Arbeit

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Geschrieben von c3po 03/03/2009 @ 12:07

Tags : arbeit, gesellschaft

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Arbeit (Sozialwissenschaften)

Schwerarbeit:„Treidler an der Wolga“(Бурлаки на Волге)Ilja Repin 1870-1873

Arbeit ist eine zielbewusste und sozial durch Institutionen (Bräuche) abgestützte besondere Form der Tätigkeit, mit der Menschen seit ihrer Menschwerdung in ihrer Umwelt zu überleben versuchen. Dabei ist ihr Charakter zwiespältig: Sie stellt immer sowohl etwas her wie sie auch etwas zerstört, wobei dies Zuschreibungen sind, die von einem Beobachterstandpunkt abhängen.

Es ist bereits strittig, ob man zielgerichtete körperliche Anstrengung von Tieren (z. B. den instinktiven Nestbau oder das andressierte Ziehen eines Pfluges) als „Arbeit“ bezeichnen kann. Die „Philosophische Anthropologie“ geht zumeist davon aus, dass „Arbeit“ erst im Tier-Mensch-Übergangsfeld erscheint (vgl. z. B. Friedrich Engels’ Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen, MEW 20). Dabei wird meist angenommen, dass die Resultate menschlicher Arbeit (als „Gegenstände“) wie in einem Spiegel dem Menschen sich selber zeigen, so dass er angesichts ihrer des Selbstbewusstseins mächtig wird. Das könnten aber auch andere menschliche Tätigkeiten bewirken, so dass „Arbeit“ gerade in ihren ursprünglichen Formen schwer von anderen menschlichen Überlebensstrategien wie Spiel oder Kunst zu trennen ist. Seit der Urgeschichte ist (so Karl Bücher) ein Basiszusammenhang von Arbeit und Rhythmus anzunehmen (vgl. das Arbeitslied).

Das Wort Arbeit ist gemeingermanischen Ursprungs (*arbējiðiz, got. arbaiþs); die Etymologie ist unsicher; evtl. verwandt mit indoeurop. *orbh- „verwaist“, „Waise“, „ein zu schwerer körperlicher Tätigkeit verdungenes Kind“ (vgl. Erbe); evtl. auch verwandt mit aslaw. robota („Knechtschaft“, „Sklaverei“, vgl. Roboter).

Im Alt- und Mittelhochdeutschen überwiegt die Wortbedeutung „Mühsal“, „Strapaze“, „Not“; redensartlich noch heute Mühe und Arbeit (vgl. Psalm 90, lateinisch labor et dolor).

Das französische Wort travail hat eine ähnliche, sogar noch extremere Wortgeschichte hinter sich: es leitet sich von einem frühmittelalterlichen Folterinstrument ab.

Das italienische lavoro und das englische labour (amerikanisch labor) gehen auf das lateinische labor zurück, das ebenfalls primär „Mühe“ bedeutet.

Viele Redensarten sind mit ihr verbunden. So wurde harte körperliche Arbeit früher als Kärrnerarbeit bezeichnet, und eine Schweinearbeit bedeutet unangenehm viel Arbeit: Wer die Arbeit kennt und sich nicht drückt, | der ist verrückt.

In der Antike galt (insbesondere körperliche) Arbeit als Zeichen der Unfreiheit. Sklaven (dúloi) und Handwerker (bánausoi) waren „der Notwendigkeit untertan“ und konnten nur durch diese als „unfrei“ verstandene Arbeit ihre Lebensbedürfnisse befriedigen. Geistige Arbeit blieb der scholé (gespr. s|cholé) vorbehalten, was etwa „schöpferische Muße“ beschrieb, wovon das deutsche Wort Schule her rührt.

In Europa blieben - vor allem in der Landwirtschaft - Formen unfreier Arbeit von Männern und Frauen, auch Kindern und Alten, lange erhalten (Fron, Lasswirtschaft), am stärksten im Russischen Reich; im Deutschen Reich wurden deren letzten Überbleibsel (die Schollengebundenheit in den beiden Mecklenburgs) erst durch die Novemberrevolution 1918 beseitigt. Noch heute existieren in großen Teilen der Welt unterschiedliche Erscheinungsformen unfreier Arbeit, von der Arbeitspflicht bis hin zur Arbeitsversklavung und Zwangsarbeit.

