Amstetten

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Geschrieben von goldorak 20/03/2009 @ 18:15

Tags : amstetten, niederösterreich, österreich, ausland, baden-württemberg, deutschland

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Amstetten

Amstetten (Österreich)

Amstetten ist die Bezirkshauptstadt des Bezirks Amstetten im Südwesten Niederösterreichs, sie liegt im Mostviertel.

Die Stadtgemeinde und Bezirkshauptstadt Amstetten liegt an historisch-traditionellen, topographisch vorgegebenen Durchzugswegen – als Nadelöhr zwischen den Voralpen im Süden, sowie dem granitenen Ausläufer der Böhmischen Platte, die hier von der Donau durchschnittene Neustadtler Platte, und grenzt im Westen und Osten an die üppigen Bauernlandschaften des Mostviertels. Diese Faktoren – Transit und Landwirtschaft – haben auch die historische Entwicklung bis in die Neuzeit geprägt. Und speziell die Entwicklung zum heutigen Wirtschafts- und Handelsplatz im Gleichklang mit historischen Wandlungen – dem Verlust der Bedeutung militärischer Sicherung, die Amstetten bis zur Grenze des Bestands führe, und der gestiegenen Bedeutung des Transports, mit dem Amstettens Bedeutung traditionell direkt zusammenhängt – gefördert.

So liegt es heute an der Westautobahn A 1 und an der Westbahn und ist nicht nur ein wichtiges Tor zum Ennstal, sondern das wirtschaftliche Zentrum des westlichen Mostviertels mit dem Gerichtsbezirk Amstetten mit etwa 110.000 Einwohnern geworden.

Die Stadtgemeinde besteht nicht nur aus dem eigentlichen Stadt-Kerngebiet, sondern erstreckt sich über sechs Katastralgemeinden: Edla, Hausmening und Mauer bei Amstetten. Des Weiteren sind Preinsbach, Schönbichl sowie Ulmerfeld der Gemeinde angegliedert.

Neben mehreren teils recht wasserreichen Bächen (unter anderem Gschirmbach, Edlabach, Preinsbach, Mühlbach) finden sich zwei Flüsse in Amstetten: die kleine Url, die kurz vor Amstetten in den Hauptfluss der wasserreichen Region mündet, die Ybbs. Sie ist auch Wappenfluss Amstettens. Erst umfangreiche Dammverbauten – als neben Eisenbahn und Straße dritte, das Stadtgebiet früher unbarmherzig zertrennende Linie, das bis heute größte städtebauliche Problem – konnten die Ybbs hindern, die Stadt regelmäßig zu überfluten. Sie trennt (mehrfach überbrückt) die südlicher gelegenen Teile Allersdorf, Greinsfurth, Ulmerfeld sowie Hausmening vom übrigen Stadtgebiet. Die Ybbs (das Wort kommt wahrscheinlich von „oussa“=klares Wasser), die Amstetten im Süden ursprünglich begrenzte, heute durchschneidet, war bis in die 1960er Jahre beliebter Badefluss der Amstettner und sein Wasser speiste auch das alte Freibad. Er wurde aber von der Papier- und Zellstoffindustrie des Ybbstales nahezu ruiniert. Der früher als Holztrift genutzte Fluss bietet aber heute nach dramatischen Maßnahmen zur Wassergüteverbesserung streckenweise wieder ein beliebtes Ziel des Naherholungsraumes (Angel-, Badesport).

Als Sitz der Bezirkshauptmannschaft, der Polizeizentrale der Region, mehrerer Verwaltungs- und Staatsbehörden, Schulen und Ausbildungsstätten, sowie Sitz internationaler Konzerne, ist Amstetten Zentralort des westlichen Mostviertels und eine der bedeutendsten Städte Niederösterreichs. Seine Wirtschaft hat durch ihre Gewerbestrukturen und durch große Industriebetriebe bemerkenswerte auch internationale Bedeutung im Maschinenbau, in der Metall- und Holzverarbeitung, der Bauwirtschaft, der Papierindustrie, dem Transportwesen, der Chemie, und ist in den letzten Jahrzehnten zum Einkaufsplatz für die gesamte Region aufgestiegen.

Die eigentliche Stadt mit im Kerngebiet etwa 13.000 Einwohnern besteht aus acht Stadtteilen. Und zwar Amstetten Stadt, Ulmerfeld-Hausmening-Neufurth, Mauer-Greinsfurth, Allersdorf, Preinsbach, Eisenreichdornach, Eggersdorf und Greimpersdorf. Sie ist ein modernes Wirtschafts-, Schul- und Verwaltungszentrum geworden, das eine der höchsten Kaufkraftvergleichszahlen Niederösterreichs aufweist. Dem rasanten Wandel, aber auch der geographischen Lage gemäß, die Entsprechungen zeitigt, kämpft die Stadt speziell in den letzten 100 Jahren mit der Bestimmung ihrer Identität. Deren Bandbreite von der Bürger- und Beamtenstadt zur Arbeiterstadt, vom Zentrum der Landwirtschaft der Region zum modernen Wirtschaftsplatz geht. Und die Paradoxa aufweist: Wohlstand und Prosperität stehen vergleichsweise hohe Jugendkriminalität und Bevölkerungsfluktuation – bei gleichzeitig hoher Lebenszufriedenheit der angestammten Bevölkerung – gegenüber.

Amstetten liegt in der Klimaprovinz des österreichischen Alpenvorlandes und im Übergangsbereich zwischen feuchtem ozeanischem Klima im Westen Europas, und trockenem kontinentalem Klima im Osten. Aufgrund der geschützten Lage ist es im Schnitt 1 bis 2 C° wärmer als in den umliegenden Gemeinden. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt etwa 9 C°. Die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge beläuft sich auf 1.000 mm, wobei die häufigsten Niederschläge in Form von Regen und in den Sommermonaten zu verzeichnen sind.

