Ang Lee

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Geschrieben von daneel 28/02/2009 @ 00:01

Tags : ang lee, regisseure, kultur

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Ang Lee

Ang Lee

Ang Lee (chin. 李安, Lǐ Ān; * 23. Oktober 1954 in Pingtung, Taiwan, Republik China) ist ein taiwanischer Filmregisseur und Drehbuchautor.

Lees Eltern flohen vor dem Bürgerkrieg auf dem chinesischen Festland und siedelten sich im Süden Taiwans an. Lee Ang studierte an der New York University Theater- und Filmproduktion. Ein inhaltlicher Schwerpunkt in Lees Filmen liegt meist bei der Familie, dem Verhältnis zwischen Eltern und Kindern, Geschwistern bzw. Eheleuten. Ein Charakteristikum für Lees filmische Erzählweise ist die Tiefe der Darstellung von inneren und äußeren Konflikten bei Verzicht auf alles Melodramatische. Damit gelingt es ihm immer wieder, ironische Distanz und Mitgefühl mit den Protagonisten, tiefe Einsicht und humorvolle Leichtigkeit zu verbinden. Ang Lee selbst ist seit langem mit einer ebenfalls aus Taiwan stammenden Mikrobiologin verheiratet. Sie haben zwei Söhne. Zu Beginn ihrer Ehe war Ang der Hausmann und auch heute noch ist er der Koch der Familie und kocht sogar extra vor, wenn er arbeiten muss.

Tiger and Dragon sowie Hulk sind sehr unterschiedliche Action-Filme. Mit Tiger and Dragon gewann Lee zwei Golden Globes. Das Werk wurde außerdem mit vier Academy Awards (Oscar) prämiert, darunter der Trophäe für den besten fremdsprachigen Film. Für diesen Film wurde er 2001 auch mit einem Chlotrudis Award ausgezeichnet, seinen zweiten Chlotrudis erhielt er 2006 für Brokeback Mountain.

Für Brokeback Mountain wurde Lee mit einer Vielzahl von Filmpreisen geehrt, darunter der Oscar für die beste Regie, der Goldene Löwe der Filmfestspiele von Venedig 2005 sowie die Auszeichnung der Hollywood Foreign Press Association als bester Regisseur des Jahres. 2007 verfilmte er mit Gefahr und Begierde eine Kurzgeschichte von Eileen Chang. Der Thriller spielt zur Zeit des Zweiten Weltkriegs in Shanghai und handelt von einer jungen chinesischen Agentin (gespielt von Tang Wei), die beauftragt wird, einen Verräter (Tony Leung Chiu Wai) zu liquidieren. Lees erste chinesischsprachige Spielfilmproduktion seit Tiger and Dragon war 2007 im offiziellen Wettbewerb der 64. Filmfestspiele von Venedig vertreten und brachte ihm erneut den Goldenen Löwen ein. Im selben Jahr wurde Gefahr und Begierde als offizieller taiwanischer Beitrag für die Nominierung um den besten nichtenglischsprachigen Film bei der Oscar-Verleihung 2008 ausgewählt, wurde später aber auf Empfehlung der Academy of Motion Picture Arts and Sciences wieder zurückgezogen und durch Chen Huai-Ens Lian xi qu ersetzt.

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Internationale Filmfestspiele von Venedig 2007

Die 64. Internationalen Filmfestspiele von Venedig (64. Mostra Internazionale d'Arte Cinematografica) fanden vom 29. August bis zum 8. September 2007 statt. Eröffnet wurde das weltweit älteste Filmfestival, das neben den Internationalen Filmfestspielen von Cannes und der Berlinale gleichzeitig zu den bedeutendsten zählt, mit Joe Wrights Abbitte. Die wichtigste der fünf Sektionen des Festivals war der internationale Wettbewerb, in dem 23 Filme um den Goldenen Löwen konkurrierten.

Diese Auszeichnung ging schließlich an den taiwanischen Regisseur Ang Lee für den Thriller Gefahr und Begierde. 2007 wurden zwei Goldene Löwen als Ehrenpreise vergeben. Bernardo Bertolucci erhielt einen Preis anlässlich des 75. Jubiläums des Festivals und Tim Burton wurde mit dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Weil das Festival 2007 sein 75-jähriges Bestehen feierte, bestand die siebenköpfige Jury ausschließlich aus Regisseuren. Der chinesische Regisseur Zhang Yimou, der zweimal (1992 und 1998) den Goldenen Löwen gewonnen hatte, hatte den Vorsitz über die Jury.

Zhang zur Seite standen die Französin Catherine Breillat, die Neuseeländerin Jane Campion, der Mexikaner Alejandro González Iñárritu, die Italiener Emanuele Crialese und Ferzan Özpetek sowie der Niederländer Paul Verhoeven.

Die meisten der 23 Spielfilme im internationalen Wettbewerb waren, wie schon in den Vorjahren, englischsprachig. Acht Filme wurden in den Vereinigten Staaten produziert, vier im Vereinigten Königreich. Alle teilnehmenden Regisseure waren Männer. Alle 23 Filme feierten in Venedig ihre Weltpremiere.

Neben dem Eröffnungsfilm Abbitte des Briten Joe Wright mit Keira Knightley und James McAvoy war auch Ken Loach mit seinem Film It's a Free World... für das Vereinigte Königreich vertreten. Alle britischen Filme im Wettbewerb außer Abbitte entstanden als Koproduktionen, so auch Kenneth Branaghs 1 Mord für 2, eine Neuverfilmung des Films Mord mit kleinen Fehlern von Joseph L. Mankiewicz aus dem Jahr 1972. Peter Greenaway verfilmt mit Nightwatching das Leben des niederländischen Malers Rembrandt van Rijn, wobei Martin Freeman in der Hauptrolle agiert.

Brian De Palma verarbeitete in seinem Film Redacted auf kritische Weise den Irakkrieg, während Paul Haggis in Im Tal von Elah von den Ermittlungen zu einem Mord an einem jungen Mann erzählt, der als Soldat im Irak gedient hat. Tony Gilroy stellte in Venedig den Politthriller Michael Clayton mit George Clooney in der Titelrolle vor. In I’m Not There unter der Regie von Todd Haynes verkörpern sechs Darsteller (darunter Heath Ledger, Christian Bale, Richard Gere und Cate Blanchett) verschiedene Aspekte aus dem Leben des Folksängers Bob Dylan. In Andrew Dominiks Western Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford stellt Brad Pitt die Hauptfigur dar und in Darjeeling Limited von Wes Anderson ist neben Owen Wilson und Adrien Brody auch Bill Murray zu sehen.

Italienische Filme machten etwa ein Fünftel des internationalen Wettbewerbs aus. Neben Andrea Porporati und Vincenzo Marra schickt auch Paolo Franchi einen Film in den Wettbewerb. Zwei andere Filme sind zwar nicht in italienischer Sprache gefilmt, aber Koproduktionen: Ken Loachs It's a Free World... und Éric Rohmers Les Amours d’Astrée et Céladon. Ken Loachs Film ist der einzige Film im Wettbewerb, den ein deutschsprachiges Land mitproduzierte. Deutschsprachige Filme fehlen vollkommen.

Youssef Chahine wirft in seinem Film Heya fawda einen Blick auf Polizeibrutalität. Dieser Film war der erste ägyptische Film im Wettbewerb um den Goldenen Löwen seit 25 Jahren. Das letzte Mal war Ägypten ebenfalls von Chahine vertreten worden, als dieser 1982 mit Hadduta Massrijja – Eine ägyptische Geschichte teilgenommen hatte. Den einzigen russischen Film veröffentlichte Nikita Michalkow mit 12. Dieser Film war Michalkows erste Arbeit als Regisseur, seit seinem Der Barbier von Sibirien von 1998. Im französischen Beitrag Couscous mit Fisch erzählt Abdellatif Kechiche von einer armen Immigrantenfamilie in Frankreich.

Vier asiatische Filme komplettierten den Wettbewerb. Zwei davon – Lee Kang Shengs Bangbang wo aishen und Ang Lees Gefahr und Begierde – wurden in Taiwan produziert. Ang Lee veröffentlichte mit diesem Spionage-Drama mit Tony Leung Chiu Wai in der Hauptrolle seinen ersten chinesischsprachigen Film seit 2001. Der Regisseur Jiang Wen spielte in seinem Film Taiyang zhaochang shenqi selbst die Hauptrolle, während der bekannte US-amerikanische Regisseur Quentin Tarantino diese in Sukiyaki Western Django des Japaners Takashi Miike übernahm. Als „Überraschungsfilm“, dessen Teilnahme am Wettbewerb erst am Aufführungstag bekanntgegeben wurde, startete der Hongkong-Polizeithriller Mad Detective von Johnnie To und Ka-Fai Wai.

Der Goldene Löwe für den besten Film ging an Ang Lee für Gefahr und Begierde. Lee wurde damit bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre mit dieser wichtigsten Auszeichnung des Festivals geehrt; 2005 hatte er mit seinem englischsprachigen Brokeback Mountain den Goldenen Löwen gewonnen.

In der Sektion Orizzonti werden die „neuen Wege des Kinos“ präsentiert. Orizzonti besteht wiederum aus einer Sektion für fiktionale Filme und einer für Dokumentarfilme. Der japanische Regisseur Shinji Aoyama eröffnete die Sektion mit seinem Film Sad Vacation. Abschlussfilme waren Tonino De Bernardis Médée Miracle mit Isabelle Huppert in der Hauptrolle in der fiktionalen Sektion und Lav Diaz' Kagadanan sa banwaan ning mga engkanto in der Dokumentarsektion.

Während der mit 20.000 Euro dotierte Orizzonti-Preis an den Esten Veiko Õunpuu für Sügisball (Herbstball) ging, verlieh die Jury den Orizzonti-Doc-Preis an den Chinesen Jia Zhangke, den Gewinner des Goldenen Löwen im Vorjahr, für Wuyong. Eine besondere Erwähnung bekam der philippinische Film Kagadanan sa banwaan ning mga engkanto von Lav Diaz.

In der Wettbewerbssektion Corto Cortissimo wurden achtzehn Kurzfilme im 35-mm-Format gezeigt, die eine Länge von dreißig Minuten nicht überschreiten. Die Jury wurde angeführt vom französischen Filmregisseur, Autoren und Musiker François-Jacques Ossang. Die weiteren Jurymitglieder waren die marokkanische Regisseurin Yasmine Kassari und der italienische Cutter Roberto Perpignani.

In dieser Sektion gab es 2007 eine Retrospektive zu Marokko. Es wurden vierzehn Kurzfilme marokkanischer Regisseure gezeigt.

Die Jury dieser Sektion entschied sich dafür, dass der britische Schauspieler Paddy Considine für sein Regiedebüt Dog Altogether mit dem Silbernen Löwen für den besten Kurzfilm ausgezeichnet werden solle. Eine besondere Erwähnung verlieh man dem russischen Werk Liudi iz kamnya unter der Regie Leonid Rybakovs. Den Prix UIP gewann der spanische Film Erlösung von Eduardo Chapero-Jackson; dieser Film ist damit auch für den Europäischen Filmpreis nominiert.

Außerhalb der drei Wettbewerbssektionen wurden Filme von einigen bereits etablierten Regisseuren gezeigt. So präsentierte Woody Allen sein Cassandras Traum mit Colin Farrell und Ewan McGregor als rivalisierende Brüder. Claude Chabrol zeigte sein Werk Die zweigeteilte Frau und Takeshi Kitano, der 1998 für sein Hana-Bi mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet worden war, seinen Film Kantoku! Banzai!.

Die diesjährige Retrospektive war dem „Spaghetti Western“ gewidmet. Sie bildete den vierten Teil der Reihe Geheime Geschichte des italienischen Films, in der Filme, die wichtig für die italienische Filmgeschichte waren, restauriert gezeigt werden, und umfasst die Jahre 1964 bis 1976.

In diesem Jahr wurde erstmals der Preis „Queer Lion“ an einen Film mit homosexuellen Inhalten vergeben. Der Preis hat eine ähnliche Funktion wie der Teddy Award auf der Berlinale. Das Festival bereitete sich vier Jahre lang auf diesen Preis vor. 2007 wurde er an den Film The Speed of Life von Ed Radtke verliehen, der in der Sektion Giornate degli autori, einer Sektion für Autorenfilme, lief.

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Brokeback Mountain

Brokeback Mountain ist ein Spielfilm des taiwanischen Regisseurs und Oscar-Preisträgers Ang Lee aus dem Jahr 2005 und basiert auf der gleichnamigen Kurzgeschichte der US-amerikanischen Schriftstellerin E. Annie Proulx. Das Drama über die Liebesbeziehung zwischen zwei Cowboys wurde von den Filmstudios Focus Features und Paramount Pictures produziert und sorgte weltweit für erhebliches Aufsehen.

