Andreas Kofler

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Geschrieben von c3po 09/03/2009 @ 05:09

Tags : andreas kofler, skispringer, skispringen, wintersport, sport

Andreas Kofler

Andreas Kofler

Andreas Kofler (* 17. Mai 1984 in Innsbruck) ist ein österreichischer Skispringer, Mitglied der Nationalmannschaft des ÖSV, Doppel-Weltmeister und Olympiasieger mit der Mannschaft bei den Olympischen Winterspielen von Turin 2006.

Aufgewachsen ist Andreas Kofler im Stubaital. Er lebt in Telfes im Stubai und ist Absolvent der Skihandelsschule Stams. Er springt für den SV Innsbruck-Bergisel. Seinen ersten Sieg im Weltcup feierte er am 4. Februar 2006 in Willingen, einen Tag später erreichte er mit der Mannschaft den zweiten Rang im Teamwettbewerb.

Bei den Olympischen Winterspielen 2006 gewann er die Silbermedaille auf der Großschanze mit einem Rückstand von nur 0,1 Punkten auf seinen Teamkollegen Thomas Morgenstern und die Goldmedaille im Teambewerb. Bei der Nordischen Skiweltmeisterschaft 2007 in Sapporo konnte er ebenfalls mit der Mannschaft die Goldmedaille im Springen von der Großschanze gewinnen.

Im Jahr 2007 begann Kofler die Ausbildung zum Exekutivbediensteten der österreichischen Bundespolizei in der Sicherheitsakademie Salzburg.

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Olympische Winterspiele 2006

Logo der Olympischen Winterspiele 2006 Turin

Die XX. Olympischen Winterspiele wurden vom 10. bis 26. Februar 2006 in Turin, der Hauptstadt der italienischen Region Piemont, ausgetragen. Nach den Winterspielen 1956 in Cortina d’Ampezzo fanden damit zum zweiten Mal Olympische Winterspiele in Italien statt. Mit 80 teilnehmenden Nationen stellten die Spiele von Turin zudem einen neuen Teilnehmerrekord auf.

Der erfolgreichste Athlet dieser Winterspiele war mit drei Goldmedaillen und einer Bronzemedaille der südkoreanische Shorttrack-Läufer Ahn Hyun-soo, erfolgreichste Teilnehmerin die ebenfalls aus Südkorea kommende und im Shorttrack startende Jin Sun-yu mit drei Olympiasiegen.

Turin setzte sich als Austragungsort dieser Olympischen Spiele auf der 109. IOC-Session am 19. Juni 1999 in Seoul durch. Dabei gewann Turin die Abstimmung mit 53 zu 36 Stimmen gegen den Schweizer Ort Sion. Sion war damit nach 1976 und 2002 zum dritten Mal bei der Bewerbung gescheitert. Da die Niederlage überraschte, wurde die Vermutung geäußert, die Entscheidung gegen Sion wäre eine Revanche gegenüber dem Schweizer IOC-Mitglied Marc Hodler, der wesentlich zur Aufdeckung des Korruptionskandals bei der Vergabe der Spiele an Salt Lake City beigetragen hatte.

Nach der Meinung des Generaldirektors für die Sion-Bewerbung, Jean-Daniel Mudry, waren für die Entscheidung zugunsten von Turin zwei Dinge ausschlaggebend. Zum einen das weltweite Beziehungs- und Sympathienetz, welches der damalige Fiat-Präsident Giovanni Agnelli als Arbeitgeber in vielen Ländern hatte aufbauen können und demgegenüber die Schweiz mit dem Image des Welt-Bankiers nicht nur Freunde besaß. Zum anderen habe Rom damals eine Defizitdeckungs-Garantie versprochen, die zehnmal höher war als diejenige der Schweiz. Dies sei international als kompromissloses Bekenntnis Italiens zu den Olympischen Spielen wahrgenommen worden.

Folgende weitere Städte hatten sich ebenfalls um die Austragung beworben, erhielten aber keine Zulassung zur Wahl durch das IOC: Die finnische Hauptstadt Helsinki, die Landeshauptstadt des Bundeslandes Kärnten in Österreich Klagenfurt, die slowakische Stadt Poprad und das polnische Wintersportzentrum Zakopane.

Das offizielle Logo zeigt über den olympischen Ringen und dem Schriftzug „Torino 2006“ das Profil der Mole Antonelliana. Dieses Wahrzeichen der Stadt ist dargestellt mit weißen und blauen Eiskristallen, welche den Schnee und den Himmel symbolisieren. Das Kristallnetz steht auch für das Netz neuer Technologien und den olympischen Gemeinschaftssinn.

Die offiziellen olympischen Maskottchen heißen Neve und Gliz. Die weibliche Neve hat einen Kopf in Form eines Schneeballs und der rote Körper besteht aus dünnen runden Formen. Gliz ist männlich und hat einen eckigen Eiswürfel-Kopf sowie einen blauen kantigen Körper. Zusammen mit dem Maskottchen der Winter-Paralympics 2006, Aster, bilden Neve und Gliz ein Trio, deutlich zu erkennen an den sehr ähnlichen Gesichtszügen der drei Figuren.

Das Motto der Olympischen Winterspiele von Turin lautete: „Passion lives here“, was übersetzt ins Deutsche „Hier lebt die Leidenschaft“ bedeutet. Dieses Motto wurde in der Eröffnungsfeier mehrmals in Form der durch die Farbe Rot symbolisierten Leidenschaft aufgegriffen.

Im November 2005 wurde die olympische Fackel im antiken Olympia entzündet. Am 8. Dezember 2005 erreichte der Fackellauf Italien. Papst Benedikt XVI. segnete das olympische Feuer bei einer Messe auf dem Petersplatz.

Der Fackellauf führte nicht nur durch Griechenland und Italien, sondern auch durch San Marino, Slowenien, Österreich, die Schweiz und Frankreich. An der französisch-italienischen Grenze versuchte ein Demonstrant mit einer Protestflagge die Fackel auszulöschen. Die Fackel erreichte Turin einen Tag vor Beginn der Spiele.

Bis zur Eröffnungsfeier trugen mehrere Prominente das Feuer durch die Stadt. Dazu gehörten unter anderen Fabio Capello, der damalige Fußball-Trainer von Juventus Turin, und Stabhochspringer Serhij Bubka. Bis zur Entzündung des olympischen Feuers hatte die Flamme 11.300 Kilometer, getragen von 10.001 Fackelträgern, zurückgelegt.

Entzündet wurde das Olympische Feuer während der Eröffnungszeremonie durch die italienische Skilangläuferin Stefania Belmondo. Sie gewann bei den vier Olympischen Winterspielen von 1992 bis 2002 insgesamt zwei Gold-, vier Silber- und vier Bronzemedaillen.

Der Bau von Sportanlagen, olympischen Dörfern und der Straßeninfrastruktur kostete die Veranstalter rund 1,5 Milliarden Euro. Die Wettkämpfe wurden in vier Hallen in Turin sowie in mehreren Orten in der Provinz Turin ausgetragen. Aufgrund dessen sprach man vom Olympia der weiten Wege. Diesem Umstand ist es auch zuzuschreiben, dass drei olympische Dörfer für die Olympiateilnehmer eingerichtet wurden.

Im Lingotto-Viertel lag das größte olympische Dorf Turin Village, in dem 2500 Athleten und deren Betreuer untergebracht waren. Der Bau kostete 137 Millionen Euro und hier waren die Eishockey- und Curlingteams, die Eisschnell- und Eiskunstläufer sowie die Shorttracker untergebracht. Die weiteren olympischen Dörfer in Sestriere Colle und in Bardonecchia beherbergten 1700 beziehungsweise 700 Athleten und Betreuer.

Im Oval Lingotto wurden die Wettbewerbe im Eisschnelllauf ausgetragen. Die Halle befindet sich im Südosten der Stadt in der Nähe des Olympischen Dorfes. Sie besitzt eine Fläche von 26.500 m² und bietet 8500 Zuschauern Platz. Der Bau der Halle, die als frei tragende Konstruktion ohne jegliche Säulen auskommt, begann 2002 und dauerte bis November 2005. Die Baukosten beliefen sich auf rund 70 Millionen Euro.

Im Torino Esposizioni und im Torino Palasport Olimpico fanden die Eishockeyspiele statt. Im Torino Esposizioni fanden 4320 Zuschauer Platz und es wurden dort 27 der 58 Spiele veranstaltet. Die Baukosten für den Torino Palasport Olimpico beliefen sich auf 90 Millionen Euro und die maximale Kapazität beträgt 12.232 Sitzplätze. Beide Hallen befinden sich im südlichen Stadtteil Santa Rita, unmittelbar neben dem Turiner Olympiastadion.

Das Eiskunstlaufen und die Shorttrack-Entscheidungen konnten im Torino Palavela gesehen werden. Die Halle befindet sich im Südosten der Stadt, in der Nähe des Messegeländes Lingotto, des Oval Lingotto und des Olympischen Dorfes. Sie wurde 2005 mit einem Aufwand von 55 Millionen Euro völlig renoviert und umgestaltet. Die Kapazität lag bei 6600 Zuschauern.

Das Stadio Olimpico, das Olympiastadion von Turin, war Schauplatz der Eröffnungs- und Schlussfeier. Es befindet sich im südlichen Stadtteil Santa Rita, unmittelbar neben der Sporthalle Torino Palasport Olimpico und dem Messegelände Torino Esposizioni. Zum Zweck der Feiern wurden zusätzliche Tribünen errichtet, wodurch die Kapazität von 26.000 auf 35.000 Zuschauer erhöht wurde.

Im rund 90 Kilometer von Turin entfernten und etwa 1.312 m ü. NN liegenden Bardonecchia fanden die Snowboard-Wettbewerbe statt. Eine Kunsteisbahn für die Wettbewerbe im Bobsport, Rennrodeln und Skeleton wurde im 1.354 m ü. NN liegenden Cesana Torinese errichtet. Die Bahn ist 1435 Meter lang, besitzt 19 Kurven und überwindet eine Höhendifferenz von 114 Metern. Während der Wettkämpfe wurden Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 130 km/h erreicht. Im Ortsteil San Sicario fanden außerdem die olympischen Biathlon-Wettbewerbe und mehrere alpine Skirennen der Damen statt.

Die übrigen Ski Alpin Entscheidungen fielen im traditionellen alpinen Skiweltcup-Ort Sestriere. Mit einer Höhe von 2.035 m ü. NN war es der höchstgelegene Wettbewerbsort. In der Stadt Pinerolo liefen die Curling-Entscheidungen, während die kleinen Gemeinden Pragelato und Sauze d'Oulx Gastgeber des Skispringens, des Skilanglaufs und der Nordischen Kombination beziehungsweise der Freestyle-Wettbewerbe waren.

Bei den Olympischen Spielen wurden insgesamt 1026 in Handarbeit hergestellte Gold-, Silber- und Bronzemedaillen vergeben. Sie waren jeweils 450 Gramm schwer und hatten eine Ringform mit einem Loch in der Mitte. Die Goldmedaille wurde aus Silber mit einem 6-Gramm-Goldüberzug gefertigt, um die Kosten zu minimieren.

Die Medaillen sollten durch ihre Form einen Platz darstellen, auf dem sich Menschen treffen und Kontakt zueinander haben. Das Loch sollte außerdem den Sportler zu einem Teil der Medaille machen, weil man ein Stück von ihm durch dieses Loch sieht, wenn er die Medaille trägt.

Im Anschluss an die Wettkämpfe wurde meist nur die Blumenzeremonie durchgeführt, die offizielle Siegerehrung mit Medaillenvergabe erfolgte hingegen im Rahmen einer größeren Veranstaltung gemeinsam mit den Siegern anderer Disziplinen. Bei diesen Veranstaltungen im Herzen Turins wurde auch mit einem anschließenden Konzert und Feuerwerk gefeiert. Diese Feiern fanden auf der „Medal Plaza“ statt, der Piazza Castello vor dem königlichen Schloss.

Manchmal wurden die Medaillen jedoch gleich im Anschluss an die Wettkämpfe vergeben. Vor allem der ORF kritisierte, diese Verleihungen seien weniger feierlich und es würden unterschiedliche Sportarten unterschiedlich präsentiert. Zudem protestierte der ORF gegen die Zeremonie der Damen-Abfahrt, da die österreichische Hymne von anderer Musik aus dem Stadion übertont wurde.

Die erfolgreichste Nation war Deutschland mit elf Gold, zwölf Silber- und sechs Bronzemedaillen, gefolgt von den Vereinigten Staaten und Österreich. Insgesamt konnten 26 Nationen Medaillen erringen.

An der Eröffnungsfeier im Turiner Olympiastadion waren 6500 Darsteller, die seit September 2005 probten, beteiligt. Sie wurde von Marco Balich gestaltet, der schon Konzerte von Weltstars wie U2, Pink Floyd und Whitney Houston plante. Die knapp dreistündige Eröffnungsfeier begann am 10. Februar 2006 um 20:00 Uhr. Verfolgt wurde die Veranstaltung von 35.000 Zuschauern im Olympiastadion und ungefähr zwei Milliarden Menschen im Fernsehen.

Den Auftakt der Eröffnungsfeier bildete ein Amboss, der vom italienischen Turnolympiasieger Juri Chechi mit einem Hammer geschlagen wurde. Dieser symbolisierte die Industriestadt Turin, in der viele Automobilmarken ansässig sind. Bereits dieser Auftritt, wie auch der weitere Verlauf der Veranstaltung, wurde von Rot als Farbe der Leidenschaft dominiert. Rollschuhfahrer, Skateboarder und Breakdancer stellten Blut und Blutzellen dar und bildeten zum Abschluss dieses ersten Teiles der Zeremonie ein Herz, welches durch ihre Bewegung den Eindruck erweckte, es würde schlagen. Dieses Symbol sollte auch ein herzliches Willkommen an die Zuschauer und Athleten aus aller Welt bedeuten.

