedergang der Bayernpartei und der Erfolg der CSU zeigte allmählich seine Wirkungen. Während die Kundgebungen der Bayernpartei immer mehr an Attraktivität verloren, gewann die CSU immer mehr an Publikumsgunst. Schließlich war 1975 der Wolferstetterkeller in Vilshofen nicht mehr geeignet, die Zuhörermassen zu fassen und die CSU musste in diesem Jahr nach Passau in die Nibelungenhalle ausweichen. Inzwischen findet das traditionelle Aschermittwochstreffen der CSU in der Dreiländerhalle in Passau statt (die Nibelungenhalle war inzwischen abgerissen worden). Das Treffen der SPD findet nun am traditionellen Ort, im Wolferstetterkeller in Vilshofen statt. Der politische Aschermittwoch der FW fand bis 2008 im Plattlinger Bischofshof statt. Seit 2009 veranstalten die FW die Veranstaltung in den Deggendorfer Stadthallen und sind nun stromaufwärts der Donau beheimatet. Daneben finden kleinere Treffen der Grünen, der FDP und der Linken in Passau statt. Die Bayernpartei veranstaltet ihr Aschermittwochstreffen in Vilshofen. Die Republikaner treffen sich in den „Brauhausstuben“ in Geisenhausen.

FDP, Freie Wähler, Grüne und Linkspartei veranstalten allerdings wie andere Landesverbände der SPD und der CDU daneben weitere Aschermittwochstreffen an unterschiedlichen Standorten außerhalb Bayerns. So findet die wichtigste Aschermittwochsversammlung der Grünen im baden-württembergischen Biberach an der Riß statt. Der Politische Aschermittwoch der CDU in Volkmarsen gilt mittlerweile als die größte derartige Veranstaltung nach Passau. Ministerpräsident Roland Koch (2001 und 2003), der Wirtschaftspolitiker Friedrich Merz (2002), die CDU-Vorsitzende Angela Merkel (2004), Saar-Ministerpräsident Peter Müller (2005) und Ministerpräsident Christian Wulff (2006) sind einige der prominenten Redner bei der mit weit mehr als 3000 Besuchern frequentierten Veranstaltung.

Kennzeichnend für die historische Entwicklung des Politischen Aschermittwochs ist eine allmähliche "Universialisierung": Er löste sich zunächst von seiner rein bäuerlichen Tradition und entwickelte sich zu einem parteipolitischen Forum. Mehr und mehr beteiligten sich alle deutschen Parteien am Politischen Aschermittwoch. Er löste sich auch von der engen territorialen Bindung: War zunächst Vilshofen der gewohnte Austragungsort, wanderte die CSU nach Passau ab und löste langfristig damit eine territoriale Ausweitung des Aschermittwochs aus: Er ist bis nach Schleswig-Holstein vorgedrungen. Die Universalisierung bezieht sich auch auf die politischen Themen und das erreichte Publikum. Zum einen wird ein größeres Publikum vor Ort erreicht und andererseits ist das Medieninteresse an den verschiedenen Veranstaltungen enorm gewachsen. Damit wird auch ein großes "mediales Publikum" erreicht. Dieses Medieninteresse hat auch eine neue Funktion des Politischen Aschermittwochs kreiert: Der Aschermittwoch hat sich zum "alternativen Politikforum" entwickelt. Zahlreiche Demonstrationen und politische Happenings begleiten die Aschermittwochskundgebungen der großen Parteien.

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Source : Wikipedia