Der neunzehnjährige Ennis del Mar bewirbt sich im Frühjahr 1963 bei der Arbeitsvermittlung für Farm- und Ranchpersonal um eine Stelle. Er landet als Hirte in einem Schafzuchtbetrieb in Wyoming, wo er die Bekanntschaft mit dem gleichaltrigen Jack Twist macht. Jack arbeitet schon den zweiten Sommer am Brokeback Mountain. Der gut aussehende, dunkelhaarige Mann schwärmt für alles, was mit Rodeo zu tun hat. Ennis und Jack übernehmen tausend Mutterschafe mit ihren Lämmern und ziehen durch den Wald hinauf ins Gebirge am Brokeback Mountain, um die Tiere den ganzen Sommer über oberhalb der Baumgrenze zu ausgedehnten Weideflächen zu führen.

Während Ennis im Lager bleibt, muss Jack die Nacht bei den Schafen verbringen und mehrere Stunden täglich zwischen Weideplätzen und Lager pendeln. Das 'Lager' ist nichts weiter als ein einzelnes Zelt und eine Lagerfeuerstelle in Flußnähe. Die beiden jungen Männer freunden sich schnell an, während sie sich am Lagerfeuer über Pferde, Rodeo und Farmarbeit unterhalten. Ennis erzählt, dass er auf einer kleinen, ärmlichen Ranch in Wyoming, an der Grenze zu Utah, aufgewachsen sei. Er sei von seinem älteren Bruder und seiner Schwester großgezogen worden, nachdem seine Eltern bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen waren. Mutter und Vater hinterließen den Kindern die mit zwei Hypotheken belastete Farm sowie 24 Dollar in einer Kaffeedose. Ohne High-School-Abschluss und Berufsaussichten wuchs Ennis mit harter Arbeit und Entbehrungen auf. Er verlobte sich mit Alma Beers und spart Geld für ein kleines Stück Land. Ennis übernimmt im Laufe des Sommers Jacks Posten und pendelt schließlich selbst zwischen Weideplätzen und Lager.

Zunächst besteht keinerlei erotische Spannung zwischen dem in sich gekehrten Ennis und dem eloquenten Jack, der hin und wieder lautstark Kirchenlieder in den Himmel parodiert oder einen Rodeoreiter spielt, der stolpert und im Kochgeschirr landet, um den verschlossenen Ennis zum Lachen zu bringen. Als Ennis eines Tages zu betrunken ist, um den Rückweg zu den weidenden Schafen anzutreten, muss er die Nacht bei Jack im Lager verbringen. Jack legt sich in das Zelt und Ennis bleibt bei dem erlöschenden Feuer. In der Nacht wird Jack von Ennis' lautem Zähneklappern geweckt. Er fordert den frierenden Ennis auf, in das Zelt zu kommen. Als sie nebeneinander liegen, zieht Jack im Halbschlaf Ennis' Arm über seine Schulter; in dem Moment springt Ennis auf und die Situation scheint zu eskalieren. Jack versucht ihn zu küssen. Nach einiger Abwehr von Ennis kommt es schließlich explositionsartig zum Sex zwischen den beiden Männern, wobei es Ennis und nicht Jack ist, der den aktiven Part übernimmt. Am nächsten Tag tut Ennis das Geschehene als eine einmalige Sache ab. Beide Männer betonen, nicht schwul zu sein und versichern sich gegenseitig, niemals jemanden davon zu erzählen. Doch am Abend bleibt Ennis wieder im Lager und geht zu Jack in das Zelt. Ennis entschuldigt sich bei Jack für sein grobes und ablehnendes Verhalten und sie beginnen, sich zu umarmen, zu küssen und sexuell aktiv zu werden. Der Winter bricht unerwartet früh herein, so dass sie schon im August – einen Monat früher als geplant – die Herde heruntertreiben. Das Ende der Arbeit scheint auch das Ende der eben begonnen intimen Beziehung zu sein. Ennis ist zornig und behauptet, das Wetter betrüge sie um einen Monatslohn, und er weigert sich zunächst, den Berg zu verlassen. Während Jack das Zelt abbaut, sitzt Ennis alleine abseits auf einer Wiese und kommt offensichtlich nicht mit dem plötzlichen Abbruch der gemeinsamen Zeit zurecht. Ennis ist klar, dass es außerhalb des „verwunschenen Gartens“ Brokeback Mountain keine gemeinsame Zukunft geben kann, er zumindest keine Lösung für eine gemeinsame Zukunft hat, was ihn bewegungslos und wütend macht. Diese Angst teilt Jack nicht und er versucht, Ennis mit einem Lasso zu fangen, dabei kommt es unerwartet zu einer heftigen Schlägerei zwischen den beiden, und es fließt Blut, das sowohl Jacks dunkelblaues Jeanshemd als auch Ennis' hellkariertes Flanellhemd befleckt. Auf den Vorschlag von Jack, sich in der nächsten Saison wieder in Brokeback Mountain zu treffen, geht Ennis nicht weiter ein. Ohne eine Umarmung oder irgendeine Bezeugung ihrer Freundschaft oder gar Liebe trennen sie sich. Ennis läuft die Straße entlang, geht nach wenigen Schritten in eine Seitengasse und bricht schluchzend und wütend an einer Hauswand zusammen. Sein Gefühlsausbruch und die jä aufkommende Verzweiflung sind auch körperlich so heftig, dass Ennis sich sogar beinahe übergeben muß.

Jack fragt ein Jahr später wieder nach Arbeit als Hirte in Brokeback Mountain, in der Hoffnung, dass sein Freund Ennis dasselbe tut. Der Vermittler hatte jedoch die Liaison der beiden im Vorjahr beobachtet und macht Jack unmissverständlich klar, dass er für Männer (die sich die Stange halten) wie ihn keine Arbeit hat.

Nach der Trennung von Jack kehrt Ennis zu seiner Verlobten Alma zurück, die er drei Monate später heiratet und mit der er zunächst in die Nähe der Stadt Riverton, Wyoming, und dann in die Stadt selbst zieht. Vier Jahre später − Ennis hat gemeinsam mit Alma zwei Töchter − erreicht ihn eine Postkarte, auf der Jack sein baldiges Eintreffen in Riverton ankündigt. Die Postkarte ist eine Ansichtskarte mit dem Motiv des Brokeback Mountain. Ennis kann das Wiedersehen mit seinem Freund kaum abwarten und zieht sich sein bestes Hemd an. Auch kann er vor Alma kaum seine Wiedersehensfreude verbergen, als er auf Jacks Ankunft wartet. Ihrer Leidenschaft erliegend, küssen sich die beiden bei ihrem Zusammentreffen unter einem Treppenabsatz, nicht ahnend, dass Alma sie dabei zufällig durch das Fenster beobachtet. Jack hat in den vergangenen Jahren in Texas Bullen bei Rodeos geritten und Lureen, die Tochter eines reichen Landmaschinenhändlers, geheiratet, mit der er einen acht Monate alten Sohn hat. Jack und Ennis fahren in ein Motel, wo sie miteinander schlafen und reden. Sie beschließen, sich von nun an zu gemeinsamen Treffen am Brokeback Mountain zu verabreden, und verbringen zwei Mal im Jahr ihre Zeit auf angeblichen Angelausflügen. Trotz ihrer Verabredung, sich heimlich zu treffen und ihre Homosexualität bei diesen Treffen auszuleben, wagen sie jedoch nicht den Schritt, ihre Frauen und Kinder zu verlassen und eine feste Beziehung miteinander einzugehen. Vor allem Ennis ist gegen eine gemeinsame Zukunft, da er sich an ein traumatisches Erlebnis aus seiner Kindheit erinnert. Als er neun Jahre alt war, zeigte ihm sein Vater die Leiche eines homosexuellen Ranchers, der wegen seiner Homosexualität ermordet worden war, indem er an seinem Penis zu Tode geschleift wurde, bis dieser abriss und er verblutete. Nach der Erzählung von Ennis kannte er den schwulen Rancher und er beschreibt ihn als sympathischen Kerl. Dieses einschneidende Erlebnis erklärt seine zwanghafte Angst, dass jemand in seinem Umfeld etwas von der Beziehung zu einem Mann mitbekommen könnte und seine Wut auf die Gesellschaft, die das nicht zulässt. In diesem Spannungsfeld erscheint Ennis der Brokeback Mountain, in dem er und Jack, außerhalb der Gesellschaft, ihrer Liebe nachgehen können, als die einzige Möglichkeit. Außerhalb von Brokeback Mountain zwingt er sich, aufgrund des traumatischen Kindheitserlebnisses und der Angst vor Entdeckung, ein möglichst angepasstes Leben zu führen.

Als sie Jahre vergehen, nehmen die Spannungen zwischen Ennis und Alma zu. 1975, als die Töchter neun und sieben Jahre alt sind, lässt sich Alma von Ennis scheiden und heiratet einen Lebensmittelhändler aus Riverton, für den sie jahrelang gearbeitet hat. Nachdem Jack von der Scheidung gehört hat, macht er sich sofort auf den Weg zu Ennis in der Hoffnung, dass jetzt sein Traum von einem gemeinsamen Leben in Erfüllung geht. Als Jack am Treffpunkt mit Ennis ankommt, hat dieser seine beiden Töchter bei sich und geht nicht auf Jack ein, sondern weist ihn, wie so oft, zurück. Er möchte das Wochenende lieber mit seinen Kindern verbringen. Daraufhin fährt Jack enttäuscht und weinend ab und weiter nach Mexiko, wo er zum ersten Mal Kontakt zu Männern aus der Strichermilieu sucht. Auch seine Ehe leidet unter Spannungen. Jack und Lureen sind sich nicht über die Erziehung des Sohnes einig, sie arbeitet zu viel, er kümmert sich zu wenig um sie. Zu den Spannungen trägt auch Lureens Vater bei, der den Schwiegersohn seit Jahren spüren lässt, dass er nichts von ihm hält. An Thanksgiving 1977 gelingt es Jack allerdings, sich in seinem Haus bei einem Streit während des Familienessens gegen seinen Schwiegervater durchzusetzen, und diesem klarzumachen, dass er, Jack, in diesem Haus der Mann und Familienvater sei. Das läßt die Ehe mit Lureen kurz wieder etwas besser werden. Nachdem sie während der Ehe immer geschwiegen hatte, macht Alma Ennis am selben Thanksgiving indirekt klar, dass sie darüber Bescheid weiß, dass er und Jack mehr sind als nur "Anglerfreunde". Sie baut Ennis eine goldene Brücke, sich ihr zu offenbaren, aber er schafft es nicht, in Worte zu fassen, wer er ist. Als Jack am Treffpunkt mit Ennis ankommt, hat dieser seine beiden Töchter bei sich und geht nicht auf Jack ein, sondern weist ihn, wie so oft, zurück. Er möchte das Wochenende lieber mit seinen Kindern verbringen. Daraufhin fährt Jack enttäuscht und weinend ab und weiter nach Mexiko, wo er zum ersten Mal Kontakt zu Männern aus der Strichermilieu sucht.

Ennis nimmt bald darauf wieder die Rancharbeit auf und zieht durch Wyoming. Die nächsten Jahre über treffen sich Ennis und Jack sporadisch und unternehmen Ausflüge in die einsame Brokeback-Mountain-Gebirgslandschaft. Doch die Zeit fliegt davon, und vor allem Jack ist unglücklich über die Situation. Jack gesteht Ennis beim letzten Treffen 1983, 20 Jahre nachdem sie sich kennengelernt haben, dass er ihn manchmal so vermisst, dass er das nur schwer ertragen kann. Ennis schweigt. Als Jack am nächsten Morgen erfährt, dass Ennis wegen einer Arbeit, die er angenommen hat, erst wieder im November Zeit für ein Treffen hat, rastet Jack aus. Er ist enttäuscht, dass Ennis in der vergangenen Woche kein Wort darüber verloren hat und er wieder Monate bis zum nächsten Treffen warten muss. Er will Ennis überzeugen, mit ihm nach Mexiko zu gehen, wo das Leben für Schwule einfacher ist. Ennis hat gehört, was in Mexiko möglich ist, er wird aggressiv und wirft Jack vor, dass das nur für Männer wie ihn etwas sei. Jack gesteht, dass er schon in Mexiko war und Sex mit anderen Männern hatte. Darauf droht Ennis Jack, ihn umbringen zu können, dafür, was er dort getan hat. Jack wirft Ennis vor, dass sie zusammen ein wirklich gutes Leben hätten haben können, aber nichts weiter passiert ist, als zwei Treffen im Jahr und sie nie genug Zeit füreinander hatten, er aber keinen Weg weiß, wie er Ennis vergessen kann. Ennis bricht bei dem Streit zusammen und gesteht, dass er so nicht mehr weiter machen könne. An dieser Stelle ist im Film eine Rückblende auf die gemeinsame Zeit am Brokeback Mountain 1963 eingebaut: Ennis umarmt Jack von hinten und summt ein Lied, während Jack die Augen schließt und den Kopf senkt.

Trotz ihrer Auseinandersetzung trennen sich Ennis und Jack in Freundschaft. Ennis trennt sich kurz darauf von seiner Lebensgefährtin, mit der er seit 1978 zusammenlebt. Sie stellt ihn zur Rede, jedoch auch bei dieser Frau schafft er es nicht, die Wahrheit zu sagen.