Eine positive Bewertung von Arbeit als „produktiver Betätigung zur Befriedigung eigener oder fremder Bedürfnisse“ war im Rittertum und in der Mystik angelegt. Durch Reformation und Aufklärung rückte sie in den Vordergrund: Eine neue Sicht der Arbeit als sittlicher Wert und Beruf (als Berufung verstanden) des Menschen in der Welt wurde von Martin Luther mit seiner Lehre vom allgemeinen Priestertum ausgeprägt. Schärfer noch wurde im Calvinismus die Nicht-Arbeit überhaupt verworfen (siehe auch Protestantische Ethik).

In der Frühphase der Aufklärung wurde Arbeit zum Naturrecht des Menschen erklärt (Jean-Jacques Rousseau). Damit wurde das feudalistische Prinzip der Legitimation kritisiert. Eigentum entsteht einzig durch Arbeit, niemand hat ein von Gott gegebenes Anrecht auf Eigentum. Güter, die nicht durch menschliche Arbeit entstanden sind, sind Gemeinbesitz.

Adam Smith unterscheidet produktive und unproduktive Arbeit. „Produktive“ Arbeit nennt er die Arbeit, deren Resultat ein verkäufliches Produkt ist. Dazu wird nicht nur der eigentliche Wertschöpfungsprozess (beim Schmied: der Vorgang des Schmiedens selbst) gerechnet, sondern auch alle Arbeiten, die indirekt zur Vervollkommnung des Gutes beitragen (beim Schmied: das Erhalten der Glut, das Pflegen von Hammer und Amboss). „Unproduktiv“ ist hingegen die Arbeit, die nicht in einem verkäuflichen Produkt resultiert (z. B. die mütterliche Hausarbeit). Andere Arbeiten sind von diesem Standpunkt aus nicht unnütz, da sie notwendig sind, um produktive Arbeit leisten zu können, und werden heute z. B. als reproduktiv bezeichnet (beispielsweise Beamte, Verwalter, Soldaten).

Der Frühsozialist Charles Fourier proklamierte 1808 ein Recht auf Arbeit.

Nach Karl Marx' Werttheorie ist die „menschliche Arbeitskraft“ als alleinige Kraft fähig, das Kapital (als eine Ansammlung geronnener Arbeit) zu vergrößern (Mehrwert zu akkumulieren). Sie tut dies im Kapitalismus unausweichlich.

Deren Folgen wurden schon seit Hegel als „Entfremdung“ charakterisiert: Der Arbeiter hat zu seinem eigenen Arbeitsprodukt, aber auch zu dem Unternehmen, für das er arbeitet, nur noch das bare Lohnverhältnis und kann dem gemäß nicht mehr stolz auf sie sein – in diesem 'Spiegel' erkennt er sich selbst jedenfalls nicht mehr wieder.

Für Ernst Jünger war Arbeit nicht Tätigkeit schlechthin, sondern der Ausdruck eines „besonderen Seins, das seinen Raum, seine Zeit, seine Gesetzmäßigkeit zu erfüllen sucht“ („Der Arbeiter“). Daher kenne Arbeit auch keinen Gegensatz außer sich selbst. Das Gegenteil von Arbeit sei nicht Ruhe oder Muße, da es keinen Zustand gebe, der nicht als Arbeit begriffen werden könne.

In der Zeit der 1950er und 1960er Jahre gab der technische Fortschritt sogar in der calvinistisch geprägten nordamerikanischen Gesellschaft tatsächlich wieder dem Gedanken Raum, dass Fortschritt zu mehr Freizeit führen könne. Zeugnisse für die Hoffnungen gaben die Schöpfungen einer bunten Pop-Kultur mit ihren Science-Fiction-Träumen wie beispielsweise der Zeichentrickserie „Die Jetsons“, in der technikgestütztes Faulenzen ohne moralische Bedenken als Ideal dargestellt werden konnte.

Angesichts global unterschiedlicher Entwicklungen zeigte sich jedoch, dass ein Ausruhen auf erreichtem Wohlstand in einer Region als Gelegenheit zum wirtschaftlichen Aufholen in anderen Regionen verstanden wurde. In jenem Zeitraum wurde besonders in Japan technischer Fortschritt in erster Linie als Weg begriffen, große wirtschaftliche Fortschritte zu erzielen. Bis heute begrenzt somit ein Wettbewerb, in dem der verliert, der zuerst bremst, die Möglichkeit, aus technischem und technologischem Fortschritt mehr selbstbestimmte freie Zeit zu gewinnen.