Im zweiten Teil der Feier wurde ein Themenwechsel hin zur alpenländischen Folklore vollzogen. Sieben Alphörner sollten die sieben Alpenländer symbolisieren. Die Darstellung war überspitzt, so als ob es das Motiv einer Postkarte wäre. Auch Klischees und Vorurteile über die Tradition dieser Region wurden mit dem Auftritt von Folkloregruppen aufgegriffen. Den beiden ersten Showelementen folgte der erste offizielle Teil der Eröffnungsveranstaltung. Carla Bruni, ehemaliges Topmodel und Sängerin, brachte die italienische Flagge ins Olympiastadion, wo sie von Carabinieri gehisst wurde. Das neunjährige Mädchen Eleonora Benetti sang Fratelli d’Italia, die italienische Nationalhymne.

Es folgte eine erneute Showeinlage, bei der mehrere hundert Beteiligte zwei „X“ bildeten, um die zwanzigsten Olympischen Winterspiele in Römischen Zahlen zu symbolisieren. Anschließend stellten sie den Bewegungsablauf eines Skispringers dar. Über eine Gerüstkonstruktion wurden die olympischen Ringe, begleitet von Akrobaten, im Stadion installiert. Es waren die größten Olympischen Ringe aller Zeiten, was dem Motto citius, altius, fortius (höher, schneller, weiter) entsprach.

Unter den Ringen hindurch marschierten die Athleten und Offizielle der einzelnen Staaten ins Stadion ein. Die erste Nation war traditionell Griechenland mit dem Fahnenträger Eleftherios Fafalis. An achter Stelle betraten die Österreicher mit Fahnenträgerin Renate Götschl das Stadion, an Stelle 31 kam Deutschland mit Kati Wilhelm. Als letzte Nation betrat Gastgeber Italien das Stadion, die Fahnenträgerin war die Eiskunstläuferin Carolina Kostner aus Südtirol. Der Einmarsch der Sportler war im Vergleich zu früheren Olympischen Spielen vorgezogen worden, damit die Athleten nicht so lange in der Kälte warten mussten und mehr von der Veranstaltung mitbekamen.

An dieser Stelle wurden Zitate von Dante Alighieri (Göttliche Komödie) aus einem übergroßen Buch rezitiert, die die Sportler noch einmal zu einem sportlichen und fairen Verhalten ermahnen sollten. Anschließend ging die Eröffnungsfeier auf die italienische Geschichte und Kunstgeschichte ein. Fahnenschwenker und höfische Szenen aus dem 17. Jahrhundert sowie die Nachstellung des Gemäldes „Die Geburt der Venus“ mit Eva Herzigová symbolisierten die Renaissance, Stelzenläufer mit riesigen Reifröcken den Barock. Dann vollzog sich die Wende zur Moderne mit dem Tänzer Roberto Bolle und einer Nachbildung der Skulptur Einzigartige Formen der Kontinuität im Raum von Umberto Boccioni sowie einem Techno-Ballett in der Choreographie von Enzo Cosimi. Danach erfolgte der Zusammenbau eines Formel-1-Rennwagens von Ferrari, der danach eine Runde im Stadion drehte.

Die Reden des OK-Präsidenten Valentino Castellani, der auf den olympischen Frieden verwies, und des IOC-Präsidenten Jacques Rogge, der dem Organisationskomitee dankte und an die Sportler appellierte, sauberen Sport zu betreiben, leiteten die offizielle Eröffnung der Spiele durch den italienischen Staatspräsidenten Carlo Azeglio Ciampi ein. Zu den Klängen von Giuseppe Verdis Oper Aida folgte der Einzug der Olympischen Flagge. Erstmals in der olympischen Geschichte wurde diese von bekannten und engagierten Frauen getragen. Sie sollten alle Frauen der Welt symbolisieren und für Frieden, Verständigung und Kommunikation zwischen den Kulturen stehen. Die acht Fahnenträgerinnen waren die Schauspielerinnen Sophia Loren und Susan Sarandon, die Friedensnobelpreisträgerin Wangari Muta Maathai, die Schriftstellerin Isabel Allende, die Olympiasiegerinnen Nawal El Moutawakel, Maria de Lurdes Mutola und Manuela di Centa und die Aktivistin Somaly Mam.

Giorgio Rocca sprach den Olympischen Eid der Sportler, Fabio Bianchetti tat dies für die Kampfrichter. Als Symbol für den Frieden stellten Akrobaten eine fliegende Friedenstaube dar und Yoko Ono verlas eine Friedensbotschaft. Der bis dahin erste wirkliche musikalische Beitrag war Imagine, gesungen von Peter Gabriel. Der Höhepunkt der Eröffnungsfeier war die Entzündung des olympischen Feuers durch Stefania Belmondo. Es war das erste Mal, dass das Feuer mit einem Feuerwerk entzündet wurde. Zum Abschluss sang Luciano Pavarotti die Arie Nessun Dorma aus Giacomo Puccinis Oper Turandot.

Die ungefähr zweieinhalbstündige Schlussfeier fand am 26. Februar 2006 um 20:00 Uhr statt. Verfolgt wurde die Veranstaltung von 35.000 Zuschauern im Turiner Olympiastadion und mehr als einer Milliarde Menschen im Fernsehen. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Karneval und Zirkus“ und die Regie führte Marco Balich.

Zu Beginn ritt ein Clown auf einem weißen Pferd, das Freiheit und Sieg verkörpern sollte, ins Stadion ein. Gleichzeitig trat eine Meerjungfrau auf, welche das Meer symbolisieren sollte. Sowohl der Clown als auch alle weiteren Darsteller trugen Originalkostüme aus dem Federico-Fellini-Film Die Clowns aus dem Jahre 1970. Dann führten Akrobaten und Trapezkünstler des Cirque du Soleil an Vertikaltüchern auf der großen Bühne Programmelemente des Zirkus vor. Gleichzeitig traten Reifentänzer in der Stadionmitte auf und Schauspieler mit Kostümen der Commedia dell'Arte, der italienischen Stegreifkomödie des 16. Jahrhunderts, marschierten ein.

Der dritte Programmteil des Abends war der Karneval von Viareggio. Es betraten geschobene, feuerspeiende Wagen und Feuerspucker das Stadion. Außerdem folgten Darsteller mit den Originalmasken und -kostümen aus Viareggio. Dann erschienen noch Tarot-Karten, die eine lange Tradition im Piemont haben. Diese führten zusammen mit den anderen Darstellern einen Schicksalstanz auf, in dessen Verlauf sie einen Stern und ein Dreieck bildeten. Als immer wiederkehrendes Element zog sich über die gesamte Schlussfeier das kurze Erscheinen eines Rosenverkäufers, welcher von Wachleuten in antiken Uniformen und später sogar von einer kleinen Armee gejagt wurde, hin. Am Ende der Feier wurde dieser Rosenverkäufer in die „Familie der Clowns“ aufgenommen. Die Szene hat ihren Ursprung in der Aversion des Regisseurs Marco Balich gegenüber Rosenverkäufern, die abends durch die Restaurants ziehen und ihn immer beim guten Essen stören würden.

Es folgte die Siegerehrung für die Gewinner des 50-Kilometer-Langlaufs der Herren. Sie wurde durch die IOC-Mitglieder Manuela Di Centa, einer ehemaligen italienischen Langläuferin, und Gian-Franco Kasper, dem FIS-Präsidenten, vorgenommen. Die Goldmedaille ging an Giorgio Di Centa, die ihm von seiner Schwester überreicht wurde. Die Silbermedaille gewann der Russe Jewgeni Dementjew, die Bronzemedaille der Österreicher Mikhail Botwinov. Die Flaggen wurden unter den Olympischen Ringen im Stadion gehisst.

Im weiteren Verlauf des Programms erschienen wieder die Feuerläufer, die schon in der Eröffnungsfeier eine Rolle spielten. Ihnen folgte eine Kapelle aus Carabinieri, die auch die italienische Flagge hissten. Durch den Umstand, dass der Sieger des 50 Kilometer-Langlaufs ein Italiener war, wurde die Flagge zweimal hintereinander gehisst und die Hymne zweimal gespielt. Vor dem Einmarsch der Athleten wurde traditionsgemäß die Hymne Griechenlands gespielt. Danach marschierten die Fahnenträger der Nationen ins Stadion ein. Für Deutschland tat dies Claudia Pechstein, für Italien Armin Zöggeler, für die Schweiz Maya Pedersen-Bieri. Ihnen folgten die Athleten, welche diesmal gemischt und nicht strikt nach Nationen geordnet einmarschierten.

Als Nächstes fuhren mehrere Fiat 500 und Vespa ins Stadion. Artisten zeigten Salti und Schrauben auf einer 30 Meter langen Trampolinbahn. Danach schwebten Artisten über einem Gebläse und zeigten Kunststücke in der Luft. Am Ende dieser Darbietung traten im Innenraum des Stadions Darsteller auf, die Feuerräder oder Funken sprühende Flügel auf dem Rücken trugen.

Im Anschluss folgte der offizielle Teil der Abschlussfeier. IOC-Präsident Jacques Rogge und der Präsident des Organisationskomitees Valentino Castellani wurden dabei von Beckie Scott begleitet, die während der Spiele in die Athletenkommission des IOC gewählt worden war. Castellani wurde vom IOC-Präsidenten der Olympische Orden verliehen. In seiner Rede dankte der OK-Präsident den vielen ehrenamtlichen Helfern und verabschiedete sich stellvertretend für Turin. Während seiner Rede wurde er jedoch durch einen Störer unterbrochen, der eines der Mikrofone am Rednerpult abriss. Dieser wurde jedoch schnell von den Sicherheitskräften in Gewahrsam genommen.

Nach Castellani hielt Jacques Rogge eine Rede, in der er Turin „großartige Olympische Spiele“ bescheinigte. Er bedankte sich ebenfalls bei den Helfern und verwies noch auf die in zwei Wochen später stattfindenden Paralympics. Er warb bei den Athleten um Verständnis für das harte Vorgehen des IOC gegen Doping, weil dadurch versucht werde, die Gesundheit der Athleten zu schützen. Am Ende seiner Rede erklärte Jacques Rogge die Spiele von Turin für beendet und lud die Jugend der Welt zu den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver ein. Er dankte Italien und Turin für die Durchführung der Spiele.

Nun folgte der offizielle Übergang zu Vancouver. Der querschnittsgelähmte Bürgermeister von Vancouver, Sam Sullivan, kam auf die Bühne. Die kanadische Flagge wurde gehisst und ein kanadischer Startenor sang die Hymne Kanadas. Der Bürgermeister Turins, Sergio Chiamparino, übergab die Olympische Fahne an Sam Sullivan. Die Flagge wurde an seinem Rollstuhl befestigt, damit er diese schwenken konnte. Ein Videoclip, der den Flug über schneebedeckte Berge und einen zugefrorenen Fluss zeigte, war die Überleitung zu einer Gruppe kanadischer Ureinwohner. Ein Darsteller bohrte ein Loch in eine symbolisierte Eisfläche, wie beim Eisfischen, und brach sie dadurch auf. Gleichzeitig bauten andere Darsteller ein Inukshuk, eine Steinfigur der Inuit in Form eines Menschen, welche das offizielle Logo der Spiele von Vancouver ist, auf. Gesanglich wurde das Gastgeberland der nächsten Olympischen Winterspiele durch Avril Lavigne vertreten. Während der Dauer des Songs wurde auf Rollerblades ein Eishockeyspiel nachgestellt. Zum Abschluss der Überleitung nach Vancouver wurde ein Clip gezeigt, der das Motto „Come Play With Us“ („Komm, spiel mit uns“) vorstellte und die Olympische Flagge eingeholt. Sie wurde von Nino Benvenuti, Klaus Dibiasi, Gianluca Vialli, Sara Simeoni, Gustav Thöni, Novella Calligaris, Livio Berruti und Mario Cipollini aus dem Stadion getragen.

Das künstlerische Rahmenprogramm wurde mit dem Einmarsch einer kleinen Armee fortgesetzt, die an einen militärischen Sieg Savoyens über Frankreich vor 300 Jahren, der Schlacht von Turin erinnern sollte. Außerdem wurde eine Feuerspeiende Harfe in der Mitte des Stadions aufgebaut. Ein Darsteller spielte auf ihr und im selben Rhythmus wie ihre Feuerstöße gab es aufflackernde Flammen im ganzen Stadion. Als Andrea Bocelli zu singen begann, kamen 380 Bräute ins Stadion. Sie bildeten zuerst eine Friedenstaube und dann das Logo der Olympischen Winterspiele von Turin. Als der ehemalige italienische Skistar Isolde Kostner das Stadion ebenfalls im Brautkleid betrat, erlosch um 22:07 Uhr das Olympische Feuer, ohne dass es großes Aufsehen erregte.

Während des nun folgenden Abschlussfeuerwerks sang die Italienerin Elisa Toffoli, die in Salt Lake City bei der Abschlussfeier die italienische Hymne gesungen hatte, das Lied „Luce“ und Ricky Martin das Lied „I don't care“ sowie seinen Hit von 1998, „La Copa de la Vida“. Am Ende der Abschlussfeier spielte ein DJ, dessen Turntables sich auf dem Amboss aus der Eröffnungsfeier befanden.