Besonders in den Herbst- und Wintermonaten kommt es aufgrund der Beckenlage häufig zu hartnäckiger Inversionsbewölkung, wodurch die Sonnenscheindauer sehr gering ist.

Der Wind weht meist nur schwach bis mäßig mit Stärken von 2 bis 3 Beaufort, hauptsächlich aus westlicher Richtung. Nur bei Hochdruckwetterlagen treten häufig Ostwinde auf. Diese wehen sehr beständig und oft mehrere Tage hindurch und können sehr kräftig ausfallen, erreichen jedoch selten mehr als Windstärke 7.

Starke Stürme sind eher selten, kommen ausschließlich aus dem Westen, erreichen jedoch hin und wieder Windgeschwindigkeiten von über 100 km/h, wodurch es alle paar Jahre zu starkem Windbruch in den umliegenden Forsten kommt.

Wie Funde zeigen, war das Gebiet schon in der Jungsteinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit besiedelt. Für die Römerzeit ist eine gewisse Bedeutung, belegt durch Funde in Mauer, anzunehmen. In jedem Fall liegt Amstetten an einer damals bereits wichtigen Durchzugslinie: Die römische Limesstraße hat alle späteren Durchzugsstraßen (B1) vorweggenommen. Zur Zeit der Völkerwanderung war das Land aber wieder weitgehend entvölkert, lediglich Slawen siedelten sich an. Bis im 7. Jhd. die Awaren die Römerstraße nutzten. Ihr entlang zogen später auch die Heere, die Karl der Große in den Kampf gegen die Awaren führte. Die Schlacht von 788 „In campo Ibose“ – am Ybbsfeld bei Neumarkt an der Ybbs – ist urkundlich gesichert. Im 9. Jhd. wird die als „Slawenland“ titulierte Gegend – noch heute gehen viele Orts- und Flurnamen auf slawische Worte zurück – sowohl von Salzburg wie von Passau aus besiedelt und christianisiert. Es ist nicht mehr ganz klärbar, ob nicht sogar die Pfarre St. Stephan mit umgebenden Grundstücken und Pfarrhof vor dem eigentlichen Ort Amstetten bestand, auch wenn sie nicht zu den Urpfarren der Gegend gehörte. Auf jeden Fall dürfte es der älteste Teil sein, der sich Amstetten nannte. Von 903 bis 955 war das Gebiet vorerst aber noch von Ungarn besetzt – bis zur Enns. Zu dieser Zeit dürfte im Stadtteil Eisenreichdornach bzw. einer Römerstraße nach St. Georgen entlang bereits ein von Dornenhecken umgebener Hof bestanden haben.

995 wurde der heutige Stadtteil Ulmerfeld als ein Freising’scher Markt das erste Mal urkundlich erwähnt. Leopold I. erhält 976 als Lehen eine Markgrafschaft am Donautal (aus welcher später Österreich entstehen wird), und dieses umfasst auch Amstetten. Als Ort selbst wird es erst 1111 als Markt des Bischofs von Passau urkundlich genannt, und seine Stärkung, die v.a. eine Stärkung der Pfarre St. Stephan war, war wahrscheinlich schlicht Passauisches Zurückdrängen der Salzburger Urpfarre Winlarn, dem damaligen „Ipusa“ (Ybbs). Der Name „Amstetten“ stammt wahrscheinlich von „Amis stetin – der Wohnort des Amis/Amo“, ein damals häufiger Name. Etwa aus dieser Zeit stammt auch der Kern des ältesten noch erhaltenen Baus Amstettens: des Nordteils der gotischen (nur wenig barockisierten) Stadtpfarrkirche St. Stephan.

1321 wurde die Burg in Ulmerfeld unter dem Freisinger Bischof Konrad III. erbaut und der Ort mit Zustimmung des ersten Habsburgers als Römisch-deutschem König Rudolf I. mit einer Stadtmauer ausgebaut.

Auch der Markt Amstetten erhielt die Erlaubnis zur Errichtung einer Befestigung, nutzte diese jedoch kaum. Es kam lediglich zu temporären Wehrgraben- und Hügelanlagen, von denen noch heute einige zu sehen sind. Nicht zuletzt deshalb ist die Geschichte des Marktes in Spätmittelalter und beginnender Neuzeit eine Aneinanderreihung von Plünderungen, Brandschatzungen und Verwüstungen – durch Bauernaufstände, Ungarn, Hussiten oder andere Streitigkeiten. Vollständig niedergebrannt ist der Ort unter anderem 1509 und im Türkensturm 1529, der als „sein tiefster und schrecklichster Niedergang“ bezeichnet wird, sodass der Ort etwa bis 1542 verödete und leer stand und damit auch seine Marktprivilegien jahrzehntelang verlor. Die kaiserlichen Urkunden waren schlicht verbrannt. Immerhin wird aber 1662 wieder ein „Spitalmeister“ eines bischöflichen Spitales, das bald den Bürgern übergeben wurde, in den Annalen erwähnt. Und dies obwohl von der Mitte bis zum Ende des 16. Jhds. der Großteil der Bevölkerung evangelisch war, sich auch die Marktrechte trotz der katholischen Marktherren, der Passauer Bischöfe, zurückerstritten hatten. Durch die Gegenreformation freilich kam es bis Anfang des 17. Jahrhunderts durch harte Maßnahmen zu einem regelrechten „Bevölkerungsaustausch“ mit dem bemerkenswerten Indiz für den „gemäßigten Sinn“ der Einwohner, weil es im ganzen Raum Amstetten nicht einen einzigen Hexenprozess gab. Zwar arbeitete sich der Markt gegen starke Konkurrenz Seiseneggs (mit dem Landgericht für Verbrechensrecht) und Ardaggers bald zum wichtigsten Ort dieses Teiles des Mostviertels hoch, doch stand er stets im Schatten der viel bedeutenderen Eisenstädte Waidhofen und Steyr. Amstetten fehlten auffällig wichtige Faktoren, die überall sonst Merkmale bürgerlich-städtische Entwicklung waren: Ein Kloster, und Juden.