Zudem prägte Robert Solow in der Wirtschaft bereits 1956 mit seinem Wachstumsmodell die Auffassung, dass technologische Innovation in erster Linie als ein Multiplikator des Faktors Arbeit aufträte, womit er in der Dogmengeschichte der Wirtschaft einen Ankerpunkt schuf, der bis heute den Raum des Denkbaren gegenüber möglichen Alternativen wirkungsvoll abgrenzt. So schafft in der heutigen Arbeitswelt technischer Fortschritt dort, wo er Freiräume erweitert, vorwiegend und sogar mit zunehmender Geschwindigkeit immer neue Arbeit. Dort, wo Technik schon vor Beginn des Industriezeitalters die Menschen von Arbeit befreite, wurden sie oft nicht freier, sondern arbeitslose Geächtete.

In den wohlhabenden Staaten der Welt (zu denen auch Deutschland zählt), wird die Erwerbsarbeit knapp. Es findet eine zunehmende Flexibilisierung, Virtualisierung, Automatisierung und Subjektivierung der Arbeit statt, prekäre Arbeitsverhältnisse nehmen zu. Inhaltlich verschiebt sich die Arbeit immer mehr in den tertiären Sektor (Dienstleistungen) und in „Niedriglohnländer“ (Offshoring), zumal da die Jugend- und Langzeit-Arbeitslosigkeit die „Arbeit“ trotz ihres zentral wichtigen Charakters als Überlebenstätigkeit aus dem Feld der Erfahrung Vieler rücken.

In ärmeren Ländern herrschen zugleich - zum Teil - immer noch Verhältnisse wie in der Industrialisierungsphase Europas: Kinderarbeit, Billiglohnarbeit und fehlende soziale Absicherung sind dort noch selbstverständliche Bestandteile der Arbeitswelt.

Wenn man die Arbeit als wichtigen Wert in der Gesellschaft versteht, dann ist die direkte Besteuerung der Arbeit, insoweit sie den nackten Lebensunterhalt sichert (z. B. durch die Lohnsteuer als Bestandteil der Einkommensteuer) unter dem Gesichtspunkt der Steuergerechtigkeit sehr kritisch zu betrachten.

Ein Wandel einer Tätigkeit von der unentgeltlichen zur entgeltlichen Form wird auch als Kommerzialisierung bezeichnet.

Das deutsche Privatrecht unterscheidet hier analog zwischen „Werkvertrag“ (der Erfolg wird geschuldet) und „Dienstvertrag“ (der Dienst wird geschuldet).

Was die zentrale Stellung der Arbeit in kollektiven Wertsystemen angeht, sagen Kritikerinnen und Kritiker der Arbeit, unterscheiden sich Staatsformen und Herrschaftsmodelle erstaunlich wenig.

Die radikalen Kritikerinnen und Kritiker der Arbeit lehnen den Arbeitszwang ab – für Reiche wie für Arme. Damit unterscheiden sie sich von Sozialisten, die sich über den Müßiggang der Reichen empören und fordern, dass alle arbeiten müssen. Hintergrund der Ablehnung des Arbeitszwangs ist die reale Möglichkeit der Aufhebung der Arbeit. Schon Lafargue meinte, dass 3 Stunden Arbeit ausreichen müssten. „Aufhebung der Arbeit“ bedeutet jedoch nicht nur Verringerung der Arbeitszeit durch Automation und Abschaffung der Produktion von Gütern, die nur um des Profits willen hergestellt werden.

Unter kapitalistischen Bedingungen sind Arbeitslose wie abhängig Beschäftigte und auch diejenigen, die auf das so genannte Berufsleben vorbereitet werden, gleichermaßen dem System der Lohnarbeit unterworfen. Auch wer freie Zeit hat, kann diese nicht frei nutzen, sei es weil andere, mit denen man etwas zusammen tun möchte, arbeiten müssen, sei es weil die gesamte Umwelt von kommerziellen Zwängen geprägt ist. Aufhebung der Arbeit bedeutet, dass auch weiterhin notwendige Tätigkeiten wie z. B. die Pflege gebrechlicher Menschen, einen anderen Charakter annehmen, wenn sie in einem anderen nicht-hierarchischen Kontext ausgeübt werden. Dass die Menschen ohne den Zwang zu Arbeit einfach nichts tun und verhungern würden, ist nach Ansicht der Kritikerinnen und Kritiker der Arbeit nicht zu erwarten, da sie ja bereits unter kapitalistischen Bedingungen freiwillig konstruktiv zusammenarbeiten.