Im Biathlon wurden je fünf Wettbewerbe für Damen und Herren ausgetragen, diese fanden in San Sicario statt. Neu in das Programm aufgenommen wurde das Massenstartrennen; bei den Damen führte dieses über eine Distanz von 12,5 Kilometer, bei den Herren über 15 Kilometer.

Bei den Rennen der Männer dominierten die Athleten aus Deutschland: Am 11. Februar im 20-Kilometer-Einzel wurde der deutsche Michael Greis der erste Olympiasieger dieser Spiele. Er gewann außerdem das Rennen im Massenstart über 15 Kilometer und das Staffelrennen und war der erfolgreichste Biathlet der Olympischen Spiele. Eine weitere Einzel-Goldmedaille gewann Sven Fischer. Vincent Defrasne gewann das Verfolgungsrennen über 12,5 Kilometer und war der einzige Olympiasieger, der nicht aus Deutschland kam. Hinter den eigenen und den Erwartungen der Öffentlichkeit zurück blieb der überragende Biathlet der vorangegangenen Jahre Ole Einar Bjørndalen, der bei den Olympischen Winterspielen 2002 vier Mal Olympiasieger geworden war und sich 2006 mit zwei Silbermedaillen und einer Bronzemedaille zufrieden geben musste.

Bei den Frauenrennen kamen die vier Einzel-Olympiasiegerinnen aus vier verschiedenen Ländern, Deutschland (Kati Wilhelm), Russland (Swetlana Ischmuratowa), Frankreich (Florence Baverel-Robert) und Schweden (Anna Carin Olofsson). Die erfolgreichsten Teams waren das deutsche, das insgesamt 6 Medaillen gewann und das russische, das das Staffelrennen und damit eine zweite Goldmedaille sowie drei weitere Bronzemedaillen gewann. Erfolgreichste Biathletinnen waren Swetlana Ischmuratowa mit zwei Olympiasiegen, Albina Achatowa mit insgesamt drei Medaillen sowie Anna Carin Olofsson, die eine Gold- und eine Silbermedaille in Einzelrennen gewann.

Im 15-Kilometer-Einzel der Damen überquerte die Russin Swetlana Ischmuratowa vor Olga Pyljowa und Martina Glagow die Ziellinie. Die Zweitplatzierte wurde nach dem Wettbewerb jedoch positiv auf die Einnahme des Dopingmittels Carphedon getestet, woraufhin sie ihre Silbermedaille abgeben musste. Glagow gewann somit Silber und die Russin Albina Achatowa Bronze. Im 12,5-Kilometer-Massenstart bestritt Uschi Disl ihr letztes olympisches Rennen und gewann ihre insgesamt neunte olympische Medaille.

Insgesamt dominierten in den Biathlon-Wettbewerben die deutschen Athleten. Sie gewannen fünf Gold-, vier Silber- und zwei Bronzemedaillen. Je zwei Wettbewerbe gewannen Athleten aus Russland und Frankreich, einen Wettbewerb die Schweden.

Auf der Bob-und Rodelbahn Pariol in Cesana Torinese fanden drei Wettbewerbe im Bobsport statt. Dabei erwies sich Deutschland als dominierende Nation, die Athleten gewannen alle drei Goldmedaillen. Die aus Thüringen stammenden André Lange und Kevin Kuske waren im Zweierbob und im Viererbob erfolgreich, im Viererbob zusätzlich René Hoppe und Martin Putze. Den Zweierbob-Wettbewerb der Damen entschieden Sandra Kiriasis und Anja Schneiderheinze für sich. Die Schweizer Bobfahrer Martin Annen und Beat Hefti gewannen sowohl im Zweier- als auch im Viererbob die Bronzemedaille, im Viererbob zusammen mit Thomas Lamparter und Cédric Grand. Der aus Jamaika stammende Lascelles Brown hatte erst kurz vor den Olympischen Spielen die kanadische Staatsbürgerschaft erhalten und gewann zusammen mit Pierre Lueders die Zweierbob-Silbermedaille.

Die Curling-Turniere der Damen und Herren fanden im Palazzo Polifunzionale del Ghiaccio in Pinerolo statt. An beiden Wettbewerben nahmen jeweils zehn Curlingteams teil, wovon sich neun ihren Startplatz auf Basis eines Punktesystems gesichert hatten, das die Ergebnisse der Weltmeisterschaften der Jahre 2003, 2004 und 2005 berücksichtigte. Die beiden italienischen Curlingteams waren als Gastgeber automatisch qualifiziert.

In der ersten Turnierphase zwischen dem 13. und 20. Februar traten im Round-Robin-System jede Mannschaft gegen jede der neun anderen Mannschaften an. Dabei fanden an jedem Tag drei Sessions statt, eine am Morgen, eine am Nachmittag und eine am Abend. Die vier punktbesten Teams qualifizierten sich für das Halbfinale. Die Sieger der beiden Halbfinalmatches ermittelten im Finale den Olympiasieger, die beiden unterlegenen Halbfinalisten den Gewinner der Bronzemedaille. Die Finalphase dauerte vom 22. bis 24. Februar.

Am Turnier der Herren nahmen die Mannschaften aus Deutschland, Finnland, Italien, Kanada, Neuseeland, Norwegen, Schweden, Schweiz, den USA und dem Vereinigten Königreich teil. Im Finale bezwang Kanada die Mannschaft aus Finnland mit 10:4, im Spiel um Platz drei siegten die Vereinigten Staaten 8:6 gegen das Vereinigte Königreich. Die Schweizer Mannschaft erreichte mit fünf Siegen den fünften Platz, die deutsche Mannschaft gewann lediglich drei Spiele und kam auf Platz acht.

Am Turnier der Damen nahmen die Mannschaften aus Dänemark, Italien, Japan, Kanada, Norwegen, Russland, Schweden, der Schweiz, den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich teil. Im Finale bezwang Schweden die Mannschaft aus der Schweiz mit 7:6 (nach Verlängerung), im Spiel um Platz drei siegte Kanada 11:5 gegen Norwegen.

Es fand je ein Eishockeyturnier für Damen und Herren statt, Austragungsorte waren die Hallen Palasport Olimpico und Torino Esposizioni in Turin.

Für das Herren-Turnier waren zwölf Mannschaften mit jeweils 20 Feldspielern und drei Torhütern zugelassen. Dafür qualifizierten sich die acht besten Teams der Eishockey-Weltrangliste direkt, nämlich Kanada, Schweden, Slowakei, Tschechien, Finnland, die USA, Russland und Deutschland; dazu kam noch Gastgeber Italien. Die weiteren drei Plätze wurden in Qualifikationsturnieren ausgespielt, bei welchen sich die Schweiz, Lettland und Kasachstan qualifizierten.

Die zwölf Mannschaften spielten zunächst in zwei Vorrundengruppen mit jeweils sechs Teams. Die besten vier Mannschaften jeder Gruppe erreichten das Viertelfinale und ermittelten in der Folge im K.-o.-System den Olympiasieger. Die deutsche Mannschaft verpasste mit Platz fünf in der Vorrundengruppe A knapp den Einzug in das Viertelfinale; von den fünf Spielen konnte die Mannschaft keins gewinnen, nur zwei gingen unentschieden aus. Die Schweizer erreichten in der gleichen Gruppe mit zwei überraschenden Siegen gegen Kanada und Tschechien sowie zwei Unentschieden den zweiten Platz, schieden aber im Viertelfinale gegen den späteren Olympiasieger Schweden aus. Der Bronzemedaillengewinner wurde durch die beiden Verlierer des Halbfinals ermittelt, dabei siegte Tschechien 3:0 gegen Russland. Weitere Platzierungsspiele gab es nicht. Olympiasieger wurde das schwedische Team, das im Finale die Mannschaft aus Finnland mit 3:2 besiegte.

Für das olympische Eishockeyturnier der Damen waren acht Teams mit jeweils 20 Feldspielerinnen und drei Torhüterinnen zugelassen. Direkt qualifiziert hatten sich die vier besten Frauenteams der Eishockey-Weltrangliste, also Kanada, die USA, Finnland und Schweden; Gastgeber Italien war als fünftes Team automatisch zugelassen. Die restlichen drei Plätze wurden in einer Qualifikationsrunde vergeben, bei der sich Russland, Deutschland und die Schweiz durchsetzen konnten.

In der Vorrunde des Damenturniers spielten die acht Teams zunächst in zwei Gruppen. Die beiden Erstplatzierten jeder Gruppe erreichten das Halbfinale, die Dritt- und Viertplatzierten spielten in einer Platzierungsrunde um die Plätze fünf bis acht. Die Vorrundenspiele verliefen insgesamt ohne große Überraschungen: Die Kanadierinnen und US-Amerikanerinnen dominierten ihre Spiele, Finnland und Schweden stellten die besten Teams hinter den Nordamerikanerinnen. Im Halbfinale besiegten die Schwedinnen im Penalty-Schießen die hoch favorisierte US-amerikanische Mannschaft und sorgten für das erste nichtnordamerikanische Finale bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen. Im Finale bezwang Kanada die Mannschaft aus Schweden mit 4:1, im Spiel um Platz drei siegten die Vereinigten Staaten 4:0 gegen Finnland. Das deutsche Team verpasste mit Platz drei in der Vorrundengruppe B knapp den Einzug in das Viertelfinale; von den drei Spielen konnte es nur jenes gegen die Schweiz gewinnen. Die Schweizerinnen wiederum erreichten mit drei Niederlagen den vierten und letzten Platz dieser Gruppe.

Im Eiskunstlauf wurden vier Wettbewerbe in der Halle Torino Palavela in Turin ausgetragen. Den Einzelwettbewerb der Herren gewann der Russe Jewgeni Pljuschtschenko überlegen mit 258,33 Punkten vor dem Schweizer Stéphane Lambiel mit 231,21 Punkten und dem Kanadier Jeffrey Buttle mit 227,59 Punkten. Der einzige deutsche Teilnehmer Stefan Lindemann wurde nach einer schlechten Kurzkür und einer schwachen Kür lediglich 21. von 24 Läufern im Finale mit nur 172,57 Punkten. Im Eiskunstlauf der Damen gewann die Japanerin Shizuka Arakawa als erste Asiatin eine olympische Goldmedaille im Eiskunstlaufen, vor der US-Amerikanerin Sasha Cohen und der Russin Irina Sluzkaja.

Im Paarlauf-Wettbewerb musste das chinesische Paar Zhang Dan und Zhang Hao nach einem Sturz von Zhang Dan die Kür einige Minuten unterbrechen. Sie erlitt eine Bänderdehnung, konnte aber trotzdem die zweite Position nach dem Kurzprogramm behaupten. Die Sieger in dieser Disziplin waren die Russen Tatjana Totmjanina und Maxim Marinin. Das deutsche Paar Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy errang Platz sechs, das zweite deutsche Paar Eva-Maria Fitze und Rico Rex belegte am Ende Platz 15. Im von vielen Fehlern und Stürzen gekennzeichneten Eistanz siegten die Russen Tatjana Nawka und Roman Kostomarow mit 200,64 Punkten.

Insgesamt dominierten in den Eiskunstlauf-Wettbewerben die russischen Athleten. Sie gewannen drei Gold- und eine Bronzemedaille.

Auf dem Oval Lingotto in Turin fanden je sechs Wettbewerbe für Damen und Herren im Eisschnelllauf statt. Neu im Programm war der Team-Verfolgungswettkampf, der nach dem gleichen Modus wie sein Pendant im Bahnradsport ausgetragen wurde. In den Eisschnelllauf-Wettbewerben gab es sehr viele Favoriten, was zu ausgeglichenen und spannenden Wettkämpfen führte. Die erfolgreichsten Eisschnellläufer kamen mit drei Gold-, drei Silber- und einer Bronzemedaille aus den Vereinigten Staaten. Auch Athleten aus den Niederlanden, Kanada, Italien und Russland wurden Olympiasieger. Bekannte Olympiasieger dieser Spiele im Eisschnelllauf waren Joey Cheek, Enrico Fabris, Chad Hedrick, Marianne Timmer, Cindy Klassen und Ireen Wüst. In der Team-Verfolgung der Damen gewann die deutsche Mannschaft mit Anni Friesinger, Claudia Pechstein, Daniela Anschütz-Thoms, Lucille Opitz und Sabine Völker die Goldmedaille vor Kanada und Russland. Claudia Pechstein errang im 5000-Meter-Lauf außerdem die Silbermedaille, Anni Friesinger im 1000-Meter-Lauf die Bronzemedaille.

Im Freestyle-Skiing wurden im Ort Jouvenceaux in der Gemeinde Sauze d'Oulx je zwei Wettbewerbe für Damen und Herren ausgetragen. Die Buckelpiste hatte eine Länge von 223 Metern und war 10 Meter breit, das Gefälle lag bei 26,5°. Bei den Herren setzte sich der Australier Dale Begg-Smith mit 26,77 Punkten vor dem Finnen Mikko Ronkainen und dem US-Amerikaner Toby Dawson durch. Bei den Damen gewann die Kanadierin Jennifer Heil mit 26,50 Punkten vor der Norwegerin Kari Traa und der französischen Athletin Sandra Laoura. Die amtierende Weltmeisterin Hannah Kearney aus den USA war bereits in der Qualifikation ausgeschieden.