Diesem Höhenflug schadete der Dreißigjährige Krieg zwar weniger als anzunehmen war, denn die Gegend war durch die Nähe zur kriegswichtigen „Eisenwurzen“ (als Waffenschmiede) durch kaiserliche Privilegien abgabenbegünstigt. Dennoch war Amstetten, das 1640 seine erste Poststation bekam, durch Einquartierungen und Versorgungsverpflichtungen, aber auch durch die Pest, ausgeblutet und geschwächt. Auch wenn der Merianstich von 1649 mit der wohl historisch bekanntesten Ansicht des Marktes diesen wieder mit einer ansehnlichen Zeile von gemauerten Bürgerhäusern um den zentralen Hauptplatz zeigt.

Langsam kam der Ort gegen Ende des 17. Jhd. wieder in die Höhe. Mit der wirtschaftlichen Stellung als Marktplatz stieg auch die Bedeutung als Gerichts- und Steuerort, allerdings nach wie vor nur mit Marktrecht. Für die erstaunliche Entfaltung auch überregionaler Beziehungen spricht u. a. die Tatsache, dass die Matrikenbücher der ältesten Pfarre, St. Stephan, äußerst hohe Anteile von Heiraten mit „Auswärtigen“ aufweisen. Häufig dabei solche, die in Amstetten zuvor Arbeit gefunden hatten.

Der Aufbruchsstimmung des Barock – die über das aufblühende Wallfahrtswesen (Sonntagberg mit phasenweise über 1 Million Pilgern im Jahr) auch Amstetten berührte – konnte auch der schwerste europäische Pesteinbruch von 1679, der den Ort halb entvölkerte, oder der verheerenden Ruhrepidemie von 1684 mit etwa 110 Toten nur wenig anhaben. Beim neuerlichen Einbruch der Türken und Tataren 1683, der das ganze Land in Panik versetzte, und wo das befestigte Ulmerfeld Zufluchtsort der Amstettner wurde, gelang es tatsächlich kaiserlichen Truppen, den blank liegenden Ort zu verteidigen und vor den schlimmsten Verwüstungen zu bewahren. Die richtete ohnehin die Truppenversorgung „aus dem Land“ an. Warum ist nicht klärbar – Amstetten dürfte das gesamte 18. Jhd. über sein Marktrecht aber wieder verloren haben. Ein Pfarrbericht von 1718 aus St. Stephan weist inklusive der Filialkirche Viehdorf 1870 Erwachsene und 523 Kinder auf.

1803 endeten mit dem Reichsdeputationshauptschluss die Herrschaftsrechte der beiden geistlichen Fürstentümer Passau und Salzburg. 1805 kam es bei Amstetten zu einem größeren Gefecht zwischen den zurückweichenden Russen unter Kutusow und den vorrückenden Franzosen mit hunderten Toten, in deren Gefolge auch der Ort geplündert und zu großen Teilen niedergebrannt wurde. Dies findet sogar bei Tolstoj in „Krieg und Frieden“ Erwähnung.

1850 bzw. 1868 wurde Amstetten Sitz der Bezirkshauptmannschaft des Bezirks. Es erhielt im selben Jahr ein Bezirksgericht mit einem Gefängnis.

Seinen Durchbruch erlebte Amstetten schließlich erst in dieser Zeit. Und zwar mit der Eröffnung der Kaiserin-Elisabeth-Westbahn, der heutigen Westbahn (1858) und vor allem der Kronprinz-Rudolf-Bahn (1872). Letztere war eine „Notlösung“, weil die Bürger von Blindenmarkt sich gegen die zu erwartende Schmutz- und Lärmbelastung ausgesprochen hatten, die Bahntrasse deshalb nicht wie in Amstetten im Ort selbst geführt werden durfte. Damit war Amstetten zum wichtigen Bahnknotenpunkt mit den steirischen Erz- und Holzgebieten und dem Ennstal geworden. Die Bedeutung der Eisenbahn für Amstetten kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, und zwar nicht nur, weil der Kaiser auf seiner Fahrt nach Bad Ischl ab und zu hier Halt machte, um z. B. die neueröffnete Klosterkirche der Schulschwestern zu besichtigen. Eine der für die Ortschaft folgenreichsten Gründungen des 19. Jhds. in seiner Bedeutung als Schulplatz war eben die Errichtung einer Filiale der Schulschwestern von Judenau 1876, die bald deren größte wurde. In der ersten Hälfte des 20. Jhds. gab es Perioden – so z. B. während des Zweiten Weltkriegs – wo am und um den Bahnhof bis zu 5000 Menschen beschäftigt waren. Um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jhd. die Einwohnerzahl der Stadt.

Unter dem rührigen Bürgermeister Johann Wagmeister wurden endlich auch Dammbauten an der Ybbs errichtet, die später nach neuerlichen Hochwässern erhöht werden mussten. Der verheerende Brand vom 17. Juni 1877 brachte freilich einen Rückschlag: Fast der gesamte Ort brannte nieder. Wodurch sich endgültig die geringe Anzahl älterer Bauten erklärt. 1897 erhob Kaiser Franz Joseph I. Amstetten schließlich zur Stadt. Die stark wuchs: Greimpersdorf, Edla, Dornach, Eggersdorf wurden einverleibt. 1898 begann der Neubau der Herz-Jesu-Kirche, die ab 1939 Zentrum der 2. Stadtpfarre wurde.

