Ari Folman

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Geschrieben von c3po 25/04/2009 @ 06:08

Tags : ari folman, regisseure, kultur

Neueste Nachrichten
Die Suche nach Schuld - Tagesspiegel
Autor und Regisseur Ari Folman erzählt von seiner filmischen Spurensuche in der eigenen verdrängten Vergangenheit, die über zwanzig Jahre später von den Albträumen eines Freundes ausgelöst wird. Zwar weiß er, dass er als 18-jähriger Soldat an dem Krieg...
Waltz with Bashir auf DVD - Aviva-Berlin
Der Regisseur Ari Folman kann sich nicht erinnern, wie er den Libanon-Krieg 1982 durchlebt hat. Er war als Soldat der israelischen Armee in Beirut stationiert, nicht weit entfernt von dem Massaker von Sabra und Shatila. Auch das hat er vergessen....
Giftgrünes Gruselkabinett - Spiegel Online
Von Hannah Petersohn Massaker und Schuldgefühle, inszeniert mit Stift und Farbe: Der Regisseur Ari Folman demonstrierte mit dem animierten Film "Waltz with Bashir" die Wucht gezeichneter Bilder. Jetzt erscheint das Buch zum Film - und lässt Betrachter...
DVD-Verlosung Waltz with Bashir - critic.de
Der israelische Regisseur Ari Folman (re-)animiert in Waltz with Bashir seine traumatischen Fronterlebnisse im Libanon zu einem aufwühlenden Antikriegstrickfilm. Wir verlosen drei DVDs des Films. Folmans autobiografischer Animationsfilm konzentriert...
Warum immer mehr Verlage auf Comics setzen - WELT ONLINE
Im Comic "Waltz with Bashir" flieht Ari Folman vor einem Massaker, bei dem christliche Milizionäre palästinensische Flüchtlinge töteten, in Traumwelten. Deutschland ist kein Comicland. Bis heute haftet dem Medium Bildgeschichte hierzulande der Geruch...
Die anrührende Kriegsgeschichte aus dem Libanon als Comic - „Waltz ... - Weltexpress
Es ist der immer wieder nächtlich auftauchende Alptraum, in dem Boaz 26 Hunde hetzen und töten wollen, dem er nicht mehr des Tags standhalten kann und für dessen Entschlüsselung er sich auf die Reise macht und alles erst mal seinem Freund Ari,...
Neu auf DVD - Film Dienst
Radikal und experimentierfreudig gibt sich auch der israelische Regisseur Ari Folman. Er wagt, eine Dokumentation als eine Art Zeichentrickfilm zu verfremden, und arbeitet mit den hier thematisierten Massakern in den Palästinenserlagern Sabra und...
Das 15. Jewish Film Festival ist eröffnet - moviepilot
Die Dokumentation Harlan – Im Schatten von Jud Süss sowie Waltz with Bashir, der animierte Dokumentation des israelischen Regisseurs Ari Folman über seine Erinnerungen an den Einsatz als Soldat in Beirut 1982 werden gezeigt. Bis zum 14....
Uptown Magazine - Winnipeg's Online Source for Arts, Entertainment ... - Uptown
Inspired by an army friend's account of being hunted down by a slobbering pack of dogs during the conflict in Tel Aviv, director Ari Folman boldly invigorates the docudrama by combining 2D, 3D and flash animation to bring to life what are, in essence,...
Şatila'dan Gazze'ye Beşir'le Vals - Sinemada
Film 1982 Sabra-Şatila katliamında israil ordusunda er olarak görev yapan yönetmen Ari Folman'ın kendisiyle hesaplaşmasını anlatıyor. Folman'ın iç dünyasındaki hasarı, animasyon tekniğinin gerçek üstü yaratımından da yararlanarak kurgulayan film...

Ari Folman

Ari Folman im Juli 2008 auf dem Filmfestival Karlovy Vary

Ari Folman (hebräisch ‏ארי פולמן‎‎; * 1962 in Haifa) ist ein israelischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent polnisch-jüdischer Abstammung.

Ari Folman absolvierte Anfang der 1980er Jahre seinen Militärdienst in der israelischen Armee und bereiste danach als Rucksacktourist mehrere Monate lang Asien. Der Auslandsaufenthalt inspirierte ihn dazu, nach seiner Rückkehr in Israel Filmwissenschaft zu studieren. Erfolg als Regisseur war Folman bereits mit seinem Abschlussfilm an der Filmhochschule, Comfortably Numb (1991), beschieden. Im Mittelpunkt des Dokumentarfilms, den er gemeinsam mit Ori Sivan realisierte, standen die irakischen Raketenangriffe auf Tel Aviv während des zweiten Golfkriegs 1991. Der Film gewann 1991 einen Preis auf dem Jerusalem Film Festival und im selben Jahr auch den Israelischen Filmpreis in der Kategorie Bester Dokumentarfilm.

Zwischen 1991 und 1996 widmete sich Folman in verschiedenen Fernsehdokumentationen dem Nahostkonflikt, ehe er, erneut mit Ori Sivan, seinen ersten Spielfilm Saint Clara (1996) inszenierte. Für die Verfilmung eines Romans des Tschechen Pavel Kohut zeichneten beide auch für das Drehbuch verantwortlich. In der Titelrolle ist Lucy Dubnichek als 13-jähriges russisches Immigrantenkind zu sehen, das mit seinen übernatürlichen Kräften in der neuen Schule in Israel den Mitschülern zum sicheren Bestehen einer Mathematik-Prüfung verhilft. Clara gewinnt die Liebe des gleichaltrigen Mitschülers Tikel (gespielt von Halil Elohev), der mit ihrer Hilfe versucht, eine Revolution anzuzetteln. Mit Saint Clara gelang es Folman und Sivan an ihren Erstlingserfolg anzuknüpfen, die für ihren sympathischen und humorvollen Blick auf die Kinder, ohne jede Sentimentalität, internationales Lob der Kritiker erhielten. 1996 war der Film mit sechs Auszeichnungen der große Gewinner bei der Verleihung des Israelischen Filmpreises. Neben den Preisen für Film und Hauptdarstellerin wurden auch Folman und Sivan für ihre Regie geehrt. Bei der Oscarverleihung 1997 stand Saint Clara in der Auswahlliste für den besten fremdsprachigen Film, konnte sich aber nicht unter den fünf Nominierten platzieren.

