Amtzell

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Geschrieben von tron 29/04/2009 @ 02:09

Tags : amtzell, baden-württemberg, deutschland

Neueste Nachrichten
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Gitarrenmusik erklingt - Schwäbische Zeitung
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Entscheidung in Amtzell - Schwäbische Zeitung
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Topspiel gegen Amtzell - Schwäbische Zeitung
Es ist der letzte Spieltag und mit VfB Friedrichshafen und dem SV Amtzell treffen die beiden besten Mannschaften der Saison aufeinander - man kann von einem "Endspiel" reden. Der VfB ist Tabellenführer und der SV Amtzell kommt als Zweiter ins...
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AMTZELL (sz) An diesem Samstag beginnt um 11 Uhr der Raiffeisenbank Vorallgäu Cup in Amtzell. Acht Mannschaften aus vier Ländern spielen um den Turniersieg. Morgen, Pfingstsonntag, um 17 Uhr ist das Finale. Alle Spiele finden im sanierten Stadion statt...
Häfler B-Jugend erreicht Aufstiegsspiele - Schwäbische Zeitung
Ein 1:1-Unentschieden gegen den SV Amtzell reichte dem VfB Friedrichshafen zum Meistertitel. Beiden Mannschaften war die Anspannung anzumerken. In der 7. Minute hatten die Amtzeller die erste Chance, doch VfB-Torwart Phillipp Meier war auf dem Posten....

Amtzell

Wappen der Gemeinde Amtzell

Amtzell ist eine Gemeinde mit 124 Weilern im württembergischen Allgäu und gilt als westliches „Tor zum Allgäu“. In einer Beschreibung des Oberamts Wangen aus 1841 wird ausgeführt, dass die Gemeinde (damals noch Pfärrich) „die parzellirteste des ganzen Königreichs“ sei.

Mit der Stadt Wangen im Allgäu und der Gemeinde Achberg besteht eine Verwaltungsgemeinschaft.

Amtzell liegt etwa auf halber Strecke zwischen den Städten Ravensburg und Wangen im Allgäu an der Bundesstraße 32. Es liegt in einer typischen Moränenlandschaft des Voralpengebietes. Bei guten Wetterverhältnissen ist das Panorama der Schweizer und Vorarlberger Alpenketten hervorragend sichtbar. In den niedriger gelegenen Teilen des Gemeindegebietes wird auch Hopfen angebaut.

Nachbargemeinden sind Bodnegg, Neukirch (bei Tettnang), Vogt, Waldburg und die Stadt Wangen im Allgäu.

Es wurde noch vor kurzem stark vermutet, dass Amtzell eine Gründung des Klosters St. Gallen sei, worauf der Namensteil „-zell“ (abgeleitet von cella) deute. Mundartlich werden die Einwohner häufig „Zeller“ genannt. Lehnsgüter dieses Klosters in Pfärrich, Karbach und Schattbuch untermauerten diese These. Der Ortsteil Karbach wird z.B. in einer Urkunde des Klosters St. Gallen 853 erstmals erwähnt. Neuere Forschungen stellen die sankt-gallische Abkunft in Frage. Erstmals 1275 wird in einer Urkunde des Bistums Konstanz eine ecclesia in Annencelle erwähnt.

Im selben Jahre 1257 schenkte Heinrich von Ravensburg den Ort an das Kloster Weißenau. 1360 werden das Gericht und die Vogtrechte erworben. Danach ging es in den Besitz derer von Hartnang über. 1594 herrschten die Humpis von Waltrams, 1670 die Herren von Altmannshausen und ab 1749 die von Reichlin-Meldeggs über den Ort Amtzell. Die Parzellen des jetzigen Gemeindegebietes gehörten zu vielen Herrschaften, darunter dem Kloster Weingarten, dem Kloster Weißenau, der Deutschordenskommende Altshausen, den Truchsessen von Waldburg und einige zu Vorderösterreich. 1806 kam Amtzell zum Königreich Württemberg und wurde als eigene Gemeinde dem Oberamt Altdorf zugeordnet, jedoch bereits 1810 bei der Auflösung des Oberamtes Altdorf dem Oberamt Wangen zugeschlagen. 1826 erfolgte die Eingemeindung nach Pfärrich. Die Gemeindeverwaltung zog 1844 in das ehemalige Schloss in Amtzell, was letztlich dazu führte, dass sich der Gemeindename ebenfalls zu Amtzell wandelte und dies jahrzehntelange Animositäten hervor rief. 1938 wurden der Gemeinde mehrere zur damals aufgelösten Gemeinde Eggenreute gehörende Enklaven zugeordnet. Bei der Verwaltungsreform 1973 wurde das Thema weiterhin bestehender Ex- und Enklaven endgültig behoben. Bis zu dessen Auflösung am 1. Januar 1973 gehörte die Gemeinde zum Landkreis Wangen.

In Amtzell gibt es ein römisch-katholisches und ein evangelisches Pfarramt.

Das seit 1938 bestehende Wappen zeigt einen Bären als Symbol für die (heute eher umstrittene) frühere Zugehörigkeit zum Kloster St. Gallen, die Montfortfahne erinnert an die Herrschaft der Grafen von Montfort, die über Jahrhunderte mit ihren Residenzen in Tettnang, Bregenz und Feldkirch starken Einfluss ausübten.

Amtzell unterhält seit 1971 eine Gemeindepartnerschaften mit der französischen Gemeinde Cosne-d'Allier in der Auvergne. Darüber hinaus besteht seit 1993 eine Freundschaft mit Eichstetten am Kaiserstuhl in Baden-Württemberg.

Amtzell liegt an der Mühlenstraße Oberschwaben, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.

Die bereits für das Jahr 1250 urkundlich belegte Pfarrkirche St. Johannes Evangelist & Mauritius ist eine spätmittelalterliche Basilika, die im Jahre 1758 barockisiert wurde. 1972/73 wurde die Kirche renoviert.

Östlich von Amtzell gelegen, findet sich in Pfärrich die um das Jahr 1350 als Kapelle gegründete, 1386 zur Wallfahrtskirche geweihte Kirche Unserer Lieben Frau. Sie ist ein frühes Beispiel für einen barocken Wandpfeilerbau nach Vorarlberger Muster.

Älteste Vereine sind die 1764 gegründete Musikkapelle Amtzell, die 1774 erstmals erwähnten Justinigrenadiere, die heutzutage als Bürgerwehr Amtzell auftreten und zusammen mit dem 1924 gegründeten Spielmannszug an der Kirchweih, der Fronleichnamsprozession sowie zusammen mit der 1911 gegründeten Blutreitergruppe Amtzell am Weingartener Blutritt teilnehmen.

1996 gründete sich zur Pflege des Brauchtums die Narrenzunft Amtzeller Ramseweible e.V. diese wurde 2006 in den Alemannischen Narrenring (ANR) aufgenommen.

Der Ort Amtzell liegt an der Bundesstraße 32, die aber 1998 aus dem Ortskern in eine Umgehungsstraße verlagert wurde. Über Buslinien ist die Gemeinde u.a. mit Ravensburg und Wangen im Allgäu verbunden und gehört dem Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo) an. Zugang zum Autobahnnetz besteht in Wangen-West auf die A 96, die von Memmingen nach Lindau führt. Von Amtzell nach Wangen besteht ein Fahrradweg entlang der B 32.

Mit dem Ländlichen Schulzentrum Amtzell gibt es im Ort eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule.

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Waldburg (Württemberg)

Wappen der Gemeinde Waldburg

Waldburg ist eine Gemeinde und ein staatlich anerkannter Erholungsort im Landkreis Ravensburg in Baden-Württemberg (Deutschland).

Die Gemeinde Waldburg, die durch die gleichnamige Burg aus dem 12. Jahrhundert bekannt ist, ist Mitglied im Gemeindeverwaltungsverband Gullen mit Sitz in Grünkraut.

Die Gemeinde Waldburg liegt am Südrand des Altdorfer Walds etwa auf halber Luftlinie zwischen Ravensburg im West-Nordwesten und Wangen im Ost-Südosten.

Nachbargemeinden von Waldburg sind Amtzell, Bodnegg, Grünkraut, Schlier und Vogt.

Waldburg wird in der Beschreibung des Oberamts Ravensburg aus dem Jahre 1836 zwar bereits als Gemeinde mit 48 Parzellen und 1163 (katholischen) Einwohnern ausgewiesen, aber als "Standesherrlicher Ort" deklariert, den Fürsten von Waldburg-Wolfegg-Waldsee gehörig. Die erste namentliche Erwähnung von Waldburg als Lehen ist danach laut Pappenheims Chronik 1402 erfolgt. Das Kloster Weingarten, die Landvogtei und größtenteils der Truchsess von Waldburg teilten sich die Hoheit. 1570 brannte ein Teil der Ortschaft ab, 1632 während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Waldburg durch die Schweden belagert und der Ort gebrandschatzt, 1724 legte ein Brand das halbe Dorf in Schutt und Asche.

Waldburg ist wie das gesamte Umland römisch-katholisch geprägt. Die Gemeinde ist Sitz der Pfarrei St. Magnus (mit Filialkirchengemeinde St. Cassian in Hannober), die zum Dekanat Ravensburg gehört. Die Pfarrgemeinde Waldburg in ihrer heutigen Form entstand erst zwischen 1808 und 1816. Die im 16. Jahrhundert entstandene Pfarrei umfasste lediglich den Ort selbst und drei umliegende Parzellen. Die übrigen gehörten zu den Pfarreien Bodnegg und Amtzell bzw. wurden vom Kloster Weingarten bepfarrt. Die Aufzeichnungen der Waldburger Kirchenbücher beginnen erst im Jahre 1700 und später. 1920 wurde eine Filialpfarrei in Hannober eingerichtet, was zur Folge hatte, dass einige bisher zur Pfarrei Amtzell und Vogt gehörende Parzellen der Pfarrei Waldburg zugeordnet wurden.

Die evangelischen Christen in Waldburg sind Mitglieder der Kirchengemeinde Atzenweiler, die zum Dekanat Ravensburg gehört.

1836 zählte die Gemeinde 1163 Einwohner, die Zahl änderte sich nur mäßig auf 1223 in 1910 und 1330 im Jahre 1950. Erst mit der dann folgenden Ausweisung von Wohngebieten im Ortsbereich verdoppelte sich die Einwohnerzahl bis heute, bei praktisch unveränderter Gesamtfläche der Gemeinde. Zur Zeit (November 2006) hat Waldburg über 3.000 Einwohner.

Wappenbeschreibung: Unter rotem Schildhaupt, darin ein goldener Reichsapfel, in Gold drei schreitende, rot bezungte, hersehende schwarze Löwen (Leoparden) übereinander.

Die Löwen entsprechen dem Wappen des Hauses Waldburg. Der ebenfalls in Wappen des Hauses Waldburg verwendete Reichsapfel erinnert daran, dass die Reichskleinodien im Mittelalter vorübergehend auf der Waldburg und damit auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde aufbewahrt wurden.

Seit etwa 1980 besteht eine Partnerschaft zur gleichnamigen Gemeinde Waldburg (Oberösterreich).

Der SWR betreibt eine unbemannte Sendeanlage mit 78 m hohem Stahlgittermast bei 47° 46′ 28″ N, 9° 43′ 33″ O47.7745555555569.72591666666677 auf dem Galgenberg östlich des Weilers Neuwaldburg. Der Turm wurde 2003/2004 als Ersatz für einen abgespannten Stahlfachwerkmast ähnlicher Höhe von der Firma betec AG errichtet, wobei die Montage teilweise mit Hilfe eines Hubschraubers erfolgte. Auf UKW werden SWR2 (94,9 MHz, 60 kW) und SWR4 Baden-Württemberg (91,2 MHz, 25 kW) zur Versorgung der Region Allgäu/Oberschwaben/Bodensee verbreitet. Zusätzlich wird das landesweite DAB-Ensemble der Digital Radio Südwest mit 1 kW ausgestrahlt.

Große Industriebetriebe gibt es in Waldburg nicht, jedoch kleine und mittelständische Gewerbebetriebe. Im Ortsteil Hannober ist ein größeres Gewerbegebiet für mittelständische und Klein-Betriebe ausgewiesen und erschlossen.

Eine sehr lange Tradition kann das „Hotel zur Krone“ aufweisen. Das Haus am Fuße der Waldburg hat eine angeschlossene eigene Bäckerei und Konditorei. Die ehemalige Taverne ist schon seit dem 16. Jahrhundert nachgewiesen, ihre damaligen Wirtsleute waren lange Zeit automatisch dafür zuständig, Gerichtsurteile zu vollstrecken.

Die Gemeinde ist mit einigen Buslinien u.a. mit Ravensburg, Schlier, Vogt und Wangen im Allgäu verbunden und gehört dem Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo) an.

Peter Riedesser (1945–2008), deutscher Kinder- und Jugendpsychiater, ist in Waldburg geboren.

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Wangen im Allgäu

Wappen der Stadt Wangen im Allgäu

Wangen im Allgäu ist eine Stadt im Westallgäu im Südosten Baden-Württembergs. Sie ist nach Ravensburg die zweitgrößte Stadt des Landkreises Ravensburg und bildet ein Mittelzentrum für die umliegenden Gemeinden. Von 1938 bis 1972 war Wangen Kreisstadt des Landkreises Wangen. Am 1. Januar 1973 wurde dieser in den Landkreis Ravensburg eingegliedert und Wangen im Allgäu zur Großen Kreisstadt ernannt. Mit den Nachbargemeinden Achberg und Amtzell hat die Stadt Wangen eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart. Wangen gilt als Brunnenstadt und ist regional bekannt für seinen Bauernmarkt, auf dem noch immer Kleintiere aus der Umgebung gehandelt werden.