Monate später kommt Ennis Postkarte, mittels derer er sich mit Jack im November verabreden wollte, mit dem Vermerk „verstorben“ zurück. Ennis ruft bei Jacks Frau an, um zu erfahren, was passiert ist. Sie erzählt eine Geschichte, dass bei einer Panne der Autoreifen während des Aufpumpens geplatzt sei und ihm dabei die Felge ins Gesicht geschlagen ist. Jack seien die Nase und der Kiefer zertrümmert worden und er sei bewusstlos an seinem eigenen Blut erstickt. Während dieser Erzählung sind Filmszenen zu sehen, wie Jack von drei Männern zusammengeschlagen wird.

Ennis reist zu Jacks Eltern nach Lightning Flat, um den letzten Wunsch seines Freundes zu erfüllen und seine Asche auf dem Brokeback Mountain zu verstreuen. Jacks Mutter empfängt Ennis herzlich, während der Vater sehr zurückhaltend reagiert. Er erfährt, dass Jack jedes Jahr seine Eltern besucht und ihnen gegenüber immer wieder erwähnt habe, dass er plane, sich scheiden zu lassen, um mit Ennis eine Blockhütte in der Nähe zu errichten und die Farm seiner Eltern zu bewirtschaften. Einige Monate vor seinem Tod habe er sich entschlossen, mit einem Nachbarn aus Texas seine lang gehegten Pläne zu verwirklichen.

In Jacks altem Zimmer entdeckt Ennis in einer Nische zwischen Schrank- und Zimmerwand das blutverschmierte Jeanshemd, das Jack 1963 an ihrem letzten gemeinsamen Tag auf dem Brokeback getragen hatte. Als Ennis es nimmt, fällt ihm auf, dass sein eigenes Hemd - das karierte Flanellhemd - vom Kragen bis zu den Ärmeln gänzlich in Jacks Hemd eingefügt wurde. Ennis hatte es bei der Abreise vermisst; jetzt wird ihm klar, dass Jack es an sich genommen hatte. Am Ende weigert sich Jacks Vater, Ennis die Asche seines Freunds am Brokeback Mountain verstreuen zu lassen. Nachdem Ennis nie gekommen ist, um mit Jack bei seinen Eltern zu bleiben, und Jack letztendlich im Frühjahr einen Freund aus Texas mitgebracht hatte, glaubt der Vater nicht mehr an den letzten Wunsch von Jack. Trotzdem heißt er Ennis in der Familie willkommen und die Mutter fragt ihn, ob er wiederkommt.

Mitte der 1980er Jahre lebt Ennis in einem Wohnwagen, als ihn Alma Junior, die ältere seiner beiden Töchter, besucht, um ihn über ihre anstehende Hochzeit zu informieren. Er nimmt dies zunächst widerwillig zur Kenntnis. Dann ändert sich seine Stimmung, er stößt mit seiner Tochter auf deren glückliche Zukunft an und sagt sein Kommen zu. Alma Junior vergisst bei ihrer Abreise ihre Strickjacke. Ennis legt sie zusammen und geht zum Kleiderschrank, um sie dort zu verstauen. Als er den Schrank öffnet, schwenkt die Kamera auf die Innenseite der Schranktür. Dort hängen die beiden Hemden auf einem Kleiderbügel übereinander. Diesmal hängt jedoch Ennis' Hemd über dem von Jack. Daneben hängt die Postkarte mit der Ansicht des Brokeback Mountain, die Jack Ennis vor ihrem ersten Wiedersehen geschickt hatte. Ennis schließt einen Knopf von Jacks Hemd und sagt mit Tränen in den Augen: „Jack, ich schwör's dir …“ Mit dieser Einstellung endet der Film.

Der Film basiert auf einer Kurzgeschichte der US-amerikanischen Schriftstellerin E. Annie Proulx, die am 13. Oktober 1997 in einer Ausgabe des Magazins The New Yorker erschien. Die Kurzgeschichte wurde von den Kritikern gelobt und gewann 1998 den O. Henry Award und den National Magazine Award. 1999 veröffentlichte Proulx eine überarbeitete Fassung von Brokeback Mountain in ihrem Anthologieband Weit draußen – Geschichten aus Wyoming (Originaltitel: Close range: Wyoming stories), die im selben Jahr mit dem Buchpreis des The New Yorker-Magazins ausgezeichnet und 2000 mit dem English-Speaking Union's Ambassador Book Award und Borders Original Voices Award in Fiction prämiert wurde.

Bereits im Jahre 1997 adaptierten der Schriftsteller und Pulitzerpreis-Gewinner Larry McMurtry und Drehbuchautorin und Filmproduzentin Diana Ossana Proulx' Kurzgeschichte für die Kinoleinwand. Die Filmstudios zögerten aber, das Drehbuch zu verfilmen, da die Darstellung von sich liebenden Cowboys einem Tabubruch gleichkam. Mit der Verfilmung des Stoffes, für den sich auch die US-amerikanischen Regisseure Joel Schumacher und Gus Van Sant interessierten, wurde am 14. Juli 2004 unter der Regie des Taiwaners Ang Lee begonnen. Gedreht wurde unter anderem im kanadischen Calgary und Fort Macleod sowie im US-amerikanischen La Mesilla in New Mexico.

Brokeback Mountain feierte seine Premiere am 2. September 2005 bei den Filmfestspielen von Venedig. Nachdem der Film unter anderem am 3. September 2005 auf dem Toronto Film Festival und am 23. Oktober 2005 auf dem Paris Gay and Lesbian Film Festival gezeigt wurde, startete Ang Lees Drama am 9. Dezember 2005 in fünf ausgewählten Kinos in New York, Los Angeles und San Francisco. In nur drei Tagen konnte Brokeback Mountain einen Umsatz von 544.549 US-Dollar einspielen und stellte damit einen Box Office-Rekord aller im Jahr 2005 gestarteten Filme auf. Bis zum 18. Dezember 2005 wurde ein Brutto-Gewinn von 2,5 Millionen US-Dollar an den Kinokassen verzeichnet und Brokeback Mountain stieg mit Platz acht in die US-amerikanischen Kinocharts ein. Der Film wurde von Kritikern und Publikum begeistert aufgenommen. Man wertete ihn als große Filmkunst und sagte Regisseur Ang Lee nach, er habe mit dem „schwulen Western“ ein neues Genre kreiert. Ang Lee wehrt sich in Interviews gegen diese Kategorisierung, da im Mittelpunkt die emotionalen, tragischen und verzweifelten Momente einer unerfüllten Liebe stehen.

Die Bedeutung des Filmdramas, das auch bei diversen Online-Umfragen die Liste der besten Filme 2005 anführt (unter anderem bei der Internet-Filmdatenbank imdb.com), bekommt aber zunehmend auch eine politische Komponente. Der Film bekam viel Lob von Kritikern und Zuschauern, löste aber vorwiegend in den USA auch kontroverse Diskussionen aus.

Die Darstellung einer Liebesbeziehung zwischen zwei Cowboys im US-amerikanischen Kino sorgte schon bald für erhebliches Aufsehen und teilweise Empörung. Der Begriff „Schwule Cowboys“ stand bald für eine homoerotische bis homophobe Metapher in den Diskursen um männerbündische Gesellschaften und diesen Film.

In der Schwulenbewegung und -szene sorgte der Film für die Stilisierung der Figur des „Schwulen Cowboys“ zu einer tabubrechenden Galionsfigur als auch zu einem markanten Sexidol. Die Enttäuschung darüber, dass nicht Brokeback Mountain, sondern L.A. Crash den Oscar als Bester Film erhielt, wurde allerdings auch von einigen nicht schwulen Kommentatoren als Symptom einer institutionell gewordenen Homophobie der Filmacademy interpretiert.

Bei einer Ausstrahlung des Films im öffentlich-rechtlichen italienischen Fernsehsender Rai Due im Dezember 2008 um 23 Uhr wurden zwei homosexuelle Liebesszenen aus dem Film herausgeschnitten, während deutlichere heterosexuelle und gewalttätige Szenen gezeigt wurden. Die zensierten Sequenzen waren eine Kussszene und die angedeutete Bettszene im Zelt am Brokeback Mountain. Der Inhalt des Films wurde damit wesentlich verändert und unwissenden Zusehern wurde die Art der Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren verschleiert. Das Staatsfernsehen gab zunächst an, nicht für die Kürzungen verantwortlich zu sein, sondern den Film in dieser Fassung vom Vertrieb bekommen zu haben. Der Direktor des Staatsfernsehens, Claudio Petruccioli, entschuldigte sich für den „Irrtum“ und Rai-Due-Chef Antonio Marano kündigte an, den Film nach Weihnachten in voller Länge zu zeigen.

Hauptverantwortlich für die Filmmusik zu Brokeback Mountain zeichnet sich der Argentinier Gustavo Santaolalla. Zu seinen früheren Werken gehören die Filmmusiken zu Amores Perros und Die Reise des jungen Che (Motorcycle Diaries). Für die Filmmusik zu Brokeback Mountain wurden sowohl neu komponierte Instrumentalstücke als auch Songs bekannter Folk- und Country-Künstler verwendet. Teilweise wurden neue Songs von den Künstlern aufgenommen, zum Teil aber auch bekannte Klassiker neu arrangiert. Zu den beteiligten Künstlern zählen u.a. Willie Nelson, Rufus Wainwright, Linda Ronstadt oder Emmylou Harris. Der mit einem Golden Globe ausgezeichnete Titel „A Love That Will Never Grow Old“ wurde von Santaolalla gemeinsam mit Bernie Taupin komponiert, gesungen wird er von Emmylou Harris. Die spanische Version von Quizás, quizás, quizás wird ebenfalls im Film verwendet. Die Filmmusik wurde mit einem Oscar ausgezeichnet.

Brokeback Mountain galt mit acht Nominierungen als Favorit für die 78. Oscar-Verleihung im Jahr 2006, die Produktion konnte sich jedoch nicht gegen den Gewinnerfilm L.A. Crash von Paul Haggis durchsetzen. Ang Lees Drama wurde in den Kategorien Beste Regie, Drehbuch und Filmmusik prämiert. Ebenfalls nominiert für den Academy Award waren Hauptdarsteller Heath Ledger, der sich Philip Seymour Hoffman (Capote) geschlagen geben musste, während die Nebendarsteller Jake Gyllenhaal und Michelle Williams gegenüber den favorisierten George Clooney (Syriana) und Rachel Weisz (Der ewige Gärtner) das Nachsehen hatten. Weiterhin erhielt Brokeback Mountain den Golden Globe als bestes Drama, den britischen Filmpreis BAFTA sowie eine Vielzahl an weiteren Auszeichnungen.

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Taiwan

Übersichtskarte Taiwans

Taiwan (chin. 臺灣 / 台湾, Táiwān, W.-G. T’ai-wan, Zhuyin ㄊㄞˊ ㄨㄢ) ist eine Insel vor dem chinesischen Festland im West-Pazifik, getrennt durch die Taiwan-Straße. Die Hauptstadt ist Taipeh. Taiwan wurde 1945 nach Ende des Zweiten Weltkrieges und der Niederlage der Japaner in die Republik China eingegliedert. Es bildet seit 1949 den Hauptteil der Republik, nachdem sich die Truppen Chiang Kai-Sheks nach dem verlorenen Bürgerkrieg gegen die Rote Armee Mao Zedongs auf die Insel zurückgezogen hatten. Gleichzeitig wird Taiwan von der Volksrepublik China beansprucht, wurde jedoch nie von ihr kontrolliert. Dies schlägt sich im Taiwan-Konflikt nieder. Administrativ ist die Insel bei beiden Staaten als Teil der Provinz Taiwan zugeordnet.

Bekannt ist die Insel auch unter dem vor allem früher im Westen verwendeten Namen Formosa, der ihr von portugiesischen Seefahren verliehen wurde (nach „Ilha formosa“, Portugiesisch für „schöne Insel“). In China ist bereits seit dem 16. Jahrhundert der Name „Taiwan“ gebräuchlich, bei dem es sich wahrscheinlich um ein Lehnwort aus einer Ureinwohnersprache handelt. Der Name bezeichnete ursprünglich sowohl die gesamte Insel wie die damalige Hauptstadt (das heutige Tainan) im Süden der Insel. Die Gründung der Stadt geht auf die Niederländische Ostindien-Kompanie zurück, die 1623 das Fort Zeelandia sowie eine weitere Festung im Herzen des heutigen Tainan errichtete.

Unter Taiwan wird außerdem ein (de facto) souveräner chinesischer Staat verstanden, der sich offiziell Republik China (chin. 中華民國 / 中华民国, Zhōnghuá Mínguó, W.-G. Chung-hua Min-kuo) nennt, der im Westen früher manchmal auch als National-China bezeichnet wurde. International wird die unabhängige Insel nur von wenigen Regierungen de jure als Staat anerkannt.

Die Insel Taiwan erstreckt sich über eine Fläche von 35.801 km² (zum Vergleich: die Fläche Baden-Württembergs beträgt 35.752 km²). Die Insel ist 394 km lang, die maximale Breite beträgt 144 km. Sie wird im Westen durch die an der engsten Stelle 130 km breite Taiwan-Straße vom chinesischen Festland getrennt, im Süden trennt die Straße von Luzon Taiwan von den Philippinen. Östlich begrenzt das Philippinenbecken Taiwan. Im Nordosten schließt sich Taiwan an die zu Japan gehörende Inselkette der Ryūkyū-Inseln an, die das flache Ostchinesische Meer vom übrigen Pazifik abgrenzt.

