Ahlen

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Geschrieben von tron 02/03/2009 @ 01:38

Tags : ahlen, nordrhein-westfalen, deutschland

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Ahlen

Wappen der Stadt Ahlen

Die Stadt Ahlen liegt im westfälischen Münsterland im Norden des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen (Deutschland) und ist eine Mittlere kreisangehörige Stadt und größte und wirtschaftlich wichtigste Stadt des Kreises Warendorf im Regierungsbezirk Münster. Der Ort ist nicht zu verwechseln mit der Stadt Aalen im Ostalbkreis.

Ahlen grenzt an Sendenhorst, Ennigerloh, Beckum, Lippetal, Heessen (Stadtteil der Stadt Hamm) und Drensteinfurt.

Erste urkundliche Erwähnungen finden sich um 850 in der Vita Liudgeri II erwähnt. Seine Bedeutung und die auf den Namen Bezug nehmende Darstellung des Stadtwappens mit einem „geflügelten Aal“ sind nicht geklärt. Als Ursprung der Stadtsiedlung wird ein Siedlungsansatz an einem Übergang über die Werse angenommen, der zum Schnittpunkt zweier wichtiger Straßen wurde und gleichzeitig Ausgangspunkt für eine dritte Straße war (Hamm–Ahlen–Warendorf; Beckum–Ahlen–Herbern; Ahlen–Münster). Die in den ersten Jahrhunderten langsam wachsende Siedlung bildete sich um einen bischöflichen Amtshof. Im Schutze dieser Kirchenburg ließen sich zunächst Handwerker und Händler nieder, um mit den Bauern und Bewohnern des Amtshofes Handel zu treiben. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts begann der Fernhandel in der Stadt, so tauchten die Namen Ahlener Kaufleute beispielsweise im 13. Jahrhundert in den Rechnungen Lübecker Kaufleute auf. In diese Zeit fällt auch die Errichtung einer Stadtmauer (1271) mit fünf Tortürmen. Ahlen war Mitglied der norddeutschen Hanse. Die Beseitigung der Stadtbefestigungen begann 1765 und seit 1929 sind die letzten Reste davon verschwunden.

Die Stadt scheint sich im 13. Jahrhundert rasch entwickelt zu haben. Um 1285 war die Bevölkerung soweit angewachsen, dass man neben der „Alten Pfarre“ (St. Bartholomäus) eine „Neue Pfarre“ (St. Marien) gründete. Hierdurch entstanden ein Alt- und ein Neukirchspiel. Diese Entwicklung lässt den Schluss zu, dass Ahlen zu dieser Zeit zu den 18 größten Städten in Westfalen zählte. Das Wachstum der Stadt beruhte bei hoher Sterblichkeit, niedrigerer Geburtenquote als auf dem Lande und einem zeitweilig hohen Frauenüberschuss vor allem auf der ländlichen Zuwanderung. In der Neustadt bildete sich durch diese Zuwanderung eine Ackerbürgerschicht. Das Aufblühen der Stadt wurde im 14. Jahrhundert durch die in ganz Europa wütende Pest gestoppt. Im Bürgerbuch des Jahres 1389 waren nur noch 63 Familien verzeichnet. Erst 1454 enthielt eine Bürgerliste wieder 212 Familien, woraus sich eine Einwohnerzahl von etwa 1300 errechnet. Zu diesem Zeitpunkt existierten in der Stadt vier Stadtviertel, die nach den jeweils benachbarten Stadttoren benannt waren und etwa gleiche Größen hatten. Die einzelnen Stadtviertel waren für die Verteidigung der Tore und Teile der Stadtmauern verantwortlich und bildeten darüber hinaus Hudegenossenschaften für die Hudenutzung der gemeinen Mark. Um 1454 lebten in Ahlen sieben Adelsfamilien sowie deren Bedienstete auf bischöflichen Burgmannshöfen.