Nach weiteren Arbeiten an Dokumentarfilmen folgte 2001 mit Made in Israel Folmans zweiter Spielfilm, ohne die Beteiligung Ori Sivans. In der Low-Budged-Produktion steht die Auslieferung eines 82-jährigen Nazi-Verbrechers von Syrien an Israel im Mittelpunkt, der von zwei sich gegenseitig bekämpfenden Kidnapper-Kommandos verfolgt wird. Erneut zeigte sich die israelische Filmakademie für Folmans Arbeit, in der Menashe Noy, Jenya Dodina und Sasson Gabai die Hauptrollen spielen, empfänglich, gab aber Dover Koshashvilis romantischer Komödie Late Marriage den Vorzug. In Deutschland kritisierte der film-dienst vor allem das „klischeeüberladenen Drehbuch“ und die „in hektische Betriebsamkeit verfallene Inszenierung“, mit der Folman versuche, „das verkrampfte Verhältnis der jungen israelischen Generation zur Nazi-Zeit satirisch auf die Schippe zu nehmen“.

Neben der Arbeit als Regisseur für Dokumentar- und Spielfilme war Folman gemeinsam mit Ori Sivan auch für die preisgekrönte israelische Fernsehserie BeTipul (2005) verantwortlich, in der ein erfolgreicher Psychotherapeut (gespielt von Assi Dayan) sein Leben hinterfragt und selbst seinen früheren Therapeuten aufsucht. Der US-amerikanische Fernsehsender HBO bediente sich dieses Formats, der 2008 die Serie In Treatment mit Gabriel Byrne als Titelhelden konzipierte, bei der auf die Ideen Folmans zurückgegriffen wurde.

Ebenfalls im Jahr 2008 legte Folman mit Waltz with Bashir seinen dritten Spielfilm vor, der eine Einladung zum Wettbewerb der 61. Filmfestspiele von Cannes erhielt. In dem semi-autobiographischen Werk, einem Animationsfilm, reflektiert Folman seine eigenen Erlebnisse als israelischer Soldat im Libanon zu Anfang der 1980er Jahre, sowie die Geschehnisse des Massakers von Sabra und Schatila (1982). Waltz with Bashir, von dem Folman selbst als „Dokumentarfilm im Zeichentrickgewand“ spricht, erfuhr bei seiner Premiere auf den Filmfestspielen von Cannes großes Lob seitens der Kritiker. Der Trickfilm wurde als Mitfavorit auf die Goldene Palme, den Hauptpreis des Filmfestivals gehandelt, blieb aber unprämiert. Monate später wurde Waltz with Bashir als offizieller israelischer Beitrag für die Nominierung um den besten nichtenglischsprachigen Film bei der Oscarverleihung 2009 ausgewählt mit dem Golden Globe Award als Bester fremdsprachiger Film und dem Israelischen Filmpreis in den Kategorien Bester Film, Regie und Drehbuch prämiert. Vor der Arbeit an Waltz with Bashir hatte sich der Regisseur mit fünfminütigen Trickfilmsequenzen in der Fernsehserie The Material that Love is Made Of auseinandergesetzt.

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Internationale Filmfestspiele von Cannes 2008

Im Wettbewerb um die Goldene Palme vertreten: der deutsche Regisseur Wim Wenders (Palermo Shooting)

Die 61. Internationalen Filmfestspiele von Cannes fanden vom 14. bis 25. Mai 2008 statt. Das Filmfestival wurde mit Fernando Meirelles Drama Die Stadt der Blinden eröffnet und endete mit Barry Levinsons Tragikomödie What Just Happened?, die außerhalb des Wettbewerbs gezeigt wurde. Mit dem Hauptpreis, der Goldenen Palme, wurde der französische Beitrag Entre les murs von Laurent Cantet ausgezeichnet.

Als Nachfolger des letztjährigen Jurypräsidenten Stephen Frears wurde am 3. Januar 2008 der US-Amerikaner Sean Penn präsentiert. Der US-regierungskritische Schauspieler und Regisseur steht laut dem künstlerischen Leiter des Filmfestivals, Thierry Frémaux, für das "unabhängige amerikanische Kino", sowie eine "Vision von Amerika, die wir mögen" Penn selbst freute sich über die Aufgabe als Jurychef, wie er in der offiziellen Presseerklärung preisgab und schlug selbst die Präsentation von Alison Thompsons Dokumentarfilm The Third Wave vor, der über die Tsunami-Katastrophe 2004 berichtet. In den vergangenen Jahren hätte sich nach seiner Meinung eine neue Generation an jungen Filmemachern etabliert und es sei eine Zunahme an provokativen und phantasievollen Filmen zu beobachten. Das Filmfestival von Cannes sei laut Penn immer das „Epizentrum dieser Entdeckungen“ gewesen. Penn hatte zuletzt mit seiner Regiearbeit Into the Wild (2007) auf sich aufmerksam gemacht.