Charakteristisch für Taiwan ist die auf der Landkarte einer Süßkartoffel ähnelnde Form, aufgrund derer sich die Min Nan Ureinwohner auch als „Kinder der Süßkartoffel“ bezeichnen. Eine andere Interpretation der Form ist die Vorstellung von einem „Wal im Meer“.

Taiwan wird ähnlich wie Japan häufig von Erdbeben heimgesucht, was besondere Sicherheitsstandards bei Gebäuden und Infrastruktur erfordert.

Der Wendekreis des Krebses, der die Klimagrenze zwischen Tropen und Subtropen markiert, durchläuft die Insel genau an ihrer höchsten Erhebung, dem Yu Shan mit 3.952 Meter Höhe. Im nördlichen Teil herrscht entsprechend ein subtropisches Klima, der Süden ist unter Berücksichtigung des klimatischen Einflusses der jeweiligen Höhenlage vorherrschend tropisch. Aufgrund der hohen Gebirge findet sich in den Höhenlagen auch im südlichen Teil ein – vorwiegend von tageszeitlichen Schwankungen geprägtes – gemäßigtes Klima. Im Winter weht ein kräftiger Monsun aus Nordosten, im Sommer ein starker Monsun aus Südwest, der starke Regenfälle mit sich bringt. Von Mai bis Oktober wird die Insel häufig von Taifunen heimgesucht. Im Winter kommt es in den Höhenlagen – vor allem über 3.000 Meter – zu vereinzelten Schneefällen. Einer der bekanntesten Orte hierfür ist der an einer 3.275 Meter hohen Passstraße im Landkreis Nantou gelegene Hehuanshan, was übersetzt „Berg der harmonischen Freude“ bedeutet. Die Durchschnittstemperaturen betragen im Februar 12 °C und im Juli 25 °C.

Die Insel besteht zu rund zwei Dritteln aus Gebirge, das sich als Kette von Norden nach Süden über die östliche Hälfte der Insel erstreckt. Den Westen der Insel bildet eine flache, von Tälern der im Gebirge entspringenden Flüsse durchzogene fruchtbare, heute stark besiedelte Ebene. Nach Osten steigt diese Ebene bis zur zentralen Gebirgskette an, die über 200 Gipfel mit mehr als 3.000 Meter Höhe aufweist. In ihrer Mitte liegt der Yu Shan (übersetzt Jadeberg), die mit 3.952 m ü. d. M. höchste Erhebung der Insel. Die im Vergleich zu den Alpen meist schmalen Täler sind von steil ansteigenden Hängen flankiert und wurden teils bis auf über 2.000 Meter Höhe durch Terrassierung besonders für Tee- und Obstanbau landwirtschaftlich nutzbar gemacht.

Entlang des mittleren Teils der Ostküste erstreckt sich das schmale bis zu 1.682 m hohe Küstengebirge, welches durch den stark erdbebengefährdeten Huatung-Graben vom zentralen Gebirgszug getrennt ist und steil zum Meer hin abfällt. Weiter nördlich reicht das Zentralgebirge direkt bis an den Pazifik. An diesem Teil der Ostküste liegt die Tarokoschlucht, ein bis zu 600 Meter tief in Marmorfelsen eingeschnittenes Flusstal, welches zu den größten Natursehenswürdigkeiten Taiwans zählt. Der an der Westseite des Zentralgebirges im geografischen Zentrum der Insel auf 762 m ü. d. M. gelegene Sonne-Mond-See ist das größte Binnengewässer Taiwans und wird durch seine Höhenlage als Speicherkraftwerk zur Erzeugung hydroelektrischer Energie genutzt.

Taiwan liegt an der Westkante des Pazifischen Feuerrings, wo die philippinische tektonische Platte mit der Landmasse Eurasiens zusammenstößt. Die dabei entstehenden permanenten Reibungen sind die Ursache von steilen Bergen, Erdbeben und Vulkanen. Die Vulkane sind alle bis heute erloschen, jedoch sind die Magmaherde immer noch aktiv und die Ursache von zahlreichen Heißen Quellen. Zwei kleine im Südosten vorgelagerte Inseln – die Orchideeninsel und die Grüne Insel – waren ursprünglich Vulkane.

Eine Hauptstörungszone, genauer eine Hauptbruchlinie, verläuft geradewegs der Ostküste entlang gen Süden, was die Ursache für regelmäßige Erschütterungen ist. Jährlich finden mehrere Erdbeben statt von geringen Stärken (2 – 3) bis zu 8 auf der Richterskala. Die Stärke 8 wurde seit 1995 nicht mehr erreicht, als ein nächtliches Erdbeben eine Schule zerstörte, in der sich keine Schüler befanden. Größere Schäden in weiten Teilen der Insel richtete jedoch ein Erdbeben der Stärke 7,6 am 20. September 1999 an, welches über 1.500 Todesopfer forderte. Die Gefahr, dass Erdbeben dieser Stärke wieder auftreten, besteht weiterhin, besonders an der Ostküste.

Wegen des teils tropischen, teils subtropischen Klimas war Taiwan bis vor einigen Jahrhunderten eine fast reine Waldinsel. Allerdings sind die Waldbestände verstärkt während der japanischen Herrschaft, insbesondere während des Zweiten Weltkrieges, dezimiert worden, da Holz für militärische Zwecke gebraucht wurde. Daneben wurde in dieser Zeit das Holz für den Bau von Schreinen und den zugehörigen Brandopfern gebraucht. Heute bestehen mit den wiederaufgeforsteten Gebieten etwa 55 Prozent Taiwans aus Wäldern und Kulturwald. Viele ursprünglich endemische Arten sind verschleppt worden. In den Bergen bestehen sie meist aus Zypressen (besonders Scheinzypressen), Machandeln, Tannen, Kiefern, Fichten, Bambus, Azaleen sowie Laubbäumen. Der Campherbaum wurde durch exzessive wirtschaftliche Abholzung fast ausgerottet, da Kampfer in der Vergangenheit Taiwans Hauptexportgut war.

Taiwans Fauna wurde in der jüngsten Vergangenheit schwer beeinträchtigt. Die Industrie hat an der Westküste die Feuchtgebiete stark geschädigt, welche einst eine große Anzahl an Vögeln beherbergten.

Die Abholzung hat sich auf die Fauna nachteilig ausgewirkt. An der Ostküste wurden Teile der Wälder rekultiviert, was die Anzahl der Tiere dort wieder steigen lässt. Säugetiere wie der Taiwanische Schwarzbär (Ursus thibetanus formosus), der Sambar, der chinesische Muntjak (Muntiacus reevesi), der Sikahirsch und die formosianische Gorale werden geschützt, aber diese in der freien Wildbahn anzutreffen, gelingt nur sehr selten. Vögeln wird bei der Wiederaufforstung eine hohe Aufmerksamkeit geschenkt, daher gibt es diese in einer großen Artenvielfalt, besonders auf den Penghu Inseln. Einige davon sind die Hühnerfasane (besonders die Art Lophura swinhoii), die zu den Rabenvögeln gehörende Formosa-Schweifkitta (engl. Artikel), der Weißschwanz-Tropikvogel, der Schneereiher, der Löffler und der Bindenfregattvogel.

Die Amphibienfauna ist mit 41 Spezies recht artenreich; auch mehrere stark gefährdete Arten befinden sich darunter. Sogar der größte Lurch der Welt, der Chinesische Riesensalamander, soll in Taiwan noch vorkommen – allerdings ist diese Art insgesamt akut vom Aussterben bedroht. Im Einzelnen gehören fünf Schwanzlurch- und 36 Froschlurcharten zur Tierwelt (drei Vertreter der Familie Winkelzahnmolche, einer der Riesensalamander, einer der Echten Salamander, drei Krötenarten, ein Laubfrosch, vier Engmaulfrösche, 16 Echte Frösche und zwölf Arten der Ruderfrösche). Die Aga-Kröte ist keine ursprünglich einheimische Art, sondern wurde vom Menschen eingeführt.

Wegen der hohen Bevölkerungsdichte leiden viele Regionen Taiwans an den Folgen schwerer Umweltverschmutzung. Am schlimmsten sind die Areale um Taipeh und Tainan bis Kaohsiung betroffen. In der Vergangenheit wurde diese Verschmutzung besonders durch Autos, Motorroller und Fabriken verursacht, als noch Blei ohne Bedenken benutzt wurde. Dies änderte sich nach der Gründung einer Umweltbehörde, die schon messbare Effekte in der Luftqualität erreicht hat.

Die Bodenverschmutzung ist besonders durch die neuere Schwerindustrie bedingt. Die steigende Anzahl an Giften im Boden ist eine stetig wachsende Herausforderung und schadet unmittelbar der Wirtschaft, da der agrikulturelle Export einen recht hohen Anteil hat. Auch die Wasserverschmutzung ist ein großes Problem, da zirka 90 Prozent der Abwässer ungeklärt in Flüsse und das Meer geleitet werden. Nach Schätzungen würde die Reinigung der Flüsse mehrere Milliarden US-Dollar kosten.

Die Kampferölgewinnung und Rohzuckerproduktion waren die wichtigsten Cash Crops seit dem 19. Jahrhundert bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Exportanteil dieser beider Branchen sank jedoch nicht nur, weil die Ressourcen hierfür langsam zur Neige gingen, sondern auch wegen der geringeren Nachfrage auf dem internationalen Markt.

Heutzutage machen Produkte aus der Agrikultur den Hauptteil der Exportprodukte aus. Binnenländische Produkte wie Früchte (Bananen, Guaven, Litschi und Javaäpfel), Reis, Fisch und Tee werden hauptsächlich exportiert. (Taiwaner bezeichnen Taiwan oft als „Fruchtexportland Nr. 1“, was jedoch bisher nicht verifiziert werden konnte.) Der Exporthandel musste jedoch seit 2001 zurückgehende Gewinne verzeichnen, nachdem die Republik China der Welthandelsorganisation beitrat.

Wegen der exzessiven Ausbeutung während Taiwans jüngster Geschichte sind mineralische Ressourcen wie Kohle, Gold und Marmor sehr rar, weswegen die Republik Einlagen an Kohle, Gas und Öl einrichtete. Die verbliebenen Waldbestände wurden unter Naturschutz gestellt und durch Aufforstung erweitert.

Die Wasserqualität ist durchschnittlich gut, jedoch empfiehlt die Regierung Wasser aus dem Wasserhahn abzukochen. Der Kalkgehalt liegt bei durchschnittlichen 10°dH.

Die Elektrizität wird zu 55 Prozent durch Kohle, zu 18 Prozent nuklear, zu 17 Prozent aus Erdgas und zu je 5 Prozent aus Öl und erneuerbaren Ressourcen erzeugt. Öl und Gas für Transportmittel und zur Stromgewinnung müssen importiert werden, was die Wirtschaft Taiwans von konjunkturellen Schwankungen auf dem Energiemarkt abhängig macht. Aufgrund dessen beschloss das Exekutiv-Yuan, den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromgewinnung von 5 Prozent auf 10 Prozent bis zum Jahr 2010 zu erhöhen. Mittlerweile wurden schon einige Windkraftwerke von deutschen und amerikanischen Firmen installiert, auch die Solarenergie wird immer interessanter für taiwanesische Firmen, zumal die Technologie der erneuerbaren Energien ein mögliches Exportprodukt für die Insel ist.

Die Regierung Taiwans will in der nahen Zukunft eine verbindliche Politik zur Reduzierung des Treibhausgasausstoßes von Taiwan festlegen. Nach ersten Angaben des stellvertretenden Premierministers Qiu Yiren soll dabei bis zum Jahr 2025 das Niveau des CO2 Ausstosses von 2000 erreicht werden. 221 Millionen Tonnen CO2 wurden von Taiwan im Jahr 2000 ausgestoßen, bereits im Jahr 2005 hat sich dieser Ausstoss um 25% auf 276 Millionen Tonnen vergrößert.

Die ersten Siedlungsspuren stammen aus der Jungsteinzeit (etwa um 4000 v. Chr.), eine weitere Siedlungswelle vom chinesischen Festland her lässt sich für zirka 2500 v. Chr. nachweisen. Diese Periode war durch Ackerbau und eine Megalithkultur mit aufgerichteten Großsteinen gekennzeichnet, und durch Gräber aus Steinkisten.

Noch während der ersten Hälfte des 1. Jahrtausends unserer Zeitrechnung boten die indigenen Kulturen auf dem chinesischen Festland und den diesem vorgelagerten Inseln ein kulturell und linguistisch ähnliches Bild. Bis zum 17. Jahrhundert gab es jedoch kaum kulturelle Verbindungen zwischen Taiwan und China. Die indigenen Völker Taiwans pflegten Handelsbeziehungen sowohl mit China wie auch in Richtung Süden, z. B. mit den Philippinen.

Während der Sui-Dynastie soll es im Jahr 608 erstmals eine chinesische Expedition nach Taiwan gegeben haben. In der Anfang des 18. Jahrhunderts erschienenen ersten chinesischen Darstellung Taiwans (台湾府志/台灣府志 Taiwan Fuzhi – Schilderung des Distrikts Taiwan) ist als erste Expedition eine Reise des Admirals Zheng He im 15. Jahrhundert erwähnt, die jedoch ebenfalls nicht zweifelsfrei belegt ist.