Amstetten war auch Garnisonsstadt der k.u.k. Armee, des österreichischen Bundesheeres (Kommando Melk), das 1938–1945 in der Wehrmacht aufging, sowie ab 1976 mit der neu errichteten Kaserne „Ostarrichi“, wo Amstetten in den strategischen Überlegungen des Kalten Krieges „militärischer Schlüsselraum“ war. Auf den hohen Blutzoll der Bevölkerung in den Weltkriegen des 20. Jhds. weist ein großes Kriegerdenkmal im Stadtpark, auf die Opfer ideologischer Verfolgung 1934 und 1938–45 ein Denkmal am „neuen Friedhof“, und auf die Opfer der sowjetischen Befreier bzw. verstorbener Besatzungssoldaten zwei Denkmäler an prominenten Plätzen hin.

1937 wurde in Mauer bei Amstetten der bedeutendste römerzeitliche Schatzfund Österreichs gemacht, der sich heute im Kunsthistorischen Museum in Wien befindet.

Während der Zeit 1938–1945 waren in Amstetten zwei Nebenlager des KZ Mauthausen. Nur wenige Bewohner der Stadt gaben nach dem Ende der Naziherrschaft an, etwas von den örtlichen NS-Verbrechen gesehen oder gewusst zu haben. Als Bahnknotenpunkt war Amstetten während des Krieges von strategischer Wichtigkeit als Kriegsziel, und wurde deshalb mehrmals von Amerikanern und später Sowjets schwer bombardiert. Die Reparaturarbeiten an der Infrastruktur wurden vornehmlich von KZ-Insassen durchgeführt. Das schwerste Bombardement erlitt die mit Flüchtlingstrecks und sich zurückziehenden Wehrmachtsteilen vollgestopfte Stadt dabei erst in den letzten Apriltagen 1945, ausgelöst von einer längst sinnlosen Fliegerabwehrreaktion der zur Bewachung der KZ-Häftlinge stationierten SS-Truppen. Dieser Angriff forderte alleine über 200 Tote. Neben schwersten Zerstörungen, darunter eines der wenigen erhalten gebliebenen Bauwerke aus dem Mittelalter, der „Kilianbrunnen“, an der Stelle des mittelalterlichen Prangers. Wobei seit dem 16. Jhd. in Amstetten Ziegel gebrannt wurden, was der Stadt im Westteil ihr topographisches Gepränge (Kreuzberg und Sonnleitenberg) gab. Dies war ein wichtiger Faktor dafür, dass der Wiederaufbau nach 1945 vergleichsweise zügig voran ging.

Schon kurz nach dem Kriege kam es zur Neuerrichtung demokratischer Strukturen, die sich im Ringen der Bevölkerung um österreichische Identität und Gestalt in aus heutiger Sicht nahezu Don-Camillo-ähnlichen Auseinandersetzungen zwischen den „Schwarzen“ (ÖVP) und den „Roten“ (ÖVP) mit den von der russischen Militärverwaltung akzeptierten Wochenblättern „Amstettner Bote“ (später Niederösterreichische Nachrichten; gegr. 1946 von Josef Wagner und Franz Biberauer) und „Amstettner Zeitung“ (von den Nazis aus privatem Besitz der Familie Queiser enteignet, von den Russen 1946 der SPÖ übergeben, 1947 aufgegeben) mit wahren „Schildbürgereien“ abspielten.

Seine heutige Ausdehnung erreichte die Stadtgemeinde Amstetten 1972 unter Bürgermeister NR Johann Pölz (siehe: „Pölz-Halle“, die Stadthalle) mit der Eingemeindung der damals selbständigen Gemeinden Preinsbach, Mauer und Ulmerfeld-Hausmening, wobei Ulmerfeld und Hausmening schon früher zusammengelegt wurden. Damit ist Amstetten endgültig zum wirtschaftlichen und schulischen Mittelpunkt des westlichen Niederösterreich geworden, wenn auch das hohe Wachstum erst verdaut, Amstetten um sein historisches Gesicht neu ringen muss. Durch anhaltende Baumaßnahmen verfügt Amstetten heute über eine sehr moderne Infrastruktur. Nicht zuletzt das Stadtzentrum ist in den letzten Jahrzehnten völlig umgestaltet worden, sodass Amstetten den Charakter eines reinen Transitortes, Industrie- und Bankplatzes, dessen Ortsgebiet durch Westbahn-Hochgeschwindigkeitsstrecke und bedeutenden Bundesstraßen (B1 und B121-Ybbstal) zerklüftet ist, etwas verloren hat. Ein Imagewechsel, der unter anderem auch durch internationale Musical-Sommerpoduktionen vollzogen werden sollte.

In das weltweite mediale Interesse rückte die Stadt Ende April 2008 durch den Kriminalfall von Amstetten.

Im Gemeindegebiet befinden sich das Mostviertler Bauernmuseum im Besitz der Familie Distelberger, die riesige Privatsammlung eines heimatverbundenen Mostviertlers über das einfache Leben früherer Epochen, sowie die Historische Waffensammlung Urschitz, eines Amstettners, der noch bis vor wenigen Jahren die Waffen der Schweizergarde des Vatikan herstellte.

In Ardagger gibt es die Mostgalerie Ardagger und das Oldtimermuseum Ardagger.