Zu Beginn der Neuzeit entbrannte ein jahrzehntelang andauernder Erbstreit um die in und um Ahlen gelegenen, sagenumwobenen Mechelnschen Güter. Die Familie von Mecheln wird erstmalig 1246 mit Konrad von Mecheln erwähnt. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts starb Konrad von Mecheln, der letzte derer von Mecheln aus dieser Linie, und hinterließ die Güter seiner Mutter, Gysela von der Sünger, verwitwete von Mecheln, geb. von Gympte. Die Witwe verkaufte die Güter, deren Besitzungen und Gerechtigkeiten von Ahlen, über Vorhelm bis nach Hoetmar und Oelde reichten, im Jahre 1491 an Lambert von Oer zu Kakesbeck. Es kam zu einem Erbstreit zwischen den Familien von Oer und von Ascheberg, der erst nach einer blutigen Fehde am 1. Mai 1528 durch einen Vergleich zwischen Berndt von Oer und Gottfried von Harmen zu Horne beendet wurde. Lambert von Oer übertrug die Mechelnschen Güter im Jahre 1519 seinem Sohn Hermann von Oer zu Bruch. Von diesem Geschlecht zeugt noch heute der Oershof, in dem sich das Heimatmuseum der Stadt befindet.

Im gleichen Zeitraum wurde die Stadt durch drei Pestepidemien (1505, 1551, und 1592) dezimiert. Auch die Lepra raffte viele Menschen dahin. Im Jahre 1571 sahen sich Bürgermeister und Rat veranlasst, ein besonderes Leprosen-Hospital zu bauen. Verheerende Stadtbrände (1483, 1668 und 1744) verhinderten ein weiteres Aufblühen der Stadt.

Von 1574 bis 1652 sind für die Stadt Ahlen Dokumente von ca. 20 Hexenprozessen erhalten geblieben. Die Hexenverfolgungen begannen 1574 mit dem Tod von vier Frauen. 1615 wurde Peter Kleikamp als Werwolf angeklagt, gefoltert und lebendig auf dem Scheiterhaufen verbrannt. 1616 wurde Christian zum Loe, wegen Hexerei angeklagt, im Gefängnis wahnsinnig und starb. Der letzte bekannte Prozess fand 1652 gegen Anna Sadelers statt. Sie wurde gefoltert, enthauptet und auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Bei der ersten Erfassung des Bevölkerungsstandes durch die preußische Verwaltung im Jahre 1803 wurden 1.854 Personen registriert. Zu diesem Zeitpunkt waren die Stadtbefestigungen auf Grund der veränderten Kriegsmethoden bereits wirkungslos und teilweise beseitigt. Im Jahre 1803 fiel die Stadt erstmalig mit dem Fürstbistum Münster an Preußen. Mit dem endgültigen Übergang an Preußen im Jahre 1816 setzte für die Stadt eine neue Entwicklung ein, die zu einem raschen Bevölkerungswachstum führte. Aus der Ackerbürgerstadt, in der im Jahre 1871 nur 3.535 Menschen wohnten, war bis zum Jahr 1964 eine mittelgroße Industriestadt mit 44.203 Einwohnern geworden. Hierzu trugen mehrere technisch-wirtschaftliche Entwicklungen bei, die für die Stadt von besonderer Bedeutung waren: In den Jahren 1846/1847 wurde die Cöln-Mindener Eisenbahn durch Ahlen gebaut. Hierdurch erhielt die Stadt gegenüber anderen Städten ihrer Umgebung einen erheblichen Standort- und Mobilitätsvorteil. Auch der Bau der Eisenbahn selbst trug vorübergehend durch eine Vielzahl zugewanderter Eisenbahnarbeiter, vor allem aus dem südlichen Westfalen und der Eifel, zu einer Belebung der Stadt bei. Es sind jedoch auch soziale Konflikte belegt, die durch die fremden Arbeiter ausgelöst wurden. Nach dem Abschluss des Eisenbahnbaus blieb nur eine geringe Zahl der zugewanderten Arbeiter in der Stadt, unter ihnen auffallend viele aus dem Ravensberger Land.