1583 erreichten die Portugiesen als erste Europäer die Insel und nannten sie Formosa. 1624 besetzten niederländische Seefahrer und die Niederländische Ostindien-Kompanie den Süden der Insel und 1626 gründeten Spanier Niederlassungen bei Keelung und Tanshui.

Die erste größere chinesische Einwanderungswelle geht auf die niederländischen Kolonisatoren zurück, die ab 1624 Siedler anwarben. Um 1641 war etwa ein Drittel der Insel unter niederländischer Verwaltung. Die niederländische Kolonialverwaltung begann zudem mit der christlichen Missionierung der Ureinwohner und richtete die ersten öffentlichen Schulen ein. Das von den Niederländern eingeführte lateinische Alphabet hielt sich bis ins frühe 18. Jahrhundert.

Die niederländischen Kolonialherren wurden durch Koxinga (Zheng Cheng-Kung) vertrieben, einem Kriegsherrn, Piraten, Kaufmann chinesisch-japanischer Abstammung und Ming-Loyalisten. 1683 annektierten die neuen Herrscher in Peking, die von den siegreichen Mandschu gegründete Qing-Dynastie (1644–1911), die Insel.

Im Frieden von Shimonoseki musste China nach dem verlorenen chinesisch-japanischen Krieg von 1894/95 Formosa und die Pescadoren an Japan abtreten, wodurch Taiwan dem japanischen Kaiserreich bis 1945 als Provinz angegliedert wurde.

Die japanische Kolonialverwaltung brachte in jahrzehntelangen blutigen Auseinandersetzungen die Bergvölker unter ihre Kontrolle und richtete Schulen und Polizeistationen in den Dörfern ein. Die bis dahin übliche Kopfjagd wurde unterbunden, und es wurde versucht, den Shintoismus als Staatsreligion und -ideologie einzuführen.

1945 wurde Taiwan nach der japanischen Niederlage gemäß den alliierten Kriegszielen (Kairoer Erklärung) in die damalige Republik China unter Führung von Chiang Kai-shek eingegliedert, während auf dem chinesischen Festland der Bürgerkrieg zwischen der regierenden Kuomintang (KMT) und den chinesischen Kommunisten wieder aufflackerte. Die Truppen der Republik wurden von den Taiwanern zunächst begeistert begrüßt, doch kam es wegen allgegenwärtiger Korruption, galoppierender Inflation und wirtschaftlichen Niedergangs rasch zu Spannungen zwischen Taiwanern und der von der Kuomintang-Regierung eingesetzten Verwaltung, die sich beim Zwischenfall vom 28. Februar 1947 in einem blutig niedergeschlagenen Volksaufstand entluden. 1949 floh die Kuomintang-Regierung (KMT) unter Chiang Kai-shek nach ihrer Niederlage im chinesischen Bürgerkrieg auf die Insel.

Die Kuomintang regierte die Insel über vier Jahrzehnte als autoritären Einparteienstaat. 1987 hob die KMT das Kriegsrecht auf, die erste Oppositionspartei, die Demokratische Fortschrittspartei (DFP) wurde gegründet. Der lange aus Schulen, Behörden und Rundfunk verbannte taiwanische Dialekt erlebte eine Renaissance.

2000 wurde mit Chen Shui-bian erstmals ein Politiker der DFP (Demokratische Fortschrittspartei) Präsident. Er wurde 2004 knapp wiedergewählt und verfolgte außenpolitisch auch weiterhin eine strikte Politik einer nationalstaatlichen Eigenständigkeit.

Die Präsidentschaftswahlen am 22. März 2008 brachten nach zwei Amtszeiten von Chen Shui-bian einen Regierungswechsel. Zum neuen Präsidenten gewählt wurde der Kandidat der Kuomintang (KMT) Ma Ying-jeou.

Heute leben in Taiwan knapp 23 Mio. Menschen. Die Bevölkerung setzt sich zu 84 Prozent aus „Taiwanern“ (70 Prozent Hoklos, 15 Prozent Hakkas) und zu 14 Prozent aus „Festland-Chinesen“ zusammen. Alle drei Gruppen bestehen ethnisch überwiegend aus Han-Chinesen. Circa 2 Prozent der Bevölkerung gehören zu den Ureinwohner-Völkern.

Die Bevölkerungsdichte Taiwans ist mit 633 Einwohnern pro Quadratkilometer die zweithöchste aller Flächenstaaten weltweit (nach Bangladesch). Da überdies weite Teile der gebirgigen Insel fast unbewohnt sind, sind die Hauptsiedlungsgebiete in der westlichen Ebene mit den Metropolen Taichung, Tainan und der südlichen Hafenstadt Kaoshiung – der zweitgrößten Stadt des Landes – sowie im Norden um die Hauptstadt Taipeh extrem dicht besiedelt. Entsprechend hoch ist dort die Verstädterung.

Der Großteil der Bevölkerung ist chinesischer Abstammung, die in mehreren Immigrationswellen vom Festland einwanderte. Die einheimische Bevölkerung in den Ebenen wurde assimiliert, nur in den unzugänglichen Bergregionen konnten die indigenen Völker ihre Eigenständigkeit bis ins frühe 20. Jahrhundert bewahren. Heute werden von der Regierung der Republik China 13 Ureinwohner-Völker offiziell anerkannt, weitere streben nach Anerkennung (Gesamtzahl 2004: 400.000). Ihre Kulturen sind seit Ende des Zweiten Weltkriegs weitgehend untergegangen, beziehungsweise von der chinesischstämmigen Bevölkerungsmehrheit assimiliert worden. Seit Mitte der neunziger Jahre gibt es Bestrebungen, zumindest die Sprachen der Ureinwohner zu bewahren.

Als Holländer und Spanier im 17. Jahrhundert mit der Kolonisation begannen, lebte bereits eine geringe Zahl chinesischer Siedler auf der Insel, die Bevölkerungsmehrheit stellten jedoch austronesische indigene Völker dar (circa 250.000). Ende des 17. Jahrhunderts bis ins 20. Jahrhundert begann eine massive Zuwanderung von Han-Chinesen aus der chinesischen Provinz Fujian.

Im Jahr 1919 wurde die Bevölkerung auf ungefähr 3 Millionen Han-Chinesen, 100.000 Japaner und 120.000 Angehörige indigener Völker geschätzt. Mit der Kuomintang kamen 1949 etwa 1,5 Mio. Flüchtlinge aus allen Teilen Festlandchinas nach Taiwan, die mit ihren Nachkommen heute ungefähr 14% der Bevölkerung stellen.

Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts hat sich das Verhältnis von Han-Chinesen zu Angehörigen indigener Völker auf fast 80:1 verschoben; heute leben auf Taiwan über 22 Millionen Han-Chinesen und 400.000 Austronesier.

Am Sonne-Mond-See können alte Bräuche, Tänze und Riten der Ureinwohner von Besuchern in zwei nachgebauten Dörfern in einem Völkerkunde-Freilichtmuseum als Touristenprogramm erlebt werden.

Die offizielle Sprache der Republik China ist Hochchinesisch. Daneben spricht die Mehrheit der Bevölkerung Taiwanisch. Eine weitere bedeutende Sprachgruppe mit vielen Sprechern stellen die Hakka-Dialekte dar. Mit den festlandchinesischen Flüchtlingen sind 1949 darüber hinaus beinahe alle chinesischen Dialekte nach Taiwan gekommen. In der U-Bahn (MRT) in Taipeh werden die Stationen auf Hochchinesisch, Taiwanisch, Hakka und Englisch angesagt. Anders als auf dem Festland werden weiter die traditionellen chinesischen Schriftzeichen verwendet. Die Lateinische Schrift, die von Missionaren eingeführt wurde, diente in einigen Fällen zur Verschriftung der Sprachen der Ureinwohner.

Die Sprachen der Ureinwohner Taiwans gehören der austronesischen Sprachfamilie an. Folgende Völker der Ureinwohner sind als ethnische Minderheiten anerkannt: Ami, Atayal, Bunun, Kavalan, Paiwan, Puyuma, Rukai, Saisiyat, Sakizaya, Tao, Thao, Tsou und Truku (siehe Indigene Völker Taiwans). Heutzutage gehören nur etwa 2% der Bevölkerung diesen Volksgruppen an, noch weniger sprechen die Ureinwohnersprachen.

Um den Status dieser Sprachen zu verbessern, wurden die Ureinwohnersprachen neben Hochchinesisch, Taiwanisch und Hakka zu Nationalsprachen erklärt. Auch ein eigener Fernsehkanal für die Ureinwohner, auf dem Beiträge in verschiedenen Ureinwohnersprachen gesendet werden, wurde eingerichtet.

Die Religionen mit den meisten Anhängern (93 Prozent) sind der Buddhismus, der Konfuzianismus und der Taoismus, welche sich durch Elemente der anderen beiden Religionen bereichern, sodass die Trennlinie zwischen ihnen schwer zu ziehen ist. Die Ureinwohner haben in den vergangenen Jahrzehnten größtenteils den christlichen Glauben angenommen (3,9 Prozent der Gesamtbevölkerung), der Katholiken, Protestanten, neuapostolische Christen und Mormonen einschließt. Erste Missionierungsversuche gab es bereits im 17. Jahrhundert durch Niederländer und Spanier. Nur 0,2 Prozent sind Muslime.

Die drei bekanntesten frühchinesischen Werke sind Die Räuber vom Liang-Schan-Moor (水滸傳 / 水浒传, Shuǐhǔ Zhuàn „Wasserufergeschichte“), Der Traum der roten Kammer (chin. 石頭記 / 石头记, Shítóu Jì) und Die Reise nach Westen (chin. 吳承恩 / 吴承恩, Wú Chéngēn). Ein weiterer Klassiker ist Jin Ping Mei (chin. 金瓶梅, Jīn Píng Méi), die Geschichte über einen wohlhabenden Chinesen und seinen fünf Ehefrauen. (Das Buch ist in der Volksrepublik verboten, aber auf Taiwan noch erhältlich.) I Ging (chin. 易經 / 易经, Yì Jīng, W.-G. I Ching) wurde geschrieben, um die Zukunft zu bestimmen, wird jedoch von alten Chinesen als „Buch der Weisheit“ gehandhabt.

Auch sehr bekannt ist das Buch „Die Kunst des Kriegs“ (chin. 孫子兵法 / 孙子兵法, Sūnzǐ Bīngfǎ, engl. The Art of War), welches von Mao Zedong, jedoch nicht von Chaing Kaishek gelesen wurde. Erst zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstand eine autonome, taiwanesische Literatur. Das erste Buch, welches auch im Westen Aufmerksamkeit erregte war „Der hässliche Chinese“ (chin. 醜陋的中國人 / 丑陋的中国人, Chǒulòude Zhōngguórén, engl. The Ugly Chinaman) von Bo Yang, welches gegen die Regierung der Kuomintang unter dem Kriegsrecht geschrieben war. Kein weiterer Autor erreichte die gleiche Popularität wie Bo Yang im Westen, da die meisten Bücher nicht ins Englische übersetzt werden. Ein weiteres Buch, dass auch im Westen erhältlich ist, ist „Eine Familie in Taiwan“ (A Family in Taiwan), welches von dem Alltag eines 12-jährigen Mädchen und ihrer Familie handelt. „Chinesische Geschichten von Taiwan“ (Chinese Strories from Taiwan) wurde von Joseph Lau und Timothy Ross 1976 herausgegeben und wird heute noch gedruckt.

Der wesentliche Unterschied zwischen Chinesischem Theater und Westlichem Theater ist die Relevanz der Musik, die einen weitaus größeren Teil einnimmt und im Westen mehr der Oper zugeordnet wird. Die Chinesische Oper (chin. 戲曲 / 戏曲, Xìqǔ) ist sehr nah mit der Taiwanesischen Oper verwandt und integraler Teil dieser. Die Diaologe werden in Mandarin oder Taiwanesisch gehalten. Die Akteure kleiden sich in farbenprächtige Gewänder mit großen Masken. Einige Opern bieten eine englische Transkription auf einem Bildschirm nahe der Bühne an, jedoch werden die Opern im Original gehalten. Thematisch handelt es sich meist um Volkslegenden und Mythen auf deren Grundlage soziale, politische und spirituelle Aspekte dargestellt werden, früher oft auch mit großem Aktualitätsgehalt. Die Chinesische Oper datiert bis in die Tang-Dynastie zurück, als Kaiser Xuanzong (712–755) den Birnengarten (líyuán; 梨园) gründete, die erste berühmte Operntruppe in China, die hauptsächlich zu des Kaisers eigenem Amusement aufzutreten pflegte. Auf sie geht die heute noch für Schauspieler gebräuchliche Bezeichnung „Schüler des Birnengartens“ (梨园子弟) zurück.

Die Geschichte des chinesischsprachigen Films verläuft in drei unterschiedlichen Entwicklungslinien: dem Film in China, dem Film in Hongkong und dem Film in Taiwan. Der Film in Taiwan bildet neben dem vom Unterhaltungskino dominierten Film in Hongkong und dem staatlichen Reglementierungen unterworfenen Film in China eine eigenständige Filmkultur.