Bekannte und sehenswerte Bauwerke in Amstetten sind das Schloss Ulmerfeld, die im Kern gotische Stadtpfarrkirche St. Stephan mit Kreuzrippengewölben, zahlreichen barocken Gemälden, dem klassizistischen Hochaltar, spätmittelalterlichen Grabplatten und Statuetten, gut erhaltenen Fresken und einem Triptychon aus dem 15. Jhd. in der frühgotischen Taufkapelle, sowie die Pfarrkirche Herz Jesu, die nach schweren Kriegsbeschädigungen 1953 im damaligen vereinfachten Bauhaus-Stilanklang wieder instandgesetzt wurde. Des Weiteren bemerkenswert ist die Klosterkirche der Kongregation der Schulschwestern vom 3. Orden des heiligen Franziskus, deren Inneres komplett mit Bilderfolgen und Ornamenten im Stile des Klassizismus ausgemalt ist. Und dann ist da die noch romanische Filialkirche St. Agatha (Stadtteil Eisenreichdornach) als einer der ältesten Kirchenbauten des westlichen Niederösterreich einerseits, sowie im Kontrast die jüngste Kirche, die Pfarrkirche St. Marien im Stadtteil Allersdorf, als mutiger und energischer Versuch, die pastoralen Neuansätze des 2. Vatikanischen Konzils umzusetzen, erbaut 1973, anderseits zu nennen.

Im Stadtgebiet von Amstetten selbst, das von mehreren Bächen durchzogen wird, befinden sich naturnahe Spazierwege und Parkanlagen. Darunter der Edla-Park mit der Besonderheit eines Landschaftsparks, der nach dem Ideal der Renaissance ein Kompendium der Flora der damals bekannten Welt darstellte, mit dem schlichten Landschloss Edla. Dazu der Schulpark mit großen Gefallenendenkmälern, sowie der Hofmühlpark in Hausmening. Das Rathaus am heute zur Fußgängerzone umgestalteten Hauptplatz (mit regelmäßigen Märkten) behielt bei den in den 1980er Jahren erfolgten Modernisierungsumbauten seine klassizistische Fassade nahezu im Originalzustand, während der Gebäudekern völlig erneuert wurde.

Ein wichtiges, meist unterschätztes Industriebaudenkmal ist der ehemalige Wasserturm am heute noch riesigen Bahnhofsgelände (etwa 1880), der aber nicht von innen besichtigt werden kann und Freizeitnutzungen zugeführt wurde. Gleiches lässt sich über das Elektrizitätswerk an der Ybbs in Klein-Greinsfurth sagen, das noch heute – modernisiert – einen Gutteil der Amstettner Stromversorgung leistet.

Die Nervenheilanstalt in Mauer wurde im Jugendstil von Carlo von Boog erbaut.

Jährlich wird am 24. April im Stadtteil Ulmerfeld der Georgi-Kirtag und am 29. September der Michaeli-Kirtag gefeiert. In Amstetten finden Feierlichkeiten wie der Musicalsommer, die Mostlandmesse, sowie die Amstettner Einkaufsnacht statt. Außerdem werden die Theatergastspiele ausgetragen.

Des Weiteren werden regelmäßig ein Stadtflohmarkt, der LIONS Flohmarkt sowie das Wienerstraßenfest veranstaltet. Ein wöchentlicher Bauernmarkt am Donnerstag und Samstag in der Fußgängerzone gehört zur festen Einrichtung.

Amstetten als das Zentrum des Mostviertels versucht bewusst, Produkte die der Boden dort hervorbringt, anzubieten. Dabei ist vor allem der Most zu nennen, dessen Brandprodukte schon europaweiten Ruf genießen. Viele Heurige, aber auch Restaurants, oft dann wieder fast versteckte Landgasthöfe in Amstetten und dessen nächster Umgebung bieten eine Küche, die sich der eigenen Stärken wieder bewusst ist und im Einzelfall bis auf Haubenniveau klettert. Auch hier erfolgte ein Umbau der letzten Jahre, nachdem Amstetten nach einer jahrzehntelangen Periode enormen gastronomischen Niveaus bürgerlicher Küche auch auf diesem Gebiet in eine Identitätskrise schlitterte. Aus der sie sich aber punktuell schon wieder überzeugend befreit hat.

Ein „must“ für Einheimische wie Gäste sind Produkte direkt vom Erzeuger, sei es auf Märkten oder in Läden der Stadt erstanden. Ein selbstgeräuchertes Bauerngeselchtes, Most verschiedenster Prägung, Destillate vom Hof, Butter, Käse von Schaf, Ziege und Rind, und dazu selbstgebackenes Brot, sind schon im Durchschnitt von einer Qualität, die man nicht mehr zu finden hoffte und ganz sicher einer der Gründe, warum die Amstettner so gerne in Amstetten leben, wie die Umfragen ergeben.

Bereits in den späten 1970er Jahren begann der damals weitsichtig vorausgedachte Ausbau eines Kabelnetzes durch private Gesellschaften, dessen Infrastruktur heute für Kabelfernsehen und Internet genutzt wird. Am Ort selbst sind verschiedene Medienunternehmen ansässig, darunter der Lokalsender MKTV, die Mostpresse, AmPULS (Nachrichten der Stadtgemeinde Amstetten) sowie die Niederösterreichischen Nachrichten, die im Laufe der Jahrzehnte sämtliche vormalige selbständige Wochenzeitungen („Amstettner Bote“, „Amstettner Anzeiger“) aufnahm.

Zu den öffentlichen Einrichtungen in Amstetten gehören die Bezirkshauptmannschaft für den Bezirk Amstetten und die niederösterreichische Gebietskrankenkasse (NÖGKK). Zudem befinden sich dort ein Finanzamt, ein Vermessungsamt, die Arbeiter- und Wirtschaftskammer und die Gewerkschaftsstelle.