Wangen liegt am nördlichen Ufer der Oberen Argen entlang des sanft ansteigenden Talhanges in der Drumlinlandschaft des Westallgäuer Hügellandes. Die Untere Argen fließt im Nordwesten Wangens vorbei und vereinigt sich südwestlich der Stadt mit der Oberen Argen. Das neuzeitliche Wangen wird geprägt durch seinen historischen Stadtkern sowie zahlreiche jüngere Stadtteile in dessen Umgebung.

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Wangen im Allgäu. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Westen genannt: Amtzell, Vogt, Kißlegg und Argenbühl (alle Landkreis Ravensburg), Hergatz und Hergensweiler (beide Landkreis Lindau (Bodensee)), Achberg (Landkreis Ravensburg) und Neukirch (Bodenseekreis).

Das Stadtgebiet Wangens besteht aus der Kernstadt und den im Rahmen der Gemeindereform der 1970er Jahre eingegliederten ehemaligen Gemeinden Deuchelried, Karsee, Leupolz, Neuravensburg, Niederwangen und Schomburg.

Die eingegliederten Gemeinden sind heute zugleich Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung, das heißt, sie haben jeweils einen von den Wahlberechtigten bei jeder Kommunalwahl neu zu wählenden Ortschaftsrat mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzenden. In jedem der Ortschaften gibt es eine Ortsverwaltung, quasi ein „Rathaus vor Ort“, dessen Leiter der Ortsvorsteher ist.

Wangen im Allgäu ist ein Mittelzentrum innerhalb der Region Bodensee-Oberschwaben, dessen Oberzentrum die Städte Ravensburg, Weingarten und Friedrichshafen (in Funktionsergänzung) sind. Der Mittelbereich Wangen umfasst den südöstlichen Bereich des Landkreises Ravensburg, im Einzelnen die Städte und Gemeinden Achberg, Amtzell, Argenbühl, Kißlegg und Wangen. Darüber hinaus gibt es Verflechtungen mit den Gemeinden im angrenzenden Landkreis Lindau in Bayern.

Die Besiedlung Wangens geht vermutlich auf eine alemannische oder fränkische Siedlung aus der Zeit nach der Unterwerfung der Alemannen durch Frankenkönig Chlodwig (um 496) zurück. Der Ort wird erstmals in einer Urkunde des Klosters St. Gallen im Jahr 815 als Wangun erwähnt. Der freie Alemanne Hadubert schenkte damals dem fränkischen Reichskloster ein Bauerngut und einen Wald. Im 10. Jahrhundert wurden die hiesigen Besitztümer des Klosters durch Schenkungen, Kauf und Tausch stark erweitert und in Wangen entstand bis zum 12. Jahrhundert im Niederdorf ein Kellhof zur Verwaltung der Liegenschaften. Außerdem wurde durch den Abt von St. Gallen außerhalb des Niederdorfs ein Markt errichtet, um den freie Kaufleute und Handwerker angesiedelt wurden und der den Mittelpunkt der späteren Oberstadt bildete, die bis zum 13. Jahrhundert mit Toren verschlossen und mit Mauer oder Wall und Graben umgeben wurde.

Die weltliche Schutzvogtei über den Klosterort lag im Hochmittelalter bei den Hohenstaufen. Kaiser Friedrich II. bestimmte in einer Urkunde 1217, dass die Schutzherrschaft von Wangen für immer in königlicher Hand bleiben sollte. Wangen hatte zu dieser Zeit offenbar bereits Stadtrechte. Nach der Hinrichtung des letzten Hohenstaufen Konradin, in der sogenannten „kaiserlosen Zeit“ (Interregnum), gelang es der Stadt, gegenüber der St. Gallener Klosterherrschaft ihre Unabhängigkeit zu behaupten und systematisch auszubauen. König Rudolf I. von Habsburg besiegelte schließlich den Status als Freie Reichsstadt im Jahr 1286. Das Symbol des Adlers für das staufische Kaisertum und das Symbol der Lilie für das fränkische Kaisertum verdeutlichen im Wappen der Stadt auch heute noch diesen Status.

In Wangen treffen sich die Straßen von Ravensburg, Lindau, Leutkirch und Isny. Der sich entwickelnde Fernhandel über die Alpen – anfangs durch die Große Ravensburger Handelsgesellschaft, später durch Welser und Fugger – förderte im Spätmittelalter die Entwicklung der Stadt. Um 1400 war innerhalb der bestehenden Grenzen keine bauliche Entwicklung mehr möglich. Daher ummauerte man die zwischen Stadtmauer und Argen gelegene und als Baind bezeichnete landwirtschaftlich genutzte Sonderflur als Unterstadt.

Innerhalb der Reichsstadt gewannen bereits im 14. Jahrhundert die Zünfte großen Einfluss. Die Herstellung und der Export vor allem von Sensen und Leinwand sorgten für eine ansehnliche Außenhandelsbilanz. Die Stadt erwarb während ihrer Blütezeit ein beachtliches Landgebiet außerhalb der Stadtmauern, das ihr dauerhafte und nachhaltige Einnahmen unabhängig von den Schwankungen des Handels sicherte.

Wangen schloss sich 1349 dem Schwäbischen Städtebund an, 1362 außerdem dem Bund der Seestädte („Seebund“), der auch nach Auflösung des Städtebunds 1379 Bestand hatte und im Juli 1389 Truchsess Hans von Waldburg gefangennahm, nachdem dieser vergeblich versucht hatte, die Stadt einzunehmen. Zur Erinnerung an den Überfall und zum Dank für die Errettung aus der Gefahr wurde bis 1803 jährlich am 1. Januar eine Prozession um die Stadt abgehalten. Im 15. Jahrhundert war Wangen mit dem „Seebund“ in eine Reihe von weiteren Kriegen und Fehden verwickelt, u. a. den „Appenzeller Krieg“ (1401–04) und die Städtekämpfe gegen Herzog Friedrich von Österreich (1415) und Graf Ulrich von Württemberg (1449).

1470 wurde der „Seebund“ erneuert, doch bereits 1477 stellte sich Wangen per Vertrag unter den Schirm der Stadt St. Gallen. Unter Androhung der Reichsacht durch Kaiser Friedrich III. musste Wangen das Bündnis mit St. Gallen jedoch schon 1488 aufkündigen und sich dem bis 1534 bestehenden Schwäbischen Bund anschließen. 1552 wurden durch Kaiser Karl V. die Zünfte aufgelöst und der Stadt eine neue Rats- und Gerichtsverfassung gegeben, die dem Patriziat der Stadt alle Macht gab.

Im Dreißigjährigen Krieg hatte Wangen ab 1622 unter Truppendurchzügen und Einquartierungen zu leiden, ab 1628 herrschte außerdem die Pest. Nach 1631 erfolgten mehrere schwedische Überfälle, derenwegen sich ein Großteil der Einwohner mehrfach vorübergehend nach Bregenz flüchtete. Nachdem die Schweden 1634 aus der Gegend abzogen, war 1635 und 1636 abermals die Pest Ursache für viele Tote. 1646 und 1647 kam es abermals zu Kampfhandlungen und Plünderungen in Wangen.

Im Rahmen der Mediatisierung verlor Wangen 1802 den Status einer Reichsstadt und wurde Teil des Königreichs Bayern, im Rahmen eines Gebietstausches 1810 Oberamtsstadt des Königreichs Württemberg.

1936 wurde der Stadtname amtlich mit „Wangen im Allgäu“ festgelegt.

Von 1938 bis zu dessen Auflösung und Eingliederung in den Landkreis Ravensburg am 1. Januar 1973 war Wangen Kreisstadt des Landkreises Wangen (KFZ-Kennzeichen WG). Am 1. Januar 1973 wurde Wangen von der Landesregierung Baden-Württemberg zu Großen Kreisstadt erhoben, nachdem die Einwohnerzahl zuvor die Grenze von 20.000 überschritten hatte.

Im Jahr 1999 kam das erste Hochwasser seit knapp über 50 Jahren wieder nach Wangen und überflutete die komplette Unterstadt. Auch 2005 wurde Wangen wieder Opfer einer Überflutung durch die Obere Argen.

Deuchelried wurde 1307 als Tihtlerriet erstmals erwähnt. Es war im Besitz des Klosters St. Gallen. Später hatte das Kloster Salem Besitz. Ab dem 14. Jahrhundert erwarb die Reichsstadt Wangen Zug um Zug das Gebiet und führte es als Gerichtsbezirk Deuchelried. Die hohe Gerichtsbarkeit konnte Wangen jedoch erst 1767 vollständig erlangen. Zuvor gehörten Teile des Gebiets noch zu verschiedenen Herrschaften. Im 18. Jahrhundert war der Ort überwiegend im Besitz der Bauern. 1802 kam das Gebiet mit Wangen an Bayern und 1810 an Württemberg. 1820 wurde aus dem Gerichtsbezirk Deuchelried die gleichnamige Gemeinde innerhalb des Oberamts Wangen gebildet. siehe auch Burg Oflings.

Karsee wurde 1275 als Carse erstmals erwähnt. 1289 kaufte das Kloster Weingarten Güter in Karsee, die seinerzeit Lehen von Graf Rudolf von Montfort waren. Das Kloster bildete dort ein Amt Karsee und besaß die niedere Gerichtsbarkeit. Die hohe Gerichtsbarkeit lag bei der Landvogtei Schwaben. 1802 kam das Amt Karsee mit Weingarten an Nassau-Oranien und 1806 an Württemberg. Karsee gehörte dann mit seinem Umland zur Gemeinde Vogt im Oberamt Wangen. 1952 wurde das Dorf Karsee mit einigen Weilern der Gemeinde Vogt sowie einigen Weilern der benachbarten Gemeinde Amtzell, die bis 1933 die Gemeinde Eggenreute bildeten, zur eingeständigen Gemeinde im Landkreis Wangen erhoben. Im Einzelnen umfasste die Gemeinde Karsee von der Gemeinde Vogt die Wohnplätze Abraham, Aich, Baumann, Blaser, Bommen, Edengut, Endersen, Grub,, Haag, Hartmannsberg, Karsee, Karsee-Berg, Kehlismoos, King, Oberholz, Riefen, Schweinberg, Spiegelhaus, Steißen, Unterholz, Untersteig und Zeihers sowie von der Gemeinde Amtzell die Wohnplätze Albishaus, Böschlishaus, Brenner, Edenhaus, Eggenreute (bis 1933 mit einigen umliegenden Weilern selbständige Gemeinde), Eggerts, Englisweiler, Felbers, Hochberg, Kohlhaus, Luß, Niederlehen, Oberhalden, Oberhof, Oberwies, Ruzenweiler, Siggenhaus, Sommers und Unteregg.

Leupolz wurde 1229 als Lvpoltes erstmals erwähnt, doch gab es im 8./9. Jahrhundert bereits Herren von Lupoltes als Ministerialen des Klosters St. Gallen. 1411 wurde die Herrschaft Leupolz mit der Herrschaft Praßberg vereinigt. Die Nachfahren der Herren von Leupolz bzw. Praßberg verkauften das Gebiet 1721 an die Freiherren von Westernach, die ihn 1749 an die Truchsessen von Waldburg veräußerten. Seither gehörte das Gebiet zur Vogtei Kißlegg. Die hohe Gerichtsbarkeit lag bei der Landvogtei Schwaben. 1806 kam das Gebiet an Württemberg. Es bestanden zunächst zwei Gemeinden Leupolz und Praßberg, die 1819 zur Gemeinde Praßberg vereinigt wurden. Diese wurde 1883 in Leupolz umbenannt. Beide Siedlungen gehörten mit ihrem Umland zum Oberamt Wangen. Bei der Eingemeindung in die Stadt Wangen 1974 wurden die Wohnplätze Bayums, Becken, Bertlings, Bietenweiler, Hub, Reute, Ried und Siggen nach Kißlegg umgemeindet.

Neuravensburg wurde 1271 als Nuwen Ravenspurg erstmals erwähnt. Es bestand eine frühmittelalterliche Burganlage, die 1525 zerstört, jedoch 1614/17 wieder aufgebaut wurde. 1836/40 wurde sie teilweise wieder abgebrochen und besteht heute nur noch als Ruine. Am Fuße dieser Burg wurde im 13. Jahrhundert eine Stadt angelegt, die 1272 zerstört wurde. Seit 1432 taucht die Siedlung nur noch als Flecken auf. Die Herrschaft über Burg und Ort lag in den Händen von Ministerialen von Ravensburg, die der Burg und dem Ort wohl den Namen gaben. Um 1270 fiel der Ort an das Kloster St. Gallen, die ihn an verschiedene Herrschaften verpfändeten, zuletzt 1586 an die Stadt Wangen. 1608 erwarb das Kloster St. Gallen Neuravensburg wieder zurück. 1699 bis 1772 war der Ort an die Grafen von Montfort-Tettnang verpfändet. Ende des 18. Jahrhunderts verödete das Gebiet und kam 1803 an den Fürsten von Dietrichstein und 1806 an Württemberg. 1810 wurde es eine Gemeinde im Oberamt Wangen.

Niederwangen wurde 856 als Nidironwangun erstmals erwähnt. Das Gemeindegebiet war eine Hauptmannschaft der Reichsstadt Wangen, welche die hohe und niedere Gerichtsbarkeit von den Grafen von Montfort-Tettnang erlangte. Liedlich einige Weiler verblieben bis ca. 1700 in der hohen Gerichtsbarkeit der Grafen. 1802 fiel das Gebiet an Bayern und 1810 an Württemberg, wo 1819 die Gemeinde Niederwangen im Oberamt Wangen gebildet wurde.