Im Springen der Herren gewann der Chinese Han Xiaopeng vor dem Weißrussen Dimitri Daschinski und dem Russen Wladimir Lebedew, bei den Damen setzte sich die Schweizerin Evelyne Leu gegen die Chinesin Li Nina und die Australierin Alisa Camplin durch. Der Finaldurchgang der Damen musste wegen dichten Nebels um eine halbe Stunde verschoben werden und war auch sonst von zahlreichen Unterbrüchen geprägt. Die Australierin Jacqui Cooper hatte in der Qualifikation einen neuen Weltrekord aufgestellt, stürzte jedoch im Finaldurchgang und erreichte so nur den achten Platz.

Im Rennrodeln wurden auf der Bob- und Rodelbahn Pariol in Cesana Torinese drei Wettbewerbe ausgetragen. Den Einsitzer-Wettbewerb der Herren gewann der Italiener Armin Zöggeler vor dem Russen Albert Demtschenko und dem Letten Mārtiņš Rubenis. Der deutsche Athlet Georg Hackl verfehlte sein Ziel, bei seiner sechsten Olympiateilnahme die sechste Medaille zu gewinnen, klar und erreichte lediglich den siebten Platz. Im Doppelsitzer siegten die österreichischen Brüder Andreas Linger und Wolfgang Linger vor den Deutschen Andre Florschütz und Torsten Wustlich und den beiden Südtirolern Gerhard Plankensteiner und Oswald Haselrieder. Im Einsitzer der Damen belegten die deutschen Sportlerinnen die Plätze eins bis drei. Mit einer Gesamtzeit von 3:07,979 Minuten setzte sich die Oberwiesenthalerin Sylke Otto gegen die Oberhoferin Silke Kraushaar und Tatjana Hüfner durch.

In der Halle Torino Palavela in Turin fanden je vier Wettbewerbe für Damen und Herren im Shorttrack statt. Die erfolgreichsten Sportler der Olympischen Spiele 2006 starteten in dieser Sportart: Der Koreaner Ahn Hyun-soo wurde mit drei Goldmedaillen über 1000 Meter, 1500 Meter und in der 5000 Meter-Staffel sowie einer Bronzemedaille über 500 Meter erfolgreichster Athlet dieser Olympischen Winterspiele, während die Koreanerin Jin Sun-yu mit drei Goldmedaillen über 1000 Meter, 1500 Meter und in der 3000 Meter-Staffel erfolgreichste Frau bei diesen Spielen wurde. Außerdem war sie die erste südkoreanische Sportlerin, die bei Olympischen Spielen drei Goldmedaillen holte.

In den Shorttrack-Wettbewerben dominierten die koreanischen Sportler, welche sechs Gold-, drei Silber- und eine Bronzemedaille gewannen. Ebenfalls erfolgreich waren die Athleten aus China, den USA, Kanada, Bulgarien und Italien.

Auf der Bob- und Rodelbahn Pariol in Cesana Torinese wurde je ein Wettbewerb für Damen und Herren im Skeleton ausgetragen. Bei den Herren waren 27 Fahrer aus 19 Nationen am Start. Der Kanadier Duff Gibson wurde mit einer Gesamtzeit von 1:55,88 Minuten aus zwei Läufen Olympiasieger. Mit 39 Jahren ist er der älteste Sieger einer Individualsportart bei Olympischen Winterspielen. Die Silbermedaille gewann sein Landsmann Jeff Pain, Dritter wurde der Schweizer Gregor Stähli. Die deutschen Starter Sebastian Haupt und Frank Rommel belegten am Ende Platz neun beziehungsweise 24. Der Österreicher Martin Rettl, der Weltmeister von 2001 und Zweitplatzierte bei den Winterspielen 2002, enttäuschte mit Platz 13.

Bei den Damen waren 15 Fahrerinnen aus zwölf Nationen am Start. Die Schweizerin Maya Pedersen-Bieri gewann souverän die Goldmedaille. Sie erzielte in beiden Läufen Bestzeit, fuhr als einzige Fahrerin einen Lauf unter einer Minute, stellte einen neuen Bahnrekord auf und erzielte mit 123,1 km/h einen neuen Geschwindigkeitsrekord. Ihre Gesamtzeit lag bei 1:59,83 Minuten. Auf den weiteren Plätzen folgten die Britin Shelley Rudman und die Kanadierin Mellisa Hollingsworth-Richards. Die Deutsche Diana Sartor verpasste den Bronzerang nur um 0,28 Sekunden und belegte Platz vier. Die zweite deutsche Starterin Anja Huber kam am Ende auf Platz acht.

Im Alpinen Skisport wurden je fünf Wettbewerbe für Damen und Herren ausgetragen. Sieben der zehn Wettkämpfe fanden in Sestriere auf drei verschiedenen Pisten statt, drei Wettbewerbe der Damen in San Sicario auf dem Gebiet der Gemeinde Cesana Torinese.

Das erste Rennen der Herren, die Abfahrt, endete mit einer Überraschung; es gewann der Franzose Antoine Dénériaz vor dem Österreicher Michael Walchhofer und dem Schweizer Bruno Kernen, während Favoriten wie Daron Rahlves oder Bode Miller leer ausgingen. Ebenfalls überraschend endete der Kombinationswettbewerb: Nachdem zahlreiche Favoriten ausgeschieden waren, siegte der US-Amerikaner Ted Ligety, dem man eine solche Leistung eigentlich eher im Slalom zugetraut hatte. Die weiteren Medaillen gewannen Ivica Kostelić und Rainer Schönfelder.

Der Super-G am 18. Februar, der um 11:00 Uhr begonnen hatte, musste wegen starken Schneefalls und dichten Nebels nach 17 Fahrern abgebrochen werden, wurde zunächst auf 13:30 Uhr und schließlich auf 14:45 Uhr verlegt. Schließlich gewann der Norweger Kjetil André Aamodt, der damit nach 1992 und 2002 zum dritten Mal Olympiasieger in dieser Disziplin wurde; Zweiter wurde der Österreicher Hermann Maier, Dritter der Schweizer Ambrosi Hoffmann. Den Riesenslalom gewann Benjamin Raich vor Joël Chenal. Hermann Maier holte sich mit Platz 3 seine zweite Medaille bei diesen Spielen. Der Kanadier François Bourque, der nach dem ersten Lauf noch in Führung gelegen hatte, ging als Vierter leer aus.

Im Slalom erwiesen sich die Österreicher als überlegen und gewannen alle drei Medaillen; Benjamin Raich siegte vor Reinfried Herbst und Rainer Schönfelder. Der Italiener Giorgio Rocca, der in der laufenden Weltcup-Saison fünf Rennen hintereinander gewonnen hatte, hielt dem Erwartungsdruck seiner Landsleute nicht stand und schied im ersten Lauf aus.

Die Wettbewerbe der Damen begannen ebenfalls mit der Abfahrt. Es gewann Michaela Dorfmeister aus Österreich vor der Schweizerin Martina Schild, der Enkelin der Abfahrts-Olympiasiegerin von 1948, Hedy Schlunegger, und der mitfavorisierten Anja Pärson. Den Kombinationswettbewerb gewann die Kroatin Janica Kostelić, obwohl sie von einer Grippe geschwächt an den Start ging. Mit der insgesamt vierten Goldmedaille wurde sie zur erfolgreichsten Athletin an alpinen Olympiarennen überhaupt, vier Tage zuvor hatte ihr Bruder Ivica Kostelić in derselben Disziplin die Silbermedaille gewonnen. Die Silbermedaille gewann Marlies Schild, Anja Pärson belegte den dritten Platz und verpasste damit erneut mitfavorisiert ihren ersten Olympiasieg. Die Kombinationsabfahrt hätte ursprünglich am 17. Februar um 12:00 Uhr stattfinden sollen, wurde aber wegen schlechter Witterungsbedingungen um einen Tag verschoben, so dass zuerst der Kombinationsslalom ausgetragen wurde.

Auch im Super-G gewann Michaela Dorfmeister die Goldmedaille, diesmal vor Janica Kostelić und Alexandra Meissnitzer. Dieser Wettkampf hätte ursprünglich am 19. Februar um 12:00 Uhr stattfinden sollen, wurde aber wegen schlechter Witterungsbedingungen um einen Tag verschoben, am 20. Februar dann noch einmal von 12:00 Uhr auf 14:45 Uhr. Ebenfalls von schlechten Witterungsbedingungen betroffen war der Riesenslalom, der aber trotz heftigen Schneefalls und dichten Nebels programmgemäß durchgeführt wurde. Es gewann die US-Amerikanerin Julia Mancuso vor der Finnin Tanja Poutiainen; die Schwedin Anna Ottosson stieß im zweiten Lauf vom 13. auf den 3. Platz vor. Das letzte Rennen, den Slalom, gewann die Schwedin Anja Pärson, die damit zum ersten Mal Olympiasiegerin wurde. Die weiteren Medaillen gewannen Nicole Hosp und Marlies Schild, die nach einer Silbermedaille nun Bronze gewann.

Mit insgesamt vier Gold-, fünf Silber- und fünf Bronzemedaillen dominierte die österreichische Ski-Mannschaft diese Wettbewerbe. Sie gewannen fast die Hälfte aller erreichbaren Medaillen. Die erfolgreichsten Athleten waren die Österreicher Benjamin Raich und Michaela Dorfmeister mit je zwei Goldmedaillen. Weitere Olympiasieger kamen aus den USA, Frankreich, Kroatien, Norwegen und Schweden. Schweizer Skiläufer gewannen eine Silber- und zwei Bronzemedaillen, während die Gastgeber aus Italien die guten Resultate im Weltcup nicht bestätigen konnten und wie die Teilnehmer aus Deutschland keinen einzigen Podestplatz erreichten.

Sämtliche nordischen Skiwettkämpfe fanden auf dem Gebiet der Gemeinde Pragelato statt. Im Langlauf wurden je sechs Wettbewerbe für Damen und Herren ausgetragen. Außerdem fanden für die Herren je drei Wettkämpfe in der Nordischen Kombination und im Skispringen statt. Die Verfolgungsrennen über 10 Kilometer bei den Damen und 20 Kilometer bei den Herren wurden aus dem Programm genommen, dafür war der Team-Sprint zum ersten Mal im olympischen Programm.

Im Langlauf Team-Sprint (klassischer Stil) der Herren hatten sich auch die Deutschen Hoffnungen auf eine Medaille gemacht, jedoch mussten sie sich dem schwedischen, norwegischen und russischen Team geschlagen geben; Olympiasieger in dieser Disziplin wurden Thobias Fredriksson und Björn Lind. Im 15-Kilometer-Rennen (klassischer Stil) sorgte Tobias Angerer mit einem dritten Platz hinter dem Esten Andrus Veerpalu und dem Tschechen Lukáš Bauer für die erste deutsche Langlaufmedaille bei diesen Spielen.

Die 30-Kilometer-Verfolgung verlief für die Läufer des Deutschen Skiverbands enttäuschend: René Sommerfeldt gab das Rennen auf und Tobias Angerer, der zum engsten Favoritenkreis gehört hatte, belegte lediglich Platz 12. Sieger dieses Rennens war der Russe Jewgeni Dementjew, einen guten siebten Platz belegte der Österreicher Mikhail Botwinov.

Die Königsdisziplin, den 50-Kilometer-Wettbewerb im freien Stil, gewann in einem Schlussspurt der Lokalmatador Giorgio di Centa vor Jewgeni Dementjew und Mikhail Botwinov. Auch in der 4x10-Kilometer-Staffel gewannen die Italiener. Die deutsche Mannschaft mit den Läufern Andreas Schlütter, Jens Filbrich, René Sommerfeldt und Tobias Angerer errang vor den Schweden die Silbermedaille. Die Schweizer erreichten Platz 7, während die von einer im Folge des Dopingskandals nächtlich durchgeführten Razzia betroffenen Österreicher nicht mithalten konnten und in der dritten Runde aus dem Rennen genommen wurden.

Auch bei den Damen war die schwedische Mannschaft den Team-Sprintwettbewerb im klassischen Stil erfolgreich; Anna Dahlberg und Lina Andersson gewannen vor dem kanadischen und dem finnischen Team. Die deutsche Mannschaft mit Viola Bauer und Evi Sachenbacher-Stehle hatte sich Hoffnungen auf eine Medaille gemacht, verpasste diese mit Platz fünf jedoch ebenso wie das hoch favorisierte norwegische Team. In der 4x5-Kilometer-Staffel gewann die russische Mannschaft. Die deutschen Läuferinnen Stefanie Böhler, Viola Bauer, Evi Sachenbacher-Stehle und Claudia Künzel, errangen vor den Italienerinnen die Silbermedaille.

Den Einzel-Sprintwettbewerb im freien Stil gewann überraschend die Kanadierin Chandra Crawford vor Claudia Künzel. Sowohl über 10 km im klassischen Stil wie auch im Verfolgungsrennen siegte die Estin Kristina Šmigun. Im 30 km-Lauf, der im freien Stil ausgetragen wurde, war die Tschechin Kateřina Neumannová die Schnellste.

Im Sprintwettbewerb der Nordischen Kombination wurde das Springen nach 16 Springern wegen des starken Gegenwindes abgebrochen und mit verkürztem Anlauf neu gestartet. Das machte auch eine Verschiebung des abschließenden Langlaufs um eine Stunde auf 15:00 Uhr notwendig. Diesen Wettbewerb gewann der Österreicher Felix Gottwald vor Magnus Moan und dem deutschen Athleten Georg Hettich. Im Einzelwettbewerb ging Georg Hettich nach dem Springen als Erster in die Loipe und verteidigte seinen ersten Platz bis zum Ende des Rennens, Platz zwei erkämpfte sich der Österreicher Felix Gottwald mit fast zehn Sekunden Rückstand. Der Bronzemedaillengewinner Magnus Moan wurde erst im Fotofinish ermittelt.