Die Tradition der Ablehnung der Arbeit wurden nach dem Zweiten Weltkrieg von einer Gruppe junger Menschen in Paris wiederbelebt. Unter ihnen war Guy Debord. Der Slogan „Ne travaillez jamais“ („Arbeitet niemals“) kehrte dann im Pariser Mai 1968 wieder. Die Ablehnung der Arbeit spielte auch in Italien in den Kämpfen der 1960er und 1970er Jahre eine zentrale Rolle.

Von einer deutschen Tradition der Arbeitskritik kann man dennoch wohl kaum reden. Seit den 1990er Jahren bemüht sich die Gruppe Krisis um eine Erneuerung der Kritik der Arbeit. Sie veröffentlichte ein „Manifest gegen die Arbeit“.

Aktuell in der Kritik der Arbeit ist die Kritik der Identifikation mit der Arbeit als zentralem Element männlicher Identität.

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Arbeit (Philosophie)

Stempeluhr

Die Arbeit als sozialwissenschaftlich-philosophische Kategorie erfasst alle Prozesse der bewussten schöpferischen Auseinandersetzung des Menschen mit der Natur und der Gesellschaft. Sinngeber dieser Prozesse sind die aus freiem Willen selbstbestimmt und eigenverantwortlich handelnden Menschen mit ihren individuellen Bedürfnissen, Fähigkeiten und Anschauungen im Rahmen der aktuellen Naturgegebenheiten und gesellschaftlichen Arbeitsbedingungen.

Wer sich mit dem Begriff „Arbeit“ vom philosophischen Standpunkt aus beschäftigt, stößt auf ein Dilemma: Obwohl die „Arbeit“ in ihrer Formenvielfalt eine Konstante des menschlichen Daseins ist, gibt es nur wenig namhafte Philosophen, die sie aus der Ökonomie, Ethik oder Theologie herausgehoben haben. Platon sah für seine „bewusste schöpferische Auseinandersetzung mit der Natur und der Gesellschaft“ die Muße als Grundbedingung. Von der Antike bis ins Mittelalter galt: Nur wer sich alltäglichen Mühen und Arbeitszwängen entzieht, hat Zeit, seinen Bedürfnissen zu frönen, und den Kopf frei für neue Erkenntnisse und kreatives Handeln. Diese Auffassung ist heute noch unter dem Aspekt nachvollziehbar, dass unter Zwang die hinreichende Kreativität und der Bedürfnisbezug der Arbeit verloren gehen.

Aristoteles kommt mit einer Kategorie im Sinne von „Tun oder Bewirken“ der „Arbeit“ recht nah, wobei sich diese Kategorie aber auf die Natur insgesamt bezieht. Überwiegend wird „menschliche Arbeit“ jedoch im Zusammenhang mit oder sogar als Synonym für „Tätigkeit“ oder „Tat“, „Produktion“, „nützliche Arbeit“, „Beruf“, „Erwerbstätigkeit“, „Dienst für die Gemeinschaft“ usw. partiell abgehandelt (vgl. Arbeitssoziologie).

Im Mittelalter wurde die Philosophie der Arbeit meist als theologische Debatte geführt (vgl. Benedikt von Nursia). Deutsche Philosophen des 18. und 19. Jahrhunderts definierten die Arbeit moralphilosophisch und erklärten sie zur sittlichen Pflicht und Existenzbedingung des menschlichen Daseins (vgl. Immanuel Kant, Johann Gottfried Herder, Georg Wilhelm Friedrich Hegel oder Johann Gottlieb Fichte). Gleichzeitig kamen zunehmend ökonomische und sozialwissenschaftliche Zusammenhänge ins Blickfeld (vgl. David Hume, Adam Smith, David Ricardo, Charles Fourier, Henri de Saint-Simon).

Friedrich Engels und Karl Marx stützten ihre Gesellschaftsanalyse und Kritik der politischen Ökonomie mit einer entwickelten Arbeitsphilosophie ab. Wie Hegel definieren sie den Freiheitsbegriff als „Einsicht in die Notwendigkeit“ und heben damit den aus freiem Willen handelnden Menschen, dem die Arbeit ein notwendiges Lebensbedürfnis ist, aus der Masse jener heraus, die unter Zwang als Vasallen, Hörige oder gar Sklaven ausgebeutet werden. In Auseinandersetzung damit sind im 19. und 20. Jahrhundert zahlreiche Philosopheme zur „Arbeit“ entwickelt worden (vgl. Ernst Bloch, Max Weber).