Schomburg wurde 1229 als Scowenburc erstmals erwähnt. Es war Mittelpunkt der gleichnamigen Ritterherrschaft. Die Lehnshoheit lag beim Kloster St. Gallen, teilweise auch bei den Grafen von Montfort-Tettnang. Anfang des 14. Jahrhunderts gelangte die Herrschaft an die Grafen, 1408 an die Lindauer Familie Siber, 1515 an die Augsburger Familie Rem, 1549 an die Humpis von Waltrams-Pfaffenweiler, 1638 ab die Herren von Freyberg. Nach 1659 oblag die Herrschaft den Grafen von Montfort-Tettnang, welche die Burg 1754 zu ihrer Sommerresidenz ausbauten. 1836 wurde die Burg abgebrochen und der Rest brannte 1899 ab. Die Siedlung war nach 1770 fast ganz verödet. Lediglich Primisweiler und Haslach bestanden als Siedlungen. Mit der Grafschaft Tettnang kam das Gebiet 1805 an Bayern und 1810 an Württemberg, wo es zunächst als Gemeinde Schomburg zum Oberamt Tettnang gehörte. Erst 1938 kam die Gemeinde zum Landkreis Wangen. Damals wurden auch einige Weiler der Nachbargemeinde Neukirch (Engelitz, Hagmühle, Haslachmühle, Lochmühle, Pflegelberg) nach Schomburg eingegliedert. siehe auch Burg Alt-Schomburg und Burgrest Schomburg (Schloss Schomburg).

In die Stadt Wangen im Allgäu wurden folgende Gemeinden eingegliedert.

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).

Das Gebiet der heutigen Stadt Wangen gehörte anfangs zum Bistum Konstanz und war dem Archidiakonat Allgäu Landkapitel Lindau unterstellt. Eine Kirche und Pfarrei St. Martin wird bereits 1182 erwähnt. Sie gehörte dem Kloster St. Gallen. An ihr wurden Kaplaneien und Messpfründe gestiftet. Die Reformation fand nur vorübergehend Einfluss, so dass Wangen über viele Jahrhunderte eine katholische Stadt blieb. Das frühere Dekanat Wangen wurde zu einem neuen, fast ganz Oberschwaben umfassenden Dekanat zusammengelegt. Die heutige Pfarrkirche St. Martin wurde im 14. Jahrhundert erbaut, der Chor stammt noch von 1386, der Turm ist noch spätromanisch. Im Turm hängen 6 Glocken aus dem 20. bzw. 21. Jahrhundert. Die älteste, das sogenannte Ulrichsglöcklein (h´) stammt aus dem Jahre 1931,in dem sich Wangen sieben neue Glocken anschaffen ließ. Sechs mussten zu Kriegszwecken wieder eingeschmolzen werden. Die 5 neuen Glocken (gis´;fis´;e´;cis´;a°)stammen aus Landshut und wurden 1951 gegossen. Die Glocken tragen den Namen Magnus, Martin, Peter u. Paul, Maria, und Christkönig. Die Marienglocke sprang 2002 wegen Überlastung. Sie wurde durch eine, von Christian Bachert gegossene Glocke von 2005 ersetzt, die den gleichen Schlagton besitzt und sich gut in das Geläute einfügt. Die alte Marienglocke wurde als Friedenszeichen vor dem Hauptportal aufgestellt. Das weithin hörbare Vollgeläute ist das größte in der gesamten Umgebung. Zur Kirchengemeinde St. Martin gehört auch die Spitalkirche des ehemaligen Spitals zum Hl. Geist und die St. Rochuskapelle. Die Spitalkirche wurde 1719/21 erbaut, eine Kapelle gab es aber bereits seit 1446. Die Rochuskapelle auf dem Friedhof wurde 1593 erbaut. Ab 1640 gab es vor den Toren der Stadt ein Schutzengelkapuzinerkloster gegründet. Die Mönche wohnten zunächst im Hinderofenhaus, bis sie 1657 ihr eigenes Klostergebäude erhielten. 1803 bzw. 1829 wurde das Kloster aufgehoben. Die zugehörige Kirche St. Fidelis von 1655 ist heute profaniert. Weiter gibt es noch eine St. Wolfgang-Kapelle auf dem neuen Friedhof. Diese wurde 1613/17 erbaut und im 18. und 19. Jahrhundert erweitert (heute Leichenhalle).

Die katholische Gemeinde St. Martin Wangen gehörte bis 1802 noch zum Bistum Konstanz. Später wurde sie dem Ordinariat Ellwangen unterstellt, aus dem 1821/27 das neu gegründete Bistum Rottenburg (heute Rottenburg-Stuttgart) hervorging. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand eine zweite Gemeinde im Stadtteil Waltersbühl, St. Ulrich, mit einer 1959 erbauten Kirche. Weitere katholische Kirchengemeinden gibt es in den Stadtteilen und zwar St. Petrus Deuchelried (Chor der Kirche von 1465/67 mit älterem Turm und neuem Schiff von 1965/66; seit 1728 Pfarrvikariat und seit 1823 Pfarrei), St. Stephanus Haslach (erbaut im 17. Jahrhundert, Erneuerung im 18. Jahrhundert; Pfarrei bereits im 13. Jahrhundert erwähnt), St. Kilian Karsee (schon seit dem 13. Jahrhundert Pfarrei), St. Laurentius Leupolz (erbaut 1400 mit Schiff von 1600, Pfarrei bereits 1275 erwähnt), St. Andreas Niederwangen (erbaut 1444 mit Erweiterungen des 16. Jahrhundert; Pfarrei bereits 1244 erwähnt), St. Clemens Primisweiler (erbaut im 17. Jahrhundert, 1831 erweitert), St. Gallus Roggenzell (erbaut 1841 mit altem Turm der Spätgotik) und St. Felix und Regula Schwarzenbach (Kirche von 1959; alte Kirche schon 1275 erwähnt).

Ferner gibt es in einigen Stadtteilen Wangens noch weitere katholische Filialkirchen oder Kapellen, z. B. St. Nikolaus Untermooweiler (erbaut 1312 und 1695 umgebaut), die romanische Kapelle St. Konrad Hiltensweiler und St. Nikolaus Sattel (im 18. Jahrhundert umgebaut).

Alle katholischen Kirchengemeinden gehören zum Dekanat Wangen, das im 19. Jahrhundert gegründet wurde.

Im 19. Jahrhundert zogen auch evangelische Einwohner nach Wangen. 1850 wurde eine ständige Pfarrverweserei eingerichtet. Die Gemeinde versammelte sich zunächst in einem Betsaal im ehemaligen Kapuzinerkloster. 1888 wurde eine eigene Pfarrei errichtet und 1893 erbaute sich die Gemeinde ihre eigene Kirche. Die Gemeinde gehört seit ihrer Gründung zur Evangelischen Landeskirche in Württemberg und ist dem Dekanat bzw. Kirchenbezirk Ravensburg angegliedert. 1963 erhielt die Evangelische Kirchengemeinde Wangen ein Gemeindezentrum im Stadtteil Wittwais. Zur Kirchengemeinde Wangen gehören auch alle Protestanten der Wangener Stadtteile.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Wangen auch Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter eine Evangelisch-methodistische Gemeinde und die Christliche Gemeinde Wangen e. V. Auch die Neuapostolische Kirche und die Christengemeinschaft sind in Wangen vertreten.

An der Spitze der Stadt Wangen standen im 14. Jahrhundert der vom König bzw. von der Abtei St. Gallen eingesetzte Amtmann und der Rat (erstmals 1306 bezeugt). Um 1350 wurde die Zunftverfassung eingeführt. Danach gab es einen Bürgermeister, der ab 1384 dem Amtmann untergeordnet war. Seit 1551 gab es wieder eine neue Verfassung mit drei Bürgermeistern, zwei geheimen Räten und 13 Ratsherren.

1803 wurde die bayerische und ab 1810 die württembergische Verwaltung eingesetzt. Danach gab es einen Stadtschultheiß und den Rat. Seit 1935 wurde aus dem Stadtschultheiß der Bürgermeister, der seit der Erhebung zur Großen Kreisstadt 1973 die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister trägt. Heute wird der Oberbürgermeister für eine Amtszeit von 8 Jahren gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats und Leiter der Stadtverwaltung. Der Oberbürgermeister hat einen Beigeordneten als hauptamtlichen Stellvertreter, der die Amtsbezeichnung „Bürgermeister“ trägt. Daneben gibt es ehrenamtliche Stellvertreter aus der Mitte des Gemeinderats.

Blasonierung: Unter rotem Schildhaupt, darin drei linksgewendete bartlose silberne Männerköpfe (Wangen) nebeneinander, gespalten; vorne in Silber ein halber, rot bewehrter und rot bezungter schwarzer Adler am Spalt, hinten in Silber eine blaue heraldische Lilie.

Die Stadtflagge ist rot-weiß.

Schon ein Siegel aus dem Jahr 1312 enthält die Symbole des heutigen Stadtwappens. Die drei Köpfe sollen „Wangen“ darstellen und insofern ein redendes Wappen sein. Der Adler bezieht sich auf die ehemalige Reichsstadt Wangen, die Lilie evtl. auf ein Zeichen des Gerichts. Die Farben sind seit dem 18. Jahrhundert in Verwendung.

Wangen unterhält seit 1980 mit La Garenne-Colombes in Frankreich und seit 1988 mit Prato in Italien eine Städtepartnerschaft.

Wangen war ein großes Zentrum der Textilindustrie, z. B. mit der Erba-Gruppe, bevor diese Branche in Deutschland ihren Niedergang erlebte. Heute gibt es hier einen sehr vitalen Branchenmix.

Wangen liegt an der Bundesautobahn 96 Lindau–Memmingen, an den Bundesstraße 32 (Ravensburg–Wangen–Oberstaufen) und Bundesstraße 18 (Lindau–Wangen–Memmingen). Über die Autobahnausfahrten Wangen-West und Wangen-Nord ist das Stadtzentrum in nur wenigen Minuten zu erreichen. Eine weitere geplante Ausfahrt im Wangener Süden zwischen den Ortschaften Niederwangen und Primisweiler (Ausfahrt Wangen-Süd) wurde nie realisiert. Allerdings gibt es Stimmen aus der örtlichen Politik, welche das Thema „Wangen-Süd“ nach der Fertigstellung der A 96 im Herbst 2009 erneut auf die Tagesordnung setzen wollen. Im südlichen Ortsteil Neuravensburg existiert von Lindau kommend eine Behelfsausfahrt an der Autobahn.

Eine weitere Autobahn, die ehemals geplante und zwischenzeitlich verworfene Voralpenautobahn A 98, welche u. a. über Kempten - Lindau verlaufen sollte, wäre von Wangen aus Richtung Hergatz in nur wenigen Minuten erreichbar gewesen.

Die Stadt liegt an der Württembergischen Allgäubahn. Es gibt stündliche Verbindungen nach Ulm, Augsburg und Lindau. Im Zuge der Elektrifizierung der Bahnstrecke München–Lindau–Zürich, die über Wangen läuft, muss das Bahnhofsgelände umgebaut und modernisiert werden. Hierbei ist auch ein EC-Halt im Gespräch. Wangen ist durch Buslinien unter anderem mit Ravensburg und Tettnang verbunden; im Stadtverkehr verkehren sechs Linien. Wangen gehört dem Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo) an.

Auch über die Luft ist Wangen gut erreichbar. Durch die nahe gelegenen Flughäfen in Friedrichshafen (Flughafen Friedrichshafen) und in Memmingen (Allgäu Airport), welche von vielen Airlines angeflogen werden, ist Wangen in nur knapp 30 Minuten mit dem Auto zu erreichen. Mit Fertigstellung der A 96 Richtung München und einem möglichen Ausbau der Bundesstraße 31 von Lindau nach Friedrichshafen (2+1-Lösung) dürfte sich die Fahrzeit zu den beiden Flughäfen mittelfristig sogar noch weiter verkürzen.

Über das Lokalgeschehen Wangens berichtet als Tageszeitung die Schwäbische Zeitung, sowie der regionale Fernsehsender REGIO TV Euro 3. Im Ort ist ansässig der Verlag autentic.info Gmbh, der bundesweit bekannt ist für seine Fachzeitschriften im Bereich Sehen. Medienpreisträger des Berufsverbandes der Augenärztes, 2004.

Wangen ist Sitz eines Finanzamts. Ferner gibt es hier ein Amtsgericht, das zum Landgerichtsbezirk Ravensburg und zum Bezirk des Oberlandesgerichts Stuttgart gehört.

In Wangen gibt es ein allgemeinbildendes Gymnasium (Rupert-Neß-Gymnasium) eine Realschule (Johann-Andreas-Rauch-Realschule), eine Förderschule (Martinstorschule), zwei Grund- und Hauptschulen (GHS Niederwangen und Prassberg-Schule), sechs Grundschulen (Berger-Höhe-Schule, Deuchelried, Grundschule im Ebnet, Leupolz, Neuravensburg und Schomburg) und zwei Hauptschulen (Anton-von-Gegenbaur-Schule und Hauptschule Karsee).

Der Landkreis Ravensburg ist Träger der beiden Beruflichen Schulen (Friedrich-Schiedel-Schule Gewerbliche und Landwirtschaftliche Schule und der Kaufmännischen Schule). Ferner gibt es die Heinrich-Brügger-Schule (Krankenhausschule) und die Staatliche Milchwirtschaftliche Lehr- und Forschungsanstalt (MLF – Dr.-Oskar-Farny-Institut).

Die private Altenpflegeschule St. Vinzenz, die Freie Waldorfschule, die Talander Schulgemeinschaft e.V. (Schule für Erziehungshilfe) und die Krankenpflegeschule an der Oberschwaben-Klinik Wangen ergänzen das Schulangebot.

Trotz mehrerer Stadtbrände 1539, 1793 und 1858, denen jeweils ganze Straßenzüge zum Opfer fielen, bildet die Altstadt ein malerisches, geschlossenes Ensemble mit Gebäuden vom frühen Mittelalter bis zum späten Barock.

Das Heimatmuseum in der Eselmühle wurde 1974 in einer 1969 von der Stadt erworbenen ehemaligen Mühle eröffnet. Das Museum zeigt „hinter dem laufenden Mühlrad“ originale Einrichtungen der traditionsreichen Mahlmühle. Es beherbergt ferner eine Sammlung zur Geschichte der Stadt Wangen, eine Sammlung Mechanischer Musikinstrumente, ein Käsereimuseum, ein Museum zur Fasnacht in Wangen und das Deutsche Eichendorff-Museum mit Gustav-Freytag-Museum.