Taiwans bekanntester Regisseur ist Ang Lee der zuletzt Gefahr und Begierde drehte, welches als offizieller taiwanesischer Beitrag für die Nominierung um den besten nichtenglischsprachigen Film bei der Oscar-Verleihung 2008 ausgewählt wurde. Weitere Werke sind unter anderem Das Hochzeitsbankett und Eat Drink Man Woman. Der rote Faden durch viele Filme ist der Bruch zwischen Kindern und Eltern oder Taiwanern mit ihrer chinesischen Kultur. Die Schauspielerin Sylvia Chang spielte in Ang Lees Filmen sowie einigen Hong Kong-Produktionen mit. Ein weitere Regisseur ist Hou Hsiao-Hsien, ein auf dem Festland geborener Chinese, dessen Familie mit der Kuomintang nach Taiwan floh. Sein erstes medienwirksames Werk war „Eine Stadt der Traurigkeit“, welches sich mit dem Zwischenfall vom 28. Februar beschäftigt. Weitere Filme sind „Der Sandwichmann“ (The Sandwich Man), „Liebe, Wind, Staub“ (Dust in the Wind) und „Guter Mann, Gute Frau“ (Good Men, Good Women).

Musiker Taiwans waren lange Zeit in Asien sehr berühmt und viele wurden zu „Stars“. Ihre Musik ist mehr Softpop und balladenartig. Hardrock wird an sich als zu harsch und aufreibend empfunden, was das Rockgenre sehr klein bleiben lässt. Einige Popkünstler werden von der Rockmusik beeinflusst, lassen diese Tendenzen aber nur auf einigen Liedern eines Albums publizieren. Bis zur Aufhebung des Kriegsrechtes wurden taiwanesische Liedtexte in den Medien verboten. Aber nicht alle Künstler stammen aus Taiwan, viele von ihnen kommen vom Festland oder aus Hong Kong.

Teresa Teng gehört zu Taiwans berühmtesten Sängerinnen und begann ihre Karriere 1963 im Alter von 13 Jahren. Sie trat vor Soldaten an isolierten Grenzposten wie Kinmen oder Matsu auf. Daher wurde sie oft in Uniformen fotografiert und war für ihre harschen anti-kommunistischen Statements bekannt. Ihre Karriere wurde sehr von ihrem Vater unterstützt, einem hohen Militär. Interessanterweise hatte sie viele Fans in Hong Kong, Japan und Festlandchina. Mit der Aufhebung des Kriegsrechtes 1987 wurde es Taiwanern möglich, das Festland zu besuchen. Einige Musiker nutzten diese Chance und spielten vor Festland-Publikum, was Teresa Teng, damals 30, jedoch ablehnte. Ihre Konzerte in den 1980ern waren hauptsächlich für Waisen und Behinderte bestimmt, fanden aber nach wie vor auf Militärbasen statt. Nach ihrem Umzug nach Frankreich wurden diese Auftritte weniger. Sie war nicht verheiratet, hatte aber einen jüngeren, französischen Lebensgefährten. 1995 starb sie mit 42 Jahren an einem Asthmaanfall in Chiang Mai in Thailand. Sie wurde in Taiwan beerdigt und eine Statue wurde in der Nähe der „Autobahn 2“ errichtet, die zu einer Pilgerstätte für ihre Fans wurde. Neben der Statue spielt eine verdeckte Stereoanlage permanent Lieder von Teresa Teng.

Nicht nur von der chinesischen, auch von der Musik der Ureinwohner wurde der taiwanische Musikmarkt beeinflusst. Aus der Situation heraus, wirtschaftlich und kulturell langsam verdrängt zu werden, verkauften die Ureinwohner Kunst, Handwerk und Musik. Ihre Musik ist sehr mit ihren speziellen Tänzen verknüpft, welche sie eher in Touristenshows als auf persönlichen Festen aufführen.

Eine weitere Sängerin wurde ebenfalls sehr berühmt: Sherry Chang (chin. 張惠妹 / 张惠妹, Zhāng Huì-mèi), besser bekannt als A-mei. Sie sang anfangs oft mit ihrer jüngeren Schwester Saya und ihre Cousine Raya im Trio Amei-mei (chin. 阿妹妹, Āmèi-mèi „Ameis jüngere Schwester“).

Auch Rockmusik erfreut sich einer gewissen Beliebtheit. Die Band Power Station besteht aus zwei Brüdern des Paiwan-Stamms (siehe auch Gaoshan). Ihre Musik erinnert an die Hippie-Musik der westlichen 1960er, wie auch ihr Outfit: schulterlange Haare, Bluejeans, T-Shirts, Ohrringe und viel Schmuck. Beide spielen Gitarre und ihre Lieder handeln, ganz im Gegensatz zu denen der Teresa Teng und der A-mei von melancholischen Themen. Dies ist eher eine Ausnahme taiwanischen Musikgeschmackes, wo Stars mehr nach gut aussehenden College-Schülern aussehen, und ihre Lieder mehr vom glücklich-romantischen Leben handeln. Der melancholische Stil der Band kann auf das vergleichsweise schwere Schüler- und Studentenleben der beiden zurückgeführt werden. Einer von ihnen (Yen Chih-lin) baute sein Haus mit eigenen Händen und verdingte sich lange als schlecht bezahlter Augenoptikergehilfe, bevor er Musiker wurde. Sein Bruder You Chiu-hsing war ein Bauarbeiter, und begann seine Musikerkarriere, als seine Mutter ihm eine Gitarre schenkte. Der Zufall griff manchem unter die Arme. Power Station und Amei wurden beide von einem Label entdeckt, als sie in einem Pub spielten.

Auch die klassische (abendländische) Musik wird in Taiwan sehr geschätzt und an vielen Universitäten unterrichtet. Führende Institution ist heute die National Taiwan University of the Arts, die international viele Kooperationen mit anderen Universitäten eingegangen ist. Zwei Komponisten haben das klassische Musikleben der letzten Jahrzehnte in Taiwan entschieden beeinflusst: Chen Mao-Shuen (* 1936) und Ma Shuei-Long (* 1939). Als Kompositionsprofessor und Leiter der Musikabteilung der Shida University in Taipei erstellte Chen Mao-Shuen umfangreiche Lehrbücher für Harmonielehre, Tonsatz, Gehörbildung und Rhythmus, die den Grundstein für eine taiwanesische Schule bilden, wobei sich sein Lehrmaterial an europäische Schulmodelle orientieren. Auch heute noch werden seine musiktheoretischen Lehrbücher an den meisten Musikinstitutionen verwendet. Darüber hinaus verfasste er viele Kompositionen sowohl als Kunstmusik als auch als pädagogische Lehrstücke wie etwa die Klaviersonatinen. Das Komponieren für pädagogische Zwecke stellt eine Anknüpfung an abendländische Traditionen dar, die heute in Europa allmählich verloren geht. Für internationales Aufsehen sorgte der Komponist Ma Shuei-Long mit seinem Werk „Bamboo Flute Concerto“. Das Konzert stellt eine gelungene Verschmelzung von westlichen und fernöstlichen Stilelementen dar. 1983 wurde dieses Werk mit der Aufführung unter der Mstislav Rostropovich zum internationalen Erfolg.

Die Fotografie ist tief mit der Geschichte Taiwans verwurzelt. Die frühe Fotografie wird in zwei Perioden unterteilt: Pre-Japanische von 1858 bis 1895 und die Zeit der japanischen Einflüsse von 1895 bis 1945, als die Okkupation durch die Japaner auf Taiwan endete. Viele Werke der vor-japanischen Zeit stammen von Händlern und ausländischen Missionaren. Chang Tsai (張才 / 张才), Deng Nan-guang (鄧南光 / 邓南光) und Lee Ming-diao (李鳴鵰 / 李鸣雕) sind gemeinsam bekannt als die „Drei Fechter“ (Three Swordsmen) und einige der bekanntesten taiwanesischen Fotografen, die von 1930 bis 1950 aktiv waren. Die moderne Fotografie ist sehr von der nationalistischen Regierung gezeichnet, welche 1945 Besitz von Taiwan ergriff.

Japanisierung: Während der japanischen Okkupation wurden Schwerpunkte in der Erziehung und Wirtschaft gesetzt, die die Gesellschaft stark beeinflussten. Der wirtschaftliche Aufschwung und die Erziehung in japanischer Sprache und Kultur trugen dazu bei, dass sich viele Taiwaner als Japaner fühlten, was sich schon in ihrem japanischen Pass manifestierte. Die Japaner brachten auch als erste den jetzt sehr beliebten Sport Baseball nach Taiwan. Es gab sowohl in Grundschulen als auch in öffentlichen Schulen Baseballteams, deren Entwicklung ihren Höhepunkt im Kagi Nourin Baseball-Team (Landwirtschafts- und Forstschule) fand, als die Mannschaft den zweiten Platz im japanischen Koushien Daisai (Nationale Baseballspiele der weiterführenden Schulen) belegte. Auch heute ist Japanisch die zweitbeliebteste Sprache und viele Taiwaner der Großeltern-Generation sprechen immer noch Japanisch besser als Mandarin.

Auch im Alltag sind Japans Einflüsse erkennbar, wo oft ganze Häuser oder wenigstens Zimmereinrichtungen im japanischen Stil gebaut sind. Auch werden japanische Produkte gerne als qualitativ besser eingeschätzt und japanische Waschmaschinen sind wesentlich öfter als westliche anzutreffen (optisch ist beispielsweise die Öffnung oben und nicht vorne).

Amerikanisierung: Die Amerikanisierung (und Re-Sinisierung) Taiwans begann nach der Flucht der Kuomintang nach Taiwan 1949. Durch die unterstützende Politik Amerikas, näherten sich diese Länder bis 1970 stark an. Amerikanische Autos wurden importiert, Kultgetränke wie Coca Cola und Miller-Bier traten auf und Englisch fand immer mehr Einzug in der Werbung und vor allem in der Wirtschaft. Da Englisch die Lingua Franca ist, lernten die Taiwaner Amerikanisches Englisch immer früher in der Schule und die Anzahl Englisch lehrender Grundschulen stieg drastisch. Ein beliebtes Prinzip dieser Grundschulen ist z.B., eine taiwanische Lehrerin ist für das Grundwissen und ein Englisch-Muttersprachler (Amerikaner, Engländer, Südafrikaner oder z.B. Australier) für den reinen Englischunterricht zuständig. Auch ist die Amerikanisierung im Baseball erkennbar. Zwar wurde er anfangs von den Japaner auf die Insel gebracht und war mit Japan verbunden, ist jedoch mehr und mehr Amerika gerichtet. Ein herausragendes Beispiel ist der Kinder- und Nationalheld Wang Chien-ming, der bei den New York Yankees spielt.

Taiwan versucht, in zehn Jahren das zu schaffen, wofür andere Länder 100 Jahre gebraucht haben: Die Einrichtung einer Reihe von Nationalparks auf der Insel, in denen ein Gleichgewicht zwischen Naturschutz, Erholung und wissenschaftlicher Forschung herrscht. Erst als die Bevölkerungsdichte bereits sehr hoch war, begann die Regierung der Republik China mit der Einrichtung von Nationalparks. Die Regierung verfolgt ein ehrgeiziges Programm, in dessen Rahmen sie 8,4 Prozent der Landfläche unter Naturschutz stellte. Das Nationalparksprogramm begann 1984, als an der Südspitze der Insel der Kenting Nationalpark gegründet wurde. 1985 und 1986 folgten die Nationalparks Yushan in Zentraltaiwan, Yangmingshan im Norden und Taroko im Osten der Insel. 1992 kam dann in Nordmitteltaiwan der Sheiba Nationalpark hinzu.

Taiwans größtes Campinggebiet wurde Ende 1991 im Nationalen Landschaftsschutzgebiets der Nordostküste, dort, wo der Shuanghsi-Fluss ins Meer mündet, eröffnet. Im Lungmen-Park entlang des Flussufers kann man unter anderem Wassersport treiben, Rad fahren und zelten.

Wulai ist eine Enklave der Ureinwohner Taiwans, in der es möglich ist die überlieferten Tänze und Feste des Atayal-Stammes zu erleben und den Anblick des Wasserfalls genießen können, der in Kaskaden durch die üppige Vegetation zu Tal schäumt.

Die tiefeingeschnittene Taroko-Schlucht entstand durch einen Fluss, der sich durch die Marmor- und Granitberge hindurch gearbeitet hat. Eine Straße, die in das Gestein gehauen wurde, schlängelt sich durch mehrere hundert Meter hohe, steil aufragende, bewaldete Berge, während viele Meter weiter unten der Fluss an Marmorfelsen vorbeifließt. Hier und da klammern sich Pavillons, Pagoden oder Tempel an die in Nebel gehüllten Berghänge, an anderen Stellen schießen Wasserfälle aus Gesteinsspalten heraus und stürzen steile Felswände hinab.

Im Dorf Peinan, fünf Kilometer nordwestlich von Taitung, bargen Arbeiter 1980 mehrere Sarkophage aus der Erde. Dieser Fund war der Anfang für ein acht Jahre währendes Projekt, das zum Erhalt der Peinan-Kultur beitragen sollte. Die Peinan waren ein Volk von Bauern und Jägern, die dort vor mehr als 5.000 Jahren lebten.