Heute sehen Systemtheoretiker „menschliche Arbeit“ unter dem - einer philosophischen Kategorie - adäquaten Aspekt, nämlich als abstrakten Begriff für die von Menschen bewusst ausgeführten Interaktionen in sozialen und soziotechnischen Systemen, welcher Art auch immer diese Arbeitssysteme sein mögen. Der soziologische Systembegriff geht auf Talcott Parsons zurück, der in Handlungen (Arbeitsprozessen) die konstitutiven Elemente sozialer Systeme erkannte. Abweichend davon sah Niklas Luhmann in den Kommunikationsbeziehungen die bestimmenden Elemente und hob diese aus den Handlungen hervor. Mit dieser Auffassung ist Luhmann in der Tendenz idealistisch und leugnet die Tatsache, dass Kommunikationsprozesse als Teil übergeordneter Arbeitsprozesse zwar notwendige, aber keine hinreichenden Voraussetzungen für die Aufrechterhaltung sozialer Systeme sind.

Menschen setzen die Produktivkräfte ihrer Gesellschaftssysteme in „Arbeitsprozessen“ frei. Sie gestalten diese Prozesse arbeitsteilig nach den Regeln und Gesetzen der Systeme, in denen sie jeweils leben und zusammen arbeiten. Dabei bewegen sie sich in Systemstrukturen, in denen sie die Aneignung und Nutzung der Arbeits-Ressourcen und die Verteilung der Arbeits-Resultate - je nach Kultur oder Staatsform - geordnet haben. Diese Strukturen überformen Zweck und Ziel der „Arbeit“ ökonomisch, ethisch und politisch. Die Arbeit erfährt dadurch eine historische Ausprägung.

Durch die Arbeit und die daraus entstandenen kulturellen und technischen Entwicklungen ist es den Menschen bisher nicht nur gelungen sich in der Natur zu behaupten, sondern die Produktivkräfte durch überschießendes Wachstum dermaßen zu stärken, dass daraus ernste Gefahr für den weiteren Bestand der Menschheit droht. Dieser historische Aspekt der Arbeit rückt seit Mitte des 20. Jahrhunderts nach und nach in das Bewusstsein jener Menschen, die Arbeit nicht nur als Tätigkeit oder Produktionsfaktor begreifen.

Eine besondere historische Dimension erhält die Arbeit durch den Entwicklungsstand der Technik. Der Mensch setzt in Arbeitsprozessen - je nach Können und Vermögen - außer seiner Arbeitskraft die leistungsstärksten, neuesten Arbeitsmittel ein, um die Qualität und Produktivität seiner Arbeit sicherzustellen oder zu steigern. Je technisierter und vernetzter die Arbeitsmittel in soziotechnischen Systemen jedoch sind, umso weniger menschliche Arbeitskraft wird in den Arbeitsprozessen anteilig benötigt. Daraus erwachsen Situationen, in denen Menschen in Arbeitssystemen freigesetzt werden oder möglicherweise von der Teilnahme an bestimmten Arbeitsprozessen sozial ausgegrenzt sind. Soweit es sich dabei um einkommensorientierte Erwerbsarbeit handelt, wird das unter dem Begriff „Arbeitslosigkeit“ subsumiert. Oft liegen Freisetzungsgründe ursächlich im Verhalten oder Können betroffener Personen. Durch individuelle Anstrengungen (Arbeit) können Betroffene solche Freisetzungen bzw. Ausgrenzungen überwinden oder umgehen, wenn sie in bestimmten Arbeitssystemen, zum Beispiel in Betrieben, Vereinen, Familien, Parteien, Glaubensgemeinschaften, usw., mitwirken wollen. Objektiv gesehen sind bewusst handelnde Menschen im Sinne der „Kategorie Arbeit“ auch in Lebenssituationen der „Arbeitslosigkeit“ nicht arbeitslos.