Die Mannschaftswertung gewann die österreichische Mannschaft vor der deutschen und der finnischen. Das Springen musste wegen starken Windes nach dem ersten Durchgang abgebrochen werden. Dadurch verschoben sich der zweite Durchgang des Springens und die Langlauf-Staffel um einen Tag. Das norwegische Team verzichtete wegen einer Grippe-Erkrankung von drei der vier Athleten auf den Start. Nach der Verschiebung musste auch Italien aus gesundheitlichen Gründen auf eine weitere Teilnahme verzichten.

Die Skisprung-Wettbewerbe wurden von den österreichischen und norwegischen Sportlern dominiert. Österreich errang hierbei zwei Gold- und eine Silbermedaille durch Thomas Morgenstern (Gold, K120), Andreas Kofler (Silber, K120) und den Sieg in der Mannschaft, Norwegen eine Gold- und drei Bronzemedaillen, durch Lars Bystøl (Gold, K90), Roar Ljøkelsøy (Bronze, K90) und dem dritten Platz im Team. Ein vierter Platz von Michael Uhrmann auf der Normalschanze war ein durchaus achtbares Ergebnis der deutschen Mannschaft. Außerdem stand Uhrmann hierbei mit 104,5 Metern den weitesten Sprung des zweiten Durchgangs. Auch im Mannschaftsspringen von der Großschanze erreichte die deutsche Mannschaft einen vierten Platz. Bester Schweizer war Andreas Küttel mit den Plätzen 5 auf der Normal- und 6 auf der Großschanze.

Im Snowboarden wurden je drei Wettbewerbe für Damen und Herren ausgetragen; diese fanden in Melezet bei Bardonecchia statt. Neu in das Programm aufgenommen wurde die Disziplin Snowboardcross. Der Parallel-Riesenslalomkurs hatte 24 Tore und eine Höhendifferenz von 163 Metern. Die Halfpipe war 145 Meter lang und 18 Meter breit, hatte ein Gefälle von 16° und eine Seitenhöhe von 5,7 Metern. Der Snowboardcross-Kurs hatte eine Höhendifferenz 213 Metern und wies 38 Hindernisse auf.

Diese Wettkämpfe wurden von den Sportlern der Vereinigten Staaten dominiert, die drei Gold-, drei Silber- und eine Bronzemedaille gewannen. Auch die Schweiz mit drei Gold- und einer Silbermedaille war sehr erfolgreich. Mit zwei Doppelsiegen dominierten die Amerikaner die Halfpipe-Wettbewerbe, Sieger waren Shaun White bei den Herren und Hannah Teter bei den Frauen. Die Deutsche Amelie Kober gewann als Außenseiterin die Silbermedaille im Parallel-Riesenslalom, die Angehörige der Bundespolizei musste sich dabei nur der Schweizerin Daniela Meuli geschlagen geben. Den Sieg im Parallel-Riesenslalom der Herren machten die Schoch-Brüder aus der Schweiz unter sich aus, dabei gewann Philipp vor Simon.

Der kurioseste Vorfall dieser Wettbewerbe ereignete sich im Damen-Finale der Disziplin Snowboardcross. Lindsey Jacobellis vergab ihre sichere Goldmedaille wegen eines übermütigen Griffes an das Board, der zu einem Sturz führte, und landete nur auf Platz zwei; der Sieg ging an die Schweizerin Tanja Frieden. Am Tag zuvor hatte der US-Amerikaner Seth Wescott, der seit Jahren mit Frieden liiert war, ebenfalls die Goldmedaille in dieser Disziplin gewonnen.

Der erfolgreichste Athlet dieser Winterspiele war mit drei Olympiasiegen und einer Bronzemedaille der südkoreanische Shorttrack-Läufer Ahn Hyun-soo vor dem Deutschen Michael Greis mit drei Goldmedaillen. Die erfolgreichste Athletin der Spiele war die Shorttrack-Läuferin Jin Sun-yu aus Südkorea, die drei Goldmedaillen gewinnen konnte. Die meisten Medaillen aller Teilnehmer gewann die Eisschnellläuferin Cindy Klassen aus Kanada, die einmal Olympiasiegerin wurde sowie eine Silbermedaille und drei Bronzemedaillen gewinnen konnte.

Der Deutsche André Lange war der erste Bobfahrer seit Wolfgang Hoppe (DDR) 1984 in Sarajevo, der sowohl im Zweier- als auch im Viererbob die Goldmedaille gewinnen konnte. Neben ihm und Michael Greis gehörte auch der Biathlet Sven Fischer, der neben zwei Goldmedaillen einmal Bronze gewann, zu den erfolgreichsten deutschen Teilnehmern. Felix Gottwald wurde mit seinen zwei Goldmedaillen und einer Silbermedaille, die er in der Nordischen Kombination errungen hatte, der erfolgreichste Teilnehmer aus Österreich. Zu den erfolgreichsten österreichischen Sportlern gehörten auch die Ski-Alpin Fahrer Michaela Dorfmeister und Benjamin Raich sowie der erst neunzehnjährige Skispringer Thomas Morgenstern mit jeweils zwei Olympiasiegen. Martin Annen und sein Teampartner Beat Hefti gewannen im Zweierbob und im Viererbob jeweils die Bronzemedaille und waren damit die einzigen Teilnehmer aus der Schweiz, die mehr als eine Medaille gewannen.

Bei den Olympischen Winterspielen von Turin gab es zwei Entscheidungen, bei denen sämtliche zu vergebende Medaillen von Sportlern eines Landes gewonnen wurden: Beim Einsitzer-Rodeln der Damen gingen Gold, Silber und Bronze an Deutschland, und die Medaillen beim Ski-Alpin Slalom der Herren gewannen drei Österreicher.

Im Alter von 41 Jahren und 189 Tagen gewann die norwegische Ski-Langläuferin Hilde G. Pedersen die Bronzemedaille über 10 Kilometer klassisch und wurde damit zur ältesten Medaillengewinnerin aller Zeiten bei Olympischen Winterspielen. Scott Baird, Ersatzspieler des amerikanischen Curling-Teams, kam zwar nicht zum Einsatz, wurde aber durch seine Teilnahme am Olympischen Turnier mit 54 Jahren und 282 Tagen ältester Teilnehmer Olympischer Winterspiele. Da er mit seinem Team zudem die Bronzemedaille gewann, avancierte er darüber hinaus zum bis dato ältesten Medaillengewinner bei Olympischen Winterspielen.

Ole Einar Bjørndalen (Rang 4 mit insgesamt 5 Goldmedaillen, 3 Silbermedaillen, 1 Bronzemedaille), Kjetil André Aamodt (14., 4-2-2) und Janica Kostelić (18., 4-2-0) etablierten sich mit ihren Medaillengewinnen ebenso unter den historisch erfolgreichsten Teilnehmern Olympischer Winterspiele wie die deutschen Sportler Claudia Pechstein (5., 5-2-2), Ricco Groß (13., 4-3-1) und Sven Fischer (14., 4-2-2). Pechstein ist damit die erfolgreichste aller deutscher Teilnehmer an Olympischen Winterspielen.

Georg Hackl gewann als Siebtplatzierter beim Rodeln zwar keine Medaille, konnte jedoch seine sechste Teilnahme bei Olympischen Winterspielen seit 1988 begehen.

Bei den Olympischen Winterspielen in Turin wurden die schärfsten Dopingkontrollen der Geschichte durchgeführt. So gab es zum Beispiel erweiterte Tests auf Wachstumshormone oder EPO. Dazu kam, dass neben einer zweijährigen Wettkampfsperre den überführten Dopingsündern auch Ermittlungen der italienischen Staatsanwaltschaft drohten, da Doping in Italien ein Offizialdelikt ist. Zwar versicherte man dem IOC, Staatsanwaltschaft und auch Polizei würden keine Athletenwohnungen durchsuchen, aber bei positiven Dopingtests würde es trotzdem zu Ermittlungen kommen.

In den ersten Tagen nach der Anreise der Sportler wurden vor allem Athleten kontrolliert, die in den Wochen vor Olympia nicht in den Weltcups gestartet waren und in dieser Zeit abseits der Tests ein auf die Spiele zugeschnittenes Doping durchgeführt haben könnten. Zu den Kontrollierten gehörten unter anderem der deutsche Biathlet Ricco Groß, die deutsche Eisschnellläuferin Anni Friesinger und der amerikanische Skifahrer Bode Miller. Ein Kritikpunkt der Sportler war dabei jedoch die Durchführung der Tests, da sie von der Wettkampfstätte bis zu 25 Kilometer zur Dopingprobe zurücklegen mussten und dadurch ihr Trainingsrhythmus gestört wurde.

Bei einer vorolympischen Kontrolle im Januar wurde der brasilianische Bobfahrer Armando dos Santos positiv auf das anabole Steroid Nandrolon getestet und von den Spielen ausgeschlossen. Der erste Dopingfall während der Spiele wurde am 16. Februar bekannt. Die Russin Olga Pyljowa, die im Biathlon-Einzelrennen die Silbermedaille gewonnen hatte, wurde mit A- und B-Probe des Dopings mit dem verbotenen Mittel Carphedon überführt und von der weiteren Teilnahme ausgeschlossen. Die Silbermedaille wurde aberkannt und eine zweijährige Sperre auferlegt.

Am 18. Februar erfolgte eine groß angelegte Haus- und Personendurchsuchung im Quartier der österreichischen Langläufer und Biathleten. Die österreichischen Biathleten und auch die Langläufer, welche am nächsten Tag im Herren-Staffelwettbewerb zum Einsatz kamen, mussten sich am späten Abend einer Dopingprobe unterziehen. Der Grund für diese Aktion war die mehrtägige Anwesenheit des wegen Doping-Vergehens für Olympische Spiele gesperrten österreichischen Langlauftrainers Walter Mayer. Dieser war verschwunden und tauchte in Kärnten wieder auf, wo er alkoholisiert im PKW versuchte, eine Polizeisperre zu durchbrechen. Erst aufgrund dieses Vorfalls distanzierte sich die Spitze des Österreichischen Skiverbands von Mayer, indem er fristlos entlassen wurde.

Eine Zeit lang hielt sich das Gerücht, ein Betreuer habe einen Beutel mit Beweismitteln aus dem Fenster geworfen, um diese zu beseitigen, aber in den offiziellen Stellungnahmen der italienischen Staatsanwaltschaft findet dieser Vorfall keine Erwähnung. Jedoch erklärte der Turiner Staatsanwalt Raffaele Guariniello, dass über 100 Spritzen, 30 Schachteln mit Medikamenten und diverse Apparate für Bluttests und Transfusionen bei der Razzia gefunden wurden. In der Nacht nach der Durchsuchungsaktion setzten sich die beiden österreichischen Biathleten Wolfgang Perner und Wolfgang Rottmann aus Italien ab. Sie wurden wegen unerlaubten Entfernens vom Team aus der österreichischen Olympiamannschaft ausgeschlossen.

Am 24. Februar wurde vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) entgegen der normalen Vorgehensweise bekannt gegeben, dass die Dopingproben aller getesteten österreichischen Sportler negativ ausgefallen sind. Normalerweise werden vom IOC nur positive Doping-Befunde bekannt gegeben. Dennoch gehen die Untersuchungen in diesem Fall weiter, da seitens der italienischen Staatsanwaltschaft und des IOC der Verdacht besteht, dass unerlaubte Dopingmethoden, insbesondere Blutdoping, versucht beziehungsweise angewendet wurden. Es konnte jedoch keinem Athleten oder Betreuer irgendeine Form von Doping nachgewiesen werden. Für die Verdächtigten gilt die Unschuldsvermutung.

Am 25. April 2007 entschied das IOC aufgrund der Funde bei der Razzia 2006 im österreichischen Langlaufquartier sechs österreichische Athleten auf Lebenszeit von der Teilnahme an Olympischen Spielen auszuschließen und zusätzlich ihre bei den Winterspielen 2006 erzielten Ergebnisse zu annullieren. Dabei handelt es sich um die Biathleten Wolfgang Perner und Wolfgang Rottmann sowie die Langläufer Roland Diethart, Johannes Eder, Jürgen Pinter und Martin Tauber.

Am 24. Mai 2007 wurde bekannt gegeben, dass das IOC dem ÖOC aufgrund der wiederholten Doping-Vorfälle und der laschen österreichischen Haltung zum Thema Doping 1 Mio. $ an Fördergeldern streicht. Das IOC forderte stichhaltige Belege, dass die vielen, bisher nicht oder nur teilweise umgesetzten, Versprechen zur Dopingbekämpfung seitens Österreich eingehalten werden.

Mitte Juli 2007 gab der Disziplinar-Ausschuss des Österreichischen Skiverbandes bekannt, dass den Olympia-Teilnehmern Wolfgang Perner und Wolfgang Rottmann Blutdoping und der Besitz von Plasmaexpandern nachgewiesen wurde. Weiters wurde eingeräumt, dass die Trainer Walter Mayer und Emil Hoch Doping geduldet und sogar aktiv unterstützt haben.

Nach den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City waren es die zweiten Winterspiele, die im Zeichen der Angst vor terroristischen Anschlägen ausgetragen wurden. Deswegen gab es in Turin und in der Umgebung ein sehr großes Aufgebot von Sicherheitskräften. Bis zum Ende der Spiele kamen mehr als 15.000 Polizisten, Soldaten und Spezialkräfte zum Einsatz. Während der Eröffnungsfeier wurde der Turiner Luftraum gesperrt, um Anschläge mit Flugzeugen zu verhindern. Die Besucher der Wettbewerbe mussten sich erst durch die Sicherheitskontrollen begeben, bis sie zu den Sportstätten kamen.