Für kulturelle Veranstaltungen gibt es die Hägeschmiede mit Mehrzwecksaal für Kleinkunstprogramme und Tanzsaal für Ballett sowie die Stadthalle Wangen für Konzerte, Theater, Versammlungen, Vorträge, Tanzbälle und anderes.

Seit 1951 veranstaltet die Stadt Wangen im Allgäu in Verbindung mit dem Wangener Kreis und der Stiftung Kulturwerk Schlesien jährlich Ende September die Wangener Gespräche. Sie sind Ausdruck der Zusammenarbeit zwischen ehemals Vertriebenen und Einheimischen, des „Miteinanders von geistig regsamen, künstlerisch sensiblen Schwaben und Schlesiern“, wie der Verein schreibt. Sie wollen das Kennenlernen der östlichen Nachbarvölker fördern und Impulse geben für das kulturelle Leben Deutschlands. Im Rahmen dieser Tagungen wird alljährlich der Eichendorff-Literaturpreis verliehen.

Die Oberstadtkirche St. Martin gehört zu den ältesten Baudenkmälern der Stadt. Schon im 9. Jahrhundert stand an dieser Stelle eine (wenn auch kleinere) Kirche, die im Laufe der Jahrhunderte mehrere Aus- und Umbauten erfuhr. Der Kirchturm ist bis zur Glockenstube in unregelmäßigen romanischen Findlingssteinen gemauert. Auch die östliche Giebelwand des Mitschiffs geht in die Zeit des romanischen Baustils zurück. Um 1386 entstand der gotische Chor. Die Kirchenschiffe bekamen im 15. Jahrhundert ihre heutige Form, Umbauten erfolgten im 17., 18., 19. und 20. Jahrhundert. Zu den weiteren Kirchen im Stadtgebiet vgl. Abschnitt Religionen.

An der Herrenstraße steht das Frauentor, heute auch Ravensburger Tor genannt, das Wahrzeichen der Stadt. Das 1472 erstmals erwähnte Tor ist wohl älter und erhielt seine heutige Form im Jahr 1608. Der Bau zeigt ein einheitliches Renaissancegepräge mit charakteristischen Ecktürmchen. Weitere Reste der Stadtbefestigung sind das Lindauer Tor bzw. Martinstor und der Pfaffenturm aus dem 14. Jahrhundert.

Das Rathaus wurde im 15./16. Jahrhundert, teilweise schon früher, erbaut und 1719/21 barock umgebaut.

Sehenswert ist auch der sogenannte Fidelisbäck, eine über 500 Jahre alte Bäckerei mit angeschlossener Gaststube, wegen ihrer Fassadenmalereien. Eine Besonderheit der Stadt sind die vielen Brunnen; zum Teil wurden sie in den letzten Jahren mit verschiedenen, meist augenzwinkernden Skulpturen erweitert und verschönert.

Ein sehr schöner Platz für Open-Air-Veranstaltungen findet sich an der Stadtmauer neben der im 16. Jahrhundert errichteten Eselsmühle.

Die Stadt Wangen hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen. Die Auflistung erfolgt chronologisch nach Verleihung.

Der MTG Wangen wurde im Jahr 1849 als "Turnverein Wangen" gründet, der seit 1887 Männerturngemeinde Wangen heißt. Er hat heute über 3.400 Mitglieder.

Die Handballabteilung ist die größte Abteilung der MTG. In der Saison 2007/08 gelang der Herrenmannschaft der Aufstieg in die Baden-Württemberg Oberliga. Die Spielstätte ist die Argenhalle.

Einer der traditionsreichsten Vereine in Wangen ist die 1913 gegründete Rad-Union. Die Rad-Union veranstaltet das älteste Rad-Kriterium Deutschlands.

Der 1903 gegründete Tennisclub Wangen zählt zu den besten Tennisvereinen in Baden-Württemberg und ist einer der ältesten Vereine in der Umgebung. Zu den erfolgreichsten Spielern, die aus dem Verein hervorgegangen sind, zählen Martin Wetzel (spielt 2008 in der 2. Bundesliga), Carolin Wetzel, Lisa Klarmann, Clemens Hübner sowie Nico Huber.

Das Juze Tonne wurde 1971 gegründet und am 12. Februar 1972 in den Vereinsregister der Stadt Wangen eingetragen, und gehört heute zu den Ältesten Jugendzenteren Deutschlands. Die TONNE befindet sich in den Kellerräumen und dem Ersten Stock der Lindauerstraße 2 in dem sich noch vor der Zeit der Tonne ein Aktenlager aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg befand.

Erste Gründung im Jahr 1927 u. a. durch den späteren Vorstand der MTG Wangen, Fritz Hindelang. Nach dem zweiten Weltkrieg Wiedergründung im Jahr 1953. Derzeit mit über 200 Mitgliedern tätig in der Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung, im Wasserrettungsdienst des Landkreises Ravensburg und im Katastrophenschutz. Betreibt Wasseraufsicht im Wangener Freibad Stefanshöhe und im Argenbühler Moorbad Burg bei Eglofs.

1943 bis 1945 diente Wangen als Kulisse für den NS-Propaganda-Film Quax in Fahrt (uraufgeführt 1953 als Quax in Afrika) mit Heinz Rühmann, einer Fortsetzung des Films Quax, der Bruchpilot.

Vom 14. April bis 13. Mai 2004 wurde eine Tatort-Folge („Bienzle und der Sizilianer“, Regie Hartmut Griesmayr) unter anderem in Wangen und Umgebung gedreht.

Das Wangener Juze Tonne e. V. ist das älteste selbstverwaltete Jugendzentrum Deutschlands.

Die Jugendmusikschule Württembergisches Allgäu mit Sitz in Wangen ist eine der größten Musikschulen in Baden-Württemberg.

Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 bezog die Nationalmannschaft von Togo Quartier in Wangen.

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Kirchenbezirk Ravensburg

Lage des Kirchenbezirks Ravensburg innerhalb der Evang. Landeskirche in Württemberg

Der Evangelische Kirchenbezirk Ravensburg ist einer von 48 Kirchenbezirken bzw. Kirchenkreisen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Sein Gebiet ist deckungsgleich mit dem Dekanat Ravensburg. Zwischen 1992 und 2003 gab es innerhalb des Kirchenbezirks Ravensburg zwei Dekanatsbezirke, Friedrichshafen und Ravensburg mit je einem Dekan an der Spitze. Zum 31. Oktober 2003 wurde das Dekanat Friedrichshafen wieder aufgehoben. Seither ist in Friedrichshafen ein Codekan ansässig. Der Dekan in Ravensburg hat seine Visitationsaufgaben im Raum Friedrichshafen an den Codekan delegiert.

Der Kirchenbezirk Ravensburg liegt im äußersten Süden der württembergischen Landeskirche. Er ist neben dem Kirchenbezirk Biberach der flächengrößte Kirchenbezirk der württembergischen Landeskirche. Seine Kirchengemeinden umfassen den Großteil des Landkreises Ravensburg also die Städte und Gemeinden Aichstetten, Aitrach, Amtzell, Argenbühl, Bad Waldsee, Bad Wurzach, Baienfurt, Baindt, Berg, Bergatreute, Bodnegg, Fronreute (nur Ortsteil Blitzenreute), Grünkraut, Isny im Allgäu, Kißlegg, Leutkirch im Allgäu, Ravensburg, Schlier, Vogt, Waldburg, Wangen im Allgäu, Weingarten, Wilhelmsdorf, Wolfegg und Wolpertswende sowie den Osten des Bodenseekreises, also die Städte und Gemeinden Eriskirch, Friedrichshafen, Kressbronn am Bodensee, Langenargen, Meckenbeuren, Neukirch, Oberteuringen und Tettnang, ferner die Gemeinde Tannheim, die Ortsteile Mühlhausen und Oberessendorf der Gemeinde Eberhardzell sowie die Ortsteile Ellwangen und Haslach der Gemeinde Rot an der Rot im Landkreis Biberach.

Der Kirchenbezirk Ravensburg grenzt im Norden an den Biberach (Prälatur Ulm), im Osten und Südosten an die Evangelisch-Lutherische Landeskirche in Bayern, im Süden an den Bodensee und im Westen hat er eine Grenze mit der Evangelischen Landeskirche in Baden.

Im Gegensatz zu den meisten Dekanaten der württembergischen Landeskirche, die schon bald nach der Reformation errichtet wurden, ist der Kirchenbezirk Ravensburg eine Neugründung aus dem 19. Jahrhundert. Das Gebiet des heutigen Kirchenbezirks Ravensburg ist mehrheitlich katholisch geprägt, weil es überwiegend zu Vorderösterreich und zu kleineren Adels- und Klosterherrschaften gehörte, welche keine Reformation durchführten. Hier zogen evangelische Bewohner erst seit dem 19. Jahrhundert bzw. vermehrt nach dem Zweiten Weltkrieg zu. Einige Städte sind aber bereits seit der Reformation evangelisch, in der Reichsstadt Isny – dem Zentrum der Reformation im Allgäu – war sogar bis 1803 der Zuzug von Katholiken verboten. In anderen Städten wie in Wangen war die Reformation zwar eingeführt, aber später ganz oder teilweise rückgängig gemacht geworden. In den Reichsstädten Ravensburg und Leutkirch herrschte jahrhundertelang konfessionelle Parität.

Fast alle Gebiete des Dekanats kamen in den Jahren 1803–1810 an Württemberg und wurden zunächst dem Dekanat Blaubeuren, ab 1810 dem Dekanat Biberach zugeordnet. 1810 wurde Ravensburg Sitz eines Oberamts. 1829 wurde Ravensburg dann provisorisch Sitz eines Dekans innerhalb des Dekanats Biberach, das mit "oberer Sprengel der Diözese Biberach" bezeichnet wurde. Zum Dekan wurde der Stadtpfarrer in Ravensburg ernannt. 1843 wurde das Dekanat Ravensburg dann endgültig eingerichtet. Ihm wurden die evangelischen Gemeinden des gesamten Umlands zugeordnet. Es gehört seit seiner Gründung zum Generalat Ulm, aus dem 1924 die heutige Prälatur Ulm hervorging.

Die Leitung des Kirchenbezirks obliegt der Bezirkssynode, dem Kirchenbezirksausschuss (KBA) und dem Dekan. Derzeitiger Dekan ist seit 1997 Dr. Jochen Tolk, der zugleich einer der Pfarrer an der Stadtkirche in Ravensburg ist.

Voraussichtlich bis Mitte 2009 liegt die kommissarische Leitung bei Codekan Ulrich Lange und dem 1. Vorsitzenden der Bezirkssynode, Wolfgang Friedrich.

Im Kirchenbezirk Ravensburg gibt es insgesamt 29 Kirchengemeinden. Dabei haben sich sieben Kirchengemeinden zu insgesamt zwei Gesamtkirchengemeinden zusammengeschlossen, bleiben aber weiterhin eigenständige Körperschaften des öffentlichen Rechts. Das Gebiet des Kirchenbezirks Ravensburg ist traditionell katholisch geprägt. Aus historischer Zeit evangelisch ist nur zum Teil das Gebiet der ehemaligen Reichsstadt Ravensburg. Die anderen evangelischen Gemeinden entstanden erst ab dem 19. Jahrhundert. Die jeweils in Klammern hinter dem Namen der Kirchengemeinde angegebenen Gemeindegliederzahlen beziehen sich auf das Jahr 2005 und sind gerundet.

Die Kirchengemeinde Ailingen (ca. 1.700 Mitglieder) umfasst die Stadtteile Ailingen und Ettenkirch (ohne Habratsweiler, Hirschlatt, Lindenholz und Waltenweiler, welche inzwischen zur Kirchengemeinde Meckenbeuren gehören) der Stadt Friedrichshafen. Beide Orte blieben nach der Reformation katholisch. Seit dem 20. Jahrhundert zogen auch evangelische Bewohner zu, die zunächst zu den Kirchengemeinden Friedrichshafen und Tettnang gehörten. 1937 wurde in Ailingen eine Kapelle und 1949 eine eigene evangelische Kirche erbaut. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 21. Juli 1952 wurde dann die selbständige Kirchengemeinde Ailingen gebildet, nachdem das Kultusministerium mit Schreiben vom 5. Juni 1952 die neue Kirchengemeinde als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt hatte. Sie umfasste von der Kirchengemeinde Friedrichshafen die damalige Gemeinde Ailingen mit allen zugehörigen Weilern sowie Hirschlatt (Gemeinde Ettenkirch) und von der Kirchengemeinde Tettnang die Weiler Lindenholz und Waltenweiler der Gemeinde Ettenkirch sowie den Weiler Holzreute der damaligen Gemeinde Kehlen. 1972 wurde Ailingen dann eigene Pfarrei. Der Hauptort Ettenkirch mit einigen zugehörigen Weilern gehörte bis 1974 zur Kirchengemeinde Meckenbeuren und wurden erst durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 6. Dezember 1974 der Kirchengemeinde Ailingen zugeordnet.

Die Gemeinde feiert Gottesdienste meist nicht in ihrer winzigen Kirche (90 Sitzplätze), sondern im Gottesdienstraum (etwa 380 Plätze) des 1972 nebenan errichteten evangelischen Gemeindezentrums.