Die Töpferwaren, steinernen Utensilien, Jadegegenstände, Särge und Skelette, die an der Ausgrabungsstätte gefunden wurden, werden heute im Kulturzentrum des Landkreises Taitung aufbewahrt. Das Nationalmuseum für Prähistorische Kultur Taiwans bei Peinan stellt in einem Freilichtmuseum größere und in einem Innenbereich kleinere Stücke aus.

Jahrhundertelang kamen betagte Ureinwohner im Winter in das Tal am Unterlauf des Chihpen nahe Taitung im südlichen Teil der Ostküste, um in den Sand am Flussufer flache Löcher zu graben, die sich alsbald mit heißem Wasser füllten, das dort aus der Erde sprudelt. Die alten Leute legten sich dann in diese improvisierten Badewannen, um Schmerzen zu lindern.

Chinesische Einwanderer entdeckten bereits vor langer Zeit die Vorzüge des Tals, welches heute ringsum von Papaya-, Bananen- und Betelnussplantagen umgeben ist und erschlossen das Erholungsgebiet der Thermalquellen von Chihpen. Sehenswürdigkeiten sind der „Weißjade-Wasserfall“, der Chingchueh-Tempel, in dem ein Bronze- und ein Jadebuddha zu sehen sind.

Daneben gibt es in fast allen Gebirgsregionen Taiwans weitere heiße Quellen, unter anderem im Yangmingshan-Nationalpark und in der Tarokoschlucht.

Der Kenting-Nationalpark bedeckt die Südspitze Taiwans und damit auch den einzigen tropischen Küstenstreifen der Insel. An drei Seiten ist der Park von Wasser umgeben: Im Osten vom Pazifik, im Süden vom Bashi-kanal und im Westen von der Taiwanstraße. Die Fläche des Parks umfasst über 177 km² Land und 149 km² Ozean. Besonders bekannt ist der Kenting-Nationalpark für seine Korallenriffe, natürliche Monsunwälder und tropische Regenwälder.

Die vielen heißen Quellen und Gasfonten am Berg Yangming belegen Taiwans vulkanischen Ursprung, und sie sind Teil des Yangmingshan Nationalparks nördlich der Hauptstadt Taipei. Von Februar bis April blühen hier Azaleen und Kirschblumen. Während dieser Zeit ist der Park ein besonders beliebtes Ausflugsziel. Bereichert wird das Farbenspiel durch die zahlreichen Vogel- und Schmetterlingsarten.

Im Südosten der Stadt Hsinchu erheben sich im zentralen Bergmassiv zwei mächtige Gipfel, der Hsuhberg und der Tapachienberg. Sie sind das Herz des Sheiba Nationalparks. Der größte Teil des Parks ist nicht bebaut. Die Bergflüsse sind sauber, und große Flächen sind vom Urwald bedeckt. Wie der Yushan-Nationalpark und der Taroko-Nationalpark dient auch Sheiba Taiwans vierbeinigen Säugetieren und zweibeinigen Rucksackträgern als Zufluchtsort.

Auf Taiwan gibt es mehr als 400 Museen vom weltweit bekannten „Nationalen Palastmuseum“ bis hin zu kleinen Lokalmuseen. Die meisten von ihnen wurden innerhalb der letzten 30 Jahre aufgrund des „Taiwan-Wunders“ gegründet. Die „Chinese Association of Museums“ (Chinesischer Museumsverein) hat mehr als 18 verschieden Themen der Museen festgestellt, welche bildende Kunst, moderne und zeitgenössische Kunst, Geschichte, Archäologie, Anthropologie, Naturwissenschaften, Technik, Kunsthandwerk, Industrie, Gedenkhallen, Theater, Literatur, Musik und mehr einschließen.

Die meisten Museen sind in Taipei, Taichung und Kaohsiung angesiedelt, obwohl die Republik China verschiedene Bestrebungen hatte, um Museen in anderen Städten oder Landkreisen zu eröffnen wie in Tainan, Taitung und Pingtung. Alle gehören dem „Social Education Act“ (Soziale Erziehungs Verein) an, welcher sie als soziale und kulturelle Institution definiert und sind vom Kulturministerium abhängig.

Taipeis faszinierendes Nationales Palastmuseum beherbergt die weltweit größte Sammlung chinesischer Kunstwerke von unschätzbarem Wert, die die 5.000 jährige Geschichte Chinas umspannt. Die meisten der 620.000 Objekte waren Teil der kaiserlichen Sammlung, mit der in der frühen Sung-Zeit vor über 1.000 Jahren begonnen wurde. Nur die besten Stücke aus der kaiserlichen Sammlung werden hier bewahrt. Selbst so ist dieser Schatz noch bei weitem zu umfangreich, um auf einmal ausgestellt werden zu können. Viele der besonders geschätzten Stücke werden permanent gezeigt. Der Großteil der Sammlung von Jade, Porzellanwaren, Gemälden und Bronzen wird jedoch regelmäßig ausgetauscht.

Es ist das einzige Museum, dass nicht dem „Social Education Act“ (Soziale Erziehungs Verein) unterstellt ist, sondern dessen Direktor Mitglied der Regierung und berichtet direkt dem Premierminister.

Das Nationale Geschichtsmuseum an der Ecke des Botanischen Gartens gelegen, verfügt über eine einmalige Sammlung historischer Stücke von unsagbarem Wert.

In den 24 Ausstellungsräumen des Museums für Moderne Kunst werden Werke der modernen Kunst vorgestellt. Eine Reihe privater Galerien, von denen viele im Taipeier Stadtviertel Dinghao dicht beieinander liegen, sind auf die unterschiedlichsten Malereien im chinesischen und westlichen Stil spezialisiert.

1915 Unter der japanischen Herrschaft wurde das erste Museum, das „Nationale Geschichtsmuseum“ gegründet.

1953 Mit dem Verein „Social Education Act“ (Soziale Erziehungs Verein) wurden Museen als soziale Erziehungseinrichtung definiert und vom „Ministerium für Erziehung“ verwaltet.

1964 Eine antike Kollektion chinesischer Kaiser wurde der Öffentlichkeit zur Besichtigung bereitgestellt, als das „Nationale Geschichtsmuseum“ geöffnet wurde.

1977 Mit der 12. Kulturreform wurde entschieden, dass jede Stadt- und Landkreisregierung ein Kulturzentrum bauen solle. Dies konnten Büchereien, Museen oder Vortragashallen sein.

1990 Gründung der „Chinese Association of Museums“ (Chinesischer Museumsverein) mit Verbindungen zu nationalen und internationalen Museen.

1994 Öffnung des „Shung Ye Museums“, welches von den taiwanesischen Ureinwoher-Stiftung „Shung Ye Foundation“ initiiert worden ist.

2001 Die „Culture and Arts Reward Act“ (Kultur und Kunst Vergütungsstiftung) autorisiert die „National Culture and Arts Foundation“ (Nationale Kultur und Kunst Stiftung) – eine vom „Kulturministerium“ (Council for Cultural Affairs) verwaltete Stiftung, zur Vergabe von Fördermitteln.

2002 Das Kulturministerium gründet den „Local Cultural Centre Development Plan“ (Entwicklungsplan für lokale Kulturzentren) , welcher kleine Museen weiter fördern soll.

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Tang Wei

Tang Wei im Jahr 2008

Tang Wei (chin. 湯唯, Táng Wèi, * 7. Oktober 1979 in Hangzhou, Zhejiang) ist eine chinesische Schauspielerin.

Tang wurde 1979 in Hangzhou, in der Nähe von Shanghai geboren. Die Tochter einer Schauspielerin und eines Malers besuchte die Pekinger Central Academy of Drama, wo so bekannte Mimen wie Gong Li oder Zhang Ziyi studiert hatten. Tang schloss ihre Ausbildung jedoch im Fachbereich Filmregie ab und gewann bereits 2001, während ihres Studiums, die Aufmerksamkeit des taiwanischen Drehbuchautoren und Gastdozenten Stan Lai, der sie mit seiner ehemaligen Schauspielschülerin Jacqueline Ng (Eat Drink Man Woman) verglich. Als Schauspielerin erschien Tang in ihrer Heimat in Theaterstücken, Fernsehserien und Fernsehspielen. Für ihre Leistung in dem Fernsehfilm Polizistin Yanzi wurde sie mit dem Preis des größten chinesischen Fernsehsenders, CCTV, als beste Darstellerin bedacht. Einem weltweiten Publikum wurde der Name der 1,72 m großen Schauspielerin im Sommer 2006 bekannt, als Ang Lee sie ihrer Vielseitigkeit wegen für die weibliche Hauptrolle in seinem Thriller Gefahr und Begierde (Lust, Caution) verpflichtete, der zur Zeit der japanischen Besatzung Chinas im Jahr 1942 in Shanghai spielt. Tang setzte sich dabei gegen über 10.000 asiatische Aktricen, darunter ihre Landsmännin Zhou Xun und die Taiwanesin Shu Qi, durch. In der Verfilmung einer Kurzgeschichte von Eileen Chang schlüpft sie für ihr Kinodebüt in die Rolle der jungen und idealistischen Studentin Wang Chia-Chih, die Zugang zu einer Zelle radikaler, gegen die japanische Besatzung kämpfender Kommilitonen findet und ihre weiblichen Reize einsetzen soll, um den mächtigen Polizeichef und Kollaborateur Yee (gespielt von Tony Leung Chiu Wai) zu töten.

Gefahr und Begierde feierte seine Premiere auf den 64. Filmfestspielen von Venedig, wo Kritiker vor allem die Leistungen der beiden Hauptdarsteller, die elegante und kühle Inszenierung Lees und die pornografisch anmutenden Liebesszenen heraushoben. Tang wurde gemeinsam mit der australischen Oscar-Preisträgerin Cate Blanchett (I’m Not There), der Britin Kierston Wareing (It's a Free World...) und der Französin Hafsia Herzi (Couscous mit Fisch) als Mitfavoritin auf die Coppa Volpi, den Preis für die beste Schauspielerin des Filmfestivals, gehandelt. Zwar verlor sie den Darstellerpreis an Blanchett, doch Lees Film wurde mit dem Goldenen Löwen, dem Hauptpreis des Festivals, prämiert. Wenige Monate später wurde sie unter anderem als Beste Hauptdarstellerin für die US-amerikanischen Independent Spirit Awards 2008 nominiert und gewann den nationalen Filmpreis Taiwans als beste Nachwuchsdarstellerin, den Golden Horse Award.

Obwohl Ang Lee den Film vor dem Kinostart in China um sieben Minuten kürzte, wurde Anfang März 2008 durch Medienberichte bekannt, dass die Karriere der Schauspielerin in China der staatlichen Zensur zum Opfer fällt. So sendete die staatliche chinesische Verwaltungsabteilung für Fernseh, Film und Radio (SARFT) ein Memo an Fernsehstationen und Printmedien, die anwies, nicht mehr über die Schauspielerin zu berichten und die Veröffentlichung einer über halbe Million Euro teuren Werbekampagne Tangs mit der Kosmetikfirma Pond einzustellen. Ferner wurde Tang von allen Preisverleihungen in China ausgeschlossen, Berichte über den Film und sie wurden in Online-Foren entfernt und ihre Name war über eine heimische Internet-Recherche via Google nicht mehr abrufbar. Der inoffizielle Medienboykott Tangs soll die Folge der freizügigen Aktszenen in Gefahr und Begierde gewesen sein, der Hauptgrund aber wird in ihrer Rolle in Lees unpatriotischem Film gesehen.

Neben ihrer Karriere als Schauspielerin arbeitete Tang in der Vergangenheit als Model und gelangte 2004 bis ins Finale der chinesischen Vorausscheidung für den Miss-Universe-Wettbewerb in Peking. Auch verfasste sie Kurzgeschichten, Theaterstücke und betätigte sich als Theaterregisseurin.

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Hulk (Comic)

Fahrgeschäft mit einem Hulk

Hulk ist eine fiktive Figur aus den gleichnamigen Marvel-Comics. Der erste Band wurde im Mai 1962 von seinen geistigen Vätern Stan Lee und Jack Kirby veröffentlicht. In der Geschichte geht es darum, dass Nuklearphysiker Dr. Bruce Banner sich nach einem Unfall mit einer Gamma-Bombe bei jedem Anflug von Wut in ein rasendes Monster verwandelt. Der überdimensionale Kraftprotz gerät wegen seiner durchschlagenden Kräfte des Öfteren an bewaffnete Streitkräfte, oft wegen der Zerstörung, die er hinterlässt. Obwohl Hulks Hautfarbe im Laufe seiner Geschichten variiert, wird er meist grün dargestellt.

Die Comics wurden immer wieder von Adaptionen verarbeitet, darunter eine Reihe von Animationsserien, ein Kinofilm von Ang Lee und eine Fernsehserie und diverse Fernsehfilme mit Bill Bixby als Banner und Lou Ferrigno als Hulk.