In Turin wurde von den italienischen Sicherheitskräften am 23. Februar sogar ein geparktes spanisches Auto gesprengt, in dem man eine Bombe vermutete. Es stellte sich jedoch als falscher Alarm heraus. Mitunter nahmen die Sicherheitsvorkehrungen auch übertriebene Ausmaße an, so wurden zum Beispiel Schraubenzieher der Service-Mitarbeiter bei der Herren-Abfahrt von Sicherheitsbeamten konfisziert.

Enttäuschend war die für ein globales Ereignis dieser Dimension teils schwache Zuschauerresonanz, viele Wettkämpfe fanden vor schwach besetzten Zuschauerrängen statt, worunter auch die Stimmung bei vielen Entscheidungen litt. Als Gründe für die mangelnde Besucherresonanz wurden unter anderem hohe Eintrittspreise und eine teilweise schlechte Verkehrsinfrastruktur angeführt.

Auf Kritik, vor allem durch die beteiligten Sportler und die betroffenen Verbände, stieß auch die Tatsache, dass in manchen Sportarten die Medaillen nicht auf der Medal Plaza in Turin vor mehreren tausend Zuschauern verliehen wurden, sondern direkt an der Wettkampfstätte. So erhielt der Deutsche Georg Hettich seine Goldmedaille in der Nordischen Kombination vor fast leeren Rängen.

Zwar waren alle Wettkampfstätten termingerecht fertig gestellt worden und in gutem Zustand, doch im näheren Umfeld einiger Austragungsorte gab es noch zahlreiche Baustellen und viel Bauschutt zu sehen. Auch Straßen und Eisenbahntrassen, die anlässlich der Spiele neu errichtet oder ausgebaut werden sollten, konnten teilweise nicht pünktlich eröffnet werden.

Ein weiteres Problem war das zeitweise extreme Wetter. Starker Schneefall führte zur Verschiebung einiger Ski-Alpin-Wettbewerbe und verursachte fast irreguläre Bedingungen beim Biathlon. Während der Bob-Wettbewerbe mussten teilweise Sonnensegel gespannt werden, damit der Wettkampf stattfinden konnte. Die Straßen zum Wettkampfort Sestriere mussten witterungsbedingt wiederholt gesperrt werden.

Das Defizit des Organisationskomitees der Olympischen Winterspiele 2006 (TOROC) betrug 31 Millionen Euro, im Budget war noch von einem Verlust von 41 Millionen Euro ausgegangen worden. Momentan arbeitet das Organisationskomitee an Ideen, wie die Sportanlagen langfristig zu nutzen seien. Durch die Stadt Turin wird eine Stiftung angestrebt, welche die Immobilien im Wert von rund 500 Millionen Euro verwalten soll.

Mehr als 10.000 Vertreter der Medien aus aller Welt berichteten von den Olympischen Winterspielen in Turin. Über 3 Milliarden Menschen in 200 Ländern konnten Fernsehberichte über die Wettkämpfe sehen.

Die Berichterstattung war teilweise ziemlich negativ, was auf die oben genannten Probleme zurückzuführen ist. Einige Medien verwendeten den Satz „Die Spiele haben funktioniert, aber nicht fasziniert“. Er wurde schon im Jahr 2004 in Athen benutzt, wo ähnliche Probleme zu verzeichnen waren.

Die Fernsehrechte für Deutschland lagen, wie bereits bei den anderen Olympischen Spielen, bei den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD (Das Erste) und dem ZDF. Diese zeigten zusätzlich, wie schon bei den Olympischen Sommerspielen 2004 in Athen, auf ihren Digitalsendern EinsFestival und ZDFinfokanal weitere Wettkämpfe. In Österreich übertrug ORF 1 die Olympischen Spiele, für den deutschsprachigen Teil der Schweiz liefen die Übertragungen auf SF zwei. Europaweit wurden die Spiele von Eurosport 24 Stunden am Tag übertragen. Ebenso wie das ZDF bot auch Eurosport die Winterspiele als Livestream über die jeweiligen Homepages an. So konnte der Zuschauer das aktuelle Olympiaprogramm auch ohne Fernseher verfolgen.

Die Eröffnungsfeier, die das ZDF übertrug, wurde von 8,4 Millionen Deutschen gesehen. Am zweiten Wettkampftag zur Entscheidung im Eisschnelllauf der Damen über 3000 Meter mit den deutschen Top-Favoritinnen Claudia Pechstein und Anni Friesinger schalteten sogar über 9 Millionen Zuschauer ein, was der ARD einen Marktanteil von 34 % bescherte. Die Abschlussfeier, welche die ARD übertrug, sahen deutlich weniger Zuschauer: nur 6,4 Millionen (Anteil 18,5 %). Das Durchschnittsalter der Fernsehzuschauer lag bei 56 Jahren. Selbst bei Sportarten wie Ski-Freestyle oder Snowboard schauten meist über 50-jährige zu.

Die SRG SSR idée suisse gab für Rechte- und Produktionskosten rund 23 Millionen Schweizer Franken aus. Die Abfahrt der Männer verfolgten mehr als eine Million Menschen, was einem Marktanteil von 72,7% entsprach. Auch im Curling-Finale der Frauen beim Zusatzend sahen mehr als eine Million Personen zu. Die Eröffnungsfeier fand auch in der Schweiz wenig Beachtung, nur 658.000 Zuschauer saßen während dieser Übertragung vor den Fernsehgeräten. 19 Sendungen erreichten nur eine halbe Million Zuschauer.

Trotz guter Ergebnisse des US-Teams stießen die Olympischen Winterspiele in den USA auf ein äußerst geringes Interesse. Der Fernsehsender NBC, der die alleinigen Übertragungsrechte hatte, verzeichnete in der ersten Olympiawoche nur etwa 13 Millionen Zuschauer pro Abend, bei sämtlichen Winterspielen der letzten 20 Jahre waren es deutlich mehr. Die Talentshow American Idol und überraschenderweise auch Serien wie Desperate Housewives verzeichneten deutlich höhere Einschaltquoten. Besonders wenig Interesse wurde Skilanglauf, nordischer Kombination und Biathlon entgegengebracht. Nicht ganz ernst zu nehmen waren einzelne Forderungen, die Olympischen Winterspiele ganz abzuschaffen. Die amerikanische Sportpresse fand aber weitgehend wenig Gefallen an den Spielen in Turin. So schrieb der Sportkolumnist Steve Hofstetter: „Ich kann mich an keine Olympischen Spiele erinnern, die so wenig Interesse gefunden haben. Es ist einfach zu langweilig.“ Medienkritiker wiesen jedoch auf die schlechte Programmgestaltung von NBC hin, wo die Wettkämpfe in kurzen Sequenzen zwischen langen Werbeblöcken platziert waren.

Die offizielle Olympia-Website wurde bis Mitte März 2006 über 700 Millionen Mal aufgerufen. Damit war die Seite www.torino2006.org erfolgreicher als ihre Vorgänger in Athen und Salt Lake City. Allein am Mittwoch, dem 22. Februar 2006, gab es mehr als 71 Millionen Seitenaufrufe. Die meisten Nutzer des Webangebotes der Olympischen Winterspiele 2006 kamen aus den Vereinigten Staaten. Deutsche Nutzer belegten Platz acht.

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FIS-Grand-Prix Skispringen 2006

Der Skisprung-Sommer-GP 2006 (offizielle Bezeichnung: FIS Grand Prix Ski Jumping 2006) war eine vom Weltskiverband FIS zwischen dem 5. August 2006 und dem 3. Oktober 2006 ausgetragene Wettkampfserie im Skispringen. Der an neun verschiedenen Orten in Europa und Asien ausgetragene Grand-Prix bestand aus einem Team- und zehn Einzelwettbewerben. Den Sieg in der Gesamtwertung konnte der Pole Adam Małysz vor den Österreichern Wolfgang Loitzl und Andreas Kofler erringen. Der Titelverteidiger Jakub Janda aus Tschechien belegte den neunten Platz. Die Nationenwertung gewann der Vorjahressieger Österreich vor den Teams aus Norwegen und Finnland.

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Skisprung-Weltcup 2006/2007

Andreas Küttel freute sich in Oberstdorf über den zweiten Platz

Der Skisprung-Weltcup 2006/2007 (offizieller Sponsorname: e-on Ruhrgas FIS Weltcup Skispringen 2006/07) war eine vom Weltskiverband FIS zwischen dem 24. November 2006 und dem 25. März 2007 an 18 verschiedenen Orten in Europa ausgetragene Wettkampfserie im Skispringen. Ursprünglich war die Durchführung von 27 Einzel- und zwei Teamwettbewerben geplant. Sechs der Einzelwettbewerbe mussten absagt oder abgebrochen werden. Davon wurden drei ersatzlos gestrichen und drei weitere zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt, so dass 24 Einzelwettbewerbe in die Wertung eingingen. Den Sieg in der Gesamtwertung konnte der Pole Adam Małysz erringen, auf dem zweiten und dritten Platz folgten der Norweger Anders Jacobsen und der Schweizer Simon Ammann. Der Titelverteidiger Jakub Janda aus Tschechien belegte den 22. Platz. Die Nationenwertung gewann zum dritten Mal in Folge Österreich, vor den Teams aus Norwegen und der Schweiz.

Für die Skisprungsaison 2006/2007 wurden einige Reglement-Änderungen vorgenommen: Erstens trägt seit dieser Saison der Führende des Gesamtweltcups das Rote Trikot anstelle des bisher üblichen Gelben Trikots. Zweitens nehmen seit dieser Saison statt sechs Skispringern nur drei an der Siegerehrung teil. Und drittens müssen die Sprunganzüge im Halsbereich enger geschnitten sein. Dadurch soll der Auftrieb des Anzugs verringert werden und so ein athletischer Sprungstil gefördert werden. Außerdem wird der Beste, nicht über die Regel der besten 15 vorqualifizierte Springer als sogenannter Man of the Day ausgezeichnet. Er erhält eine Prämie und nimmt ebenfalls an der Siegerehrung teil. Einige dieser Neuerungen wurden bereits beim Sommer Grand Prix 2006 getestet.

Die ersten Springen des Weltcups waren von instabilen Wetterverhältnissen geprägt. Beim Auftaktspringen auf der Rukatunturi-Schanze im finnischen Kuusamo konnte nur ein Wertungsdurchgang abgehalten werden, der von drehenden Winden und beständigem Schneefall, der die Anlaufspur ausbremste, stark beeinträchtigt wurde. Dies führte zu Verzerrungen im Klassement – das Springen wurde daraufhin in den Medien einstimmig als „Chaosspringen“ bezeichnet. Das Springen am zweiten Tag wurde während des ersten Durchgangs wegen gefährlich drehender Winde abgebrochen.

Die für die folgende Woche geplanten Springen in Trondheim mussten wegen des dort herrschenden Schneemangels nach Lillehammer verlegt werden. Nur am Samstag war ein geordnetes Springen möglich, das mit dem ersten Schweizer Doppelsieg der Weltcupgeschichte durch Simon Ammann und Andreas Küttel endete. Am Sonntag wurde der Wettbewerb durch Nebel und Regen beeinflusst. Der Deutsche Michael Neumayer, der in Kuusamo den fünften Platz belegt hatte, verletzte sich im Training und musste die Saison bereits zu diesem frühen Zeitpunkt beenden.

Die Wettbewerbe fünf und sechs, die im tschechischen Harrachov hätten stattfinden sollen, mussten ebenfalls wegen Schneemangels ersatzlos abgesagt werden. Erst am vierten Weltcupwochenende in Engelberg waren zwei reguläre Springen bei schönem Wetter möglich, nachdem es in der Woche zuvor endlich auch in den Alpen geschneit hatte. Während dieser ersten Phase machten sportlich zwei Debütanten im Weltcup auf sich aufmerksam, der erst 16-jährige Österreicher Gregor Schlierenzauer und der 21-jährige Norweger Anders Jacobsen. Bis auf den Schweizer Ammann, der seit dem ersten Springen von Lillehammer das Rote Trikot des Weltcupführenden trug, konnte keiner der Etablierten mit diesen beiden Neulingen mithalten, die beide je einen Wettbewerb auf der Gross-Titlis-Schanze für sich entscheiden konnten.

Bei den Springen zwischen Kuusamo und Engelberg dominierte das österreichische Team, das am Vorabend der Vierschanzentournee nach fünf tatsächlich gewerteten Weltcups sechs Springer unter den Top-15 des Gesamtweltcups hatte und deshalb einen zusätzlichen Startplatz zugesprochen bekam. Das deutsche Team hingegen zeigte bis dahin nur mäßige Leistungen, weshalb, vor allem nach den Springen in Engelberg, Bundestrainer Peter Rohwein stark kritisiert wurde.

Bei der 55. Vierschanzentournee (offizieller Sponsorname: 55. Internationale Jack Wolfskin Vierschanzentournee) wurden Schlierenzauer und Jacobsen im Vorfeld als die großen Favoriten gehandelt. Beim Tournee-Auftaktspringen in Oberstdorf schaffte es Schlierenzauer, dem Druck durch die Öffentlichkeit standzuhalten und gewann das Springen mit souveränem Vorsprung, Jacobsen wurde Vierter. Das österreichische Team konnte auch bei diesem Springen überzeugen und sechs Springer unter den besten 15 platzieren. Der deutsche Georg Späth war bereits vor dem Springen, nach einer schlechten Leistung in der Qualifikation, für die gesamte Tournee aus dem Kader genommen worden. Michael Uhrmann und vor allem der nach langer Verletzungspause ins Team zurückgekehrte Jörg Ritzerfeld gelangen im ersten Durchgang gute Sprünge, beide konnten ihre Leistungen im Finale jedoch nicht wiederholen. Im Ergebnis waren es ein zwölfter und ein fünfzehnter Platz für das deutsche Team.