Die erste Industrialisierungsphase setzte mit dem Strontianitbergbau um 1880 und der Begründung der metallverarbeitenden Industrie (Blechschmiede und Verzinnerei der Gebrüder Kerkmann, 1863) ein. Vor allem der Strontianitbergbau, der jedoch lediglich etwa zehn Jahre blühte, bescherte den Ahlenern eine äußerst bewegte Zeit, die „Strunz“-Zeit. Die zahlreichen Arbeiter (ca. 650), die der Bergbau nach Ahlen gelockt hatte, kehrten überwiegend in ihre Heimat – auch hier wieder viele in die Eifel – zurück oder fanden in der aufblühenden metallverarbeitenden Industrie Arbeit. Durch die Anwerbung tüchtiger Fachkräfte aus dem Rheinland, aus Sachsen, dem Vogtland, Thüringen, dem Harz, Böhmen, Schlesien, der Oberpfalz, Franken und Oberbayern gelang es der metallverarbeitenden Industrie, sich auf die Herstellung emaillierter Geschirre zu spezialisieren und so eine Stanz- und Emailleindustrie aufzubauen, die schließlich den Ruf der Stadt bestimmte. Im Jahr 1892 waren es bereits fünf Werke und 1968 bereits 20 Werke. Die Arbeit in diesen „Pöttkesfabriken“ wurde überwiegend von Arbeitern aus der zugewanderten Landbevölkerung verrichtet. Neben der Emailleindustrie etablierten sich aber auch Maschinen- und Werkzeugfabriken, Schuhfabriken und holzverarbeitende Werke. Auf Grund der aus verschiedenen Wanderungswellen entstandenen Beziehungen zur Eifel entwickelte sich ein reger Handel mit Emaillegeschirren aus den Ahlener Werken, der von ehemaligen Wanderarbeitern aus der Eifel getragen wurde. 1904 erhielt die „Neue Pfarre“ einen neuen Kirchenbau im neugotischen Stil. Die Marienkirche ist noch heute die größte Kirche in Ahlen und mit ihrem fast 75 m hohen Westturm ein Wahrzeichen der Stadt. Historisch bedeutsam sind das romanische Südportal sowie der Taufbrunnen und das Pestkreuz aus dem Kloster Maria Rose.

Die zweite Industrialisierungsphase begann mit der Erschließung der Kohlevorkommen am östlichen Rand des Ruhrgebiets durch die „Bergwerksgesellschaft Westfalen“ und war für die Entwicklung der Stadt von prägender Bedeutung. Der Grunderwerb für die erforderlichen Flächen wurde im Jahr 1907 getätigt.

Nachdem im Jahr 1909 die Zechenbahn fertiggestellt war, begannen die eigentlichen Abteufarbeiten für eine Doppelschachtanlage, die 1913 fertiggestellt war. Gleichzeitig wurden Werkssiedlungen (auch „Kolonie“ oder „Zechensiedlung“ genannt) für die zugewanderten Arbeiter gebaut. Allein in den Jahren 1912 und 1913 verzeichnete die Stadt einen Wanderungsgewinn von knapp 5.000 Personen. Die Belegschaft der Zeche Westfalen bestand aus ca. 1.200 Beschäftigten. Ihre Herkunft war sehr breit gestreut: zu 36 % stammten sie aus Westdeutschland mit dem Schwerpunkt Westfalen, zu 31 % aus Ostdeutschland und zu 19 % aus dem Ausland. Nur ein geringer Teil stammte aus Nord-, Mittel- und Süddeutschland. Unter den Ausländern fanden sich vor allem Polen, Tschechen, Slowenen, Kroaten, Ungarn, Italiener und Holländer. Während des ersten Weltkriegs wurden darüber hinaus auch 410 Kriegsgefangene im Bergbau eingesetzt. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Zeche zu einem wirtschaftlichen Magneten für die Stadt; verschiedene Erweiterungen ihres Betriebes hatten weitere Zuwanderungen zur Folge. In den Jahren 1936 und 1937 wurde ein dritter Schacht in Dolberg errichtet. Der Wanderungsgewinn führte bis zum Jahr 1939 zur Ansiedlung von insgesamt 8.298 Personen aus allen Teilen Deutschlands und 21 anderen Ländern. Unter ihnen entwickelte insbesondere die starke Gruppe der Polen ein kulturelles Eigenleben.

Die raschen und tief greifenden Veränderungen der Bevölkerungsstruktur beeinflussten das politische Leben der Stadt. In dem bis zum Beginn der „Steinkohlenära“ als „schwarz“ bezeichneten Ahlen, wo 1870 eine wichtige Gründungsversammlung der Deutschen Zentrumspartei stattgefunden hatte, erhielten bei der Kommunalwahl 1919 die Sozialdemokraten ein Drittel aller Wählerstimmen. Als Folge der Zersplitterung der bürgerlichen Parteien und nach der Entstehung der kommunistischen Partei verlor die Zentrumspartei – aber auch die Sozialdemokraten – rasch an Einfluss. 1921 übernahm der als Bergarbeiter auf der Ahlener Zeche tätige und in der politischen Arbeit erprobte Max Reimann die Leitung der örtlichen KPD. Aufgrund der schlechten sozialen Lage der Bergleute kam es in dieser Zeit zu häufigen Streiks und Demonstration. Das blieb auch für die politischen Kräfteverhältnisse in der Stadt nicht ohne Folgen: Im Jahr 1929 rückten die Kommunisten in der Stadtverordnetenversammlung mit 24,4 % der Stimmen auf den ersten Platz vor. Aus dieser Zeit ist der Ausspruch überliefert: „Wenn es in Ahlen und Hamborn ruhig ist, ist es in ganz Deutschland ruhig“.