Die medizinische Versorgung stellt das „Mostviertler Klinikum“ (Krankenhaus) sicher, das seine Anfänge an seinem heutigen Ort in einem kleinen Epidemiepavillon hatte. Durch gezielten Ausbau über Jahrzehnte wurde es zu einer medizinisch-technisch modernst ausgestatteten Schwerpunktklinik mit bestem Ruf, v. a. in der Chirurgie, Gynäkologie und Urologie. Im Stadtteil Mauer befindet sich die „Landesnervenheilanstalt Mauer“, die sich neurologischen und psychischen Erkrankungen aller Art widmet.

Mit dem Energiekonzept Amstetten 2010+ fördert die Gemeinde die langfristige Nutzung alternativer Energien. Amstetten wurde dafür 2006 (bereits zum dritten Mal) als Innovativste Gemeinde Österreichs ausgezeichnet.

Im Stadtgebiet sind zahlreiche Bildungseinrichtungen vertreten. Neben sämtlichen Grundschultypen finden sich eine Bundeshandelsschule und -akademie, das Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium, die Höhere Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Berufe (HLW), die landwirtschaftliche Fachschule Gießhübl, eine Schule für pädagogische Berufe und Kindergärtner(innen), die Landesberufsschule für metallverarbeitendes Gewerbe, sowie eine dem Krankenhaus angeschlossene Ausbildungsstätte für medizinisch-technisches Fachpersonal.

Das Angebot an Tourismusbetten in Amstetten oder der näheren Umgebung hat sich in den letzten Jahrzehnten bedeutend verbessert und weist heute hohes und höchstes Niveau auf allen Angebotsebenen auf.

An Freizeiteinrichtungen bietet die Bezirksstadt neben der einer Stadt dieser Größe mehr als angemessenen Gastronomie, Kino- oder Einkaufswelt, die Nutzung mehrerer Frei- und Hallenbäder, eines modernen und beeindruckenden Naturbads, sowie einer Eis- und Vielzweckhalle.

Eine Spezialität von Amstetten ist das Angebot als Stützpunkt, der binnen 20 Auto- oder Bahnminuten mit einem Angebot aufwarten zu können, das von den reizvollen Schönheiten der Donau des Nibelungengau bei Grein und Hößgang bis zu den Gebirgen der Voralpen reicht. Dazu kommt die Nähe zu gut ausgebauten Schigebieten (Hochkar, Schnabelberg) und Langlaufloipen, sowie zahlreiche Natur-Eislaufplätze, die sportive Freizeitgestaltung und Besichtungstouren in Winter wie Sommer ermöglich. Im Sommer, wo auch zahlreiche Badeseen, die sich in den Ybbsebenen befinden, neben Tennis, Golf, Fischen, Radwandern etc. locken. Nicht zu vergessen die Kulturdenkmäler von Weltruf – Stift Seitenstetten, Sonntagberg, Wachau als bekannteste – die Amstetten als Ausgangspunkt für Tagesausflüge ideal anbieten.

Wahrlich eine Weltsensation an beeindruckendem Naturschauspiel ist dabei die Mostviertler Baumblüte, die auf der von Amstetten ausgehenden Mostviertler Höhenstraße, der Moststraße, im Mai zu beobachten ist und mehr und mehr Besucher aus aller Welt anlockt.

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Israelitische Kultusgemeinde Amstetten

Die Israelitische Kultusgemeinde Amstetten in Niederösterreich umfasste die Bezirke Amstetten und Scheibbs, den zum Bezirk Pöggstall gehörenden Gerichtsbezirk Persenbeug, die zum Bezirk Melk gehörenden Gerichtsbezirke Mank und Ybbs sowie die Statutarstadt Waidhofen an der Ybbs und bestand zwischen 1861 und 1938.

Die erste jüdische Gemeinschaft entstand Mitte des 19. Jahrhunderts in Kemmelbach. Die Niederösterreichische Statthalterei genehmigte 1861 die Statuten der „Israelitischen Cultus-Gemeinde in Kemmelbach“, die auf der Basis des Vereinsrechts gegründet worden war.

In der Gemeinde Neumarkt an der Ybbs, der Kemmelbach gehörte, lebten 1855 73 Juden, was 11 Prozent der Gesamtbevölkerung entsprach. Kemmelbach verfügte über ein Bethaus, eine jüdische Volksschule, einen Rabbiner, einen Schächter, einen Kantor und einen Lehrer. Vor 1867 bestand bereits der jüdische Friedhof in Griesheim.

Am 2. Dezember 1857 wurde das Bethaus geschlossen, die jüdische Volksschule bestand bis 1866.

Anfang der 1880er Jahre wurde die Kultusgemeinde von Kemmelbach nach Ybbs an der Donau verlegt.

Die „Cultusgemeinde Ybbs“ kaufte 1889 ein Grundstück, gründete zum 1. Jänner 1892, entsprechend dem Israelitengesetz von 1890, die Israelitische Kultusgemeinde Ybbs, und errichtete 1894 den Jüdischen Friedhof Ybbs, mit Friedhofsmauer und Zeremonienhalle. Aufgrund der begrenzter Mittel der Gemeinde wechselte deren Sitz jeweils an den Wohnort des Gemeindevorstehers.

Ein Betsaal wurde am 18. August 1896, dem Geburtstag Kaiser Franz Josephs I., in Anwesenheit des Bürgermeisters, des Bezirkshauptmanns, sowie Vertretern der Israelitischen Kultusgemeinde Wien und der Israelitischen Kultusgemeinde Sankt Pölten eingeweiht. Später übersiedelte der Betsaal in die Ardaggerstraße und blieb hier bis 1938.

1897 änderte die IKG Ybbs ihren Namen auf IKG Amstetten.