Die Kirchengemeinde Aitrach (ca. 1.100 Mitglieder) umfasst die Gemeinden Aitrach und Aichstetten (mit Ortsteil Altmannshofen), den Stadtteil Hauerz der Stadt Bad Wurzach (alle Landkreis Ravensburg) sowie die Gemeinde Tannheim und den Ortsteil Haslach der Gemeinde Rot an der Rot im Landkreis Biberach. Der Ortsteil Ellwangen der Gemeinde Rot an der Rot gehört zur Kirchengemeinde Bad Wurzach, der Hauptort Rot an der Rot und der Ortsteil Spindelwag gehören zur Kirchengemeinde Erolzheim-Rot im Kirchenbezirk Biberach. Der Raum Aitrach blieb nach der Reformation katholisch. Im 19. Jahrhundert zogen auch evangelische Bewohner zu, so dass 1895 im heutigen Aitracher Ortsteil Marstetten ein Gemeindehaus erbaut werden konnte. 1949 wurde dort eine ständige Pfarrverweserei errichtet und wohl auch in jener Zeit eine Filialkirchengemeinde von Leutkirch errichtet. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 10. Januar 1951 wurde diese von der Muttergemeinde Leutkirch getrennt und zur selbständigen Kirchengemeinde Marstetten erhoben. Ihr wurden auch die evangelischen Bewohner einiger umliegenden Orte und Weiler zugeordnet und zwar: Rupprechts mit Bruis, Martinshof, Sailerle und Zimmermartin (alle zu Dietmanns gehörig; heute Bad Wurzach), Ottmannshofen mit Bernhard (alle zu Wuchzenhofen gehörig; heute Leutkirch) und den bis dahin zum Kirchenbezirk Biberach (Kirchengemeinde Rot an der Rot) gehörigen Orten Haslach mit Hauerz, Buch, Samgraben und Unterhalden (alle Hauerz; heute Bad Wurzach) sowie Boschen und Senden (zu Spindelwag gehörig; heute Erolzheim-Rot).

1974 wurde die Pfarrverweserei dann von Marstetten nach Aitrach verlegt, weit dort eine eigene evangelische Kirche erbaut worden war. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 2. Dezember 1975 wurde die Kirchengemeinde Marstetten dann in "Kirchengemeinde Aitrach" sowie das Pfarramt Marstetten und die Pfarrverweserei Marstetten in "Pfarramt Aitrach" bzw. "Pfarrverweserei Aitrach" umbenannt.

Bis 1965 gehörten auch die evangelischen Bewohner von Boschen und Senden zur Kirchengemeinde Marstetten. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 17. Dezember 1965 wurden diese in den Kirchenbezirk Biberach umgegliedert und der Kirchengemeinde Rot an der Rot zugeordnet. Bis 1975 gehörten ferner die evangelischen Bewohner von Hofs und der Wohnplätze Ottmannshofen und Spitalriedhöe zur Kirchengemeinde Marstetten. Mit Wirkung vom 1. Januar 1975 wurden diese der Kirchengemeinde Leutkirch zugeordnet.

Die Kirchengemeinde Alttann (ca. 850 Mitglieder) umfasst die Gemeinde Wolfegg, mit ihren zugehörigen Weilern, darunter Alttann und die Gemeinde Bergatreute sowie den Stadtteil Eintürnen der Stadt Bad Wurzach. Der Raum Wolfegg blieb nach der Reformation katholisch. Seit dem 19. Jahrhundert zogen auch evangelische Bewohner zu, so dass 1922 in Alttann eine eigene evangelische Kirche erbaut werden konnte. 1965 wurde dort ein Vikariat und später eine eigene Pfarrei errichtet.

Die Kirchengemeinde Atzenweiler (ca. 1.350 Mitglieder) umfasst die Gemeinde Grünkraut mit den zugehörigen Weilern, darunter Atzenweiler sowie die Gemeinden Bodnegg (ohne Hinterberg und Schmitten, die 1961 der Kirchengemeinde Wangen zugeordnet wurden) und Waldburg. Früher gehörte auch die Gemeinde Vogt zur Kirchengemeinde Atzenweiler, bis dort eine eigene Kirchengemeinde gegründet wurde. Der Raum Grünkraut blieb nach der Reformation katholisch. Im 19. Jahrhundert zogen auch evangelische Bewohner zu, so dass 1898 eine eigene Pfarrei im Ortsteil Atzenweiler errichtet wurde. Bereits 1884 war ein Schulhaus mit Betsaal erbaut worden.

Bis 1975 gehörten auch die evangelischen Bewohner von Ittenbeuren und Knollengraben (beide Stadt Ravensburg) zur Kirchengemeinde Atzenweiler, bevor diese gemäß Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 13. Februar 1975 der Kirchengemeinde Ravensburg zugeordnet wurden.

Bis 1920 gehörte auch der Weiler Hinzistobel zur Kirchengemeinde Atzenweiler. Durch Bekanntmachung des Konsistoriums vom 21. April 1920 wurde dieser der Kirchengemeinde Ravensburg zugeordnet.

Die Kirchengemeinde Bad Waldsee (ca. 3.200 Mitglieder) umfasst die Stadt Bad Waldsee mit ihren Stadtteilen Gaisbeuren, Haisterkirch, Michelwinnaden, Mittelurbach und Reute sowie die Ortsteile Mühlhausen und Oberessendorf der Gemeinde Eberhardzell im Landkreis Biberach. Der Raum Bad Waldsee blieb nach der Reformation katholisch. Im 19. Jahrhundert zogen auch evangelische Bewohner zu, so dass 1887 eine Pfarrverweserei errichtet wurde. 1889 wurde dann eine eigene Kirche erbaut und 1904 wurde Waldsee eigene Pfarrei. 1974 erhielt die Gemeinde dann noch ein eigenes Gemeindezentrum. Mit Wirkung vom 6. Dezember 1993 wurde die Kirchengemeinde Waldsee in "Kirchengemeinde Bad Waldsee" umbenannt. Heute gibt es zwei Pfarrämter in der Kirchengemeinde Bad Waldsee, sie tragen die Bezeichnungen I und II.

Die Kirchengemeinde Bad Wurzach (ca. 1.200 Mitglieder) umfasst die Stadt Bad Wurzach mit ihren Stadtteilen Arnach, Dietmanns (ohne Rupprechts und Wohnplätze Bruis, Martinshof, Sailerle und Zimmermartin), Gospoldshofen, Haidgau, Seibranz, Unterschwarzach und Ziegelbach sowie den Ortsteil Ellwangen der Gemeinde Rot an der Rot. Dabei wurde Ellwangen erst durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 10. April 1958 von der Kirchengemeinde Rot an der Rot in die Kirchengemeinde Bad Wurzach umgegliedert. Der Roter Ortsteil Haslach gehört zur Kirchengemeinde Aitrach; der Hauptort und der Ortsteil Spindelwag der Gemeinde Rot an der Rot gehören zur Kirchengemeinde Erolzheim-Rot im Kirchenbezirk Biberach. Der Bad Wurzacher Stadtteil Eintürnen gehört zur Kirchengemeinde Alttann und der Stadtteil Hauerz zur Kirchengemeinde Aitrach.

Der Raum Bad Wurzach blieb nach der Reformation katholisch. Überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg zogen auch evangelische Bewohner zu, die zunächst zur Kirchengemeinde Leutkirch gehörten. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 10. Januar 1951 wurde dann für die oben genannten Orte die selbständige Filialkirchengemeinde Bad Wurzach von Leutkirch gegründet, nachdem das Kultministerium mit Schreiben vom 5. April 1950 diese als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt hatte. Durch Bekanntmachung vom 6. Juli 1954 wurde die Filialkirchengemeinde Bad Wurzach dann von der Muttergemeinde Leutkirch gelöst und zur selbständigen Kirchengemeinde erhoben. Bad Wurzach wurde Pfarrverweserei und 1958/59 erhielt die Stadt ihre eigene evangelische Kirche.

Die Kirchengemeinde Baienfurt-Baindt (ca. 2.000 Mitglieder) umfasst die Gemeinden Baienfurt und Baindt. Der Raum Baienfurt-Baindt blieb nach der Reformation katholisch. Überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg zogen auch evangelische Bewohner zu, die zunächst zur Kirchengemeinde Weingarten gehörten. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 12. Oktober 1961 wurde die selbständige Filialkirchengemeinde Baienfurt gegründet. Das Kultusministerium hatte die neue Filialkirchengemeinde Baienfurt mit Schreiben vom 8. September 1961 als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt. 1971 wurde eine eigene Pfarrei errichtet. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 26. Februar 1987 gab es zwischen der Kirchengemeinde Baienfurt und deren Nachbarkirchengemeinde Weingarten eine Gebietskorrektur. Mit Verfügung vom 3. Juli 2003 wurde die Kirchengemeinde Baienfurt in Kirchengemeinde Baienfurt-Baindt umbenannt. Auch das zugehörige Pfarramt in Baienfurt trägt heute die Bezeichnung Baienfurt-Baindt.

Die evangelische Kirche an der Brücke über die Wolfegger Ach in Baienfurt wurde 1890 als katholische Kirche erbaut, nach dem Bau der heutigen katholischen Pfarrkirche 1927 verkauft und fortan als Lagerraum, Sporthalle und Kino verwendet. 1952 kaufte die evangelische Kirchengemeinde das Gebäude und feiert seit 1953 dort Gottesdienst. Die Kirche wurde 1967/1968 sowie 1984 renoviert.

1964–1965 wurde das Gemeindehaus am Öschweg in Baienfurt erbaut, Ende der 1990er Jahre der Dietrich-Bonhoeffer-Saal in Baindt.

Die Kirchengemeinde Bavendorf (ca. 950 Mitglieder) umfasst die Ravensburger Ortschaft Taldorf mit den zugehörigen Dörfern und Weilern, darunter Adelsreute, Bavendorf und Oberzell.

Der Raum Bavendorf blieb nach der Reformation katholisch. Im 19. Jahrhundert zogen auch evangelische Bewohner zu, so dass 1887 eine eigene Kirche erbaut wurde. Die zugehörige Filialkirchengemeinde wurde zunächst vom Pfarramt Wälde-Winterbach betreut. Die heutige Kirche wurde 1926 neu erbaut. 1968 wurde Bavendorf eigene Pfarrei und durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 10. März 1970 wurde die bis dahin zur Muttergemeinde Wälde-Winterbach gehörige Filialkirchengemeinde Bavendorf zur selbständigen Kirchengemeinde erhoben.

Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 26. Februar 1987 wurde der Weiler Brielhäusle (teilweise zur Kernstadt Ravensburg gehörig) und die zum Stadtteil Schmalegg gehörigen Weiler Bäche, Briel, Bronnetsholz, Funkenhausen, Gringen, Hinterweißenried, Hochstätt, Neuhagenbach, Oberhagenbach, Okatreute und Zinsländer, die bislang zu den Kirchengemeinden Ravensburg bzw. Wälde-Winterbach gehörten, der Kirchengemeinde Bavendorf zugeordnet.

Adelsreute mit zugehörigen Weilern kam dann durch Gesetz vom 5. September 1989 von der Evangelischen Landeskirche in Baden zur württembergischen Landeskirche und wurde ebenfalls der Kirchengemeinde Bavendorf angegliedert.

Die Gesamtkirchengemeinde Friedrichshafen umfasst die Kernstadt mit einigen zugehörigen Weilern (z.B. Jettenhausen) von Friedrichshafen. Sie wurde am 1. April 1935 gebildet, als für den damaligen Nebenort Fischbach mit Manzell, Spaltenstein, Schnetzenhausen, Eichenmühle und Grenzhof der Kirchengemeinde Friedrichshafen die selbständige Kirchengemeinde Fischbach (später in Manzell umbenannt) gebildet und diese gleichzeitig mit der Kirchengemeinde Friedrichshafen in der neu gebildeten Gesamtkirchengemeinde Friedrichshafen zusammen geschlossen wurde. Das Kultministerium hatte die neue Kirchengemeinde Fischbach und die Gesamtkirchengemeinde mit Schreiben vom 12. April 1935 als Körperschaften des öffentlichen Rechts anerkannt. 1958 wurde die Erlöserkirchengemeinde gegründet. 1960 wurde die Kirchengemeinde Manzell zur selbständigen Kirchengemeinde erhoben. Später folgten noch die Bonhoefferkirchengemeinde und die Paul-Gerhardt-Kirchengemeinden als weitere Teilkirchengemeinden Friedrichshafens. 1993 schied die Kirchengemeinde Manzell aus der Gesamtkirchengemeinde Friedrichshafen aus und am 1. Januar 1994 wurde die Gesamtkirchengemeinde Friedrichshafen mit ihren verbliebenen vier Kirchengemeinden Schlosskirchengemeinde Friedrichshafen, Bonhoefferkirchengemeinde Friedrichshafen, Erlöserkirchengemeinde Friedrichshafen und Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde Friedrichshafen neu umschrieben.

Die Schlosskirchengemeinde Friedrichshafen (ca. 3.150 Mitglieder) umfasst die Kernstadt Friedrichshafen und einige zugehörige Orte und Weiler, z.B. Seemoos und Windhag, wobei diese durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 18. März 1949 zunächst der Kirchengemeinde Manzell, jedoch durch Bekanntmachung vom 14. April 1953 wieder der Kirchengemeinde Friedrichshafen zugeordnet wurden. 1949 wurden hingegen auch die Orte Gerbertshaus, Gunzenhaus und Lochbrücke mit Hechelfurt und Schürten von der Kirchengemeinde Friedrichshafen abgetrennt und der Kirchengemeinde Tettnang zugeordnet. Ferner wurden die Orte Kappelhof, Oberlottenweiler, Weiler an der Ach und Weilermühle, die alle zur damaligen Gemeinde Ailingen gehörten, von der Kirchengemeinde Oberteuringen-Neuhaus in die Kirchengemeinde Friedrichshafen umgegliedert.