In dieser Nacht wurde die Synagoge in Ahlen von Nazihorden geschändet und in Brand gesteckt. Menschen wurden geschlagen, ihre Wohnungen zerstört, ihre Geschäfte zertrümmert, ein Mensch kam in dieser Nacht in Ahlen zu Tode.

Ein Jahr später, im November 1939, wurde Ahlen als erste Stadt im Dritten Reich als „judenfrei“ erklärt. Einige Menschen entkamen den Verfolgungen, wenige überlebten den Holocaust, die meisten wurden Opfer des Völkermordes. Heute gibt es nur noch zwei lebende Mitglieder der Ahlener jüdischen Gemeinde. Diese allerdings leben nicht mehr in Ahlen. Neben Frau Spiegel ist der Autor, Regisseur und Schauspieler Imo Moszkowicz der letzte noch lebende Ahlener Jude. Seine Familie wurde nach Auschwitz deportiert. Dort kamen Moszkowiczs Mutter und seine Geschwister um. Er selbst wurde zur Zwangsarbeit für die I.G. Farben verurteilt und ins KZ Buna/Monowitz verschleppt.

Im Kriegsjahr 1943 wurde Ahlen in eine Lazarettstadt verwandelt und war bei Kriegsende mit 1.800 Verwundeten belegt. Das Lazarett befand sich im Gebäude des Klosters St. Michael, heute das bischöfliche Gymnasium der Stadt. Mit Zunahme des Luftkrieges suchten viele Ausgebombte Schutz in unzerstörten Kleinstädten und Landgemeinden. Ahlen wurde im Rahmen dieser Hilfe Patenstadt für Gelsenkirchen und Aachen. Am 9. September 1944 zogen insgesamt 1.461 Evakuierte in Großtransporten in die Stadt ein. Doch Ahlen hatte selbst Verluste durch den Krieg zu beklagen: Durch 45 Luftangriffe seit 1940 kamen in der Stadt nahezu 300 Menschen um. Ungefähr 5 % der Stadtfläche waren zerstört.

Schlimmeres konnte in den letzten Kriegswochen durch das mutige Handeln des Oberfeldarztes Dr. Paul Rosenbaum verhindert werden. Er übergab das zur offenen Stadt erklärte Ahlen am 31. März 1945 kampflos an amerikanische Truppen. Zum Dank für diesen Einsatz wurde ein zentraler Platz nach ihm benannt. Durch den zweiten Weltkrieg sank die Stammbelegschaft der Zeche um 27 % ab, während die Gesamtbelegschaft jedoch um 36 % stieg. Der Grund hierfür war der Austausch deutscher Bergleute, die zum Militärdienst eingezogen wurden, gegen Kriegsgefangene und Zivilverschleppte (siehe Verschleppung), die in Ausländerlagern am Stadtrand untergebracht waren. Bei Kriegsende gab es in Ahlen 5.971 Fremdarbeiter in 26 Lagern. Bis zur Rückführung der Zwangsarbeiter und Gefangenen im Herbst 1945 kam es zu zahlreichen Racheakten an der Zivilbevölkerung.

Im Winter 1946 / 1947 tagte der Zonenausschuss der CDU für die britische Zone im Ahlener Kloster St. Michael (heute Bischöfliches Gymnasium) zur Beratung der programmatischen Ausrichtung der Partei. Damit in Verbindung standen wichtige personelle Weichenstellungen für die Bildung einer neuen politischen Elite in Deutschland (Konrad Adenauer – Jakob Kaiser). Es war wohl mehr Zufall als bewusste Anknüpfung an politische Traditionen in der Stadt (Zentrumspartei), dass es gerade die Stadt Ahlen war, mit deren Namen dieses Programm verknüpft ist. Dennoch ist das Tagungsgebäude selbst sicher nicht ohne Anspielung auf den Inhalt des Programms zu deuten.