Die ursprünglich aus sieben Mitgliedern bestehende Jury wurde am 30. April 2008 um Balibar und Satrapi ergänzt, nachdem der internationale Wettbewerb nachträglich um weitere Filme erweitert worden war. Satrapi war mit ihrer eigenen Comic-Verfilmung Persepolis im letztjährigen Wettbewerb vertreten und hatte den Preis der Jury erhalten.

Die übrigen Jurymitglieder wie auch das offizielle Programm wurden am 23. Mai 2008 auf einer Pressekonferenz in Paris vorgestellt. Bereits im Vorfeld als sicher galt die Teilnahme des Regisseurs Clint Eastwood, der mit seinem Mystery-Thriller Der fremde Sohn zum fünften Mal im Wettbewerb um die Goldene Palme vertreten war. Weiterhin im Wettbewerb erwartet wurden noch vor der offiziellen Bekanntgabe die neuen Filme 24 City und My Magic der asiatischen Regisseure Jia Zhang-Ke (Sieger des Goldenen Löwen 2006) beziehungsweise Eric Khoo.

Nachdem in den vergangenen Jahren die Kritik aufkam, dass amerikanische Produktionen das Filmfestival dominiert hätten, kamen in diesem Jahr traditionell die meisten Filmproduktionen aus Europa (8 Filme), gefolgt von Lateinamerika und den Vereinigten Staaten (je 4) und Asien (3). Das Teilnehmerfeld wurde durch Beiträge aus Israel, Kanada und der Türkei ergänzt. Zehn der Regisseure waren zum ersten Mal im Wettbewerb um die Goldene Palme vertreten, darunter auch der renommierte Drehbuchautor Charlie Kaufman. Der US-Amerikaner feiert mit Synecdoche, New York sein Regiedebüt, in dem Philip Seymour Hoffman als Theaterregisseur zu sehen sein wird. Drei der im Wettbewerb vertretenen Filmemacher waren in der Vergangenheit bereits mit dem Hauptpreis in Cannes gewürdigt worden: der Deutsche Wim Wenders (1984 für Paris, Texas), der US-Amerikaner Steven Soderbergh (1989 für Sex, Lügen und Video) und das belgische Brüderpaar Luc und Jean-Pierre Dardenne (1999 für Rosetta; 2005 für Das Kind). Ein historischer Sieg wäre die Prämierung des Dramas Le Silence de Lorna der Gebrüder Dardenne gewesen, in dem die noch relativ unbekannte Schauspielerin Arta Dobroshi die Titelrolle übernimmt. Bisher konnte noch kein Regisseur dreimal in Cannes triumphieren.

Wim Wenders war zum neunten Mal im Wettbewerb um die Goldene Palme vertreten, so oft wie kein anderer deutscher Regisseur (1976 debütierte er in Cannes mit dem Drama Im Lauf der Zeit). In seinem neuen Film Palermo Shooting, den er nach Jahren wieder in Europa produzierte, spielt Campino, Frontmann der deutschen Rockband Die Toten Hosen, einen erfolgreichen Fotografen, der in eine Lebenskrise gerät. Diese führt ihn von Düsseldorf bis nach Palermo, wo er von einem mysteriösen Schützen verfolgt wird.

Als einer der Mitfavoriten galt Steven Soderberghs vierstündige Filmbiografie Che, die aus den beiden Teilen The Argentine und Guerrilla besteht. Beide Filme, die noch rechtzeitig vom Regisseur fertiggestellt werden konnten, porträtieren unterschiedliche Episoden aus dem Leben des kubanischen Revolutionärs Ernesto „Che“ Guevara (gespielt von Benicio Del Toro). The Argentine spielt im Jahr 1956 und widmet sich den Kampf Che Guevaras und Fidel Castros gegen die Diktatur Fulgencio Batistas. Guerrilla ist acht Jahre später in New York angesiedelt, wo Che Guevara plant, vor den Vereinten Nationen eine Rede zu halten. In der Präsenz der Soderbergh-Filme, der aus Argentinien stammenden Beiträge La mujer sin cabeza von Lucrecia Martel (Mitglied der Hauptjury 2006) und Leonera von Pablo Trapero, sowie Linha de Passe des Brasilianers Walter Salles sah Charlotte Higgins von der britischen Zeitung The Guardian ein Festival das sich 2008 vor allem lateinamerikanischen Themen zuwendet. Nachträglich erhielt auch der Brasilianer Fernando Meirelles für Die Stadt der Blinden eine Einladung zum Wettbewerb. Das Drama in dem Julianne Moore und Mark Ruffalo die Hauptrollen spielen, ist eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von José Saramago. Ein britischer Film war dagegen zum zweiten Mal in Folge nicht im Wettbewerb vertreten.

Mit drei Filmproduktionen im Wettbewerb vertreten war Frankreich, dessen letzter Sieg auf das Jahr 1987 zurückging. Neben Philippe Garrels La frontière de l'aube und Entre les murs von Laurent Cantet, der schließlich den Wettbewerb gewann, durfte sich unter anderem Arnaud Desplechin auf den Hauptpreis Hoffnungen machen. In seinem tragikomischen Familienfilm Un conte de Noël konnte der Franzose auf so bekannte Namen wie Catherine Deneuve, ihre Tochter Chiara Mastroianni, Mathieu Amalric und Emmanuelle Devos zurückgreifen. Auf zwei Wettbewerbsbeiträge kam Italien, das mit Matteo Garrones Gomorra und Paolo Sorrentinos Il Divo vertreten war. Garrone verfilmte Roberto Savianos gleichnamigen Bestseller, der sich dem neapolitanischen Verbrechersyndikat Camorra widmet. Sorrentino nahm sich dem Leben Giulio Andreottis an. Dem siebenmaligen Ministerpräsidenten Italiens werden ebenfalls Verbindungen zur Mafia nachgesagt. In beiden Produktionen spielt der italienische Darsteller Toni Servillo die Hauptrolle.