Unter marktwirtschaftlichen Bedingungen kann es jedoch auch strukturelle Gründe für „Arbeitslosigkeit“ geben, zum Beispiel in Folge zunehmender Automatisierung und Produktivitätssteigerungen. Die Entwicklung oder Instandhaltung komplexer technischer Systeme bietet zwar gut ausgebildeten, qualifizierten Arbeitskräften gegebenenfalls neue Arbeitsperspektiven. Diese reichen aber zur Kompensation der entfallenen Erwerbsarbeit nicht aus. In höherentwickelten Industriestaaten hat die Produktivität Ende des 20. Jahrhunderts einen Stand erreicht, der es erlaubt mehr als ein Drittel der Staatsbevölkerung sozial von der einkommensorientierten Erwerbsarbeit auszugrenzen. Die Beseitigung dieses Zustands wird als eine der Hauptaufgaben verantwortungsvoller Staatsführungen angesehen.

In unserer Gesellschaft stehen noch viele offene Aufgaben im sozialen und kulturellen Bereich deutlich wahrnehmbar zur Bearbeitung an. Durch die Entwicklung neuer und verbesserter Finanzierungsmodelle kann hier zum Beispiel auf sozialstaatlicher Grundlage vermehrt Erwerbsarbeit generiert werden, die zusätzlichen Beschäftigten ein leistungsförderndes, sozial ausgewogenes Arbeitseinkommen bietet und ihnen neue Räume für die notwendige soziale Anerkennung eröffnet.

Im Industriezeitalter haben die Menschen Organisationsformen entwickelt, um die Aneignung und Nutzung der Arbeits-Ressourcen und die Verteilung der Arbeits-Resultate durch institutionalisierte Arbeitskämpfe sozial gerechter und volkswirtschaftlich effektiver zu gestalten. Aus der Geschichte der Arbeitskämpfe kann abgeleitet werden, dass die Einführung neuer Arbeitszeitmodelle zur Reduzierung und gleichzeitigen Flexibilisierung der Arbeitszeit probate Wege zur mittelfristigen Umverteilung der Erwerbsarbeit und Überwindung der Massen-Arbeitslosigkeit sind. Außerdem gilt es noch brachliegende oder neue Felder der Erwerbsarbeit für die Gesellschaft zu erschließen, zum Beispiel im Erziehungs- und Bildungswesen, in Wissenschaft und Forschung, in der Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft, bei der Entwicklung und weltweiten Einführung umweltschonender Technologien. Denkbar wären aber auch verstärkte Bemühungen zur Eroberung des Weltraums, um gegebenenfalls extraterrestrische Ressourcen zu erkunden und zu nutzen.

Trotz alle dem gilt auch für die „Kategorie Arbeit“ das, was zum Beispiel Karl Popper in „Die Offene Gesellschaft und ihre Feinde“ intendierte, als er sich für die Demokratie einsetzte: Der aus freiem Willen selbstbestimmt und eigenverantwortlich handelnde Mensch ist eine allgemeingültige Grundbedingung für die „bewusste schöpferische Auseinandersetzung mit der Natur und der Gesellschaft“. Sklaven, Zwangsarbeiter oder im Kadavergehorsam verhaftete Soldaten nehmen im Rahmen eng gesetzter Aufträge oder Befehle die Rolle fremdbestimmter „Arbeitsmittel“ und „Waffen“ ein, die ihren Macht- und Befehlshabern mit Körperkraft und Intelligenz nützliche Dienste erweisen. Gemäß der „Kategorie Arbeit“ sahen die Römer in ihren Sklaven keine Menschen, sondern sprechende Werkzeuge.

Einige Arbeits-Aspekte und -Begriffe, die Karl Marx in den Schriften Zur Kritik der politischen Ökonomie und in seinem Hauptwerk Das Kapital näher beschrieben hat, sind ebenfalls von allgemeinerer Bedeutung und bis heute Gegenstand philosophischer, sozialwissenschaftlicher und politischer Diskurse.

Ausgehend von der „abstrakten Arbeit“, die selbst den Charakter des Tauschwertes in sich trägt, entwickelte Karl Marx die von Adam Smith begründete Arbeitswerttheorie weiter. Die Arbeitswerttheorie gilt in der Volkswirtschaftslehre heute als weitgehend widerlegt. Allerdings spielt die „abstrakte Arbeit“ mit Bezug auf das Genfer Schema bei der Arbeitswertbestimmung im Rahmen von Lohn- und Gehaltstarifen und den darin festgelegten Bewertungskriterien auch heute noch eine grundlegende Rolle.