Das Leben in der Stadt war jedoch von anderen Ereignissen bestimmt: Vom 5. November 1945 bis 15. August 1946 war Ahlen Auffang- und Durchgangslager für den damaligen Kreis Beckum. In dieser Zeit erreichten 70 Flüchtlingstransporte die Stadt. Bis 1950 nahm die Stadt in mehreren großen Schüben ca. 4.000 Heimatvertriebene auf, besonders Schlesier und Ostpreußen. Die Zuwanderung der Flüchtlinge wurde neben der Zeche der wichtigste Faktor für den inneren und äußeren Strukturwandel. Die vorhandenen Industriebetriebe konnten ihre Belegschaften stark vermehren und es entstanden aus der Initiative der Flüchtlinge neue Betriebe, die vorhandene Nischen im Wirtschaftsbesatz nutzten.

Mit der Verbesserung der Wirtschaftslage Ende der 1950er Jahre kam es auch zu umfangreichen Bautätigkeiten. Im Süden der Stadt entstand ein ausgedehntes „Ostdeutsches Viertel“ in dem die Straßennamen auf die Herkunft der Bewohner deuten. Die Bautätigkeit wurde durch die Abteufarbeiten an Schacht V der Zeche Westfalen (1953–1956), den Bau der Westfalenkaserne (1958–1961) und die Errichtung kommunaler und kirchlicher Gebäude (städtisches Gymnasium, Hallenbad, Christuskirche, Pauluskirche) mitgeprägt. Das deutsche Wirtschaftswunder führte auch in Ahlen zu einem Überangebot von Arbeitsplätzen. Durch die Vermittlung staatlicher Institutionen und durch eigene Initiativen der Wirtschaft kamen zwischen 1960 und 1965 insgesamt ca. 1.000 „Gastarbeiter“ nach Ahlen. Die Einwohnerzahl war so von 1945 (29.322) bis 1964 auf 44.203 gestiegen. Durch die Eingemeindung des Amtes Ahlen mit den Gemeinden Altahlen, Dolberg und Neuahlen wurde 1969 die Einwohnerzahl von 50.000 überschritten.

Der Ahlener Fußballverein LR Ahlen, der 1996 aus der Fusion zweier kleiner Vereine entstand, spielte von 2000 bis 2006 in der 2. Bundesliga. Nach dem Abstieg wurde – wegen Rückzug des Hauptsponsors – im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 31. Mai 2006 der Vereinsname in Rot Weiss Ahlen umbenannt. 1999 schafften die Handballer der Ahlener SG den Aufstieg in die 2. Bundesliga, in der Saison 2005/2006 belegten die Handballer den 2. Tabellenplatz, in der Relegation zur 1. Bundesliga scheiterten sie.

Ahlen ist durch die Zeche Westfalen bekannt, die 2000 stillgelegt wurde.

Der Ahlener Stadtrat wurde zuletzt 2004 gewählt. Von 40.179 Wahlberechtigten gingen 56,3 % wählen, es wurden 21.934 gültige Stimmen abgegeben.

Im Rat der Stadt Ahlen sitzen 45 Männer und Frauen (einschließlich Bürgermeister B. Ruhmöller), die CDU stellt 22 Ratsmitglieder, die SPD hat 16 Sitze im Rat, die Grünen 4. Die FDP, die zuerst eine Fraktion mit zwei Mitgliedern stellte, hat heute keine Fraktion mehr, da ein Fraktionsmitglied diese verlassen hat, insgesamt hat der Rat zwei fraktionslose Mitglieder.

Blasonierung: „In rotem Feld ein geflügelter, silberner Aal mit goldener Krone.“ Das älteste Siegel zeigt den frömmelnden Aal im Stadttor, darüber den Heiligen Bartholomäus. Dieser Heilige ist der Stadtpatron von Ahlen. Das Siegel tritt seit dem 13. Jahrhundert auf: Urkunde v. 21. Mai 1255 – „Die Stadt Ahlen tritt zu der Stadt Köln in Landfriedens-Verhältnis“. Seit dem 17. Jahrhundert wird nur noch der Aal, sowohl im Stadtwappen als auch im Siegel, dargestellt. In der heutigen Form wurde das Wappen am 17. Dezember 1910 vom preußischen Staat verliehen.

Ahlen ist Mitglied der Neuen Hanse.

Zu den bekanntesten Unternehmen in Ahlen gehören die Franz Kaldewei GmbH & Co. KG, einer der größten Badewannenproduzenten der Welt, sowie die LR Health & Beauty Systems, ein deutsches Konsumgüterunternehmen, das 2004 von der Apax Partners, einer US-amerikanischen Private Equity Gesellschaft, übernommen wurde.