Der Raum Friedrichshafen blieb nach der Reformation katholisch. Anfang des 19. Jahrhunderts zogen auch evangelische Bewohner zu. Es waren zunächst vor allem Beamte und Bedienstete des württembergischen Königs, die ins Schloss Hofen, dem ehemaligen Kloster einzogen. Für sie gründete König Friedrich von Württemberg eine evangelische Kirchengemeinde, der er die barocke Schlosskirche zur Verfügung stellte. 1845 wurde hier eine Pfarrei errichtet. Die evangelische Gemeinde wuchs stark an, und so wurden seit den 1930er Jahren und insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg weitere Kirchengemeinden gegründet und Kirchen erbaut. Es entstanden die Kirchengemeinde Fischbach (1935, später Manzell), die Erlöserkirchengemeinde (1958), die Dietrich-Bonhoeffer-Kirchengemeinde (1968) und die Paul-Gerhard-Kirchengemeinde Jettenhausen (1978), die mit der Schlosskirchengemeinde die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Friedrichshafen bilden. Bis 1. September 1993 gehörte auch die Kirchengemeinde Manzell zur Gesamtkirchengemeinde Friedrichshafen. In den anderen Stadtteilen gibt es noch Kirchengemeinden in Ailingen (mit Ettenkirch, seit 1952) und Kluftern, wobei die letztgenannte zur Kirchengemeinde Markdorf (Dekanat Überlingen-Stockach) der Evangelischen Landeskirche in Baden angehört. Bei der Bildung der Kirchengemeinde Ailingen durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 21. Juli 1952 gab die Kirchengemeinde Friedrichshafen die damalige Gemeinde Ailingen mit allen zugehörigen Weilern und den Weiler Hirschlatt der Gemeinde Ettenkirch an die neue Kirchengemeinde Ailingen ab.

Die Bonhoefferkirchengemeinde Friedrichshafen (ca. 1.570 Mitglieder) umfasst die Teile der Kernstadt von Friedrichshafen. Bis ins 20. Jahrhundert war die Schlosskirche die einzige evangelische Kirche im damaligen Stadtgebiet. Durch Zuzug wurden dann weitere Kirchengemeinden gegründet und Kirchen erbaut. So entstand 1935 die Kirchengemeinde Fischbach (später Manzell), 1958 die Erlöserkirchengemeinde, 1968 die Dietrich-Bonhoeffer-Kirchengemeinde und 1978 die Paul-Gerhard-Kirchengemeinde Jettenhausen. Diese bilden mit der Schlosskirchengemeinde die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Friedrichshafen.

Die Erlöserkirchengemeinde Friedrichshafen (ca. 1.900 Mitglieder) umfasst die Teile der Kernstadt von Friedrichshafen. Bis ins 20. Jahrhundert war die Schlosskirche die einzige evangelische Kirche im damaligen Stadtgebiet. Durch Zuzug wurden dann weitere Kirchengemeinden gegründet und Kirchen erbaut. So entstand 1935 die Kirchengemeinde Fischbach (später Manzell), 1958 die Erlöserkirchengemeinde, 1968 die Dietrich-Bonhoeffer-Kirchengemeinde und 1978 die Paul-Gerhard-Kirchengemeinde Jettenhausen. Diese bilden mit der Schlosskirchengemeinde die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Friedrichshafen.

Die Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde Friedrichshafen (ca. 1.400 Mitglieder) umfasst die Teile der Kernstadt und einige Weiler von Friedrichshafen. Bis ins 20. Jahrhundert war die Schlosskirche die einzige evangelische Kirche im damaligen Stadtgebiet. Durch Zuzug wurden dann weitere Kirchengemeinden gegründet und Kirchen erbaut. So entstand 1935 die Kirchengemeinde Fischbach (später Manzell), 1958 die Erlöserkirchengemeinde, 1968 die Dietrich-Bonhoeffer-Kirchengemeinde und 1978 die Paul-Gerhard-Kirchengemeinde Jettenhausen. Diese bilden mit der Schlosskirchengemeinde die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Friedrichshafen.

Die Kirchengemeinde Isny (ca. 2.750 Mitglieder) umfasst die Stadt Isny im Allgäu mit ihren Stadtteilen Beuren, Großholzleute, Neutrauchburg und Rohrdorf und die Ortsteile Christazhofen, Eisenharz, Göttlishofen und Siggen der Gemeinde Argenbühl (die anderen Argenbühler Ortsteile gehören zur Kirchengemeinde Wangen). Eine Kirche wurde in Isny bereits 1288 erwähnt, als die Pfarrkirche St. Nikolaus nach einem Brand von 1284 neu erbaut wurde. Zuvor gehörte Isny zur Pfarrei Rohrdorf. 1397 wurde die Kirche St. Nikolaus dem Kloster Isny inkorporiert. 1525 führt die Reichsstadt Isny die Reformation ein. Danach war Isny bis 1803 ausschließlich evangelisch. Lediglich das Kloster Isny mit seinem kleinen Territorium blieb katholisch. 1782 wurde es sogar reichsunmittelbar, 1803 jedoch aufgehoben und dann durch Graf Ott von Quadt als Schloss umgebaut, später wurde es als Altersheim verwendet. Die seit der Reformation evangelische Stadtpfarrkirche Isnys brannte 1631 beim Stadtbrand größtenteils ab. 1636 wurde sie wieder aufgebaut, der Chor stammt noch aus dem 15. Jahrhundert. 1806 wurde Isny württembergisch und die evangelische Gemeinde Teil der württembergischen Landeskirche. 1854 bis 1860 sowie 1910 und 1968/72 wurde die Stadtkirche Isny grundlegend renoviert. Auf dem Gelände des ehemaligen Spitals, das abgebrochen wurde, entstand 1974/75 ein evangelisches Gemeindezentrum. Erhalten ist noch das Portal und der gewölbte Spitalraum. Die Spitalkirche, die im 19. Jahrhundert neugotisch verändert wurde, wurde ebenfalls abgebrochen. Das Umland von Isny blieb katholisch. Die evangelischen Bewohner wurden der Kirchengemeinde Isny zugeordnet. Neben der Kirche in Isny gibt es noch das Lukasgemeindehaus im Stadtteil Neutrauchburg. Heute gibt es in der Kirchengemeinde Isny zwei Pfarrämter. Sie tragen die Bezeichnungen I und II.

Die Kirchengemeinde Kißlegg (ca. 1.050 Mitglieder) umfasst die Gemeinde Kißlegg mit ihren Ortsteilen Immenried und Waltershofen. Der Raum Kißlegg blieb nach der Reformation katholisch. Im 19. Jahrhundert zogen auch evangelische Bewohner zu, so dass 1885 eine eigene Kirche erbaut werden konnte. 1955 wurde sie erweitert und 1973 wurde in Kißlegg eine Pfarrverweserei errichtet, die später zur Pfarrei erhoben wurde. Die zugehörige Kirchengemeinde war zunächst Filiale von Wangen im Allgäu, zu dessen Gesamtkirchengemeinde Kißlegg bis 1983 gehörte. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 7. Februar 1983 wurde die Filialkirchengemeinde Kißlegg zur selbständigen Kirchengemeinde erhoben und die Gesamtkirchengemeinde Wangen im Allgäu aufgelöst.

Die Kirchengemeinde Kressbronn (ca. 1.820 Mitglieder) umfasst die Gemeinde Kressbronn am Bodensee mit ihren ehemaligen Ortsteilen Hemigkofen und Nonnenbach sowie alle zugehörigen Weiler und den Stadtteil Langnau der Stadt Tettnang. Der Raum Kressbronn blieb nach der Reformation katholisch. Im 20. Jahrhundert zogen auch evangelische Bewohner zu. Diese gehörten zunächst zur Kirchengemeinde Langenargen. Mit Wirkung vom 1. April 1947 wurde die selbständige Filialkirchengemeinde Kressbronn errichtet. Diese bildete mit der Kirchengemeinde Langenargen die Gesamtkirchengemeinde Langenargen. Die Filialkirchengemeinde Kreßbronn und die Gesamtkirchengemeinde waren mit Schreiben des Staatssekretariat für das französisch besetzte Gebiet Württembergs in Tübingen vom 17. März 1947 als Körperschaften des öffentlichen Rechts anerkannt worden. 1957 wurde in Kreßbronn dann auch eine eigene Kirche, die Christuskirche erbaut. Bereits durch Bekanntmachung vom 7. Januar 1957 waren die evangelischen Bewohner des heutigen Tettnanger Stadtteils Langnau von der Kirchengemeinde Tettnang der Filialkirchengemeinde Kressbronn am Bodensee zugeordnet worden. Schließlich wurde durch Bekanntmachung vom 13. April 1957 die Filialkirchengemeinde Kressbronn am Bodensee von der Muttergemeinde Langenargen gelöst und zur selbständigen Kirchengemeinde erhoben, nachdem auch eine eigene Pfarrei errichtet worden war. Gleichzeitig wurde die Gesamtkirchengemeinde Langenargen aufgehoben.

Die Kirchengemeinde Langenargen-Eriskirch (ca. 2.550 Mitglieder) umfasst die Gemeinden Langenargen und Eriskirch. Der Raum Langenargen blieb nach der Reformation katholisch. Im 19. Jahrhundert zogen auch evangelische Bewohner zu, so dass 1882 in Langenargen ein evangelischer Betsaal sowie 1914 die evangelische Friedenskirche erbaut und später auch die selbständige evangelische Kirchengemeinde Langenargen errichtet werden konnte. 1930 wurde Langenargen eigene Pfarrei. Im heutigen Eriskircher Ortsteil Schlatt wurde 1970 eine weitere evangelische Kirche der Kirchengemeinde Langenargen erbaut und dort auch ein eigenes Pfarramt eingerichtet. Die Pfarrämter tragen seither die Bezeichnung der beiden politischen Gemeinden innerhalb der Kirchengemeinde Langenargen, die schließlich mit Wirkung vom 28. Februar 2007 in "Kirchengemeinde Langenargen-Eriskirch" umbenannt wurde.

Bis 1947 gehörten auch die evangelischen Bewohner von Kressbronn zur Kirchengemeinde Langenargen, bis dort mit Wirkung vom 1. April 1947 die selbständige Filialkirchengemeinde Kressbronn bei gleichzeitiger Errichtung der Gesamtkirchengemeinde Langenargen gebildet wurde. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 13. April 1957 wurde die Filialkirchengemeinde Kressbronn dann von der Muttergemeinde Langenargen gelöst und zur selbständigen Kirchengemeinde erhoben. Gleichzeitig wurde die Gesamtkirchengemeinde Langenargen wieder aufgehoben.

Die Kirchengemeinde Leutkirch (ca. 3.300 Mitglieder) umfasst die Stadt Leutkirch im Allgäu mit ihren Stadtteilen Diepoldshofen, Friesenhofen, Gebrazhofen, Herlazhofen, Hofs, Reichenhofen, Winterstetten und Wuchzenhofen (ohne Ottmannshofen und Bernhard). Eine Kirche und Pfarrei wurde in Leutkirch bereits 788 erwähnt. 797 taucht sie als St. Martinskirche auf, die 1352 von König Karl IV. an das Stift Stams verschenkt wurde. Durch Tausch kam sie schließlich an das Kloster Weingarten. Die Reformation fand in Leutkirch erst 1546 Einzug. Die Bevölkerung schloss sich dem Augsburgischen Bekenntnis und dem Schmalkaldischen Bund an. 1562 wurde zwischen der Stadt und dem Patronatsherrn der Kirche St. Martin ein Vergleich geschlossen. Danach behielten die Katholiken die Pfarrkirche St. Martin, den Protestanten wurde die Spitalkirche zugesprochen, diese 1589 baulich erweitert und heißt heute Gedächtniskirche. 1613/15 baute sich die evangelische Gemeinde die Dreifaltigkeitskirche, die heutige evangelische Hauptkirche Leutkirchs. Architekt war Daniel Schopf. Die evangelische Kirchengemeinde Leutkirch blieb bis 1802 selbständig und wurde 1810 in die Evangelische Landeskirche in Württemberg eingegliedert und dem Dekanat Ravensburg zugeordnet. 1857/60 wurde die Dreifaltigkeitskirche neugotisch umgestaltet, doch wurde dies 1972/72 bis auf die Ausstattung wieder rückgängig gemacht. 1963 wurde das Markushaus erbaut.

Auch in die Stadtteile Leutkirchs zogen vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg evangelische Bewohner, die der Evangelischen Kirchengemeinde Leutkirch angegliedert wurden, wobei dies im Falle von Hofs und der Wohnplätze Ottmannshofen und Spitalriedhöfe erst mit Wirkung vom 1. Januar 1975 vollzogen wurde. Zuvor gehörten diese Orte zur Kirchengemeinde Marstetten (heute Aitrach). In Marstetten war nach dem Zweiten Weltkrieg eine Filialkirchengemeinde von Leutkirch gebildet worden. Diese wurde durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 10. Januar 1951 von der Muttergemeinde gelöst und zur selbständigen Kirchengemeinde erhoben. Ihr wurden einige benachbarte Orte zugewiesen (Umfang siehe unter Kirchengemeinde Aitrach). Mit gleichem Erlass wurde die neue evangelische Filialkirchengemeinde Bad Wurzach gebildet. Zu ihr gehören Bewohner, die bis 1951 zu den Kirchengemeinden Leutkirch und Waldsee gehörten. Die Filialkirchengemeinde Bad Wurzach bildete fortan mit der Kirchengemeinde Leutkirch die Gesamtkirchengemeinde Leutkirch. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 6. Juli 1954 wurde die Filialkirchengemeinde Bad Wurzach von der Muttergemeinde Leutkirch gelöst und zur selbständigen Kirchengemeinde erhoben.

Heute gibt es zwei Pfarrämter in der Kirchengemeinde Leutkirch. Sie tragen die Bezeichnungen Nord und Süd. Neben der Dreifaltigkeitskirche Leutkirch finden auch in den Stadtteilen Unterzeil, Gebrazhofen und Friesenhofen regelmäßig evangelische Gottesdienste meist in den dortigen katholischen Kirchen oder Gemeindehäusern statt.