Nach Persepolis war dieses Jahr wieder ein Animationsfilm im Wettbewerb vertreten. Der israelische Regisseur Ari Folman setzt sich mit Waltz with Bashir mit dem Massaker von Sabra und Schatila aus dem Jahr 1982 auseinander. Folman selbst spricht von seinem semi-autobiographischen Werk als „Dokumentarfilm im Zeichentrickgewand“.

Eine Übersicht über die 22 Spielfilmproduktionen, die im internationalen Wettbewerb um die Goldene Palme vertreten waren. Diese wurden aus 1.792 eingesendeten Vorschlägen aus 96 Ländern ausgewählt. Die Wettbewerbsbeiträge Blindness, Entre les murs und Two Lovers wurden am 30. April 2008 nachnominiert, nachdem ursprünglich nur ein französischer Beitrag von den Organisatoren nachgereicht werden sollte.

In der Reihe Un Certain Regard werden vornehmlich Werke von wenig bekannten Filmemachern gezeigt, die mit einem 30.000 Euro dotierten Preis ausgezeichnet werden. In diesem Jahr war der deutsche Beitrag Wolke Neun von Andreas Dresen mitvertreten, in dem eine verheiratete Mittsechzigerin (gespielt von Ursula Werner) sich der sexuellen Liebe zu einem 76-jährigen Mann (Horst Westphal) hingibt. Der amerikanische Regisseur James Toback widmete sich in seinem Dokumentarfilm Tyson der Karriere des Boxsportlers Mike Tyson. Als Präsident der Jury fungierte der deutsche Regisseur Fatih Akın.

Außerhalb des Wettbewerbs feierten unter anderem Steven Spielbergs Abenteuerfilm Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels, Woody Allens romantische Komödie Vicky Cristina Barcelona und der Animationsfilm Kung Fu Panda ihre Weltpremieren. Spielbergs Film schließt an die erfolgreiche Indiana-Jones-Trilogie der 1980er Jahre an, in dem erneut Harrison Ford in die Rolle des Titelhelden schlüpfen wird. Spielberg selbst hatte zuletzt in den 1980er Jahren das Festival besucht, wo E. T. – Der Außerirdische (1982) und die Die Farbe Lila (1985) ihre Welturaufführung gefeiert hatten. Woody Allen erzählt in seinem in Barcelona gedrehten Film die Geschichte vom einem Maler (gespielt von Javier Bardem) der mit zwei amerikanischen Touristinnen eine Affäre beginnt. Eine der weiblichen Hauptrollen übernimmt neben Penélope Cruz und Rebecca Hall auch die amerikanische Schauspielerin Scarlett Johansson, die Woody Allen bereits in seinen vorangegangenen Filmen Match Point (2005) und Scoop – Der Knüller (2006) eingesetzt hatte. Der Animationsfilm Kung Fu Panda wiederum stellt einen Großen Pandabären in den Mittelpunkt, der davon träumt ein berühmter Kung-Fu-Kämpfer zu werden. Für die Originalstimmen der Produktion aus dem Hause DreamWorks Animation (Shrek – Der tollkühne Held, Madagascar) konnten unter anderem so bekannte Schauspieler wie Jack Black, Jackie Chan, Dustin Hoffman oder Lucy Liu gewonnen werden.

Im Rahmen des Cannes Classics line-up wurde bei den diesjährigen Filmfestspielen eine Auswahl der Filme gezeigt, die im Wettbewerb der 21. Auflage des Festivals im Jahr 1968 nicht ihre Premiere feiern konnten. In diesem Jahr waren die Filmfestspiele aufgrund der Pariser Mai-Unruhen vorzeitig abgebrochen worden. Gezeigt wurden unter anderem die Dramen Peppermint Frappé und Ich liebe dich, ich liebe dich von Carlos Saura beziehungsweise Louis Malle, sowie Alexander Sarchis Tolstoi-Verfilmung Anna Karenina mit Tatjana Samoilowa als Titelheldin. Eröffnet wurde die Reihe mit einer restaurierten Fassung von Max Ophüls' Lola Montez (1955), die unter Mitwirkung der Cinémathèque Française realisiert wurde.

Der US-amerikanische Filmemacher Quentin Tarantino, 1994 Gewinner der Goldenen Palme für Pulp Fiction hielt während der Filmfestspiele eine „Cinema Master Class“ ab, in der er auf seine Arbeit als Filmemacher und Drehbuchautor einging. Damit folgte er seinen Regiekollegen Martin Scorsese, Stephen Frears, Wong Kar-wai, Nanni Moretti und Sydney Pollack, die bei den Filmfestspielen in den letzten Jahren Einblick in ihre Arbeit gegeben hatten.

Am 19. Mai 2008 fand zum sechsten Mal der Europatag der Internationalen Filmfestspiele von Cannes statt. Wie schon in den Vorjahren fanden sich die Kulturminister der EU-Mitgliedsstaaten sowie Eu-Kommissionspräsident José Manuel Barroso in Cannes ein, um über die Förderung des europäischen Films zu diskutieren. Schirmherr der Veranstaltung war der rumänische Regisseur Cristian Mungiu, dessen Film 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage im Vorjahr die Goldene Palme gewonnen hatte.