Im Südwesten Ahlens, an der Hammer Straße gelegen, befindet sich die Westfalenkaserne. Diese Liegenschaft der Bundeswehr war von 1959 bis 2004 Heimat der Panzergrenadierbrigade 19 und bis November 2006 noch des Panzergrenadierbataillons 192 mit seinen sechs Kompanien. Nach dessen Auflösung im Zuge der Bundeswehrreform wurde das Sanitätsregiment 22 aus dem benachbarten Hamm an den Standort Ahlen verlegt. Weitere Liegenschaften der Bundeswehr im Gebiet der Stadt Ahlen sind der ehemalige Mobilmachungsstützpunkt Grasskamp (heute nur noch Gerätelager) und das Feldlager X-Ray (ehemalige StOMunNdlg Oestrich), welches der Ausbildung von Soldaten für den Auslandseinsatz dient.

Vom Osten und Westen der Stadt werden nach ca. 10 km Anschlüsse an die Bundesautobahn 2 und vom Westen der Stadt wird nach ca. 20 km der Anschluss an die Bundesautobahn 1 erreicht. Die Bundesstraße 58 führt in Ost-West-Richtung durch das Stadtgebiet.

Die Flughäfen Dortmund bzw. Münster/Osnabrück befinden sich in 45 bzw. 65 km Entfernung.

Der Containerbahnhof in Hamm ist ca. 15 km entfernt.

Der Bahnhof Ahlen (Westfalen) liegt an der Köln-Mindener Eisenbahn. Am Bahnhof halten jeweils im Stundentakt der RE 6 „Westfalen-Express“ Düsseldorf–Dortmund–Hamm–Bielefeld–Minden und die RB 69 „Ems-Börde-Bahn“ Münster–Hamm–Bielefeld, sodass insgesamt ein Halbstundentakt besteht. Beide Linien werden derzeit noch von DB Regio NRW betrieben.

Innerhalb des Stadtgebietes verkehren an Werktagen sechs Stadtbuslinien. Regiobusse und eine nur an Wochenenden und vor Feiertagen verkehrende Nachtbuslinie verbinden Ahlen mit Münster.

Die katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus wurde im 9. Jahrhundert gegründet und gehört damit zu den ältesten Taufkirchen des Münsterlandes. Der bestehende, wohl um 1480 entstandene Bau ist eine spätgotische Hallenkirche zu vier Jochen mit polygonalem Chor. Vom romanischen Vorgängerbau wurden u. a. Reste des Querhauses in der Südwand verwendet. Der Westturm mit der barockisierenden Haube wurde nach Einsturz 1815–19 neu errichtet. Unter den Ausstattungsstücken ragt das 1512 bezeichnete Sakramentshäuschen von Bernd Bunickmann hervor. Ein mit Wappen geschmücktes Epitaph entstand 1724.

Die katholische Pfarrkirche St. Marien wurde um 1285 gegründet. In den Jahren 1902–04 wurde an der Stelle eines älteren Baues die jetzige neugotische Halle durch Josef Becker aus Mainz erbaut. An der Südseite fand ein frühgotisches Portal wieder Verwendung. Ebenfalls vom Vorgängerbau übernommen wurde der in das frühe 16. Jahrhundert zu datierende Taufstein mit reichem Maßwerkaufbau. Aus dieser Zeit dürfte auch die Doppelmadonna im Strahlenkranz stammen.

Bei den Stadtbränden von 1668 und 1744 wurde ein Großteil der älteren Bausubstanz im Stadtkern vernichtet. Aus der Zeit des Wiederaufbaus stammt Markt 13, ein schlichter Fachwerkbau mit Mansarddach. Er dürfte in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erbaut worden sein.

Zu den ehemals sieben Burgmannshöfen gehört der auch als Haus Geisthövel bekannte Bischopinkhof (Freiheit 2), der nunmehr als Gaststätte dient. Es handelt sich um einen zweigeschossigen, an der Frontseite verputzten Fachwerkbau mit Walmdach, der wohl in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts errichtet wurde. Auf dem Gelände von Oers Hof (Wilhelmstraße 12) befindet sich ein schlichtes Fachwerk-Dielenhaus mit unterkellertem Saal, dessen Kernbau bereits im 16. Jahrhundert entstanden sein soll. Die ehemals an der Traufseite vorhandenen Kopfbänder wurden vermutlich bei dem einschneidenden Umbau im 19. Jahrhundert entfernt. Das wohl älteste Profangebäude der Innenstadt wird heute als Heimatmuseum genutzt.