Die Kultusgemeinde bemühte sich um die Errichtung einer eigenen Synagoge und kaufte zu diesem Zweck am 9. Mai 1910 auch ein Grundstück. Zum Bau kam es jedoch nicht. Auch die Errichtung eines eigenen Friedhofs wurde diskutiert.

Um 1912 befanden sich weitere Beträume in Scheibbs, Purgstall an der Erlauf und Mank, sowie möglicherweise in Kemmelbach. 1937 scheinen diese Räume aber nicht mehr auf.

Ab 1922 verfügte die Gemeinde aus finanziellen Gründen über keinen eigenen Rabbiner mehr. Zunächst übernahm provisorisch der Rabbiner der IKG Sankt Pölten dessen Aufgaben, ab 1933 folgte ebenso provisorisch der Rabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde Linz. Zwischen 1935 und 1938 übte der in Wien wohnende Doktor Moses Landau dieses Amt provisorisch aus. Er kam nur nach Amstetten, wenn er benötigt wurde.

Unmittelbar nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Österreich und dem Anschluss an das 3. Reich wurden die jüdischen Einwohner demonstrativ und zum Gaudium des Großteils der Bewohner öffentlich misshandelt, drangsaliert und gedemütigt. Später trat zwar eine nach außen hin ruhigere Phase ein, doch die verschiedenen NS-Dienststellen schikanierten die jüdischen Einwohner weiterhin und raubten sie – gedeckt durch NS-Gesetze – aus. Der nächste offene Gewaltausbruch gegen Juden und jüdische Geschäfte und Einrichtungen erfolgte in der Reichspogromnacht.

Die Vertreibung der Juden aus dieser Region fand am 27. Mai 1940 mit der Meldung von Joseph Löwenherz, dem damaligen Vorsteher der IKG Wien, zur Übersiedlung der bisher noch in Amstetten und Umgebung lebenden Juden nach Wien, ihren Abschluss.

Um den Jahreswechsel 1939/1940 bestand die IKG Amstetten noch auf dem Papier. Aufgelöst und in die IKG Wien eingegliedert wurde sie am 1. August 1940.

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Liste der Wappen im Bezirk Amstetten

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Diese Liste beinhaltet - geordnet nach der Verwaltungsgliederung - alle in der Wikipedia gelisteten Wappen des Bezirk Amstetten (Niederösterreich). In dieser Liste werden die Wappen mit dem Gemeindelink angezeigt. Die Fußnoten verweisen auf die Blasonierung des entsprechenden Wappens.

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Mauer bei Amstetten

Lage in Österreich

Der Ort Mauer liegt im Bezirk Amstetten in Niederösterreich zwischen den Flüssen Ybbs und Url und ist eine Katastralgemeinde der Gemeinde Amstetten. Er liegt etwa sieben bis acht Kilometer süd-westlich der Stadt Amstetten.

Nachbargemeinden von Mauer bei Amstetten sind unter anderem Oed-Öhling, Ulmerfeld-Hausmening und Aschbach-Markt.

Die Landesheil- und Pflegeanstalt für Geisteskranke wurde 1898-1902 als Pavillonanlage im Jugendstil von Carlo von Boog errichtet und von Kaiser Franz Joseph 1902 feierlich eingeweiht.

Und tatsächlich stellte die offene Bauweise der Anstalt mit 19 Pavillons inmitten eines riesigen Parks einen Quantensprung in der Versorgung psychisch Kranker dar, verglichen etwa mit den barocken Asylen wie dem Narrenturm in Wien. Die verkehrstechnisch günstige Lage an der Westbahn und die enorme Aufnahmekapazität (1000 Patienten) wurde gewählt um neben der Versorgung Niederösterreichs auch die Betreuung von Patienten aus der damaligen Weltstadt Wien zu gewährleisten.

Heute beherbergt das Landesklinikum neben der akutpsychiatrischen Abteilung auch Einrichtungen für Alkoholentwöhnung, Drogenentzug, forensische Psychiatrie, Psychosomatik, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Soziotherapie und Rehabilitation. Außerdem gibt es drei Neurologische Abteilungen mit einer Wachkomastation, eine interne Geriatrie und mehrere Pflegeheime.

In Mauer selbst befinden sich bedeutende Ausgrabungsstätten in denen antike römische Funde gemacht wurden, Mauer war in der Römerzeit Teil des Kastells Locus Felicis. 1937 wurde hier der bedeutendste römerzeitliche Schatzfund Österreichs gemacht: das Inventar eines Heiligtums des Gottes Jupiter Dolichenus. Die Bronzestatuetten und Bronzevotivstandarten, Silbervotive, Bronzegeschirr und Eisengeräte wurden vermutlich um 250 n. Chr. vergraben. Heute befinden sie sich im Kunsthistorischen Museum in Wien.

Im Betriebsgebiet Amstetten-West, welches zu Greinsfurth gehört, befindet sich eine dynamische Infrastruktur die zu den erfolgreichsten Niederösterreichs zählt.

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Amstetten (Württemberg)

Wappen der Gemeinde Amstetten

Amstetten ist eine Gemeinde im Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg (Deutschland).

Amstetten liegt auf der nördlichen Schwäbischen Alb am Kopf der Geislinger Steige, etwa 25 km nordwestlich von Ulm. Hier überquert eine uralte Handelsstraße aus dem Filstal kommend die Alb.

Die Gemeinde grenzt im Norden an die Stadt Geislingen an der Steige im Landkreis Göppingen, im Osten an Gerstetten im Landkreis Heidenheim, Altheim (Alb) und Weidenstetten, im Süden an Lonsee und im Westen an Nellingen.

Zur Gemeinde Amstetten gehören die Ortsteile Bräunisheim, Hofstett-Emerbuch, Reutti, Schalkstetten und Stubersheim. Der Ort Amstetten selbst gliedert sich in das alte Amstetten-Dorf und das nach dem Bahnbau neu entstandene Amstetten-Bahnhof.