Am Abend des Europatages wurde der 99jährige portugiesische Regisseur Manoel de Oliveira mit einer Goldenen Palme für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Für die 2005 ins Leben gerufene Reihe Cinéfondation, wurden siebzehn Kurzfilmarbeiten aus fünfzehn verschiedenen Ländern ausgewählt, darunter sowohl Animations- als auch Realfilme. Als deutscher Beitrag ging das Kurzfilmdebüt Gestern in Eden des Deutschen Jan Speckenbach ins Rennen. Das Programm hilft jungen Filmstudenten bei der Förderung und Fertigstellung ihrer Projekte. Als Präsident der Jury fungierte der taiwanische Filmemacher Hou Hsiao-Hsien. Die Jury wurde von der dänischen Regisseurin Susanne Bier, der französischen Schauspielerin Marina Hands, dem französischen Regisseur Olivier Assayas und Larry Kardish, Kurator für Film und Kino im Museum of Modern Art, komplettiert.

Die Goldene Palme für den besten Kurzfilm wurde ebenfalls von der Cinéfondation-Jury vergeben. Im Wettbewerb war unter anderem das Regiedebüt der preisgekrönten französischen Schauspielerin Mélanie Laurent vertreten.

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Oscarverleihung 2009

Der rote Teppich am Abend der Oscarverleihung 2009

Die Oscarverleihung 2009 fand am 22. Februar 2009 im Kodak Theatre in Los Angeles statt. Es war die 81. Verleihung des Academy Award seit der ersten Verleihung 1929. Im Jahr der Oscarverleihung werden immer Filme des Vorjahres ausgezeichnet, in diesem Fall die Filme des Jahres 2008. Wie die Academy Ende Dezember 2008 bekannt gab, qualifizierten sich 281 Filme für eine Nominierung in der Kategorie Bester Film.

Am 12. Dezember 2008 wurde von Seiten der Academy der australische Schauspieler Hugh Jackman zum Gastgeber der Oscargala ernannt, der am 22. Februar 2009 durch den Abend führte und eine Musicalnummer live aufführte. Die Verleihungszeremonie wurde von Laurence Mark und Bill Condon produziert; Michael Giacchino war in diesem Jahr als musikalischer Leiter tätig.

Vom 26. Dezember 2008 bis 12. Januar 2009 konnten die Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts and Sciences nach Sparten (Kameramänner für Kameramänner, Regisseure für Regisseure) ihre Nominierungen mitteilen. Diese wurden am 22. Januar 2009 bekannt gegeben. Insgesamt wurden 27 verschiedene Filme nominiert. Die Sieger, die von den Mitgliedern der Academy bestimmt werden, wurden bei der feierlichen Gala am 22. Februar 2009 verkündet.

Die Nominierungen wurden am 22. Januar 2009 durch Sid Ganis, Präsident der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, und den Oscar-prämierten US-amerikanischen Schauspieler Forest Whitaker in Beverly Hills bekannt gegeben. Bei der Verleihung setzte sich erwartungsgemäß als erfolgreichster Film des Jahres Danny Boyles Slumdog Millionär durch. Das Drama, von Kritikern als indische Variante von Oliver Twist hochgelobt, stellt einen jungen Inder (gespielt von Dev Patel) aus den Armenvierteln von Mumbai in den Mittelpunkt. Dieser erhält die Chance, als Kandidat in der indischen Version von Who Wants to Be a Millionaire? aufzutreten. Der Film gewann acht von zehn möglichen Preisen, neben der Kategorie Bester Film auch unter anderem die Auszeichnungen für die beste Regie, Kamera und das Drehbuch. Die als Mitfavorit gehandelte Literaturverfilmung Der seltsame Fall des Benjamin Button von David Fincher sicherte sich nur drei Preise in Nebenkategorien. Das Drama über einen Mann der rückwärts altert basiert auf der gleichnamigen Erzählung von F. Scott Fitzgerald und hatte im Vorfeld mit dreizehn Nennungen das Favoritenfeld vor Slumdog Millionär angeführt. Ebenfalls nominiert als bester Film des Jahres waren die beiden Politiker-Dramen Milk (8 Nominierungen, 2 Preise) und Frost/Nixon (5 Nominierungen, kein Preis) der US-amerikanischen Regisseure Ron Howard und Gus Van Sant, sowie Stephen Daldrys Literaturverfilmung Der Vorleser (5 Nominierungen, 1 Preis).

Christopher Nolans achtmal für eine Trophäe nominierte Batman-Verfilmung The Dark Knight hatte im Vorfeld fast nur in technischen Kategorien Berücksichtigung gefunden und gewann die Preise für den Besten Tonschnitt. Ebenfalls mit dem Oscar ausgezeichnet wurde der im Januar 2008 verstorbene Heath Ledger, welcher den zweiten postumen Preis nach der Verleihung 1977 an Peter Finch darstellt. Für seine Leistung als Joker war Ledger in der laufenden amerikanischen Filmpreissaison bereits mehrfach ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem Golden Globe. Den Preis nahm stellvertretend seine Familie entgegen. Als Beste Hauptdarstellerin setzte sich erwartungsgemäß die Britin Kate Winslet durch, die in der Vergangenheit fünfmal vergeblich um den Filmpreis konkurriert hatte. Für ihre Rolle der Hanna Schmitz in Der Vorleser konnte sie unter anderem die US-Amerikanerin Meryl Streep hinter sich lassen. Für ihr Porträt einer boshaften Nonne in Glaubensfrage hatte Streep ihre fünfzehnte Nominierung erhalten und ist damit die meistnominierte Darstellerin bei der Oscarverleihung. Als bester Hauptdarsteller gewann Sean Penn für seine Leistung als homosexueller Politiker und Bürgerrechtler Harvey Milk den Academy Award. Es war die zweite Auszeichnung für Penn nach dem gewonnenen Oscar 2004 für Mystic River. Er setzte sich unter anderem gegen den mitfavorisierten Golden-Globe-Preisträger Mickey Rourke (The Wrestler) durch. Als erste spanische Schauspielerin erhielt Penélope Cruz einen Oscar. Honoriert wurde ihre Nebenrolle in Woody Allens Komödie Vicky Cristina Barcelona.