Das Heimatmuseum bietet die Möglichkeit, die Geschichte Ahlens und seiner Umgebung kennenzulernen. Themenschwerpunkte sind der Ackerbau und das Leben auf den Höfen, der Bergbau, der das Bild der Stadt Jahrzehnte lang prägte, sowie die Stadtgeschichte und die Archäologie.

Das Kunstmuseum der Stadt, das im Oktober 1993 eröffnet wurde, stellt in regelmäßig wechselnden Ausstellungen die Kunst des 20. Jahrhunderts vor. Die Bandbreite der Ausstellungen reicht dabei von der Klassischen Moderne bis zur modernen zeitgenössischen Kunst. Die Stadt verdankt die Einrichtung des Museums einer Stiftung des im September 2005 verstorbenen Ahlener Unternehmers Theodor F. Leifeld.

Das Fritz Winter-Haus würdigt den Bauhausschüler und einen der bedeutendsten Maler der Nachkriegszeit. Fritz Winter selbst gründete 1975 zusammen mit seiner Nichte das Fritz-Winter-Haus in den Räumen seines Elternhauses in Ahlen. Das Konzept der Ausstellungen folgt dem Erbe Wintes in der Präsentation überwiegend ungegenständlicher Kunst.

Der „KunstVerein Ahlen (KVA)“ besteht seit 1988 und versteht sich als Forum für zeitgenössische, junge Kunst. Zu den Aktivitäten gehören drei bis fünf Ausstellungen im Jahr. Mit verschiedenen Installationsprojekten wie der Kunst-Spur hat der KVA zur künstlerischen Auseinandersetzung mit dem öffentlichen Raum beigetragen. Begleitend bietet der KunstVerein Ausstellungs- und Atelierbesuche sowie Künstlergespräche an. Darüber hinaus konnten durch die Vermittlungsarbeit des KunstVereins weitere Projekte von Künstlern ermöglicht werden. Die Jahresgaben in Form von Grafiken, Plastiken und Zeichnungen in jeweils limitierter Auflage bieten die Möglichkeit, Kunstwerke zu einem günstigen Preis zum Aufbau oder zur Ergänzung einer eigenen Sammlung zu erwerben.

Der Verein „Initiative Bürgerzentrum Schuhfabrik e. V.“ betreibt Ahlens soziokulturelles Kommunikationszentrum seit 1989. Der Anspruch ist es, ein Haus „für alle“ zu schaffen, ohne Alterbegrenzungen und ohne nationale oder religiöse Begrenzungen. Das Bürgerzentrum Schuhfabrik ist Anlaufstelle in Fragen der Integration von Migranten, der Flüchtlingshilfe, der Jugendarbeit, der sozialen Vernetzung und Bildungsarbeit und der Kulturförderung. Initiativen, Vereine und Gruppen können in der Schuhfabrik Räumlichkeiten für Treffen oder Veranstaltungen nutzen. Die Gastronomie der Schuhfabrik ist gleichzeitig Kommunikationsraum für viele Ahlener. Im Durchschnitt finden in der Schuhfabrik mehr als 100 Veranstaltungen jährlich statt, von Amateurtheateraufführungen, über Satirelesungen bis hin zu Konzerten und Tanzveranstaltungen. Im Vordergrund steht dabei, ein abwechslungsreiches professionelles Programm anzubieten und gleichzeitig den Nachwuchs zu fördern.

Noreia-Celtoi ist ein Historien-Verein, der sich mit der Lebensweise der Kelten beschäftigt. Ziel des Vereins ist es, über die Lebensweise der keltischen Bevölkerung im Zeitraum 500 v. Chr. bis ca. 100 n. Chr. zu informieren. Neben Auftritten auf historischen Festen lädt der Verein auch mehrmals im Jahr auf einen Bauernhof an der Bankampstraße ein, um das allgemeine Leben, Schwertkämpfe, die keltische Küche sowie das Handwerk aus dieser Zeit zu zeigen.

Nachdem im Mai 2000 das alte Ahlener Kino geschlossen wurde, eröffnete am 1. Dezember 2005 das neue „CinemAhlen“. Auf der Bühne im größten der vier Säle ist es auch möglich, Kleinkunst und Theater aufzuführen.