Das zweite Tournee-Springen in Garmisch-Partenkirchen war wie viele Springen in dieser Saison von widrigen Wetterbedingungen geprägt. Bei der Qualifikation konnten sich nur drei deutsche Athleten qualifizieren, aber Martin Schmitt erzielte sowohl in der Qualifikation als auch in den Trainingsdurchgängen so weite Sprünge, dass ihm einige optimistische Fans einen Sprung unter die drei Besten zutrauten. Der ständig drehende Wind und der anhaltende Regen führten zu einem Antauen der Anlaufspur und ließen das Neujahrsspringen zu einem Lotteriespiel werden. Beispielsweise wurde der Japaner Noriaki Kasai, der in Oberstdorf nicht einmal qualifiziert war, von einem plötzlich aufkommenden Aufwind auf 128 Meter hinabgetragen, während sein Gegner im K.O.-Duell, der Österreicher Andreas Widhölzl mit Rückenwind zu kämpfen hatte. Auch der Finne Matti Hautamäki und der Norweger Bjørn Einar Romøren erhielten bei eigentlich nur mäßigen Sprüngen Unterstützung durch den Aufwind und konnten sich vorne platzieren. Mit Rückenwind schaffte Schmitt einen Sprung auf 122 Meter, der ihm am Ende einen achten Platz einbrachte – vor dem gemeinsam mit dem Österreicher Andreas Kofler auf Rang neun liegenden Uhrmann. Die immer weicher werdende Anlaufspur und der stärker werdende Wind führten zu einer Absage des zweiten Wertungsdurchgangs. Profiteur dieser Entwicklung war der zu diesem Zeitpunkt führende Küttel, der dadurch vorzeitig zum Sieger erklärt wurde. Der bereits in Oberstdorf zweitplatzierte Küttel konnte sich damit, gemeinsam mit dem drei Punkte vor ihm liegenden Schlierenzauer, in der Tournee-Gesamtwertung absetzen, so dass zur Halbzeit der Tournee alles nach einem Duell der beiden um den Gesamtsieg aussah.

Bei der Qualifikation zum Springen auf der Bergiselschanze in Innsbruck konnte Schmitt nicht an seine Sprünge von Garmisch-Partenkirchen anknüpfen und erreichte lediglich einen Platz im Mittelfeld, den ersten Platz belegte sein Teamkollege Uhrmann mit einer Weite von 125 Metern. Auch alle anderen deutschen Starter, darunter auch der für Späth im Team nachgerückte Felix Schoft überstanden die Qualifikation. Vom zusätzlich mit einer nationalen Gruppe antretenden österreichischen Team qualifizierten sich 13 von 14 Startern. Der Wettkampf wirbelte die Gesamtwertung der Tournee durcheinander. Die beiden bisher führenden Schlierenzauer und Küttel lagen nach dem ersten Durchgang nur auf Rang neun und zwölf. Auch der zuletzt vom Bakken gegangene Uhrmann enttäuschte und erreichte als 29. das Finale nur knapp. Während dieser sich im zweiten Durchgang aber noch bis auf den zehnten Platz vorkämpfen konnte, gelang den beiden Favoriten nur eine leichte Verbesserung. Schlierenzauer fiel dadurch in der Gesamtwertung auf den siebenten Rang zurück, Küttel konnte einen dritten Platz halten, punktgleich mit seinem Landsmann Ammann. Die Führung konnte Jacobsen, der Sieger des Bergiselspringens, übernehmen, recht überraschend gefolgt von dem Finnen Arttu Lappi.

So ergab sich eine spannende Ausgangslage vor dem Abschlussspringen in Bischofshofen, das in diesem Jahr nicht wie traditionell üblich am Dreikönigstag sondern einen Tag später veranstaltet wurde, da die Fernsehsender aufgrund des Sonntagstermins auf höhere Einschaltquoten spekulierten. Die Qualifikation verlief unspektakulär und alle angetretenen Springer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz schafften den Sprung in den Wettbewerb. Im ersten Durchgang gewannen 13 von 14 angetretenen Österreichern ihr Duell, wodurch erstmals 13 Österreicher in einem Wettbewerb in die Punkteränge sprangen. Schlierenzauer gelang es, sich an die Spitze zu setzen, doch seine Weite reichte nur aus, um dem hinter ihm zweitplatzierten Jacobsen drei Punkte in der Gesamtwertung abzunehmen – zu wenig um ihn ernsthaft unter Druck zu setzen, da Jacobsen vor dem Springen 20 Punkte Vorsprung hatte. Die anderen Verfolger konnten mit ihren Sprüngen ebenfalls nicht an den Norweger herankommen. Auch im zweiten Durchgang konnte keiner der Kontrahenten aufschließen, Küttel fiel auf den fünften, Lappi sogar auf den sechsten Platz der Tournee zurück. Am Ende blieb der Tagessieg für Schlierenzauer, während Jacobsen die Tournee gewinnen konnte. Damit ist er nach Risto Laakkonen und Toni Nieminen erst der dritte Springer, der bei seinem Debüt den Sieg der Vierschanzentournee errang.

Beim Skifliegen in Vikersund pausierten viele Springer, darunter auch prominente Vertreter wie Schlierenzauer, Martin Höllwarth und Jakub Janda, um sich von der Tournee zu erholen. Auch dieser Wettbewerb wurde von wechselhaften Windverhältnissen beeinflusst. So musste die für Freitag geplante Qualifikation nach wenigen Springern abgebrochen werden, weshalb alle der 42 angetretenen Springer im Wettkampf starteten. Der Wettbewerb wurde vor einem durch Jacobsens Sieg bei der Tournee euphorisierten Publikum ausgetragen, so dass im Auslauf eine ausgezeichnete Stimmung herrschte. Zu Beginn des ersten Durchgangs herrschte starker Rückenwind, weshalb nach 17 Springern mit verlängertem Anlauf neu gestartet werden musste. Da danach der Rückenwind nachließ und gegen Ende des Wettbewerbs zu leichtem Aufwind drehte, hatten die letzten Springer sehr günstige Bedingungen. Davon benachteiligt wurden vor allem die Athleten, die kurz nach der Anlaufverlängerung noch bei starkem Rückenwind gesprungenen waren. So konnten beispielsweise der Amerikaner Alan Alborn oder Schmitt, der im Probedurchgang noch den elftweitesten Sprung gezeigt hatte, trotz solider Sprünge nicht das Finale erreichen. Am meisten konnte von dieser Entwicklung Widhölzl profitieren, der mit einem Flug auf 212,5 Meter den ersten Durchgang für sich entscheiden konnte. Der zweite Durchgang fand bei konstantem Rückenwind statt. Jacobsen verbesserte sich mit einem 193-Meter-Flug vom dritten auf den ersten Platz und konnte damit seine Führung im Gesamt-Weltcup ausbauen. Das Fliegen am Sonntag musste wegen starken Windes komplett abgesagt werden.

In Zakopane war es wieder der Wind, der ein reguläres Springen verhinderte. So führte nach einem bei ständig wechselnden Winden ausgetragenen ersten Durchgang der bis dahin kaum in Erscheinung getretene Slowene Rok Urbanc vor dem völlig außer Form springenden Roar Ljøkelsøy, während einige der besten Springer wie Ammann, Uhrmann, Höllwarth oder Martin Koch auf den letzten Plätzen landeten. Größtes Opfer des Windes wurde aber der Tscheche Jan Mazoch. Dieser wurde im zweiten Durchgang von einer Sturmböe erfasst und stürzte schwer. Vier Springer nach ihm wurde der Wettkampf abgebrochen und das Ergebnis des ersten Durchganges als Gesamtergebnis übernommen. Erste Meldungen, nach denen die Verletzungen Mazochs lebensbedrohlich seien bestätigten sich nicht. Nachdem der Wind am Sonntag nicht nachließ, musste auch hier das zweite Springen komplett abgesagt werden.

Das auf der Oberstdorfer Heini-Klopfer-Skiflugschanze geplante Skifliegen musste wegen Schneemangels als normales Springen auf die Schattenbergschanze verlegt werden . Der am Samstag herrschende Rückenwind war gleich bleibend und drehte sich nicht, so dass ein geordneter Wettkampf möglich war. Erfreulich aus deutscher Sicht war, dass sich der nach dem ersten Durchgang noch auf Platz elf gelegene Uhrmann im Finale auf Rang drei verbessern konnte und so den ersten deutschen Podestplatz der Saison ersprang. Der Österreicher Thomas Morgenstern, der trotz einer Gürtelrose angetreten war , schaffte den Sprung auf Platz zwei hinter Adam Małysz. Das bedeutete den 30. Weltcupsieg für Małysz und den ersten nach knapp einem Jahr. Am Sonntag konnte Uhrmann seine aufstrebende Form bestätigen und errang den ersten deutschen Sieg bei einem Weltcup seit über drei Jahren. Für die größte Überraschung des Tages sorgte aber der Italiener Andrea Morassi, der sich mit zwei stabilen Sprüngen einen dritten Platz erarbeitete. Bei den beiden Schweizern Ammann und Küttel ließ sich bei den beiden Springen in Oberstdorf ein leichter Rückgang der Form feststellen.

In Titisee-Neustadt trat zum ersten Mal nach zweijähriger Verletzungspause wieder der Slowene Peter Žonta an. Auch das japanische Team, das sich seit dem Ende der Vierschanzentournee zum Trainieren nach Sapporo zurückgezogen hatte, trat wieder an. Das erste Springen am Samstag fand bei ruhigen Windverhältnissen statt. Im ersten Durchgang brachte Schmitt nach einem eigentlich guten Sprung die Ski bei der Landung übereinander und stürzte im Auslauf, weshalb er zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht wurde und für den Sonntagswettbewerb ausfiel. Im zweiten Durchgang passierte Uhrmann das selbe Missgeschick. Gewinnen konnte schließlich Małysz, der im zweiten Durchgang mit 145 m den Schanzenrekord von Sven Hannawald egalisierte. Nach Beendigung des Springens wurden die Norweger Ljøkelsøy, Anders Bardal und Tom Hilde disqualifiziert, da sie ein Elastikband aus den Startnummern entfernt hatten und diese dadurch zu eng anlagen. Beim Springen am Sonntag, das bei konstantem Rückenwind ausgetragen wurde, konnte der Russe Dmitri Wassiljew zum ersten Mal seit sechs Jahren auf das Podest springen, nachdem er zuvor mehrfach nur knapp gescheitert war. Gewinnen konnte abermals der immer besser in Form kommende Małysz.

Das Springen in Klingenthal war mit nur zehn Tagen Vorlaufzeit als Ersatz für die ausgefallenen Springen in Harrachov kurzfristig in den Weltcupkalender aufgenommen worden. Ausgerichtet wurde das Springen vom tschechischen Skiverband, der die Schanze in Klingenthal, das nur wenige Kilometer von der tschechischen Grenze entfernt liegt, bereits im Vorjahr für die nationalen Meisterschaften genutzt hatte. Trotz der Kurzfristigkeit und des Termins unter der Woche fand das Springen vor 15.000 Zuschauern statt. Es fehlten jedoch sieben der Top-15-Springer des Gesamtweltcups, die sich in der Vorbereitung für die Weltmeisterschaft in Sapporo befanden und die Strapazen eines zusätzlichen Wettbewerbes nicht auf sich nehmen wollten.

Die WM-Generalprobe in Willingen fand bei ausgezeichneter Atmosphäre vor sehr großem Publikum statt. Der Wettkampf am Samstag wurde bei Nebel und relativ konstantem Aufwind durchgeführt. Der Slowene Jernej Damjan konnte mit zwei konstanten Sprüngen den dritten Platz erringen und somit für den ersten Podestplatz unter dem neuen slowenischen Trainer Nikkola sorgen. Der Norweger Sigurd Pettersen, der sich seit Saisonbeginn in einem Formtief befand, konnte sich mit einem Sprung auf den vierten Platz an der Weltspitze zurückmelden, wohingegen Schlierenzauer nur 17. wurde. Beim Team-Wettkampf am Sonntag musste das zu diesem Zeitpunkt drittplatzierte russische Team nach einem Sturz von Wassiljew seine Ambitionen aufgeben und wurde nur Vorletzter. Letzter wurde das schwach auftretende finnische Team, das jedoch nur aus Springern des B-Kaders bestand, da Topspringer wie Janne Ahonen und Hautamäki wegen der WM-Vorbereitungen gar nicht nach Willingen angereist waren. Das hochfavorisierte österreichische Team gewann mit nur acht Punkten Vorsprung vor Norwegen deutlich knapper als von vielen im Vorfeld vermutet.

Der Weltcup legte wegen der Nordischen Skiweltmeisterschaft eine zweiwöchige Pause ein. Bei der Weltmeisterschaft brach sich Uhrmann bei einem Trainingssturz den Fuß und fiel für die restliche Weltcupsaison aus.