Unter die fünf Kandidaten für den besten fremdsprachigen Film des Jahres gelangten Uli Edels Der Baader Meinhof Komplex aus Deutschland und Götz Spielmanns Revanche aus Österreich. Das RAF-Drama und der Kriminalfilm konkurrierten gemeinsam mit Laurent Cantets Goldene-Palme-Preisträger Die Klasse aus Frankreich und den dokumentarischen Animationsfilm Waltz with Bashir des Israeli Ari Folman um den Oscar, hatten aber gegenüber den japanischen Beitrag Okuribito (englischsprachiger Titel Departures) von Yōjirō Takita das Nachsehen. Japan konnte sich die Auszeichnung nach elf vergeblichen Nominierungen sichern. Dagegen gewann der Berliner Nachwuchsregisseur Jochen Alexander Freydank mit Spielzeugland den Preis in der Kategorie Bester Kurzfilm, in der auch der Schweizer Reto Caffi (Auf der Strecke) vertreten war. Der deutsche Regisseur Werner Herzog konkurrierte erfolglos mit seinem Antarktis-Dokumentarfilm Encounters at the End of The World in der Kategorie Bester Dokumentarfilm.

Im Vorfeld keine Nominierung erzielen konnte die preisgekrönte Darstellung der Britin Sally Hawkins (Happy-Go-Lucky), die mit dem Golden Globe als beste Komödiendarstellerin ausgezeichnet worden war. Auch Clint Eastwood blieb für seine Altersrolle eines verstimmten Kriegsveteranen in Gran Torino eine Oscar-Nominierung verwehrt. Ebenso konnte sich Bruce Springsteen mit seinem Golden-Globe-Gewinnersong zu The Wrestler nicht unter die drei nominierten Filmsongs platzieren. Auf nur drei Nominierungen in Nebenkategorien kam dagegen Sam Mendes' Drama Zeiten des Aufruhrs, für das Kate Winslet den Golden Globe als beste Dramadarstellerin erhalten hatte, blieb aber unprämiert. Winslet erhielt für ihre Rolle in Der Vorleser den Vorzug.

Der Komiker Jerry Lewis wurde für seine humanitären Verdienste mit dem Jean Hersholt Humanitarian Award ausgezeichnet, der ihm von Eddie Murphy überreicht wurde. Lewis setzt sich seit den 1950er Jahren für die Muscular Dystrophy Association, eine Organisation zur Bekämpfung der Muskeldystrophie, ein und fungiert seit 1966 als Gastgeber der jährlichen Telethons im US-amerikanischen Fernsehen.

Der vierfache Oscar-Preisträger Edwin Catmull wird mit dem Gordon E. Sawyer Award ausgezeichnet. Der Informatiker Catmull ist Mitbegründer von Pixar Animation Studios und führend in der Entwicklung von Computergrafiken in der Filmindustrie. Der Gordon E. Sawyer Award wurde bereits am 7. Februar 2009, zwei Wochen vor der eigentlichen Oscarverleihung, im Rahmen der Verleihung der Auszeichnungen für Wissenschaft und Technik verliehen.

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National Society of Film Critics

Die National Society of Film Critics (NSFC) ist eine US-amerikanische Filmkritikervereinigung, die im Jahr 1966 gegründet wurde. Sie verleiht alljährlich den National Society of Film Critics Award (NSFC Award), der gemeinsam mit dem Oscar, dem Golden Globe Award, dem Regiepreis der Directors Guild of America und den Auszeichnungen des New York Film Critics Circle und der Los Angeles Film Critics Association zu den bedeutendsten Filmpreisen in den Vereinigten Staaten zählt.

Die National Society of Film Critics entstand im Jahr 1966, nachdem einige Mitglieder des New York Film Critics Circles die Auswahl ihrer jährlichen Filmpreisträger als zu herkömmlich und ultrakonservativ beanstandeten und die Filmkritikervereinigung verließen. Sie besteht heute aus 63 Mitgliedern , die verschiedene Zeitungen und Publikationen aus den USA repräsentieren, vornehmlich aus Los Angeles und New York. Die NSFC ist seit 1999 Mitglied der Fédération Internationale de la Presse Cinématographique (FIPRESCI), der internationalen Vereinigung von Filmkritikern und Filmjournalisten, und gehört in Nordamerika zu den am höchsten respektierten professionellen Vereinen seiner Art.

Die Kritikervereinigung ist für ihren hochintellektuellen Geschmack an Filmen bekannt. Die Vergabe ihrer Preise alljährlich Anfang Januar, für die besten Filmproduktionen und Filmschaffenden des zurückliegenden Kalenderjahres, wird oft als unorthodox bezeichnet, wodurch sie nicht als wichtiger Wegweiser für die alljährliche Oscarverleihung gelten. Schon bei der ersten Verleihung der National Society of Film Critics Awards im Jahr 1966 kürte man als einzige US-amerikanische Filmkritikervereinigung Michelangelo Antonionis unkonventionellen Blow Up als beste Filmproduktion des Jahres 1966, während bei den Academy Awards, Golden Globes und den britischen BAFTA Awards Fred Zinnemanns klassisches Historiendrama Ein Mann zu jeder Jahreszeit triumphierte.