Im Pilotband wird erzählt, wie Dr. Bruce Banner bei dem Versuch, den jungen Rick Jones vom Testgelände seiner „Gamma-Bombe“ zu retten, einem Attentat zum Opfer fällt und eine gewaltige Dosis Gammastrahlung aufnimmt. In diesem Heft ist Hulks Hautfarbe noch grau, eine Entscheidung von Stan Lee, der ihn keiner ethnischen Gruppe zugehörig machen wollte. Erst Colorist Stan Goldberg bestand auf eine Änderung in dieser Hinsicht, weil die Färbetechnik die Farbe Grau zum damaligen Zeitpunkt nicht klar und beständig darstellen konnte, was zu verschiedenen Grautönen und sogar grün in der Ausgabe führte. So erhielt Goldberg für alle weiteren Bände die Freigabe, Hulks Haut grün zu färben. Neuauflagen und Erzählungen über seine Herkunft zeigen in den nächsten zwei Jahrzehnten immer einen grünen Hulk, erst Ausgabe #324 verriet 1986, dass Hulk zum Zeitpunkt seiner Erschaffung grau war. Kurioserweise hatte auch Iron Man, eine andere Marvel-Figur der frühen 1960er Jahre, eine graue Färbung in seiner ersten Ausgabe (Tales of Suspense, Ausgabe #39) und erhielt schon ein Heft später eine neue Farbe, in diesem Fall Gold. Seinen Zweitnamen Robert erhielt die Figur des Dr. Robert Bruce Banner, nachdem er von Autoren der Comicreihe Die Fantastischen Vier (Ausgabe #25, April 1964) fälschlicherweise mit „Bob Banner“ bezeichnet wurde. Als der Fehler drei Ausgaben später eingestanden wurde, änderte man den Namen einfach in Robert Bruce Banner. Das Aussehen Hulks orientierte sich zunächst stark an dem Makeup von Boris Karloff in dem Film Frankenstein (1931) und dessen Nachfolgern. Unter dem Eindruck des modernen Bodybuildings wurde die Figur jedoch immer muskulöser. Auch die Überreste der Kleidung variierten. Anfangs trug Hulk noch eine Art riesige Jacke neben seiner kaputten Hose.

Marvel veröffentlichte nur sechs Ausgaben der eigentlichen Hulk-Serie, bevor der Figur Nick Fury eine eigene Serie gewidmet wurde. Kurz nachdem das offizielle Ende bekannt gegeben wurde, erhielt Schöpfer Jack Kirby einen Brief aus einem Studentenwohnheim eines Colleges, aus dem er erfuhr, dass Hulk als ihr offizielles Maskottchen ausgewählt wurde. Kirby und Lee erkannten, dass ihre Figur ein Publikum im College-Alter gefunden hatte, eine demografische Gruppe, die Comic-Verleger bis dahin völlig ignoriert hatten. Sie gaben Hulk zahlreiche Gastauftritte in anderen Comic-Serien und fügten ihn der gerade ins Leben gerufenen Comic-Serie Die Rächer hinzu. Hulk bekam nun einen regulären Auftritt in Marvels laufender Serie Tales To Astonish. Nach einigen Jahren wurde die Hulk-Reihe aufgrund von Hulks Popularität neu aufgesetzt und lief bis März 1999, als Marvel die Serie mit einer neuen Ausgabe #1 neu startete.

Peter David wurde 1986 Autor der Serie und sollte den Posten zwölf Jahre und 140 Ausgaben lang nicht abgeben. Davids Arbeit veränderte Banners Charakterisierung, wie sie vor dem Unfall war, und die Art der Beziehung zwischen Banner und Hulk. Er brachte nicht nur die grausame Kindheit Banners mit ins Spiel, sondern erdachte auch die verschiedenen Persönlichkeiten des Hulk, wie etwa Mr. Fixit den grauen Hulk, oder den aus einer alternativen Zukunft stammenden, alt gewordenen und bösen Hulk Maestro. Ursprünglich wurde Banner als normaler, schüchterner Mann dargestellt, dessen negative Emotionen – den normalen, stressigen Ärger, den alle Menschen haben – durch Hulk ein Ventil fanden. David machte Banner jedoch zu einem Opfer multipler Persönlichkeiten, das ernste mentale Probleme hatte, lange bevor Hulk ins Spiel kam. David baute einen früheren Handlungsstrang weiter aus, nach dem Banner als Kind misshandelt wurde. Er schrieb, dass das sehr viel unterdrückten Schmerz in der Figur auslöst und damit dissoziative Identitätsstörung hervorruft. Banners Psyche entspringen demnach drei Hulks, der Savage Hulk, Joe Fixit und der Professor, eine Mischung aus Savage Hulk und Banner.

1998 folgte David dem Vorschlag von Editor Bobbie Chase, den Charakter Betty Banner sterben zu lassen. In einem Interview in Wizard: The Guide to Comics verriet David, dass ihn zu dieser Zeit seine Frau verlassen hatte, was sich als Inspirations-Schub für die Storyline herausstellte. Marvels Verantwortliche sahen Bettys Tod als eine Möglichkeit, den Savage Hulk zurückzubringen. David war damit allerdings nicht einverstanden und musste daraufhin die Serie verlassen. Nachdem David Hulk den Rücken gekehrt hatte, wurde vorläufig Joe Casey als Autor angestellt. Casey brachte die Figur nun in die Richtung, die Marvel schon früher gefordert hatte. So wurde Hulk stumm, doch Caseys kurzes Engagement fand wenig Anklang und er beendete die Serie.

Marvel verpflichtete später John Byrne für eine zweite Auflage der Reihe mit Ron Garney als Zeichner. Byrne plante bis zum nächsten Jahr, aber kreative Differenzen führten zu seiner Absetzung, bevor sein erstes Jahr vorbei war. Kurzerhand übernahm Erik Larsen die schreiberischen Pflichten an seiner Stelle. Hinzu kam außerdem Paul Jenkins, der einen Storybogen schrieb, in dem Banner und die drei Hulks (Savage, Gray und der gemischte Hulk, jetzt mit eigenständiger Persönlichkeit) in der Lage sind, mental miteinander zu agieren. Er rief außerdem die Figur General Ryker ins Leben, der für den Testlauf der Gamma-Bombe am Anfang der Serie – und somit für Hulks Entstehen - verantwortlich war und nun plant, noch mehr Kreaturen dieser Art zu schaffen.

Als nächster Autor durfte sich Bruce Jones versuchen, der einführte, dass Banner mittels Yoga-Übungen versucht, die Kontrolle über Hulk zu gewinnen und nebenbei von einer geheimen Verschwörung verfolgt, dabei aber vom mysteriösem Mr. Blue unterstützt wird. Jones konzentrierte sich auf ein Horror-Thema mit Hulk als Flüchtling, beeinflusst von der ursprünglichen Fernsehserie. Jones erdachte während seiner 43 Ausgaben dauernden Arbeit außerdem die limitierte Serie Hard Knocks, die Marvel als Lückenfüller zur aktuell laufenden Hulk-Reihe veröffentlichte.

Peter David, der anfangs einen Vertrag für sechs Ausgaben einer limitierten Serie von Tempest Fugit unterzeichnet hatte, kehrte für ein Jahr als Autor zurück, als entschieden war, diese Geschichte in die aktuell laufende Hulk-Reihe mit einzubauen. Tempest Fugit offenbarte, dass ein Gegenspieler namens Nightmare Hulk für Jahre manipuliert hatte und ihn auf verschiedene Art und Weisen gequält hatte – als Rache für die „Unannehmlichkeiten“, die Hulk ihm bereitet hatte. Nach einem Epilog über eine Ausgabe verließ David mit der Begründung, er brauche seiner Karriere wegen Arbeit anderer Art, erneut die Serie.

Im Mai 2007 startet Marvel eine Veranstaltung namens World War Hulk mit dem Schwerpunkt auf der grünen Comicfigur. Der aktuelle Chefredakteur Joe Quesada behauptet, das Event stehe der Vorjahresveranstaltung Civil War im Sommer 2006 um nichts nach, obwohl es durch die geringere Anzahl an Titeln kleiner ausfallen wird. Die limitierte Serie zur Veranstaltung wird von Grek Pak geschrieben und John Romita Jr. illustriert.

Hulk ist das Alter ego von Dr. Bruce Banner, einem Genie und Nuklearphysiker. Weil Banner starker Gammastrahlung ausgesetzt gewesen war, wurde er zu einer großen, übermenschlich starken grünen Kreatur.

Obwohl Hulk meistens als Superheld klassifiziert wird, haben er und Banner eine Beziehung, die sehr an Dr. Jekyll und Mr. Hyde erinnert. In seiner bekanntesten Verwandlung hat Hulk wenig Intelligenz und Selbstkontrolle und kann enorme Zerstörungen verursachen. Als Ergebnis wird er vom Militär und anderen Superhelden gejagt, was Banner dazu veranlasst, Hulk als einen Fluch anzusehen.

In vergangenen Jahrzehnten haben Comicautoren die Figur als ein Symbol innerer Rage und psychischer Belastung nach Sigmund Freud porträtiert. Hulks Existenz wurde rückwirkend als eine Spätfolge von Kindesmisshandlung und dissoziativer Identitätsstörung und Misshandlung erklärt. Seine Beziehung zu Betty Ross nimmt zudem Bezüge zu Die Schöne und das Biest und King Kong und die weiße Frau.

Hulk ist zunächst als eine separate Einheit von Bruce Banner zu charakterisieren, ein Destillat seines Ärgers, die schrittweise ihre eigene Persönlichkeit und eigene, von Banner losgelöste Erinnerungen entwickelt hat.

Hulk besitzt vier Kernpersönlichkeiten, die jeweils einen Aspekt von Banners Psyche repräsentieren. Der emotionale Zustand entscheidet, welche davon dominant ist. Je ausgeprägter seine Wut ist, desto mehr Stärke entwickelt er. Seine Kraft ist nahezu unbegrenzt, potenziert durch seine Wut. Die Persönlichkeit ist jedoch entscheidend für seine Grundstärke, d. h. ist die Transformation in einen bestimmten Charakter erfolgt, so kann z. B. der Graue Hulk 75 Tonnen heben, während der Savage Hulk und der Professor mindestens jeweils 100 Tonnen heben können. Als Bruce Banner hat er die körperliche Kraft eines normalen Menschen.

Hulk startete im Fernsehen als Teil der „Marvel Super Heroes“-Fernsehserie im Jahr 1966. Die 39 jeweils 10-minütigen Episoden teilte sich Hulk zusammen mit den Superhelden Captain America, Iron Man, Thor und Namor. Die Episoden basierten auf frühen Geschichten der Comics und der „Tales To Astonish“-Serie.

Große Bekanntheit erlangten die Fernsehserie Der unglaubliche Hulk und die daraus resultierenden Fernsehfilme mit Bill Bixby als Dr. David Bruce Banner und dem Bodybuilder Lou Ferrigno als Hulk, die zwischen 1978 und 1982 entstanden. Nach 1982 wurde die Serie mit 13 Episoden im Comic-Format fortgesetzt. In ihr kamen nun mehr Figuren vor als noch in der Live-Action-Serie, darunter Rick Jones, Betty Ross und ihr Vater, General Ross.

Bisher gibt es sieben Realverfilmungen des Comics. Sie stammen aus den Jahren 1977 (zwei Filme), 1978, 1988 (Die Rückkehr des unheimlichen Hulk), 1989 (Der unheimliche Hulk vor Gericht), 1990 (Der Tod des unheimlichen Hulk), 2003 (Hulk) sowie 2008 (Der unglaubliche Hulk) . Darüber hinaus gibt es mehrere Serien – sowohl als Realverfilmung als auch als Zeichentrick.

Der erste Hollywood-Kinofilm ist die Verfilmung von 2003, in der Ang Lee Regie führte. Eric Bana spielt Bruce Banner – der Hulk wurde mit Computereffekten umgesetzt. In diesem Film ist Banners Vater, gespielt von Nick Nolte, teilweise verantwortlich für Banners Schicksal, da er bereits vor dessen Geburt an sich selbst experimentierte und dann seine Gene weitervererbte. Banner wächst mit dem Gedanken auf, dass seine Eltern tot sind, was nur der halben Wahrheit entspricht, denn nur seine Mutter war nicht mehr am Leben. Sein Vater war dagegen für 30 Jahre aufgrund seiner Versuche und dem Mord an seiner Frau im Gefängnis inhaftiert. Da Bruce Banner bei Pflegeeltern aufwächst, hat er auch erstmals einen anderen Nachnamen.

Ein zweiter Kinofilm, Der unglaubliche Hulk (der nichts mit Ang Lees Film zu tun hat – also ein „Neustart“ ist), mit Edward Norton und Liv Tyler in den Hauptrollen, kam am 10. Juli 2008 in die deutschen Kinos. Die Regie übernahm Louis Leterrier, der im Sommer 2006 auf der Marvel-Comic-Convention Civil Wars verriet, dass Abomination – gespielt von Tim Roth – der Gegenspieler sein wird.

Produkte mit Hulk als Motiv umfassen Actionfiguren, Kleidung, Schmuck, Videospiele, Karten, Reißzwecken, Poster, Spielautos, Spiele, Brotdosen, Spielzeug, Pinball-Automaten, alle Arten von Sammlerstücken und eine Achterbahn in den Universal Studios Islands of Adventure in Orlando, Florida.

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Source : Wikipedia