Nach der Pause zog der Weltcuptross weiter nach Lahti. Beim eröffnenden Teamwettbewerb, zu dem der Überraschungs-WM-Dritte Japan nicht antrat, konnten sich die Finnen mit einem dritten Platz für ihre enttäuschende Platzierung im Teamwettbewerb bei der Weltmeisterschaft rehabilitieren. Die Teams aus Österreich und Norwegen konnten ihre unangefochtene Stellung an der Spitze des Feldes behaupten. Das Auftaktspringen des Nordic Tournaments am Sonntag wurde von sich ständig ändernden Winden beeinflusst. Besonders benachteiligt wurden die letzten Starter des ersten Durchgangs, bei denen der zuvor herrschende Aufwind komplett einschlief, so dass Springer wie Morgenstern, Schlierenzauer oder Jacobsen den zweiten Durchgang nicht erreichen konnten. Der ebenfalls bei widrigem Wind springende Małysz konnte seine überragende Form ausnutzen und sich trotzdem an die Spitze des Feldes setzen. Der zweite Durchgang wurde bei etwas konstanteren Verhältnissen ausgetragen. Das Springen gewann schließlich Małysz vor Kofler. Schmitt konnte sich vom sechsten auf den dritten Platz verbessern und so seinen ersten Podestplatz seit über fünf Jahren erzielen.

Zu Beginn des Springens in Kuopio wurden nur sehr geringe Weiten erreicht, so dass der Anlauf nach 13 Springern verlängert wurde – danach war ein regulärer Wettkampf bei mäßigem Aufwind möglich. Pech mit dem Wind hatte Schmitt, der im zweiten Durchgang vom dritten auf den 14. Rang zurückfiel, nachdem der Aufwind bei seinem Sprung plötzlich nachließ. Małysz konnte auch dieses Springen überragend gewinnen und seinen 34. Weltcupsieg feiern. Dadurch ließ er in der ewigen Bestenliste des Weltcups Jens Weißflog hinter sich und rangiert nun auf der zweiten Position hinter Matti Nykänen.

Das dritte Springen des Nordic Tournaments in Lillehammer, wo der Weltcup bereits zum zweiten Mal in der Saison Station machte, konnte wegen zu starkem Wind nicht gestartet werden. Die Verantwortlichen der FIS beschlossen deshalb einen zusätzlichen Wettbewerb in Oslo abzuhalten, der am Samstag anstelle der eigentlich geplanten Qualifikation stattfand.

Am Holmenkollen wurden deshalb zwei Springen abgehalten. Der erste Wettkampf am Samstag, bei dem ohne vorherige Qualifikation das komplette Starterfeld antrat, sollte ein Debakel für die deutschen Springer werden. Christian Ulmer erreichte als einziger des DSV-Teams das Finale, alle anderen schieden aus. Małysz konnte abermals gewinnen und das Rote Trikot des Weltcupführenden übernehmen, nachdem dessen bisheriger Träger Jacobsen nur 14. geworden war.

Mit dem Abschlussspringen des Tournaments am Sonntag wurde abermals ein Springen in dieser Saison vom Wind beeinträchtigt. Hauptsächlich von der Seite kommende Böen sorgten für ein Springen, in dem nur zwei Sprünge über den Kalkulationspunkt der Schanze führten. Von diesen Bedingungen wurden mehrere Springer benachteiligt, so kam beispielsweise der Vortagszweite Küttel nur auf den 47. Platz. Der als letzter Springer vom Backen gehende Małysz musste seinen Sprung bei 89,0 Metern abbrechen, nachdem er von einer Windböe erfasst worden war und nur mit etwas Glück einen Absturz verhindern konnte – der zweite Durchgang wurde daraufhin abgesagt. Małysz Vorsprung in der Gesamtwertung war jedoch groß genug, so dass er seinen dritten Nordic-Tournament-Sieg feiern konnte. Jacobsen konnte durch Małysz Fastabsturz die Führung im Gesamtweltcup zurückerobern.

Beim Saisonfinale in Planica fand zunächst am Freitag ein zusätzlicher Wettkampf statt, der als Ersatz für das ausgefallene Fliegen in Vikersund angesetzt worden war. Zuvor hatte die Qualifikation von Donnerstag Abend auf Freitag Vormittag verlegt werden müssen, da die Ausrüstung des russischen Teams auf dem Moskauer Flughafen fehlgeleitet worden war. Sowohl diese als auch der eigentliche Wettbewerb fanden bei ruhigen Witterungsbedingungen statt, so dass ein regulärer Wettkampf möglich war. Trotzdem kam es zu einigen Stürzen bei der Landung, vor allem von Springern, die ein modernes finnisches Bindungssystem verwendeten, bei dem statt des herkömmlichen Bandes zur Verbindung von Schuh und Bindung eine feste Leiste verwendet wird. Dominiert wurde das Fliegen von den Norwegern, die vier Springer unter die ersten Zehn bringen konnten. Die in dieser Saison von Krisen gebeutelten Slowenen konnten mit Damjan und Robert Kranjec vor einheimischen Publikum zwei Springer unter den besten vier platzieren. Im Kampf um die Weltcup-Gesamtwertung konnte Małysz durch seinen Sieg an dem sechstplatzierten Jacobsen vorbeiziehen und hatte vor den letzten beiden Springen der Saison einen Vorsprung von 46 Punkten. Ammann wahrte sich durch seinen zweiten Platz eine zumindest rechnerische Chance im Kampf um den Weltcup. In einer sportlichen Geste streifte Jacobsen nach dem Sprung von Małysz sein Rotes Trikot ab und hängte es seinem Kontrahenten um den Hals.

Beim Springen am Samstag herrschten ebenfalls ruhige Windverhältnisse, der im zweiten Durchgang aufkommende Nebel und leichter Schneefall beeinträchtigten den Wettbewerb nicht. Im Wettbewerb um den Weltcup baute Małysz durch seinen Tagessieg seinen Vorsprung auf 66 Punkte aus, allerdings konnte Jacobsen den Kampf durch seinen zweiten Platz spannend halten.

Das Abschlussfliegen am Sonntag wurde bei Schneefall nach einem Durchgang abgebrochen, in dem Małysz Jacobsen zwölf Meter abgenommen hatte. Der Pole konnte sich somit seinen vierten Gesamtweltcupsieg sichern.

Am 26. Januar, vor der Qualifikation zum Springen in Oberstdorf, erklärte der Slowenische Trainer Vasja Bajc seinen Rücktritt. Bajc begründete diesen Schritt damit, dass der nordische Sportdirektor des slowenischen Verbandes, Primož Ulaga sich ständig in seine Arbeit eingemischt habe. Sein Nachfolger als Nationaltrainer wurde Ari-Pekka Nikkola, der zuvor Trainer des B-Kaders war.

Wenige Wochen nach Ende des Weltcups beendete auch der Schweizer Trainer Berni Schödler seine Tätigkeit für das Weltcup-Team. Sein Nachfolger wird der Österreicher Werner Schuster.

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Thomas Morgenstern

Thomas Morgenstern

Thomas Morgenstern (* 30. Oktober 1986 in Spittal an der Drau) ist ein österreichischer Skispringer. Er wurde Doppel-Olympiasieger (Großschanze und Teamwettbewerb) bei den Olympischen Winterspielen von Turin 2006 und Gesamtweltcupsieger der Saison 2007/08.

Bei der Vierschanzentournee 2002/03 gelang ihm der Sprung an die Weltspitze. Mit Platz neun in Oberstdorf, Platz 25 in Garmisch-Partenkirchen, Platz neun in Innsbruck und Platz sechs in Bischofshofen belegte er am Ende Rang sechs in der Tourneewertung. Nur fünf Tage nach Ende der Tournee gewann er im tschechischen Liberec sein erstes Weltcupspringen. Im Februar 2003 wurde Morgenstern dann in Sollefteå sowohl im Einzelspringen als auch mit der Mannschaft Juniorenweltmeister.

Diese Erfolge konnte er in der darauffolgenden Saison 2003/04 bestätigen. Zum Auftakt der Vierschanzentournee belegte er hinter dem späteren Tourneesieger Sigurd Pettersen Platz zwei. Mit drei weiteren Platzierungen unter den zehn Besten bei den Veranstaltungen in Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen belegte Morgenstern am Ende Rang vier der Tourneewertung. Bei der im Februar in Stryn ausgetragenen Juniorenweltmeisterschaft gewann er hinter dem Polen Mateusz Rutkowski die Silbermedaille und mit dem Team die Goldmedaille. In der Weltcupgesamtwertung belegte Morgenstern den sechsten Rang.

Auch in der Saison 2004/05 zeigte Morgenstern sein Können. Bei der Vierschanzentournee belegte er Rang drei, holte bei der Weltmeisterschaft 2005 in Oberstdorf im Team Gold vom kleinen und großen Bakken und sicherte sich in der Weltcupwertung den siebten Rang.

Bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin wurde Thomas Morgenstern Olympiasieger auf der Großschanze mit dem Vorsprung von nur 0,1 Punkten vor seinem Teamkollegen Andreas Kofler. Beide deklassierten die Konkurrenz aufgrund ihrer weiten Sprünge von 140 und 139,5 m im zweiten Durchgang. Der Gewinner der Bronzemedaille, Lars Bystøl, lag bereits 26,2 Punkte hinter dem Olympiasieger. Des Weiteren holte er zusammen mit seinen Kollegen Andreas Widhölzl, Martin Koch und Andreas Kofler die Goldmedaille im Teamwettbewerb auf der Großschanze.

Thomas Morgenstern gewann zudem am 12. März 2006 mit den Rängen fünf, zwei, eins und zwei, 14,5 Punkte vor dem Schweizer Andreas Küttel die Wertung der Nordic Tournament genannten Skandinavien-Tournee.

Bei der Weltmeisterschaft 2007 in Sapporo gewann er gemeinsam mit Wolfgang Loitzl, Gregor Schlierenzauer und Andreas Kofler die Goldmedaille im Teamwettbewerb auf der Großschanze und die Bronzemedaille im Einzelbewerb auf der Normalschanze. Im Sommer 2007 konnte er mit vier Einzelsiegen die Gesamtwertung des Sommer Grand-Prix für sich entscheiden.

Die Saison 2007/08 verlief für den Kärntner sehr erfolgreich: Als erster Springer der Geschichte konnte er die ersten sechs Wettbewerbe einer Weltcupsaison für sich entscheiden. Des Weiteren ist Morgenstern neben Janne Ahonen, Matti Hautamäki und Gregor Schlierenzauer der einzige Skispringer, dem es gelang sechs Weltcupspringen in Folge zu gewinnen. Bereits sechs Springen vor Saisonende stand er als Sieger des Gesamtweltcups fest.

Im Oktober 2008 gab Morgenstern einen Skimarken-Wechsel bekannt. Er springt seit der Saison 2008/09 auf Atomic und nicht wie zuvor auf Fischer. Am 22. Oktober 2008 wurde er zum österreichischen Sportler des Jahres gewählt. Der Beginn der Saison verläuft nicht nach Wunsch und Thomas Morgenstern erreicht keinen Stockerlplatz. Erst knapp vor der Weltmeisterschaft belegte er zweimal den 2. Rang hinter seinen Mannschaftskollegen Gregor Schlierenzauer bei den Springen in Wistler und Sapporo. Bei seinem erklärten Saisonhöhepunkt, der Weltmeisterschaft, landet er im zweiten Durchgang auf der Normalschanze bei 101,5 m und ist damit in diesem Durchgang am weitesten, stürzt aber nach der Telemarklandung und wird dadurch nur 8. Im Teambewerb jedoch konnte er sich mit seinen Kollegen Gregor Schlierenzauer, Wolfgang Loitzl und Martin Koch die Goldmedailie sichern.

Im Jahr 2007 begann Morgenstern die Ausbildung zum Exekutivbediensteten der österreichischen Bundespolizei. Die Polizeiausbildung brach er jedoch im April 2008 wieder ab. Sein neues Berufsziel ist die Ausbildung zum Piloten.

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Skiflug-Weltmeisterschaft 2006

Skiflugschanze Kulm

Die Skiflug-Weltmeisterschaft 2006 wurde vom Weltskiverband FIS vom 12. bis zum 15. Januar am Kulm in Bad Mitterndorf/Tauplitz veranstaltet. Neben dem Einzelwettbewerb, der aus vier an zwei Tagen abgehaltenen Durchgängen bestand, wurde auch ein Teamwettbewerb veranstaltet.

Den Einzelwettbewerb konnte konnte der Titelverteidiger Roar Ljøkelsøy aus Norwegen vor den beiden Österreichern Andreas Widhölzl und Thomas Morgenstern gewinnen. Den Teamwettbewerb konnte das Norwegische Team für sich entscheiden, die Plätze Zwei und Drei gingen an Finnland und Deutschland.

In der am 12. Januar ausgetragenen Qualifikation wurde das Starterfeld auf 40 Springer aus 14 Ländern reduziert. Nach dem ersten Wertungsdurchgang wurde abermals auf 30 Springer aus 11 Ländern reduziert. Zum Team-Wettbewerb stellten neun Nationen eine aus je vier Springern bestehende Mannschaft.

Nach dem ersten Durchgang lag der Österreicher Andreas Widhölzl in Front, doch bereits im zweiten Durchgang konnte der Titelverteidiger Roar Ljøkelsøy aus Norwegen die Führung übernehmen, die er bis zum Ende der Meisterschaft hielt. Den weitesten Flug zeigte der Österreicher Thomas Morgenstern mir 210,5 m im vierten Durchgang.

Das im Vorfeld favorisierte Team aus Österreich erreichte nur einen vierten Platz, nachdem Andreas Kofler im ersten Durchgang bei nur 95 Metern landete. Die weitesten Flüge zeigte der Slowene Robert Kranjec, der in beiden Durchgängen je 207,0 m erreichte.

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Source : Wikipedia