Der Auszeichnung von Blow Up folgten außergewöhnlich viele Siege ausländischer beziehungsweise fremdsprachiger Spielfilmproduktionen, darunter Werke von so renommierten Regisseuren wie Luis Buñuel (Der diskrete Charme der Bourgeoisie), Constantin Costa-Gavras (Z), Akira Kurosawa (Ran), Éric Rohmer (Claires Knie) oder François Truffaut (Die amerikanische Nacht). Als erfolgreichster Filmemacher gilt Ingmar Bergman, dessen Werke zwischen 1968 und 1978 mit achtzehn Preisen bedacht wurden, darunter sieben Auszeichnungen für den schwedischen Filmregisseur und Drehbuchautoren selbst. US-amerikanische Produktionen wurden in der 42-jährigen Geschichte der National Society of Film Critics bisher „nur“ vierundzwanzigmal als bester Film des Jahres ausgezeichnet, wobei die NSFC viermal mit dem besten Film der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, die die Oscars vergibt, übereinstimmte. Die am häufigsten prämierten Leinwandakteure sind die US-Amerikaner Meryl Streep und Jack Nicholson, die es bisher auf vier beziehungsweise fünf Darstellerauszeichnungen brachten.

Bei der ersten Auflage des Filmpreises wurde der National Society of Film Critics Award in vier Kategorien vergeben. Aktuell werden Preisträger alljährlich in bis zu elf verschiedenen Kategorien prämiert, wobei der Preis für den besten fremdsprachigen Film des Jahres nur vergeben wird, wenn eine englischsprachige Spielfilmproduktion als bester Film des Jahres triumphiert. Die Gewinner werden auf einer im Vergleich zu den Oscars oder Golden Globe Awards schlichten Verleihungszeremonie mit einer gravierten Urkunde geehrt. Unregelmäßig werden Sonderpreise wie der Special Award („Spezialpreis“), eine Special Citation („Lobende Erwähnung“) oder der Richard and Hilda Rosenthal Foundation Award ausgegeben.

Bei der letzten Verleihung der National Society of Film Critics Awards am 3. Januar 2009, die traditionell im New Yorker Restaurant Sardi’s stattfindet, setzte sich der Animationsfilm Waltz with Bashir des israelischen Regisseurs Ari Folman als bester Film des Jahres 2008 gegen die Beiträge Happy-Go-Lucky von Mike Leigh und den Animationsfilm WALL·E – Der Letzte räumt die Erde auf von Andrew Stanton durch. Als beste Hauptdarsteller wurden Sally Hawkins (Happy-Go-Lucky) und Sean Penn (Milk) prämiert. An der Wahl hatten 49 der 63 Mitglieder teilgenommen. Die Gewinner werden in mehreren Wahlgängen ermittelt, wobei jedes anwesende NSFC-Mitglied pro Kategorie drei Favoriten auf seinem Stimmzettel vermerkt, denen man absteigend nach Leistung drei, zwei und einen Punkt zukommen lässt.

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National Society of Film Critics Award/Bester fremdsprachiger Film

Gewinner des National Society of Film Critics Awards in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film. Der Preis wird alljährlich Anfang Januar für die besten Filmproduktionen und Filmschaffenden des zurückliegenden Kalenderjahres präsentiert, sofern sich kein fremdsprachiger Film in der Kategorie Bester Film durchsetzen kann.

Am erfolgreichsten in dieser Kategorie waren der Finne Aki Kaurismäki, der Pole Krzysztof Kieślowski und der Chinese Zhang Yimou, die in der Vergangenheit je zweimal ausgezeichnet wurden. Je dreimal wurden bisher französische und chinesische Filmproduktionen prämiert, während sich 2006 als bisher einziger Filmregisseur aus dem deutschsprachigen Raum Fatih Akın (Gegen die Wand) in die Siegerliste eintrageb konnte.

Bei der letzten Verleihung des Preises im Jahr 2008 gewann Cristian Mungius Goldene-Palme-Gewinner 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage mit fünfzehn Punkten Vorsprung gegen Julian Schnabels Schmetterling und Taucherglocke (42 Punkte) und den Animationsfilm Persepolis von Vincent Paronnaud und Marjane Satrapi (18 Punkte). Im Jahr 2009 wurde kein Preis in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film vergeben, da sich in der Kategorie Bester Film der Animationsfilm Waltz with Bashir des israelischen Regisseurs Ari Folman durchsetzen konnte.

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César 2009

Ari Folman

Die 34. Verleihung des Césars, des wichtigsten französischen Filmpreises, fand am 27. Februar 2009 im Théâtre du Châtelet in Paris statt.

Bei Bekanntgabe der Nominierungen am 23. Januar 2009 dominierte Jean-François Richets zweiteiliger Spielfilm Mesrine die Preisverleihung mit zehn Nominierungen. Der Thriller mit Vincent Cassel in der Titelrolle des französischen Gewaltverbrechers Jacques Mesrine war großer Erfolg beim Publikum beschieden und konkurrierte gegen sechs weitere Filmproduktionen, nachdem in den Vorjahren stets nur fünf Nominierte in der Kategorie Bester Film präsentiert worden waren. Den Preis für den besten Film des Jahres sicherte sich jedoch Martin Provosts Séraphine, der mit sieben von neun möglichen Trophäen zum erfolgreichsten Film des Abends avancierte. Das Drama erzählt die Geschichte der Séraphine Louis, die als Dienstmädchen im Haus des deutschen Kunsthändlers Wilhelm Uhde entdeckt wird und als Séraphine de Senlis zu einer der einflussreichsten naiven Malerinnen Frankreichs aufsteigt.