Spuren einer römischen Straßenstation am Kopf der Geislinger Steige belegen die wichtige verkehrsgeographische Lage. Während in Amstetten selbst bisher Spuren einer frühmittelalterlichen Besiedlung fehlen, belegen Funde aus den Ortsteilen Schalkstetten, Bräunisheim und Stubersheim eine Besiedlung mindestens seit der Merowingerzeit. Die erste urkundliche Erwähnung Amstettens stammt aus dem Jahr 1275 im Liber decimationis, dem Zehntbuch des Bistums Konstanz. Im Spätmittelalter gehörte die Region überwiegend den Grafen von Helfenstein, die ihren Besitz jedoch Ende des 14. Jahrhunderts an die Reichsstadt Ulm verpfänden mussten.

Bräunisheim, Hofstett-Emerbuch, Reutti, Schalkstetten und Stubersheim wurden 1974 eingemeindet.

Siedlungsbelege liegen bereits aus römischer Zeit vor, archäologische Funde im Ortsbereich belegen eine Siedlung seit der Merowingerzeit. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 1143. Nachdem es bereits 1382 an Ulm verpfändet worden war, gehörte das Dorf 1480 komplett zu der Reichsstadt Ulm. 1803 gelangte Bräunisheim vorübergehend an Bayern, kam jedoch bereits 1810 wieder zu Württemberg, wo es dem Oberamt Geislingen zugeordnet wurde. Bei der Einführung der Landkreise 1938 kam Bräunisheim zum Landkreis Ulm.

Mit der Gemeindereform der 1970er Jahre wurde Bräunisheim nach Amstetten eingemeindet. Sein bisheriger Teilort Sontbergen wurde hingegen Gerstetten (Landkreis Heidenheim) zugeordnet.

Der Ortsteil hat heute rund 250 Einwohner.

Archäologische Siedlungsfunde des frühen und hohen Mittelalters wurden bei Baumaßnahmen am südlichen Ortsrand entdeckt. Die ältesten nachrömischen Funde (latènezeitliche und römische Funde am westlichen Ortsrand) stammen aus der Völkerwanderungszeit, sind also älter als der Ortsname, dessen Endung auf -stetten auf die späte Merowingerzeit zurückgehen dürfte. Reste einer mittelalterlichen Landwehr, wohl der Reichsstadt Ulm, haben sich am nördlichen Ortsrand erhalten. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Schalkstetten – gemeinsam mit Amstetten – im Jahre 1275. 1396 gelangte es in den Besitz von Ulm, die weitere Geschichte entspricht der von Bräunisheim. In der Ortsmitte befindet sich das Heimatmuseum des Brauchtumsvereins mit Exponaten, die uns das häusliche und landwirtschaftliche Leben unserer Großeltern und Urgroßeltern näherbringt. Geöffnet ist das Museum immer nachmittags an Fahrtagen der Dampflok der Ulmer Eisenbahnfreunde. Der Ort auf der Stubersheimer Alb ist auch heute landwirtschaftlich geprägt.

Der Ortsteil hat heute 353 Einwohner (Stand 31. Dezember 2006).

Für Stubersheim ist aus schriftlichen Quellen ein mittelalterlicher Adelssitz zu erschließen, der jedoch bald seine Bedeutung verloren hat. Er ist im östlichen Teil des Dorfes zu lokalisieren. Nach ihm benannten sich die Herren von Stubersheim, die dem Hochadel angehört haben dürften. Zu Ulmer Zeiten war Stubersheim Sitz eines Vogtes.

Reutti hat ca. 170 Einwohner und liegt südlich von Amstetten. Das Dorf wurde 1108 erstmalig erwähnt und feiert somit im Jahre 2008 sein 900-jähriges Bestehen.

Bei der Gemeinderatswahl am 13. Juni 2004 erhielt die Freie Wählergemeinschaft 10 Sitze und die Freie Wählervereinigung 8 Sitze.

Das Wappen zeigt auf silbernen (weißen) Grund eine schwarze Schäferschippe, die mit einem silbernen (weißen) fünfspeichigen Rad belegt ist. Die Gemeindeflagge entspricht mit schwarz-weiß diesem Wappen. Wappen und Flagge wurden 1958 verliehen.

Die Farben des Wappens erinnern an die Stadt Ulm, zu der Amstetten einst gehörte. Die Schäferschippe erinnert an die früher in dieser Gegend weit verbreitete Schafzucht und das fünfspeichige Rad erinnert als Symbol des Verkehrs und der Industrie an den Bahnhof, dem Amstetten ihre wirtschaftliche Entwicklung verdankt.

Amstetten unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu Celles-sur Belle in Frankreich seit 1989.

Amstetten liegt an der B 10 Stuttgart–Ulm.

Die Bahnlinie Stuttgart–Ulm–München (Filstalbahn) führt durch die Gemeinde. Der Bahnhof Amstetten hatte früher durch die Anbindung zweier Nebenlinien sowie durch die Lage am Kopf der Geislinger Steige Bedeutung.

Heute fahren auf den Nebenstrecken zeitweise noch zwei Museumseisenbahnen. Die Lokalbahn Amstetten–Gerstetten (Spurweite 1435 mm) verkehrt auf einer 20 Kilometer langen Strecke nach Gerstetten. Das Albbähnle nach Oppingen (Spurweite 1000 mm) verkehrt auf einem Teilstück der ehemaligen Bahnlinie nach Laichingen. Nach deren Stilllegung 1985 gelang es, den Abbau der 6 Kilometer langen Trasse zwischen Amstetten und Oppingen zu verhindern.

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Source : Wikipedia