Die Tätigkeit des Menschen in laufenden Arbeitsprozessen bezeichnete Karl Marx als „lebendige Arbeit“, wogegen er unter dem Begriff „vergegenständlichte Arbeit“ im weitesten Sinne alle Gebrauchswerte subsumiert, die Menschen hergestellt haben. Die „vergegenständlichte Arbeit“, das heißt die Produkte der Arbeit verbraucht oder verzehrt der Mensch entweder als Konsumgüter, oder er verwendet sie in Arbeitsprozessen als Produktionsmittel. Im Gegensatz zur „lebendigen Arbeit“ stellt die in den Produktionsmitteln „vergegenständlichte Arbeit“ ein ruhendes Arbeitskraft-Potenzial dar, das der Mensch mehr oder weniger zweckmäßig in Arbeitsprozessen nutzt und damit aktiviert. Die besondere Bedeutung der Produktions- und Arbeitsmittel für die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft erkannte Karl Marx in der Tatsache, dass sie Kondensatoren und Akkumulatoren für zurückliegende Arbeitleistungen sind, die die Menschen in späteren Arbeitsprozessen mit erhöhter Produktivität durch „lebendige Arbeit“ wieder freisetzen können.

Karl Marx analysierte in seiner „Kritik der politischen Ökonomie“, dass unter kapitalistischen Produktionsverhältnissen die doppeltfreien Lohnarbeiter gezwungen sind, ihre Arbeitskraft an die Eigentümer der Produktionsmittel zu verkaufen. Damit nimmt die Arbeitskraft Warencharakter an. Der Preis der Arbeitskraft, der Lohn stellt sich unter Marktbedingungen entsprechend Angebot und Nachfrage ein. „Konkrete Arbeit“, die der Lohnarbeiter leistet, wird dadurch zu „entfremdeter Arbeit“.

Für einen lohnabhängigen Menschen ist der Zweck und das primäre Ziel seiner „entfremdeten Arbeit“ der Arbeitslohn, also Geld. Lohnarbeiter interessiert daher die Werthaltigkeit der Arbeitsergebnisse, die sich in der Qualität, in den Kosten und in den Preisen der hergestellten Waren und Dienstleistungen manifestiert, eigentlich nur unter Aspekten der Lohnsicherheit und Arbeitsplatzerhaltung. Eine durchaus vergleichbare Interessenlage findet sich auf Seiten der angestellten Manager, die mit hohen Einkommen nichts anderes als „entfremdete (geistige) Arbeit“ leisten und in der Regel nur bereit sind Verantwortung für die ökonomischen, ökologischen und sozialen Folgen ihrer Entscheidungen zu übernehmen, wenn sie der ordnungspolitische Rahmen staatlicher Gesetze mit entsprechenden Strafverfolgungsmaßnahmen dazu zwingt.

Die fortschreitende Automatisierung der Arbeitsprozesse führt in den hochentwickelten Industriestaaten zu einem anhaltenden Verfall der Arbeitskraft-Nachfrage. In der Tendenz bewirken die Marktgesetze, dass durch Automatisierung die Quantität der „entfremdeten Arbeit“ abnimmt, die Arbeitslosigkeit steigt und die Reallöhne auf Seiten der Arbeitnehmer sinken. Im Rahmen der Sozialen Marktwirtschaft ist es daher eine der wichtigsten Aufgaben des Staates die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen mittels wirtschafts-, finanz- und sozialpolitischer Maßnahmen so zu gestalten, dass daraus keine gesellschaftsgefährdenden Strukturkrisen auf dem Arbeitsmarkt entstehen.

Das Recht auf Arbeit beinhaltet nicht das Recht auf einen Arbeitsplatz.

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Ministerium für Arbeit und Soziales Baden-Württemberg

Das Ministerium für Arbeit und Soziales Baden-Württemberg, abgekürzt BW MfAS, ist eines von zehn Ministerien in der Landesverwaltung des Bundeslandes Baden-Württemberg. Von 1952 bis 1968 hieß es "Ministerium für Arbeit", dann "Ministerium für Arbeit und Soziales", ab 1976 "Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Sozialordnung", ab 1984 "Ministerium für Arbeit, Gesundheit, Frauen und Sozialordnung", ab 1992 "Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Sozialordnung", ab 2001 "Sozialministerium" und seit April 2005 wieder "Ministerium für Arbeit und Soziales".

Die Behörde hat ihren Sitz in Stuttgart. Amtsleiter des Sozialministeriums ist der Sozialminister, dem eine Staatssekretärin zur Seite steht.

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Source : Wikipedia