Neben den Preisen für das beste adaptierte Drehbuch, Filmmusik, Kamera, Kostüme und Szenenbild sicherte sich Séraphine auch die Auszeichnung für die beste Hauptdarstellerin, die an die Belgierin Yolande Moreau überreicht wurde. Moreau, die am Tag der Verleihung ihren 56. Geburtstag beging, hatte bereits vier Jahre zuvor den Preis für die Tragikomödie Wenn die Flut kommt erhalten. Sie setzte sich gegen die beiden Britinnen Kristin Scott Thomas (So viele Jahre liebe ich dich) und Tilda Swinton (Julia), die Françoise-Sagan-Darstellerin und frühere Preisträgerin Sylvie Testud (Sagan) und Catherine Frot durch. Frot konkurrierte mit Pascal Thomas’ Agatha-Christie-Verfilmung Le Crime est notre affaire das fünfte Mal vergeblich um den Preis als Beste Hauptdarstellerin, was einen Minusrekord darstellt.

Vincent Cassel erhielt für seine Darstellung des Jacques Mesrine nach zwei erfolglosen Nominierungen den César als bester Hauptdarsteller. Der französische Schauspieler, der in seiner Rede mit einem kurzen Filmausschnitt an seinen zwei Jahre zuvor verstorbenen Vater Jean-Pierre Cassel erinnerte, war unter anderem gegenüber dem Coluche-Darsteller François-Xavier Demaison (Coluche, l’histoire d’un mec) und Guillaume Depardieu siegreich. Der im Oktober 2008 verstorbene Sohn von Gérard Depardieu hatte für den Part des temperamentvollen und schwerkranken Obdachlosen Damien in Pierre Schoellers Drama Versailles postum eine Nominierung erhalten. Mesrine erhielt weitere Preise für die beste Regie und den besten Ton.

Ebenfalls drei Césars erhielt Rémi Bezançons C’est la vie – So sind wir, so ist das Leben (9 Nominierungen). Die Tragikomödie, die über eine Million Kinozuschauer in Frankreich erreicht hatte, gewann die Trophäen für die besten Nachwuchsdarsteller (Déborah François und den abwesenden Marc-André Grondin) und den besten Schnitt. Zwei Siege erreichte Philippe Claudels hochgelobtes Familiendrama So viele Jahre liebe ich dich (Beste Nebendarstellerin, Bestes Erstlingswerk), je eine Auszeichnung gewannen Arnaud Desplechins Un conte de Noël (Bester Nebendarsteller) und Laurent Cantets Goldene-Palme-Gewinner Die Klasse. Cantets Verfilmung eines Sachbuches von François Bégaudeau, die semidokumentarisch am Französisch-Unterricht einer durchschnittlichen und kulturell heterogenen Pariser Mittelstufen-Klasse teilnimmt, hatte wenige Tage zuvor erfolglos um den Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film konkurriert.

Unprämiert blieb die ebenfalls in der Kategorie Bester Film nominierte Komödie So ist Paris von Cédric Klapisch, die 3 Nominierungen erhalten hatte. Bereits im Vorfeld hatten die wahlberechtigten Mitglieder der Académie des Arts et Techniques du Cinéma, die die Césars vergibt, die erfolgreichen Komödien des Kinojahres 2008 fast völlig ignoriert. Dany Boons Willkommen bei den Sch’tis, der mit 17 Millionen verkaufter Eintrittskarten zur erfolgreichsten Spielfilmproduktion in der französischen Filmgeschichte avancierte, erhielt nur eine Drehbuch-Nominierung. Dies hatte der französische Komiker und Regisseur algerischer Abstammung zum Anlaß genommen, Kritik zu äußern und die diesjährige Verleihung zu boykottieren. Boon nahm aber schließlich als Laudator für den besten Erstlingsfilm an der Verleihung teil.

Christophe Barratiers Tragikomödie Faubourg 36 hatte nur fünf Nominierungen in technischen Kategorien erhalten und blieb ebenso wie So ist Paris und Willkommen bei den Sch’tis unprämiert. Die Auszeichnung für den besten ausländischen Film gewann Ari Folman Waltz with Bashir. Der von Kritikern hochgelobte animierte Dokumentarfilm setzte sich unter anderem gegen den Europäischen-Filmpreis-Gewinner Gomorrha – Reise in das Reich der Camorra aus Italien, Sean Penns Drama Into the Wild und Paul Thomas Andersons letztes Jahr mehrfach für den Oscar nominiertes Epos There Will Be Blood durch. Wie auch in der Kategorie Bester Film waren sieben ausländische Filme nominiert worden, statt wie in den Vorjahren fünf. Den Preis für den besten Dokumentarfilm gewann Agnès Varda für Les plages d’Agnès. Die renommierte Autorenfilmerin stellt in ihrem Werk Kindheits- und andere Erinnerungen nach und geht unter anderem auf die frühen Tage der Nouvelle Vague und die Aufbruchstimmung der Sechzigerjahre in den USA ein.

Die Zeremonie wurde live von dem französischen Bezahlfernsehsender Canal+ übertragen und im deutschsprachigen Raum von TV5MONDE Europe ausgestrahlt. Die Moderation oblag wie schon im Vorjahr dem französischen Regisseur und Schauspieler Antoine de Caunes, der die Gala mit einer Stepptanznummer in Ehrerbietung an den Film Singin’ in the Rain eröffnete. Präsidentin der Verleihung war die Schauspielerin Charlotte Gainsbourg. Mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet wurde der US-amerikanische Schauspieler Dustin Hoffman. Der zweimalige Oscar-Preisträge war wenige Tage zuvor bereits mit dem höchsten französischen Kulturorden, dem Ordre des Arts et des Lettres, geehrt worden und erhielt die Auszeichnung von seiner Schauspielkollegin Emma Thompson (Liebe auf den zweiten Blick). Erinnert wurde an den renommierten französischen Filmregisseur und Produzenten Claude Berri, der wenige Tage vor Bekanntgabe der César-Nominierungen ebenso verstorben war wie Georges Cravenne, Begründer des französischen Filmpreises.

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Source : Wikipedia