Die Kirchengemeinde Manzell (ca. 1.900 Mitglieder) umfasst die Stadtteile Manzell und Raderach der Stadt Friedrichshafen. Beide Orte blieb nach der Reformation katholisch. Seit dem 20. Jahrhundert zogen auch evangelische Bewohner zu. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 18. Februar 1935 wurde für die Orte Fischbach, Manzell, Spaltenstein, Schnetzenhausen, Eichenmühle und Grenzhof die Kirchgemeinde Fischbach innerhalb der neu gebildeten Gesamtkirchengemeinde Friedrichshafen gebildet, nachdem das Kultministerium mit Schreiben vom 12. April 1935 die neuen Kirchengemeinden als Körperschaften des öffentlichen Rechts anerkannt hatte. 1938 wurde dann in Manzell eine eigene Kirche erbaut sowie eine eigene Pfarrei errichtet. Inzwischen wurde die Filialkirchengemeinde von Friedrichshafen in Kirchengemeinde Manzell umbenannt und schließlich durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 11. Januar 1960 von der Muttergemeinde Friedrichshafen losgelöst und zur selbständigen Kirchengemeinde erhoben. Sie blieb aber zunächst noch in der Gesamtkirchengemeinde Friedrichshafen. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 18. März 1949 wurden die evangelischen Bewohner von Seemoos und Windhag von der Kirchengemeinde Friedrichshafen der Kirchengemeinde Manzell zugeordnet, jedoch durch neue Bekanntmachung vom 14. April 1953 wieder in die Kirchengemeinde Friedrichshafen zurückgegliedert.

Raderach kam erst durch Gesetz vom 5. September 1989 von der Evangelischen Landeskirche in Baden (Kirchengemeinde Markdorf) zur württembergischen Landeskirche und wurde der Kirchengemeinde Manzell angegliedert.

Mit Wirkung vom 1. September 1993 wurde die Kirchengemeinde Manzell aus der Gesamtkirchengemeinde Friedrichshafen gelöst. Die Kirchengemeinde Manzell ist Trägerin von zwei Kindergärten, „Unterm Regenbogen“ und „Arche Noah“.

3Die Kirchengemeinde Meckenbeuren (ca. 2.300 Mitglieder) umfasst die Gemeinde Meckenbeuren mit dem Ortsteil Kehlen, jedoch ohne dessen Weiler Sibratshaus, Schübelbeer, Schuppenwies, Sassen und Motzenhaus, die seit 1975 zur Kirchengemeinde Tettnang gehören. Ferner gehören zu Meckenbeuren die Weiler Habratsweiler, Hirschlatt, Lindenholz und Waltenweiler des Stadtteils Ettenkirch der Stadt Friedrichshafen, die zunächst zur Kirchengemeinde Tettnang, ab 1952 zur Kirchengemeinde Ailingen gehörten und schließlich zu Meckenbeuren kamen. Die anderen Ortsteile Ettenkirchs gehören seit 1975 zur Kirchengemeinde Ailingen.

Der Raum Meckenbeuren blieb nach der Reformation katholisch. Im 20. Jahrhundert zogen auch evangelische Bewohner zu, die zunächst zur Kirchengemeinde Tettnang gehörten. 1952 wurde dann in Meckenbeuren eine eigene evangelische Kirche erbaut und durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 23. Oktober 1953 wurde die Filialkirchengemeinde Meckenbeuren als Tochtergemeinde von Tettnang gebildet. Beide Kirchengemeinden bildeten die Gesamtkirchengemeinde Tettnang. Das Kultusministerium hatte die Filialkirchengemeinde Tettnang mit Schreiben vom 29. Juli 1953 als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt. 1954 wurde in Meckenbeuren auch eine eigene Pfarrei errichtet und durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 12. Januar 1956 wurde die Filialkirchengemeinde Meckenbeuren schließlich von der Muttergemeinde Tettnang gelöst und zur selbständigen Kirchengemeinde erhoben. Im Ortsteil Kehlen wurde 1968 ein eigenes evangelisches Gemeindezentrum im Weiler Gerbertshaus erbaut. Heute gibt es zwei Pfarrämter innerhalb der Kirchengemeinde Meckenbeuren. Sie tragen die Bezeichnungen I und II.

Die Kirchengemeinde Mochenwangen (ca. 1.200 Mitglieder) umfasst die Gemeinden Wolpertswende mit den zugehörigen Weilern (darunter Mochenwangen), den Ortsteil Blitzenreute und einige Weiler des Ortsteils Fronhofen der Gemeinde Fronreute. Dabei wurden der zu Blitzenreute gehörige Weiler Baienbach erst durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 18. Oktober 1951 und der Ortsteil Fronhofen durch Bekanntmachung vom 10. September 1980 von der Kirchengemeinde Weingarten der Kirchengemeinde Mochenwangen zugeordnet.

Der Raum Wolpertswende blieb nach der Reformation katholisch. Im 19. Jahrhundert zogen auch evangelische Bewohner zu, so dass 1890/91 eine eigene Kirche im heutigen Ortsteil Mochenwangen erbaut wurde. Sie wurde Zentrum einer Filialkirchengemeinde von Ravensburg. 1948 wurde in Mochenwangen ein evangelisches Vikariat und 1973 eine ständige Pfarrverweserei errichtet. Mit Wirkung vom 1. Januar 1974 wurde die Filialkirchengemeinde Mochenwangen von der Muttergemeinde Ravensburg gelöst und zur selbständigen Kirchengemeinde erhoben. Heute gibt es dort auch eine eigene Pfarrei.

Die Kirchengemeinde Oberteuringen-Neuhaus (ca. 750 Mitglieder) umfasst die Gemeinde Oberteuringen mit den zugehörigen Weilern (darunter Neuhaus). Oberteuringen blieb nach der Reformation katholisch. Im 20. Jahrhundert zogen auch evangelische Bewohner zu und es wurde eine eigene Kirchengemeinde gebildet, zu der auch die Orte Kappelhof, Oberlottenweiler, Weiler an der Ach und Weilermühle (alle damalige Gemeinde Ailingen) gehörten. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 18. März 1949 wurden diese Orte der Kirchengemeinde Friedrichshafen zugeordnet und durch weitere Bekanntmachung vom 21. Juli 1952 wurden die evangelischen Bewohner des Weilers Huiweiler der Gemeinde Ettenkirch von der Kirchengemeinde Tettnang in die Kirchengemeinde Oberteuringen-Neuhaus umgegliedert. 1956 wurde in Oberteuringen dann eine eigene evangelische Kirche erbaut und später auch eine eigene Pfarrei errichtet.

Die Gesamtkirchengemeinde Ravensburg umfasst die Stadt Ravensburg ohne die Stadtteile Bavendorf, Adelsreute und Taldorf. Sie wurde mit Wirkung vom 12. November 1989 gebildet. Damals wurde die bis dahin alleinige Kirchengemeinde Ravensburg in die beiden Kirchengemeinden Stadtkirche Ravensburg und Johanneskirche Ravensburg aufgeteilt. Mit Wirkung vom 1. Juli 1994 wurde dann noch die Kirchengemeinde Eschach gebildet, so dass die Gesamtkirchengemeinde Ravensburg heute aus den drei nachfolgenden Kirchengemeinden besteht.

Die Kirchengemeinde Stadtkirche Ravensburg (ca. 4.250 Mitglieder) umfasst die Kernstadt und die meisten zugehörigen Weiler von Ravensburg. Der Weiler Brielhäusle gehört seit 1987 zur Kirchengemeinde Bavendorf.

1544 wurde in Ravensburg auf Druck der Zünfte die Reformation eingeführt. Dabei gab es zunächst große Differenzen zwischen den Anhängern Luthers und Zwinglis. Doch konnten sich die Lutheraner schließlich durchsetzen. Ferner gab es auch Anhänger von Kaspar Schwenckfeld. Nach dem Schmalkaldischen Krieg ab 1547 regte sich jedoch Widerstand gegen die Reformation und es setzte eine Rekatholisierung großer Teile der Bevölkerung ein. Die Folge war eine faktische Parität beider Konfessionen, die aber erst nach dem Dreißigjährigen Krieg 1649 formell festgelegt wurde. Zahlenmäßig hatten die Katholiken die Mehrheit. Die protestantische Gemeinde erhielt als Gotteshaus das Langhaus der Karmeliterkirche, die fortan als Stadtkirche bezeichnet wurde. Der Chor der 1349 geweihten Kirche blieb jedoch bis 1806 noch im Besitz des Karmeliterordens; die Kirche wurde also zwischen beiden Konfessionen geteilt. Eine Mauer trennte die beiden Bereiche. Jahrhundertelang wurden Streitigkeiten um die Benutzung der Kirche ausgetragen, die manchmal zu einem regelrechten Kleinkrieg ausarteten.

Die evangelische Kirchengemeinde Ravensburg blieb bis 1802 selbständig und wurde dann in die Evangelische Landeskirche in Württemberg eingegliedert. Ravensburg wurde dann Sitz eines Dekanats. Die evangelische Stadtkirche Ravensburg erhielt 1842/45 einen Turm. Eine zweite evangelische Kirche gab es bereits ab 1628. Dabei handelte es sich um ein ehemaliges Kornhaus, das zur Dreifaltigkeitskirche umgebaut worden war. Diese Kirche wurde aber 1852 abgebrochen. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden dann zwei weitere Kirchen, die Johanneskirche von 1963 (mit eigener Kirchengemeinde ab 12. November 1989) und die Kirche in Eschach (mit eigener Kirchengemeinde ab 1. Juli 1994). Sie bilden zusammen mit der Stadtkirchengemeinde die 1989 errichtete Gesamtkirchengemeinde Ravensburg. Eine weitere Kirchengemeinde gibt es in Bavendorf (zu der auch Adelsreute, Taldorf und andere Weiler gehören). Der Ravensburger Stadtteil Schmalegg gehört zu den Kirchengemeinden Bavendorf und Wälde-Winterbach, wobei die Weiler Wolfsberg und Unterwolfsberg erst durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 26. Februar 1987 von der Kirchengemeinde Ravensburg in die Kirchengemeinde Wälde-Winterbach umgegliedert wurden. Die evangelischen Bewohner der Wohnplätze Ittenbeuren und Knollengraben gehörten bis 1975 zur Kirchengemeinde Atzenweiler. Sie wurden gemäß Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 13. Februar 1975 der Kirchengemeinde Ravensburg zugeordnet. Der Weiler Hinzistobel gehörte bis 1920 ebenfalls zur Kirchengemeinde Atzenweiler und wurde durch Bekanntmachung des Konsistoriums vom 21. April 1920 der Kirchengemeinde Ravensburg zugeordnet.

Heute gibt es innerhalb der Kirchengemeinde Stadtkirche Ravensburg drei Pfarrämter, Stadtmitte, Südstadt und Nordstadt.

Die Kirchengemeinde Eschach (ca. 1.680 Mitglieder) umfasst die südlichen Stadtteile Ravensburgs. Bis ins 20. Jahrhundert war die Stadtkirche Ravensburg die einzige evangelische Kirche der Stadt. Durch Zuzug von evangelischen Bewohnern insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg wurden weitere Kirchen erbaut, sowie Pfarreien und Kirchengemeinden errichtet. So entstand 1963 die Johanneskirche für die Weststadt (mit eigener Kirchengemeinde ab 12. November 1989) und mit Wirkung vom 1. Juli 1994 die Kirchengemeinde Eschach für die südlichen Stadtteile. Diese beiden bilden mit der Stadtkirchengemeinde die 1989 zunächst aus Stadtkirchengemeinde und Johanneskirchengemeinde errichtete Gesamtkirchengemeinde Ravensburg.

Regelmäßige Gottesdienste werden im Lukas-Gemeindezentrum in Oberhofen und in der evangelischen Kirche Weißenau (dem ehemaligen Kapitelsaal des Klosters Weißenau) gefeiert.

Die Kirchengemeinde Ravensburg Johanneskirche (ca. 2.600 Mitglieder) umfasst den Westen der Kernstadt von Ravensburg. Bis ins 20. Jahrhundert war die Stadtkirche Ravensburg die einzige evangelische Kirche der Stadt. Durch Zuzug von evangelischen Bewohnern insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg wurden weitere Kirchen erbaut, sowie Pfarreien und Kirchengemeinden errichtet. So entstand 1963 die Johanneskirche für die Weststadt. An ihr wurde mit Wirkung vom 12. November 1989 die eigenständige Kirchengemeinde Johanneskirche Ravensburg gebildet. Gleichzeitig wurde die Gesamtkirchengemeinde Ravensburg gegründet; 1994 entstand dann noch die Kirchengemeinde Eschach innerhalb der Gesamtkirchengemeinde Ravensburg.

Die Kirchengemeinde Tettnang Martin-Luther-Kirche (ca. 3.050 Mitglieder) umfasst die Stadt Tettnang mit dem Stadtteil Tannau, die Gemeinde Neukirch und die Weiler Gerbertshaus, Gunzenhaus und Lochbrücke mit Hechelfurt und Schürten sowie Sibratshaus, Schübelbeer, Schuppenwies, Sassen und Motzenhaus des Ortsteils Kehlen der Gemeinde Meckenbeuren, wobei die fünf letztgenannten Weiler erst durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 6. Dezember 1974 von der Kirchengemeinde Meckenbeuren in die Kirchengemeinde Tettnang umgegliedert wurden. Gerbertshaus, Gunzenhaus und Lochbrücke mit Hechelfurt und Schürten waren bereit durch Bekanntmachung vom 18. März 1949 von der Kirchengemeinde Friedrichshafen in die Kirchengemeinde Tettnang umgegliedert worden. Der Tettnanger Stadtteil Langnau gehörte bis 1957 ebenfalls zur Kirchengemeinde Tettnang, wurde jedoch durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 7. Januar 1957 der damaligen Filialkirchengemeinde Kressbronn am Bodensee zugeordnet. Ebenso wurden durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 21. Juli 1952 die evangelischen Bewohner des Weilers Huiweiler der Gemeinde Ettenkirch von der Kirchengemeinde Tettnang in die Kirchengemeinde Oberteuringen-Neuhaus umgegliedert. Mit gleichem Erlass wurde die neue Kirchengemeinde Ailingen gebildet. Diese erhielt von der Kirchengemeinde Tettnang die Orte Lindenholz und Waltenweiler (Gemeinde Ettenkirch) sowie Holzreute und Großbuch (damalige Gemeinde Kehlen), welche inzwischen überwiegend zur Kirchengemeinde Meckenbeuren gehören.