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Wasserturm Ahlen

Der Ahlener Wasserturm ist ein Industriedenkmal und Wahrzeichen der Stadt Ahlen im Münsterland.

Der kugelförmige Wasserhochbehälter auf dem insgesamt 44 Meter hohen Turm hat ein Fassungsvermögen von 1000 m³. Er wurde von 1915 bis 1917 zur Wasserversorgung der Zeche Westfalen und der Bergarbeiterkolonie erbaut und 1982 von der Gelsenwasser AG außer Betrieb genommen.

Heute steht der markante blaue Wasserturm an der K 27 unter Denkmalschutz und ist ein historisches Beispiel für die Wasserversorgung und die Entwicklung der Niettechnik zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Ein weiteres Wahrzeichen ist der Wasserturm am Galgenberg.

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Markus von Ahlen

1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Markus von Ahlen (* 1. Januar 1971) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und momentan B-Jugendtrainer beim Hamburger SV.

Von Ahlen begann das Fußballspielen bei Jan-Wellem Bergisch-Gladbach und kam über die Jugend Bayer Leverkusens zur Saison 1989/90 in die Profimannschaft der Werkself. Hier bestritt der Mittelfeldspieler in vier Spielzeiten insgesamt 24 Erstliga-Partien und wechselte in der Saison 1993/94 zum damaligen Zweitligisten VfL Bochum.

Nachdem in der ersten Saison der Aufstieg in die erste Liga gelang, spielte von Ahlen eine weitere Saison in Bochum und wechselte am Ende der Spielzeit 1994/95 zurück in die zweite Liga, in der er sich dem SV Meppen anschloss. Nach drei Spielzeiten und 70 Spielen im Emsland kam er über die Station KFC Uerdingen 05 in der Saison 1998/99 zum damaligen Zweitligisten Alemannia Aachen. Hier beendete von Ahlen nach der Saison 2001/02 seine aktive Karriere.

Seit Beginn der Saison 2008/2009 ist von Ahlen Trainer bei der B-Jugend des Hamburger SV.

Insgesamt hatte er 38 Bundesliga- und 149 Zweitligaspiele bestritten.

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Dolberg (Ahlen)

Dolberger Wappen.JPG

Dolberg ist der südlichste Stadtteil von Ahlen (Westfalen) am nördlichen Ufer der Lippe gelegen. Dolberg grenzt im Westen und Süden an Heessen und Hamm sowie im Osten an Beckum und Lippetal. Von der BAB A2 über die Ausfahrt Hamm-Uentrop sind es etwa 5 km zum Ortskern, durch den die B61 führt.

Das Dorf zählt 3.412 Einwohner, was 6,1% der Gesamtbevölkerung von Ahlen ausmacht. Dolberg erstreckt sich über eine Fläche von 21,9 km².

Begründung: Es handelt sich um das Siegel des mittelalterlichen Edelherrengeschlechts von Dolberg, das in den Farben Rot und Gold angelegt wurde, um die Zugehörigkeit der Gemeinde zum alten Fürstbistum Münster zum Ausdruck zu bringen.

In Dolberg existieren ein Bootsbaubetrieb sowie eine Trailerfabrikation.

Der mit Abstand größte Sportverein des Dorfes ist der SV Eintracht Dolberg mit den Abteilungen Handball, Volleyball, Tischtennis und Tennis.

Weitere Sportvereine sind der TC Dolberg (Tennis) und die Spielvereinigung Dolberg (Fußball).

Wo unter´m Pflug die rote Erde bricht, wo in der Tiefe ruht der Diamant, da liegt, umrahmt von hohen Bäumen, ein kleines Dorf, wohl an der Lippe Strand. Mein Dolberg dich vergess ich nicht! Des Dorfes Glocken mahnen immer wieder. Ob freudig hallt Ihr Ruf durch Dorf und Haus, ob dumpfer Klang von Tod und Trübsal spricht.

Vergiss nicht Brauch und Heimatlieder, sei treu dem Herrgott und dem Vaterhaus. Vergiss Dein liebes Dolberg nicht! Erst in der Fremde wird es klar Dir werden, wenn Sie auch gibt Dir Arbeit, Brot und Freud; zur Heimat kann sie niemals werden, wo ich geboren bin, da zieht´s mich hin noch heut. Mein Dolberg dich vergess ich nicht!

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Source : Wikipedia