Der Raum Tettnang blieb nach der Reformation katholisch. Im 19. Jahrhundert zogen auch evangelische Bewohner zu. Evangelische Gottesdienste wurden dann ab 1854 in der Schlosskapelle gefeiert. 1860 wurde in Tettnang eine Pfarrverweserei und 1891 eine eigene Pfarrei errichtet. 1966/67 wurde das heutige Gemeindezentrum erbaut. Die Evangelische Kirchengemeinde Tettnang wurde dann mit Verfügung des Oberkirchenrats vom 5. Februar 2002 in Evangelische Martin-Luther-Kirchengemeinde Tettnang umbenannt. Heute gibt es zwei Pfarrämter in der Martin-Luther-Kirchengemeinde. Sie tragen die Bezeichnungen I und II.

Bis 1956 gehörte auch die 1953 gebildete Filialkirchengemeinde Meckenbeuren als Tochtergemeinde zur Kirchengemeinde Tettnang. Beide Kirchengemeinden bildeten die Gesamtkirchengemeinde Tettnang. 1956 wurde Meckenbeuren dann selbständige Kirchengemeinde und von der Muttergemeinde Tettnang gelöst.

Die Kirchengemeinde Vogt (ca. 800 Mitglieder) umfasst die Gemeinde Vogt. Vogt blieb nach der Reformation katholisch. Seit dem 19. Jahrhundert zogen auch evangelische Bewohner zu. Sie wurden zunächst der Kirchengemeinde Atzenweiler zugeordnet. 1901 wurde in Vogt eine eigene Kirche, die Christuskirche, erbaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Vogt auch eigene Pfarrei.

Bis 1964 gehörte auch der heutige Wangener Ortsteil Karsee zur Kirchengemeinde Vogt. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 13. Februar 1964 wurde Karsee der Kirchengemeinde Wangen im Allgäu zugeordnet.

Die Kirchengemeinde Wälde-Winterbach (ca. 850 Mitglieder) umfasst die Gemeinde Horgenzell mit ihren Ortsteilen Hasenweiler, Kappel, Wolketsweiler (mit den zugehörigen Weilern Wälde und Winterbach) und Zogenweiler, die Gemeinde Wilhelmsdorf mit ihren Ortsteilen Esenhausen, Pfrungen und Zußdorf sowie den Stadtteil Schmalegg (mit Ausnahme einiger Weiler, die seit 1987 zur Kirchengemeinde Bavendorf gehören) der Stadt Ravensburg. Der Raum Horgenzell blieb nach der Reformation katholisch. Im 19. Jahrhundert zogen auch evangelische Einwohner zu, so dass 1891 in Winterbach eine evangelische Kirche erbaut und eine eigene Pfarrei errichtet wurde.

Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 26. Februar 1987 wurde der Weiler Brielhäusle (teilweise zur Kernstadt Ravensburg gehörig) und die zum Stadtteil Schmalegg gehörigen Weiler Bäche, Briel, Bronnetsholz, Funkenhausen, Gringen, Hinterweißenried, Hochstätt, Neuhagenbach, Oberhagenbach, Okatreute und Zinsländer, die bislang zu den Kirchengemeinden Ravensburg bzw. Wälde-Winterbach gehörten, der Kirchengemeinde Bavendorf zugeordnet. Im Gegenzug erhielt die Kirchengemeinde Wälde-Winterbach die Weiler Wolfsberg und Unterwolfsberg von der Kirchengemeinde Ravensburg.

Die zu Wilhelmsdorf gehörigen Weiler Höhreute, Niederweiler und Tafern (bis 1971 zur Gemeinde Illwangen, dann bis 1973 zur Gemeinde Illmensee gehörig) sowie der zu Wolkenweiler gehörige Weiler Tepfenhardt (bis 1974 zur Gemeinde Adelsreute gehörig) kamen erst durch Gesetz vom 5. September 1989 von der Evangelischen Landeskirche in Baden zur württembergischen Landeskirche und wurden der Kirchengemeinde Wälde-Winterbach angegliedert.

Die Kirchengemeinde Wangen (ca. 4.550 Mitglieder) umfasst die Stadt Wangen im Allgäu mit ihren Stadtteilen Deuchelried, Karsee, Leupolz, Neuravensburg, Niederwangen und Schomburg, ferner die Gemeinden Achberg und Amtzell, die Ortsteile Eglofs und Ratzenried der Gemeinde Argenbühl und seit 1961 auch die Ortsteile Hinterberg und Schmitten der Gemeinde Bodnegg. Die anderen Argenbühler Ortsteile gehören zur Kirchengemeinde Isny im Allgäu. Der heutige Wangener Ortsweil Karsee gehörte jedoch bis 1964 zur Kirchengemeinde Vogt. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 13. Februar 1964 wurde Karsee in die Kirchengemeinde Wangen umgegliedert. Die Bodnegger Ortsteile Hinterberg und Schmitten wurden bereits durch Bekanntmachung vom 12. Oktober 1961 von der Kirchengemeinde Atzenweiler in die Kirchengemeinde Wangen umgegliedert.

Der Raum Wangen blieb nach der Reformation katholisch. Im 19. Jahrhundert zogen auch evangelische Einwohner zu, so dass 1850 eine ständige Pfarrverweserei eingerichtet wurde. Die Gemeinde versammelte sich zunächst in einem Betsaal im ehemaligen Kapuzinerkloster. 1888 wurde eine eigene Pfarrei errichtet und 1893 erbaute sich die Gemeinde ihre eigene Kirche. In Amtzell wurde 1960 eine weitere evangelische Kirche erbaut. 1963 erhielt die Evangelische Kirchengemeinde Wangen dann noch ein Gemeindezentrum im Wangener Stadtteil Wittwais. Heute gibt es drei Pfarrämter in der Kirchengemeinde Wangen. Sie tragen die Bezeichnungen I, II und Amtzell.

Die Gemeinde Achberg wurde erst 1987 der Kirchengemeinde Wangen zugeordnet. Zuvor gehörten die evangelischen Bewohner dieser Gemeinde als Exklave zur Kirchengemeinde Sigmaringen im Kirchenbezirk Balingen, weil sie historisch zu Hohenzollern-Sigmaringen gehörten. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 26. Februar 1987 wurden sie jedoch in den Kirchenbezirk Ravensburg umgegliedert und der Kirchengemeinde Wangen zugeordnet.

Bis 1983 bestand noch die Gesamtkirchengemeinde Wangen im Allgäu, zu der außer Wangen noch die Filialkirchengemeinde Kißlegg gehörte. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 7. Februar 1983 wurde die Filialkirchengemeinde Kißlegg zur selbständigen Kirchengemeinde erhoben und die Gesamtkirchengemeinde Wangen im Allgäu aufgelöst.

Die Kirchengemeinde Weingarten (ca. 6.050 Mitglieder) umfasst die Stadt Weingarten, die Gemeinden Berg und Schlier und einige Weiler des Ortsteils Fronhofen der Gemeinde Fronreute. Fronhofen selbst wurde durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 10. September 1980 von der Kirchengemeinde Weingarten der Kirchengemeinde Mochenwangen zugeordnet. Bis 1951 gehörte auch der zu Blitzenreute gehörige Weiler Baienbach zur Kirchengemeinde Weingarten. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 18. Oktober 1951 wurde dieser der Kirchengemeinde Mochenwangen zugeordnet.

Der vom Kloster Weingarten geprägte Raum Weingarten blieb nach der Reformation katholisch. Erst im 19. Jahrhundert zogen auch evangelische Bewohner zu (als erstes Waisenkinder und ihre Erzieher aus dem Ludwigsburger Waisenhaus), so dass mit einem Erlass des Königlichen Evangelischen Consistoriums vom 13. Mai 1825 eine eigene evangelische Kirchengemeinde gegründet wurde. Erster evangelischer Pfarrer in Weingarten war Christian Heinrich Fritz. Die wachsende Industrie und die Einrichtung einer Garnison 1868 trugen zum weiteren Zuzug von evangelischen Christen bei. 1879–1883 wurde durch Architekt Christian Friedrich von Leins die evangelische Stadtkirche im neugotischen Stil erbaut; 1931, 1952 und 1980 wurde die Kirche renoviert.

Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 26. Februar 1987 gab es zwischen der Kirchengemeinde Weingarten und deren Nachbarkirchengemeinde Baienfurt-Baindt, deren evangelische Einwohner bis 1961 noch zur Kirchengemeinde Weingarten gehörten, eine Gebietskorrektur. Heute gibt es drei Pfarrämter in der Kirchengemeinde Weingarten. Sie tragen die Bezeichnungen I, II und III. Das Studentenpfarramt für die Weingartener Hochschulen ist dem Pfarramt III zugeordnet.

Die Evangelische Brüdergemeinde Wilhelmsdorf (ca. 520 Mitglieder, Stand 2004) ist eine unabhängige evangelische Gemeinde, die nicht zur Evangelischen Landeskirche in Württemberg gehört. Die etwa 1.280 in Wilhelmsdorf lebenden landeskirchlichen Christen (Stand 2004) werden ebenfalls vom Pfarrer der Brüdergemeinde seelsorgerlich betreut.

Die Brüdergemeinde wurde 1824 als Tochtergemeinde der 1819 gegründeten pietistischen Evangelischen Brüdergemeinde Korntal gegründet. Zur weiteren Geschichte vgl. den Artikel Wilhelmsdorf.

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Oberamt Wangen

Karte der württembergischen Oberämter, Stand 1926

Das Oberamt Wangen war ein württembergischer Verwaltungsbezirk (auf beigefügter Karte #60), der 1934 in Kreis Wangen umbenannt und 1938 um den größten Teil des ehemaligen Oberamts Leutkirch zum Landkreis Wangen erweitert wurde. 1973 ging dieser Kreis im Landkreis Ravensburg auf. Allgemeine Informationen zu württembergischen Oberämtern siehe Oberamt (Württemberg).

Das Gebiet dieses Oberamtes war Ende des 18. Jahrhunderts unter viele Herrschaften aufgeteilt. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss fiel die Reichsstadt Wangen 1803 an Bayern, die Reichsstadt Isny und das dortige Kloster wurden dem Grafen von Quadt zugeteilt. Württemberg konnte im Allgäu erst 1805 Fuß fassen, als es im Frieden von Pressburg einen Teil der österreichischen Besitzungen erhielt, aber bereits im folgenden Jahr sein Hoheitsgebiet erheblich vergrößern: Durch die Rheinbundakte wurden die quadtschen Güter und auch die umfangreichen Besitzungen der – 1803 in den Fürstenstand erhobenen – waldburgischen Linien zugunsten Württembergs mediatisiert. Die Neuerwerbungen waren zunächst dem Oberamt Altdorf unterstellt und bildeten dann vorübergehend das eigenständige Oberamt Isny. Im Pariser Grenzvertrag legten die Königreiche Bayern und Württemberg 1810 die gemeinsame Grenze endgültig fest. Dabei kam die Stadt Wangen zu Württemberg, die Gemeinden Wengen und Weiler dagegen fielen an Bayern. Aus dem Oberamt Isny und den neu dazu gekommenen Gemeinden wurde 1810 das Oberamt Wangen gebildet, das von 1818 bis 1924 dem Donaukreis zugeordnet war. Nachbarn waren die württembergischen Oberämter Tettnang, Ravensburg, Leutkirch und Waldsee, das Königreich Bayern sowie die hohenzollerische, ab 1850 preußische Exklave Achberg.

Die lokale Verwaltungsgliederung orientierte sich zunächst an den früheren Herrschaftsgrenzen, was insbesondere im Bereich Pfärrich-Eggenreute zu komplizierten Grenzverläufen führte. Auch die Grenze zum Oberamt Ravensburg wies mehrere Ex- und Enklaven auf. Um 1820 bestanden neben den Städten Wangen und Isny 30 weitere Schultheißereien: Amtzell, Beuren, Bolsternang, Christazhofen, Deuchelried, Eggenreute, Eglofs, Eisenharz, Emmelhofen, Enkenhofen, Friesenhofen, Göttlishofen, Holzleute, Immenried, Isny (Vorstadt), Kißlegg, Menelzhofen, Neuravensburg, Neutrauchburg, Niederwangen, Pfärrich, Praßberg, Ratzenried, Rohrdorf, Sammisweiler, Schweinebach, Siggen, Sommersried, Wiggenreute und Winterstetten.

Nachdem die Verfassung von 1819 die Grundlage für die kommunale Selbstverwaltung bereitet hatte, konstituierten sich die Gemeinden im modernen Sinne. Bis 1830 reduzierte sich ihre Zahl auf 26. 1823 wurde Menelzhofen nach Neutrauchburg eingemeindet, 1825 Amtzell nach Pfärrich. Ferner kamen Bolsternang zu (Groß-)Holzleute, Enkenhofen zu Christazhofen, Sammisweiler zu Sommersried, Schweinebach zu Neutrauchburg. Auch Rohrdorf wurde nach Neutrauchburg eingegliedert, erlangte aber nach wenigen Jahren wieder seine Selbständigkeit.

1842 wurden die Gemeinden Friesenhofen und Winterstetten zum Oberamt Leutkirch versetzt. Eintürnenberg wurde von Immenried nach Eintürnen (Oberamt Waldsee) umgemeindet. Butzers, Goldegger und Tannberg kamen von Bodnegg (Oberamt Ravensburg) zur Gemeinde Pfärrich.

1848 wurden die Bergorte von Isny Vorstadt nach Rohrdorf umgemeindet.

1864 trat Bayern die Felderhalde mit Spitalhof und Lukasreutehof an Württemberg ab. Das Gebiet wurde der Stadt Isny zugeteilt.

1911 wurde Isny Vorstadt nach Isny eingemeindet.

1934 wurden Emmelhofen, Sommersried und Wiggenreute nach Kißlegg eingemeindet, Eggenreute nach Amtzell.

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Source : Wikipedia